Nur noch wenige Monate: Der Standard IFRS 15 ersetzt ab 2018 alle bisherigen Regelungen zur Umsatzrealisierung mit dem Ziel, hierfür umfassende und einheitliche Vorschriften zu schaffen. Die Komplexität der Implementierung hat so manchen Anwender überrascht. Für viele Unternehmen wird IFRS 15 weitreichende Auswirkungen haben, die sich nicht auf eine bloße Veränderung von Höhe und zeitlichem Anfall der Umsätze begrenzen. Zusätzlich werden im Regelfall umfangreiche System- und Prozessanpassungen notwendig. Wir haben die Anhangangaben in den Geschäftsberichten 2016 von 26 DAX-Unternehmen analysiert, um zu erfahren, wie weit die Implementierung des neuen Standards vorangeschritten ist und welche Auswirkungen der neue Standard auf IFRS-Konzernabschlüsse hat.
Des Weiteren informieren wir über die Bekanntmachung des „Deutschen Corporate Governance Kodex“ in der Fassung vom 7. Februar 2017. Abschließend berichten wir über die Veröffentlichung der aktualisierten IDW RS HFA 2 und IDW RS HFA 48 sowie des Änderungsentwurfs zu IFRS 9.
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Ihre Hanne Böckem Partnerin, Department of Professional Practice
Inhalt
1 Topthema 2 Erster Einblick in die Auswirkungen des IFRS 15 2
2 HGB-Rechnungslegung 5 Bekanntmachung des „Deutschen Corporate Governance Kodex“ in der Fassung vom 7. Februar 2017 5
3 IFRS-Rechnungslegung 6 Aktualisierter IDW RS HFA 2 sowie IDW RS HFA 48 veröffentlicht 6 IASB veröffentlicht einen Änderungsentwurf zu IFRS 9 6
4 Veranstaltungen 7
5 Veröffentlichungen 10
6 Ansprechpartner 11
Erster Einblick in die Auswirkungen des IFRS 15
Die in den IFRS-Konzernabschlüssen erforderlichen Angaben zu noch nicht angewandten neuen Standards geben einen ersten Einblick in die Auswirkungen des IFRS 15. Im Folgenden stellen wir unsere Erkenntnisse aus der Analyse der Anhangangaben in den aktuellsten Konzernabschlüssen von 26 DAX-Unternehmen zu den Auswirkungen des IFRS 15 und dem Stand der Implementierung dar.
Anforderungen an die Berichterstattung
Eine frühzeitige Kommunikation der Auswirkungen einer Erstanwendung neuer Standards ist ein wichtiger Bestandteil der Kommunikation mit den Kapitalmarktteilnehmern. Ihnen wird dadurch die Möglichkeit eröffnet, vor der Erstanwendung ein Verständnis der neuen Regeln und deren Bedeutung für die Darstellung der Vermögens- und Ertragslage des Unternehmens zu entwickeln.
Das IASB entspricht diesem Informationsbedürfnis, indem IAS 8.30 vorsieht, dass über bereits verabschiedete Standards oder Interpretationen zu berichten ist, sofern diese im Berichtszeitraum noch nicht verpflichtend anzuwenden sind und auch nicht vorzeitig angewandt werden. Folgende Angaben im Anhang sind beispielsweise in Bezug auf einen neuen Standard erforderlich:
– Art der bevorstehenden Änderung der Rechnungslegungsmethode – Zeitpunkt, ab dem die Anwendung des neuen Standards verpflichtend ist und gegebenenfalls freiwillige vorzeitige Anwendung – Erwartete Auswirkungen auf den Abschluss im Erstanwendungsjahr
Sowohl die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung e. V. (DPR) als auch die European Securities and Markets Authority (ESMA) haben die Angaben nach IAS 8.30 zu den neuen Standards, darunter IFRS 15, als einen Prüfungsschwerpunkt für 2017 bekannt gegeben.
Die ESMA hat zu IFRS 15 darüber hinaus eine separate Stellungnahme 2016/1148 mit detaillierteren Vorgaben zur Erfüllung der Angaben nach IAS 8.30 veröffentlicht. Hintergrund ist, dass die Auswirkungen des Standards von der Art der Geschäftstätigkeit und der Transaktionen eines Unternehmens abhängen und die unternehmensindividuelle Vertragsgestaltung im Rahmen der Umsatztätigkeit entscheidend für die Einwertung nach IFRS 15 ist. Die Auswirkungen sind daher nicht pauschal abschätzbar. Aufgrund der Erwartung, dass der neue Standard für einige Unternehmen zu wesentlichen Veränderungen bei Ansatz, Bewertung und Ausweis von Ver mögenswerten und Schulden sowie Aufwendungen und Erträgen führen kann, erwartet die ESMA eine strikte Einhaltung der Anforderungen des IAS 8.30 durch qualitative und nach Möglichkeit quantitative Angaben.
Wir haben die Konzernabschlüsse des Geschäftsjahres 2016 (Stichtag 31. Dezember 2016 bzw. 30. September 2016) von 26 DAX-Unternehmen (DAX 30 ohne Banken und Versicherungen) hinsichtlich der Angaben nach IAS 8.30 zum IFRS 15 analysiert. Für uns haben sich daraus folgende Erkenntnisse ergeben:
Stand der Implementierung Kein Unternehmen ist fertig Typischerweise besteht ein Implementierungsprojekt aus drei Phasen:
1. Vertragsanalyse
2. Konzernweite Analyse möglicher Auswirkungen auf die bestehende Rechnungslegung sowie IT-Prozesse und -Systeme 3. Konzernweite Umsetzung des identifizierten Anpassungsbedarfs und Go live
Wenige Monate vor der erstmaligen Anwendung des neuen Standards hat die Mehrzahl der Konzerne die Analyse der Auswirkungen des IFRS 15 (Phasen 1 und 2) noch nicht abgeschlossen.
Lediglich drei Unternehmen gaben an, bereits 2016 neben der Umsetzung der aus der Analyse gewonnenen Erkenntnisse in neue Rechnungslegungsmethoden und -prozesse auch die IT-seitige Implementierung des neuen Standards begonnen zu haben – einschließlich prozessualer Veränderungen, auch hinsichtlich der umfangreicheren qualitativen und quantitativen Anhang angaben (Phase 3).
Umstellungsmethode noch nicht entschieden
IFRS 15 sieht grundsätzlich zwei Methoden des Übergangs auf die neuen Regelungen vor. Nach der retrospektiven Methode wird der neue Standard in vollem Umfang rückwirkend angewendet. Die Darstellung erfolgt so, als wäre IFRS 15 schon immer angewendet worden. Dadurch wird eine volle Vergleichbarkeit der beiden im Abschluss dargestellten Perioden erreicht. Diese Methode erleichtert dem externen Adressaten das Verständnis der Geschäftsentwicklung, weil der
Umsatz der aktuellen und der Vergleichsperiode nach den gleichen Regelungen gelegt wurden. Die Anwendung der retrospektiven Methode kann trotz der für diese Methode zusätzlich anwendbaren Erleichterungsregelungen für Unternehmen sehr aufwendig sein. Alternativ kann ein Unternehmen die kumulative Methode wählen. Hiernach sind die Effekte aus der erstmaligen Anwendung kumulativ zum Erstanwendungszeitpunkt, das heißt im Regelfall dem 1. Januar 2018, im Eigenkapital zu erfassen. Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung der Vergleichsperiode, in der Regel das Geschäftsjahr 2017, werden nicht angepasst, der Umsatz in dieser Periode damit noch nach IAS 11 oder 18 gelegt. Es sind allerdings in diesem Fall zusätzliche Angaben in den Abschluss aufzunehmen, die den Periodenvergleich ermöglichen sollen. Für den Abschlussadressaten verbleibt gleichwohl die Schwierigkeit, dass er die Umsatzentwicklung im Vorjahresvergleich nicht unmittelbar aus der Gesamtergebnisrechnung ableiten kann.
Die Umstellungsmethode wurde ausweislich der eingangs thematisierten Pflichtangabe bei 14 der 26 in die Stichprobe einbezogenen DAX-Unternehmen noch nicht festgelegt. Dies korrespondiert nach unserer Erfahrung mit dem derzeitigen Implementierungsstand, da diese Entscheidung häufig erst nach Abschluss der Analyse der wesentlichen Auswirkungen des Standards final getroffen wird. Sieben Unternehmen werden die kumulative Umstellungsmethode anwenden, während sich fünf Unternehmen für die retrospektive Methode entschieden haben.
Auswirkungen Umfangreiche Änderungen im Detail erwartet Kernelement des Standards ist das auf alle Umsätze, die in den Anwen -
PRAXISHINWEIS
In den letzten Geschäftsberichten von 26 DAX-Unternehmen sind nur in wenigen Konzernanhängen Angaben zum Stand der Prozessumstellung und der damit einhergehenden IT-Anpassungen zu finden.
Der Aufwand der IT-Implementierung von IFRS 15-Anforderungen sollte nicht unterschätzt werden. Die Risiken bestehen darin, dass es sich bei Umsatzerlösen erstens um hochvolumige Transaktionen handeln kann, sodass manuelle Buchungen eine systemseitige Lösung nicht ersetzen können, dass die Anwendung des neuen Standards zweitens bei komplexen Sachverhalten hohen Entwicklungsaufwand für die Anpassung vorhandener Systeme erfordert und dass drittens notwendige Daten für die Überführung von Transaktionen von den derzeitigen auf die neuen Regeln nicht vorliegen und nicht ermittelt werden können.
Einige wesentliche Herausforderungen im Überblick:
– Die vollständige Darstellung der relevanten Datenquellen und Umsatzströme ist notwendig, um eine Bedarfsanalyse in Bezug auf die Daten und das Datenzielformat vorzunehmen. Dafür sind technisch ver wertbare Informationen, zum Beispiel zu Vertragsarten, Einzelveräußerungspreisen und Bonusvereinbarungen, notwendig, die nach den gel tenden Regeln häufig nicht erforderlich sind.
– Datenverfügbarkeit und -qualität auf Einzelgesellschaftsebene: zum Beispiel reichen Paketpreise in den Systemen nicht aus, um die nach IFRS 15 geforderte Aufteilung der Gesamtvergütung auf die vertraglichen Leistungsverpflichtungen vorzunehmen.
– Werden im Konzern unterschiedliche Systeme verwendet, vervielfacht sich der Anpassungsaufwand.
– Schnittstellenerweiterungen: Es ergibt sich ein hoher Anpassungsbedarf in Bezug auf Schnittstellen zwischen Nebenbüchern und Hauptbuch sowie zu Konsolidierungssystemen, Data WarehouseSystemen und zum Management Reporting.
Einen Erfolgsfaktor für eine effiziente Implementierung von IFRS 15 stellt die Auswahl des richtigen IT-Tools dar, da die Migration der bestehenden Verträge und Umsatzdaten einen hohen Aufwand verursacht. Eine One-fits-all-Lösung gibt es nicht.
dungsbereich des IFRS 15 fallen, gleichermaßen anzuwendende 5-Schritte-Modell der Umsatzlegung. Es dient der Bestimmung, zu welchem Zeitpunkt und in welcher Höhe Umsatzerlöse zu erfassen sind.
Bei nahezu allen Schritten erwarten die betrachteten DAX-Unternehmen Auswirkungen auf die Bilanzierung, wobei diese je nach Vertragsstrukturen und Branche unterschiedlich stark sein können. Die im Anhang dargelegten Informationen bestätigen insgesamt die Erwartung der ESMA, dass die Auswirkungen des IFRS 15 stark branchen- bzw. unternehmensabhängig sind.
Neben der Identifizierung der Leistungsverpflichtungen (Schritt 2) und der Bestimmung des Transaktionspreises (Schritt 3) wird in vielen Fällen die Allokation der Gegenleistung
auf die Leistungsverpflichtungen (Schritt 4), insbesondere bei Mehrkomponentenverträgen mit variablen Gegenleistungsbestand teilen, angegeben.
Am häufigsten wird eine mögliche Auswirkung auf den Zeitpunkt der Umsatzrealisierung (Schritt 5) aufgeführt.
Als zwei gesonderte Aspekte mög licher Auswirkungen auf den Zeitpunkt der Umsatzrealisierung werden mehrfach Lizenz- sowie Rückkaufvereinbarungen mit Kunden angegeben.
Keine wesentlichen nachhaltigen Auswirkungen auf die VFE-Lage In den Konzernabschlüssen des Geschäftsjahres 2016 wurden nur vereinzelte, auf ausgewählte Aspekte der Änderungen bezogene quantitative Angaben gemacht. Jedoch erwarten viele Unterneh -
men, die ihre Analyse des neuen Standards weitestgehend abgeschlossen haben, keine nachhaltigen wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage (VFE-Lage) des Konzerns. Vielmehr wird mit einem einmaligen wesentlichen Eigenkapitaleffekt durch die Umstellung gerechnet.
Die Hälfte der Unternehmen geht davon aus, dass zur Erfüllung der Anforderungen des neuen Standards die Einführung der Bilanzposten „Vertraglicher Vermögenswert“ und „Vertragliche Verbindlichkeit“ erforderlich sein werden. Die nach IFRS 15 erforderliche Aktivierung der Kosten der Auftragserlangung, die sich über die Vertragslaufzeit amor tisieren, wird sich bei einigen Unternehmen bilanzverlängernd auswirken.
Selbst Unternehmen, für die IFRS 15 keine unmittelbaren und für den
Konzernabschluss wesentlichen Bilanzierungsfolgen hat, erwarten von den deutlich erweiterten und teilweise komplex zu ermittelnden Anhang an gaben betroffen zu sein.
Ausblick
Für das Berichtsjahr 2017 hält die ESMA gemäß Stellungnahme 2016/1148 die IFRS-Bilanzierer dazu an, im Zeitablauf zunehmend mehr unternehmensspezifische qualitative und quantitative Informationen über die erwarteten Auswirkungen des neuen Standards anzugeben. Für die meisten betroffenen Unternehmen erwartet die ESMA, dass spätestens bei der Erstellung der Zwischenabschlüsse 2017 die quantitativen Auswirkungen der Implementierung von IFRS 15 bekannt oder ausreichend verlässlich schätzbar sein werden. An dieser Erwartungshaltung werden sich die betroffenen Unternehmen messen lassen müssen.
HGB-Rechnungslegung
Bekanntmachung des „Deutschen Corporate Governance Kodex“ in der Fassung vom 7. Februar 2017
Der Deutsche Corporate Governance Kodex („DCGK“) in der Fassung vom 7. Februar 2017 wurde am 24. April 2017 gemäß § 161 AktG im amtlichen Teil des Bundesanzeigers veröffentlicht und damit bekannt gemacht. Durch die Veröffentlichung ist der geänderte DCGK in Kraft getreten.
Über die inhaltlichen Änderungen haben wir in den Express Accounting News 05/2017 berichtet. Sie führen
unter anderem zu erhöhter Transparenz bei der Beurteilung der Governance durch die Stakeholder und enthalten Anpassungen an die internationale Best Practice beim Investorendialog. Darüber hinaus hat die Regierungskommission die Präambel des Kodex erweitert. Zudem sollen alle Unternehmen neben der gesetzlich vorgeschriebenen Halbjahresfinanzberichterstattung auch unterjährig über die Geschäftsentwicklung informieren.
Betroffen sind damit zum Beispiel die im General Standard an der Frank furter Wertpapierbörse gelisteten Unternehmen (im Prime Standard gelistete Unternehmen müssen bereits gemäß Börsenordnung quartalsweise berichten).
Die neuen Regelungen stehen –inklusive einer Änderungsversion –auf der Internetseite der Regierungskommission zum Download zur Verfügung.
Das Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V. (IDW) hat am 27. April 2017 den aktualisierten
IDW-Standard Einzelfragen zur Anwendung von IFRS (IDW RS HFA 2) sowie den gerade verabschiedeten
IDW-Standard Bilanzierung von Finanzinstrumenten nach IFRS 9 (IDW RS HFA 48) veröffentlicht.
Die Neufassung von IDW RS HFA 2 greift der nahenden Ablösung von IAS 11 Fertigungsaufträge , IAS 18 Umsatzerlöse sowie IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung durch IFRS 15 Erlöse aus Verträgen
mit Kunden und IFRS 9 Finanzinstrumente zum 1. Januar 2018 vor. Neben den Streichungen und Anpassungen der Ausführungen zu IAS 11, IAS 18 und IAS 39 wurde der 2016 veröffentlichte Entwurf zur Bilanzierung konzerninterner Salden und Transaktionen im Sinne des IFRS 10 in Zusammenhang mit der Darstellung aufgegebener Geschäftsbereiche im Sinne des IFRS 5 aufgenommen.
IDW RS HFA 48 soll die Bilanzersteller bei der sachgerechten Auslegung der Neuregelungen des IFRS 9 unterstützen und Lösungen für Zweifels -
fragen in der Anwendung aufzeigen. Die folgenden Regelungsbereiche werden adressiert:
– Anwendungsbereich
– Abgang finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten
– Klassifizierung und Bewertung (einschließlich Wertminderung) und
– Hedge Accounting
IDW RS HFA 2 und IDW RS HFA 48 werden in Heft 5/2017 der IDW Life veröffentlicht.
IASB veröffentlicht einen Änderungsentwurf zu IFRS
Das IASB hat am 21. April 2017 einen Exposure Draft zu Änderungen der IFRS 9 veröffentlicht (ED/2017/3), der eine begrenzte Anpassung der für die Klassifikation finanzieller Vermögenswerte relevanten Beurteilungskriterien vorschlägt.
Damit nach IFRS 9 ein finanzieller Vermögenswert in Form eines Schuld instruments entweder mit den fortgeführten Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Zeitwert mit der Erfassung von Wertänderungen im sonstigen Ergebnis bewertet werden kann, darf dieser nur Zahlungsströme aufweisen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapital betrag dar stellen (sogenanntes SPPI-Kriterium). Vertragsbedingungen, die zur Änderung des Zeitpunkts oder der Höhe der vertraglichen Zahlungsströme führen können, sind bei der Beurteilung dieses Kriteriums zu berücksichtigen.
Im Hinblick auf die Möglichkeit einer vorzeitigen Rückzahlung ist das SPPI-Kriterium nach IFRS 9 bisher nur erfüllt, wenn der Betrag der Rückzahlung im Wesentlichen nicht geleistete Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag sowie gegebenenfalls ein angemessenes zusätzliches Entgelt für die vorzeitige Beendigung umfasst. Nach bisherigem Verständnis würden die Vorgaben nur erfüllt, wenn die eine Option ausübende Partei ein zusätzliches Entgelt zahlte.
Anders als nach den bisherigen Vorgaben des IFRS 9 sieht die vorgeschlagene Änderung nunmehr für finanzielle Vermögenswerte mit einer negativen Vorfälligkeitsentschädigung (prepayment feature with negative compensation) eine Ausnahme für den Fall vor, dass die eine Option ausübende Partei Empfänger eines Entgelts sein kann. Grundsätzlich ist nun auch in diesen Fällen eine Bilanzierung zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden
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Zeitwert im sonstigen Ergebnis möglich, soweit ansonsten das SPPIKriterium erfüllt wird. Voraussetzung für Anwendung der Ausnahme ist aber, dass die „Vorfälligkeitsoption“ bei erstmaligem Ansatz des Schuldinstruments einen unbedeutenden beizulegenden Zeitwert aufweist.
Die Änderungen sollen für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen, anzuwenden sein. Das IASB beabsichtigt also, den Erstanwendungszeitpunkt der Änderungen mit dem Erstanwendungszeitpunkt des IFRS 9 zusammenfallen zu lassen. Ob allerdings diese Änderung im Jahr 2018 auch angewendet werden kann, hängt davon ab, ob die Anpassung dann bereits durch die EU „endorsed“ worden ist.
Die Kommentierungsfrist des Entwurfs ist kurz bemessen und endet bereits am 24. Mai 2017. Der Entwurf steht auf der Internetseite des IASB zum Download zur Verfügung.
Veranstaltungen
TERMINE / VERANSTALTUNGSORTE
Seminar, 9.00–17.15 Uhr
Mittwoch, 17. Mai 2017 München, in den Geschäftsräumen von KPMG
Donnerstag, 18. Mai 2017 Hamburg, im Hotel Park Hyatt Hamburg
Mittwoch, 7. Juni 2017 Frankfurt am Main, in den Geschäftsräumen von KPMG
Fit fürs Tax Accounting – Grundlagenseminar zum IAS 12 Income Taxes/ Ertragsteuern
Bei internationalen Abschlüssen nach IFRS hat sich das Tax Accounting und insbesondere die Bilanzierung latenter Steuern als eigenständiger Bereich entwickelt. Die Brisanz dahinter: Unschärfen bei der Ermittlung latenter Steuern können empfindliche materielle Folgen haben. Umso wichtiger ist es, die Vorschriften des IAS 12 sicher zu beherrschen und anzuwenden. In unserem Workshop vermitteln wir Ihnen die wesentlichen Inhalte des IAS 12 –und zwar am konkreten Praxisbeispiel, das vom Einzelabschluss ausgeht und bis in den finalen Konzernabschluss hineinreicht. Dabei spielen selbstverständlich auch kritische Aspekte wie aktive latente Steuern, Personengesellschaften sowie Konzernbuchungen und Anhang eine Rolle.
Zielgruppe
Die Veranstaltung richtet sich an Leiter und Mitarbeiter der Steuerabteilung, Leiter und Mitarbeiter des Rechnungswesens sowie an Steuerreferenten von Firmen, die nach IFRS bilanzieren.
Ihre Ansprechpartnerin
Angela Heinrich T +49 30 2068-1510 aheinrich@kpmg.com
Teilnahmegebühr
Die Teilnahmegebühr beträgt pro Person 500 Euro zzgl. USt.
Anmeldung
Bitte registrieren Sie sich bis eine Woche vor der jeweiligen Veranstaltung online hier oder senden Sie eine E-Mail an: aheinrich@kpmg.com
Eine gesonderte Anmeldebestätigung erhalten Sie per E-Mail. Die Rechnung senden wir Ihnen nach der Veranstaltung zu.
TERMIN / VERANSTALTUNGSORT
Seminar, 16.00–19.00 Uhr
Dienstag, 30. Mai 2017
Mannheim, in den Geschäftsräumen von KPMG
Welche Folgen hat der Brexit für deutsche Unternehmen?
Am 23. Juni 2016 hat sich Großbritannien gegen einen Verbleib in der EU entschieden und am 29. März 2017 offiziell den Antrag nach Artikel 50 EU-Vertrag gestellt – dies hat auch für deutsche Unternehmen Konsequenzen.
Als drittgrößter Importeur deutscher Waren und Dienstleistungen und mit 2.500 im UK ansässigen Tochtergesellschaften deutscher Unternehmen ist Großbritannien ein wichtiger Wirtschaftspartner.
Welche strategischen Maßnahmen sollten Unternehmen nun entwickeln und priorisieren? Welche finanziellen, bilanziellen, steuerlichen und rechtlichen Herausforderungen bringt der Brexit mit sich? Welche Organisationsstruktur und Abstimmungsprozesse sollten implementiert werden, um sich auf die Auswirkungen vorzubereiten?
Wir zeigen Ihnen, wie Sie die unternehmerischen Auswirkungen des Brexit meistern und freuen uns, Sie zu dieser Veranstaltung begrüßen zu dürfen.
Zielgruppe
Das Seminar richtet sich an Geschäftsführer/Vorstände, Bereichsund Abteilungsleiter deutscher Unternehmen mit Tochterunternehmen in Großbritannien sowie an Unternehmen, die Exportbeziehungen zu Großbritannien unterhalten.
Ihr Ansprechpartner
Pascal Palt
T +49 711 9060-41985 ppalt@kpmg.com
Teilnahmegebühr
Die Teilnahme ist kostenfrei.
Anmeldung
Bitte registrieren Sie sich bis eine Woche vor der Veranstaltung online hier oder senden Sie eine E-Mail an ppalt@kpmg.com
Nach Erreichen der Mindestteilnehmerzahl erhalten Sie eine Anmeldebestätigung per E-Mail.
TERMIN / VERANSTALTUNGSORT
Seminar, 8.30–11.00 Uhr
Mittwoch, 14. Juni 2017 Hamburg, in den Geschäftsräumen von KPMG
Media meets Accounting: digitale Transformation der Medienbranche
Die Welt der Medien befindet sich im fundamentalen Strukturwandel. Das mobile Internet, soziale Netzwerke und digitale Geschäftsmodelle werden immer wichtiger. Diese Transformation konfrontiert Medienunternehmen mit strategischen, aber auch mit konkreten bilanziellen, steuerlichen, rechtlichen und sicherheitsrelevanten Herausforderungen.
Unsere Veranstaltungsreihe „Media meets Accounting“ bietet Ihnen eine Plattform für den fachlichen Austausch mit Branchenkollegen und erfahrenen Medienspezialisten von KPMG.
Gemeinsam mit Ihnen wollen wir Handlungsoptionen und Lösungs ansätze für die Praxis diskutieren sowie auf individuelle Fragen ein gehen.
Ihre Ansprechpartnerin
Bettina Wiemker T +49 40 32015-4581 bwiemker@kpmg.com
Teilnahmegebühr
Die Teilnahme ist kostenfrei.
Anmeldung
Bitte registrieren Sie sich bis zum 7. Juni 2017 hier online oder per E-Mail: bwiemker@kpmg.com
TERMIN / VERANSTALTUNGSORT
Webinar, 16.00–16.45 Uhr
Donnerstag, 29. Juni 2017 online
Rohstoffsicherungen
unter IFRS 9 – von der Strategie zur operativen Umsetzung
Die Einführung von IFRS 9 steht Ende des Jahres bevor und die meisten Unternehmen befinden sich mitten in ihren Umsetzungsprojekten. Insbesondere für die rohstoffintensiven Industrien ergeben sich neue strategische Chancen im Hedging, die kurzfristig genutzt werden können. Wir zeigen in unserem Webinar die notwendigen Schritte und die typischen Herausforderungen in der operativen Umsetzung auf.
Seminare und Aktuelles zu den Veranstaltungen finden Sie hier Auch Anmeldungen sind dort online möglich – schnell und unkompliziert.
Anmeldung
Registrieren Sie sich hier online zum Webinar.
5 Veröffentlichungen
An dieser Stelle informieren wir Sie regelmäßig über aktuelle KPMG- Publikationen auf dem Gebiet der handelsrechtlichen und internationalen Rechnungslegung.
Vor Kurzem in Fachzeitschriften erschienen:
Veröffentlichungen zu IFRS
Konzern rechnungs legung
Sonstige Themen
Praxis und Determinanten der novellierten Quartalsberichterstattung im DAX, MDAX, SDAX und TecDAX
Corporate Governance Quo vadis, Corporate Governance?
Links zu nationalen KPMG-Veröffentlichungen:
IFRS Illustrative Financial Statements
Familienunternehmen
Corporate Governance
Wie Familienunternehmen von IT-Sourcing und Cloud Computing profitieren
UBO – Das Transparenzregister als Herausforderung für Family Offices und Familienunternehmen
Links zu internationalen KPMG-Veröffentlichungen:
IFRS Financial Instruments
Leasing IFRS 16 Lease Definition – The new on-/off-balance sheet test
Financial Instruments Prepayment features with negative compensation
IFRS Revenue
Revenue Accounting for revenue is changing –What’s the impact on transport companies?
Revenue Accounting for revenue is changing –What's the impact on housebuilders?
IFRS Newsletter
Banking The Bank Statement IFRS – Global Banking Newsletter, Q1 2017
KoR 4/2017, S. 164–172
BOARD 1/2017, S. 17–20
Lasse Tausch
Stefan C. Weber
Stephan Vaagt
Jens Laue
In diesem Artikel werden nachhaltig veränderte Anforderungen an das Sourcing-Management in Familienunternehmen, ausgelöst durch die Digitalisierung und den strukturellen Kostendruck, dargestellt.
Dieser Artikel beschreibt die eventuellen Heraus forderungen für Family Offices und Familienunter nehmen des im Juni 2017 in Kraft tretenden Geldwäsche gesetzes.
Dieser englischsprachige Leitfaden unterstützt Unternehmen bei der Anwendung des neuen IFRS 16 zu Leasingverhältnissen.
Dieser Artikel bezieht sich auf einen Änderungsvorschlag zur Bewertung finanzieller Vermögenswerte mit einer Kündigungsmöglichkeit in Verbindung mit IFRS 9.
In diesem englischsprachigen Artikel werden die Folgen des am 1. Januar 2018 in Kraft tretenden IFRS 15 auf Transportunternehmen dargestellt.
Dieser Artikel bezieht sich auf die Auswirkungen des neuen IFRS 15 für Bauträger.
In diesem englischsprachigen Newsletter werden unter anderem die Anwendung des IFRS 9 auf Finanzanlagen mit einer Kündigungsmöglichkeit und die neu veröffentlichten Änderungen in Bezug auf die Anforderungen im Financial Reporting erläutert.
6 Ansprechpartner
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REGION WEST
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DEPARTMENT OF PROFESSIONAL PRACTICE
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Dr. Hanne Böckem T +49 30 2068-4829 hboeckem@kpmg.com
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Herausgeber
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