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Die Presse: Fokus Bauen und Wohnen

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Fokus

28. bis 30. März 2008

BAUEN & WOHNEN

Freitag, 28. März 2008, Seite F 1

www.immobilia-messe.at

(Im-)Mobilie?

Ertragswohnungen

Wer zahlt die Therme?

Wohnen in transportablen Boxen. [ Haader ] Seite F 2

Wann rechnet sich das Investment? [ Fotolia ] Seite F 3

Die Wohnrechtsreform schafft Klarheit. [ Fotolia ] Seite F 4

epmedia

MessezentrumWienNeu, Halle A

Lebensraum mit Leitmotiv THEMENWOHNEN. Gesellschaftliche Veränderungen werden zur Richtschnur für die Planung von Wohnbauprojekten. VON CHRISTIAN LENOBLE

J

ede Normalwohnung ist eine Fehlinvestition“, bemerkte in den 80er-Jahren der deutsche Ökonom und Experte für Wohnbau und Stadtplanung, Klaus Novy. Er hatte den Wiener Wohnbau eingehend studiert und festgestellt: In einer modernen Stadt wie Wien entstehen zahlreiche neue Lebensformen und -stile, für die jeweils ganz spezielle architektonische und städtebauliche Lösungen gefunden werden müssen. Unter dem Begriff „Themenwohnen“ werden seither jene Maßnahmen zusammengefasst, mit denen Stadtverantwortliche diesen Anforderungen im Wohnbau begegnen. „Die wichtigste Aufgabe ist es, für die jeweiligen Bedürfnisse der Bewohner das richtige Angebot zu schaffen“, schlägt der Wiener Wohnbaustadtrat Michael Ludwig einen großen Bogen über sehr unterschiedliche Projekte. Als eines der wichtigsten Themen sieht Ludwig das Generationenwohnen. Im Vordergrund steht dabei die Idee einer guten Hausgemeinschaft und des Zusammenlebens von jüngeren und älteren Menschen in einer gemeinsamen Wohnhausanlage – etwa am Beispiel des Projekts Attemsgasse im 22. Bezirk.

Barrierefreies Miteinander Angesichts der immer älter werdenden Bevölkerung wird der Bedarf an solchen Projekten nicht sinken. Weiters aktuell in Planung: eine Anlage in der Ottakringer Steinbruchgasse (Spatenstich noch 2008), die zu einer Art Wohngemeinschaft für die Generation 50 plus werden soll, oder der projektierte Wohnbau „Am Mühlgrund“ (Donaustadt), wo bis 2011 drei geförderte, seniorengerechte

In der Bike City in der Leopoldstadt werden die Bedürfnisse von Radfahrern besonders berücksichtigt. Wohnhäuser mit 149 Wohnungen, einer Seniorenwohngemeinschaft und generationsübergreifenden Einrichtungen entstehen. „Alle Wohnungen sind barrierefrei geplant sowie behindertengerecht adaptierbar, um sowohl dem Wohnen mehrerer Generationen miteinander wie auch der Integration von behinderten Familienmitgliedern gerecht zu werden“, so Michael Pech, Vorstand des beauftragten Bauträgers Österreichisches Siedlungswerk (ÖSW). Ein weiterer Zukunftstrend ist die Verbindung von Wohnen und Arbeiten an einem Ort. Anlagen, in denen man bei Bedarf zusätzlich zur Wohnung einen Büroraum mieten kann, sollen für freiberuflich Tätige ebenso interessant sein wie für Mütter und Väter mit kleineren Kindern. Als gelungenes

Beispiel und Vorbild für künftige Projekte gilt die mit dem Staatspreis für Architektur ausgezeichnete Compact City in Floridsdorf – ein Ensemble aus 54 Wohnungen, zwölf Ateliers, zehn Werkstätten, 22 Büros und drei Restaurants auf einem 10.000 Quadratmeter großen Grundstück.

Sun City, die Solarstadt In Zeiten der omnipräsenten Umweltschutzdebatten dürfen freilich auch die ökologisch motivierten Themenbauten nicht fehlen. Da wären zum Einen die immer zahlreicher werdenden Wohnanlagen im Niedrigenergiehaus-Standard. Einige aktuelle Bauten: die Baulücke zwischen Mortaraplatz und Ospelgasse sowie das Projekt in der Großen Stadtgutgasse 14, beides im 2. Bezirk. Außerdem das

[ Schreiner+Kastler ]

Terrassenhaus in der Favoritner Buchengasse. Einen ganz speziellen Zugang zum Thema Umweltschutz verfolgen die aufs Fahrrad ausgerichtete Bike City in der Leopoldstadt, die autofreie Mustersiedlung in Floridsdorf und ganz besonders die Sun City in Wien Donaustadt, deren Energiebedarf zu 40 Prozent mit Solarenergie gedeckt wird. Auch was „frauengerechtes Wohnen“ betrifft, ist in der Bundeshauptstadt einiges in Bewegung. Mehr als zehn Jahre nach Entstehung der Wohnhausanlage Frauen-Werk-Statt in der Donaufelder Straße 95–97 in Wien Floridsdorf sowie der 2004 in Favoriten realisierten Frauen-Werk-Statt II hat es sich der Verein Frauenwohnprojekt [ro*sa] zur Aufgabe gemacht, Folgeprojekte in der Do-

naustadt und in Meidling umzusetzen. „Uns ist dabei vor allem der partizipative Charakter wichtig“, erläutert die Architektin und Initiatorin Sabine Pollak, worauf es ihr bei der Planung von und mit Frauen ankommt: Nichts wird einfach von oben verordnet. Pollak wünscht sich vielmehr, dass eine Vielfalt von Altersstufen, Lebensund Liebesformen gemeinschaftlich zusammenleben und miteinander über die Gestaltung ihres Lebensraums entscheiden. „Die zukünftigen Bewohnerinnen kennen sich bereits. Alle 14 Tage kommt es zu einem Treffen der Vereinsmitglieder und späteren Wohnungsnutzerinnen. Es finden im Vorfeld etwa Mediationen oder Rechtsberatung statt. Es geht eben um einen Prozess, bei dem die Inhalte nicht nur von den Architekten eingebracht werden“, so Pollak. Nach dem Baubeginn im Sommer 2008 sollen die Wohnungen Ende 2009 bezugsfertig sein. www.wohnservice-wien.at www.oesw.at www.frauenwohnprojekt.org (Donaustadt) www.frauenwohnprojekt.info (Meidling)

AUF EINEN BLICK Die Zukunft des Wohnens liegt, laut Experten, im Zusammenleben. Ob Familien-, generationsübergreifendes, behindertengerechtes, frauengerechtes, integrationsorientiertes oder ökologisches Wohnen – eine große Anzahl von Themenbauten in Wien zeugen vom Versuch, Vereinsamung zu verhindern und das Wohnen anhand bestimmter Vorgaben zu gestalten.

Was Bauherren wissen wollen Messen, Vorträge und Seminare rund ums Bauen und Wohnen. A Immobilia Die Messe für alle auf der Suche nach Wohnungen, Häusern, Grundstücken oder Ferienimmobilien – mit fast 70 Ausstellern von A wie Anlagen bis Z wie Zeitungen und Magazine. Fr., 28. März, bis So., 30. März, Messezentrum, Messeplatz 1, 1020 Wien. Eintritt: neun Euro. A Das Passivhaus Alles rund um die Bauweise der Zukunft: ob Heizung oder keine, welche Dämmung die beste ist und wie die Lüftung im Passivhaus funktioniert. Di., 1. April, 18.30–20.10 Uhr, VHS Wien West, Damböckg. 4, 1060 Wien. Anmeldung VHS Alsergrund, Tel. 01/317 52 43, info@alsergrund.vhs.at. Kosten: fünf Euro. A IBO Werkstattgespräch Zwei Experten sind zu Gast beim monatlichen Infoabend des Instituts für Baubiologie und Bauökologie: Alexander Erlach spricht unter dem Titel „Mehr Licht – aber das richtige“ über Kunstlicht, Möbeldesignerin Katharina Prantner von NIN.design führt durch ihre Entwürfe und Projekte.

Do., 3. April, 17 Uhr, IBO, Alserbachstraße 5–8, 1090 Wien. Anmeldung Tel. 01/319 20 05, ibo@ibo.at. A Seminar Althaussanierung Wie man aus einer alten „Energieschleuder“ ein modernes, sparsames Haus macht und welche Förderungen es dafür gibt, vermittelt die Umweltberatung in Amstetten. Fr., 4. April, und Sa., 5. April 2008, RIZ, Franz-Kollmannstr. 4, 3300 Amstetten. Kosten: 75 Euro pro Person bzw. Paar; für Bewohner der Stadt Amstetten übernimmt die Gemeinde den Seminarbeitrag. A Die Wahl der richtigen Farbe Farben beeinflussen die Stimmung, die Auswahl der richtigen Farbe ist entscheidend für das Wohlbefinden in den eigenen vier Wänden. Do., 10. April, 18–21 Uhr, VHS Polycollege, Schlossg. 23, 1050 Wien. Kosten: 21 Euro. A Die Wahl der richtigen Holzart Mit dem richtigen Holz lässt sich das Raumgefühl wesentlich verbessern: Tipps für die Auswahl.

Do., 17. April, 18–21 Uhr, VHS Polycollege, Schlossg. 23, 1050 Wien. Kosten: 21 Euro. A Fertighaussymposium in Linz Die Eröffnung ist öffentlich zugänglich: Drei provokante Thesen zum Thema „Wohnen als soziale Herausforderung“ diskutieren der oberösterreichische Baulandesrat Franz Hiesl, der Leiter Konsumentenschutz der AK OÖ, Georg Rathwallner, Zdenka Debartoli, die Sprecherin von BauGenial u. a. Mi., 16. April, 16 Uhr, Lentos Kunstmuseum, Linz. A Wohnbaubiennale 2008 Unter dem Motto „Wohnen im Typus“ veranstalten die Abteilung für Wohnbau der TU Wien und die Österreichische Gesellschaft für Architektur die diesjährige Wohnbaubiennale: Welche Arten von Wohnungen und Wohnhäusern sind zukunftsträchtig, welche sozialen, funktionalen und ökonomischen „Typen“ werden in Zukunft von Bedeutung sein? Do., 24. April, 10–19 Uhr, Semper Depot, Leh´arg. 6, 1060 Wien.

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Die Presse: Fokus Bauen und Wohnen by Pamela Huck - Issuu