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Holzbulletin 115/2015 Gewerbebauten Produktionshalle und Bürogebäude der Häring & Co. AG, Eiken Neubau Renggli-Werk, Schötz Werkhalle der Walter Küng AG, Alpnach Neubau für die HIAG Handel AG, Füllinsdorf Halle für die Marktgenossenschaft Genf, Perly Lagerhalle der Eternit (Schweiz) AG, Payerne

Die neue Produktionshalle der Walter Küng AG in Alpnach widerspiegelt den Nachhaltigkeitsgedanken des darin hergestellten Vollholzsystems aus unbehandeltem, regionalem Holz. Architektur: Seilerlinhart Architekten, Sarnen


Hallen für das Gewerbe

Hallen für das Gewerbe zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich in der Formgebung einem inneren logistischen Ablauf und derart auch der Betriebsrechnung ökonomisch unterordnen. Werden jedoch das Fassadenbild und/oder die innere Erscheinung der Trag- und Raumstruktur auch zur Vermittlung einer Botschaft genutzt, erhält die ökonomische Komponente eine längerfristige Perspektive. Für uns zeichnen sich die sechs Hallen durch ihre einzigartigen Volumen aus. Wider Erwarten resultiert aus den in der Regel linearen Abfolgen der Logistiklinien im Innern der Bauten in keinem Fall eine blosse Aneinanderreihung von Schachteln. Insbesondere in den Fassadenbekleidungen zeigt sich die Nähe der Firmen zu ihren bevorzugten Materialien. Als Bekenntnis eines Unternehmens zu seinem Standort und zu dem, was seine Produkte und Dienstleistungen darstellen, kommunizieren die in diesem ‹Holzbulletin› gezeigten Hallenbauten eine je unverwechselbare wirtschaftliche Identität. Für die Mehrzahl der dargestellten Hallen zeichnen Holzbaufirmen oder Bauzulieferanten mit grosser Nähe zum Holzbau als Bauherren oder Betreiber. Dass Holz in verschiedensten Anwendungen auftaucht, erscheint deshalb naheliegend. Hingegen ist es doch etwas überraschend, dass gleich mehrmals die veranschlagten Kosten für ein Holztragwerk sprachen, wo die Materialisierung in Holz nicht von Anfang an als einzige Variante ins Auge gefasst wurde. Spiegelt sich darin direkt die über Jahre aufgebaute Kompetenz der Holzbauplaner im Hallenbau und die Effizienz der Hersteller, welche die Verhältnisse zugunsten des Baustoffs Holz verschoben haben? Oder handelt es sich um eine Verschiebung ganz anderer Art, nämlich schlicht um höhere Kosten für andere Bauweisen aufgrund von Anpassungen bei deren Rohstoffkosten? Eine klare Antwort ist im Moment nicht zu geben. Erst die Entwicklung der nächsten Jahre wird es möglich machen, sie deutlicher herauszuschälen.

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Roland Brunner Technische Kommunikation Lignum


Produktionshalle und Bürogebäude der Häring & Co. AG, Eiken Marktorientierter Holzbau wird in der Familie Häring seit über 130 Jahren gelebt. Das in fünfter Generation geführte Unternehmen hat am neuen Standort in Eiken Maschinen und Abläufe konsequent für die digitale Produktion von Bauten des 21. Jahrhunderts optimiert. Auch die Architektur verkörpert ein modernes Selbstverständnis. Transparenz ist nicht nur Zeichen eines offenen Betriebsklimas, sondern soll auch das Vertrauen der Bauherren und Architekten in die modernen Fertigungsmethoden stärken. Entsprechend wesentlich ist das Thema für den Neubau. Im Erdgeschoss des Bürotraktes sind Empfang und Showroom angeordnet. Verglasungen in der Empfangshalle geben den Blick frei auf die Herstellung der Wand- und Deckenelemente, womit Besucher erfahren können, wie heute Holzbauten mit digital gesteuerten Werkzeugen in hoher Qualität produziert werden. Grosszügige Räume schaffen eine Durchlässigkeit, welche das intensive Zusammenspiel der Fachleute in Planung und Produktion zum Ausdruck bringt und gleichzeitig fördert. Die Materialisierung trägt ihr Teil dazu bei – Sichtbetonflächen im Wechsel mit naturbelassenem Holz, Metall und Glas machen die Konstruktion spürbar und sorgen für ein angenehmes Raum- und Betriebsklima. Der Bürotrakt orientiert sich als Kopfbau zur Strasse hin und ist L-förmig um die Produktionshalle angeordnet. Die Fassade ist mit Holzlamellen bekleidet, die mit einer Vorvergrauungslasur behandelt sind, und lässt so den Baukörper repräsentativ für den modernen Holzbau erscheinen.

Das Sockelgeschoss im Bürotrakt ist inklusive Decke in Ortbeton ausgeführt; für die teilweise erdberührten Aussenwände wurden kerngedämmte Fertigelemente mit Ortbeton verfüllt. In den Bürogeschossen darüber kam die Holzrahmenbauweise zum Einsatz. Grosszügig ausgelegte Holz-Metall-Fenster sorgen für lichtdurchflutete Räume und bei dreifacher Isolierverglasung mit Gasfüllung für gute Dämmwerte. Die Decken in den Bürogeschossen bauen wie das teilweise begehbare Flachdach auf vorfabrizierten Kastenelementen auf. Das Tragwerk der Produktionshalle ist im Achsmass von 6,0 m angelegt und besteht aus eingespannten Stahlstützen, worauf die mit Mittelabstützung auf dem Kranbahnträger über die Hallenbreite von 41 m spannenden Brettschichtholzträger lagern. Die Hallenwände bestehen im unteren Bereich (bis 3,5 m Höhe) aus mit Ortbeton verfüllten, kerngedämmten Fertigelementen. Darüber bilden Holzrahmenelemente die Hallenfassade aus. Über den Hallenträgern sind Rippenelemente im Gefälle aufgebracht, worüber eine Flachdachdämmung und eine extensive Begrünung den Dachabschluss bilden. Der Neubau in Hybrid-Bauweise zeigt, wie sich die Bauzeit durch die intelligente Kombination von klassischem Ortbetonbau und Vorfabrikation im Werk optimieren lässt. Abgestimmt auf die jeweiligen funktionalen, energietechnischen und statischen Anforderungen wurden hauseigene Bausysteme in Holz mit klassischer Bauweise derart kombiniert, dass sich die gesamte Bauzeit auf zehn Monate reduzieren liess.

Situation

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Grundriss

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Ort Sisslerstrasse 15, 5074 Eiken Bauherrschaft und Projektleitung Häring & Co. AG, Muttenz Bauingenieur und Verkehrsplanung K. Bitterli + Partner Ingenieure AG, Gelterkinden Geologie Böhringer AG, Oberwil Holzbauingenieur Häring Projekt AG, Eiken Holzbau Häring Holz- und Systembau AG, Eiken Materialien Bauhölzer 735 m3, Holz-Beton-Verbundelemente 610 m2 Baukosten BKP 2 CHF 11,6 Mio. davon BKP 214 CHF 2,25 Mio. Grundstücksfläche 17 143 m2 Bebaute Fläche 14 644 m2 Bruttogeschossfläche 2504 m2 (Bürotrakt), 4710 m2 (Produktionshalle) Gebäudevolumen 10 532 m3 (Bürotrakt), 56 309 m3 (Produktionshalle) Bauzeit Februar–Dezember 2012 Fotografie Häring & Co. AG, Eiken Querschnitt Kopfbau

5 m

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Ansicht S端dfassade

Ansicht Nordfassade

Ansicht Ostfassade

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Ansicht Westfassade


Dachaufbau von aussen: Begrünung Dichtungsbahn Gefällekeildämmung Dichtungsbahn Kastenelement: Dreischichtplatte 27 mm Rippen 260 mm/Dämmung Dreischichtplatte 27 mm Lattung 30 mm auf Federbügeln Gipskartonplatte 15 mm Deckenaufbau über 1. OG von oben: Gehbelag 12 mm Zementunterlagsboden 60 mm Trittschalldämmplatte 30 mm Kastenelement: Dreischichtplatte 27 mm Rippen 260 mm/Splitt 45 mm Dreischichtplatte 27 mm Lattung 30 mm auf Federbügeln Gipskartonplatte 15 mm Deckenaufbau über EG von oben: Gehbelag 12 mm Zementunterlagsboden 60 mm Trittschalldämmplatte 30 mm Kastenelement: Dreischichtplatte 27 mm Rippen 200 mm/Splitt 45 mm Dreischichtplatte 27 mm Lattung 30 mm auf Federbügeln Gipskartonplatte 15 mm Aufbau Aussenwand von innen: Gipskartonplatte 12,5 mm OSB/4 15 mm Ständer 180 mm/Dämmung Diffusionsoffene, mitteldichte Holzfaserplatte 15 mm Lattung vertikal 30 mm Lattung horizontal 30 mm Holzschalung vertikal

Fassadenschnitte

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Neubau Renggli-Werk, Schötz Im luzernischen Schötz führt die Familie Renggli seit 1923 einen stets nach Innovationen strebenden Holzbaubetrieb. 2011 erforderte das starke Wachstum des Unternehmens eine umfangreiche Werkserweiterung. Mit den neuen Werkhallen deckt Renggli Produktionsspitzen besser ab und ist in der Lage, den Vorfabrikationsanteil im Holzsystembau weiter zu erhöhen. Eine schnörkellose Architektur prägt das neue Werk. Der Erweiterungsbau fügt sich harmonisch in die ländliche Umgebung ein. Bis auf die längsseitigen Tragstützen aus Stahl entstammen Dachtragwerke sowie Dach- und Wandelemente konsequenterweise dem fir­ meneigenen Systemholzbau. Die selbsttragende Fassade besteht aus vorgefertigten Holzrahmenelementen mit Fensterbändern auf Arbeitsplatzhöhe. Noch mehr Tageslicht führt ein Oberlichtband im Dach in die Halle, während die im Dach integrierten Akustikplatten die Raumakustik auf ein für eine Produktionshalle angenehmes Niveau einpegeln. Als Fassadenbekleidung sind 40 cm lange, konisch geformte Schindeln aus Western Red Cedar im Einsatz. So präsentiert sich die neue Werkhalle mit ihrer 2400 m2 grossen Fassade wie eine Werbefläche für den Werkstoff Holz. Der Neubau – 120 m lang, 90 m breit und 16 m hoch – schliesst direkt an zwei bestehende Produktionshallen an. Diese wurden im Zuge der Erweiterung komplett um- beziehungsweise ausgebaut und in das logistische Gesamtkonzept eingeordnet. Hier steht nun das neue Plattenbearbeitungszentrum, wo das Fertigungsteam ausschliesslich Zuschnittund Vorbereitungsarbeiten erledigt. In der neuen Halle werden dann die Elemente unter optimalen Bedingungen zusammengebaut. Die Hallenerweiterung eröffnet eine ganze Reihe neuer Möglichkeiten und Chancen. Im Elementbau und Ausbau halten neue Verbindungstechniken, Formate und Materialien Einzug, zum Beispiel für die Fertigung von Akustikdecken. Mit den neuen Anlagen wachsen Zimmermanns- und Schreinertechnologie noch enger zusammen. Daraus ergibt sich für Planer und Bauherren auch ein Plus an Flexibilität und Individualität, was ebenso die Konkurrenzfähigkeit vor allem bei Grossprojekten verbessert. Das Tragwerk der Halle besteht aus 11,4 m

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hohen, eingespannten Stahlstützen im Abstand von 7,5 m. Darauf aufgelagert sind satteldachförmige Fachwerkträger aus Brettschichtholz und eingeklebten Stahlstangen in den Knoten. Die Fachwerke sind an den Auflagern 0,65 m hoch und in der Hallenmitte 3,7 m. Zudem wurden die Fachwerkträger mit einer Überhöhung von 95 mm hergestellt, um die Verformung unter Eigengewicht auszugleichen. Zwischen den Fachwerken sind Sparrenpfetten eingehängt, über welchen die Dachelemente in Holzrahmenbauweise befestigt sind. Die Fassadenelemente, ebenfalls in Holzrahmenbauweise ausgeführt, sind direkt vor die Stützen gehängt. Der Neubau wurde mit einem energieeffizienten Gebäudekonzept umgesetzt und entspricht dem Minergie-Baustandard. Auf dem Dach liefert eine Fotovoltaikanlage zusammen mit dem bestehenden Kleinwasserkraftwerk Energie, die ins Stromnetz eingespeist wird. Die Hallenbeleuchtung besteht aus hocheffizienten Hallenstrahlern mit Halogenmetalldampflampen. Zudem spart das Oberlicht in der neuen Produktionshalle 8000 kWh an Beleuchtungsenergie jährlich. Hinzu kommen viele Einzelmassnahmen, die in der Summe namhafte Einsparungen bringen: Ein zentrales Bussystem schaltet die Steckdosen für die Elektrostapler ab und verhindert Standby-Verluste. Ein Generator speist die Bremsenergie beim Regallager (30–40 %) und beim Bearbeitungszentrum (60 %) ins Stromnetz zurück. Die frequenzgesteuerte Vakuumanlage des Bearbeitungszentrums produziert nur so viel Unterdruck wie nötig. Geheizt wird über eine Holzschnitzelheizung, die damit gleichzeitig Holzabfälle verwertet. Ein Retentionsbecken dient als Biotop und schafft Lebensräume für Flora und Fauna. Die fürs Auge reizvollste Öko-Massnahme ist die Renaturierung des vorbeifliessenden Luthern-Bachs. Entlang des lauschigen Flüsschens wurden junge Bäume gepflanzt, die zur romantischen Allee wachsen werden. Die Halle ist auch Zeugnis für das Umdenken, das in der Gesellschaft stattfindet. Denn das Bedürfnis, umweltschonend, energieeffizient und nachhaltig zu bauen, hat die Nachfrage für ein solches Werk erst geschaffen.


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Ort Gleng, 6247 Schötz Bauherrschaft Renggli AG, Schötz GU und Architektur Renggli AG, Sursee Brandschutzingenieur Makiol + Wiederkehr, Beinwil am See Holzbauingenieur Pirmin Jung Ingenieure für Holzbau AG, Rain Holzbau Renggli AG, Schötz Materialien schichtverleimtes Bauholz und Brettschichtholz 618 m3; Platten: OSB 22 mm 6894 m2 und 15 mm 4806 m2, Dreischichtplatten 42 mm 176 m2 und 27 mm 311 m2, Holzfaserplatten 15 mm 2621 m2; Fassade: Schindeln 5 mm 13 500 m2 (2160 m2 Fassadenfläche) Erstellungskosten CHF 20 Mio. Baukosten BKP 2 CHF 7,2 Mio. davon BKP 214 CHF 2,06 Mio. Grundstücksfläche 45 891 m2 Bruttogeschossfläche 5067 m2 Kubatur SIA 116 62 237 m3 Bauzeit März–November 2011 Fotografie Renggli AG, Sursee

Querschnitt

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Grundriss

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Dachaufbau von aussen: Trapezblech Trägerlattung 60 mm Konterlattung 40 mm Kastenelement: Unterdachbahn Diffusionsoffene, mitteldichte Holzfaserplatte 15 mm Sparren 220 mm/Dämmung Dampfbremse OSB/3 22 mm Holzwolleplatte 35 mm Aufbau Wand von innen: Holzwerkstoffplatte 16 mm, beschichtet Luftdichtigkeitsfolie Ständer 180 mm/Dämmung OSB/3 22 mm Schindeln 25 mm Detailschnitt

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Werkhalle der Walter Küng AG, Alpnach Die Firma Walter Küng zwischen Alpnach Dorf und Alpnachstad hat ihren Ursprung in einer 1977 gegründeten Schreinerei. Deren Produktionsstätten erfuhren 2013 eine Erweiterung zur Herstellung eines neuen Vollholzsystems aus unbehandeltem, regionalem Holz mit Holzdübeln als Verbindungselement. Die neue Produktionshalle ‹Werk 3› widerspiegelt dessen Nachhaltigkeitsgedanken. Die langgestreckte Produktionshalle, bekleidet in traditionell schuppenartiger Ausführung mit grossformatigen Schindeln aus regionalem Fichtenholz, steht den vorhandenen Hallen gegenüber auf einem Grundstück mit Gefälle. Auf einer Grundfläche von 38 x 78 m bildet der eingeschossige Baukörper einen deutlichen Kontrast zum unauffälligen Bestand. Prägend ist neben der Fassade die markante, auskragende Dachuntersicht aus massiven Holzlatten. Reichlich Tageslicht erhält die Halle über drei grosse Oberlichter an der Nordseite des Dachs. Die Fassaden nach Westen und Osten sind mit Fensterbändern fast über die gesamte Gebäudebreite ausgestattet. Für den Bau der Produktionshalle kam ausschliesslich regionales Fichten- und Tannenholz

aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern rund um den Vierwaldstättersee zum Einsatz. Die kurzen Transportwege halten den Energieaufwand und CO₂-Ausstoss gering. Als nachwachsender Rohstoff entspricht Holz als Baumaterial einer nachhaltigen Bauweise. Das Gebäude ist als Skelettbau errichtet. Tragstruktur, Wand- und Deckenverkleidungen bestehen aus massivem Holz. Fachwerkträger aus Brettschichtholz tragen das Dach und bilden die Dachform aus; rhythmisch angeordnete Stützen an den Aussenwänden tragen deren Lasten ab. Die Fassadenelemente in Rahmenbauweise sind vorgehängt. Steinwolle dient als Dämm-Material; sie weist eine gute Energiebilanz auf, da der Energieaufwand für die Gewinnung des Rohmaterials, die Produktion und den Transport verhältnismässig gering ist. Eine auf der Dachfläche installierte Fotovoltaikanlage erzeugt den gesamten Strom, der im Werk benötigt wird. Die Wärmeerzeugung erfolgt durch eine Holzschnitzelanlage im Wärmeverbund der Korporation Alpnach (WKAG), die Wärmeabgabe über eine thermisch aktivierte Bodenplatte.

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Hallengrundriss

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Ort Chilcherlistrasse 7, 6055 Alpnach Dorf Bauherrschaft Walter Küng AG, Alpnach Dorf Architektur Seilerlinhart Architekten, Sarnen Bauingenieur ZEO AG, Alpnach (Hochbau), Bürgi AG, Alpnach (Tiefbau) Haustechnikplaner Langensand AG, Alpnach Holzbauingenieur Lauber, Ingenieure für Holzbau und Bauwerkserhalt, Luzern Holzbau Walter Küng AG, Alpnach Dorf (Elementfertigung, Montage), und neue Holzbau AG, Lungern (Herstellung Fachwerke) Baukosten BKP 1–5 CHF 4,1 Mio. (exkl. Mwst.) Grundstücksfläche SIA 416 4800 m2 Geschossfläche SIA 416 2535 m2 Gebäudevolumen SIA 416 34 500 m3 Fertigstellung 2013 Fotograf Architekturfotograf Rasmus Norlander, Zürich

Dachaufbau von aussen: Dacheindeckung Abdichtung Dämmung 60 + 120 mm Dampfbremse Rippenelement: Dreischichtplatte 27 mm Sparrenpfetten 60 x 120 mm Fachwerkbinder Träger für Krahnbahn in Brettschichtholz, oberste Lamelle in Eiche Aufbau Aussenwand von innen: Stützen für Binder Fassadenelement: OSB 18 mm Dampfbremse Ständer 200 mm/Dämmung Windpapier Schindelbretter 21 x 120 mm Aufbau Boden von oben: Hartbetonbelag 40 mm Dämmung 160 mm Beton 160 mm mit Bodenheizung

Fassadenschnitt

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Neubau für die HIAG Handel AG, Füllinsdorf Nach jahrelangem Wachstum der HIAG Handel AG mit verschiedenen Anbauten am früheren Standort in Füllinsdorf kam der Wunsch nach einem Neubau auf, welcher die betrieblichen Abläufe innerhalb der Lagerhallen optimieren sollte. Im Oktober 2013 konnte im Neubau auf einem nahegelegenen, bisher unbebauten Grundstück der Betrieb aufgenommen werden. Das gewünschte Programm fand auf dem neuen Grundstück nur knapp Platz. Zudem weist die Parzelle zwischen dem Fluss Ergolz und der Wölferstrasse eine sehr unregelmässige Form auf. Deshalb legten die Architekten ein rechtwinkliges Achssystem an, welches die Richtung des südlich gelegenen Gewerbegrundstückes aufnimmt und somit eine städtebauliche Ordnung bildet. Die anderen drei Fassadenfluchten folgen den Richtungen des Flusses, der Strasse und der Grundstücksgrenzen. Der Gebäudekomplex besteht aus vier Hallen und einem Bürogebäude. Die grösste Lagerhalle ist die Halle 2 mit einer Gebäudehöhe von 12 m. Hier werden die Holzprodukte gelagert und für den Verlad vorbereitet. Daneben liegt die kleinste – und beheizte – Halle 1, welche das Abhollager für kleine Stückzahlen beherbergt. Im Süden, entlang der gesamten Grundstücksbreite, findet sich die mit 15 m Gebäudehöhe höchste Halle 4. Sie wurde für die sogenannten High-Tech-Produkte konzipiert und sollte das vollautomatisierte Zentrallager beinhalten. Ein Teil der Halle 4 ist als Halle 3 abgetrennt. Dort lagern die Massivholzprodukte auf Rollregalen. In der Mitte entlang der Wölferstrasse tritt das Bürogebäude als eingeschobener, weisser Bau-

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körper in Erscheinung, ausgeführt in Massivbauweise. Hier befinden sich im Erdgeschoss der Kundenempfang und ein grosszügiger Showroom für die Holzbauprodukte. Zur Halle hin orientiert ist im Erdgeschoss auch der vollautomatisierte Zuschnitt. In einem Zwischengeschoss befinden sich neben der Haustechnik und weiteren Lagerflächen für holzverarbeitende Produkte die Personalräume mit Garderoben und einem grosszügigen, gutbelichteten Aufenthaltsraum mit Küche. Im Zwischengeschoss liegen auch die temporären Arbeitsplätze für Schreibarbeiten der Lagerangestellten und eine Werkstatt für Reparaturen. Das Obergeschoss des Bürogebäudes beherbergt einen grosszügigen Empfangsbereich mit Teeküche, welcher auch der Besammlung für Anlässe dient, die im angrenzenden, rund 200 m2 grossen Veranstaltungsraum stattfinden. Dieser ist durch eine mobile Trennwand in einen grossen Anlass- und in einen kleinen Besprechungsraum unterteilbar. Vom Empfang gelangt man auch in ein Open-Space-Büro, in dessen Zentrum sich zwei verglaste Besprechungsräume befinden. Im Obergeschoss gelangen die Kunden direkt über das Treppenhaus auf eine grosse Terrasse, welche als Ausstellungsfläche für Aussenhölzer dient. Der HIAG Handel AG als Nutzerin der Hallen war wichtig, dass die Hallengebäude in Holz erstellt wurden. Damit liess sich exemplarisch zeigen, dass mit Holz auch grosse und komplexe Gebäude verwirklicht werden können. Die Holzbauweise erlaubte es, grosse Spannweiten in grosser Höhe zu realisieren, welche notwendig waren, um die Manövrierfähigkeit der Lastwagen zu garantieren, deren Ab- und Belad innerhalb der Hallen geschieht. Spann-

weiten bis zu 25 m im Abladebereich wurden durch 2,2 m hohe Brettschichtholzträger mit einem Sprungmass von 12 m erreicht. Fischbauchförmige Brettschichtholzträger, welche zwischen den Hauptträgern spannen, optimieren durch ihre Form den Holzverbrauch. Die Gesamtstabilisierung der Hallen erfolgt über den massiven Bürobau und die Holzrahmenbauelemente in den Fassaden. Der Holzbau eines Holzhandels soll selbstverständlich auch gegen aussen als Holzbau in Erscheinung treten. Die Aussenwände der Hallen sind in Holzrahmenbauweise erstellt, welche mit einer vertikalen Holzschalung bekleidet sind. Den Architekten war es wichtig, dass die grossen Fassadenflächen lebendig wirken. Erreicht wurde dies, indem sich in der Schalung zwei Oberflächenbehandlungen abwechseln. Auf ein Schalbrett mit Vorvergrauung folgt jeweils ein Schalbrett mit einer Druckimprägnierung in Naturfarbe. Verstärkt wird der Wechseleffekt, indem die Schalbretter nicht flächenbündig vernutet wurden, sondern jeweils um die halbe Brettstärke zueinander versetzt sind. Die Sonne belebt durch die Schattenbildung zusätzlich das Fassadenbild. Für den Neubau in dieser Grösse wurde ein objektspezifisches Brandschutzkonzept erarbeitet. Neben dem Fluchtwegkonzept stellte sich dabei auch die Entrauchung und Nachströmung als anspruchsvoll heraus. Die grossen Hallen werden gesprinklert; eine Brandmeldeanlage sichert das Gebäude. Da der Wasserdruck der Frischwasserleitung in der Gemeindestrasse für die grosse Sprinkleranlage zu gering ist, wurde im Aussenbereich ein grosses Sprinklerwasserreservoir angelegt.


Ort Wölferstrasse 17, 4414 Füllinsdorf Bauherrschaft HRS Real Estate AG, Zürich Architektur Fox Wälle Architekten SIA GmbH, Arlesheim Submission und Bauleitung HRS Real Estate AG, Zürich Bauingenieur Jauslin + Stebler Ingenieure AG, Muttenz Elektroplanung Herzog Kull Group, Baden HLKS-Ingenieur Sigma Ingenieure GmbH, Winterthur Bauphysik Ehrsam + Partner AG, Pratteln Brandschutz BDS Security Design AG, Bern Holzbauingenieur Pirmin Jung Ingenieure für Holzbau AG, Rain Holzbau ARGE HIAG: PM Mangold Holzbau AG, Ormalingen, Stamm Bau AG, Arlesheim, Hasler Holzbau AG, Gelterkinden, Graf AG, Maisprach, A–Z Holz AG, Liestal, und Renggli AG, Schötz Materialien Brettschichtholz 1650 m3, Platten: OSB 25 mm 22 000 m2, Dreischichtplatten 50 mm 700 m2; Fassadenbekleidung: druckimprägnierte und lasierte Schalung 5400 m2 Baukosten BKP 2 CHF 22,3 Mio. davon BKP 214 CHF 3,3 Mio. Geschossfläche SIA 416 13 743 m2 Gebäudevolumen SIA 416 1 66 100 m3 Bauzeit September 2012 – September 2013 Fotografin Lilli Kehl, Basel

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Axonometrie Tragwerk

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Schnitt

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Grundriss

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Halle für die Marktgenossenschaft Genf, Perly Im Kanton Genf ist eine neue Landwirtschaftshalle in Betrieb gegangen, welche den lokalen Produzenten zum Umschlag von Gemüse und Früchten dient. Der zweckmässige und kompakte Bau am Rande der weitläufigen Felder ist mit Platten aus mattem Aluminium bekleidet, was ihm eine gewisse Anmut verleiht. Die Genossenschaft ‹Union maraîchère de Genève› (Marktgenossenschaft Genf) vereinigt mehr als 30 Gemüse- und Früchteproduzenten aus dem Grossraum Frankreich–Waadt–Genf. Sie wurde Ende der vierziger Jahre als Reaktion auf die Öffnung der Grenzen gegründet. Wurden die Landwirte während des Zweiten Weltkriegs noch angehalten, für die Selbstversorgung der Schweiz jeden Flecken Ackerland zu bewirtschaften, fanden sie sich nach Kriegsende unvermittelt mit günstigen Nahrungsmittelimporten aus dem Ausland konfrontiert. Diese Realität hat sich zwar seither weiterentwickelt, die Grundthematik ist aber auch siebzig Jahre später nach wie vor aktuell. Bereits 1990 zeigte sich, dass die ursprünglichen Lokalitäten der Genossenschaft im Industrie-

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gebiet ‹La Praille› veraltet waren. Auf drei Geschossen angeordnet, erlaubten die damaligen Gebäude keine Optimierung der Arbeitsabläufe. Zudem belasteten die Zu- und Wegfahrten der Lastwagen den Verkehr mitten in der Stadt zu stark. Deshalb beschloss man, sich mit neuen Gebäuden näher zu den Produktionsstandorten in der Ebene der renaturierten Aire zu begeben. Die Spezial-Landwirtschaftszone entlang der Autobahn bei Perly, welche für den Bau von Gewächshäusern vorgesehen war, schien ideal für ein solches Projekt zu sein. Zuvor galt es jedoch angesichts nicht vollständiger Zonenkonformität, die Stadtväter von der Zweckmässigkeit des Vorhabens zu überzeugen. Erst nach zahlreichen Verhandlungen mit Vertretern der Gemeinde- und Kantonsbehörden sowie nach einem Vertrag mit den Naturschutzorganisationen wurde die Baubewilligung Ende 2012 erteilt. Entstanden ist eine Halle mit einer Grundfläche von 3200 m2 und einer Höhe von 7,5 m, in welcher die Arbeiter das Gemüse in die Behälter verteilen, diese einpacken und beschriften. Im Randbereich und im Untergeschoss der Halle

befinden sich Kühlräume. Der zweigeschossige Kopfbau mit einer Fläche von 900 m2 beherbergt Büroräumlichkeiten, Sitzungszimmer und eine Cafeteria. Im Erdgeschoss bietet ein Laden Früchte und Gemüse an, welche zu wenig ebenmässig gewachsen oder zu klein sind, um den Weg in die Auslagen der grossen Supermärkte zu finden. Diese Räume sind mit einem gerippten Fussboden aus Sichtholz versehen. Das Hallentragwerk in Holz baut auf einem betonierten Untergeschoss auf, wobei die Variante in Holz sich als kostengünstigste durchsetzte. So werden die Umrisse der Halle von einer regelmässigen, symmetrischen Struktur skizziert. Diese besteht aus Brettschichtholzträgern von 240 x 1520 mm Querschnitt, welche sich über die Hallenbreite erstrecken und auf vier Stützen abgestellt sind. Dazwischen sind Träger mit 160 x 1200 mm Querschnitt eingehängt, auf denen die Profilbleche liegen, welche das Dach bilden. Ihre Verlängerung bis in die Büros im Obergeschoss schafft eine räumliche Kontinuität zwischen der mit Früchten und Gemüse gefüllten Halle, den Arbeitern,


welche die Produkte verarbeiten, sowie den Angestellten, welche vor der Auslieferung die Verkaufspreise verhandeln. Eine grosse Fensteröffnung zwischen den beiden Räumen unterstreicht zusätzlich diese Kontinuität. Stützen, Riegel und Streben bilden die Aussenwandkonstruktion aus, bekleidet von Aluminiumplatten für das Fassadenbild. Für Verbindung nach draussen sorgen die vertikalen Fensteröffnungen, und durch die Oberlichter gelangt zusätzliches Tageslicht ins Gebäudeinnere. In den Büroräumen findet man die gleiche Art von Fenstern. Auf dem Dach ist eine Fotovoltaikanlage mit 1200 m2 Fläche installiert. Sie deckt mit 200 000 kWh pro Jahr rund einen Drittel des gesamten eigenen Stromverbrauchs. Ebenfalls auf dem Dach befinden sich mehrere Wärmepumpen, welche vor allem für kühle Temperaturen in der Halle sorgen.

Ort Plaine de l’Aire, 1258 Perly-Certoux Bauherrschaft Union Maraîchère de Genève Architektur ar-ter, atelier d’architecture-territoire, Carouge; Mitarbeit: Pedro Diaz-Berrio, Valentina Bezzo, Julien Réchautier Bauingenieur Perreten & Milleret SA, Carouge Holzbauingenieur Perreten & Milleret SA, Carouge Holzbau JPF-Ducret SA, Bulle Material Brettschichtholz 435 m3 Baukosten BKP 1–9 CHF 17,9 Mio. Baukosten BKP 2 CHF 16,2 Mio. davon BKP 214 CHF 0,94 Mio. Geschossfläche SIA 416 8240 m2 Gebäudevolumen SIA 416 51 500 m3 Bauzeit März 2013 – Dezember 2014 Fotograf Oliver Zimmermann, Genf

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2643


2644


Lagerhalle der Eternit (Schweiz) AG, Payerne Der Neubau erhöht die Lagerkapazität der Eternit (Schweiz) AG an ihrem Produktionsstandort Payerne um mehr als 4000 m2. Die mit Zementfaserplatten bekleidete Holzhalle greift die gestalterische Sprache des bestehenden Fabrikgebäudes aus den fünfziger Jahren auf. Ausgehend von einem sich wiederholenden, asymmetrischen Grundkörper entwickelt sich ein formales Spiel mit grosser Ausdruckskraft. Beeindruckt von der stilistischen Qualität des vor bald 60 Jahren vom Architekten und Ingenieur Paul Waltenspühl entworfenen Fabrikgebäudes, wandten sich die Zürcher Architekten, welche 2010 mit der Planung der neuen Lagerhalle beauftragt wurden, zunächst den logistischen Abläufen zu. Die Rohstoffe werden per Bahn zu einem markanten Gebäude vor der Stadt Payerne angeliefert. Daran schliesst sich, entsprechend den Produktionsabläufen, die langgezogene Fabrikationshalle. Trotz ihrem imposanten Volumen ist sie hell und luftig. In der Tat legte man hier ein besonderes Augenmerk auf das natürliche Licht, welches dank dem lebendigen Sheddach grosszügig in die Arbeitsräume einzudringen vermag. Der gleiche Rhythmus findet sich bei den Fassaden mit ihren aufgehängten Mauerelementen, welche sich spreizen und so auf der Seite eine zusätzliche Lichtquelle öffnen. Die neue Lagerhalle des Architekturbüros Cadosch & Zimmermann reiht sich in diese von Paul Waltenspühl begründete Kontinuität ein. Sie liegt in der Verlängerung des bestehenden Fabrikgebäudes. Der neue Gebäudekörper in Holzrahmenbauweise übernimmt zwar die Ausdruckskraft des bestehenden Sheddaches, interpretiert jedoch die vom früheren Architekten entwickelte Form neu. So ist ein neues Gebäude mit eigener Volumetrie und Ikonografie entstanden. Die abwechslungsweise Anordnung der asymmetrischen Grundkörper in die eine und die andere Richtung verleiht dem Bau dynamischen Schwung. Sowohl die Fassaden als auch das Dach sind mit Welleternitplatten

bekleidet, welche das Licht entsprechend ihrer Neigung unterschiedlich aufnehmen und widerspiegeln. Dieses von der Sonne offenbarte Ausdrucksspiel erzeugt Blautöne in verschiedenen Nuancen. Zwischen den einzelnen Dachkörpern wurden transluzente PolykarbonatWellplatten angebracht, welche das Tageslicht von oben und von der Seite einfangen. Die Stirnfassaden sind ebenfalls transluzent und lassen die Struktur erkennen. Der Entscheid für Holz als Baustoff fiel deshalb, weil das Material einheimisch ist und sich zudem vielfältig einsetzen lässt. Um die Kosten zu reduzieren, wählte man eine Bindertypologie, welche bei einer Hallenlänge von 90,75 m in einem Abstand von jeweils 7,5 m wiederholt angeordnet werden konnte. Dieses Tragwerk in Brettschichtholz ruht auf einem umlaufenden Betonsockel von 0,5 m Höhe und überspannt bei einer freien Höhe von 6,0 m die Hallenbreite von 44,5 m mit einer Mittelabstützung. Die Dach- und Fassadenflächen sind mit Well­ eternitplatten ohne Dämmung direkt auf die Holzkonstruktion montiert. Diese sind horizontal beziehungsweise – bei schräger Fassade – diagonal angeordnet. Die sichtbare Kontinuität wurde bewusst gesucht, um die Einheit der Form möglichst prägnant auszudrücken. Aus diesem Grund sind die Platten der Fassaden auch in der Verlängerung der Platten des Daches angebracht. Schon in den ersten Vorstudien legte man besonderes Gewicht auf eine langfristig grosse Nutzungsflexibilität. Statisch und baulich ist die zurzeit nicht isolierte Lagerhalle so ausgelegt, dass sie später jederzeit gedämmt oder durch Hinzufügen weiterer Module an den Stirnseiten erweitert werden könnte.

Situation

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Axonometrie Tragwerk

2646


Ort Rue de la Boverie, 1530 Payerne Bauherrschaft Eternit (Schweiz) AG, Payerne Architektur Cadosch & Zimmermann GmbH, Architekten ETH/SIA, Zürich; Mitarbeiter: Stefan Cadosch, Thomas Schaffer, Stefanie Wallner Bauleitung Küng et Associés SA, Bauingenieure EPFL/SIA, Payerne Bauingenieur Küng et Associés SA, Bauingenieure EPFL/SIA, Payerne Holzbauingenieur Ivo Diethelm GmbH, Gommiswald Holzbau Charpente Vial SA, Le Mouret Materialien Bauholz: Vollholz 90 m3, Brettschichtholz 185 m3; Platten: Dreischichtplatten 42 mm 260 m2 und 80 mm 15 m2 Baukosten BKP 1–9 CHF 3,5 Mio. Baukosten BKP 2 CHF 3,3 Mio. Gebäudegrundfläche SIA 416 4040 m2 Nutzfläche SIA 416 3918 m2 Gebäudevolumen SIA 416 36 338 m3 Bauzeit Januar 2012 – Januar 2013 Fotograf Jürg Zimmermann, Zürich, und Archiv der Eternit AG, Payerne

Querschnitte

Längsschnitte

Grundriss

40 m

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Lignum Holzwirtschaft Schweiz Economie suisse du bois Economia svizzera del legno Mühlebachstrasse 8 CH-8008 Zürich Tel. 044 267 47 77 Fax 044 267 47 87 info@lignum.ch www.lignum.ch

Holzbulletin, Juni 2015 Herausgeber Lignum, Holzwirtschaft Schweiz, Zürich Christoph Starck, Direktor

Redaktion Roland Brunner, Lignum, und Audanne Comment, Lignum-Cedotec Gestaltung BN Graphics, Zürich

Das Holzbulletin erscheint viermal jährlich in deutscher und französischer Sprache. Jahresabonnement CHF 48.– Einzelexemplar CHF 20.– Sammelordner (10 Ausgaben) CHF 140.– Sammelordner leer CHF 10.– Preisänderungen vorbehalten.

Administration, Abonnemente, Versand Andreas Hartmann, Lignum

Lignum-Mitglieder erhalten das Holz­bulletin und die technischen Informationen der Lignum, Lignatec, gratis. Die Rechte der Veröffentlichung für die einzelnen Bauten bleiben bei den jeweiligen Architekten. Alle Angaben stammen von den Bauplanern.

ISSN 1420-0260

Lignum-Hotline: 044 267 47 83 Benutzen Sie unsere Fachberatung am Tele­fon von 8–12 Uhr, die täglich von Montag bis Freitag gratis zur Verfügung steht.

Druck Kalt Medien AG, Zug

Holzbulletin 115/2015  

Gewerbebauten

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