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Wirtschaftsmagazin BODENSEE

Labhards

W I R T S C H A F T S MAGAZIN

BODENSEE 2017

B u s i n e s s M a g a z i n e L a k e C o n s ta n C e

DIGITALISIERUNG Gesellschaft mitdenken

UNTERNEHMEN Besser statt schneller

TOURISMUS Innovationspreis 2017

POLITIK

Gemeinsam gestalten

Nr. 14 (34) 6,– € / 8.– CHF

KURS NEHMEN


KURS NEHMEN Liebe Leserinnen und Leser, das Wirtschaftsmagazin Bodensee 2017 trägt den Titel Kurs nehmen und zeigt die Fährverbindung, die Konstanz und Meersburg über den Bodensee vernetzt. Die intelligente Vernetzung von Prozessen mit dem Ziel, am Ende eine effizientere Lösung zu haben, ist ein wesentlicher Kerngedanke der Digitalisierung, die in diesem Magazin aus verschiedenen Sichtweisen beleuchtet wird. Das Wirtschaftsmagazin Bodensee präsentiert dabei Unternehmen und Institutionen rund um den internationalen Bodensee, wie sie Kurs nehmen, um erfolgreich zu bleiben und sich in einem internationalen Wirtschaftsraum den Herausforderungen der Zukunft stellen. Herausforderungen sind die Grundlage von Innovationen und gleichzeitig ihr Antrieb. Mit dem Innovationspreis Bodensee17 möchte der Verband der Tourismuswirtschaft Bodensee e.V. den Gedanken der Kooperation rund um den See weiter stärken, Unternehmen und Einrichtungen der Tourismuswirtschaft auszeichnen und Mut machen, ihre Visionen zu realisieren. Im Interview attestiert die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Frau Dr. Hoffmeister-Kraut der internationalen Zusammenarbeit am Bodensee eine Vorbildfunktion, von der Europa durchaus lernen kann. Im Gespräch stellt sie klar, dass unsere Gesellschaft mehr denn je vernetzt ist und es nur miteinander schaffen kann, in Zeiten schneller Umbrüche gesellschaftlichen Aufgaben eine gemeinsame Richtung zu geben und Lösungswege zu formulieren. „Trotz mancher Schwierigkeiten und Rückschläge bin ich zutiefst davon überzeugt, dass es nur im europäischen Verbund gelingt, handelspolitische Interessen weltweit mit entsprechendem Nachdruck zu artikulieren. Gemeinsam ist man letztlich stärker, trotz aller Konkurrenz auch zwischen Partnern.“ Das ausführliche Interview finden Sie ab Seite 105. Titel_WIMA_2017_final:L

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Labhards

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Wir wünschen Ihnen beim Lesen des Wirtschaftsmagazins Bodensee viele neue Erkenntnisse und Informationen, die Sie vielleicht gar nicht gesucht oder erwartet haben. Entdecken Sie die internationale Wirtschaftsregion Bodensee, ihre vier Länder Deutschland, Schweiz, Österreich und Liechtenstein, eine Region mit hoher Lebensqualität und kreativen Menschen, innovativen Unternehmen, modernem Regionenmarketing, erfolgreicher Standort- und Wirtschaftsförderung und einem starken und stabilen Tourismus.

WIRTSCHAFTS

BODENSEE MAGAZIN

Business Mag azine Lake Co n s ta n C e

DIGITALISIERUNG

Gesellschaft mitde

nken

UNTERNEHMEN Besser statt schne

ller

TOURISMUS Innovationspreis 2017

POLITIK Geme

insam gestalten

Nehmen Sie weiter Kurs! Das Team vom Wirtschaftsmagazin Bodensee Nr. 14 (34) 6,– € / 8.– CHF

KURS NEHMEN


Foto: Achim Mende

INHALT Editorial Impressum

1 119

Menschen & Innovationen Autobau AG 10 Autohaus A. Gohm GmbH 5 Beate Willauer, GiOrg.Services 20 Branchen in der Vierländerregion Bodensee 6 bw-i – Baden-Württemberg International 154 Creditreform Konstanz Müller & Schott KG 40 Dorner Digitale Gestaltungs GmbH 17 ETO MAGNETIC GmbH 50 Geberit Vertriebs GmbH 30 Holenstein GmbH 177 IHSE GmbH 140 ifm electronic gmbh 125 Kanzlei Mosbrugger 44 Kugler GmbH 52 Labhard Medien 14/119/185 Laro NC-Technik GmbH 141 Liebherr 49 METTNAU – Med. Reha-Einrichtungen der Stadt Radolfzell 18 Meyer-Hayoz Design Engineering GmbH 3/36 OMNI PC Systemintegration GmbH 46 PR2 Petra Reinmöller Public Relations GmbH 103

Seemaxx Outlet Center Radolfzell, Arnold Kannenberg 42 Schindler Parent GmbH 38 Schunk GmbH & Co. KG 53 Siemens Postal, Parcel & Airport Logistics GmbH 26 Takeda GmbH 124 Thurau Treuhand 24 Thüga Energie GmbH, Dr. Markus Spitz 28 Vetter Pharma-Fertigung GmbH & Co. KG 12 vergissmeinnicht Kommunikation 22/48 Weber Automotive GmbH 138

Politik, Wirtschaft & Bildung Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg Handwerkskammer Konstanz, Georg Hiltner Internationale Bodensee-Hochschule Internationale Bodensee Konferenz IHK Bodensee-Oberschwaben, Jürgen Schatz IHK Hochrhein-Bodensee, Prof. Dr. Claudius Marx Interreg Ausbildungskooperation Ostrach Regierung Liechtenstein, Adrian Hasler

Tourismuswirtschaft Bodenseehotels Bodensee Schiffsbetriebe

54 58 56 66 64 72 70 75 60 62

76 90 86


DESIGNING HIGH-PRECISION INSTRUMENTS

Meyer-Hayoz Design Engineering unterstützt FemtoTools, das Schweizer Spin-off der ETH Zürich, in einem dynamischen Entwicklungsprozess und leistet einen wichtigen Beitrag auf dem Weg der Etablierung des Unternehmens und der Marke. FemtoTools wurde vom «Robotics Business Review» zu den einflussreichsten Robotics Companies weltweit gezählt und bereits mit dem «Swiss Technology Award», als auch dem «German Design Award Special 2017» ausgezeichnet. Es gilt der Satz: Technologieleader sind meist auch Leader im Design. Das gestalterische Ziel: Aufbau einer medienübergreifenden, einheitlichen Designsprache. Die Überarbeitung von

Logo, Broschüren und Webseite waren Bestandteile der Designaufgabe, ebenso wie das Produktdesign.

www.meyer-hayoz.com


Foto: Achim Mende

Buchinger Wilhelmi Bodensee, Raimund Wilhelmi Comfort Hotel Grand Hotel Bad Schachen Hotel Bayerischer Hof Mainau GmbH MS Sonnenkönigin Thurbo AG Verband der Tourismuswirtschaft Bodensee e.V.

80 91 92 93 78 85 88 82

Tagen am Bodensee Bodenseeforum Konstanz Inselhalle Lindau Graf-Zeppelin-Haus Friedrichshafen

94 96 98 95

Vierländerregion Bodensee

99

Bodensee Standort Marketing GmbH Botschafterclub e.V., Josef Mattle

100 102

Standorte Deutschland Dr. N. Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, Baden-Württemberg Landkreis Konstanz Allensbach Bruder Engen Konstanz Bodenseeforum Konstanzer Konzil BioLAGO cyberLAGO Stadtwerke Konstanz solarLAGO Technologiezentrum Businesspark Konstanz Radolfzell Milchwerk Reichenau

104 105 120 119 132 108 112 108 110 109 116 111 114 118 126 130 121

Singen Takeda GmbH Bodenseekreis Friedrichshafen Markdorf Weber Automotive GmbH Meersburg Überlingen RAFI Volksbank Überlingen Wirtschaftsförderung Bodenseekreis GmbH, Benedikt Otte Landkreis Ravensburg Stadt Ravensburg Wirtschaftsförderung Landkreis Ravensburg Bolz Intec GmbH

122 124 136 139 138 146 142 145 141 134 152 148 153

Landkreis Sigmaringen Bad Saulgau Gammertingen Meßkirch Butz & Collegen Pfullendorf WiS - Wirtschaftsförderungs- und Standortmarketinggesellschaft Landkreis Sigmaringen mbH Schweiz Amt für Wirtschaft und Arbeit Thurgau AWA Thurgau, Daniel Wessner Arbon TG, Andreas Balg Kreuzlingen TG, Andreas Netzle Neuhausen am Rheinfall SH Tägerwilen TG, Markus Thalmann

166 168 170 178 172 176 174

Fürstentum Liechtenstein First Tax AG

180 181

Österreich Bregenz Tourismus & Stadtmarketing GmbH Vorarlberg Tourismus

186 188 190

155 164 163 162 160 156


STARK UND GRENZENLOS

DIE BRANCHEN IM INTERNATIONALEN WIRTSCHAFTSRAUM BODENSEE

Die Architektur Vorarlbergs ist in Europas Fachkreisen längst ein Begriff. Kaum eine andere Region weist eine ähnliche Dichte an qualitätsvollen Bauten auf. Außerdem stammen bekannte Kleidungsmarken wie Strellson, Wolford, Schiesser und Vaude aus der Bodenseeregion. Vorarlberg has long been famous among experts in Europe for its excellent architecture. Not many other regions on the continent can boast such a high concentration of quality buildings. A number of wellknown design brands in the fashion industry are also based here, such as Strellson, Wolford, Schiesser and Vaude.

Envirotech

Food

In der Bodenseeregion gibt es eine Vielzahl an produzierenden Betrieben, Handwerksbetrieben und Dienstleistern im Umweltsektor. Insgesamt sind rund 280 Unternehmen und Institutionen dem Bereich Umwelttechnologie zuzuordnen. A large number of industrial firms, craftsmen’s enterprises and service providers in the environmental sector are based in the region of Lake Constance.

Life sciences

Ganz besonders ist der Bodensee für seinen Wein, seine Äpfel und das Gemüse von der Reichenau bekannt. Um die Landwirtschaft herum hat hier aber auch die Lebensmittelindustrie Tradition: Maggi, Gaggli, Hilcona, Rauch Fruchtsäfte, Knorr, Biotta, Suchard und BINA sind nur einige Marken, die hier hergestellt werden. Lake Constance is particularly well known for its wine and apples, as well as vegetables from Reiche-

Foto: ZF

Architecture & design

Overall, around 280 companies and institutions around Lake Constance work in the field of environmental technology.

Die Bodenseeregion bietet ein vielschichtiges lebenswissenschaftliches Umfeld mit Global Playern wie Takeda, Vetter, VIVIT-Institut oder GATC, Europas führendem DNA-Sequenzierdienstleister. Das Netzwerk BioLAGO e. V. fördert die Entwicklung dieses Clusters. The region of Lake Constance provides an ideal environment for companies in the life sciences industry with global players such as Takeda, Vetter, the VIVIT Institute and GATC, Europe’s leading provider of DNA sequencing services. The BioLago network promotes the cluster’s development

Foto: Wolford

Foto: Georg Fischer

Tourism

Der Tourismus ist ein bedeutsamer Wirtschaftsfaktor in der internationalen Bodenseeregion. Die Gäste schätzen die hochwertige Freizeit- und Erholungsinfrastuktur. Für die Einheimischen ist die touristische Infrastruktur ein unbestreitbarer Bestandteil der Lebensqualität am Bodensee. Tourism is a significant economic factor in the international region of Lake Constance. Guests appreciate the high-quality leisure and recreational facilities, while locals know that the tourist infrastructure contributes to the quality of life they enjoy on Lake Constance.


Der Bodensee gehört zu den fünf stärksten Luft- und Raumfahrtregionen in Deutschland. Zeppelin, Airbus Defence & Space, ZIM Flugsitz, Diehl Aerospace, der Flughafen Friedrichshafen, die Fachmesse Aero und der Studiengang Luft- und Raumfahrttechnik kennzeichnen den Cluster „BodenseeAIRea“. Lake Constance is one of the five strongest aerospace regions in Germany. Zeppelin, Airbus Defence & Space, ZIM Flugsitz, Diehl Aerospace, Friedrichshafen Airport, the Aero trade fair and the university degree course in aerospace technology are all part of the “bodenseeairea” cluster.

Nanotech

Der Bodenseeraum verfügt über eine hervorragende Infrastruktur und bedeutende Kompetenzen im Bereich Mikro- und Nanotechnologie. Zur Förderung der Nanotechnologie tragen die Initiativen Nano-Cluster Bodensee, NanoZentrum Euregio Bodensee e. V. und Swiss Nano-Cube bei. The region of Lake Constance also boasts an outstanding infrastructure and expertise in the area of microtechnology and nanotechnology. The Nano Cluster Bodensee, Nano-Zentrum Euregio Bodensee e. V. and Swiss Nano-Cube initiatives actively promote nanotechnology.

Packaging

Weltmarktführer auf dem Gebiet Verpackungstechnik wie SIG Holding, Amcor oder die Alpla Werke sind hier angesiedelt, hinzu kommen bedeutende abpackende Unternehmen wie Maggi oder Unilever. In Schaffhausen hat das europaweit einzige Internationale Verpackungsinstitut (IPI) auf Hochschulniveau seinen Sitz. Global

Foto: Takeda

market leaders in the field of packaging technology such as SIG Holding, Amcor or Alpla have their headquarters in the region of Lake Constance as do important packing companies like Maggi and Unilever. The International Packaging Institute (IPI) with its universitylevel courses based in Schaffhausen is the only one of its kind in Europe.

IT & electronics

Insbesondere die Region um Tettnang hat sich zu einem Zentrum der Elektronik entwickelt. Zu den bekanntesten Unternehmen gehören Avira, ifm und wenglor. 2011 wurde CyberLago mit Sitz in Konstanz gegründet. CyberLago versteht sich als das Kompetenz-Netzwerk für Unternehmen aus den Bereichen IT, Webtechnologie und digitale Medien in der Bodenseeregion. The region around Tettnang has grown into a centre for electronics firms. Avira, ifm and wenglor are among the best known. CyberLago based in Constance was founded in 2011. CyberLago sees itself as a competence network for companies in the areas of IT, web technology and digital media in the Lake Constance region.

Automotive & engineering

In der Bodenseeregion entwickeln und produzieren starke Unternehmen der Automotive- und Maschinenbaubranche ihre Produkte. Namen wie Georg Fischer, ZF und MTU illustrieren das weite Spektrum. Major companies in the automotive and machine construction industries develop and manufacture their products in the region of Lake Constance. Firms such as Georg Fischer, ZF and MTU are just some examples.

Foto: Alpla

Aerospace

Foto: Suchard

Foto: ifm electronics

nau Island. Not only agriculture has a long tradition here, but also the food industry: Maggi, Gaggli, Hilcona, Rauch Fruchtsäfte, Knorr, Biotta, Suchard and BINA are just a few of the brands made on Lake Constance.

Branchen | Menschen & Innovationen 7


„Weiterbildung ist eine Investition.“ Jürgen Schatz, IHK Bodensee-Oberschwaben

„Vertrauen. Erfolgreich. Vernetzen.“ Benedikt Otte, Wirtschaftsförderung Bodenseekreis

„Kooperation zahlt sich aus.“

Foto: Michael Häfner

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, Baden-Württemberg

„Andere wollen es, wir haben es.“ Josef Mattle, Vierländerregion Bodensee Botschafterclub e.V.


CHRISTOPH BEHLING Geberit S. 30 ARNOLD KANNENBERG seemaxx Radolfzell S. 42 GEORG HILTNER Handwerkskammer Konstanz S. 56 ADRIAN HASLER Regierung Liechtenstein S. 62 PROF. DR. CLAUDIUS MARX IHK Hochrhein-Bodensee S. 70 JÜRGEN SCHATZ IHK Bodensee-Oberschwaben S. 72 GRÄFIN BETTINA UND GRAF BJÖRN BERNADOTTE Insel Mainau S. 78 ISOLDE SCHIELIN Grand Hotel Bad Schachen S. 92 JOSEF MATTLE Bodensee Botschafterclub S. 102 DR. NICOLE HOFFMEISTER-KRAUT Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau S. 105 DANIEL WESSNER Amt für Wirtschaft und Arbeit Thurgau S. 170

ZIELE UND KURSE

MENSCHEN UND POSITIONEN

DR. MARKUS SPITZ Thüga Energie S. 28

THOMAS WILLAUER Digitalisierung im Tourismus S. 14 METTNAU Betriebliches Gesundheitsmanagement S. 18 BEATE WILLAUER Personal- und Organisationsentwicklung S. 20 THURAU TREUHAND Mehrwertsteuerrecht Schweiz S. 24 SCHINDLER PARENT Markenführung für Familienunternehmen S. 38

ANDREAS NETZLE Stadtpräsident Kreuzlingen S. 172

RAINER MOSBRUGGER Betriebsprüfung S. 44

MARKUS THALMANN Gemeindepräsident Tägerwilen S. 174

AGENTUR FÜR ARBEIT KN-RV Arbeitswelt 4.0 S. 58

ANDREAS BALG Stadtpräsident Arbon S. 178

VTWB E.V. Innovationspreis 2017 S. 82

MAG. CHRISTIAN SCHÜTZINGER, DR. JOACHIM HEINZL Vorarlberg Tourismus + WISTO S. 190

FIRST TAX Liechtensteinische Stiftung S. 181

„Wachstum braucht neue Leute.“ Mag. Christian Schützinger, Vorarlberg Tourismus, Dr. Joachim Heinzl, WISTO


AUTOBAU

Zu den Eventlokalitäten in der Bodenseeregion mit besonderer Ausstrahlung und hochwertigen Angeboten gehÜrt die autobau Erlebniswelt in Romanshorn.

10 Menschen & Innovationen | autobau AG


Historische Gebäude, spannende Rahmenprogramme und eine topmoderne Eventinfrastruktur inmitten der außerordentlichen Fahrzeugsammlung des früheren Rennfahrers Fredy Lienhard, der auch als Unternehmer sehr erfolgreich unterwegs war und nach wie vor ist. Die Infrastruktur und die Eventräumlichkeiten sind top und können für Veranstaltungen bis zu 250 Personen genutzt werden. Das autobau-Team entwickelt dazu individuelle Angebote. Nebst den vielseitigen Möglichkeiten in den Eventräumen sind die Besucher eingeladen, ein spannendes Rahmenprogramm zu erleben. Wichtiger Teil dieses ist bestimmt eine Führung durch die Sammlung. Diese zeigt Einblicke in die Leidenschaft Automobil und Geschwindigkeit. Nicht nur technische Erläuterungen werden von den kompetenten Guides gegeben, großer Wert wird auf Hintergrundgeschichten gelegt. Und auch aktiv können Gäste werden: Geschicklichkeitsfahrten, Rennspaß auf der großen Carrerabahn oder volle Konzentration in einem der Fahrsimulatoren. Ein besonderes Highlight sind Taxifahrten auf der hauseigenen Rennstrecke: Ein kleiner Rundkurs macht dieses Erlebnis möglich. Neben den bisherigen Gebäuden wurde nunmehr im Oktober 2016 das über 100-jährige Poligongebäude des ehemaligen Tanklagers von Romanshorn im Inneren aufwändig umgebaut. Inmitten dieses einzigartigen und geschichtsträchtigen Tanks sind künftig ausgewählte Fahrzeuge aus der autobau-Sammlung zu bewundern. Ein besonderes Highlight sind die zahlreichen Rennfahrzeuge, insbesondere der Formel 1 von Peter Sauber. Zwölf Formel 1 Rennwagen dokumentieren das große Engagement von Peter Sauber für den Rennsport. Formel 1 hautnah in der autobau Erlebniswelt Bilder (v.l.n.r.) Peter Sauber und Fredy Lienhard, Begrüßung durch Fredy Lienhard vor dem Polygon-Gebäude, Gäste im neuen Gastrobereich inmitten der Racinghalle, neuer Ausstellungsteil im Tank mit Formel 1 Rennwagen von Peter Sauber, Gäste in der obersten Ausstellungsetage im Stahltank oben rechts: Fredy Lienhard im Gespräch

autobau AG | Menschen & Innovationen 11


VETTER - DER QUALITÄTSPARTNER

FÜR TOP-UNTERNEHMEN DER PHARMA- UND BIOTECH-BRANCHE Als Spezialist für die sterile Abfüllung und Endverpackung von Injektionssystemen hat sich Vetter durch hohe Qualität und Zuverlässigkeit weltweit einen Namen gemacht – aus gutem Grund!

KONTAKT Vetter Pharma-Fertigung GmbH & Co. KG Schützenstraße 87 D-88212 Ravensburg Tel. +49 (0) 751 37000 Fax: +49 (0) 751 37004000 info@vetter-pharma.com www.vetter-pharma.com

Vetter stellt jährlich etwa 200 Millionen sterile Einheiten für die Pharmabranche her. Anspruch und oberstes Ziel des Ravensburger Familienunternehmens lauten: Keine davon darf einen Fehler haben. Das verdeutlicht am besten, warum sich Top-Pharmahersteller weltweit auf die Dienstleistungen von Vetter verlassen. Außerdem schätzt man die Innovationsstärke des Pharmadienstleisters: Vetter setzt in seinem Bereich Standards und gilt als wichtiger Impulsgeber und Entwicklungspartner.

Mitarbeiter. Dass Verantwortung und Weitsicht bei Vetter eine besonders große Rolle spielen, liegt auf der Hand: Durch die Abfüllung und Verpackung von Wirkstoffen zur Behandlung von Multipler Sklerose, Krebs oder Arthritis trägt man zur Verbesserung der Lebensqualität bei – für Patienten auf der ganzen Welt. Darüber hinaus fördert Vetter auch das Sich-Einbringen und Verantwortung-Übernehmen bei den eigenen Mitarbeitern. Ob Azubi oder Führungskraft: Wer will, kann hier etwas bewegen.

Eine Erfolgsgeschichte, die auch folgende Zahlen belegen: In den letzten zehn Jahren hat sich die Mitarbeiterzahl um über 2.000 auf heute etwa 3.900 erhöht, das Unternehmen verfügt über einen Produktionsstandort in den USA sowie Vertriebsstandorte in Singapur und Japan.

Alles auf Nachhaltigkeit

In der Verantwortung Trotz des rasanten Wachstums ist Vetter bodenständig geblieben und stolz auf seine oberschwäbischen Wurzeln. Als global tätiges Unternehmen in Familienbesitz agiert man losgelöst von externen Investoren und bietet somit ein rundum stabiles Umfeld – sowohl für die Kunden als auch für die 12 Menschen & Innovationen | Vetter

Vetter setzt seit jeher auf eine nachhaltige Verbindung von Ökonomie, Ökologie und Sozialem. Das zeigt auch die erfolgreiche Umsetzung eines firmenweiten Programms für mehr Umwelt-, Arbeitsund Gesundheitsschutz sowie Energiemanagement. Dazu gehören neben energieeffizienten Produktionsverfahren und Abfall-Recycling auch die fortwährende Verbesserung der Arbeitssicherheit sowie diverse Gesundheits- und Vorsorgeangebote für Mitarbeiter. Überdurchschnittliche Ergebnisse bei regelmäßigen Zertifizierungsaudits sowie eine breite Zustimmung seitens der Mitarbeiter motivieren, den eingeschlagenen Weg auch in Zukunft weiterzuverfolgen.


TYPISCH VETTER: NEUE

PERSPEKTI EN DURCH WACHSTUM UND VERÄNDERUNG SCHAFFEN – AUCH FÜR DIE EIGENEN MITARBEITER.

Als international führender Pharmadienstleister und unabhängiges Unternehmen in Familienbesitz unterstützen wir Arzneimittelhersteller in der sterilen Abfüllung und Endverpackung von Spritzen und anderen Injektionssystemen. Dies sowohl in der klinischen Entwicklung neuer Präparate als auch bei der globalen Marktversorgung. Qualität steht bei unserer Arbeit seit jeher an oberster Stelle. Auch setzen wir immer wieder neue Trends und Standards in unserer Branche. Mit dem Ergebnis: Auf uns verlassen sich nicht nur zahlreiche der größten Pharmaund Biotech-Unternehmen der Welt, sondern vor allem Millionen von Patienten. Ohne ein verantwortungsvolles Arbeiten auf allen Ebenen wäre das nicht möglich – von der Produktion bis zur Verwaltung. Das macht uns stark für ein weltweites Wachstum und den sich ständig wandelnden Gesundheitsmarkt. Es bietet aber auch Chancen für unsere Mitarbeiter.

Entdecken Sie Ihre Möglichkeiten bei uns: Leben. Qualität. vetter-pharma.com/karriere


DEN RESETKNOPF DRÜCKEN. Thomas Willauer

DIGITALISIERUNG IM TOURISMUS – KLARHEIT UND WAHRHEIT STATT PROPAGANDA

Seit über 20 Jahren gibt es das Internet. Und noch immer wird so getan, als ob es sich hier um eine neue technologische und kommunikative Errungenschaft handelt. Und so ist es wenig verwunderlich, dass von Tourismusorganisationen (meist auf zentraler und überregionaler Ebene) und Tourismusberatung immer noch jedes Jahr mindestens eine „neue digitale Sau“ durchs Dorf getrieben werden kann, mit dem schon oft gegebenen Versprechen nun aber endlich auf der Höhe der Zeit zu sein. Dabei ist die Digitalisierung im Tourismus eine Geschichte des Scheiterns einer Vielzahl von Versprechungen, über die Segnungen dieses Kommunikationsweges.

Reiseblogs sollten Tourismusexperten ablösen, den Gast zum neuen Reiseleiter machen und den von den Printmedien ausgespuckten Reisejournalisten eine neue berufliche Perspektive geben. Die dabei produzierten Inhalte, deren Trivialität nicht zu übersehen ist, befriedigen u.U. das eigene Ego, wobei das Nagen am Hungertuch der Reiseblogger nicht zu überhören ist. Der Trend, Gästeführer und andere Tourismusexperten durch das Smartphone zu ersetzen, hat dazu geführt, dass ins Smartphone vertiefte Menschen ihre Mitbürger in den Fußgängerzonen und auf Bürgersteigen anrempeln, weshalb z.B. in Asien bereits sogenannte „Textwalking Lanes“ für den gebückten Teil der Menschheit eingerichtet wurden. Bert Brecht sagte einmal: „Du sollst Dich nie vor einem lebenden Menschen bücken“. Buchungsplattformen sollten das Reisebüro ablösen und den Hotels ungeahnten Reichtum durch neue Gäste bringen. Heute ist der Katzenjammer groß. Vielfach wird die Erfahrung gemacht, dass im Hotel immer weniger verdient wird, dafür aber Großkonzerne wie Booking.com an den Hotels bestens verdienen. Hotelbewertungen sind erfahrungsgemäß derartig unzuverlässig, wenn nicht gefaked, 14 Menschen & Innovationen | Labhard Medien

dass jedem Internetuser geraten wird, mindestens 9 Bewertungsplattformen zu lesen, bevor man eine Entscheidung trifft. In der Zeit wäre man im Reisebüro längst fachkundig beraten worden. Der aktuelle Hype ist der Wunsch nach „Big-Data“. Gästeorientierung wird so weit getrieben, dass man alles vom Gast wissen möchte. Der „gläserne Gast“ ist das Ziel. Nur was man dann mit den ganzen Daten machen will, weiß niemand so recht. Lauschangriff und Rasterfahndung lassen grüßen.

Die Krise der Digitalisierung – auch im Tourismus Dass der digitale Wandel in Wirtschaft, Gesellschaft und damit auch im Tourismus in einer Krise steckt, darüber redet niemand. Und diese Krise ist im Tourismus vor allem in zwei Bereichen spürbar, die hierbei von besonderer Bedeutung sind: Kommunikation und Angebots- bzw. Erlebnisorientierung. Grund für die Krise ist, dass Online-Unternehmen und entsprechende Tourismusberater, fokussiert auf kurzfristige Gewinnmaximierung und Legitimation ihrer eigenen Tätigkeit, nur darüber nachdenken, wie die Digitalisierung das „Unternehmen Tourismus“ scheinbar schneller und effizienter macht. Verbunden mit zu geringen Personalres-


sourcen im öffentlichen Tourismus kommt es dann zu realen oder auch gefühlten Überlastungen der dort Beschäftigten. Dies ist die gesellschaftliche Dimension der Digitalisierung, ihre Konsequenzen für die Menschen, die im Tourismus arbeiten und ihn gestalten ebenso wie für die Gäste, finden höchstens in Ausnahmefällen Beachtung. Die Politik steuert dieser Entwicklung nicht entgegen, im Gegenteil. Sie spricht immer noch völlig unkritisch von den Segnungen der Digitalisierung und verstärkt so den Druck, eben immer wieder eine neue „digitale Sau“ durchs Dorf treiben zu müssen. Die Digitalisierung im Tourismus ist vor allem Absender und nicht gästeorientiert, was nicht nur an den Eitelkeiten von Akteuren, son-

oder das, das im Modus der Konzentration operiert?“ (Frank Schirrmacher). Die Frage in der touristischen Kommunikation ist also nicht die nach dem Trägermedium (digital oder analog), sondern die nach dem Rezipienten und seinen Bedürfnissen und wie man ihn wirklich erreicht und ihm hilft, ihn bestätigt, ihn ermuntert an den Bodensee zu kommen, weil dort seine Bedürfnisse Achtsamkeit erfahren. Das Argument für Internetwerbung – die ungleich höhere Treffergenauigkeit - verliert, wenn man genau hinschaut an Glanz. Da sind zum einen die gesellschaftlichen und politischen Verwerfungen einer unkontrollier-

„Es geht darum, intelligente und dem Menschen dienliche Konzepte im Tourismus zu entwickeln, die die Welt des Analogen auf neue und elegante Weise mit den Möglichkeiten des Digitalen verbinden.“

dern an einem politisch falschen Grundverständnis von Tourismus liegt, das meist in einem Satz zusammengefasst wird: „Tourismus sei lediglich eine freiwillige politische Aufgabe“.

Tourismus ist Gesellschaftspolitik Unser Ausgangspunkt dessen, was Tourismus ist, ist folgender: Alle, die für und mit Gästen etwas tun, erfüllen eine Aufgabe, die gesellschaftlich bedeutsam ist. Es geht darum, den Menschen Erholung von all den Belastungen, denen sie in der Arbeits- und Lebenswelt ausgesetzt sind, zu ermöglichen. Der Tourismus dient dem Kennenlernen unterschiedlicher Kulturen, erweitert Wissen und geistige Horizonte. Tourismus schafft regionale Infrastruktur, gestaltet Umwelt und Lebensqualität, auch für die Einheimischen.

Touristische Kommunikation und Menschenbild Auch wenn es pompös klingt. Es geht auch im Tourismus um das Bild vom Menschen als Ausgangspunkt touristischer Kommunikation. Man hat den Eindruck, dass viele Touristiker den Gast schlicht und ergreifend für einen „Deppen“ halten, den man an die Hand der „Customer Journey“ nehmen muss, um ihn – an willkürlich definierten Entscheidungspunkten - durch digitale Bombardements vor sich herzutreiben und zu einer ganz bestimmten Urlaubsentscheidung zu zwingen. Die „Customer Journey“ hat wenig mit Empirie und Psychologie zu tun, dafür mehr mit einer „wissenschaftlich“ verbrämten mechanistischen Vorstellung von den Entscheidungsfindungen der Menschen, für Reise, Freizeit und Urlaub. Übersehen wird, dass die Menschen heute um ein Vielfaches informierter sind als früher. Dass die Bedürfnisse jenseits von Pauschalurlaub und Massentourismus heute wichtiger sind denn je. Ja, dass wir es im Tourismus (und nicht nur dort) mit dem Megatrend Individualisierung zu tun haben. „Dieser ist Teil des wachsenden Anspruchs nach Selbstgestaltung des eigenen Urlaubsideals. Das Tempo drosseln, Qualitätserlebnisse anders wahrnehmen, wirklich genießen, statt nur Eindrücke sammeln – all das hat mit einer persönlichen Haltung und Herangehensweise zu tun. Bedingt durch das immer stärker verbreitete Gefühl, dass die Welt schneller zu werden scheint, der Alltag definitiv komplexer wird, sind die Zeiten des Resets, des Pausierens, Tiefdurchatmens und Anhaltens umso wichtiger.“ (Anja Kirig) Der Anspruch nach Selbstgestaltung bezieht im Zusammenhang mit Kommunikation auch die Frage mit ein, in welchem Zustand, in welchem Operationsmodus sich das Hirn befindet, das man erreichen will, dem ich auf seiner Suche nach der richtigen Reiseentscheidung behilflich sein möchte? „Das Gehirn befindet sich biophysikalisch in einem anderen Zustand, wenn es online ist, als wenn es auf Papier liest. Das ist auch für Werbung hoch bedeutend. Will ich das a priori überforderte, abgelenkte Hirn erreichen

ten Überwachung. Zum anderen aber funktioniert das von Agenturen als Wundermittel gefeierte Targeting in der Praxis bei Weitem nicht so erfolgreich wie versprochen. Aus digitalen Datenmassen qualifizierte Kundenprofile zu erstellen, die zu Kundenzufriedenheit als wichtigstem Kriterium führen, ist alles andere als trivial und scheitert zumindest bei den Gästen, die sich nicht durch digitales „Buch-Mich-Jetzt-Endlich“ beeindrucken lassen. Zum anderen stellt sich die Frage, auch für uns am Bodensee, ob eine atomisierte und individuell distanzlose Werbung effizient ist. All die kleinen Banner und Videos auf Smartphones, all die Werbe-Mails und Angebote zum Dialog. Soll so die Werbung der Zukunft aussehen? Werbung ist und bleibt eine große Sache. Starke Marken brauchen auch in Zukunft massenmediale Inszenierungen. Die Publikationen von Labhard Medien sprechen bewusst die Menschen an, deren Gehirn sich im „Modus der Konzentration“ befindet. Gleichzeitig wissen wir, dass Urlaubsentscheidungen vor allem stark vom Image einer Region abhängen und dieses wiederum von den vielen individuellen Möglichkeiten des Reisens in einer Region. Image und vertrauenswürdige Information für den an Selbstgestaltung seines Reiseziels und –aufenthalts interessierten Gast werden immer noch und auch zukünftig durch Printmedien kommuniziert. Der Gast ist eben kein hilfloser Datenträger, kein „Depp“, sondern besitzt Verstand und Emotionen. Die intelligenten, die anspruchsvollen Konsumenten wollen Medien haben, für die sie sich Zeit nehmen dürfen. Print entwickelt sich zum Luxusgegenstand. Luxus verstanden als Zeit und Muße. Für jemanden, der das sucht, ist eine gedruckte Zeitschrift etwas Besonderes, etwas das Sinnlichkeit hat, eben das, was das Internet nicht hat. Wir bieten dem Leser ein solches sinnliches Vergnügen mit hochwertigen Inhalten und gutem Design. Print hat den Vorteil, dass niemand mitliest. Die Texte gehören dem Leser. Magazine, Zeitungen und Zeitschriften haben den Vorteil, dass der Leser auf Themen stößt, die er gar nicht gesucht hat, die ihn überraschen, die ihn schlauer machen. Wer immer nur nach dem sucht, was er selbst sich ausdenkt, verlernt es mit der Zeit, über den eigenen Tellerrand zu schauen, verpasst neue Entwicklungen und neue Erkenntnisse, nach dem Motto: Ich entdecke nichts Neues, sehe nichts Neues, lese nichts Neues, die Maschine weiß, was ich will, und nimmt mir die Entscheidung ab. So werden digitale Medien zur Prothese, die eine geistig-mentale Verkümmerung zur Folge hat. Technologie ermächtigt uns zu Fähigkeiten, sie entlernt uns aber auch Fähigkeiten. Digitalisierung an sich hat keinen emanzipatorischen Charakter. Die Digitalisierung ist nicht in der Lage, die partizipativen und emanzipatorischen Prozesse auszulösen, die in der Betriebsanleitung versprochen wurden. Auch  deshalb ist Print das Vertrauensmedium Nr.1. Mehr denn je. Labhard Medien | Menschen & Innovationen 15


SLOW DOWN

EINFACH MAL DURCHATMEN

Slow Travel – eine Antwort in der Krise „Die Tourismusbranche hat ihre Angebotsstrukturen in der Vergangenheit auf immer schnellere, flüchtige Erlebnisse hin entwickelt. Selbst Kreuzfahrten, jenes Segment, das noch am ehesten für langsames Reisen stand, drängen auf Beschleunigung: Dass Schiffe in fünf Tagen fünf Mittelmeerländer anlaufen und zwischendurch Urlaubern in Full-Service-Manier Kino, Fitness, internationale Buffets, Konzerte, Kultur und unzählige andere Unterhaltungsoptionen auf einmal offerieren, ist längst zum Standard geworden – oder verkommen. Je nachdem wie man es betrachtet“. (Anja Kirig) „Slow Travel“ steht für die neue Art des Reisens und ist ein Gegentrend, zum gerade beschriebenen Szenario. „Das, was bisher das Ideal der modernen Erlebnisgesellschaft ausgezeichnet hat, nämlich möglichst viel neuer Input, maximal gesteigerte Attraktion und immer neue Sinneseindrücke in möglichst kurzer Zeit ist so eindimensional nicht länger gültig“ (Anja Kirig). Die Suche nach – so abgedroschen das klingen mag – Übereinstimmung von Körper und Geist, „temporärer Heimat“ im Urlaubsgebiet als Gegenpol zu den Ansprüchen der globalisierten Welt, digitale Entgiftung statt medial-digitaler Überforderung, aussteigen, endlich wieder man selbst sein wollen. Das sind nur einige Aspekte von Slow Travel, verbunden mit einem authentischen Naturerlebnis (Berge, See, Landschaft), mit Kultur (z.B. mit künstlerischen, kulinarischen, aber auch religiösen Interessen), mit Wellness, Spa und Heilbehandlungen, die zeigen, welche Interessen heute mehr denn je im Vordergrund stehen. Es geht um eine neue Qualität des Erlebens bis hin zum temporären Off-Line-Modus. Und diese Interessen müssen in der Kommunikation und der Erlebnisgestaltung – im oben genannten Sinne – verantwortlich wahrgenommen werden. Es geht darum, intelligente und dem Menschen dienliche Konzepte im Tourismus zu entwickeln, die die Welt des Analogen auf neue und elegante Weise mit den Möglichkeiten des Digitalen verbinden. Es gilt eine „Hybrid-Welt“ (Matthias Horx) zu schaffen, in der wir die Qualitäten des Netzes mit den Vorteilen des Analogen wieder verbinden. Für eine solche Tourismuskonzeption hätte der Bodensee in seinen jeweiligen Kernmärkten, wie auch auf internationalen Märkten eine wirkliche Chance der Profilierung. Statt digitalem Herumwurschteln, die touristischen Experten stärken (und nicht durch immer neue Strukturdebatten verunsichern), soziale Kompetenzen weiter entwickeln, den Gast ins Blickfeld nehmen, als Partner, der im 16 Menschen & Innovationen | Labhard Medien

Übrigen als „Ko-Produzent“ den Tourismus mit- und weiterentwickelt. „Menschen sind nicht digital. Wir sind und bleiben Wesen aus Fleisch und Blut, die sich in der analogen Welt, im Sinnlichen orientieren. Die digitale Evolution wird nur dann nicht ins Desaster führen, wenn sie sich rückkoppelt mit dem genuin Humanen, dem Maßvoll-Menschlichen. Es geht also auch, wenn nicht vor allem, um soziale Fragen: Fragen der Ermächtigung und Erleichterung, des Zugangs und des freien Willens, der äußeren Verbesserung und der inneren Erhellung. Dabei kann digitale Technik wunderbare Hilfe leisten. Wenn sie aber als Selbstzweck, als reines Orientierungsinstrument missbraucht wird, muss und wird sie scheitern.“ (Matthias Horx)

Exkurs: Selbstjustiz statt Demokratisierung – was geht das den Tourismus an? Anfangs konnte man noch glauben, dass das Internet emanzipatorisch, demokratiefördernd, einer Erweiterung der Selbstbestimmung des Menschen dient, weil jeder mit jedem kommunizieren kann. Der Irrtum ist mit der Herausbildung der bestimmenden Internetmonopole ebenso manifest wie gefährlich. Das Geschäftsmodell von Apple, Google, Facebook und Co. ist nicht Emanzipation und Demokratisierung, sondern Datensammlung, Ausbeutung sozialer Bedürfnisse, Diebstahl geistigen Eigentums. Diese Unternehmen des digitalen Kapitalismus versuchen kulturelle Normen rücksichtslos im eigenen Geschäftsinteresse zu dominieren. Warum thematisiert niemand, unter welchen Arbeitsbedingungen das iPhone in China produziert wird? Das Internet hat sich „zu einer gewaltigen Empörungsmaschine entwickelt, einer Gerüchteschleuder, zu einem Propagandavehikel für jede noch so obskure Theorie. Und selten zuvor fragten sich so viele Menschen verunsichert: „Wo eigentlich geht’s hier zur Wahrheit?“(Mathias Müller von Blumencron). Und es kommt noch ein wichtiger Aspekt hinzu: Durch das Internet wird das staatliche Monopol des Strafens wieder individualisiert – und zugleich kollektiviert. „Strafe und Rache aktivieren im Hirn die gleichen Belohnungszentren. Individuell glauben die Teilnehmer eines Shitstorms, jemanden „gerecht“ zu strafen. In Wirklichkeit verschieben sie ihren persönlichen Frust in den digitalen Raum. Und dort wird die millionenfache Macht der Ohnmächtigen zu dem, was Dieter Nuhr „Digitales Mittelalter“ nannte“. (Matthias Horx)


Zur Strafe hinzu kommen noch die Desorientierung der Bürger, das Mobbing in Schule und Beruf, Wählertäuschung und Wahlbeeinflussung. „Fake News dienen zwei Hauptzwecken: Aufmerksamkeit, um mit Werbung Geld zu verdienen. Und politische Beeinflussung durch Falschmeldungen. Die politische Sphäre, die in der Demokratie dringend Versachlichung braucht, wird so hyperemotionalisiert. Politische Erregung wird zum Normalzustand, Zwischentöne, Einordnungen und Relativierungen fallen zurück oder weg.“ (Sascha Lobo, Spiegel Online) Die hochdramatischen Negativentwicklungen des Internet, müssen auch bei der Digitalisierung im Tourismus mitbedacht werden. Der Tourismus darf hier nicht wegschauen. Insoweit ist zu fragen, ob es nicht an der Zeit ist, dass sich Touristiker in ihrem hochemotionalen Gewerbe nicht nur betriebsblind „buchbaren Angeboten“ widmen, sondern auch die gesellschaftliche Dimension ihrer Arbeit sehen und sozialverantwortlich eingreifen, ganz im Sinne von Selbstgestaltungsmöglichkeiten für den Gast? Der Gast des Bodensees, der mündig und gesellschaftlich interessiert ist, dem Schnäppchenmentalität ebenso fremd ist wie plumpe Tourismuswerbung, dürfte dafür ansprechbar sein. Nutzen wir diese Chance. Thomas Willauer Anja Kirig: Slow Travel, Reset an: Freier Speicher für einen anderen Alltag, In : Slow Travel. Zukunftsinstitut, Frankfurt 2016 / Matthias Horx: Kreative Digitalisierung: Eine neue Beziehungsqualität In: Digitale Erleuchtung. Zukunftsinstitut, Frankfurt 2016 / Ders: Digitale Revision: Der Omline-Trend, In: Zukunftsreport 2016 / Zukunftsinstitut, Frankfurt 2016, Frank Schirrmacher: Über die Zukunft von Zeitungen, Horizont 8/2012

Was hat das mit dem Bodenseetourismus zu tun? Zunächst einmal setzen wir uns als Medien- und Kommunikationsunternehmen mit den damit verbundenen gesellschaftlichen Prozessen auseinander, um sowohl im unternehmerischen Interesse, wie auch in gesellschaftlicher Verantwortung agieren zu können. Dabei geht es uns immer darum – denn nur das macht uns erfolgreich – unseren Kunden nachhaltig Resonanz zu verschaffen und unseren Leserinnen und Leser qualifizierte und emotional ansprechende Informationen zukommen zu lassen. Im Bodenseetourismus müsste die Debatte von der real vorhandenen Verkürzung auf „digitale Kommunikation“ ausgeweitet werden auf das gesamte Ensemble von Kommunikationskanälen und dies in einer kritischen und selbstkritischen Art und Weise, die eigenes Tun ebenso mit einbezieht, wie das, was im allgemeinen touristischen Umfeld passiert. Dazu müssten die wichtigsten Tourismusmedienunternehmen am Bodensee Labhard Medien, Schwäbisch Media (Magazin seezunge) mit Bodensee.de und Südkurier Medienhaus mit Ferienzeitung und bodenseeferien.de sowie PR2 als Partner des Tourismus auf Augenhöhe mit an den Tisch, weil sich bei ihnen Kompetenz, Erfahrung, gesellschaftliche Verantwortung mit Leidenschaft für die Region kombinieren. Diese Experten werden bisher, ob bewusst oder unbewusst, von dieser Debatte ferngehalten. Dieser Debatte muss sich auch die Wissenschaft stellen, die nicht nur für Weiterentwicklungen und manch gute Idee im Tourismus, sondern auch für Fehlentwicklungen und Fehleinschätzungen verantwortlich ist.

Labhard Medien | Menschen & Innovationen 17


DAS BETRIEBLICHE GESUNDHEITSMANAGEMENT Qualifizierte und engagierte Arbeitskräfte sind das höchste Gut eines Unternehmens. Um die Gesundheit und damit auch die Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erhalten, agieren Firmen präventiv und setzen auf den Erfolg des Betrieblichen Gesundheitsmanagements. Das Ziel ist, die individuellen Ressourcen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu stärken und sie nachhaltig zu motivieren. Das Betriebliche Gesundheitsmanagement wird interdisziplinär gesteuert. Dazu kooperieren zumeist die Unternehmensleitung, die Personalabteilung, der Betriebsrat sowie der Betriebsarzt und die Fachkraft für Arbeitssicherheit. Dabei wird zunehmend der Support externer Berater genutzt. KONTAKT Medizinische RehaEinrichtungen der Stadt Radolfzell METTNAU Strandbadstraße 106 D-78315 Radolfzell Tel. +49 (0) 7732 1510 Fax. +49 (0) 7732 151650 info@mettnau.com www.mettnau.com

Die METTNAU, medizinische Reha-Einrichtung der Stadt Radolfzell, verfügt über jahrzehntelange Erfahrung im Bereich des Betrieblichen Gesundheitsmanagements und ist Premiumpartner sowohl nationaler als auch internationaler Unternehmen sowie Behörden. Dr. Detlef Großkurth, Chefarzt der METTNAU erklärt, warum die Bedeutung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat: „Mit zunehmendem Arbeitsdruck, steigenden Leistungsansprüchen und mit langen Arbeitstagen nehmen psychische Überlastungsreaktionen, Erkrankungen und krankheitsbedingte Arbeitsausfälle zu, insbesondere bei Führungskräften. Es gilt, die Gesundheit der Belegschaft zu erhalten, denn krankheitsbedingte Fehlzeiten verursachen enorme Kosten. Das wissen viele Unternehmen und steuern deshalb frühzeitig dagegen.“ Eine im Jahr 2015 auf der METTNAU durchgeführte Studie ergab: Etwa 60% der Führungskräfte arbeiten bis zu 80 Stunden pro Woche, 85% klagen über typische Anzeichen für Stresskrankheiten, wie beispielsweise Schlafprobleme, Bluthochdruck, Erschöpfungs-

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zustände und Herzrhythmusstörungen. Zahlen, die den akuten Handlungsbedarf unterstreichen.

Das Konzept der METTNAU Die METTNAU ist eines der bedeutendsten und traditionsreichsten Zentren für Bewegungstherapie in Deutschland. Das Motto der Medizinischen Einrichtung lautet „Bewegung ist Leben“ und das Konzept basiert auf dem ausgewogenen Zusammenspiel körperlicher Aktivität, Entspannung, seelischer Balance und gesunder Ernährung. Die Einrichtung, in exponierter Lage


Das Motto der Medizinischen Einrichtung lautet „Bewegung ist Leben“ und das Konzept basiert auf dem ausgewogenen Zusammenspiel körperlicher Aktivität, Entspannung, seelischer Balance und gesunder Ernährung.

auf der Bodensee-Halbinsel Mettnau bei Radolfzell gelegen, ist auf die Therapie bei Störungen des Herz-Kreislauf-Systems spezialisiert. Begleitend werden Stoffwechselerkrankungen, orthopädische Befunde sowie die Folgen psychischer Überbelastung behandelt. Der Behandlungsansatz ist interdisziplinär. Das Team aus Sportlehrern und Therapeuten, Medizinern, darunter Kardiologen, Internisten, Ernährungsspezialisten, Psychologen sowie einem Facharzt für Traditionelle Chinesische Medizin, arbeitet mit dem Ziel Krankheiten erst gar nicht entstehen zu lassen. Dabei wird, neben der Rehabilitation auf eine gezielte Gesundheitsförderung gesetzt. Die METTNAU bietet sowohl kleinen Betrieben, als auch namhaften Großunternehmen individuelle Konzepte im Bereich des Medizinischen Gesundheitsmanagements. Es besteht eine Vielzahl von diagnostischen Möglichkeiten, wie ein Check-up mit sportmedizinischer Leistungsdiagnostik, Analyse der individuellen Risikofaktoren und kardiologischer Befunderhebung. Zur Beurteilung der persönlichen Belastung und Regenerationsfähigkeit stehen aussagekräftige Diagnoseverfahren zur Verfügung, die durch eine vegetative Funktionsanalyse und bedarfsweise auch eine Schlafdiagnostik, die Basis für eine medizinische und psychologische Betreuung darstellen. Sowohl in Einzel- als auch Gruppenaufenthalten soll dabei die Sensibilität für gesundheitliche Risiken geschärft werden. Das umfangreiche Sportangebot schafft die Möglichkeit zu einer Verbesserung der Dynamik, Beweglichkeit und Ausdauer. Die Lage, direkt am Bodensee und inmitten der Natur, bietet zusätzlich zu den vielen Indoor-Sportmöglichkeiten die beste Voraussetzung für Aktivitäten zu Wasser und zu Lande. Dr. Detlef Großkurth betont: „Das Wichtige ist, dass wir den Menschen stets als Ganzes erfassen und aufgrund einer eingehenden Diagnostik ein ganzheitliches und vor allem individuell zugeschnittenes Behandlungskonzept erstellen und dabei begleitend tätig sind.“ Die Aufenthaltsdauer reicht von zwei Tagen mit Eventcharakter und Teambildung, in denen Impulse für Gesundheitsmaßnahmen gegeben werden, bis zum mehrtägigen Aufenthalt mit Gesundheitscheck und persönlichem Coaching. In Ergänzung sind ein-, zwei- bis dreiwöchige Aufenthalte mit entsprechender Regenerationsphase möglich. Die Ergebnisse einer Continental Studie aus dem Jahr 2013 zeigt, dass jeder 8. Arbeitnehmer in Deutschland seitens seines Unternehmens keine Unterstützung in Bereich Gesundheit erhält. Der Bedarf ist groß. Das Konzept der METTNAU ist der Leitfaden zu einer gesunden Lebensführung, schafft Anreize, motiviert und erreicht auch diejenigen, die sich bisher nicht mit ihrer Gesundheit befassen wollten. Dr. Detlef Großkurth weiß: „Für viele erfolgreiche Menschen ist das Thema

Krankheit ein Tabu. Sich jedoch im Rahmen der Prävention mit ihrem aktuellen Gesundheits- und Leistungszustand auseinanderzusetzen und zu optimieren, fällt ihnen definitiv leichter.“ Und der Erfolg spricht dabei für sich. „Wir haben eine Weiterempfehlungsrate von nahezu 100% und viele, die unser ganzheitliches Behandlungskonzept im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements kennengelernt haben, kommen auch aus persönlichem Antrieb und auf privater Basis wieder.“ Für Arbeitgeber und Arbeitnehmer entsteht damit eine Win-Win-Situation und das Unternehmensimage als guter Arbeitgeber im Sinne der Corporate Social Responsibility wird verbessert. Dies ist auch angesichts der demografischen Entwicklung und dem damit verbundenen Konkurrenzkampf um qualifizierte Nachwuchskräfte von zunehmender Bedeutung. Nicola M. Westphal

Mettnau | Menschen & Innovationen 19


Foto: fotolia - Jakub Jirsák

EINIGE SORTIERTE ÜBERLEGUNGEN ZUR PERSONAL- UND ORGANISATIONSENTWICKLUNG Vielleicht leben wir in einer Zwischenzeit, in einer Wendezeit. Personal- und Organisationsentwicklung und damit Beratung in und für Organisationen werden sich verändern müssen, um Antworten auf auffällige und schwierige Befunde zu finden. Gut ausgebildete Mitarbeitende steigen aus vorgespurten Karrierepfaden aus. Sie suchen für sich eigene Wege des Zurechtkommens in der Arbeitswelt. Gut zurechtkommen kann für den einen heißen, ganz auszusteigen und eigene Arbeitswege z.B. in die Selbständigkeit zu gehen, für einen anderen, sich gegen mögliche Karriereoptionen zu entscheiden, der Berufsarbeit die Leidenschaft zu entziehen und in andere Bereiche zu investieren. Eine Reihe von sogenannten alternativen Lebens- und Arbeitsprojekten prosperieren. Dropouts sind erfolgreich und bewegen sich in die “Mitte der Gesellschaft“ hinein. Sie werden bereits als gesellschaftliche role model zitiert. Gemeinschaftliche Lösungen, sinnvolles Arbeiten und die Suche nach der angemessenen Balance mit individuellen Bedürfnissen spielen die Hauptrolle in diesen Projekten. Angsterkrankungen und Depressionen nehmen zu. Die psychosomatischen Kliniken sind voll, Psychotherapeuten haben Wartelisten. Im Coaching berufstätiger Menschen geht es um Angst, Versagen, Anerkennung und Respekt, Leistungsdruck, Entzug von Sicherheiten, Einschränkung von Freiheiten, karge Beziehungen, einsame Leistungserbringung, Wut auf organisationalen Unsinn wie die Reorganisation der Reorganisation der Reorganisation, Verlust der Arbeitsfreude. Das Leiden vieler Menschen im Arbeits- und Organisationskontext ist sichtbar und spürbar, nicht zuletzt auch betriebs- und volkswirtschaftlich bezifferbar. In den Fragen des Organisierens von Organisationen, der Domäne von Organisations- und Unternehmensberatung, dominieren immer noch viele Heilslehren und ihre zeitgeraffte Ablösung durch andere, scheinbar “neue“. Erfahrene, gestandene Führungspersonen hängen an den Lippen von Beratern und saugen deren Heilslehren auf, Lehren, die immer noch häufig mit dem Anspruch verkauft werden, Lösungen 20 Menschen & Innovationen | Beate Willauer

durch Steuerungsanleitungen dauerhaft zu implementieren, Machine Learning. Das ist so etwas von old fashioned genauso wie das immer noch kultivierte Bild von Führung zwischen Jesus-like und im Fadenkreuz der Besitzer, Shareholder und hierarchisch übergeordneter Führungspersonen. Mit old fashioned meine ich, dass wir auch über diese Phänomene viel mehr wissen als wir vorgeben zu wissen und in unserer täglichen Praxis umsetzen. Einige lassen sich von den Heilslehre(r)n nicht blenden. Sie glauben nicht an die Teamentwicklung in Kurzzeit, nicht an das Führungslernen aus der Retorte, nicht an den Erfolg von Post-Merger-Integrationsprojekten, nicht an das erfolgreiche Projekt allein durch Projektmanagementmethoden. Sie hinterfragen die üblichen Reflexe in der Personalentwicklung wie Zielvereinbarungen, Mitarbeitendengespräche im Jahresturnus und Feedbackrunden, die ja zumeist folgenlos bleiben. Ich lehne Instrumente wie etwa das periodisch angesetzte Mitarbeitendengespräch nicht per se ab. Soweit ich sehe, sind diese Instrumente dann sinnvoll und erfolgreich, wenn sie als Kommunikationsgefäße, als Gefäße für Begegnung und Pflege des Kontakts genutzt werden. Die Eigenständigen lassen sich nicht verwirren durch Double-Bind verdächtige Anweisungen an Mitarbeitende wie “sei Mitunternehmer“ und gleichzeitig “sei flexibel, abrufbar, kontrollierbar, verschickbar“. Sie kreieren eigene Zuschreibungen an Führung, sie machen sich auf den Weg des Wahrnehmens, der Selbstreflexion, der Kommunikation, des guten Kontakts, des Entscheidens im Vertrauen auf ihre innere Kompetenz. Sie entwickeln ihre innere Kompetenz und ihre äußere. Einige Führungspersonen haben tief verstanden, dass Menschen keine Maschinen sind, obwohl Maschinen vielleicht bald als Menschen durchgehen werden. Ob diese dadurch ihr Maschinensein verlernen?


Was kann nun die Chance dieser Wendezeit sein? Vielleicht hilft ein Rückgriff als Vorgriff: Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist in der Wissenschaft Aufregendes passiert. So hat die alte Mutter Philosophie weiter- und umgedacht. Neue Konturen wie Psychoanalyse, Linguistik und Soziologie konnten entstehen. Verkürzt aber hilfreich lässt sich als Gemeinsamkeit der Imperativ “Hin zu den Dingen!“ finden: Hin zu dem, was du erlebst, was du wahrnimmst, siehst, hörst, fühlst, wie du in deinem Alltag sprichst, wie wir miteinander sind, wie wir kommunizieren, welche Bedingungen uns umgeben, was innerhalb dieser Bedingungen mit uns passiert, wie wir diese gestalten. Die uralte Frage: Wie sind wir geworden, wie wir sind? hat sie dabei nicht aufgegeben, die Philosophie. Die Frage nach den Sedimenten der Menschheitsgeschichte, dem Gewordensein von Mensch und Welt verknüpft sie mit dem, was heute passiert. Ich könnte an dieser Stelle ein Fazit meiner Überlegungen ziehen, eine Einladung aussprechen, jenseits der Grenzen des Common Sense, wie eine Organisation zu funktionieren habe, auf die Suche zu gehen. Längst schon hat der Diskurs begonnen, was als Leitdisziplin für gute Unternehmensführung zu gelten habe. Die Ingenieurswissenschaften scheinen abgewählt wie auch die Betriebswirtschaft. Nur: Wo suchen? Vielleicht da, wo man sich mit den Menschen beschäftigt, mit ihren Bedürfnissen und mit ihren Lebenselixieren. Was brauchen Menschen zum Leben, was brauchen Menschen, damit sie gut in Organisationen arbeiten können? Wohlgemerkt: Zum Wohl der Organisation, ihrer Mitarbeitenden, ihrer Kunden und ihres langfristigen Überlebens auf einem für viele Unternehmen entgrenzten Markt. Wir wissen schon sehr lange, dass Menschen Menschen brauchen und dass sie sich anderen durch freiwillige Kooperationsangebote zur Verfügung stellen. Ohne andere keine Entwicklung, ohne andere kein Lernen, ohne andere keine Freude, ohne andere kein Leben. Kurz: It’s all about contact. Kontakt als “erste Wirklichkeit“ - im doppelten Sinn frühkindlichen Erlebens und prominenter Bedeutung im alltäglichen Leben. So hat z.B. die Fähigkeit mit Stress umzugehen wesentlich etwas mit frühen Bindungserfahrungen, Sicherheit und Vertrauen zu tun. Wenn man die Forschung transgenerationaler Übertragungsprozesse hinzunimmt, sind nicht nur eigene, sondern auch familiäre Bindungserfahrungen von Bedeutung. Hinzu kommt, dass aktuelle stabile soziale Beziehungen im privaten und kollegialen Umfeld Stresssituationen abfedern und bewältigen helfen. Kontakt als erste Wirklichkeit heißt: “Healing is with people“ (G. Yontef).

mehr, dass sich zu wenig verändert. Das Problem ist nicht, dass die Personalabteilung zu wenig macht. Das Problem ist, dass sie zu viel macht. Das Problem ist nicht, dass Organisationen zu wenig an Input, Schulung, Fürsorgemaßnahmen anbieten. Das Problem ist, dass zu viel angeboten wird. Kontakt als erste Wirklichkeit in Organisationen kann heißen: Sorgt (lediglich) dafür, dass die Menschen miteinander ins Gespräch kommen und im Gespräch bleiben, dass sich die Führungspersonen in erster Linie um einen guten Kontakt zu ihren Mitarbeitenden bemühen. Sorgt dafür, dass Mitarbeitende sich trauen, zu ihrer eigenen Stimme zu finden, zu ihrer eigenen Sprache, dass sie im Kontakt miteinander sind. Sorgt dafür, dass Konflikte sein dürfen und ausgetragen werden, dass Fehler benannt werden dürfen und dass Konfrontation möglich ist. Dass Kommunikationsgefäße entstehen, die Widerspruch, Nachfragen ermöglichen, gemeinsames Weiterkommen, angstfreies Zweifeln, lustvolles Streiten. Dies wäre in vielen Organisationen ein wirklicher, ein substantieller Change. Gerade in dieser Vor-Hochzeit der Digitalisierung wird es darum gehen, die Kontaktzeit gut zu nutzen. Ein Kollege sagte letzthin im Gespräch: “Wer hat heute noch Zeit für ein Gespräch.“ Das ist die eigentliche Katastrophe. In Kontakt zu kommen und zu sein, will gelernt sein. Dies immer wieder neu zu lernen ist etwas Normales, Alltägliches und Wichtiges, nichts, was zusätzlich zur Arbeit lästig anfällt. Es ist Führungsund Fürsorgearbeit. Es könnte ein einziges Entwicklungsgefäß geben, das individuelles und gemeinsames Kontaktlernen miteinander verbindet. Wenn es tatsächlich stimmt, dass Menschen dann gut lernen, wenn sie ihre eigenen Erfahrungen verarbeiten, dann sollten sie ihre Erfahrungen, ihr Erleben zum Thema machen dürfen. Die Lernenden bestimmen ihren Lernstoff selbst. Ihr Eigenes spielt die erste Geige. Das ist ein Anspruch für Lernende und ihre Organisation: Lernen von mir selbst, von anderen und durch andere, hin zu den Dingen, hin zu den inneren Bewegungen, zu den Widerständen und den Antworten. “Hin zu den Dingen“ als phänomenologische Selbstkompetenz scheint mir gerade angesichts des heutigen Organisationsparadigmas, das Flexibilität, Agilität, Plastizität in den Vordergrund stellt, die wesentliche Lernaufgabe sein. Wie soll Selbstorganisation, wie soll die projektbasierte Organisation funktionieren, ohne dass sich die Menschen (noch mehr) darin verlieren?

Die Konsequenzen für die Personalentwicklung?

Die Botschaft ist nun, viel weniger in der Personal- und Organisationsentwicklung zu tun, in der Beratung viel weniger und viel weniger vermeintlich Neues anzubieten und damit viel mehr zu tun, nämlich Mitarbeitende ernst zu nehmen, sie in ihrer Kontaktfähigkeit zu unterstützen und damit den Menschen wirklich in den Mittelpunkt zu stellen.

Das Problem scheint mir nicht zu sein, dass sich in all den Change und sonstigen Projekten zu viel verändert. Das Problem ist viel-

Beate Willauer

KONTAKT Beate Willauer Organisationsberaterin und Coach bso Etzelbüntstrasse 23, CH 9011 St. Gallen Tel. +41 (0) 79 3086104 beate.willauer@giorg.services www.giorg.services

Beate Willauer | Menschen & Innovationen 21


macht Marken unvergesslich.

Wissenschaftliche Markenpositionierung, entwickelt von vergissmeinnicht. vergissmeinnicht GmbH | Konstanz | vergissmeinnicht-kommunikation.de

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s sind Geschichten, die uns in Erinnerung bleiben. Die etwas Unvergessliches hinterlassen. Geschichten etwa von denen, die dafür Sorge tragen, dass die Bürger in Konstanz tun können, was ihnen beliebt: den Tag mit einem kräftigen Kaffee beginnen, auf dem Roten Arnold kreuz und quer durch die Stadt reiten, Verständigung mit Menschen in anderen Orten aufnehmen, jederzeit ein gemütliches Licht, behagliche Wärme einerseits sowie ein wohltuendes Bad andererseits vorfinden. Die Menschen der Stadtwerke Konstanz verrichten ihr Tagund Nachtwerk rund um die Uhr. Damit es Konstanz und all seinen Bürgerinnen und Bürgern gut geht. Davon erzählen unsere Geschichten. vergissmeinnicht-kommunikation.de/geschichten Lassen Sie uns auch Ihre Geschichte finden und erzählen!


MEHRWERTSTEUERRECHT SCHWEIZ

FÜR AUSLÄNDISCHE FIRMEN

Die Eidgenössische Steuerverwaltung geht davon aus, dass ab 2018 mehr als 40.000 ausländische Firmen neu mehrwertsteuerpflichtig werden. Der National- und der Ständerat haben im Jahr 2016 in der Herbstsession der Räte verschiedene Gesetzesänderungen im Bereich der Mehrwertsteuer beschlossen. Einige betreffen vor allem auch die ausländischen Unternehmen, die in der Schweiz Geschäfte machen.

Ab 1.1.2018 werden aufgrund dieser Gesetzesänderungen sehr viele ausländische Gesellschaften neu in der Schweiz umsatzsteuerpflichtig.

KONTAKT THURAU TREUHAND Konstanzerstrasse 19 CH-8274 Tägerwilen Tel.: +41 (0) 71 686 6030 Fax: +41 (0) 71 686 6039 m.thurau@thurautreuhand.ch www.thurautreuhand.ch

In der EU bzw. insbesondere auch in Deutschland war es bisher bereits so, dass ein Unternehmer, der von der Schweiz aus Lieferungen nach Deutschland ausführte, ab dem ersten EURO umsatzsteuerpflichtig wurde. Diese Regelung führte dazu, dass sehr viele Schweizer Unternehmen sich in Deutschland umsatzsteuerpflichtig erklären mussten. Ausgenommen waren in diesem Zusammenhang Dienstleistungen, bei denen das Unternehmen die Übertragung der Steuerschuld auf den Leistungsempfänger vornehmen konnte. Der Schweizer Gesetzgeber hat nun eine Anpassung der bisherigen Regelung beschlossen. Bislang war ein ausländisches Unternehmen erst umsatzsteuerpflichtig, wenn es in der Schweiz mehr als 100.000 Franken Umsatz erzielte. Bei dieser Beurteilung wurde effektiv nur der steuerpflichtige Umsatz in der Schweiz herangezogen. Ab dem 1.1.2018 sind als Umsatzgrenze immer noch 100.000 Franken relevant, wobei es aber nun keine Rolle mehr spielt, ob der steuerbare Umsatz im In- oder Ausland erzielt wird.

24 Menschen & Innovationen | Thurau Treuhand

Neu gilt somit folgende Regelung: Art. 10 Abs. 2 MWSTG Von der Steuerpflicht nach Abs. 1 ist befreit, wer innerhalb eines Jahres im In- und Ausland weniger als 100.000 Franken Umsatz aus Leistungen erzielt, die nicht nach Art. 21 Abs. 2 von der Steuer ausgenommen sind. Dies bedeutet, dass jedes Unternehmen, das steuerbare Tätigkeiten und Lieferungen im Sinne des Umsatzsteuergesetzes ausführt, in der Schweiz auch dann steuerpflichtig wird, wenn nur ein Teil der Umsätze, womöglich auch weniger als 100.000 Franken in der Schweiz erzielt werden. Für ausländische Unternehmen bedeutet dies, dass sie sich bei entsprechenden Voraussetzungen ab 1.1.2018 der Schweizer Umsatzsteuerpflicht unterstellen müssen. Dazu gehört nach Schweizer Recht auch, dass diese Unternehmen einen Schweizer Fiskalvertreter beauftragen müssen, der das Unternehmen in der Schweiz vertritt.


Michael Thurau ist Inhaber der Einzelfirma Thurau Treuhand mit Sitz in CH-8274 Tägerwilen, Konstanzerstrasse 19. Die Firma feierte im Jahr 2016 das 25-jährige Jubiläum. Seit Beginn war es dem Firmeninhaber das größte Anliegen, zusammen mit seinen Mitarbeitenden, den Kunden eine individuelle Lösung, die den persönlichen Interessen entspricht, anbieten zu können, um damit einen massgeschneiderten Mehrwert zu schaffen. Die Firma bietet in folgenden Bereichen ihre Dienstleistungen an: Buchführung Firmengründungen und –begleitungen Immobilienmanagement Personalmanagement Organisation und Administration Steuerberatung in allen Bereichen Unternehmensberatung Standardisierte Abläufe und Qualitätsmanagement garantieren optimalen Service. Nebst der notwendigen Fachkompetenz stehen selbstverständliche Werte wie Freundlichkeit, Kundennähe, Respekt, Vertrauen und Vertraulichkeit im Mittelpunkt.

Michael Thurau Lieferungen ausländischer Versandhäuser Bisher waren Versandlieferungen vom Ausland in die Schweiz mit einem zu geringen Steuerbetrag (unter 5 Franken) von der Einfuhrsteuer befreit. Als Lieferort galt das Ausland, womit keine Einfuhrumsatzsteuer fällig wurde. Mit einer Bewilligung der ESTV (Unterstellungserklärung) des Leistungserbringers unterlagen die Lieferungen aber trotzdem der Einfuhrumsatzsteuer. Im Zusammenhang mit der Unterstellungserklärung wurde im Art. 7 Abs. 3 MWSTG eine Präzisierung vorgenommen. Mit der Beantragung der Bewilligung bei der ESTV (Unterstellungserklärung) gelten die Lieferungen als im Inland erbracht und die Einfuhren als in eigenem Namen vorgenommen, womit sie der Einfuhrumsatzsteuer unterliegen. Neu sind Unternehmen aber auch umsatzsteuerpflichtig und unterliegen der MwSt-Pflicht, wenn sie pro Jahr im Inland mehr als 100.000 Franken Umsatz erzielen. Das gilt auch bei Lieferungen mit geringfügigem Steuerbetrag (ohne Unterstellungserklärung). Versandhändler mit mehr als 100.000 Franken Umsatz im Inland (auch bei geringfügigen Steuerbeträgen) müssen sich somit bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung hinsichtlich Umsatzsteuerpflicht anmelden. Sie benötigen ebenfalls einen Schweizer Fiskalvertreter.

Ferienhäuser Im Zusammenhang mit Ferienhäusern in der Schweiz, deren Eigentümer im Ausland wohnen, war es bislang so, dass die Energielieferanten um-

satzsteuerfrei an Eigentümer im Ausland hätten liefern können. Der Art. 7 Abs. 2 MWSTG wird dahingehend geändert, dass der Bezug von Energie, egal ob Gas, Elektrizität oder Fernwärme in Leitungen am Ort der Ferienwohnung umsatzsteuerpflichtig ist. Die bisherige Steuerbefreiung fällt somit weg. Im Rahmen der Gesetzesrevision werden weitere Neuerungen vorgenommen. Wir zählen hier einige Punkte auf: Anpassung der Bestimmungen hinsichtlich nahestehenden Personen bei Firmen Ausweitung des fiktiven Vorsteuerabzuges auf gebrauchte, individualisierbare bewegliche Gegenstände Margenversteuerung im Kunsthandel Praxispräzisierung bei Privatanteilen an Fahrzeugen Änderungen bei der Bezugssteuer Es lohnt sich auf jeden Fall, dass sich ausländische Firmen frühzeitig im Zusammenhang mit mehrwertsteuerrechtlichen Fragen mit einem Schweizer Spezialisten in Verbindung treten. Auch für Schweizer Unternehmen lohnt sich die Beratung durch einen ausgewiesenen, erfahrenen und vertrauensvollen Fachmann. Thurau Treuhand | Menschen & Innovationen 25


Moderne Arbeitswelten in der Siemens Zentrale in Konstanz.

INNOVATIV UND INTELLIGENT SIEMENS POSTAL, PARCEL & AIRPORT LOGISTICS: GLOBALES GESCHÄFT MIT REGIONALEN WURZELN Industrie 4.0, der boomende Internet-Versandhandel und die weltweit wachsende Mobilität: Für Siemens Postal, Parcel & Airport Logistics (SPPAL) mit Firmensitz in Konstanz bieten all diese Schlagworte hervorragende Geschäftschancen.

KONTAKT Siemens Postal, Parcel & Airport Logistics GmbH Lilienthalstraße 16/18 D-78467 Konstanz Tel. +49 (0) 7531 862500

Siemens setzt auf eine intelligente Verbindung von Automatisierung und Digitalisierung. Und unterstützt damit führende Post- und Paketdienstleister sowie renommierte Flughäfen, Fluglinien und Logistikunternehmen dabei, die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Siemens ist einerseits seit Jahrzenten erfolgreich mit Material Handling-Lösungen an Flughäfen, Paket- und Güterverkehrszentren tätig – den wichtigsten Umschlagspunkten auf der Weltkarte der Logistik. Andererseits ist Siemens längst nicht mehr das traditionelle Maschinenbau-Unternehmen, sondern auch ein erfolgreicher Software-Spezialist. Beispiel Logistik: Im Software-Bereich hat sich das Unternehmen im Jahr 2015 durch die Akquisition der Firma Axit verstärkt. Mit der neuen Tochter bie-

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tet Siemens eine Cloud-Technologie zur lückenlosen Verfolgung von Sendungen an. Alle Beteiligten der Logistikkette – von der Fertigung über den Transport mit LKW, Schiff oder Flugzeug bis ins Logistikzentrum und zur Auslieferung – können auf die gleichen in der Cloud hinterlegten Daten zugreifen. Durch integrierte Software-Lösungen schafft Siemens ein neues Maß an Transparenz und bietet ein enormes Optimierungspotenzial für die Prozesse der Logistikdienstleister und deren Kunden. Beispiel Paketgeschäft: Im Paketgeschäft besteht weiter großes Wachstumspotenzial. Fast jeder kauft heute im Internet ein und möchte seine Bestellung schnellstmöglich erhalten. Allein in der EU werden aufgrund von Online-Bestellungen jedes Jahr fast vier


„Durch integrierte Software-Lösungen schafft Siemens ein neues Maß an Transparenz und bietet ein enormes Optimierungspotenzial für die Prozesse der Logistikdienstleister und deren Kunden.“ Milliarden Pakete versandt. Tendenz steigend. Siemens sorgt mit neuen Technologien im Bereich Paketsortierung dafür, dass die bestellten Waren schnell und stundengenau zugestellt werden: Im Jahr 2015 hat Siemens einen bedeutenden Innovationspreis für die neue Label Learning Software für Paketsortieranlagen gewonnen. Dazu muss man wissen, dass die Label der verschiedenen Paketdienstleister sehr unterschiedlich sind. Zum Beispiel sieht ein Label von Hermes völlig anders aus als das von DHL oder eines von der chinesischen Post. Mit der innovativen Software können Paketdienstleister bisher unbekannte Etiketten einfach und unkompliziert bekannt machen. Erst wenn das System die zu verarbeitenden Etiketten kennt und automatisch lesen kann, ist eine vollautomatische Sortierung möglich – und damit die pünktliche Lieferung jeder Internetbestellung beim Endkunden zu Hause. Beispiel Flughafen: Auch der Flugverkehr boomt. Der weltweite Branchenverband erwartet bis 2034 einen Anstieg der Passagierzahlen auf sieben Milliarden jährlich. Innerhalb von 20 Jahren wird sich damit die weltweite Passagierzahl mehr als verdoppeln. Um Gepäck möglichst schnell und effizient über große Distanzen zu befördern, setzt Siemens die innovative Tray-Technologie ein. Dabei wird das Gepäckstück auf ein Wägelchen geladen, eben das sogenannte Tray. In dieser Disziplin ist Siemens Weltmeister: Die Tray-Anlagen erreichen Spitzengeschwindigkeiten von zehn Metern pro Sekunde und fertigen in Spit-

zenzeiten bis zu 19.200 Gepäckstücke pro Stunde ab. Darüber hinaus sind die Siemens-Trays echte Energiesparer: Durch ihr spezielles Design und das reduzierte Gewicht erreicht die Lösung eine Energieeffizienz, die beispielhaft in der gesamten Branche ist. Wie gefragt die Siemens-Lösung ist, zeigt eine Reihe von Aufträgen. Derzeit lassen beispielsweise die Luftfahrtdrehkreuze in Incheon (Südkorea) sowie in Guangzhou (China) ihre neuen Terminals mit hochmodernen Tray-Anlagen von Siemens ausstatten. Wurzeln am Bodensee: So international die Projekte sind, so global ist auch das Unternehmen aufgestellt. Rund 3.000 Mitarbeiter weltweit sind in eigenen Regionalgesellschaften in Europa, dem Nahen Osten und Asien sowie in Kanada und den USA tätig. Dabei bekennt sich das Unternehmen zum Firmensitz in Konstanz. Darüber hinaus gibt es Standorte in Nürnberg, Frankfurt und Düsseldorf. Dafür gibt es gute Gründe: In Deutschland hat Siemens die Mitarbeiter mit dem nötigen Know-how und der Erfahrung, um erfolgreich global zu agieren. In Konstanz ist Siemens einer der größten Arbeitgeber und darüber hinaus das letzte verbliebene große produzierende Industrieunternehmen. Im Frühsommer 2017 laufen in der neu errichteten Fertigung in der Lilienthalstraße die Maschinen an. Damit versorgt Siemens Post- und Paketdienstleister, Flughäfen, Fluglinien und Logistikunternehmen auch weiterhin mit innovativen und intelligenten Produkten und Lösungen „Made in Germany“.

Unten links: Für die zuverlässige Gepäcksortierung an großen Flughäfen ist Siemens‘ durchsatzstarkes und energieeffizientes Tray unerlässlich. Unten rechts: Mit Siemens-Technologie werden jährlich rund 176 Milliarden Briefe weltweit sortiert – mehr als jeder zweite insgesamt verschickte Brief. Oben rechts: Die Adresserkennung ist ein wichtiger Schritt zur pünktlichen Zustellung der Pakete.


„DAS PLUS FÜR DIE KUNDEN IST UNSER NETZWERK“ Dr. Markus Spitz

INTERVIEW MIT DR. MARKUS SPITZ, GESCHÄFTSFÜHRER DER THÜGA ENERGIE GMBH

Herr Dr. Spitz, mit Ihrem neuen Markenauftritt versprechen Sie, dass Energie von der Thüga Energie mehr kann. Könnten Sie das etwas konkreter beschreiben? Die Thüga Energie GmbH versorgt in den Regionen Allgäu-Oberschwaben, Hegau-Bodensee und Rhein-Pfalz über 100.000 Haushalte mit Strom, Erdgas und Wärme. Darüber hinaus können wir mit unseren 90 Mitarbeitern eine umfassende Beratung und eine Vielzahl an Dienstleistungen rund um Energiethemen anbieten. Seit vielen Jahren liefern wir Strom aus 100 % Wasserkraft, kümmern uns um die regenerative Energieerzeugung, bieten neue Produkte wie Photovoltaikanlagen mit Stromspeichern an und beteiligen uns an Anlagen zur Windkraftnutzung. Wir beraten Kunden und Kommunen bei ihren energetischen Vorhaben und betreiben Nahwärmenetze mit hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung. Dass Energie von der Thüga Energie mehr kann, liegt aber nicht nur an unserem Produktportfolio, sondern ganz entscheidend an der Nähe zum Kunden. Als ein vor Ort tätiger Energieversorger sind wir mit den örtlichen Gegebenheiten bestens vertraut und so in der Lage, unseren Kunden und Auftraggebern jederzeit mit Informationen oder Problemlösungen zur Seite zu stehen. Im Laufe eines Projekts werden sich immer wieder Details und Rahmenbedingungen ändern. Dieser Prozess ist ein interaktiver Vorgang, den weiter entfernte Projektpartner kaum gleichermaßen steuern können. Unser Vorteil ist, dass unsere Mitarbeiter auf relativ kurzen Wegen gemeinsam mit unseren Kunden individuelle Energielösungen entwickeln können. Wie sieht das Beratungs- und Dienstleistungsangebot der Thüga Energie rund um das Thema Energie aus, von dem Sie sprechen? Für unsere Kunden wollen wir mehr sein als ein Lieferant für Strom, Gas und Wärme, nämlich der Vor-Ort-Ansprechpartner rund um das Thema Energie. Wir haben zum Beispiel die Fachleute zur Hand, die die Wünsche der Kunden auf gesetzliche Richtlinien hin prüfen oder die genau wissen, welche Fördermittel bei welchem Projekt in Anspruch genommen werden können. Unsere Kunden profitieren von einer hochwertigen Ge28 Menschen & Innovationen | Thüga Energie

bäude-Energieberatung, die auch die gesamte Gebäudetechnik umfasst. Dazu erstellen unsere Fachleute Energieausweise und Sanierungsfahrpläne. Ein zentraler Baustein ist hierbei die Energieeffizienz-Beratung. Der Mehrwert für den Kunden ist unser Angebot einer Komplettlösung. Das schließt eine neutrale Beratung mit ein, zu der unsere zertifizierten Energieberater auch gesetzlich verpflichtet sind. Der Investor erhält einen transparent durchgeführten Gesamtkosten-Vergleich, um über den Energieträger entscheiden zu können. Weitere Dienstleistungen erbringt eine eigene Abteilung in unserem Unternehmen, die für Energiebeschaffung zuständig ist. Dieses Angebot richtet sich sowohl an kleinere Stadtwerke als auch an größere Gewerbe- und Industrieunternehmen. Auch hier liegt der Fokus auf individuellen Lösungen – vom Festpreis über das flexible Tranchen-Modell bis hin zur strukturierten Energiebeschaffung. Für die Kunden bedeutet das Energieeinkauf an den günstigsten Energie-Großhandelsplätzen. Mit unserem Tochterunternehmen Deutsche Energiehandels-GmbH (DEH) haben wir uns auf die Erdgas- und Stromversorgung und auf Abrechnungs-Services von Multisite-Kunden spezialisiert. Das sind Unternehmen mit vielen Standorten, die ihre Energieversorgung aus einer Hand haben möchten, um nicht für jeden Standort Einzelverträge abschließen zu müssen. Hierzu zählt insbesondere auch die Wohnungswirtschaft. Ein Angebot der Thüga Energie ist das Energie-Contracting. Was ist darunter zu verstehen? Die Thüga Energie investiert als Contractor in technische Anlagen innerhalb von Wohnanlagen oder gewerblichen Objekten und stellt dem Kunden Energie auf der Basis von langfristigen Lieferverträgen zur Verfügung. Mit technischen Anlagen sind zum Beispiel moderne Heizzentralen gemeint, das Paket schließt aber auch die Gewinnung von Energie aus Kraft-Wärme-Kopplung mit Blockheizkraftwerken mit ein. Wir gewinnen also unmittelbar vor Ort sehr effizient Strom und Wärme. Ein modernes Referenzprojekt ist das Adler-Quartier in Wangen mit Wohn- und Gewerbepark.


„Wir wollen Vor-Ort-Ansprechpartner rund um das Thema Energie sein.“

Dort wird mit einem Blockheizkraftwerk mit Einsatz von 100 % Bio-Erdgas Energie produziert. Das Bio-Erdgas wird aus Speiseresten und Reststoffen gewonnen und in unserer eigenen Aufbereitungsanlage in Kißlegg erzeugt. Gerade im Bau befindet sich der Wohnpark an der Mangoldstraße in Markdorf mit 86 Wohneinheiten, wofür wir ebenfalls ein Energiekonzept entwickelt haben und ein Erdgas-Blockheizkraftwerk betreiben werden. Angefangen von der Erzeugung von Strom und Wärme über den Betrieb der technischen Anlage bis hin zur Bereitstellung von Energie und der Abrechnung kümmern wir uns um alles. Daneben betreiben wir seit vielen Jahren eine große Anzahl sogenannter kleinerer Wärmerzeugungsanlagen in verschiedenen Objekten sowie größere KWK-Anlagen mit Nahwärmenetzen in Singen und Rielasingen-Worblingen.

die Grundvoraussetzung für unsere digitale Zukunft. Deshalb haben wir speziell in Gebieten im Hegau begonnen, Glasfasertechnik zu installieren und die dazugehörigen Dienste anzubieten. Die Gewerbegebiete von Steißlingen und Rielasingen-Worblingen werden von uns mit Highspeed-Internet über Glasfaser-Direktanschlüsse versorgt. Schnelles Internet über Vectoring-Technik bieten wir unseren Kunden in der Singener Nordstadt sowie im Gottmadinger Ortsteil Ebringen an. Weitere Gebiete sind in Vorbereitung. Überall dort, wo Projekte kleinteilig und für die großen Anbieter schwer realisierbar sind, können wir mit individuellen Konzepten punkten und den Kommunen helfen. Auch den Aufbau eines öffentlichen WLANs inklusive der Authentifizierung können wir den Kommunen anbieten, wie wir es beispielsweise in Singen bereits realisiert haben.

Als Teil der Thüga-Gruppe gehört die Thüga Energie zum deutschlandweit größten kommunalen Netzwerk lokaler und regionaler Energieversorger. Wie können Ihre Kunden davon profitieren? Die gesetzlichen und technischen Rahmenbedingungen werden immer komplexer. Das erfordert umfangreiches Know-how und starke Partner, wie wir sie in der Thüga-Gruppe haben. Dadurch können wir Information schnell und zuverlässig im Haus abrufen. Die Zusammenarbeit mit Dienstleistern aus dem Netzwerk versetzt uns als Thüga Energie in die Lage, hochkomplexe Herausforderungen anzunehmen und erfolgreich und wirtschaftlich umzusetzen. Das ist unser Plus für den Kunden – ein Mehrwert, den andere so nicht bieten können.

In der öffentlichen Wahrnehmung dominiert derzeit das Thema Digitalisierung der Wirtschaft. Wie sieht das in der Energiebranche aus? Die Digitalisierung ist in der Tat das beherrschende Thema. Auch der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, geht davon aus, dass Digitalisierungs- und Vernetzungsprozesse speziell im Energiesektor eine immer größere Rolle spielen werden. Schon heute laufen zum Beispiel Wechselprozesse vollkommen digital ab. Mit dem neuen Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) werden weitere Prozesse in Gang kommen, wie der Einbau von Smart Metern. Bisher wurden in Singen bereits sogenannte „moderne“ Messeinrichtungen eingebaut, die nicht mehr nach dem Ferraris-Zähler-Prinzip, sondern elektronisch laufen. Intelligent werden die Zähler dann, wenn die Daten über ein Gateway, also eine Schnittstelle zwischen den Verbrauchern und den Energieversorgern, abrufbar sind. Smart Meter ermöglichen dem Kunden die Kontrolle über die eigenen Energiekosten. Ein Stichwort in diesem Zusammenhang könnten zukünftig variable Tarife sein. Durch die digitale Übermittlung des Stromverbrauchs könnten dem Kunden Produkte angeboten werden, die individuell auf seinen Verbrauch zugeschnitten sind. Eine Vision ist auch die Einbeziehung der Haushaltsgeräte oder des eigenen E-Fahrzeugs. Ein Beispiel: Die Spülmaschine muss nicht zwangsläufig laufen, wenn jemand zu Hause ist, sie könnte starten, sobald die eigene Photovoltaikanlage ausreichend Strom produziert. Sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen klar, werden wir auch beim Thema Smart Meter Lösungen im Sinne der Kunden anbieten.

Welche Rolle spielt die Energiegewinnung aus Kraft-Wärme-Kopplung oder Photovoltaik in der Unternehmensstrategie der Thüga Energie? Gerade im Zuge der Energiewende gilt es, effizient Strom und Wärme gleichzeitig zu produzieren, wie es mit Blockheizkraftwerken geschieht. Aufgrund von etlichen bereits realisierten Projekten verfügen wir über eine große Erfahrung in diesem Bereich. Auch bei bestehenden Gebäuden, sei es wegen Sanierungs- oder Umbaumaßnahmen oder wegen einer Umwidmung der Nutzung, können wir moderne und effiziente Lösungen anbieten. Viele Gebäude sind kompliziert und auf eine bestimmte Art einzigartig. Eine Blaupause von Projekt A auf Projekt B zu legen funktioniert nicht. Wir durchleuchten alle Details. Und da liegt unsere Stärke. Wir setzen, wenn möglich, auf regionale Lösungen mit effizienten Maßnahmen wie Kraft-Wärme-Kopplung, Nahwärmenetzen, Photovoltaikanlagen oder Bio-Erdgas. Bevorzugt binden wir dabei das lokale Handwerk ein. Dass wir über die Thüga Erneuerbare Energien GmbH & Co. KG auch an großen bundesweiten EEG-Projekten beteiligt sind, ist kein Geheimnis. Zu Ihrem Portfolio gehören auch die Dienstleistungen der inCITI GmbH. Ja, die inCITI ist eine Tochter der Thüga Energie. In Kooperation mit kommunalen Partnern betreibt sie 14 regionale Internetportale, z. B. Singen.de und Hegau.de. Daneben betreut sie rund 400 Präsenzen von Gewerbe- und Unterkunftsbetrieben, Vereinen und Institutionen innerhalb dieser Internetportale. Die Mitarbeiter der inCITI bieten neben Hosting und Bereitstellung der Software-Funktionalitäten auch technischen Support, Programmierung, Grafik-Dienstleistungen, Suchmaschinen-Optimierung, Ausarbeitung nutzerfreundlicher Navigations-Strukturen sowie allgemeine Beratung – ein echter Mehrwert. Sie sind auch schon in die Breitbandversorgung eingestiegen? Ja, denn Investitionen in eine leistungsfähige Breitband-Infrastruktur sind

Mit der Standardnorm DIN ISO 9001 hat die Thüga Energie eine Vorreiterrolle bei der Zertifizierung im Qualitätsmanagement der Energieversorger eingenommen. Wie kam es dazu? Die QM-Norm ISO 9001 ist national und international die meist verbreitete und bedeutendste Norm im Qualitätsmanagement. Gewerbe- und Industriebetriebe, die erfolgreich am Markt agieren, müssen diese Zertifizierung in der Regel ihren Geschäftspartnern vorweisen. In unserer Branche sind wir nun eines der ersten regionalen Unternehmen mit Zertifizierung nach ISO 9001. Damit haben wir die Basis für einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess gelegt, der mit dazu beiträgt, dass unser Unternehmen sich weiterhin erfolgreich entwickelt. Die Zertifizierung ist kein einmaliger Vorgang, sie wird jährlich überprüft. Mit der Einführung des QM-Systems konnten wir auch unsere Kundenzufriedenheit erhöhen. Wir sind sehr stolz auf diese Zertifizierung, genauso wie über die Auszeichnung als „Top Lokalversorger Strom und Erdgas 2016“. www.thuega-energie.de Das Interview führten Stephan Bickmann und Holger Braumann Thüga Energie | Menschen & Innovationen 29


WELLNESS FÜR DEN PO

GEBERIT AQUACLEAN MERA SETZT NEUE MASSSTÄBE

Elegant verpackt: Das neue Dusch-WC Geberit AquaClean Mera setzt neue Maßstäbe in Design und Technologie.

Das Waschen des Intimbereichs mit klarem, warmem Wasser ist die natürlichste und beste Reinigungsmethode für die empfindliche Körperregion – gründlich, angenehm und hautschonend. Aus diesem Grund hält das Dusch-WC, eine Kombination aus WC und Bidet, immer weiter Einzug in die deutschen Badezimmer. Pure Sauberkeit, sanfte Hygiene, natürliche Frische: Die Vorzüge des Dusch-WCs lassen sich deutlich benennen. Wo Bäder als Wohlfühlzonen gestaltet werden, ist die moderne Komforttoilette ein wichtiger Bestandteil. Denn nichts reinigt schonender als erfrischendes Wasser, das vor allem für die Reinigung der empfindlichen Intimzone ideal ist. Das gibt ein sicheres Gefühl, denn Wasser ist zu einhundert Prozent verträglich. Auch bei regelmäßiger Anwendung und empfindlichen Hauttypen treten weder Hautreizungen auf noch werden Allergien ausgelöst. Die Reinigung mit Wasser ist gründlicher und sanfter als mit WC-Papier.

Wellness für den Po Das Dusch-WC vereint die Funktionen einer Toilette mit der Reinigungsmöglichkeit eines Bidets. Dabei fährt per Knopfdruck ein Duscharm aus und reinigt den Intimbereich sanft mit einem körperwarmen Duschstrahl. Das Waschen nach dem Toilettengang sorgt für ein angenehmes Gefühl von Sauberkeit und ist auch eine Wohltat für die Haut. Nach der Anwendung fühlt sich der Nutzer dauerhaft erfrischt. 30 Menschen & Innovationen | Geberit Vertriebs GmbH

Wohlbefinden des Nutzers in den Fokus gerückt Geberit legt bei seinen Produkten größten Wert auf hochwertige Materialien, auf abgestimmte Funktionen und eine optimal in das Design integrierte Technik. Mit dem Dusch-WC AquaClean Mera setzt der Sanitärtechnikspezialist nun ganz neue Maßstäbe. Bei der Entwicklung des innovativen Komfort-WCs hat Geberit bewährte Technologien aufgegriffen, optimiert und in einer Toilette zusammengeführt. Rund 30 Ingenieure verschiedener Sparten entwickelten in vier Jahren das neuartige Dusch-WC. Mit einer Fülle an Komfortfunktionen ist es gelungen, das Wohlbefinden des Nutzers noch stärker in den Fokus zu rücken. Denn obwohl die Toilette mit Duschfunktion bereits vor 150 Jahren erfunden wurde, hat sich in der Grundkonzeption seither nicht sehr viel verändert. Geberit hat sich dieser Aufgabe angenommen und definiert mit dem AquaClean Mera des Dusch-WC nun neu.

Ausgezeichnetes Design Die Chromoberfläche der Designabdeckung verstärkt mit dem Spiel der Reflexionen den schwebenden Eindruck. Zu verdanken ist dies dem „floa-


Von links nach rechts: Effizient und leise: Die von Geberit entwickelte asymmetrische Innengeometrie der Keramik mit einer seitlichen Spülöffnung ermöglicht eine besonders gründliche Ausspülung, Angenehmes Duscherlebnis: Bei der patentierten WhirlSpray-Duschtechnologie wird ein rotierender und pulsierender Duschstrahl mittels dynamischer Luftbeimischung verfeinert.

ting Design“ des renommierten Designers Christoph Behling. Das DuschWC stellt die harmonische Kombination aus Design, Komfort, Sauberkeit und Nachhaltigkeit dar. Geberit AquaClean Mera wurde mit dem Design Plus Award 2015 ausgezeichnet.

Angenehme Reinigung Das Herzstück von AquaClean Mera ist die patentierte WhirlSpray-Duschtechnologie, die mit zwei Düsen angenehm reinigt. Der rotierende und pulsierende Duschstrahl erreicht dank dynamischer Luftbeimischung und integrierter Massagedusche eine neue Komfort-Dimension – und das bei sparsamem Wasserverbrauch. Eine separate, besonders sanfte Ladydusche ist in den Duscharm integriert und bleibt bei Nichtgebrauch hygienisch geschützt. Damit keine unangenehmen Gerüche das Baderlebnis stören, besitzt das neue Dusch-WC von Geberit eine Geruchsabsaugung, die in die WC-Keramik integriert ist. Mithilfe eines hochwertigen Keramikwabenfilters werden die Gerüche direkt in der Keramik erfasst und neutralisiert. Der optional einstellbare dreiminütige Nachlauf der Geruchsabsaugung macht nachträgliches Lüften überflüssig. Der Filter ist besonders langlebig und muss nur alle fünf Jahre ausgetauscht werden.

Besonders gründliche und leise Ausspülung Ein weiteres Highlight ist die spülrandlose WC-Keramik mit der

TurboFlush-Spültechnik. Die von Geberit entwickelte, asymmetrische Innengeometrie der WC-Keramik ermöglicht mit nur einer seitlichen Spülöffnung eine besonders gründliche und leise Ausspülung. Die hochwertige Keramik ist mit einer speziellen Oberflächenbeschichtung gegen Schmutzablagerungen versehen. Unzugängliche Bereiche gibt es kaum – Ecken und Kanten fehlen ganz. Nähert sich der Nutzer dem WC, aktiviert eine Nahbereichserkennung die optionale WC-Sitzheizung. Diese ist vollständig in den ergonomisch geformten WC-Sitz integriert. Gleichzeitig sorgt die Nahbereichserkennung dafür, dass das Wasser vorgewärmt wird. Das hybride Warmwassersystem, eine Kombination von Durchlauferhitzer und Speicher, stellt sofort das Wasser in der gewünschten Temperatur bereit.

Mehr Komfort dank Zusatzfunktionen Für noch mehr Verwöhnmomente sorgen Zusatzfunktionen wie ein sich automatisch öffnender und schließender WC-Deckel sowie ein dezentes Orientierungslicht für die Nacht. Einer von sieben individuell einstellbaren Farbtönen am unteren vorderen Rand des Dusch-WCs setzt dabei optische Akzente im Badezimmer. Zur Trocknung besitzt Geberit AquaClean Mera einen Föhn, der bei Bedarf ausfährt. Mit der dazugehörigen Fernbedienung setzt Geberit auf intuitive Bedienbarkeit. Ohne komplizierte Gebrauchsanweisungen lassen sich sämtliche Funktionen des Dusch-WCs an dem übersichtlichen Bedienfeld praktisch abrufen.

Edles Design: Bei der Gestaltung setzte Geberit erneut auf den deutschen Designer Christoph Behling, der bereits die Geberit Sigma Betätigungsplatten entworfen hat. Komfortable Fernbedienung: Mit nur einem Tastenklick können persönliche Einstellungen problemlos eingestellt und abgespeichert werden.

KONTAKT Geberit Vertriebs GmbH Theuerbachstraße 1 D-88630 Pfullendorf Tel. +49 (0) 7552 93401 www.geberit.de www.geberit-aquaclean.de


FUNKTION UND DESIGN IN VOLLENDUNG CHRISTOPH BEHLING GESTALTET DUSCH-WC AQUACLEAN MERA

Christoph Behling hat sich als Chefdesigner des Schweizer Luxusuhrenherstellers TAG Heuer weltweit einen Namen gemacht. Für ihn bedeutet Design, das Beste aus einem Produkt herauszuholen, ohne dabei die Qualität und Nachhaltigkeit aus den Augen zu lassen. Für Geberit hat er deshalb das Dusch-WC AquaClean Mera entworfen – eine Komforttoilette, „die das Zeug hat, einen echten Kulturwandel im Bad herbeizuführen“, so der Designer. Im Interview erklärt er, was ihm das neue Dusch-WC bedeutet und warum in 20 Jahren die Hälfte aller europäischen Haushalte die Komforttoilette haben wird.

Herr Behling, was macht für Sie die Arbeit eines Designers aus? Meine Aufgabe ist es, Produkte so zu gestalten, dass sie ein Leben lang überzeugen. Wichtig ist dabei, die Balance zwischen Neuem und Vertrauten zu finden. Wenn mir das nicht gelingt, habe ich einen schlechten Job gemacht. Dabei verstehe ich mich nicht als Designer, der kompromisslos seine Visionen realisiert, sondern vielmehr als Teil des gesamten Entwicklungsprozesses. Ich drücke den Dingen nicht meine Handschrift auf, sondern versuche herauszuarbeiten, was in ihrer DNA angelegt ist. Deshalb ist die enge Zusammenarbeit mit meinen Kunden so wichtig für mich.

rationen hervorzubringen. Für Geberit zu entwerfen bedeutet, keinem kurzlebigen Trend zu folgen. Viele Produkte sind ökologisch wirklich fantastisch.

Zu einem innovativen Produkt wie dem Dusch-WC AquaClean Mera von Geberit gehört auch ein gutes Design. Entwurfsskizzen von Christoph Behling.

Sie selbst setzen sich auch explizit für nachhaltige Produkte ein. Aber als Designer sollte man ja immer neue Produkte entwerfen. Wie wirkt sich dieser Anspruch auf Ihren Entwurfsprozess aus? Für mich als Designer bedeutet das, dass ich das Beste aus einem Produkt herausholen will, um diesem Anspruch an Qualität und Nachhaltigkeit gerecht zu werden. Design darf niemals modisch sein. Design muss zeitlos sein. Unser Problem heute ist, dass die meisten Produkte deshalb weggeschmissen werden, weil sie schon nach kurzer Zeit optisch veraltet sind. Aber es wäre ein Verbrechen, Toiletten zu entwerfen, die nach fünf Jahren schon wieder aus der Mode sind und aus der Wand gerissen werden müssen, weil sie den Leuten nicht mehr gefallen.

Als Chefdesigner von TAG Heuer entwerfen Sie Luxusuhren. Zu Ihren langjährigen Kunden gehört aber auch Geberit. Wie passt das zusammen? Ich designe hochwertige Schweizer Uhren für TAG Heuer und hochwertige Schweizer WCs für Geberit. Die Verbindung liegt in der Perfektion. Sie ist eine Philosophie in der Schweiz. Ein Produkt mit minderwertiger Qualität herzustellen, käme beinahe einem Landesverrat bei.

Eines der neuesten Produkte, die Sie für Geberit entworfen haben, ist das Dusch-WC AquaClean Mera. Welche Bedeutung hat das Produkt für Sie? Vor zehn Jahren habe ich mein Haus in London renoviert und wollte ein Dusch-WC einbauen lassen. Aber meine Frau war absolut dagegen, weil es ihr zu hässlich war. Das Problem der Dusch-WCs in der Vergangenheit war, dass sie zwar großartig waren, aber alle wie medizinische Geräte aussahen. Als Geberit mich vor fünf Jahren anfragte, nicht einfach nur ein Dusch-WC zu entwerfen, sondern „die beste Toilette der Welt“, war ich begeistert.

Wie erleben Sie die Zusammenarbeit mit Geberit? Geberit ist einer der weltweit größten Sanitärproduktehersteller. Zugleich habe ich diese Firma immer als zutiefst bescheiden erlebt. Perfektion, Langlebigkeit, kompromisslose Qualität und Innovation haben bei Geberit einen großen Stellenwert. Hier wird noch eine Ersatzteilverfügbarkeit von mindestens 20 Jahren gewährleistet. Das macht heute kaum noch ein Unternehmen. Diese Firma ist ein Partner mit Obsession fürs Detail. Eine Obsession, mit der ich mich gut identifizieren kann. Bei Geberit werden langlebige Produktkonzepte entwickelt, die nicht davon abhängig sind, ständig neue Produktgene-

Sie sind also von den Vorteilen der Reinigung mit Wasser überzeugt? Die Reinigung mit Wasser ist einfach in jeder Hinsicht besser. Sich mit Papier zu reinigen, ist eine sehr dumme Idee. Ich reinige mich nach dem Mountainbiken ja auch nicht mit Papier. Wasser ist viel angenehmer, nachhaltiger und hygienischer. Ich bin davon überzeugt, dass jeder, der ein paar Wochen lang ein Dusch-WC benutzt, es nicht mehr hergeben möchte. Weil er sich sonst nicht sauber fühlt. So wie man morgens ja auch nicht aus dem Haus geht, ohne geduscht zu haben.

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fünf Jahren zum Standard dazu gehören. Für mich ist es deshalb keine Frage „ob“ 50 Prozent aller Haushalte in Europa Dusch-WCs haben werden, sondern nur noch „wann“. Meiner Meinung nach, wird es weniger als 20 Jahre dauern, bis diese Zahl erreicht ist. Was ist das Besondere an dem Dusch-WC, das Sie für Geberit entworfen haben? Geberit AquaClean Mera ist ein technisches Meisterwerk und für mich die beste Toilette der Welt. Wir haben das kleinstmögliche Volumen entworfen und es durch eine Chromabdeckung von der Wand gelöst. Ich wollte, dass Mera wie „schwebend“ und leicht im Raum aussieht. Uns war wichtig, ein Design zu entwickeln, mit dem man die Technik erleben, aber nicht sehen kann. Hightech und „floating Design“: Die gesamte Technik verbirgt sich hinter einer eleganten Chromabdeckung.

Das Dusch-WC ist in Asien sehr erfolgreich. Glauben Sie daran, dass sich Dusch-WCs auch auf dem europäischen Markt durchsetzen werden? Fast alle Top-Hotels in London, die ich kenne, haben in den letzten drei Jahren in den Hotelzimmern Dusch-WCs installiert. Dasselbe passiert zurzeit in ganz Europa, um die Reisenden aus Asien anzusprechen, die die Hygiene erwarten, die sie von Zuhause kennen. Japans Fluggesellschaften haben inzwischen sogar Dusch-WCs in ihren Flugzeugen. Bei den meisten Fünf-Sterne-Hotels wird das Dusch-WC in den nächsten

Perfektion auch in Details: Bei der Gestaltung von Kanten und Oberflächen hat der Designer auf seine Erfahrungen Perfektion auch in Details: Bei der Gestaltung beim Uhrendesign zurückgegriffen. von Kanten und Oberflächen hat der Designer auf seine Erfahrungen beim Uhrendesign zurückgegriffen.

Wodurch unterscheidet sich Geberit AquaClean Mera von anderen Dusch-WCs? Für die Entwicklung von Mera haben wir mehr als vier Jahre mit rund 30 Ingenieuren aus verschiedenen Sparten bei Geberit zusammengearbeitet. Zusammen haben wir eine ruhige, wunderschöne Toilette entwickelt, die in nahezu jeder Hinsicht besser ist als alle anderen. Es gibt heute kein anderes Dusch-WC, das so leise und gut spült wie Mera. Die Duschdüse ist sanft und reinigt trotzdem gut. Das ginge natürlich auch, wenn man viel Wasser verwenden würde. Aber Mera reinigt gründlich und ist gleichzeitig mit wenig Wasserverbrauch ökologisch. Die Geruchsabsaugung funktioniert perfekt, mit dem sanften Orientierungslicht muss man nachts kein Licht anmachen. Mit einer wunderbaren Fernbedienung lässt sich das Dusch-WC ganz einfach einstellen. Die Liste der außergewöhnlichen Vorteile ließe sich noch weiterführen. Welche Trends zeichnen sich Ihrer Meinung nach in der Gestaltung der Badezimmer ab? Das Bad ist der Raum im Haus, der sich in den nächsten Jahren am meisten verändern wird. Vor allem, was die technischen Innovationen angeht, hat das Bad viel aufzuholen. Für die Küche etwa wurden ständig neue Produkte entwickelt. Mit Spülmaschine, Mikrowelle und Magnetfeldherd hat man die Arbeitsabläufe und den Alltag vereinfacht. Ich finde es erschreckend, dass es im Bad bis heute so wenige neue Patente gibt. Ich bin ganz sicher, dass Produkte wie die Dusch-WCs von Geberit AquaClean eine Entwicklung und neue Trends auslösen. Denn innovative Funktionen wie die Po-Dusche, Warmluftföhn, Geruchsabsaugung und Sitzringheizung erleichtern den Hygienealltag. Und Mera ist eine Toilette, die das Zeug hat, einen Kulturwandel im Bad herbeizuführen!

Christoph Behling studierte Mitte der neunziger Jahre an der Kunstakademie in Stuttgart Industriedesign und ging dort bei Richard Sapper „in die Lehre“. Nach dem Studium arbeitete Behling zunächst einige Jahre im Architektur- und Designstudio von Masayuki Kurokawa in Tokio. 1998 zog er nach London, wo er auch heute noch lebt und arbeitet. In seinen Londoner Anfangsjahren arbeitete Behling zunächst mit Ross Lovegrove zusammen, bis er 2004 das Christoph Behling Design Studio gründete. 2006 kam sein Entwicklungsstudio „SolarLab“ hinzu, mit dem Behling bis heute über 40 Solarjachten und Fährschiffe gebaut hat. Christoph Behling ist für zahlreiche internationale Firmen tätig, darunter als Chefdesigner für den Luxus-Uhrenhersteller TAG Heuer.

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EIN BLICK IN DIE PRODUKTION VON AQUACLEAN MERA

Mit der Produktion des Dusch-WCs AquaClean Mera betrat Geberit in vielerlei Hinsicht Neuland. Sowohl die Montage als auch die Herstellung der WC-Keramik oder die Fertigung des WC-Sitzes stellen höchste technische Anforderungen.

Rund vier Jahre nach der Präsentation der ersten Entwürfe wird das formschöne und mit modernsten Funktionen ausgestattete Dusch-WC von Geberit am Produktionsstandort Jona in der Schweiz im Schichtbetrieb rund um die Uhr zusammengebaut. Die technischen Herausforderungen sind überzeugend gelöst, und auch die teilweise sehr anspruchsvollen Produktionsprozesse sind zum Alltag geworden.

Milimetergenaue Keramik Um die sehr hohen Qualitätsstandards zu erfüllen, sind zahlreiche Fertigungsschritte mit viel Fingerspitzengefühl erforderlich, bis das Dusch-WC fertig montiert ist. Eine der großen Herausforderungen ist die Herstellung der WC-Keramik: Ihre spülrandlose Formgebung mit TurboFlush-Spültechnik macht es erforderlich, dass sie aus zwei Teilen gefertigt wird, die kurz nach dem Gießen – also in noch ungetrocknetem, verformbaren Zustand – zusammengefügt werden. Darüber hinaus muss die Keramik während des Brennvorgangs, bei dem sie um etwa zwölf Prozent schrumpft, an verschiedenen Stellen mit Elementen aus identischem keramischen Material abgestützt werden.

So werden geringfügige Verformungen verhindert und ein maßgenaues Endprodukt sichergestellt.

Fertigung im „One-Piece-Flow“ Gefertigt wird das DuschWC im „One-Piece-Flow“, das heißt, ohne Zwischenlager an einem Stück. Rund zwei Stunden dauert die Durchlaufzeit für die Montage. Je nach Modell sind an den 14 Montagestationen 20 bis 30 Einzelschritte notwendig, bis ein Geberit AquaClean Dusch-WC komplett ist. Jeder Mitarbeitende übernimmt dabei zwei bis drei Schritte. So finden alle Komponenten nach und nach den für sie vorgesehenen Platz: vom Scharnier über die Spülkammer, den Duscharmantrieb und die Wasserpumpe bis hin zum elektronischen Bedienfeld. Je nach Modelltyp und Marktversion unterscheiden sich die einzelnen Arbeitsprozesse entsprechend voneinander. Am Ende der Montagelinien wird jedes Geberit AquaClean Dusch-WC einer umfassenden Qualitätsprüfung unterzogen, mit den dazugehörigen Unterlagen versehen und dann ökologisch in Karton verpackt in das Distributionszentrum in Pfullendorf (DE) transportiert.

Von rechts nach links: Blick in die Montagehalle der Geberit AquaClean Dusch-WCs, Am Ende der Montagelinie werden die AquaClean Dusch-WCs fertig konfektioniert und versandbereit verpackt.

Kulturwandel in deutschen Bädern: Dusch-WCs halten Einzug Das Dusch-WC ist in deutschen Haushalten auf dem Vormarsch – das ergab eine repräsentative Forsa-Umfrage, die 2016 im Auftrag vom Sanitärprodukte-Hersteller Geberit durchgeführt wurde. Vor einigen Jahren noch relativ unbekannt, kennen heute bereits 57 Prozent der Männer und 49 der Frauen die vor allem in Asien sehr verbreitete Komforttoilette. 44 Prozent der Befragten haben ein Dusch-WC bislang zwar noch nicht genutzt, können sich aber vorstellen, eines zu testen. Damit setzt sich der Trend zur Reinigung mit Wasser weiter fort.

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VON WEGEN „JAPANISCHE TOILETTE“ DAS DUSCH-WC IST EINE SCHWEIZER ERFINDUNG Das Reinigen mit Wasser ist gesünder, hygienischer und angenehmer als das Wischen mit Papier. Die Japaner haben das längst erkannt: Über 75 Prozent der Privathaushalte sind mit den Komforttoiletten ausgestattet. In Deutschland verbreitet sich die neue Hygienemethode jedoch zögernd. Wer das Dusch-WC kennt, hält es meist für eine japanische Erfindung. Dabei wurde die Toilette mit Duschfunktion in der Schweiz erfunden und stetig weiterentwickelt. Im Laufe der Jahre vollzog das Dusch-WC einen Wandel vom rein funktionellen Sanitärgerät zum Lifestyle-Produkt mit Designanspruch.

Eine neue Hygienekultur in der Schweiz einzuführen – das war das erklärte Ziel des Konstrukteurs Hans Maurer aus Zollikerberg bei Zürich. Innerhalb von zwei Jahren entwickelt er das weltweit erste Dusch-WC. 1957 meldet er die Toilette zum Patent an. Abnehmer findet er vor allem im Care-Bereich. Den großen Durchbruch in die breite Masse schafft er nicht. Auch die Ausweitung des Vertriebs nach Deutschland und in andere Länder steigert den Absatz kaum: Im Jahr 2000, gut 40 Jahre nach der Markteinführung hat Maurers Firma Closomat rund 120.000 Dusch-WCs verkauft. Immer wieder stößt das Dusch-WC an ein großes kulturelles Tabu: Über Intimhygiene spricht man nicht.

Dusch-WC siegt in Japan und dümpelt in Deutschland Bewegung kommt in das Dusch-WC-Geschäft als Maurers Patent nach 20 Jahren abläuft. Ein weiteres Schweizer Unternehmen, der Sanitärtechnik-Hersteller Geberit aus Rapperswil-Jona, entwickelt eigene Modelle und bringt bereits 1978 den Dusch-WC-Aufsatz „Geberella“ und im Folgejahr die Komplettanlage „Geberit-o-Mat“ auf den Markt. Zeitgleich mit Geberit nutzen japanische Unternehmen den Ablauf des Patents. 1980 kommt die erste japanische Eigenentwicklung heraus und tritt fast unmittelbar den Siegeszug in Japans Privathaushalte an. Nur zwei Jahre später tummeln sich bereits rund 20 Anbieter auf dem japanischen Markt. In Deutschland hingegen geht es nur schleppend voran, obwohl Geberit hier bereits Marktführer in Sanitärtechnik ist und als Qualitätsmarke Bekanntheit hat.

Die Po-Reinigung mit Wasser wird zum Lifestyle-Thema In den 80er und 90er Jahren bleibt das Dusch-WC in Deutschland und der Schweiz ein Nischenprodukt. Ein erster Meilenstein auf dem Weg in den breiten Markt ist 2003/2004 die Einführung der WC-Komplettanlage „Balena 8000 UP“ von Geberit, die sich an Unterputz-Spülkästen andocken lässt. Das Dusch-WC integriert sich nun nahtlos in die Badgestaltung: Die notwendigen Wasser- und Elektroanschlüsse verschwinden in der Wand. Damit sind die Weichen neu gestellt: Ab 2009 positioniert Geberit seine neue Produktlinie AquaClean im Lifestyle- und Wellnessbereich. Mit aufwändig gestalteten Kampagnen und TV-Werbung rührt Geberit in Deutschland und anderen europäischen Ländern die Werbetrommel.

Vom Dusch-WC zur eleganten Komfort-Toilette Seit einigen Jahren drängen weitere Anbieter in den neu geschaffenen Markt. Ein Trend, der Hemmschwellen abbauen soll, ist bei neuen Modellen deutlich zu erkennen: Die Toiletten sind intuitiv bedienbar und ähneln äußerlich einem herkömmlichen WC. Dusch-WC-Pionier Geberit setzt hier weiterhin technologische und gestalterische Maßstäbe. Sein neuestes Modell AquaClean Mera vereint Funktionen, die das Begehren möglichst vieler Deutscher wecken sollen – mit Duschfunktion und Föhn, Geruchsabsaugung und beheiztem Sitz ebenso wie mit einem farbigen Orientierungslicht und einer geradlinigen Form. An die Sanitärgeräte von einst erinnert nur noch die Funktion und das gute Gefühl nach der Reinigung mit Wasser.

Beheizte Sitze verhelfen zum Durchbruch Geberit und Closomat verkaufen zwar stetig weitere Modelle, doch zum großen Hygienewandel in Europa kommt es trotz des jahrelangen Einsatzes von Schweizer Ingenieurskunst noch nicht. Woran liegt das? Martin Baumüller, Leiter des Dusch-WC-Geschäfts bei Geberit: „Die Japaner haben traditionell sehr hohe Hygieneansprüche und ein relativ unverkrampftes Verhältnis zur Toilette, was die Einführung des Dusch-WCs enorm begünstigt hat.“ Ein weiterer Vorteil des japanischen Markts sind laut Baumüller die Voraussetzungen für die Montage: „In japanischen Wohnhäusern gibt es in den separaten WC-Räumen typischerweise keine Heizung, wodurch es im Winter sehr kalt wird. Beheizte Toilettensitze sind deshalb früh zum Standard geworden. Das heißt: Es gibt einen Elektroanschluss am WC, den man für die Warmwasserbereitung der Duschfunktion nutzen kann.“ In Deutschland und in der Schweiz muss dieser Elektroanschluss extra verlegt werden. Ein weiteres Plus des japanischen Marktes ist die Form der Toiletten. Martin Baumüller dazu: „Im Gegensatz zu europäischen WCs sind die Toiletten in Japan seit jeher relativ standardisiert. Daher konnten Dusch-WC-Aufsätze einfach und kostengünstig nachgerüstet werden, ohne dass die Keramik neu installiert werden musste.“

Meilenstein auf dem Weg in den breiten Markt: 2003 bringt Geberit ein Dusch-WC auf den Markt, das sich an Unterputz-Spülkästen andocken lässt.

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ANTIZIPATION, KONNEKTIVITÄT UND KOMMUNIKATION STRATEGISCHE SCHWERPUNKTE ZUKÜNFTIGER HIGHTECH-DESIGN ENTWICKLUNGEN 1

2 1-3 FemtoTools FT-MTA02 Micromechanical Testing and Assembly Station Foto: 1-3 © FemtoTools AG www.femtotools.com

KONTAKT

MEYER-HAYOZ DESIGN ENGINEERING GmbH Zollernstrasse 26 D-78462 Konstanz Tel. +49 (0) 7531 90930 info@meyer-hayoz.com www.meyer-hayoz.com

Die Geschäftsfelder des Unternehmens Meyer-Hayoz Design Engineering fokussieren sich seit vielen Jahren auf die wichtigen Wachstumsbereiche der Medizintechnik, Robotik, Biotechnologie, Urban und Mobile Design sowie die anspruchsvollen Maschinen- und Geräteentwicklungen. Hierdurch konnte wertvolles und umfassendes Know-how hinsichtlich zukünftiger

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Entwicklungen in den verschiedenen Technologiefeldern aufgebaut werden. Das Hinterfragen und das Antizipieren von neu entstehenden Vernetzungsmöglichkeiten, wie es gerade bei Industrie 4.0 unvermeidlich ist, eröffnet erstmalige und interessante Chancen, über neue Geschäftsmodelle nachzudenken und diese proaktiv zu entwickeln.

Wolfgang K. Meyer-Hayoz Wolfgang K. Meyer-Hayoz ist Gründer und Geschäftsführer der Meyer-Hayoz Design Engineering GmbH in Konstanz. Als Fachjuror beim Red Dot Design Award in Essen und Singapur, beim Design Preis Schweiz, und China Good Design sowie als früherer, langjähriger Präsident des schweizerischen Designerverbandes engagiert er sich für einen erfolgreichen Wirtschaftsstandort, Wettbewerbsfähigkeit und Innovationsentwicklung.


4 4-6 Infors HT Minifors 2, Bioreaktor für mikrobielle Anwendungen Foto: 4-6 © Infors AG www.infors-ht.com/minifors2

Nachstehend werden innovative und erfolgreiche Unternehmen vorgestellt, mit denen Meyer-Hayoz Design Engineering Erfahrungen in der Designentwicklung teilen durfte.

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Neben dem Projekt für das Unternehmen FemtoTools AG, das Hochpräzisionsinstrumente für mechanische Labortests, Biomaterialprüfungen und Roboter-Handlings im Mikro- und Nanobereich entwickelt, konnten auch für die Infors AG, einem renommierten Hersteller für mikrobielle Bioreaktoren, innovative Design-Lösungen realisiert werden. Strategisches Hightech-Design bedeutet Antizipation und Vernetzungsfähigkeit. In seiner Konsequenz ist es hochgradig kommunikativ und damit zentral für den Erfolg einer Marke. 5

www.meyer-hayoz.com

Meyer-Hayoz Design Engineering | Menschen & Innovationen 37


ACHTUNG, WICHTIGE

FAMILIENANGELEGENHEITEN

WIE MARKENFÜHRUNG FÜR FAMILIENUNTERNEHMEN FUNKTIONIERT Ein Familienunternehmen erfolgreich zu führen, ist keine Selbstverständlichkeit. Viele unterschiedliche Faktoren spielen dabei eine wichtige Rolle. Die Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen, die Offenheit aktuellen Trends und Neuerungen gegenüber. Und nicht zuletzt die Kommunikation des Unternehmens. Dabei geht es auch darum, wie prominent die Tatsache des Familienunternehmens und die damit verbundenen Werte nach außen kommuniziert werden.

Viele, die sich mit dem Thema beschäftigen, sind auf der Suche nach DER Antwort auf die Frage „Wie muss ein Familienunternehmen in seiner Kommunikation auftreten, um bei den Zielgruppen am besten anzukommen?“. Wer die Antwort auf dieser Doppelseite sucht, kann eigentlich auch schon wieder direkt weiterblättern. Denn diese Antwort wird man hier nicht finden. Die wird man aber auch auf den anderen Seiten oder in anderen Magazinen nicht finden. Das hat einen ganz einfachen Grund: Eine richtige und allgemein gültige Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Es spielen stets individuelle Faktoren eine Rolle, die von Unternehmen zu Unternehmen ganz unterschiedlich sind. Wenn es also um die Überlegung geht, sollte ein Familienunternehmen in der Kommunikation die Tatsache des Familienunternehmens offensiv kommunizieren, müssen für eine kompetente Bewertung zuerst viele einzelne Punkte beachtet werden.

Vertrauen ist gut – Vertrauen ist besser Betrachtet man den Kaufprozess bei Kunden, erkennt man schnell, dass Vertrauen dem Produkt gegenüber als risikoreduzierender Faktor auftritt. Was auch bereits von verschiedenen Studien belegt wurde. 38 Menschen & Innovationen | Schindler Parent

Können die Kunden also auf die Qualität des Produkts vertrauen, entwickeln sie häufiger und schneller Präferenzen dafür. Hat der Kunde allerdings noch keine Erfahrungswerte mit dem Produkt, muss er auf sogenannte produktbegleitende Hinweise zurückgreifen. Dazu zählt unter anderem der Hersteller des Produkts. Das bedeutet, dass Eigenschaften, die dem Unternehmen zugeordnet werden, auch auf das angebotene Produkt übertragen werden können. Ein Punkt, der vor allem für Familienunternehmen von großer Relevanz ist. Eigenschaften, die Familienunternehmen zugeschrieben werden, sind oft solche, wie langfristiges Denken, Traditionspflege und Seriosität. Ein in wissenschaftlichen und praxisorientierten Diskussionen und Befragungen aber am häufigsten genanntes Attribut ist die Vertrauenswürdigkeit der Familienunternehmen. Ein Aspekt, der für diese Unternehmen ein strategischer Vorteil gegenüber managementgeführten Unternehmen sein kann. Richtig eingesetzt, kann dieser Vertrauensvorschuss des Kunden dem Familienunternehmen gegenüber auf dessen Produkte übertragen werden. Aber woher kommt dieser Vorteil überhaupt? Teilnehmer wissenschaftlicher Fokusgruppen gaben


als Gründe, warum sie Familienunternehmen als vertrauenswürdiger wahrnehmen als nicht-familiengeführte Unternehmen, insbesondere die Werte an, welche Familienunternehmen konsequent als wichtig kommunizieren. Zusätzlich, gaben die Befragten an, würden Familienunternehmen ihre Glaubwürdigkeit durch den Erhalt der Werte über Generationen untermauern. Eine Erkenntnis, die eigentlich ein klares Ergebnis ergibt: Familienunternehmen sollten unbedingt stark und offensiv die Tatsache des Familienbetriebs kommunizieren. Aber.

Vertrauen vs. Innovation Genau dieser Aspekt, der Stringenz über Generationen hinweg, ist ein Punkt, der vor allem bei Unternehmen, die in schnelllebigen, sich immer wieder wandelnden Bereichen, wie zum Beispiel dem Technologie- und Informationssektor, aktiv sind, als problematisch herausstellen kann. In diesen Branchen muss man als Unternehmen zeigen, dass man den momentanen und vor allem den zukünftigen Trends stets offen gegenüber steht und vor Veränderungen nicht zurückschreckt. Einem Familienunternehmen, dem man vor allem nachsagt, langfristig zu denken, könnte diese Offenheit eventuell eher abgesprochen werden. Sollten sich Familienunternehmen in diesen Branchen also eher nicht als Familienunternehmen „outen“? Wiederum eine Frage, die man nicht so einfach mit ja oder nein beantworten kann. Auf der einen Seite ist der Spannungsbogen zwischen der schnelllebigen Branche und dem eher traditionsbezogenen Familienunternehmen. Zieht man nur diesen Aspekt heran, müsste man sagen, sie sollten nicht öffentlich als Familienunternehmen auftreten. Aber, es gibt einen anderen wichtigen Aspekt, den wir oben bereits erwähnt haben. Nämlich das Vertrauen. Die Tatsache, dass Familienunternehmen als vertrauenswürdiger empfunden werden, spielt bei neuen, innovativen Produkten eine noch größere Rolle als bei Produkten, die schon länger auf dem Markt sind. Denn bei neuen Produkten können die Kunden auf keine Erfahrungswerte, Empfehlungen anderer Nutzer oder Vergleiche zurückgreifen. Sie müssen sich darauf verlassen kön-

nen, dass das Produkt qualitativ ihren Ansprüchen genügt. Wie wir bereits erfahren haben, greifen die Kunden in diesen Fällen auf produktbegleitende Informationen zurück. Also auch auf Informationen über den Hersteller. Nimmt man diese Ergebnisse als Grundlage, kommt man zu der Erkenntnis, dass für Familienunternehmen die Eigenschaft als Familienbetrieb auch im Bezug auf Innovationen und Neuprodukte von Vorteil sein kann. Zusätzlich zum größeren Vertrauen kommt noch, dass die Teilnehmer der Studien angaben, dass mit den angebotenen Produkten auch die Reputation der Familien hinter den Unternehmen auf dem Spiel stehen. Diesen Unternehmen wurde daher ein besonders hohes Maß an langfristigem Erfolgsstreben nachgesagt. Im Gegensatz zur kurzfristigen Profitgier großer Konzerne. Bezogen auf die Innovation bedeutet dies, man vermutet bei Innovationen von Familienunternehmen eine genauere, ausgereiftere und gewissenhaftere Entwicklungs- und Ausarbeitungsphase, da für sie bei einem Misserfolg mehr auf dem Spiel stehen würde.

Und jetzt? So, jetzt sind wir an dem Punkt angelangt, wo es darum geht, abschließend das Ergebnis des Artikels zusammenzufassen. Am Anfang habe ich vorausgesagt, dass es kein eindeutiges Ergebnis geben wird. Leider ist es auch am Ende des Artikels immer noch so. Glücklicherweise gibt es aber Werkzeuge, die genau diese Problematik aufgreifen und helfen, die individuellen Anforderungen aufzudecken und zu berücksichtigen. So wurde im Rahmen einer von Schindler Parent geförderten Doktorarbeit der Zeppelin Universität Friedrichshafen und des Friedrichshafener Instituts für Familienunternehmen eine Herangehensweise entwickelt, die in strukturierter Weise untersucht, welche Rolle das Attribut Familienunternehmen für das jeweilige Unternehmen spielen kann und wie man es am besten einsetzen könnte. Eine Herangehensweise, die hilft, wirklich individuell auf die Situation der einzelnen Unternehmen einzugehen und die beste Kommunikationsstrategie dafür zu finden.

„Eigenschaften, die Familienunternehmen zugeschrieben werden, sind oft solche wie langfristiges Denken, Traditionspflege und Seriosität.“

Autor: Michael Meier, Geschäftsführender Gesellschafter Schindler Parent GmbH, michael.meier@schindlerparent.de Tel.: +49 (0) 7532 4301-0 Unternehmen: Schindler Parent ist die kreative Verbindung von Marke & Marge®, die Identität gestaltet, Industrie versteht und international agiert. Die Kommunikationsagentur am Bodensee wurde 1979 gegründet und betreut viele Unternehmen aus unterschiedlichen Industriezweigen, insbesondere Familienunternehmen.

Schindler Parent | Menschen & Innovationen 39


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REGIONEN UNTER

DER LUPE

KONTAKT Creditreform Konstanz Müller & Schott KG Mainaustraße 48 D-78464 Konstanz www.creditreform-konstanz.de Matthias Müller Tel. +49 (0) 7531 89500 info@konstanz.creditreform.de

Alljährlich, zum Halbjahr hin, überprüft Creditreform die Regionen Deutschlands. Der daraus entstehende Regionencheck dient als Instrument zur Darstellung der Risikostruktur einer Region und zeigt Gefährdungspotenziale nach verschiedenen Strukturmerkmalen auf. So wird die Struktur einer Region aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, um die spezifische Risikosituation darzustellen und daraus Rückschlüsse zu ziehen. Basis für die Analysen ist die Creditreform Wirtschaftsdatenbank mit über 4,2 Mio. Unternehmensdatensätzen. Durch stichtagsbezogene Selektionen wird die Anzahl der Unternehmen sowie die Anzahl der ausgefallenen Firmen (unternehmerisches Insolvenzverfahren, Abgabe der Vermögensauskunft) je Region ausgewiesen. Grundlage und Orientierungsgröße des Analyseverfahrens ist der Creditreform Risiko-Indikator (CRI in %), der die Ausfallwahrscheinlichkeit einer Region misst. Je höher der Creditreform Risiko-Indikator, desto höher ist die Insolvenzgefahr.

Landkreis Konstanz und der Bodenseekreis Mit einem aktuellen Creditreform Risiko-Indikator von 1,24% (2015: 1,48%) liegt Konstanz bei einem sehr geringen Ausfallrisiko. Zum Vergleich: Die Bundesrepublik weist einen CRI-Wert von 1,41% auf. Der Bodenseekreis bleibt mit 0,88% (2015: 0,93%) sogar weit unter den Werten der zuvor genannten. Statistisch gesehen ist die Gefahr des Pleiterisikos im Kreis Konstanz demnach wahrscheinlicher als im Bodenseekreis. Dennoch folgt Konstanz 2016 dem allgemeinen Trend in Deutschland mit einem sinkenden CRI.

Branchenspezifische Analyse Durch diese Analyse kann aber auch herausgearbeitet werden, in welchen Branchen die untersuchte Region besonders insolvenzgefährdet ist und welche Rechtsformen oder Umsatzklassen mit einem hohen Ausfallrisiko behaftet sind. Bezüglich Branchen sei gesagt, dass stückzahlmäßig die meisten Ausfälle im Handel vorkommen. Beinahe ein Fünftel aller Insolvenzen im Kreis Konstanz und im Bodenseekreis sind 40 Menschen & Innovationen | Creditreform Konstanz Müller & Schott KG


2,50

2014

2015

2016

2,25 2,00

1,96

1,86 1,71

1,75 1,48

1,41

1,54 1,32

1,50 1,24 CRI in %

1,64

1,25

1,22 0,93

1,00

0,88

0,75 0,50 0,25 0,00

KONSTANZ

BODENSEEKREIS

BADEN-WÜRTTEMBERG

DEUTSCHLAND

Quelle: Creditreform Konstanz Müller & Schott KG, Stand: 06/2016.

dem Handel zu zuschreiben. Allerdings bildet dieser auch die größte Hauptbranche in der Region. Höchstes Ausfallrisiko nach CRI hat im Bodenseekreis die Branche „Verkehr und Lagerei“, unter welche z.B. Kurierdienste fallen. Im Kreis Konstanz sind es die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleister wie etwa Videotheken oder Autovermietungen, die das Negativranking anführen.

Ausfälle bei Gewerbetreibenden Unter dem Gesichtspunkt der Rechtsformen gelangt man zu der Erkenntnis, dass die meisten Ausfälle bei den Gewerbetreibenden zu finden sind, die aber auch die größte Anzahl an Betrieben repräsentieren.

So sind 3 von 5 Ausfällen im Bodenseekreis und sogar 3 von 4 im Kreis Konstanz den Gewerbebetrieben zuzuordnen. Schlechte wirtschaftliche Verhältnisse, eine dünne Kapitaldecke und starke Abhängigkeiten von einigen wenigen Geschäftspartnern sind mögliche Gründe für die zahlreichen Insolvenzen bei diesen Unternehmen. Betrachtet man die Negativmerkmale (Ausfälle) unterteilt nach Umsatzklassen, bestätigt sich der bereits durch die Rechtsformanalyse gewonnene Eindruck. Im Wesentlichen sind es kleine Betriebe, in der Regel Gewerbetreibende, die zahlungsunfähig werden, da diese wirtschaftliche Durststrecken oder Forderungsverluste oftmals deutlich schlechter kompensieren können.

Über Creditreform Gegründet im Jahre 1879 in Mainz, stand zunächst die Erteilung von Wirtschaftsauskünften zur Sicherung von Unternehmensbeziehungen im Mittelpunkt der Geschäftstätigkeit von Creditreform. Das Dienstleistungsangebot wurde im Wandel der Zeit ständig optimiert und erweitert, so dass Creditreform heute als moderner Full Service Anbieter entlang der Prozesskette im integrierten Debitoren- und Risikomanagement positioniert ist. Beurteilung auf einen Blick Mit der Firmenauskunft können Unternehmen bereits vor der Aufnahme einer Geschäftsbeziehung die Bonität des Kunden überprüfen. Zum Zwecke der „Beurteilung auf einen Blick“ hat Creditreform den Bonitätsindex entwickelt. Darin werden Informationen

aus der Auskunft zusammengefasst und mittels einer dreistelligen Punktzahl zwischen 100 und 600 dargestellt. Je höher der Bonitätsindex, desto größer ist das Risiko, dass das betreffende Unternehmen die Rechnungen nicht zahlen kann. Neben der Erteilung von Firmenauskünften unterstützt Creditreform Unternehmen auch im Bereich Forderungsmanagement, um Außenstände zu minimieren. 130 Geschäftsstellen Creditreform ist dezentral organisiert und agiert deutschlandweit mit 130 selbstständigen Geschäftsstellen. Die Nähe zum Kunden in der Region ist unersetzbar, um aktuelle und zuverlässige Informationen aus der Wirtschaft zu erhalten.

Creditreform Konstanz Müller & Schott KG | Menschen & Innovationen 41


SEEMAXX OUTLET CENTER RADOLFZELL MEHR MODEMARKEN, MEHR STORES, MEHR FLÄCHE INTERVIEW MIT ARNOLD KANNENBERG, GESCHÄFTSFÜHRER DER HESTA IMMOBILIEN GMBH

Arnold Kannenberg Geschäftsführer Hesta Immobilien GmbH

KONTAKT seemaxx Outlet Center Radolfzell Schützenstr. 50 D-78315 Radolfzell Tel. +49 (0) 7732 94099930 info@seemaxx.de www.seemaxx.de

Herr Kannenberg, nach fünfjähriger Planung und zwei Jahren Bauzeit konnte wie geplant im Herbst 2016 die Eröffnung der seemaxx-Erweiterung gefeiert werden. Wie erleichtert sind Sie über die Fertigstellung des neuen Outlet Centers? Und welche Aufgaben liegen jetzt vor Ihnen? Arnold Kannenberg: Wenn wir die vergangene Zeit Revue passieren lassen, kann man schon sagen, dass das gesamte Hesta-Team sehr intensive Jahre hinter sich hat. Sieht man nun aber das Ergebnis mit den mittlerweile 34 Stores, einem Restaurant und zwei Cafés, so kann man mit dem Erreichten schon sehr zufrieden sein. Betonen möchte ich aber auch, dass sich so ein Projekt nur mit zuverlässigen Partnern realisieren lässt: In Zusammenarbeit mit der Aktionsgemeinschaft Radolfzell sind in den letzten Jahren viele tolle Events durchgeführt worden und auch auf politischer Ebene hatten wir mit dem Gemeinderat, Alt OB Dr. Schmidt und auch mit Oberbürgermeister Staab immer einen starken Rückhalt. Wir freuen uns nun darauf unseren Kunden ein noch viel größeres und vor allem vielfältigeres Angebot präsentieren zu können. Wir haben glücklicherweise viele treue Stammkunden, aber natürlich wird es auch eine unserer zukünftigen Aufgaben sein, noch viele weitere neue Kunden für unser seemaxx Outlet Center zu begeistern. Welche neuen Angebote und welche Marken-Shops erwarten die Kunden im erweiterten seemaxx? Mit über 40 Modemarken ist unser Angebot jetzt natürlich deutlich vielfältiger geworden. An der Sortimentsstruktur wurde allerdings nichts geändert, da diese zu uns bzw. vor allem natürlich zu unseren Kunden passt: Oberbekleidung, Wäsche, Sport, Heimtextilien sowie Schuhe und Leder. Somit bleibt die Gesamtaussage unseres Centers in den Grundzügen gleich, wird aber durch eine größere Auswahl deutlich umfangreicher und attraktiver.

42 Menschen & Innovationen | seemaxx Outlet Center Radolfzell


Welche Bedeutung hat Ihrer Meinung nach das nun deutlich größere Outlet Center für die Stadt Radolfzell und für die Region? Da wir uns als Ausflugsziel und nicht als klassisches Einkaufscenter verstehen, ist es unser Anspruch, den Leuten ein Erlebnis zu bieten. Dieses Erlebnis endet nicht mit dem Verlassen des seemaxx Outlet Centers, sondern wird in der wunderschönen Altstadt und an unserer Seepromenade fortgesetzt. Wir versuchen intensiv mit unserer historischen Altstadt, den Einzelhändlern, der Gastronomie und dem Magnet Bodensee eine zugkräftige Einheit zu bilden, die möglichst vielen Besuchern und Kunden signalisiert: Kommt nach Radolfzell am Bodensee und verbringt ein paar schöne Stunden oder Tage bei uns! Der Wettbewerb findet nicht auf der kleinen, lokalen Ebene statt – hier gilt es zusammenzuarbeiten und den Gast für die Region zu gewinnen. Wenn uns das gelingt, dann profitieren sowohl unser Center, als auch die Stadt Radolfzell und die gesamte Region. Je attraktiver unsere Destination vom Gast wahrgenommen wird, desto größer wird auch der Erfolg bei jedem einzelnen Leistungsträger sein. Diese Philosophie gilt es vorzuleben.

SEEMAXX OUTLET CENTER RADOLFZELL In den vergangenen 10 Jahren hat sich das seemaxx Outlet Center Radolfzell zu einem wahren Einkaufsmagneten entwickelt: mit einem umfassenden Angebot aus inzwischen über 40 bekannten Top-Modemarken zu interessanten Outlet-Preisen. Das Center in der früheren Produktionshalle von Schiesser wurde 2016 erheblich erweitert und die Gesamtfläche des seemaxx auf rund 20.000 m2 erhöht. Die Einkaufsfläche wurde auf rund 8.500 m2 sogar fast verdoppelt. Öffnungszeiten: Montag bis Samstag von 10 bis 19 Uhr

EINE MARKE DER HESTA BETEILIGUNGS GMBH


Fotos: Gajus, Kaarsten - Fotolia.com

BETRIEBSPRÜFUNG

STEUERSTRAFRECHT-STEUERFAHNDUNG Bekommt ein Gewerbetreibender oder ein Selbständiger Post vom Finanzamt, mit der Mitteilung, es würde bei ihm eine Betriebsprüfung für einen bestimmten Zeitraum stattfinden, so ist sicher jeder Steuerpflichtige im ersten Moment etwas irritiert. Jede Prüfung, egal ob in der Schule, an der Universität oder sonst eine Prüfung, auch wenn man ein gutes Gewissen hat und sich gut vorbereitet hat, löst ein gewisses Unbehagen aus, weil man ja nicht weiß, was auf einen zukommt.

Im Rahmen einer Betriebsprüfung können z.B. Sachverhalte zu Tage kommen, die zu steuerstrafrechtlichen Ermittlungen führen können. Umso wichtiger ist es, sich auf eine Betriebsprüfung rechtzeitig vorzubereiten und sich über die Rechte und Pflichten zu informieren.

1. Prüfungsanordnung Die Finanzbehörde bestimmt nach § 196 AO den Umfang der Außenprüfung in einer schriftlichen Prüfungsanordnung. Diese enthält mehrere Verwaltungsakte, die jeweils selbständig anfechtbar sind, unter anderem a) die Prüfungsanordnung b) die Festlegung des Prüfungsbeginns c) die Festlegung des Prüfungsortes Wichtig ist jedoch zu wissen, dass ein Einspruch grundsätzlich keine aufschiebende Wirkung hat, d.h. die Prüferin oder der Prüfer kommt trotz des Einspruchs. Lediglich bei schwerwiegenden Mängeln und einem gleichzeitigen Antrag auf Aussetzung der Vollziehung kann die Prüfung verschoben oder aufgehoben werden.

2. Prüfungsort Grundsätzlich soll die Betriebsprüfung gemäß der Betriebsprüfungsordnung in den Geschäftsräumen des Steuerpflichtigen stattfinden. Möglich ist auch mit Zustimmung des Steuerpflichtigen in dessen Wohnräumen. Prüfung an Amtsstelle. Prüfung in den Räumen des steuerlichen Beraters.

3. Datenzugriff der Finanzverwaltung In § 147 Abgabenordnung ist festgelegt, dass das Finanzamt im Rahmen von Außenprüfungen (Betriebsprüfungen, Umsatzsteuersonder44 Menschen & Innovationen | Kanzlei Mosbrugger – Rainer Mosbrugger

prüfungen, Lohnsteueraußenprüfung) Einsicht in die EDV – Buchführung von Unternehmen nehmen und das Datenverarbeitungssystem zur Prüfung der Unterlagen nutzen kann.

4. Mitwirkungspflicht des Steuerpflichtigen gemäß § 200 AO und § 90 ff AO Der Steuerpflichtige hat dem/der Prüfer/in gemäß § 200 Abs.1 S.2 AO im Rahmen der steuerlichen Außenprüfung Auskünfte zu erteilen, Aufzeichnungen, Geschäftsbücher, Geschäftspapiere und andere Urkunden zur Einsicht und Prüfung vorzulegen, die zum Verständnis der Aufzeichnungen erforderlichen Erläuterungen zu geben und die Finanzbehörde bei Ausübung ihrer Befugnisse nach § 147 AO zu unterstützen. Die Vorlagepflicht von Urkunden i.S. des § 200 Abgabenordnung bezieht sich aber nur auf aufbewahrungspflichtige Unterlagen. Die Vorlage von Privatgirokonten kann grundsätzlich bei einer Außenprüfung nicht gefordert werden. Die Vorlage hat dann aber zu erfolgen, wenn der Nachweis erbracht werden kann, dass a) die zugeflossenen Gelder auf dem Geschäftskonto( Einlagen) vom Privatkonto stammen, b) die Entnahmen vom Privatkonto (EC-Abhebungen oder Barabhebungen) ausreichen, um den Lebensunterhalt zu bestreiten (wenn dieser Nachweis nicht hinsichtlich des Geschäftskontos erbracht werden kann) etc.

5. Einleitung eines Steuerstrafverfahrens durch die Betriebsprüfung In der Praxis ergibt sich häufig – oft auch in den Schlussbesprechungen – ob ein Fall an die Straf- und Bußgeldsachenstelle ( StraBu) weitergeleitet wird. Gemäß § 10 Betriebsprüfungsordnung ist der Prüfer verpflichtet, Meldung an die zu machen, wenn der Prüfer der Meinung ist,


dass ein Sachverhalt strafrechtlich relevant ist. In diesem Fall ist der Prüfer dann verpflichtet, den Steuerpflichtigen über seine nunmehrige Stellung in einem Strafverfahren zu belehren.

6. Die Schätzung im Steuerrecht und im Steuerstrafrecht a) Schätzungsbefugnis gem. § 162 AO Gemäß § 162 Abs.1 S.1 Abgabenordnung kann eine Schätzung erfolgen, wenn sich im Besteuerungsverfahren trotz Amtsermittlungsgrundsatz sowie Mitwirkungspflicht des Steuerpflichtigen weiterhin Unklarheiten bzgl. des Sachverhaltes ergeben, obwohl alle Beweismittel bzw. Möglichkeiten ausgeschöpft wurden. Das Vorliegen formeller Mängel in der Buchhaltung berechtigt alleine noch nicht zur Schätzung. Diese Schätzungsbefugnis ist nur dann gegeben, wenn die formellen Mängel derart gestaltet sind, dass sie die Richtigkeit der vorliegenden Buchführung anzweifeln lassen. Bei bargeldintensiven Betrieben stellen die Kassenführungen bzw. das Kassenbuch einen wesentlichen Bestandteil der Buchführung dar. Liegen entsprechende Mängel in der Kassenführung vor, so kann dies zur Verwerfung der gesamten Buchführung führen. b) Die Schätzung im Strafverfahren Im Strafverfahren liegt die Beweislast grundsätzlich immer bei der Strafverfolgungsbehörde (z.B. StraBu). Wurden daher die Besteuerungsgrundlagen im Besteuerungsverfahren geschätzt, so hat dies grundsätzlich keine Bindungswirkung für das Strafverfahren. Es ist daher jederzeit möglich, dass die steuerrechtliche Steuer von der strafrechtlichen Steuer abweicht.

7. Berichtigung gemäß § 153 Abgabenordnung Erkennt der Steuerpflichtige im Nachhinein, dass seine Steuererklärung unrichtig oder unvollständig ist und dass es dadurch zu einer Verkürzung von Steuern kommen kann oder bereits gekommen ist, muss er diesen Umstand unverzüglich anzeigen und die erforderliche Richtigstellung vornehmen. Kommt er dieser Pflicht wissentlich nicht nach, so liegt nach herrschender Meinung, eine Steuerhinterziehung (§ 370 Abs.1 Nr. 2 AO) durch Unterlassen vor.

8. Steuerhinterziehung gemäß § 370 AO Eine Steuerhinterziehung gemäß § 370 AO liegt vor, wenn der Steuerpflichtige den Finanzbehörden oder anderen Behörden über steuerlich erhebliche Tatsachen unrichtige oder unvollständige Angaben macht, oder die Finanzbehörden pflichtwidrig über steuerlich erhebliche Tatsachen in Unkenntnis lässt. Zu beachten ist, dass bereits der Versuch strafbar ist..

9. Die Steuerfahndung Die Steuerfahndung hat gem. § 208 Abs.1 AO folgende Aufgaben: a. die Erforschung von Steuerstraftaten und Steuerordnungswidrigkeiten

Rainer Mosbrugger Rainer Mosbrugger ist Inhaber einer Steuerberatungs- und Rechtsanwaltskanzlei mit Schwerpunkt Jahresabschlüsse, Finanz- und Lohnbuchhaltung, Steuererklärungen sowie die Beratung unter Berücksichtigung von steuerrechtlichen und zivilrechtlichen Aspekten.

b. die Ermittlung der Besteuerungsgrundlagen in den in Nr. 1 bezeichneten Fällen c. Die Aufdeckung und Ermittlung unbekannter Steuerfälle Wie oben unter 5. dargelegt, wird die Steuerfahndung tätig aufgrund Meldung eines Prüfers einer Betriebsprüfung. Die Steuerfahndung wird aber auch tätig aufgrund von Anzeigen (z.B. von betrogenen Ehegatten, enttäuschten Geliebten, entlassenen Arbeitnehmern etc.) sowie Hinweise von anderen Verwaltungsstellen (Staatsanwaltschaft, Polizei, Zoll, Sozialversicherungsträger etc.) Bekanntestes Mittel der Erforschung von steuerlichen Sachverhalten durch die Steuerfahndung ist die Durchsuchung und Beschlagnahme gemäß § 102 StPO bei dem Beschuldigten/Verdächtigen sowie gemäß § 103 StPO gegen eine unverdächtige Person (z.B. Steuerlicher Berater, Kreditinstitute etc.). Zuständig für den Erlass eines solchen Beschlusses ist der zuständige Ermittlungsrichter. Eine Durchsuchung ohne Beschluss ist nur in sehr engen Grenzen, z.B. wegen Gefahr in Verzug möglich.

Fazit Die Bevölkerung ist manchmal zu Recht entsetzt und verärgert über die Verschwendung von Steuergeldern durch Behörden und der Regierung. Jedoch besteht in der Gesellschaft ein Konsens dahingehend, dass eine Überprüfung der eingereichten Steuererklärungen und eine Durchführung von Betriebsprüfungen von Firmen und Selbständigen nicht nur sinnvoll, sondern absolut notwendig sind, um zu verhindern, dass der Ehrliche der Dumme ist und Steuern bezahlt, was der Unehrliche durch Falschangaben verhindert. Ziel einer solchen Überprüfung ist ja gerade ein Versuch der Herstellung von Steuergerechtigkeit. Unabhängig hiervon sollte ein Steuerpflichtiger der „nur“ eine Betriebsprüfung erwartet oder der bereits schon Besuch von der Steuerfahndung bekommt, die Rechte und Pflichten, die sich aus diesen Maßnahmen ergeben, bereits kennen, um Fehler zu vermeiden, die dann in der Folge recht teuer werden können. Informieren Sie sich daher rechtzeitig über Ihre Rechte und Pflichten.

KONTAKT Rainer Mosbrugger Rechtsanwalt Fachanwalt für Steuerrecht Malvine-Schiesser-Weg 3 D-78315 Radolfzell Tel. +49 (0) 7732 982730 kanzlei.mosbrugger@datevnet.de www.mosbrugger.de

Kanzlei Mosbrugger – Rainer Mosbrugger | Menschen & Innovationen 45


IT-LÖSUNGEN, MASSGESCHNEIDERT UND KOMPETENT EIN IT-SYSTEMHAUS PASST SICH DEM WANDEL DER ZEIT AN

In der IT-Branche sprechen Experten von einem tiefschürfenden Wandel, der sich in den vergangenen Jahren vollzogen hat, und dies in einem schnellen Tempo. Technologien wie Cloud Computing, der Einsatz mobiler Endgeräte, die Expansion des Internets, Industrie 4.0 und die Digitalisierung in allen Geschäftsbereichen stellen die Unternehmen vor enorme Herausforderungen. So verliert das System- und Integrationsgeschäft der klassischen IT-Systemhäuser, also der Hardwareverkauf und dessen Installation, immer mehr an Bedeutung – Consulting, Dienstleistungen und ganzheitliche Lösungen rücken in den Vordergrund.

KONTAKT OMNI PC Systemintegration GmbH Turmstr. 9 D-78467 Konstanz Tel. +49 (0) 7531 892830 Mollenbachstr. 1 D-71229 Leonberg Tel. +49 (0) 7152 3311060 info@omnipc.de www.omnipc.de

Es geht vermehrt darum, die Businessprozesse der Kunden digital abzubilden und diese erwarten heute von ihrem IT-Dienstleister häufig ein Rundum-Servicepaket. Während früher das IT-Systemhaus den Bedarf beim Kunden punktuell behandelte, ähnlich wie der Arzt, der eine einzelne Krankheit bei seinem Patienten heilt, ist die Anforderung heute, die Firmen für eine vernetztere und mobilere Zukunft zu rüsten. Die digitale Transformation verleiht dem Mittelstand neue Chancen – sie erfordert gleichzeitig aber auch neue Dienstleister. Die Firma OMNI PC Systemintegration GmbH ist als inhabergeführtes IT-Unternehmen seit über 20 Jahren erfolgreich am Markt. Sie agiert von ihren beiden Standorten, Konstanz und Leonberg bei Stuttgart, in ganz Baden-Württemberg und auch über die Landesgrenzen hinaus in Deutschland und der Schweiz. In über zwei Jahrzehnten wurde ein fundiertes Wissen über die IT-Branche, ihre Lösungen, Trends und Entwicklungen aufgebaut. Ursprünglich als klassi-

46 Menschen & Innovationen | OMNI PC Systemintegration GmbH

sches IT-Systemhaus gegründet, hat auch dieses Unternehmen den Wandel der Branche aufgegriffen und sein Dienstleistungs- und Lösungsangebot den Anforderungen der Digitalisierung angepasst.

Innovation mit Sicherheit: Cloud Computing mit dbc IT-Outsourcing ist ein Trend, der sich mittlerweile durchgesetzt und etabliert hat. OMNI PC beobachtete die Entwicklungen lange und prüfte den Markt. Mit der „dbc deutschlands business-cloud“ wurde schließlich ein Partner gefunden, der modulare Cloud-Lösungen auf einer hochmodernen Server-Infrastruktur bereitstellt, individuell und flexibel auf die Bedürfnisse des Kunden angepasst. Die Datenhaltung an zwei Standorten in Deutschland, ein Hochleistungsrechenzentrum mit höchsten Sicherheitsstandards, ISO-Zertifizierung, das waren nur einige Argumente, die OMNI PC überzeugt haben. So kann das Unternehmen auch diesen Kunden Lösungen anbieten, für die es sinnvoll ist, ihre IT in ein Rechenzentrum auszulagern.


Es geht vermehrt darum, die Businessprozesse der Kunden digital abzubilden und diese erwarten heute von ihrem IT-Dienstleister häufig ein Rundum-Servicepaket.

DATEV Systempartnerschaft seit 20 Jahren Auf diese Kompetenz ist OMNI PC besonders stolz. Als zertifizierter DATEV-Systempartner betreut ein ausgebildetes Technikteam Kanzleien und deren Mandanten in der gesamten Region. Über die DATEV-Systempartnerschaft verfügt OMNI PC bereits seit über 20 Jahren. Die DATEV-Techniker besuchen in regelmäßigen Abständen Schulungen, legen Prüfungen ab und werden dadurch zertifiziert. Die Ansprüche der DATEV für die Systempartnerschaft sind mit einem hohen Aufwand verbunden, den OMNI PC jedoch gerne erfüllt. Denn nur so können die anspruchsvollen Kunden professionell betreut werden.

ECM/DMS mit ELO – Digitale Lösungen und Consulting und Prozessberatung Enterprise Content Management ist der zentrale Wegbereiter für das digitale Office. Unternehmensdokumente jeglicher Art werden eingescannt und digitalisiert, die Dokumente können dann archiviert, gemeinsam bearbeitet und mit nur wenigen Mausklicks wiedergefunden werden. Doch ECM-Lösungen bieten weit mehr als nur digitale Archivierung. Im Prozess-Management können über Workflows Unternehmensprozesse wie die Eingangsrechnungsbearbeitung über mehrere Abteilungen oder Stationen hinweg dargestellt werden oder Inhalte von Dokumenten werden automatisch erkannt und bearbeitet. Einer der marktführenden Anbieter ist ELO Digital Office, ein internationales Unternehmen mit Hauptsitz in Stuttgart. OMNI PC hat als ELO Business-Partner bereits vor 15 Jahren begonnen, ECM-Lösungskompetenz zu entwickeln und berät und begleitet mittlerweile zahlreiche mittelständische Unternehmen bei ihren Prozessen. Ein erfahrenes Consulting-Team realisiert anspruchsvolle Projekte für Kunden mit bis zu 500 Mitarbeitern.

Die Einführung zentraler Anwendungen oder auch die Erneuerung der IT-Infrastruktur stellt hohe Anforderungen wie z.B. der durchgehenden Arbeitsfähigkeit und Erreichbarkeit während der Umstellung, der Datenübernahme aus Altsystemen, der plangerechten Ausführung dar. OMNI PC begleitet die Unternehmen hierbei beratend, stellt sicher, dass IT-Anbieter und Kunde das gleiche Resultat vor Augen haben, dass Probleme frühzeitig erkannt und behoben werden können und das Projekt zum gewünschten Erfolg geführt wird.

Datenschutz und Verfahrensdokumentation Der Datenschutz ist ein fester Bestandteil der alltäglichen Arbeit, die geltenden Normen sind aber sehr unübersichtlich, werden in regelmäßigen Abständen verändert und schnell ist ein wichtiger Aspekt nicht oder zu wenig beachtet worden – die möglichen Konsequenzen für das Unternehmen können kritisch werden. OMNI PC gewährleistet die Beachtung aller relevanten Normen und stellt seinen Kunden externe Datenschutzbeauftragte zur Verfügung. Schließlich bietet der Konstanzer IT-Dienstleister auch das Erstellen von Verfahrensdokumentationen an. Die Notwendigkeit einer Verfahrensdokumentation für Unternehmen ist in der GoBD* verankert und beschreibt, welche Verfahren ein Unternehmen einsetzt und auf welcher IT-Infrastruktur diese basieren. Die Entwicklungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass IT heute zu einer wettbewerbsentscheidenden Unternehmensressource geworden ist. OMNI PC agiert mit einem sorgfältig ausgesuchten Partnernetzwerk, um den IT-Anforderungen seiner Kunden heute gerecht zu werden. Das Unternehmen spricht die Sprache der IT und bietet seine Kompetenz in einem umfassenden Leistungsportfolio an – dem Wandel der Zeit entsprechend.

IT im Zentrum der Unternehmensressourcen: Projektberatung und Projektleitung Der Einsatz der Ressource IT ist in vielen Unternehmen schon lange aus dem Randbereich ins Zentrum gerückt. Damit sind die Anforderungen an die IT kontinuierlich gewachsen. Es geht zwar auch immer noch um die Auswahl einer geeigneten Infrastruktur von Hardware und Netzwerken oder alternativ der Auswahl eines Cloud-Anbieters, entscheidender für den reibungslosen Arbeitsalltag ist jedoch die Auswahl geeigneter Anwendungen, deren Zusammenarbeit und die Abbildung bzw. Anpassung der betriebsinternen Abläufe. *

Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff

OMNI PC Systemintegration GmbH | Menschen & Innovationen 47


Foto: Bjørn Jansen Geschäftsführer Achim Günter, Jens Schröder

UNVERGESSLICHE KOMMUNIKATION ODER WARUM UNSER GEHIRN GESCHICHTEN LIEBT

Von Jens Schröder

KONTAKT vergissmeinnicht GmbH Münsterplatz 5 D-78462 Konstanz Tel. +49 (0) 7531 9225900 info@vergissmeinnichtkommunikation.de www.vergissmeinnichtkommunikation.de

„Links oben sehen Sie ein Snowboard. Mein Snowboard. Ein Longboard mit direktionalem Shape. Ohne ABS-Seitenwangen zum Schutz, dafür mit einem Fläschchen Klarlack. Falls mal etwas Lack abplatzte. War damals ein Unikum. Wie schaffe ich es, dass Ihnen dieses eine von weltweit nur 25 Longboards (es trägt die Seriennummer 10) im Gedächtnis bleibt? Und warum sollte es das überhaupt? Ich weiß noch, wie ich in der Werkstatt von Markus Cotti stand, einem netten und lockeren Kerl. Einem Besessenen, der mit seinen Händen etwas schuf, das Snowboardern in der ganzen Welt die Sinne raubte. Was während des Gesprächs zwischen mir und dem Board passierte, hatte etwas Magisches. Ich hörte Markus plötzlich nicht mehr zu, sah das Board und dachte: Das musst du haben. Und – warum auch immer ich diese Intuition hatte – du wirst es nur einmal, nur einen einzigen Tag fahren. Verrückt. Zwei Jahre später stand das Board noch immer ungenutzt neben meinem Schlafzimmerschrank. Und ein großes Ereignis sozusagen vor der Haustür: Meine Hochzeit mit Conni. Mit amtlicher Hochzeitsreise nach … wie soll ich es sagen? Unsere Hochzeitsreise führte uns in den Kaukasus. 4.500 Meter über N. N., dünne Luft. Über uns strahlend blauer Himmel und die donnernden Rotorenblätter eines russischen Helikopters – ein Mi-8

48 Standort Deutschland | vergissmeinnicht GmbH

mit Turbinenantrieb. Unter uns: Schnee. Schnee. Und Schnee. Verteilt auf Hängen mit bis zu 50 Grad Neigung. 15.000 Höhenmeter an einem Tag. Nach dem Absprung waren wir auf uns gestellt. In einer Gegend ohne Lift, ohne Menschen, ohne Landeplatz. Ich habe so viel Adrenalin ausgeschüttet, wie ein Mensch an einem Tag nur ausschütten kann. Es war dieser eine Tag auf diesem Board. Einen zweiten gab es nicht. Das Board hat einen Charakter bekommen. Es hat eine Geschichte. Eine Geschichte, die es mir täglich erzählt, wenn mein Blick das Hochzeit-Kaukasus-einen-Tag-Board streift, wie es jetzt in meinem Büro steht.“ Jede Marke, jedes Produkt kann erlebbar und erzählbar gemacht werden: Snowboards, Schrauben, Autoreifen. Geschichten sind die gute Stube, in der aus Informationen Unvergessliches wird. Jens Schröder und Achim Günter, die geschäftsführenden Gesellschafter der vergissmeinnicht GmbH in Konstanz, möchten etwas von Marken und Unternehmen erzählen, das in den Köpfen der Kunden hängenbleibt. vergissmeinnicht nutzt dabei Neuroplayce® − eine wissenschaftliche Markenpositionierung, die zusammen mit Gelehrten entwickelt wurde. Neugierig auf ein Blind Date bei vergissmeinnicht?


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Den Fortschritt erleben.

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Die Liebherr-Elektronik GmbH ist auf die Entwicklung und Fertigung zuverlässiger Elektronik für Baumaschinen, Flugzeuge und den Schienenverkehr spezialisiert.

Die Liebherr-Aerospace Lindenberg GmbH ist mit über 50 Jahren Erfahrung einer der führenden Ausrüster für Flugzeuge. Das Unternehmen liefert technisch hochstehende Produkte aus den Bereichen Flugsteuerung / Betätigungssysteme, Fahrwerke und Getriebe an nahezu alle namhaften Flugzeughersteller. Vom kleinen Business Jet bis zum größten Verkehrsflugzeug, dem Airbus A 380, vertrauen Kunden weltweit auf die innovative Technologie von Liebherr-Aerospace.

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ETO GRUPPE ÜBER DYNAMISCHE SYSTEME, GESTEUERTE BEWEGUNG UND GELEBTE LEIDENSCHAFT Elektromagnetische Ventile, Aktoren und Sensoren vom Bodensee setzen weltweit anerkannte Standards in Sicherheit und Effizienz – in mehr als jedem zweiten Lkw und unzähligen Pkw, Maschinen und Geräten.

KONTAKT ETO MAGNETIC GmbH Hardtring 8 D-78333 Stockach Tel. +49 (0) 7771 809-0 info@etogruppe.com www.etogruppe.com Dr. Michael Schwabe Ansprechpartner für Personal bewerbungen@etogruppe.com

Als 1886 das erste Automobil zum Patent angemeldet wurde, besaß es auch eine Bremse: Eine Eisenstange wirkte als „handbetätigtes Anhaltesystem“ auf die Riemenscheibe. Die Muskelkraft des Bedieners bestimmte die Bremskraft. Wenn wir heute in die „Eisen steigen“ wirken über 100 Bauteile zusammen, um unser Fahrzeug schnell und sicher zum Stehen zu bringen. Bei mehr als der Hälfte aller Lkw stammen wichtige Bremskomponenten aus dem Hause ETO. Aber auch andere Fahrzeugkomponenten werden von den elektromagnetischen ETO-Aktoren und -Sensoren gesteuert, überwacht und geregelt: ETO-Produkte finden sich überall dort, wo hochdynamische Abläufe stattfinden und Sicherheit oder Effizienz sowie Umweltverträglichkeit verbessern – neben elektronischen Bremssystemen mit ABS- und ESP-Funktion auch in Systemen zur Nockenwellen-Ventilsteuerung oder in Automatikgetrieben. Das 1948 von Christa und Hermann Laur in Oberuhldingen am Bodensee gegründete Unternehmen „Elektroteile GmbH“ spezialisierte sich in den frühen Achtzigern unter dem Namen

50 Menschen & Innovationen | ETO MAGNETIC GmbH

ETO immer mehr auf elektromagnetische Systeme. ETO sorgt seitdem weltweit in Autos, Lastwagen und Zügen der führenden Hersteller dafür, dass sie sicher bremsen oder effizient Gas geben und kuppeln, oder, dass Maschinen und Geräte zuverlässig produzieren, dosieren, befüllen, drucken, messen und verpacken. „Unser Antrieb ist unsere Begeisterung“, sagt CEO Dr. Michael Schwabe – und die ist für die über 1.900 ETO Mitarbeiter offensichtlich nicht nur ein Wort. Überzeugte Kunden schätzen Zuverlässigkeit, Flexibilität, Inspiration und die menschliche Nähe ihres Zulieferers, dessen Entschluss- und Innovationsstärke in der Branche bestens bekannt sind. „Wir setzen bewusst auf eine Organisation mit flachen Hierarchien“, so Dr. Michael Schwabe, „die schnelle Entscheidungen und ergebnisorientierte Umsetzungen unterstützt und unsere Mitarbeiter aktiv in Organisationsprozesse einbezieht.“ Neben diesem zeitgemäßen Verständnis von wertschätzendem Umgang mit Mitarbeitern investiert die ETO GRUPPE jährlich rund sechs Prozent ihres


FACTS & FIGURES

ARBEITSBEREICH

Branche Automotive Geschäftsfelder Personenkraftwagen-, Nutzfahrzeug-, Industrietechnik Gründung 1948 Standort & Niederlassungen Stockach, Vaihingen/Enz, Nürnberg, Polen, USA, China, Indien, Mexiko Mitarbeiterzahl Weltweit ca. 1.900

Berufe Ingenieure und Techniker (Maschinenbau, Mechatroniker, Fahrzeug-, Elektrotechnik, Produkt-, Prozessentwicklung, Elektrotechnik, Qualität, technischer Einkauf) Ausbildung Bachelor of Engineering DHBW (m/w), Mechatroniker (m/w), Zerspanungsmechaniker (m/w), Industriemechaniker (m/w), Technischer

Produktdesigner (m/w) Arbeitsbedingungen Eigentümerin der ETO ist die Christa und Hermann-Laur Stiftung. Damit ist sichergestellt, dass die ETO finanziell unabhängig bleibt und nach klaren sozialen Zielen arbeitet. Verantwortungsvolles Handeln gegenüber den Mitarbeitern fördert höchste Motivation.

Umsatzes in Forschung und Entwicklung und schafft es immer wieder, neue Lösungsansätze zu entwickeln, die viel Beachtung im Markt finden. Die hohe Anzahl an Patenten ist ein weiterer Beleg für die ungebremste Innovationskraft des Unternehmens. So haben Ingenieure der ETO GRUPPE zum Beispiel MAGNETOSHAPE® entwickelt, eine richtungsweisende Technologie auf Basis magnetischer Kristalle, die ihre Form verändern können und in äußerst energieeffizienten Hochleistungsantrieben eingesetzt werden. Der Fach- und Führungskräftenachwuchs, der zu ETO kommt, ist entsprechend angetan von den kurzen Wegen im Unternehmen, der Geschwindigkeit, mit der Ideen umgesetzt werden und den vielen echten Chancen, beruflich weiterzukommen. Kluge Köpfe, die internationale Karrierechancen suchen, sind bei ETO richtig: Die Unternehmen der ETO GRUPPE forschen, entwickeln und produzieren nicht nur am Bodensee, sondern überall dort, wo ihre Kunden aktiv sind: in Deutschland, Polen, USA, China, Indien und Mexiko.

„Unsere gemeinsame Vision und unser leidenschaftlicher Einsatz für Nachhaltigkeit, Sicherheit und Effizienz machen uns immer erfolgreicher! Zum Wohle von Mensch und Umwelt.“

Dr. Michael Schwabe Geschäftsführer ETO GRUPPE


ULTRAPRÄZISE MASCHINEN UND PRODUKTE Im Jahr 1983 hatte Lothar Kugler im schönen Örtchen Salem am Bodensee eine Idee: Er baute ein Interferometer zur berührungslos optischen Ebenheitsmessung. Aus einer Idee wurde mehr, das Interesse am Markt war groß, die Produktion lief an.

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LEADING IN ULTRA PRECISION MICRO MACHINING

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Oben rechts: Produktionshalle

Angaben im Nanometer-Bereich gemacht werden. Die Kunden kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen. So gilt etwa die Luft- und Raumfahrt als Abnehmer für optische Komponenten. Kugler liefert aber auch z. B. optische Spritzgussformeinsätze für die Automobilindustrie. Doch auch im täglichen Leben begegnen wir immer wieder Teilen, die aus den Produktionshallen von Kugler stammen – viele Scanner-Kassen sind mit Umlenkeinheiten aus dem Salemer Unternehmen ausgestattet. Fa. Kugler ist weltweit vernetzt und baut das nationale und internationale Vertriebsnetz kontinuierlich aus. Das Unternehmen ist weltweit durch eigene Vertretungen in Europa, den USA und Asien präsent.

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Oben links: Firmensitz der Fa. Kugler in Salem am Bodensee

Heute, 33 Jahre später, kann sich die Firma Kugler als eines der größten mittelständischen Unternehmen für Ultrapräzisionstechnik und optische Komponenten im Bodenseekreis bezeichnen. Inzwischen wird das Unternehmen von den Söhnen Till und Jörg geführt, Lothar Kugler hat sich dem Bereich Forschung & Entwicklung verschrieben und betreut hier zukunftsweisende Projekte. Was macht diese Firma so erfolgreich? „Precision in a new dimension“ – das hat sich die Firma sogar ins Logo geschrieben. Und genau nach dieser Prämisse werden nicht nur die Maschinen und Optiken hergestellt. Auch die Produkte, die auf den Maschinen produziert werden, sind so ultrapräzise, dass die

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„Unser letzter Auftrag schwebt jetzt 1.500.000 km über uns!“ Dipl.-Ing. Roland Bohr Technischer Manager Reinraumproduktion

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Ein starkes Team Bei Greifsystemen und in der Spanntechnik ist SCHUNK die Nr. 1. Wir wissen, wie man präzise greift und sicher hält – genau wie unser Markenbotschafter, die Torwartlegende Jens Lehmann. Seit Jahrzehnten setzen unsere Greifer und Präzisionsspannmittel rund um den Globus Maßstäbe. Mehr noch: Sie prägen den rasanten Fortschritt in vielen Branchen.

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Foto: Zeppelin University / Anja Kรถhler


POLITIK WIRTSCHAFT BILDUNG


Foto: fotolia - Rawpixel.com

„DAS „DAS HANDWERK WIRD OHNE DEN EINSATZ VON IT NICHT AUSKOMMEN“ Georg Hiltner

Hauptgeschäftsführer Handwerkskammer Konstanz

KONTAKT Handwerkskammer Konstanz Webersteig 3 D-78462 Konstanz Tel. +49 (0) 7531 2050 info@hwk-konstanz.de www.hwk-konstanz.de

INTERVIEW MIT GEORG HILTNER, HAUPTGESCHÄFTSFÜHRER DER HANDWERKSKAMMER KONSTANZ Herr Hiltner, das Handwerk in Baden-Württemberg hat gemeinsam mit dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau das Strategie- und Potenzialprojekt „Dialog und Perspektive Handwerk 2025“ initiiert. Um was geht es dabei? Georg Hiltner: Bereits in der vorherigen Legislaturperiode ist das Wirtschaftsministerium auf uns zugekommen mit der Frage, was die wesentlichen perspektivischen Annahmen in der strukturellen Entwicklung der Wirtschaftsbranche Handwerk seien. Aus diesem grundsätzlichen Ansatz ist das Projekt Dialog und Perspektive Handwerk 2025 entstanden. Um dieses Projekt möglichst praxisnah zu gestalten, haben alle Handwerkskammern von Baden-Württemberg Workshops mit Unternehmern initiiert, mit Kernthemen, die unserer Ansicht nach das strukturelle Handeln im Handwerk maßgeblich beeinflussen werden. Das Thema in Konstanz war die Digitalisierung, in anderen Workshops ging es unter anderem um die Nachfolgeproblematik, um Gründerthemen, um Fachkräftesicherung oder um die Ressourceneffizienz. Die Auswertung dieser Workshops erfolgte unter wissenschaftlicher Begleitung. Die Ergebnisse wurden in einer Studie zusammengeführt und konkrete Handlungsempfehlungen erarbeitet, von denen man sich aufgrund der Vielzahl auf einige fokussieren wird. Dabei gibt es bereits Erkenntnisse zu grundsätzlichen Entwicklungen, die sich schon seit längerer Zeit an-

56 Politik, Wirtschaft & Bildung | Handwerkskammer Konstanz

kündigen und zu einer weiterhin engen Begleitung der Unternehmen und zu einem Ausbau des Beratungsbedarfs führen werden. Signifikant ist zum Beispiel die Abnahme der kleinen, familiengeführten Betriebe in der Gesamtzahl der Unternehmen im Handwerk. Das heißt, es kommt auch in der Handwerksbranche zu einer Markt-Konzentration? Sichtbar wird eine Polarisierung. Auf der einen Seite gibt es eine Häufung von Fusionen, meist weil ein bestehender Betrieb einen kleinen Familienbetrieb übernimmt, der keine Nachfolge gefunden hat. Etliche Handwerksbetriebe expandieren aus diesem oder anderen Gründen zu Unternehmen mit 20 bis 50 Mitarbeitern. Auf der anderen Seite ist aber auch eine deutliche Zunahme von Kleinstbetrieben, sprich von Einmannbetrieben, festzustellen. Das könnte mit der Handwerksnovelle 2004 und der Aufhebung von Meisterqualifikationen in einzelnen Gewerken zu tun haben. Aber auch grundsätzliche Gründerthemen sind hier zu nennen, wie die zahlreichen Gründungen von Kleinstbetrieben durch ausländische Handwerker. Beide Aspekte führen zu einer strukturellen Veränderung des Handwerks. Wo liegt der Schwerpunkt der Beratungstätigkeit durch die Handwerkskammern? Aus der Studie wird deutlich, dass es aus mittelstands-


politischer und soziostruktureller Sicht wichtig sein wird, Familienbetriebe zu unterstützen. Im Südwesten Deutschlands waren diese historisch gewachsenen Betriebe immer eine tragende Säule des Handwerks. Betriebe, die enorm zur Wertschöpfung im Lande beitragen. Ein wichtiger Punkt ist die Unterstützung für eine erfolgreiche Nachfolgeregelung in den Betrieben, aber auch ganz allgemein Beratung in der Umsetzung aktueller und zukünftiger Anforderungen, die der Markt erfordert und der Endkunde auch von ihnen erwartet. Während bei Kleinstbetrieben meist ein zwar effizientes, aber weniger kompliziertes Businessmodell verfolgt wird, kann es bei familiengeführten Betrieben mit einer Mitarbeiterzahl von zwei bis zehn durchaus komplexe Strukturen geben, die eine stärkere Beratungsleistung erfordern. Substantiell gut geführte Familienbetriebe sind darüber hinaus der Garant in der Ausbildung junger Menschen. Man muss die Beratungsleistung der Kammern also auch aus soziopolitischer Sicht betrachten. Beraten werden zudem Institutionen und die Ministerien. Für die Politik ist es wichtig, auf fundierte, empirisch gesicherte Daten zurückgreifen zu können. Das Wirtschaftsministerium war gleichzeitig Fördermittelgeber des Projektes und mit Dr. Hoffmeister-Kraut steht eine Frau mit starkem Mittelstandbezug an der Spitze des Ministeriums. Was ist unter dem Stichwort „Digitalisierung“ im Handwerk zu verstehen? Die Wirtschaftsbranche Handwerk steckt in einigen Gewerken bereits mittendrin in der Digitalisierungsthematik. Es geht dabei nicht nur um die technologieorientierten Branchen, sondern für alle Betriebe gilt es, die Herausforderung der digitalen Kommunikation auf allen erdenklichen Kanälen mit dem Endkunden anzunehmen. Die Kunden nehmen den Handel im Internet als Maßstab und erwarten die zeitnahe Bearbeitung einer Anfrage. Da stellt sich die grundsätzliche Frage, ob ein Feedback unmittelbar erfolgen muss oder eine Antwort am Tag darauf ausreicht. Die Betriebsinhaber bieten in der Regel eine hervorragende handwerkliche Leistung, aber die Form der Kommunikation mit dem Kunden hat bereits heutzutage und wird in noch stärkerem Maße einen gewichtigen Anteil an der Wertschöpfung des Betriebes haben. Das gilt auch für die Büroorganisation mitsamt Vertriebsstrukturen und Akquise, die ohne den Einsatz von IT kaum mehr auskommen wird. Ein weiterer Punkt sind Bewertungsplattformen, die beim Handwerk schon gang und gebe sind und immer wichtiger werden. Überall im Internet wird kommentiert. Bei einem unserer neuen Formate mit der Bezeichnung „Morgenstund – Vortrag & Frühstück für Aufgeweckte“ für junge Unternehmer und Gründer wurde deutlich, dass der Druck, ständig bewertet zu werden, durchaus ein Thema ist, mit dem man sich in der Branche beschäftigt. Angenommen, in einer digital vernetzten Wohnung geht eines der Haushaltsgeräte kaputt: Wird der Handwerker vor Ort auch in Zukunft der passende Ansprechpartner sein? Darauf haben die Handwerkskammern schon vor einiger Zeit in ihrer Ausbildungsordnung reagiert, indem die Rahmenlehrpläne in den technologieorientierten Branchen erweitert wurden. Und zwar insbesondere um digitale Inhalte wie Steuerungselektronik oder zum Smart-Home. Die Branche beschäftigt sich intensiv mit der Frage, wie man ein solches Anforderungsprofil erfüllen kann. So kann es notwendig sein, dass in den Betrieben zusätzlich ein IT-Meister tätig ist, der die komplexeren elektronischen Anlagen betreut. Weiterbildungen, wie den noch ganz jungen Meisterausbildungsgang „IT-Meister“ wurden komplementär zu den bisherigen Berufsbildern, wie Elektriker oder Elektroniker entwickelt. Im Kfz-Bereich hat sich die Ausbildung zum Mechatroniker längst etabliert, und auch dort reagierte man in der Ausbildung auf neue Entwicklungen wie E-Mobilität, die heute bereits in der Gesellenausbildung Standard ist. Darüber hinaus gibt es spezielle Weiterbildungsmöglichkeiten in zukünftig wichtigen Bereichen wie eben der E-Mobilität.

Auch auf den demografischen Wandel wird das Handwerk reagieren müssen. Man denkt in diesem Zusammenhang zunächst an die Chancen der Unternehmen des Gesundheitswerks … Auch der demografische Wandel ist von mehreren Seiten aus zu betrachten. Einerseits wird der demografische Wandel Geschäftsmodellen im Gesundheitshandwerk ein Zuwachs an Kunden bringen mit neuen Aufgabenstellungen. Andererseits stellt sich in Zukunft die Frage, wie man in den Betrieben selbst mit einer größeren Anzahl älterer Mitarbeiter umgeht. Gerade in Gewerken, in denen ein hoher körperlicher Einsatz gefordert ist, gilt es in punkto Betriebsorganisation für die Zukunft Lösungen zu finden. Das gilt nicht nur für die Berufsgruppen, an die man sofort denkt, wie Dachdecker, den Zimmermann oder Maurer, auch bei Elektrikern sind Probleme mit dem Rücken ein signifikantes Thema. Wird denn das Thema Gesundheitsprävention in den Betrieben aktiv angenommen? Von Seiten der Handwerkskammer aus versuchen wir im Dialog mit den Betriebsinhabern, die betrieblichen Maßnahmen in der Gesundheitsprävention zu einem Teil der Arbeitgebermarke, also zu einem Teil des betrieblichen Wertesystems zu machen. Gesundheitsprävention ist ein wichtiges Instrument, um den Betriebserfolg zu generieren. Das Thema wird ernster genommen als noch vor fünf oder sieben Jahren, dennoch muss man sagen, dass das in der Tiefe noch nicht durchgängig so gesehen wird. Es ist noch viel Aufklärung notwendig. Alternativen dazu sehe ich nicht, schon jetzt ist der Fachkräftemangel in einzelnen Branchen deutlich spürbar. Im Wettbewerb mit der Industrie gilt es junge Menschen für eine handwerkliche Ausbildung zu gewinnen. Was wird dafür getan? Neben der Prüfungs- und Ausbildungsordnung als eine hoheitliche Aufgabe der Handwerkskammer als Körperschaft des öffentlichen Rechts ist die Anwerbung neuer Auszubildender ein Schwerpunkt unserer Aufgaben. Aktuell gibt es im Südwesten ein leichtes Plus bei der Zahl der Auszubildenden. Positiv zu bewerten ist auch der höhere Anteil an Abiturienten, die sich für einen handwerklichen Beruf begeistern. In der Summe ist es allerdings noch nicht auskömmlich. Über die Arbeitgebermarke müssen Betriebe potentielle Auszubildende von ihrem Betrieb überzeugen. Unterstützend dazu hat die Handwerkskammer ein neues Format entwickelt, das Unternehmen ab Januar 2017 als zertifizierten Ausbildungsbetrieb auszeichnet. Mit diesem Zertifikat, bei dem strenge Regularien einzuhalten sind, soll es jungen Menschen wie auch ihren Eltern leichter gemacht werden, zu erkennen, in welchen Betrieben eine qualifizierte Ausbildung garantiert wird. Imagekampagnen des deutschen Handwerks finden über diesen Weg ihren Widerhall in den einzelnen, zertifizierten Betrieben, verbunden mit der Hoffnung auf eine Strahlkraft auf weitere Betriebe. Wie wird versucht, die Jugendlichen und potentiellen Auszubildenden heute und auch in Zukunft zu erreichen? Schon heute erfolgt die Ansprache an die Jugendlichen auf digitalem Wege. Die Kampagnen, um junge Menschen für das Handwerk zu begeistern, laufen online über soziale Netzwerke. Heutzutage muss man mit Bewegtbildern arbeiten, um die Jugendlichen zu erreichen. Inhalte werden in kleine Videos verpackt und die Texte kurz und prägnant formuliert, so dass schon beim Anteasern klar wird, um was es geht. So möchten wir innerhalb der sozialen Netzwerke mit den Jugendlichen in einen Dialog treten. Umfragen des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Forsa, die parallel zu den Imagekampagnen laufen, und das Feedback der Jugendlichen selbst bestätigen uns, dass dieser Weg der richtige ist. Handwerkskammer Konstanz | Politik, Wirtschaft & Bildung 57


ARBEITSWELT 4.0 DIE ARBEITSAGENTUR BEREITET SICH AUF DIE ZUKUNFT VOR

Alle reden von Digitalisierung, von ihrem Einfluss auf den Arbeitsmarkt der Zukunft und der Wichtigkeit, jetzt die richtigen Schritte zu machen. Wie sollen kleinere und mittelgroße Betriebe mit der Digitalisierung umgehen? Bei einer Tagung des Netzwerks „Arbeitsmarkt Bodensee“ in Konstanz im vergangenen Oktober zeigten hochrangige Referenten, wie weit die Digitalisierung bereits in unsere Arbeitswelt Einzug gehalten hat und welche Konsequenzen sich daraus ergeben. Die Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg empfiehlt Mut und einen offenen Umgang mit den Herausforderungen der Zukunft.

KONTAKT Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg Pressestelle Stromeyersdorfstraße 1 D-78467 Konstanz Tel. +49 (0) 7531 585118 www.arbeitsagentur.de

In der letzten Zeit gibt es immer wieder Befürchtungen, die fortschreitende Digitalisierung könnte die Menschen zukünftig vom Arbeitsmarkt verdrängen. Häufig wird eine amerikanische Studie aus dem Jahr 2013 zitiert, wonach fast die Hälfte der Beschäftigten in den USA in den nächsten zehn bis 20 Jahren durch computergesteuerte Maschinen ersetzt werden. Diesen Befürchtungen widerspricht das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Die amerikanische Studie lasse sich nicht so einfach auf Deutschland übertragen. Zu unterschiedlich seien die Bildungssysteme und Arbeitsmärkte, so die Nürnberger Forscher. Demnach verlaufe die Entwicklung in Deutschland deutlich moderater. Statt knapp 50% wie in den USA müssen hierzulande nur ca. 15% der Beschäftigten von einer sehr hohen Substituierbarkeit ihrer Tätigkeit ausgehen. Die Substituierbarkeit gibt an, wie viel Arbeit zukünftig durch Maschinen erledigt wird. Eine der größten Herausforderungen wird es deshalb sein, das Wissen und Können auf dem aktuellen technologischen Stand zu halten.

ten verlieren in der digitalen Wirtschaft und Gesellschaft immer schneller an Relevanz. „Umgekehrt generiert digitale Arbeit immer häufiger und immer schneller Innovationen, die entsprechende Aus- und Weiterbildungen von den Beschäftigten erfordern“, so Jutta Driesch, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg. Nur durch qualifizierte Ausbildung und ständige berufliche Weiterbildung kann ein erfolgreiches Erwerbsleben sichergestellt werden. Schon in der Schule muss durch die Vermittlung digitaler Kompetenzen der Grundstein dafür gelegt werden. Übergreifendes, vernetztes Wissen, Denken und Handeln wird zunehmend wichtig. Sowohl schulische Bildung als auch berufliche Weiterbildung müssen dem Rechnung tragen. Am meisten gebraucht werden wohl Tätigkeiten, die auch in Zukunft nicht oder nur schwer substituiert werden können. Das sind Tätigkeiten, die komplexe Wahrnehmung, Handhabung oder Bearbeitung beinhalten oder auf kreativer oder sozialer Intelligenz beruhen oder eine hohe Flexibilität erfordern.

Auswirkungen auf Berufe und Qualifikationen

Wie wird sich die Agentur für Arbeit verändern

Mit der Arbeitswelt 4.0 gewinnt das Prinzip des „Lebenslangen Lernens“ zusätzlich an Bedeutung. Heute erworbenes Wissen bzw. erlernte Fähigkei-

„Wir werden unsere Angebote so anpassen, dass wir die richtigen Lösungen in einer digitalisierten Welt unterstützen“, prognostiziert Jutta Driesch.

58 Politik, Wirtschaft & Bildung | Agentur für Arbeit KN-RV


Neben einer leistungsstarken IT-Umgebung denkt die Agenturchefin dabei vor allem auch an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im eigenen Haus. „Qualifizierung wird auch weiterhin intern einen hohen Stellenwert einnehmen. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen die Erfordernisse der modernen Arbeitswelt kennen, um die jeweils passende Beratung und Dienstleistung im Sinne der Kunden anbieten zu können.“ Für Jutta Driesch ist klar, dass sich auch die Zugangswege zur Arbeitsagentur verändern werden. „Vielleicht werden schon bald Beratungsgespräche per Videokonferenz geführt und Jobangebote direkt aufs Smartphone geschickt“, wagt sie einen Blick in die Zukunft. „Neben den Geschäftsstellen vor Ort werden auch andere Kommunikationskanäle an Bedeutung gewinnen. Wir wollen dort präsent sein, wo es die Kunden auch sind.“ Die physische Präsenz vor Ort ist und bleibt wichtig. Soziale Netzwerke, virtuelle Räume und Online-Angebote werden das Spektrum erweitern und so vielfältige Kontaktmöglichkeiten schaffen.

Leistungen für Arbeitgeber Bereits heute bietet die Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg zahlreiche Leistungen, mit denen sich Unternehmen auf die Herausforderungen der Digitalisierung wappnen können, allen voran das Programm WeGebAU. Hierdurch wird die berufliche Qualifizierung von Geringqualifizierten und älteren Arbeitnehmern in Unternehmen gefördert. Mithilfe von WeGebAU sollen Arbeitnehmer die Möglichkeit erhalten, Teilqualifikationen zu erwerben oder fehlende Abschlüsse nachzuholen, ohne ihre Arbeitsstelle

kündigen zu müssen. Eine weitere Professionalisierung der Arbeitsmarktberatung wird es besonders für klein- und mittelständische Unternehmen geben. Die KMU sollen angeregt werden, sich mit den Handlungsfeldern der „Arbeitswelt 4.0“ auseinanderzusetzen, um ihr Unternehmen zukunftssicherer aufzustellen. Ein besonderer Teilaspekt ist dabei die Qualifizierungsberatung. Sie forciert besonders die betriebliche Weiterbildung und eine nachhaltige Personalentwicklungsstrategie. Damit wird ein Beitrag zur Sicherung des Personalbedarfs der Unternehmen geleistet. „Gemeinsam mit unseren Netzwerkpartnern werden wir eine breite und vielfältige Angebotspalette bereitstellen, um die Unternehmen in der Region auf dem Weg in die Arbeitswelt 4.0 zu begleiten“, so Jutta Driesch.

„Wir werden unsere Angebote so anpassen, dass wir die richtigen Lösungen in einer digitalisierten Welt unterstützen.“ Jutta Driesch

Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg

Die Aus- und Weiterbildungsprogramme der Bundesagentur für Arbeit. Nutzen Sie den Arbeitgeber-Service und erfahren Sie mehr darüber, wie Sie Ihre Beschäftigten und Ihr Unternehmen weiterbringen können. Informieren Sie sich jetzt unter 0800 4 55 55 20 oder unter www.dasbringtmichweiter.de

Agentur für Arbeit Konstanz – Ravensburg Publication name: 161123_Wirtschaftsmagazin_Bsee_Anzeige_AGS generated: 2016-11-23T14:14:24+01:00

Agentur für Arbeit KN-RV | Politik, Wirtschaft & Bildung 59


AUSBILDUNGSKOOPERATION OSTRACH


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Technische/r Modellbauer/in

Fachrichtung Karosserie und Produktion

Feinwerkmechaniker/in Fachrichtung Zerspanung

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Fachrichtung Maschinen und Fertigungsanlagen

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Entwicklung technischer Produkte

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DER MEHRWERT GUTER NACHBARSCHAFT INTERVIEW MIT DEM REGIERUNGSCHEF VON LIECHTENSTEIN, ADRIAN HASLER.

KONTAKT Regierung des Fürstentums Liechtenstein Peter-Kaiser-Platz 1 FL-9490 Vaduz Tel. +423 236 61 11 office@regierung.li www.regierung.li

2017 übernimmt das Fürstentum Liechtenstein den Vorsitz in der Internationalen Bodensee Konferenz (IBK). Welche Ziele setzen Sie sich und welche Projekte würden Sie gerne ins Rollen bringen? Wir möchten die Bodenseeregion als attraktiven Lebens-, Natur-, Kultur- und Wirtschaftsraum weiterentwickeln. Zu diesem Zweck organisieren wir im Juli in Zusammenarbeit mit dem Bautechnologiekonzern Hilti die Veranstaltung „Wirtschaftskonzil unterwegs“. Inhaltlicher Schwerpunkt wird der Themenbereich Innovation sein. In den Bereichen Kultur und Umwelt finden 2017 zwei Preisverleihungen in Liechtenstein statt. Es sind dies der Förderpreis Kultur im Bereich „Illustration“ und der IBK-Nachhaltigkeitspreis im Bereich der erneuerbaren Energien. Einen weiteren Schwerpunkt setzt Liechtenstein auf die Jugendarbeit, indem wir den Vorsitz in der IBK-Arbeitsgruppe Jugendengagement übernehmen. Wie beurteilen Sie die Rolle des Fürstentums Liechtenstein im Konzert der vier Bodensee-Anrainerstaaten? Wie sieht der Liechtensteiner Blick auf die Region und auf seine Nachbarn aus?

62 Politik, Wirtschaft & Bildung | Interview mit Adrian Hasler

Als exportorientiertes Land ist Liechtenstein es gewohnt, den Blick über die eigenen Grenzen zu werfen. Wir sehen das als Chance. Mit den Bodensee-Ländern und -kantonen stehen wir fast täglich in Kontakt, um in Bereichen wie Bildung, Wirtschaft, Umwelt und Soziales an grenzüberschreitenden Lösungen zu arbeiten. Unser Vorsitzjahr in der IBK wollen wir deshalb auch dazu nutzen, sehr intensiv über das Thema „Nachbarschaft“ nachzudenken. Was bedeutet Nachbarschaft genau? Welchen Mehrwert kann eine gut funktionierende Nachbarschaft mit sich bringen? Können wir dadurch sogar soziales Kapital generieren? Wie beurteilen Sie die bisherige Zusammenarbeit der Akteure/Staaten in der internationalen Region Bodensee? Und wo sehen Sie für die Region generell Ausbaubedarf in der Zusammenarbeit und wo speziell für das Fürstentum Liechtenstein? Die Qualität der Zusammenarbeit ist sehr gut. Aber das heißt nicht, dass wir den Output unserer Arbeit nicht verbessern können. Es gibt unzählige Möglichkeiten, grenzüberschreitend aktiv zu werden. Die Herausforderung für die IBK ist es, die meistversprechenden Projekte herauszufiltern und diese


Foto: Martin Walser

Foto: Martin Walser

Adrian Hasler

nachhaltig umzusetzen. An diesem Prozess muss und wird sich Liechtenstein mit vollem Engagement beteiligen. Als Fürstentum unterscheidet sich Liechtenstein in seiner Staatsform von den drei anderen Ländern in der „Vierländerregion Bodensee“. Wieviel „Fürstentum“ steckt in der nationalen wie internationalen Politik des Landes? Die Staatsgewalt wird in Liechtenstein vom Fürsten und vom Volk gemeinsam getragen, wobei die direktdemokratischen Elemente stark ausgeprägt sind. Die Staatsform mit zwei Souveränen leistet einen wesentlichen Beitrag zur hohen politischen Kontinuität und Stabilität in unserem Land. Außerdem profitieren wir von großer Transparenz, kurzen Wegen und schnellen Entscheidungen.

Was sollte man als Nicht-Liechtensteiner in der Region über das Fürstentum unbedingt wissen? Liechtenstein ist eines der am höchsten industrialisierten Länder der Welt. Viele Unternehmen in unserem Land sind marktführend in ihren Segmenten. Was uns auszeichnet, sind stabile politische Rahmenbedingungen und eine liberale Wirtschaftspolitik. Als Triple-A-Staat mit direktem Marktzugang zum europäischen Binnenmarkt, zum EWR und zum Wirtschaftsraum Schweiz ist Liechtenstein ein äußerst attraktiver Wirtschaftsstandort. Außerdem leben wir hier in einer wunderschönen, intakten natürlichen Umwelt mit ausgezeichneter Infrastruktur. Ein Besuch bei uns lohnt sich wirklich!

Interviews | Menschen & Innovationen 63


Das BODENSEEZENTRUM INNOVATION 4.0 bietet Unternehmen über die Modellfabrik Bodensee, beheimatet an der HTWG Konstanz, die Möglichkeit, das Thema Industrie 4.0 zu erproben und zu erfahren. Aufgezeigt werden eine innovative, effiziente Produktion sowie Möglichkeiten der Digitalisierung in der fertigenden Industrie.

BODENSEE DIGITAL DIE INTERNATIONALE BODENSEE KONFERENZ (IBK) Die Internationale Bodensee Konferenz (IBK) ist die gemeinsame Plattform der Länder und Kantone Baden-Württemberg, Schaffhausen, Zürich, Thurgau, St.Gallen, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Liechtenstein, Vorarlberg und Bayern. In der IBK befassen sich die Regierungen und Verwaltungen rund um den Bodensee seit über 40 Jahren gemeinsam mit aktuellen Themen und Herausforderungen für die Bodenseeregion.

KONTAKT Geschäftsstelle der Internationalen Bodensee Konferenz Benediktinerplatz 1 D-78467 Konstanz Tel. +49 (0) 7531 52722 info@bodenseekonferenz.org www.bodenseekonferenz.org

Aktuell steht das spannende Zukunftsthema der Digitalisierung im Fokus. „Der digitale Wandel durchdringt alle Lebensbereiche, er ist ein fachund branchenübergreifendes Phänomen. Er betrifft alle Regionen rund um den See gleichermaßen und eignet sich besonders gut für den grenzübergreifenden Erfahrungsaustausch und zur Vernetzung“, so IBK-Geschäftsführer Klaus-Dieter Schnell. Die IBK unterstützt etwa die Veranstaltungsreihe Wirtschaftskonzil 2015-2018, in der die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung für die Bodenseeregion ausgelotet werden. Im Bodenseeraum berührt dies nicht nur den Industriesektor (Industrie 4.0), sondern zahlreiche weitere Felder wie Handel und Tourismus, Landwirtschaft oder Daseinsvorsorge. Im Rahmen der IBK wurde 2015 das „Bodenseezentrum Innovation 4.0“ initiiert, das an der HTWG in Konstanz beheimatet ist und das vom IBK-Vorsitzland 2015, Baden-Württemberg, mit dem Auftrag gefördert wird, eine bodenseeweite Kooperation aufzubauen. Mit dem „Wirtschaftskonzil unterwegs“

64 Politik, Wirtschaft & Bildung | Internationale Bodensee Konferenz (IBK)

haben die IBK und der Kanton Zürich 2016 die „Causa reformationis digitalis“ weiter vertieft und den Blick auf die Zukunft geschärft. „Digitale Transformation braucht auch eine mentale Transformation, eine gehörige Portion Mut und einen Blick aufs Ganze. Dabei ist die grenzüberschreitende Kooperation ein ergänzendes und sehr gutes Lernfeld“, so Dr. Frank Speier, Vorsitzender der IBK-Kommission Wirtschaft. Am 6. Juli 2017 macht das „Wirtschaftskonzil unterwegs“ Station beim IBK-Vorsitz 2017 Fürstentum Liechtenstein, wo die Lupe auf das Thema „Innovation“ gerichtet wird. (Interview mit Regierungschef Adrian Hasler vom Fürstentum Liechtenstein ab S.62). Nicht zuletzt hat die IBK entscheidend zum Entstehen der „IBH-Labs“ beigetragen (Mehr hierzu ab S.66). Diese neuen Forschungs- und Innovationsnetzwerke von Hochschulen und Praxispartnern aus Wirtschaft und Gesellschaft bearbeiten bodenseeweit bedeutsame Fragen – unter anderem zum digitalen Wandel in KMU, bei der Teilhabe im Alter oder beim Lehren und Lernen.


LAKE CONSTANCE GOES DIGITAL The International Lake Constance Conference (IBK) is a shared platform for the federal states and cantons of Baden-Württemberg, Schaffhausen, Zurich, Thurgau, St.Gallen, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Liechtenstein, Vorarlberg and Bavaria. For over 40 years, the governments and administrations around Lake Constance have worked together in the IBK to deal with current issues and challenges for the Lake Constance region. At present, the focus is on the fascinating topic of digitalisation. For example, the IBK supports the “Economic Council 2015-2018”, a series of events to explore the opportunities and challenges of digitalisation for the Lake Constance region. Not only the industrial sector is affected by this (Industry 4.0), but also many other areas in the region such as retail and tourism, agriculture, or services for the public. Together with the HTWG University of Applied Sciences in Constance and supported by the State Ministry of Baden-Württemberg, which chaired the IBK in 2015, the IBK initiated “Bodenseezentrum Innovation 4.0” in 2015 with the task of enhancing cooperation around Lake Constance. With its “Economic Council Roadshow”, the IBK and the canton of Zurich have further intensified the “causa reformationis digitalis” in 2016 and set their sights even more on the future. On 6 July 2017, the roadshow makes a stop at the Principality of Liechtenstein, which takes over at the helm of the IBK in 2017, when the spotlight is on the topic of “Innovation”. Last but not least, the IBK has made a key contribution to setting up “IBH labs”, new research and innovation networks between universities and partners in industry and society to work on relevant issues that affect the whole of Lake Constance, including digital transformation in SMEs, equal participation in old age, or teaching and learning.

Foto: xiaoliangge - Fotolia.com

THE INTERNATIONAL LAKE CONSTANCE CONFERENCE (IBK)

Das Bodenseezentrum Innovation 4.0 (BZI 4.0) fördert den Austausch von Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung in der Vierländerregion zum Thema Industrie 4.0, um den Mittelstand mit seinen Partnern bei der digitalen Transformation zu unterstützen.

Die Geschäftsstelle der IBK und der IBK-Kleinprojektefonds werden durch das Programm Interreg V Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein gefördert. Weitere Informationen unter www.interreg.org

Internationale Bodensee Konferenz (IBK) | Politik, Wirtschaft & Bildung 65


INTERNATIONALE BODENSEE-HOCHSCHULE IBH-LABS: NACHHALTIGE VERNETZUNG VON WISSENSCHAFT UND PRAXIS Die Internationale Bodensee-Hochschule IBH geht neue Wege in der Forschungskooperation: Sie errichtet mit drei Labs grenzüberschreitende Forschungsnetzwerke, um die Innovations-­und Wettbewerbsfähigkeit der Region zu stärken. Das Interreg-Programm „Alpenrhein-BodenseeHochrhein“ fördert die IBH-Labs mit 6,2 Millionen Euro – inklusive eigener Mittel stehen den Labs damit insgesamt rund 10 Millionen Euro zu Verfügung. KONTAKT Internationale BodenseeHochschule Hauptstrasse 90 CH-8280 Kreuzlingen info@bodenseehochschule.org www.bodenseehochschule.org

Die Internationale Bodensee-Hochschule IBH verbindet 30 Hochschulen rund um den Bodensee – zwischen Zürich, Liechtenstein, Vorarlberg und Süddeutschland. An ihrem 15-jährigen Jubiläum im November 2015 hatte die Internationale Bodensee-Hochschule IBH neuartige Forschungsnetzwerke angekündigt. Im September 2016 konnten drei IBH-Labs vom Interreg V-Programm „Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein“ (ABH) bewilligt werden. Die Idee der regionalen Forschungs- und Innovationsnetzwerke wurde gemeinsam von der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK), Interreg V-ABH und der Internationalen Bodensee-Hochschule IBH entwickelt. Die IBH-Labs greifen technische und gesellschaftliche Herausforderungen auf und zeigen Lösungen für die Bodenseeregion auf. Sie tragen so dazu bei, den Bildungs-, Wissens-, Wirtschafts- und Lebensraum Bodensee zu stärken. Die IBH-Labs verfolgen folgende Ziele: Bildung von nachhaltigen, grenzüberschreitenden und themenspezifischen Forschungskonsortien und -kapazitäten Vernetzung der IBH-Labs mit der Wirtschaft und den Institutionen des öffentlichen Lebens

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Leistung eines übergeordneten Innovationsbeitrages von großer Relevanz und Strahlkraft für den Bodenseeraum und darüber hinaus. Die IBH-Labs tragen dazu bei, die Hochschulkompetenzen hochschularten- und grenzüberschreitend zu bündeln sowie den Wissens-, Innovations- und Technologietransfer zwischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen bzw. regionalen Akteuren aktiv zu fördern und mittels nachhaltiger Strukturen zu sichern. Die thematische Ausrichtung der IBH-Labs orientiert sich an gesellschaftlichen Herausforderungen und den Entwicklungspotenzialen der Bodenseeregion. Die IBH hatte ihre Mitgliedshochschulen aufgerufen, Projekte zu folgenden Themen einzureichen: Gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Wandel in der Bodenseeregion Innovation, Digitalisierung und regionale Wettbewerbsfähigkeit Bildungs- und Wissensraum Bodensee Die drei ausgewählten IBH-Labs binden neben Hochschulen Partner aus Wirtschaft und Gesellschaft ein und leisten einen nachhaltigen Beitrag zur regionalen Entwicklung und damit zur Standortattraktivität der Bodenseeregion.

IBH-LAB „SEAMLESS LEARNING - GRENZ- UND KONTEXTÜBERSCHREITENDES LEHREN UND LERNEN IM BODENSEERAUM“ Das IBH-Lab „Seamless Learning“ fokussiert auf den Bildungsraum Bodensee und will ein nahtloses lebenslanges Lernen mit entsprechender technologischer Unterstützung ermöglichen. Lernen und Lehren befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Lernende brauchen nicht viel mehr als ein mobiles Endgerät mit Internetzugang sowie ein Blatt und einen Stift, um überall und zu jedem Zeitpunkt zu lernen. Lernressourcen sind allgegenwärtig verfügbar (z. B. über Massive Online Courses (MOOCs)). Computergestütztes gemeinsames Lernen ist einfacher denn je. Die Grenzen zwischen formalem und informellem Lernen verwischen zusehends. Die Technologien, die diesen Wandel befeuern, entwickeln sich rasant weiter. Lebenslanges Lernen stellt hohe Anforderungen an die Konzeption und Gestaltung adäquater technologieunterstützter Lehr- und Lernszenarien. Aus Theorie und Praxis ist bekannt, dass zur Verfügung gestellte Technologien alleine noch wenig bewirken. Sowohl Lehrende als auch Lernende müssen angeleitet werden und lernen, damit umzugehen. Ein weiteres, oftmals noch größeres Hindernis in der Karriere als (lebenslang) Lernende/r im 21. Jahrhundert stellen immer noch vorhandene Brüche in der Lernbiographie dar – exemplarisch von der Schule zur Ausbildung bzw. Hochschule und im Beruf mit entsprechender Weiterbildung. Der Transfer und die Übergänge gelin-

gen nur selten reibungslos. Das Konzept des „Seamless Learnings“ bietet einen Rahmen, die skizzierten technologischen und didaktischen Herausforderungen zu adressieren und ein lebenslanges, nahtloses Lernen über Bildungskontexte und Lebensphasen hinweg zu ermöglichen. Ziel des IBH-Labs ist es, Konzepte für Seamless Learning für verschiedene Bereiche (MINT, Sozialwissenschaften und zu Schlüsselqualifikationen wie z. B. Projektmanagement) zu entwickeln, diese umzusetzen, zu evaluieren und anschließend zu optimieren. Bisher wurden häufig nur einzelne Nahtstellen oder Dimensionen betrachtet. Mit dem IBH-Lab „Seamless Learning“ soll eine Kooperation unterschiedlicher Akteure unterschiedlicher Kontexte und Bildungsstufen (z.B. Vertreter aus Schulbildung, Berufs-/ und Hochschulbildung und beruflicher Weiterbildung) gefördert werden. Dies ermöglicht, grenzüberschreitend komplexere Übergänge und Phasen zu beleuchten und passgenaue Lösungen aufzuzeigen. Die Bodenseeregion kann so europaweit eine Vorreiterrolle für erfolgreiches grenzüberschreitendes nahtloses Lernen spielen.

Lab-Leitung „Seamless Learning": Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Winterthur, Hochschulpartner: FHS St. Gallen, NTB Buchs, Universität St.Gallen, Hochschule Albstadt-Sigmaringen, HTWG Konstanz Internationale Bodensee-Hochschule | Politik, Wirtschaft & Institutionen 67


IBH-LAB „LIVING LAB AAL“ Beim „Living Lab AAL“ geht es um neue Technologien, die ältere oder pflegebedürftige Menschen im Alltag unterstützen und ihnen ein weitgehend selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen kann lebenslang eingeschränkt sein, durch einen Unglückfall oder erst durch den Alterungsprozess auftreten. Zur Überwindung der daraus resultierenden Alltagshürden müssen zum Teil hohe Aufwände von den Betroffenen und der Volkswirtschaft getätigt werden. Der demografische Wandel in Richtung einer rapiden doppelten Alterung der Gesellschaft (immer mehr Menschen werden immer älter) verschärft die Situation. Damit geht der Bedarf einher, durch umgebungsunterstützte Technologien die Lebensqualität von älteren Menschen mit potentiell steigendem Hilfsbedarf und von Menschen mit existierendem Assistenzbedarf zu steigern und den regionalen Sozial- und Wirtschaftsraum attraktiv zu gestalten. Das damit verknüpfte Versorgungskonzept „Active & Assisted Living“ (AAL) ist in den letzten Jahren zu einem bestimmenden Faktor für die wissenschaftliche und marktorientierte Forschungslandschaft geworden. Diesem Konzept werden zwar gute Fortschritte im Bereich der Forschung, Entwicklung und Innovation bescheinigt, doch lassen die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen sowie eine breite Marktdurchdringung noch auf sich warten. Das IBH-Lab „Living Lab AAL“ stellt sich der Herausforderung, die AAL-Technologien und die

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angeschlossenen humanen Hilfsdienste (Technik-Service Kombinationen) in der Bodenseeregion grenzüberschreitend und im Einklang mit den länderspezifischen Versorgungssystemen und technischen Standards einer nachhaltigen Nutzung zuzuführen. Zu diesem Zweck haben sich 12 Hochschulen und 21 Praxispartner aus der Bodenseeregion zusammengeschlossen, um ein stabiles und interdisziplinäres Netzwerk zu bilden. Ziel ist es, Barrieren für AAL-Lösungen zu identifizieren sowie gezielte Maßnahmen für ihren nachhaltigen Abbau zu entwickeln, vorzubereiten und teilweise zu realisieren. Hierdurch soll der Assistenzbedarf bei älteren Menschen so lange wie möglich hinausgezögert oder minimiert werden, um zu verhindern, dass sie durch Einschränkungen ganz oder teilweise vom gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben ausgeschlossen werden. Das „Living Lab” Konzept zielt auf den realen Einsatz der AAL-Lösungen in der Praxis ab, um den komplexen Herausforderungen des demografischen Wandels zu begegnen und die Bodenseeregion als Lebensraum zu stärken.

Lab-Leitung „LIVING LAB AAL“: Fachhochschule Vorarlberg, Hochschulpartner: Hochschule Furtwangen, Hochschule Kempten, HTWG Konstanz, DHBW Ravensburg, Hochschule Ravensburg-Weingarten, Hochschule Reutlingen, FHS St.Gallen, Universität St.Gallen, Universität Tübingen, Kalaidos Fachhochschule Zürich, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften


IBH-LAB „DIGITALISIERUNG IN MITTELSTÄNDISCHEN UNTERNEHMEN DER BODENSEEREGION – KMUDIGITAL“ Das IBH-Lab „KMUdigital“ beschäftigt sich mit der industriellen Digitalisierung in kleinen und mittleren Unternehmen. Das Lab dient der Unterstützung kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU) in der Bodenseeregion bei der Bewältigung, Umsetzung und Implementierung der industriellen Digitalisierung. Diese führt zu radikalen Umwälzungen von Geschäftsmodellen und Prozessketten, die gerade für KMU existenzbedrohend sein können und vielfach schon heute massive Wirkung zeigen. KMU haben aufgrund ihrer begrenzten Ressourcen und hohen Spezialisierung kaum die Möglichkeit, diesen Wandel in seiner Komplexität zu erfassen und aufzunehmen. Das IBH-Lab „KMUdigital“ beinhaltet die Weiterentwicklung und Vernetzung der bestehenden digitalen Modellfabriken der Hochschulen NTB Buchs, HTWG Konstanz und der Modellwerkstatt der Fachhochschule Vorarlberg zu einer föderierten digitalen Demo-Fabrik. Dank der geographischen Verteilung dieser Fabriken stehen für die KMU direkte Ansprechpartner in der Schweiz, Deutschland und Österreich zur Verfügung. die Durchführung konkreter Digitalisierungsschritte und -maßnahmen auf Basis der föderierten Demo-Fabrik. In diesen praxisnahen Einzelprojekten erleben die beteiligten KMU die Wirkung und den Nutzen der Digitalisierung hautnah und realistisch. Durch die Einbindung meh-

rerer Partner werden Aspekte der Digitalisierung auf unterschiedlichen Ebenen (vom Geschäftsmodell über Innovationsentwicklung, Shopfloor-Organisation, 3D-Druckverfahren bis hin zu rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen und Schulungen von Mitarbeitenden) betrachtet. Informationsmaßnahmen anhand zahlreicher in der Region stattfindenden Workshops. Geplant ist eine Roadshow an wechselnden Standorten rund um den Bodensee in etwa viermonatigem Rhythmus. die Vernetzung der KMU und der Forschungseinrichtungen mit dem Fokus, die digitale Revolution durch Zusammenführen sich ergänzender und überlappender Frageschwerpunkte begreifbar und beherrschbar zu machen. Die Workshops werden dazu genutzt, Diskussionsplattformen zu entwickeln. Die Zusammenführung dieser Aktivitätsstränge sowie der entwickelten Teillösungen führt zu einem Gesamtbild der neuen digitalen Welt, in der neue Ideen entstehen und weiterentwickelt werden können. KMUdigital nimmt das Wesen der Digitalisierung aktiv auf und erarbeitet konkrete Lösungen für die KMU in der Bodenseeregion.

Lab-Leitung „KMUDIGITAL": HTWG Konstanz, Hochschulpartner: Fachhochschule Vorarlberg, FHS St.Gallen, NTB Buchs, Pädagogische Hochschule Thurgau, Zeppelin Universität, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften

DIE IBH VERBINDET 30 HOCHSCHULEN IN VIER LÄNDERN Die Internationale Bodensee-Hochschule IBH ist mit 30 Mitgliedshochschulen der größte hochschulartenübergreifende Verbund Europas. Die IBH unterstützt Projekte aus den Bereichen Lehre, Forschung und Entwicklung, Wissens- und Technologietransfer und Strukturbildung. Die IBH vernetzt die Forschenden und Mitarbeitenden der Mitglieds-

hochschulen länder- und hochschulartenübergreifend miteinander und leistet einen Beitrag zu relevanten Themen in der Bodenseeregion. Die Finanzierung der IBH setzt sich aus Beiträgen der Länder und Kantone der Internationalen Bodenseekonferenz und dem Interreg-V Programm „„Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein“ (ABH) zusammen.


ENGAGIERT FÜR WIRTSCHAFT, BILDUNG UND REGION INTERVIEW MIT PROF. DR. CLAUDIUS MARX, HAUPTGESCHÄFTSFÜHRER DER IHK HOCHRHEIN-BODENSEE Herr Prof. Dr. Marx, als Hauptgeschäftsführer der IHK waren Sie der Motor für dieses Engagement. Was waren die Treiber, den bisherigen Sitz der IHK nach über hundert Jahren zu verlassen? Claudius Marx: Dafür gab es zunächst einmal ganz handfeste, praktische Gründe. Am alten Standort im Paradies sind wir in Sachen Kapazität, Funktionalität und Modernität an unsere Grenzen gestoßen. Wir waren in einem faktischen Wohngebiet nur schwer auffindbar, unsere Besucher fanden keinen Parkraum, Lehr- und Veranstaltungsräume waren zu klein geworden und die Tagungstechnik veraltet. Dem gesamten Gebäude fehlte die notwendige Barrierefreiheit, es gab Probleme mit dem Brandschutz und so fort. All diese Defizite waren im Bestand nicht mehr aufzuholen, weder durch Um-, noch durch Anbau. KONTAKT Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee in Konstanz Reichenaustraße 21 D-78467 Konstanz Tel. +49 (0) 7531 2860100 www.konstanz.ihk.de

Und jetzt? Am neuen Standort haben wir nahezu alles realisieren können, was wir uns für eine zeitgemäße, dienstleistungsorientierte IHK wünschen. Wir sind bestens erreichbar – und zwar sowohl fußläufig aus der Innenstadt über die Fußgängerbrücke und das wunderschöne Rheinufer als auch mit sämtlichen Mitteln des Individual- und des Personennahverkehrs. Gleich, ob aus der Schweiz oder von Westen über die B 33 – wer nach Konstanz kommt, findet uns – und einen Parkplatz(!), noch bevor er überhaupt in die Altstadt gelangt. Im Hause erwarten unsere Mitglieder helle Besprechungsräume, eine attraktive Lehr- und Lernumgebung und großzügige Verkehrs- und Aufenthaltsflächen für wirtschaftsrelevante Veranstaltungen. Barrierefreiheit und moderne Haustechnik sind selbstverständlich. Und für die ganz großen Events, wie etwa den traditionellen Neujahrsempfang, müssen nur die Durchgangstüren zum benachbarten Bodenseeforum geöffnet werden. Besser geht es nicht. Alle Welt redet von den Veränderungen, die die Digitalisierung mit sich bringt. Wird es auch eine IHK 4.0 geben? Und braucht die noch ein Gebäude mit Publikumsverkehr? Die Digitalisierung geht auch an uns nicht vorbei – im Gegenteil. Immer mehr Geschäftsprozesse werden digital organisiert und implementiert, die Mitarbeiter dafür trainiert, die Mitglieder sensibilisiert. Im Ergebnis können unsere Aufgaben zunehmend „online“ erfüllt werden, unabhängig von Arbeitszeiten und Aufenthaltsorten. Das gilt

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im Grundsatz auch für die Aus- und Weiterbildung, die einen Großteil unseres Engagements ausmacht. Modernes Lernen ist sicher auch digital gestütztes Lernen in virtuellen Räumen unabhängig von Zeit und Ort. Aber eben nur auch. Die physische Begegnung von Menschen, und zwar von Lehrenden und Lernenden, aber auch die der Lernenden untereinander, in einer modernen, kommunikationsfreundlichen Umgebung, ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für erfolgreiche Bildung. Bildung ist auch ein sozialer Prozess, weshalb sie in der Gruppe und in der Dynamik der realen Begegnung besser gelingt. Digital gestütztes Lernen kann dazu kommen, die produktive Interaktion vor Ort ersetzt sie nicht. Das bestätigt regelmäßig das Feedback unserer Teilnehmer und der Mitgliedsunternehmen. Bund und Land haben den Umbau der Flächen für die Aus- und Weiterbildung nicht zuletzt deswegen mit erheblichen Summen unterstützt.

Der neue Kammersitz der Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee (IHK) in Konstanz ist bezogen – Mitglieder, Mitarbeiter und Kunden freuen sich über moderne, funktionale Räume für Beratung, Bildung, Information und Kommunikation. Möglich wurde dieser Meilenstein für die Wirtschaftsregion aus der Kooperation zweier starker Partner: Die Stadt Konstanz und die IHK erwarben gemeinsam das Gebäude des Solar-Unternehmens Centrotherm Photovoltaics AG und bauten es zu einem modernen Kongress-, Bildungs- und Tagungszentrum um. Mit dem städtischen „Bodenseeforum“ im Erdgeschoss und den Flächen der IHK in den Obergeschossen präsentiert sich das Haus seit Ende Oktober in dieser neuen Funktion. Die IHK erweitert Ihr Angebot der beruflichen Fortbildung auf über 200 Seminare und Zertifikatslehrgänge.

Foto: Achim Mende

Und außerhalb der Bildung? In anderen Bereichen unseres Auftrages gilt nichts anderes. Wenn Interessenvertretung mehr sein soll als bloßes Lobbying, nämlich unser Auftrag, Verständnis zu schaffen für die Belange der Wirtschaft, dann müssen wir nicht nur mit den so genannten Entscheidungsträgern reden, und schon gar nicht nur mit Gleichgesinnten sondern mit allen relevanten gesellschaftlichen Gruppen und Schichten. Und das gelingt nicht mit dem digitalen Versand von Forderungskatalogen an eindrucksvolle Mailverteiler und auch nicht mit dem Einstellen von Positionspapieren in die eigene Website. Es bedarf, davon bin ich überzeugt, heute mehr denn je eines Ortes, an dem Menschen zusammen kommen um Meinung zu bilden, Meinung auszutauschen und dem Stresstest anderer, gegenläufiger Meinung auszusetzen. Unser neues Haus bietet beste Voraussetzungen dafür.

Foto: Oliver Hanser

Foto: Achim Mende

Ihr Kammergebiet umfasst die Landkreise Lörrach, Waldshut und Konstanz. Warum engagieren Sie sich so stark in Konstanz? Konstanz ist, auch historisch gesehen, der Sitz unserer Kammer. Die Kooperation mit dem jetzigen Miteigentümer, der Stadt Konstanz, und dem von ihr realisierten Veranstaltungs- und Kongresshaus „Bodenseeforum“, war eine singuläre, tolle Chance für unsere neue Zentrale. Die Synergien, für uns wie auch für die Stadt Konstanz, namentlich in der Veranstaltungsorganisation, liegen auf der Hand, zumal die nähere Umgebung mit Hotel und Gastronomie wie geschaffen dafür scheint. Der projektierte Landesteg am Seerhein als Startpunkt für das Rahmenprogramm ist da nur noch die Kirsche auf der Torte (lacht). Dessen ungeachtet sind wir nicht nur in Konstanz aktiv. Bereits im vergangenen Jahr konnten wir am Standort Schopfheim ein neues Bildungszentrum eröffnen. Der Erfolg und das positive Feedback dort bekräftigen unser Engagement am Sitz der Kammer. Und mit beiden Standorten zusammen sind wir flächendeckend präsent – im Osten am See wie im Westen zwischen Schwarzwald und Basel.

Präsident Thomas Conrady und Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Claudius Marx


DEN ENTWICKLUNGSRAUM WEITERBILDUNG NUTZEN Eine gute und stabile Konjunktur, gepaart mit einer sehr hohen Beschäftigungsquote fordert Unternehmen mehr und mehr, strategisch am Erhalt und dem Ausbau der Kompetenzen ihrer Beschäftigten zu arbeiten. Hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten.

Jürgen Schatz

Bereichsleiter Weiterbildung IHK Bodensee-Oberschwaben

KONTAKT Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben Lindenstraße 2 D-88250 Weingarten Tel. +49 (0) 751 4090 info@weingarten.ihk.de www.weingarten.ihk.de

Herr Schatz, derzeit läuft über das Bundesinstitut für Berufsbildung eine Erhebung zum Weiterbildungsverhalten in Deutschland. Welche Entwicklung erwarten Sie hier? Jürgen Schatz: 2014 war die letzte Erhebung, und sie konstatierte eine steigende Tendenz. Damals nahmen 51 Prozent der 18- bis 64-Jährigen an Weiterbildung teil. Besonders relevant war die Aussage, dass die betrieblich berufsbezogene Weiterbildung hiervon 70 Prozent ausmacht. Nachdem die wirtschaftliche Entwicklung weiterhin gut und stabil ist und wir gerade in unserer Region eine sich weiterhin positiv entwickelnde Beschäftigungsquote haben, gehe ich von einer weiterhin steigenden Weiterbildungsbeteiligung aus. Weiterbildung ist meist zeit- und kostenintensiv. Was empfehlen Sie Unternehmen oder auch individuell Weiterbildungsinteressierten? Weiterbildung ist eine Investition. Natürlich kostet sie Geld und Zeit, aber: Hier nicht zu investieren, verursacht deutlich höhere Kosten. Und wenn wir von Weiterbildung sprechen, so sind nicht immer Lehrgänge mit über 1.000 Unterrichtseinheiten gemeint. Heute haben wir eine sehr große Vielfalt an Weiterbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten – vom 30-minütigen Webinar bis hin zu Fortbildungsprüfungslehrgängen, die deutlich länger dauern. Wer sich für Weiterbildung – oder im Unternehmen für Personalentwicklung – interessiert, sollte nicht zunächst nach einer Maßnahme suchen, sondern sich zuallererst mit dem Qualifizierungsziel, dessen Ursache und dessen Wirkung im unternehmerischen Gesamtkontext auseinandersetzen. Erst danach kann entschieden werden, welche Maßnahme mit welchem Umfang erforderlich ist. Warum ist die strategische Einordnung des Qualifizierungsziels so wichtig? Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei Weiterbildung um eine Investition. Daher ist zu prüfen, welchen Nutzen die Weiterbildung hat, um unternehmerische Ziele erreichen zu können. Selbstverständlich kann Weiterbildung auch ein Incentive sein, allerdings verpufft die Wirkung dann meist sehr schnell. Diese Perspektive ist auch für die Beschäftigten relevant. Wenn sie bereit sind, selbst Zeit außerhalb der Arbeitszeit einzubringen, dann sollte sich dieser Einsatz auch lohnen – durch mehr Arbeitsplatzsi-

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Fotos: IHK/Derek Schuh

cherheit, das Erreichen anspruchs- und verantwortungsvollerer Aufgaben oder eventuell auch ein höheres Arbeitsentgelt. Gibt es hier konkrete Zahlen, wie sich Weiterbildung auszahlt? Der DIHK führte zuletzt 2014 eine Weiterbildungserfolgsumfrage bei Absolventen der beruflichen Weiterbildung durch, an der sich bundesweit knapp 11.000 Personen beteiligten. 61,8 Prozent bestätigten, dass sich die Weiterbildung positiv auf die berufliche Entwicklung ausgewirkt habe. 74,4 Prozent erklärten, sie hätten aufgrund der Weiterbildung eine höhere Position oder einen größeren Verantwortungs- und Aufgabenbereich erhalten. Und 68,7 Prozent gaben an, dass sie sich finanziell verbessert hätten. Welche Angebotsformen gibt es denn generell? Heute ist alles denkbar, vom nonformalen individuellen Lernen (Messebesuch, Fachliteratur etc.) bis zu formellen Lernprozessen. Hier gibt es zum einen die kurzfristig bedarfsorientierte Weiterbildung durch ein Webinar, einen Workshop oder ein Seminar. Ebenso gibt es Spezialisierungslehrgänge – in der IHK i.d.R. Zertifikatslehrgänge, die einen besonderen Fokus hervorheben mit unterschiedlicher Dauer. So kann es sich um einen Zertifikatslehrgang mit 72 Unterrichtseinheiten wie unseren „Zertifikatslehrgang Zoll“ bis hin zu über 300 Unterrichtseinheiten beim „Produktions-Manager IHK“ handeln. Diese Weiterbildungsmaßnahmen orientieren sich am regionalen Bedarf und basieren nicht auf rechtlichen Vorschriften, unterliegen aber einem bundesweit einheitlichen Qualitätsstandard der IHKs. Darüber hinaus gibt es dann die öffentlich-rechtlich geregelte Weiterbildung mit Abschlüssen wie Fachberatern (DQR1-Niveau 5), Fachwirten, Fachkaufleuten, Meistern (DQR1-Niveau 6) und den Betriebswirten und Technischen Betriebswirten (DQR1-Niveau 7). Und hier haben wir einfach einen Zeitinvest von 500 bis 1.300 Unterrichtseinheiten, je nach Weiterbildungsprofil. Weiterbildung ist eine Investition, wie Sie sagten. Gibt es hier Fördermöglichkeiten? Die Fördermöglichkeiten entwickeln sich nachhaltig positiv. Wer beispiels-

weise eine Ausbildung sehr gut abgeschlossen hat, kann die Aufnahme in das Stipendiatenprogramm Begabtenförderung Berufliche Bildung (Weiterbildungsstipendium) beantragen. Bei Aufnahme stehen über einen Zeitraum von 3 Jahren ab 2017 bis zu 7.200 EUR für den Einzelnen bereit (bisher 6.000 EUR). Dann gibt es das Aufstiegs-BAföG (bisher Meister-BAföG), bei dem die Konditionen zum 01.08.2016 deutlich verbessert wurden: 40 Prozent Zuschuss und bei Inanspruchnahme des Bildungsdarlehens und einem erfolgreichen Prüfungsabschluss eine Umwandlung von 40 Prozent des Darlehens in einen Zuschuss. In Baden-Württemberg gibt es darüber hinaus die Fachkursförderung aus dem Europäischen Sozialfonds, die eine Förderung bestimmter Maßnahmen von 30 Prozent (bis zum Alter von 49 Jahren der Weiterbildungsteilnehmer) bis 50 Prozent (ab 50 Jahren) ermöglichen. Und für kleine Maßnahmen und Personen mit geringem Einkommen ist auch die Bildungsprämie zu erwähnen. Das sind nur einige wenige Möglichkeiten. Für Unternehmen gibt es auch weitere Förderinstrumente über die Arbeitsagentur. Welche Rolle spielt bei einer Weiterbildung das Umfeld? Das ist erfolgsentscheidend. Je umfangreicher eine Weiterbildung ist, desto wichtiger sind die Unterstützer wie Lebenspartner, Freunde etc. Parallel dazu spielt aber auch der Lernraum eine große Rolle. Nicht jeder lernt mit einem Buch im Sitzen am Tisch gleich gut. Das ist auch der Grund, warum die IHK Bodensee-Oberschwaben in ihrem Weiterbildungsanbau verschieden ausgestattete Lerninseln geschaffen hat, um diesen individuellen Prägungen die Möglichkeit zu schaffen, sich zu entwickeln. Wie sich nach kurzer Zeit seit Eröffnung des neuen Gebäudes zeigt, werden diese auch sehr gut angenommen. Vom Einzelnen ausgehend ist zudem zu empfehlen, sich bei umfangreicheren Maßnahmen in Lerngruppen zu arrangieren, denn der Austausch, die Diskussion und gemeinsame Reflexion schaffen einen Wissenszuwachs, der meist deutlich über dem Individuallernerfolg steht. So bleibt es nicht beim Wissenstraum, sondern jeder erschafft sich seinen eigenen Wissensraum.

1 Der DQR (Deutscher Qualifikationsrahmen) unterscheidet acht Niveaus zur allgemeinen Beschreibung der Kompetenzen, die im deutschen Bildungssystem erworben werden. Je höher das Niveau, desto höher sind die erworbenen und fachlichen Kompetenzen.

IHK Bodensee-Oberschwaben | Politik, Wirtschaft & Bildung 73


Bildungsstandort Bodensee-Oberschwaben

Wissenstraum Kleine Kurs-Korrektur mit groĂ&#x;er Wirkung. Mit den IHK-Weiterbildungsangeboten kommen Sie weiter. Unabhängig davon, in welcher Etage Sie sitzen.

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INTERREG ALPENRHEIN-BODENSEE- HOCHRHEIN FÖRDERT UND VERNETZT DIE BODENSEEREGION Dem Förderprogramm für grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Vier-Länder-Region stehen in der aktuellen Förderperiode (2014-2020) insgesamt über 50 Mio. € aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und aus nationalen Mitteln der Schweiz sowie des Fürstentums Liechtenstein zur Verfügung. Die zahlreich eingegangenen Projektskizzen und Förderanträge zeugen von einem erfolgreichen Programmstart.

Was ist Interreg und was wird gefördert? Interreg ist ein Regionalprogramm der Europäischen Union zur Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, das aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gespeist wird. Im Programmgebiet Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein besteht die Besonderheit, dass mit der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein auch Nicht-EU-Staaten am Programm beteiligt sind und Fördergelder einbringen. Das Programm sieht die Förderung von grenzüberschreitenden Projekten in drei Prioritätsachsen vor: Wettbewerbsfähigkeit, Innovation, Beschäftigung und Bildung Umwelt, Energie und Verkehr Verwaltungszusammenarbeit und bürgerschaftliches Engagement. Während auf Prioritätsachse 1 die in erster Linie angesprochenen Hochschulen, Forschungseinrichtungen sowie Unternehmen im Bereich der Forschung und Entwicklung schon eine gute Auslastung des Programms bewirken konnten, besteht auf der Pri-

oritätsachse 2 noch Potential für Projekte bspw. von Forschungseinrichtungen, Umweltorganisationen, Gebietskörperschaften oder Verkehrsbetrieben.

Von der Idee zur Förderung Um eine Projektförderung können sich sowohl natürliche oder juristische Personen als auch öffentliche Träger sowie sonstige Einrichtungen aus dem Programmgebiet bewerben. Projektskizzen und Förderanträge können jederzeit eingereicht werden. Eine Genehmigung erteilt der Lenkungsausschuss, welcher mehrmals jährlich zusammentritt.

Kontakt und Ansprechpartner Die Programmabwicklung erfolgt durch das Gemeinsame Sekretariat der Programmpartner, das seinen Sitz beim Regierungspräsidium Tübingen hat. Zugleich gibt es in der Schweiz, Vorarlberg, in Bayern sowie im Fürstentum Liechtenstein nationale Netzwerkstellen als erste Anlaufmöglichkeiten für Projektinteressierte.

KONTAKT Interreg AlpenrheinBodensee-Hochrhein Regierungspräsidium Tübingen Alexander Wolny Konrad-Adenauer-Straße 20 D-72072 Tübingen Tel. +49 (0) 7071 7573655 alexander.wolny@rpt.bwl.de www.interreg.org

Die Programm-Homepage www.interreg.org bietet weiterführende Informationen. Mit einem Newsletter werden regelmäßig Ankündigungen und Neuigkeiten verbreitet.

Interreg „Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein” | Politik, Wirtschaft & Bildung 75


Foto: Dagmar Schwelle


TOURISMUS WIRTSCHAFT


DIE NATUR STETS IM ZENTRUM Bettina Gräfin Bernadotte und Björn Graf Bernadotte über Innovationen auf der Mainau, Jahresmottos und die kontinuierliche Weiterentwicklung von Naturerlebnissen auf der Bodenseeinsel.

KONTAKT Mainau GmbH D-78465 Insel Mainau Tel. +49 (0) 7531 3030 info@mainau.de www.mainau.de

Gräfin Bernadotte, wie schaffen Sie es, den Besucherinnen und Besuchern der Mainau immer wieder etwas Neues zu bieten? Gräfin Bettina: Immer wieder neue Impulse für den Genuss von Natur setzen bei uns zum Beispiel die Jahresmottos, die einen thematischen Rahmen für den Parkrundgang liefern. Sie wecken Assoziationen, mit denen unsere Besucherinnen und Besucher auf Entdeckungsreise durch die Gärten gehen, wie zum Beispiel in diesem Jahr mit „(Insel x Palme)² - Zahlenspiel und Farbenplus auf der Insel Mainau“. wo der Fokus auf mathematische Zusammenhänge in der Natur gelegt wird. „Wie genau ist diese Blüte aufgebaut?“, fragen die Gäste sich plötzlich. Andere Jahresmottos lenken den Blick auf historische Wurzeln der Parkanlage, auf verschiedenste Blickachsen in die Bodenseeregion – und nicht zuletzt nach innen, denn auch reflektieren und träumen sollen unsere Besucherinnen und Besucher auf der Mainau können, egal ob im Strandkorb oder dem Pfingstrosengarten. Das Konzept für ein Jahresmotto entwickeln wir im engen Dialog mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. In einem regelmäßig stattfindenden Workshop, dem sogenannten Ideenzirkel, können sich alle einbringen und viele Einfälle aus diesen Runden sind schon im Rahmen eines Jahresmottos umgesetzt worden. Graf Bernadotte, was bleibt an Innovation im Park der Mainau, wenn die Installationen zum Jahresmotto wieder abgebaut sind? Graf Björn: Natürlich haben wir auch immer län-

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gerfristige Möglichkeiten zur Weiterentwicklung im Blick, wobei wir idealerweise auch bestehende Mainauer Traditionen mit aufnehmen. Nehmen wir zum Beispiel den 2015 eröffneten Parkbereich des „Platanenwegs 5“. Hier zeigen wir Gestaltungsmöglichkeiten für den Hausgarten und direkt vor Ort in einem blauen Gartenhäuschen sind während des Blumenjahrs die Pflanzenexperten vom Grünen Telefon ansprechbar, die den interessierten Besucherinnen und Besuchern Fragen zu verschiedenen Pflanzen im Garten oder auf Balkon und Terrasse beantworten können. Das Grüne Telefon von der Insel Mainau gibt es seit 1981 und bei der Weiterentwicklung dieses Parkbereichs haben wir ein Gesamtkonzept entwickelt, bei dem die Gartenberatung und der dazugehörige Schaugarten Hand in Hand gehen können. Gibt es bei diesen Neuentwicklungen eine Konstante, sozusagen ein Mainauer Markenzeichen? Gräfin Bettina: Wir setzen die Natur ins Zentrum. Damit möchten wir auch an die Bemühungen unserer Eltern um nachhaltige Parkentwicklung anknüpfen. Wir versuchen bei allen Investitionen und Projekten eine möglichst umweltverträgliche Lösung zu finden, da wirtschaftliches Handeln auch meist eine Beeinträchtigung unseres Lebensraumes mit sich bringt. Das bezieht sich auf unternehmerische Abläufe sowie den weiteren Ausbau unserer Nutzung von regenerativen Energien, aber auch auf das Bemühen, unseren Besucherinnen und Besuchern Ideen für nachhaltiges Handeln daheim mitzugeben.


Frühling, Sommer, Herbst und Winter – die Insel Mainau ist immer eine Reise wert. Der Rundgang über das 45 Hektar große Eiland lässt den hektischen Alltag vergessen: Dazu tragen die jahreszeitlich wechselnde Blütenfülle und Attraktionen, wie das Schmetterlingshaus, die Abenteuerspielplätze für Kinder sowie das barocke Schlossensemble bei. Bettina Gräfin Bernadotte (42) und Björn Graf Bernadotte (41) lenken seit 2011 gemeinsam die Geschicke der Blumeninsel im Bodensee. Die Geschäftsführer der Mainau GmbH möchten, dass die Menschen während des Parkbesuches durch den Kontakt mit der Natur Erholung vom Alltag finden. Über die letzten Jahre haben sie den Park weiterentwickelt und neben einem Staudengarten mit verschlungenen Wegen zum Entdecken beispielsweise einen Insektengarten und einen Vogellehrpfad in den botanischen Schaugarten integriert. Auch bei großen Investitionen, wie dem Neubau des Restaurants Comturey am Inselhafen streben sie stets danach, den ökologischen Fußabdruck ihres wirtschaftlichen Handelns möglichst gering zu halten.

„… die Jahresmottos […] wecken Assoziationen, mit denen unsere Besucherinnen und Besucher auf Entdeckungsreise durch die Gärten gehen.“

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belegt mit regionalen Leckereien wie Bodenseefisch. Pflanzen für unsere Wechselflorbeete, die wir nicht selbst anziehen, beziehen wir zum großen Teil von Gartenbaubetrieben aus der Region. Innovation mit regionaler Wertschöpfung zu verbinden und dabei möglichst umweltbewusst zu handeln, das möchten wir als Ziel im Blick behalten.

Fotos: Insel Mainau

Graf Björn: Manchmal sind das auch nur kleine Dinge: Wenn jemand nach dem Besuch unseres Nachhaltigkeitsparcours beschließt, in Zukunft Marienkäfer gegen Blattläuse einzusetzen, anstatt zu spritzen, dann haben wir schon etwas gewonnen. In der Hafenbäckerei Täglich Brot gibt es Bio-Dinkel-Vollkornbrot, das man entweder als Laib daheim genießen oder hier direkt aus der Hand essen kann,

Spring, summer, autumn and winter: Mainau Island is always worth a visit. Forget the hectic of daily life on a stroll around the Flower Island: Each season has something special for visitors besides the ocean of flowers in the park and gardens. The Butterfly House is a unique attraction especially on cooler and rainy days, the adventure playgrounds offer children three different worlds to explore and Mainau Castle with its castle church St. Marien are models of baroque architecture. Countess Bettina Bernadotte (42) and Count Björn Bernadotte (41) have shaped the Flower Island together since 2011. The managing directors of Mainau GmbH would like visitors to their botanical garden and castle park to relax while coming into contact with nature. Throughout the last years they have further developed the park and have integrated, among other things, an insect garden and a bird trail, informing visitors about the importance of bees and domestic bird species. During larger projects, too, like the creation of the new Comturey restaurant with its rooftop garden at the island’s harbor, they strive to keep the project’s ecological footprint as small as possible. Mainau GmbH | Tourismus 79


BUCHINGER WILHELMI BODENSEE EIN TRADITIONSUNTERNEHMEN BLICKT IN DIE ZUKUNFT Hoch über dem See, eingebettet in den alten Baumbestand einer zum Ufer hin terrassenförmig abfallenden Parklandschaft liegen die Häuser von Buchinger Wilhelmi am Bodensee. Die Therapien, Behandlungen und Angebote basieren auf dem Dreiklang aus Heilfasten, integrativer Medizin und Inspiration. Als anerkannte Lehrklinik der deutschen Akademie für Ernährungsmedizin führt die Klinik wissenschaftliche Studien zum Thema Ernährung durch und treibt die Evaluation neuer Diätformen voran.

Raimund C. Wilhelmi

KONTAKT Buchinger Wilhelmi Bodensee Wilhelm-Beck-Str. 27 D-88662 Überlingen Tel. +49 (0) 7551 8070 info@buchinger-wilhelmi.com www.buchinger-wilhelmi.com

INTERVIEW MIT RAIMUND C. WILHELMI Wenn auf ein Unternehmen in der Bodenseeregion der Begriff Traditionsunternehmen zutrifft, dann ganz bestimmt auf die heutigen Kliniken Buchinger Wilhelmi. Wie inspirierend ist die Tradition der Methode Ihres Großvaters Dr. Otto Buchinger für Ihre heutigen Angebote? Wir sind in der glücklichen Lage, dass mein Großvater schon damals ein sehr modernes Menschenbild hatte. Er war für seine Zeit erstaunlich fortschrittlich, indem er z.B. die Leib-Seele Einheit betonte, gleichzeitig aber immer offen war für andere Herangehensweisen und Entwicklungen. Er forderte nicht die dogmatische Einhaltung von Richtlinien. Wir entwickeln nun nicht nur jedes Jahr unser Gelände und unsere Räume, sondern auch die Methode weiter. Natürlich auf einem gewissen Fundament, für das wir bekannt sind und das die Gäste auch erwarten. So ist z.B. das Konzept der Integrativen Medizin, das Methoden der Schulmedizin mit denen der Naturheilverfahren verbindet, eine Weiterentwicklung, ebenso Coachingangebote, Kunsttherapie, eine „Glückswoche“ oder Mind Body Days. Wir können sicherlich keine radikalen Brüche machen, aber es steht ein Generationsübergang im Unternehmen an. Mit diesem Übergang wird es viele neue Entwicklungen und Ideen geben. Auch der Bedarf der Gäste ändert sich. Leider bringen die meisten heute viel weniger Zeit mit als zu Zeiten meines Großvaters. Damals waren drei bis vier Wochen die Regel. Heute sind es eher zwei Wochen oder gar nur zehn Tage.

80 Tourismus | Buchinger Wilhelmi Bodensee

Ihre Frau Françoise Wilhelmi de Toledo hat viel für die wissenschaftliche Erforschung des Heilfastens geleistet, auch in Zusammenarbeit mit Universitäten. Welches sind die wichtigsten Erkenntnisse dieser Forschungsarbeit? Die Fastenforschung scheint an den Universitäten geradezu ein Trend zu sein. Ein interessanter Ansatz ist dabei der der „longevity“ – der Wissenschaft vom langen Leben. Dort wird erforscht, unter welchen Bedingungen Tiere und Menschen länger und gesünder leben. Und ein Faktor ist inzwischen unbestritten und belegt: subkalorische Ernährung! Hier kommen wir als Fastenklinik natürlich ins Spiel, da wenige auf Dauer subkalorisch leben können. Auch das Einhalten von zwei Fastentagen in der Woche fällt den meisten schwer. Das Experiment mit zwei Affen, denen man über einige Monate entweder unbegrenzt oder rationiert Futter zur Verfügung gestellt hat ging durch die Medien. Die Unterschiede in Aussehen und Vitalität waren beträchtlich. Inzwischen wird untersucht, ob man durch das Aufhalten des Alterungsprozesses durch Fasten auch Alterskrankheiten wie Alzheimer, multiple Sklerose und Krebs aufhalten kann. Die bisherigen Ergebnisse sind sehr ermutigend. Darunter gibt es auch die Beobachtung, dass Krebszellen während des Fastens schrumpfen, da sie keine Glukose bekommen. Das sind spannende und wichtige Themen für die Zukunft. Mit mehr als 5.000 fastenden Menschen pro Jahr in unseren beiden Kliniken können wir hier einen Beitrag leisten.


Nirgendwo sonst auf der Welt ist Forschern die Möglichkeit gegeben die Auswirkungen des langen Fastens in einem solchen Umfang zu analysieren. Daher haben wir in Zusammenarbeit mit der Charite Berlin die Auswirkungen auf den Stoffwechsel und die Stimmung bei 2.000 Patienten dokumentiert und sind jetzt bei der Auswertung. Als Leiter der Klinik in Überlingen haben Sie die Weichen auf Expansion und Entwicklung gestellt. 2016 haben Sie neu gebaut, umgebaut und eine spektakuläre Gartenlandschaft geschaffen, die für Ihre Gäste sicherlich ein ganz besonderer Ort im Rahmen ihres Aufenthaltes ist. Können Sie uns einige Daten und Fakten nennen? Insgesamt haben wir rund 5 Millionen in die Modernisierung und Neugestaltung unser Klinik investiert. Für den Garten, den Pool, den Shop und vor allem unser Flaggschiff – die Villa Belgrano – die völlig neu gestaltet und modernisiert wurde. Zum einen war es eine Weiterentwicklung des Bestehenden. Zum andern haben wir manche Bereiche – vor allem die Gartenlandschaft - ganz neu geschaffen. In der Villa Belgrano haben wir zwei Suiten – eine davon mit Sauna – eingerichtet, das Haus insgesamt klimatisiert und die Zimmer mit Parkett, Marmor und Glas neu gestaltet. Eine weitere wichtige Modernisierung war die unseres Pools. Er wurde runderneuert und ist jetzt komplett aus Stahl gebaut. Das metallische Glitzern, wenn an schönen Tagen die Sonne aufs Wasser trifft, ist ein wirklich ganz besonderer Anblick. Der Garten ist der Versuch – auch in Zusammenhang mit der Landesgartenschau, die 2020 in Überlingen stattfinden wird – einen bisher nicht oder wenig genutzten Bereich in ein Gartenparadies zu verwandeln. Um ein paar Zahlen zu nennen: Es mussten 4.215 Tonnen Erde bewegt, 6.500 laufende Meter Leitungen verlegt, 1,5 Tonnen Kies verteilt und 1.549 m2 Natursteinbelag aufgebracht werden. 2.319 Gehölze wie Bäume und Sträucher sowie 6.639 Stück Stauden und Gräser ließen in der Zeit von September 2015 bis April 2016 acht Themengärten entstehen. Darunter ein Klostergarten, ein asiatischer Garten, eine Kneipp-Gartenanlage mit Becken und Barfußpfad, ein Heilkräutergarten. Wir sind sehr stolz auf das mehr als schöne Ergebnis. Die Natur entdecken, das Betrachten der Blumen, der Gewächse, der Bäume, alles das harmonisiert das Gemüt, davon war schon mein Großvater Dr. Otto Buchinger überzeugt und danach hat er gelebt. Denn neben der körperlich-medizinischen war die spirituelle Dimension des Fastens, die Wechselwirkungen von Körper, Seele und Geist für ihn ein zentrales Anliegen. Unsere vielen Stammgäste haben die Veränderungen sehr freudig aufgenommen. Im Tourismus ist der digitale Overload ausgebrochen. Eine Branche, die eigentlich den gesellschaftlichen Auftrag hat, den Menschen Erholung von ihren alltäglichen Belastungen zu geben, sie neugierig zu machen, sie emotional zu begeistern, setzt auf den Gast als Datenträger. Es gibt zum Glück aber die Gegenbewegung unter dem Stichwort: „Digitale Entgiftung“. Ist das ein notwendiges Therapiefeld für eine Fastenklinik? Digitales Fasten ist unser Ziel, auf das wir immer wieder, auch in unseren Publikationen hinweisen. Aber das ist ein harter Kampf. Die Freiheit unserer Gäste ist uns wichtig. Sie einzuschränken kommt im Grunde nur dann infrage, wenn es zu ihrem eigenen Vorteil geschieht. Leider hat die Beschäftigung mit dem Smartphone bei einigen Zeitgenossen schon Suchtcharakter angenommen. Ob Steve Jobs das so wollte? Viele Genüsse

wie die wunderbare Natur rund um Überlingen oder auch die regionalen Kreationen unseres Küchenchefs drohen ihnen dadurch zu entgehen. Da versuchen wir gegenzusteuern. Trotzdem bringen die neuen Kommunikationsmittel natürlich auch Vorteile. Über eine App auf unseren I-Pads – den „Fastencoach“ – erreichen wir unsere Gäste besser als wir es früher durch Aushänge oder ähnliches konnten. Wir können sie so in 4 Sprachen über den Fastenverlauf, über therapeutische Programme und vieles mehr informieren. Dass wir ein Werte orientiertes Unternehmen sind, das bestimmte Werte wie Respekt, Toleranz und auch einen kulturellen und auch geistigen Anspruch hat – das bleibt. Inwieweit wir das durchsetzen können wird sich zeigen. Da vertrauen wir im Grunde auf das Fasten. Wer eine Woche gefastet hat, befindet sich in einem anderen geistigen und seelischen Zustand. Die Lust, fernzusehen bzw. auf die sozialen Medien lässt nach. Ich selbst habe während des Fastens immer einen Fernseher auf dem Zimmer. Aber nach 4-5 Tagen benutze ich ihn nicht mehr. Da reizt mich ein Buch, in das man sich richtig vertiefen kann wesentlich mehr. Insofern fechten wir einen kleinen Kulturkampf. Dass einige Gäste die Genüsse des Internetverzichts selbst entdeckt haben, erfreut uns ganz besonders. Aber digitales Fasten bleibt eine Herausforderung. Sie haben – um beim Tourismus zu bleiben – sehr viele internationale Gäste, sind also ein Botschafter für die Bodenseeregion. Welche Verbindungen haben sie zum Tourismus? Brauchen Sie ihn überhaupt? Ich mag den Tourismus. Als Gemeinderat und stellvertretender Vorsitzender in der Kur und Touristik (KUT) GmbH Überlingen komme ich ständig mit ihm in Berührung. Ich finde es wichtig, dass Überlingen ein attraktiver Ort und der Bodensee eine attraktive Destination ist. Auch im Sinne meiner Gäste. Die Befragungen unserer Besucher haben ergeben, dass viele die Überlinger Klinik auch wegen der attraktiven Landschaft rund um den Bodensee wählen. Eine schöne Umgebung spielt beim Fasten eine wichtige Rolle. Und unsere weit angereisten Gäste – z. B. aus Arabien – geraten beim Anblick der Wälder und Wiesen, der Burgen und des Sees regelmäßig ins Schwärmen. Die Kulturlandschaft hier hat viel zu bieten. Auch unser Standort in Marbella hat seine ganz eigenen Reize. Aber wer solide, deutsche Medizin eher ärztlich- wissenschaftlich schätzt, der kommt an den See. Die reizvolle Umgebung ist ein unschätzbarer Faktor für unser Konzept der Erholung und inneren Ruhe. Ein Familienunternehmen wie Wilhelmi Buchinger möchte auch als solches in die Zukunft gehen. Ist es gelungen Ihre Kinder für dieses Projekt zu begeistern? Wir sind in der glücklichen Lage, daß unsere zwei Söhne, die jetzt 29 und 30 sind, beide Interesse daran haben in das Familienunternehmen einzusteigen. Beide absolvieren zunächst eine 18 monatige Traineephase – einer in Marbella der andere hier in Überlingen. Nach dieser Einarbeitungsphase werde ich mich aus dem operativen Tagesgeschäft in den Beirat zurückziehen. Eine gewisse Beklommenheit lässt sich dabei nach all den Jahren nicht leugnen. Aber meine Frau und ich werden weiterhin mit Rat und Tat zur Verfügung stehen und freuen uns, dass das Erbe meines Großvaters in der Familie weiter getragen werden kann. Das Interview führten Thomas Willauer und Johanna Lambach

Buchinger Wilhelmi Bodensee | Tourismus 81


17,6 Millionen Übernachtungen, 70 Millionen Tagesreisen im Jahr, ein Bruttoumsatz von knapp 4 Milliarden Euro in allen vier Ländern, 60.000 Arbeitsplätze und allein über 350 Millionen Euro Mehrwertsteuer für die öffentlichen Kassen. So lauten die zentralen Erkenntnisse einer Studie aus dem Jahr 2014 über die Wirtschaftskraft der Tourismuswirtschaft in der internationalen Bodenseeregion.

Der Verband der Tourismuswirtschaft Bodensee e.V. (VTWB) ist die Interessensvertretung von aktuell über 40 Unternehmen, die am deutschen, schweizerischen und österreichischen Bodenseeufer angesiedelt sind. Die Mitglieder des VTWB sind überwiegend Unternehmen der Freizeitwirtschaft in der internationalen Destination Bodensee. Sie erzielen jährlich einen Umsatz von rund 250 Millionen Euro. Im Schnitt werden fünf Prozent ihres Umsatzes für Marketingmassnahmen investiert. Damit geben allein nur diese Unternehmen über 12 Millionen Euro für die Bewerbung der Destination Bodensee national und international aus. Es sind diese touristischen Attraktionspunkte der Bodenseeregion, die die Urlaubsentscheidung für den Bodensee wesentlich mitbestimmen. Ohne die großen touristischen Unternehmen (z. B. Insel Mainau, Pfänderbahn, Ravensburger Spieleland, Säntisbahn, Bodenseeschifffahrt u.v.a.m.) und ohne die große Anzahl weiterer Unternehmen und Einrichtungen könnte dieser Wirtschaftszweig nicht den erheblichen Beitrag für die Schaffung und den Erhalt von in der Region verankerten Arbeits- und Ausbildungs82 Tourismus | VTWB

plätzen leisten und die für die Bodenseeregion bestimmenden Infrastrukturleistungen ermöglichen.

Innovationen durch Unternehmen lanciert Innovationen entstehen primär bei den touristischen Unternehmen der Bodenseeregion und den marktorientierten touristischen Einrichtungen. Konkrete Beispiele lassen sich im Rückblick auf die letzten Jahre viele benennen. Die Insel Mainau entwickelt jährlich ein neues Jahresmotto. Die Bodensee-Schifffahrt bringt nicht nur neue Schiffe auf den See, sondern Schiffe mit umweltfreundlicher Antriebstechnologie. Das Ravensburger Spieleland bietet Familien in seinem neuen Feriendorf neue Erholungsund Erlebnismöglichkeiten. Dabei wird bewusst auf Fernsehen, WLAN und Internet verzichtet. Familien sollen sich digital entgiften und gemeinsam spielen und kommunizieren, natürlich mit dem großen Spieleangebot von Ravensburger. In vielen Hotels werden gästeorientierte Dienstleistungen ausgebaut. Der Bodensee-Winzer Manfred Aufricht gewann 2016 den


WIRTSCHAFTSFAKTOR

BODENSEE-TOURISMUS VERBAND DER TOURISMUSWIRTSCHAFT BODENSEE E.V. LANCIERT INNOVATIONSPREIS „BODENSEE17“

dem Verband der Tourismuswirtschaft Bodensee e.V. die kleinräumigen Ausrichtungen der Tourismus-Organisationen rund um den See. Aus politischen Vorgaben operieren diese Stellen außerdem mehrheitlich nicht grenzüberschreitend. Nur die Internationale Bodensee Tourismus GmbH und der VTWB engagieren sich für das Gesamtbild der Vierländerregion. Für den VTWB ist es wichtig, deutlich zu machen, welche Rolle die touristischen Unternehmen und Einrichtungen spielen. Diese müssen eine maßgebliche, letztlich führende Rolle im Tourismus einnehmen, denn ohne die touristischen Attraktionspunkte geht nun mal Tourismus am Bodensee nicht.

Akzente nach innen und außen

deutschen Rotweinpreis. Das Pfahlbaumuseum in Unteruhldingen bietet sich nicht nur als wissenschaftlicher Lernort an. Mit dem neuen ARCHAEORAMA wird weltweit erstmalig seit Mai 2013 das Weltkulturerbe Pfahlbauten sichtbar gemacht. Am Säntis wurde ein neues Hotel errichtet. Die Bregenzer Festspiele bringen alle zwei Jahre nicht nur eine neue Oper auf die Festspielbühne, sondern auch gleichzeitig eindrucksvolle Kunstwerke, die Kulissen der Festspiele. Das alles und noch viel mehr zeigt die Innovationskraft der Tourismuswirtschaft am Bodensee. Zu den Innovationen gehört auch, dass der VTWB durch seine inhaltliche Arbeit im Bereich Trends und Markterfordernisse sowie mit seiner Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus“ neue inhaltliche Akzente setzt.

Der internationale Tourismus am Bodensee Das Gemeinsame der Unternehmen und Einrichtungen der Tourismuswirtschaft ist die internationale Außenwahrnehmung der Bodenseeregion. Die touristischen Unternehmen sind an den Ort und die Region gebunden. Ein großes Potential an Erfahrung und Kompetenzen in allen Bereichen der Tourismusentwicklung, des Vertriebs, des Marketings, der Marktbearbeitung, der Unternehmenskooperationen, der Imagewerbung, der Medienarbeit bis hin zu permanenten Innovationserfahrungen zeichnet die Unternehmen aus. Sorge bereiten

Mit dem neu geschaffenen Innovationspreis Bodensee17 wird die Gästeund marktorientierte Ausrichtung am internationalen Bodensee weiter gestärkt. Ein länderübergreifendes Netzwerk zahlt am meisten auf die gute Marke Bodensee ein. Inhaltlicher Ausgangspunkt des Innovationspreises Bodensee17 ist ein gesellschaftspolitisches Verständnis von Tourismus: Alle, die für und mit Gästen etwas tun, erfüllen eine Aufgabe, die gesellschaftlich bedeutsam ist. Es geht darum, den Menschen Erholung von all den Belastungen, denen sie in der Arbeits- und Lebenswelt ausgesetzt sind, zu ermöglichen. Der Tourismus dient dem Kennenlernen unterschiedlicher Kulturen, erweitert Wissen und geistige Horizonte. Tourismus schafft regionale Infrastruktur, gestaltet Umwelt und Lebensqualität, auch für die Einheimischen. Mit dem Innovationspreis Bodensee17 werden die Tourismusakteure ausgezeichnet, die mit ihren Ideen brillieren können. Die preisgekrönten Unternehmen und Einrichtungen der Tourismuswirtschaft sollen gleichzeitig anderen Mut machen, ihre Visionen zu realisieren, um damit die Zukunft des Tourismus in der Vierländerregion am Bodensee zu sichern. Die Jury besteht ausschließlich aus erfolgreichen Tourismusexperten. Mit dem Innovationspreis will der Verband der Tourismuswirtschaft Bodensee e.V. auch den teilweise verlorenen Gedanken der Kooperation rund um den See stärken. Ein Netzwerk, das die touristischen Unternehmen notabene aktiv leben. Ein wertvolles Gut, das bei vielen regionalen Tourismus-Organisationen nicht mehr im primären Fokus steht. vtwb.eu facebook.com/vtwb.eu VTWB | Tourismus 83


KURZ UND KNAPP WIRTSCHAFTSFAKTOR TOURISMUS Im Jahr 2014 veröffentlichten der VTWB, die Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben, die IHK Hochrhein Bodensee, die IHK Schwaben, die Internationale Bodensee Tourismus GmbH und der Verband der Tourismuswirtschaft Bodensee (VTWB e.V.) die beim dwif in Auftrag gegebene Studie: „Wirtschaftsfaktor Tourismus in der internationalen Region Bodensee“. Sie kann über die Geschäftsstelle des VTWB e.V. c/o IHK Bodensee-Oberschwaben, Kindenstraße 2 in 88250 Weingarten bestellt werden. Die wichtigsten Studienergebnisse kurz zusammengefasst: Die Zahl der Übernachtungen liegt bei 17,6 Mio. Die Zahl der Tagesgäste beträgt 70 Mio. Aus der touristischen Nachfrage resultieren Bruttoumsätze in Höhe von 3.808,9 Mio. Euro, die sich fast hälftig zwischen den Übernachtungsgästen (1.883,0 Mio. Euro) und den Tagesgästen (1.925,9 Mio. Euro) aufteilen. Die durchschnittlichen Tagesausgaben über alle Zielgruppen hinweg betragen etwa 43,50 Euro pro Kopf. Der Tourismus schafft mindestens 60.000 Vollzeitarbeitsplätze, die vielen Saisonarbeitsplätze noch gar nicht miterfasst. Und dies sind Arbeitsplätze, die nicht verlagert werden können. Der Tourismus stellt sich als klassische Querschnittsbranche dar, von der zahlreiche Wirtschaftszweige – vom Bäcker bis zur Werbe-

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agentur – profitieren. Mit einem Gesamteinkommen von knapp 4 Mrd. Euro leistet der Tourismus einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Auslastung der in der Region vorhandenen Infrastruktureinrichtungen und Unternehmen. Der Erfolg der Tourismuswirtschaft kommt allen zugute, in Form von Arbeitsplätzen, Investitionen, meist für die heimische Wirtschaft, als Steuermittel und natürlich als touristisches Angebot sowie als wesentliches Element der Lebensqualität für die einheimische Bevölkerung. Die Zahlen besagen, die Steuereinnahmen durch den Tourismus sowie die Infrastrukturleistungen der Tourismuswirtschaft übersteigen die Tourismusförderung durch die öffentliche Hand um ein Vielfaches. Und auch diese Zahlen sind interessant: Die im Verband der Tourismuswirtschaft (VTWB e.V.) zusammengeschlossenen Unternehmen und Einrichtungen haben (ohne die Hotellerie) im Jahr durchschnittlich 20 Mio. Besucher und Gäste. Sie generieren einen Umsatz von rund 250 Mio. Euro, stellen über 5.000 Arbeitsplätze und geben als einzelne Unternehmen in Summe über 12 Mio. Euro an Marketinggeldern pro Jahr aus. Diese Unternehmen und Einrichtungen leisten somit den größten finanziellen Beitrag für das Marketing der internationalen Tourismusdestination Bodensee. Die Summe der jährlichen Investitionen für neue Projekte bzw. für den Erhalt der Einrichtungen beträgt jährlich ca. 20 Mio. Euro.


KÖNIGLICHE LOCATION

DIE SONNENKÖNIGIN REGIERT DEN BODENSEE

„Die Vielseitigkeit der Sonnenkönigin ist längst bewiesen, ihre Einzigartigkeit und unseren Service erlebt man am besten selbst.“

Die Sonnenkönigin bereichert als schwimmende Event- und Kongresslocation seit 2008 den Bodensee zwischen Bregenz, Deutschland und der Schweiz. Die Königin des schwäbischen Meeres zeigt dabei hohe Businesskompetenz: Als einzigartige Plattform für Events, Tagungen und hochkarätige Präsentationen überzeugt sie mit perfekter Bühnen-, Ton- und Lichttechnik. Zur Ausstattung zählen höhenverstellbare Tribüne und Bühne, Sonnendeck, Lounge- und Galamöblierung, Bordküche und vier Bars. Der über drei Decks reichende Veranstaltungssaal und Flüstermotoren, die sogar Klassikkonzerte ermöglichen, bieten einzigartige Eventmöglichkeiten. Ob Tagung oder Ball – die „Sonnenkönigin“ bietet majestätische Erlebnisse. Sie ist einzigartig, vielseitig und glänzt bei aufsehenerregenden Veranstaltungen: Rauschende Jubiläumsfeiern, elegante Galadiners, mitreißende Konzerte, umjubelte Misswahlen, ja selbst TV-Sendungen gehören zum Repertoire der Sonnenkönigin, die auch gechartert werden kann. Mit Top-

Lukas Marberger, CEO / Sales & Marketing / Eventmanagement

gastronomie und viel Know-how bieten die Betreiber einen Premiumservice ringsum das Event-Flaggschiff der Vorarlberg Lines. Bereits schon regelmäßig finden hier die Veranstaltungen SoulKitchen – Live Entertainment á la Carte, die White Night – Sommernacht der Königin, die Fahrt zur Konstanzer Seenacht oder die 2-tägige OktoberFestParty statt.

Eventtip Die Gäste feiern im wahrsten Sinne des Wortes „königlich“ bei der ersten Nacht der Belle Époque zur KLASSIK WELT BODENSEE oder genießen eine maritime Traumreise auf dem Schwäbischen Meer zur INTERBOOT in Friedrichshafen. Nähere Informationen unter www.sonnenkoenigin.cc

Gewicht: 950 Tonnen, Länge: 70 Meter, Breite: 15 Meter Höhe: 11 Meter, Zugelassen bis zu 1.000 Personen Tiefgang beladen 2,20 Meter, Höchstgeschwindigkeit: 30 km/h

KONTAKT Eventschiff MS Sonnenkönigin komitee eventservice marberger gmbh Bildgasse 10 A-6850 Dornbirn www.sonnenkoenigin.cc Lukas Marberger CEO / Sales & Marketing / Eventmanagement Tel. +43 (0) 5572 398001


BODENSEE-SCHIFFSBETRIEBE DER SEE VON SEINER SCHÖNEN SEITE Die Weiße Flotte lädt ihre Passagiere ein auf eine Reise mit dem Schiff. Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) bieten 2017 viele Sonderfahrten an.

KONTAKT Bodensee-Schiffsbetriebe GmbH Hafenstraße 6 D-78462 Konstanz Tel. +49 (0) 7531 3640 0 info@bsb.de www.bsb.de

Eine Schifffahrt ist Genuss pur: An Deck entspannt man herrlich und lässt die Aussicht auf sich wirken. Bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen kann der Fahrgast getrost die Seele baumeln lassen. Die Gipfel der österreichischen und der Schweizer Alpen ziehen vorüber, prächtige Städte und Dörfer grüßen vom Ufer aus. Die Burg in Meersburg ist schon von weitem zu erkennen, Konstanz mit seiner Imperia und der historischen Altstadt oder die österreichische Stadt Bregenz. Die Bodensee-Schiffsbetriebe GmbH (BSB) bietet mit einer Flotte von 12 Schiffen einen regelmässigen Kursverkehr auf dem gesamten Bodensee an sowie Ausflugs- und Programmfahrten. Firmen,

86 Tourismus | Bodensee-Schiffsbetriebe GmbH

Vereine oder Privatperson können ein Schiff für einen besonderen Anlass chartern, sei es für ein Jubiläum, den Jahresausflug oder die Hochzeit. Bei verschiedenen Rundfahrten ist es möglich, den Obersee, den Überlinger See oder den Untersee zu erkunden. Abends sehen die Fahrgäste vom Schiff aus der Sonne beim Untergehen zu. Die Rundfahrten stehen meist unter einem Motto. So werden die Fahrgäste beim „Pasta-Plausch“ von der Bordgastronomie verwöhnt: Es gibt auf der Rundfahrt im Überlinger See Pasta, so viel man will. Start ist im Hafen Konstanz oder im Hafen Meersburg. Bei „Grill & Chill“ genießen die Gäste an Bord Spezialitäten vom Grill. Die abendliche Rundfahrt im Obersee wird ab Konstanz und Meersburg angeboten.


Ein Höhepunkt des Jahres am Bodensee sind die Bregenzer Festspiele. 2017 wird die beliebte Oper „Carmen“ von Georges Bizet gespielt. Die mitreißende Musik mit ihren spanisch anmutenden Klängen eroberte die Welt. Für die erfolgreichste Oper des französischen Komponisten entwirft die britische Künstlerin Es Devlin das Bühnenbild im Bodensee. Die Festspielkreuzfahrt bringt ihre Gäste ab den Häfen Konstanz, Meersburg und Friedrichshafen nach Bregenz. Im Preis enthalten sind die Schifffahrt zur Seebühne und zurück, ein 3-Gänge-Festspielmenü, der Festspieleintritt sowie eine Mitternachtssuppe auf der Rückfahrt. Im Sommer werden die Ufer- und Seenachtfeste tausende Besucher an den Bodensee locken. Das größte Feuerwerk veranstalten Konstanz und Kreuzlingen beim Seenachtfest. Von nahezu allen Häfen und Schiffslandestellen am Bodensee und Rhein legen Zuschauerschiffe ab, die freie Sicht aufs Feuerwerk versprechen. Ein einzigartiges Ambiente erleben die Gäste bei der Feuerwerks-Gala

an Bord des Motorschiffs „Überlingen“: Die Gäste genießen ein feines Gala-Buffet mit Apéro und bestaunen das beeindruckende Feuerwerk aus erster Reihe. Nach Ende der Kursfahrt ist bei den BSB übrigens nicht Schluss. In der Zeit vor Weihnachten gibt es noch ein breites Angebot. Die Fahrgäste können eine Adventsfahrt am Nachmittag oder eine Weihnachtsfeier auf dem Schiff genießen. Eine Schifffahrt lässt sich auch bestens mit einem Besuch der Weihnachtsmärkte am See verbinden. Der letzte Höhepunkt des Jahres ist dann die Silvester-Kreuzfahrt mit Feuerwerk. Bodensee-Schiffsbetriebe GmbH | Tourismus 87


THURBO

UNTERWEGS IN DER OSTSCHWEIZ

Die Thurbo AG ist eine eigenständige Tochtergesellschaft der SBB und des Kantons Thurgau. Das Thurbo-Netz erstreckt sich über die ganze Ostschweiz sowie grenzüberschreitend nach Baden-Württemberg. Motivierte Mitarbeitende sorgen dafür, dass täglich fast 90.000 Fahrgäste zuverlässig und pünktlich ihr Ziel erreichen. Das Geschäftsmodell Thurbo sieht möglichst minimale Abgeltungen der öffentlichen Hand vor.

Im Dienst der Ostschweiz

KONTAKT Regionalbahn Thurbo AG Bahnhofstrasse 31 CH-8280 Kreuzlingen Tel. +41 (0) 51 2234900 hallo@thurbo.ch www.thurbo.ch www.facebook.com/ thurbo.ch

Thurbo ist die leistungsstarke Regionalbahn in der Ostschweiz. Sie ermöglicht den Menschen eine zuverlässige Mobilität und ist ein bedeutender Standortfaktor. Ohne Mobilität ist die moderne Gesellschaft nicht denkbar. Wirtschaft, Bildung, Kultur und Freizeit sind auf gute Verbindungen angewiesen. Thurbo legt jährlich 12 Millionen Zugkilometer für 35 Millionen Fahrgäste zurück. Damit gibt die Regionalbahn der Ostschweiz wesentliche Impulse für eine nachhaltige und ökologische Entwicklung. Thurbo fährt täglich für den Berufs- und Schülerverkehr. Auch im Freizeit- und Ausflugsbereich erbringt die Bahn attraktive Leistungen. Auf den meisten Linien verkehren die Züge im Halbstundentakt. Mit 105 Fahrzeugen (Gelenktriebwagen von Stadler Rail Bussnang) werden täglich rund 1.200 Verbindungen gefahren. Thurbo fährt jene Leistungen im Regionalverkehr, welche die Kantone und der Bund bei ihr bestellen.

Regional verankert Thurbo gehört zu 90 Prozent der SBB und zu 10 Prozent dem Kanton Thurgau. Als Tochtergesellschaft der SBB ist sie ein in der Ostschweiz gut verankertes Unternehmen, das selbständig und eigenverantwortlich handelt. Der Hauptsitz befindet sich in Kreuzlingen. Thurbo pflegt ein großes Netzwerk zu den regionalen Tourismus-Partnern und den Organisatoren 88 Tourismus | Regionalbahn Thurbo AG

großer Veranstaltungen. Dadurch können den vielen Freizeitkunden attraktive Angebote gemacht werden. So ermöglicht Thurbo als Beispiel den Besuchern von vielen Anlässen eine bequeme und sichere Heimfahrt bis in die frühen Morgenstunden.

Optimale Qualität – minimale Abgeltung Die Kantone bestellen und finanzieren zusammen mit dem Bund Angebote des regionalen Personenverkehrs auf Schiene und Straße. Die Bestellung basiert auf dem Ausgleich der geplanten ungedeckten Kosten der Transportunternehmen. Das Geschäftsmodell von Thurbo zielt auf eine möglichst minimale Abgeltung, bei einer optimalen Qualität ab. Der öffentliche Verkehr soll nachhaltig gesichert und bedürfnisgerecht weiter entwickelt werden. Das Betriebskonzept mit kurzen, leichten, modularen Zugeinheiten optimiert die Kosten. Der Kunde ist pro Fahrt im Durchschnitt 15–20 Minuten im Thurbo-Zug. Entsprechend sind die Fahrzeuge konzipiert. Stehplätze in den Spitzenzeiten sind nicht zu vermeiden. So können die Betriebskosten, zugunsten tieferer Abgeltungen durch die öffentliche Hand gesenkt werden. Im Gegenzug kann der Besteller die Leistungen auch auf ländlichen Linien ausbauen. So verkehren zum Beispiel die Züge der Seelinie (S8) Montag bis Sonntag von früh bis Mitternacht im durchgehenden Halbstundentakt.


Ein motiviertes Team für zufriedene Kunden Die Thurbo-Mitarbeitenden sorgen an 365 Tagen im Jahr dafür, dass die Regionalbahn nie stillsteht. Ein Team von 450 Mitarbeitenden hält Thurbo in Fahrt. Die Lokführerinnen und Lokführer bringen die Züge Tag und Nacht sicher ans Ziel. Das Zugpersonal übernimmt Kontroll- und Serviceaufgaben. Die Disposition und die zentralen Aufgaben werden in der Geschäftsstelle in Kreuzlingen erledigt. Thurbo orientiert sich an der Kundschaft. Deren Zufriedenheit ist das höchste Ziel. Thurbo sucht den Ansprüchen der Kundschaft durch Leistung, Qualität und einen optimalen Service gerecht zu werden. In Sachen Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit werden Spitzenwerte erreicht. Freundliches Personal und ein kompetenter Dienst an den Kundinnen und Kunden sind der beste Ausweis für ein Unternehmen, das sich Tag für Tag aufs Neue dem Urteil der Öffentlichkeit stellt.

Planen für die Zukunft Die Angebotsplanung der Thurbo sorgt zusammen mit dem Bund und den Kantonen sowie den SBB dafür, dass die Leistungen weiter bedarfsgerecht ausgebaut werden können. Aktuell liegt der Fokus im Detail auf dem Fahrplan 2019 und konzeptionell in der Weiterentwicklung 2025/2030. Die beschränkten Trassee-Kapazitäten müssen optimal auf die Bedürfnisse des Fernverkehrs, des Güterverkehrs und des

Regionalverkehrs aufgeteilt werden. Dabei ist wichtig, das Gesamtbild im Auge zu behalten. Möglicherweise erscheinen gewisse Entscheide aus lokaler oder regionaler Sicht nicht optimal. Für das Funktionieren eines national verknüpften Systems – und eben immer für alle drei erwähnten Verkehrsarten – sind notwendigerweise Prioritäten zu setzen. Thurbo ist für die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen gut gerüstet. Ganz nach dem Slogan des Unternehmens: „Wir sind stolz, der Zug für die Menschen in der Ostschweiz zu sein“.

❯ ENGLISH SUMMARY The regional railway Thurbo AG is a railway company based in Kreuzlingen in Eastern Switzerland. It belongs to the Swiss Federal Railway (SBB) and the Canton of Thurgau, but is independent and autonomous. The railway went into operation in December 2002. At the time, Thurbo successfully positioned itself as a dynamic, customer and market-oriented regional railway. Thurbo runs from Waldshut in the west to St. Margrethen in the east and from Singen in the north to Chur in the south. Good transport connections, in rural areas too, are an important location factor for the cantons.

Regionalbahn Thurbo AG | Menschen & Innovationen 89


Ihre Gastgeber rund um den Bodensee www.bodenseehotels.com


COMFORT HOTEL FRIEDRICHSHAFEN HERVORRAGEND TAGEN IN DER VIERLÄNDERREGION Spezialisiert und ausgerichtet auf Geschäftsreisende bietet das 3-Sterne Superior Comfort Hotel Friedrichshafen nicht nur mit seinem Standort in der Industrie-und Messestadt der Vierländerregion Bodensee die perfekte Ausgangslage, sondern auch durch das ausgezeichnete Preisleistungsverhältnis, die komfortablen Zimmer, flexible Tagungsräume und die kompakte und hoch technisierte Ausstattung. Bereits beim Betreten des Hotels wird der Gast im Lobbybereich von freundlichem Personal, aktuellen Nachrichten via Flachbildübertragung und einer ausgesprochenen Wohlfühl- und Businessatmosphäre empfangen. Geschäftsleute schätzen besonders diesen hervorragenden Service, die moderne Ausstattung, die kostenlosen Parkmöglichkeiten sowie die ausgezeichnete Lage des Hotels zu den umliegenden Weltfirmen wie EADS, MTU, Zeppelin GmbH u.a. sowie zur Messe und zum Flughafen. Der Hafen und der Bahnhof sowie die Messe Friedrichshafen und das Graf Zeppelin Haus sind je 3 km, der Bodensee Airport Friedrichshafen 4 km entfernt. Möchte man sich von einem anstrengenden Geschäftstag erholen, bietet die Zeppelin-Stadt Friedrichshafen mit reichlich Sehenswürdigkeiten, Freizeiteinrichtungen und direkter Uferlage viele Möglichkeiten. Sportlich Aktive nutzen die 2,5 km entfernte Seepromenade oder den hinter dem Haus gelegenen Wanderweg zum Joggen, Fahrradfahren oder für ausgedehnte Spaziergänge in herrlicher Kulisse. Kultur- und Geschichtsinteressierten bieten das Zeppelin- und Dornier Museum oder das Graf Zeppelin Haus mit Kulturveranstaltungen und Konzerten reichlich Unterhaltung. Mit der internationalen Ausrichtung auf Businessgäste und den bezahlbaren, klar strukturierten Comfortzimmern bietet das Haus einen idealen Ausgangspunkt zum Netzwerken und Arbeiten in der Vierländerregion Bodensee.

Erster Platz für Comfort Hotel Das Hotel ist Mitglied der Choice Hotels Europe, einer der weltweit größten Hotelketten, und setzte sich auf der internationalen Convention von Choice Hotels in Las Vegas, Amsterdam und in Wien gegen die inter-

nationale Konkurrenz der Marke durch. Bereits zum zweiten Mal in Folge sicherte sich das Friedrichshafener Haus der 3-Sterne Superior Kategorie die begehrte Auszeichnung zum „Comfort Hotel of the Year – Europe – 2015 & 2016“ sowie 2016 den Preis „Bestes Comfort Hotel außerhalb Amerikas“.

❯ ENGLISH SUMMARY With its focus on business travellers, the 3-star superior Comfort Hotel Friedrichshafen not only benefits from its location in the town of industry and trade fairs, but also sets high standards with outstanding value for money, comfortable bedrooms, flexible meeting rooms and compact and state-of-the-art equipment. Businesspeople value the hotel’s excellent service, modern furnishings, free parking and proximity to global firms as well as the exhibition centre and the airport. The hotel is a member of Choice Hotels Europe and was presented with the popular 3-star superior category award “Best Comfort Hotel Europe” twice in a row, in 2015 and 2016, and the Choice Hotels award “Best Comfort Hotel outside America” in 2016.

KONTAKT Comfort Hotel Friedrichshafen Ailinger Straße 128 D-88046 Friedrichshafen Tel. +49 (0) 7541 36000 www.comfort-hotelfriedrichshafen.de

Comfort Hotel Friedrichshafen | Tourismus 91


GRAND HOTEL BAD SCHACHEN INTERVIEW MIT ISOLDE SCHIELIN

Isolde Schielin mit ihren Töchtern Claudia und Corinna

Frau Schielin, seit 1752 ist das Hotel Bad Schachen in Familienbesitz. Da kommt einem unwillkürlich in den Sinn: wenn dieses Haus erzählen könnte. Was würde es denn aus seiner Geschichte erzählen wollen, ohne indiskret zu sein? Über 260 Jahre Geschichte eines Hotels lassen sich nicht so kurz fassen. Abgesehen davon, dass früher wie heute namhafte Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Film und Musikszene in unserem Hause logiert haben und logieren, liest sich die Entwicklung vom Bad zu Schachen zum Grand Hotel Bad Schachen wie ein spannender Roman. Der Bauer Johann Georg Schielin ersteigerte 1752 ein Grundstück mit einer darauf befindlichen Eisen-Schwefel-Quelle, einem Badehäuschen, einem kleinen Wohnhaus für den Bademeister, einem Kräutergärtlein und etwas Rebland. Er und seine Nachfahren vergrößerten und erweiterten das Anwesen und entwickelten aus dem Badehäuschen das heutige Hotel Bad Schachen. Jeder Schielin führte das Gasthaus und später Hotel weiter im Sinne des Vorgängers und dies nunmehr über 7 Generationen. Ab jetzt nennt sich Ihr Haus „Grand Hotel Bad Schachen“. Die ist zweifellos ein sehr traditionsbewusster Begriff. Was heißt er für Sie? Welches Gefühl wollen Sie damit Ihren Gästen vermitteln? Es gibt keine eindeutige Definition für Grand Hotel. Meist steht Grand Hotel für Größe und Grandeur, d.h. übersetzt: Großzügigkeit, Erhabenheit, Großartigkeit. Das erste Grand-Hotel war wohl das Grand Hotel Covent Garden, welches 1774 eröffnet wurde. Die ersten Luxushotels wurden ab Anfang 19. Jahrhundert in den Vereinigten Staaten gebaut z.B. das „Tremont House“ in Boston, gefolgt vom „Astor House“ in New York und dem berühmten „Waldorf Astoria“. Der neue Luxus des Reisens nahm in Europa Einzug Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Bau der Eisenbahn und mit den ersten Ozeandampfern. Die ersten Grandhotels entstanden mit prunkvollen Fassaden, farbigen Glaskuppeln, großartigen Ballsälen, geschwungenen Freitreppen und reichlich dekorierten Restaurants. Genau diese Entwicklung hat Bad Schachen miterlebt und geprägt. Der Bau der Bahnlinie München-Lindau im Jahre 1853 brachte den Fremdenverkehr an den Bodensee und somit einen unglaublichen Aufschwung für das damalige Bad zu Schachen. Die eigene Dampfbootlandestelle wurde 1894 eröffnet. Von da an konnten die Gäste per Schiff anreisen. 1910 wurde das sog. Haupthaus mit dem markanten Turm von den berühmten Architekten Billing & Vittali erbaut, nach dem Vorbild Grand Hotel Gardone in Gardone am Gardasee. Das Hotel Bad Schachen entwickelte sich im Laufe der folgenden Jahrzehnte zu einem über die Grenzen bekannten Hotel mit exklusiven Ballsälen, Restaurants, einer großzügigen Hotelhalle mit Spielzimmer, Lesezimmer und einer der schönsten Terrassen am See. 92 Tourismus | Grand Hotel Bad Schachen

Sie sind stets herausgefordert, Ihr Haus weiter zu entwickeln, neues anzubieten, Erneuerungen vorzunehmen, im baulichen Bereich, wie auch im Bereich der touristischen Angebote, der Kulinarik, der Events. Diese Innovationen, diese Ideen sollen Neues ermöglichen und doch keinen Bruch mit dem bedeuten, was das Grand Hotel Bad Schachen ausmacht. Wie schafft man das? Im Laufe der letzten Jahrzehnte sind Erweiterungen und bauliche Veränderungen vorgenommen worden, um die verschiedenen Zielgruppen an Gästen bedienen zu können. So wurden moderne Tagungs- und Konferenzräume geschaffen, ein exklusiver SPA- und Wellnessbereich und die notwendigen „Verschönerungsmaßnahmen“ im Zimmerbereich, der Hotelhalle und den Restaurants. Gegenwärtig steht eine größere Umbaumaßnahme an. Die Haustechnik wird komplett erneuert. Wir legen Zimmer zusammen und schaffen so größere Doppelzimmer, Junior-Suiten und Suiten. Wir werden alle Zimmer behutsam modernisieren, Tradition/ Klassik mit Moderne verbinden und kombinieren. Dieser große Umbau ist in zwei Schritten geplant, beginnend in der Winterpause 2017/18. Drei Jahre später folgt ein weiterer Bauabschnitt. Dazwischen und danach ist geplant, zumindest einen Teil des Hotels ganzjährig zu betreiben. Unsere Region ist eine der schönsten Deutschlands zu jeder Jahreszeit. Eine positive Entwicklung des Tourismus am Bodensee ist seit Jahren erkennbar, in dem Individualgast- sowie Tagungssektor. Durch den Neubau der Inselhalle Lindau wird unsere Stadt noch attraktiver und das Tagungsgeschäft optimiert. Ein zusätzliches Bettenangebot in den Rand- und Wintermonaten kann unser Haus somit abdecken. Der Individualgast bevorzugt auch in den Wintermonaten Naherholungsgebiete und verbringt auch die Weihnachtszeit gerne in einem Hotel mit besonderer Atmosphäre. Zum Thema Kulinarik und Events: Unsere Küchenchefin legt größten Wert auf die Verarbeitung von heimischen Produkten. Ihre Speisekarte spiegelt die Jahreszeiten der Bodenseeregion wider, das Angebot umfasst klassische, regionale und moderne Gerichte. Mit viel Fingerspitzengefühl planen wir jedes Jahr besondere Highlights für Hotelgäste und „Nachbarn“. Vom klassischen Konzert mit jungen Künstlern, über open air Veranstaltungen im Parkstrandbad bis zu kulinarischen Events – wie Brunch, Barbecue und Küchenparty – decken wir ein breites Spektrum hochinteressanter Angebote ab. Was möchten Sie im Jahr 2017 mit dem Grand Hotel Bad Schachen erreichen, welche Ziele haben Sie sich gesetzt? Ein Grand Hotel ist ein großes und sehr gut ausgestattetes Hotel, das höhere bauliche, architektonische und kulinarische Ansprüche erfüllt; es soll eine Differenzierung zu Standard-Hotels schaffen und seine Exklusivität herausstellen. Für mich persönlich stand das Grand Hotel früher für seh- und greifbaren Luxus, in Form von Prunk, exklusivster Bauweise und Ausstattung sowie Lage. Heute steht für mich das Grand Hotel für fühlbaren Luxus: Tradition, Atmosphäre, persönliche Betreuung, Ruhe, Loslassen, totale Entspannung, Zeit für sich, wieder zu sich selbst finden, individuelle Ausstattung, großzügige und lichtdurchflutete Hotelhalle und Restaurants, sensationelle Lage und beruhigende Landschaft. Unsere Vorfahren haben genau diese Basis für ein Grandhotel geschaffen und in diesem Sinne möchte ich unser Hotel der nächsten Generation übergeben. Unser Hauptziel ist, den Gästen für die Zeit, die sie bei uns verbringen, einen Ort der Geborgenheit, Entschleunigung, Entspannung und magischer Momente zu bieten, ganz nach dem Motto von Andreas Odenwald/ Günter Schöneis, „Stilvoll leben und genießen mit Geist und Geschmack.“


Etwas Besonderes: Tagen am Bodensee Bad Schachen 1 D-88131 Lindau

Lassen Sie sich von der Schönheit der Bodenseeregion inspirieren. Genießen Sie außergewöhnliches Ambiente, hochwertige Gastronomie, aufmerksamen Service und diskrete, professionelle Betreuung für Ihre Veranstaltung.

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Das Hotel Bad Schachen ist der ideale Platz für kreativen Austausch und produktives Arbeiten.

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Ihre Ferien- und Tagungshotels zu jeder Jahreszeit. Das Hotel Bayerischer Hof mit den angrenzenden und zugehörigen Häusern Reutemann und Seegarten liegt direkt an der Seepromenade und bietet Ihnen in einzigartiger Lage grandiose See- und Bergsicht. Neben allen zeitgemäßen Annehmlichkeiten erwarten Sie elegante Zimmer und exklusive Suiten sowie Veranstaltungsräume mit ganz besonderem Flair. Erleben Sie die Atmosphäre und die in über 160 Jahren gewachsene stilvolle Familientradition, dem Gast immer das Beste bieten zu wollen. S EEPROMENADE I D-88131 L INDAU /B ODENSEE I TELEFON : +49 (0) 83 82 - 91 50 I FAX +49 (0) 83 82 - 91 55 91 I E - MAIL :

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Grand Hotel Bad Schachen | Bayrischer Hof Lindau | Tourismus 93


TAGUNGS- UND KONGRESSLANDSCHAFT

Rund um den Bodensee finden jedes Jahr zusammengenommen mehr als eintausend Kongresse, Tagungen und Großveranstaltungen statt, angefangen bei Kongressen mit weltweiter Bedeutung im medizinischen Bereich über internationale Verbandskongresse und große Firmenveranstaltungen bis hin zur jährlich stattfindenden Lindauer Nobelpreisträgertagung. Der Tagungs- und Kongresstourismus ist dabei in den letzten Jahren stark gewachsen und bildet einen weiteren wichtigen Wirtschaftszweig in der internationalen Bodenseeregion. Dies zeigt sich bei den Investitionen sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich. Weit mehr als 300 Millionen Euro wurden in den vergangenen Jahren in den Neu- und Ausbau von Kongress- und Tagungseinrichtungen investiert. In Konstanz wurde 2016 das neue Bodenseeforum eröffnet, Mitte 2017 werden die Umbauten der Lindauer Inselhalle abgeschlossen. Auf der Insel Mainau wurde schon 2014 der Comturey Keller zu einem multifunktionalen Veranstaltungsraum modernisiert

und die Messe Dornbirn eröffnet 2017 drei weitere neue Messehallen, um nur einige Bespiele zu nennen. Nicht zu vergessen seien an dieser Stelle die bestehenden Messen in Friedrichshafen und die OLMA Messen St.Gallen, die weit über die Region ausstrahlen. Neben der Modernisierung des Raumangebotes stellen sich auch die Persönlichkeiten hinter den Kulissen den sich veränderten Rahmenbedingungen. Die im Netzwerk „Bodensee Meeting“ zusammengeschlossenen Partner sind Initiator des „micelab Bodensee“, welches aus 13 Vertretern der Kongressbranche, des Tourismus und der Wirtschaft besteht. Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich das Netzwerk mit der Vermarktung des Bodenseeraums als Tagungs- und Kongressregion. Mit dem Projekt „micelab Bodensee“ zur Erforschung der Kongresszukunft ist die Region zum Impulszentrum der Branche geworden. Weiter Informationen dazu unter www.micelab-bodensee.com

Foto: Bruno Klomfar

BODENSEE


Punktlandung. Die Planung Ihres nächsten Konferenzprojekts kann so einfach wie erfolgreich sein. Sprechen Sie mit uns und entwickeln Sie mit einem Netz aus langjähriger Erfahrung und inspirierenden Möglichkeiten eine unvergessliche Veranstaltung. In einem der führenden Kulturund Kongresszentren in der Vierländerregion Bodensee.

Immer bewegend.


BODENSEEFORUM KONSTANZ DAS NEUE VERANSTALTUNGSHAUS AM SEERHEIN

Eine Location für Events, Kongresse und Tagungen mit bis zu zwölf flexibel gestaltbaren Räumen. Ein Ort für rauschende Feste und unvergessliche Konzert-, Show- und Musicalabende mit über 1.100 Sitzplätzen. Mit eigenem Bootsanleger und einer großen Glasfront zum Seerhein ist das Haus ein Bekenntnis zur Lage am Wasser. Durch intensive Zusammenarbeit mit regionalen Hotels und Caterern gibt es die Möglichkeit zur Buchung aus einer Hand, modernste (Innen-)Architektur setzt einen inspirierenden Rahmen, die Illumination der Räume folgt dabei ganz den Farbvorstellungen der Gäste. Das Haus wurde am 21. Oktober 2016 eröffnet.

KONTAKT Bodenseeforum Konstanz Reichenaustr. 21 D-78467 Konstanz Tel. +49 (0) 7531 127280 info@bodenseeforumkonstanz.de www.bodenseeforumkonstanz.de

Flexible Konzepte für alle Events

Technik deluxe

Das Bodenseeforum bietet ein hochgradig variables, modulares Raumkonzept, das sich ganz dem Bedarf seiner Mieter anpasst. Das Angebot umfasst 2.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche, der kleinste buchbare Raum hat 63 Quadratmeter. Der große Saal im Erdgeschoss fasst bei Konzertbestuhlung 1.104 Sitzplätze, allein er kann in elf Varianten umgestaltet werden. Bei Festen mit Bankett-Bestuhlung finden hier bis zu 800 Gäste Platz. Nicht nur die Bestuhlung, sondern auch die Positionierung der Bühne ist individuell anpassbar. Durch die Teilung mit mobilen Wänden sind parallele Raumnutzungen mit akustischer Trennung möglich. Auf einer Galerie liegen weitere Besprechungs- und Konferenzräume. Einen besonderen Design-Schwerpunkt setzt eine illuminierbare Lochwand, die im Erdgeschoss um das Haus läuft und sowohl nach innen als auch nach außen strahlt. Dabei sind 700 Farbvarianten möglich – frei wählbar nach Corporate Colors oder Themenfarben der Veranstaltung.

Nicht nur die Saalaufteilung ist im Bodenseeforum variabel, auch die Videotechnik lässt sich den jeweiligen Anforderungen anpassen. Es gibt verschiedene Leinwandgrößen und Projektoren (mit ANSI Lumen-Werten bis zu 20.000), die je nach Einsatzzweck gehängt werden. Läuft ein Video oder eine Power Point-Präsentation in einem Saal, ist es per Knopfdruck möglich, diese auch in alle anderen Räume zu übertragen. Im neuen Konstanzer Veranstaltungshaus wird selbstverständlich auch mitgebrachte Technik mit dem Haus connectet. Mithilfe einer individuellen Zugangskennung kann man sich drahtlos per Laptop, Tablet oder Smartphone unkompliziert in das System einloggen. Das Bodenseeforum wird nicht nur als Tagungs- und Kongresshaus genutzt, sondern ist auch Location für Konzerte und andere Events.

96 Tagen am Bodensee | Bodenseeforum Konstanz

Reibungslose Interaktion dank Super-WiFi Die WLAN Anlage des Bodenseeforums ist eine der modernsten, die es gibt. 1.600 Geräte können mit


Foto: Wolfgang Scheide Foto: Lorth Gessler Mittelstaedt

einer leistungsfähigen Internetverbindung (100 Mbit/s) bedient werden. Das WLAN wird auch genutzt, um die Tagungen und Kongresse interaktiver zu gestalten. Im Bodenseeforum wird dies unter anderem durch internetbasierte Abstimmanlagen umgesetzt. Dieses System ein wichtiger Teil moderner Didaktik. Unkompliziert können sich die Teilnehmer einbringen und mit ihren mobilen Geräten Feedback geben oder Multiple-Choice-Fragen beantworten. Diese Abstimmungen werden sofort grafisch dargestellt und können so schnell erfasst werden. Nicht nur beim Schwerpunkt Interaktivität folgt das Bodenseeforum Konstanz der Philosophie des micelab:bodensee. Auf Wunsch unterstützen micelab-Experten die Konzipierung und Dramaturgie des Tagungsablaufs.

kontingent für die Gäste des Bodenseeforums bereit, sodass auch bei größeren Kongressen für alle Teilnehmer eine Unterkunft gefunden wird. Mit Zürich liegt der größte Flughafen der Schweiz nur 45 Autominuten entfernt, jede halbe Stunde fährt ab hier zudem ein Zug Richtung Konstanz. Wer mit dem eigenen Fahrzeug kommt, kann natürlich auch am Bodenseeforum parken – 500 hauseigene Parkplätze stehen den Besuchern hier zur Verfügung. Nicht die schnellste, aber die schönste Anreisemöglichkeit: mit dem Schiff am Bootsanleger des Bodenseeforums vor Anker gehen.

Cateringpool mit regionalem Schwerpunkt

The biggest town on Lake Constance has a new venue for congresses and events. Bodenseeforum Konstanz has got off to a excellent start. The venue opened on 21 October 2016. Bookings and requests have already been received up to 2018, also from companies outside German-speaking Europe. The centre is an ideal venue for meetings and conferences, company and cultural events, presentations, trade fairs and exhibitions. It also features a highly variable room allocation concept that can be adapted to the needs of each tenant. The rooms can be changed individually for each event and offer space for smaller events with 50 people as well as major events with up to 1,100 guests. Bodenseeforum Konstanz with more than 2,000 square metres of floor space is situated directly on the newly designed promenade along the Seerhein. Large glass facades in almost every room offer panoramic views of the water and the old town nearby.

Egal, ob Hochzeit oder Ärztekongress, das Essen bei einer Veranstaltung muss schmecken und der Service stimmen. Das Bodenseeforum Konstanz setzt deswegen auf Regionalität, Frische und auf das Know-how der heimischen Traditionsgastronomie. Vom veganen Bio-Restaurant bis zum Konstanzer Metzger – die Partner und Lieferanten sind allesamt kulinarische Institutionen in der Region.

Ankommen, unterkommen, rumkommen

Foto: Wolfgang Scheide

Foto: Lorth Gessler Mittelstaedt

Das Bodenseeforum liegt im Konstanzer Stadtteil Petershausen nördlich des historischen Stadtkerns direkt am Seerhein. Innovative Gastronomie mit großen Freisitzen, charmante Cafés und eine neu angelegte Outdoor-Lounge mit einem Holzdeck am Wasser bilden die perfekte Nachbarschaft. „Preferred Hotels“ aus allen Sternekategorien halten ein Zimmer-

❯ ENGLISH SUMMARY


INSELHALLE LINDAU

DIE NEUE TAGUNGS- UND EVENTLOCATION IM BODENSEE

Drei Säle, zwölf Konferenzräume, 46 Möglichkeiten: Die Inselhalle Lindau präsentiert sich künftig runderneuert und deutlich erweitert als modernes Kommunikationsforum direkt am Bodenseeufer.

Tagen direkt am Bodensee Lindau im Bodensee bietet eine internationale Atmosphäre im Drei- ländereck Deutschland – Österreich – Schweiz. Eingefasst vom Bodensee auf der einen und der historischen Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen auf der anderen Seite, bietet die neue Inselhalle Lindau eine einzigartige Plattform für Veranstaltungen. Tagungen und Kongresse haben in Lindau eine lange Tradition. Die seit 1951 stattfindende Nobelpreisträgertagung ist das wohl bekannteste Aushängeschild. Jedes Jahr treffen sich hier über 30 Nobelpreisträger mit rund 600 Nachwuchswissenschaftlern zum Austausch und Dialog.

Flexibles Raumangebot Drei Säle bilden das Herzstück des neuen Tagungs- und Veranstaltungszentrums. Sie erstrahlen nach der Sanierung festlicher denn je und ihre bewährte Akustik überzeugt weiterhin sowohl bei Tagungen als auch bei Konzertveranstaltungen. Um diesen Kern gruppieren sich zehn neue Konferenzräume im Erdgeschoss und zwei weitere im Untergeschoss. Der Clou: Dank eines modularen Konzepts entstehen so 46 Variationsmöglichkeiten für Veranstaltungen unterschiedlichster Art und Größe. So sind große Vorträge mit über 1.100 Teilnehmern ebenso möglich, wie kleine Workshops und Seminare in kombinierbaren Konferenzräumen und

Breakout-Rooms. Die Lage direkt am Bodensee lässt sich dabei voll und ganz auskosten: Wie wäre es mit einer Kaffeepause mit Seeblick im Seefoyer? Oder mit einem entspannten Get-together im großzügigen Hauptfoyer? Und für die Mittagspausen steht ein separater Bankettbereich zur Verfügung. So müssen keine Umbauzeiten eingeplant werden und es bleibt mehr Zeit für Begegnungen außerhalb des Tagungsraumes.

Veranstaltungsservice aus einer Hand Von der Planung über die Hotelbuchung bis zur Gastronomie und dem begleitenden Rahmenprogramm übernimmt das professionelle Team der Inselhalle Lindau die Organisation und Kommunikation und unterstützt Veranstalter mit einem Full-Service aus einer Hand. Auch die Anreise gestaltet sich äußerst komfortabel: Mit der Bahn kommen die Teilnehmer direkt auf der Lindauer Insel an der Hafenpromenade an und finden ihren Weg fußläufig bis zur Inselhalle und den umliegenden Unterkünften. Außerdem steht ein Parkhaus mit rund 400 Plätzen zur Verfügung und der nächste Flughafen ist auch nur 30 Minuten entfernt. Manchmal braucht man für neue Ideen einfach einen Tapetenwechsel. Und die Tapete der Inselhalle Lindau bietet Bodenseeblick. KONTAKT Inselhalle Lindau, Zwanzigerstraße 10, Postanschrift: Alfred-Nobel-Platz 1, D-88131 Lindau, Tel. +49 (0) 8382 260023 info@inselhalle-lindau.de, www.inselhalle-lindau.de


VIERLÄNDERREGION

Das Wirtschaftsmagazin Bodensee zeigt die Vierländerregion Bodensee als Magnet für kreative Menschen, innovative Unternehmen, modernes Regionenmarketing und erfolgreiche Standort- und Wirtschaftsförderung.

Foto: Achim Mende

BODENSEE


VIERLÄNDERREGION BODENSEE VIER LÄNDER, EINE REGION, EIN SEE – DER BODENSEE VERBINDET MENSCHEN UND LÄNDER ÜBER GRENZEN HINWEG UND HAT WIRTSCHAFTLICH VIEL ZU BIETEN.

Die Vierländerregion Bodensee erstreckt sich als internationaler Verflechtungsraum über vier Nationalstaaten und strahlt mit einer geringen Arbeitslosenquote sowie einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von insgesamt 102,3 Mrd. Euro.

Thorsten Leupold Geschäftsführer der Bodensee Standort Marketing GmbH KONTAKT Bodensee Standort Marketing GmbH Max-Stromeyer-Straße 116 D-78467 Konstanz www.bodenseestandortmarketing.com

Thorsten Leupold Geschäftsführer / CEO Tel. +49 (0) 7531 1145 info@b-sm.com Gefördert durch:

EUROPÄISCHE UNION Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung

Ein innovativer und leistungsstarker Mittelstand, darunter zahlreiche „Hidden Champions“, ebenso wie große, international erfolgreich agierende Unternehmen, prägen die wirtschaftliche Vielfalt der Region. Sie ist gefragter Wohnort und begehrtes Urlaubsziel zugleich und liegt mit einem BIP pro Kopf von 45.500 Euro im Vergleich mit anderen Ländern und Regionen Deutschlands und Europas im Ranking weit vorn. Der renommierte Zukunftsforscher Matthias Horx sieht die Region gar auf dem besten Weg, eine der künftigen Top-Regionen Europas zu werden. Ausschlaggebend für den wirtschaftlichen Erfolg ist dabei auch die hervorragende Forschungs- und Bildungslandschaft mit mehr als 29 Hochschulen im Verbund der Internati-

stehen hier in positivem Einklang. Die Kombination aus wirtschaftlicher Stärke, Innovationsgeist, einzigartiger Lebensqualität sowie Zugang zu Investoren und gut ausgebildeten Arbeitnehmern schätzen nicht zuletzt viele Start-ups, die sich in der Region ansiedeln. Hier lebt, arbeitet und forscht man mit Seeblick – und hat stets den Erfolg vor Augen. Das Branchenspektrum ist breit gefächert. Um den internationalen Bodenseeraum im stetigen Wettbewerb der Regionen gemeinschaftlich und nachhaltig als starken Wirtschaftsstandort zu positionieren und zu vermarkten, wurde 2010 das Projekt „Internationaler Wirtschaftsraum Bodensee“ (IWB) mit 28 Projektpartnern und -beteiligten aus den vier Anrainerstaaten gestartet. Als ein Meilenstein ging hieraus die Vierländerregion Bodensee hervor. Als unverwechselbare Regionenmarke stellt sie die Stärken und Potenziale der Region unter ein Dach, kommuniziert diese nach innen und außen und gibt der Region ein gemeinsames Gesicht. Der einheitliche Markenauftritt ist somit sichtbares Zeichen einer

„Vermeintliche Gegensätze wie Ruhe und Dynamik, Tradition und Innovation, Regionalität und Internationalität stehen hier in positivem Einklang.“ onalen Bodensee Hochschule (IBH). Kurzum: In der Vierländerregion Bodensee bieten sich ideale Lebens- und Arbeitsbedingungen inmitten einer der landschaftlich schönsten Regionen Europas, bei der sich die Unterschiede der vier Anrainerstaaten Deutschland, Schweiz, Österreich und Liechtenstein zu einer spannenden und unverwechselbaren Vielfalt verbinden. Vermeintliche Gegensätze wie Ruhe und Dynamik, Tradition und Innovation, Regionalität und Internationalität

100 Vierländerregion Bodensee | Bodensee Standort Marketing GmbH

langjährigen und erfolgreichen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, die auf eine anhaltende Stärkung und Förderung des Wirtschaftsraumes, seiner Akteure und Bewohner ausgerichtet ist. Durch die Verwendung der Regionenmarke ist die Herkunft sofort identifizierbar und lässt durch die Assoziation mit dem Bodensee bei Touristen, Fachkräften und potenziellen Kunden positive Emotionen spüren – ein großer Mehrwert für Unternehmen, Institutionen und Kommunen,


die als Lizenznehmer exklusiv das Logo sowie den Imagefilm der Region in ihrer Kommunikation einsetzen können. Über 280 Lizenzpartner sind bereits „mit an Bord“ und „zeigen Flagge“ für die Region. Ein weiteres Highlight setzte das Projekt mit dem Launch des mittlerweile mit einem renommierten W3-Gold-Award prämierten Internetportals www.vierlaenderregion-bodensee.info. Mit seinem innovativen und lebendigen Design ist das Portal ebenso einzigartig, sympathisch und vielschichtig wie die Region und die Menschen, die in ihr leben und arbeiten. Unter den fünf Kategorien „Leben, Lernen, Arbeiten, Entdecken und Investieren“ erzählen Menschen aus der Region ihre persönliche Geschichte und machen auf diese Weise die spannende Vielfalt der Vierländerregion Bodensee erlebbar. Der Erfolg des Interreg-geförderten Projektes IWB wird seit 2015 im Rahmen des neuen Projektes „Vierländerregion Bodensee“ fortgesetzt. Aufbauend auf den Errungenschaften von IWB und einer Intensivierung der überregionalen Zusammenarbeit wird das Ziel verfolgt, den grenzüberschreitenden Verflechtungsraum rund um den Bodensee auch auf internationaler Ebene als wirtschaftsstarken und zukunftsorientierten metropolitanen Wirtschafts- und Lebensraum zu verankern und die Regionenmarke über die teilregionalen Grenzen hinaus als Markenzeichen der Region zu etablieren. Mit der Gewinnung weiterer Projektpartner und einer Förderung durch Interreg V wurden hierfür die Weichen gestellt. Erste ansprechende Kommunikationsmaßnahmen wie der Dreh neuer Kategoriefilme für das prämierte Internetportal oder das Angebot individualisierbarer Internet-Teaser für Lizenznehmer der Regionenmarke wurden bereits umgesetzt. Weitere vielfältige Maßnahmen wie die Etablierung eines Online-Shops mit attraktiven Werbemitteln und Produkten zur Vierländerregion Bodensee folgen.

❯ ENGLISH SUMMARY Nowadays, regions are in competition with each other in many respects. “Four-country region Bodensee“ stands out as a distinctive brand for the region with a holistic approach. The aim is to position and market the region of Lake Constance as a strong business location and

to combine its existing strengths in a concerted effort. This means not only making the most of the economic advantages, but also capturing existing potential in the areas of tourism, science & education, culture and politics. In this respect, the “Four-country region Bodensee“ brand is the visible result of many years of cross-border cooperation, promoted by the EU Interreg IV support programme as well as other partners and networks. The brand represents the region, uniting its various facets and potential under one roof, communicating them within and outside the region, and giving it a shared identity. The activities of the IWB (International Economic Region of Lake Constance) project are geared towards strengthening and promoting the economic region, its subregions and neighbouring countries (Germany, Switzerland, Austria and Liechtenstein), as well as its population in the long term. Since 2015, the focus of the “Four-country region Bodensee“ project has been on continuing and consolidating this success.

Die Bodensee Standort Marketing GmbH ist als überregionale Wirtschaftsförderung Ansprechpartner in der Vierländerregion Bodensee und hat zur Aufgabe, das Profil der Region als Wirtschaftsstandort zu stärken. Als Lead-Partner war die Bodensee Standort Marketing GmbH (BSM) am seeumfassenden Marketing- und Kommunikationsprojekt „Internationaler Wirtschaftsraum Bodensee“ (IWB) beteiligt, aus dem die Regionenmarke „Vierländerregion Bodensee“ hervorging. Nun ist die BSM auch Lead-Partner des Projektes „Vierländerregion Bodensee“. Als Markeninhaberin und Projektkoordinatorin ist die BSM für das Markenmanagement der Vierländerregion zuständig, bietet Beratung rund um den Standort, Investorenservices sowie Unterstützung bei Ansiedlungsanfragen. Die BSM betreut die Clusterinitiative Bodensee (CLIB), ist auf den Fachmessen EXPO REAL und MIPIM vertreten, ist Geschäftssitz der Business Angels Switzerland (BAS) Bodensee-Sektion und sichert den regionalen Fachkräftebedarf.

Bodensee Standort Marketing GmbH | Vierländerregion Bodensee 101


BODENSEE BOTSCHAFTERCLUB Interview mit Josef Mattle – Stadtammann a.D. (von der innovativen Stadt Bischofszell), Wirtschaftsförderer, Touristiker und engagierter Gesellschafter der Bodensee-Standort-Marketing GmbH und neuer Präsident des Vereins „Vierländerregion Bodensee Botschafterclub e.V.“ Seit Anfang des Jahres 2016 sind Sie der neu gewählte Präsident des „Vierländerregion Bodensee Botschafterclub e.V.“. Mit Blick in die Zukunft, wo liegen die Arbeitsschwerpunkt für das Jahr 2017? In erster Linie müssen wir bestehende Leitsätze des Vereins „Vierländerregion-Bodensee-Botschafterclub e.V.“ wieder vermehrt mit Leben füllen. Wir wollen unsere emotionale Verbundenheit mit der Region stärken und die Vierländerregion Bodensee mit ehrenamtlicher Lobbyarbeit nach Innen und nach Außen aktiv vertreten. Mit einer aktiven Kommunikation innerhalb des Botschafterclubs wollen wir erreichen, dass die konkrete Zusammenarbeit der Botschafter verbessert wird. Und dann geht es darum, zu klären, welche Form der Zusammenarbeit mit dem Bodenseerat anzustreben ist, bis hin zu den Überlegungen eines Zusammenschlusses. Auch die bestehende Form des Vereins sollte nochmals diskutiert werden, da sich heute wenige Geschäftsleute, Touristiker, Kulturschaffende und Politiker in einem Verein mit Vereinsbeitrag verpflichten wollen. Eine offenere Form wäre vielleicht eher angebracht. In der Vergangenheit war er ja immer wieder eine Organisation, die unterschiedliche Akteure zusammengeführt hat. Wo sehen Sie Handlungsbedarf in der Entwicklung der internationalen Zusammenarbeit am See? Was kann der Botschafterclub „Vierländerregion BODENSEE“ da konkret bewirken? Mit Etablierung der Regionenmarke Vierländerregion Bodensee wurden wichtige Schritte für die Zukunft unserer Region unternommen. Wir schätzen die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, die hierdurch intensiviert wird. Als Botschafter kann man durch sein Engagement erreichen, dass die Vierländerregion Bodensee als attraktiver und lebenswerter Wirtschaftsstandort in Europa weltweit wahrgenommen wird. Die Botschafter und Botschafterinnen sollen als organisierte internationale Einheit für die Bodenseeregion einstehen und das Zusammengehen für ein prosperierendes Leben fördern. Die spannende Vielfalt der Vierländerregion Bodensee zeigt sich unter anderem darin, dass sich alle Besonderheiten, Angebote und Charakteristika der Region aus sich ergänzenden und gegenseitig bedingenden Spannungsfeldern beschreiben lassen: der Wirtschaftsraum, die touristische Destination, die Kultur und andere Bereiche, die unsere Region einzigartig machen. Und letztlich geht es vor allem darum, den Bodensee auch emotional als Raum der Begegnung für alle zu lancieren – nicht nur für die Regierungen! Welche konkreten Vorteile bietet der Botschafterclub „Vierländerregion Bodensee“ seinen Mitgliedern und welche Erwartungen hat der Club, haben Sie persönlich an die Mitglieder? Der Botschafterclub ist ein Zusammenschluss von engagierten Personen – Botschaftern – aus Wirtschaft, Tourismus, Wissenschaft, Kultur, Politik und Verwaltung. Wir kommunizieren die besonderen Standortvor102 Vierländerregion Bodensee | Bodensee Botschafterclub

teile der Vierländerregion Bodensee nach innen und außen, fördern die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und stärken damit nachhaltig die Region rund um den Bodensee. Eine Region, die sich beispiellos durch eine innovative Wirtschaft, exzellente Wissenschaft und hervorragende Lebensqualität auszeichnet. Andere wollen es, wir haben es! Der Botschafter und die Botschafterin können und dürfen das Logo „Vierländerregion Bodensee Botschafterclub“ in ihrer Eigenschaft als ehrenamtliche Botschafter nutzen. Der Botschafterclub engagiert sich für die Vernetzung der Menschen rund um den Bodensee. Daraus soll ein Gewinn erzielt werden, dass diese Persönlichkeiten mit dem Einsatz in ihrem Umfeld für die Bodenseeregion etwas tun. Das nützt letztlich allen Beteiligten. Zum Schluss noch eine persönliche Frage? Was ist Ihr Antrieb, sich als Präsident des Botschafterclubs „Vierländerregion Bodensee“ zu engagieren? Der Bodensee ist der Mittelpunkt unseres Zusammenlebens. Die Landschaft, die Länder und vor allem die Menschen um ihn herum, machen ihn zu einer Region, wie es wohl keine zweite gibt. Rund um den Bodensee leben und arbeiten drei Millionen Menschen. Die Region erstreckt sich über vier Nationalstaaten, verschiedene Kantone, Landkreise und Bundesländer. Mit den vielen wirtschaftlichen und freundschaftlichen Beziehungen ergab sich die Möglichkeit, im Jahre 2005 den Botschafterclub zu gründen. Ich durfte von Anfang an dabei sein und im Führungsgremium – dem sogenannten Beirat – mitwirken, um zur Vernetzung der Menschen rund um den Bodensee maßgeblich beizutragen. Zeitweise übernahm ich schon früher den Vorsitz und konnte somit die Weiterentwicklung dieser Zielsetzung mit der Überführung in die neue Form des Botschafterclubs der „Vierländerregion Bodensee“ verwirklichen. Daran weiter zu arbeiten macht mir als Präsident des „Vierländerregion Bodensee Botschafterclub e.V.“ viel Freude. Vierländerregion Bodensee Botschafterclub e.V. www.b-sm.com/vierlaenderregion-bodensee-botschafterclub.html josef.mattle@b-sm.com


„Ein rasendes Tempo bestimmt den Wandel unserer Welt. Und jeder sieht sie durch die Brille seiner eigenen Timeline. Die Deutungshoheit teilen sich die 19 Uhr-Nachrichten längst mit Facebook & Co. Mit der Splittung der relevanten Kanäle steigen die Anforderungen an die Kommunikation. Dafür braucht es heute mehr denn je: Botschaftenklarheit, Zielgenauigkeit und Ehrlichkeit.“ Petra Reinmöller Kommunikation mit Haltung. Dafür steht PR2.

PR2 Petra Reinmöller Public Relations GmbH Beratung und Konzepte, Pressearbeit, Medientraining, Social Media (Marketing und Content) Spezialisiert auf Kommunikation in Tourismus und Kultur Max-Stromeyer-Str. 116 | D-78467 Konstanz www.pr2.de | www.facebook.com/PR2PR


Foto: Achim Mende

DEUTSCHLAND

Der Katamaran im Hafen Friedrichshafen.


Foto: Achim Mende

„ „KOOPERATION ZAHLT SICH AUS“ INTERVIEW MIT DR. NICOLE HOFFMEISTER-KRAUT MDL, MINISTERIN FÜR WIRTSCHAFT, ARBEIT UND WOHNUNGSBAU DES LANDES BADEN-WÜRTTEMBERG

Frau Dr. Hoffmeister-Kraut, bisher waren Sie vor allem unternehmerisch tätig, nun gestalten Sie als Landesministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau von Baden-Württemberg die Politik in einem erheblichen Maße mit. Welche Herausforderungen hält das Amt für Sie persönlich bereit und welche Ziele haben Sie sich gesetzt? Nicole Hoffmeister-Kraut: Wir haben viel vor in den kommenden Jahren. Dabei schadet es nicht, dass ich weiß, wie die Wirtschaft tickt, wie die Realität in den Unternehmen aussieht, wo die Probleme liegen. Unsere Spitzenstellung als Innovationsregion Nummer eins in Europa müssen wir weiter ausbauen und langfristig sichern. Dabei ist es von zentraler Bedeutung, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen. Hier müssen wir als Land vor allem dem Mittelstand, den kleinen und mittleren Unternehmen zur Seite stehen, aber auch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mitnehmen. All das verbirgt sich hinter den Stichworten Wirtschaft 4.0/Arbeit 4.0. Weitere Ziele sind die

Fachkräftesicherung, der Ausbau der Gründerkultur und die schnelle Schaffung bezahlbaren Wohnraums. Sie werben dafür, dass sich Europa gemeinsam in Position bringen soll, um auch zukünftig als wettbewerbsfähiger Standort aufgestellt zu sein. Die Zusammenarbeit in der EU/Europa scheint momentan schwieriger denn je. Wie kann die Vierländerregion Bodensee als Musterregion für eine internationale Zusammenarbeit dienen? In der Tat bin ich – trotz mancher Schwierigkeiten und Rückschläge – zutiefst davon überzeugt, dass es nur im europäischen Verbund gelingt, handelspolitische Interessen weltweit mit entsprechendem Nachdruck zu artikulieren. Gemeinsam ist man letztlich stärker, trotz aller Konkurrenz auch zwischen Partnern. Um gegenüber den USA oder China bzw. Asien insgesamt nicht an Gewicht zu verlieren, bin ich dafür, auch nach einem etwaigen Ausscheiden Großbritanniens aus der EU das InInterview Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut | Standort Deutschland 105


Foto: Michael Häfner

selreich möglichst weitgehend einzubinden. Die Zusammenarbeit der Vierländerregion am Bodensee kann dabei in Teilen durchaus Vorbildfunktion haben. Denn zur Vierländerregion gehören mit den Schweizer Kantonen ebenfalls Gebiete, die nicht Mitglied der EU, aber durch bilaterale Verträge verbunden sind. Auch das Fürstentum Liechtenstein ist über den Europäischen Wirtschaftsraum mit der EU verzahnt. In der Vierländerregion und der Internationalen Bodensee Konferenz IBK arbeiten wirtschaftspolitisch starke Regionen in konkreten Projekten an gemeinsamen Zielen eng zusammen - diese Art der Kooperation ist für die Wettbewerbsfähigkeit in ganz Europa sicherlich vorbildhaft. Kooperation zahlt sich aus, das ist ja auch ökonomisch erwiesen. Wohnraum und Landreserven am baden-württembergischen Bodensee sind rar, der aktuelle Bedarf nach Wohnraum und Gewerbeflächen aber ist groß. Wie beurteilen Sie die Situation auch im Hinblick auf künftige Entwicklungen? Nicht nur am Bodensee, in vielen Teilen des Landes besteht Bedarf, ausreichenden und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Das wird mehr und mehr zu einer Frage des sozialen Zusammenhalts, aber auch zum Standortfaktor. Gleichzeitig ist es wichtig, dass sich Gewerbebetriebe erweitern oder neu ansiedeln können. Hierfür braucht es − bedarfsgerecht − geeignete und auch verfügbare Flächen. Konsequente Innenentwicklung kann hier einen wichtigen Beitrag leisten. Daher unterstützen wir die Städte und Gemeinden bei der Aktivierung ihrer Entwicklungspotenziale im Innenbereich, beispielsweise mit dem Förderprogramm „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“. Auf lange Sicht gilt es vor allem, effizient und nachhaltig mit unseren bestehenden Siedlungs- und Infrastrukturen umzugehen und diese zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Das Thema Elektromobilität und automatisiertes Fahren rückt im Autoland Baden-Württemberg immer stärker in den Fokus, auch etliche Unternehmen in der Bodenseeregion sind in dieser Branche tätig. Erste Stimmen einer „Autowende“ werden laut. Wie kann eine solche „Wende“ gelingen? 106 Standort Deutschland | Interview Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut

In der Automobilindustrie gibt es durch Elektrifizierung und Digitalisierung einen sich beschleunigenden und tiefgreifenden Technologieund Strukturwandel, der deutschlandweit Auswirkungen auf etwa jeden dritten Zulieferer hat. Baden-Württemberg hat durch seine traditionell gewachsenen Strukturen und seine besondere Unternehmenslandschaft – unterstützt durch exzellente Forschungs- und Hochschuleinrichtungen – die besten Voraussetzungen, auch zukünftig eine weltweit führende Rolle im Fahrzeug- und Mobilitätssektor einzunehmen. Wir dürfen uns aber nicht auf Erfolgen der Vergangenheit oder der aktuell guten Wirtschafts- und Beschäftigungslage ausruhen. Um die Innovations- und Wachstumschancen zukünftiger Mobilitätsformen nutzen zu können, müssen unsere Unternehmen ihre traditionellen Geschäftsmodelle reformieren, Technologiekompetenzen gezielt ausbauen und Strategien systematisch anpassen. Unser gemeinsames Ziel von Politik und Wirtschaft muss es sein, Baden-Württemberg als eine der wichtigsten Entwicklungs- und Produktionsregionen im Bereich der elektrifizierten und digitalisierten Mobilität zu positionieren. Ich bin dankbar, dass die IBK das Thema Elektromobilität aufgreift, zuletzt im September 2016 mit einem großen Kongress durch den Kanton Zürich. Denn der Verkehr macht nicht an der Grenze halt, Veränderungen müssen direkt in größeren Zusammenhängen mitgedacht werden. „Industrie 4.0“ ist in aller Munde. Wie wird sich die „vierte industrielle Revolution“ auf die Regionalstruktur der Wirtschaft auswirken und können auch Regionen abseits der großen Wirtschaftszentren davon profitieren? Unser Vorteil in Baden-Württemberg besteht darin, dass wir mit unserer Wirtschaftsstärke auch dezentral sehr gut aufgestellt sind. Wir haben überall in der Fläche des Landes unsere sogenannten Hidden Champions sitzen. Ich bin daher überzeugt, dass unsere Unternehmen durch ihre Innovationskraft auch in Zukunft wichtige Akteure auf den Weltmärkten sein werden. Unsere Leader sind ein starker Maschinen- und Anlagenbau, die hervorragende Elektrotechnik-Industrie und weltweit führende Anbieter von Unternehmenssoftware. Durch die Nähe zu führenden Industrie 4.0-Anbietern profitieren auch die produzierenden Unternehmen in der Wirtschaftsregion Bodensee und werden künftig immer enger in


„Unser gemeinsames Ziel von Politik und Wirtschaft muss es sein, Baden-Württemberg als eine der wichtigsten Entwicklungs- und Produktionsregionen im Bereich der elektrifizierten und digitalisierten Mobilität zu positionieren.“

digital vernetzte Wertschöpfungsnetzwerke eingebunden. Auch viele junge Start-ups, beispielsweise aus dem Bereich innovativer Informations- und Kommunikationstechnik, mit ganz neuen Geschäftsmodellen werden entstehen. Natürlich braucht die intelligente Fabrik der Zukunft ein optimales Zusammenspiel von Mensch, Technik und Organisation. Mit den von uns geförderten Lernfabriken 4.0 können wir das abstrakte Konzept der Industrie 4.0 greifbar machen. In der Bodenseeregion werden die Gewerbeschule Singen und die Elektronikschule Tettnang solche Lernfabriken einrichten. Ein weiteres Beispiel ist das von der IBK begleitete Bodenseezentrum Innovation 4.0, das insbesondere den Mittelstand beim Thema Digitalisierung unterstützen soll. Die Hochschule Konstanz für Technik, Wirtschaft und Gestaltung als Koordinator dieser Aktivitäten hat bereits ein beeindruckendes Netzwerk aufgebaut und verstärkt dieses nun noch über das Know-how der Hochschulen rund um den See. Die Schweiz ist für Baden-Württemberg ein wichtiger Handelspartner. Für den Landkreis und die Stadt Konstanz bedeutet das Chancen, gleichzeitig aber auch Herausforderungen, die innerhalb Baden-Württembergs eine Sonderstellung einnehmen. Wie kann man dem im Wirtschaftsministerium gerecht werden? Baden-Württemberg ist ein erfolgreiches Exportland. Das gilt umso mehr für die Bodenseeregion, die Beschäftigung und Wohlstand wesentlich ihrer Weltoffenheit verdankt. Die Schweiz ist mit einem Handelsvolumen in Höhe von zuletzt 13,4 Milliarden Euro im Jahr 2015 einer der wichtigsten Handelspartner unseres Landes. Daher ist die Zusammenarbeit mit der Schweiz ein europapolitischer Schwerpunkt der Landesregierung. Unser Ziel ist eine Partnerschaft auf Augenhöhe, die Modellcharakter für Europa hat. Dabei müssen auch Streitfragen lösungsorientiert angesprochen werden. Das Land unterstreicht diesen Willen mit einer eigens entwickelten Schweiz-Strategie. Viele Anliegen gegenüber der Schweizer Seite teilen wir mit unseren französischen und österreichischen Nachbarn, weswegen wir hier auch Kräfte und Kanäle bündeln. Dazu gehören zum Beispiel die IBK, die deutsch-schweizerisch-österreichische Arbeitsgruppe zur Erleichterung des grenzüberschreitenden Dienstleis-

tungsverkehrs oder die deutsch-französisch-schweizerische Regierungskommission Oberrhein. Solche von uns unterstützten Foren und Gremien tragen dazu bei, konkrete Fortschritte vor Ort im bilateralen Handel mit der Schweiz zu erreichen. Als Erfolge für den grenznahen Mittelstand und das Handwerk verbuchen wir etwa Verbesserungen bei der Lohnumrechnung, der Regeltransparenz und der Verhältnismäßigkeit von Sanktionen bei Aufträgen in der Schweiz. Unsere Zusammenarbeit ist manchmal mehr ein Marathon als ein Spaziergang, aber jede erreichte Etappe kann helfen, Arbeitsplätze und Einnahmen im Bodenseeraum zu sichern. Wegen der Erstattung der Mehrwertsteuer bei Einkäufen Schweizer Kunden in Deutschland auch bei kleinen Beträgen kommt es in grenznahen Städten wie Konstanz zu langen Wartezeiten sowohl in den Geschäften als auch beim Zoll. Bisherige Vorschläge waren die Einführung einer Bagatellgrenze oder elektronische Ausfuhrzettel. Wie könnte aus Ihrer Sicht eine Lösung aussehen? Der Höhenflug des Schweizer Franken infolge der Entkopplung vom Euro hat unseren grenznahen Einzelhändlern im vergangenen Jahr gute Umsätze beschert. Das ist zunächst einmal zu begrüßen. Ich habe gleichwohl Verständnis dafür, wenn darauf hingewiesen wird, dass der Einkaufstourismus vor Ort vereinzelt auch zu Unannehmlichkeiten führt. Der Bundesrat hat im März 2016 die Bundesregierung aufgefordert, eine Bagatellgrenze von mindestens 50 Euro einzuführen. Der Ball liegt jetzt also beim Bund. Eine Bagatellgrenze kann aber nur die Symptome bekämpfen. Um an der eigentlichen Ursache etwas zu ändern, müssten vielmehr die schweizerischen Anbieter sich noch an das neue monetäre Umfeld anpassen. Dieser Prozess ist in vollem Gange. So beobachtet die IHK Hochrhein-Bodensee in ihrer Herbstumfrage sinkende Umsatzerwartungen der Branche. Eine Erklärung ist, dass die Schweizer Wettbewerber preislich nachgebessert haben und deutsche Anbieter in der Schweiz ihr Filialnetz ausbauen. Angebot und Nachfrage nähern sich nach dem Währungsschock also wieder dem Ausgangsniveau an. Das Interview führte Holger Braumann Interview Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut | Standort Deutschland 107


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HABEMUS PAPAM 600 JAHRE KONSTANZER KONZIL 2014 -2018

KONTAKT Konzilstadt Konstanz Marktstätte 1 D-78462 Konstanz www.konstanzer-konzil.de

2017 jährt sich in der europäischen Geschichte ein besonderes Datum: Vor 600 Jahren fand in Konstanz die bis heute einzige, gültige Papstwahl nördlich der Alpen statt: Am 11. November 1417 wurde Oddo Colonna im zum Konklave umgestaltete Kaufhaus am Konstanzer Hafen zum Papst gewählt. Allgemein anerkannt beendete er als Papst Martin V. das 40 Jahre währende Abendländische Schisma. Seit Ende 1414 debattierten in Konstanz kirchliche und weltliche Würdenträger aus ganz Europa beim größten Kongress der mittelalterlichen Geschichte: Bis zu 70.000 Besucher weilten während der vier Jahre des Konstanzer Konzils am Bodensee; bis zu 20.000 Menschen waren zeitweise gleichzeitig zu Gast in der Stadt. Hohe Vertreter aus Klerus und Adel kamen, um sich drängenden kirchlichen und politischen Fragestellungen zu widmen. Mit ihnen reisten zahlreiche Gelehrte, Kaufleute und Künstler, um sich vor Ort um die weltlichen Belange zu sorgen. Am „Vorabend der Renaissance“ kam es so zu einem regen Austausch von Glau-

ben und Meinungen, Wissen und Waren, Kunst und Kultur unter den europäischen Teilnehmern. Drei Jahre tagte das Konzil also bereits in Konstanz, die amtierenden Päpste Benedikt XIII. und Johannes XXIII. waren von der Versammlung abgesetzt worden, Papst Gregor XII. hatte freiwillig seinen Rücktritt erklärt. Somit war der Weg frei für eine Neuwahl. Da aber alle amtierenden Kardinäle durch Schisma-Päpste berufen waren, entschied sich die Versammlung nach langen und schwierigen Verhandlungen für die neue Wahlordnung. Neben den 23 in Konstanz anwesenden Kardinälen stellte jede der fünf „Nationes“ je sechs Wahlmänner. Am 8. November 1417 betraten die Wahlmänner das Konstanzer Kaufhaus. Dieses bot für das Konklave eine ideale Größe. Das am Hafen gelegene Gebäude war zudem an drei Seiten von Wasser umgeben und somit gut zu bewachen. Die Wahlordnung erwies sich als Erfolgsmodell: Bereits am 11. November 1417, dem Martinstag, erklang nach nur zwei Wahlgängen: „Habemus papam“ – ein neuer Papst war gewählt.

PROGRAMMAUSWAHL 2017 bis 6. Feb., jeweils montags, 18.15 Uhr, Ringvorlesung: Kloster und Stadt Universität Konstanz, Stadtarchiv, Konzilstadt Konstanz, Speichersaal Konzilgebäude

des Archäologischen Landesmuseums Baden-Württemberg und des Exzellenzclusters der Universität Konstanz, Archäologisches Landesmuseum Konstanz

26. Okt.–29. Nov. Was glaubst du denn?! Muslime in Deutschland, Ausstellung der Zentrale für politische Bildung, Bürgersaal

14. Jan.–12. März S P I R I T. Ein Ausstellungsprojekt zu Identität und kulturellen Prägungen, Monika Drach im Rahmen des Kunstfonds Konzil, Kulturzentrum

25.–28. Mai HandWerkStadt, in Kooperation mit der Handwerkskammer Konstanz

November 2. Verleihung des Konstanzer Konzilspreises im Rahmen des Europakonzil

7.–23. Juli La Juive, in Kooperation mit der Südwestdeutschen Philharmonie, Konziloper im Stadtraum

10. Nov. Großer Martinsumzug mit Martinsspiel Münsterplatz

24.–26. März Tage der Chor- und Orchestermusik, Bundesvereinigung Deutscher Chorverbände e.V., an verschiedenen Orten in Konstanz April bis November 2017 KonzilsteLLen, Stadtraum Konstanz 8. April–29. Okt. Zu Gast bei Juden. Leben in der mittelalterlichen Stadt, Eine gemeinsame Ausstellung

108 Standort Deutschland | Konzilstadt Konstanz

21.–24. Sept. Europäische Avantgarde um 1400 Musikfestival in Kooperation mit SWR2 22. Okt.–17. Nov. Unter der Lupe: Mitren & Tiaren nach van Eyck. Kunstwerke aus Papier von Marieta Bruekers, Dreifaltigkeitskirche

11. Nov. Festakt und Festgottesdienst anlässlich der Papstwahl mit Uraufführung des Konziloratoriums von Bernd Konrad, Konzil und Münster

Änderungen vorbehalten, Stand: November 2016, alle Termine unter: www.konstanzer-konzil.de


cyberLAGO NETZWERKKNOTEN FÜR DIGITALISIERUNG, IT UND IT-SICHERHEIT cyberLAGO ist das länderübergreifende Kompetenz-Netzwerk für Digitalwirtschaft und IT in der Bodenseeregion. Zu den mehr als 70 Mitgliedern zählen neben etablierten Unternehmen auch Startups, Hochschulen und (öffentliche) Institutionen. Die Cluster-Initiative fördert den Austausch von Wissenschaft und Wirtschaft und ist auch für andere Branchen eine zentrale Anlaufstelle in allen Fragen rund um Digitalisierung, IT und IT-Sicherheit in der Region. Dabei geht es neben neuen, digitalen Geschäftsmodellen und Entwicklungsmethoden auch um Erfahrungen im Einsatz neuester Technologien (z. B. Internet of Things, Big Data, Cloud-Dienste, Mobile Apps). Im Kern der cyberLAGO-Aktivitäten stehen die knapp 50 Veranstaltungen in den letzten drei Jahren, aus welchen sich Kooperationsprojekte wie z.B. das KonstanzWLAN gebildet haben. Mitgliedern und Interessierten bietet sich hier die Gelegenheit zum Netzwerken und Erfahrungen auszutauschen. Im Jahr 2016, knapp drei Jahre nach Vereinsgründung, wurde cyberLAGO in das Exzellenzprogramm „go-cluster” des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) aufgenommen. Das Programm vereint die derzeit 101 leistungsfähigsten Innovationscluster Deutschlands und unterstützt sie in ihrer internationalen Weiterentwicklung. „Das go-cluster Label ist das Ergebnis der professionellen und weitsichtigen Netzwerkarbeit von cyberLAGO. Wir sind sehr stolz zu den Top 100 in Deutschland zu gehören und freuen uns sehr, dass dies in den Ministerien in Stuttgart und jetzt auch Berlin wertgeschätzt wird”, so Andreas Owen. cyberLAGO ist nach BioLAGO (Life Sciences) nun schon das zweite Netzwerk am Bodensee, das diese Auszeichnung erhalten hat. „Die aktive Vernetzung und die strategische Innovationsförderung über die Netzwerke ist ein wichtiger Baustein für die wirtschaftliche Zukunft der Stadt

und der gesamten Vierländerregion”, sagt OB Uli Burchardt. Im Jahr 2017 wird das Netzwerk nicht nur seine Aktivitäten auf internationaler Ebene weiter ausbauen, auch vielfältige Veranstaltungen mit hochkarätigen Branchenexperten stehen auf dem Programm. Mitglieder und Interessierte sind hierzu wie immer herzlich eingeladen.

❯ ENGLISH SUMMARY cyberLago is an international competence network for the digital economy and IT in the Lake Constance region. Its more than 70 members include established companies, start-ups, universities and (public) institutions. The cluster initiative promotes an exchange between science and industry as well as being a central point of contact for other sectors in all issues related to digitalisation, IT and IT security in the region. In addition to new digital business models and development methods, the focus is on gaining experience in using state-of-the-art technologies.

cyberLAGO e.V. – digital competence network Blarerstraße 56, D-78462 Konstanz Tel. +49 (0) 7531 5848190 info@cyberlago.net, www.cyberlago.net

Unten links: Im Beisein des Konstanzer Oberbürgermeisters Uli Burchardt und dem Leiter der Wirtschaftsförderung Konstanz Friedhelm Schaal überreichte die Leiterin der Programms Claudia Buhl (VDI/VDE Innovation + Technik GmbH) im Auftrag des BMWi die offizielle Aufnahmeurkunde an Guido Sondern (Geschäftsführer cyberLAGO) und Andreas Owen (Vorstandsvorsitzender cyberLAGO).

Solarlake Konstanz | Standort Deutschland 109


NETZWERK FÜR LEBENSWISSENSCHAFTEN

Foto: istock

BioLAGO

Der BioLAGO e.V. ist das Netzwerk für Lebenswissenschaften (Life Sciences) in der Vierländerregion Bodensee. BioLAGO fördert die Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft im Bereich Gesundheit. Die rund 90 Mitglieder stehen für 7.000 Arbeitsplätze in den umsatzstarken und innovativen Branchen Pharma, Diagnostik, Medizintechnik, Biotechnologie, Ernährung und Umweltschutz.

KONTAKT

BioLAGO e.V. life science network Byk-Gulden-Str. 2 D-78467 Konstanz Tel. +49 (0) 7531 9215250 info@biolago.org www.biolago.org

Pionier für Netzwerke am Bodensee Als das erfahrenste Netzwerk der Clusterinitiative Bodensee ist BioLAGO einzigartig und erfüllt eine Vorreiterrolle für jüngere Netzwerke in der Bodenseeregion. Beispielsweise unterstützt BioLAGO als Informations- und Kommunikationsplattform die Öffentlichkeitsarbeit der Mitglieder oder hilft bei der Kontaktvermittlung zu Kooperationspartnern. „Wir profitierten vom BioLAGO-Netzwerk nicht nur durch die Vermittlung eines Wissenschaftlers. Auch auf sehr teure Geräte von anderen BioLAGO-Mitgliedern können wir zurückgreifen“, so Dr. Maria Borlinghaus, BIOPLANT Naturverfahren GmbH.

2016-2019: Schwerpunkt Diagnostik Ein wichtiger, aktueller Meilenstein ist das Projekt „DiagNET – Diagnostik der Zukunft“, gefördert durch die EU im Interreg-Programm. Es zielt auf die Entwicklung neuer, patientennaher Diagnostikverfahren und verbessert damit die Gesundheitsversorgung in ländlichen Gebieten wie der Bodenseeregion. An dem Projekt sind Unternehmen, Kliniken und Forschungseinrichtungen aus der Vierländerregion Bodensee und darüber hinaus beteiligt.

❯ ENGLISH SUMMARY BioLAGO e.V. wird von der Stadt Konstanz und dem Landkreis Konstanz gefördert.

BioLAGO e.V. is a network for life sciences in the Lake Constance region, which was set up to promote cooperation between industry and science in the area of health. Its 90 or so members represent 7,000 jobs in the pharmaceuticals, diagnostics, medical technology, biotechnology, nutrition and environment protection sectors. BioLAGO is a role model for younger networks in the Lake Constance region and supports its members’ public relations as a communication platform or in establishing contact with cooperation partners. One milestone is the “DiagNET – Diagnostics of the Future” project funded by the EU Interreg programme that aims to develop diagnostics procedures in line with patients’ needs. Das ist BioLAGO: Vielfältige Kompetenz der Gesundheitsbranche rund um den Bodensee

110 Standort Deutschland | BioLAGO e.V. & cyberLAGO e.V.


Foto: fotolia - elenabsl

solarLAGO

PARTNER FÜR DAS ENERGIEMANAGEMENT DER ZUKUNFT

Das Netzwerk SolarLAGO fokussiert sich auf smarte Lösungen und setzt auf Wachstum. Der Anteil erneuerbarer Energie steigt in unseren modernen Energieversorgungssystemen beständig. Deshalb werden Lösungen, die flexibel auf schwankende Verfügbarkeiten reagieren können, immer wichtiger. Intelligente Technologien der Energieerzeugung und -speicherung, der Stromübertragung und der Verbrauchssteuerung, Pilotprojekte und die Umsetzung in marktfähige Produkte sind Ziele unter dem Leitbegriff Smart Energy. Am Innovationsstandort Konstanz hat man diese Entwicklung aufgegriffen und begleitet sie seit Kurzem durch das Netzwerk SolarLAGO, in dem rund 30 Unternehmen und Forschungsinstitutionen zusammenarbeiten. Das Potential wird als sehr hoch angesehen. „ 2020 wollen wir einhundert Akteure in der Bodenseeregion verbinden“, sagt Dr. Kristian Peter vom Internationalen Solarforschungszentrum ISC in Konstanz. Das Zentrum ist einer der Hauptträger des Netzwerks, da es selbst über komplette Wertschöpfungsketten der Maschinenbauer, Komponenten-Hersteller, Solarzellen- und Solarsysteme sowie enge Kontakte zu Universitäten verfügt. Und das weltweit. Das ISC künftig als zentralen Knotenpunkt für die Aktivitäten von SolarLAGO vor Ort zu haben, ist für Friedhelm Schaal, Leiter der Konstanzer Wirtschaftsförderung, ein „unschätzbarer Vorteil, um Projekte für die Region durch und mit internationalen Partnern an den Start zu bekommen“. Über die enge Zusammenarbeit sollen künftig Forschungsprojekte der Hochschulen und Institute mit Produktentwicklungen von Unternehmen vernetzt werden. „Konstanz soll zum Testgebiet für Energielösungen der Zukunft werden. Wir benötigen mehr Dynamik und wollen zum Beispiel die Aktivitäten unserer Mitstreiter Sunny Solartechnik und Solarcomplex stärker unterstützen sowie Start-ups fördern“, so Schaal. Als ersten Erfolg für SolarLAGO verweist Dr. Peter darauf, „dass über die Plattform für kleine und mittlere Unternehmen und Start-ups bereits jetzt über 50 Kooperationsprojekte mit den Wirtschafts- und Hochschulpartnern initiiert wurden“. Mit der Etablierung von SolarLAGO folgt Konstanz der Entwicklung am Markt, denn es ersetzt das ehe-

malige Netzwerk der Solarindustrie „Solarlake“, das seinen Fokus rein auf die Optimierung von Solarzellen richtete. Bei SolarLAGO geht es hingegen darum, verschiedenste Branchen und Technologien für neue und effiziente Lösungen zusammenzubringen.

❯ ENGLISH SUMMARY Intelligent technology for energy generation and storage, power transmission and consumption control, pilot projects and their implementation into marketable products are all goals under the byword of smart energy. Constance as a location for innovation has taken up this development and is promoting it with the newly created SolarLAGO network comprising around 30 companies and research institutes. They aim to work together closely in future to link research projects carried out by the universities and institutes with new products developed by companies in the region.

KONTAKT SolarLAGO Konstanz c/o Wirtschaftsförderung Stadt Konstanz Ansprechpartner: Andreas Baur Untere Laube 24 D-78462 Konstanz Tel. +49 (0) 7531 900631 www.solarlago.de solarlago@online.de

SolarLAGO in Kürze: Stärkung der Energiebranche und des Wirtschaftsstandorts Vernetzung von Forschung und Wirtschaft Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen Unterstützung von Gründungen Öffentlichkeitsarbeit Ausbildung und Schulungen Durchführung von Verbundprojekten Vernetzung regionaler und überregionaler Aktivitäten

solarLAGO Konstanz | Standort Deutschland 111


DIE ERÖFFNUNG DES BODENSEEFORUMS

Die Neugier der Konstanzer war groß. Wie sieht es innen aus, dieses neue Veranstaltungshaus am Seerhein? Viele verfolgten die Umbauarbeiten auf der Facebook-Seite des Bodenseeforums, über seinen Newsletter und auch in den regionalen Medien. Bei Spaziergängen erhaschte man hin und wieder einen Blick durch die großen Glasfronten. Von Seiten des Bodenseeforums war klar: Zur Eröffnung brauchen wir nicht nur ein Programm mit prominentem Festredner und herausgeputzten Gästen. Auch die Konstanzer sollten möglichst schnell und in großer Zahl kommen und schauen dürfen. Die Kombination gelang. Als am 21. Oktober 2016 das Bodenseeforum Konstanz feierlich eröffnet wurde, wurden die Festreden wegen des großen Interesses und des Saales voller geladener Gäste live im Internet gestreamt. Der Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt betonte beim Festakt, dass sich Konstanz mit dem Bodenseeforum als Kongress- und Tagungsstadt international wie national hervorragend positionieren könne. Gemeinsam mit dem Bodenseeforum eröffnete die Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee ihren neuen Sitz in den oberen Etagen des Hauses. Ehrengast der Ein-

weihungsfeier war EU-Kommissar Günther Oettinger, der der Stadt und der IHK gratulierte. Live dabei: 800 Besucher aus Wirtschaft, Kultur und Politik. Am Abend zur Eröffnungsparty kamen die Konstanzer Bürger. Live Acts wie A-cappella-Konzerte, Impro-Theater und HipHop-Tanzeinlagen begeisterten über 4.000 Gäste. Mit einem Tag der offenen Tür am 23. Oktober ging das Eröffnungswochenende zu Ende. Bei Führungen durch das Gebäude konnten die Besucher einen Blick hinter die Kulissen werfen. Die Metamorphose vom Produktionsgebäude einer Solarfirma zum neuen Leuchtturm am Seerhein, so das Feedback im Internet, wird als äußerst gelungen wahrgenommen. www.bodenseeforum-konstanz.de und www.facebook.com/bodenseeforum

Foto: Marion Baumeister

Foto: Oliver Hanser

NEUGIER UND BEGEISTERUNG


Foto: Dagmar Schwelle

FACTS & FIGURES Gemarkungsfläche

5.410 ha

Gesamtzahl der Bevölkerung (2015) 84.290 Arbeitsmarkt Betriebe (2013) Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (2015) Arbeitslosenquote (Schnitt 2015)

4.288 29.641 4,2 %

Steuersätze Grundsteuer (A/B) 410 % / 410 % | Gewerbesteuer 390 % Verkehrsanbindung Straße: (D) B 33 – A 81 Richtung Stuttgart | (CH) A 7 – A 1 Richtung Zürich, Schiene (Direktverbindungen nach): (D) Offenburg – Karlsruhe/Singen – Stuttgart | (CH) Zürich/Kloten – Zürich – Biel/Rorschach/ St.Gallen, Schiff: Meersburg/Friedrichshafen – Lindau – Bregenz (A)/Überlingen, Luft: Flughafen Zürich/Kloten (CH) | Bodensee Airport Friedrichshafen | Flughafen Stuttgart Kinderbetreuung und Schulen Kindergärten/ Kindertagesstätten, Spielgruppen, verschiedene Kinder- und Jugendzentren sowie zahlreiche Sondereinrichtungen und private Initiativen, Grundschulen, Sonderschule, Hauptschule, Werkrealschulen Realschulen, Gymnasien, Gewerbeschulen, Volkshochschule und viele weitere Aus-, Fort- und Weiterbildungseinrichtungen Hochschulen (Stand 2015/16) Exzellenzuniversität Konstanz 11.662 Studierende HTWG Konstanz 4.923 Studierende Kliniken und Rehabilitationseinrichtungen Klinikum Konstanz | Vincentius Krankenhaus | Kliniken Schmieder | Herzzentrum Bodensee Sport- /Freizeitmöglichkeiten U. a. Bodensee-Therme und zahlreiche Bäder | Sealife Center | Bodenseestadion (30.000 Plätze) | Tennisplätze | Über 30 Sport- und Mehrzweckhallen | 25 Sportplätze | Fitnessstudios | Golfplatz | Bootshäfen | Mehrere Reitsport- und Skateanlagen

Kultur Vielfältiges Angebot mit Stadttheater | Südwestdeutscher Philharmonie | Rosgartenmuseum | Archäologischem Landesmuseum | Stadt- und Hochschulbibliotheken | Mehrere Kulturzentren

Universities (2015/2016) Konstanz University of Excellence 11,662 students Konstanz University of Applied Sciences (HTWG) 4,923 students

Freie Gewerbeflächen Wirtschaftspark Stromeyersdorf | Seerhein | Businesspark | Campus Konstanz | Technologiezentrum | Genehmigungsdauer für Bauanträge 1-3 Monate

Hospitals and rehabilitation facilities Constance Clinic | Vincentius hospital | Kliniken Schmieder neurological centre | Lake Constance Heart Centre

Bürgermeister Oberbürgermeister Uli Burchardt | 1. Beigeordneter Dr. Andreas Osner | 2. Beigeordneter Karl Langensteiner-Schönborn Gemeinderat 10 Freie Grüne Liste | 9 CDU | 7 SPD | 5 Freie Wähler Gemeinschaft | 4 JFK | 3 FDP | 2 Linke Liste Konstanz

Surface area Total population (2015) Labour market Companies (2013) Employees subject to social insurance contributions (2015) Unemployment rate (average 2015)

5,410 ha 84,290

4,288 29,641 4.2 %

Tax rates Property tax agriculture/construction 410 % / 410 % | Business tax 390 % Transport connections Road: (D) B 33-A 81 towards Stuttgart | (CH) A7 - A1 towards Zurich, Rail (direct connections): (D) Offenburg - Karlsruhe/Singen - Stuttgart | (CH) Zurich/Kloten - Zurich - Biel/Rorschach/St.Gallen, Boat: Meersburg/Friedrichshafen - Lindau - Bregenz (A)/Überlingen, Air: (CH) Zurich Airport | (D) Bodensee Airport Friedrichshafen | Stuttgart Airport Child care and schools Nursery schools/day care centres, crèches, various child and youth centres as well as numerous special institutions and private initiatives, primary schools, secondary schools (Hauptschule, Realschule, Gymnasium), vocational schools, adult education centre and many other general and continued educational institu tions and facilities

Sports/recreational opportunities Bodensee-Therme spa and numerous public swimming pools | Lake Constance stadium (seats 30,000) | Tennis courts| More than 30 sports and multipurpose halls | 25 sports grounds | Fitness centres | Golf course | Marinas | Several horse-riding centres and skateboarding parks Culture Varied program with town theatre | South-West Philharmonic Orchestra | Rosgartenmuseum | Archaeological State Museum | City and university libraries | Several cultural centres Available commercial lots Stromeyersdorf commercial estate | Seerhein | Businesspark | Campus Konstanz / Technology centre | Approval for building applications 1-3 months Mayors Mayor Uli Burchardt | 1st Deputy Mayor Dr. Andreas Osner | 2nd Deputy Mayor Karl Langensteiner-Schönborn Municipal council 10 Freie Grüne Liste (Greens)| 9 CDU | 7 SPD | 5 FWG (independent) | 4 JFK | 3 FDP | 2 Linke Liste Konstanz

KONTAKT Stadt Konstanz Kanzleistraße 15, D-78462 Konstanz www.konstanz.de Uli Burchardt Oberbürgermeister, Tel. +49 (0) 7531 900211 OB@stadt.konstanz.de

Stadt Konstanz | Standort Deutschland 113


TECHNOLOGIEZENTRUM KONSTANZ GUTE PERSPEKTIVEN FÜR GRÜNDER UND JUNGE UNTERNEHMEN Raum für Innovationen – der Slogan des Technologiezentrums Konstanz (TZK) ist wörtlich zu nehmen: 111 Räume bietet das TZK kreativen Köpfen mit klugen Ideen in der Konstanzer Blarerstraße. Vermietet werden die Flächen an junge Unternehmen – seien es unmittelbare Neugründungen, Ausgründungen aus den Hochschulen oder Umzüge aus dem häuslichen Wohnzimmer.

Dabei ist die Branche erstmal nachrangig. Wichtig sind ein überzeugendes und tragfähiges Konzept, eine kompetente und motivierte Persönlichkeit und die Zugehörigkeit zu einer der TZK-Zielgruppen: das heißt, ein Technologiefokus oder ein Angebot innerhalb einer wissensintensiven, unternehmensorientierten Dienstleistung. Die Einstiegsmieten sind günstig, die Infrastruktur wird geteilt. Dazu gehören Besprechungsräume, Küche, Kopierer. Auch ans Glasfasernetz angeschlossen ist das TZK.

KONTAKT Technologiezentrum Konstanz e.V. Blarerstraße 56 D-78462 Konstanz www.tz-konstanz.de Stefan Stieglat Geschäftsführer / CEO Tel. +49 (0) 7531 20050 tzk@tz-konstanz.de

Mit am wichtigsten sind jedoch die persönlichen Kontakte und Netzwerkmöglichkeiten. Denn alle der rund 40 Unternehmerinnen und Unternehmer befinden sich mit ihrem Business in einer ähnlichen Lebenslage: So kommen immer wieder Kooperatio- nen, gemeinsame Problemlösungen oder Projekte zustande. Von den Vorteilen des TKZ haben inzwischen rund 200 Unternehmen profitiert – seit der Gründung 1985 als eines der ersten Zentren Deutschlands. Dass das TZK über die Anmietung von Räumen hinaus ein Treffpunkt ist für Gründer und solche, die es werden wollen, ist inzwischen hinlänglich bekannt: Sehr gut ist die Resonanz auf die monatliche Vortragsreihe IMPULSE, bei der Wissen aus den Bereichen Marketing und Kommunikation, Finanzen und Recht, Strategie, Innovation oder Management vermittelt wird. Als Knotenpunkt für Gründer hat das TZK auch die Geschäftsstelle des Gründernetzwerks Konstanz inne. Hier sind lokale und regionale Anlaufstellen mit ihren Angeboten für junge Unternehmen zusammengeschlossen.

114 Standort Deutschland | Technologiezentrum Konstanz

„Abgesehen von einer tollen zentralen Lage bietet das TZK perfekte Voraussetzungen, um mit anderen jungen Unternehmen und kreativen Köpfen in Kontakt zu treten und sich auszutauschen. Auch die enge Zusammenarbeit mit der Universität und Technischen Hochschule war für uns ausschlaggebend, uns für das TZK als Standort zu entscheiden.“ Sebastian Zenetti, YOU MAWO GmbH (im TZK seit 2016)

„Dadurch, dass viele Startups an einem Ort sind, besteht ein aktiver Wissens- und Erfahrungsaustausch unter den jungen Unternehmern, welcher für uns besonders wertvoll ist.“ Jens Riegger, fruitcore (im TZK seit 2015)

„Wir schätzen am TZK das offene und freundliche Flair, die Flexibilität zur Selbstverwirklichung, das 24/7-Konzept und das TOP PreisLeistungsverhältnis. Das TZK ist professionell geführt, Anliegen werden gehört, und wir erfahren eine breite Unterstützung.“ Andreas Bodynek, fLUMEN GbR (im TZK seit 2015)

❯ ENGLISH SUMMARY The Technologiezentrum Konstanz (TZK) provides start-ups and innovative young companies with office space suited to their requirements and the corresponding infrastructure. It is geared towards companies in the areas of technology and technology-oriented or knowledge-based services. The TZK also sees itself as a knowledge mediator for all aspects of setting up a company and self-employment. One instrument it uses is the series of IMPULSE lectures.


DIE FIRMEN IM TECHNOLOGIEZENTRUM KONSTANZ 3DRACE-log GmbH Lars Zander Tel. +49 (0) 7531 1272323 www.3drace-log.live Bamberger Wellness GmbH Simon Bamberger Tel. +49 (0) 9073 9968000 www.bamberger-vacu.com BaseX GmbH Dr. Alexander Holupirek, Michael Seiferle, Dr. Christian Grün Tel. +49 (0) 7531 2828676 www.basex.org Co-Invent Maike Franzen Tel. +49 (0) 7531 9026430 www.co-invent.de creatisto GmbH Marc Wimmer Tel. +49 (0) 7531 9226177 www.creatisto.com cyberLAGO e.V. Geschäftsstelle Guido Sondern Tel. +49 (0) 7531 5848190 www.cyberlago.net DESIGNHIMMEL e.K. Wulf Reise Tel. +49 (0) 7531 8046338 www.designhimmel.com Energy Depot Deutschland GmbH Roland Burkhardt Tel. +49 (0) 7531 3696165 www.energydepot.ch enkigo - dieMorgenmacher UG (haftungsbeschränkt) Felix Pfeffer, Janine Trappe Tel. +49 (0) 7531 8042742 www.enkigo.de Figueroa-Dreher, Dr. Silvana K. Dr. Silvana K. Figueroa-Dreher Tel. +49 (0) 179 9056996 fruitcore Manuel Frey, Jens Riegger Tel. +49 (0) 176 56816550 www.fruitcore.de FlightSim Konstanz - Flugsimulator Fritz Senn Tel. +49 (0) 7531 282890 www.flightsim-konstanz.de

fLUMEN GbR Andreas Bodynek, Mauritius Geiger www.produktion-der-zukunft.de Gründerschiff UG (haftungsbeschränkt) & Co. KG Moritz Meidert Tel. +49 (0) 7531 813542 www.gruenderschiff.de Hertrich, Julia, Kommunikationsdesign Julia Hertrich Tel. +49 (0) 7531 694250 www.juliahertrich.com IFN Ingenieurbüro für Nachrichtentechnik Helmut Brandl Tel. +49 (0) 7531 91250 www.ifn-brandl.de Innovationswerkstatt Konstanz Thomas Schuchhardt, Franz Wanner www.innovationswerkstatt.org Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung GmbH (IFBG) Dr. Utz Niklas Walter Tel. +49 (0) 179 90 42 987 www.ifbg.eu Johner Institut GmbH Corinna Hartmann Tel. +49 (0) 7531 9450020 www.johner-institut.de

PS: Institut für praxisnahe Sozialforschung gGmbH Dr. Diana Schmidt-Pfister Tel. +49 (0) 1577 2156579 Refund Suisse AG Philippe Bartscherer Tel. +49 (0) 7243 35427350 www.refund-suisse.ch Steinbeis-Transfer-Institut Dynamic Systems Prof. Dr. Dr. Florin Ionescu Tel. +49 (0) 172 6282318 www.steinbeis.de TensileEvolution GmbH Wien Horst Dürr Tel. +49 (0) 172 8216915 www.tensileevolution.com VIDA Eat Different GmbH Torben Götz Tel. +49 (0) 7531 2824680 www.eatdifferent.de Vidatics GmbH Dr. Christian Rohrdantz, Dr. Andreas Stoffel, Franz Wanner Tel. +49 (0) 7531 8040040 www.vidatics.de Walter, Marco – Nachhaltige Beratung Marco Walter Tel. +49 (0) 7531 9026426

Konvena UG (haftungsbeschränkt) Dr. Nadine Meidert Tel. +49 (0) 7531 8045177 www.konvena.de

werte+mehr Sven Geelhaar Tel. +49 (0) 7531 9162620 www.werteundmehr.de

Leuchtquelle Sissi Kandziora www.leuchtquelle.de

wirsindhandwerk gmbh Andreas Owen Tel. +49 (0) 7531 9113010 www.wirsindhandwerk.de

LimSa Gewässerbüro Dr. Sabine Schmidt-Halewicz Tel. +49 (0) 7531 8027370 www.limsa.de LUMENIC Joachim Schrempp Tel. +49 (0) 7531 9226525 www.lumenic.de naturblau +++ Ralph J. Schiel Tel. +49 (0) 7531 2824890 www.naturblau.de Pollinature GmbH (in Gründung) Christian Hauptmann www.pollinature.de

working well: gesunde Arbeit! Dr. Norbert Lenartz Tel. +49 (0) 7531 9544873 www.workingwell.de YOU MAWO GmbH Sebastian Zenetti www.youmawo.com Zwisler Laboratorium GmbH Dr. Walter Zwisler Tel. +49 (0) 7531 991100 www.zwisler-laboratorium.com (Stand 11/2016)


SUPERSCHNELLES GLASFASERNETZ UND KONSTANZWLAN STADTWERKE KONSTANZ BIETEN UNTERNEHMEN FLEXIBLE TELEKOMMUNIKATIONSPRODUKTE Die Zukunft ist längst eingeläutet. Die Stadtwerke Konstanz setzen als Telekommunikations-Anbieter auf Glasfaser. Sie ermöglicht schnelles Internet, Telefonie in höchster Qualität und innovatives „Internet-Fernsehen“ (IPTV) mit hunderten TV- und Radiosendern. Von den Angeboten profitieren zunehmend Handel und Gewerbe, denen flexible Produkte zur Verfügung stehen.

KONTAKT Stadtwerke Konstanz GmbH Max-Stromeyer-Straße 21-29 78467 Konstanz Tel. +49 (0) 7531 803 4000 Fax: +49 (0) 7531 803 4029 info@stadtwerke-konstanz.de www.seeconnect.de

Die Stadtwerke Konstanz gehören zu den Unternehmen, die den Ausbau der Netze der Zukunft vorantreiben. „Die digitale Infrastruktur ist strategisch äußerst wichtig für die Region, und sie wird in Zukunft noch wichtiger sein“, sagt Geschäftsführer Kuno Werner. In Konstanz werden die Wohngebiete nach und nach erschlossen. Aber auch die Gemeinden im Landkreis sollen profitieren: Gemeinsam mit einem Partner können die Stadtwerke den Anschluss an das Glasfasernetz ermöglichen. Wie es funktioniert, wurde in der Gemeinde Öhningen bereits gezeigt. Dort sind bereits hunderte Bürger Kunde der Stadtwerke Konstanz. „Unternehmen profitieren von der Glasfaser, da sie meist hohe Datenmengen verarbeiten müssen. Die Glasfaser bietet dabei unbegrenzte Möglichkeiten“, berichtet Kuno Werner. Das Konstanzer Industriegebiet ist bereits komplett erschlossen. Hier profitieren Gewerbetreibende und Industrie von Telekommunikationsprodukten, die höchsten Anforderungen genügen und die Verbindung mit den superschnellen internationalen Datenautobahnen garantieren. Im Rechenzentrum können Firmen heute schon ihre Server auslagern („Server-Housing“); sie müssen sich um Gebäudesicherheit, Stromversorgung, Klimatisierung, Stromausfälle oder die Anbindung an Datenautobahnen keine Sorgen mehr machen. Das alles übernehmen die Stadtwerke Konstanz. Unternehmen, die nicht einmal mehr Server-Infrastruktur kaufen möchten, haben die Möglichkeit, Kapazitäten im „Datacenter“ der Stadtwerke zu mieten, also nicht auf dem eigenen

116 Standort Deutschland | Stadtwerke Konstanz

Rechner, sondern außerhalb in einer lokalen „Cloud“. Die Stadtwerke bieten einen Rundum-Service mit dem Produkt „SeeConnect“ für Geschäftskunden. Das Angebot wird dabei individuell auf das jeweilige Unternehmen abgestimmt mit flexiblen Produkten, hohen Bandbreiten und Beratung vor Ort. Vom KonstanzWLAN profitieren die Bürger bereits in weiten Teilen der Innenstadt. Die Stadtwerke bieten diese SeeConnect Hot-Spots aber auch dem Einzelhandel, der Gastronomie und Hotels an: Sie können ihren Kunden und Gästen mit dem KonstanzWLAN ein öffentliches WLAN und somit einen Mehrwert anbieten. Der Nutzer surft kostenfrei. Je nach Bedarf kann die Landingpage gegen Aufpreis kundenindividuell gestaltet werden. Die Stadtwerke Konstanz bieten neben der Beratung individuelle Lösungen je nach Größe und Anforderung der Interessenten und stellen die Infrastruktur sowie die Hardware.


Die Bädergesellschaft Konstanz baut das abgebrannte Schwaketenbad bis Herbst 2019 wieder auf. Der Entwurf stammt vom Architekturbüro Behnisch, Stuttgart.

KONSTANZ HAT DIE CHANCE ERGRIFFEN Die Bädergesellschaft Konstanz (BGK) baut nach dem Brand des Schwaketenbads bis 2019 ein erweitertes Bad. Interview mit Geschäftsführer Robert Grammelspacher.

Herr Grammelspacher, die BGK hat ein schwieriges Jahr hinter sich: Das beliebte Schwaketenbad ist vollständig abgebrannt. Wie haben die Mitarbeiter und die Konstanzer das alles verkraftet? Robert Grammelspacher: Das Schwaketenbad mit seinem breiten Angebotsspektrum für alle Altersklassen ist nicht eins zu eins ersetzbar. Deshalb haben wir trotz der Wiedereinführung des öffentlichen Schwimmens und des Baus der Traglufthalle weiterhin eine Notsituation, an die sich alle Gästegruppen und die Belegschaft anpassen müssen. Dazu gibt es keine Alternative. Dabei ist es tröstlich, dass Konstanz die durch das Drama eröffnete Chance ergriffen hat, indem der Gemeinderat kürzlich die Neubauplanung mit einem zweiten Schwimmerbecken beschlossen hat. Bei Umsetzung der früheren Erweiterungspläne hätte das Schwaketenbad nie die Qualität erreicht, die der Entwurf der Behnisch-Architekten beinhaltet. Was erwartet die Gäste nach der Eröffnung im Herbst 2019? Neben dem zweiten Schwimmerbecken wird ein Kursbecken realisiert, mit dem das Angebot an Schwimm- und Aqua-Sport-Kursen deutlich gesteigert werden kann. Für Kleinkinder wird ein attraktiver Kinder-Planschbereich geschaffen. Hinzu kommt auch eine zweite Großrutsche für Jugendliche. Ferner wird ein zeitgemäßer Gastronomiebereich gebaut. Dabei wird mit einer Sprunganlage mit 5-Meter-Turm und einem großen Nichtschwimmerbecken an die Stärken des alten Schwaketenbads angeknüpft. Welche Kundenstruktur erwarten Sie im neuen Schwaketenbad? Wir erwarten Gäste von null bis 100 Jahren. Das beginnt beim Schwangerenschwimmen über den Vereinssport bis zum Schwimmen für alle. Durch das zweite Schwimmerbecken und die Zonierung der Bereiche werden die Gruppen mit ihren individuellen Bedürfnissen gut aneinander vorbeikommen. Dabei müssen wir zu bestimmten Zeiten nie-

manden mehr ausschließen. Die Kapazität ermöglicht umfassende Öffnungszeiten. Die Saunalandschaft in der Bodensee-Therme Konstanz wurde umgebaut und wesentlich erweitert. Wie kommt das neue Angebot bei den Badegästen an? Infolge des sehr guten Besucherzuspruchs war die Sauna-Erweiterung unausweichlich. Dennoch war es nicht selbstverständlich, dass eine solche schon wenige Jahre nach Eröffnung der Bodensee-Therme von den Aufsichtsgremien genehmigt wird. Darüber sind wir sehr glücklich. Die Saunagäste schätzen das deutlich erweiterte Angebot und kommen in noch größerer Zahl als zuvor. Wie entwickeln sich die Zahlen insgesamt in der Therme? Die Therme erreicht mit Sauna, Mineral-Thermalbad und Freibad jährlich etwa 430.000 Besucher. In Abhängigkeit vom Wetter schwanken insbesondere die Freibadzahlen. Seit Herbst 2015 sind die Besucherzahlen des Mineral-Thermalbades deutlich gestiegen. Das ist dem Wegfall des Schwaketenbads geschuldet. Therme, Traglufthalle und das Hallenbad am Seerhein ermöglichen etwa 40 Prozent der bisherigen Besucher des Schwaketenbads weiterhin in Konstanz baden und schwimmen zu gehen. Der Eintritt in die fünf Konstanzer Strandbäder ist kostenlos. Wie kann der Bäderchef damit leben? Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat die Bevölkerung durch „rege Badetätigkeit“ auf ein neu entdecktes Bedürfnis der körperlichen Betätigung aufmerksam gemacht. Erst danach wurde eine Infrastruktur geschaffen. Unterhalt und Betrieb der Strandbäder beziffern sich allein im Strandbad Horn auf jährlich rund 370.000 Euro. Der freie Eintritt aber hat Tradition, mit der ich sehr gut leben kann. Stadtwerke Konstanz | Standort Deutschland 117


Foto: Goldbeck Süd GmbH

ZUWACHS IM BUSINESSPARK BUNDESPOLIZEI BEZIEHT NEUE ZENTRALE DIENSTSTELLE Der Businesspark Konstanz ist ein Markenzeichen Konstanzer Wirtschaftskraft und bietet mit einem breiten Angebot an attraktiven Flächen und maßgeschneiderten Angeboten seit 16 Jahren Unternehmen Raum für Entfaltung und Wachstum. Diese ausgereifte Infrastruktur nutzt ab Anfang 2017 auch die Bundespolizei mit einem eigenen Dienstgebäude.

KONTAKT Businesspark Konstanz GmbH Max-Stromeyer-Straße 116 D-78467 Konstanz Tel. +49 (0) 7531 363020

info@businesspark-konstanz.de www.businesspark-konstanz.de

Der Neubau der Bundespolizeiinspektion auf dem Gelände des Businessparks wird zentraler Standort der Bundespolizei im südöstlichen Baden-Württemberg sein. Mehr als 750 Mitarbeiter sind bei 80 im Businesspark ansässigen Unternehmen tätig, unter denen mit der Bodensee Standort Marketing GmbH als überregionale Wirtschaftsförderung und der Stabsstelle „Wirtschaftsförderung, Tourismus und Europa“ des Landkreises Konstanz wichtige kommunale Einrichtungen zu finden sind. Diese und etliche andere Unternehmen sind seit vielen Jahren im Businesspark inmitten des lebendigen Quartiers an der Grenze der Konstanzer Stadtteile Petershausen und Fürstenberg unweit des Seerheins zu Hause. Ein faires Preis-/ Leistungsverhältnis, unübertroffene Möglichkeiten des Netzwerkens unmittelbar vor Ort und ein Ser-

118 Standort Deutschland | Businesspark Konstanz GmbH

vicepaket an Technik und Dienstleistung mit Kantine, Telefonservice, zentraler Poststelle und internem IT-Service sorgen für Kontinuität. Der Businesspark bietet eine Internet-Ausfallsicherung über eine redundante Anbindung an das Glasfasernetz der Stadtwerke Konstanz. Eine zentrale Rezeption im Foyer sorgt für einen repräsentativen Empfang von Gästen, ein Security-Service rund um die Uhr für Sicherheit. Auch nach den Umbaumaßnahmen werden auf dem großzügigen Areal jederzeit in ausreichender Anzahl Parkmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Und nicht zuletzt kann der Businesspark mit einem Bahnanschluss für Regionalzüge punkten. Etabliert wie bekannt ist der Businesspark mit seinen drei für das Konstanzer Stadtbild markanten Türmen nicht nur in wirtschaftlichen Kreisen – davon zeugt die beständige Nachfrage von Künstlern, den Empfangsbereich für wechselnde Ausstellungen zu nutzen.


TITELSTORY

Unser diesjähriger Titel zeigt die „Seebrücke“ von Stefan Arendt – die Autofähre von Konstanz nach Meersburg. Seit 1928 verbindet sie die beiden Bodenseeufer und ist heute ein Teil der B 33 und ein fester Bestandteil im Alltag der Bodenseeanwohner und -besucher. 24 Stunden am Tag, 365 Tage transportiert die Fähre pro Jahr rund 1,4 Mio. Kraftfahrzeuge und über 4 Mio. Fahrgäste. Stefan Arendt hat die schwimmende Brücke aus einer neuen Perspektive beleuchtet. Zur „blauen Stunde“ an einem Septemberabend hat er die Autofähre bei der Einfahrt in den Konstanzer Fährhafen knapp sechs Minuten lang belichtet um diesen besonderen Effekt zu erzielen. In seiner Freizeit ist der Fotograf stets auf der Suche nach besonderen Lichtstimmungen. Durch Technik und sein geschultes Auge gelingt es andere Perspektiven aufzuzeigen und dem Betrachter dadurch neue Blickwinkel zu ermöglichen. Ein Anliegen, dass der Fotografen mit der Redaktion des Wirtschaftsmagazins Bodensee teilt.

IMPRESSUM ISBN: 978-3-944741-31-4 Das Wirtschaftsmagazin Bodensee 2017 ist eine Publikation der Labhard Medien GmbH. Das Wirtschaftsmagazin Bodensee ist ein Magazin zur Standortwerbung und Öffentlichkeitsarbeit und dient KURS NEHMEN der Selbstdarstellung des internationalen Wirtschaftsraumes der Vierländerregion Bodensee sowie der Präsentation von Unternehmen, Produkten und Dienstleistungen dieser Region. Das Wirtschaftsmagazin erscheint jährlich.

Wirtschaftsmagazin BODENSEE

Labhards

W I R T S C H A F T S MAGAZIN

BODENSEE DIGITALISIERUNG Gesellschaft mitdenken

UNTERNEHMEN Besser statt schneller

TOURISMUS Innovationspreis 2017

POLITIK

Gemeinsam gestalten

Nr. 14 (34) 6,– € / 8.– CHF

Labhard Medien GmbH Max-Stromeyer-Straße 116 D-78467 Konstanz Tel. +49 (0) 7531 90710 verlag@labhard.de; www.labhard.de

Druck Ferdinand Berger & Söhne GmbH, Wien

Redaktion 4 Holger Braumann (hbraumann@labhard.de) 5 Johanna Lambach (jlambach@labhard.de) Stephanie King (Korrektorat)

Fotos Wenn nicht anders vermerkt, wurden uns die Fotos von den betreffenden Kommunen, Organisationen und Unternehmen zur Verfügung gestellt.

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Mediaberatung 6 Beate Laub (blaub@labhard.de) 3 Stephan Bickmann (sbickmann@labhard.de) Vertrieb 7 Katharina Schlude (kschlude@labhard.de) Übersetzungen Claire Gordon-Kühl info@gordon-kuehl.de

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Sondertitel Businesspark Konstanz (Foto: Helmuth Scham), Stadt Radolfzell (Foto: Achim Mende), Landkreis Sigmaringen (Foto: WIS Sigmaringen), Bodensee Standort Marketing GmbH, Stadt Konstanz (Foto: Stefan Arendt), Stadt Singen (Foto: Stadt Singen) Alle Rechte vorbehalten: Labhard Medien GmbH. Namentlich gekennzeichnete Beiträge können, müssen aber nicht die Meinung der Herausgeber wiedergeben.

Layout 8 Helga Stützenberger stuetzenberger@angrik.de

Geschäftsführung 1 Thomas Willauer (twillauer@labhard.de) 2 Gabriele Schindler (gschindler@labhard.de)

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Produktmanagement 3 Stephan Bickmann (sbickmann@labhard.de)

B u s i n e s s M a g a z i n e L a k e C o n s ta n C e

Gestaltung/Satz Anja Ruh, Medienagentur animarco, www.animarco.de

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Bruder Werbung | Impressum | Standort Deutschland 119


NEUE „ORTSMITTE“ IN ALLENSBACH

SANIERUNGSPROGRAMM BADEN-WÜRTTEMBERG

Verkehrstechnisch außerordentlich günstig zwischen Radolfzell und Konstanz gelegen, direkt an der B33 bietet Allensbach eine zuverlässige Plattform für mittelständische Unternehmen der Dienstleistungs- und Technologiebranche sowie Handwerk und Gewerbe. Der Standort punktet mit gut ausgebildeten Arbeitskräften und einer hohen Wohn- und Freizeitqualität. Seit dem Sommer 2016 ist Allensbach mit dem Gebiet „Ortsmitte“ in das Sanierungsprogramm des Landes Baden-Württemberg aufgenommen worden. Das Landessanierungsprogramm bietet Chancen, den gesamten Ortskern zu betrachten und einzelne Gebäude, Plätze, Wege und Straßen neu zu gestalten, zu beleben und zu stärken. Dabei stehen der Gemeinde sowie auch privaten Eigentümern im Sanierungsgebiet der Ortsmitte bis zum Jahr 2022 insgesamt 700.000 Euro als Zuwendungsmittel des Landes zur Verfügung. Die Mittel dienen Vorhaben der umfassenden Gebäudesanierung oder der Ortsbildgestaltung. KONTAKT

Modernisierung und Instandsetzung

Gemeinde Allensbach Rathausplatz 1 D-78476 Allensbach www.allensbach.de Stefan Friedrich Bürgermeister Tel. +49 (0) 7533 8010 gemeinde@allensbach.de

Mit der Modernisierung von privaten Gebäuden sollen bauliche Nachteile und Mängel dauerhaft beseitigt und ihr Gebrauchswert nachhaltig erhöht werden. Im Mittelpunkt steht die umfassende Modernisierung. Zuschussfähig können auch punktuelle Maßnahmen sein, wenn durch vorherige Modernisierungen das Gebäude ansonsten modernen Wohnanforderungen entspricht. Auch bei der Erweiterung von Gebäuden um untergeordnete Anbauten ist eine Förderung möglich. In Zusammenarbeit mit der Firma STEG Stadtentwicklung GmbH aus Stuttgart werden private und öffent-

120 Standort Deutschland | Allensbach

liche Projekte geplant und umgesetzt. Odnungsmaßnahmen werden mit bis zu 100% Erneuerungsmaßnahmen mit bis zu 25% bezuschusst.

Bürgerbeteiligung Die Sanierung des Herzstücks von Allensbach wird von umfangreicher Bürgerbeteiligung begleitet. Infoveranstaltungen und Workshops laden alle Beteiligten ein „Ihr Allensbach“ gemeinsam weiterzuentwickeln.


GEMEINDEENTWICKLUNG NACHHALTIG UND ÖKONOMISCH ENTWICKLUNGSKONZEPT DER GEMEINDE REICHENAU Begrenzte Ressourcen – kulturelle Besonderheiten

Natur schützen – Wirtschaft entwickeln

Bereits seit 2008 arbeitet die Gemeinde Reichenau intensiv an einem ganzheitlichen Entwicklungskonzept für die vier zentralen Nutzungsbereiche von Festland und Insel – Natur und Landschaft, Siedlungsentwicklung, Landwirtschaft und Tourismus. Als ein „Kosmos im Kleinen“ der sich durch seine begrenzte Ressource „Fläche“ definiert, stellen die Planung und Entwicklung die Gemeinde im Untersee vor besondere Aufgaben. „Jede Nutzung, die einem Bereich zugestanden wird, muss im Gegenzug einem anderen entzogen werden“, beschreibt Bürgermeister Dr. Zoll das Problem. Um den besonderen Herausforderungen zu begegnen und Raum für Wirtschaft, Bürger, Landschaft und Tourismus zu schaffen, wurde ein umfassendes Entwicklungskonzept erarbeitet. Den Anlass gab in erster Linie die Entwicklungsgeschwindigkeit der Bebauung, sowohl beim Wohnungsbau als auch beim Gewächshausbau. Diese zunehmende Bebauung vollzog sich ohne ein Gesamtkonzept. Mit der Neukonzeption wurden die Grundlagen für den Erhalt der Besonderheit der Siedlungsstruktur, der Landschaft und der Bewirtschaftung der Insel Reichenau im Einklang mit dem Weltkulturerbe geschaffen. Dabei stehen ein Gleichgewicht zwischen Bewahren und zeitgemäßem Entwickeln sowie die Nachhaltigkeit und Ökonomie der Entwicklung im Vordergrund. Die auf der Agenda der Stadtentwicklungspolitik ganz oben stehenden Grundsätze wie Innenentwicklung, Nachverdichtung und nachhaltige Flächenhaushaltspolitik sind schwierig im Kontext der Insel Reichenau. Eine Besonderheit ist ihr Streusiedlungscharakter. Was in anderen Kommunen als Zersiedelung angeprangert werden würde, gilt auf der Reichenau als erhaltenswertes Kulturerbe.

Die Natur- und Landschaftsentwicklung findet begleitend zu allen anderen Konzepten statt, da die Natur auf der Insel als ganz besonders schützenswert gilt und ihr trotzdem die „eigene Stimme“ fehlt, so Bürgermeister Dr. Zoll. Neben dem Tourismus ist die Landwirtschaft der Hauptwirtschaftsfaktor für die Gemeinde Reichenau. Die Ansprüche eines zeitgemäßen Gemüsebaus, der heute aus wirtschaftlichen Gründen überwiegend unter Glas betrieben wird, stehen in ständiger Konkurrenz zum Erhalt des Landschaftsbilds. Das Entwicklungskonzept befasst sich neben der Siedlungsentwicklung und dem Schutz der Natur und Landschaft vor allem mit dem Gewächshausbau und zeigt mögliche Potentiale, aber auch Reparaturmöglichkeiten auf, wo aufgrund von Fehlentwicklungen der Vergangenheit Korrekturen vorgenommen werden sollten. Mit der systematischen Weiterentwicklung der Möglichkeiten gibt die Gemeinde Reichenau bestehenden Unternehmen Entwicklungsmöglichkeiten und schafft – im Einklang mit Bürgern, der Natur und dem UNESCO Weltwerbe – Raum für Ansiedlung und Weiterentwicklung. www.reichenau.de

KONTAKT Dr. Wolfgang Zoll Bürgermeister Tel. +49 (0) 7534 801-21 dr.zoll@reichenau.de

Mario Streib Hauptamtsleiter Tel. +49 (0) 7534/801-33 streib@reichenau.de

Reichenau | Standort Deutschland 121


INNENSTADTENTWICKLUNG

SINGEN HAT GROSSES VOR

Die Stadt Singen ist neuerdings in aller Munde, was nicht zuletzt an der geplanten Realisierung eines innerstädtischen Einkaufs- und Dienstleistungszentrums (EDZ) des Hamburger Entwicklers ECE liegt. Dieses Projekt, das zwischenzeitlich den Namen CANO Singen erhalten hat, ist im Fall der Realisierung als Leuchtturmprojekt für die Singener Innenstadt zu sehen. Gleichzeitig gerät darüber aber leicht in Vergessenheit, dass dies nur ein Baustein einer umfassenden Innenstadtentwicklung ist, die längst begonnen hat.

KONTAKT Singen Hohgarten 2 D-78224 Singen www.singen.de Oliver Rahn Wirtschaftsförderung der Stadt Singen Tel. +49 (0) 7731 85 106 wirtschaftsfoerderung@singen.de

Bereits 2008 wurden mit dem Innenstadtentwicklungskonzept 2020 wichtige Entwicklungsziele für die Innenstadt in einem kooperativen Prozess festgelegt. Diese Ziele sind nach und nach umgesetzt worden. Im Fokus stand die Erhöhung der Aufenthaltsqualität in der Innenstadt. Dazu zählt beispielsweise die Innenstadtmöblierung, die bereits in den Fußgängerzonen erneuert wurde. Zum verbesserten Erscheinungsbild tragen auch neue Unterflurmülleimer bei, die in der Fußgängerzone in großer Zahl vorhanden sind. Die neue Beleuchtung bringt das Straßenbild mittlerweile auch außerhalb der Innenstadt zum Strahlen. Ein wesentliches Element ist auch die Attraktivierung der Plätze. So wurde der Herz-Jesu-Platz in der östlichen Innenstadt in einem ersten Abschnitt bereits teilweise saniert und umgestaltet. In einem zweiten Bauabschnitt soll nun der gesamte Platz umgestaltet werden. Neben ausgiebigen Grünflächen und Möglichkeiten der Begegnung erhält auch der beliebte Wochenmarkt mehr Raum, da die Parkplätze in eine Tiefgarage verlegt werden. Sowohl beim Herz-Jesu-Platz als auch beim Heinrich-Weber-Platz in der nördlichen Innenstadt wurden Bürgerwerkstätten als Planungsinstrumente eingesetzt, so dass die Ein-

122 Standort Deutschland | Singen am Hohentwiel

wohner ihre Wünsche und Anregungen einbringen konnten. Auch die Straßen in der Innenstadt werden sukzessive neu gestaltet, um dem Einkaufserlebnis ein attraktives Umfeld zu geben und die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Mit der August-Ruf-Straße wurde vor ein paar Jahren bereits der Anfang gemacht. Das Entree zur Innenstadt von der Bahnlinie her wird sich in den nächsten Jahren gravierend verändern und ein ansprechendes Erscheinungsbild erhalten. Dazu gehört der für Frühjahr 2017 geplante Abriss des Contihochhauses. An dessen Stelle wird in den nächsten Jahren mit dem Sanierungsgebiet „Scheffelareal“ ein hochwertiges innerstädtisches Wohnquartier für rund 350 Personen mit hohem Grünanteil entstehen. Weiterer Wohnraum entsteht auf einer langjährigen Brachfläche, dem sogenannten Kunsthallenareal im nordöstlichen Innenstadtbereich. Gegenüber dem Bahnhof befindet sich das Projektgebiet des geplanten CANO Singen, das sich von der August-Ruf-Straße bis zur Alpenstraße erstreckt. Die eng mit der Stadt Singen abgestimmte Planung sieht ein integriertes Shopping Center vor, das sich zur Innenstadt hin öffnet. Dafür sorgt nicht nur der Haupteingang, der direkt in die bestehende 1a-Lage


mündet. Das CANO Singen erhält auch weitere Eingänge, die sich etwa zur Thurgauer Straße oder zum Bahnhof hin öffnen. Die Architektur wird hochwertig und orientiert sich von den Materialien her an den Singener Themen Vulkan und Industrie. Offene Schaufenstergestaltung soll eine städtebauliche Verbindung zur Umgebung herstellen. Attraktive Gastronomie mit Außenbewirtung soll in der Hegaustraße bis in die Abendstunden hinein mediterranes Flair erzeugen und gleichzeitig eine bestehende Angebotslücke füllen. Das neue Center wird voraussichtlich im Frühjahr 2019 eröffnet. Die Stadt Singen nimmt den Bau des CANO Singen zum Anlass, den angrenzenden Bahnhofsvorplatz neu zu gestalten. Dies nicht nur, um die etwas in die Jahre gekommene Erscheinung durch einen neuen Platz zu ersetzen. Es geht auch darum, das in Folge des CANO Singen zu erwar-

tende erhöhte Verkehrsaufkommen besser bewältigen zu können. Beide Großbaustellen sollen eng aufeinander abgestimmt werden. Erst kürzlich wurde eine andere private Großbaustelle beendet. Das neue und moderne Hauptgebäude der Sparkasse Hegau-Bodensee an der Erzbergerstraße wurde nach rund einjähriger Bauzeit feierlich eröffnet. Singen hat von jeher den Ruf, eine sehr dynamische Stadt zu sein. Diesem wird die Hegaumetropole immer wieder gerecht. Mit den geplanten und begonnenen Maßnahmen wird auch die Innenstadt ein neues Gesicht bekommen und für Singener wie für Gäste ein neuer Wohlfühlort werden. Mit dringend benötigtem neuem Wohnraum und einer attraktiven Erweiterung und Ergänzung des Handelsangebots und –umfelds stellt sich die Stadt für die Zukunft gut auf.

FACTS & FIGURES Gesamtzahl der Bevölkerung (31.12.2015) 47.471 Einwohner Total population (December 31, 2015) 47,471 inhabitants SV-Beschäftigte (Stand 30.06.2016) 24.617, Produzierendes Gewerbe 8.754, Handel, Gastgewerbe und Verkehr 5.558, Sonstige Dienstleistungen 10.270, Land- und Forstwirtschaft 43 Employees subject to social insurance (June 30, 2016) 24,617, manufacturing industry 8,754, retail trade/hotels and restaurants/transport 5,558, other services 10,270, agriculture and forestry 43 Steuersätze Grundsteuer A: 360 % | Grundsteuer B: 360 % | Gewerbesteuer: 360 % Tax rates Property tax agriculture: 360% / Property tax construction: 360% / Business tax: 360% Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte nach Wohnort 17.210 EW, nach Arbeitsort 24.625 EW, Einpendler 15.427, Auspendler 8.009, Zahl

der Betriebe (Stand 30.06.2014) 1.373 Employees subject to social insurance by place of residence 17,210, by place of work 24,625, in-commuters 15,427, out-commuters 8,009, number of businesses (June 30, 2014) 1,373 Handelskennziffern (jeweils normiert auf Bundesdurchschnitt = 100,0) (Quelle: GfK 2012) Kaufkraft-Index: 96,3, Zentralitätskennziffer: ca. 200 Trade index (adapted to the national av- erage = 100) (source: GfK 2012) purchasing power index: 96.3, centrality index: approx. 200 Verkehrs- und Bahnverbindungen Regionale Bahnverbindungen Der Regionalzug „seehas“ pendelt im Halbstundentakt zwischen Konstanz, Singen und Engen. Über die S22 besteht außerdem ein Halbstundentakt nach Schaffhausen und somit an die Züricher S-Bahn sowie den Flughafen Zürich-Kloten. Nationale und internationale Bahnverbindungen

Stuttgart-Singen - Zürich | Konstanz-Singen-Frankfurt-Kassel | Lindau- Singen-Basel | Konstanz-Singen-Offenburg Verkehrsverbindungen (Straße) Von Stuttgart aus führt die A81 direkt vor die Tore von Singen. Am Kreuz Hegau teilt sich die Autobahn nach Schaffhausen, nach Stockach, Lindau und nach Konstanz. Transport connections Regional rail connections The “seehas“ train service runs beween Constance, Singen and Engen every half hour. The S22 also offers a half-hourly service to Schaffhausen with connections to Zurich‘s urban railway and Zurich airport. National and international rail connections Stuttgart-Singen-Zurich/Constance-Singen-Frankfurt-Kassel/Lindau-Singen-Basel/ Constance-Singen-Offenburg. Road connections A81 motorway from Stuttgart to Singen. At the Hegau junction, the motorway splits off to Schaffhausen, Stockach, Lindau and Constance. Singen am Hohentwiel | Standort Deutschland 123


NEUE PRODUKTIONSSTÄTTE

FÜR DENGUE-FIEBER-IMPFSTOFF

TAKEDA INVESTIERT IN SINGEN MEHR ALS 100 MILLIONEN EURO Am Standort Singen produziert Takeda aktuell jedes Jahr über 68 Millionen Ampullen, Tuben und Zäpfchen zur Behandlung von Magen-Darm-, Herz-Kreislauf- und immunologischen Erkrankungen.

KONTAKT Takeda GmbH Byk-Gulden-Straße 2 D-78467 Konstanz Tel. +49 (0) 7531 840 pr@takeda.de www.takeda.de

Effektiver als Krankheiten zu behandeln ist es jedoch, Krankheiten von vornherein zu verhindern. Deshalb treibt Takeda auf globaler Ebene die Entwicklung von Impfstoffen gegen eine Reihe von Infektionskrankheiten voran, u.a. gegen das Dengue-Virus, das Norovirus sowie das Zika-Virus. Der Standort Singen nimmt dabei künftig eine bedeutende Rolle ein. Am 29. November 2016 legte Takeda in Singen den Grundstein für ein neues Produktionsgebäude. Ab 2019 soll dort der zurzeit in der klinischen Erprobung befindliche Dengue-Fieber-Impfstoff des Unternehmens hergestellt werden – für Takeda ein Meilenstein auf dem Weg zur Deckung des hohen medizinischen Bedarfs für die Dengue-Prävention. In den Neubau mit einer Bruttonutzfläche von über 20.000 m2 werden über 100 Millionen Euro investiert, neue Arbeitsplätze entstehen. Den Ausschlag, die Impfstoffproduktion nach Singen zu verlegen, gab einmal mehr die am Standort vorhandene Produktionstechnik und das Know-how der Belegschaft: „Wir haben in Singen große Erfahrung im Bereich der Lyophilisation (Gefriertrocknung), einer Schlüsseltechnologie für die Herstellung des Dengue-Impfstoffs von Takeda“, sagt Kim Konradsen, seit März 2016 Leiter der Takeda Betriebsstätte Singen und Geschäftsführer der Takeda GmbH. „Das große Vertrauen in den Standort zeigt, dass unsere

124 Standort Deutschland | Takeda GmbH

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den vergangenen Jahren eine tolle Arbeit geleistet haben, die auf internationaler Ebene Anerkennung findet und Vertrauen genießt“, so Konradsen. Derzeit arbeiten 865 Mitarbeiter am Standort, darunter 48 Auszubildende. Bereits im Jahr 2015 hatte Takeda die Betriebsstätte um einen Anbau erweitert. Die Singener Fabrik und der Standort Deutschland sind für den japanischen Pharma-Riesen, der in mehr als 70 Ländern aktiv ist, auch noch aus einem anderen Grund von weltweiter Bedeutung. Hier produzierte Arzneimittel unterliegen der scharfen Kontrolle deutscher Behörden – und sind damit auch für wichtige Märkte wie die USA zugelassen. Was in Singen hergestellt wird, darf praktisch überall verkauft werden. Von hier aus geht es in alle Welt!


RADOLFZELL AM BODENSEE

FEIERT 750 JAHRE STADTRECHT

Foto: Ilja Mess

„JEDEN MOMENT WERT.”

2017 ist für Radolfzell am Bodensee ein ganz besonderes Jahr. Denn dann jährt sich die Verleihung des Stadtrechts zum 750sten Mal. Vom 15. Januar bis 2. Oktober 2017 wird das Stadtjubiläum gefeiert. An 100 Veranstaltungstagen wird den Besuchern 750 Stunden Programm geboten. Das umfassende Jubiläumsprogramm wird die Stadt am Bodensee in all ihren zahlreichen Facetten präsentieren, getreu dem Motto des Jubiläums „Jeden Moment wert.“ Neben den bestehenden Veranstaltungsformaten wird es im Jubiläumsjahr auch viele neue und einmalige Highlight-Veranstaltungen geben. Außerdem wird das Stadtjubiläum von den Radolfzellerinnen und Radolfzellern mitgestaltet – und zwar von der Idee bis zur Umsetzung. In 40 Bürgerprojekten beteiligen sich über 1.000 Bürgerinnen und Bürger und zeigen, was ihre Stadt so ein-

einem der Schwerpunktthemen des Stadtjubiläums – Geschichte – wird ein bekannter Historiker zu Gast sein. Eine feste Größe im Veranstaltungskalender seit nunmehr 27 Jahren ist der Kabarett-Winter, dessen Angebot in diesem Jahr ausgebaut wird. Zum Stadtjubiläum strapazieren 14 Künstlerinnen und Künstler an neun Abenden die Lachmuskeln der Besucher, zudem feiert die „1. Radolfzeller Lachnacht“ Premiere. Unter anderem geben auf der Bühne Mathias Richling, Hagen Rether, Florian Schröder, Michael Krebs und Sascha Korf ihr Können zum Besten.

„Ganz besonders freue ich mich darüber, dass sich für unser Stadtjubiläum 2017 mehr als 1.000 Menschen im Rahmen der Bürgerprojekte engagieren. Dieser Einsatz der vielen Ehrenamtlichen beweist die Verbundenheit der Menschen mit ihrer Stadt und zeigt getreu unserem Jubiläums-Motto, Radolfzell ist jeden Moment wert!“ Oberbürgermeister Martin Staab zigartig macht. Die Beiträge reichen von Buchprojekten über Musicals, Filmprojekte, Vorträge, Theateraufführungen und Naturführungen bis hin zu Mittelalterspektakeln. Die Stadt kann auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken. Das einstige Fischerdorf hat sich zur drittgrößten Stadt am Bodensee entwickelt, die viel wirtschaftliches Potential in attraktiver Umgebung bietet. Innovation, Weitblick und eine hohe Lebensqualität – dies sind drei wesentliche Faktoren, mit denen Radolfzell punkten kann. Nach dem Startschuss ins Jubiläumsjahr beim Neujahrsempfang am 15. Januar im Tagungs- und Kulturzentrum Milchwerk sind Heimat, Identität und die Historie Radolfzells ganz entscheidende Themen, die im Rahmen des Stadtjubiläums im Fokus stehen. Passend zu 126 Standort Deutschland | Radolfzell am Bodensee

Radolfzell steht nicht nur für Natur und Gesundheit, in der Schiesser-Stadt lässt sich auch prächtig shoppen und flanieren. So hat Radolfzell am Bodensee, viele Jahre geprägt durch das Industrie-Areal von Schiesser, eine enorme Wandlung vollzogen. Auf dem Schiesser-Gelände befindet sich nun das seemaxx Factory-Outlet-Center, das seine Verkaufsfläche von 4.500 auf 8.500 Quadratmeter erweitert hat. Der Wirtschaftsstandort Radolfzell wird im Rahmen des Stadtjubiläums u.a. mit einer Doppelausstellung gewürdigt. „Mein Schiesser – gestern und heute“, lautet der Titel der Ausstellung, die am 22. April startet und im Stadtmuseum sowie in der Villa Bosch zu sehen ist. Während sich das Stadtmuseum der Geschichte und Entwicklung des Wäsche-Her-


Fotos: Ilja Mess Linke Seite: Radolfzell steht für eine lange Blasmusiktradition – um diese gebührend zu feiern, gibt es das 1. Seefestival – Blechfieber 2017. Unter anderem treten La Brass Banda, Max Mutzke und die SWR-Big-Band auf. Rechte Seite, links: Tolles Engagement aus der Bürgerschaft: Mehr als 1000 Bürgerinnen und Bürger engagieren sich an den Bürgerprojekten zum Stadtjubiläum. Kochen ist ihre Leidenschaft – ihr Können stellen bei SWR 1 Pfännle unter anderem Tina Laakmann (Safran Bio Restaurant) und Hubert Neidhart (Gasthaus Grüner Baum) unter Beweis (rechts oben). Vom Negligé, dem Feinrippunterhemd bis zum Pyjama – die Doppelausstellung „Mein Schiesser – gestern und heute“ zeigt Mode und Historie des bekannten Wäscheproduzenten, dessen Name untrennbar mit Radolfzell verbunden ist (rechts unten).

stellers widmet, beleuchtet die Ausstellung in der Villa Bosch die künstlerisch-ästhetische Komponente. Gezeigt werden zahlreiche Exponate und die spannende Geschichte rund um den weltbekannten Wäscheproduzenten, der untrennbar mit Radolfzell verbunden ist. In einem Aufruf wurden die Menschen gebeten, ihre Lieblingsstücke einzureichen. Die Resonanz war groß. Knapp 200 Wäschestücke aus ganz Deutschland und der Schweiz wurden eingesandt. Den weitesten Weg hatte ein Schlafanzug aus Hamburg. Zur ersten „Nacht der Radolfzeller Unternehmen“ am 5. Mai öffnen zehn wichtige Unternehmen der Stadt ihre Türen für außergewöhnliche und spektakuläre Orte, die man normalerweise nicht zu sehen bekommt. Musik, künstlerische Acts und kulinarische Highlights machen die Firmen in dieser Nacht erlebbar. Einen Blick ins Innere der Unternehmenskultur zeigen u.a. ZF TRW, Hügli, Aptar und Allweiler. Radolfzell ist die Stadt mit dem längsten Uferabschnitt am Bodensee. Auf der Halbinsel Mettnau befindet sich eines der ältesten Naturschutzgebiete Deutschlands mit etwa 140 Hektar Fläche. Die schöne Halbinsel steht im Zentrum des ersten Umwelt- und Klimaschutztages Radolfzell, der am Samstag, 20. Mai, stattfindet. Engagement für Umwelt und Natur hat hier Tradition. Zu Beginn der ökologischen Bewegung in den 1970er-Jahren haben sich die wichtigsten Umweltverbände in der Stadt angesiedelt. Die Stadt ist auch für ihr großes Engagement bekannt, z.B. beim Klimaschutz. Dafür wurde Radolfzell 2010 mit dem European

Energy Award ausgezeichnet. Im Jahr 2018 strebt Radolfzell die höchste Auszeichnung, den Gold-Status, an. Zum Stadtjubiläum feiert Radolfzell seine lange Blasmusiktradition, die anhand der folgenden Zahl anschaulich wird: In der ungefähr 30.000 Einwohner großen Stadt gibt es 2.000 aktive Musiker. Ska, Polka, Reggae, viel Soul und noch mehr Jazz – das gibt es beim „1. Seefestival“ am Pfingstwochenende von 2. bis 5. Juni zu erleben. Hochkarätige Bands kommen nach Radolfzell. Am Konzertsegel in unmittelbarer Nähe zum Bodenseeufer erwartet die Besucher u.a. Max Mutzke mit der SWR Big-Band und La Brass Banda. Den Abschluss dieses „1. Seefestivals“ bildet am Montag, 5. Juni, der Frühschoppen der Froschenkapelle und der Narrenmusik. Tickets gibt es unter www.reservix.de. Weitere Höhepunkte sind die „1. Radolfzeller Sternenfahrt“ am 6. Mai. Den Besuchern bietet sich ein besonderes Schauspiel: Die MS Königin Katharina kommt aus ihrem Heimathafen Lindau nach Radolfzell und startet zu Rundfahrten auf dem Untersee. Mit der MS Seestern, der MS Alet und einem Schiff der Schweizerischen Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein AG treffen die Schiffe zu einer Sternformation zusammen. Am 24. September macht „SWR 1 Pfännle“ in Radolfzell Endstation. Auf regelrechte Gaumenfreunde können sich die Besucher freuen, wenn an diesem Tag die besten Restaurants Radolfzells ihre Kreationen präsentieren. Am 2. Oktober findet schließlich das große Finale des Stadtjubiläums statt. Ein historischer Zeitspaziergang schließt den Bogen von der Radolfzeller Vergangenheit und Gegenwart bis hin in die Zukunft.

Vergünstigungen rund um das Stadtjubiläum erhalten Besucher mit dem Jubiläums-Pin zum Preis von 5 Euro. Den Pin gibt es bei der Tourismus- und Stadtmarketing Radolfzell GmbH (TSR), dem Stadtmuseum sowie in der Stadtbibliothek Radolfzell zu kaufen. Weitere Informationen zu Veranstaltungen und Tickets für das Jubiläum gibt es im Internet: www.R750LFZELL.de, per E-Mail an: 750@radolfzell.de sowie in der TSR, Telefon 07732/81-500, info@radolfzell-tourismus.de, Bahnhofplatz 2, Radolfzell.

Radolfzell am Bodensee | Standort Deutschland 127


RADOLFZELLER FIRMEN LADEN EIN ZUR ERSTEN NACHT DER UNTERNEHMEN KUNST, KULTUR UND KULINARIK ERWARTEN DIE BESUCHER AM 5. MAI 2017 AN UNGEWÖHNLICHEN ORTEN

Foto: Ilja Mess

Neun Unternehmen öffnen ihre Türen für Musik, künstlerische Acts und kulinarische Highligths

Innovation, Weitblick und hohe Lebensqualität: Das sind nur drei der herausragenden Attribute, mit denen Radolfzell am Bodensee punkten kann. Die Stadt liegt an einer exponierten Stelle – direkt am Untersee und verkehrsgünstig geschickt im Städtedreieck der Arbeiter- und Industriestadt Singen und der Universitätsstadt Konstanz.

KONTAKT Stadtverwaltung Radolfzell am Bodensee Marktplatz 2 (Rathaus) D-78315 Radolfzell am Bodensee www.radolfzell.de Martin Staab Oberbürgermeister Tel. +49 (0) 7732 81 101 oberbuergermeister@radolfzell.de

Die beiden Hauptsponsoren des Stadtjubiläums, Volksbank und Sparkasse, haben sich etwas Besonderes einfallen lassen: Im Herzen Radolfzells, auf dem Marktplatz, werden die beiden traditionsreichen Geldinstitute den Besuchern Inszenierungen zu Radolfzell als ein Ort des Handels präsentieren. Radolfzell war einst ein kleines Fischer- und Bauerndorf, das ab dem 9. Jahrhundert nach und nach den Handel am Untersee dominierte. 1100 wurde Radolfzell zum Markt erhoben, entwickelte sich stetig weiter und erhielt schließlich im Jahr 1267 das Stadtrecht. Auch der weltweit agierende Automobilzulieferer ZF TRW beteiligt sich an der ersten Nacht der Unternehmen. Der Konzern kann auf eine ganz besondere Firmengeschichte zurückblicken: Radolfzells Ehrenbürger Werner Messmer gründete TRW, das im Jahr 2015 von ZF Friedrichshafen übernommen wurde. Das Unternehmen öffnet am 5. Mai seine Werkshallen. Ein vielfältiges Programm wird den Besuchern geboten. Elf Länder, in denen ZF TRW Unternehmensstandorte hat, bieten kulinarische Köstlichkeiten an. Zudem erhalten die Besucher bei der gläsernen Produktion einen Blick hinter die sonst verborgenen Kulissen des international bedeutenden Konzerns. Einen ungewöhnlichen Ort für die Nacht der Unternehmen präsentiert der Nahrungsmittelproduzent Hügli. Das Unternehmen, das in Radolfzell seinen größten Produktionsstandort innerhalb der Hügli-Gruppe hat, lädt auf die „MS Königin Katharina“ ein. Das Schiff der Bodensee Schifffahrtsbetriebe liegt während der Nacht der Unternehmen im Radolfzeller Hafen. Auf dem Schiff

128 Standort Deutschland | Radolfzell am Bodensee

werden verschiedene Hügli-Produkte frisch vor Ort zubereitet. Die Besucher können beim Kochen zuschauen und selbstverständlich die Speisen anschließend genießen. Musikalisch begeht die Allweiler GmbH die Nacht der Unternehmen. In den Werkshallen, wie z.B. der Gießerei aus dem Jahre 1880, des europaweiten Marktführers für Pumpsysteme, sorgt eine Band für ausgelassene Stimmung. Bei Aptar Pharma erhalten die Sprühsysteme des Unternehmens eine ganz andere Funktion – der Marktführer für Dosier- und Spendersysteme präsentiert Graffiti-Kunst, die an diesem Abend live entsteht. Die Schiesser AG zeigt eine Doppelausstellung im Stadtmuseum und in der Villa Bosch, die besondere Einblicke in die Firmengeschichte des Wäscheproduzenten gibt. Auch das seemaxx outlet center Radolfzell ist bei der Nacht der Unternehmen vertreten und bietet exklusive Führungen an. Das seemaxx ist ein Erfolgsmodell und hat weit über die Region hinaus Alleinstellungsmerkmal. Es bietet auf einer Verkaufsfläche von 8.500 Quadratmetern hochwertige Ware von Top-Marken zu Outletpreisen an. Der bestehende Schiesser Werksverkauf mit 160.000 Besuchern jährlich, die Nähe zur kaufkraftstarken Schweiz und 1,46 Millionen weitere potentielle Käufer auf deutscher Seite sprechen für den Standort Radolfzell. Im Radolfzeller Innovations- und Technologiezentrum (RIZ) öffnen bei der Nacht der Unternehmen etablierte, aber auch neu gegründete Unternehmen, ihre Türen.


Fotos: Kuhnle + Knödler Oben: In den Werkshallen von Allweiler erklingt Musik und erstmals werden nicht öffentlich zugängliche Räumlichkeiten inszeniert. Live-Graffiti präsentiert Aptar Pharma den Besuchern (links unten) und bei ZF TRW dreht sich alles um den Genuss. Das Unternehmen stellt seine elf Standorte kulinarisch vor (rechts unten).

Neue Chronik Von den Anfängen Radolfzells bis in die Gegenwart – diesen Bogen schlägt die neue Chronik der Stadt Radolfzell auf 350 Seiten. Das wissenschaftlich fundierte Werk zeichnet sich durch leicht lesbare und verständliche Texte aus. Die Chronik wird erstmals am Sonntag, 19. März 2017, im Tagungs- und Kulturzentrum Milchwerk präsentiert und kann danach auch im Buchhandel zum Preis von 28,95 Euro erworben werden. Ab Januar werden die Autoren in spannenden Vorträgen zu ihren Fachgebieten im Stadtmuseum Radolfzell berichten. Informationen zu den Vorträgen sowie die Termine gibt es im Internet: www.radolfzell.de/stadtmuseum

Neuer Bildband Die wunderschöne Landschaft, die besondere Lage am Untersee und der hohe Freizeitwert – all das zeichnet Radolfzell am Bodensee aus. Die vielen Facetten Radolfzells sind nun mit modernster Drucktechnik in einem Bildband verewigt, den die Fotografen kuhnle + knödler

fotodesign sowie Gerald Jarausch in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung erstellt haben. Der Bildband, der zum Stadtjubiläum 2017 erstellt wurde, soll dem Betrachter ein Gefühl von Heimat vermitteln und Gästen Lust auf einen Besuch in Radolfzell machen. Der Bildband ist zweisprachig, alle deutschen Texte wurden ergänzt durch englische Übersetzungen.

Anlässlich des Stadtjubiläums 2017 hat die Stadt Radolfzell einen neuen Bildband erstellt, der im Verlag Stadler erschienen ist. Bild: Verlag Stadler

Zu kaufen gibt es den Bildband zum Preis von 15,95 Euro im Buchhandel (ISBN 978-3-7977-0729-1).

Radolfzell am Bodensee | Standort Deutschland 129


❯ ENGLISH SUMMARY 750th anniversary of Radolfzell am Bodensee

bition, starting on 22nd April. While the city museum showcases the company’s development, the Villa Bosch gallery focuses on favourite items of Schiesser underwear. On 5th May from 5pm to 12pm, nine businesses in Radolfzell open their production halls to the public for musical and artistic performances as well as culinary delights. Brass band music has a long tradition in Radolfzell. The 1st open-air Seefestival (2nd to 5th June) welcomes local and national brass bands. Tickets are now available for La Brass Banda and Max Mutzke & the SWR BigBand.

Foto: Amelie Dett

2017 marks the 750th anniversary of the city Radolfzell am Bodensee. From January to October the city shows its diversity with over 100 spectacular jubilee events ranging from cultural to culinary highlights. More than 1000 people are taking part in 40 citizens' projects to celebrate their city. Radolfzell has always been a significant business location. Well-known companies like Schiesser, ZF/TRW, Hügli, Aptar and Allweiler are situated here. The history and designs of the famous underwear manufacturer Schiesser are presented in a unique double exhi-

MILCHWERK RADOLFZELL

KONTAKT Milchwerk Radolfzell Werner-Messmer-Straße 14 D-78315 Radolfzell am Bodensee Tel. +49 (0) 7732 81 362 milchwerk@radolfzell.de www.milchwerk-radolfzell.de

Eine wesentliche Zielsetzung dieser Maßnahme war die Erstellung einer neuen barrierefreien Zugänglichkeit über eine 43 Meter lange Rampe. Zudem sollte die allgemeine atmosphärische Aufenthaltsqualität durch ein neues innenarchitektonisches Gesamtkonzept gesteigert werden (siehe Foto oben). Umgesetzt wurde der Umbau durch das renommierte Stuttgarter Planungsbüro Atelier Brückner. Mit einer Gesamtnutzungsfläche von über 2.000 Quadratmetern bietet das Milchwerk eine ideale Plattform für Veranstaltungen jeglicher Art. Mit dem neuen Foyer-Entwurf eignet es sich in besonderem Maße für gesellschaftliche Anlässe sowie Tagungen und Kongresse. Gerne ist das Team des Milchwerks bei der Planung und Umsetzung von Veranstaltungen im eigenen Haus behilflich.

130 Standort Deutschland | Milchwerk Radolfzell

Foto: Milchwerk

Das Milchwerk Radolfzell ist das Tagungs-, Kultur- und Messezentrum der Stadt Radolfzell. Das Foyer des Veranstaltungshauses wurde im Sommer 2016 umfangreich umgebaut.


FACTS & FIGURES Gemarkungsfläche 5.857 ha Höhe 395-675 m ü. NN Gesamtzahl Bevölkerung  30.943 Einwohner (Stand 30.06.2016) Arbeitsstätten 1.605 Beschäftigte 12.684, produzierendes Gewerbe 4.639, Handel/Verkehr/Gastronomie 2.148, sonstige Dienstleistungen 5.897 Steuersätze 2016 Grundsteuer A 365 % Grundsteuer B 365 % | Gewerbesteuer 370 % Freie Fläche Gewerbeflächen in Planung ca. 5 ha Verkehrsverbindungen Radolfzell liegt an der Bundesstraße B 33 und B 34 mit Anschluss an die Autobahn A 81 Singen-Stuttgart. Die Bahnstrecken Offenburg-Konstanz und Basel-Lindau führen durch Radolfzell. Die Flughäfen Friedrichshafen, Zürich und Stuttgart sind ca. 58 km, 80 km bzw. 150 km entfernt. Der ÖPNV wird durch Stadtbus, Bahn und Schiffsverkehr bewerkstelligt. Schulen/Hochschulen/sonstige Bildungseinrichtungen Grund- und Hauptschulen | Gemeinschaftsschule | Grundschulförder- klasse | Förderschule | Werkrealschule | Realschule | Gymnasium | Gewerbliche Schulen/ Berufskolleg für Mode und Design | Hausund Landwirtschaftliche Schulen | Kaufmännische Schulen | Mettnau-Schule/ Berufliche Gymnasien/ Berufskollegs | Carl Duisberg Centrum (Deutschkurse für ausländische Fach- und Führungskräfte) | AGY-Radolfzell (berufliches Abendgymnasium) | Volkshochschule | Musikschule Radolfzell Medizinische Einrichtungen Krankenhaus Radolfzell der Hegau-Bodensee-Hochrhein- Kliniken GmbH mit 148 Betten (Gesundheitsverbund im Landkreis Konstanz) | METTNAU, Medizinische Rehabilitationseinrichtungen der Stadt Radolfzell Betreuungsangebote Krippen- u. Kinder- tageseinrichtungen (Kitas) für unter Dreijährige sowie Kitas für über Dreijährige | Ganztagesbetreuungen an den Schulen | Ferienbetreuung

Soziale Einrichtungen Alten- und Pflegeheime | Tagespflege | Seniorenwohnanlagen | Luisenklinik (Tagesklinik für Kinder- und Jugendliche) Tourismus Tourismus- und Stadtmarketing Radolfzell GmbH | Übernachtungen/Jahr 387.416, Anzahl der Gästebetten 2.157 Sport- und Freizeitmöglichkeiten Große Vielfalt an (Wasser-) Sportmöglichkeiten, Skateranlage, Tennisanlage/Tennishalle | über 250 Vereine | Kletterhalle des DAV Kunst/Kultur Museum in der Alten Stadtapotheke | Fasnachtsmuseum | Stadtbibliothek mit Lesestube | Kunstaustellungen in der Villa Bosch | Im 2-jährigen Turnus Bundeskunst- preis für Menschen mit Behinderung | Kunst- verein Radolfzell e.V. | Doppelgänger Theaterforum | Jugendblasorchester und Stadtkapelle | Jährliche Kulturnacht | Nostalgie- kino Universum e.V. Zusammensetzung des Gemeinderates 8 CDU | 6 Freie Grüne Liste | 5 Freie Wähler | 4 SPD | 3 FDP

respectively. Public transportation is provided by numerous bus lines as well as rail and ship connections. Schools/universities/other educational facilities Primary and secondary-level schools | Comprehensive school | Special needs class in primary school | Special education school | Secondary-level Realschule | Secondary-level Gymnasium | Vocational schools and a vocational college for fashion and design | Home economics and agricultural schools | Commercial schools | Mettnau School | Carl Duisberg Centrum (German classes for foreign professionals and executives) | Adult education centre | Music school Medical facilities Radolfzell Hospital as a part of Hegau-Bodensee-Hochrhein- Kliniken GmbH with 148 beds (healthcare network in the District of Constance) | Mettnau, Radolfzell’s medical rehab facilities Day-care facilities Nursery schools and day care centres for under-3s and kindergartens for over-3s | After-school clubs | Holiday clubs Social institutions Residential and nursing homes | Day care | Sheltered accommodation for the elderly | Luisenklinik day care centre for children and young people

Surface area 5,857 ha Altitude 395-675 m above sea level Total population 30,943 inhabitants (June 30, 2016)

Tourismus Tourismus- und Stadtmarketing Radolfzell GmbH | Overnight stays/year 387,416, number of beds 2,157

Places of employment 1,605 Employees 12,684, manufacturing trade 4,639, retail trade/transport/hotels and restaurants 2,148, other services 5,897 Tax rates in 2016 Property tax agriculture 365 % | Property tax construction 365 % | Business tax 370 % Available lots Commercial zones in the planning stage approx. 5 ha Transport connections Radolfzell is located on the federal roads B 33 and B 34 with a direct link to the A 81 Singen-Stuttgart motorway. Railway lines Offenburg-Constance and Basel-Lindau go through Radolfzell. The airports of Friedrichshafen, Zurich and Stuttgart are just 58 km, 80 km and 150 km away

Sports and recreational opportunities A wide variety of (water) sports, skater park, tennis courts/hall | More than 250 clubs/DAV climbing wall Art/culture Museum in the Alte Stadtapotheke | Fasnacht Museum | Public library with reading room | Art exhibitions in Villa Bosch | Biennial Federal Art Prize for people with a disability | Kunstverein Radolfzell e. V. art club | Doppelgänger theater forum | Youth brass band and municipal orchestra | Annual art night | Universum nostalgic cinema. Members of the municipal council 8 CDU | 6 Freie Grüne Liste (Greens) 5 Freie Wähler (independent) | 4 SPD | 3 FDP

Radolfzell am Bodensee | Standort Deutschland 131


ENGEN IM HEGAU STARKE WIRTSCHAFT. STARKE STADT. Engen zählt in Süddeutschland zu den attraktivsten Standorten für die Zukunft von Familien und Unternehmen. Am Tor zu der einzigartigen Vulkanlandschaft des Hegaus stimmen Lebensqualität und Wirtschaftskraft ganz besonders überein. Die wachsende Stadt mit ihren rund 10.300 Einwohnern erfüllt in vielerlei Hinsicht geradezu idealtypische Bedingungen: unmittelbarer Autobahnanschluss an die A 81 Richtung Stuttgart und Schweiz, direkte Anbindung an die Bahnstrecke Stuttgart-Mailand, S-Bahn-Verbindung nach Singen/Konstanz/Schweiz, nur wenige Minuten zum Bodensee – besser geht’s nicht! In nur einer Stunde erreicht man sogar die internationalen Flughäfen in Stuttgart, Zürich oder Friedrichshafen. Die Stadt mit besonderem Flair Die Stadt selbst verfügt über ein südländisches, romantisches Flair in ihrem spätmittelalterlichen Stadtkern. Er gilt als eines der besterhaltenen Altstadt-Ensembles in Süddeutschland. Eine lebendige und offene Stadtgesellschaft prägt das kulturelle Leben. Hier weiß man zu feiern und ausgefallene Märkte abzuhalten. Engen steht für nachhaltiges Wirtschaften und zukunftsorientiertes Denken. Insbesondere jungen Familien bieten sich hier erstklassige Bedingungen. Von der Kleinkindbetreuung bis zum eigenen Gymnasium verfügt die Stadt über ein breit gefächertes Bildungsangebot. Die örtliche Gesundheitsversorgung gilt als vorbildlich. Natur- und Freizeitangebote, Kunst und Kultur, das Zusammenspiel der Generationen – hier lässt es sich noch zu vernünftigen Preisen im Bodenseeraum gut leben!

KONTAKT Stadt Engen Hauptstraße 11 D-78234 Engen www.engen.de Johannes Moser Bürgermeister Tel. +49 (0) 7733 502210 rathaus@engen.de Peter Freisleben Wirtschaftsförderer / Business Developer Tel. +49 (0) 7733 502212 pfreisleben@engen.de

132 Standort Deutschland | Engen

Der Standort für innovative Unternehmen Geschwindigkeit ist für Unternehmen häufig ein entscheidender Faktor. Deshalb unterstützt die Stadt Engen mit einer aktiven Wirtschaftsförderung ansässige und ansiedlungswillige Betriebe schnell und unkompliziert. Dabei haben die Sicherung bestehender und die Schaffung neuer Arbeitsplätze höchste Priorität. Die Stadt Engen verfügt über rund 650 Gewerbebetriebe aus Industrie, Dienstleis­tung, Handwerk und Handel. Drei voll erschlossene Ge- werbegebiete in Engen und dem Stadtteil Welschingen sind bereits von zukunftsorientierten Unternehmen als Standorte ausgewählt worden. Weitere Flächen von 1.000 bis 45.000 Quadratmetern stehen dort zum Preis von 44 bis 60 Euro/Quadratmeter zur Verfügung. In Welschingen ist zudem das Innovationszentrum Engen (IZE) für junge und innovative Unternehmen entstanden. Hier bietet die Stadt Engen besonders kostengünstige Büro-, Labor- und Werkstatträume zur Miete an. Engen ist bekannt für sein unternehmerfreundliches Klima und seine unkomplizierte Verwaltung. Der Gewerbesteuer-Hebesatz mit 330 Prozent ist einer der günstigsten in der Region.

❯ ENGLISH SUMMARY Engen is one of the most attractive locations in South Germany with excellent prospects for families and businesses. At the gateway to the unique volcanic landscape of the Hegau region, quality of life and a healthy economy go hand in hand. The town offers ideal conditions in many ways, with direct access to the A 81 motorway to Stuttgart and Switzerland, direct railway connections to Stuttgart and Milan, the commuter train to Singen/Constance/Switzerland, and only a few minutes' drive to Lake Constance. The international airports in Stuttgart, Zurich and Friedrichshafen are also just one hour away. The town supports local businesses and companies wishing to set up their business in Engen fast and unbureaucratically. Engen is home to more than 650 commercial enterprises in industry, services, crafts and commerce. Three fully developed business parks in Engen and the district of Welschingen have already attracted innovative companies. The Innovationszentrum Engen (IZE), an incubator for young and innovative companies, has also been set up in Welschingen. Businesses can rent space here for offices, laboratories and workshops at very reasonable rates. The business tax rate of 330 percent is one of the lowest in the region.


FACTS & FIGURES Gemarkungsfläche 7.000 ha Surface area 7,000 ha Gesamtzahl der Bevölkerung ca. 10.300 Total population approx.10,300 Steuersätze 2016 Gewerbesteuer 330 % Grundsteuer A 330 % | Grundsteuer B 330 % Tax rates in 2016 Business tax 330 % | Property tax agriculture 330 % | Property tax construction 330 % Verkehrsverbindungen Autobahn A 81, direkter Anschluss Nr. 39 | Bundesstraße B 31 | S-Bahn-Anschluss nach Singen/Konstanz/ Schweiz im Halbstundentakt (Seehas) | Regional-Express | Internationale Flughäfen Zürich und Stuttgart in 60 Minuten erreichbar Transport connections A81 motorway, direct link to exit 39 | Federal road B 31 | Commuter train connection to Singen/Constance/ Switzerland every 30 minutes (seehas railway) | Regional express train | International airports in Zurich and Stuttgart just 60 minutes way Schulen 2 Grundschulen | 1 Werkrealschule 1 Realschule | 1 Gymnasium | 1 Förderschule Schools 2 primary schools | 1 secondary-level

Werkrealschule | 1 secondary-level Realschule | 1 secondary-level Gymnasium | 1 special education school Sport-/Freizeitmöglichkeiten Über 130 Vereine | Erlebnisbad | Tennisplätze | Reithalle u. Reitplatz | Skateanlage | Beachsoccer | Beachvolleyball | Stadion | 2 Sportplätze | 4 Mehrzweckhallen/ Sporthallen | Loipe | Nordic-Walking-Rundweg | Trimm-Dich-Pfad | 6 Bürgerhäuser Sport/ recreational opportunities More than 130 clubs | Adventure pool | Tennis courts | Riding school | Skateboard park | Beach soccer | Beach volleyball | Stadium | 2 sports grounds | 4 multi-purpose/sports halls | Cross-country ski trail | Nordic walking trail | Fitness trail | 6 community centres Kunst/Kultur Städtisches Museum Engen + Galerie | Kulturelle Veranstaltungen der Stadt und der „Stubengesellschaft“ | Historische Alt- stadt | Altstadtfest | Eiszeitpark | Petersfels- tage | Ostermarkt | Ökomarkt | Weihnachtsmarkt | Vereinsfeste Art/culture Engen Municipal Museum and Gallery | Cultural events organized by the town and the “Stuben- gesellschaft” art association | Historic old town | Festival in the old town | Ice Age Park |

Petersfelstage Festival | Easter market | Eco- logical market | Christmas market | Club festivities Freie Flächen Büro- und Gewerbeflächen zur Miete im Innovationszentrum Engen-Welschingen (IZE) und im Gewerbepark Welschingen Industrie- und Gewerbebauland; u. a. in den Gewerbegebieten Grub und Welschingen (44-60 €/m², voll erschlossen) | Einzelhandelsflächen in exponierter Innenstadtlage auf Anfrage | Bauland für Einfamilien- und Doppelhäuser Available lots Office and commercial premises for rent in the Innovationszentrum Engen-Welsch- ingen (IZE) and in Welschingen business park | Land for industrial and commercial use, e.g. in the Grub and Welschingen business parks (€ 44-60 per m², fully developed) | Retail space in prime locations in the town centre available on request | Land for building detached and semi-detached houses Sonstiges Aktive Wirtschaftsförderung | Innovationszentrum für Existenzgründer | Städtepartnerschaften mit Pannonhalma (Ungarn) Trilport (Frankreich) und Moneglia (Italien) Other Committed to business development | Incubator for start-ups | Twinned with Pannonhalma (Hungary), Trilport (France) and Moneglia (Italy)

Engen | Standort Deutschland 133


DER BODENSEEKREIS EINE ZUKUNFTSORIENTIERTE REGION

Dipl. Kfm. Benedikt Otte Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Bodenseekreis

KONTAKT Wirtschaftsförderung Bodenseekreis GmbH Leutholdstraße 30 D-88045 Friedrichshafen Tel. +49 (0) 7541 38588 0 info@wf-bodenseekreis.de www.wf-bodenseekreis.de

Der Bodenseekreis ist das wirtschaftliche und technologische Zentrum in der Vierländerregion Bodensee und Standort bedeutender Unternehmen. Hier gestaltet und begleitet die Wirtschaftsförderung Bodenseekreis GmbH (WFB) als öffentlich-privates Dienstleistungsunternehmen den wirtschaftlichen Entwicklungsprozess aktiv mit. Die WFB unterhält Geschäftsstellen in Friedrichshafen und Überlingen und kooperiert mit Wirtschaftsförderungen rund um den gesamten Bodensee. Sie engagiert sich für die Unternehmen des Bodenseekreises und leistet einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung und Festigung des Wirtschaftsstandortes Bodenseekreis.

INTERVIEW MIT BENEDIKT OTTE Die WFB hat ihre Corporate Identity verändert. Wieso wurde der CI-Relaunch vorgenommen? Und was steckt hinter ihrem neuen Claim? Aktive Unternehmen unterliegen einem dynamischen Anpassungsprozess. Auch die Wirtschaftsförderung Bodenseekreis (WFB) hat sich in den letzten 10 Jahren stetig weiterentwickelt, das Leistungsspektrum hat sich verändert. Mit unserem angepassten CI und unserer neuen Webseite wollen wir das realistisch darstellen. Unser Claim „Vertrauen. Erfolgreich. Vernetzen.“ zeigt, dass hinter allem, was wir tun, klare Werte stehen. Wir bringen Menschen, Unternehmen und Kommunen zusammen, knüpfen Kontakte, ermöglichen Verbindungen und informieren Interessierte in allen Fragen rund um die Wirtschaft im Bodenseekreis. Ein wichtiger, weicher Standortfaktor für Unternehmen sind Netzwerke. Wie engagiert sich die WFB bei diesem Thema? Über die Jahre haben wir uns ein großes Netzwerk aufgebaut, an dem alle beteiligt sind, die den Wirtschaftsraum gestalten und prägen. Mit diversen Veranstaltungsformaten und Plattformen versuchen wir, dieses Netzwerk stetig zu erweitern und die Menschen und Macher in der Region zusammenzubringen. Nichts geht über persönliche Kontakte, die wir gerne herstellen. Auch mit verschiedenen Veranstaltungsformaten fördert die WFB kontinuierlich die erfolgreiche Vernetzung der Unternehmen. Ein Blick in die nähere Zukunft: Welche Aktivitäten und Projekte gibt es 2017? Für verschieden Zielgruppen werden wir passendes anbieten. Existenzgründer und Jungunternehmer /-innen betreuen wir u.a. mit unserer Vortragsreihe „Forum Fit für die Selbstständigkeit“. Führungskräfte mittelständischer Unternehmen treffen sich mehrmals jährlich bei unserem Business Breakfast Bodensee. Unterschiedliche

134 Standort Deutschland | Wirtschaftsförderung Bodenseekreis GmbH


Fachthemen werden bei unseren Impulsveranstaltungen angesprochen, z. B. Additive Fertigung u.ä. Vertreter der Luft- und Raumfahrtbranche treffen sich regelmäßig bei sogenannten Clustertreffen und Workshops. Bei unserer im Herbst stattfindenden Business Night Bodensee treffen sich Vertreter aus allen Wirtschaftsbereichen, um Anregungen von einem Topreferenten zu erhalten und sich anschließend darüber auszutauschen. Der Bodenseekreis zählt zu den wirtschaftsstärksten Landkreisen Deutschlands. Was unternimmt die WFB, dass dieser Region in Zukunft nicht die Fachkräfte ausgehen? Wir werben mit dem Onlineportal www.karriere-im-sueden.de auf Karrieremessen in ganz Deutschland für die Unternehmen in unserer Region, die sich dort kostenfrei präsentieren können. Zudem veranstalten wir regelmäßig Studentenexkursionen in unsere Region. Hiermit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht. Denn wer einmal hier war, der kommt wieder. Natürlich wollen wir auch die Jugendlichen, die bereits hier leben, in der Region halten. Daher stellen wir mit unserer Ferienaktion „Wissen was geht!“ frühzeitig den Kontakt zwischen Schüler/-innen und Unternehmen her, damit diese einen Einblick in die Ausbildungsmöglichkeiten hier vor Ort erhalten. Die WFB war als ein Repräsentant der Vierländerregion Bodensee auf der Expo REAL in München – eine der wichtigsten Messen für Immobilieninvestitionen und -standorte. Weshalb engagiert sich die WFB für diese Standortmarketingkampagne? Um im Wettbewerb der Regionen richtig wahrgenommen zu werden, darf man nicht zu klein erscheinen. Deshalb treten wir auf dieser Messe gemeinsam mit mehreren Partnern als Vierländerregion Bodensee auf, zeigen Flagge und sorgen so dafür, dass die Vierländerregion mit ihrer ganzen spannenden Vielfalt wahrgenommen wird. Darüber hinaus nutzen wir diese Messe, um auf Investitionsmöglichkeiten im Bodenseekreis und interessante Bestandsimmobilien in einzelnen Kommunen hinzuweisen. Ein wichtiges Werkzeug hierfür ist auch unser Immoportal-Bodensee, das Interessenten auf einen Blick alle aktuellen Angebote in der Region zeigt. Reinschauen lohnt sich. Das Interview führte Thomas Willauer

Alles über den Standort Bodenseekreis beim Informationsservice unter: wf-bodenseekreis.de Gute Gründe für Unternehmen. Passende Gewerbegrundstücke und –immobilien unter: immoportal-bodensee.net Den passenden Job finden. Alle Angebote auf dem Karriereportal: karriere-im-sueden.de Nach den Sternen greifen. Alle Informationen über das Netzwerk für Luft- und Raumfahrt unter: bodensee-airea.de Einen Blick über den Tellerrand wagen und sehen, was die Region rund um den See zu bieten hat unter: vierlaenderregion-bodensee.info

Wirtschaftsförderung Bodenseekreis GmbH | Standort Deutschland 135


FRIEDRICHSHAFEN

DER STANDORT FÜR UNTERNEHMER AM BODENSEE

KONTAKT Stabstelle Wirtschaftsförderung Adenauerplatz 1 D-88045 Friedrichshafen Manfred Häberlein Leiter Stabsstelle Wirtschaftsförderung Tel. +49 (0) 7541 203-4020 m.haeberlein@friedrichshafen.de Tobias Wedi Stv. Leiter Stabsstelle Wirtschaftsförderung Tel. +49 (0) 7541 203-4021 t.wedi@friedrichshafen.de

Friedrichshafen ist eine zukunftsorientierte Stadt in der Vierländerregion Deutschland, Österreich, Liechtenstein und der Schweiz. Seit ihrer Gründung 1811 hat sich die Stadt immer weiter zu einem Industrie-, Gewerbe- und Dienstleistungsstandort entwickelt. Die Struktur in Friedrichshafen und im gesamten Bodenseekreis ist der Motor für eine erfolgreiche Wirtschaft. Friedrichshafen bietet viele Einrichtungen, wie den Bodensee-Airport und die Messe Friedrichshafen, die sonst eher für Großstädte typisch sind. In Friedrichshafen gibt es aber auch noch Raum zum Leben, zum Entspannen und für erfolgreiches Arbeiten.

weit bedeutenden Messen und als Tagungsort für Fachkongresse punkten. Aber auch als Tourismusdestination, als Bildungsstandort und als attraktiver Wohnort ist Friedrichshafen gefragt. Der Bodensee-Airport positioniert die Stadt als internationales Drehkreuz. Friedrichshafen ist auch als Stadt der Zeppeline bekannt. Das umfassende Schulangebot, die Vielzahl an Kinderbetreuungseinrichtungen sowie eine große Zahl von Freizeiteinrichtungen machen die Stadt zu einem beliebten Wohnort für Familien. Es lohnt sich also, sich für Friedrichshafen zu entscheiden.

Die Kombination aus weichen und harten Standort-Faktoren macht die Stadt für Unternehmen und ihre Mitarbeiter interessant und abwechslungsreich. Die Stadt und ihre Ortschaften Ailingen, Ettenkirch, Kluftern und Raderach zählen rund 59.000 Einwohner und charakterisieren sich durch eindrucksvolle Innovationen und zukunftsweisende Technologien als wichtigster Wirtschaftsstandort am Bodensee. In Friedrichshafen befinden sich Unternehmen der Luft- und Raumfahrt, der Autoindustrie und der Hochtechnologie mit rund 36.000 Arbeitsplätzen. Die Industrie- und Messestadt ist gleichzeitig Kultur- und Tourismusstadt. Friedrichshafen kann als zweitgrößter Messestandort in Baden-Württemberg mit welt-

Neues Gewerbegebiet in Kluftern-Süd

136 Standort Deutschland | Friedrichshafen

Um kleinen und mittleren Unternehmen Möglichkeiten zu bieten, sich in Friedrichshafen neu anzusiedeln oder ihren Betrieb zu erweitern, entsteht derzeit in „Kluftern-Süd“ mit rund 1,3 Hektar ein neues Gewerbegebiet. Es bietet attraktive Baugrundstücke in verschiedenen Größen und damit exzellente Standortvoraussetzungen für Unternehmen. Das Gewerbegebiet ist erschlossen und damit ab Ende 2017 baureif. Ziel der Entwicklung dieses neuen Gewerbegebietes war und ist es, ein Angebot für Neuansiedlungen und Erweiterungsflächen für kleine und mittlere Betriebe


Foto: Achim Mende

bereitzustellen. Kluftern-Süd wurde zusammen mit dem auf der Gemarkung Immenstaad angrenzenden Gewerbegebiet Steigwiesen als interkommunales Gewerbegebiet entwickelt und bietet individuelle Gestaltungsräume und attraktive Konditionen. Die Grundstücke sind zwischen 1.000 und 3.500 Quadratmeter groß und werden zu Grundstückspreisen von 110 Euro pro Quadratmeter erschlossen angeboten. In dem Gebiet wurde 2010 das Materialwirtschaftszentrum der Firma MTU angesiedelt. Die Firma Weidele GmbH & Co. KG wird ihren Betrieb von Überlingen in das Gebiet verlegen und hat bereits mit dem Bau begonnen. Schnelles Internet ist über Glasfaser verfügbar. Der Bodensee-Airport Friedrichshafen liegt in unmittelbarer Nähe. Interessiert? Keine Beschreibung kann das direkte Gespräch ersetzen. Deshalb ist die Wirtschaftsförderung Friedrichshafen jederzeit für Interessenten erreichbar. Ob es um einen unverbindlichen Besichtigungstermin oder weitere Fragen geht.

❯ ENGLISH SUMMARY Friedrichshafen is a strong business location that offers highly qualified jobs and an attractive living environment. The second largest trade fair centre in Baden-Württemberg with a regional airport, Bodensee Airport Friedrichshafen, the town is one of the most important hubs in the region of Lake Constance. To provide opportunities for small and mid-sized companies in setting up or expanding their business here, a new industrial estate with some 1.3 hectares of land is currently being established in “Kluftern-Süd”. It offers companies scope for their individual needs at attractive conditions.

Bebauungsplan 745 Teilbereich 2 Kluftern-Süd

Friedrichshafen | Standort Deutschland 137


PERFEKTION IST UNSER ANTRIEB

WEBER AUTOMOTIVE – GLOBAL PLAYER, FEST VERWURZELT AM BODENSEE

Weber Automotive zählt zu den technologisch führenden Unternehmen der globalen Fahrzeugzulieferindustrie – mit mehr als 1.300 qualifizierten und hochmotivierten Mitarbeitern in Deutschland, Ungarn und den USA. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Markdorf im Bodenseekreis fertigt im Auftrag namhafter Hersteller Antriebskomponenten für Pkw, Nutzfahrzeuge und Freizeitmobile. Der Fokus liegt dabei auf der Bearbeitung von Motor- und Getriebekomponenten und der Montage kompletter Antriebssysteme.

Weber Automotive ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Um den hohen Anforderungen an Innovation und Präzision, an Perfektion und Qualität gerecht zu werden und sich weiter so dynamisch entwickeln zu können, setzt das Unternehmen auf modernste Fertigungstechnologie, einen hohen Automatisierungsgrad und Prozesssicherheit. Auf ein konsequentes Qualitätsmanagement und eine ausgeklügelte Logistik. Und, vor allem: Auf qualifizierte und motivierte Mitarbeiter! Als Global Player bietet Weber Automotive hervorragende Karrierechancen mit besten Zukunftsperspektiven und ein breites Aufgabenspektrum in Entwicklung, Fertigung und Verwaltung. Berufsausbildung bei Weber Automotive etwa heißt, ein Bündel voller Möglichkeiten und Chancen entdecken und hautnah erleben, wie Lösungen für innovative Produkte entstehen. Hochschulabsolventen eröffnet Weber Automotive im technischen und betriebswirtschaftlichen Bereich vielfältige Möglichkeiten, um im Berufsleben durchzustarten. Und KONTAKT Weber Automotive GmbH Otto-Lilienthal-Straße 5 D-88677 Markdorf Tel. +49 (0) 7544 963 0 info@weber-automotive.com www.weber-automotive.com

138 Standort Deutschland | Weber Automotive GmbH

eine von Teamgeist inspirierte Atmosphäre, eine global geprägte Arbeitswelt und flache Hierarchien. Auch wer auf der Suche ist nach einer neuen Herausforderung, nach einem abwechslungsreichen Umfeld mit mehr Entscheidungs- und Gestaltungsspielraum ist bei Weber Automotive genau richtig. Young Professionals und Berufserfahrenen bietet Weber Automotive einen sicheren Job, glänzende Karriereperspektiven sowie die Kontinuität und Verlässlichkeit eines unabhängigen Unternehmens. Wer bereit ist, sein Wissen einzubringen und sich kontinuierlich weiterentwickeln will, den erwarten bei Weber Automotive umfangreiche Aus- und Weiterbildungsprogramme. Und auch ein Global Leadership Program, mit dem Führungskräfte und solche, die es werden sollen, optimal auf künftige Herausforderungen einer globalisierten Wirtschaft vorbereitet werden. „Wer hier bei Weber was bewegen, wer vorankommen will, der bekommt seine Chance, der bekommt den Raum, den er braucht“, versichert Christian Weber, der gemeinsam mit seinem Bruder Daniel und Sven Hattwig die Geschäfte des Unternehmens führt. Und zwar in einem lebendigen und innovativen Umfeld, unter alten Hasen und Frischlingen, Querköpfen und Visionären, allesamt voller Ideen und Tatendrang. Menschen, die brennen für das, was sie tun. Die sich reinhängen, sich mit Herz und Leidenschaft, mit viel Wissen und Wissensdurst für das Unternehmen und seine Produkte engagieren. Weber: „Hier ziehen alle an einem Strang. Nur so geht Präzision und Qualität. Nur so bleibt Weber wettbewerbsfähig. Nur so geht Zukunft. Und darum sind uns unsere Mitarbeiter so wichtig!“


MARKDORF

IM HERZEN DES BODENSEEKREISES

Markdorf setzt hohe Standards in Bezug auf Wohn- und Lebensqualität: zentrale Lage, reizvolle Umgebung und ein breites Freizeitangebot mit kulturellen Highlights. Die Stadt liegt am Südhang des Gehrenberges und bietet so einen atemberaubenden Blick auf die Alpen und den Bodensee.

Markdorf - Drehscheibe zwischen Ravensburg und Friedrichshafen Mit der Expansion bestehender Unternehmen und der Ansiedlung neuer Betriebe aller Branchen schreibt Markdorf seine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte. Die Innovationskraft der ansässigen Unternehmen führt europaweite Rankings an und das Wirtschaftswachstum liegt deutlich über dem Landesdurchschnitt. Ob für Handel, Handwerk, Gewerbe, Tourismus, Landwirtschaft oder Industrie: Markdorf ist ein Standort

mit unternehmerfreundlichem Klima. Gewachsene sowie international tätige, namhafte Unternehmen stellen hier Arbeitsplätze für qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung. Am 7. Oktober 2017 präsentieren sich unsere Gewerbebetriebe mit einem Tag der Wirtschaft sowie mit zahlreichen Vorträgen, einer qualifizierten Ausbildungsbörse und einem bunten Unterhaltungsprogramm für die ganze Familie.

Stadt mit Charme und Tradition Hier leben glückliche Menschen, denn Wohnen, Leben und Arbeiten sind geprägt durch kurze Wege in einer intakten Naturlandschaft. Ein umfangreiches Kinderbetreuungs- und Bildungsangebot kombiniert mit vielseitigen Sport- und Freizeitmöglichkeiten und einem aktiven Vereinsleben machen Markdorf zu einer attraktiven und liebenswerten Stadt.

KONTAKT Stadtverwaltung Markdorf Tel. +49 (0) 7544 5000 www.markdorf.de Markdorf Marketing e.V. Tel. +49 (0) 7544 500266 www.markdorf-marketing.de Tourismusgemeinschaft Gehrenberg-Bodensee e.V. Tel. +49 (0) 7544 500 290 www.gehrenberg-bodensee.de

Markdorf - 1200 Jahre Die erste urkundliche Nennung von Markdorf − damals Maracdorf − steht in Zusammenhang mit einer Schenkungsurkunde des Kaisers Ludwig des Frommen an das Kloster St. Gallen im Jahre 817 n. Chr. Dieses Stadtjubiläums feiern die Markdorfer das ganze Jahr 2017 mit zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen.

Bürgermeister Georg Riedmann

Festkalender 2017 28./29. Januar Großes Landschaftstreffen der VSAN 07. Mai Dixiefest und verkaufsoffener Sonntag 03. Juni Festakt 1200 Jahre Markdorf mit Jubiläumsausstellung und Buchvorstellung 16.-18. Juni Großes Stadtfest 24. Juni Hansafüratle –einzigartiger Brauch zum Johannistag 15. Juli Aufführung der „Carmina Burana“

29. Juli 13. August 16./17. Sept. 07. Oktober 27. Oktober 10.-14. Nov. 08.-10. Dez.

Jubiläumswanderung mit Manuel Andrack Szenen zur Stadtgeschichte (Straßentheater) Mittelalterliches Leben in der historischen Altstadt Tag der Wirtschaft – Präsentation der Gewerbebetriebe Veranstaltung der Kirchen zum Reformationsjubiläum Jahrmarkt mit verkaufsoffenem Sonntag Weihnachtsmarkt in der historischen Altstadt

Markdorf | Standort Deutschland 139


Vom Bodensee in die Welt

SEIT MEHR ALS 30 JAHREN entwickelt und fertigt IHSE hochwertige KVM-Produkte in einer der schönsten Regionen Deutschlands. Herausragende Fertigungsqualität für den Dauerbetrieb, hohe Sicherheitsstandards, großer Bedienkomfort und überragende Übertragungsgeschwindigkeiten sorgen für weltweites Kundeninteresse. Die mehrfach ausgezeichneten Produkte schalten und verlängern Computersignale (KVM steht für Keyboard, Video, Maus) verzögerungsfrei und ohne Qualitätsverlust.

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ÜBERLINGEN MIT GESCHÄRFTEM TOURISMUSPROFIL ZUR LANDESGARTENSCHAU 2020

„Hier wohnt das Glück“ – so lautet der erste Satz des Überlinger Gästemagazins 2017 und dieser Aussage kann man nur zustimmen, wenn man am Landungsplatz, im Stadtgarten oder in einem der zahlreichen Cafés entlang der Promenade das muntere Treiben der Stadt auf sich wirken lässt. Um diesem Satz jedoch Inhalt zu verleihen und den zukünftigen Überlinger Gästen ein konkretes Bild ihres Urlaubsziels zu vermitteln, hat sich die Kur und Touristik Überlingen GmbH (KuT) im vergangenen Jahr intensiv mit der touristischen Ausrichtung der Stadt beschäftigt.

Ein neues Tourismus-Marketingkonzept für Überlingen KONTAKT Stadt Überlingen Münsterstraße 15-17 D-88662 Überlingen www.ueberlingen.de Oberbürgermeister Sabine Becker (bis 1.2.2017) Jan Zeitler (ab 2.2.2017) Tel. +49 (0) 7551 991001 ob@ueberlingen.de

142 Standort Deutschland | Überlingen

„Uns war es wichtig, vom Bauchladen an Themen wegzukommen und das touristische Profil Überlingens auf die Besonderheiten unserer Stadt zu fokussieren“, erklärt Jürgen Jankowiak, Geschäftsführer der KuT seine Intention zum Tourismus-Marketingkonzept Überlingen 2020. „Selbstverständlich kann Überlingen die klassischen Bodenseethemen wie Radfahren, Badeurlaub und Schifffahren bedienen, aber wir wollten feststellen, was uns von anderen Bodenseestädtchen unterscheidet und was die Alleinstellungsmerkmale sind, die Bodenseegäste nur in Überlingen finden.“ An diese Arbeit hat sich die KuT nicht allein gemacht, sondern hat über ein Jahr lang mit Gastgebern, Tourismuspartnern und Bürgern in Workshops und Diskussionsrunden die Kernthemen herausgearbeitet, die Überlingen künftig vorrangig vermarkten möchte. „Wir haben natürlich auch bisherige Studien, Statistiken und Erhebungen angeschaut, aber uns war es ein Anliegen Gäste und Gastgeber zu Wort kommen zu lassen, da jeder eine ganz individuelle Sicht auf den Tourismus der Stadt hat“, so Jankowiak zur Vorgehensweise. Herausgekommen ist am Ende ein rund 100 Seiten starkes Tourismus-Marketingkonzept Überlingen 2020, welches die Ziele, Meilensteine und Schlüsselprojekte der kommenden Jahre beinhaltet.


Gesundheitstourismus als ein wichtiges Standbein der nächsten Jahre Eines der Hauptthemen der künftigen Vermarktung Überlingens wird der Gesundheitstourismus sein. Überlingen trägt seit über 60 Jahren den Titel Kneippheilbad und ist damit bis heute das einzige in Baden-Württemberg. „Überlingen ist stolz auf dieses Prädikat und wir haben uns bewusst entschieden, das Thema des Gesundheitstourismus weiterhin in den Fokus unserer Vermarktung zu stellen“, erklärt Jankowiak und verweist auf die hohe Qualität und Fachkompetenz in den Überlinger Kliniken. Die Inhalte der kneipp’schen Lehre seien heute aktueller denn je, stimmten sie doch mit der modernen Naturheilkunde überein. Nun geht es darum diese Inhalte modern und ansprechend zu vermitteln. Um Gästen zu zeigen, dass Kneipp mehr ist als nur kaltes Wasser, möchte Überlingen ein anderes der fünf Elemente künftig besonders in den Fokus stellen: die Ernährung. Neben verschiedenen Fastenangeboten – darunter die weltweit berühmte Klinik Buchinger Wilhelmi – haben regionale Produkte, die oftmals den Ansprüchen des Bio- oder Demeteranbaus entsprechen, gentechnikfreie Landwirtschaft und Zusammenschlüsse wie SlowFood oder die Linzgau Köche in Überlingen seit Jahren einen besonders hohen Stellenwert. Bei Workshops mit Klinikbetreibern, Kurärzten, aber auch Landwirten und Erzeugern hat die KuT das Potenzial dieses Themas in Überlingen erkannt. „Das Angebot ist schon jetzt umfangreich

und vielfältig, wir müssen es nur bündeln und entsprechend sortieren, um es auch an Gäste vermitteln zu können“, freut sich Jankowiak über die motivierten Partner. Gerade zu einer Zeit, in der sich die Bevölkerung mehr denn je dafür interessiere, woher ihre Speisen kämen, könne sich Überlingen mit diesem Thema profilieren.

Überlingen als Gartenstadt weiter voranbringen Die zweite Säule der touristischen Ausrichtung für die kommenden Jahre liegt ebenfalls auf der Hand, zählt Überlingen als Austragungsort der Landesgartenschau 2020 doch schon heute zu den Gartenstädten am Bodensee. „Selbstverständlich haben wir bei unserer zukünftigen touristischen Ausrichtung auch die Landesgartenschau 2020 im Blick, da wir uns durch diese nicht nur städtebaulich, sondern auch touristisch einen enormen Mehrwert für die Stadt versprechen“, so Jankowiak, aber auch heute habe Überlingen schon ein überaus großes Angebot an Gartenbaukultur in der Stadt, die es zu vermarkten gebe. Den Überlinger Gartenkulturpfad, der bereits seit einigen Jahren bestand hatte, hat man mit der aktiven Vereinigung des Überlinger Verschönerungsvereins mit neuem Leben gefüllt, um den Gast nicht nur in die bekannten Parks wie den Badgarten oder den Stadtgarten, sondern über ein Beschilderungssystem auch zu versteckten Gärten wie den Museumsgarten oder den Garten St. Franziskus zu führen. „Die Wiederöffnung der Überlingen | Standort Deutschland 143


Stadtgräben im Sommer 2016 war für uns nochmals ein enormer Zugewinn, da diese einer der Höhepunkte der Überlinger Parkanlagen sind“, freut sich Jankowiak über diese Bereicherung, waren die Gräben doch aufgrund von Steinschlaggefahren über zwei Jahre gesperrt. Nun können Gäste wieder durch die von Menschenhand zur Verteidigung der Stadt geschaffenen Gräben spazieren und sich von den imposanten Felswänden faszinieren lassen.

Die Landesgartenschau 2020 Zur weiteren Profilierung als Gartenstadt kann die erste Landesgartenschau am Bodensee, die 2020 in Überlingen stattfinden wird, beitragen. Während im Herbst 2016 die ersten Bauarbeiten auf dem zukünftigen Gelände der Landesgartenschau begonnen haben, laufen im Hintergrund die Arbeiten für das Ausstellungsjahr 2020 bereits seit längerer Zeit. Die im April 2014 gegründete Landesgartenschau Überlingen 2020 GmbH (LGS), die für die Planung, Durchführung und Vermarktung der Veranstaltung und der Baumaßnahmen zuständig ist, arbeitet bereits heute in verschiedenen Bereichen mit der KuT zusammen. In regelmäßigen Arbeitstreffen wird überlegt, wie sich die beiden städtischen Tochtergesellschaften gegenseitig unterstützen und ergänzen können. „Die LGS wird ab 2018 mit dem Ende der Landesgartenschau in Lahr intensiv in das Marketing einsteigen. Bis dahin werden wir das Thema über unsere touristische Vermarktung mitnehmen und in den kommenden Jahren mehr und mehr in

144 Standort Deutschland | Überlingen

den Vordergrund stellen“, erklärt Jürgen Jankowiak das geplante Vorgehen. Neben der Integration der LGS in verschiedene touristische Marketingmaßnahmen wurde beispielweise beim Umbau der Tourist-Information 2016 ein Bereich zur Landesgartenschau eingerichtet, in der sich Gäste über die Planungen informieren und erste Souvenirartikel erwerben können. Außerdem stand das jährlich stattfindende Überlinger Tourismusforum 2016 unter dem Themenschwerpunkt der Landesgartenschau, um Gastgeber und touristische Partner über den aktuellen Planungsstand zu informieren und ihnen schon jetzt die Möglichkeiten und den Nutzen dieser Großveranstaltung zu verdeutlichen. „Das Ausstellungsjahr 2020 selbst wird sicherlich ein Kraftakt für alle Beteiligten, aber uns ist es wichtig den Schwung aus diesem in die Zukunft mitzunehmen. Das Ausstellungsgelände wird ab 2021 weiter als Bürgerpark auch Überlinger Gästen zur Erholung und Freizeitgestaltung direkt am See als Bereicherung zur Verfügung stehen“, blickt Jürgen Jankowiak voraus. Schon heute sollen Überlegungen zur künftigen Nutzung und Bespielung des Parks berücksichtigt werden, um die Interessen und die Sachkenntnis der Touristiker für dieses Gebiet in die Planungen mit einfließen zu lassen.

Weitere Themen im Blick behalten Da in Überlingen jedoch auch andere Themen als Gesundheit und Gärten eine Rolle spielen, sollen auch diese nicht völlig außer Acht gelassen wer-


Foto: Achim Mende

den. „Uns ist natürlich bewusst, dass Gäste nicht nur zur Kur oder wegen unserer Gärten nach Überlingen kommen“, weiß der KuT-Geschäftsführer, „doch diese Themen unterscheiden uns von anderen Bodenseestädten und machen das Besondere aus“. Trotzdem werden Themen wie Radfahren und Wandern, Familienurlaub oder das Einkaufen in der historischen Altstadt weiterhin eine Rolle spielen. Die KuT möchte diese Themen künftig aber gezielter anbieten und mit den Hauptthemen verbinden. „Wir haben in Überlingen einige Gastgeber, die beispielsweise in Bereich Familienurlaub große Kompetenz haben, diese sind aber vorwiegend in den Ortsteilen. Dies möchten wir künftig auch so kommunizieren und Ortsteile wie Lippertsreute über gezielte Themen wie Familienurlaub oder den Apfelanbau in die touristische Vermarktung einbeziehen“, erklärt Jankowiak. Themen wie Radfahren oder Wandern hingegen ließen sich ebenfalls bestens mit regionalen Produkten, die es auf dem Weg zu sehen und zu probieren gibt, oder dem Thema Natur und Gärten verbinden, um so eine Brücke zu den gängigen Bodenseeaktivitäten zu schlagen. „Nur weil wir bestimmte Angebote in den Vordergrund stellen, heißt es nicht, dass andere Themen künftig keine Rolle mehr spielen sollen“, schließt Jankowiak seine Ausführungen, „aber wenn man alles auf die gleiche Stufe stellt, besteht die Gefahr sich in der Vielfältigkeit zu verzetteln und austauschbar zu wirken“.

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Foto: Achim Mende

MEERSBURG

TOURISMUS ALS STANDORTFAKTOR

Meersburg gehört zu den charmantesten Städten am Bodensee: Die Alte Burg, das Neue Schloss, die mittelalterlichen Gassen und Winkel mit Türmen, Toren und Fachwerkhäusern, das VINEUM Bodensee als modernstes Museum am See sowie viele andere architektonische Kostbarkeiten sind Zeugen einer reichen historischen Vergangenheit. Durch seine exponierte Lage an der schönsten Steilküste am See erhält der Standort Meersburg ein weiteres Alleinstellungsmerkmal.

KONTAKT Stadt Meersburg Marktplatz 1 D-88709 Meersburg www.meersburg.de rathaus@meersburg.de Dr. Martin Brütsch Bürgermeister Tel. +49 (0) 7532 440101

Kulturelle Akzente werden in der Veranstaltungsvielfalt Meersburgs sichtbar. Überregional beliebte Ereignisse wie die Internationalen Schlosskonzerte Meersburg, die Open-Air-Konzerte auf dem Schlossplatz, historische Sonderausstellungen sowie Kunstausstellungen und die der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff gewidmeten Literaturtage sind feste Bestandteile im jährlichen Programm. Eine Besonderheit Meersburgs sind die außergewöhnliche Qualität der Stadtkapelle und der Knabenmusik. Letztere begeistern in ihren schmucken Uniformen Jung und Alt gleichermaßen. Vorträge und Kleinkunstveranstaltungen sowie Weinproben oder Wander- und Führungsangebote finden regelmäßig statt. Das neue VINEUM Bodensee ist ein moderner, zeitgenössischer Akzent in der historischen Altstadt. Das beheizte Frei- und Strandbad gehört zu den schönsten am See und die Meersburg Therme bietet Wellness und Wohlbefinden der besonderen Art. Die zentrale Lage Meersburgs ermöglicht auf kurzen Wegen Ausflüge in die Nachbarländer Schweiz, Österreich und Liechtenstein. Zahlreiche Cafés, Restaurants und Weinstuben sowie kleine Boutiquen und Geschäfte machen Meersburg zu einer gern besuchten Stadt. Tourismus und Weinbau sind die bedeutendsten Wirtschaftszweige Meersburgs. Dazu kommen Handwerk, Dienstleistung und mittelständische Betriebe. Im Rahmen der

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weiteren Stadtentwicklung stehen mittelfristig neue Gewerbeflächen zur Verfügung. Das lebenswerte Meersburg begeistert mit seiner Lage, seinem historischen Stadtbild gepaart mit Moderne und seiner außerordentlichen Vielfältigkeit auf kleinstem Raum.

❯ ENGLISH SUMMARY Meersburg is one of the most charming towns on Lake Constance. The Old Castle, the New Palace, the medieval alleyways with towers, gates and half-timbered houses as well as a wealth of other architectural gems are witnesses of a rich past. The town’s prominent position on the lake makes it even more attractive. Meersburg’s central location means that the neighbouring countries of Switzerland, Austria and Liechtenstein are just a stone’s throw away. With its countless cafés, restaurants and inns as well as small boutiques and shops, Meersburg attracts visitors from all over the world. Meersburg’s economy is dominated by tourism and viticulture, as well as crafts, services and medium-sized businesses. The town has sufficient industrial real estate in the medium term as defined in its urban development plan. As a town with a high quality of life, Meersburg’s historic centre and diversity are captivating.


FACTS & FIGURES Gemarkungsfläche 1.207 ha Surface area 1,207 ha Höhe 400–533 m ü. NN Altitude 400–533 m above sea level Gesamtzahl der Bevölkerung 5.871 (Stand Oktober 2016) Total population 5,871 (October 2016)  Arbeitsstätten Produzierendes Gewerbe 13, Handwerk 104, Handel 164, Sonstiges 372 (Stand 2016) Places of employment Industry 13, Crafts 104, Commerce 164, Other 372, (as at 2016) Haushaltsvolumen Verwaltungshaushalt 17,1 Mio. €, Vermögenshaushalt 4,3 Mio. € Budget volume Administrative budget € 17.1 million, Capital budget € 4.3 million Steuersätze Grundsteuer A / B 330 % / 340 % Gewerbesteuer 350 % Tax rates Property tax agriculture / construction 330 % / 340 % Business tax 350 %

Schulen Sommertalschule: Gemeinschaftsschule mit Grundschule | Droste-Hülshoff-Gymnasium, Staatl. Gymnasium in Aufbauform mit Internat | Jugendkunstschule | Jugendmusikschule Schools Sommertal comprehensive school | Droste-Hülshoff-Gymnasium, state grammar school with advanced secondary school leading to Abitur and boarding facilities | Youth Art School | Youth Music School Soziale Einrichtungen Seniorenheim Dr. Zimmermann-Stift | Tagespflege | Essen auf Rädern Social institutions. Dr. Zimmermann Foundation nursing home | Meals on wheels | Daycare Sport-/Freizeitmöglichkeiten Meersburg-Therme, Bade- u. Saunawelt, Freibad mit 50m-Becken, Kinderbecken u. Beachvolleyballplatz | Ca. 40 Vereine | Mehrteilige Sporthalle | Skateranlage | Wassersport | 2 Sportplätze | Tennis Minigolf Sport/recreational opportunities Meersburg Therme, spa and sauna/50 m open-air pool, children’s pool

with slide, baby pool and beach volleyball pitch | Approx. 40 clubs | Sports hall with several areas | Skateboard park | Water sports | 2 sports grounds | Tennis | Minigolf Kunst/Kultur Meersburg, die Museumsstadt, lädt ins Mittelalter, zur Droste, ins Barockschloss mit Schlosskonzerten und Aus- stellungen, zum Erleben der Kulturgeschichte des Weines am See - im VINEUM Bodensee, in die Bibelgalerie, zu Konzerten der Knabenmusik und der Stadtkapelle ein. Art/culture Meersburg offers a wealth of culture: The medieval Old Castle, the baroque New Palace with exhibitions and castle concerts, the VINEUM Bodensee and Bible Gallery, concerts by the boys' orchestra and the town band. Freie Flächen Gewerbegebiet „Toren“ Available lots “Toren” industrial park Städtepartnerschaften Hohnstein/Sachsen Louveciennes/Frankreich | San Gimignano/ Italien Twin towns Hohnstein/Saxony | Louveciennes/France | San Gimignano/Italy Zusammensetzung des Gemeinderates 7 CDU | 4 FWV | 3 Unabhängige Meersburger Bürgerorganisation | 2 SPD | 1 Grüne | 2 Umweltgruppe Members of the municipal council 7 CDU | 4 FWV | 3 independent Meersburg citizens’ organization | 2 SPD | 1 Greens | 2 Environmental Group

Foto: Michael Häfner

Einrichtungen für Kinder und Familien Kinderbetreuungseinrichtungen im "Sommertal", ruhig gelegen am Waldrand, für Kinder im Alter von einem Jahr bis zum Eintritt in die weiterführende Schule. Verschiedene Betreuungsmodelle von Montag bis Freitag in der Zeit von 7:00 Uhr bis 16:30 Uhr, auch mit Mittages-

sen buchbar. Familientreff Meersburg e.V. | Ferienbetreuung in den Sommerferien Childcare and family institutions Childcare facilities in "Sommertal", set in a quiet location on the edge of the woods, for children aged from one year until secondary school. Various childcare models from 7 am to 4.30 pm, Monday to Friday , including lunch | Familientreff Meersburg e.V. | Childcare in the summer holidays

Meersburg | Standort Deutschland 147


LANDKREIS RAVENSBURG DER KREIS IM DIGITALEN WANDEL

Der digitale Wandel ist unaufhaltsam. Längst revolutioniert der Megatrend 4.0 mit seinen Technologien nicht nur die Prozesse und Workflows in Unternehmen, auch die Berufsbilder selbst befinden sich im Wandel. Schon heute haben viele Studenten Schwierigkeiten, ihren Eltern und Großeltern zu erklären, was sie machen. Vom Screen Designer bis zum Data-Traffic-­ oder Digital Content Manager eint die modernen Berufe, dass sie überwiegend digital stattfinden. Der sich beschleunigende Digitalisierungsprozess betrifft dabei mittlerweile die gesamte Gesellschaft: Städte, Länder und Kommunen werden smart, Unternehmen automatisieren ihre Workflows und große IT-Konzerne investieren Millionen in die digitale Aus- und Weiterbildung.

Digitale Infrastruktur KONTAKT WiR-Wirtschafts- und Innovationsförderungsgesellschaft Landkreis Ravensburg mbH Kuppelnaustr. 8 D-88212 Ravensburg Tel. +49 (0) 751 35906-60 info@wir-rv.de www.wir-rv.de

Entscheidende Infrastrukturvoraussetzung – und derzeit immer noch an vielen Orten der Flaschenhals für die Geschwindigkeit des digitalen Wandlungsprozesses unserer Arbeits- und Lebenswelten – ist jedoch nach wie vor die flächendeckende Breitbandversorgung. Auch die Städte und Gemeinden sowie die Unternehmen am Wirtschaftsstandort Landkreis Ravensburg sehen sich dieser Entwicklung ausgesetzt. Auf kommunaler Seite hat man jedoch frühzeitig reagiert. Bereits 2010 gründeten 13 Gemeinden des Landkreises den Zweckverband Breitbandversorgung, heute sind 36 von 39 Gemeinden mit dabei. Das erklärte Ziel: den Neu- und Ausbau von Breitbandnetzen im Landkreis voranzutreiben und die Haushalte, Unternehmen und Institutionen der Region an ein schnelles, breitbandiges Internet anzubinden. Der Zweckverband bündelt dabei die einzelnen Projekte der Mitgliedsgemeinden, unterstützt sie bei den Ausschreibungen und Planungen der Baumaßnahmen und akquiriert in ihrem Namen die Fördermittel von EU, Bund und Land. „Wir haben erkannt, dass wir im ländlichen Raum nicht auf die großen Telekommunikationsunternehmen zählen können, sondern selbst die Initiative ergreifen müssen“, erklärt Oliver Spieß, Bürgermeister der Gemeinde Fronreute und Vorsitzender des Zweckverbands. Die Gemeinden stünden unter Druck, räumt er ein. Unternehmer forderten immer wieder den schnellen Ausbau, damit sie keine

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Foto: HERRMANN GmbH

Marktanteile verlieren. Die Zeit drängt also. „Bis die Infrastruktur für ein flächendeckendes Breitbandnetz im Landkreis Ravensburg vollständig steht, müssen zwar noch weitere Leerrohre verlegt werden, aber wir haben schon viel geschafft“, zeigt sich Spieß optimistisch. Insgesamt verfügt der Kreis bereits jetzt über ein leistungsstarkes Glasfaser-Backbone-Netz mit einer Gesamtlänge von mehr als 240 Kilometern, das die Gemeinden miteinander verbindet. Und bis 2018 sollen noch einmal 100 Kilometer dazukommen. Insgesamt werden damit beste Voraussetzungen für eine kreisweite Breitbandversorgung und damit letztlich für die erfolgreiche Umsetzung von Digitalisierungsprozessen geschaffen.

Erfolgsfaktor Trendforschung Die Unternehmen selbst reagieren mit unterschiedlicher Sensibilität auf die Digitalisierung. Während die einen bereits viele Prozesse und Strukturen durchleuchtet und digital optimiert bzw. angepasst haben, zeigen sich andere völlig unbeeindruckt und stehen noch gänzlich am Anfang der Entwicklung. Die zunehmende und komplexere Quervernetzung der Märkte führt jedoch mittelfristig dazu, dass neue Technologien über die Grenzen ihres eigentlichen Anwendungsbereichs hinaus, teilweise sprunghaft, in andere Bereiche expandieren. Dort gefährden sie zunehmend bestehende Geschäftsmodelle und zwingen damit viele Unternehmen zum Umdenken. Davon sind vor allem die Geschäftsmodelle kleiner und mittelständischer Unternehmen in unterschiedlichsten Technologiefeldern betroffen, so Hans-Joachim Hölz, Geschäftsführer der kreiseigenen Wirtschafts- und Innovations-

förderungsgesellschaft, kurz WiR. Es mache daher Sinn, mit Hilfe der wissenschaftlichen Trendforschung, die für den Unternehmenserfolg relevanten Technologiefelder zu identifizieren, um dann die dort eingesetzten technologischen Prozesse zu überprüfen und ggfls. neu auszurichten. Das sichere den Innovationsvorsprung und damit mittelfristig den unternehmerischen Erfolg und die damit verbundenen Arbeitsplätze, so Hölz weiter.

Impulse für die Zukunft Vor diesem Hintergrund hat die WiR im Jahr 2016 damit begonnen, im Rahmen ihres gemeinsam mit der Hochschule Ravensburg Weingarten entwickelten Technologiesymposiums 2020, die kreisansässigen Unternehmen für die Wichtigkeit der technologischen Trendforschung im Mittelstand zu sensibilisieren. Denn nicht nur die Prozesse werden sich verändern, sondern auch die Anforderungen an die Produkte und Verfahren selbst. Ziel der Projektpartner ist es, den Unternehmen technologische Impulse an die Hand zu geben, die in der praktischen Umsetzung auf mittelständische Betriebe zugeschnitten sind, um so dem ständigen Anpassungsdruck besser begegnen zu können. Um den Kundenbedürfnissen langfristig gerecht zu werden und den Anschluss an die Wettbewerber nicht zu verpassen, müssen Unternehmen auf die weitreichenden Entwicklungen einer digitalisierten Welt reagieren. Denn nur so können sie im digitalen Zeitalter überleben. Für die meisten Unternehmen steht dieser Wandel noch aus. Die Herausforderung: Nur selten lassen sich neue, innovative Geschäftsmodelle flexibel und einfach auf das traditionelle Geschäft übertragen. Ravensburg | Standort Deutschland 149


❯ ENGLISH SUMMARY The current trend towards digitalisation is revolutionising not only companies’ processes and workflows with its technologies, but even transforming job descriptions. What modern occupations have in common is that they are mostly digital. The accelerated pace of digitalisation now affects the whole of society: Towns, states and municipalities are becoming smart, companies are automating their workflows and large IT companies are investing millions in digital training programmes. However, these still depend on an infrastructure with comprehensive broadband coverage. The district of Ravensburg reacted to this development early on. Back in 2010, thirteen local authorities in the dis-trict set up an association for broadband coverage with the aim of establishing and expanding broadband networks in the

district and ensuring fast internet connections for households, companies and institutions in the region. Overall, the district already has a strong fibre optic backbone network with a total length of more than 240 kilometres, with another 100 kilometres planned by 2018. In the medium term, the increasing crosslinks between markets will lead to new technologies expanding beyond their current application scope to other areas, in some cases abruptly. It therefore makes sense to identify areas of technology that are relevant for a company’s success by analysing scientific trends, and to then examine the technological processes used there. This gives companies an innovative edge, guaranteeing their success in the medium term and securing jobs in related areas. Against this background, in 2016, WiR - Wirtschaftsund Innovationsförderungsgesellschaft (Association for the Promotion of Industry and Innovation) started to raise awareness among local companies of the importance of analysing technological trends in mid-sized companies as part of its Technology Symposium 2020 developed together with Ravensburg Weingarten University of Applied Science. The project partners’ aim is to provide companies with technological stimuli, which are tailored to mid-sized companies in their day-to-day implementation. In this way, WiR supports small and mid-sized companies of all sectors in the district of Ravensburg in implementing their projects in line with market requirements, arranges contact with specialists and partners, and in this way helps to speed up innovation.

Foto: HERRMANN GmbH

Entsprechend hoch ist der Druck, auch klassische Geschäftsmodelle zu hinterfragen, anzupassen und in neue Modelle einzuarbeiten. Die WiR unterstützt dabei branchenunabhängig, kleine und mittlere Unternehmen im Landkreis Ravensburg bei der marktgerechten Umsetzung ihrer Vorhaben und hilft bei der Beschleunigung von Innovationen. Als neutrale Anlaufstelle vermittelt sie Kontakte zu Spezialisten oder Kooperationspartnern, Hochschulen, Forschungseinrichtungen oder der Steinbeis GmbH und Co. KG.


LANDKREIS RAVENSBURG

FACTS & FIGURES Fläche und Einwohner Größe des Kreises 163.200 ha, Gemeinden 39 (davon 4 große Kreisstädte) Einwohner (12/2015) 279.296, Bevölkerungsdichte 171 Einwohner pro km², Ausländeranteil (2015) 9,5 % Landrat Harald Sievers Kreistag 72 Mitglieder Wohnbevölkerung (Altersklassen) Stand 2015 Unter 18: 50.143/17,95 %, 18-40: 75.733/27,12 % 40-65: 99.885/35,58 % 65 und älter: 53.535/19,17 % Arbeitslosenquote 2016 3,0 % Verkehrserschließung Bundesautobahnen 64 km (A 96), Bundesstraßen 147 km, Landesstraßen 469 km, Kreisstraßen 645 km Überregionale Flugverkehrsanbindung Friedrichshafen: Entfernung von Ravensburg 17 km, Memmingen: Entfernung von Ravensburg 72 km Schienenstrecken 751: Ulm-Aulendorf-Friedrichshafen (Südbahn), 753: Aulendorf-Kißlegg-Hergatz, 766: Aulendorf-Sigmaringen-Tübingen, 971: Augsburg-Memmingen-Kißlegg-Lindau

Wirtschaft Erwerbstätige insgesamt (2015) 158.000, davon Land- und Forstwirtschaft 5.300, Produzierendes Gewerbe 47.800, Dienstleistungsbereiche 104.900 Handwerk (2016) Unternehmen 3.890 Beschäftigte 20.000 Hochschulen Hochschule für Technik, Wirtschaft und Sozialwesen in Ravens b urg-Weingarten | Pädagogische Hochschule in Weingarten | Duale Hochschule Ravensburg | Naturwissenschaftlich-Technische Akademie in Isny

Transportation infrastructure Motorways 64 km (A 96), Federal roads 147 km, State roads 469 km, District roads 645 km

Surface area and population Surface area of the district 163,200 ha, Municipalities 39 (of which 4 are district towns)

Economy Total employees (2015) 158,000, Agriculture and forestry 5,300, Production industry 47,800, Other service sectors 104,900

Inhabitants (12/2015) 279,296 Population density, 171 inhabitants per km², Foreign residents (2015) 9.5 %

Crafts (2016) Companies 3,890, Employees 20,000

Interregional airports Friedrichshafen: Distance from Ravensburg 17 km, Memmingen: Distance from Ravensburg 72 km Railway lines 751: Ulm-Aulendorf-Friedrichshafen (Südbahn), 753: Aulendorf-Kißlegg-Hergatz, 766: Aulendorf-Sigmaringen-Tübingen, 971: Augsburg-Memmingen-Kißlegg-Lindau

Unemployment rate 2016 3.0% District Administrator Harald Sievers District council 72 representatives Population structure (age groups) in 2015, Under 18: 50,143/17.95 % 18-40: 75,733/27.12 % 40-65: 99,885/35.58 % 65 and older: 53,535/19.17 %

Universities University of Applied Sciences Ravensburg-Weingarten | University of Teacher Training in Weingarten | Ravensburg University of Cooperative Education | Natural Science and Technical Academy Isny


Foto: Achim Mende

WIRTSCHAFTSSTANDORT

RAVENSBURG Mit rund 50.000 Einwohnern ist die Stadt Ravensburg das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Region Bodensee-Oberschwaben. In ihrem Einzugsgebiet, dem Dreiländereck DeutschlandÖsterreich-Schweiz, leben mehr als 500.000 Menschen. KONTAKT Andreas Senghas Leiter Wirtschaftsförderung Seestraße 36 D-88214 Ravensburg Tel. +49 (0) 751 82-333 andreas.senghas@ ravensburg.de www.ravensburg.de

In Ravensburg ist Vielfalt Trumpf: Industrie-, Handwerks- und Dienstleistungsunternehmen bieten ein breites Spektrum. Zahlreiche Unternehmen mit Sitz in Ravensburg agieren global, unter ihnen weltbekannte Marktführer. Vom Hightech-Produkt zum spannenden Gesellschaftsspiel, von Pharma-Produkten über Großturbinen bis hin zum Feingebäck – die Produktpalette „made in Ravensburg“ ist äußerst vielseitig. Dank der Innovationskraft der Unternehmen, zahlreichen Bildungseinrichtungen, wie beispielsweise der Hochschule Ravensburg / Weingarten, der Dualen Hochschule Baden-Württemberg oder den Beruflichen Schulen, optimalen Betreuungsangeboten an Kindertagesstätten und Schulen sowie der gesunden Wirtschaftsstruktur ist der Wirtschaftsstandort Ravensburg bestens aufgestellt.

Hohe Lebensqualität in Stadt und Region Früher schon Handelszentrum, ist die Stadt Ravensburg heute zudem die Einkaufsstadt der Region. Die Verbindung aus historischer Altstadt mit einer hohen Aufenthaltsqualität, gut sortierten Fachgeschäf-

152 Standort Deutschland | Stadt Ravensburg


Fässer

Trichter Behälter

Aus dünnwandigem Edelstahl für Pharma und Chemie

HIDDEN CHAMPION AUS DEM ALLGÄU. BOLZ INTEC GmbH.

ten aller Branchen und schicken Boutiquen machen das Einkaufen zum Vergnügen. Wer durch die Fußgängerzonen bummelt, kann nebenbei die historische Altstadt besichtigen, von den Ravensburger Türmen oder der Veitsburg einen beeindruckenden Blick über die Stadt bis zum Bodensee und den Alpen genießen oder eines der vier Museen im Museumsviertel im Herzen der Stadt besuchen. Das vielseitige Konzert- und Theaterprogramm sowie große Events wie „Ravensburg läuft“, „Ravensburg spielt“ oder das traditionelle „Rutenfest“ ziehen Besucher aus dem Umland ebenso an, wie Touristen aus aller Welt.

Ravensburg - optimaler Standort für Unternehmen

Weitere Informationen zu Gewerbeflächen in der Stadt und allen standortrelevanten Themen bei der Wirtschaftsförderung der Stadt Ravensburg.

www.bolz-intec.com anfrage@bolz-intec.com

The Converm Project

Für Unternehmen, die sich am Standort Ravensburg ansiedeln möchten, bietet insbesondere das Gewerbegebiet „Erlen“ Gewerbegrundstücke in Top-Lage mit einer hochmodernen Infrastruktur. Über die B33 besteht eine gute Verbindung zur Ravensburger Innenstadt und zum überörtlichen Verkehrsnetz. Die Grundstückspreise liegen bei 97 Euro pro erschlossenem Quadratmeter.

Stadt Ravensburg | BOLZ INTEC | Standort Deutschland 153


Ihr kompetenter Partner bei der Internationalisierung Baden-Württemberg International (bw-i) ist das Kompetenzzentrum für das Land Baden-Württemberg zur Internationalisierung von Wirtschaft und Wissenschaft. bw-i steht in- und ausländischen Unternehmen und Clustern, Forschungseinrichtungen und Hochschulen sowie Regionen und Kommunen als zentraler Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Thema Internationalisierung zur Seite. Unsere Aufgabe ist es, baden-württembergische Unternehmen bei der Erschließung ausländischer Märkte zu unterstützen und den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort weltweit optimal zu positionieren. Unsere Dienstleistungsangebote verfolgen das Ziel, den Standort Baden-Württemberg dauerhaft zu sichern und zu stärken – durch ausländische Kapitalinvestitionen, Unternehmensansiedlungen und Firmen- und Hochschulkooperationen sowie durch Maßnahmen im Rahmen der Fachkräfteallianz Baden-Württemberg. Am Hauptsitz von Baden-Württemberg International in Stuttgart arbeiten 60 Mitarbeiter mit umfassender Erfahrung auf ausländischen Märkten und im internationalen Projektmanagement. Daneben ist bw-i mit einer eigenen Auslandsniederlassung in Nanjing in der Volksrepublik China vertreten. Unser China-Büro unterstützt baden-württembergische Unternehmen beim Einstieg in den chinesischen Markt. Wenn Sie die Chancen der Internationalisierung nutzen wollen, dann sind Sie bei uns an der richtigen Adresse. Sprechen Sie uns an!

Baden-Württemberg International (bw-i) Gesellschaft für internationale wirtschaftliche und wissenschaftliche Zusammenarbeit mbH Haus der Wirtschaft Willi-Bleicher-Straße 19 70174 Stuttgart Deutschland

Telefon: Telefax: E-Mail: Internet:

+49 711 22787-0 +49 711 22787-22 info@bw-i.de www.bw-i.de


Rechts oben: Innovative Technik – Schweißroboter der Fa. Knoll, rechts unten: Entspannung pur in der Sonnenhof Therme.

BAD SAULGAU

STARKE WIRTSCHAFT – STARKER STANDORT Bad Saulgau ist mit rund 17.800 Einwohnern und 6.550 Beschäftigten (44,5% davon im produzierenden Sektor) einer der wichtigsten und attraktivsten Wirtschaftsstandorte in der Region Bodensee-Oberschwaben. In Bad Saulgau sind erfolgreiche Betriebe zuhause – vom Startup-Unternehmen über mittelständische Handwerksbetriebe, bis hin zu bekannten Firmen wie CLAAS Saulgau, KNOLL Maschinenbau, Reisch Bau, Platz Haus 21/Kampa oder die Möbelwerke Staud.

Gesundheitsstandort Bad Saulgau ist mit dem Thermalbad „SonnenhofTherme“ und mittlerweile vier Fachkliniken der Gesundheits- und Tourismusstandort im Landkreis Sigmaringen. Hotellerie, Gastronomie, Einzelhandel und Dienstleister profitieren von seit Jahren stetig nach oben zeigenden Übernachtungszahlen (2015: 308.000) sowie jährlich rund 300.000 Gästen im Thermalbad.

Bildung wird groß geschrieben An den Bad Saulgauer Schulen sind sämtliche Bildungsabschlüsse möglich. Zwei berufliche Gymnasien für die Fachrichtungen Technik bzw. Wirtschaft finden sich direkt in Bad Saulgau. Im Berufsschulzentrum Bad Saulgau bilden die gewerbliche Schule sowie die Kaufmännische und Sozialpflegerische Schule die Mitarbeiter von morgen aus.

Jugend forscht Am Schülerforschungszentrum Südwürttemberg (SFZ®) forschen 350 Nachwuchswissenschaftler schwerpunktmäßig in den Bereichen Physik, Chemie, Biologie, Informatik und Technik. An der Hector-Kinderakademie werden außerdem hochbegabte Grundschulkinder aus dem gesamten Landkreis in den MINT-Disziplinen speziell gefördert.

Rundum-Sorglos-Paket für Familien Jungen Familien stehen 14 Kinderbetreuungseinrichtungen mit flexiblen Angeboten zur Verfügung – vom

Krippenplatz über den Regelkindergarten bis hin zur Ganztagesbetreuung oder Tagesmutter.

Tolle Freizeitangebote – kulturelle Highlights

KONTAKT

Golf, Segelfliegen, Fallschirmspringen oder Wandern, Radfahren und Baden – das Freizeitangebot stimmt – und das in toller Natur. Nicht umsonst ist Bad Saulgau Naturschutzkommune und Landeshauptstadt der Biodiversität. Im kulturellen Bereich ist die überregional bekannte Kunstgalerie „Fähre“ im Alten Kloster über die Grenzen der Region hinaus bekannt. Theater, Kleinkunst und Konzerte sowie viele weitere Veranstaltungen bieten Kultur auf hohem Niveau.

Stadt Bad Saulgau Oberamteistraße 11 D-88348 Bad Saulgau www.bad-saulgau.de

Infrastruktur: Hier findet sich (fast) alles Ob Ärzteversorgung und Krankenhaus, öffentliche Einrichtungen wie das Kongresszentrum Stadtforum, Hallenbad, Stadtbibliothek, Musikschule und Jugendkunstschule – Bad Saulgau ist rundum sehr gut aufgestellt. Als größte Stadt im Landkreis und Mittelzentrum verfügt Bad Saulgau über ein Einzugsgebiet von weit über 80.000 Einwohnern. Die Innenstadt punktet mit einem hohen Maß an Aufenthaltsqualität und einem guten Branchenmix, wozu nicht nur die historischen Gebäude, sondern auch die vielen Fachgeschäfte und Gastronomiebetriebe beitragen.

Doris Schröter Bürgermeisterin Tel. +49 (0) 7581 207 101 info@bad-saulgau.de Ilona Boos & Thomas Schäfers Wirtschaftsförderung / Business Development Tel. +49 (0) 7581 207 103/104 wirtschaftsfoerderung@ bad-saulgau.de Weitere Infos www.bad-saulgau.de

Bad Saulgau | Standort Deutschland 155


WIRTSCHAFTSRAUM LANDKREIS SIGMARINGEN DER STARKE NORDEN IN DER VIERLÄNDERREGION BODENSEE

An der Schnittstelle zwischen der Metropolregion Stuttgart und der Vierländerregion Bodensee, zentral in Süddeutschland gelegen, befindet sich der Landkreis Sigmaringen. Mit seinen über 130.000 Einwohnern, 25 Kommunen, einer Hochschule und über 65.000 Erwerbstätigen ist der Landkreis eine dynamisch wachsende Region im westlichen Oberschwaben. Der starke Anstieg der Beschäftigungszahlen, bei gleichzeitig unterdurchschnittlicher Arbeitslosigkeit verdeutlicht, dass eine florierende Wirtschaft nicht im Widerspruch zu einer schönen Landschaft stehen muss. Durch die engen Verflechtungen mit dem Wirtschaftsraum Bodensee besteht für den Wirtschaftsraum Landkreis Sigmaringen ein enormes Potenzial an qualifizierten Fachkräften.

Würzburg Karlsruhe

A81

Würzburg

Stuttgart

Tübingen

A8 Reutlingen

München Ulm

B27 B313 B32

B463

A81 VillingenSchwenningen

B311

A7

B30

Balingen Biberach

Freiburg

A864

B312

Wirtschaftsraum Landkreis Sigmaringen

Tuttlingen B311

B313

Memmingen

B30 B465

B32

Ravensburg

Platz für Industrie im Norden des Bodensees Expertenmeinungen bestätigen: Die Vierländerregion Bodensee ist ein Hot Spot. Und der Landkreis Sigmaringen hat anderen vor allem eines voraus: Er kann attraktive Industrie- und Gewerbeflächen anbieten. In den verschiedenen Städten und Gemeinden verfügt der Landkreis über mehr als 100 Hektar Grundstücksflächen, auf die Industrie und Gewerbe sofort bauen können. Und man kann hier bauen, wie es einem passt – hoch und breit. Und wenn dann erst einmal produziert wird, dann darf auch Krach gemacht werden, wenn es nötig ist. Zu haben ist das alles für einen vergleichsweise günstigen Preis – und das mit allen Qualitäten, die die Vierländerregion Bodensee zu bieten hat. Zusätzlich dazu verfügt der Landkreis Sigmaringen über den Regio-Airport-Mengen, der kurze Wege zu Geschäftspartnern schafft. Zu betonen sind auch die günstigen Rahmenbedingungen, die bei einer Unternehmensansiedlung wichtig sind. Mit der Hochschule Albstadt-Sigmaringen hat man einen hervorragenden Partner im Landkreis, der nicht nur junge Fachkräfte ausbildet, sondern Berufstätigen auch die Möglichkeit zum berufsbegleitenden Studium gibt. Für Interessierte ist die WIS GmbH der zuverlässige Ansprechpartner. Sie begleitet und unterstützt unternehmerische Vorhaben von der Planungsphase bis zur Realisierung durch umfassende Beratung, Herstellung von Kontakten zu öffentlichen Stellen und Kooperationspartnern sowie mit Angeboten beziehungsweise Vermittlung geeigenter Standorte und Immobilien.

156 Standort Deutschland | WIS Sigmaringen

A81

B31

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Singen

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Konstanz

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Friedrichshafen

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Zürich Innsbruck

Für Unternehmen, die im Norden der Vierländerregion Bodensee großzügige Industrieflächen brauchen, hat die WIS GmbH den Investorenatlas aufgelegt. Dort sind alle TOP-Standorte ausführlich dargestellt. Ein Exemplar des neuen Investorenatlas kann kostenfrei unter info@ wis-sigmaringen.de oder 07571/72890-0 angefordert werden. Weitere Flächen in der Bodenseeregion sind auch zu finden unter www. immoportal-bodensee.net

München


Die

macht sich stark...

... für die Unternehmen im Landkreis Sigmaringen! Vom Azubi bis zum Hochschulabsolventen – die WIS hilft bei der Fachkräftesicherung!

Die Angebote: Die FirmenErlebnisTage im Landkreis SIG

Die Bildungsmesse für künftige Absolventinnen & Absolventen mit Hochschulzugangsberechtigung

www.wis-sigmaringen.de

Die FirmenErlebnisTage für Schülerinnen & Schüler der Haupt-, Real- & Werkrealschulen sowie Gymnasien & Berufsfachschulen

Die Initiative für einen Karrierestart im Süden

Die Fachkräftesicherung in der

WIS Sigmaringen | Standort Deutschland 157


KONTAKT Unternehmerverband Landkreis Sigmaringen (UVS) Geschäftsstelle Fürst-Wilhelm-Straße 12 D-72488 Sigmaringen info@unternehmerverband-sigmaringen.de www.unternehmerverband-sigmaringen.de

Wirtschaftsförderungs- und Standortmarketinggesellschaft Landkreis Sigmaringen mbH Fürst-Wilhelm-Straße 12 D-72488 Sigmaringen Tel. +49 (0) 7571 72890 0 info@wis-sigmaringen.de www.wis-sigmaringen.de

DER UVS BRINGT DEN BALL INS ROLLEN Der Einladung des Unternehmerverband UVS zum großen Stelldichein der Wirtschaft im Landkreis Sigmaringen waren im Oktober 2016 rund 200 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft gefolgt. In seiner Begrüßungsrede dankte UVS-Präsident Dr. Klaus F. Erkes allen Anwesenden für den Willen zur gemeinsamen Zusammenarbeit zum Wohle des Wirtschaftsstandortes Landkreis Sigmaringen. Ob die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur, die Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt, die Sicherung des Fachkräfteangebots oder die Förderung des Unternehmergeistes - die Herausforderungen sind groß und erfordern ein abgestimmtes Handeln. Der geschäftsführende Vorstand Dr. Bernhard Kräußlich hob die zunehmende Bedeutung der sozialen Medien bei der Fachkräftesicherung hervor. Bewerber sowie deren Partner und Familien müssten sich auch online ein adäquates Bild über die Arbeits- und Lebensqualität des Landkreises machen können. Hauptaugenmerk des Abends

158 Standort Deutschland | WIS Sigmaringen

lag auf den Ausführungen des ehemaligen FIFA-Schiedsrichters und ZDF-Kommentators Urs Meier. Anhand von Anekdoten und spannenden Spielszenen zeigte er, welche Parallelen es zur Wirtschaft gibt. Als Spielleiter führt der Schiedsrichter die Spieler als kollegialer Chef und muss unter Druck jede Menge Entscheidungen treffen. Fairplay lautet dabei die Devise in guten wie in schlechten Zeiten. Gut gelaunt, eloquent und mit Entertainer-Qualitäten ausgestattet, hatte er in kürzester Zeit die Sympathie des Publikums auf seiner Seite. Die Beispiele, die er aus dem Fußball via Mausklick auf die Leinwand brachte, illustrierten selbst für Laien nachvollziehbar seine Erkenntnisse und erleichterten so den Transfer vom Stadion in die Wirtschaft. Die gewonnenen Eindrücke sorgten bei den Gästen für nachhaltigen Gesprächsstoff im restlichen Verlauf des Abends.


PFULLENDORF INDUSTRIESTANDORT MIT

HERAUSRAGENDER LEBENSQUALITÄT

KONTAKT Stadt Pfullendorf Kirchplatz 1 D-88630 Pfullendorf www.pfullendorf.de Thomas Kugler Bürgermeister / Mayor Tel. +49 (0) 7552 251002 info@stadt-pfullendorf.de Bernd Mathieu Wirtschaftsförderer / Business Developer Tel. +49 (0) 7552 251111 bernd.mathieu@ stadt-pfullendorf.de

Das Mittelzentrum Pfullendorf ist mit 13.500 Einwohnern die drittgrößte Stadt im Landkreis Sigmaringen. Geprägt ist der Wirtschaftsstandort mit mehr als 6.500 Arbeitsplätzen von großer Dynamik und Wachstumsstärke. Neben den international agierenden Großunternehmen GEBERIT Sanitär-Systeme, KRAMER-Werke GmbH, dem Küchenmöbelhersteller ALNO, der ESCAD Group und EXTRAGAMES fußt die Wirtschaftskraft des Standortes auch auf einem gesunden Mittelstand mit einigen hundert mittleren, kleinen und Kleinst-Unternehmen. Viele Expansionsvorhaben und Neuansiedlungen sprechen für ein attraktives Investitionsklima, das durch eine wirtschaftsfreundliche Politik und Verwaltung unterstützt wird. So verzeichnete Pfullendorf im Jahr 2016 rund 100 Gewerbeanmeldungen in der Bandbreite von Ein-Mann-Betrieben bis zu größeren Unternehmen. Um die stete Versorgung mit Fachkräften sicherzustellen, organisiert eine stark aufgestellte Wirtschaftsinitiative (WIP) die jährlich stattfindende Ausbildungsbörse. Auch die Pfullendorfer Wirtschaftsgespräche und die alle 2 Jahre ausgetragene Seepark-Schau gibt den ansässigen Unternehmen die Möglichkeit sich zu präsentieren. Die sehr gute wirtschaftliche Situation des Standortes verlangt nach weiterem Expansionspotential für Unternehmen. Das Industriegebiet Mengener Straße mit einer Gesamtfläche von 13 Hektar bietet mit dem größten Industrieflächenangebot in der Bodenseeregion erstklassige

160 Standort Deutschland | Pfullendorf

Investitions- und Expansionsmöglichkeiten mit sämtlichen Anschlüssen (Gas, Breitband, Strom, Wasser) auf einem leistungsfähigen Niveau. Bislang sind circa 5 Hektar der aktuell verfügbaren 13 Hektar veräußert. In der Bauleitplanung sind insgesamt 45 Hektar Industriefläche ausgewiesen. Einhergehend mit dem steten Wachstum des Wirtschaftsstandortes ist auch die Nachfrage nach bezahlbaren Wohnbaugrundstücken in Pfullendorf nach wie vor ungebrochen. Die Stadt Pfullendorf reagiert auf dieses rege Interesse und betreibt derzeit zwei Bebauungsplanverfahren. Auf einer Fläche von insgesamt rund 8,1 Hektar kann die Stadt Pfullendorf rund 80 Bauplätze anbieten, gepaart mit einer optimalen Betreuung der Bauwilligen durch die Verwaltung. Auch durch das stadteigene Wohnbauförderprogramm mit Zahlung eines Kinderzuschusses für Bauplatzkäufer wird ein deutliches Zeichen der Familienfreundlichkeit in der Stadt Pfullendorf gesetzt. Die intakte Infrastruktur mit attraktivem Natur- und Freizeitraum, mit Seepark und Waldfreibad, vielseitigen Bildungs-, Erholungs- und Kulturangeboten und die malerische Altstadt sind weitere Aspekte, die für Pfullendorf sprechen. Abgerundet wird die herausragende (Lebens-)Qualität des wirtschaftsstärksten Standortes in der Region Nördlicher Bodensee von einem breiten Angebot an Einkaufsmöglichkeiten, einer vollständig ausgebauten Schul- und Ausbildungsinfrastruktur und einem aktiven Sozialleben.


FACTS & FIGURES Einwohnerzahl gesamt (Stand: 31.12.2015) Gemarkungsfläche Beschäftigte am 30.06.2015 Gesamtzahl davon im Bereich Dienstleistungen davon im produzierenden Gewerbe Einpendler Auspendler

13.104 9.056 ha

ein Krankenhaus, ein Frei- und ein Hallenbad, mehrere Alten- und Pflegeheime sowie über eine Musikschule und eine Bücherei.

6.463 3.541 2.893 3.859 2.679

Weiche Standortfaktoren Touristisches Highlight ist der Seepark Linzgau. Auch Gäste aus der Schweiz und Österreich machen von dem einzigartigen Angebot mit Wasserskianlage, Adventuregolf und Gastronomien Gebrauch. Das Waldfreibad bietet eine schöne Naturkulisse sowie neben den Schwimmerbecken auch eine Sprungturmanlage sowie eine innovative Kletterwand.

Verkehrsanbindung Pfullendorf liegt ca. 24 km nördlich vom Bodensee und ist über die A81/A98, Ausfahrt Stockach-Ost, schnell erreichbar. Zwischen Pfullendorf und Altshausen verläuft eine öffentliche Bahnstrecke. In Mengen liegt ca. 15 km entfernt ein Verkehrslandeplatz; der Bodensee Airport Friedrichshafen ist in 50 Minuten erreichbar.

Service und Dienstleistungen Die Wirtschaftsförderung bietet Unternehmen eine individuelle Bedarfsanalyse, einen exklusiven Fördermittelcheck sowie Flächenempfehlungen und -angebote. Außerdem einen Beratungsservice: Professionell. Profitabel. Persönlich.

Angebote für Bürger Die Stadt Pfullendorf verfügt über alle Schulformen,

Besondere Stärken der Stadt 45 ha reine Industriefläche zu preisgünstigen Konditionen.

Pfullendorf | Standort Deutschland 161


GELEBTES TEAMWORK AUF DER KLOSTERBAUSTELLE

Siegfried Butz

„Wenn wir nicht zusammenarbeiten, werden wir für unsere Probleme keine Lösung finden”

Dalai Lama

Geschäftsführer Consultant und Coach

KONTAKT BUTZ & COLLEGEN Consulting und Coaching GmbH Überlinger Straße 38 D-88630 Pfullendorf campus-galli@butz-collegen.de www.butz-collegen.de

Team-, Führungs-, und Persönlichkeitsentwicklung bekommen auf der Klosterbaustelle Campus Galli eine völlig neue Bedeutung für Menschen und Unternehmen. Was im Seminar oft nur geistig verarbeitet wird und bei Erlebnis-Events nur einen kurzen Kick auslöst, wird auf Campus Galli an zwei Tagen körperlich und emotional intensiv spürbar: Das Gefühl und Bewusstsein, etwas Besonderes für sich, das Team und in der Sache geleistet zu haben. "Ich hätte nie geglaubt, welch befriedigendes Gefühl in einem entstehen kann, wenn man einen Stein von einem zum anderen Ort transportiert. Dass wir das gemeinsam so hin gekriegt haben, war einfach klasse." (Ein ca. 2 t schwerer recht eckiger Stein wurde mit unterschiedlichen Hilfsmitteln und ausgetüftelter Hebel-Technik von einer liegenden in eine stehende Position gebracht und dabei zum Teil im Boden versenkt. Der Stein diente anschließend als Amboss). Anfänglich stehen sich Neugier und Skepsis gegenüber, im Laufe der Zeit Entschleunigung und Achtsamkeit und am Ende etwas Muskelkater und tiefe innere Zufriedenheit. Die Teilnehmer lernen sich und andere noch bewusster wahrzunehmen und in einer Aufgabe einen Sinn zu sehen. Es dauert nicht

162 Standort Deutschland | BUTZ & COLLEGEN Consulting und Coaching GmbH

lange, bis sie ihre vermeintliche Rolle ablegen und ihr eigentliches Wesen zeigen. Damit wird persönliche Entwicklung möglich, das Vertrauen untereinander wächst und Teams werden nachhaltig leistungsstärker. Das schafft einen bleibenden Wertbeitrag für Unternehmen. "Mir wurde hier klar, wie wichtig Kommunikation im Alltag ist. Wie man sich fühlt, wenn man weiß, dass woanders etwas Wichtiges geschieht und man nichts davon mitbekommt. Ich werde in Zukunft aktiv meine Teams und Niederlassungen besser informieren." (Ein Teilnehmer, nachdem er zeitweise eine Einzelarbeit losgelöst von der restlichen Gruppe erledigt hatte). Auf der Klosterbaustelle Campus Galli arbeiten Teilnehmer losgelöst von modernen Einflüssen unserer Zeit handwerklich in verschiedenen Rollen mit mittelalterlichen Methoden als Team zusammen und wirken mit beim Bau einer Klosterstadt aus dem 9. Jahrhundert. Begleitet werden sie von systemisch ausgebildeten Beratern und Coaches, welche dabei gruppendynamische Prozesse sowie auffällige Verhaltensmuster Einzelner erkennen, mit der Gruppe reflektieren und daraus gewonnene Erkenntnisse auf deren Arbeitsalltag transferieren.


INDUSTRIEPARK NÖRDLICHER BODENSEE INVESTIEREN AM RICHTIGEN STANDORT

Der neue Industriepark Nördlicher Bodensee befindet sich im nahen Umland des Bodensees. Hier ist Raum für Investition auf bis zu 61 Hektar zusammenhängender Fläche. Starke Wirtschaftsunternehmen, die in ihrem Segment teilweise zu den Weltmarktführern gehören, haben sich im Norden der Vierländerregion angesiedelt oder sind sogar hier gegründet worden. Und mitten in der Ferienregion Bodensee und Donautal zu wohnen und zu arbeiten bewirkt eine respektable Fachkräftebindung. Hinzu kommt der nahegelegene Hochschulstandort Albstadt-Sigmaringen, welcher qualifizierten Nachwuchs garantiert. Warum sich dieser Standort besonders eignet? Highspeed-Internet über Glasfaserhausanschluss Maximale industrielle und gewerbliche Nutzung Kommunale Wirtschaftsförderung und Verfahrensunterstützung Beste Infrastruktur in landschaftlich reizvoller Lage Noch mehr Vorteile? Attraktive Wohnbaugebiete & Freizeitangebote Bildungsqualität durch Angebot sämtlicher Schul- arten sowie nahegelegene Hector-Akademie und Hochschulstandorte

Investieren

Komplettes ärztliches Versorgungsnetz, Kreis- krankenhaus in Sigmaringen Kulturelle Highlights und Sehenswürdigkeiten Im Zentrum der Ballungsräume München, Stuttgart und Zürich bietet der Wirtschaftsstandort Industriepark Nördlicher Bodensee eine optimale Lage. Der internationale Flughafen Stuttgart sowie der Flughafen Friedrichshafen, kurze Wege zur Autobahn und die direkte Anbindung an der Schnittstelle der B 311 mit der B 313 bei Meßkirch sind ideale Voraussetzungen.

❯ ENGLISH SUMMARY The new industrial park "Nördlicher Bodensee" is located close to Lake Constance. It offers room for investments on 61 hectares of contiguous land. The industrial park is situated ideally between the conurbations of Munich, Stuttgart and Zurich with excellent transport connections. Major industrial firms, some of which are global market leaders in their field, have moved to the district or were even founded here. Qualified employees have the advantage of living and working at the heart of the holiday region of Lake Constance and the Danube valley. In addition, the university town of Albstadt-Sigmaringen is nearby, guaranteeing a supply of qualified future employees.

KONTAKT Industriepark Nördlicher Bodensee Stadt Meßkirch Conradin-Kreutzer-Straße 1 D-88605 Meßkirch www.messkirch.de www.industrieparknoerdlicher-bodensee.de Arne Zwick Bürgermeister Tel. +49 (0) 7575 20621 Arne.Zwick@messkirch.de Anna-Maria Merz Wirtschaftsförderung Tel. +49 (0) 7575 20628 merz@messkirch.de

Arbeiten

Leben Meßkirch | Standort Deutschland 163


GAMMERTINGEN INMITTEN DER SCHWÄBISCHEN ALB TOSKANA

Ein schöner Sommerblick über die Schwäbische Alb Toskana / Wonderful summer views over the Tuscan Swabian Alb

Am südlichen Rand der Schwäbischen Alb liegt, quasi inmitten der „Schwäbischen Alb Toskana“ mit mäandernden Flüsschen in Tälern und Albhochflächen in schönen Hügellandschaften, das Laucherttalstädtchen Gammertingen. Trotz der reizvollen Umgebung und unberührter Natur ist die Raumschaft um Gammertingen weitaus mehr als nur beliebtes Tourismus- und Erholungsgebiet.

KONTAKT Stadtverwaltung Gammertingen Tel. +49 (0) 7574 406110 info@gammertingen.de www.gammertingen.de Martin Fiedler Wirtschaftsförderer / Business developer

Holger Jerg Bürgermeister/Mayor

Weitere Infos unter www.gammertingen.de

Die ca. 6.300 Einwohner schätzen die moderne Infrastruktur in der Stadt mindestens ebenso, wie die Alblandschaft der Umgebung. Mag Gammertingen auf der Landkarte auch im Randgebiet des oberschwäbischen Landkreises Sigmaringen gelegen sein, so liegt es exakt in der Mitte zwischen Stuttgart und dem Bodensee und ist Teil der Vierländerregion-Bodensee. Vor Ort gibt es eine Vielzahl von marktführenden Unternehmen im Distributionsgewerbe, der mittelständischen Industrie, des Handwerks und vor allem der sozialen und medizinischen Dienstleistungen. Damit diese Firmen expandieren können oder sich auch neue in gutem Umfeld ansiedeln können, stellt die Stadt aktuell rund zehn Hektar sofort bebaubare Gewerbeflächen zur Verfügung. Mit der Erweiterung des Gewerbegebietes „Herdleäcker II“ stehen in naher Zukunft weitere 7 Hektar Gewerbeflächen zur Verfügung. Familien finden im Kleinstädtchen ein mehr als umfassendes Bildungs-, Betreuungsund Kulturangebot vor. Vier Kindergärten betreuen bereits die Kleinsten von null bis sechs Jahren je nach Bedarf von 6.30 Uhr bis 17 Uhr, Mittagessen inbegriffen. Die wohnortnahen Grundschulen, Förderschule, Werkrealschule, Realschule und auch das städtische Gymnasium bieten den momentan 1.600 Schülern ein sehr gutes Fundament mit Ganztagesangeboten für ihren weiteren Bildungsweg. Weitere private Bildungseinrichtungen der Diakonie im Stadtteil Mariaberg oder die kommunale Akademie Laucherttal ergänzen das umfassende Bildungsangebot. Die medizinische Versorgung

164 Standort Deutschland | Gammertingen

übernehmen hervorragend die wohnortnahen Allgemein- und, Fachmediziner, sowie Zahnärzte. Die Fachkliniken von Mariaberg e. V. und die Wendelstein Klinik bieten ebenso jungen Medizinern gute beruflich-fachspezifische Weiterbildungsmöglichkeiten. Im erst kürzlich mit der Traumnote 1,0 zertifizierten Altenpflegeheim St. Elisabeth finden bis zu 70 Menschen eine freundliche und fachkundige neue Heimat, ergänzt durch viele ambulante Angebote für Menschen im Alter. Ein Vollsortimenter, drei Discounter, einige Drogeriemärkte und viele Fachgeschäfte in der Stadt decken den täglichen Bedarf rund herum ab. Seit vielen Jahren bilden u. a. die klassischen Schlosskonzerte, das Jazz-Event vor dem Schloss, das Open-Air-Kino, die Akademie Laucherttal, Veranstaltungen in der Stadtbücherei und viele andere Festivitäten einen bunten Blumenstrauß an kulturellen Aktivitäten, die für jeden Geschmack etwas Tolles anbieten. Mehr als 70 Vereine ergänzen die ehrenamtlichen Möglichkeiten der aktiven Freizeitgestaltung in Sport, Musik, Natur und Kultur. Eigenheim-Interessierte aufgepasst: Wer sich hier ein eigenes Häuschen bauen möchte, findet preisgünstige Bauplätze in Größen zwischen 500 und 1.100 Quadratmetern. Zusätzlich werden Familien beim Häuslebauen und beim Wiederbefüllen einer innerstädtischen Baulücke im Bestand mit Sonderzuschüssen von der Stadt gefördert.

Weitere News finden Sie auch im Internet unter www.gammertingen.de.


entdeckungsreise

www.gammertingen.de // plz 72501 // längengrad: 9.21667/E 9° 13‘ 0‘‘ / breitengrad: 48.25 / N 48° 15‘ 0‘‘

❯ ENGLISH SUMMARY The small town of Gammertingen in Laucherttal valley is situated on the southern edge of the beautiful Swabian Alb hills. But Gammertingen is much more than just a popular tourist and holiday area. Its 6,300 inhabitants appreciate the town’s modern infrastructure just as much as the surrounding landscape. Gammertingen may be on the fringes of the Upper Swabian district of Sigmaringen on the map, but it is also exactly between the metropolitan region of Stuttgart and Lake Constance and is part of the “Four-country region Bodensee”. The town boasts a large number of companies that are leaders in their markets in the areas of distribution trade, mid-sized industrial businesses, skilled crafts and trades and above all social services. To enable these firms to expand and to attract new businesses that are looking for a good environment, the town currently provides some 15 hectares of commercial land for all kinds of activities in the areas of trade, services and industry. In the new intermunicipal industrial estate

“Herdleäcker II” situated on the western edge of town, seven hectares of land are available immediately for development by commercial or industrial enterprises. More industrial land is available north of the town in the “Alb” industrial estate of Harthausen. Both offer excellent transport connections. The town offers families a wide choice of educational institutions and a varied cultural programme. The primary schools, special needs schools, secondary schools and grammar schools in the residential neighbourhoods provide a good foundation with all-day schools for continued education. Gammertingen has several general practitioners and medical specialists as well as two specialist clinics that offer medical care close to home. Potential homebuyers who want to build their own home can find low-priced land in plots of 500 to 1,100 square metres. In addition, the town of Gammertingen offers special grants to families who want to build a house on new land or fill an empty site in the town centre.

FACTS & FIGURES Einwohner 6.482 Population 6,482 Beschäftigte insgesamt 2.791, davon im produzierenden Gewerbe 18,9 %, davon im Handel, Verkehr und Gastgewerbe 18,6 %, davon in sonstigen Dienstleistungen 62,5 % Total employees 2,791, Manufacturing trade 18.9 %, Retail trade/traffic/ catering 18.6 %, Other services 62.5 % Grundsteuer A 330 %, Grundsteuer B 320 %, Gewerbesteuer 340 % Property tax construction 320 %, Property tax 340 % Gewerbeflächen insgesamt 10 ha, im Gewerbegebiet „Herdleäcker II“, „Schelmengarten/ Mittelberg“, „Sigmaringer Straße Süd“ Commercial land 10 ha, in the „Herdleäcker II“, „Schelmengarten Mittelberg“and „Sigmaringer Straße Süd“ industrial estates Weitere Gewerbeflächen in den kommenden Jahren 7 ha, Erweiterung Gewerbegebiet „Herdleäcker II“ Further commercial land in the years to come 7 ha, Extension of „Herdeläcker II“ industrial estate

Gammertingen | Standort Deutschland 165


SCHWEIZ

Foto: Achim Mende


Blick auf den Thurgau mit Romanshorn (rechts) und Arbon (links)


Eingebettet zwischen Bodensee und Voralpen liegt auf einer Fläche von fast 1.000 Quadratkilometern der Kanton Thurgau. Er vereint die Vorteile wirtschaftlicher Stabilität und internationaler Vernetzung. Gleichzeitig überzeugt er durch eine gut ausgebaute Infrastruktur in ländlicher Idylle.

KONTAKT Kanton Thurgau Amt für Wirtschaft und Arbeit Verwaltungsgebäude Promenade CH-8510 Frauenfeld Tel. +41 (0) 58 3455500 www.wifoe.tg.ch www.awa.tg.ch

Besuchern, die zum ersten Mal im Thurgau sind, sticht meistens zuerst die herrliche Landschaft ins Auge. Die sanften Hügel mit den Reben, die gepflegten landwirtschaftlich genutzten Flächen und natürlich der in der Sonne funkelnde Bodensee, bleiben den meisten lange in Erinnerung. Doch der nordöstlichste Kanton der Schweiz besticht nicht bloß als attraktive Freizeit- und Feriendestination, sondern auch als beliebter Wirtschaftsstandort.

Moderate Steuern Zahlreiche innovative und erfolgreiche Unternehmen wissen die Vorteile des Thurgaus zu schätzen. Insbesondere die Nähe zu Deutschland, Österreich und dem Fürstentum Liechtenstein, gepaart mit moderaten Steuern und einer modernen Infrastruktur, machen den Ostschweizer Kanton zu einem beliebten Unternehmensstandort. Öffentliche Verkehrsmittel und ein gut ausgebautes Straßennetz verbinden den Thurgau mit den nahen Wirtschaftszentren Zürich, St.Gallen und Konstanz. Drei Flughäfen sorgen in unmittelbarer Nähe für Verbindungen zur ganzen Welt. Im Herzen des europäischen High-Tech-Dreiecks Stuttgart-München-Mailand profitieren Thurgauer Unternehmen zusätzlich von der internationalen Vernetzung und zahlreichen Innovationen.

168 Standort Schweiz | Amt für Wirtschaft und Arbeit Thurgau

Effiziente Verwaltung Auch bei politischen Entscheidungsprozessen und Kontakten mit Behörden können sich Thurgauer Unternehmen und Investoren auf kurze Wege und rasche, unbürokratische Dienstleistungen verlassen. Aufgrund der ländlichen Strukturen kennt man sich im Thurgau noch persönlich und unterstützt sich partnerschaftlich. Die richtigen Ansprechpartner bei den Behörden sind rasch gefunden. Anregungen und aber auch Kritik können direkt platziert und Verhandlungen persönlich mit den entsprechenden Entscheidungsträgern geführt werden. Nicht umsonst weist der Thurgau schweizweit eine der kostengünstigsten und effizientesten Verwaltungsstrukturen auf. Außerdem wird im Thurgau die internationale Zusammenarbeit gefördert und so der Werkplatz gestärkt.

Professionelle Unterstützung Unterstützung finden neue und bereits ansässige Unternehmen beim Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA). Die Fachstelle „Wirtschaftsförderung“ vermittelt beispielsweise einer Firma, die sich neu im Thurgau ansiedeln möchte, geeignete Immobilien, hilft bei Genehmigungen und vermittelt Kontakte zu kantonalen Ämtern und kommunalen Behörden. Weiter setzt sich das AWA für eine zukunftsgerichtete


TYPISCH THURGAU

WIRTSCHAFTSFREUNDLICH, ZENTRAL, LEBENDIG

Entwicklung des Standortes ein und vermarktet die Region und ihre besonderen Qualitäten professionell. Gleichzeitig arbeitet das Amt eng mit diversen Spezialisten aus der Privatwirtschaft zusammen, um den Unternehmen im Kanton ein kompetentes Netzwerk und beste Rahmenbedingungen bieten zu können. Dieses abwechslungsreiche und unternehmerfreundliche Umfeld ist ein optimaler Nährboden für die Entwicklung zukunftsweisender Technologien. Ein dichtes Netz an Universitäten und Hochschulen im Bodenseeraum fördert dies zusätzlich.

selbst kann zwar nicht mit einer pulsierenden Metropole aufwarten, bietet aber trotzdem eine Fülle von Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten an. In den Städten und größeren Orten, die alle innerhalb kürzester Zeit erreichbar sind, erfüllen Einkaufszentren, Warenhäuser und Spezialgeschäfte alle Wünsche. Kinos, kulturelle Veranstaltungen und unzählige Vereine im ganzen Kanton sorgen für eine abwechslungsreiche und sinnvolle Freizeitgestaltung.

Gute Rahmenbedingungen

Wer gerne auf eigene Faust unterwegs ist, findet im Thurgau rund 1.000 Kilometer markierte Wege zum Radfahren oder Inlineskaten. Zahlreiche Museen, Schlösser und weitere kulturelle Sehenswürdigkeiten gilt es zu entdecken. Herrliche Obstplantagen, die im Frühjahr eine atemberaubende Blütenpracht hervorbringen und sanfte Hügel mit Rebbergen eignen sich ideal für ausgiebige Spaziergänge oder Wanderungen. Und natürlich laden Bodensee, Untersee und Rhein zu allen Arten von Wassersport ein. Längst kein Geheimtipp mehr ist übrigens auch das kulinarische Angebot im Thurgau. Es ist wie der Kanton selbst: facettenreich und lebendig und reicht von Gault-Millau-Betrieben über Gilde-Restaurants bis zur rustikalen Besenbeiz und spezialisierten Fischrestaurants am Bodensee.

Die Beliebtheit des Thurgauer Wirtschaftsraumes zeigt sich unter anderem in der guten Durchmischung der verschiedensten Unternehmensformen. Zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen der unterschiedlichsten Branchen bilden das Rückgrat der Thurgauer Wirtschaft. Weltweit agierende Industriefirmen, wie beispielsweise die Baumer Group in Frauenfeld, die Stadler Rail in Bussnang, die AFG Arbonia Forster Holding in Arbon oder die General Dynamics European Land Systems-Mowag in Kreuzlingen ergänzen die Durchmischung. Unternehmen aus Produktion, Entwicklung und Konstruktion finden sich im Thurgau ebenso wie Dienstleistungs- und Technologiebetriebe. Sie alle profitieren gleichermaßen von den guten Rahmenbedingungen und den moderaten Steuern.

Bezahlbarer Wohnraum Die hohe Wohn- und Lebensqualität im Kanton zieht auch qualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an. Der Thurgau verzaubert immer mehr Menschen mit seinem ländlichen Charme und der vielfältigen Landschaftsstruktur. So zieht der attraktive und vor allem noch bezahlbare Wohnraum seit Jahren zahlreiche Zuzüger aus dem nahen Ausland aber auch aus den umliegenden Städten an. Der Thurgau

Unzählige Freizeitangebote

Freundliche Begegnungen Der Thurgau wird wegen seiner Form, die an Indien erinnert und den zahlreichen Obstplantagen, auch liebevoll als „Mostindien“ bezeichnet. Hier zeigt sich auch die erfrischende Portion Selbstironie und der Humor der Thurgauer Bevölkerung. Übrigens: Wer im Thurgau in ländlichen Gebieten zu Fuß unterwegs ist, wird von jeder Person, die ihm begegnet freundlich gegrüßt. Das hat hier Tradition – egal ob man sich kennt oder nicht. Amt für Wirtschaft und Arbeit Thurgau | Standort Schweiz 169


Daniel Wessner

„KOMPETENT UND LÖSUNGSORIENTIERT“ INTERVIEW MIT DANIEL WESSNER, LEITER DES AMTES FÜR WIRTSCHAFT UND ARBEIT THURGAU Herr Wessner, Sie waren in der Wirtschaftsförderung St.Gallen und als Wirtschaftsanwalt in verschiedenen Bereichen tätig. Was hat Sie dazu bewegt, Leiter des AWA, des Amtes für Wirtschaft und Arbeit Thurgau zu werden? Daniel Wessner: Erstens ist es eine spannende Führungsaufgabe, ein Amt mit 195 Mitarbeitenden zu leiten. Im AWA treffen Menschen mit unterschiedlichsten Berufsbildern und Vitae aufeinander. Darunter sind Akademiker wie Juristen und Ingenieure, Leute aus der IT, aber auch Mitarbeitende, die bereits andernorts als Schreiner, Polizisten oder Techniker tätig waren. Hinzu kommt die Vielfalt der Aufgaben. Bei uns arbeiten vom Arbeitsinspektor über den Wirtschaftsförderer bis zu jenen Mitarbeitenden, die die Arbeitsbewilligungen für Unternehmen oder Drittstaatangehörige prüfen. Bei all den beruflichen Stationen in meinem Leben war es immer die Breite an Themen und deren Vernetzung miteinander, die mich interessiert haben. Und nicht zuletzt ist das AWA eine Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Verwaltung und Politik. Um unterschiedliche Interessen in diesem Dreieck auszugleichen, bedarf es einem hohen Maß an Kommunikation und an Mediation. Genauso wichtig ist es aber, sich pragmatischen Lösungen zu öffnen oder auch den eigenen Standpunkt gut zu präsentieren und durchzusetzen. Wenn man eine Affinität zu all diesen Themen hat, kann man sich vorstellen, dass dies hier eine schöne Aufgabe ist. Ich selbst möchte, dass unser Amt kompetent, wirtschaftsfreundlich und lösungsorientiert wahrgenommen wird. Können Sie die Aufgaben des AWA weiter konkretisieren? Eine Aufgabe des AWA ist die Entwicklung und Förderung des Wirtschaftsstandortes Thurgau. Das bedeutet, optimale Rahmenbedingungen für Unternehmer zu schaffen, für alle Akteure der Wirtschaft. Neben Standortmarketing, Regionalentwicklung und Wirtschaftsförderung gehört auch der Vollzug von Bundesgesetzen zu unserem Aufgabenbereich. Wir führen unter anderem die kantonale Arbeitslosenkasse Thurgau, drei regionale Arbeitsvermittlungszentren und das Arbeitsinspektorat. Zudem klärt unser Amt Sachverhalte in verschiedenen bun170 Standort Schweiz | Amt für Wirtschaft und Arbeit Thurgau

des- und / oder kantonalrechtlichen Bereichen ab, fällt Entscheide und erteilt Bewilligungen oder Sanktionen. Im Bereich Arbeitsmarktaufsicht prüfen wir die Einhaltung von minimalen Lohn- und Arbeitsbedingungen für in die Schweiz entsandte Arbeitnehmende und führen im Rahmen des Gesetzes gegen die Schwarzarbeit Kontrollen durch. Gibt es ein Erfolgskriterium für die Wirtschaftsförderung? Oder geht es nur um die Frage, wie viele Unternehmen sich angesiedelt haben? Den Erfolg der Wirtschaftsförderung kann man anhand der Anzahl Unternehmensansiedlungen messen, das ist richtig. Alle zwei Jahre veröffentlichen wir diese Zahlen im Ansiedlungsbericht. Die Erfolgskriterien für einen Wirtschaftsstandort sind aber andere. Es gibt jene, die für die gesamte Schweiz mehr oder weniger dieselben sind. Das sind tiefe Steuern, Rechts- und Planungssicherheit für Unternehmen und ein gesunder Staatshaushalt. Schulden von heute sind nichts anderes als die Steuern von morgen. Was die Steuern betrifft, so ist die Schweiz im Vergleich zu anderen Staaten sicher ein attraktiver Standort. Auch die Infrastruktur ist ein wichtiger Faktor. Darunter verstehe ich nicht nur die Verkehrsinfrastrukturen, sondern auch Ausbildungsinfrastrukturen, also Universitäten, Hochschulen, Fachhochschulen und berufsbegleitende Weiterbildungsmodelle. Im Vergleich zu anderen Schweizer Regionen, insbesondere zu unseren Zürcher Nachbarn, ist das Lohn- und Kostenniveau im Thurgau tiefer, sowohl bei Arbeitskräften als auch bei den Lohnnebenkosten. Das kann für Unternehmen ein Anreiz sein, den Thurgau als Standort zu wählen. Auch die Kosten für Grundstücke sind hier niedriger und es gibt auch noch Landreserven. Der Thurgau ist international gut vernetzt und viele Thurgauer Unternehmen ziehen einen wirtschaftlichen Vorteil aus der Grenznähe zu Deutschland, Österreich und Liechtenstein. Was sind die Standortvorteile des Thurgaus außer seiner Lage in der internationalen Bodenseeregion? Erwähnenswert sind neben moderaten Steuern auch die kurzen Wege in der Verwaltung, sehr gute Infrastrukturen in allen Bereichen, Verkehr,


„Wir müssen dafür sorgen, dass wir in der Ausbildung sowie in der Forschung und Entwicklung weiter zu den Leadern gehören.“

Ausbildungsmöglichkeiten, Weiterbildungsmöglichkeiten und eine sehr gute Datenanbindung mit Glasfasernetzen sowie eine hohe Lebensqualität. Was den Thurgau auszeichnet, ist die Nähe von Politik und Verwaltung zum Bürger und zu den Unternehmen. Diese Nähe wird gepflegt und es wird nach pragmatischen Lösungen gesucht. Das ist eine erste Erfahrung, die ich in diesem Amt machen durfte.

Digitalisierung bietet eindeutig Chancen für teurere Standorte, und ich habe den Eindruck, viele kleinere und mittlere Betriebe sind diesbezüglich sehr wach. Einige Betriebe, wie beispielsweise die Baumer Group in Frauenfeld oder die Mowag in Kreuzlingen, gehören in Sachen Digitalisierung sogar zu den Leadern. Die volkswirtschaftliche Struktur wird sich aber künftig weiter in Richtung Dienstleistungsgesellschaft verschieben. Vor allem im Produktionsbereich werden voraussichtlich weitere Arbeitsplätze wegfallen, es entstehen allerdings auch viele Arbeitsplätze in neuen Berufsbildern. Wir müssen dafür sorgen, dass wir in der Ausbildung sowie in der Forschung und Entwicklung weiter zu den Leadern zu gehören.

Zwischen den Schweizer Regionen herrscht ein reger Wettbewerb. In welchen Bereichen ist eine Kooperation unabdingbar? Die föderalistische Struktur der Schweiz fördert den Wettbewerb unter den Städten und Kantonen, mit dem Ergebnis attraktiver Rahmenbedingungen für Unternehmen. Interessenkonflikte bleiben da nicht aus. Es sollte aber nicht sein, dass bei einer Standortpromotion in Indien oder China jeder Kanton separat auftritt. Dort gilt es, miteinander zu kooperieren. Die Faustregel ist: Je weiter weg der Zielmarkt, desto deutlicher müssen wir als Schweiz auftreten. In Shanghai interessieren keine Unterschiede zwischen den Kantonen Thurgau, Zürich oder St.Gallen. Koordiniert wird die Schweizer Zusammenarbeit im Standortmarketing von der Switzerland Global Enterprise. Auch auf kantonaler Ebene gibt es Kooperationen. Der First Mover war die Greater Zurich Area. In der Ostschweiz gibt es einen engen Austausch im Rahmen der St.GallenBodenseeArea, der SGBA. Uns ist es im Vergleich zu den Zürchern leider noch nicht gelungen, die SGBA als Marke zu etablieren. Operativ läuft die Zusammenarbeit sehr gut, aber das Label hat in der Bevölkerung noch nicht Fuß gefasst. Daran müssen wir noch arbeiten. Aber nicht nur beim Standortmarketing, auch in der Regionalplanung müssen über Kantonsgrenzen hinweg die Kräfte gebündelt werden. Die geografischen Gegebenheiten in der Schweiz sind so kleinräumig, da kann eine Industrie- oder Landschaftsplanung nicht im Thurgau an der Kantonsgrenze zu St.Gallen aufhören. Das wurde erkannt und es wird in den entsprechenden Agglomerationen heute besser zusammengearbeitet.

Wenn Sie von ähnlichen Voraussetzungen von Unternehmen in der Ostschweiz mit denen in den anderen Bodensee-Anrainerstaaten sprechen: Wäre nicht eine intensivere internationale Zusammenarbeit notwendig? Diese Zusammenarbeit wird bereits gelebt! Nicht nur von den Grenzgängern, ich denke auch an die Zusammenarbeit im unternehmerischen Bereich und an den Dienstleistungs- und Know-how-Transfer. Bei den vielen Gremien am See gilt es allerdings zu überdenken, wie man die Kräfte bündeln könnte. Zum Teil werden von unterschiedlichen Akteuren deckungsgleiche Aufgaben wahrgenommen. Man muss allerdings auch sagen, dass der Informationsaustausch untereinander sehr gut funktioniert und man mittlerweile offen und entspannt miteinander umgeht. Man muss aber akzeptieren, dass jedes Bundesland und jeder Kanton in dieser internationalen Region nach unterschiedlichen Spielregeln funktioniert. Und man sollte so ehrlich sein, zu sagen, dass nicht jeder die gleichen Ziele verfolgt. Alle unter einem Dach zu einen ist da nicht immer einfach und mit ein paar schwammigen Worten ist niemandem geholfen. Das nützt der Wirtschaft nichts und das nützt den Bürgern nichts. Das ist die Richtschwelle.

Welche Rolle spielt die Digitalisierung der Wirtschaft, die Industrie 4.0, für den Thurgau? Als ein im internationalen Vergleich teurer Produktionsstandort spielt im Thurgau die Industrie 4.0 eine große Rolle. Nach wie vor findet eine De-Industrialisierung in der Schweiz statt, von daher sind auch die Ostschweizer Unternehmen gezwungen, die Digitalisierung voranzutreiben. Das betrifft aber nicht nur den Thurgau, sondern die gesamte Bodenseeregion – auch die Unternehmen auf süddeutscher Seite. Die

In Ihrem Arbeitsleben ist für Abwechslung gesorgt. Wie sieht das privat bei Ihnen aus? Ich bin verheiratet und ein ziemlich bodenständiger Ostschweizer, ohne ausgefallene Hobbies. Ich bewege mich gerne, vor allem in der Natur. Ich jogge, fahre Rad. Ich bin aber auch ein Genießer, der Dinge, die es hier am Bodensee gibt, schätzt: gutes Essen und guter Wein. Und ich genieße die Gespräche mit Freunden. Als Fußball begeisterter Mensch bin ich außerdem ein regelmäßiger Besucher der Heimspiele des FC St.Gallen.

Amt für Wirtschaft und Arbeit Thurgau | Standort Schweiz 171


KREUZLINGEN

BÜRGER SAGEN JA ZUM NEUEN STADTHAUS

INTERVIEW MIT ANDREAS NETZLE, STADTPRÄSIDENT VON KREUZLINGEN

Andreas Netzle Andreas Netzle

Stadtpräsident Kreuzlingen

KONTAKT Stadtverwaltung Kreuzlingen Hauptstrasse 62 CH-8280 Kreuzlingen Tel. +41 (0) 71 6776111 stadt@kreuzlingen.ch

172 Standort Schweiz | Kreuzlingen

Herr Netzle, die Kreuzlinger haben sich in einem Bürgerentscheid für den Neubau eines Stadthauses entschieden. Sie sprachen von einer „historischen Dimension“. Was steckt dahinter? Andreas Netzle: Eine historische Dimension hat das Projekt „Stadthaus“, wenn man bedenkt, dass dieser Entscheid Wirkung für viele Generationen haben wird. Die jetzigen vier Gebäude, in denen die Stadtverwaltung untergebracht ist, sind alle über 100 Jahre alt. Ähnlich lang sollte auch die Lebensdauer des neuen Stadthauses sein. Hinzu kommt die städtebauliche Dimension dieses Gebäudes, denn mit diesem Projekt macht die Zentrumsentwicklung einen großen Schritt vorwärts, was mir seit vielen Jahren ein besonderes Anliegen ist. Im kommenden Jahr werden die Detailplanungen für den Neubau des Stadthauses aufgenommen, sodass im Frühjahr 2018 der Spatenstich mit einer anschließenden zweijährigen Bauphase erfolgen kann. Das gilt aber unter Vorbehalt allfälliger Einsprachen. Ein starker Pluspunkt des jetzt gutgeheißenen Projekts ist der große Freiraum vor der Basilika St. Ulrich. Aus Respekt vor dem Wahrzeichen der Stadt wurde eine niedrige Bauweise gewählt, wodurch sich die Länge des Gebäudes ergibt. Auf zwei Geschossen werden die wichtigsten Ämter und Schalter verteilt werden. Sitzungszimmer, auch das für den Stadtrat und ein Aufenthaltsraum für die Mitarbeiter, werden im Dachgeschoss untergebracht. Diese Räume verfügen über einen separaten Eingang und können abends auch nach Dienstschluss

öffentlich genutzt werden. Durch die Verschiebung des Baukörpers in den nördlichen Teil des Areals entstehen zudem Synergieeffekte mit dem Stadtsaal, dem Dreispitz Sport- und Kulturzentrum. Was sind die Vorteile, die sich durch den Neubau ergeben werden? Die Abteilungen aus den vier Verwaltungsgebäuden sind zukünftig abgesehen von den technischen Betrieben und dem Werkhof unter einem Dach vereint. Alle Anliegen der Kunden können an diesem zentralen Ort bearbeitet werden, was primär den Einwohnern und Einwohnerinnen von Kreuzlingen dient. Auch die Qualität der Dienstleistungen wird sich verbessern. Der Servicebereich wird ebenerdig und barrierefrei sein, was heutzutage nicht der Fall ist. In keinem der bisherigen Verwaltungsgebäude gibt es einen Lift. Die Schalter mit der höchsten Frequenz werden in der Nähe des Eingangs sein und so gestaltet werden, dass die Diskretion gewahrt bleibt. Auch Warteräume und WCs für die Kunden wird es geben. Ein indirekter Kundennutzen des zentralen Verwaltungsstandortes wird die bessere Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen sein. Die Bedeutung eines unmittelbaren, informellen Austauschs der Mitarbeiter wird meist unterschätzt. In einer Mitarbeiterbefragung im vergangen Sommer wurde der Wunsch nach besserer Zusammenarbeit genannt und das Gefühl geäußert, derzeit nicht als Einheit aufzutreten.


„Die Qualität der Dienstleistungen wird sich verbessern.“

Die Entscheidung zugunsten eines Neubaus war denkbar knapp. Spielt das eine Rolle im weiteren Vorgehen? Generell haben Investitionen in neue Verwaltungsgebäude einen schweren Stand in der Bevölkerung, insofern war von einer deutlichen Mehrheit für den Neubau nicht auszugehen. Ich habe immer gesagt, dass Verwaltungen keine Lobby haben, umso schöner, dass sich in Kreuzlingen doch organisierte Unterstützung zusammengefunden hat. Zugegeben, die Mehrheit ist sehr gering, aber es kommt immer wieder zu knappen Entscheidungen. Anders als bei Volksinitiativen über verfassungsrechtliche Änderungen, wo man in der Ausführungsgesetzgebung Zugeständnisse an eine große Minderheit machen kann, ist das bei einem Bauprojekt wie dem Stadthaus nicht möglich. Es wurde über ein Projekt abgestimmt, das aufgrund der Kostenermittlung bereits sehr detailliert ausgearbeitet wurde. So wie es den Bürgern vorgelegt wurde, muss es nun umgesetzt werden, auch wenn es noch etliche Details zu klären gilt. Standort, Größe des Baus und die Anzahl der Parkplätze aber stehen fest. Und es gilt das Kostendach in Höhe von 47,5 Millionen Franken.

Welche Projekte stehen neben den Planungen für das Stadthaus im Jahr 2017 in Kreuzlingen an? Auch im Jahr 2017 wird es wichtige Abstimmungen geben. Im Frühjahr gibt es eine Abstimmung über die Neugestaltung der Romanshornerstrasse. Es handelt sich um ein Pilotprojekt für den Kanton, da auf einer Hauptverkehrsstraße Tempo 30 gelten soll. Der Langsamverkehr wird stellenweise bevorzugt werden, ebenso wie der Öffentliche Verkehr, der auf diesem Weg zusätzlich gefördert werden soll. Das Wachstum des motorisierten Individualverkehrs kann nicht endlos weitergehen. Um sanft auf eine Verhaltensänderung einwirken zu können, müssen wir in den öffentlichen Verkehr investieren. Eine weitere Abstimmung im Jahr 2017 folgt im November über die Erweiterung des Thermalbades Egelsee. Die Gewerbeausstellung GEWA wird in diesem Jahr auf der Festwiese stattfinden. Besonders wenn das Stadthaus gebaut und die Festwiese neu gestaltet ist, ist es in meinen Augen sinnvoll, auch Veranstaltungen dieser Größe im Stadtzentrum stattfinden zu lassen.

Was geschieht mit den vier jetzigen Verwaltungsgebäuden? Mit dem Umzug der Verwaltung in das neue Stadthaus werden altehrwürdige Gebäude frei, von denen drei unter Denkmalschutz stehen. Das Gebäude in der Marktstraße könnte theoretisch abgerissen werden. Das würde die Möglichkeit eröffnen, das Gebiet bis zur Sonnenstrasse als ein zusammenhängendes Areal neu zu entwickeln. Möglicherweise wird es eine Überbauung dieses Areals geben. Das Haus Sallmann, wo bisher die sozialen Dienste untergebracht sind, wird vermietet werden, bleibt aber im Eigentum der Stadt. Die beiden anderen Verwaltungsgebäude könnten im Baurecht abgegeben oder ebenfalls vermietet werden. Wir hatten uns im Vorfeld der Abstimmung über den Bau des neuen Stadthauses bewusst dafür entschieden, die Frage über die Nutzung der leeren Liegenschaften erst danach zu klären. Wir werden nun in einer Studie aufzeigen, welche Möglichkeiten es gibt und welche Nutzungen sinnvoll sind.

Wie bewerten Sie die Zustimmung der Wähler zum erhöhten jährlichen Beitrag von fast 400.000 Franken für die Kreuzlinger Museen? Mit dem Seemuseum, dem Museum Rosenegg und der Sternwarte Planetarium gibt es in Kreuzlingen drei Institutionen, deren Entstehung auf ehrenamtliches Engagement zurückgeht. Träger sind Stiftungen oder Vereine. Das sind keine elitären Einrichtungen und insbesondere für Schüler und Studenten bedeutsam. Das war mit ein Grund für die Zustimmung. Von der Bevölkerung wurde anerkannt, was die Pioniergeneration aufgebaut hatte. Nun aber stieß man in den Museen an Grenzen, die eine weitere Professionalisierung erforderlich macht, um qualitativ gute und erfolgreiche Arbeit leisten zu können.

Das Gespräch führten Thomas Willauer und Holger Braumann Kreuzlingen | Standort Schweiz 173


TÄGERWILEN „DIE AUSWEITUNG DER MOWAG IST FÜR DEN KANTON THURGAU VON GROSSER BEDEUTUNG“ INTERVIEW MIT MARKUS THALMANN, GEMEINDEPRÄSIDENT VON TÄGERWILEN

Markus Thalmann Gemeindepräsident Tägerwilen

KONTAKT Gemeinde Tägerwilen Gemeindeverwaltung Bahnhofstrasse 3 CH-8274 Tägerwilen Tel. +41 (0) 71 6668020 gemeinde@taegerwilen.ch www.taegerwilen.ch Markus Thalmann Gemeindepräsident markus.thalmann@ taegerwilen.ch

174 Standort Schweiz | Tägerwilen

Herr Thalmann, die Kreuzlinger Firma Mowag baut aus und wird Gebäude in Tägerwilen nutzen. Was bedeutet das für Tägerwilen? Markus Thalmann: Die General Dynamics European Land Systems-Mowag GmbH baut in Tägerwilen einen zweiten Standort auf. Damit verbunden sollen mittelfristig rund 130 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Die bereits bestehende Halle an der Industriestrasse ist bezogen und der Bau von zwei weiteren Industriehallen erfolgt bis Ende 2018. Die gute Auftragslage und die Ausweitung auf den Standort Tägerwilen ist nicht nur für unsere Region, sondern den gesamten Kanton Thurgau wichtig und von großer Bedeutung. Inwiefern kann Tägerwilen vom Anschluss an die Kläranlage Konstanz profitieren? Die laufenden Arbeiten im Zusammenhang mit dem ARA-Anschluss an das Konstanzer Klärsystem stellt eine Winwin-Situation für Tägerwilen und Konstanz dar. Das Tägerwiler Abwasser wird ökologischer gereinigt und die zukünftigen Betriebskosten werden kleiner. Der Seerhein wird durch die bessere Reinigungsleistung entlastet. Parallell zum Anschluss an die Konstanzer Kläranlage beteiligt sich Tägerwilen an der seit Jahrzehnten notwendigen Sanierung der Straße durchs Tägermoos, die der Stadt Konstanz gehört, mit einem namhaften Beitrag. Das Bauvorhaben inklusive Sanierung der Straße wird im Frühsommer abgeschlossen sein. Im Zusammenhang mit dem Agglomerationsprogramm Kreuzlingen-Konstanz läuft die Planung für den Ausbau des bestehenden sehr schmalen Radweges entlang der Konstanzerstrasse. Die Bauarbeiten sind auf den Winter 2018/2019 geplant. Der neue Rad- und Fußweg soll eine Breite von 3,5 Meter aufweisen.

Die Einwohnerzahl Tägerwilens wächst und wächst. Wie kann die Gemeinde darauf reagieren? Tägerwilen ist seit 1980 jährlich um durchschnittlich 60 Personen gewachsen, von 2.224 auf rund 4.500 Einwohner. Mit den bis heute bekannten Planungen ist in den nächsten zehn Jahren kein Ende absehbar. Die neuen Planungsinstrumente (Zonenplan und Baureglement) ermöglichen einen haushälterischen Umgang mit dem nicht vermehrbaren Gut Boden und damit eine innere Verdichtung. Welche Maßnahmen werden bei der baulichen Erweiterung der Schulen in Tägerwilen ergriffen? Das letzte Primarschulhaus wurde 1995 eingeweiht. Aktuell wird das altehrwürdige Primarschulhaus an der Hauptstrasse saniert und räumlich leicht erweitert. Nach Abschluss dieser Bauetappe wird das Trittenbachschulhaus aufgestockt und auf der Südseite um einen Anbau erweitert. So entstehen sieben zusätzliche Schulzimmer und gleichviel neue Gruppenräume. Mit diesen Maßnahmen stehen für die nächste Zukunft genügend Schulräumlichkeiten zur Verfügung. Auch in der Tägerwiler Badi wird es Veränderungen geben. Was ist dort geplant? Vor fünf Jahren wurde das neue Badehaus in der Tägerwiler Badi in Betrieb genommen und erfreut seither Groß und Klein aus Konstanz und Tägerwilen. Auf die neue Saison wird nun auch der Uferbereich neu gestaltet. Dabei erfährt die Mauer eine Erhöhung, damit bei höherem Wasserstand die wassernahe Liegewiese möglichst trocken bleibt, was bisher nicht der Fall war. Das Interview führte Holger Braumann


FACTS & FIGURES Gemeinde Tägerwilen, nahe am Seerhein gelegen, ist der westliche Nachbarort von Kreuzlingen und Konstanz. Bei der Gründung des nordseits des Rheins gelegenen Klosters Petershausen durch den damaligen Konstanzer Bischof Gebhard II. ist die Schenkung eines Landgutes bei Tegirwilare durch eine Edelfrau, datiert im Jahre 990, erwähnt. Municipality Located close to the Seerhein, Tägerwilen lies west of Kreuzlingen and Constance. When the Monastery of Petershausen was founded north of the Rhine by Constance’s former Bishop Gebard II, mention was also made of a noblewoman donating a country estate near Tegirwilare in 990. Gemarkungsfläche 1.158 ha, davon Wald 428 ha, davon Gewässer 4 ha, davon Siedlungsfläche 143 ha, davon Landwirtschaftsflächen 574 ha, davon unproduktive Vegetationsflächen 9 ha Surface area 1,158 ha, Forests 428 ha, Lakes and rivers 4 ha, Residential area 143 ha, Agricultural area 574 ha, Non-productive vegetation 9 ha Höhe Hauptstrasse 420 m.ü.M. Altitude Main road 420 m above sea level Gesamtzahl Bevölkerung (30. September 2016) 4.450 Total population (September 30, 2016) 4,450 Arbeitsstätten und Beschäftigte ca. 400 Unternehmen mit ca. 2.600 Arbeitsplätzen Places of employment and employed persons Approx. 400 companies with approx. 2,600 employees Haushaltsvolumen 14 Millionen CHF Budget volume CHF 14 million

Steuersätze (Kanton, Gemeinde, Schule) 2016 Ohne Kirchensteuer 246%, Mit Kirchensteuer katholisch 262%, Mit Kirchensteuer evangelisch 266%, Juristische Personen 264,3% Tax rates (canton, municipality, school) in 2016 Excluding church tax 246%, Including church tax, Roman Catholic 262%, Including church tax, Protestant 266%, Legal persons 264.3% Verkehrsverbindungen (Richtung) Bus: Ortsbus nach Kreuzlingen | Zug-Linien: Schaffhausen – Rorschach – St.Gallen, Weinfelden – Kreuzlingen – Konstanz | Autobahnanschluss A7 Richtung Zürich | Zollübergang nach Konstanz Transport connections Bus: Local bus to Kreuzlingen | Rail lines: Schaffhausen – Rorschach – St.Gallen, Weinfelden – Kreuzlingen – Constance | Motorway A7 to Zurich | Border crossing to Constance Schulen/Hochschulen Kindergärten | Volksschule | In Kreuzlingen Kantonsschule und Pädagogische Hochschule | Sport- u. Internationale Schule | In Konstanz Fachhochschule und Universität Schools/universities Nursery schools | Primary school | In Kreuzlingen: Cantonal school and University of Teacher Training | Sports school and international school | In Constance: University of Applied Sciences and University Kunst/Kultur Alte Säge | Burgruine Castell | Müller-Thurgau-Haus | In Kreuzlingen: Puppen- und Seemuseum | Museum Rosenegg und Theater an der Grenze | In Konstanz: Stadttheater und vieles mehr Art/culture “Alte Säge” | Castell castle ruin | Müller Thurgau building | In Kreuzlingen: Puppet Museum | Lake Museum | Rosenegg Museum | “Theater

an der Grenze” | In Constance: Town theatre and much more Genehmigung Bauanträge Baugesuchsverfahren dauern 4-6 Wochen (ohne Einsprachen, nur kleinere Gewerbebauten); bei größeren Gewerbebauten 2-3 Monate Approval of building applications Planning application procedure lasts 4-6 weeks (without objections, only smaller commercial buildings); for larger commercial buildings, 2-3 months Besondere Stärken/Vorzüge der Gemeinde Übersichtliche Strukturen | Kurze Verbindungswege zur Verwaltung | Gute Schulen | Attraktives Angebot für familienergänzende Kinderbetreuung | Alles für tägl. Gebrauch | Sportclubs mit Anlagen | Aktives Vereinsleben | Soziale Einrichtungen: Heime und Spitex Specific strong points/advantages of the municipality Transparent structures | Unbeaurocratic public authorities | Excellent schools | Attractive choice of complementary childcare for families | Has everything for daily consumer needs | Sports clubs with requisite facilities | Active club life | Social institutions: Care centres and Spitex outpatient service Zusammensetzung des Gemeinderates 2015–2019 Gemeindepräsident Markus Thalmann (parteilos) | Gemeinderäte Brigitte Seger (CVP), Jean-Michel Farine (parteilos), Kurt Frauenfelder (SVP), Jörg Sinniger (parteilos) Constitution of the municipal council 2015–2019 Mayor Markus Thalmann (independent) | Councillors Brigitte Seger (CVP), Jean-Michel Farine (independent), Kurt Frauenfelder (SVP), Jörg Sinniger (independent)

Tägerwilen | Standort Schweiz 175


Projekt Offene Mitte

Projekt Neighbourhood

NEUHAUSEN AM RHEINFALL DIE STÄDTEBAULICHE ERNEUERUNG NIMMT FORM AN Die Erneuerung von Neuhausen am Rheinfall lässt sich am besten am Industrieplatz ablesen, einem Gebiet, das sich als Schnittstelle zwischen Zentrum, Rheinfall und Industriezone charakterisiert.

Das Projekt «Offene Mitte» (Industrieplatz Ost)

KONTAKT Gemeinde Neuhausen am Rheinfall Zentralstrasse 38 CH-8212 Neuhausen am Rheinfall www.neuhausen.ch Dr. Stephan Rawyler Gemeindepräsident Tel. +41 (0) 52 6742218 stephan.rawyler@neuhausen.ch

Die Losinger Marazzi AG, Immobilienentwicklung Zürich, plant im Bereich des Industrieplatzes Ost eine Neuüberbauung. Um die städtebauliche und architektonische Qualität dieser Entwicklung sicherzustellen, führte sie unter Einbezug der Gemeinde Neuhausen am Rheinfall und der Begleitung durch ein hochkarätig besetztes Beurteilungsgremium einen eingeladenen Studienauftrag mit fünf Planungsteams durch. Im März 2016 erfolgte die Schlussbeurteilung des Studienauftrags, bei welcher die Jury den Projektvorschlag von Dachtler Partner Architekten, Zürich, mit dem Projekttitel «Offene Mitte» einstimmig zum Sieger gekürt hat. Der Entwurf von Dachtler Partner Architekten schlägt ein Stadtgeviert bestehend aus mittelfristig fünf Baukörpern vor und ist als durchgängiger, öffentlicher Stadtboden an der Industrie-, Zentral- und Weinberg- strasse gedacht. Es sind zwei Neubauvolumen geplant. Die Anordnung der Baukörper schafft in der Mitte einen öffentlichen Ort in Anlehnung an das Dorfzentrum Neuhausens. Die beiden unterschiedlich hohen Gebäude sind durch eine gemeinsame Tiefgarage verbunden. Das höhere Gebäude soll 45 Meter hoch werden. Für die beiden Fußgängerebenen ist ein Dienstleistungsangebot mit Cafés, Läden und Büros vorgesehen, während in den oberen Geschossen Wohnnutzungen geplant sind. Der Gemeinderat hat den erforderlichen Quartierplan «Industrieplatz Ost» in erster Lesung zuhanden der Vorprüfung verabschiedet. Mit der definitiven Verabschiedung und der Einreichung zur Genehmigung ist noch im zweiten Halbjahr 2016 zu rechnen.

Das Projekt «Neighbourhood» (Industrieplatz Nord) In direkter Nachbarschaft zum Projekt «Offene Mitte» entwickelt die Halter AG auf dem Teilgebiet 176 Standort Schweiz | Neuhausen am Rheinfall

«Industrieplatz Nord» eine Zentrumsüberbauung. Um die Machbarkeit einer Aufwertung des Industrieplatzes zu bestätigen, führte sie bereits einen Studienauftrag mit verschiedenen renommierten Architekturbüros durch. Als bester Vorschlag stellte sich das Projekt «Neighbourhood» der Arbeitsgemeinschaft Tony Fretton Architects, London, und Blättler Dafflon Architekten, Zürich, heraus. Dieses sieht eine Mischnutzung für den dreiteilig abgestuften Baukörper mit Publikumsflächen im Erdgeschoss und Wohnungen in den Obergeschossen vor. Das Gebäude soll eine Maximalhöhe von 38 Metern erreichen. Die Gemeinde Neuhausen am Rheinfall hat den entsprechenden Quartierplan bereits in zweiter Lesung zuhanden der öffentlichen Auflage verabschiedet. Bei weiterhin optimalem Verlauf des Bewilligungsverfahrens ist ein Baubeginn Ende 2017 möglich.

Das Projekt «Grünerbaum» (Industrieplatz Süd) Die Gemeinnützige Stiftung SIG verfügt über eine Baubewilligung für ihr Projekt, in dem aus heute leerstehenden Industriegebäuden attraktive Lofts und Appartements geschaffen werden sollen. Der Bezug ist für Herbst 2017 vorgesehen.

❯ ENGLISH SUMMARY The redevelopment of Neuhausen am Rheinfall‘s centre is taking shape. Around Industrieplatz at the heart of town, three projects are planned with offices, shops and apartments. Completion is scheduled for 2017 to 2020.


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Stadtpräsident von Arbon Andreas Balg

KONTAKT Stadt Arbon Hauptstrasse 12 CH-9320 Arbon Tel. +41 (0) 71 4476161 stadt@arbon.ch www.arbon.ch

Herr Balg, die Eröffnung des ehemaligen Fabrikgebäudes Hamel mit Ladengeschäften und Büros als Tor zum Saurer-WerkZwei-Areal im September 2016 war ein Meilenstein in der Stadtentwicklung Arbons. Wie geht es jetzt weiter? Andreas Balg: Es herrschte bei der Eröffnung des Hamels durchaus Enthusiasmus über die Art und Weise, wie das alte Backsteingebäude renoviert wurde. Die erste Eröffnung an diesem Ort hatte schon sehr viel Positives. Ende Oktober 2016 wurde dann im umgebauten Arbomec-Gebäude auf dem WerkZwei-Areal die Maximo-Filiale des Jumbo-Baumarktes eröffnet, die größte Filiale in der Ostschweiz. In den kommenden Jahren wird schrittweise ein Areal von insgesamt rund 400.000 Quadratmetern neu gestaltet und bebaut werden, teils in gewerblicher Nutzung, teils als Wohnbebauung. Das bezieht sich nicht nur auf das Areal der früheren Saurer-Werke, sondern auch auf die Seezone, den Raum, der gemeinsam mit den Schweizerischen Bundesbahnen genutzt werden kann, und das Areal zwischen Bushof und der St.Gallerstraße, das von Vögele-Immobilien erworben wurde und als neue Stadtmitte bezeichnet wird. Wie weit sind die einzelnen Projekte vorgeschritten? Das Projekt „Seesicht“ am ehemaligen Standort des Jumbo-Baumarkts mit den Wohnungen an der Uferpromenade dürfte relativ schnell realisierbar sein. Auf dem Saurer-WerkZwei-Areal ist die Bebauung mit größeren Eigentums- und Mietwohnungen zum Teil schon realisiert, die kleineren Wohnungen von WohnenPlus mit Wohnungen von 2,5 bis 4,5 Zimmern sind ab Februar bezugsfähig. Ein renoviertes Objekt in Backsteinbauweise auf dem Areal hinter dem Bahnhof ist auch die historische Halle des Presswerks. Ab

178 Standort Schweiz | Arbon

Mitte 2017 werden dort die Musikschule und der Oldtimer Club Saurer einziehen. In diesem Bereich soll das Hotel Werk2 entstehen. Begonnen hat zudem die Gestaltung des Parkbands West, sodass dieser Teil des Areals mit den Wohnungen ebenfalls bald fertiggestellt werden könnte. Interesse an den Wohnungen auf dem Areal gibt es aus der ganzen Schweiz und aus dem Ausland, wobei es aufgrund der Standortvorteile sogar Käufer aus Arbon selbst gibt. Zu diesem Zeitpunkt sind Nachfrage und die verbindlichen Zusagen laut Investor ausgesprochen gut. Momentan sind institutionelle Anleger aufgrund der Zinssituation bereit, einen Leerstand in Kauf zu nehmen. Das ermöglicht ein Entwicklungstempo, wie man es sich nicht besser vorstellen könnte. Wahrscheinlich wäre mehr zu viel. Namhafte Architekturbüros sorgen zudem für eine hohe Qualität. So darf man eine spannende Mischung aus Kultur, Gewerbe und Wohnen auf hohem Niveau erwarten. Welchen Einfluss hat die Stadt bei der Gestaltung des Areals? Nicht nur die Stadt, auch die Öffentlichkeit, der Kanton und bei der Denkmalpflege der Bund nehmen darauf Einfluss. In die ersten Planungen ab 2005 war die Öffentlichkeit stark eingebunden, unter Federführung der Stadt. Die Gestaltung eines solchen Areals ohne Einflussnahme der Stadt ist unmöglich. Ein Investor mag sich da fragen, was er selbst noch bestimmen darf. Doch der gemeinsame Aufbau eines Stadtmodells mit dem Hauptinvestor HRS Real Estate ist stadtplanerisch sauber durchdacht und komponiert. Wir wollen eine gut durchmischte, qualitativ hochwertige Bebauung. Beim momentanen Überangebot an Raum liegt es im Interesse der Investoren, bessere Qualität


„Ich bin überzeugt, dass man noch viele Generationen nach uns die hohe Qualität der jetzigen Gestaltung würdigen wird.“

und bessere Standortbedingungen anzubieten. Das WerkZwei-Areal bietet da die optimalen Verhältnisse. Was macht das WerkZwei-Areal als Standort so attraktiv? Wichtig ist natürlich eine gute Verkehrsanbindung. Für Gewerbekunden ist das vor allem die schnelle Anbindung an die Autobahn. Für Privatinvestoren ist es zudem der öffentliche Nahverkehr mit Bus- und Bahnhof. In unmittelbarer Nähe gibt es vielfältige Einkaufsmöglichkeiten, wobei die St.Gallerstraße bis zum Sternenkreisel durchaus das Potential einer neuen Einkaufsmeile hat. Auch die Wohnqualität und die Naherholung mit dem Parkband an der renaturierten Aach können sich sehen lassen. Dort bietet sich ein abwechslungsreicher Rundweg mit Bach, See, Park, historischen Gebäuden und Kultur, den man so woanders kaum finden wird. Ich bin überzeugt, dass man noch viele Generationen nach uns die hohe Qualität der jetzigen Gestaltung würdigen wird. Wie schafft man es, dass die Altstadt bei dieser Entwicklung noch mitkommt? Man muss beides parallel entwickeln. Die Nutzung und die Gestaltung der Altstadt wurden in verschiedenen Projekten seit über drei Jahren weiterentwickelt. Ganz wichtig war, dass die Hauptverkehrsstraße nicht mehr durch die Altstadt läuft. Noch vor nicht allzu langer Zeit dominierte dort der Verkehrslärm. Heute kann ich vom Büro aus Kinderstimmen auf der Straße hören. Einige Immobilienbesitzer in der Altstadt haben bereits ihre Gebäude renoviert. Aus einem Workshop ging der erfolgreiche Wochenmarkt hervor. Ein anderes Beispiel ist das Arboner Altstadtfest, die Usestuehlete. Und es gibt Initiativen, um derzeit leerstehende Ladenflächen für Interessenten attraktiv zu machen. Wie weit sind die Planungen einer Begegnungszone in der Altstadt? Die Begegnungszone erfordert eine besondere Art der Gestaltung: Sie muss zuallererst ohne Niveauunterschiede sein, ohne Barrieren. Und natürlich möbliert und begrünt. Das Projekt wurde bereits fertig bearbeitet, dann aber zurückgestellt, aufgrund der Tatsache, dass unsere Bevölkerung das Budget für das Jahr 2016 zunächst abgelehnt hatte. Es war also klar, dass einige Ausgaben auch für 2017 überdacht werden mussten. Momentan gilt eine höhere Rücksichtnahme der Autofahrer auf den Langsamverkehr in der Altstadt. In einer Begegnungszone hätten die Fußgänger immer Vortritt. Eine Fußgängerzone schließlich wäre ganz autofrei. Beim jetzigen Stand denken wir, dass eine Fußgängerzone zu früh käme, solange es seitens des Gewerbes den Bedarf gibt, direkt angefahren zu werden. Mehr Rechte für Fußgänger in der Begegnungszone eröffnen aber zusätzliche Möglichkeiten für die Gastronomie, nach außen zu stuhlen oder den Außenbereich schöner zu gestalten. Wir würden diese Begegnungszone gerne über die ganze Altstadt legen, das wäre einfacher zu signalisieren. Eine Aufteilung wäre aufwendiger. Wie beurteilen Sie die Situation für die Ladengeschäfte in der Altstadt? Die Wechselkurssituation macht es den Händlern in der Schweizer Grenzregion nicht leicht. Aber ich denke, wenn man einen guten Job macht, kann man hier als Einzelhändler existieren. Für Arbon bedeutet das: Es gibt eine klare Trennung zwischen Großeinkauf, der in der neuen Stadtmitte stattfinden wird, und den Angeboten in der Altstadt mit Spezialitätenläden, touristischem Angebot und Gastronomie. Ein Ort zum Verweilen. Das ist die angestrebte Richtung.

Welche Bedeutung hat der Tourismus für die Stadt? Eine noch zu kleine. Das ist ein Grund, warum wir ein regionales Tourismuskonzept erarbeiten, nicht nur für die Stadt, sondern wir machen uns über eine aktivere Nutzung des touristischen Potentials über die Stadtgrenzen hinaus Gedanken. Mit der Bewerbung für das Historische Museum Thurgau will Arbon signalisieren, dass es ein guter Museumsstandort ist. Mit dem Schloss und mit der Webmaschinenhalle hat Arbon gleich zwei attraktive Standortmöglichkeiten zu bieten. Die Stadt hat Museumserfahrung, zum Beispiel mit dem Saurer Museum. Im Herbst 2018 öffnet zudem das Saft- und Brennereimuseum Möhl. Außerdem kann Arbon mit den Pfahlbausiedlungen in der Bleiche und vielen weiteren interessanten Epochen auf über 5.000 Jahre Geschichte zurückblicken. Eine Wende gab es 2016 beim Thema Neubau auf dem Areal des Hotels Metropol. Wie wird es dort weitergehen? Die Klärung der Schutzfrage des Hotels Metropol wird noch eine Weile dauern. Im Schutzplan war dieses zunächst nicht vorgesehen und es schien eindeutig, dass es abgerissen wird. Und es wurden Möglichkeiten geprüft, das Hotel Metropol weiterzuentwickeln. Das ist gescheitert. Im Moment gibt es nur eine Alternative zum Metropol, und die heißt Riva. Würde jemand eine weitere Alternative anbieten, würde der Stadtrat diese mit Sicherheit prüfen und sich für das Beste entscheiden. An dieser Stelle am See stand noch vor dem Hotel Metropol 90 Jahre lang das Hotel Baer-au-lac. Es gab Zeiten, da trafen sich dort Besucher aus der ganzen Bodenseeregion. Und ich halte das Riva-Konzept mit der gehobenen Gastronomie und dem Biergarten mit Blick auf den See ebenfalls für absolut erfolgversprechend. Arbon befindet sich noch immer in einem Strukturwandel. Wie ist eine derart große Stadtentwicklung finanziell zu stemmen? Unser Ziel ist es, die Stadtentwicklung zu ermöglichen und gleichzeitig die Erträge zu steigern. Ein Zuwachs an Einwohnern, attraktive Angebote für Besucher und mehr Arbeitsplätze sollen dazu beitragen. 1.000 Wohnungen, 1.000 Arbeitsplätze. Diese werden eher im Dienstleistungs- als im industriellen-gewerblichen Sektor entstehen, wenngleich es auch dort positive Signale gibt, die Anlass zur Hoffnung geben. Zahlen von 2013 bestätigen aber, dass Arbon nicht mehr der Industriestandort ist, der es noch 1950 war. Damals waren noch 80 % der Arbeitsplätze in der Industrie angesiedelt, 2013 waren es noch 35 % weniger als im kantonalen Durchschnitt. Aber auch wenn wir zusätzliche Einnahmen generieren, wichtig sind der sorgsame Umgang mit den verfügbaren Mitteln und eine effiziente Verwaltung. Per 2017 wird die Arbeitszeit in der kommunalen Verwaltung auf 42 Stunden erhöht, was ebenfalls dem Ziel der Gesundung der Stadtfinanzen dient. Trotz aller persönlichen Arbeitsbelastung von wahrscheinlich weit mehr als 42 Stunden pro Woche: Fühlen Sie sich noch immer am richtigen Ort zur richtigen Zeit? Die wichtigste Voraussetzung kann ich erfüllen: Ich habe die Zeit für diese Aufgabe! Meine Frau ist als selbstständige Unternehmerin ebenfalls sehr in ihrem Beruf eingespannt. Wir können uns gegenseitig unterstützen. Ich nehme aber dennoch meine Auszeiten und kann sogar mal ein Stündchen nichts tun. Aber es ist richtig: Auch am Wochenende habe ich viele Termine und investiere viel Lebenszeit in diese Aufgabe. Ich habe aber nicht nur die Zeit und die Physis dafür, sondern habe auch Freude daran. Ich hatte immer das Ziel, diese Stadtentwicklung zu ermöglichen. Zum Glück entwickelt es sich positiv. Insofern kann ich nach wie vor behaupten, die richtige Person zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Arbon | Standort Schweiz 179


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DIE LIECHTENSTEINISCHE STIFTUNG

IN ZEITEN VON INFORMATIONSAUSTAUSCH UND STEUERTRANSPARENZ Alea iacta est – Die Würfel sind gefallen: Das neue Doppelbesteuerungsabkommen Liechtenstein/Schweiz sowie die Änderung des Steuerabkommens Österreich/Liechtenstein werden zum 1. Januar 2017 in Kraft treten. Für Liechtenstein bedeutet dies große Chancen und das Land ist für diese neuen Anforderungen bestens gerüstet. Mit diesen Maßnahmen verfolgt Liechtenstein weiter konsequent den Weg, das Fürstentum im Herzen Europas als attraktiven Finanzplatz zu etablieren.

KONTAKT

Liechtensteinische Stiftung für österreichische Stifter – Anonyme Abführung der KESt weiterhin möglich

First Tax AG Wuhrstrasse 6 LI-9490 Vaduz Tel. +423 2363930

Die österreichische Privatstiftung hat aufgrund zahlreicher Gesetzesänderungen in den letzten Jahren enorm an Attraktivität eingebüßt. Zum einen wurden in der Rechtsprechung die Rechte von Stifter und Begünstigten weitgehend eingeschränkt, zum anderen hat die österreichische Dreikönigstrasse 12 Privatstiftung sämtliche steuerlichen Vorteile eingebüßt. CH-8002 Zürich Diese negative Entwicklung hat bei vielen österreichischen Tel.: +41 (0) 44 2081785 Stiftern zu großer Frustration geführt. firsttax@first.li www.first.li

Ganz anders stellt sich die Entwicklung der Stiftungslandschaft in Liechtenstein dar. Das Fürstentum blickt auf

182 Standort Liechtenstein | First Advisory Group

eine lange und erfolgreiche Tradition im Stiftungsrecht zurück und die Regierung ist bestrebt, den Stiftungsstandort Liechtenstein weiter zu stärken. Um dieses Ziel zu erreichen, hat das Fürstentum in jüngster Vergangenheit diverse Maßnahmen gesetzt. Das Stiftungsrecht wurde einer Totalrevision unterzogen, zudem wurden steuerliche Rahmenbedingungen geschaffen, welche in- und ausländischen Stiftern optimale Bedingungen für eine langfristige Vermögensnachfolge bieten. Zu nennen sind hier unter anderem das neue europarechtskonforme Steuerrecht, welches seit dem 1. Januar 2011 in Kraft ist und der Abschluss von diversen Doppelbesteuerungs- sowie anderen Steuerabkommen. Die Teilnahme am Automatischen Informationsaustausch und das Bekenntnis zum BEPS-Pro-


zum 31. Dezember 2016 bestehende transparente Vermögensstrukturen sowie für sämtliche intransparente Vermögensstrukturen weiterhin anwendbar bleiben soll. Das bedeutet, dass die betroffenen Konten von Vermögensstrukturen, sofern diese unter das Abgeltungssteuerabkommen fallen, von Liechtenstein als ausgenommene Konten im Sinne des AIA-Abkommens behandelt und somit nicht gemeldet werden.

Stephan Kaufmann

Fazit Durch die Anpassungen des Abgeltungssteuerabkommens kann die Privatsphäre von österreichischen Stiftern und Begünstigten von Liechtensteinischen Stiftungen trotz Inkrafttreten des AIA-Abkommens weiterhin gewahrt werden. Zudem garantiert das Abgeltungssteuerabkommen ein hohes Maß an Sicherheit bezüglich der Kriterien zur Anerkennung von intransparenten Vermögensstrukturen sowie der Stiftungseingangssteuersätze. Die Errichtung einer Stiftung, als auch einer Substiftung in Liechtenstein, stellt somit eine äußerst attraktive Möglichkeit dar, Vermögen über Generationen hinweg steueroptimiert und unter Wahrung der Privatsphäre zu halten. Autor: Mag. iur. Stephan Kaufmann, Member of the Management Board, First Advisory Trust Reg., Vaduz

Doppelbesteuerungsabkommen – Rückforderung der Schweizerischen Verrechnungssteuer

jekt (Base Erosion and Profit Shifting) der OECD sind weitere starke Signale der Regierung zu einer international konformen Besteuerung. Mit der Umsetzung dieser globalen Standards leistet Liechtenstein einen wichtigen Beitrag zur Verhinderung der grenzüberschreitenden Steuerhinterziehung. Dennoch ist es Liechtenstein ein Anliegen, in der heutigen transparenten Welt den Stiftern neben der Sicherheit auch ein möglichst hohes Maß an Privatsphäre und Anonymität zu bieten. Gelungen ist das unter anderem mit dem Abkommen zwischen der Republik Österreich und dem Fürstentum Liechtenstein über die Zusammenarbeit in dem Bereich Steuern (Abgeltungssteuerabkommen), welches seit dem 1. Januar 2014 in Kraft ist. Mit dem Abgeltungssteuerabkommen konnten österreichische Stifter sowohl Versäumnisse der Vergangenheit anonym regeln als auch laufende Steuern anonym abführen. Da sich das Abgeltungssteuerabkommen seit der Einführung bewährt hat, haben die beiden Staaten beschlossen, das Abgeltungssteuerabkommen trotz des Inkrafttretens des Abkommens zum Automatischen Informationsaustausches (AIA-Abkommen) aufrechtzuerhalten bzw. den neuen Rahmenbedingungen anzupassen. Die Anpassungen sehen vor, dass das Abgeltungssteuerabkommen für

Ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) – korrekte Bezeichnung: Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung – ist ein völkerrechtlicher Vertrag zwischen zwei Staaten, in dem geregelt wird, wem in welchem Umfang das Besteuerungsrecht für die in einem der beiden Vertragsstaaten erzielten Einkünfte bzw. das in einem der beiden Staaten belegene Vermögen zusteht. Ein DBA soll vermeiden, dass natürliche oder juristische Personen, die in beiden Staaten Einkünfte erzielen, in beiden Staaten – also doppelt – besteuert werden. Besteht zwischen zwei betroffenen Staaten kein DBA, kommt es häufig zu einer Doppelbesteuerung bei grenzüberschreitenden Sachverhalten, da nur die wenigsten Länder im innerstaatlichen Recht Bestimmungen zur Vermeidung von Doppelbesteuerungen vorsehen. Zwischen den beiden Ländern Liechtenstein und Schweiz existierte bisher nur ein sehr eingeschränktes Abkommen aus dem Jahr 2005, das im Wesentlichen die Besteuerung der Arbeitseinkünfte und Renten regelte (sog. Rumpfabkommen). Das neue umfassende Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung zwischen dem Fürstentum Liechtenstein und der Schweizerischen Eidgenossenschaft auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen (DBA FL-CH) entspricht im Wesentlichen dem OECD-Musterabkommen und tritt zum 1. Januar 2017 in Kraft. Der Abschluss eines vollumfänglichen DBA erhöht damit die Rechtssicherheit in den Wirtschaftsbeziehungen beider Länder und sichert die steuerliche Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit des Fürstentums Liechtenstein und der Schweizerischen Eidgenossenschaft gleichermaßen. Mit diesem Abkommen soll bei grenzüberschreitenden Sachverhalten die Doppelbesteuerung vermindert bzw. im besten Fall ganz vermieden werden. First Advisory Group | Standort Liechtenstein 183


Dies bringt insbesondere Vorteile bzw. Strukturierungsmöglichkeiten sowohl für juristische als auch natürliche Personen. Bislang konnte die in der Schweiz einbehaltene Verrechnungssteuer (Quellensteuer) in Höhe von 35% auf Dividenden und Zinsen für natürliche und juristische Personen in Liechtenstein mangels Abkommen nicht zurückgeholt werden. Dies stellte für in Liechtenstein ansässige Personen eine finale Steuerbelastung dar. Künftig gelten für Dividenden folgende Quellensteuersätze unter folgenden Voraussetzungen: 0%: Beteiligung an der juristischen Person zu mehr als 10% und Haltedauer länger als 1 Jahr 15%: in allen übrigen Fällen (z.B. wenn eine natürliche Person die Dividendenausschüttung erhält) Das Besteuerungsrecht für Zinsen steht ausschließlich dem Ansässigkeitsstaat zu, d.h. die einbehaltene Verrechnungssteuer wird vollständig erstattet.

Beispiel 1: mit DBA

ohne DBA KapGes

Dividende Quellensteuer 35%

>=10%

Dividende Quellensteuer 0%

KapGes

Bei Zwischenschaltung von Gesellschaften ohne wirtschaftlichen Grund bzw. aus dem Hauptgrund zur Vermeidung von Quellensteuern können die Abkommensvorteile allerdings nicht in Anspruch genommen werden (sog. Treaty Shopping). Durch das DBA wird der Finanzplatz Liechtenstein auch für Stiftungen und stiftungsähnliches Zweckvermögen (z.B. stiftungsähnlich ausgestaltete Anstalten und Treuunternehmen [Trust reg.]) noch attraktiver und bietet hervorragende Instrumente für Nachfolgeplanung und Asset Protection. Die Liechtensteinische Stiftung etwa blickt auf eine lange Tradition zurück. Die Rechtsanwender, Gerichte und Verwaltungsbehörden sind mit der Rechtsform der Stiftung bestens vertraut, wodurch sich Liechtenstein im Vergleich zu anderen Stiftungsrechtsordnungen abhebt.

Beispiel 2: mit DBA

ohne DBA Stiftung

- Zinsen 35% - Dividenden 35% - Kollektive Kapitalanlagen 35%

- Zinsen 0% - Dividenden 15% - Kollektive Kapitalanlagen 0%/15%

Investment

Bei Stiftungen bzw. stiftungsähnlichem Zweckvermögen werden die Abkommensvorteile jedoch nur gewährt, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind. Entscheidend ist dafür, ob der Stifter bzw. ein Begünstigter in der Schweiz ansässig ist oder nicht. Ist weder der Stifter noch ein Begünstigter in der Schweiz ansässig, gilt Folgendes: Die Stiftung muss in Liechtenstein der ordentlichen Ertragssteuer und nicht ausschließlich der Mindestertragssteuer (Status einer Privatvermögensstruktur) unterliegen und die Stiftung muss unwiderruflich sein Bei Investitionen in Schweizer Immobilienvermögen, Beteiligungen oder sonstige Finanzinstrumente können Liechtensteinische Stiftungen durch die Nutzung des DBA nunmehr auch steuerlich ein attraktives Vehikel darstellen. Ist dagegen der Stifter oder ein Begünstigter in der Schweiz ansässig, müssen weitere Voraussetzungen erfüllt sein, damit die Abkommensvorteile gewährt werden: Der Stifter hat kein Recht zur Änderung der Stiftungsdokumente weder der Stifter noch eine ihm nahestehende Person verfügen über ein Weisungsrecht im Sinne eines bestimmten Einflusses im oder gegenüber dem Stiftungsrat und die Begünstigten haben keinen Rechtsanspruch auf Zuwendungen aus der Stiftung Das bedeutet, dass weder der in der Schweiz ansässige Stifter noch ein in der Schweiz ansässiger Begünstigter rechtlich oder faktisch über das Stiftungsvermögen bzw. die daraus resultierenden Erträge verfügen dürfen.

Fazit Sind weder der Stifter noch die Begünstigten in der Schweiz ansässig, ist es der Liechtensteinischen Stiftung aufgrund der einfachen und klaren Regelungen im DBA mit geringem Aufwand möglich, den Nachweis der Ansässigkeit zu erbringen. Die dadurch mögliche Quellensteuerreduktion bietet eine wesentliche steuerliche Verbesserung des Standorts Liechtenstein. In der Schweiz ansässige Stifter oder Begünstigte kommen in den Genuss derselben Abkommensvorteile, allerdings haben diese höhere Kriterien der Abkommensberechtigung zu erfüllen. Da in der Schweiz kein ähnlich attraktives Stiftungsmodell für die langfristige Nachfolgeplanung über Generationen hinweg besteht, stellt die Liechtensteinische Stiftung trotz höherer Anforderungen ein äußerst interessantes Konstrukt dar. Autor: Franz Wegscheider, LL.M., deutscher Steuerberater, Fachberater für Internationales Steuerrecht, Zertifizierter Testamentsvollstrecker (AGT e.V.), Zertifizierter Stiftungsberater (DSA), First Tax AG, Vaduz

184 Standort Liechtenstein | First Advisory Group

Franz Wegscheider


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188 Standort Österreich | Bregenz

Nur wenige Branchen haben in den vergangenen Jahren so viel Aufmerksamkeit auf sich gelenkt wie die Kreativwirtschaft. Der Wirtschaftszweig, zu dem beispielsweise Kunst, Design & Architektur, Werbung, Rundfunk, Presse, das Musikwesen oder die Buch- und Filmwirtschaft gehören, besitzt ein hohes Wachstums- und Beschäftigungspotenzial. Bereits heute gehört jedes 12. heimische Unternehmen der Kreativwirtschaft an. Diese sind mit 1.360 Unternehmen, 4.300 Beschäftigten und einem Umsatz von mehr als 580 Millionen Euro ein wichtiger Teil der Vorarlberger Wirtschaft. Und die Tendenz steigt, zumal sich die Branche auch durch eine hohe Gründungs- und Beschäftigungsrate auszeichnet. Ihre Leistungen tragen dazu bei, Produkte und Dienstleistungen attraktiver zu gestalten, deren Vermarktung zu fördern und Geschäftsprozesse neu zu denken. Die Kreativwirtschaft prägt zudem

das kulturelle Gesicht einer Stadt und Gesellschaft wesentlich mit. Für den Standort Bregenz ist die Kreativwirtschaft ein wichtiger Aspekt der Positionierung. Die Stadt versucht, diesen Weg konsequent zu gehen, indem Modelle entwickelt werden, die kreative Ansätze möglich werden lassen.

Urbane Räume für Kreative Die Lage in der Vier-Länder-Region zwischen See und Berg, die junge, innovative Architektur sowie hochwertige Angebote in Kunst und Kultur, aber auch im Handel und in der Gastronomie – das sind gute Voraussetzungen für anregende Milieus und die Ansiedelung einer kreativen Szene. Auch der internationale Kongress VLOW!, der seit 2008 alle zwei Jahre in Bregenz stattfindet, ist ein guter Nährboden für Kreative, indem jene Bedingungen vor Ort geschaffen werden, welche die Kreativwirtschaft zur Vernetzung von Gleichgesinnten und zum Austausch mit anderen Branchen braucht. Solche Veranstaltungen stärken auch die Stadtmarke Bregenz nachhaltig als Kultur- und


Foto: Anja Köhler Foto: Udo Mittelberger

Foto: Udo Mittelberger

Festspielstadt und schärfen darüber hinaus noch mehr das Bewusstsein für das vorhandene kreative Potenzial am Wirtschaftsstandort Bregenz am Bodensee. Bregenz ist es gelungen, all seine Erlebnisqualitäten in einem starken und einschlägigen Markenauftritt zu integrieren. Diese Kommunikationsstrategie, die kontinuierlich ausgebaut wird, basiert auf dem Fundament eines differenzierten Kulturbegriffs.

Europäische Kulturhauptstadt Der Standortfaktor Kultur ist von zentraler Bedeutung, nicht nur für Bregenz, auch weit über die Stadtgrenzen hinaus. Die Landeshauptstadt Bregenz nimmt den Kulturbegriff ernst und befindet sich aktuell in einem Diskursprozess über eine mögliche Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt 2024. Die Vorarlberger Rheintalstädte verfolgen diese Vision gemeinsam. Nach dem Beschluss der Stadtvertretungen soll in den Jahren 2017 und 2018 eine Bewerbung für die Europäische Kulturhauptstadt vorbereitet werden. Mit dem Gedanken an eine Bewerbung als Kulturhauptstadt gilt es, mit dem Raum und den Menschen, die ihn prägen, eine europäische Geschichte zu erzählen, die sich um vergangene Erlebnisse sowie aktuelle Geschehnisse dreht und sich Fragen nach dem zukünftigen Zusammenleben stellt. Im Zentrum der kommenden Monate stehen eine Kulturstrategie, die Förderung kultureller Netzwerke sowie eine breite Einbindung der Zivilgesellschaft.

❯ ENGLISH SUMMARY Bregenz, city of culture and home to the summer festival on Lake Constance, attracts visitors from the whole of Europe all year round. The town’s urban flair is reflected, among others, in the fact that so many creative companies have set up business here. Only very few industries have garnered so much attention in recent years as the creative economy, which plays an important role in Vorarlberg with 1,360 companies. For the town of Bregenz, the creative economy is an important aspect when it comes to positioning itself as a business location. Its location between the lake and mountains on the border to three countries, its young, innovative architecture and high-quality range of art and culture, shops and restaurants provide excellent conditions for a vibrant milieu and attracting a creative scene. Bregenz | Standort Österreich 189


ZUSAMMENARBEIT AUF

VORARLBERGER ART

In Vorarlberg arbeiten die beiden Organisationen Wirtschafts-Standort Vorarlberg GmbH (WISTO) und die Vorarlberg Tourismus GmbH (VT) eng zusammen. Im Interview mit Thomas Willauer sprechen die beiden Geschäftsführer Dr. Joachim Heinzl (WISTO) und Mag. Christian Schützinger (VT) über ihre jeweiligen spezifischen Aufgaben sowie über gemeinsame Aktivitäten für Vorarlberg.

Thomas Willauer: Bevor wir über die konkreten Aufgaben Ihrer jeweiligen Organisation und dann auch über Ihre Zusammenarbeit sprechen, kurz gefragt: Was sind die jeweiligen Besonderheiten bzw. die Stärken der Wirtschaftsregion und der Tourismusregion Vorarlberg? Dr. Joachim Heinzl: Wir haben viele Vorteile und Besonderheiten als Wirtschaftsstandort Vorarlberg. Die Folgenden hebe ich gerne hervor: Wir haben ein überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum, das zu einem Drittel auf die wachsende Zahl von Arbeitsplätzen zurückzuführen ist, zu zwei Dritteln wird das Wirtschaftswachstum durch Produktivitätssteigerungen erreicht. Die Warenproduktion und ihr Absatz im Inland, besonders auch im Export – mit 60% haben wir die höchste Exportquote Österreichs – leisten den größten Beitrag zur Wertschöpfung im Land. Geschlossene Wertschöpfungsketten sind dabei ein wesentliches Merkmal unserer Wirtschaftsregion. Bestimmend in unserer Wirtschaft sind die Familienunternehmen, die nicht nur Stabilität und Innovationskraft hervorbringen, sondern auch regionale Verbundenheit leben. Weitere Stärken der Wirtschaftsregion sind die strategisch optimale Lage unseres Bundeslandes innerhalb Europas und die internationale Orientierung und Weltoffenheit unserer Unternehmen. Mag. Christian Schützinger: Zunächst einmal hatten wir 2016 eine sehr starke Sommersaison mit einem Gästerekord. Insgesamt haben im Zeitraum Mai bis Oktober rund 1,2 Millionen Urlauber mehr als 190 Standort Österreich | Vorarlberg Tourismus

3,9 Millionen Übernachtungen in Vorarlberg gebucht. Noch nie sind in einer Sommersaison so viele Gäste nach Vorarlberg gekommen – ein ähnlich hohes Nächtigungsergebnis gab es zuletzt im Sommer 1993. Im Vergleich zu den 1990er Jahren hat sich Vorarlberg zu einem Zweitreisurlaubsland entwickelt. Das heißt, statt der vierzehntägigen Familienurlaube im Sommer kommen die Gäste in den letzten Jahren kürzer, dafür aber öfter. Für unsere Gastgeber heißt das, dass sie bei einer gleichbleibenden Zahl an Übernachtungen heute doppelt so vielen Gästen ein guter Gastgeber sein müssen und sie sind es auch. Fakt ist auch: Diese Entwicklung bedeutet für unsere Betriebe mehr Umsatz und mehr Gewinn. Den Trend, weg von den Sommerferien hin zu Ganzjahresdestination finden wir sehr positiv. Dies alles bestätigt unsere Tourismusstrategie 2020 mit der wir Vorarlberg in Sachen Gastfreundschaft, Regionalität und Nachhaltigkeit an die Spitze des Tourismus in Europa führen möchten. Im Tourismus gibt es einen starken Trend der Rückbesinnung und Selbstgestaltung des Reisens. Stichwort „Slow Travel“. Als Medienunternehmen mit dem Schwerpunkt auf Print machen wir eine ganz ähnliche Erfahrung. Anspruchsvolle Konsumenten wollen Medien, für die sie sich Zeit nehmen dürfen. Print entwickelt sich zum Luxusgegenstand. Luxus verstanden als Zeit und Muße. Für jemanden der das sucht, ist eine gedruckte Zeitschrift etwas Besonderes, das Sinnlichkeit hat, eben das, was das Internet nicht hat. Wir bieten


Dr. Joachim Heinzl Foto: Dietmar Denger/Vorarlberg Tourismus

Geschäftsführer WISTO

sieren wir uns in der Regel auf junge Menschen. In dieser Markenführung sprechen wir die Leute per Du an, fast ein bischen frech, cool. Das ist nicht für jeden Gast zielführend. Hier gibt es Differenzierungsnotwendigkeiten. Deshalb nehmen wir nicht 1:1 die gleichen Botschaften. Unsere Kommunikation ist zudem sehr stark international ausgerichtet. Ein wichtiger Grund ist die Gewinnung von Fachkräften. Das hat viel damit zu tun, dass wir in Vorarlberg keine Universität haben und wir somit die überregional studierenden Vorarlberger/-innen zurückholen möchten. Gleichzeitig müssen wir auf Grund unseres starken Wirtschaftswachstums auch internationale Talente anwerben. Und da haben wir eine tolle Synergie mit dem Tourismus. Wir können, was nicht jede Region kann: Tolle Karrierechance bei gleichzeitig hoher Lebensqualität anbieten. Das steht im Zentrum unserer Chancenland-Kommunikation. Und hier sprechen wir uns mit VT ab. Wir können auch auf das Bildmaterial des Tourismus zurückgreifen. Das ist schon eine runde Sache, wenn wir in einem urbanen Umfeld die Region mit diesen Bildern präsentieren. Uns nutzt die Bekanntheit Vorarlbergs als Tourismusregion ungemein. Ein weiteres Thema ist der Wettbewerb um die Ansiedlung neuer Unternehmen. Wir haben gelernt, dass wir mit unserer strategischen Lage sehr interessant sind und auch ohne große Werbemaßnahmen gefunden werden. Abschließend sei gesagt, das Tourismusmarketing von VT ist stimmig und passt zu unserer Arbeit. Auch unsere Wirtschaft will einen vernünftigen Umgang mit der Region, mit Grund und Boden und definiert attraktive und kulturelle Freizeitangebote als wesentliche Standortfaktoren. Diese Infrastrukturleistungen des Tourismus werden also auch von den anderen Wirtschaftsbranchen anerkannt? Dr. Joachim Heinzl: Ja, absolut.

Mag. Christian Schützinger Geschäftsführer VT

dem Leser ein sinnliches Vergnügen mit hochwertigen Inhalten und gutem Design. Mag. Christian Schützinger: Hier treffen wir uns wohl. Vorarlbergs Gäste gehören zu den höheren Bildungs- und Einkommensschichten. Sie wollen in ihren Ferien in ein möglichst persönliches Erfahrungs- und Bildungserlebnis investieren. Dabei verstehen wir uns als „Tourismusmanufaktur“ und nicht als Fabrik. Vorarlbergs Gastgeber sind Meister der Individualisierung. Unsere Angebote sind modular aufgebaut, Gäste können Rhythmus und Kombinationen frei zusammenstellen. Das Gegenteil sind Standardprogramme, deren Ziel Multiplikation und technische Effizienz ist. Da unterscheiden wir uns auch im Wintertourismus. Wir wissen, andere sind besser beim Hüttenzauber als wir. In Vorarlberg betonen wir das Naturerlebnis, die Erfahrung von Landschaft, Stille und Genuss. Hat es das Tourismusmarketing leichter als die Wirtschaftsförderung wenn es um Aufgabendefinition, Zielgruppen und Kommunikation geht? Dr. Joachim Heinzl: Es gibt unterschiedliche Aufgaben, die zu bewältigen sind. Welcher Zielgruppe erzähle ich was und warum? Ein Unterschied in der Kommunikation zwischen dem Tourismus und uns besteht bspw. in unserer Initiative Chancenland Vorarlberg. Da fokus-

Macht es auf Grundlage dieser ebenso vielfältigen wie realen Kooperation Sinn, dass die beiden Organisationen auch weiterhin eigenständig operieren? Mag. Christian Schützinger: Jeder hat in seinem Bereich seinen Job wahrzunehmen, versteht seine Zielgruppen, muss diese bedienen. Wir müssen die jeweiligen Absichten verstehen und die Erfolgskriterien nachvollziehen können. So können wir besser abschätzen, wo wir uns gegenseitig fördern können. Dazu ein Beispiel: Wenn die Bregenzer Festspiele ihre Pressekonferenztour machen, von München über Wien, Berlin bis Zürich sind wir immer dabei und ich kann als Tourismusdirektor den Kulturjournalisten nicht nur das ergänzende kulturtouristische Angebot erläutern, sondern auch die Leistungen des Landes in der Seebühne sichtbar machen. Die Arbeit der Handwerker, die Dekorationskunst, die Patente. Die Bühnen, allesamt Prototypen, unterstreichen die Schaffenskraft und Kreativität des Wirtschafts- und Produktionsstandorts Vorarlberg. Deshalb bilden wir in der touristischen Kommunikation nicht nur die reinen Freizeitaktivitäten ab. Wir versuchen auch Geschichten aus dem Land anzubieten, die sehr viel mit unserem Wirtschaftsstandort zu tun haben. Wir lassen keine SchwarzWeiß-Bilder – entweder Wirtschaft oder Tourismus – entstehen. Dr. Joachim Heinzl: In unserem Leistungsportfolio haben wir nicht nur die Kommunikation, sondern beraten in vielen Fragen der innovativen Unternehmensentwicklung, der Forschungs- und Investitionsförderung und vielen anderen mehr. Da machen wir wiederum keine Branchenunterschiede und kümmern uns auch innovative touristische Unternehmen. Unsere Wertschöpfung in Vorarlberg ist sehr homogen Vorarlberg Tourismus | Standort Österreich 191


verteilt. Wir haben einerseits Industrieunternehmen im Rheintal andererseits eine Vielzahl von Tourismusunternehmen und Handwerk in den vielfältigen Talschaften. Dies ist für die strukturelle Stabilität von Vorarlberg von entscheidender Bedeutung.

ken Tourismus zu haben. Unsere Bevölkerung ist sehr zuvorkommend. Man hilft sich gegenseitig und auch viele Unternehmen bieten entsprechende Unterstützungsmaßnahmen. Immer wieder mal gibt es Ressentiments, aber wir haben insgesamt eine gute Situation.

Am Bodensee macht man hin und wieder die Beobachtung, dass der demographische Wandel gleichgesetzt wird mit dem Aussterben unserer Gäste.

Mag. Christian Schützinger: Für den Tourismus ist die Offenheit gegenüber den Reisenden notwendig. Sie bedingt eine gute Willkommensund Gastgeberkultur. Sonst kann man den Gast nicht annehmen.

Mag. Christian Schützinger: Das ist schon eine sehr verkürzte Interpretation dieser gesellschaftlichen Entwicklung. Meine Botschaft ist: Man kann nicht mit den alten Mustern weiterleben. Lebensbedürfnisse ändern sich. Die Angebotsentwicklung muss darauf Antworten finden. Wir wollen für neue Gäste attraktiv werden. Wir brauchen da eine neue Offenheit. Weltoffenheit. Es gibt schließlich Gäste, die lesen die New York Times und ich finde, wenn sie zu uns kommen, sollten sie in eine Region kommen, die die New York Times auch kennt.

Ich vertrete die Position, dass dort wo die Einheimischen gute Gastgeber sind auch die Reisenden gerne hinkommen. Und dass Einheimische gute Gastgeber sein können, muss das wirtschaftliche und gesellschaftliche Umfeld, in dem sie leben intakt sein. Hierbei scheinen mir in Vorarlberg die politischen Rahmenbedingungen zu stimmen. Das touristische Angebot ist herausragend und die Wirtschaftsstruktur der Familienunternehmen ermöglicht das gegenseitige Verständnis.

Internationale Gäste und internationaler Nachwuchs – zwei Seiten einer Medaille. Wie gehen Sie vor?

Mag. Christian Schützinger: Tourismus ist in den Gesetzen der Bundesländer fest verankert, mit Rechten und Pflichten. Er ist außerdem im Gesellschaftsbild verankert. Tourismus ist kein Add-on. Tourismus gehört dazu. 2018 wird VT 125 Jahre alt. VT wurde von Industriellen gegründet. Das Bewusstsein für den damals sogenannten „Fremdenverkehr“ hatte viel damit zu tun, dass die Industrie Ende des 19. Jahrhunderts zu der Auffassung kam, dass Standortqualität tatsächlich auch etwas damit zu tun hat, Besuchern von außen, eben auch Geschäftspartnern, ein guter Gastgeber zu sein, ihn gut unter zubringen, gute Gaststätten und ansprechende Freizeitmöglichkeiten anzubieten. So wurde der erste Skilift von einem Industriellen gegründet. Diese Tradition des Zusammenwirkens setzen wir bis heute fort.

Dr. Joachim Heinzl: Das halte ich für sehr sehr wichtig. Man kann wichtige Dinge auch auf dem kurzen Dienstweg ausmachen. Wir haben wechselseitig Handschlagqualitäten und sind damit sehr erfolgreich unterwegs. Das Interview führte Thomas Willauer

Foto: Dietmar Denger/Vorarlberg Tourismus

Im direkten Anschluss bedarf es einer vernünftigen Integration und einer guten Willkommenskultur. Dabei ist es sehr hilfreich, einen star-

Wie wichtig ist es, dass zwischen den beteiligten Personen aus den Bereichen Wirtschaftsförderung und Tourismus die Chemie stimmt?

Foto: Matthias Weissengruber/CHANCENLAND Vorarlberg

Dr. Joachim Heinzl: So positiv die höhere Lebenserwartung der Menschen ist, diese Tatsache reicht nicht aus, dass unsere Bevölkerungszahl gleich bleibt oder angesichts unseres Wirtschaftswachstums sogar wächst. Allein das regionale Potential und auch der Zuzug in die Region reichen dafür nicht aus. Statistisch gesehen wäre es notwendig, dass jede Frau in Vorarlberg 2,1 Kinder hat. Wir liegen bei 1,65 und das ist zu wenig. Wir müssen junge Leute rekrutieren. Wachstum braucht neue Leute. Für die Rekrutierungsmaßnahmen haben wir uns im Rahmen einer Studie sehr viele Fragen gestellt. Wie ist die wirtschaftliche Situation in diesem Land? Ist es dort leichter neue Arbeitskräfte zu gewinnen? Und stimmt der Bildungsstandard? Junge Leute mit Lehrausbildung rekrutieren die Unternehmen hauptsächlich im deutschsprachigen Raum, da nur hier eine duale Ausbildung auf einem hohen Niveau geboten wird. Die Qualifikationsstandards müssen passen. Regionen mit ausgeprägter Pharmaindustrie zu bearbeiten macht beispielsweise wenig Sinn, da diese in Vorarlberg nur eingeschränkt verfügbar ist.


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Das Wirtschaftsmagazin Bodensee 2017 schafft mit kreativen Menschen, innovativen Unternehmen, modernem Regionenmarketing, erfolgreicher Stan...

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