thesaurus will thus bear the stamp of the time and culture in which it has been conceived“ (Fischer 2004: 55).
4. Roget’s Thesaurus und das Begriffssystem von Hallig und von Wartburg: zwei verschiedene Ordnungsschemen als Vorlage für die tschechischen onomasiologischen Wörterbücher Wie schon zuvor erwähnt, gibt es im Tschechischen zwei onomasiologische Wörterbücher, die der Thesaurusdefinition entsprechen: das in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts von Jiří Haller und seinen Mitarbeitern in Angriff genommene, leider aber unvollendete Český slovník věcný a synonymický und der rezente, 2007 von Aleš Klégr publizierte Tezaurus jazyka českého. Dem ersten Werk liegt das von Hallig und von Wartburg vorgeschlagene Begriffssystem zugrunde, während das zweite nach dem Modell vom Roget’s Thesaurus aufgebaut ist. Bevor die beiden Nachschlagewerke vorgestellt werden, finde ich es wichtig, ihre Ordnungsschemata kurz zu beschreiben und zu vergleichen. Obwohl beide Konzeptionen als universalistisch angesehen werden können, scheinen die deklarierten Absichten ihrer Autoren unterschiedlich zu sein. Peter Mark Roget verfolgte hauptsächlich praktische Ziele: er liefert keine theoretischen Erklärungen zu seinem Ordnungsschema, das nach seinen Worten „the simplest and most natural“ und jedem zugänglich sein sollte.9 Das Begriffssystem von Hallig und von Wartburg ist dagegen gründlich theoretisch ausgearbeitet (vgl. Hallig – von Wartburg, 1963: V – XXIII). Seine Autoren heben insbesondere zwei Punkte hervor, die ihr Werk von ähnlichen Ordnungssystemen unterscheiden: 1. Das Begriffssystem wurde in erster Linie zu wissenschaftlichen Zwecken erarbeitet, um einen Beitrag zur Sprachforschung zu leisten, wohingegen die anderen „nach Sachgruppen“ geordneten Wörterbücher, unter ihnen auch Roget’s Thesaurus, „einem praktischen Bedürfnis dienen und auf dessen Erfüllung hin angelegt sind“ (Hallig – von Wartburg, 1963: VI). 2. In ihrem Schema
9
„In constructing the following system of classification of the ideas which are expressible by language, my chief aim has been to obtain the greatest amount of practical utility. I have accordingly adopted such principles of arrangement as appeared to me to be the simplest and most natural, and which would not require, either for their comprehension or application, any disciplined acumen, or depth of metaphysical or antiquarian lore“ (Roget 2014: X).
98 Ukázka elektronické knihy, UID: KOS288726