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SAMSTAG, 16. MAI 2026
NR. 3808/56. JAHRGANG
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Hohe Nachfrage nach bezahlbarem seniorengerechtem Wohnraum
1.154 Menschen wurden 2025 von DLRG-Schwimmern gerettet
Die japanische Trommelgruppe gastiert im Juli im Metropol Theater
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Die Lungenkrankheit Tuberkulose ist in Bremen präsent, auch wenn die Zahlen im vergangenen Jahr einen Fünf-Jahreshöchststand ergeben haben, gibt es keinen Grund zur Panik, heißt es von Seiten des Gesundheitsressorts. Foto: pixabay
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Präsent, aber kein Grund zur Panik Nach Tuberkulose-Fällen in Bremen warnen Fachleute vor Verunsicherung und erklären die Risiken PHIL IPP BEHR BOM
Rund zehn Millionen Menschen erkranken weltweit jährlich an Tuberkulose (TBC). Die Lungenkrankheit gehört damit zu den verbreitetsten bakteriellen Infektionskrankheiten. In Deutschland gilt Tuberkulose weitestgehend als ausgerottet. Gut 4.500 TBC-Erkrankungen verzeichnet das Robert-Koch-Institut jährlich. Auch in Bremen werden Jahr für Jahr Fälle registriert. Erst kürzlich mussten in der Hansestadt rund 100 Kinder auf Tuberkulose untersucht werden, da eine KitaMitarbeiterin positiv auf das Mykobakterium Tuberculosis getestet wurde. Zwei Kinder wurden daraufhin ebenfalls positiv getestet. „Bei der Lungentuberkulose können typischerweise chronischer Husten, der auch blutig werden kann, leichtes Fieber, Nachtschweiß, Abgeschlagen-
heit und Gewichtsverlust auftreten“, erklärt Petra Kaiser-Labusch, zuständige Oberärztin für den Bereich Pneumologie im Eltern-Kind-Zentrum Professor Hess. Kaiser-Labusch ist auch an den Untersuchungen der aktuellen Kita-Fälle beteiligt. Mit 64 Fällen im Land Bremen habe es im vergangenen Jahr einen Fünfjahreshöchstwert gegeben, erklärt Lea Schunk, Sprecherin der Senatorin für Gesundheit Claudia Bernhard. Die meisten Fälle traten in der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen auf. Ein steigender Trend lässt sich allerdings nicht zwingend erkennen, da bereits 2022 rund 62 TBC-Fälle nachgewiesen wurden. Eine höhere Dunkelziffer ist allerdings möglich: „Ein positiver Test zeigt lediglich an, dass das Immunsystem Kontakt mit Tuberkulose-Erregern hatte. Wenn keine akute Erkrankung vorliegt, muss dies dem Gesundheitsamt nicht
gemeldet werden“, so Schunk. Deswegen fallen die positiven Tests der Bremer Kita-Kinder nicht in die Statistik. Der Test schlug zwar positiv an, eine akute Erkrankung liege aber nicht vor. Bei aktiven Erkrankungen agiert das Gesundheitsamt direkt, so Schunk: „Ziel ist es, mögliche Infektionsquellen zu erkennen, relevante Kontaktpersonen zu ermitteln und eine Weiterverbreitung zu verhindern.“ Eine Vorgehensweise, die man auch vom Höhepunkt der CoronaPandemie kennt. Die Rückverfolgung könne aber aufwendig sein, so Schunk. Denn eine Ansteckung sei möglich, ohne zunächst krank zu sein, stellt Kaiser-Labusch klar. Im Fachjargon nenne man dies „latente Infektion“. Dann ist die Erkrankung nachweisbar, macht aber nicht krank. Dieser Zustand kann über viele Jahre und
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Jahrzehnte anhalten, sodass beispielsweise erwachsene Menschen, die sich im Kindesalter angesteckt haben, in Zeiten besonderen Stresses plötzlich erkranken und Symptome entwickeln. „Hinzu kommt, dass Tuberkulose in der Bevölkerung schnell zu Verunsicherung führen kann“, so Schunk. Grundsätzlich sei Tuberkulose gut behandelbar. Die Therapie dauere zwar lange, von vier Monaten bis zu einem Jahr, dafür sei sie aber sehr erfolgreich, erklärt Kaiser-Labusch. Unbehandelt sei sie etwa zu 50 Prozent tödlich. In Deutschland müsse man sich jedoch kaum Sorgen machen: „Dass weltweit immer noch über eine Million Menschen jährlich an Tuberkulose sterben, liegt an der ungleichen Ressourcenverteilung, nicht an der primären Gefährlichkeit oder schlechten Behandelbarkeit des Erregers.“
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