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Ausstellungsvorschau 2013 Neuinstallation:

Carsten Nicolai unidisplay / uni(psycho)acoustic 26. Januar – 5. Mai 2013 Das MMK präsentiert mit unidisplay und uni(psycho)acoustic zwei Arbeiten von Carsten Nicolai (*1965), in denen er sich mit verschiedenen Aspekten akustischer und optischer Wahrnehmung beschäftigt und deren Mechanismen erlebbar macht. Mit der Installation unidisplay spricht Nicolai das visuelle Empfinden an, indem er auf einer 14 Meter breiten Projektionsfläche wechselnde grafische Muster und Formen präsentiert. Optische Täuschungen, die Struktur von Zeichensystemen und die Messbarkeit von Zeit sind zentrale Themen dieser Arbeit. Die Soundkammer uni(psycho)acoustic ergänzt unidisplay auf auditiver Ebene. Die Soundinstallation rückt psychoakustische Phänomene in den Mittelpunkt und untersucht die Wirkungsweise klanglicher Sinneseindrücke. uni(psycho)acoustic wird im Rahmen der Gastprofessur von Carsten Nicolai mit Studierenden der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste Städelschule entwickelt. Das Projekt entsteht in Zusammenarbeit mit den Frankfurter Positionen 2013 – Eine Initiative der BHF-Bank-Stiftung. Eröffnung: Freitag, 25. Januar, 18 Uhr

MMK Zollamt:

Andrea Büttner 16. Februar – 21. April 2013 Die Documenta-Künstlerin Andrea Büttner (*1972) setzt sich in ihrem künstlerischen Werk mit dem Thema Armut auseinander. Sie untersucht, welche Auswirkungen ein durch Armut hervorgerufenes Schamgefühl auf ästhetische Prozesse haben kann und forscht nach den Zusammenhängen zwischen den Armuts-Vorstellungen in der Kunst der späten Moderne wie der „Arte Povera“ und den Armuts-Bewegungen des Mittelalters am Beispiel der selbst gewählten


Armut von Ordensgemeinschaften. Dieses Thema greift sie im MMK Zollamt unter anderem in Form von Texten und Fotografien auf. In der mehrere Ausstellungsphasen umfassenden Präsentation zeigt Büttner auch eine neue raumgreifende Sound–Arbeit, in der sie Tischgespräche bei einem privaten Essen im MMK Zollamt aufnimmt und verarbeitet. Zudem wird ein Display von Kieselsteinen, die von Künstlern bemalt wurden, zu sehen sein. Mit ihrem konzeptionellen Ansatz steht Andrea Büttner in der Tradition von Künstlern wie Martin Kippenberger, Rosemarie Trockel oder Hanne Darboven. Durch ihre Formensprache verleiht sie sowohl den Themen als auch dem Konzeptionellen ihrer Arbeit eine eindringliche Aktualität. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Milton Keynes Gallery, England. Pressekonferenz: Donnerstag, 14. Februar, 13 Uhr Eröffnung: Freitag, 15. Februar, 19 Uhr

Rineke Dijkstra The Krazy House 23. Februar – 26. Mai 2013 Mit Rineke Dijkstra. The Krazy House präsentiert das MMK die bisher umfassendste Ausstellung der niederländischen Künstlerin in Deutschland. Rineke Dijkstra (*1959), die heute weltweit zu den bekanntesten Foto- und Videokünstlerinnen zählt, versammelt im MMK erstmals alle VideoInstallationen seit 1996, darunter zwei Weltpremieren. Ergänzt werden diese durch ausgewählte fotografische Werkgruppen, in deren Mittelpunkt das Heranwachsen junger Menschen in einer von Konventionen und Codes geprägten Gesellschaft steht. Höhepunkt der Ausstellung wird die raumgreifende 4-Kanal-Videoprojektion The Krazyhouse sein, die 2009 in dem gleichnamigen Liverpooler Club aufgezeichnet wurde: ein ebenso bewegtes wie bewegendes Portrait fünf junger Menschen und ihrer tänzerischen Ausdrucksweisen. Dijkstra wählte für die Ausstellung, die sich über alle Ebenen des Museums erstrecken wird, zudem über 50 Werke von Künstlern aus der Sammlung des MMK aus, die sie in Bezug zu ihrer eigenen Arbeit setzt. Mit den Werken aus der Museumssammlung gibt die Künstlerin persönliche Einblicke in ihre Inspirationsquellen sowie in zentrale Aspekte zeitgenössischen künstlerischen Schaffens. Sie geht darin sowohl inhaltlichen wie formalen Analogien nach und wirft einen subjektiv geprägten, künstlerischen Blick auf die Gegenwartskunst. Neben Werken der MMK-Sammlung von Andy Warhol, Douglas Gordon, Isa Genzken, Tobias Rehberger, On Kawara, Bruce Nauman und vielen mehr wird auf Wunsch der Künstlerin erstmals auch ein Werk von Pablo Picasso als Leihgabe im MMK zu sehen sein: Das berühmte Gemälde Weinende Frau wirkte als Ausgangspunkt für zwei Videoarbeiten Dijkstras, die in der Ausstellung präsentiert werden. Pressekonferenz: Donnerstag, 21. Februar, 11 Uhr Eröffnung: Freitag, 22. Februar, 20 Uhr


Neuinstallation:

Danica Dakić Safe Frame 8. Mai – 29. September 2013 Zwischen September 2012 und Mai 2013 entwickelt die Künstlerin Danica Dakić (*1962) gemeinsam mit 23 Stipendiatinnen der Crespo Foundation die Arbeit Safe Frame, die sich in Form einer Videound Klanginstallation mit Fragen von Identität und Geschichte, von Sicherheit und Freiheit auseinandersetzt. Den Ausgangspunkt bildet Paul Almásys Louvre von 1942 aus der Sammlung des MMK. Das Foto zeigt einen Museumsraum mit leeren Rahmen ohne Bilder. In einem offenen künstlerischen Prozess setzen sich die Teilnehmerinnen mit der Institution Museum und seiner Sammlung auseinander. Die Kunstwerke werden damit zum Gegenstand sowie zum Raum der Entfaltung unterschiedlicher Perspektiven und Stimmen. Die Stipendiatinnen erleben auf diese Weise die Entstehung eines Kunstwerks von der Konzeption bis zur Ausstellung. In enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin und der Kunstvermittlung des MMK erhalten sie weitere Gelegenheiten zur intensiven Auseinandersetzung mit der Ausstellung und ihrer Vermittlung. „Safe Frame“ ist ein Kooperationsprojekt von Danica Dakić, dem Fotografen Egbert Trogemann und den SABA-Stipendiatinnen der Crespo Foundation. Eröffnung: Dienstag, 7. Mai, 18 Uhr

Franz West 29. Juni – 13.Oktober 2013 Die Ausstellung im MMK gibt einen umfassenden Einblick in das Schaffen des international erfolgreichsten österreichischen Künstlers Franz West (1947–2012), der 2011 auf der Biennale von Venedig mit dem Ehrenlöwen für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Im Juli 2012 ist Franz West verstorben. Im Zentrum der noch zusammen mit dem Künstler konzipierten Präsentation stehen die Arbeiten Wests, in denen er mehrere und sehr unterschiedliche Einzelstücke zu einem Kunstwerk vereint. Seine Verfahrensweise, einzelne Werke zu kombinieren, die Werke anderer Künstler in seine Installationen zu integrieren oder aber Künstler zu bitten, an seinen Arbeiten mitzuwirken, steht in engem Zusammenhang mit den partizipatorischen Prinzipen, die sein Schaffen auszeichnen. Mit der Beteiligung des Betrachters als "Nutzer" der Kunstwerke veränderte West grundlegend die Bedeutung der traditionellen Vorstellungen von Künstler und Werk. Die Rezipienten seiner Arbeiten werden zu "Mitarbeitern", indem sie mit den Werken hantieren oder diese als Sitz- und Liegefläche in Besitz nehmen. Die Wahrnehmung eines Kunstwerkes wird damit zu einer körperlichen Erfahrung. Diese beiden Prinzipen, die Kombination von Werken und die Teilnahme des Betrachters, sind zurückzuführen auf Wests Grundsatz, dass die Bedeutung eines bildsprachlichen Elements nie fix und eindeutig definiert sein kann, sondern sich dem jeweiligen Kontext und dem Gebrauch entsprechend ändert.


In der Ausstellung werden Werke aus mehreren Schaffensperioden zu sehen sein, die teilweise in Kooperation mit anderen Künstlern entstanden sind. Im Rahmen der installativen KombinationsArbeiten zeigt die groß angelegte Retrospektive im MMK die ganze Bandbreite des Schaffens von Franz West, indem sie Beispiele aus allen Arbeitsphasen des Künstlers präsentiert: Passstücke, Möbel, Skulpturen, Videos und Arbeiten auf Papier sind in der Ausstellung zu sehen und erleben. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem mumok museum moderner kunst stiftung ludwig wien. Pressekonferenz: Donnerstag, 27. Juni, 11 Uhr Eröffnung: Freitag, 28. Juni, 20 Uhr

MMK Zollamt:

Jewyo Rhii 5. Juli – 1. September 2013 Die Einzelausstellung stellt das Werk der koreanischen Künstlerin Jewyo Rhiis (*1971) erstmals einer breiten Öffentlichkeit in Deutschland vor und gibt einen Überblick ihres noch jungen, doch beeindruckenden künstlerischen Schaffens. Jewyo Rhii studierte zunächst in Seoul, anschließend in Pennsylvania und in London. Von 2004 bis 2005 war sie Artist in Residence an der Rijksakademie in Amsterdam. Ihre Arbeit ist sowohl von ihrem nomadisierenden Lebensstil geprägt, wie auch von der poetischen und tiefgründig humorvollen Beobachtung der Fähigkeit des Menschen, sich in seinem Leben und seiner Umgebung einzurichten. Rhiis Werke haben oft skulpturalen Charakter, können aber ebenso als Interventionen in den privaten und öffentlichen Raum und in Form von Zeichnungen oder Videos in Erscheinung treten. Rhiis Arbeiten haben eine große Affinität zum Buch, das sie in den ersten Jahren ihres Schaffens vorwiegend als Medium ihres künstlerischen Ausdrucks verwendet hat. So entstanden seit dem Jahr 2000 unter anderem die Künstlerbücher Once you lie down, Warming and Humidifying, Two und zuletzt Of Five Carts and On. Strategien der Erzählung in Text, Schrift und Bild nehmen in ihrem Werk eine wesentliche Rolle ein. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit Van Abbemuseum, Eindhoven und Artsonje Center, Seoul. Pressekonferenz: Donnerstag, 4. Juli, 11 Uhr Eröffnung: Donnerstag, 4. Juli, 19 Uhr

Hélio Oiticica 28. September 2013 – 12. Januar 2014 Das MMK zeigt im Herbst 2013 die bislang umfassendste Retrospektive des brasilianischen Künstlers Hélio Oiticica (1937–1980). Die Überblicksschau, die nach Stationen in Brasilien und Portugal in Frankfurt zu sehen ist, präsentiert Arbeiten aus allen Werkphasen des wohl bedeutendsten brasilianischen Künstlers der Nachkriegszeit.


Von der Malerei kommend entwickelte Oiticica bereits in den frühen 1960er Jahren Überlegungen, die Kunst in den Raum zu erweitern, und wurde damit zu einem der Vorreiter partizipativer Kunst, einer Kunst, die durch aktive Teilnahme des Betrachters neue Erfahrungsräume öffnet. In den 1950er Jahren prägte Hélio Oiticica zunächst die brasilianische Neo-Konkretismus-Bewegung und war Mitglied der Künstlervereinigung Gruppe Frente. Im Laufe seines Schaffens überführte Oiticica die Malerei sukzessive in den dreidimensionalen Raum. Sein Werk reicht von frühen abstrakten Malereien, den Pinturas Brancas, über frei im Raum schwebende Reliefs, den Relevos Espaciais und Bilaterals, bis hin zu begehbaren Rauminstallationen, den sogenannten Penetrávels. Durch seinen mehrjährigen New-York-Aufenthalt in den 1970er Jahren entstand ein intensiver Austausch mit Künstlern der amerikanischen und europäischen Avantgarde dieser Zeit. Die aktive Einbindung und Beteiligung des Betrachters waren das wesentliche Merkmal in Oiticicas Schaffen. Er strebte – wie zur gleichen Zeit Joseph Beuys in Deutschland – danach, den abgeschlossenen Werkcharakter aufzulösen und die Kunst für die Gesellschaft sowie die Gesellschaft für die Kunst zu öffnen. In seinen benutzbaren Werken, seinen Performances und Environments wie auch in seinen Schriften, die Teil der Ausstellung sind, kommen diese Ideen eindrucksvoll zur Entfaltung. Eine Ausstellung im Rahmen des Kulturprogramms zum Gastland der Buchmesse Brasilien. Ergänzt wird die Ausstellung im MMK um drei begehbare Außenskulpturen, die von Ende August bis Ende Oktober 2013 im Palmengarten der Stadt Frankfurt (31.8. – 27.10.2013) präsentiert werden und zur Interaktion einladen. Pressekonferenz: Donnerstag, 26. September, 11 Uhr Eröffnung: Freitag, 27. September, 20 Uhr

Weitere Ausstellungen im MMK Zollamt: Städelabsolventen der Städelschule: 18.September – 20.Oktober 2013 Jürgen-Ponto-Stipendiaten: 9. November – 12. Januar 2014

Pressefotos: Pressefotos finden Sie zum Download auf unserer Internetseite unter www.mmkfrankfurt.de/de/presse/pressebilder

Pressekontakt: Christina Henneke Telefon +49 69 21237761 Daniela Denninger Telefon +49 69 21235844 Julia Haecker Telefon +49 69 21240571 Fax +49 69 21237882 presse.mmk@stadt-frankfurt.de

Frankfurt%20mmk%20ausstellungsprogramm%202013  

http://www.kulturportal-hessen.de/de/phocadownload/Programmservice/Museen/frankfurt%20mmk%20ausstellungsprogramm%202013.pdf

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