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leo

kostenlos

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August 2003

DA S A NHALT MAGAZIN

Flutgeschichten

leo test Vergnügen im Osten Belantis im leo-test mit Gewinnspiel

leo gastfeder Anhalt und die Welt von Prinz Eduard von Anhalt

leo dates Der größte Veranstaltungsfinder für die Region


leo editorial Die Macher

E

s gibt momentan viele von ihnen. Sie stehen in Elbauen, auf Dämmen, am Ufer der Mulde, in Dessau-Waldersee oder Seegrehna. Es sind Menschen, die sich fassungslos erinnern. Die darüber nachdenken, welche Kraft in der Natur steckt und wie klein dagegen ihre eigenen Möglichkeiten waren. Es sind Menschen, die im August 2002 gegen die Flut gekämpft haben. Viele von ihnen kehren in diesen Tagen zurück, um noch einmal den Ort des Geschehens zu betrachten und Menschen wieder zu treffen. Laden wir Sie ein, auch in Zukunft unsere Gäste zu sein.

E

inige

dieser

Personen

kommen

in

der

leo

TITELGE-

SCHICHTE (S. 4-9) zu Wort. Wir haben eindrucksvolle und

bewegende Fotos herausgesucht. Helfer und Betroffene erzählen dazu ihre ganz persönliche Geschichte der aufreibenden Tage im August 2002, die wohl niemals das Gedächtnis der Menschen in Anhalt verlassen werden.

V

TEST

on Wassermassen ganz anderer Art handelt diesmal unser leo (S. 22-24). Denn der neue Vergnügungspark „Belantis“ bei Leipzig hält neben zahlreichen Attraktionen auch eine Riesen-Wasser-Rutsche parat, wir haben uns für Sie dort genauer umgesehen. Und alle, die mehr über die

Dessau-Wörlitzer Eisenbahn (S. 26-27) im speziellen und Männer im allgemeinen (leo-SIX, S. 28) erfahren wollen, sind ebenfalls im August-leo gut aufgehoben.

N

euzugänge gibt es auch: zum ersten Mal kommt Prinz Eduard in seiner

ANHALT UND DIE WELT

eigenen Rubrik (S. 25) zu Wort und lea, die neue Schwester des leo taucht ebenfalls auf. Viel Spaß beim Lesen wünschen Thomas Stittrich - Sebastian Völker - Thomas Schaarschmidt

IMPRESSUM:

leo Das Anhalt Magazin

Erscheint jeweils monatlich, kostenlos. Auflage: 7.500 Stück

Druck

Herausgeber Thomas Stittrich Sebastian Völker Thomas Schaarschmidt Postanschrift leo Humperdinckstr. 1b 06844 Dessau Kontakt Telefon 0340 .230 46 80 Telefax 0340 .250 84 157 Mail leo@3undzwanzig.com DAS ANHALT MAGAZIN

Druckhaus Dessau Askanische Str. 107 06844 Dessau Autoren dieser Ausgabe Th. Schaarschmidt, O. Schröter, S. Völker, S. Ehrle, S. Zießnitz, Prinz Eduard von Anhalt Fotos in dieser Ausgabe S. Rumpler, S. Völker, Th. Schaarschmidt, dessau-ist-schlaflos.de, d-life.de, B. Helbig Seite 3


leo titel Die Flutgeschichten

E

in Jahr nach der Flut beherrschen Vergleiche die Schlagzeilen in den Medien. Wie sieht es dort aus, wo vor einem Jahr das Wasser war? Was ist aus denen geworden, die Opfer, Helfer oder Begleiter gewesen sind? Wie sind die Schäden beseitigt worden, und wer hat es bezahlt? Die vier Flutgeschichten des leo allerdings sind anders. Sie schauen in das Innenleben von vier Fotos aus der Zeit der Flut. Vier Fotos, deren Akteure wir aufgesucht haben, um ihre Geschichte zu erfahren. Ihre Gedanken und Erinnerungen, ihre Erlebnisse. Ein Jahr später haben wir sie noch einmal fotografiert. Und sind mit ihnen an die Orte des Geschehens zurückgekehrt. Was auffiel, war die positive Kraft, die alle der Katastrophe abgewinnen konnten. Und die Unnachgiebigkeit, sich gegen das drohende Unglück zu stemmen. 48 Stunden mit trockenem Boot

Gegen die Angst der Kinder half nur eins: die Feuerwehr. Doch der Brand, den es zu löschen galt, hatte rein gar nichts mit einem Feuer zu tun. Er loderte nur in den Köpfen der Kinder. „Es kamen Erwachsene, die erzählt haben, ihre Kinder könnten nicht schlafen, weil sie Angst haben, über Nacht käme das Wasser“, erinnert sich Thomas Müller, „dann mussten wir herhalten.“ Ein Blick aus dem Fenster und einfache Logik genügte: „Die Eltern haben auf uns gezeigt und gesagt: Da hinten am Ende der Straße schläft die Feuerwehr. Die wissen, was sie tun. Solange die dort sind, kann euch nichts passieren.“ Der Schlaf war gerettet. „Eine Geschichte, an die man oft denkt“, sagt Thomas Müller. Eine von Seite 4

unzähligen, die er in Dessau-Kühnau erlebte. Und dies in nur 48 Stunden. „Der Hilferuf kam am Freitag, dem 16. August, um 18.30 Uhr“, erinnert sich Rüdiger Sobotta. Der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Penzberg, einem kleinen Ort südlich von München, wurde gebeten, das Feuerwehrboot nach Sachsen-Anhalt zu schicken. Sieben Stunden später ging es auf die Reise. Mit dem Boot fuhren 14 Kameraden aus Penzberg. Hauptfeuerwehrmann Thomas Müller war einer von ihnen. „Wir haben nicht lange über Arbeitsausfall oder Kosten nachgedacht, wir wollten einfach helfen“, sagt Sobotta.

einen Deich baut.“ Doch ihre Uniformen schenkten Vertrauen. Nach innen und außen. „Die Menschen haben an uns geglaubt.“ Und so wuchsen die, die darin steckten, mit und an der Aufgabe. „Es war faszinierend, wie alle zusammengeschweißt waren und sich gegen die Katastrophe gestemmt haben“, erinnert sich Müller. Übernachtet wurde open-air in einem Kühner Carport, das Auto in Fluchtrichtung geparkt, Frühstücksutensilien von den Anwohnern gereicht. „Es ist schade, dass so ein Zusammenhalt nur geht, wenn man bis zum Hals im Dreck steht“, denkt Müller. Bis zum Montagmorgen blieben die Penzberger in Kühnau, dann wurden sie nach Hause geschickt und schossen schnell noch ein Erinnerungsfoto. Ihr Boot blieb übrigens trocken. Weil unbenutzt. „Alles, was wir gebraucht haben, waren unsere Hände.“

In Dessau angekommen, wurde die Gruppe nach Großkühnau geschickt. Dammverstärkung. „Nicht, dass wir so etwas schon einmal gemacht hätten“, meint Thomas Müller, „wir hatten keine Ahnung, wie man leo


einrichtung Baden gegangen und kein Raum für Illusionen. Denn bei genauer Betrachtung sieht man: Das Wasser hat noch einen Meter höher gestanden. Als wir vor dem Haufen verschimmelter Wände und Möbel standen, in einem Garten, der einer Mondlandschaft glich, kam die Frage auf: Lohnt es sich, diesen Garten zu behalten?

Neue Fische im Teich

Auf den ersten flüchtigen Blick wirkt es wie ein idyllisches Stillleben, das Foto meines Gartens. Sonnenschein und blauer Himmel werden im ruhig stehenden Wasser reflektiert, und auch das Gartenhäuschen spiegelt sich in ihm, in verzerrter Silhouette. Der Fehler im Bild: Diese Laube lag nie am Wasser. Und wurde schon gar nicht in ihm gebaut. Das Wasser kam zu ihr, letztes Jahr im August.

gesessen? Das war meine Art mit dem Thema Gerüchte umzugehen nicht die realistischste, wie ich bald feststellen musste. Ausgerüstet mit einer wasserundurchlässigen Gummihose hat es unser Gartennachbar geschafft, bis zur übermäßig bewässerten Gartensparte am Luisium vorzudringen. Dort machte er den Schnappschuss des vermeintlichen Stilllebens. Nun war die Gewissheit da: Der Garten überflutet, die Innen-

Ich bin froh, dass sich meine Eltern nicht zum Verkauf entschlossen haben. Heute sind die gröbsten Spuren beseitigt, es sprießt neuer Rasen, die Laube unterlag einer Renovierung, und es tummeln sich wieder Fische in unserem Gartenteich. Die anderen waren mit der Flut auf große Reise gegangen. Stefanie Zießnitz schreibt seit April 2003 für den leo.

Dass es soweit kommen würde, damit hab ich nicht gerechnet. Allein die Nachricht von der Evakuierung Waldersees am Abend des 13. August hatte einen ungewöhnlichen Beigeschmack. Doch sie kam drohend genug daher, so dass meine Eltern in letzter Minute ihren Fünftürer bepackten- mit Habseligkeiten aus unserem Garten, um sich schließlich in den Walderseer-Ausreise-Stau einzureihen. Lange habe ich dann nichts mehr vom Garten gesehen, gehört umso mehr, denn die Katastrophen-GerüchteKüche war am Brodeln. Von manchen Lauben seien nur noch die Dächer auszumachen. Aber woher wollten die das wissen? Haben sie selbst auf dem Dach DAS ANHALT MAGAZIN

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«Hier bin ich geboren. Hier will ich auch sterben.»

Das Lachen

Natürlich gab es lustige Momente. Aber eben nur Momente. „Denn zum Lachen war es bestimmt nicht“, stellt Maik Genetzki klar. Der junge Mann schaut ergriffen auf das Foto. Er sieht sich - und das Wasser. Es kam am Sonntag. Und es hörte erst bei einer Höhe von etwa 1.60 Meter auf zu steigen. So hoch war es noch nie. Das weiß er. Nur: warum er in so einer Situation lachte, kann er heute, ein Jahr nach der Flut, nicht mehr so genau sagen. „Ich glaube, es kam jemand mit dem Boot angefahren. Der machte dann ein paar Sprüche - nur aus Gaudi - und drückte auf den Auslöser“, erinnert sich der 27-jährige Walderseer. „Na ja, und dann lachte man halt mal.“ Aber hinter diesem Lachen steckte damals schon eine tiefe Traurigkeit. „Mir wurde bewusst, dass ich all das, was ich über die Jahre geschaffen hatte, von heute auf morgen verloren habe“, sagt Maik Genetzki betrübt. Das Haus,

in dem er zusammen mit seinen Eltern seit seiner Geburt lebt glich einem riesigen Swimmingpool. Doch ans Weggehen hatte er nie gedacht. „Ich war immer da“, so Genetzki. Gerade einmal drei oder vier Leute aus seiner Straße blieben mit ihm. Selbst seine Eltern flüchteten aus der oberen Etage des Hauses. Ihr Sohn dagegen hütete Hab und Gut. RotweilerHündin Ziely stand ihm bei. Ab und zu nahmen die Leute vom THW Ziely mit. „Sie

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haben sich richtig um sie gekümmert“, ist ihr Besitzer heute noch dankbar. Auch für die Hilfsbereitschaft untereinander. Jeder sei für den Anderen da gewesen, man habe nicht darüber nachgedacht, was es koste oder welchen Preis man zahlt. Die THW-Männer brachten dem Mann beim Kampf mit dem Wasser sogar Essen. Am Tag des Fotos, „das muss Montag oder Dienstag gewesen sein“, gab es unter anderem Toastbrot. „Die Organisation war einfach super“, lobt Maik Genetzki. „Für all die Hilfe kann man sich gar nicht bedanken. So etwas habe ich noch nie erlebt“, resümiert er. Wahrscheinlich gab ihm dies auch die Kraft, weiter zu machen und zu bleiben. Bis zum heutigen Tage. Denn Waldersee ist seine Heimat. „Hier bin ich geboren. Und hier will ich auch sterben.“ Seite 7


leo titel Flutgeschichten

Aggregat vor der Tür

Wenn man die Flut vor der Tür hat, dann kann man ihr nicht ausweichen. Wie viele Tage es waren, in denen Inge Lersch das Gebiet rund um das Kornhaus nicht verlassen hat? „Ich weiß es nicht mehr genau“, erinnert sich die 56-jährige Lehrerin. In den achtziger Jahren baute sie an einem Ort ein Haus, der wie kaum ein anderer in Dessau Naturnähe versprach. Nur fünfzig Meter entfernt vom Kornhaus, keine einhundert Meter bis zur Elbe, die Kornhausstraße Nummer 145 war ein Traum für Inge Lersch. Bis das Wasser stieg.

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„Ich hatte mich schon an Hochwasser gewöhnt“, sagt sie, „wenn man dem Fluss so nahe ist, dann bekommt man das einfach mit. Doch in Aufregung hat es mich nie versetzt.“ Auch nicht, als Anfang August ihre Studienkollegin aus Dresden anrief, die Elbe erreichte dort gerade neue Höchststände. „Natürlich habe ich mir gedacht, irgendwann kommt das Wasser auch mal hier an.“ Ihre Schüler fragten täglich nach der Lage, und als die Schule ausgesetzt wurde, alle Lehrer sich bereit halten sollten zu helfen, entband man sie von dieser Pflicht. „Gehen sie nach Hause und kümmern sie sich um ihr eigenes Hab und Gut“, haben die mir gesagt.

Ihr Haus war und ist wichtig für sie, mehr als nur vier Wände. „Da kamen schon materielle Ängste auf“, gibt

leo


«Es war eine Rennesaince des Miteinanders. Wir haben das nur geschafft, weil wir gemeinsam gearbeitet haben. Wir sind uns wieder näher gekommen.»

sie freimütig zu, „wer weiß denn, ob ich eine Instandsetzung überhaupt gepackt hätte.“ Um alles Bewegliche zu schützen, wurde es in die erste Etage verbracht, das Haus von außen mit Säcken und Brettern geschützt. „Bis auf den Dunstabzug und das Telefon hat nichts mehr gestanden.“ Es klingelte oft, dieses Telefon. Doch die meisten Anrufer mussten sich mit einer Ansage bemühen. „Wir haben ja praktisch rund um die Uhr auf dem Damm gestanden.“ Schlaf war Mangelware, und dies nicht nur, weil das Notstromaggregat der Einsatzleitung vor ihrer Tür dröhnte. „Die Arbeit hat uns von der Gefahr abgelenkt“, meint sie und spürt trotzdem noch heute die Angst des 18. August. Die Nachricht vom Bruch des Schwedenwalls verbreitete sich auch rund um das Kornhaus. Und traf Inge Lersch ins Mark. „Ab da hatte es noch mal eine ganz andere Qualität.“ In der Nacht brachte DAS ANHALT MAGAZIN

sie ihr Auto nach Dessau-Alten. Zu einer Freundin. „Ich hatte vorher ein bisschen die Höhenkarte gelesen“, sagt sich lachend. Auch persönliche Dokumente nahm sie mit dorthin. Kurz vor zwei radelte sie zurück ans Kornhaus, und ihr Kampf ging weiter. Am nächsten Tag ließ sie sich in einer Pause auf dem Damm fotografieren. „Ich hätte nie gedacht, dass es uns gelingt, eine so große Strecke des Walls mit Sandsäcken zu verstärken. Das war ein gemeinsames Wunder.“ Und auch eines, das mental haften blieb. „Es war eine Rennesaince des Miteinanders. Wir haben das nur geschafft, weil wir gemeinsam gearbeitet haben. Aber auch erzählt, gelitten und gegessen. Wir sind uns wieder näher gekommen.“

„Wir sind wieder aufgetaucht“ Waldersee sagt: DANKE Sie haben sie nicht vergessen, die große Hilfe und Solidarität, welche den Flutopfern in Dessau-Waldersee in den vergangenen zwölf Monaten zuteil wurde. Um allen Helfern, Spendern und Unterstützern danke zu sagen, lädt der Dessauer Vorort vom 15. bis 17. August zu einem großen Dankeschönfest ein. Drei Tage lang soll dann gemeinsam gefeiert, gelacht und sich erinnert werden. Programm-Höhepunkte Freitag, 15.August ab 18 Uhr Begrüßung & Tanz für Jung und Alt Samstag, 16.August 8 Uhr Wecken m. Blasmusik 10 Uhr Einweihung des sanierten Rathauses 12 Uhr Mittagessen 13.30 Uhr Festumzug durch Waldersee 15.30 Uhr Kaffee und Kuchen für alle 16 Uhr Weltrekordversuch Ralf Schüler 18.30 Uhr Musik vor dem Rathaus 22 Uhr Feuerwerk Sonntag, 16.August

8.30 Uhr Wecken m. Blasmusik 10 Uhr Ökumenischer Gottesdienst 11 Uhr Galaprogramm des Waldeser Carnevel Clubs 13 Uhr Mittagessen

Parkplätze befinden sich an der Jonitzer Mühle, am Sportplatz sowie am Luisium. Da die Parkplätze in Waldersee bei dem zu erwartenden Ansturm knapp sein dürften, ist extra ein Bus-Shuttle vom Dessauer Hauptbahnhof eingerichtet wurden. Seite 9


leo diary I Mein liebes Tagebuch ...

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leo


DAS ANHALT MAGAZIN

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leo diary II Mein liebes Tagebuch ...

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leo


leo forum Happy Beach 2003

K

ann man im Sand glücklich sein? Und das auch noch bei sportlicher Betätigung?

Alles möglich, am 11.Juli wurde der Beweis erbracht. Der leo hatte eingeladen, sich glücklich zu schmettern, „Happy Beach 2003“ auf den Volleyball-Plätzen des Dessauer PaulGreifzu-Stadions sollte den Anlass bieten. Sportlich tendierten die Leistungen von hochprofessionellem „Drei mal kann der Ball berührt werden“ bis hin zu „Hauptsache wieder drüber übers Netz“. Zu letzterer Kategorie zählte ganz sicher auch das Team des leo, der acht weitere Mannschaften eingeladen hatte. Doch ob es die Auswahl des KochSchwabehauses, der evangelischen

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Kirche, des Multikulturellen Zentrums oder der Sport-Trainer war, sie allen mussten sich dem Team „Netzsuche“ beugen, das den Sport Volleyball durchaus beherrscht. Und nicht zuletzt deshalb freudestrahlend die Siegerurkunde in Empfang nahm. Das Turnier war jedoch mehr als nur „Ball über die Schnur“, bot die Gelegenheit, gemeinsam über einen niedergeschriebenen Ausdruck dessen zu diskutieren, was die Teilnehmer bewegt. Was heißt es, „Glücklich in Anhalt“ zu sein? Wie sieht dieses Anhalt aus, und was kennzeichnet es eigentlich so positiv? Initiatoren wie Teilnehmer denken seit dem 11.Juli angestrengt nach, sammeln Gedanken und tauschen sich aus. Haben die Idee, eine „Anhal-

ter Erklärung“ zu veröffentlichen, in der sie ausdrücken, was sie bewegt. Um noch mehr Potenzial in diese Erklärung einfließen zu lassen, um noch mehr Gefühle und Ansichten der Menschen zu erfahren, sind Sie, liebe leo-Leser aufgerufen, mitzumachen. Schreiben Sie uns - in welcher Art sie auch möchten - was sie an dem Leben hier begeistert und was sie sich für die Zukunft wünschen. Vielleicht senden Sie auch Bilder von ihren Lieblingsorten oder -plätzen in Anhalt. Eine „Anhalter Erklärung“ will auf nichts antworten und zu nichts den Finger heben. Sondern nur beschreiben, warum wir glücklich sind. Lassen Sie uns Ihre ganz private „Erklärung“ zukommen ...

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.2003

leo dates

august

Der Veranstaltungsfinder für Anhalt

 freitag 01

Musik

Was noch

Party

Bühne

Wörlitz

WB Markt

DE Stars Diner

WB Stadtkirche

20 Uhr „Luther Stories“ Theaterspektakel

Musik WB Barrik

21.30 Uhr „Solo“ - Live

Party DE Stars Diner

20 Uhr Grand Re-Opening Party

DE Scream

22 Uhr Oldieparty ab 30

DE Global Village

23 Uhr „Electronic Discussion“Techno

Was noch DE Schwabehaushof

21 Uhr „23-Nichts ist wie es scheint“ - Open Air Kino

WB Markt

18.30 Uhr Seekonzert

WB Schlosskirche 17 Uhr „Sommerkonzert“

leo 0340.230 46 80

WB Barrik

21.30 Uhr „Solo“ - Live

DE Johanniskirche

20 Uhr „Luther Stories“ Theaterspektakel leo - Spass lesen leo Humperdinckstr. 1b 06844 Dessau TEL: 0340.230 46 80 E-MAIL: leo@3undzwanzig.com

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Was noch DE Bibliothek Süd

10 Uhr „Besuch aus dem All“ Vorlesestunde für Kinder

Wittenberger Weinfest

 sonntag 03 Bühne DE Marktplatz

19.30 Uhr „Il Corso“ Theaterspektakel

10 Uhr „Die Bücherhasen“ Vorlese- und Bastelstunde für Kinder

Was noch DE Neuer Rathausinnenhof 19 Uhr „The Art to life“ - Die Goldenen Zwanziger

23 Uhr „Atmospherix Beatlounge“ House

WB Markt

DE Bibliothek Zoberberg

20 Uhr „Luther Stories“ Theaterspektakel

DE Global Village

20 Uhr „My Big Fat Greek Wedding“ - Open Air Kino

Was noch

WB Stadtkirche

20 Uhr „Future Gate 1“ - Open Air Festival

DE Alter Rathausinnenhof

 donnerstag 07

Bühne

Ferropolis

10 Uhr Pannenkurs für Frauen

20 Uhr „Dynamic Twins“ - Vocal House

 freitag 08

Party

DE Dekra

WB Stadtkirche

 montag 04

20 Uhr 5. Rock Revival Open Air

WB Cranach Hof

Bühne

14 Uhr Elbegottesdienst

DE Sportplatz Waldersee

Was noch

 sonnabend 02

Coswig

19.30 Uhr „The Jam Man“ - Soloposaunist

Wittenberger Weinfest 21.30 Uhr „Solo Sunny“ - Sommerkino

Wittenberger Weinfest

DE Hangar

 dienstag 05 Bühne RSL Burg

20 Uhr „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ (bis Sonntag, 17. August)

Was noch DE Schwabehaus

15 Uhr Dessauer Mundart-Treff

 mittwoch 06 06Musik DE Marienkirche 19.30 Uhr „Ivan Rebroff“

19 Uhr Truck- & Country Festival

DE Schwabehaushof 21 Uhr „Billy Elliot“ - Open Air Kino

leo@3undzwanzig.com

 sonnabend 09 Bühne WB Barrik

19.30 Uhr „Sweet Surprise“ Travestierevue

WB Stadtkirche

20 Uhr „Luther Stories“ Theaterspektakel leo


 leo tipp

Vor 75 Jahren begann es und wurde bald zur beliebten Freizeitbeschäftigung: Das Baden in der Elbe bei Dessau. Zu Tausenden strömten damals die Einwohner im Sommer an „ihren Fluss“, kühlten Geist und Körper. Nach langer Pause feierte diese Tradition im vergangenen Jahr ein eindrucksvolles Comeback: Der erste Internationale Elbe-Badetag am 14.Juli 2002 wurde ein sensationeller Erfolg und zog die Region magisch an den Fluss – auch ein großer Schritt zur Versöhnung von Mensch und Natur. Anno 2003 wird es am 16.August jedoch leider keinen Elbe-Badetag geben. Die Zufahrt erfolgt nur über das Unterluch.

 Dessau, Elbe, Sonnabend 16. August, 10-18 Uhr

Musik DE Luisium

10.30 Uhr „...und sonntags ins Luisium“ - Konzert

DE Müntzer-Club

12 Uhr „Dessau Allstars“ Straßenfest & Open Air

Ferropolis

20 Uhr „Kastelruther Spatzen“

WB Cranach Hof 21 Uhr „Ras Donovan“ Reggaenacht

Party

 montag 11 Was noch DE Kiez Kino

16 Uhr „Bibi Blocksberg“

 dienstag 12 Was noch DE Kiez Kino

16 Uhr „Bibi Blocksberg“

 mittwoch 13 Musik 18 Uhr Italienische Abendgondelfahrt

Was noch

Party

DE Hangar

DE Stars Diner

10 Uhr Truck- & Country Festival

20 Uhr „DJ Fine“ - 70´s & 80´s Funk & Soul

DE Alter Rathausinnenhof

Was noch

20 Uhr „Buena Vista Social Club“ - Open Air Kino

DE Anhaltische Landesbücherei

Oranienbaum

„Gartenreichtag“

10 Uhr „Besuch aus dem All“ Vorlesestunde für Kinder

Coswig

DE Kiez Kino

„11. Laurentiusmarkt“

 sonntag 10 Bühne BBG-Schlosshof 20 Uhr „Nabucco“

Was noch DE Hangar

10 Uhr Truck- & Country Festival

Coswig

„11. Laurentiusmarkt“ DAS ANHALT MAGAZIN

16 Uhr „Bibi Blocksberg“

 freitag 15 Bühne WB Barrik

19 Uhr „Die Nargelsäcke“ Kabarett

Musik DE Krötenhof

19 Uhr Konzert mit Elan, Die späten Mädels, Albatros & Musikhaus

Wörlitz

19 Uhr 2.Salsa Boat

DE Kornhaus

DE Kiez Kino

16 Uhr „Bibi Blocksberg“

 donnerstag 14 Musik RSL Ratssaal

17 Uhr Herbstkonzert der Musikschule

Was noch DE Anhaltische Landesbücherei

10 Uhr „Mach dir dein eigenes Buch“ - für Kinder

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leo Humperdinckstr. 1b 06844 Dessau TEL: 0340.230 46 80 E-MAIL: leo@3undzwanzig.com

Was noch DE Kiez Kino

16 Uhr „Bibi Blocksberg“

 sonnabend 16 Musik Wörlitz

18.30 Uhr Seekonzert

Was noch DE Eilbe

 leo tipp 10 Uhr

Elbe-Nicht-Bade-Tag

DE Kiez Kino

16 Uhr „Bibi Blocksberg“

DE Alter Rathausinnenhof

20 Uhr „Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit“ - Open Air Kino

Wittenberg

19 Uhr „1.Wittenberger Erlebnis-Nacht“

WB Museumshof

21 Uhr „Die Legende von Paul & Paula“ - Sommerkino

 sonntag 17 Musik Ferropolis 18 Uhr „Metallica“

Wörlitz St. Petri Kirche 15 Uhr „Musik am anhaltischen Hof“ - Sommermusiken

 dienstag 19 Musik BBG Metropol

WB Schlosskirche

20 Uhr „The Travelin´ Band“ CCR-Tribute

WB St. Marienkirche

Was noch

17 Uhr „Sommerkonzert“

22.30Uhr „Smalltown Voices“ Gospelkonzert

Party

DE Schwabehaus 18 Uhr „Goldmünzen und Medaillen“-Vortrag

DE Bauernstube Stillinge

19 Uhr Tanzabend mit DJ René Seite 15


 leo tipp

Die Besten der Besten wieder einmal zu Gast in der Sportstadt Dessau. Zum ersten Mal überhaupt steigt der deutsche Supercup im Handball in der Anhalt-Arena. Wenige Tage vor Beginn der neuen Saison treffen mit dem deutschen Meister TBV Lemgo und dem deutschen Pokalsieger SG Flensburg/Handewitt die beiden Top-Mannschaften des Landes aufeinander. Tausende Länderspiele werden auf dem Parkett stehen, Stars soweit das Handballauge reicht. Ein echter Leckerbissen nicht nur für Handball-Fans.

 Dessau, Anhalt-Arena, Mittwoch 27.August, 19.30 Uhr

 mittwoch 20

 sonnabend 23

Köthen

21 Uhr Nacht der Kirchen

 mittwoch 27

Bühne

Bühne

WB Barrik

WB Barrik

DE Stars Diner

Party

Musik

Was noch

DE Stars Diner

Wörlitz

19.30 Uhr „Joy Peters“ Travestieshow

20 Uhr „Jay FF“ - Ibiza Lounge

 donnerstag 21

19.30 Uhr „Costa Divas“ Travestierevue

WB Barrik

KÖT Schlosshof

Musik WB Stadtkirche 20 Uhr „Ivan Rebroff & Ensemble“

Was noch DE Kiez Kino

20.30 Uhr „Hukkle - Das Dorf“

 freitag 22 Musik Wörlitz

21 Uhr Endless-Summer Open Air

O-baum Stadtkirche 18 Uhr „Traummelodien“ Andreas Schuss

Was noch DE Kiez Kino

Seite 16

Bühne DE-Hotel „Fürst Leopold“

 sonntag 24

Musik

WB Barrik

DE Stadtpark

17 Uhr „Was willste machen !?!“ Kabarett

DE-Hotel „Fürst Leopold“

20.30 Uhr „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“ Sommerkino

DE Obelisk an der Elbe 18 Uhr Sandsackfest

TEL: 0340.230 46 80 E-MAIL: leo@3undzwanzig.com

21 Uhr „Happy Hour“ mit Verdran Arkus

Bühne

DE Alter Rathausinnenhof

Lust ein Teil des leo zu werden? - Ruft an. leo Humperdinckstr. 1b 06844 Dessau

 donnerstag 28

Was noch

WB Cranachhof

20.30 Uhr „Hukkle - Das Dorf“

20.30 Uhr „Hukkle - Das Dorf“

20.30 Uhr „Hukkle - Das Dorf“

Dessora-Park

DE Kiez Kino

DE Kiez Kino

Dessora-Park

21 Uhr „Sin Fronteras“ - Salsa Party & Stadtmeisterschaft im Cocktailmixen

Was noch

Handball-Supercup: Lemgo-Flensburg

20 Uhr „Rock-Ereignis 2003“ - Paul Young, Haddaway & Johnny Logan live

18 Uhr Italienische Abendgondelfahrt 21 Uhr Endless-Summer Open Air

DE Anhalt-Arena

 leo tipp 19.30 Uhr

Ferropolis

20.30 Uhr „In Flammen“ Spanische Nacht

19 Uhr „(K)Urgemütlich“ Kabarett

20 Uhr „Newcomer House Lounge“

18.30 Uhr Seekonzert

Bühne

Musik

16 Uhr Stadtparkfest

Was noch DE Kiez Kino

20.30 Uhr „Verloren im Park“

10 Uhr Tag der offenen Tür

 montag 25 Was noch DE Kiez Kino

20.30 Uhr „Hukkle - Das Dorf“

Keiner weiss von Ihrer Veranstaltung? Wir auch nicht. Das sollten Sie ändern.

 dienstag 26 Was noch DE Kiez Kino

19 Uhr „Hukkle - Das Dorf“

Der kostenlose Veranstaltungsfinder für Anhalt

leo Humperdinckstr. 1b 06844 Dessau TEL: 0340.230 46 80 E-MAIL: leo@3undzwanzig.com

leo


 leo tipp

Eine Zeitreise in die Vergangenheit erwartet Sie im Haus der Geschichte in Wittenberg. Treten Sie ein in die „gute Stube“ und lassen Sie sich durch DDR-Wohnräume der 40er bis 80er Jahre führen. Die in Deutschland einmalige Ausstellung zeigt, wie Familien in der DDR ihre Wohnungen einrichteten und wie sie mit all den kleinen Dingen des Alltags darin lebten. Worüber Kinder sich freuten, lässt die Spielzeugausstellung lebendig werden. Seien Sie neugierig, denn hier erwartet Sie DDR-Alltag pur!

 Wittenberg, Haus der Geschichte, dienstags bis freitags 10-17 Uhr / samstags, sonntags, feiertags 11-18 Uhr

 freitag 29

 sonnabend 30

Musik

Musik

Wörlitz

Wörlitz

DE Stadtpark

DE Anhaltisches Theater

18.30 Uhr Seekonzert 10 Uhr Stadtparkfest

DE Luisium

18.30 Uhr Seekonzert

19 Uhr Saisonauftakt: Open Air

19 Uhr Schumann-Liederabend

Ferropolis

Ferropolis

WB Schlosskirche

 leo tipp 20 Uhr

„Nena und Band“

20 Uhr „Helmut Lotti“

17 Uhr Sommerkonzert

WB Irish Harp Pub 21 Uhr „Die 4 Schönen“ Schlagerrock leo - Spass lesen

Party DE Stadtpark 10 Uhr Stadtparkfest

Wittenberg

19 Uhr 12.Wittenberger Kneipenmusiknacht leo Humperdinckstr. 1b 06844 Dessau TEL: 0340.230 46 80 E-MAIL: leo@3undzwanzig.com

Was noch DE Alte Brauerei

19 Uhr „Art of film“ - Festival

DE Kiez Kino

20.30 Uhr „Verloren im Park“

WB Cranachhof

20.30 Uhr „Heißer Sommer“ Sommerkino

BBG Zur Tulpe

18 Uhr Offene Stadtmeisterschaften Sportskat

Was noch DE Alter Rathausinnenhof 20 Uhr „Wunschfilm“Open Air Kino

DE Kiez Kino

20.30 Uhr „Verloren im Park“

Dessau

21 Uhr Grünes Fest mit Umzug zum Bauhaus

BBG Strenzfeld

10 Uhr Historisches Erntefest

DE Kühnauer Park Weinbergfest

leo 0340.230 46 80 DAS ANHALT MAGAZIN

Seite 17


 leo tipp

Zwanzig Jahre ist sie im Geschäft und populärer denn je: Nena. Die deutsche Sängerin holt momentan die Zeit zurück - sie ist besser den je. Das Erfolgsalbum „20 Jahre Nena feat. Nena“ ist seit Wochen in den Top 10 und begeistert gleichermaßen alte wie neue Fans. Es sind ausschließlich Nenas Lieblingslieder, die sie mit Kollegen neu aufgenommen hat und am 29:August endlich auch im mitteldeutschen Raum präsentieren wird. Einlass ist in der Baggerstadt Ferropolis übrigens schon um 17 Uhr - Tickets gibt es unter anderem telefonisch unter (0345) 20 29 771.

 Nena mit Band, Ferropolis, Arena, Freitag 29.August 20 Uhr

 sonntag 31 Bühne BBG Kirche Dröbel 17 Uhr „Figaros Hochzeit“

Musik Wörlitz St.Petri

15 Uhr „Musik aus Schloss, Kapelle und Salon“

DE Luisium

10.30 Uhr „...und sonntags ins Luisium“ - Konzert

DE Landhaus

13 Uhr „Böhmische Blasmusik“

BBG Martinskirche 17.30 Uhr Orgelkonzert

KÖT St. Jakob 19 Uhr Orgelkonzert

Party DE Stadtpark 10 Uhr Stadtparkfest

vorschau .september 2003 5. Internationaler Dessauer City-Lauf Sonntag, 21.September Dessau - Innenstadt

Dessauer Kneipenfestival “Nachtschicht” Samstag, 13.September Dessau - Stadtgebiet

Laufen boomt – und damit auch der Dessauer CityLauf. Schon zum fünften Mal werden sich am 21. September etwa 1.500 erwartete Läufer auf die Strecke quer durch die Innenstadt begeben. Der Start und das Ziel der insgesamt sieben verschiedenen Wettebewerbe befinden sich am FürstLeopold-Carré. Erstmals mit von der Partie werden Geher und Skater sein. Die Rundenlänge beträgt zwei Kilometer, im Hauptlauf um 13 Uhr muss diese fünf Mal absolviert werden.

Sie gilt als das größte Kneipenfestival SachsenAnhalts: die „Nachtschicht“ in Dessau. Über fünftausend Leute waren bei der Jubiläumsauflage Nummer zehn im Mai dabei, auch die Ausgabe elf verspricht wieder ein Partyhighlight ohne Vergleich zu werden.

Anmeldungen bis 5.September per Formular an die Stadt Dessau, weitere Infos gibt es telefonisch unter (0340) 204 20 42, per mail unter sportamt@dessau.de und im Internet bei www.dessau.de.

Ob in den rund 30 teilnehmenden Einrichtungen, der legendären „Partybimmel“ oder zur Absackerparty in den Gebäuden der Alten Brauerei – überall wird sich die Stimmung dem Siedepunkt nähern. Tickets für den Event kosten im Vorverkauf sechs Euro, an der Abendkasse sind acht Euro zu bezahlen. Die Karte schließt den kostenlosen Bustransfer mit ein.

Was noch DE Innenstadt

9 Uhr 3. Dessauer CityRadrennen Sie planen eine Veranstaltung und möchten, dass die leo-leser davon erfahren? Dann wenden Sie sich bitte bis zum 25. August an das leo Team.

Der kostenlose Veranstaltungsfinder für Anhalt. leo Humperdinckstr. 1b 06844 Dessau

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TEL: 0340.230 46 80 E-MAIL: leo@3undzwanzig.com

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 leo - Lokalorientierer \ Paul-Greifzu-Stadion Ludwigshafener Straße 69 (0340) 8 82 20 20

\ Finekeller Askanische Straße 152 (0340) 21 59 42

\ Puppentheater Ferdinand-von-Schill-Straße 7 (0340) 21 24 01

\ Hangar Veranstaltungszentrum Kühnauer Straße 163 (0340) 66 12 266

\ Ratskeller Zerbster Straße 4 (0340) 22 152 83

\ Eddie´s Südstraße 13 (03923) 48 72 70

\ Schloss „Georgium“ / Puschkinallee 100 (0340) 61 38 74

 Wittenberg

\ Haus „Kreuzer“ Heinz-Steyer-Ring 78 (0340) 86 000 75  Bernburg

\ Kurhaus Solbadstraße 2 (03471) 35 64 90

\ Hotel Fürst Leopold Friedensplatz (0340) 25 15 - 0

\ Martinskirche Martinstraße 5 (03471) 33 35 29

\ Alternatives Jugendzentrum e. V. (AJZ) Schlachthofstraße 25 (0340) 26 60 211 \ Anhalt-Arena Robert-Bosch-Straße 54 (0340) 5 03 49 11

\ Johanniskirche Johannisstraße 11 (0340) 21 49 75

\ Luisium Knobelsdorffallee 2 / 3 (0340) 2183711

\ Beat Club Humperdinckstraße (0340) 26 60 211

\ Marienkirche Am Schloßplatz (0340) 20 41 541

\ Brettl-Keller Schloßplatz (03491) 45 47 999 \ Cranachhof Schloßstraße1 (03491) 41 92 60 \ Haus der Geschichte Pflug e.V. Schloßstraße 6 (03491) 40 90 04 \ Irish Harp Pub Collegienstraße 71 (03491) 41 01 50

\ Schloss Schlossplatz 4 (03496) 212546

\ Marine-Sport-Club e.V. Dresdener Straße 157 (03491) 41 49 69 \ Musikclub Bubbles Dessauer Straße 288 (03491) 66 17 27 \ Piesteritzer Hof Karl-Liebknecht-Platz 18 (03491) 76 90 60 \ Schlosskirche (03491) 40 25 85 \ Sparkasse Am Alten Bahnhof (03491) 41 92 60

\ Kohlrabikneipe Kochstedt Lichtenauer Straße (0340) 521 01 60

\ Anhaltisches Theater Friedensplatz 1a (0340) 25 11 333

 Roßlau

\ Kleinkunstbar Barrik Collegienstraße 81 (03491) 40 32 60

\ Klärwerk Am Kornhaus (0340) 89 91 039

\ Kornhaus Kornhaus-Straße (0340) 64 04 10

\ Eike-von-Repgow-Museum Am Anger (034909) 7 07 00

\ Theater Köthen Bürgerhaus am Markt Hallesche Straße 80 (03496) 21 47 96

\ Kiez e.V. Bertolt-Brecht-Str. 29/29a (0340) 21 20 32

\ Anhaltische Landesbücherei, Palais „Waldersee“ Zerbster Straße 10 (0340) 21 32 64

DAS ANHALT MAGAZIN

\ Sporthalle BSZ Junkersstraße 30 (0340) 20 42 449

\ Hotel Anhalt Ludwigstraße 53 (03496) 55 00 10 / 11

\ Ruderstrecke Bernburger Ruderclub (03471) 62 37 39

 Dessau

\ Schwabehaus Johannisstraße 18 (0340) 859 88 23

 Köthen

\ Metropol Schloßstraße 20 (03471) 34 790

\ Theater Solbadstraße 20 (03471) 34 79 79

 Reppichau

\ Buchhandlung „7 Säulen“, Puschkinallee 57 (0340) 61 72 11

\ Stadion An der Rüsternbreite (03496) 21 80 72

\ Stadtkirche Kirchplatz 9 (03491) 40 91 91  Zerbst

\ Jungle Club Altbuchsland 9 (03923) 48 72 70 Seite 19


ollis welt Der Bundestraum

„I dream I was`nt dreaming“

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...wahrscheinlich nicht nur das Motto des neuesten Sat 1-Unterhaltungsclous, sondern sicher auch das des Herrn Schröder. Immer dann, wenn sich der Kanzler wieder für sechs bis acht Stunden, nur unterbrochen von kleineren Ausflügen in die gefliesten Räume seines niedersächsischen Refugiums, in die Traumwelt der erfüllten Wahlversprechen flüchtet. Zwei Millionen glückliche Arbeitslose, das ist es, wovon ein Kanzler heutzutage träumt. Doch wie realisieren..? Richtig, der zweite Arbeitsmarkt muss gestärkt werden. Und neuerdings geht der Trend weg von Heimarbeit, ABM, SAM und Aushilfsjob im Zigarettenkiosk, hin zum Supersupersuperstar. Denn noch nie standen die Chancen so gut, einer zu werden. Sat 1 bietet die Möglichkeit, RTL sowieso, Pro 7 hat gerade die Popstars gekauft, und wenn alles nicht klappt, gibt es ja noch „Neun live“ und diverse Radiosender. Wenn heute ein Achtjähriger als Berufswunsch Sänger angibt, verleiern die jungen Eltern nicht mehr die Augen, scheint doch dieser Wunsch mittlerweile realisti-

scher, als nach einer abgeschlossenen Landschaftspflegerausbildung auch tatsächlich für echte Euros den Spaten schwingen zu dürfen. Doch was muss man als künftiger Star für Voraussetzungen mitbringen? Was muss man auf die intimen Fragen des Computers im Berufsinformationszentrum antworten, damit am Ende als Empfehlung „Superstar“ steht? Und gibt es eigentlich auf diesem Gebiet dann Abstufungen? Unterhältst Du gern Menschen?: 1-ja, 2-nein, 3manchmal. Benutzt Du dazu Deine Stimme oder andere Körpergeräusche? 1-Stimme, 2-Körpergeräusche oder 3keines von beiden. Lachen die Leute am Ende Deines Vortrages?: 1-ja, das sollen sie auch, 2-ja, ich versteh aber nicht warum, 3-nein, sie weinen. Wenn Sie mit 1-2-1 geantwortet haben, wäre das die Rubrik Komödiant, oder damit es auch die Jüngeren unter uns problemlos verstehen: Comedian. Damit sich der Langzeitarbeitslose mit langjähriger Berufserfahrung als

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«Sie können wirklich schön singen, aber wir müssen Ihre Struktur noch anpassen.»

Zerspanungsfacharbeiter auch gut auf die zweite Karriere vorbereiten kann, sähen die Lehrgänge und Fortbildungsmaßnahmen ganz, ganz anders aus als heute üblich. Ausgedehnte Ausflüge in Fünf-Sterne-Hotels, Autogrammtraining, Fernseherweitwurf, Homosexualitätsgerüchtestreuen, Spontantattoostechenlassen und Bussy, Bussy. Das wären die Disziplinen eines modernen Arbeitsamtslehrganges. Dozenten gäbe es ja genug. Lippi könnte wieder arbeiten, Addi bräuchte endlich keine Sportspielchen mehr moderieren, Klaus Lage würde Gesangsstunden geben, und Fips Assmussen betreute die Comedians. Die Strukturanpassungsmaßnahme würde dann abwechselnd beim Friseur, Visagisten, im Fitnessstudio oder beim Schönheitschirurgen stattfinden. Strukturanpassung hätte dann eine ganz andere Bedeutung. „Sie können DAS ANHALT MAGAZIN

wirklich schön singen, aber wir müssen ihre Struktur noch anpassen“, die 54jährige Traktoristin aus Hinsdorf wäre bei dieser Aussage sicher kurzzeitig irritiert, aber das gehört eben dazu. Wenn es dann 2,5 Millionen Superstars gäbe, in den Wintermonaten sogar 3 Millionen, gerade im Osten das Zentrum der Starbranche läge, dann hätte auch Anhalt endlich wieder eine wirtschaftliche Identität. Nach Industrie und Chemie wäre Anhalt dann europaweit führend in der Unterhaltungsbranche, nur kurz hinter dem amerikanischen Marktführer Los Angeles und vor Bundeskonkurrent Mecklenburg-Vorpommern. Auch die Zulieferbranche würde boomen, die Papierindustrie wäre damit beschäftigt, frische Autogrammkartenrohlinge herzustellen. Und ORWO in Wolfen

würde Millionen von Einwegkameras für die logischerweise auf einmal zu Abermillionen existierenden Groupies produzieren. Die regionalen Busunternehmen wären Tag und Nacht unterwegs, um die zahllosen Fangruppen aus den benachbarten Bundesländern und der gesamten EU heranzukarren. Und natürlich würde immer die Sonne scheinen und niemand müsste mehr nach Italien in den Urlaub fahren ... Ein Summen durchschneidet die Szene, ein Jucken ... eine Fliege! Der Kanzler zuckt kurz, schlägt nach dem Insekt, beschimpft es als elenden Gewerkschafter, erhebt sich und trottet schlaftrunken in Richtung Klo, als er seinem Gesicht im Spiegel begegnet muss er grinsen. Als er wieder im Bett liegt, summt er sich in den Schlaf: “I dream I was´nt dreaming”. Seite 21


leo test Vergnügen im Osten

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ie Fahrt dauert kürzer als gedacht. Gerade mal rund einhundert Kilometer Fahrstrecke, eine gute Stunde Fahrzeit ist er von Anhalt entfernt: der „Belantis-Vergnügungspark“ bei Leipzig. Am 5.April 2003 wurde er als erster seiner Art im östlichen Deutschland eröffnet und zieht seitdem das Interesse auf sich. Die Einschätzungen jedoch differieren: Von „gelungen“ über „ausbaufähig“ bis „halbfertig“ fallen sie aus und haben deshalb den leo inspiriert, sich selbst vor Ort ein Bild zu machen. Thomas Schaarschmidt (Text) und Stefanie Rumpler (Fotos) gingen in „Belantis“ auf ausgiebige Entdeckungstour. Und machten dabei erstaunliche Beobachtungen.

doch gleich hinter dem Zaun lebt die Wirklichkeit realistischer als manch anderswo. Wer einen Blick über den gesamten Park riskiert, in dessen Sichtfeld tauchen unweigerlich im Hintergrund auch Braunkohleberge auf. „Es ist unheimlich schwer gewesen, diese Landschaft zu revitalisieren“, erklärt Jan Noack, Marketing-Chef des Parkes, „doch wir haben uns dieser Aufgabe gestellt.“ Und so wird auch plausibler, warum der Park in gewisser Weise noch kahl und unnatürlich wirkt. „Jede Pflanze, jeder Strauch und jeder Baum ist neu entstanden“, sagt Noack, „warten sie mal ab, wie das dann hier in zwei Jahren grünt.“ Fakten

Erster Eindruck

Schon der Weg zum Ziel vermittelt, warum der Park gerade an dieser Stelle erbaut worden ist. Südlich von Leipzig ist die Landschaft einem jahrzehntelangen Abbau der Braunkohle zum Opfer gefallen, zerfurchte Abräumberge wechseln sich mit Tagebauchrestlochseen ab. Und so wirkt „Belantis“ auch geografisch wie eine Oase. Drinnen wird geträumt, Seite 22

Rund 50 Millionen Euro sind verbaut worden, um dem Osten einen eigenen Vergnügungspark zu schenken. Das Interessante daran: das Gesellschafterkonsortium besteht aus mehreren privaten Rundfunkstationen, die eigene Kommunikationskraft soll genutzt werden, um das Produkt bestmöglich zu popularisieren. Das gesamte Gebiet umfasst etwa 112 Hektar, bebaut wurden davon in nicht einmal zwei Jahren rund 25 Hektar. Seit der Eröffnung im April hat man knapp 200.000 Besucher gezählt, 260 Beschäftigte, alle mit Vornamen ansprechbar, kümmern sich um Attraktionen, Restaurants und Service. Im Schnitt legen die Besucher bei der Anreise etwa eineinhalb Stunden zurück und halten sich dann viereinhalb Stunden im Park auf. „Wenn sie nach Soltau fahren, dann

brauchen sie erst einmal vier Stunden, um hinzukommen“, meint Jan Noack. Der Parkplatz für rund 2.000 PKW befindet sich direkt vor dem Eingang des Parkes, kostenfrei aber ist er nicht. „Belantis“-Gäste zahlen pauschal drei Euro pro Tag Gebühren. Die Anlage selbst folgt einer durchdachten Konzeption. Einer Weltkarte gleich bewegt sich der Besucher durch sechs verschiedene „Welten“, in denen

leo


„Natürlich sind wir noch klein, aber die anderen haben auch dreißig Jahre Vorsprung“, sagt Noack, „was denken sie, wie die angefangen haben“? Klang

Attraktionen, Events und Catering thematisch aufeinander abgestimmt sind. Eine Brücke ist nicht nur eine Brücke, sondern durchaus schon mal die Verbindung zwischen zwei Kontinenten. „Wir wollen uns mit diesem roten Faden abheben“, erklärt Jan Noack. Das „höher, schneller, weiter“ anderer Parks wird bewusst nicht angestrebt. Und auch mit deren Größe möchte man sich nicht messen.

DAS ANHALT MAGAZIN

Stille ist im „Belantis“ eigentlich Mangelware. Immer rumort, lärmt oder ruft es von irgendwo her. Die dramatischsten Geräusche dringen aus der 38 Meter hohen Pyramide nach außen, die den Park dominiert. Im 45-Grad Winkel schießen an ihr die Boote in einer Wasserrutsche herunter. Für diese Attraktion nimmt man an gut frequentierten Tagen auch die etwa sechzigminütige Wartezeit in Kauf. „Sie können so einen Park nicht nur auf die Spitzenzeiten ausrichten“, erklärt Jan Noack. Auch an anderen Attraktionen gehört das Anstehen dazu, mittels Entertainment soll diese Zeit jedoch verkürzt werden. Wer es dann zum Beispiel in den „Drachenritt“ geschafft hat, der darf sich auf der Achterbahn an extrem engen Kurvenradien erfreuen, die Besetzung mit nur vier Personen pro Wagen macht es möglich. Stiller geht es da am „Strand der Götter“ zu, wo Mini-Seilbahnen, Aussichtsturm und Bootsfahrt über das „Belantis“-Mittelmeer für Ruhepunkte sorgen. Indianer-Geschrei erwartet die Jüngsten im „Dorf der Apachen“, auf dem Abenteuerspielplatz kann ausgiebig geklettert werden. Einer ersten Besucherbefragung zu Folge fehle es gerade für die Allerkleinsten noch an Events. „Daran wird gearbeitet“, verspricht Jan Noack.

Energie-Niveau

Zur völligen körperlichen Erschöpfung führt „Belantis“ natürlich nicht, denn das Konzept setzt auf Abwechslung zwischen eigener Aktivität und Entertainment. „Wir bauen auf drei Säulen“, erklärt Noack. „Die ersten beiden sind die Attraktionen und die Unterhaltung.“ Dazu gehören zum Beispiel ein Kinderzirkus oder „Wander-Gaukler“, die im Schnellverfahren das Jonglieren beibringen. Drittes und letztes Glied der Kette: die Gastronomie. Auch diese ist thematisch in die einzelnen Welten integriert. So kann man im „Tal der Pharaonen“ in einem orientalischen Obstladen einkaufen, an der „Küste der Entdecker“ lockt eine spanische Bodega zum Verweilen. Die Preise sind moderat, Pommes frites gibt es für 1,50 Euro, eine Cola schlägt mit 1,20 zu Buche. Und wer sich über extrem große Bratwürste wundert, findet des Rätsels Lösung in der „Pulverschänke“: Dort wird für drei Euro ein „halber Meter Wurst“ angeboten. Wiederverkaufswert

Die Wege sind kurz in „Belantis“. Wer keine Attraktion nutzt, sondern den Park nur durchwandert, hat dies in knapp zwanzig Minuten geschafft. Trotzdem sind die Eintrittspreise dem Inhalt angemessen, in anderen Parks zahlt man schon mal rund fünfzig Prozent mehr für ein Ticket. Am besten ist man in „Belantis“ an den weniger besucherstarken Tagen aufgehoben. Dann sind Schlangen Mangelware, und das Erlebnis „Freizeitpark“ lässt sich besonders gut aufsaugen. Seite 23


«Es ist unheimlich schwer gewesen,

diese Landschaft zu revitalisieren, doch wir haben uns dieser Aufgabe gestellt.»

Belantis-Fakten Anreise

Autobahn A9 in Richtung München Dreieck Rippachtal A38 in Richtung Leipzig (Lützen) Ab Abfahrt Zwenkau der Ausschilderung folgen

Öffnungszeiten

mittwochs bis sonntags 10-18 Uhr während der Ferienzeit täglich von 10-18 Uhr geöffnet bis 2.November

Eintrittspreise

Tagesticket Tagesticket Kinder / Senioren Kinder bis 1 Meter Größe Saisonticket Saisonticket Kinder Familienticket Gruppentickets

Mit dem geplanten Ausbau, bis 2008 sollen weitere 25 Millionen Euro in eine neue „Welt“ investiert werden, bietet sich sogar noch mehr Fläche an.

17,00 Euro 15,00 Euro kostenlos 49,00 Euro 39,00 Euro ab 4 Personen möglich ab 20 Personen möglich

Tagestickets für Erwachsene und Kinder sind im OnlineVorverkauf um 2 Euro billiger. Internet

www.belantis.de

Fazit

Unumwunden: „Belantis“ ist eine Reise wert. Der Park ist mit Liebe gestaltet und hat Potenzial. Dieses wird er aber auch ausspielen müssen, um die Menschen auf Dauer anzulocken, ein weiterer Ausbau ist dafür unumgänglich. Sein Problem ist seine Chance: Was heute noch kahl und kühl wirkt, wird sich entwickeln und weckt damit Neugier. Dies gilt sowohl für die Natur im „Belantis“, als auch für die außerhalb. Kommen in der Umgebung der „Belantis“-Welt noch weitere Freizeitoasen welcher Art auch immer hinzu, dürfte das gesamte Gebiet eines der attraktivsten der Region werden. Belantis hat Zukunft - schon jetzt. Seite 24

DER LEO GLÜCKSMOMENT Auch die leo-Leser sind natürlich herzlich nach „Belantis“ eingeladen. Wir verlosen 5 x 2 Freikarten unter allen Einsendern, die folgende Frage richtig beantworten:

In welchem Bundesland liegt der „Belantis“-Park? Die Lösung einfach per E-Mail an leo@3undzwanzig.com oder per Post an Leo -Das Anhalt Magazin-, Humperdinckstraße 1b, 06844 Dessau. /Bitte Ihre Telefonnummer nicht vergessen! Einsendeschluss ist der 24. August 2003. Die Gewinner werden telefonisch benachrichtigt. /Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. leo


leo gastfeder Anhalt und die Welt

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as historische Anhalt im Film - selten war es so detail- und umfangreich in Bildern zu betrachten, wie auf der im vergangenen Monat veröffentlichten Dokumentation „Das Land Anhalt, 1863-1945“. Fast zwei Jahre recherchierte die Berliner „TeleFactory AG“ für den knapp sechzigminütigen Film, der beeindruckende Bilder zeigt und in dem auch Prinz Eduard von Anhalt, Sohn des letzten regierenden Herzogs, zu Wort kommt. Vor einigen Wochen wurde der Film zum ersten Mal in der Region gezeigt. Grund genug für den Prinzen, im ersten Teil seiner eigenen leo-Rubrik „Anhalt und die Welt“, die Produktion genauer unter die Lupe zu nehmen. von Prinz Eduard von Anhalt

Ich bin an dieser Produktion als eine Art historischer Verbindungsmann mit Kommentaren und Erläuterungen beteiligt. Die stark positive Resonanz unter den Premierengästen hat dazu geführt, dass sich die Produzenten überlegen, einen zweiten Film über Anhalt zu planen. Grundsätzlich hat mich erstaunt, wie viel zeitgenössisches SchwarzWeiß-Material es zu diesem Thema bundesweit in den Archiven gibt. Erstaunlich ist auch, wie sich dieses kleine Land Anhalt über so viele Jahrhunderte als selbständiger Staat hatte halten können, eingezwängt zwischen den nach allen Seiten expandierenden Großstaaten Preußen und Sachsen. Ein bekannter Berliner Historiker sagte mir vor einigen Jahren: „Das Fürstentum, später Herzogtum, hatte über Jahrhunderte erstaunliche fähige DAS ANHALT MAGAZIN

Fürsten, die erfolgreich ihr Land in Ordnung hielten, klug heirateten und vor allem im Dienste des deutschen Reiches und der übermächtigen Nachbarn Preußen und Sachsen so enge freundschaftliche strategische Verbindungen hielten, dass keiner auf die Idee kam, das kleine Ländchen zu annektieren.“ Selbst als der jugendliche General Fürst Leopold Friedrich Franz, der spätere „Vater Franz“, des Mordens müde, die Armee Friedrich des Großen im Siebenjährigen Krieg fluchtartig verließ und der wutentbrannte „Alte Fritz“ zur Annektion schreiten wollte, beherrschte er sich doch schließlich. Und unser Franz wurde nur dazu „verdonnert“, seine Cousine Luise von Brandenburg-Schwedt zu heiraten. Wie dem auch sei, die vorliegende Filmchronik setzt ein, im Jahr als das immer wieder zerstückelte Anhalt endlich unter meinem Ur-Vater Herzog Friedrich vereint wurde und sein Herzogtum sich der Industrialisierung öffnete. Jetzt wurde das Potenzial, das in den Bewohnern Anhalts steckte, erst richtig offenbar. Innerhalb weniger Jahre kam es zu einer bahnbrechenden industriellen und wirtschaftlichen Entwicklung. Besonders gut haben mir hierzu die Kommentare des Dessauer Historikers Helmut Erfurth gefallen. Durch seine klare Ausführungen beginnt der Zuschauer zu begreifen, was ein kleines Land mit einer fitten Bevölkerung alles auf die Beine stellen kann. Der erste

Weltkrieg machte dann der Monarchie den Garaus, die konfuse Weimarer Republik und der nachfolgende Nationalsozialismus verhinderte die Blüte des Bürgertums. Trotzdem überlebte Anhalt als Freistaat und gab seinen Bewohnern weiterhin das Gefühl von Heimat und Sicherheit. Um so brutaler war dann das schreckliche Ende durch Bombenterror und anschließender stalinistischer Diktatur. Heute, 13 Jahre nach der Wiedervereinigung, scheint uns vieles trostlos und die Zukunft wenig erfreulich. Ich meine, wir sollten uns - Alt und Jung - wieder auf die Werte besinnen, die uns in der Vergangenheit so stark und erfolgreich gemacht haben. Uns daran zu erinnern, hilft dieser Film.

DER LEO GLÜCKSMOMENT Das Video kann im Buchhandel zum Preis von 25 Euro erworben werden. Oder sie haben den leo - Glücksmoment und gewinnen. Folgende Frage richtig beantworten:

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leo backstage Dessau-Wörlitzer Eisenbahn Gefahrene Geschichte

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ls Sommerresidenz der Herzöge von Anhalt zog der Wörlitzer Park gegen Ende des 19. Jahrhunderts Besucher aus ganz Deutschland an. Doch zu erreichen war er lediglich via Kutsche. Zudem galt der Wörlitzer Winkel in seiner wirtschaftlichen Entwicklung als zurückgeblieben. Durch die Einbindung der Städte Wörlitz und Oranienbaum in das mitteldeutsche Eisenbahnnetz sollte diesen Problemen entgegen gewirkt werden. So kam es am 9. Oktober mit dem Segen des anhaltischen Herzogs Friedrich I. zur Gründung der „Dessau-Wörlitzer Eisenbahn-Gesellschaft“, kurz: DWE. Das Ziel dieser Aktiengesellschaft: der Bau einer 18,7 Kilometer langen, normalspurigen Nebenbahn und zwar mit einem Kapital von 1 520 000 Mark. Dies war die Geburtsstunde einer Legende: Bis heute schnauft die Bahn durch die Landschaft zwischen Dessau und Wörlitz. Stefanie Zießnitz (Text) und Stefanie Rumpler (Fotos) haben sich auf ihre Spur begeben und interessante Details gesammelt. Die Einweihung

Am 22. September 1894 setzte sich zum ersten Mal eine Nassdampf-Tenderlokomotive mit Salongepäck- und einem Personenwagen von Dessau nach Wörlitz in Bewegung. Geladen zu dieser Probefahrt waren unter anderem der Erbprinz Friedrich von Anhalt, die Bürgermeister der umliegenden Städte und die Mitglieder des Aufsichtsrates der „Dessau-Wörlitzer EisenbahnGesellschaft“. An der großen Muldebrücke und in Oranienbaum wurden Zwischenstopps eingelegt, bis der Zug nach circa einer Stunde Fahrt in Wörlitz unter dem Jubel Schaulustiger willkommen geheißen wurde. HöchstSeite 26

geschwindigkeit damals: 30 Kilometer pro Stunde. Unfälle

Nur sechs Tage nach der Probefahrt ereignete sich der erste Unfall. Ein Fleischermeister und sein Fuhrwerk kollidierten am 28. September 1894 unweit der Jonitzer Mühle mit einer Lokomotive. Wie es dazu kommen konnte? Aus Kostengründen war auf beschränkte Bahnübergänge verzichtet worden. Kurios erscheint der Zusammenstoß eines Motorradfahrers mit dem Wagen eines Personenzuges. Dieser Unfall auf dem Bahnübergang an der Albrechtstraße soll sich nämlich schon am 4. August 1899 zugetragen haben. Wieder einmal rächte sich die Einsparung an Bahnbeschränkungen. Während des Kriegsjahres 1944 stieß ebenfalls an der Albrechtstraße eine Straßenbahn nachts mit einem Personenzug zusammen. Dies geschah auf Grund der im Krieg angeordneten Verdunkelung. Personen kamen aber nicht zu Schaden. Verbrennungsmotor-Triebwagen

1925 befuhr der im Waggonbau entwickelte T41 mit einer Leistung von ungefähr 75 PS erstmalig die Gleise der DWE. Dieser benzolbetriebene Triebwagen galt als rentabler, denn sein Kraftstoff war günstiger als die Kohle der Dampflok. Ein weiterer Vorteil des VT: Kein Dampf, keine Dampfmeister - und somit Einsparung an Personalkosten. Entwickelt wurde im Waggonbau Dessau neben dem T41 außerdem ein weiterer Beiwagen mit der Nummer 42.

Erweiterung

Schon im Jahre 1899 existierte ein Plan zur Verlängerung der DessauWörlitzer Eisenbahnstrecke bis zur anhaltischen Grenze bei GohrauRehsen. Dieses Vorhaben wurde 1929 in die Tat umgesetzt und die Strecke auf 24 Kilometer erweitert. Befahrbar wurde sie jedoch erst im Jahre 1934, bis dahin hatte der Bau viel mehr Kosten verursacht, als vorhergesehen. 1965 beschloss die Deutsche Reichsbahn diesen Streckenabschnitt stillzulegen. Sie hatte die DWE 1949 übernommen und war von der Unwirtschaftlichkeit der Gohrau-Rehsener Bahnschiene überzeugt. Brückensprengungen

Nach der Besetzung Dessaus durch amerikanische Truppen wurden in der Nacht vom 21. auf den 22. April 1945 die Muldebrücke und die Scholitzer Brücke gesprengt. Der Bahnverkehr der DWE konnte ab Oktober 1945 zwischen Waldersee und Wörlitz wieder aufgenommen werden. Für die gesamte Strecke wurde der Zugverkehr aber erst ein Jahr später freigegeben, als die Muldebrücke wieder in alter Stabilität glänzte. Einstellung des Reiseverkehrs

In den sechziger Jahren waren die Reisezüge der Konkurrenz durch Autobusse nicht mehr gewachsen. Die Deutsche Reichsbahn zog die Konsequenzen, und so rollte am 25. Mai 1968 vorläufig der letzte Personenzug über die Dessau-Wörlitzer Gleise. Der Güterverkehr wurde jedoch beibehalten- Firmen der Region mit eigenen leo


Anschlussgleisen hielten das Interesse an ihm aufrecht. So auch die hier stationierten russischen Garnisionen, die per Bahn mit Munition aus Kapen beliefert wurden. Wiederaufnahme

Auf der Strecke Dessau-Wörlitz kam am 23. Mai 1982 wieder Bewegung in die Personenzüge, denn die Dessauer hatten auf saisonalen Bahnbetrieb nach Wörlitz gedrängt. Diese wiedergewonnene Reisealternative wurde prompt von vielen Touristen genutzt. Vereinsgründung und Sanierung

Letztlich brachte die Wende 1989 ein hohes Fahrgastdefizit mit sich. Um die historische Strecke trotzdem zu erhalten, gründete sich 1993 der „Verein zur Förderung der DessauWörlitzer Museumsbahn“. Nachdem Überlegungen der Deutschen Bahn AG zur Stilllegung der Strecke abgewendet werden konnten, wurde 1998 die allumfassende Sanierung in Angriff genommen. Ende Juni 2001 ging die Dessau-Wörlitzer Bahn wieder auf Tour. Hochwasser 2003

Es hatte nicht sein sollen. Die Kür des zehntausendsten Fahrgastes seit der Wiederaufnahme des Bahnbetriebs 2001 fiel buchstäblich ins Wasser. An besagtem 14. August herrschte Ausnahmezustand entlang den Schienen, denn die Jahrhundertflut hielt Einzug und legte den Bahnverkehr ein weiteres Mal lahm.

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leo six

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änner sind unterschiedlich. Aber alle haben sie eins gemeinsam: Marotten. Der eine Mann mehr als der andere. leo six beschreibt diesmal die sechs besten „Männertypen“ - natürlich aus der Sicht der Frauen dieser Welt. Der Obermacker

„Ich bin cool“-Shirts soll es ja geben. Natürlich in XXL-Format. Denn diese Gattung der Männer fühlt sich nicht nur cool, nein, sie ist es auch. Logisch. Denn das Muskelpaket, kombiniert mit einem Ohrring im linken Ohr und extra orangefarbiger Solarium-Haut, zieht Frauen magisch an. Denken zumindest er und seine Kumpels. Vor angeblichen Frauengeschichten vom Obermacker können sich seine Freunde nämlich nicht retten. Nur fragen sie sich oft, welche weiblichen Wesen er meint. Schließlich hat ihn noch nie jemand mit diesen Frauen gesehen, geschweige: man kennt sie. Aber er wird trotzdem bewundert. Mann ist ja cool! Aber Sie findet es ätzend. Der Sportfreak

Morgens joggen, mittags schwimmen und abends Radfahren. Was für ein Tag. Ohne Bewegung kommt dieser Typ nicht aus. So muss aber auch seine bessere Hälfte sein. Und wehe dem ist nicht so. Dann gibt es Stress. Schließlich sind Zeit verbringen und Zeit haben zwei verschiedene Dinge. Frau, die mindestens einmal pro Tag ihre Hand über den sportlich durchtrainierten Körper streicheln möchte, muss warten. Warten, bis er anruft - und eine Stunde Zeit hat. Bitte nicht länger, danach geht es nämlich zum Fußball. Ist das vorbei, fällt er ohne Zwischenstopp in der Kneipe ins Bett. Die meidet er, denn Alkohol und ZigaSeite 28

rettenqualm schadet ja. Und Frau? Die wartet auf den nächsten Anruf. Der Wechselhafte

Was kann Frau mit dem anfangen? Nix. Er kriegt den Mund nicht auf (wie eigentlich fast jeder Mann), wenn es Probleme gibt. Dann packt er lieber still und heimlich seine Sachen und meldet sich erstmal tage - bis wochenlang nicht. Irgendwann kommt er wieder, als ob nie etwas geschehen

wäre. Sofort ist er wieder lieb, fürsorglich UND redselig (natürlich nur von aktuellen Ereignissen berichtend). Und sexy ist er leider immer noch, findet sie. Frau verzeiht, und so geht das hin und her. Aber irgendwann ist Schluss. Frau nimmt dann Reißaus. Der Besetzte

Es gibt so eine Anziehungskraft, die strahlen nur Männer in festen Händen aus. Denn der weibliche Kämpferinstinkt wird bei diesem Mann aktiviert. FRAU legt sich also ins Zeug, baggert dezent und kriegt ihn manchmal sogar rum - mit ihr ins Kino zu gehen. Jetzt will MANN weitere Treffen. Und die Gegenseite fühlt sich gut. Sehr gut.

Frauchens Selbstbewusstsein klettert nach oben. Sie denkt, sie kriegt ihn. Doch plötzlich macht er einen Rückzieher. Die Gewohnheit. Die Bequemlichkeit. Die Angst vor etwas Neuem. Die Angst vor einem Reinfall. Mann ist feige. Frau ist enttäuscht und macht Winke Winke. Der Flachleger

Er will sie alle und kriegt sie alle. Er sieht unverschämt gut aus. Er ist intelligent. Er hat Charme und dieses (wovon alle Frauen träumen) gewisse Etwas. Dieser Mann ist einfach toll. Den will Frau. Genau das weiß er auch. Seine eigentliche Absicht bleibt aber geheim. Die Strichliste erst recht. Hat er sie endlich da, wo er sie haben wollte, sind erstmal beide glücklich. Sie schwebt auf Wolke sieben und will ihn nie wieder loslassen. Doch bevor Frau ihm das sagen kann, ist er schon lange weg - im Bett der besten Freundin. Frau ist verletzt. Irgendwann trifft er aber die Frau des Lebens. Die will ihn, nur einmal und nie wieder! Und Mann? Der ist verletzt. Der Ideale

Eins sei vorweg gesagt: Den gibt es nicht! Sondern nur in den Träumen der Frauen. Und dann ist er nett, höflich, treu, ein heißer Feger im Bett, witzig, nicht aalglatt, selbstständig, durchtrainiert, kumpelhaft, attraktiv und macht ihr ab und zu mal eine kleine Aufmerksamkeit. Auch wenn der Ideale nicht existiert, Mann und Frau finden trotzdem zueinander. Schließlich erheitern SEINE kleinen Macken IHREN Alltag. Und machen Sie zudem auch noch glücklich. Passiert täglich und ist das Schöne am Leben. leo


leo aktion Spenden-Aktion Kochhaus Dessau

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arlon Brando war einer: Ein Pate. Wer sich allerdings der positiv besetzten Seite des „Pate sein“ nähern möchte, dem bietet sich momentan in Dessau eine außergewöhnliche Möglichkeit dazu. Gesucht werden nämlich nicht irgendwelche Paten. Gesucht werden Patenschaften für „Götterboten“. So unglaublich es klingt, ist es doch wahr und passiert im Herzen der Muldestadt in der Humperdinckstraße. Nicht weit entfernt von der leo-Redaktion befindet sich

dort am Ende der Straße das mit dem „Landespreis für Stadtumbau 2002“

DAS ANHALT MAGAZIN

ausgezeichnete „Kochhaus“. Die von der Genossenschaft „DAKSBAU e.G.“ revitalisierte, im Jahr 1898 entstandene, ehemalige Eisenwarenhandlung „Koch“ ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Bürgerengagement einen Beitrag zur Wiederbelebung von Innenstädten leisten kann. Und von der Fassade eben dieses Hauses grüßten sie bis vor kurzem: Bergmann, Schmied und Hermes. Die drei denkmalgeschützten Kunststeinfiguren symbolisieren die Funktion als ehemaliges Handelshaus für Eisenwaren und sollen nun restauriert werden, um diese einmaligen Zeugnisse gründerzeitlicher Baukultur zu retten. Für die unumgängliche Arbeit sind mehrere tausend Euro veranschlagt.

Die Möglichkeit, sich als Götterboten-Pate zu betätigen, soll die nötige Summe aufbringen. Jeder Pate kann für eine Figur seiner Wahl zweckgebundene Anteile zeichnen und so die Restaurierung unterstützen. Und wenn die drei „Boten“ dann in neuem Glanz von der Fassade strahlen, dann werden auch alle Paten zu einem großen Fest eingeladen. Der leo ist auf jeden Fall dabei, er hat einen der ersten Patenbriefe unterzeichnet und hofft auf viele „Mitpaten“…Wann bekommt man schon die Möglichkeit, Götterboten zur Seite zu stehen…

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Habt den Mut zur Bosheit!

... und dann kommt der Alltag. Du blinzelst erst durch einen klitzekleinen Spalt deines Lides und unweigerlich passiert dasselbe mit deinem anderen Auge. Und eh du dich versiehst, bist du wach. „Good Morning Vietnam!“, es ist wieder Murmeltiertag. Aus dem Bett gequält, wird erst die Kaffeemaschine und kurz darauf die Dusche begrüßt. Erst eine bestrichene Schnitte wird zur Schichtschnitte und erst ein gebügeltes Hemd verdeckt dein zerknittertes Gesicht. Schnell noch die Zahnbürste durch die Mundhöhle geschickt und schon beim Klicken des Schlosses weißt du: es ist wieder einer dieser Tage... Aber was tut man nicht alles für den schnöden Mamonn. Mach ein nettes Gesicht, stell einen Fuß vor den anderen und winke mit deinem schönsten aufgesetzten Lächeln die Kollegen an. Und tus einfach, egal wie schlimm es ist. Seite 30

Dann kommt es nur noch darauf an, sich die richtige Losung durch die erwachenden Membranen zu schicken. „Ja! Ich will. Ich kann! Ich schaffe es.“ Mit dem alten Motivationstrick, mit dem auch schon Heike Drechsler ich weiß nicht wie oft Weltmeisterin in der Sandgrube geworden ist, habe ich mich schon durch so manchen Tag gebracht. Also warum nicht auch durch diesen? Obwohl, die Zeit kann lang werden und die Gefahren stürzen geradezu auf mich ein. Mannigfaltig wollen sie mir beweisen, dass überhall des Unheil lauert. Doch ich bleibe stark und lächle ihnen entgegen. Auch im 36. Versuch stört mich das Nichtvorhandensein von Papierhandtüchern bei McDonalds nicht und ich setze meine wasserbenetzten Finger lieber dem seltsam quer hängenden Propeller an der Wand aus, um sie mir direkt zu verbrennen. Der Straßenbahnfahrer ignoriert meine Anwesenheit an der Haltestelle eine Minute vor der offiziellen Abfahrt ohne sichtliche Scham, lässt mich aber zumindestens noch wissen, welche Linie ich gerade verpasse, indem er aufreizend langsam sein Turboross von dannen schiebt. Meine Freundin erwartet mich daraufhin exorbitant begeistert daheim und konstruiert aus meiner Verspätung ein nicht enden wollendes Schauspiel aus geweinten Vorwürfen und Weltschmerztheorien. Wenige Stunden später habe ich auch sie beruhigt und darf mich über ihre

„Schatz, du besitzt soviel Glück in dir“-Aussage freuen. Fast glaube ich noch daran, doch die Gewöhnung an eben erwähnten Vorgang lässt mich nicht weiter darüber nachdenken. Natürlich bin ich glücklich. Oder etwa doch nicht? Zweifel kommen auf, als sich der Mülleimer aus meiner Küche wieder einmal erkundigt, ob ich ihn auf der letzten Reise seines aktuellen Inhaltes begleiten möchte. Denn da, an der Tonne, passiert es. Ein Nachbar schenkt mir ein Lächeln und zwingt mir das denkbar belangloseste Gespräch auf, das sich anbietet. Gerade noch rechtzeitig, bevor mein Körper das Glückshormon quer durch den Organismus befördern kann, den Mund zum Lächeln und die Augen zum Strahlen bringt, unterbreche ich die Stromzufuhr, versetze meinem Gegenüber einen verbalen Tiefschlag. Nach dessen Flucht sammle ich auf dem Weg durchs Treppenhaus fleißig weiter negative Energie und lasse sie direkt durch meine Adern vibrieren. Oben angekommen schnell jemanden angerufen und zusammen geschissen. Das Fernsehprogramm lauthals für Dünnpfiff erklärt und meine Freundin zum Abwaschen in die Küche beordert. Jetzt möchte ich schlafen und fühle mich so richtig gut dabei. Vielleicht fällt mir ja über Nacht noch etwas Gemeines ein. Und ab morgen früh lass ich die Sache mit der Freundlichkeit einfach mal weg. leo


LEO August `03 | Heft #5  

LEO - Das Anhalt Magazin Ausgabe LEO August `03 | Heft #5.

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