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I.R.

Das Land

Südtirol

Monatszeitschrift der Südtiroler Landesverwaltung

FALLS NICHT ZUSTELLBAR, BITTE ZURÜCK AN ÖZP BZ. DER ABSENDER VERPFLICHTET SICH, DIE PORTOSPESEN FÜR DIE RÜCKSENDUNG ZU TRAGEN

12/2012

Meilenstein Pflegesicherung

Ethik in der Medizin

AUTONOME PROVINZ BOZEN - SÜDTIROL

Schnelle Fasern, schnelles Netz

PROVINCIA AUTONOMA DI BOLZANO - ALTO ADIGE

PROVINZIA AUTONOMA DE BULSAN - SÜDTIROL


Impressum

Inhaltsverzeichnis

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Südtirol

Monatszeitschrift der Südtiroler Landesverwaltung

FaLLs nICHT ZUsTELLBaR, BITTE ZURÜCK an ÖZP BZ. DER aBsEnDER VERPFLICHTET sICH, DIE PORTOsPEsEn FÜR DIE RÜCKsEnDUnG ZU TRaGEn

12/2012

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2 Als Meilenstein der Sozialpolitik…

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Meilenstein Pflegesicherung

Ethik in der Medizin

AUTONOME PROVINZ BOZEN - SÜDTIROL

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schnelle Fasern, schnelles netz

PROVINCIA AUTONOMA DI BOLZANO - ALTO ADIGE

PROVINZIA AUTONOMA DE BULSAN - SÜDTIROL

www.provinz.bz.it/lpa

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...gilt die vor fünf Jahren mit Landesgesetz eingeführte Pflegesicherung

Zum Titelbild: 190 Millionen Euro an Haushaltsmitteln fließen jährlich in die Pflegesicherung. Über 14.000 Personen erhalten derzeit in Südtirol das Pflegegeld, das als Meilenstein in Südtirols Sozialpolitik gilt. Foto: Tappeiner.it Dieser Ausgabe von „Das Land Südtirol“ liegt auch die Informationsbroschüre „Wohn Land“ des Landesressorts für Wohnbau, italienische Schule und Kultur bei.

5 Hilfe für Burkina Faso … ..leistet das Land Südtirol im Rahmen eines Notstandsprojektes

6 Ethik und Medizin Seit zehn Jahren ist das Landesethikkomitee um medizinethische Antworten bemüht

  8 Schnelle Fasern, schnelles Netz Das Breitbandnetz dehnt sich zunehmend aus

Herausgeber: Südtiroler Landesregierung

10 Die Beschlüsse der Landesregierung

Verantwortliche Schriftleiterin: Monika Pichler (mpi)

11 Erneuerter Prügelweg

Koordination dieser Ausgabe: Johanna Christine Wörndle (jw) Redaktion: Silvana Amistadi (sa) Michele Bolognini (mb) Maja Clara (mac) Paolo Ferrari (pf) Franco Grigoletto (fg) Thomas Ohnewein (ohn) J. Christian Rainer (chr) Angelika Schrott (san) Alexander Stuffer (as) Johanna Christine Wörndle (jw)

27 Schüler lehren Schüler Landwirtschafts- und Hotelfachschüler arbeiten am Slow-Food-Motto „Dire, fare, gustare“

Eine neue Broschüre informiert Südtirol-Urlaubende

14 Euregio • Vorschau auf 2013 • Historikertagung zu 40 Jahre Autonomie • Europaregion schreibt Geschichte

Einer der reizvollsten SchlernAufstiege ist wieder begehbar

12 Ganzheitlicher Hochwasserschutz

14 Europa

Neben der Sicherheit wird zusehends auch auf den Umweltschutz geachtet

Neue Horizonte im europäischen Luftverkehr

28 Ladinia – Contribuc provinziei per mantenì la Cultura ladina Priorità al’ativiteies cultureles

Redaktionssekretariat: Margit Adami, Claudia Ladurner, Renata Lana, Karin Putzer

5

Kostenloses Abo: Landespressestelle lpa@provinz.bz.it Tel. 0471 412213

© Die Verwendung von Texten und Bildern aus „Das Land Südtirol“ für nicht auf Gewinn ausgerichtete Zwecke ist nach Rücksprache mit der Redaktion möglich.

• Weihnachten im Berg • mysteriX im Archäologiemuseum • Museen-Öffnungszeiten in der Weihnachtszeit

30 Das ist Südtirol!

Landtagsteil: Alex Maier, Martina Chiarani

Redaktionsschluss dieser Ausgabe: 22. November 2012 

22 Neues aus den Landesmuseen

18 Arbeitsmarkt nicht rosig Erstmals seit zehn Jahren schwächelt der Südtiroler Arbeitsmarkt

19 Aus eins mach zwei Aus Wohn- und Mietgeld wird der Mietbeitrag

31 Dreier-Landtag Treffen der Präsidenten und Klubchefs

32 SEL AG Der Landtag fordert eine Neuorientierung

35 Quote, Amtszeit, Briefwahl Die Debatte zum neuen Wahlgesetz

12 QR-Code-Reader am Mobiltelefon öffnen, Code mit der Kamera des Mobiltelefons erfassen und direkt zur Webseite des Landespressedienstes gelangen! Der QR-Code-Reader kann kostenlos unter http://i-nigma.mobil herunter geladen werden.

Das Land Südtirol | Dezember 2012


Termine

11. Dezember 2012 Neues Landesgesetz zu Zivildienst und Entwicklungshilfe tritt in S. 35 Kraft

17. Dezember 2012 Sozialvereine: Endtermin für Ansuchen um Beitragsvorschuss S. 22 19. Dezember 2012 Vorstellung des Romans „L fova n iede te Gherdeina“ in St. Ulrich S. 28

20. Dezember 2012 Chancengleichheit: Einreichtermin für Projektförderung S. 28 1. Jänner 2013 Wohn- und Mietgeld werden Mietbeitrag S. 19 22. Jänner 2013 mysteriX im ArchäologieS. 23 museum

Der Landeshauptmann

Liebe Leserinnen und Leser!

D

as Ende des Jahres ist traditiowieder in Schwung bringen. nell jene Zeit in der Politik, in Das zweite strategische Ziel ersieht der man die Weichen für das komman aus den fachlichen Schwermende Arbeitsjahr stellt, und zwar punkten, die wir gesetzt haben. Sie in Form des Haushaltsentwurfs. liegen auf den Bereichen Bildung, Dies ist auch in diesem Jahr nicht Innovation und Forschung, also anders, in dem wir für 2013 ein auf der Software, die eine GesellMinus von 2,2 Prozent verkraften schaft am Laufen hält. Wir sind der und mit insgesamt 5,068 Milliarden Meinung, dass gerade diese drei Euro auskommen müssen. Trotz Bereiche Schlüsselbereiche für die der Kürzungen ist uns dabei wichEntwicklung unseres Landes sind, tig, unseren Gestaltungsspielraum denn nur eine fähige, kompetente, nicht einzubüßen. gut vorbereitete und Das heißt konkret, noch dazu innovatidass wir laufende ve Gesellschaft hat Nur eine fähige, Kosten senken müsdas Zeug dazu, sich kompetente, gut sen, um auf der anin rasant ändernden vorbereitete und noch dazu deren Seite die InZeiten behaupten zu innovative Gesellschaft hat das Zeug dazu, sich in vestitionsausgaben können. rasant ändernden Zeiten erhöhen zu können. Gleichzeitig haben behaupten zu können. Diesen Zweischritt wir auch eine Verhatten wir bei der pflichtung Rom geErstellung des Haushaltsentwurfs genüber übernommen. Nachdem ebenso vor Augen, wie zwei stravon dort nämlich fast schon tägtegische Ziele. Das erste ist eine lich Angriffe auf die finanziellen Senkung des Steuerdrucks für FaGrundlagen unserer Autonomie zu milien (IRPEF-Befreiung Einkomvermelden sind, geht es uns auch mensschwacher, IRPEF-Freibeträdarum, Rom zu beweisen, dass wir ge für Kinder) und Unternehmen imstande sind zu sparen, dass wir (niedrigere IRAP mit Entlastungen Sparmaßnahmen schneller umsetder Unternehmen um 78 Milliozen als der Staat und dass wir trotz nen Euro), was ja nichts anderes der Beschneidungen die öffentlibedeutet, als ein Umlegen unserer chen Dienste in der bisherigen QuaVorgaben auf kleinere Einheilität aufrechterhalten können.  ten. Oder anders: Wir wollen auch  Landeshauptmann Luis Durnwalder bei Familien und Unternehmen den finanziellen Gestaltungsspielraum erhöhen, wir wollen Investitionen und Konsum ermöglichen und so den Wirtschaftskreislauf Das Land Südtirol | Dezember 2012

1


Titel

Meilenstein der Sozialpolitik "Mit der Einführung des Landesgesetzes zur Pflegesicherung vor fünf Jahren", unterstreicht Landesrat Theiner, "haben wir eine tragfähige Lösung gefunden - diese Grundsäule darf nicht in Frage gestellt werden - wir können und müssen sie uns leisten." Maja Clara

J

ährlich fließen an die 190 Millionen Euro in die Sicherung der Betreuung von pflegebedürftigen Personen; seit der Einführung der Pflegesicherung vor fünf Jahren wurden - bis Ende Oktober 2012 über 611,8 Millionen Euro dafür ausgegeben. Derzeit erhalten 14.118 Personen Pflegegeld. "Die Pflegesicherung", betont Richard Theiner, Landesrat für Familie, Gesundheit und Sozialwesen, "ist ein Meilenstein der Südtiroler Sozialpolitik, das Resümee nach fünf Jahren ist positiv. Dass auch die Nachbarprovinz Trient unser Modell studiert und wesentliche Merkmale davon übernommen hat, zeigt, dass wir nach wie vor ein aktuelles Modell haben, das den sozialen Herausforderungen gerecht wird." Außer an seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter richtet Landesrat Theiner seinen Dank auch

ausdrücklich an die Familienangehörigen und Pflegekräfte: "Wir freuen uns, dass das Landesgesetz vom 7. November 2007 positiv umgesetzt werden konnte, aber besonders auch darüber, dass die Südtirolerinnen es sind ja zum größten Teil Frauen - diese Herausforderung auch angenommen haben."

Geld oder Gutscheine Eugenio Bizzotto, Direktor der Agentur für soziale und wirtschaftliche Entwicklung, legt Zahlen (nebenstehende Grafiken) dar: Die Pflegegeldstufen gehen von 1 (zwei bis vier Stunden täglicher Bedarf an Pflege und Betreuung; monatliches Pflegegeld 535 Euro) über 2 (vier bis sechs Stunden täglich; 900 Euro) und 3 (sechs bis acht Stunden täglich; 1.350 Euro) bis Pflegestufe 4 (acht Stunden täglich; 1.800 Euro monatlich). Von den derzeit 14.118 Pflegegeldempfängern sind 42,9 Prozent in der ersten, 30,8 Prozent in der zweiten, 19,3 in der dritten und 6,9 Prozent in der vierten Pflegestufe. Auch bei zunehmender Pflegebedürftigkeit, hebt Bizzotto hervor, würden anteilsmäßig immer mehr Personen zuhause als in Alter- oder Pflegeheimen betreut. Das Alter der Pflegebedürftigen liegt mit 58 Prozent großteils bei den Über-80-Jährigen, ein knappes Viertel sind zwischen 60 und Jahre alt, die verbleibenden 17,6 Prozent zwischen 0 und 60 Jahren. Heidi Wachtler, Koordinatorin des Dienstes für Pflegeeinstufung, berichtet von unangemeldeten Prü-

fungen bei rund zweitausend Personen im Jahr. "Wir haben", blickt sie zurück, "im Jahr 2008 ein absolut neues System übernommen, das auch Personen mit Demenz und psychischen Erkrankungen umfasst; sei 2011 haben wir ein wissenschaftlich überprüftes, nachvollziehbares System." 18 Einstufungsteams aus Fachleuten aus den Bereichen Pflege und Betreuung werden laufend für ihre Gutachtertätigkeit geschult. Das Pflegegeld wird in Geld oder Gutscheinen ausbezahlt: Gutscheine erhalten jene fünf Prozent der Familien, die mit der Pflegesituation überfordert sind und mit den

Pflegegeldempfänger Pflegestufe

Anzahl Empfänger (Oktober 2012)

in %

davon wohnen zu Hause

davon wohnen in Alters-/Pflegeheimen

6.063 4.355 2.729 971 14.118

42,9 % 30,8 % 19,3 % 6,9 % 100,0 %

5.198 3.147 1.430 506 10.281

865 1.208 1.299 465 3.837

1. Pflegestufe 2. Pflegestufe 3. Pflegestufe 4. Pflegestufe Gesamt

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Das Land Südtirol | Dezember 2012


Titel

Auszahlung und Bemessung

S

üdtirol hat in der Pflegesicherung einen eigenständigen Weg gewählt, der gemeinsame Elemente mit anderen europäischen Modellen aufweist, aber sich in verschiedenen Punkten auch deutlich davon unterscheidet. Ohne zusätzliche Steuern und Abgaben entrichten zu müssen, haben die pflegebedürftigen Bürgerinnen und Bürger seit Inkrafttreten des Landesgesetzes am 7. November 2007 einen Rechtsanspruch auf Pflegegeld. Bei der Verabschiedung durch den Landtag wurden daher einige wichtige Grundsätze definiert:

Direkte Auszahlung

Gutscheinen professionelle Hilfe hinzuziehen können. "Wir erhalten", führt Koordinatorin Wachtler aus, "über fünfhundert Anträge im Monat, aber viele der Antragsteller erfüllen nicht die Grundvoraussetzungen, um das Pflegegeld zu erhalten; so sind etwa in der Stadt Bozen

bis zu 40 Prozent der Antragstellenden nicht pflegebedürftig im Sinne des Gesetzes: Eine Person muss demzufolge in mehreren Bereichen pflegebedürftig sein - die Haushaltsführung ist dabei nur ein geringer Teil." Sie weist zudem darauf hin, dass das Pflegegeld keine Rente sei,

Pflegegeldstufen

Pflegestufe 1 Pflegestufe 2 Pflegestufe 3 Pflegestufe 4

Anerkannter täglicher Bedarf an Betreuung und Pflege in Stunden, der von Dritten abgedeckt werden muss

Pflegegeld monatlich in Euro

2-4 Stunden täglich 4-6 Stunden täglich 6-8 Stunden täglich 8 Stunden täglich

535 900 1.350 1.800

Alter der Pflegegeldempfänger Altersgruppe

Anzahl Empfänger

in %

0 bis 60 Jahre 60 -80 Jahre über 80 Jahre Gesamt

2.482 3.451 8.185 14.118

17,6 % 24,4 % 58,0 % 100,0 %

Das Pflegegeld wird an die Pflegebedürftigen direkt ausbezahlt; so können sie selber wählen, welche Art und Form der Pflege sie haben wollen. Allerdings wird die Pflegesicherung nicht alle Kosten der Pflege abdecken. Es gibt insgesamt vier Pflegestufen. Die Höhe des Pflegegeldes hängt von der Pflegebedürftigkeit ab und beträgt zwischen 535 und 1.800 Euro monatlich.

Pflege- und betreuungsabhängig Ob jemand das Pflegegeld erhält, hängt allein vom Bedarf an Pflege und Betreuung ab, unabhängig von Alter und Diagnose. Bevor das neue Pflegegeld eingeführt wurde, erhielten rund 10.000 Personen eine finanzielle Unterstützung für die Pflege. Mit Inkrafttreten des Gesetzes erweiterte sich die Zahl der Empfänger: Jene Pflegebedürftigen, die bis dahin nichts erhielten, konnten ebenfalls das Pflegegeld beantragen, zudem war das neue Pflegegeld in den meisten Fällen höher als das bisherige Begleitungs- und Hauspflegegeld. 

Das Land Südtirol | Dezember 2012

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Titel

Als pflegebedürftig gilt, wer mindestens ein halbes Jahr lang und mehr als zwei Stunden täglich auf Hilfe angewiesen ist. sondern sich nach der aktuellen Betreuungsbedarfssituation richte. Der Anteil der Rekurse liegt bei fünf Prozent, es ist ein leichter Anstieg zu verzeichnen, vor allem in Bozen. 2008 war ein Pflegetelefon eingerichtet worden, das, wie Wachtler unterstreicht, "dringend notwendig" sei, so wurden allein in diesem Jahr bis Oktober über 2400 Anrufe verzeichnet. "Die wichtigste Stütze in Pflegesituationen", erklärt Brigitte Waldner, geschäftsführende Direktorin des Landesamtes für Senioren und Sozialsprengel, "ist und bleibt die Familie; die pflegenden Personen müssen unterstützt werden. Es braucht immer ein Netz, und das Pflegegeld darf nicht bedeuten, sich aus der Verantwortung zu stehlen." Das Pflegegeld sei sehr zielführend und ge-

währleiste eine qualitativ hochwertige Leistung zuhause. Ein Anstieg sei bei Demenzerkrankungen zu verzeichnen, legt Direktorin Waldner dar, und eine Herausforderung stelle zudem dar, dass Menschen mit Behinderung immer älter werden. 

info Landesabteilung Familie und Sozialwesen Landhaus 12 Kanonikus-Michael-Gamper-Straße 1, Bozen Telefon 0471 418200 oder 0471 418201 Fax 0471 418219 E-Mail: sozialwesen@provinz.bz.it

Wer gilt als pflegebedürftig?

W

er mindestens zwei Stunden täglich im Wochendurchschnitt und für einen Zeitraum von wenigstens sechs Monaten auf fremde Hilfe im täglichen Leben angewiesen ist, gilt als pflegebedürftig und kann das Pflegegeld beim zuständigen Sozialsprengel beantragen.

Über die Webseite der Landesabteilung Familie und Sozialwesen finden sich Informationen über Pflegesicherung allgemein, Antrag auf Pflegegeld, Pflegeeinstufung, Dienstgutscheine für Hauspflegestunden und Rekurse im Bereich der Pflegesicherung: www.provinz.bz.it/sozialwesen/ themen/pflegesicherung.asp 

Hauspflege Zunahme der Pflegebedürftigen, die die Hauspflege in Anspruch nehmen:

4

Jahr

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

Betreute

3.456

3.640

3.924

4.341

4.691

4.900

4.900

Das Land Südtirol | Dezember 2012


Entwicklungszusammenarbeit

Hilfe für Burkina Faso 120.000 unterernährte Kinder, fast zwei Prozent davon in Todesgefahr – das sind die Eindrücke, die Franco De Giorgi, Experte für Gesundheitsprojekte und Mitglied des Landesbeirats für Entwicklungszusammenarbeit, von seine mehrmonatigen Einsatz in Burkina Faso mitgebracht hat.

I

m März dieses Jahres hatte die Regierung von Burkina Faso – einem der ärmsten Staaten weltweit - offiziell den Notstand ausgerufen und internationale Hilfe erbeten, um dem Mangel an Nahrungsmitteln und der sich verschlechternden Ernährungssituation der Bevölkerung entgegenzuwirken. Das Land Südtirol wollte mit einem Notstandsprojekt schnelle Hilfe leisten. Das auf sechs Monate ausgelegte Projekt beinhaltete die Stärkung der öffentlichen medizinischen Einrichtungen, insbesondere die Behandlung von mangelernährten Kindern unter fünf Jahren. Zielgebiet war und ist die Provinz Koulpéogo (Region Zentrum-Ost. Das Projekt wird von einem Südtiroler Arzt und Experten der Entwicklungszusammenarbeit im Bereich Gesundheit betreut und koordiniert und in Zusammenarbeit mit verschiedenen Nichtregierungsorganisationen umgesetzt „Wir haben insgesamt 120.000 Kinder untersucht, die meisten mehrfach“, so De Giorgi, der während der vergangenen Monate diese Funktion wahrgenommen hat. Er verweist darauf, dass die Behandlungsmöglichkeiten für Unterernährung im Sanitätsbezirk Ouargaye im Vergleich zum restlichen Staatsgebiet besonders schlecht sind: „Ohne Hilfe von außen könnte nur ein geringer Teil der unterernährten Kinder ausfindig gemacht und behandelt werden.“ Im Rahmen des wurden zudem die

An dem von Südtirol gestarteten Notstandsprojekt in Burkina Faso hat sich in der Folge auch das Europäische Amt für humanitäre Hilfe (ECHO) beteiligt und es somit in eine ganz andere Dimension gehoben Gesundheitszentren in ihrer therapeutischen Arbeit unterstützt, indem das Gesundheitspersonal begleitet und geschult wurde. Das Angebot und die Qualität des öffentlichen Dienstes werden durch den Bau eines Ernährungszentrums in Ouargaye verbessert. Dieses wird an die pädiatrische Abteilung des Gesundheitszentrums angebaut und mit medizinischen Geräten und Ausstattung für die Behandlung von Unterernährung eingerichtet. Das Land Südtirol hat für das Projekt 80.000 Euro bereitgestellt. Weitere 20.000 Euro wurden vom Missionsamt der Diözese BozenBrixen zur Verfügung gestellt. „Zumal das Land Südtirol schon

Burkina Faso Einwohner: 17,3 Millionen Hauptstadt: Ouagadougou (1,36 Mio. Ew.) Sprachen: Französisch, Dioula, Fulfulde Alphabetisierungsrate: 21,8% Burkina Faso ist arm wie kaum ein anderes Land. Das seit 1960 von Frankreich unabhängige Land wird seit 1983 von Regierungschef Blaise Compaoré geführt. Ihm

mehrere Jahre lang mit Burkina Faso in Entwicklungszusammenarbeit steht, wollten wir in dieser Notsituation im Rahmen unserer Möglichkeiten weiterhelfen“, so Elisabeth Spergser, Direktorin im Landesamt für Kabinettsangelegenheiten. „Das Projekt, das mit dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen Unicef und dem Welternährungsprogramm abgestimmt wurde und fügt sich gut in den nationalen Aktionsplan von Burkina Faso ein“, erklärt die zuständige Sachbearbeiterin Chiara Rabini, sie verweist darauf, dass dieses Hilfsprojekt dankt der Kooperationspartner weit über die ursprünglich von Südtirol angepeilte Größe gewachsen sei.  jw

wird heute – anders als in seinen frühen Amtsjahren – ein bedächtiger und stabiler Regierungsstil nachgesagt. 2012 hat die Regierung den Ernährungsnotstand ausgerufen. Da in der Wachstumszeit der Regen ausblieb, war zum Ende der Erntezeit klar: Es gibt nicht genug Getreide. Landesweit wurden 20 bis 40 Prozent weniger Erträge eingeholt. Die Getreidepreise steigen um bis zu 50 Prozent.

Das Land Südtirol | Dezember 2012

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Gesundheit

Ethik und Medizin Seit nunmehr zehn Jahren setzt sich das Landesethikkomitee mit verschiedensten Fragen der Ethik in der Medizin auseinander. Sie betreffen den Lebensbeginn ebenso wie das Lebensende oder die Ressourcenverteilung im Gesundheitswesen. Der Auftrag dazu kommt von der Landesregierung, der das Komitee beratend zu Seite steht. Johanna Wörndle

D

er Spielraum im medizinischen Handeln erweitert sich immer mehr. Dies führt zu Problemen, die sich nicht einfach technisch medizinisch lösen lassen“, sagt der Vorsitzende des Landesethikkomitees und Primar der Gynäkologie, Herbert Heidegger, der damit die steigende

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Das Land Südtirol | Dezember 2012

Bedeutung und das wachsende Interesse an der Medizinethik begründet. Da Heilkunde eine Form der Zuwendung zum ganzen Menschen sei, bedürfe sie unweigerlich einer ethischen Reflektion, so Heidegger. Im Mittelpunkt steht die Frage, was gutes Handeln im Umgang kranken Menschen ausmacht. Auf dem Weg zu einer Antwort gilt es, gemeinsame Nenner zu finden: Wie lässt sich eine differenzierte Ethik formulieren und begründen? Welche Orientierung ist bei kontroversen Wertüberzeugungen möglich? „Für eine solche Orientierung ist es wichtig, Theorie und Praxis zusammenzuführen und sie zusammen mit ethisch philosophischen Grundfragen des Menschseins zu diskutieren“, meint Heidegger. Die besondere Herausforderung der medizinischen Ethik besteht darin, unterschiedliche Bezugsgrößen auszubalancieren, nämlich den naturwissenschaftlich-technischen Fortschritt, den soziokulturellen Wandel in einer wertpluralen Gesellschaft, die ökonomischen Umbrüche und die ethischen Normen. Unter dieser

Voraussetzung hat die Landesregierung auf der Grundlage des Landesgesetzes Nr.7/2001 im Jahr 2002 das Landesethikkomitee eingesetzt. Das Beratungsorgan setzt sich aus Ärzten, Juristen, Theologen, Pflegern, Ethikexperten sowie Fachleuten der Gesundheitsökonomie und Statistik zusammen. Seine Aufgabe besteht darin, durch Stellungnahmen, Empfehlungen und Richtlinien der Politik und Öffentlichkeit Entscheidungshilfen anzubieten. Zudem hat es den Auftrag, durch gezielte Weiterbildungsinitiativen und Informationsangebote eine ethische Bewusstseinsbildung in der breiten Öffentlichkeit anzuregen.

Tagungen, Vorträge, Artikel Mittlerweile kann das Ethikkomitee auf zehn Jahre Arbeit zurückblicken. In diesen zehn Jahren hat es sich mit den ethischen Aspekten zahlreicher Schwerpunktthemen befasst, darunter Lebensbeginn, Lebensende, Verteilung der Mittel im Gesundheitswesen, Gesundheit und Lebensstil, Kommunikation im Ge-


Gesundheit sundheitswesen, Patientenwille und ärztlich-pflegerischem Handeln sowie Sucht. „Zu diesen Schwerpunktthemen hat das Komitee Tagungen veranstaltet, Vortragsreihen angeboten, auch Wettbewerbe wurden ausgeschrieben und natürlich Stellungnahmen erarbeitet“ so die Sekretärin des Komitees, Maria Habicher. Darüber hinaus haben sich Fachleute in Artikelserien mit bioethischen Fragen auseinandergesetzt, um dadurch Wissen zu vermitteln und Bewusstsein zu Bilden. Die Themenpalette reicht von der Patientenverfügung bis zur Pränataldiagnostik. Stellungnahmen wurden zum Einsatz von RU 486 (die sog. "Abtreibungspille"), zum Umgang mit embryonalen Stammzellen mit besonderem Bezug auf die Präimplantationsdiagnostik, zur Euthanasiediskussion im Jahr 2006, zum Themenbereich „Ethik und Lebensende" sowie zum Gesetzentwurf des italienischen Parlaments über die Patientenverfügung verfasst. In seiner Arbeit stützte sich das Komitee in machen Fällen auch auf die Hilfe von Berufsethikern.

Angewandte Medizinethik Derzeit arbeitet das Landesethikkomitee an den bestehenden Projekten und den aufgegriffenen Themen vertiefend weiter. „Außerdem wollen wir kontinuierlich aktuelle ethische Themen, die für unser Land von Bedeutung sind aufgreifen und bearbeiten“, so Heidegger, „dabei sehe ich persönlich den Schwerpunkt im Bereich der angewandten Ethik.“ Derzeit sind beispielsweise die Migrationsproblematik, die In-vitro-Fertilisation IvF, Palliativmedizin, interdisziplinäre Kommunikation oder Organspende solche Themen.

Patientenverfügung Als eines der Hauptthemen und als Beispiel angewandter Ethik gilt die Patientenverfügung. Da immer mehr Menschen für den Fall vorsorgen möchten, dass sie an einer unheilbaren Erkrankung leiden und nicht mehr entscheidungsfähig sind, hat das Landesethikkomitee das Projekt „Gesundheitliche Vorsorgeplanung

und Patientenverfügung“ zur Stärkung der Patientenautonomie am Lebensende auf den Weg gebracht. Dieses stellt die Patientenverfügung in den Kontext einer gesundheitlichen Vorsorgeplanung. Ein Schwerpunkt ist die Schulung von Ärztinnen und Ärzten, insbesondere der Allgemeinmediziner. Sie sollen befähigt werden, bei der Erstellung einer Patientenverfügung beratend zur Seite zu stehen. Den Menschen soll nicht nur eine Handreichung zum Abfassen einer Patientenverfügung geboten werden, sondern auch geschulte und kompetente Informations- und Beratungspartner. Zu diesem Thema wurde auch eine Broschüre erarbeitet. Zurzeit wird an einer Handreichung für Ärzte und Pflegende im Umgang mit Patientenverfügungen gearbeitet.

arbeitende der Sozial- oder Sanitätseinrichtungen stellen. „Ethik ist eine Disziplin des Nachdenkens über das Gute und unterscheidet zwischen gutem und schlechtem Handeln“, so der Ethikkomitee-Vorsitzende, „Medizinethik ist jene Kompetenz, die sich in der Medizin mehr mit dem Ob als mit dem Wie befasst und jede medizinische Maßnahme daran misst, ob und wie weit sie Menschen dient.“

Herausgebrachte Broschüren • Die Sorge um ein menschenwürdiges Sterben. Ethische Gedanken zum Lebensende • Gesundheitliche Vorsorgeplanung

Ethikberatung Schließlich hat das Ethikkomitee die Ethikberatung auf den Weg gebracht und koordiniert sie: In konkreten ethischen Konfliktsituation (z. B. Therapiebegrenzung am Lebensende und Lebensanfang, Therapieabbruch, Sondenernährung, Patientenwille, Behandlungsverweigerung, späte Schwangerschaftsabbrüche, Transplantationsmedizin) erhalten Rat suchende Menschen Hilfestellung. Dazu kommt eine Ethikberatungsgruppe auf die Krankenhausstation oder ins Altersheim und erörtert den Fall gemeinsam mit dem behandelnden Team. Die Ethikberatung wurde auf Initiative des Landesethikkomitees gemeinsam mit dem Landesressort für das Gesundheitswesen, dem Südtiroler Sanitätsbetrieb, den Gesundheitsbezirken und dem Verband der Wohnheime für Senioren implementiert. Dieses Beratungsangebot ist einzigartig in Europa. Die Anforderung für eine Ethikberatung können MitZusammensetzung des Ethikkomitees Herbert Heidegger (Präsident), Georg Marckmann (Vizepräsident), Martin Lintner, Oswald Mayr, Bernadetta Moser, Clara Astner, Monika Trenkwalder, Deborah Mascalzoni, Hermann Atz, Giuliano Piccoliori, Mauro Almici, Carlo Casonato, Fabio Cembrani, Peter Gruber

und Patientenverfügung • Zuweisung der Ressourcen im Gesundheitswesen aus ethischer Sicht • Lebensstil und Gesundheit: Beiträge zum Wettbewerb Sie sind im Sekretariat des Landesethikkomitees im Landesamt für Ausbildung des Gesundheitspersonals, Bozen, Gamperstraße 1, Tel. 0471 418145, E-Mail: maria. habicher@provinz.bz.it, erhältlich oder können im Südtiroler Bürgernetz unter www.provinz.bz.it/ gesundheitswesen/publikationen. asp heruntergeladen werden.  Das Land Südtirol | Dezember 2012

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Informatik

Schnelle Fasern, schnelles Netz Auf Hochtouren arbeitet das Land an der Verlegung der Glasfaserstrecken im ganzen Land. Bis Ende 2013 sollen die schnellen Fasern zum schnellen Surfen alle Gemeinden des Landes erreichen. Bisher sind 560 Kilometer Glasfasern verlegt worden, die 170 ausstehenden Kilometer folgen im kommenden Jahr. Thomas Ohnewein

E

ine schnelle Internetverbindung gehört heute zu den Anforderungen, die man an einen Wohn- und Arbeitsort stellt. Was

Drei Fragen an… Herr Landesrat, wie schreiten die Arbeiten am Ausbau des Breitbandnetzes voran? Mit der Aktivierung der Zentralen in Völs und Kastelruth vor wenigen Wochen haben wir die Voraussetzungen für das schnelle Internet auf dem Hochplateau unterm Schlern geschaffen. Das sind nur zwei Beispiele von vielen. Wir arbeiten ein umfangreiches Programm ab und sind auf einem guten Weg. Aber nur weil die Galsfaserkabel verlegt und die Zentralen aktiviert sind, fließen noch keine Daten. Jetzt sind die Gemeinden auf der einen Seite und die privaten Telefonanbieter bzw. Netzbetreiber auf der anderen Seite am Zug. Die Gemeinden schließen die öffentlichen Gebäude wie die Rathäuser und Schulen an das Breitbandnetz an, während die Telefonanbieter für die Anbindung der Haushalte sorgen. Müssen jetzt noch Kabel von

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Das Land Südtirol | Dezember 2012

in der Großstadt kein Problem ist, ist in Gebieten wie Südtirol eine große Herausforderung, denn das schnelle Internet muss auch in die entlegensten Winkel des Landes gebracht werden. Das Land hat sich dieser Aufgabe angenommen und will – in Zusammenarbeit mit Telecom Italia – alle Südtiroler an das Breitbandnetz anbinden. Der Aufbau des flächendeckenden Breitbandnetzes erfolgt in zwei großen Schritten: Der erste Schritt ist die Verlegung der Glasfaserkabel, der zweite deren Anbindung an die Haushalte und öffentlichen Einrichtungen. Die dicken Kabelstränge enden in Zentralen, von dort werden sie entweder vom Land, wenn es öffentliche Strukturen sind, oder von den Gemeinden, wenn es sich um die privaten Haushalte handelt, an die Endverbraucher weitergeleitet.

Landesrat Florian Mussner der Zentrale zu den Haushalten verlegt werden? Die privaten Haushalte werden zunächst über die bestehenden Telefonleitungen an das Breitbandnetz angeschlossen, deshalb sind jetzt keine Arbeiten vom Knotenpunkt in die Häuser notwendig. Wenn jemand einen Netzanschluss wünscht, dann kann er sich an einen Telefonanbieter wenden und dieser stellt die Verbindung her. Sie haben ja angekündigt, dass bis Ende 2013 ganz Südtirol über schnelles Internet verfügt. Ist dieses Ziel weiter realistisch? Nicht Ende 2013, aber Ende 2014 sollen jeder Südtiroler und jede Südtirolerin Zugang zum schnellen Internet haben. Wir als Land stellen bis Ende 2013 unsere Glasfaserstrecken fertig, dann ist die Telecom an der Reihe und hat vom Tag der Übergabe sechs Monate Zeit, um den Bürgern schnelles Web über das ADSL-Netz anzubieten. 

Gemäß einer Vereinbarung zwischen Landesregierung und Telecom verpflichtet sich das Land, die in den Haupt- und Seitentälern verlegten Glasfaserstrecken gegen ein Entgelt der Telecom zur Nutzung zu überlassen. Die Telecom ist im Gegenzug dafür verantwortlich, mit einem Kostenaufwand von rund 3,6 Millionen Euro ihre 155 Zentralen in Südtirol an das Glasfasernetz anzubinden und an die technischen Erfordernisse eines Breitbandnetzes anzupassen.

155 Zentralen Von den Zentrale aus werden sowohl die öffentlichen Gebäude als auch die Haushalte mit schnellem Internet versorgt. Im Umkreis von 4,5 Kilometern um die Zentrale kann unmittelbar nach der Aktivierung schnelles ADSL-Internet „ausgeliefert" werden, und zwar über die bestehenden Telefonleitungen. Das Breitbandnetz über Glasfaserkabel wird durch die Gemeinde errichtet. Dazu erstellt die Gemeinde einen entsprechenden Masterplan, velegt die Kabel und dann können die Telefonanbieter die Glasfasern für ihr Netz anmieten. Während die Anbindung der Privathaushalte Sache der Gemeinden ist, werden die öffentlichen Gebäude vom Land angebunden. Im PoP-Knotenpunkt laufen künftig die Glasfasernetze des Landes und der Gemeinde zusammen. Beim Breitbandprogramm, so Landeshauptmann Luis Durnwalder, handle es sich um ein Schwerpunktprogramm der Landesregierung, das landesweit die Wettbewerbsfähigkeit stärken und vor allem in peripheren Gebieten die Abwanderungsgefahr bannen helfen soll: „Wir wollen die ländlichen Zonen aufwerten und verhindern, dass eine Entvölkerung stattfindet. Das können wir nur, wenn die Betriebe auch in der Peripherie wirtschaften und somit Arbeitsplätze absichern können. Nach dem Bau der Verkehrsinfrastruktur in den


Informatik

vergangenen Jahrzehnten ist heute das Breitband ein elementarer Baustein für die Anbindung an die Welt. Unser Ziel ist es deshalb, dieses bis Ende 2013 in jede Südtiroler Gemeinde zu führen." Das Land wird bis Ende des kommenden Jahres seine Glasfaserstrecken - Schritt für Schritt und je nach Fertigstellung - der Telecom zur Nutzung übergeben. Vom Tag der Übergabe hat die Telecom dann sechs Monate Zeit, um den Bürgern schnelles Web über das ADSL-Netz anzubieten. Wie Landesrat Florian Mussner, dessen Ressort das Breitbandprogramm umsetzt, erklärt, sei die große Herausforderung die Anbindung der Grenzgemeinden, beispielsweise am Deutschnonsberg und von Altrei: "Am Deutschnonsberg wird derzeit an einer Zwischenlösung gearbeitet, längerfristig soll z.B.

St. Felix über Tisens, Proveis und Laurein über Ulten an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Für Altrei hingegen wird mit der Provinz Trient nach einer Möglichkeit zur Verlegung der Rohre entlang der Straße gesucht", so Mussner. Bereits angebunden sind beispielsweise periphere Gebiete wie das Tauferer Ahrntal und das Reintal. Die Leerrohre sind dort bereits verlegt worden, im Frühjahr werden die Glasfaserkabel eingezogen und an die Pustertaler Hauptachse angeschlossen. Bis zum jetzigen Zeitpunkt sind etwa 650 km Leerrohre und 560 km Glasfaser verlegt worden. Derzeit sind die noch verbliebenen Abschnitte in der Projektierungsphase. Auf diesen Strecken, mit einer Gesamtlänge von 170 Kilometern, werden im Laufe des Jahres 2013 die Glasfasern verlegt. 

Aktivierte Breitbandzentralen • St. Kassian • Tirol • Kastelruth • Pfalzen • Terlan (über die Zentrale in Bozen) • Birchabruck • Moos i.P. Hauptort • Moos i.P. Örtlichkeit Plan • Oberbozen

Zentralen, die in Kürze aktiviert werden • Schnals / Kurzras • Truden / Kaltenbrunn • Gais / Uttenheim • St. Lorenzen / Montal • Brixen (3 Zentralen) • Innichen / Vierschach • Rasen Antholz / Antholzensee • Bozen (3 Zentralen) • Völs • Seis

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Aus der Landesregierung Gesundheit

Kampf den Wartezeiten

L

Bau

Ja zu neuen Schutzhütten

N

achdem sowohl die Zweite Landschaftsschutzkommission als auch der Alpinbeirat des Landes ihre Zustimmung zu den Neubauprojekten für die Schwarzenstein-, die Edelraut- und die Weißkugelhütte gegeben hatten, gab’s Mitte November auf Antrag von Landesrat Florian Mussner auch von der Landesregierung grünes Licht, und zwar in Form der gesetzlich vorgesehenen Unbedenklichkeitserklärung für die jeweils zuständigen Gemeinden. „Landschaftsschutzkommission, Alpinbeirat sowie die beiden Alpenvereine AVS und CAI haben ihre Zustimmung zum Bau der neuen Hütten gegeben“, erklärte dazu Landeshauptmann Luis Durnwalder. Die Experten seien der Meinung, dass sowohl der Schutz der Bergwanderer als auch jener von Umwelt und Landschaft bei allen Projekten berücksichtigt werde. Wann der Bau der drei neuen Hütten in Angriff genommen wird, stehe noch nicht fest und hänge von den zur Verfügung stehenden Geldmitteln ab, so der Landeshauptmann.

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änger als 60 Tage soll ein Patient nicht auf eine nicht-dringliche medizinische Behandlung warten müssen. Um diese Vorgabe auch umsetzen zu können, hatte die Landesregierung bereits beschlossen, dass Patienten bei längeren Vormerkzeiten an den Krankenhäusern auf private Fachärzte ausweichen und dafür einen Zuschuss von 50 Euro beantragen können. Mitte November hat die Landesregierung nun auf Vorschlag von Landesrat Richard Theiner die Kriterien für die so genannte indirekte fachärztliche Betreuung beschlossen. Diese sehen vor, dass ein Zuschuss zur privaten Behandlung gewährt wird, wenn im eigenen Gesundheitsbezirk die Wartezeit von 60 Tagen in allen Einrichtungen (also neben den Fachambulanzen in den Krankenhäusern auch in den Sprengeln) überschritten wird und auch in den Fachambulanzen

zweier angrenzender Gesundheitsbezirke länger als zwei Monate auf die Behandlung gewartet werden muss.  

Wirtschaft

11,5 Millionen Euro „Südtiroleffekt“ 14 Filmprojekte hat die Landesregierung im letzten „Call“ Mitte November auf Antrag von Landesrat Thomas Widmann zur Förderung zugelassen. Sie kommen zu 33 weiteren aus dem In- und Ausland, die bereits eine Produktionsförderung in Höhe von insgesamt fast 7,5 Millionen Euro erhalten haben. Nachdem diese Förderung an die Auflage gebunden ist, Investitionen im Lande zu tätigen, hat die Filmförderung bis dato einen „Südtiroleffekt“ in Höhe von rund 11,5 Millionen Euro erzeugt: „Die Filmförderung hat Südtirol damit bisher unterm Strich vier Millionen Euro gebracht“, so Widmann, der ergänzt: „Das belegt, dass es sich bei der Förderung um eine sinnvolle Investition für Südtirol handelt.“ Die positiven Folgen des Filmförderfonds für das Land seien gleich zwei: die direkten Folgen durch den „Südtiroleffekt“, also die Investitionen, die am Drehort getätigt werden, sowie

die indirekten: „Filmförderung ist auch Standortförderung; durch die steigende Nachfrage nach Personal und Dienstleistungen wird die Entwicklung der Filmwirtschaft und damit einer in Südtirol neuen Branche gefördert“, so Widmann. 


Umwelt

Erneuerter Prügelweg Wer im kommenden Jahr den Schlern besteigen will, der kann dafür wieder den Prügelweg wählen. Nach mehrjähriger Sperrung wurde der Weg am Schlernbach in Stand gesetzt und gesichert, die Brücken erneuert.

D

er Prügelweg gilt als einer der reizvollsten Aufstiege zum Schlernhaus. Er schlängelt sich teilweise durch die Schlernbachschlucht und ist der einzige Weg, auf dem das Vieh auf die Schlernalm getrieben werden kann. 1994 wurde der Prügelweg vom Schlernbach zerstört. Das Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung Süd der Landesabteilung Wasserschutzbauten setzte ihn wieder instand. Besonderes Kennzeichen des Weges sind die fünf Holzbrücken. An den Lärchenholzträgern dieser fünf Brücken traten vor einigen Jahren erste Fäulnisanzeichen auf. Aus Sicherheitsgründen musste der Weg gesperrt werden. Nur für den Almauftrieb und Almabtrieb wurde er geöffnet. Im Juni vergangenen Jahres nahm das Landesamt für Wildbach- und Lawinenverbauung Süd die Sanierungsarbeiten auf. „Zuvor haben wir uns mit der Gemeinde Völs am Schlern, den Bauern, der Forstverwaltung und dem Landesamt für Naturparke über die Vorgehensweise geeinigt“, so Rudolf Pollinger, Direktor der Landesabteilung Wasserschutzbauten. Im September wurden die Arbeiten abgeschlossen.

Langlebige Brücken „Bei den fünf erneuerten Brücken, die zwischen 15 und über hundert Meter lang sind, haben wird die tragende Struktur aus Stahl durch einen Aufbau aus Holz ergänzt“, erklärt Bauleiter Paul von Hepperger. „Wir haben darauf geachtet, dass

in Zukunft Bauteile einzeln ausgetauscht werden können", so der Bauleiter.

Schwieriges Gelände Die neu eingebrachten Stahlschienen sind auf so genannten Auflagerschuhen mit eineinhalb Meter langen Ankern im Felsen befestigt. Die Gehfläche wurde längs mit scharfkantigen Lärchenholzstämmen fixiert, quer ebenfalls mit Holz verbunden und in den Zwischenräumen mit Steinen ausgepflastert. Gegen den Schlernbach hin wurde der Weg durch Steinmauern abgesichert. „Die Baustellenorganisation hat einiges von uns abverlangt", so von Hepperger. Sämtliches Baumaterial und sogar der Bagger mussten per Hubschrauber in die Schlucht geflogen werden. Dazu musste ein

eigener Hubschrauber-Landeplatz eingerichtet werden. Dieser erfüllt nun einen zweiten Zweck: Er steht künftig für Bergrettungseinsätze zur Verfügung. Neben der Sanierung der Brücken wurden auch einige Wasserauskehren erneuert und der Weg an einer Stelle etwas verlegt. Zudem standen die Sanierung einer Holzkrainerwand und jene einer Uferschutzmauer an. Für die Gesamtplanung der Arbeiten zeichnen Paul von Hepperger und Hansjörg Prugg der Landesabteilung Wasserschutzbauten sowie Enrico Brutti vom Landesamt für Naturparke verantwortlich, für die Ausführung Vorarbeiter Konrad Kerschbaumer mit seinem Bautrupp. Finanziert wurden die 500.000 Euro teuren Arbeiten durch das Landesamt für Naturparke. Die Gemeinde Völs stellte das Bauholz zur Verfügung.  jw Das Land Südtirol | Dezember 2012

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Umwelt

Ganzheitlicher Hochwasserschutz Der nachhaltige und ganzheitliche Hochwasserschutz stand im November an der Freien Universität Bozen bei der zweiten gesamtstaatlichen Tagung über Flusslauf­ revitalisierungen und Geländemanagement im Brennpunkt.

R

und 250 Teilnehmende zählte die zweite gesamtstaatliche Tagung über Flussrevitalisierungen und Geländemanagement („Riqualificazione fluviale e gestione del territorio“) Anfang November dieses Jahres an der Freien Universität Bozen. Eröffnet wurde sie durch Landeshauptmann Luis Durnwalder, Rektor Walter A. Lorenz, Abteilungsdirektor Rudolf Pollinger, ISPRA-Präsident Bernardo De Bernardinis und CIRF-Präsidentin Ileana Schipani. Tagungsthemen waren neben Fließgewässer-Revitalisierungen die Erhaltung der Artenvielfalt und die Kontrolle von FließgewässerRevitalisierungen. Die Besichtigung verschiedener Hochwasserschutzprojekte stand ebenso auf dem Programm. Als Organisatoren der Veranstaltung zeichnen die Landesabteilung Wasserschutzbauten, die Uni Bozen und der CIRF („Centro

Italiano per la Riqualificazione Fluviale“) verantwortlich.

Wasserschutz und Ökologie „Wir sind bereits seit mehreren Jahren bemüht, Fließgewässer unter einem ganzheitlichen Gesichtspunkt zu betrachten und dabei Aspekte des Hochwasserschutzes und der Ökologie zu berücksichtigen“, erklärt Rudolf Pollinger, Direktor der Landesabteilung Wasserschutzbauten. Fließgewässer-Revitalisierungen werden laut Pollinger zunehmend in Planungen und das Management von Fließgewässern eingebaut, wie es auch die EU-Wasserrahmenrichtlinien oder die EU-Hochwasserrichtlinie vorschreiben. Dabei gehe es darum, natürliche Verhältnisse eines Fließgewässers so gut wie möglich wieder herzustellen.

Mehr Raum für Flüsse In Spannungsfeld zwischen Hochwasserschutz, wirtschaftlichen Interessen und Ökologie versucht die Landesabteilung Wasserschutzbauten Möglichkeiten zu finden, den Flüssen mehr Raum zu geben. „Mehr Raum für die Flüsse bedeutet weniger Risiko, eine große ökologische Aufwertung und mehr Lebensqualität für den Menschen“, davon zeigt sich Pollinger überzeugt. Als besonders gelungene Projekte bezeichnet Pollinger die Flussaufwei-

Die Eröffnung der gesamtstaatlichen Tagung über Flussrevitalisierungen

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tung der Ahr bei Gais im Ahrntal, die Hochwasserschutzmaßnahmen am Mareiterbach im Eisacktal und die Errichtung des Wildholzrechens in der Rienz bei Percha. Im Vordergrund der Planung steht auch die Durchgängigkeit der Fließgewässer für die Fische, die durch den Abbau von Sperren oder deren Umbau gesichert werden soll. Südtirol nimmt im Vergleich zum Norden und Süden in dieser Hinsicht eine Vorreiterrolle ein. Rund 15 Prozent des 20-Millionen-Budgets investiert die Landesabteilung Wasserschutzbauten jährlich in Renaturierungen.

Ökosystem Fluss erhalten Besonderes Augenmerk wird der Zugänglichkeit zu Flüssen geschenkt, so wurden heuer im Zentrum von Meran die so genannten Passer-Terrassen oder in St. Georgen bei Bruneck der Flusspark Ahr verwirklicht . Am orografisch rechten Etschufer im Gemeindegebiet von Lana gibt es seit kurzem ein neue Erholungszone mit Technikschau- und Rastplatz, die über die in Stand gesetzte Trambahnbrücke erreichbar ist. Zum Tagungsabschluss boten die Landesabteilung Wasserschutzbauten und das Landesamt für Europäische Integration im Rahmen einer Exkursion die Möglichkeit, Baumaßnahmen zu besichtigen,


Umwelt die zum Schutz vor Naturgefahren realisiert und gleichzeitig ökologisch aufgewertet wurden. Diese beiden Aspekte sind wesentlicher Inhalt des EU-Förderprogramms „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“ des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung 2007-2013“, denn gerade in einem Gebirgsland wie Südtirol ist der Schutz vor Naturgefahren

besonders wichtig Aspekt für eine nachhaltige Entwicklung. Die Exkursion war eine Informationsveranstaltung zum genannten EU Programm, an der Behördenvertreter und Fachleute teilnahmen. „Eine solche Veranstaltung hat vor allem vernetzenden Charakter und ermöglicht einen Erfahrungsaustausch zwischen Fachleuten, Bediensteten öffentlicher Verwal-

tungen und Vertretern von Umweltorganisationen und Forschungsbereichen, die sich mit dem Thema Fließgewässer beschäftigen“, resümierte ISPRA-Präsident Bernardo De Bernardinis. Wichtig sei es vor allem, nicht bei den Vorgaben der EU stehen zu bleiben, sondern sich darauf zu besinnen, dass die Verantwortung für das Ökosystem Fluss bei einem selbst liegt. 

Nach einem Jahr Arbeit vor wenigen Wochen abgeschlossen: der Flusspark Ahr in St. Georgen.

Flusspark Ahr in St. Georgen

I

n diesem Herbst konnte die Landesabteilung Wasserschutzbauten die Naherholungszone Flusspark Ahr St. Georgen in der Gemeinde Bruneck fertigstellen. Um einen offenen Zugang zum Fluss zu bieten, wurde das Ufer der Ahr oberhalb des Sportplatzes terrassenförmig gestaltet. Auf den neu angelegten Wiesenflächen und den eigens entworfenen Sitzbänken kann jetzt die schöne Landschaft genossen werden. Die Landesabteilung Wasserschutzbauten arbeitet seit 1999 am Gewässerbetreuungskonzept Untere Ahr, mit dem der Hochwasserschutz wie auch der Naturschutz an der Ahr zwischen Sand in Taufers und

Bruneck verbessert werden sollen. In diesem Rahmen realisierte die Wildbachverbauung mehrere Renaturierungsarbeiten entlang der Ahr. Ende September konnte nun ein weiteres bedeutendes Projekt abgeschlossen werden, bei dem der Zugang zum Wasser und die Naherholung im Vordergrund stehen. Bei der Sportzone von St. Georgen entstand in Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde Bruneck, dem Landesamt für Gewässerschutz und der Fraktion St. Georgen ein Flusspark. Auf einer Länge von etwa 150 Metern wurde das orografisch linke Ufer der Ahr abgesenkt. Die Arbeiten erstreckten

sich über ein Jahr. Entstanden sind am Flussufer zwei breite Wiesenterrassen. Verbunden sind die Wiesenflächen mit Treppen bzw. behindertengerechten Rampen. Sitz- und Liegeeinrichtungen laden zum Entspannen mit Blick auf die Ahr ein. Die attraktive Naherholungszone soll der Bevölkerung den Lebensraum Wasser bewusst machen und sie für das Landschaftselement "naturnahe Flussläufe" begeistern. Die offizielle Übergabe der Naherholungszone an die Bevölkerung von St. Georgen wird voraussichtlich im Frühsommer kommenden Jahres stattfinden.  Das Land Südtirol | Dezember 2012

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Euregio

Drei Länder, viele Ziele Bildung, Jugend, Genossenschaften, Verkehr, Altenpflege: Für eine Institution, die erst ein Jahr alt ist, hat der EVTZ „Euregio Tirol-Südtirol-Trentino” bereits eine rege und breit gefächerte Tätigkeit entwickelt. Das soll 2013 nicht anders werden.

S

chon bei der Gründungsversammlung des EVTZ, des Europäischen Verbunds territorialer Zusammenarbeit, im Herbst 2011 hatte Landeshauptmann Luis Durnwalder betont, dass die drei Länder der Euregio mit ihrem institutionellen Arm möglichst in allen Bereichen eine Zusammenarbeit anstoßen wolle. Aus dieser Vorgabe sind nicht weniger als 80 Projekte geboren, die in einer Prioritätenliste gereiht und mit deren Umsetzung in den vergangenen Monaten begonnen worden ist. Der Schwung des Anfangsjahres

behält das EVTZ-Büro, das von Generalsekretärin Birgit Oberkofler geleitet wird, auch 2013 bei: In Bildung und Jugend, im Genossenschaftswesen, bei der gemeinsamen Verkehrspolitik und der Altenpflege sollen im kommenden Jahr konkrete Projekte umgesetzt werden. Zudem soll 2013 genutzt werden, um die Bewusstseinsbildung rund um die Europaregion zu stärken, etwa mit zwei Schwerpunktveranstaltungen in Bozen und Alpbach.

80 Projekte Zum ersten Mal wird in den Sommerferien 2013 das Sommercamp der Europaregion für Mittelschüler organisiert. Dabei stehen das gegenseitige Kennenlernen und die Verbesserung der Deutsch- bzw. Italienischkenntnisse im Vordergrund. Im nächsten Jahr wird zudem ein interregionaler Schulwettbewerb für Genossenschaftsprojekte starten, der vom Management Center Innsbruck ausgearbeitet wurde und in Zusammenarbeit mit den Genossenschaftsverbänden der drei Länder umgesetzt werden soll.

Das Bildungsforum der Europaregion will in der Lehrerfortbildung neue Impulse mit dem Pilotprojekt der wechselseitigen Hospitation setzen. Dass die Altenpflege zu den großen Themen der nächsten Jahrzehnte gehören wird, beweisen die Bemühungen der Europaregion im kommenden Jahr zur Erstellung einer vergleichenden Studie zu Bestpractice-Modellen in der Altenpflege. Im Bereich der Gesundheit will die Europaregion 2013 erstmals einen Tag der Thermalkuren organisieren, bei dem sich die Sanitätsverwaltungen und Kuranbieter der Europaregion austauschen. Die grenzüberschreitende Verkehrspolitik will die Europaregion auch im kommenden Jahr fortsetzen und intensivieren. So soll das seit vielen Jahren erfolgreich aufgebaute „Monitraf-Netzwerk”, das sich aus renommierten Verkehrsexperten der Alpenländer zusammensetzt, größeren Spielraum in der Bewertung der Verkehrspolitik und seiner Auswirkungen auf die Umwelt und die Bevölkerung bekommen.  

Günther Platter, Luis Durnwalder und Lorenzo Dellai haben gemeinsam die EVTZ-Ziele 2013 abgesteckt

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Euregio

Blick in die Zeitgeschichte

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it einem Blick in die Geschichte und einem in die Zukunft hat die Europaregion die 40 Jahre Autonomie gefeiert. Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des Zweiten Autonomiestatutes lud sie am 21. November zu einem Historikerforum mit dem Titel „40 Jahre Autonomiestatut: vom Paket zur Euregio”. In den Kulturtunnels „Le Gallerie” in Piedicastello bei Trient zogen Historiker Bilanz über die zeitgschichtliche Entwicklung der jüngsten vier Jahrzehnte. Eröffnet wurde die Tagung durch den Trentiner Landeshauptmann Lorenzo Dellai. Im Anschluss hielt Luigi Blanco von der Universität Trient Rückblick auf die Verwaltungstraditionen und auf die italienische Einigung, während Rolf Steiniger von der Uni Innsbruck die Zeit vom ersten Autonomiestatut 1948 bis zur Streitbeilegung im Jahr 1992 beleuchtete. Mit dem Vortrag „Geschichte blickt in die Zukunft: die Europaregion

Die Zeitgeschichtler Carlo Romeo und Andrea Di Michele referierten in Trient über die Geschichte der Europaregion und das Mehrebenensystem” traf Francesco Palermo von der Universität Verona, nach dem Applaus des zahlreich erschienenen Publikums zu urteilen, wohl den Nagel auf den Kopf. Beachtung fand auch der Vortrag über den EVTZ „Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino” durch Elena Alberti vom Euregio-Büro. Welche Aufgabe der euroregionalen Arbeitsgruppe „Geschichte” zukommt, darüber berichtete auf anschauliche Weise Andrea di Mi-

chele vom Südtiroler Landesarchiv. Auf die Probleme und Perspektiven der Geschichtsverbreitung in den Landesteilen des historischen Tirols in den letzten Jahrzehnten ging schließlich Carlo Romeo aus Bozen ein. Sein Vortrag lautete: „Die Geschichten der Europaregion”. Abschließend moderierte Giuseppe Ferrandi, Generaldirektor der Fondazione Museo storico del Trentino, eine Diskussion zwischen den Referenten moderiert.  

In den Kulturtunnels „Le Gallerie“ in Piedicastello in Trient wurde das Autonomie-Jubiläum mit einer Historikertagung begangen

Europaregion schreibt Geschichte

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n der Überzeugung, dass Geschichte verbindet, hat das Büro der Europaregion ein Geschichtebuch herausgegeben. Die 260 Seiten starke Publikation, verfasst vom Bozner Historiker Carlo Romeo, erzählt die Geschichte des Gebiets der heutigen Europaregion. Der Leser kann die ers-

ten Spuren des Menschen in der Geschichte Tirols über das Mittelalter und die Habsburgermonarchie bis hin zur Epoche der napoleonischen Kriege nachverfolgen, ebenso wie die Ereignisse der moderneren Zeit bis herauf zur Gründung der Europaregion selbst.  

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Europa

EU-Luftverkehr: neue Horizonte Den Einheitlichen Europäischen Luftraum gibt es auch nach zehn Jahren noch nicht. Die Europäische Kommission hat nun jedoch ein weit reichendes Paket von Vorschlägen vorgelegt, mit dem die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Luftfahrtbranche gestärkt werden soll. Arno Schuster

D

ie Luftfahrt leistet in Europa einen wesentlichen Beitrag zu Wirtschaftswachstum, Beschäftigung, Tourismus, Kontakten zwischen den Menschen sowie zum regionalen und sozialen Zusammenhalt. Sie beschäftigt mehr als fünf Millionen Menschen und trägt mit 2,4 Prozent zum Bruttoinlands-

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produkt der EU bei. Europäische Fluggesellschaften wurden von der Rezession besonders schwer getroffen. Die seit 1. Jänner dieses Jahres geltende Ausdehnung des europäischen Emissionshandels auf den Flugverkehr hat nicht nur Gewinneinbußen für die Fluggesellschaften, sondern auch negative Folgen für die ganze Branche mit sich gebracht. Zudem ist die Wettbewerbsposition der europäischen Luftfahrtindustrie stark gefährdet, weil die am schnellsten wachsenden Märkte inzwischen außerhalb Europas liegen. In Europa ist es mittlerweile selbstverständlich geworden, ohne Grenzkontrollen von einem Land ins andere fahren zu können. Beim Luftverkehr ist diese Freiheit aber noch nicht gegeben, weil jeder europäische Mitgliedstaat seinen eigenen nationalen Luftraum hat. Darin überwacht und kontrolliert er nach eigenen Regeln und mit einer eige-

nen nationalen Flugsicherung die Bewegungen der Flugzeuge.

27 Flugsicherungssysteme Der EU-Luftraum setzt sich immer noch aus 27 verschiedenen nationalen Flugsicherungssystemen zusammen, die Dienste in rund 60 Flugverkehrszentren erbringen, wobei der Luftraum in mehr als 650 Sektoren unterteilt ist, deren Grenzverläufe sich oft den Ländergrenzen anpassen müssen und dadurch in ihrer Funktionalität eingeschränkt sind. Beim Einfliegen in einen neuen Sektor muss ein Pilot die Funkfrequenz ändern und zum nächsten Fluglotsen Kontakt aufnehmen. Er braucht grünes Licht von allen betroffenen Behörden, die dem Flugzeug Flugroute und Flughöhe vorschreiben. Abhängig von den Verfahren, wie eine Zone zu durchfliegen ist, und von der meteorologischen Situation ändern sich Flugrichtung, Flugge-


Europa schwindigkeit und Flughöhe fortlaufend. Der Wechsel von einem Sektor in den nächsten funktioniert nur auf Grundlage umfassender Vereinbarungen zwischen den Flugverkehrzentren. Auch gibt es in Europa viele Militärzonen, die ständig oder teilweise für den zivilen Luftverkehr gesperrt sind. Ein Flug von Hamburg nach Madrid muss einen enormen Umweg auf sich nehmen, um die weiträumigen Militärzonen in Frankreich und Deutschland zu umfliegen.

42 Kilometer zusätzlich Wegen der Zerstückelung des Luftraums ist in Europa jeder Flug durchschnittlich 42 Kilometer länger als unbedingt notwendig, wodurch sich die Flugzeit verlängert, mehr Kraftstoff verbraucht und mehr Kohlendioxid ausgestoßen wird. Da Fluggesellschaften zahlreiche Flugsicherungssysteme passieren müssen, um an ihr Ziel zu gelangen, entstehen zusätzliche Staus in der Luft, die auch ein Sicherheitsrisiko darstellen. Die Ineffizienz aufgrund der Luftraumfragmentierung verursacht Kosten von rund fünf Milliarden Euro im Jahr, die an Unternehmen und Fluggäste weitergereicht werden. Im Vergleich dazu fallen in den Vereinigten Staaten in einem gleich großen Luftraum, in dem aber mehr Verkehr abgewickelt wird, nur etwa halb so hohe Kosten an. Der Einheitliche Europäische Luftraum ist der Schlüsselbegriff für die seit Mitte der 90er Jahre währenden Bemühungen, die europäischen Verkehrsströme am Himmel zu optimieren. Ziel bleibt es, möglichst bis Ende 2012 die Zersplitterung des Luftraums in nationale Hoheitsgebiete zu überwinden und stattdessen eine begrenzte Zahl funktioneller Luftraumblöcke (FAB) zu schaffen, durch die der Flugverkehr effektiver, sicherer, umweltfreundlicher und kostengünstiger gestaltet werden soll. In einem FAB sollen nationale Zuständigkeiten für die Flugraumverwaltung mehrerer Staaten in einer einzigen Organisationsstruktur zusammengeführt werden. Die Schritte dorthin müssen aber die jeweils in einem FAB zusammengeschlossenen Staaten selbst

erarbeiten. Und darin liegt auch das Problem: viele Mitgliedsstaaten sind nicht bereit, die Kontrolle über ihre Lufträume abzugeben, Bereiche zu öffnen, die einzig für militärische Zwecke beschränkt sind, oder nationale Kontrollzentren abzuschaffen.

Klage angekündigt Die Verhandlungen für die Verwirklichung des Einheitlichen Europäischen Luftraums kommen daher im zuständigen EU-Verkehrsministerrat nur schleppend voran. Säumnisse der nationalen Regierungen werden dazu führen, dass kein einziger der neun geplanten Funktionalen Luftraumblöcke im europäischen Flugverkehr pünktlich im Dezember 2012 funktionieren wird. Bisher haben nur Irland, Dänemark, Schweden und Großbritannien den Luftraum neu geordnet. Malta, Italien, Griechenland und Zypern haben bisher nur ein Abkommen unterzeichnet, um einen eigenen FAB zu schaffen. Die Kommission hat angekündigt, Klage gegen alle säumigen Staaten zu erheben. Im Frühjahr 2013 wird sie auch Vorschläge zur Stärkung des bestehenden Rechtsrahmens für den einheitlichen europäischen Luftraum vorlegen, um die laufenden Reformen zu beschleunigen. Zur besseren Verteidigung europäischer Interessen auf dem internationalen Flugverkehrsmarkt steht seit kurzem ein Maßnahmenpaket zur Luftfahrtaußenpolitik bereit. Darin schlägt die Kommission vor, in den folgenden drei Bereichen voranzuschreiten:

Neue Abkommen Es sollen neue Luftverkehrsabkommen mit Nachbarländern und mit den wichtigsten und zunehmend an Bedeutung gewinnenden Luftfahrtpartnern wie China, Russland, den Golfstaaten, Japan und Indien abgeschlossen werden. Der wirtschaftliche Gesamtnutzen aller Abkommen wird auf zwölf Milliarden Euro pro Jahr geschätzt.

Fairer Wettbewerb Es muss ein neues und wirksameres Instrument zum Schutz der europä-

ischen Interessen vor unlauteren Praktiken entwickelt werden, um gleiche Bedingungen und einen fairen Wettbewerb sicherzustellen. Die geltende EU-Verordnung 868/2004 hat sich diesbezüglich als wenig praxistauglich erwiesen. Sie wurde nach den Anschlägen vom 11. September 2001 ausgearbeitet, als befürchtet wurde, dass die EU-Luftfahrtunternehmen im Transatlantik-Verkehr einem Preis-Dumping ausgesetzt sein könnten. Das Instrument war an die Antidumpingverfahren für den Warenverkehr angelehnt. In der Praxis war es allerdings unmöglich, unlautere Preisbildungspraktiken im internationalen Luftverkehr nachzuweisen, u.a. auch deshalb, weil die komplizierten Preisbildungssysteme, die die Fluggesellschaften für „gleichartige Flugverkehrsdienste“ anwenden, nur schwer miteinander verglichen werden können.

Mehr Investitionen Die derzeitige Beschränkungen bezüglich Eigentum und Kontrolle sollen beseitigen werden. Die meisten Länder haben noch Regelungen, wonach die Luftfahrtunternehmen mehrheitlich im Eigentum und unter der Kontrolle ihrer eigenen Staatsangehörigen sein müssen, was den Unternehmen den Zugang zu einer breiteren Palette von Investoren und Kapitalmärkten versperrt und zu einer künstlichen Struktur der Luftverkehrsbranche geführt hat, die es in anderen Branchen nicht gibt. Nach Konsultation der Mitgliedstaaten im Rat „Verkehr“ beabsichtigt die Kommission, diese Vorschläge voranzubringen und unter anderem Anfang 2013 eine Liste der Prioritäten für EU-Verhandlungsmandate vorzulegen. Ausführliche und direkte Informationen über die aktuellen Entwicklungen des Einheitlichen Europäischen Luftraums und über die Luftfahrtaußenbeziehungen finden sich auf der Webseite der Generaldirektion Mobilität und Verkehr der Europäischen Kommission unter http:// ec.europa.eu/transport/modes/air/ single_european_sky/.  Das Land Südtirol | Dezember 2012

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Arbeit

„Zum ersten Mal seit zehn Jahren", erklärt Landesrat Bizzo, "liegen vom Südtiroler Arbeitsmarkt Ergebnisse vor, die nicht so rosig sind. Zwar steht Südtirol im europäischen Vergleich immer noch gut da, aber wir sind besorgt. Die Landesregierung wird alles unternehmen, um Arbeitsplätze zu erhalten und die Zukunft der Jugendlichen zu sichern." Maja Clara

B

esorgniserregend", führt Landesrat Roberto Bizzo aus, "ist die Situation vor allem im Bausektor und bei den Transporten: Der Bausektor ist der in Südtirol am stärksten erschütterte, und das Transportwesen leidet unter dem Rückgang der Gütertransporte." Bei der Analyse der drei Kategorien Unter-Dreißigjährige, Frauen und Über-Fünfzigjährige stellt Landesrat Bizzo fest: "Was die ersten beiden Gruppen betrifft, können die Ergebnisse als positiv bezeichnet werden. Bei den Über-Fünfzigjährigen stellt sich die Situation kritischer dar, vor allem, wenn sie weniger qualifiziert sind." In den vergangenen vier Jahren hat sich die Zahl der arbeitslosen Personen über 50 Jahren von 989 im Jahr 2008 auf 1968 im heurigen Jahr verdoppelt.

Bald bei vier Prozent Die Arbeitslosenquote allgemein hielt sich in den vergangenen Jahren durchwegs auf einem sehr niedrigen Niveau, ist in etwa gleich geblieben und erst kürzlich als Folge der Wirtschaftskrise gestiegen, voraussichtlich wird sie die in nächster Zeit Vier-Prozent-Marke

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Foto: LPA/Pertl

Arbeitsmarkt: nicht so rosig

Abteilungsdirektor vorgestellt: LR Bizzo (Mitte), Abteilungsdirektor Helmuth Sinn (links), Amtsdirektor Stefan Luther. erreichen. "Der Südtiroler Arbeitsmarkt schwächelt", unterstreicht denn auch Helmuth Sinn, Direktor der Landesabteilung Arbeit, "die Lage steht still, hat sich nur leicht verschlechtert. Südtirol ist von der Krise im Jahr 2009 nur gestreift worden, Mitte 2010 bis Mitte 2011 war eine kurze Erholungsphase zu verzeichnen, ab September 2011 schlug die nächste Krise mit größerer Breitenwirkung auf den Südtiroler Arbeitsmarkt nieder." Als positiv sei zu vermerken, dass die Erwerbstätigkeit mit 76 Prozent in Südtirol recht hoch sei und eine hohe Frauenerwerbsbeteiligung vorliege: 67,8 Prozent der Frauen arbeiten und 84 Prozent der Männer. "Damit", sagt Sinn, "haben wir das Ziel Europa 2020 schon erreicht." Nicht alle Bereiche des Arbeitsmarktes entwickeln sich gleich, legte der Abteilungsleiter dar: "Der Motor ist immer noch das Gastgewerbe, Zuwächse sind auch im verarbeitenden Gewerbe, im Handel und in anderen Dienstleistungen zu verzeichnen. Negativ hingegen ist die Entwicklung neben Bauwesen und Transport bei den Banken und in der öffentlichen Verwaltung und - und das ist neu - im Bildungsbereich." Aber: "Südtirol steht im nationalen wie

im internationalen Vergleich gut da", schließt Sinn. Die Ausländer sind aus dem Südtiroler Arbeitsmarkt nicht mehr wegzudenken: derzeit stammen 17 Prozent der abhängig Beschäftigten aus NichtEU-Ländern. Stefan Luther, Direktor des Landesamtes für Arbeitsmarktbeobachtung, erklärt, dass im Tertiärsektor die Arbeitnehmer "recht gut dastehen". Sehr gut sei die Lage im Gastgewerbe mit Hotels und Restaurants. Im Bereich Dienstleistungen weist der Amtsdirektor auf die Entwicklungen in drei Bereichen hin: Im Bankenbereich hat der Schrumpfungsprozess 2008 begonnen; im Transportwesen hat sich der Straßengütertransport negativ entwickelt; im Bereich Information und Kommunikation ist die Situation stabil, im Unterbereich Informatik sogar außerordentlich positiv und sehr dynamisch. Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Zeitraum 2008 bis 2012 nimmt Sinn unter die Lupe: "Vorher", hebt er hervor, "war der Südtiroler Arbeitsmarkt ausgesprochen günstig, seit 2011 sind die Zahlen wieder leicht angestiegen, derzeit stehen 2003 in der Mobilitätsliste - eine Zahl, die noch nie erreicht wurde." 


Soziales

Aus zwei mach eins Wohn- und Mietgeld werden ab 1. Jänner 2013 zu einer neuen Leistung, dem „Mietbeitrag”, zusammengefasst.

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011 sind vom Wohnbauinstitut (Wobi) 31,8 Millionen Euro an Wohngeld ausgezahlt worden, 11,1 Millionen Euro von den Sozialsprengeln an Mietgeld. „Da beide Leistungen denselben Zweck verfolgen, ist eine Zusammenlegung sinnvoll. Die Leistung wird künftig nur noch von den Sozialsprengeln verwaltet und die neuen Ansuchen können nur mehr dort abgegeben werden. Damit wird künftig auch vermieden, dass an zwei Stellen zugleich angesucht werden kann”, unterstreicht Soziallandesrat Richard Theiner, in dessen Ressort die neue Leistung fällt. Ein weiterer Vorteil gegenüber dem bisherigen Wohngeld sei, so Theiner, dass bei den Sprengeln jederzeit das Ansuchen eingereicht werden kann und nicht wie bisher bestimmte Fristen eingehalten werden müssen. Auch die Bearbeitungszeiten verkürzen sich durch die Zusammenlegung. Die Landesregierung einigte sich auch auf die Kriterien der neuen Leistung, nachdem bereits Mitte 2012 vom Landtag die Zusammenlegung beschlossen worden war. Damit der Übergang nicht allzu abrupt ist, wurde für die bisherigen Bezieher des Wohngeldes eine Übergangsregelung vorgesehen. „Wer zurzeit einen registrierten Mietvertrag hat und Wohngeld bezieht, wird dies auch weiterhin zu den selben Bedingungen vom Wohnbauinstitut beziehen und zwar bis zum Auslaufen seines Vertrages, jedoch maximal vier weitere Jahre”, erklärt Landesrat Theiner. Neue Verträge werden ab 2013 ausschließlich vom Sozialsprengel verwaltet. Um Anrecht auf den neuen Miet-

beitrag zu haben, muss der Mieter einen regulären und registrierten Mietvertrag für Wohnzwecke vorweisen. Die zum Beitrag zugelassenen Höchstmieten sind von der Landesregierung festgelegt und unterscheiden sich je nach Familiengröße und Gemeinde. Es wird auch wie bisher nicht jeder Mieter Anrecht auf einen Beitrag haben, sondern aufgrund seiner wirtschaftlichen Situation, die eine festgelegte Höhe nicht übersteigen darf. Die Landesregierung definierte auch die Ausschlusskriterien, so z. B. für Mieter, deren Eltern eine Zweitwohnung besitzen die nicht oder außerhalb der unmittelbaren Verwandten vermietet ist, oder Mieter, die bereits einen Mietbeitrag bekommen haben und mit diesem jedoch nicht die Miete bezahlt haben. Für Nicht-EU-Bürger wird eine mindestens fünfjährige Ansässigkeit vorausgesetzt. Ob jemand Anspruch auf den Mietbeitrag hat bzw. wie hoch dieser ausfällt, hängt von der wirtschaftli-

chen Lage ab, die nach den Kriterien der einheitlichen Erhebung von Einkommen und Vermögen (EEVE) berechnet wird, um die soziale Treffsicherheit der Leistungen zu gewährleisten. Je höher Einkommen und Vermögen, desto niedriger der ausbezahlte Mietbeitrag. „Verglichen mit der heutigen Situation wird es künftig Empfänger geben, die mehr als bisher erhalten, genauso wie es Bürger geben wird die etwas weniger bekommen werden, z.B. jene mit einem etwas höheren Einkommen bzw. die ein finanzielles Vermögen haben", betont Landesrat Theiner und weist darauf hin, dass die neuen Kriterien mit den Gewerkschaften abgestimmt worden sind. Vom Mietbeitrag werden Personen und Familien ausgeschlossen, deren Verfügbarkeiten die laut EEVE-Kriterien festgelegten Einkommensgrenzen übersteigen. Nicht geändert wurden hingegen die Einkommensgrenzen für die Zuschüsse bei den Wohnnebenkosten.  ohn

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Verwaltung

Kostenloses Kataster Wer Einblick in Besitzverhältnisse nehmen möchte oder Grund- und Katasterdaten benötigt, dem ermöglicht die Landesabteilung Grundbuch, Grund- und Gebäudekataster nun einen schnellen und kostenfreien Zugang. Mit November sind die geltenden digitalen Katastermappen der Südtiroler Gemeinden direkt und kostenlos auf dem Kataster- und Grundbuchsportal OpenKat einzusehen und herunterzuladen.

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Ü

ber den Link http://www.openkat.it/ können alle Bürger die Mappen der verschiedenen Katastergemeinden und Ktasterbezirke herunterladen. Die Dateien sind mit allen Cad-Software und den wichtigsten kartografischen Programmen kompatibel. „Schon in Vergangenheit haben wir diese Daten den Berufskammern und den öffentlichen Ämtern, dem Gemeindenverband und den Universitäten kostenlos zur Verfügung gestellt", so Landesrat Hans Berger. „Nun sind wir einen Schritt weiter gegangen und machen die Katastermappen über das Internet für alle Interessierten zugänglich, ganz im Sinne von Bürokratieabbau, Transparenz und Open Data, dem freien Datenzugang für die Allgemeinheit", sagt der Landesrat. Die kostenlosen Katastermappen werden zweimal jährlich aktualisiert, und zwar in den Monaten Mai und November. Die Mappensituation

ist somit relativ ajourniert. Aus ihr kann das Territorium der jeweiligen Katastergemeinde mit den Parzellen und den Gebäuden ersichtlich. Die Katastermappe gilt zudem das Grundlagendokument für verschiedene Bereich, darunter die Vergabe von Zuschüssen oder die urbanistische Planung. Der frei zugängliche Dienst ergänzt das schon vorhandene Angebote im Netz des Katasters und des Grundbuches, wie die kostenlose Einsichtnahme in das Gebäudekataster mittels Bürgerkarte. Der Teil von OpenKat, der eingeschriebenen Nutzenden zugänglich ist, zählt mittlerweile 10.000 Nutzende, die jährlich an die 1.5 Millionen Einsichtnahmen vornehmen. „Wir ständig bemüht, die neuen Technologien bestmöglich zu nutzen mit dem Ziel, den Bürgern einen immer besseren Dienst zu bieten und die Effizienz unserer Abteilung zu steigern", betont Abteilungsdirektor Klaus Gänsbacher. 


Mobilität

Bahn&Rad-Ticket gefragt Im November haben die Radverleihe an Südtirols Bahnhöfen ihren Betrieb eingestellt. Somit tritt auch das 2011 eingeführte Ticket "bikemobil Card" für die kombinierte Nutzung von Bus, Bahn und Leihfahrrad die Winterpause an.

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er Verlauf der Radsaison 2012 zeigt, dass Radfahren gerne und immer häufiger mit der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel kombiniert wird", meint dazu Mobilitätslandesrat Thomas Widmann. Mit der bikemobil Card wurden die Voraussetzungen geschaffen, um diese Kombination mit nur einer Karte im ganzen Land zu ermöglichen. „Die bikemobil Card vereint drei Angebote: die Nutzung aller öffentlichen Verkehrsmittel in ganz Südtirol, die Miete eines Leihfahrrads - und dessen Rückgabe an einem belie-

bigen der 23 landesweit verteilten Verleihpunkte, die vorwiegend an den Bahnhöfen zu finden sind", erinnert Landesrat Widmann. Das Kombiticket gibt es seit 2011. In der ersten Saison wurden auf Anhieb 20.000 Tickets verkauft; 2012 waren es schon 23.500, was einer Steigerung von 17,5 Prozent gleichkommt. Während sich die Ein-Tageskarten als weitaus beliebteste Variante bewährt haben, hat auch der Verkauf von Mehrtageskarten zugenommen. Der Verkauf von Drei-Tageskarten hat gegenüber 2011 um 50 Prozent zugenommen, die Sieben-Tageskarten wurden sogar doppelt so oft verkauft. Vor allem der Vinschgau und der Meraner Raum haben sich als Hochburg des Radtourismus etabliert. Beinahe ein Drittel der Karten wurde allein im Monat August verkauft; die zweitstärksten Monate waren Juli und September. Interessant: Im Oktober wurden trotz teils niedriger Temperaturen - doppelt so viele Karten verkauft wie im Mai. „Seit 2010 sind wir darum bemüht,

Die Kombination Bahn- und Zugfahren waren auch 2012 stark gefragt Leihfahrräder nicht nur an den Bahnhöfen des Vinschgaus sondern in ganz Südtirol anzubieten. Dies ist uns gelungen, mittlerweile sind die Partnerverleihe vom Brenner bis Bozen, von Innichen bis Mühlbach und auch im Überetsch vertreten", so Widmann. Im April 2013 werden die „Südtirol Rad"-Verleihstellen ihren Betrieb wieder aufnehmen. Ab dann wird auch die „bikemobil Card" wieder erhältlich sein. 

Weihnachtliche Museumobil Card

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ie „Museumobil Card” ermöglicht es an drei bzw. sieben aufeinander folgenden Tagen mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln in Südtirol unbegrenzt zu fahren und rund 80 Museen und Sammlungen kostenlos zu besuchen. Erhältlich ist die Weihnachtsausgabe der Karte noch bis 6. Jänner. Die Museumobil Card vereint zwei Angebote: Die unbegrenzte Fahrt mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln an drei oder sieben aufeinander folgenden Tagen sowie jeweils einen Eintritt in rund 80 Museen und Sammlungen in ganz Südtirol. Jedes der rund 80 teilnehmenden Museen kann nur ein Mal pro Karte besucht werden. Die Karte ist in zwei Varianten erhältlich: für sieben Tage und für drei Tage, jeweils für Erwachsene

und Kinder zwischen 6 und 14 Jahren: Karte

Erwachsene

(6 - 14 Jah.)

Junior

Museumobil Card 7 Tage

32,00 Euro

16,00 Euro

Museumobil Card 3 Tage

28,00 Euro

14,00 Euro

Für die Weihnachtszeit von November bis 6. Jänner 2013 wurde für die Drei-Tages-Karte ein eigenes Layout entwickelt, das thematisch zu den Christkindlmärkten passt. Der Preis bleibt gleich. Die „Museumobil Card” ist in allen Verkaufsstellen des Südtiroler Verkehrsverbundes, in den Tourismusvereinen und in einigen der teilnehmenden Museen erhältlich.

Das Karten-Projekt wird von der Landesabteilung Museum in Zusammenarbeit mit dem Amt für Personenverkehr der Landesabteilung Mobilität und des Museumsverbands Südtirol getragen und von der Stiftung Südtiroler Sparkasse unterstützt. 

info www.museumobilcard.info/ www.provinz.bz.it/museen

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Museen

Weihnachten im Berg Auch in der Adventszeit gibt es Gelegenheit, das Südtiroler Bergbaumuseum – Bergbauwelt Ridnaun Schneeberg zu besuchen und in 800 Jahre Südtiroler Bergbaugeschichte einzutauchen.

800

Jahre Bergbau am Schneeberg, alle seit dem Mittelalter angewandten Abbau- und Fördermethoden, originale, noch funktionstüchtige Maschinen. Gelegenheit, sich über den Bergbau in Südtirol und im Alpenraum zu informieren, gibt es im Südtiroler Bergbaumuseum – Bergbauwelt Ridnaun Schneeberg auch in der Weihnachtszeit. Aber nicht nur im Bergwerk, sondern auch auf dem Weihnachtsmarkt in Sterzing wird Kurioses über den Bergbau gezeigt, unter anderem eine Bilderausstellung zu Sagen über den Bergbau im Wipptal. An den vier Freitagen und Sonntagen vor dem 24. Dezember können die Besuchenden in das Gewand des Bergmanns schlüpfen und bei besonderen Attraktionen wie der Münzprägung oder dem Erzabbau mit Schlägel und Eisen dabei sein. Bei der Führung im Bergwerk wandert man ca. 200 Meter tief in den Fels hinein und erhält Ein-

blick in die Arbeitsbedingungen der Knappen unter Tage, geprägt von Dunkelheit, Nässe, Staub und Lärm. Bei der original erhaltenen Erzaufbereitungsanlage darf man selbst Hand anlegen. Der Weg in den Stollen ist auch für Kinderwagen geeignet und behindertengerecht ausgebaut. Im Freien ist die Übertageförderanlage des 19. Jahrhunderts, damals die längste der Welt, noch überall sichtbar und die moderne Seilbahn, die bis vor kurzem noch genutzt wurde, vermittelt einen Eindruck vom aufwendigen Transport des Erzes vom Berg ins Tal. Vor oder nach der Führung kann das Museumsgebäude besichtigt werden, in dem mehrere Ausstellungen zu verschiedenen Themen

des Bergbaus untergebracht sind, wie Mineralien, Werkzeuge, Transportsysteme, Vermessungssysteme und andere Zeugnisse aus dem Leben der Knappen. Besonders die Ecke mit der „Ridnauner Riesin“ in Lebensgröße von 2,17 Metern lässt die Besuchenden staunen. Die Bergwerksführungen finden im Dezember jeweils mittwochs, samstags, sonntags und feiertags um 11.15 Uhr statt; vom 26. bis 31. Dezember werden hingegen täglich Führungen um 11.15 Uhr organisiert. Dafür bestehen zwischen Sterzing und Maiern ideale Busverbindungen. Gruppen auf Voranmeldung erhalten auch außerhalb der angegebenen Zeiten eine Führung. Am 24. und 25. Dezember bleibt das Museum geschlossen. Das höchstgelegene Bergwerk Europas am Schneeberg auf über 2.300 Metern ist fast zur Gänze erhalten. Europaweit einmalig ist daher auch der umfassende Einblick in die 800 Jahre währende Bergbaugeschichte.  info Bergbauwelt Ridnaun Schneeberg Maiern 48, Ridnaun, Ratschings Telefon 0472 656364 ridnaun.schneeberg@bergbaumuseum.it www.bergbaumuseum.it

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Museen

mysteriX im Archäologiemuseum Mit einer Ausstellung rätselhafter Funde aus Südtirol eröffnet das Südtiroler Archäologiemuseum das neue Jahr. Zu sehen ist ein Jahr lang, „mysteriX“ von 22. Jänner 2013 bis 19. Jänner 2014.

S

ieben einzigartige archäologische Funde von der Urgeschichte bis zur Römerzeit stellen die Forschung vor ein Rätsel: Wie wurden sie verwendet? Was bedeuten sie? Erwachsene und Kinder schlüpfen in der neuen Sonderausstellung des Südtiroler Archäologiemuseums in die Rolle von Wissenschaftlern und probieren Werkzeuge und Methoden der Archäologie aus. An sieben Stationen sind Originalfunde aus unterschiedlichen Epochen zu besichtigen, die in Südtirol in den vergangenen Jahren zum Vorschein kamen. Die Objekte sind aus verschiedenen Materialien, es handelt sich um Einzelfunde oder Depotfunde, sie wurden methodisch ausgegraben oder zufällig gefunden. Auf jeden Fall sind sie einzigartig – einige sogar europaweit – und sie haben eines gemeinsam: Sie bleiben rätselhaft: das Knacken

Museum Südtiroler Archäologiemuseum

Naturmuseum Südtirol

Südtiroler Bergbaumuseum Kornkasten in Steinhaus

Südtiroler Bergbaumuseum – Bergbauwelt Ridnaun Schneeberg ´ Museum Ladin Ciastel de Tor und Museum Ladin Ursus ladinicus

eines Schlosses, die Anleitung für ein Spiel oder das Entziffern von Schriftzeichen – bei diesen Funden hat die Archäologie noch keine letztgültige Erklärung gefunden. In der ersten und einzigen Familienausstellung Südtirols können Groß und Klein Archäologisches mit allen Sinnen erfassen. Der Zugang zu mysteriX ist spielerisch und interaktiv: Erwachsene und Kinder forschen und stellen die Methoden der Archäologie auf die Probe. An jeder Station können Funde entdeckt, ausnahmsweise angefasst und sogar ausprobiert werden. Vergleiche anstellen, Vermutungen aussprechen

und die Ergebnisse wieder überprüfen – auch Forschende arbeiten auf diese Weise, um die Bedeutung eines Fundes zu entschlüsseln. Für jede Altersgruppe ist etwas dabei, doch gemeinsam macht das Forschen und Entdecken am meisten Freude.  Sonderausstellung im Archäologiemuseum mysteriX – Rätselhafte Funde aus Südtirol 22.01.2013 – 19.01.2014 Öffnungszeiten: Di-So 10-18 Uhr. Im Juli, August und Dezember auch montags geöffnet. Museumstraße 43, Bozen www.iceman.it/mysterix

Öffnungszeiten im Dezember und Jänner Im Dezember täglich von 10 bis 18 Uhr (letzter Einlass um 17.30 Uhr). Im Jänner von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr (letzter Einlass um 17.30 Uhr). Am 24. und 31. Dezember von 10 bis 15 Uhr (letzter Einlass um 14:30 Uhr). Geschlossen am 25. Dezember, 1. Jänner 2013 und vom 14. bis 21. Jänner 2013 wegen Umbaus der Ausstellung. Von Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr. Geschlossen am 25. Dezember und 1. Jänner. Schulen ab 9 Uhr (Vormerkung erforderlich). Von 26. Dezember bis 31. März: dienstags und mittwochs von 9 bis 12 Uhr und von 15 bis 18 Uhr; donnerstags von 15 bis 22 Uhr; samstags von 15 bis 18 Uhr; sonntags von 14 bis 18 Uhr. Geschlossen am Montag und Freitag. Im Dezember reduziertes Führungsprogramm in Zusammenarbeit mit dem Weihnachtsmarkt Sterzing: Führungen mittwochs, samstags, sonntags/feiertags um 11.15 Uhr. Vom 26. bis 31. Dezember täglich Führungen um 11.15 Uhr. Am 24. und 25. Dezember finden keine Führungen statt. Vom 7. bis 11. Dezember täglich von 15 bis 19 Uhr. Vom 26. Dezember bis 7. Jänner täglich von 15 bis 19 Uhr. Vom 8. Jänner bis Ostern: Mittwoch bis Samstag von 15 bis 19 Uhr.

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Geschichte

Landesarchiv übernimmt Bestände Geschichtsforschenden stehen im Südtiroler Landesarchiv in Bozen neue Archivalien aus der Zeit zwischen dem 14. und dem 19. Jahrhundert zur Verfügung.

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s handelt sich dabei um Akten und Dokumente, die nach Ende des Ersten Weltkrieges in Innsbruck zurückgeblieben beziehungsweise im Zuge der Option nach Innsbruck gekommen waren. Das Tiroler Landesarchiv hat sie nun dem Südtiroler Landesarchiv übergeben. „Die Beschäftigung mit Landesgeschichte, Familienforschung und Ortsgeschichte erfreut sich auch in Südtirol großer Beliebtheit”, weiß Landesarchivarin Christine Roilo. Geschichtsforschung und Geschichtsschreibung leben von der Verfügbarkeit von Schriftquellen, die in öffentlichen oder kirchlichen Archiven verwahrt werden. Daher ist die jüngste Bestandserweiterung des Südtiroler Landesarchivs für viele Forschende eine gute Nachricht.

„Im Zuge eines Beständeabgleiches konnte das Südtiroler Landesarchiv von seiner Schwesterinstitution in Innsbruck, dem Tiroler Landesarchiv, zahlreiche Archivalien aus der Zeit zwischen dem 14. und dem 19. Jahrhundert übernehmen”, so der stellvertretende Landesarchivar Gustav Pfeifer. Es handelt sich dabei um Bestände, die 1919 nach dem Ende des Ersten Weltkrieges in Innsbruck zurückgeblieben bzw. um solche Archivfonds und Einzelstücke, die im Zuge der Option nach Innsbruck gekommen waren und

bis vor kurzem am Tiroler Landesarchiv verwahrt wurden. „Damit werden nunmehr – dank der intensiven Bemühungen der beiden Archivdirektionen – Archivalien Südtiroler Provenienz wieder für die Forschung zugänglich gemacht, die lange Zeit entweder nur auf Mikrofilm, gar nicht oder nur sehr schwer einsehbar waren”, betonen die Landesarchivare. Gemeinsam mit ihren Innsbrucker Kollegen verweisen sie darauf, dass damit ein schwieriges Kapitel der Nachkriegsgeschichte glücklich abgeschlossen werde. 

Das Landesarchiv hat von Tirol umfangreiche Bestände übernommen

Chronisten: Gegenwart festhalten, Zukunft mitgestalten

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as Chronikwesen habe zwar im Norden begonnen, man sei aber längst schon dabei, vom Süden zu lernen: Damit überbrachte der Nordtiroler Historiker Richard Lipp den hundert Chronistinnen und Chronisten Glückwünsche zu ihrem 15. Jahrestreffen Mitte November. Landesrätin Kasslatter Mur verlieh ihrer Wertschätzung für die wertvolle ehrenamtliche Arbeit Ausdruck: „Chronistinnen und Chronisten zeigen auf, dass Geschichte und Gegenwart die Wurzeln und das Fundament für die nächsten Generationen sind; damit leisten sie einen wichtigen kulturellen Beitrag für die Zukunft und einen wertvollen kulturellen Dienst an der Gesellschaft.“ Ein

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wichtiges Anliegen, unterstrich die Landesrätin, sei nicht nur die Zusammenarbeit zwischen den Chronistinnen und Chronisten untereinander sowie die Arbeit in den Bezirken und darüber hinaus, sondern die Arbeit in den Gemeinden.“ Die Direktorin des Südtiroler Landesarchivs Christine Roilo stellte das neu verfasste Berufsbild der Ortschronistinnen und Ortschronisten vor. In diesem Tätigkeitsprofil, das sie gemeinsam mit ihrer für das Chronikwesen zuständigen Mitarbeiterin Margot Pizzini und mit Landeschronist Robert Kaserer erstellt hat, werden die Aufgaben von der Jahreschronik bis zum aktuellen Ortsgeschehen beschrie-

ben, die Zusammenarbeit mit den Vereinen und Verbänden und die Vermittlungsarbeit im Austausch mit der Bevölkerung, den Bezirken und dem Landesarchiv. Vorgestellt wurden auch das neue Faltblatt unter dem Motto: „Chronik - Gegenwart festhalten, Zukunft mitgestalten“, das für neue Chronistinnen und Chronisten werben soll, sowie das Buch „An der Grenze. Sieben Orte des Übergangs in Tirol, Südtirol und im Trentino“, entstanden als Projekt der Arbeitsgruppe „Geschichte und Region / Storia e regione“ in Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck, der Universität Trient, dem Südtiroler Landesarchiv und der Fondazione Museo Storico del Trentino. 


Bildung

Ein neuer Elternbrief Warum Spiel und Bewegung so wichtig sind, worauf es bei der Ernährung ankommt, wie aufräumen ganz leicht geht oder warum Doktorspiele in diesem Alter ganz normal sind erfahren Erziehende im neuen Elternbrief.

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eugierig und klug, das sind Kinder zwischen drei und fünf Jahren. Wie sie sich in diesen Jahren entwickeln, wie Väter und Mütter sie dabei begleiten können ohne selbst zu kurz zu kommen, das erfahren sie in dieser sechsten Broschüre der Reihe „Elternbriefe“. Neben zahlreichen Texten von

Fachleuten finden sich darin Anregungen von Müttern und Vätern, Spieltipps, ein Notfallquiz, Infos zu den Themen „Tiere in der Familie“, „Medienerziehung“, „erste Aufklärung“ und „Unser Kindergartenkind“ sowie vieles mehr. Comics und viele nützliche Adressen runden das Angebot ab. Zusätzlich enthält der 6. Elternbrief ein „Thema Spezial“ zur Trennung/ Scheidung von Eltern – und wie Väter und Mütter diese intensive Zeit gestalten können, damit ihre Kinder möglichst wenig darunter leiden. Der neue 6. Elternbrief sowie die weiteren Elternbriefe können kostenlos im Landesamt für Jugendarbeit, Andreas-Hofer-Straße 18, in Bozen bestellt werden: Tel. 0471 413376, E-Mail: elternbriefe@provinz.bz.it. 

14 Sprachen für Bookstart

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as Projekt „Bookstart – Babys lieben Bücher“ hat in den knapp sechs Jahren seines Bestehens 70 Prozent aller Kinder erreicht, die seit 2007 geboren wurden. Nun hat das Projekt einen Sprung in Südtirols Sprachenvielfalt gemacht. Die Anmeldekarte zur Teilnahme haben die projekttragenden Landesämter - das Amt für Jugendarbeit, das Amt für Bibliotheken und Lesen, das italienische Amt für Weiterbildung, Bibliotheken und audiovisuelle Medien – nun neben Deutsch und Italienisch auch in Albanisch, Urdu und Arabisch herausgebracht. Das Faltblatt, das über die Bedeutung des Lesens informiert und Tipps zum Vorlesen gibt, wurde sogar in 14 Sprachen gedruckt: Deutsch, Italienisch, Ladinisch, Französisch, Albanisch, Englisch, Spanisch, Rumänisch, Polnisch, Arabisch, Urdu, Slowakisch, Serbisch und Russisch. „Dies, um Familien mit einem Migrationshintergrund den Zugang zum Projekt

zu erleichtern“, erklärt Projektinitiatorin Gudrun Schmid. Im Rahmen von „Bookstart" erhalten Familien Bücherpakete: Das erste wird ihnen zum sechsten Monat ihres Kindes zugesandt, ein Jahr später können sie das zweite

in einer Bibliothek in ihrer Nähe abholen. Das Paket enthält neben zwei Büchlein viele Anregungen und Tipps zum Vorlesen sowie Lese-Empfehlungen. Bisher wurden den Familien insgesamt 45.000 Pakete zur Verfügung gestellt. 

info www.provinz.bz.it/bookstart Tel. 0471 41 33 86.

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Kurz notiert

Schule und Arbeitwelt

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ie italienische Schule will die Zusammenarbeit mit der Welt der Arbeit und der Wirtschaft stärken und dadurch die Zukunftsperspektiven der Jugendlichen und deren Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung wurde Mitte November an der Europäischen Akademie Eurac in Bozen gesetzt. Im Rahmen der vom italienischen Bildungsressort veranstalteten Tagung „Skills for Jobs -Schools at Work” unterzeichneten der italienische Schullandesrat Christian Tommasini und Wirtschafts- und Arbeitgebervertretende ein Einvernehmensprotokoll. Demnach wird am italienischen Bildungsressort eine Dienststelle

für Innovation und gute Praxis eingerichtet, welche die Aufgabe hat, Schule und Arbeitswelt stärker zu vernetzen. „Jugendliche sollen über Praktika vermehrt Einblick in die Arbeitswelt erhalten und damit auch in ihrer Ausbildungsund Berufswahl unterstützt werden”, so der italienische Schullandesrat Christian Tommasini, der die Schaffung einer gemeinsamen Plattform von Schule und Arbeitswelt als eines der strategischen Ziele der laufenden Legislaturperiode bezeichnete. „Ziel ist es, den Eintritt der Jugendlichen in die Arbeitswelt zu erleichtern und ihnen damit dabei zu helfen, ihren Platz in der Gemeinschaft zu finden”, so der Landesrat. 

EU-Beihilfen-Leitfaden

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it einem neuen Handbuch bringt die Landesabteilung Europa Licht ins Dickicht des europäischen Beihilfenrechts. Im EU-Recht geht es darum, dass der Wettbewerb privatrechtlich organisierter Unternehmen oder ganzer Wirtschaftszweige nicht durch staatliche Begünstigungen beeinträchtigt oder verzerrt wird. Europaweit werden jährlich staatliche Förderungen von 50 Milliarden

Abteilungsdirektor Thomas Mathà, Arno Schuster, Jessica Strappazzon und Barbara Schwienbacher bei der Vorstellung des neuen Leitfadens zum europäischen Beihilfenrecht

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Euro vergeben. Die EU sieht darin einen Grund, um ausgleichend einzugreifen. Das europäische Beihilfenrecht ist allerdings ein äußerst komplexer Bereich. Rechtssicherheit kann nur entstehen, wenn Klarheit über die Anwendung besteht. Daher will die Europa-Abteilung nun mit einem neuen Handbuch Licht ins Dickicht bringen. „Dieses Handbuch soll einen Überblick über das europäische Beihilfenrecht schaffen”, so der Direktor der Landesabteilung Europa, Thomas Mathà. Daher finden sich darin Dokumente und Bekanntmachungen. Berücksichtigt wird auch der vorübergehende Gemeinschaftsrahmen für staatliche Beihilfen zur Erleichterung des Zugangs zu Finanzierungen in der gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise, ebenso die jüngsten Entwicklungen bei den Dienstleistungen von allgemeinem wirtschaftlichem Interesse. Der für Mitarbeitende öffentlicher Verwaltungen und Unternehmen gedachte Leitfaden ist in der Landesabteilung Europa in Bozen, Gerbergasse 69, erhältlich. 

Vorreiter bei Energieeffizienz

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ie Landesabteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung hat einen ihrem Namen entsprechenden Sitz: Es ist das erste und bisher einzige öffentliche Passivhaus Italiens und weltweit das erste Verwaltungsgebäude im Passivhausstandard. Dafür wurde Mitte November dem Landhaus 11 neben dem Bozner Bahnhof das Passivhaus-Zertifikat überreicht. Es sei, blickt BautenLandesressortdirektor Josef March zurück, nicht leicht gewesen, aus diesem 1950 errichteten alten Gebäude ein „Passivhaus” oder „Klimahaus Gold" zu schaffen: „Die Verleihung des Zertifikates ist auch ein Ansporn, uns im Bereich der öffentlichen Bauten für Energieeffizienz einzusetzen.” Erfinder des Passivhauses und Gründer des „Passivhaus Institutes” mit Sitz in Darmstadt ist Wolfgang Feist; als sein Vertreter hat Jan Steiger die Plakette überreicht und darauf hingewiesen, dass bei Beginn der Sanierungsarbeiten 2004 nach Beratung durch das „Passivhaus Institut” weit mehr als die gesetzlich vorgegebenen Standards eingehalten worden waren. Dieses Haus „mit vernachlässigbarem Heiz- und Kühlbedarf” steht auch in ständigem Austausch mit der Europäischen Akademie Eurac und der Universität Innsbruck. Architekt Michael Tribus weist bei einem Überblick über die 2004 begonnene und 2006 abgeschlossene Generalsanierung des ehemaligen Postgebäudes hervor, dass Energieeffizienz immer auf der Hülle basiert; die Dämmung ist die günstigste Form, Energieeffizienz zu erreichen.  


Tourismus & Landwirtschaft

Schüler lehren Schüler Dire, fare, gustare: Das Motto des italienischen Slow-foodGründers Carlo Petrini ist schwer zu übersetzen, es in die Praxis umzusetzen, fällt auch nicht leichter: Versucht haben’s Landwirtschafts- und Hotelfachschüler, die über gesunde Nahrungsmittel diskutiert, sie hergestellt und verarbeitet haben.

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ie enge Zusammenarbeit zwischen Tourismus und Landwirtschaft, von Landesrat Hans Berger zu einer seiner politischen Prioritäten erklärt, sucht ihren Weg auch – oder vor allem – über den Teller, und zwar in Gestalt kleiner Kreisläufe. Konkret heißt dies: Was an Gesundem, qualitativ Hochwertigem auf Südtirols Äckern und Wiesen entsteht, soll in den heimischen Restaurants und Hotels zu ebenso hochwertigen, typisch Südtiroler Gerichten verarbeitet werden.

„Damit dies funktionieren kann, braucht es den engen Austausch zwischen Bauern und Gastbetrieben, zwischen den Produzenten der Nahrungsmittel also und deren Verarbeitern“, so Berger.

Pilotprojekt in Bruneck Diesen Austausch fördert man nun bereits bei den Azubis in beiden Bereichen. So hat etwa Küchenmeister Reinhard Steger das Pilotprojekt „Dire, fare, gustare“ auf die Beine gestellt, bei dem es darum ging, Schüler der Hotelfachschule Bruneck sowie der Fachschule für Landwirtschaft Dietenheim zusammenzubringen und sie über heimische Lebensmittel diskutieren, sie mit ihnen experimentieren und schließlich ihre Kreationen verkosten zu lassen. „So können die Schüler die Realität der jeweils anderen Seite direkt und ungefiltert kennenlernen, ihre Bedürfnisse besser verstehen und gemeinsam nach Lösungen suchen“, so der Landesrat. In der Praxis heißt dies: Die Hotelfachschüler werden von ihren Kol-

legen aus der Fachschule für Landwirtschaft mit Bodenpflege und Anbau, Produktpflege und Qualitätsmerkmalen, Ernte- und Angebotszeiten in der Landwirtschaft vertraut gemacht und können auch mit eigenen Stecklingen arbeiten. Sie revanchieren sich ihrerseits mit Informationen zur Verarbeitung der heimischen Produkte, beschränken sich dabei allerdings nicht auf die Theorie, sondern kreieren mit ihren Kollegen gemeinsam Speisen aus den Qualitätsprodukten, die anschließend verkostet, analysiert und diskutiert werden. „Die Informationen kommen so jeweils aus erster Hand, werden für die Schüler begreifbarer und bleiben demnach – das ist zumindest unsere Hoffnung – auch eindrücklicher haften“, erklärt der Landesrat, der mit dem Projekt auch eine zweite Hoffnung verbindet: „Aus dem Austausch entstehen Bekanntschaften, aus Bekanntschaften Netzwerke, die weit über die Schule hinaus Bestand haben und zu einer nachhaltigen und engeren Verflechtung von Tourismus und Landwirtschaft führen“, so Berger. 

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Scola ladina

Matura ladina a Roma La matura dla scoles ladines dëssa unì recunesciuda sciche atestat de trilinguism. Per ruvé tan inant iel de bujën de na norma de atuazion al Statut d’Autonomia. Te chëla che la pruposta dla Jonta provinziela ie unida prejenteda ala Cumiscion di Sies a Roma iel unì fat var mpurtant de vies dla recunescënza. La Jonta provinziela ova bele l ann

passà dat pro che la matura ladina dëssa valëi sciche atestazion dla cunescënza dl tudësch, talian y ladin a livel „B” dl trilinguism, a cundizion che l sculé ebe fat 10 ani de scola paritetica. Te n’ancunteda a livel tecnich à i respunsabli dla Ntendënza ladina prejentà la situazion ala Cumiscion di Sies. Te chësta ucajion à l ntendënt Roland Verra y l diretëur

de repartizion Alexander Prinoth nce purtà dant i resultac dla nrescides sun la cumpetënzes linguistiches di sculeies y i resultac di candidac ladins ti ejams de bi- y trilinguism. La reazion ie stata positiva: „L presidënt de cumiscion à dat da ntënder che l ie de bujën de fé velch y che n ne possa nia lascé la situazion nscila sciche la ie” conta l ntendënt.

Udëi nstës la scoles autes La dezijion de cie fé do la scola mesana à de gran cunseguënzes sun l svilup di jëuni. Per tò na bona dezijion val de bujën de nfurmazion sun la pusciblteies che vën pitedes. Ntan dis dla porta davierta pieta la scoles autes di luesc ucajion de udëi nstës cie che i sculeies mpera te chësta scoles. La pert sterscia dla scoles autes ladines ie daniëura la rujenedes. L Istitut tecnich de economia y l Liezum linguistich a La Ila pieta ai 31 de jené n di dla porta davierta per i sculeies dla scola mesana da la Ila. L di do, ai prim de fau-

ré, ti vëniel dat la medema puscibltà ai sculeies dla scoles mesanes da al Plan y da San Martin. L Istitut tecnich economich Raetia a Urtijëi gëura ai 21 de fauré si portes a na maniera che sculeies, genitores y duc i nteressei possa mparé a cunëscer l nseniamënt de chësta scola.

Prejentazion tres internet Scores altes da La Ila: www.ll-itc-laila.it Istitut Economich a Urtijëi: www.iteraetia.it Scoles autes artistiches a Urtijëi: www.cademia.it

L Lizeum d’Ert y la Scola prufesciunela “Cademia” a Urtijëi à ala fin de nuvëmber bele fat si di dla porta davierta. Nteressei possa for inò tò su cuntat cun la direzion per vijité chësta scoles.

Prejentazion ai 19 de dezëmber L roman “L fova n iede te Gherdëina” à venciù l pest straurdiner dl cuncors „Autëures Ladins Scrij...“ y ie perchël unì publicà te n liber. Chësta publicazion nueva de leteratura ladina, scrita da Ivan Senoner, unirà prejenteda tla sëira dl 19 de dezëmber a Urtijëi. L liber nuef trata de n jëunn che sbriscia ite tla storia de si antenac che ne fova nia cis rëidla. L roman tlopa su la tematica dl’opzion, l boom economich di ani ’70, l bënsté di ani ’90 y la melsegurëza dl milené nuef, y se svilupea pona te

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Das Land autonoma Südtirol | Dezember provincia | dicembre2012 2012

na storia criminela plëina de misteres. Sciche damandà tl cuncors de leteratura scrit ora dal Assessorat provinziel ladin, trata l pez de curaje zevil. L ie na storia penseda per jëuni che fej pensé do sun l vester na bona persona y na persona rëidla, sun la nfluenza di antenac y de cie che uni un fej nstës. L roman conta che l curaje zevil ne n’ie nia n merit, ma dantaldut na respunsabltà ruënta che ie suënz nia saurida da tò tla mans.


Assessorat ladin

Foto: USP/Pertl

Cuntribuc provinziei per mantenì l’ativiteies cultureles

L’ativiteies cultureles ti dà vita a na mendranza de rujeneda: chëst ann ales giapà cuntribuc provinziei per 1.345.422 euro.

L mpëni per la cultura ladina ie ntan l 2012 unì sustenì tres l’Assessorat provinziel ladin cun 1.345.422 euro. Nce sce l’aministrazion publica ie sfurzeda a sparanië, iel chëst ann stat mesun mantenì l livel de sustëni finanziel per la lies sciche l ann passà. Chësc ie stat mesun ajache tla spartizion di scioldi iel unì dat majera priorità al’ativiteies cultureles.

pëis al’atività dla lies cultureles. “La lies cultureles tën su la mendranza de rujeneda y à nce na funzion soziela, perchël ons cialà de nia messëi scurté i cuntribuc a na maniera che l posse nsci unì garantì inant si atività” spiega l assessëur Florian Mussner. I taies ai cuntribuc per lies cultureles ie chëst ann unic valivei ora te chëla che n à spustà scioldi da d’autri capituli, dantaldut chëi per nvestimënc. Cun chësta vijion uel l’Assessorat Ladin mutivé la lies a jì inant cun si lëur de gran valor.

cuntribuc provinziei per la cultura ladina ie chëst ann jic a feter 150 lies y artis , al Istitut Ladin, la Usc di Ladins y a de plu proiec educatives, publicazions y produzions televisives.

La soma de 1,345 milion de euro per la cultura ladina ie mpartida te sies capituli. L majer de chisc capituli reverda i cuntribuc a lies y artis ulache l ie unì dat n sustëni per na soma de 610.000 euro. Chësc ie feter 20% de plu permez al ann passà. Tlo iel na cumiscion de sies persones, la Cunsulta culturela Ladina, che à chëst ann valutà 158 dumandes, azetan l 93% - belau dutes.

L fin de basa ie daniëura de mantenì la vita culturela ti luesc ladins. Te chisc tëmps che nce la Provinzia à de manco scioldi iel pra la spartizion di cuntribuc unì dat mo plu

L finanziamënt dl Istitut Culturel Ladin “Micurà de Rü” fej ora la segondo majer capitul. Sciche ti ani passei iel nce chëst ann unì metù a desposizion 404.000 euro sëuraprò

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al paiamënt di culaburadëures. “Te tëmps de sparani muessel unì metù prioriteies y sce l ne ie nia unì scurtà chësc finanziamënt iel da udëi sciche valorisazion dl lëur de chësta istituzion culturela dla Provinzia de Bulsan” spiega l assessëur ladin. Per la mendranza de rujeneda à produzions televijives y publicazions na mpurtanza zentrela. Chësc ciamp che tol nce ite opres artistiches ie ntan l ultimo ann unì sustenì cun 186.000 euro. Leprò iel mo unì dat 65.000 euro per cursc de furmazion y proiec de educazion. Per la publicazion dla zaita La Usc di Ladins ntan l 2012 iel tres la repartizion Cultura Ladina unì dat n sustëni de 40.000 euro. Vel scumenciadives cultureles reverda duta trëi grupes de rujeneda, l tleca pensé al servisc dla biblioteches y l servisc dla RAS per udëi i programs de televijion. Di capituli che vën aministrei dal Assessorat provinziel ladin iel chëst ann unì adurvà 40.500 euro per proiec che vën fai per duta trëi grupes de rujenda deberieda. Das Landautonoma Südtirol | |Dezember provincia dicembre 2012

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Verwaltung

Das ist Südtirol!

Ö

tzi, Kalterer See oder noch besser die Kalterer-See-Auslese, Strudel und Speck, die drei Zinnen und die Kastelruther Spatzen. Auf die Frage, was sie an Südtirol besonders schätzen, werden den meisten Südtirol-Urlaubern diese kulinarischen und (vielleicht auch musikalischen) Hochgenüsse, reizvolle Landschaften und aufreizenden Persönlichkeiten einfallen. Die eigentliche Besonderheit Südtirols, das friedliche Zusammenleben dreier Sprachgruppen in einem relativ kleinen Land, wird wohl bei weitem nicht so häufig genannt. Dabei werden sich wohl schon zahllose Gäste gefragt haben, warum die Straßenschilder mit zwei oder gar drei Ortsnamen beschriftet sind, warum vielerorts nur deutsch gesprochen wird, obwohl sich Südtirol ja eigentlich in Italien befindet. Antworten darauf finden sich in keiner Tourismusbroschüre und deshalb hat die Südtiroler Landesregierung beschlossen, eine Autonomiebroschüre herauszugeben, in der nicht Land(schaft) und Leute, sondern Gesellschaft und Kultur des Zusammenlebens vorgestellt werden. Bewusst hat die Dienststelle für Kommunikation, die für die Broschüre verantwortlich zeichnet, auf Fotos verzichtet und die Broschüre ausschließlich mit Infografiken gestaltet, die auf den ersten Blick die wichtigsten Zusammenhänge erklären sollen. In fünf Kapiteln werden die wichtigsten Eckda-

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Das Land Südtirol | Dezember 2012

ten zur Südtiroler Gesellschaft, das Zusammenleben der drei Sprachgruppen, die Geschichte des Landes seit dem Ersten Weltkrieg, die Autonomie und der Landeshaushalt vermittelt. Die Broschüre ist in einer Auflage von 200.000 Stück in den drei Sprachen deutsch, italienisch und englisch aufgelegt worden. Seit Anfang Dezember liegt sie in allen Tourismusvereinen, Museen und Naturparkhäusern auf. Die Autonomiebroschüre kann beim Tourismusverein vor Ort oder direkt bei der Dienststelle für Kommunikation der Landesregierung (Silvius-Magnago-Platz 1, Bozen; lpa@provinz.bz.it) kostenlos bezogen werden. Im Internet ist eine Onlineversion der Broschüre abrufbar, und zwar auf http:// www.provinz.bz.it/729212/de/ broschuere.asp.  

Außergewöhnliche Autonomie „Autonomie heißt selbständig sein“, „Autonomie ist die Möglichkeit, sich zu entfalten“, „Autonomie ist nicht leicht“, „Autonomie bedeutet auch freie Schulwahl“, „Autonomie hat viel mit Südtirol zu tun“... Die zwei jungen Filmemacher Federico Campana und Alessandro Bandinelli haben sich 2012, 40 Jahre nach dem Zweiten Autonomiestatut und 20 Jahre nach der Streitbeilegung, auf die Suche nach der Südtirol-Autonomie begeben. Gesucht haben sie die große Geschichte, gefunden viele kleine: 1500 Filmrollen mit 450 Stunden Videomaterial und dutzende Interviews später haben sie Filmschnipsel und Stimmen zu einer ungewöhnlichen, ja seltsamen Melange verschmolzen, die zeigt, wie aus Südtirol wurde, was es ist. „stimmen voci ujes“ gehört zu ei-

ner Reihe von Veröffentlichungen und Veranstaltungen, mit der das Land die beiden Autonomiejubiläen gefeiert hat. Die 30-minütige Filmcollage kann kostenlos bei der Dienststelle für Kommunikation der Landesregierung (lpa@ provinz.bz.it; 0471 412210; SilviusMagnago-Platz 1, Bozen) bezogen werden.  

Dieses Filmmosaik verwebt aktuelle Aussagen mit historischen Amateuraufnahmen zu 40 Jahren Autonomiegeschichte und zeigt so, wie aus der Summe vieler Lebensgeschichten Südtirol wurde, was es ist. Questo film è un mosaico che intreccia le impressioni attuali con immagini amatoriali della vita quotidiana in 40 anni di autonomia: attraverso la somma di molte storie personali l’Alto Adige è diventato ciò che è oggi. Chësc mosaich de film cun tëutes de posizion atueles y pec storics de films amatoriei sun 40 ani de Autonomia, mostra su co che la ie, nsci sciche l Südtirol ie na soma de truepa stories de vita.

EIN FILM VON UN FILM DI N FILM DE

Federico Campana Alessandro Bandinelli IM AUFtrAg DEr SU INCArICO DI SUN NCërIA DL

Dienststelle für Kommunikation der Südtiroler Landesregierung Servizio comunicazione della giunta provinciale di Bolzano Servisc de comunicazion dla Jonta provinziela de Bulsan EINE PrODUKtION VON UNA PrODUzIONE DI NA PrODUzION DE

stimmen voci ujes

32 Seiten, viele Grafiken, wenig Text: Das ist Südtirol, zumindest in der neuen Informationsbroschüre, mit der die Landesregierung den Südtirol-Urlaubern kurz und bündig Land und Leute vorstellen will. „Das ist Südtirol" ist auch der Name der neuen Publikation.

stimmen voci ujes Ein Land wächst an der Autonomie Una terra cresce in Autonomia N raion crësc tl’Autonomia

da Palmer Film

IN zUSAMMENArBEIt MIt IN COLLABOrAzIONE CON N CUNLAUrAzION CUN

Courage Film Landesamt für AV-Medien Ufficio provinciale audiovisivi (14.5) Ufize provinziel Media audiovisuei SChNItt MONtAggIO tAI

Federico Campana Cornelia Schöpf MUSIK MUSIChE MUJIgA

Federico Campana

Das rohmaterial zu diesem Film stammt aus dem Projekt »Bewegtes Leben« Il materiale grezzo di questo film è tratto dal progetto «Vita in movimento» I pec de film storich ie pert dl proiet «Vita n muvimënt» DAUEr DUrAtA DUrEDA

31 min.

UNtErtItEL SOttOtItOLI SOttItULI

Deutsch – Italiano

PAL 4:3 – region code free – Katalog Nr. 01/2012 da Palmer Film – Courage Film © 2012 Copia omaggio – vietata la vendita

AUTONOME PROVINZ BOZEN - SÜDTIROL

PROVINCIA AUTONOMA DI BOLZANO - ALTO ADIGE

PROVINZIA AUTONOMA DE BULSAN - SÜDTIROL


Weniger und transparenter Das Landtagspräsidium kürzt seine Repräsentationsfonds um 20 Prozent. Und alles muss belegt werden.

A

uf Vorschlag von Präsident Mauro Minniti hat das Präsidium – dem neben Minniti Vizepräsidentin Julia Unterberger und die Präsidialsekretäre Georg Pardeller, Veronika Stirner Brantsch und Roland Tinkhauser angehören – im Rahmen des Landtagshaushalts für das nächste Jahr eine Kürzung von

rund 20 Prozent für die Repräsentationsausgaben vorgesehen. Die Repräsentationsfonds für die Mitglieder des Präsidiums verringern sich damit von insgesamt 61.800 auf 50.000 Euro. „Wir haben außerdem das Kapitel für Sonderausgaben gestrichen, sodass alle Ausgaben in einem Fonds zusammengefasst sind“, erklärt Präsident Minniti, „das bedeutet auch, dass alle Ausgaben belegt werden müssen .“ Der vom Präsidium vorgelegte Einschnitt gehört zu einer Reihe von Einsparungsmaßnahmen, durch die der Landtagshaushalt um rund

200.000 Euro auf 8,8 Mio. Euro gesenkt wird. Mit Spardekreten und Verfassungsänderungen möchte die Regierung von Rom aus noch weitere Einsparungen für die parlamentarischen Organe aller Regionen vornehmen. Die Landtags- und Regionalratspräsidenten der autonomen Regionen und Provinzen haben sich bei einem Treffen Ende Oktober wohl für die Notwendigkeit von Einsparungen ausgesprochen, sich aber entschieden gegen zentralistische Eingriffe in die Sonderautonomien verwahrt.  

Mehr Elan für Dreier-Landtag Foto: Wolf

Präsidenten und Fraktionsvorsitzende wollen schlankere Tagesordnung, umsetzbare Beschlüsse und mehr Gewicht im EVTZ.

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ie Präsidenten und Klubchefs der Landtage von Tirol. Südtirol und Trentino sind in Bozen zusammen gekommen, um den Sitzungen des Dreier-Landtags neuen Schwung zu geben. Derzeit würden dem Dreier-Landtag zu viele Anträge vorgelegt, was ihre Umsetzung auch schwieriger mache, meinten nicht nur die drei Präsidenten Herwig van Staa, Mauro Minniti und Bruno Dorigatti. Die Beschlussvorschläge, die dem Dreier-Landtag vorgelegt werden, sollten innerhalb eines gewissen Rahmens bleiben – alle drei Länder betreffen, an die Landtage, die Landesregierungen oder auch an den EVTZ gerichtet

Die drei Präsidenten Minniti, van Staa und Dorigatti sein. Außerdem soll der Europäische Verbund territorialer Zusammenarbeit – die Europaregion – fixer Punkt auf der Tagesordnung des Dreier-Landtags werden, mit Bericht des EVTZ-Direktoriums und anschließender Diskussion.

Der Termin für den nächsten Dreier-Landtag ist indessen noch ungewiss, da man Überschneidungen mit den Landtagswahlen – im Frühjahr in Tirol, im Herbst in Südtirol und im Trentino – vermeiden möchte.  Das Land Südtirol | Dezember 2012

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SEL: Neustart mit Sonderauftrag Ein Fachmann soll die Rechtslage um die Konzessionen erkunden und die Streitparteien zur Einigung bewegen. Diskussion um die Prozessbeteiligung des Landes als Nebenkläger.

D

em Landtag lagen zwei Beschlussanträge zur Neuausrichtung der SEL AG vor, einer von den Grünen, einer von der SVP. Der Antrag von Riccardo Dello Sbarba (Grüne): Beteiligung der Landesregierung und der SEL an den laufenden Gerichtsverfahren als Nebenkläger, Rückzug des Landes aus Stromproduktion und -verteilung sowie Abtretung der SEL-Anteile an die Gemeinden, Förderung des Ankaufs des Verteilungsnetzes durch die Gemeinden, Prüfung des Genossenschafts-

SEL-Ausschuss Vezzali Präsident, Pichler Rolle Vize

D

er Untersuchungsausschuss zu SEL und Energiepolitik hat Maurizio Vezzali (PdL-Berlusconi) mit 21 Stimmen (nach gewichtetem Stimmrecht) zu seinem Vorsitzenden gewählt, Elmar Pichler Rolle (SVP) zu seinem Stellvertreter. Kritik dazu gab es von Grünen und Freiheitlichen: Vezzali habe sich bisher wenig mit dem Thema befasst, und Pichler Rolle habe als Rainers Schwager einen Interessenskonflikt (was dieser in Abrede stellte). Dem Ausschuss gehören außerdem Bizzo (PD), Dello Sbarba (Grüne), Egger (F), Knoll (STF), Minniti (PdL), Pöder (BürgerUnion), Seppi (Unitalia) und Urzì (FLI) an. 

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Das Land Südtirol | Dezember 2012

modells für die Stromverteilung. Der Antrag von Elmar Pichler Rolle (SVP): Ernennung eines Sonderbeauftragten, der die rechtliche Situation zu den vergebenen Konzessionen klärt und einen Vorschlag zur Ausräumung der Streitigkeiten zwischen den verschiedenen Akteuren vorlegt, Auftrag an den Landesrat für Energie, innerhalb Jänner Vorschläge für die Neuausrichtung der Energiepolitik vorzulegen; bis zur Klärung der gesetzlichen Lage und der Neuausrichtung soll sich die SEL in ihrer bestehenden Form an keinen Ausschreibungen beteiligen. Die Einlassung des Landes als Nebenkläger in das Gerichtsverfahren wurde von Alessandro Urzì (FLI), Donato Seppi (Unitalia), Pius Leitner (F), Eva Klotz und Sven Knoll (STF), Mauro Minniti (PdL) und Maurizio Vezzali (PdL-Berlusconi) als unabdingbar angesehen. Julia Unterberger (SVP) wandte ein, dass man zuerst den Schaden beziffern müsse; das

Land könne auch später eine Zivilklage einreichen. Der Meinung schlossen sich Josef Noggler (SVP) und Pichler Rolle an. Die Einsetzung eines Sonderbeauftragten wurde ebenfalls von der Opposition kritisiert. Die Neuausrichtung der Energiepolitik sei Sache des zuständigen Landesrats bzw. des Landtags, meinten Klotz, Leitner, Dello Sbarba, Elena Artioli (Lega) und Andreas Pöder (BU). Pichler Rolle und Arnold Schuler (SVP) hielten dagegen, dass es für die Entflechtung der komplexen Situation einen einschlägigen Rechtsexperten brauche. Der Antrag der Grünen wurde abgelehnt, jener der SVP angenommen. Für Diskussionen sorgte Pichler Rolles nachträgliche Präzisierung, dass die Anwaltschaft des Landes den Schaden bereits beziffert habe. Hätte man das gewusst, wäre die Entscheidung vielleicht anders ausgefallen bzw. hätte man sich bestimmte Diskussionen sparen können.

Absetzung Lega fordert Rückzug Stockers aus allen SELTochtergesellschaften

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laus Stocker sei zwar als SELPräsident abgesetzt worden, sitze aber noch im Verwaltungsrat einiger Tochterunternehmen, begründete Elena Artioli ihren Antrag, und fand dabei Unterstützung bei Riccardo Dello Sbarba, Andreas Pöder, Thomas Egger und Donato Seppi. Sie verwiesen auch darauf, dass der Landtag bereits vor einem Jahr einen dementsprechenden Beschluss gefasst habe. Elmar Pichler Rolle zeigte sich prinzipiell einverstanden, verwies aber auf die rechtlichen Schwierigkeiten bei der Umsetzung. Er

stellte es den Mitgliedern der SVPFraktion frei, wie sie darüber abstimmen wollten. Landesrat Florian Mussner wandte ein, dass gegen Stocker noch nicht einmal das Gerichtsverfahren eröffnet wurde und warnte vor Vorverurteilungen. Überdies sei das Land in einigen Gesellschaften in der Minderheit und könne nicht allein eine Absetzung durchsetzen. Stocker sei Präsident der Hydros, die zu 60 Prozent der SEL gehöre, ebenso der SELEdison und der SF Energy, wo das Land nur eine Minderheitsbeteiligung habe. Vom Gesellschaftsrecht her sei eine Absetzung nicht so leicht. Artiolis Antrag wurde mit 25 Ja, 4 Nein und 3 Enthaltungen angenommen. 


In der Aktuellen Debatte wurde von der Opposition wie von der Mehrheit eine Neuausrichtung der Energiepolitik als notwendig angesehen.

Foto: Seehauser

Neue Energiepolitik SEL AG: Zu klären sind Rechtslage, Schaden und künftige Eigentümer.

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er Fall SEL: Leitlinien für eine neue Energiepolitik des Landes. Dieses Thema für die Aktuelle Debatte in der ersten Novembersitzung wurde von Riccardo Dello Sbarba (Grüne) gestellt, der den Skandal um die Stromkonzessionen der SEL AG als Folge einer verkehrten Energiepolitik der Landesregierung und Landeshauptmann Durnwalders bezeichnete. Diese könne nicht behaupten, sie habe im öffentlichen Interesse gehandelt, wenn sie die Gemeinden ausgeschlossen habe. Sie habe auch nicht die Energie zurück ins Land geholt, denn der Großteil des Produzierten Stroms gehöre laut Vertragsklausel Enel und Edison. Der Interessenkonflikt sei unübersehbar: das Land als Mitbewerber und Schiedsrichter. Wenn das Land diese Zuständigkeit behalten wolle, müsse es aus der SEL aussteigen, sonst würde es beides verlieren. Dello Sbarba plädierte für eine Energie in der Hand der Gemeinden, denen die SEL-Anteile zu übertragen seien. Weiters solle man eine Stromverteilung auf Genossenschaftsbasis prüfen. Die Freiheitlichen Thomas Egger, Pius Leitner und Roland Tinkhauser plädierten für einen Rückzug des Landes aus der SEL; die Neuausrichtung solle vom zuständigen Landesrat vorangetrieben werden, nicht von einem Sonderbeauftragten. Sie kritisierten auch die Position des SVP-Fraktionssprechers Pichler Rolle, der mit SEL-Direktor Rainer verschwägert sei und gleichzeitig die Mehrheit in der Untersuchungskommission habe. Sven Knoll und Eva Klotz (Süd-Tiroler Freiheit) kritisierten, dass die Landesregierung alle Schuld auf Laimer abschiebe, und

plädierten für eine völlige Selbstverwaltung in der Energie, inklusive Gewinne und Steuern. Die Opposition habe seit jeher auf den Interessenkonflikt hingewiesen, erklärte Andreas Pöder (BürgerUnion), nun müsse die Neuausrichtung im Landtag festgelegt werden und nicht durch einen Sonderbeauftragten der Landesregierung. Maurizio Vezzali (PdL-Berlusconi) und Elena Artioli (Lega Nord) sprachen sich gegen ein öffentliches Engagement im Energiesektor aus, unter einer privaten Führung wäre es auch nicht zu Verschwendungen gekommen. Donato Seppi (Unitalia) kritisierte, dass die Energiepolitik der Landesregierung den Bürgern keinen billigeren Strom gebracht hat, und plädierte wie Alessandro Urzì (Futuro e Libertà) dafür, für eine Neuausrichtung die Ergebnisse der Untersuchungskommission abzuwarten. Elmar Pichler Rolle (SVP) plädierte für einen einheitlichen Stromverteiler in öffentlicher, heimischer Hand, damit auch der letzte Hof versorgt wird, während der Stromhandel auch Privaten offenstehen könne. Über die Stromproduktion solle ein Sonderbeauftragter mit allen Beteiligten verhandeln. Während Walter Baumgartner und Georg Pardeller für die Beibehaltung einer Landesgesellschaft plädierten, kritisierten Arnold Schuler und Veronika Stirner Brantsch die Doppelrolle des Landes. Josef Noggler sprach sich

für eine Energiewirtschaft in der Hand der Gemeinden aus, Maria Hochgruber Kuenzer gab zu bedenken, dass nicht alle Gemeinden die Wasserkraft nutzen könnten. Roberto Bizzo (PD) plädierte für eine gemeinsame Gesellschaft mit SEL und Etschwerken und mit Bürgerbeteiligung. Landesrat Florian Mussner erklärte, dass man auf die SEL nicht verzichten werde, aber es gebe Überlegungen, Gemeinden und Bürger einzubinden. 

Neu im Landtag

Otto von Dellemann folgt auf Michl Laimer

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ine Folge des SEL-Skandals war auch der Rücktritt von Michl Laimer von seinem Landtagsmandat. Der Rücktritt wurde in der Sitzung vom 6. November mit 25 Ja, 2 Nein und 4 Enthaltungen angenommen. Anschließend legte Otto von Dellemann (SVP, im Bild) als neuer Landtagsabgeordneter seinen Eid auf die Verfassung ab.  Das Land Südtirol | Dezember 2012

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Beitrag für Pendler Foto: Seehauser

Anträge von Freiheitlichen, Grünen und SVP zur Auszahlung der Fahrtkostenbeiträge

S

owohl die Freiheitlichen als auch Grüne und SVP forderten die Wiedereinführung der Pendlerzulage und die Auszahlung der zugesagten Beiträge, die Freiheitlichen zusätzlich eine Anhebung der Kilometervergütung, die Grünen eine Optimierung der Fahrzeiten und Tarife der öffentlichen Verkehrsmittel für Arbeitnehmer und die SVP neue Kriterien, um die Treffsicherheit der Maßnahme zu erhöhen. Elmar Pichler Rolle (SVP) plädierte wie Maria Hochgruber Kuenzer für neue Kriterien, um Missbrauch zu vermeiden, denn immerhin sei das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln stark erhöht worden. Georg Pardeller kritisierte, dass sein Beschlussantrag zur Beibehaltung der Zulage,

Pendlerzulage: Breite Mehrheit für Wiedereinführung der vom Landtag 2010 genehmigt wurde, unbeachtet geblieben ist. Pius Leitner (F) meinte, man könne manche Gratisfahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln – etwa Freizeitfahrten – streichen, um die Pendlerzulage zu finanzieren, Thomas Egger betonte, dass zugesagte Beiträge in einem Rechtsstaat ausgezahlt werden müssten. Dem stimmte auch Eva Klotz (STF) zu.

Der Auszahlungsstopp sei auf die römischen Sparmaßnahmen zurückzuführen, erklärte Landesrat Thomas Widmann. Wenn man das nötige Geld für dieses Kapitel finde, dann könne man natürlich auch die ausstehenden Beiträge zahlen. Der Antrag der SVP wurde angenommen, die beiden anderen abgelehnt. 

Siedlung statt Wohnung Unitalia forderte die Unterbringung von Sinti und Roma ausschließlich in eigenen Siedlungen und nicht in Institutswohnungen.

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ie Nomaden hätten keine Absicht, sich an unseren Lebensstil anzupassen, was das Zusammenleben mit ihnen in Sozialwohnungen schwierig mache, erklärte Donato Seppi. Sinti und Roma wie auch andere unzivilisierte Mieter sollten umgehend zwangsdelogiert werden zugunsten von Einheimischen, die einer Arbeit nachgingen und Steuern zahlten.

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Das Land Südtirol | Dezember 2012

Während Elena Artioli (Lega) dem Antrag zustimmte, wandte sich Alessandro Urzì (FLI) gegen die Schaffung von Ghettos. Eva Klotz und Sven Knoll (STF) plädierten für eine Aufklärung über die landesüblichen Sitten und Gebräuche. Pius Leitner (F) plädierte gegen Sonderregeln bei den Sozialwohnungen, wenn jemand die Miete nicht bezahle oder die Regeln nicht einhalte, sei es unerheblich, welcher Volksgruppe er angehöre. Elmar Pichler Rolle (SVP) meinte, das Problem sei mit einer Zangsdelogierung nicht zu lösen, es würde nur an den Bürgermeister weitergereicht, der für eine Unterkunft sorgen müsste.

Die allermeisten Nomaden seien italienische oder EU-Bürger und hätten dieselben Rechte und Pflichten, erklärte Landesrat Christian Tommasini. Früher seien Nomaden in Gruppen in WOBI-Kondominien untergebracht worden, was zu bestimmten Problemen geführt habe, heute würden die Wohnungen einzeln zugewiesen, ebenso würden keine großen Siedlungen mehr angelegt. Es gebe Grenzsituationen, und hier werde auch eingegriffen. Die einheitliche Einkommens- und Vermögenserklärung werde auch in den beanstandeten Fällen eine bessere Handhabe ermöglichen. Der Antrag wurde mit 7 Ja, 25 Nein bei 1 Enthaltung abgelehnt. 


Neue Regeln für die Wahl

I

m Landtag hat Anfang November die Debatte zum Wahlgesetz begonnen. Wie Erstunterzeichner Elmar Pichler Rolle (SVP) erklärte, ist man letztendlich doch beim Verhältniswahlrecht geblieben, da es bei der Sitzverteilung nach D’Hondt nicht nur politischen Widerstand, sondern auch rechtliche Schwierigkeiten gegeben hätte. Die Neuerungen gegenüber dem alten, regionalen Wahlgesetz: die Einführung der Briefwahl, eine Frauenquote auf den Kandidatenlisten und in der Landesregierung, die Wahl der Landesregierung en bloc, die Beschränkung der Amtsdauer von Landesräten, die Einschränkung der Unvereinbarkeit und Nichtwählbarkeit auf die Rechtsvertreter von Gesellschaften mit Landesbeteiligung. Für die Briefwahl sprach sich, neben der SVP, nur Eva Klotz (STF) aus. Pius Leitner (F), Riccardo Dello Sbarba (Grüne), Donato Seppi (Unitalia), Roberto Bizzo (PD) und Andreas Pöder (BU) sahen darin die Gefahr des Wahlbetrugs, Mauro Minniti (PdL), Maurizio Vezzali (PdL-Berlusconi), Alessandro Urzì (FLI) eine Ungerechtigkeit gegenüber jenen, die die Ansässigkeitsklausel von vier Jahren nicht erfüllen und in Südtirol nicht wählen dürfen. Ein breit diskutiertes Thema, das noch genauer zu regeln ist, war die Beschränkung der Wahlkampf-

kosten. Dazu gab es allgemeine Zustimmung, aber auch Bedenken wegen der Umsetzbarkeit. Veronika Stirner Brantsch (SVP) schlug wie Pöder ein Ankommen unter Parteien vor, Georg Pardeller (SVP) eine einzige Wahlbroschüre für alle Listen. Maurizio Vezzali forderte auch eine Beschränkung der Informationskampagnen der Landesregierung in Wahlzeiten. Arnold Schuler (SVP) kündigte einen detaillierteren Vorschlag an, gab aber auch zu bedenken, dass die Kontrolle bei den Wahlausgaben immer schwierig sein werde. Zur Einschränkung der Nichtwählbarkeit auf Rechtsvertreter von Gesellschaften mit Landesbeteiligung – derzeit sind alle Verwaltungsräte betroffen – gab es Bedenken sowohl von der Opposition (Dello Sbarba, Seppi) als auch vom Koalitionspartner PD (Bizzo), zur Frauenquote gab es Lob von den Grünen und Kritik von Freiheitlichen, Unitalia und FLI. 

Gesetz zu Zivildienst, Ferieneinsätzen und Entwicklungshilfe

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ie Landesregierung hat dem Landtag einen Gesetzentwurf zur Förderung der freiwilligen Dienste vorgelegt (LGE 143/12, von LH Luis Durnwalder). Das Gesetz regelt sowohl den freiwilligen Zivildienst für die Jugend als auch den freiwilligen Sozialdienst, der auch für Senioren gedacht ist, sowie den Dienst in der Entwicklungszusammenarbeit und die freiwilligen Ferieneinsätze. Zusätzlich wird dem Personal des Landes sowie der öffentlichen Körperschaften, die dem Land unterstellt sind, und dem vom Land entlohnten Lehrpersonal im Biennium vor Erreichung der Altersgrenze für den Ruhestand, der Zugang zum Sozialdienst sowie zu Einsätzen im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit ermöglicht. Die rund 30 Artikel des Gesetzentwurfs wurden weitgehend ohne Debatte genehmigt, das Gesetz wurde mit 17 Ja, 1 Gegenstimme bei 11 Enthaltungen verabschiedet. 

Foto: Seehauser

Briefwahl, Frauenquote, Beschränkung der Amtszeit – die Neuerungen im Gesetz, das die nächste Landtagswahl regeln soll. Zur Berechnung der Mandate gilt weiter das Verhältinwahlrecht.

Freiwillige

Wahlstudio im Landhaus nach der Landtagswahl 2008

Das Land Südtirol | Dezember 2012

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Identität und Immersion Regierungs- und Parlamentsvertreter der Deutschen Gemeinschaft Belgiens kamen zu einem Erfahrungsaustausch in den Südtiroler Landtag. Vertreter des Parlaments und der Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien mit Ministerpräsident Karl –Heinz Lambertz an der Spitze wurden Ende Oktober im Landtag von Vizepräsidentin Julia Unterberger und Präsidialsekretär Roland Tinkhauser empfangen. An dem ausführlichen Gespräch mit der Delegation haben sich auch die Präsidialsekretäre Veronika Stirner Brantsch und Georg Pardeller sowie die Fraktionsvertreter Elmar Pichler Rolle, Pius Leitner, Hans Heiss, Alessandro Urzì und

Kinder und Rechte Ein Musical über Kinderrechte – eine Initiative der Jugendanwaltschaft Anlässlich des Weltkindertages am 20. November veranstaltete die Kinder- und Jugendanwaltschaft Südtirol gemeinsam mit dem deutschen Schulamt das Kinderrechtemusical „Kinder haben Rechte – oder…?“ in Meran. Ebenso wie in den vergangenen zwei Jahren, brachte die Gruppe „Traumfänger“ aus Österreich auch im heurigen Jahr 1.700 Schülerinnen und Schülern mit großem Erfolg Kinderrechte mittels Musik, Bewegung und einem Theaterstück näher. Darin geht es unter anderem um Ausgrenzung, Gewalt, Verletzung der Privatsphäre – Situationen, den Kinder auch in der Schule oft ausgesetzt sind. 

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Das Land Südtirol | Dezember 2012

Die Delegation aus Belgien mit den Vertretern des Südtiroler Landtags Andreas Pöder beteiligt. Ministerpräsident Lambertz informierte die Südtiroler Abgeordneten über die derzeit diskutierte Verfassungsreform, die den Deutschbelgiern noch mehr Autonomie bringen könnte. Auf die Südtiroler Frage, ob sich die deutschsprachigen Belgiern mit dem Staat identifizierten und ob es auch dort Separationsbestrebungen gebe, antwortete Lambertz: „Die belgische Identität ist

das friedliche Zusammenleben der Volksgruppen, in Belgien geht es uns vergleichsweise besser, als es uns in einem anderen Staat gehen würde.“ Ein weiteres Thema von gemeinsamem Interesse war der Zweitsprachenunterricht. In der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens setzt man dabei auf den Fachunterricht in Fremdsprachen, wie Minister Oliver Paasch erklärte. 

Regionale Vermittler Burgi Volgger bei Seminar der europäischen Volksanwälte in Brüssel Insgesamt 111 Volksanwälte aus allen Teilen der EU sind der Einladung des Europäischen Volksanwaltes Nikiforos Diamandouros gefolgt und haben im Flämischen Parlament in Brüssel über die Aufgabe der regionalen Volksanwälte in der EU diskutiert. Im Hauptvortrag betonte der Vizepräsident des Europäischen Parlamentes, Rainer Wieland, die wachsende Bedeutung der regionalen Volksanwälte. Die Bürgerinnen und Bürger verlieren immer mehr das Vertrauen in die Politik und in die Verwaltung, deshalb fallen den regionalen Volks-

Burgi Volgger mit Diamandouros (Bildmitte) und dem Sekretär des Europäischen Ombudsman Institutes (EOI) Josef Siegele anwälten wichtige Aufgaben zu. „Sie müssen in ihrer Rolle als Vermittler die Rechte der Bürgerinnen und Bürger verteidigen. Durch schnelle und ernsthafte Beschwerdeprüfungen können sie aber auch das Vertrauen der Bürger in die Verwaltung wieder herstellen“, erklärt Südtirols Volksanwältin Burgi Volgger, die auch die Präsidentin des Europäischen Ombudsman Institutes (EOI) ist. 


info

Landesmuseen e Touriseum – Landesmuseum

Hochfeiler 3509m Ridnaun

Reschenpass 1507m

für Tourismus Schloss Trauttmansdorff Meran | St. Valentin Str. 51a Tel. +39 0473 270172 | www.touriseum.it

Graun

Prettau

Brenner 1374m

Mareit

Steinhaus Sand i.T.

Sterzing

Weißkugel 3738m Dietenheim

Rienz a

Stilfser Joch 2757m

Etsch Prad am Stilfser Joch

Tirol

Latsch

Feldthurns Brixen

Meran Lana

Toblach

Welsberg

Trostburg

Bozen

Zufallspitze 3757m

Drei Zinnen 2998m Cortina d’Ampezzo

Schlern

Leifers

Kaltern an der W.

Mt. Cristallo 3221m

Fischburg

Rosengarten 3002m

Marmolada 3343m

D

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Auer

u Schloss Wolfsthurn – Südtiroler Landesmuseum für Jagd und Fischerei Mareit | Kirchdorf 25 | Tel. +39 0472 758121 www.wolfsthurn.it

i Schloss Tirol - Landesmuseum für Kultur- und Landesgeschichte Dorf Tirol | Schlossweg 24 Tel. +39 0473 220221 | www.schlosstirol.it

o Naturmuseum Südtirol

Mezzocorona

a Südtiroler Bergbaumuseum

BergbauWelt Ridnaun-Schneeberg Ridnaun | Maiern 48 | Tel. +39 0472 656364 www.bergbaumuseum.it

ErlebnisBergwerk Schneeberg Passeier Moos in Passeier Schutzhütte Schneeberg, Rabenstein 42/43 Tel. +39 0473 647045 | www.schneeberg.org

p Südtiroler Landesmuseum für Volkskunde Dietenheim/Bruneck Herzog-Diet-Straße 24 | Tel. +39 0474 552087 www.volkskundemuseum.it

Schaubergwerk Prettau Prettau | Hormanngasse 38a Tel. +39 0474 654298 www.bergbaumuseum.it

Klimastollen Prettau Prettau | Hormanngasse 38a Tel. +39 0474 654523 | www.ich-atme.com

www.bergbaumuseum.it

Bozen | Bindergasse 1 | Tel. +39 0471 412964 www.naturmuseum.it

Bergbaumuseum im Kornkasten Steinhaus | Steinhaus 99 Tel. +39 0474 651043 www.bergbaumuseum.it

´ de Tor s Museum Ladin Ciastel St. Martin in Thurn | Torstraße 65 Tel. +39 0474 524020 | www.museumladin.it

d Museum Ladin Ursus ladinicus St. Kassian | Strada Micurà de Rü 26 Tel. +39 0474 524020 | www.museumladin.it

Landesdienste Südtiroler Landesverwaltung Tel. 0471 411111 (Zentrale) www.provinz.bz.it Landesnotrufzentrale Tel. 118 (Rettungsdienste) Tel. 115 (Feuerwehr) Verkehrsmeldezentrale Tel. 0471 200198 Fax 0471 201157 (Fax-Abruf) vmz@provinz.bz.it www.provinz.bz.it/vmz Touristische Auskünfte Südtirol Marketing Gesellschaft Pfarrplatz 11 | 39100 Bozen Tel. 0471 999999 info@suedtirol.info | www.suedtirol.info Info Mobilität 840 000471

Luftwerte Tel. 0471 415800 www.provinz.bz.it/umweltagentur/luft.asp Wetter- und Lawinenwarndienst Mendelstraße 33 | 39100 Bozen Tel. 0471 414740 Aktuelle Berichte: Tel. 0471 271177 hydro@provinz.bz.it www.provinz.bz.it/wetter Polleninformationsdienst Tel. 0471 950431 www.provinz.bz.it/pollen Statistische Informationen Landesstatistikinstitut ASTAT Kanonikus-Michael-Gamper-Straße 39100 Bozen | Tel. 0471 418400 astat@provinz.bz.it www.provinz.bz.it/astat

Sillian

Innichen

St. Martin in Thurn

h

Ortler 3905m

t Südtiroler Weinmuseum Kaltern | Goldgasse 1 | Tel. +39 0471 963168 www.weinmuseum.it

Heinfels Olang

k

Kastelbell

c Ets

Bozen | Museumstraße 43 Tel +39 0471 320100 | www.iceman.it

Churburg Schlanders

Eisa c

Stift Marienberg

r Südtiroler Archäologiemuseum

Bruneck

Neustift

Fürstenburg Mals

Frauenbüro Dantestraße 11 | 39100 Bozen Tel. 0471 416950 frauenbuero@provinz.bz.it www.provinz.bz.it/arbeit/frauenbuero

Volksanwaltschaft Cavourstraße 23 | 39100 Bozen Tel. 0471 301155 post@volksanwaltschaft.bz.it www.volksanwaltschaft-bz.org

Dienststelle für Zwei- und Dreisprachigkeitsprüfungen Perathonerstraße 10 | 39100 Bozen Tel. 0471 413900 | zdp@provinz.bz.it

Außenamt Brüssel Rue de Pascale, 45-47 B-1040 Bruxelles | Tel. +32 27 432700 suedtirol@alpeuregio.org

Landesbeirat für Kommunikationswesen Cavourstr. 23/c | 39100 Bozen Tel. 0471 287188 info@kommunikationsbeirat-bz.org www.kommunikationsbeirat-bz.org

Außenamt Rom Via del Gesù 57 00186 Rom Tel. 06 69791120 aussenamtrom@provinz.bz.it

Südtiroler Landtag S.-Magnago-Platz 6 | 39100 Bozen Tel. 0471 946111 | info@landtag-bz.org www.landtag-bz.org

Euregio Büro Drususallee 1 | 39100 Bozen Tel. 0471 402026 info@europaregion.info www.europaregion.info Das Land Südtirol | Dezember 2012

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