IMMOBILIEN
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Samstag, 17. Mai 2008
inkĂźrze Blickfang Mischmaschine FĂźr einen knalligen Akzent auf der Baustelle sorgt die pinkfarbene Mischmaschine, die das Netzwerk frauen bauen am 29. Mai um 18.30 Uhr auf der Baustelle von Viertel Zwei, 1020 Wien, versteigert. Der zukĂźnftige Besitzer macht damit nicht nur Wirbel in der Nachbarschaft, sondern unterstĂźtzt auch die Arbeit des Vereins, der Frauen im Baugewerbe fĂśrdert: Nur fĂźnf Prozent der Mitglieder in der Fachgruppe Baugewerbe sind Frauen. www.frauenbauen.at
Wohnkosten online prßfen Auf der Homepage der Mietervereinigung stehen seit wenigen Tagen ein Mietzins- und ein Heizkostenrechner online. Am 29. Mai kommt ein Betriebskostenrechner dazu. Damit kÜnnen Mieter und Besitzer einfach und schnell die Angemessenheit ihrer Kosten einschätzen. Vorerst allerdings kÜnnen Mietzins und Betriebskosten nur fßr Wohnungen im Wiener Raum ßberprßft werden.
So unterschiedlich kann Wohnen im GrĂźnen aussehen. Zwei Bauten der Wiener „Neuen Siedlerbewegung“, links Weingartenallee, rechts WehrbrĂźcklstraĂ&#x;e.
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My Baby Takes The Morning Train
www.mietervereinigung.at
STADTFLUCHT. Wie und wo der Traum vom Wohnen im GrĂźnen Wirklichkeit wird.
Grundbuchauszug im Netz Ab sofort kĂśnnen auch Privatkunden im Internet einen Grundbuchauszug bestellen. FĂźr zwĂślf Euro inkl. GerichtsgebĂźhren kommt man ohne BehĂśrdenwege zu den Dokumenten, bezahlt wird mit Kreditkarte. Bisher konnten nur Firmenkunden auf einen solchen Service zugreifen.
VON PAMELA KRUMPHUBER
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exy ist er nicht, der „SpeckgĂźrtel“ an der Peripherie der Städte, eher romantisch. Viele junge Familien erfĂźllen sich mit dem eigenen Haus im GrĂźnen einen oft lang gehegten Traum. Doch wo Menschen wohnen, da brauchen sie auch Infrastruktur: StraĂ&#x;en und/oder Ăśffentliche Verkehrsmittel, Lebensmittelgeschäfte, Kindergärten und MĂźllabfuhr. „Die Infrastruktur fĂźr den Verkehr kommt immer zuerst“, sagt Peter Weinberger, GeschäftsfĂźhrer der Raiffeisen Immobilien Vermittlung. „Sie sorgt dafĂźr, dass Betriebe Ăźberhaupt Ăźberleben kĂśnnen.“ Bis zu 30 Minuten Wegzeit zur Arbeit akzeptieren Pendler, sagt Weinberger. Angesichts der explodierenden Benzinpreise sind Ăśffentliche Verkehrsmittel besonders starke Motoren fĂźr die ErschlieĂ&#x;ung von neuen Wohnregionen. Durch den Ausbau der Westbahn zwischen Wien und St. PĂślten zur Hochleistungsbahnstrecke bis 2012 rĂźckt deshalb die Region Tullnerfeld fĂźr WienflĂźchtige ins Zentrum der Aufmerksamkeit, so Weinberger. Das wirkt sich auch auf die Preise aus: GrundstĂźcke kosten hier derzeit 100 bis 200
www.checkimmo.com
In letzter Minute Heute finden in ganz Österreich die Architekturtage mit Fßhrungen und Vorträgen statt. www. architekturtage.at
IMMOBILIEN Redaktion: Mag. Astrid MĂźllner, ) (01) 514 14-418, Mag. Pamela Krumphuber Leitung Report & Journale: Sabine Mezler-Andelberg Anzeigen: Peter Syrch, ) -332, peter.syrch@diepresse.com; Zeilen- / Kleinanzeigen: ) -250, wortanzeigen@diepresse.com Alle: 1030 Wien, Hainburger Str. 33
Euro pro Quadratmeter, in den nächsten 20 Jahren rechnet er mit einer Wertsteigerung von 30 bis 40 Prozent. Derzeit verschiebt sich der Speckgßrtel rund um Wien vom Sßden nach Norden. In den Bezirken Baden und MÜdling wird der Wohnraum knapp und teuer, Stockerau und Korneuburg hingegen haben noch Potenzial. Und auch in den Gemeinden rund um St. PÜlten ist mit verstärktem Zuzug zu rechnen, denn die junge Landeshauptstadt setzt langsam selbst Speck an. Die Preise fßr Einfamilienhäuser und Baugrundstßcke ziehen entsprechend an.
wächst dafĂźr die Region zwischen Linz und Wels bis nach Steyr und Enns deshalb langsam zu einem einzigen zersiedelten GroĂ&#x;raum zusammen.“
Bratislava entfaltet Strahlkraft Am dynamischsten entwickelt sich freilich die Region OstÜsterreich, also Wien, NiederÜsterreich und das nÜrdliche Burgenland. Mehr als eine halbe Million Menschen werden sich in den nächsten 25 Jahren hier zusätzlich ansiedeln, sagt Walter Pozarek, der als Vertreter des Landes NiederÜsterreich in der Planungsgemeinschaft Ost (PGO) an der raumplanerischen
FÜrderungen gegen Zersiedelung Häuslbauer werden aber nicht nur von attraktiver Lage, sondern auch von FÜrderungen angelockt. Um die Zersiedelung einzudämmen, sind die fßr WohnbaufÜrderung zuständigen Bundesländer dazu ßbergegangen, ihre FÜrderungen auf verdichteten Wohnbau, sprich Reihenhaussiedlungen, zu konzentrieren, sagt Josef Mayer von der Bausparkasse Wßstenrot: „Mit Ausnahme von OberÜsterreich wird nirgendwo mehr das alleinstehende Haus auf der grßnen Wiese gefÜrdert. In OberÜsterreich
AUF EINEN BLICK Individuelles Wohnen im Grßnen ist in den Regionen nÜrdlich von Wien noch leichter mÜglich als im Sßden, wo die Preise stark gestiegen sind. Das Tullnerfeld im Westen wird nach Fertigstellung der Hochleistungsbahnstrecke 2012 interessant. Im Osten entsteht Nachfrage aus Bratislava. Aber auch Wien bietet Siedlungen mit Eigengärten.
Entwicklung der Region beteiligt ist. Er weist auĂ&#x;erdem darauf hin, dass noch weitgehend unbemerkt eine zweite Metropole im Osten Ă–sterreichs ihre Strahlkraft entfaltet: die slowakische Hauptstadt Bratislava. Pozarek: „In Gemeinden wie Kittsee sind die GrundstĂźckspreise niedriger als in Bratislava-Stadt. BĂźrgermeister aus dem Burgenland berichten mittlerweile von regelmäĂ&#x;igen Anfragen sowohl von privaten Interessenten als auch von Wohnbaugenossenschaften aus der Slowakei.“ Doch Stadtplaner wissen, dass Städte nicht unbegrenzt ins Umland wachsen kĂśnnen. Die jĂźngste Erhebung aus 2006 ergab, dass in diesem Jahr um etwa 6100 mehr Wiener der Stadt den RĂźcken gekehrt haben, als zugezogen sind. Die Stadt Wien versucht deshalb, ihren BĂźrgern individuelles Wohnen im GrĂźnen mit dem 2001 gestarteten Projekt „Neue Siedlerbewegung“ mĂśglich zu machen. Rund 800 Wohneinheiten wurden in diesem Rahmen auf bereits vorhandenen Widmungen realisiert. FĂźr weitere 4000 Wohneinheiten wurden bzw. werden derzeit Flächen gewidmet. Auch der Ausbau der U2 bremst die Abwanderung. (Siehe auch Seite I 1)
WOHNBAU
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WĂśrthersee - Velden
Dann klappt’s auch mit den Nachbarn Schwedische Fachleute präsentierten Innovationen fßr Wohnraumentwicklung.
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n Schweden gibt es ein neues Sprichwort, berichtet Architekt GĂśran Lundquist. Ăœbersetzt bedeutet es: „Trau dich: Sag Nein zur Villa.“ Denn obwohl sich auch in Schweden noch viele Menschen wĂźnschen, in einem eigenen Haus zu leben, signalisiert das Sprichwort doch einen langsamen Bewusstseinswandel. Attraktive LĂśsungen fĂźr den Wohnungsbau in der Stadt sind gefordert. Ein Beispiel dafĂźr präsentierte Lundquist vergangene Woche in Wien beim internationalen Kongress der Betonfertigteilindustrie BIBM. Sein in einem Stockholmer Problembezirk errichteter Wohnblock „Kobben“ verbraucht nicht nur etwa um die Hälfte weniger Energie als benachbarte Gebäude, sondern reduziert schon durch die Architektur Vereinsamung und Vandalismus. Lundquist: „Die zentrale Stiege ist hell und geräumig und wird deshalb von den Bewohnern gern benutzt. Dort lernen sie einander kennen.“ Von der Politik forderte Lundquist,
Der Wohnblock „Kobben“ in Stockholm. wieder die Verantwortung fĂźr die Qualität der Wohnquartiere zu Ăźbernehmen.
Das HerzstĂźck des Hauses Nachhaltige Bauweise und flexible NutzungsmĂśglichkeiten zeichnen das vom Frauennetzwerk Bettan im schwedischen Betonverband entwickelte „Wunschhaus von Frauen fĂźr Frauen“ aus. BettanLeiterin Linda Persson stellte es ebenfalls in Wien vor: Sanitärbereich, KĂźche und alle dazugehĂśri-
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gen Rohre und Leitungen werden in einem zentralen „Core“ gebĂźndelt und sind so fĂźr Wartungsarbeiten leicht zugänglich. Die Räume kĂśnnen sich verändernden Lebensumständen angepasst werden. „Welches Haus man darum herum baut, ist eigentlich offen“, sagte Persson. In den Modellhäusern, die auĂ&#x;erdem zu Mehrfamilienhäusern zusammengesetzt werden kĂśnnen, wurden statt Fliesen leichter zu reinigende Betonoberflächen gewählt.