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 Rede von Hartmut Koschyk MdB Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen

anlässlich der Präsentation des Sonderpostwertzeichens „Frankfurter Buchmesse – Ehrengast Argentinien (Gemeinschaftsausgabe mit Argentinien)“

am Sonntag, dem 10. Oktober 2010 auf der Frankfurter Buchmesse


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Sehr geehrte Frau Botschafterin Faillace, sehr geehrter Herr Botschafter Taccetti, sehr geehrter Herr Botschafter Kniess, sehr geehrter Herr Oneto, sehr geehrter Herr Boos, sehr geehrter Herr Generalkonsul Garibaldi sehr geehrter Herr Gesandter Kreckler, sehr geehrter Herr Professor Casanova, sehr geehrter Herr Gesandter Baur, sehr geehrte Frau von Thielmann, sehr geehrte Frau Stadträtin Pfreundschuh, sehr geehrte Exzellenzen, meine sehr verehrten Damen und Herren,

Besondere Verbindung mit Argentinien Es ist mir eine große Ehre, Ihnen heute die Gemeinschaftsmarke zwischen Argentinien und Deutschland vorstellen zu dürfen. Eine Gemeinschaftsmarke ist immer Ausdruck der besondern Wertschätzung zweier


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Partner und manifestiert sich in einem besonderen länderverbindenden Thema. Augenscheinlich wird diese Verbindung auch dadurch, dass in beiden Ländern eine Marke mit identischem Motiv und jeweils zweisprachiger Beschriftung herausgegeben wurde.

Mit Argentinien teilen wir nicht nur wirtschaftliche Interessen, sondern auch Werte, wie das Bekenntnis zur Demokratie, zu den Menschenrechten und zu globaler Verantwortung. Uns verbindet mit Argentinien aber auch die Herausforderung der Aufarbeitung totalitaristischer Gewaltherrschaft, was ja in vielen argentinischen Literaturbeiträgen der Frankfurter Buchmesse zum Ausdruck kommt.

Argentinien ist für uns ein wichtiger Partner auf internationaler Ebene. Das hat Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel gegenüber der Argentinischen Staatspräsidentin Cristina Fernández de


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Kirchner bei dem Besuch in Berlin deutlich zum Ausdruck gebracht. Wir wollen mit Argentinien unsere Zusammenarbeit in den Bereichen von Wirtschaft und Wissenschaft weiter ausbauen.

Gemeinsam blicken wir auf eine über 150 Jahre lange, ausgezeichnete Geschichte der Zusammenarbeit zurück.

Ein starkes Fundament der Beziehungen sind die gemeinsamen Wertevorstellungen und historischen Wurzeln, die uns verbinden.

Zu der dynamischen Entwicklung unserer guten Beziehungen haben auch viele deutsche Einwanderer beigetragen, welche die wirtschaftliche, kulturelle und gesellschaftliche Entwicklung Argentiniens engagiert mitgestaltet haben. Die Deutsche Sprache genießt in Argentinien einen hohen Stellenwert, was unter anderem durch das deutschsprachige „Argentinische Tageblatt“ der Gebrüder Alemann,


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33 deutsche Schulen mit 25 000 Schülern und ca. 300 000 Deutsch sprechenden Bürgern Argentiniens zum Ausdruck kommt.

Im Schulbereich darf ich als Beispiel die Pestalozzi-Schule in Buenos Aires nennen, die zu Recht den Titel „Exzellente deutsche Auslandsschule“ erhalten hat. Im Wirtschaftsbereich möchte ich das Wirken der Deutsch-Argentinischen Handelskammer würdigen, die mit 1 000 Mitgliedsunternehmen die größte ausländische Handelskammer Argentiniens ist.

Wir können auf ein breites Fundament freundschaftlicher Beziehungen aufbauen und wollen gerade auch der kulturellen Vielfalt Argentiniens unsere besondere Aufmerksamkeit schenken. Themenwahl „Frankfurter Buchmesse“ Die Frankfurter Buchmesse mit Argentinien als Gastland bietet hierfür eine


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hervorragende Gelegenheit und natürlich auch ein zugkräftiges Thema für unsere Gemeinschaftsmarke.

Die Geschichte der Frankfurter Buchmesse reicht zurück bis ins 11. Jahrhundert. Handschriften sind auf dem Markt in Frankfurt getauscht und verkauft worden. Mit der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg um 1450 - nur wenige Kilometer von Frankfurt entfernt – entwickelte sich allmählich ein Handelsplatz für Bücher.

Heute ist die Frankfurter Buchmesse die größte Buchmesse der Welt sowie Markenzeichen und Vorbild für internationale Kulturveranstaltungen. Anfangs in jedem zweiten, seit 1988 in jedem Jahr stellt sich ein Gastland mit seiner Kultur und Literatur vor. 2010 ist Argentinien Gastland der Frankfurter Buchmesse.


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Themenwahl „Jorge Luis Borges“ Briefmarken sind die kleinsten Kulturbotschafter, und ich bin mir sicher, dass unsere Gemeinschaftsmarke auf ihrer Reise nach Argentinien zum dortigen Empfänger ihre Aufgabe erfüllen wird. Auch Bücher sind Botschafter: sie tragen Erkenntnisse und Wahrheiten, Überzeugungen und Wertvorstellungen, Hoffnungen und Gefühle in die Welt hinaus. Hierzu trägt das Programm der argentinischen Regierung, argentinische Literatur unterschiedlicher Genre in 31 Sprachen zu übersetzten, hervorragend bei. Das Buch „Die letzte Reise des Odysseus“ des Weltliteraten Jorge Luis Borges ist ein Klassiker. Vielen von Ihnen wird das Zitat hieraus - „Das Paradies habe ich mir immer als eine Art Bibliothek vorgestellt.“ - ein Begriff sein. Borges ist zweifelsohne einer der bedeutendsten argentinischen Schriftsteller. Als Jugendlicher lebte er in der Schweiz und in Spanien. In Genf


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begann Borges aus freien Stücken Deutsch zu lernen und las die ersten Gedichte von Heinrich Heine. In den folgenden Jahren wurde er zu einem großen Verehrer der deutschen Literatur. Seine besondere Beziehung zu Deutschland hörte nie auf: So veröffentlichte er 1951 zusammen mit Delia Ingenieros ein Buch über die altgermanische Literatur (Antiguas literaturas germánicas), 1959 erschienen in München die ersten deutschen Übersetzungen seiner Erzählungen und 1972 dichtete er eine „Ode an die deutsche Sprache“. Darin heißt es: „Dich aber, süße Sprache Deutschlands, Dich habe ich erwählt und gesucht, ganz von mir aus. In Nachtwachen und mit Grammatiken, aus dem Dschungel der Deklinationen, das Wörterbuch zur Hand, das nie den präzisen Beiklang trifft, näherte ich mich Dir.“

In Argentinien sagt man, Borges sei unvergänglich wie der Tango. Ich möchte dies bewusst so stehen lassen und


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anmerken, dass auch Umberto Eco ihm in „Der Name der Rose“ mit dem blinden Bibliothekar „Jorge de Burgos“ ein Denkmal errichtet hat.

Wer sonst würde sich eignen, stellvertretend für die literarische Leistung Argentiniens gewürdigt zu werden?

Gestaltung und Auflage Meine sehr verehrten Damen und Herren, die hier präsentierte Marke ist ein grafisches Kunstwerk, das von dem argentinische Grafiker Dario Martin Cánovas aus Buenos Aires gestaltet wurde, den ich mit besonderer Herzlichkeit heute willkommen heiße.

Lassen wir noch einmal Jorge Luis Borges zu Wort kommen: „Jemand setzt sich zur Aufgabe, die Welt abzuzeichnen. Im Laufe der Jahre bevölkert er einen Raum mit Bildern von Provinzen, Königreichen, Gebirgen, Buchten, Schiffen, Inseln, Fischen, Behausungen, Werkzeugen,


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Gestirnen, Pferden und Personen. Kurz bevor er stirbt, entdeckt er, dass dieses geduldige Labyrinth aus Linien das Bild seines eigenen Gesichts wiedergibt.“ Dieses Zitat von Jorge Luis Borges hat Dario Martin Cánovas in seiner Sondermarke in beeindruckender Weise umgesetzt. Über ein Portrait von Borges wurde ein Labyrinth gelegt. Je nach Betrachtungswinkel ist das Portrait, das Labyrinth oder ein stehendes „B“ zu sehen, welches für Borges und gleichermaßen für die Buchmesse steht.

Gemeinschaftsmarken verbinden. Daher hat die Briefmarke auch einen Wert von 170 Cent bekommen, das Entgelt, das man aufwenden muss, um einen Brief nach Argentinien zu senden. Dieser Wert wird nur einmal in diesem Jahr aufgelegt, daher die hohe Auflage von 6,7 Millionen Stück. Die Gemeinschaftsmarke ist bereits in allen Verkaufsstellen der Deutschen Post AG erhältlich.


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Meine sehr verehrten Damen und Herren,

nun freue ich mich, Erstdrucke der Briefmarke überreichen zu dürfen

in einem roten Album an: Frau Botschafterin Magdalena Faillace, Präsidentin des „Organisationskomitees für die Teilnahme Argentiniens als Ehrengast an der Frankfurter Buchmesse“

Herrn Botschafter Victorio Taccetti, Botschafter der Republik Argentinien in der Bundesrepublik Deutschland

Herrn Botschafter Günter Rudolf Kniess, Botschafter der Bunesrepublik Deutschland in der Republik Argentinien

Herrn Alberto Oneto Vertreter der Argentinischen Post

Herrn Juergen Boos, Geschäftsführer der Frankfurter Buch-


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messe

in einem grünen Album an:

Herrn Generalkonsul Juan Luis Garibaldi, Generalkonsulat und Zentrum für Handelsförderung in Frankfurt am Main

Herrn Gesandten Guillermo Kreckler, Sonderbeauftragter des „Organisationskomitees für die Teilnahme Argentiniens als Ehrengast an der Frankfurter Buchmesse 2010“

Herrn Professor José Casanova, „Organisationskomitee für die Teilnahme Argentiniens als Ehrengast an der Frankfurter Buchmesse 2010“

Herrn Dario Martin Cánovas, Gestalter der deutsch-argentinischen Gemeinschaftsmarke


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(falls nicht anwesend, nimmt Prof. Casanova das Album für ihn in Empfang)

Frau Dudu von Thielmann, Verlegerin und Partnerin des argenitnischen Verlages „Ediciones Larriviere“ sowie Vertreterin des Verbandes der Deutsch-Argentinischen Vereinigungen

Frau Erika Pfreundschuh, Stadträtin im Magistrat der Stadt Frankfurt am Main

in einem weißen Album an:

Herrn Gesandten Sergio Baur, Generaldirektion für Kulturelle Angelegenheiten des argentinischen Außenministeriums

Frau Marifé Boix Garcia, Vice President eServices Frankfurter Buchmesse


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Frau Ruth Kumpmann, Verantwortliche für die Ehrengäste der Frankfurter Buchmesse

Frau Simone Bühler, Koordinatorin Gastland Argentinien und Verantwortliche für die Ehrengäste der Frankfurter Buchmesse

Herr Botschaftssekretär Eduardo Luis Fuhr, Botschaft der Republik Argentinien

Herrn Lutz Menze, Gewinner des nationalen BriefmarkenWettbewerbs für die deutsch-argentinische Gemeinschaftsmarke

Herrn Arnim Hölzer, Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Briefmarkenhandels APHV e.V.

Herrn Harry Kollatz,


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Schatzmeister des Verbandes der Philatelisten-Vereine Hessen, Rhein-MainNahe e.V.


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