Page 1

Dezember2014 2015 September


Weihnachtskonzert Mozart Nussknacker 18./ 20. Dezember

Neujahrskonzert 1. Januar

Festtage! Ronja R채ubertochter 6./ 16./ 20./ 24./ 26./ 28. Dezember 1. Januar

The Effect

West Side Story

Premiere 19. Dezember 27./ 30./ 31. Dezember 2./ 3. Januar

Premiere 12. Dezember 19./ 21./ 30. Dezember 3. Januar

Katharina Knie

Flashdance

2./ 15./ 16./ 20. Dezember

27./ 31. Dezember

Andorra

ARTUS Excalibur

18. Dezember

5. Dezember 2. Januar

Macbeth 6./ 22./ 29. Dezember

Eugen Onegin 13./ 17. Dezember

theatersg.ch kasse@theatersg.ch | 071 242 06 06


Schranken sind zum Öffnen da Sie sind Romeo und Julia der 1950er-Jahre. Maria und Tony erleben die Liebe auf den ersten Blick. Sie verlieben sich ineinander, ohne zu wissen, dass ihre Familien und Freunde sich bekriegen. Für einen kurzen Moment ist Unwissenheit Trumpf. Dann holt die Realität beide auf den Boden der Tatsachen zurück. Denn ihre Beziehung provoziert und wird ihnen schliesslich zum Verhängnis. Die Frage am Ende ist: Was muss passieren, damit Hautfarbe und Herkunft endlich keine Rolle mehr spielen? Das Ensemble der Musicalproduktion West Side Story gibt darauf die Antwort. Seit Probenbeginn Anfang November bis zur Premiere am 12. Dezember arbeiten Sänger, Schauspieler, Tänzer und Musiker aus verschiedensten Ländern unter der Leitung des niederländischen Chefdirigenten Otto Tausk und der amerikanischen Regisseurin und Choreografin Melissa King am Theater St.Gallen zusammen. Sie alle spielen ihre Rollen, ihre Nationalität spielt keine. Grenzen überschreitet auch Komponist Leonard Bernstein, der als Teil des kreativen Teams um Choreograf Jerome Robbins und die Autoren Arthur Laurents und Stephen Sondheim auf der Suche nach einer musikalischen Form zwischen Musical und Oper war und schlussendlich Bestandteile beider Genres miteinander verknüpfte. In der West Side Story erklingen also nicht nur Einflüsse verschiedener Musikstile wie Swing oder Jazz, sondern auch unterschiedlicher Musikrichtungen wie Klassik und Popmusik. Musical oder Oper. Jets oder Sharks. Man ersetze «oder» durch «und»! Deborah Maier Dramaturgin

4 Das erste Date: Eine

internationale Gebrauchsanweisung

7 Rhythm is it! 8 Chemical Romance 10 STRADA! 11 «So vieles hat zugleich

Raum in uns!»

13 St.Galler Festspiele

«to go»

14 Ritual und Verklärung 16 Kurz notiert 17 Unser Festtagsmenü

für Sie

18 Weihnachten und

Neujahr mit dem Sinfonieorchester

19 Skandinavien und

Russland

20 Mise en Scène 24 Selfie mit Kunst # 4 25 Veranstaltungskalender

3


Das erste Date: Eine internationale Gebrauchsanweisung Mitglieder des West Side Story-Ensembles verraten Regeln und Tricks aus ihrer Heimat West Side Story Nach einer Idee von Jerome Robbins Buch von Arthur Laurents Gesangstexte von Stephen Sondheim Musik von Leonard Bernstein Premiere Samstag, 12. Dezember 2015 19.30 Uhr, Grosses Haus Einführungsmatinee Sonntag, 29. November 2015 11 Uhr, Foyer Eintritt frei Leitung Musikalische Leitung: Otto Tausk / Stéphane Fromageot Inszenierung und Choreografie: Melissa King Bühne: Knut Hetzer Kostüme: Magali Gerberon Licht: Michael Grundner Dance Captain und choreografische Assistenz: Samantha Turton Fight Captain: Richard Leggett Dramaturgie: Deborah Maier Besetzung Tony: Andreas Bongard Maria: Lisa Antoni Riff: Jörn-Felix Alt Bernardo: Jurriaan Bles Anita: Sophie Berner / Conchita KlucknerZandbergen Jets: Adrian Hochstrasser, Stephan Luethy, Tobias Brönner, Stefan Gregor Schmitz, Richard Leggett, Annakathrin Naderer, Samantha Turton Sharks: John Baldoz, Danilo Brunetti, Luke Giacomin, Roberto Martinelli, Yara Hassan, Dapheny Oosterwolde Doc: David Steck Schrank: Max Gertsch Krupke: Romeo Meyer

Ein Ballsaal, 22:00 Der Tanz wird wilder und wilder, bis alle auf dem Höhepunkt «Mambo!» schreien. Genau in diesem Augenblick sehen sich Tony und Maria zum ersten Mal. Ihr Stimmen ersterben, ihr Lächeln verschwindet, ihre Hände sinken herunter. Tony und Maria gehen langsam aufeinander zu. Wie im Traum gleiten sie in den Tanz, und immer sehen sie einander an. Völlig verloren ineinander. Sie nehmen nichts wahr, weder Zeit noch Ort, nur einander. (Regieanweisung) Es ist die grosse Liebe auf den ersten Blick. Als Tony und Maria sich zum ersten Mal begegnen, bleibt die Zeit stehen. Im wahren Leben verlaufen erste Dates oft weniger weltbewegend. Wer erfolgreich sein will, sollte auf Nummer sicher gehen und gewisse Verhaltensweisen beachten und Erwartungshaltungen erfüllen. Mitglieder des internationalen West Side Story-Ensembles berichten von unterschiedlichsten DO s und DONT s beim ersten Kennenlernen. Danilo Brunetti | Italien Im Gegensatz zu heute, wo man sich über Apps verabredet, legte man in Süditalien, als ich Teenager war, Wert auf Langsamkeit. Man sollte die Türe aufhalten, ein Gentleman sein. Wichtig ist, nie mit leeren Händen zu erscheinen! Der schmale Grat besteht darin, der Dame immer die Entscheidung zu

überlassen, aber dennoch selbstbewusst zu entscheiden. Der absolute Gewinner ist das Rundumpaket mit Picknick, Bootsfahrt und Sonnenuntergang. Jedes Detail ist wichtig. Haare, Schuhe, Outfit, Parfum, Fingernägel – man sollte nichts dem Zufall überlassen! Die geheime Zutat, die uns Latin Lovers auszeichnet, ist unsere Spontaneität, Originalität, Leidenschaft und Unvorhersehbarkeit. Lisa Antoni | Österreich Ein erstes Date in Wien findet in einem Café statt! Vielleicht nicht in einem echten Wiener Kaffeehaus, sondern eher bei Starbucks. Die meisten Paare in meinem Freundeskreis haben sich über Freunde oder Bekannte kennengelernt. Meiner Meinung nach sollte beim ersten Date der Mann die Dame einladen. Ich finde, es hat Stil, ein Gentleman zu sein. Man sollte auf keinen Fall sein Handy zu sehr beachten. Also, lieber auf lautlos stellen. Emily Pak | China Ein typisches erstes Date in Hongkong ist etwas ganz Besonderes. Es handelt sich um einen offiziellen Anlass. Normalerweise trifft man sich zum Abendessen. Trotz Gleichberechtigung ist bei einem Date immer noch der Mann derjenige, der die Richtung vorgibt. Man sollte verschiedene Dinge beachten:

Tanzkompanie des Theaters St.Gallen Sinfonieorchester St.Gallen Mit grosszügiger Unterstützung von

Jazziger Sound bei den «Jets» auf der Bühne und lateinamerikanische Rhythmen bei den «Sharks» im Ballettsaal. Fotos: sk

4


1. Die Wahl des Restaurants: Man sollte keine Gerichte aussuchen, die schlechten Atem verursachen, wie etwa Korean Barbeque oder Chinese Hotspot. Das Restaurant sollte leise und romantisch sein. Japanische oder westliche Küche bietet sich für ein perfektes Abendessen an. 2. Die äussere Erscheinung: Frauen tragen am besten wenig Make-up, Männer gebügelte Kleidung. Frauen in Hongkong neigen dazu, bei einem ersten Date passiv zu sein. Deshalb ist es wichtig, dass die Männer die Atmosphäre auflockern. Vorsicht: Nicht zu viele Fragen zum familiären Hintergrund stellen. Das gilt in der chinesischen Kultur als unhöflich! 3. Das Ende: Nach dem Essen bietet der Mann meist an, die Frau einzuladen. Trotzdem kann die Frau wählen, ob sie selbst zahlen möchte, um zu zeigen, dass sie finanziell unabhängig ist. Wenn alles gut läuft, schliesst sich noch ein romantischer Spaziergang am Hafen an. Dennoch: Immer genug Abstand halten! Nicht umarmen oder küssen! Wenn der erste Eindruck gut ist, folgt schnell ein zweites Date. Luke Giacomin | Australien Erste Dates sind in Australien immer mit Abenteuern und Überraschungen verbunden. Wir sind gerne draussen, weshalb sich der Strand, ein öffentlicher Park oder eine

Kirmes anbietet. Es ist immer gut, mehrere Leute dabei zu haben. Gar nicht unüblich ist ein Date bei einem «Dance at the Gym», denn das ist die unverfänglichste Möglichkeit, neue Leute kennenzulernen. Wichtig ist heutzutage, dass jeder für sich selbst zahlt. Kleine Geschenke für die Dame können natürlich nie schaden. In meiner Jugend hat man sich nach einem erfolgreichen Date ein schwarzes Gummiarmband geschenkt. Das bedeutete dann, dass man verliebt war. Wenn ich heute darüber nachdenke, ging das meistens ganz schön schnell. Wenn das Armband kaputt ging, hat man sich getrennt. Das ging dann genauso schnell. Regel Nummer 1: Keine Eltern beim ersten Date! Und Nummer 2: Küssen nicht vergessen! Max Gertsch | Schweiz Mit 13 begann ich mich für Mädchen zu interessieren. Was heisst «begann» – Ich brauchte dringend eine Freundin! ALLE hatten ja jetzt eine! Und mir war klar, dass es beim Daten Regeln geben musste, bloss: wie die lauteten, blieb mir verborgen. «Mädchen» war ein echt schweres Fach, so wie Mathe oder Chemie. Und coolnessmässig lag ich leider nicht so weit vorn. Schlimmer als die Klamotten, die mir meine Mutter kaufte – besonders die Schuhe mussten «vernünftig» sein – war mein Überbiss (an dieser Stelle ein besonderer Dank an Dr. Nowacki). Und

bei meiner Schüchternheit müsste schon ein mittleres Wunder geschehen, bevor sich ein Mädchen für mich interessieren würde. Das Wunder hiess Jane und kam wie ich aus Bern. Aber kennen lernten wir uns auf Mallorca. Die ersten Ferien ohne Eltern! Mein erster Flug! Mein erstes Drei-SterneHotel! Der ganze Urlaub ein einziges erstes Mal! Es gibt ein Foto von mir in der Hoteldisco, darauf sieht man einen Jungen mit verschwitztem halblangem Haar, einem wirklich scheusslichen Hemd (hatte ich erwähnt dass wir uns in den 70ern befinden?), geschlossenen Augen und einem leicht entrückten Lächeln im Gesicht. In seinen Armen ein ebenfalls lächelndes Mädchen mit weisser Bluse, die roten Haare etwas kürzer als Molly Ringwald in Breakfast Club. (Kennen Sie nicht? Was!?) Wie konnte es dazu kommen? Wie hatte der Junge mit den Hasenzähnen das geschafft? Ganz ehrlich: keine Ahnung! Ich war auf der Tanzfläche sehr mit mir und meinen mir nicht hundertprozentig gehorchenden Extremitäten beschäftigt, als mir langsam dämmerte, dass dieses tanzende Mädchen immer wieder rüberschaute und sich, ganz offensichtlich, für mich interessierte. Panik brach aus: «Was macht die da?» und «Was mach ich jetzt?» Aber als die Musik langsamer wurde (ich tippe auf «Poor Man’s Moody Blues» von Barclay James Harvest), tanzten wir plötzlich miteinander – ich konnte es nicht fassen! Und später, bei der Verabschiedung auf dem Hotelflur, wurde es noch besser: Ich küsste zum ersten Mal ein Mädchen! In einer einzigen Nacht hatte sich mein Leben fundamental verändert. Von da an «gingen wir miteinander» – so hiess das damals. Ich weiss nicht wie lange, aber das Ende kam genauso abrupt, wie alles begonnen hatte: Plötzlich war das Gefühl weg und ich erlebte meine erste Trennung. Auch das: ein erstes Mal. Die einzige Dating-Regel, die für mich seit jenem Abend mit Jane Gültigkeit hat: Den Startschuss gibt das Mädchen. Als Junge hat man sich bereit zu halten: Augen auf, Ohren auf, um im richtigen Moment zuzugreifen! Woran man den richtigen Moment erkennt? Da bin ich mit 50 leider immer noch genauso überfragt wie damals . . .

5


K

O

N

Z

E

R

T

E

Kammermusik im intimen Rahmen Antje Weithaas, Violine / Silke Avenhaus, Klavier: Mittwoch, 9. Dezember 2015 F. Schubert: Sonatine Nr. 2 a-Moll, D 385 L. v. Beethoven: Sonate c-Moll, op. 30/2 G. Fauré: Sonate Nr. 1 A-Dur, op. 13 J. Suk: 4 Stücke für Violine und Klavier op.17 Guarneri Trio Prag: Mittwoch, 13. Januar 2016 J. Haydn: Klaviertrio G-Dur, Hob. XV:25 "Zigeunertrio" B. Smetana: Klaviertrio g-Moll, op. 15 J. Suk: Klavier Trio c-Moll, op. 2 ˚ Fünf Bergerettes für Klaviertrio, H.275 B. Martinu: Julian Prégardien, Tenor / Ulrich Koella, Klavier: Mittwoch, 17. Februar 2016 R. Schubert: Winterreise op. 89, D 911 Cédric Pescia, Klavier: Mittwoch, 9. März 2016 F. Couperin: Pieces de Clavecin, 4ème Livre No. 25 R. Schumann: Davidsbündler Tänze op. 6 O. Messiaen: Catalogue d'oiseaux Nr. 13, Le courlis cendré L. v. Beethoven: Sonate Nr. 32 c-Moll, op. 111 Casal Quartett: Mittwoch, 6. April 2016 E. Grieg: Streichquartett Nr. 2 F-Dur, EG 117 Peteris Vasks: Streichquartett Nr. 3, WV 1990 J. Sibelius: Streichquartett d-moll op. 56, "voces intimae" Die Konzerte beginnen um 19.30 Uhr im kleinen Saal des Casino Herisau Abendkasse ab 19.00 Uhr, genügend Plätze Abonnemente und Information: www.casinogesellschaft.ch

Mittwoch, 30. Dezember, 19 Uhr

Mittwoch, 30. Dezember, 19 Uhr St.Laurenzenkirche, St.Gallen St.Laurenzenkirche, St.Gallen J. S. Bach

J. S. Bach

Weihnachtsoratorium

Weihnachtsoratorium BWV 248, 6. Teil BWV 248, 6. Teil Wolfgang Borchert Nachts schlafen die Ratten doch Wolfgang Borchert Nachts schlafen die Ratten doch (Lesung) (Lesung) WeitereWerke Werke Johann Rosenmüller, Weitere Johann Rosenmüller, Sebastian Knüpfer, Sebastian Knüpfer, Johann Schelle Johann Schelle

Sopran Sopran Altus Altus Tenor Tenor Bass Bass

Gerlinde Sämann Gerlinde Sämann JanBörner Börner Jan Bernhard Berchtold Bernhard Berchtold Dominik Wörner Dominik Wörner

Chor Chor && Orchester Orchesterder derJ.J.S.S.Bach-Stiftung Bach-Stiftung Lesung Lesung

Peter PeterKner Kner

Leitung Leitung

Rudolf RudolfLutz Lutz

Das Gönnerinnen Das Konzert Konzertwird wirdvon voneiner einerunserer unserer Gönnerinnen gestiftet – als Geschenk für Bachfreunde aus nah gestiftet – als Geschenk für Bachfreunde aus nah und fern.

und fern.

Keine Abendkasse – Billette nur auf Vorbestellung Keine Abendkasse ab 1. Dezember 2015– Billette nur auf Vorbestellung

ab 1. Dezember 2015


Rhythm is it! Otto Tausk über seine Musicalpremiere

Am 12. Dezember feiert die West Side Story von Leonard Bernstein Premiere am Theater St.Gallen. Für Chefdirigent Otto Tausk ist es in zweifacher Hinsicht eine Premiere, denn er dirigiert zum ersten Mal ein Musical. Kurz vor der Probe sprach er mit Dramaturgin Deborah Maier über Bernsteins Rhythmus und die Unsterblichkeit der West Side Story. Die West Side Story ist Ihr erstes Musical. Ungewohnt? Meine Eltern hatten die erste Aufnahme auf Platte. Ich kenne das Stück also seit meiner Kindheit. Ungewohnt im Vergleich zur Oper ist für mich vor allem, dass viel mehr getanzt wird, als gesungen. Der Ausgangspunkt der Produktion ist also ein ganz anderer, nämlich der Tanz und die Bewegung, im weitesten Sinn: der Rhythmus. Im Kern verfügt die West Side Story aber einfach über sehr gute Musik. Und das ist der Grund, warum mich das Stück so interessiert, unabhängig davon, ob es nun ein Musical ist oder eine Oper. Wenn man Bernsteins Dirigat zusieht, könnte man meinen, er sei nicht «nur» Komponist und Dirigent, sondern auch noch Tänzer. Bernstein hatte den Rhythmus einfach im Blut. Auf diesem Gebiet war er ein Genie. Sein besonderes Gespür zeigte er nicht nur als Pianist am Klavier, sondern auch als Dirigent, wenn er beispielsweise Mahler dirigierte. Sein ganzer Körper schrie: Rhythmus. Bernstein legte grossen Wert darauf, den Rhythmus immer fliessen zu lassen – wie einen regelmässigen natürlichen Puls. Der Rhythmus der West Side Story betrifft nicht nur einen bestimmten Tanz oder Song, sondern das ganze Stück. Ein ähnliches Gefühl hat man vielleicht, wenn man aufs Meer schaut. Man würde nie auf die Idee kommen, zu sagen: Diese Welle ist zu schnell oder jene zu langsam. Es ist nur ein

natürlicher Rhythmus denkbar. Bernsteins Gabe kommt in der West Side Story besonders zum Vorschein, weil so viel Tanz und Bewegung darin ist. Ich versuche mich dem Stück zu nähern, als käme ich vom Tanz. Als Kind habe ich immerhin mal Ballett getanzt. Da bekam ich zum ersten Mal das Gefühl, wie es ist, seinen Körper zu Musik zu bewegen. Die Herausforderung für mich als Dirigent ist, herauszufinden, wie die Musik sich zur Bewegung verhalten muss und nicht umgekehrt, wie ich es aus dem klassischen Ballett oder aus der Oper kenne. Die West Side Story bewegt sich zwischen Musical und Oper und steht im Kontext der American Musical Comedy, einer neuen Kunstform am Broadway zwischen 1920 und 1930, die keine lose Aneinanderreihung einzelner Nummern mehr war, sondern einem Konzept folgte, das gesprochene Dialoge und Songs beinhaltete und meist einen amerikanischen Stoff verhandelte. Warum war Bernstein so interessiert daran, etwas zu produzieren, was sich von den üblichen Broadway-Shows absetzte? Ich glaube, es ist einfach aus ihm herausgesprudelt. Ich glaube nicht, dass er wirklich einen Plan hatte oder sich dachte: «Die

Welt braucht etwas Neues. Lasst uns etwas ganz anderes machen!» Bernstein konnte intuitiv arbeiten und war in der Lage seinen intellektuellen Hintergrund – den er durchaus hatte – dabei für einen kurzen Augenblick zu vergessen und sich dem Moment hinzugeben. Wenn er über eine Schostakowitsch-Symphonie redete, wurde deutlich, dass er jedes Buch darüber gelesen hatte und die Partitur auswendig kannte, wenn er sie aber dirigierte, schien es, als käme jede Bewegung spontan aus seinem Körper ohne Umweg über den Kopf. Heute würde man sagen, er war ein echter Performer. Wo ist die Oper in der West Side Story? Allein die Geschichte könnte schon als Opernstoff herhalten. Aber auch formal gibt es einige Bestandteile, die ursprünglich aus der Oper kommen, wie zum Beispiel die Arie oder das Leitmotiv. In dieser Hinsicht ist Bernstein Richard Wagner sehr ähnlich, der dank seiner Leitmotiv-Technik sechsstündige Opern komponieren konnte, die trotz ihrer Länge nicht an Spannung einbüssen mussten. In der West Side Story kehren einzelne Melodien und Akkorde immer wieder. Bernstein erinnert sogar in den Dialogen, die mit Musik unterlegt sind, stets an den musikalischen Bogen. Auch wenn die Musik oft ausdrückt, was gerade szenisch passiert, hilft die Verwendung des thematischen Materials dem Zuschauer, den Überblick nicht zu verlieren. Doch im Grunde versuche ich, die West Side Story nicht in eine Schublade zu stecken. Es gibt nicht nur schwarz oder weiss, nicht nur Musical oder Oper. Musik und Leben sind widersprüchlich. Und das ist gut so. Bis heute ist die West Side Story ein einziger Erfolg. Ich glaube, es ist ein Stück, das bleiben wird. Die West Side Story wird immer da sein. Somewhere.

7


Chemical Romance Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie diesen Text

The Effect Schauspiel von Lucy Prebble Schweizer Erstaufführung Premiere Samstag, 19. Dezember 2015 20 Uhr, Lokremise Einführungsmatinee Sonntag, 13. Dezember 2015 11 Uhr, Lokremise Eintritt frei Leitung Inszenierung: Melanie Oşan Bühne: Michael Kraus Kostüme: Michaela Muchina Dramaturgie: Sonja Lamprechter Besetzung Dr. Lorna James: Olga Wäscher Dr. Toby Sealey: Oliver Losehand Connie Hall: Meda Gheorghiu-Banciu Tristan Frey: Tobias Fend Weitere Vorstellungen Sonntag, 27. Dezember 2015, 17 Uhr Mittwoch, 30. Dezember 2015, 20 Uhr Donnerstag, 31. Dezember 2015, 20 Uhr Samstag, 2. Januar 2016, 20 Uhr Sonntag, 3. Januar 2016, 17 Uhr Donnerstag, 7. Januar 2016, 20 Uhr Samstag, 9. Januar 2016, 20 Uhr Donnerstag, 14. Januar 2016, 20 Uhr

RLU37 lautet der Name eines

ist begeistert von den ersten Ergebnissen des Tests: «Gedrosselte Aktivität der Amygdala. Starke Aktivität auf den Dopamin-Kanälen und in den Belohnungszentren des Gehirns im Allgemeinen.» Für ihn besteht kein Zweifel, dass es sich hier um eine antidepressive Wirkung aus dem Lehrbuch handelt! Dezidiert anderer Ansicht als ihr Vorgesetzter ist Dr. Lorna James, welche die Wirkung von Antidepressiva ganz generell und in diesem Fall besonders anzweifelt. Zumal sie weiss, dass jene beiden Probanden, welche die vermeintlich deutlichste Reaktion auf das Psychopharmakon zeigen, allen Grund zur Hochstimmung haben. Intensive Gefühle und Hormoncocktail ja, aber keineswegs chemisch, sondern ganz natürlich produziert: durch gegenseitige Anziehung. Denn zwischen Connie und Tristan knistert es gewaltig. Oder ist ihre Verliebtheit am Ende vielleicht nur ein Effekt des Medikaments?

Denn, auch wenn man sich wahrlich romantischere Orte als die sterile Umgebung eines Versuchslabors denken kann, so gibt es doch keinen Grund, warum nicht auch dort grosse Gefühle aufkommen sollten. Oder vielleicht gerade dort? Dr. Toby Sealey

CONNIE: Irgendwas ist anders als im richtigen Leben. TRISTAN: Das hier ist das richtige Leben. Welches soll es denn sonst sein? CONNIE: Die Ärztin sagte, diese Antidepressiva, die erzeugen bestimmte … so was wie

Wirkstoffs, welchen das Pharmaunternehmen Raushen so schnell wie möglich auf den Markt bringen möchte. Es handelt sich dabei um ein neuartiges Medikament gegen Depressionen, welches sich in der finalen Phase befindet: einer mehrwöchigen Versuchsreihe mit bezahlten Probanden, wobei die Dosis kontinuierlich gesteigert wird. Das klingt keimfrei? Nun – nicht ganz...

Zwischen Connie (Meda Gheorghiu-Banciu) und Tristan (Tobias Fend) knistert es. Foto: Norbert Wobring

8


Dopamin. Das ist, wie wenn dir etwas Aufregendes passiert, oder wenn, du – also, das ist gefakt, chemisch erzeugt. Als ob man sich in jemanden verknallt. TRISTAN: Du denkst also, ich mag dich gar nicht richtig wegen dem – ? CONNIE: Das wäre sehr gut möglich. TRISTAN: Bullshit. Ich kenn doch den Unterschied zwischen dem, was mich ausmacht, und einer Nebenwirkung. Die britische Autorin Lucy Prebble (*1981) lotet in ihrem mit dem Critics Circle Award ausgezeichnetem Theaterstück The Effect auf humorvolle Art die Grenzen der Medizin aus und rückt dabei ganz unpathetisch gleich zwei grosse Themen ins Zentrum, für die wir bis heute keine allgemeingültige Definition gefunden haben: Depression und Liebe. (sl)

Foto: Norbert Wobring

9


STRADA! Fellinis Filmklassiker als zeitgenössisches Theater-Zirkus-Spektakel

STRADA! Gastspiel der Gruppe Cirque de Loin

Vorstellungen Dienstag, 8. Dezember 2015, 20 Uhr Mittwoch, 9. Dezember 2015, 20 Uhr Donnerstag, 10. Dezember 2015, 20 Uhr Samstag, 12. Dezember 2015, 20 Uhr Lokremise Leitung Künstlerische Leitung, Choreografie, Regie: Günter Klingler Künstlerische Leitung, Regie: Michael Finger Kostüme, Szenografie: Moni Vespi Bühne: Thomas Fri Freydl Musik: Michael Finger, Luk Zimmermann, Katell Boisneau Ensemble Katell Boisneau, Clementine Lavagne, Peter Weyel, Vincent Martinez, Noah Egli, Luk Zimmermann, Michael Finger

Inspiriert von Federico Fellinis Filmklassiker La Strada bringt der Schweizer Cirque de Loin, der im Theater St.Gallen bereits in Katharina Knie auf der Bühne stand, gemeinsam mit der deutschen Kompanie HeadFeedHands und der französischen Kompanie Mauvais Coton ein irrwitziges Stück zeitgenössischen Zirkus auf die Bühne. In einer kaum zu kategorisierenden Mischung aus Theater, Musik, Zirkus und Tanz, erkundet STRADA! die emotionalen Verflechtungen dreier Figuren: eines alternden Strassengauklers, seiner naiv-unschuldigen Assistentin und seines Rivalen. Eine zirzensische Reise ins Innerste der Seele beginnt: Unerfüllte Wünsche, schwelende Sehnsüchte, unheilvolle Abhängigkeiten und Ängste sind die Parameter, zwischen denen sich das siebenköpfige internationale Ensemble bewegt. Im Spiel mit den Stereotypen ziehen die Figuren die Zuschauer in ihren Bann: zwischen alter Gauklertradition und Neuem Zirkus, mit LiveMusik und spektakulärer Artistik. Ein schillerndes Tableau des Lebens entsteht. Viva! Viva la vita!

«Willkommen im Zirkus, einer Welt voller Leidenschaft und Sehnsucht! Es sind starke Bilder und tolle Nummern, die hier immer wieder energiegeladen und anarchisch auf die Bühne kommen.» (Badische Zeitung)


«So vieles hat zugleich Raum in uns» Eine dramatische Reise in das menschliche Seelenchaos

Das weite Land Tragikomödie von Arthur Schnitzler Premiere Freitag, 8. Januar 2016 19.30 Uhr, Grosses Haus Einführungsmatinee Sonntag, 3. Januar 2016 11 Uhr, Lokremise Eintritt frei Leitung Inszenierung: Tim Kramer Bühne: Gernot Sommerfeld Kostüme: Natascha Maraval Musik: Willi Häne Dramaturgie: Nina Stazol Besetzung Friedrich Hofreiter, Fabrikant: Matthias Albold Genia, seine Frau: Boglárka Horváth Anna Meinhold-Aigner, Schauspielerin: Diana Dengler Otto, ihr Sohn, Marine-Fähnrich: Luzian Hirzel Doktor von Aigner: Bruno Riedl Frau Wahl: Silvia Rhode Erna, ihr Kind: Wendy Güntensperger Natter, Bankier: Tim Kalhammer-Loew Adele, seine Frau: Danielle Green Doktor Franz Mauer, Arzt: Marcus Schäfer Demeter Stanzides, Oberleutnant: Bart Soroczynski Paul Kreindl: Christian Hettkamp Albertus Rhon, Schriftsteller: David Steck

Im Kleinen ist es die Geschichte einer Midlifecrisis: Er, erfolgreicher Geschäftsmann mit bestem Auskommen, glücklich verheiratet, ist bemüht, der empfundenen Tragik des Alterns durch allerlei belebende Affären entgegenzuwirken. Es ist aber auch die Geschichte von unglücklichen Lieben: Sie, klug, schön, ungemein viel jünger, bemüht sich redlich um ihre Ehe und schlägt ihrerseits reizvolle Angebote aus. Er, Hofreiter, ist von der tugendhaften Zurückhaltung seiner Frau tief befremdet, flieht in die Berge und in die nächste Affäre. Als sie, Genia, dann ihrerseits eine Liaison eingeht, ringt der alternde Ehemann um seine Lebendigkeit und opfert dafür die seines Nebenbuhlers. Nicht zuletzt aber ist das Drama Das weite Land die Geschichte einer Gesellschaft, die schon alles hat, noch immer nicht zufrieden ist und deshalb weiterhin auf der Suche bleibt: nach dem Stillen der Sehnsucht, nach dem einen, entscheidenden, herausstechenden, atemberaubenden und alles verändernden Moment. Arthur Schnitzler (1862 – 1931), den man wegen seines genauen Beobachtens und Benennens der menschlichen Untiefen einen Doppelgän-

ger Sigmund Freuds nennt, verleiht in dieser Tragikomödie der menschlichen Sehnsucht nach Sinn und Bedeutsamkeit poetische Gestalt. Die Gesellschaft, die er dafür auf seine literarische Couch legte, das saturierte Wien der vorletzten Jahrhundertwende, scheint uns dabei näher, als uns bisweilen vielleicht lieb sein mag. Gut geht es ihnen und dann auch wieder nicht. Man weiss sich zu beschäftigen, spielt Tennis und Golf, übt sich in Konversation, unternimmt Spaziergänge, Fahrten in die Sommerfrische und tritt, um sich zu spüren, äusserst riskante Amouren und Bergtouren an. Warum es immer so viel sein muss? «So vieles hat zugleich Raum in uns», lässt Arthur Schnitzler einen seiner Suchenden im dritten Akt sagen. «Wir versuchen wohl Ordnung in uns zu schaffen, so gut es geht, aber diese Ordnung ist doch nur etwas Künstliches . .. Das Natürliche ... ist das Chaos, die Seele ... ist ein weites Land.» (nst)

Weitere Vorstellungen Mittwoch, 20. Januar 2016, 19.30 Uhr Sonntag, 24. Januar 2016, 14.30 Uhr Sonntag, 24. Januar 2016, 19.30 Uhr Freitag, 29. Januar 2016, 19.30 Uhr Dienstag, 9. Februar 2016, 19.30 Uhr Sonntag, 21. Februar 2016, 19.30 Uhr Mittwoch, 24. Februar 2016, 19.30 Uhr Im Anschluss an die Vorstellung vom 29. Januar findet ein Publikumsgespräch statt.

Entwurf für einen Bühnen-Rückprospekt von Gernot Sommerfeld.

11


Bach

Weihnachtsoratorium

Bis er fliegen gelernt hat, Bis er fliegen gelerntdie hat,Rega. braucht’s braucht’s die Rega.

20. Weihnachtssingen mit Mario Schwarz | Lesung Robert Schneider

Samstag 19. Dezember St. Gallen Kirche St. Laurenzen, 18.00 Uhr, Kant. 1-3 Sonntag 20. Dezember Herisau evang. Kirche, 18.00 Uhr, Kant. 4-6

Muriel Schwarz Sopran Kismara Pessatti Alt Erlend Tvinnereim Tenor Michael Raschle Bass Ensembles des Collegium Musicum Ostschweiz

Eintritt frei | Kollekte

Choräle Singen im Weihnachts-Chor Teilnahme Singwochenende 18. - 20.12.2015 Infos & Anmeldung: www.collegium-musicum.ch I 071 245 11 58

Scheidwegstrasse 18

St.Gallen

www.rega.ch www.rega.ch

typotron.ch

Gute Performance.


St.Galler Festspiele «to go» Taschenkreationen aus Festspielfahnen

Wie gern erinnern wir uns an die lauen, venezianischen Sommernächte der St.Galler Festspiele zurück. Noch vor wenigen Monaten prägten unsere Fahnen zum 10. Festspieljubiläum das St.GallerStadtbild. Jetzt gibt es sie auch zum Mitnehmen – in drei modischen Taschenformaten. Teilnehmerinnen des Arbeitslosenprojektes «kleika» entwarfen aus St.Galler Festspielfahnen und recycelten Veloschläuchen individuelle Taschenkreationen. Neben dem angesagten Rucksackmodell im Turnbeutel-Stil gibt es den klassischen Cityshopper und die praktische Tasche für den täglichen Einkauf. Mit dem Erwerb eines Taschenunikates tragen Sie nicht nur ein per sönliches Stück Festspielgeschichte bei sich, sondern unterstützen erwerbslose Frauen dabei, in die Berufswelt zurückzufinden. «kleika» bietet arbeitslosen Frauen im Rahmen eines zeitlich begrenzten Arbeitsplatzes die Möglichkeit, ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt durch Verbesserung von Fach-, Selbst- und Sozialkompetenz zu optimieren. Die individuelle Förderung zur beruflichen Reintegration findet in den Berufsfeldern Verkauf und textile Produktion statt. Die Taschen sind im Secondhand-Laden in der Kirchgasse 11 und im Secondseason Outlet Shop in der Fürstenlandstrasse 101 in St.Gallen erhältlich. Ein einzigartiges Weihnachtsgeschenk für Festspielfreunde! (sk)

Modell Delfina – der kleine, handliche Rucksack für die Stadt

Noch im Sommer hingen die Festspielfahnen in der St.Galler Innenstadt. Corporate Design: TGG , Foto: Till Forrer

Modell Berta – der klassische Shopper, ein Alleskönner unter den Taschen

Modell Fahneneinkauf – die praktische Einkaufstasche

13


Ritual und Verklärung Vorverkaufsstart der 11. St.Galler Festspiele 2016

Le Cid Oper von Jules Massenet Premiere Freitag, 24. Juni 2016 Klosterhof Leitung Musikalische Leitung: Modestas Pitrėnas Inszenierung: Guy Joosten Bühne: Alfons Flores Kostüme: Eva Krämer Choreinstudierung: Michael Vogel Dramaturgie: Marion Ammicht Weitere Vorstellungen Samstag, 25. Juni 2016 Dienstag, 28. Juni 2016 Freitag, 1. Juli 2016 Samstag, 2. Juli 2016 Mittwoch, 6. Juli 2016 Freitag, 8. Juli 2016 Mit grosszügiger Unterstützung von Presenting Partner:

Hauptsponsoren:

14

Die St.Galler Festspiele in der einzigartigen Weltkulturerbe-Kulisse von Klosterhof und Kathedrale sind ein Unikat in der deutschsprachigen Festspiellandschaft. Auch diese Spielzeit wird wieder mit einer grossen, bildgewaltigen Oper, erlesenen Themen-Konzerten und der Fortsetzung der im vergangenen Jahr begonnenen Tanztrilogie in der Kathedrale ihren krönenden Abschluss finden. Karten für die Open-Air-Produktion gibt es ab 12. Dezember an allen bekannten Vorverkaufsstellen. Kaum einen passenderen Ort könnte es für die Anrufung des heiligen Jakob geben als den St.Galler Klosterhof vor der prächtigen Kulisse der Kathedrale, die zu den wichtigen Pilgerstätten auf dem legendären Jakobsweg nach Santiago de Compostela zählt. Und so wird zusammenkommen, was zusammengehört, wenn bei den 11. St.Galler Festspielen der Ritter Rodrigue in der Titelrolle von Jules Massenets Grand opéra Le Cid den spanischen Schutzpatron um Beistand anfleht und ihm kurz darauf die Geliebte als Engel erscheint. Dieser Cid nach Pierre Corneilles gleichnamiger Vorlage hat nicht viel gemein mit seinem realhistorischen martialischen Vorbild aus dem 11. Jahrhundert. Doch darum geht es hier nicht, sondern um Ehre, Liebe und nationale Identitätskonflikte in Zeiten kriegerischer Bedrohung, und um eine Familienfehde, die ihresgleichen sucht. Regie führt Guy Joosten, der in St.Gallen zuletzt Don Giovanni und La Wally in Szene setzte.

I due Foscari – Festspieloper 2015. Foto: Tanja Dorendorf.


Nachtzug Schauspiel Das Weltbild der Igel von Peter Kurzeck

Theatergenuss unterm Weihnachtsbaum Unsere Geschenkangebote

Peter Kurzecks (1943 – 2013) Sätze erkennt man sofort. Kurzeck war ein moderner Romantiker, dessen Texte glücklich machen. Seit Mitte der Neunzigerjahre arbeitete er an dem grossen autobiographisch-poetischen Projekt Das alte Jahrhundert. Das Weltbild der Igel stammt aus Vorabend, dem fünften Buch der Reihe. Darin wirft Kurzeck einen Blick auf die untergegangene Nachkriegszeit, in der die oberhessischen Igel noch ihren festen Platz hatten. Doch dann kommt der Fortschritt, der Strassenbau ... An diesem Nachtzug liest Marcus Schäfer Peter Kurzecks süchtig machende Prosa. Willi Hänes Töne und Tine und Jurek Edels Bilder erweitern die Lesung und beschwören Kurzecks Gesamtverzauberung der Welt herauf.

Das Weihnachtsfest rückt in greifbare Nähe und Sie sind immer noch auf der Suche nach einem passenden Geschenk? Verschenken Sie doch einen Besuch im Theater oder in der Tonhalle. Ob Oper, Schauspiel, Tanz oder Musical, ob im Grossen Haus, in der Lokremise oder Tonhalle – unsere Geschenkgutscheine sind variabel und können ganz nach den Vorlieben ihrer Inhaber eingelöst werden. Unsere Gutscheine gibt es in frei wählbarer Höhe und in einer attraktiven Geschenkverpackung. Die praktische Shopper-Tasche im puristischen Theaterlook ist der ideale Begleiter auf der weihnachtlichen Shoppingtour. Magische Musicalmomente unter dem Weihnachtsbaum bescheren Sie mit unseren Musicaltagen in einem Gesamtpackage. Das sind drei fulminante Musicalabende mit Flashdance, West Side Story und Don Camillo & Peppone, die Musicalherzen höher schlagen lassen! Höchsten Operngenuss verschenken Sie mit einem Ticket für die diesjährige Festspieloper Le Cid von Jules Massenet in spektakulärer Kulisse vor dem UNESCO -Weltkulturerbe. Eine passende Geschenkidee haben wir auch für unsere jungen Theaterbesucher. Mit der OnStage-Karte für nur Fr. 20.– können junge Leute eine Spielzeit lang zu besonders günstigen Konditionen ins Theater gehen. Mit einem Gutschein über einen Tanzkurs in der Theatertanzschule verschenken Sie pure Lebensfreude und Energie. Ob Hip Hop, Modern, Jazz, Ballett oder Yoga – für Gross oder Klein und jeden Geschmack ist etwas dabei. Unsere Billettkasse berät Sie gern. (sk)

«Die Igel erregt von all diesen Eindrücken. Spüren alles, was zu diesem Moment gehört, bis unter die Haut. Feuchte Augen. Ihre Stacheln zittern. Eine Igelgänsehaut. Sie merken, sie können sich das alles wieder nicht merken. Aber vielleicht diesmal schaffen sie es, dass sie es beim nächsten – aber was für ein nächstes Mal soll das sein, im nächsten Leben also –, dass sie es dann alles wiedererkennen und sich selbst auch.» (Peter Kurzeck)

Nachtzug Schauspiel Das Weltbild der Igel Freitag, 11. Dezember 2015, 21 Uhr, Lokremise Von und mit: Marcus Schäfer, Willi Häne, Tine und Jurek Edel

16

Zimt und Koriander Weihnachtliche Weltreise für einen guten Zweck

Ein Kind wird in einem Stall geboren, weil in der Herberge kein Platz ist. Kurz darauf müssen seine Eltern mit ihm in ein fremdes Land fliehen. Die Weihnachtsgeschichten der beiden Evangelisten Lukas und Matthäus gehören zu den ältesten überlieferten Fluchtgeschichten. Auch heute sind wieder Millionen Menschen auf der Flucht. Ihnen widmet das Theater St.Gallen seine diesjährige Weihnachtsmatinee am 20. Dezember, ab 11 Uhr im Foyer, bei der Solisten, Chor und Orchester ihr multikulturelles Gesicht zeigen und im Rahmen eines bunten Musikprogramms von Weihnachtsritualen und -bräuchen ihrer Heimat berichten. Dazu gibt es Punsch und Zimtsterne. Der Eintritt ist frei, aber Spenden, die unmittelbar dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen ( UNHCR ) zugutekommen werden, sind herzlich willkommen.

Adventsmatinee Sonntag, 20. Dezember 2015, 11 Uhr, Foyer Eintritt frei


Unser Festtagsmenü für Sie Ein Theaterprogramm für Gross und Klein

Weihnachtskonzert | Mozart | Nussknacker Freitag, 18. Dezember 2015, 19.30 Uhr Sonntag, 20. Dezember 2015, 17 Uhr Tonhalle West Side Story Samstag, 19. Dezember 2015, 19.30 Uhr Montag, 21. Dezember 2015, 19.30 Uhr Mittwoch, 30. Dezember 2015, 19.30 Uhr Sonntag, 3. Januar 2016, 14.30 und 19.30 Uhr Grosses Haus The Effect Samstag, 19. Dezember 2015, 20 Uhr (Premiere) Sonntag, 27. Dezember 2015, 17 Uhr Mittwoch, 30. Dezember 2015, 20 Uhr Donnerstag, 31. Dezember 2015, 20 Uhr Samstag, 2. Januar 2016, 20 Uhr Sonntag, 3. Januar 2016, 17 Uhr Lokremise

Zum Weihnachtsfest gehört nicht nur ein schmackhaftes Festtagsmenü sondern auch eine gute Portion Unterhaltung – die bekommen Sie bei uns! Als musikalische Vorspeise servieren wir Ihnen beim diesjährigen Weihnachtskonzert in der Tonhalle Musik aus Pjotr I. Tschaikowskys Der Nussknacker und Engelbert Humperdincks Hänsel und Gretel. Märchenhaft bleibt es auch bei unserem Hauptgang. Mit Ronja Räubertochter erleben Sie und Ihre ganze Familie spannende Abenteuer im Mattiswald. Sie mögen es lieber romantisch? Dann empfehlen wir den Musicalklassiker West Side Story mit einer dramatischen Liebesgeschichte und mit-

reissender Musik! Ausserdem kredenzen wir höchsten Operngenuss mit Macbeth und Zirkuskunst mit Katharina Knie. Bei Flashdance können Sie sich die überflüssigen Guetzlipfunde wieder von den Hüften tanzen. Genug vom Weihnachtsstress? Im Schauspiel The Effect finden Sie sich mitten in der Testphase eines neuen Antidepressivums wieder. Der Wirkstoff stimuliert Neurotransmitter und hebt das DopaminNiveau. Besonders auf Connie und Tristan hat das Psychopharmakon eine antidepressive Wirkung. Dafür gibt es allerdings noch einen Grund: Zwischen den beiden knistert es gewaltig. Auch das neue Jahr wird Ihnen munden. Bei uns kommen Sie in den Hörgenuss von Strauss’schen Walzerklängen beim traditionellen Neujahrskonzert und mythischem Sound bei einer allerletzten Vorstellung des Erfolgsmusicals ARTUS – Excalibur. (sk)

Adventsmatinee Sonntag, 20. Dezember 2015, 11 Uhr Foyer, Eintritt frei Ronja Räubertochter Sonntag, 20. Dezember 2015, 14 Uhr Donnerstag, 24. Dezember 2015, 14 Uhr Samstag, 26. Dezember 2015, 14 Uhr Montag, 28. Dezember 2015, 14 Uhr Freitag, 1. Januar 2016, 14 Uhr Grosses Haus Katharina Knie Sonntag, 20. Dezember 2015, 19.30 Uhr Grosses Haus Macbeth Dienstag, 22. Dezember 2015, 19.30 Uhr Dienstag, 29. Dezember 2015, 19.30 Uhr Grosses Haus Flashdance Sonntag, 27. Dezember 2015, 17 Uhr Donnerstag, 31. Dezember 2015, 19 Uhr Grosses Haus Neujahrskonzert Freitag, 1. Januar 2016, 17 Uhr Tonhalle ARTUS – Excalibur Samstag, 2. Januar 2016, 19.30 Uhr Grosses Haus Zauberhafte Momente an Weihnachten mit dem Theater St.Gallen. Foto: Tine Edel

17


Weihnachten und Neujahr mit dem Sinfonieorchester

Weihnachtskonzert 4. Tonhallekonzert Freitag, 18. Dezember 2015 19.30 Uhr, Tonhalle Sonntag, 20. Dezember 2015 17 Uhr, Tonhalle

Jac van Steen – Leitung Annelien van Wauwe – Klarinette

Engelbert Humperdinck Vorspiel Hänsel und Gretel Wolfgang Amadeus Mozart Konzert für Klarinette und Orchester A-Dur KV 622 Pjotr I. Tschaikowsky Der Nussknacker [Auszüge] Mit grosszügiger Unterstützung von

Neujahrskonzert 2016 Freitag, 1. Januar 2016 17 Uhr, Tonhalle

Johannes Wildner – Leitung Bruno Riedl – Moderation

Mit grosszügiger Unterstützung von

Weihnachtskonzert Ein «Kinderstubenweihfestspiel» nannte Engelbert Humperdinck seine Oper Hänsel und Gretel mit einem Augenzwinkern nach seinem musikalischen Vorbild Richard Wagner und dessen Parsifal. Die Mischung aus volksliedhaftverspielten Elementen und grossem spätromantischem Orchestersatz macht die reizvolle Mischung von Humperdincks berühmter Oper aus. Richard Strauss dirigierte die Uraufführung zur Weihnachtszeit am 23. Dezember 1893 in Weimar, und Hänsel und Gretel gelangte auf Anhieb zu der Popularität, die die Oper heute noch geniesst. Mit ihrer volkstümlichen Märchenhaftigkeit, den schützenden vierzehn Engeln und dem Happy End, in dem alle Lebkuchenkinder zum Leben erweckt werden, ist sowohl die Oper als auch die allein stehende Ouvertüre wie für die Advents- und Weihnachtszeit geschaffen. In seinem Todesjahr 1791 komponierte Wolfgang Amadeus Mozart mit dem Klarinettenkonzert A-Dur KV 622 sein erstes Konzert für dieses noch junge Instrument, das ihm stets ausgesprochen lieb war. Den Umständen entsprechend wurde es sein letztes Instrumentalkonzert, wie auch, noch vor seiner Freimaurerkantate KV 623 vollendet, seine zweitletzte Komposition überhaupt. Mozarts Klarinettenkonzert war nicht das erste und natürlich auch nicht das letzte seiner Art, doch es ist «das» Referenzwerk für die Klarinette überhaupt: Virtuoses Abtasten der zahlreichen klanglichen Facetten des Holzblasinstruments, aber nicht blosse Zurschaustellung des Solisten, klangfarblich sorgfältige Instrumentierung durch Weglassung von Oboe und Klarinetten im Orchester sowie

Annelien van Wauwe spielt «Das» Klarinettenkonzert von Mozart

18

eine den reifen Klavierkonzerten vergleichbare Ästhetik des Dialogs von Solo und Tutti, die keiner übertriebenen Affekte bedarf. Dieser Klassiker zeigt Mozart auf der Höhe seines Schaffens mit dieser ihm eigenen, wunderbaren Spur Sehnsucht und Melancholie inmitten all der klassischen Schönheit, die sich nicht nur im langsamen Satz vernehmen lässt! Wieder in die Kinderwelt und die weihnachtliche Märchenzeit tauchen wir mit Pjotr I. Tschaikowskys Nussknacker ein. Neben Dornröschen und Schwanensee ist auch Letzterer mit seiner Weihnachtsgeschichte über das Mädchen Clara und den verzauberten Nussknacker eine seiner überaus beliebten Ballettmusiken. Für unsere Aufführung haben wir aus dem Ballett eine eigene Suite zusammengestellt, umfangreicher als die üblicherweise Gespielte, und in einer Form, die mehr dem Handlungsverlauf folgt, zudem dem weihnachtlichen Treiben und dem Entzünden des Weihnachtsbaums den in einem Weihnachtskonzert gebührenden Platz einräumt! Für die romantische Märchenwelt E. T. A. Hoffmanns findet Tschaikowsky in seinem Ballett berückende Orchesterfarben, besonders effektvoll im Tanz der Zuckerfee, in dem Tschaikowsky als erster Komponist überhaupt die soeben erst entwickelte Celesta als Orchesterinstrument einsetzt. (os) Prosit Neujahr 2016! Nach seinen grossen Erfolgen vom 1. Januar 2013 und 2015 steht auch für das Neujahrskonzert 2016 wieder der Wiener Dirigent Johannes Wildner am Pult des Sinfonieorchesters St.Gallen. Wildner ist die Musik der Strauss-Dynastie sowie anderer Walzer-Könige eine wirkliche Herzensangelegenheit. Er tut, was man tun sollte: Er nimmt diese Musik sehr ernst als Kompositionen einer der vielen Spielarten der musikalischen Romantik, als eine der grössten Erfolgsgeschichten der Musik, als aus den Anfängen von Volkstänzen und dem Charme lokaler Tanzkapellen eine regelrechte Bewegung erwuchs, revolutionär und Massen euphorisierend, Musik, die schliesslich Platz fand in den grössten Konzertund Ballsälen weltweit. Und nur wenn man sie wirklich ernst nimmt, kann sie all ihre Leichtigkeit und kompositorische Raffinesse entfalten. Zu Werken aller vier «Sträusse», Vater Johann und der drei Brüder Johann, Josef und Eduard, gesellen sich Raritäten von Franz von Suppé, Robert Stolz, Emil Nikolaus von Reznicek und des Franzosen (!) Emile Waldteufel. Seien Sie dabei, wenn es wieder heisst: (Fast) Alles Walzer!


Skandinavien und Russland Peer Gynt | Tschaikowsky 1. Klavierkonzert

Peer Gynt – Tschaikowsky 1. Klavierkonzert 5. Tonhallekonzert Freitag, 8. Januar 2016 19.30 Uhr, Tonhalle Sonntag, 10. Januar 2016 17 Uhr, Tonhalle

Ari Rasilainen – Leitung Alexei Volodin – Klavier

Jean Sibelius Auszüge aus Lemminkäinen op. 22 Der Schwan von Tuonela – Lemminkäinens Heimkehr Edvard Grieg Auszüge aus Peer Gynt op. 23 Pjotr I. Tschaikowsky Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 b-Moll op. 23 Mit grosszügiger Unterstützung von Freundeskreis Sinfonieorchester St.Gallen

Jean Sibelius wurde 1865 als Sohn schwedischer Eltern in Finnland geboren und nahm erst später die finnische Staatsangehörigkeit an und lernte die finnische Sprache. Dennoch verkörpert er heute wie kein anderer die finnische Nationalmusik. Ab 1892 veröffentlichte er erste Kompositionen, die, wie seine Chorsinfonie «Kullervo» op. 7 und seine Tondichtung «Lemminkäinen» op. 22, inhaltlich vom 1835 veröffentlichten, für die nationale Identität der Finnen so wichtigen Kalevala-Epos inspiriert sind. Letztere Tondichtung in vier Sätzen trägt noch entfernt die Kennzeichen einer sinfonischen Anlage, wiewohl Tonsprache und Orchesterbehandlung noch vom in der Jugendzeit verehrten Richard Wagner geprägt sind. Am bekanntesten wurde der Satz Der Schwan von Tuonela mit seinem elegischen Englischhorn-Solo; dieser und das hymnische «Lemminkäinens Heimkehr» erklingen im 5. Tonhallekonzert im Verbund mit Sätzen aus Griegs Peer Gynt, Lemminkäinens norwegischem Verwandten, ebenbürtig an naiver Kraft und Gerissenheit – nachdem mit Lemminkäinen und die Mädchen auf Saari beim diesjährigen 15. Klassik-Openair-Konzert bereits eine erste Kostprobe zu erleben war. Was Sibelius der Musik Finnlands war, war Grieg für die Musik Norwegens. Grieg studierte am Leipziger Konservatorium und erlangte, durch Franz Liszt gefördert, ein staatliches Stipendium in Rom. Schliesslich fokussierte er sich ganz speziell auf eine genuin skandi-

navische Ästhetik: «Wir [Grieg und Richard Nordraak] verschworen uns gegen den durch Mendelssohn verweichlichten Skandinavismus und schlugen mit Begeisterung den neuen Weg ein, auf welchem sich noch heute die nordische Schule befindet.» Peer Gynt op. 23, Griegs neben dem Klavierkonzert a-Moll wohl berühmteste Komposition, entstand als Schauspielmusik zu Henrik Ibsens gleichnamigem dramatischen Gedicht. Da Grieg jedoch berechtigte Zweifel hegte, ob sich Peer Gynt in dieser Form im Ausland durchsetzen könne, fasste er Musik daraus in zwei Orchestersuiten zusammen. Mit Erfolg! Peer Gynt war noch während seines Lebens entscheidend für seinen Ruhm verantwortlich; Sätze wie Morgenstimmung oder In der Halle des Bergkönigs gehören bis heute zum Kanon der beliebtesten und eingängigsten Komposi-tionen des gesamten klassischen Repertoires!

«Schlecht, trivial und vulgär» Nachdem Pjotr I. Tschaikowskys Freund und Mentor Nikolai Rubinstein dessen halbfertiges Klavierkonzert Nr. 1 b-Moll op. 23 als «wertlos» und «völlig unspielbar», dazu «schlecht, trivial und vulgär» bezeichnet hatte, nahm der Pianist und Dirigent Hans von Bülow die Widmung des Werkes dankbar an und spielte 1875 in Boston die umjubelte Uraufführung. Rubinstein revidierte seine Einschätzung zu dem Werk schliesslich wieder und führte es 1878 in Paris auf: Dieses Ereignis legte den Grundstein für den weltweiten Erfolg. Bis heute kann sich Tschaikowskys b-Moll-Klavierkonzert mit Recht unter die populärsten Klavierkonzerte aller Zeiten einreihen. Die weitausschwingende, pathoserfüllt-elegische Orchestermelodie in der «falschen» Tonart Des-Dur des Anfanges, die interessanterweise im Verlauf des Werkes nicht wiederkehrt, wurde zu einem «Hit», bis heute ist sie die TschaikowskyMelodie schlechthin. (os)

Pianist Alexei Volodin interpretiert Tschaikowskys b-Moll-Klavierkonzert.

19


20

Sonntag, 6. Dezember 2015, 14 Uhr Mittwoch, 16. Dezember 2015, 14 Uhr Sonntag, 20. Dezember 2015, 14 Uhr Donnerstag, 24. Dezember 2015, 14 Uhr Samstag, 26. Dezember 2015, 14 Uhr Montag, 28. Dezember 2015, 14 Uhr Freitag, 1. Januar 2016, 14 Uhr

Ronja Räubertochter Familienstück nach A. Lindgren [ 7+]

«Es wird nach Herzenslust gegrölt, geflucht und mit der Darmkanone Salut geschossen. […] Ausserdem, und dies ganz im Sinne der literarischen Vorlage, ist es ein Stück über die Kraft der Freundschaft, tiefe Gräben zwischen verfeindeten Sippen zu überwinden.» (St. Galler Tagblatt)

Mise en Scène Aktuell im Spielplan


21

Samstag, 5. Dezember 2015, 19.30 Uhr Samstag, 2. Januar 2016, 19.30 Uhr

ARTUS – Excalibur Musical von Frank Wildhorn, Ivan Menchell und Robin Lerner

«Berührende Melodien, charismatische Schauspieler, eine eindrückliche Bühnengestaltung und dazu noch eine romantischdramatische Geschichte: So lautet das Erfolgsrezept des Theaters St. Gallen, das am vergangenen Samstag zur Weltpremiere von Artus – Excalibur geladen hatte. Das stimmungsvolle Musical um einen sagenumworbenen König kam beim Publikum an, erntete Jubel und Applaus.» (anzeiger)

Freitag, 18. Dezember 2015, 19.30 Uhr

Andorra Schauspiel von Max Frisch

«Kann man das seit Generationen vollkommen durchinterpretierte Stück ohne bloss langweiliges Wiederkäuen der pädagogischen Botschaften auf die Bühne bringen? In St. Gallen gelingt es sehr gut: Zupackend, frisch und mit stimmiger Deutung.» (Ostschweiz am Sonntag)


23

Sonntag, 13. Dezember 2015, 17 Uhr Donnerstag, 17. Dezember 2015, 19.30 Uhr Montag, 11. Januar 2016, 19.30 Uhr

Eugen Onegin Oper von Pjotr I. Tschaikowsky

«Das junge Ensemble war in seiner Weise erstklassig besetzt – und ging förmlich auf in der ausgezeichnet durchdachten, wirksam ausgeführten Inszenierung von Lydia Steier.» (Opernwelt)


Selfie mit Kunst # 4 Vorhang auf für die Theatertanzschule! Am Mittwoch, 18. November, luden 200 kleine und grosse Tänzerinnen und Tänzer in einer einstündigen Show zum «Tanz auf der Mattisburg» ein. Viele verschiedene Choreografien aus dem Ballett, Hip Hop, Modern Dance oder Jazz Dance wurden dafür in den letzten Monaten einstudiert und trainiert. Das Lampenfieber war gross, der Zuschauersaal platzte aus allen Nähten und das Abenteuer «Bühne» konnte beginnen. Nach einem langen Schlussapplaus ist dieses Selfie entstanden. Das Rampenlicht und den kräftigen Beifall haben alle sichtlich genossen! Viele Tänze und Choreografien warten auch im neuen Jahr auf unsere Theatertanzschüler, doch zuvor wird sich in den Weihnachtsferien erst einmal erholt. Konzert und Theater St.Gallen wünscht Ihnen allen ein erholsames und besinnliches Weihnachtsfest. Kommen Sie gesund und vergnügt ins neue Jahr! Wir freuen uns, Sie 2016 wieder im Grossen Haus, in der Lokremise und in der Tonhalle be grüssen zu dürfen. (sk) 24

W E I H N AC H T S - U N D S I LV E S T E R Z A U B E R Theater gibt‘s auch bei uns Verbringen Sie Weihnachten mal ganz entspannt im Kreise Ihrer Liebsten und Silvester mit Apéro auf der Dachterrasse, Spielen im Swiss Casino und kulinarischen Erlebnissen in unserem Restaurant olivé. Weihnachtszauber ab CHF 75.00 Silvesterzauber ab CHF 145.00 Tischreservationen nehmen wir gerne unter 071 242 12 30 entgegen. Alle Preise gelten pro Person, inkl. Mehrwertsteuer. HOTELS DESIGNED TO SAY YES! radissonblu.de/hotel-stgallen +41 (0)71 242 12 30


Veranstaltungsübersicht Dezember 2015 /Januar 2016

Theater Grosses Haus

Leitung: Finger, Kramer, Sommerfeld, Maraval, Voss; mit: Zogg, GüntensSchauspiel perger, Muntwyler, Somvon Carl Zuckmayer Abo Mi-G/ SG -Mi/S-Mi/frei mi, Soroczynski, Riedl, Dengler, Morais, Hirzel, Kalhammer-Loew, Losehand, Hettkamp

Mi

Katharina Knie

2 . 12 .

19 . 30 – 21 . 50 Uhr

Sa

ARTUS – Excalibur 19 . 30 – 22 Uhr

5 . 12 .

Musical von Frank Wildhorn, Ivan Menchell, Robin Lerner frei

So 6 . 12 .

Theater Lokremise/Studio Theaterfoyer

Besetzung

Pinocchio 14 – 15 Uhr Kinderstück nach Carlo Collodi ( 5 +) frei Studio

Leitung: Hettkamp, Hanimann, Walser, Nagel, Wagner; mit: Spühler

Sinfonieorchester Tonhalle

Leitung: Fromageot, Zambello, Davison, Willmington, McCullough, Tucker, Linde, Fogel, Sordelet, Swoboda, Adams, Frohner, Vogel; mit: Stanke, Seibert, Borchert, Antoni, Weckerlin, Besett, Wacker, Johansson, Markthaler, Bellinx, Martens, Dobler, Signer, Swoboda, Wendorff, Lamberty, Klauser, Adams, Leggett, Foster

Ronja Räubertochter 14 – 16 Uhr Familienstück nach A. Lindgren [ 7 +] frei

Leitung: Minkowski, Schaller, Kaplan, Enzler; mit: Green, Schäfer, Rhode, Hirzel, Albold, Horváth, Kalhammer-Loew

Macbeth 19 . 30 – 22 . 30 Uhr Oper von Giuseppe Verdi Abo So-A / SG -So / frei

Leitung: Rizzo, Stiehl, McDonald, Vollack, Vogel; mit: Gavanelli, Humes, Williams, Adami, Holzhauser, Koch, Lucic, Medeiros, Ymeraj, Dätwyler

Belcea Quartet 17 Uhr 3 . Meisterzykluskonzert Abo MZ / frei

Tonhalle

Strada!

Di 8 . 12 . Mi 9 . 12 . Do 10 . 12 .

Cirque de Loin

20 Uhr

Fellinis Filmklassiker als Theater-Zirkus-Spektakel (Gastspiel) frei Lokremise Nachtzug Schauspiel 21 Uhr Das Weltbild der Igel frei Lokremise

Fr 11 . 12 .

Sa 12 . 12 .

Besetzung

Premiere West Side Story 19 . 30 Uhr Musical von Jerome Robbins, Arthur Laurents, Stephen Sondheim, Leonard Bernstein Abo P / PP /frei

Leitung: Tausk, King, Strada! Hetzer, Gerberon, Grundner, 20 Uhr Turton, Leggett; mit: Bongard, Antoni, Steck, Gertsch, Meyer, Alt, Hochstrasser, Luethy, Brönner, Schmitz, Leggett, Mader, Widdowson, Cummings, Naderer, Turton, Kreipe, Wretemark, Steyer, Bles, Baldoz, Brunetti, Giacomin, Martinelli, Barreras, Ta Hong, Bernauer, Berner, Kluckner-Zandbergen, Hassan, Oosterwolde, Pak, Martinez, Schwindling, Fischer, Hauck

mit: Schäfer, Häne, Edel

wie am 8 . 12 .

25


Theater Grosses Haus

Besetzung

Theater Lokremise/Studio Theaterfoyer

So

Eugen Onegin

13 . 12 .

17 – 20 Uhr

Oper von Pjotr. I. Tschaikowsky Abo SoN-B / frei

Leitung: Tausk, Steier, Gschwender, Eiermann, Enzler, Vogel; mit: Dobračeva, Gritschneder, Borchev, Payer, Lucic, Lampi, Pessatti, Botta, Hutnik, Maze

Einführungsmatinee The Effect 11 Uhr Eintritt frei Lokremise

Katharina Knie

wie am 2 . 12 .

Di 15 . 12 .

Besetzung

Sinfonieorchester Tonhalle

19 . 30 – 21 . 50 Uhr

Abo Fern-A / B / frei Mi 16 . 12 .

Ronja Räubertochter

wie 6 . 12 .

14 – 16 Uhr

frei Katharina Knie 19 . 30 – 21 . 50 Uhr Abo VB -B / frei

wie am 2 . 12 .

Eugen Onegin 19 . 30 – 22 . 30 Uhr Oper von Pjotr. I. Tschaikowsky Abo VB -A / frei

Leitung: Tausk, Steier, Gschwender, Eiermann, Enzler, Vogel; mit: Dobračeva, Gritschneder, Borchev, Payer, Pall, Lampi, Geleva, Botta, Hutnik, Maze

Fr

Andorra

18 . 12 .

19 . 30 – 21 . 10 Uhr

Leitung: Langenbach, Hieronismus, Ströder, Vanderstraeten, Enzler; mit: Hirzel, Green, Riedl, Stahlecker, Albold, Dengler, Fend, Hettkamp

Do 17 . 12 .

Schauspiel von Max Frisch Abo M-Fr / frei Sa

West Side Story

19 . 12 .

19 . 30 Uhr

wie am 12 . 12 .

Premiere The Effect 20 Uhr Schauspiel von Lucy Prebble frei Lokremise

wie am 6 . 12 .

Adventsmatinee 11 Uhr Eintritt frei Foyer

frei

So

Ronja Räubertochter

20 . 12 .

14 – 16 Uhr

frei Katharina Knie 19 . 30 – 21 . 50 Uhr Abo VB -D / frei

wie am 2 . 12 .

Mo 21 . 12 .

West Side Story 19 . 30 Uhr Abo VB -C / frei

wie am 12 . 12

Di

Leitung: Tomasello, Stiehl, McDonald, Vollack, Vogel; Oper von Giuseppe Verdi mit: Grassi, Pall, Williams, Adami, Holzhauser, Koch, Abo Mu-A / VBK - 3 / frei Grosses Haus Lucic, Medeiros, Ymeraj, Assayech

22 . 12 .

Weihnachtskonzert | Mozart | Nussknacker 4 . Tonhallekonzert 19 . 30 Uhr Abo Fr / frei Tonhalle

Macbeth

Ronja Räubertochter 14 – 16 Uhr frei

wie am 6 . 12 .

Sa 26 . 12 .

Ronja Räubertochter 14 – 16 Uhr frei

wie am 6 . 12 .

So 27 . 12 .

Leitung: Paul, Davids, The Effect 17 Uhr Winston, Kudlich, Kulaš, Musical von Tom Hedley, Grundner, Linde, Liao; frei Robert Cary, Robbie Roth mit: Monteiro, Licht, frei Bowden, Kluckner-Zandbergen, Marshall, Hanser, Zimmermann, Meurer, Smailes, MacFarlane, Riddoch, Gollob, Rapley, Di Giulio, Naderer, Liao, Eisinger, Foster, Schäfer, Knols, Scown

Mo

Ronja Räubertochter 14 – 16 Uhr frei

26

Weihnachtskonzert | Mozart | Nussknacker 4 . Tonhallekonzert 17 Uhr Abo So / frei Tonhalle

19 . 30 – 22 . 30 Uhr

Do 24 . 12 .

28 . 12 .

Leitung: Oşan, Kraus, Muchina; mit: Wäscher, Losehand, GheorghiuBanciu, Fend

Flashdance

17 – 19 . 20 Uhr

wie am 6 . 12 .

wie am 19 . 12 .


Theater Grosses Haus

Di 29 . 12 .

Mi 30 . 12 .

Do 31 . 12 .

Besetzung

Theater Lokremise/Studio Theaterfoyer

Besetzung

The Effect

wie am 19 . 12 .

Macbeth Leitung: Rizzo, Stiehl, 19.30 – 22 . 30 Uhr McDonald, Vollack, Vogel; Oper von Giuseppe Verdi mit: Grassi, Pall, Angeletti, Taylor, Holzhauser, Koch, Abo Di / frei Lucic, Medeiros, Ymeraj, Dätwyler West Side Story 19 . 30 Uhr Abo Mi-G / Mi-mu / frei

wie am 12 . 12 .

20 Uhr

frei

Flashdance wie am 27 . 12 . Silvestergala 19 – 21 . 20 Uhr Musical von Tom Hedley, Robert Cary, Robbie Roth frei

Fr

Ronja Räubertochter

1.1.

14 – 16 Uhr

The Effect Silvestervorstellung 20 Uhr Schauspiel von Lucy Prebble frei Lokremise

wie am 19 . 12 .

wie am 6 . 12 .

Neujahrskonzert 17 Uhr Werke von Johann Strauss und anderen! frei Tonhalle

frei

Sa 2.1.

So 3.1.

So 3.1.

Zum letzten Mal ARTUS – Excalibur 19 . 30 – 22 Uhr frei

wie am 5 . 12 ., Schoots statt Fromageot

West Side Story

wie am 12 . 12

The Effect frei Einführungsmatinee Das weite Land 11 Uhr Eintritt frei Lokremise

14 . 30 Uhr Abo VBK - 1 / frei

West Side Story

wie am 12 . 12 .

The Effect

19 . 30 Uhr

frei The Effect 20 Uhr frei

Premiere Das weite Land 19 . 30 Uhr Schauspiel von Arthur Schnitzler Abo P/ PP / frei

Peer Gynt | Tschaikowsky 1 . Klavierkonzert 5 . Tonhallekonzert 19 . 30 Uhr Abo Fr /frei Tonhalle

Sa

Flashdance

The Effect

19 . 30 – 21.50 Uhr

20 Uhr

frei

frei

So

wie am 19 . 12 .

Leitung: Kramer, Sommerfeld, Maraval, Häne; mit: Albold, Horváth, Dengler, Hirzel, Riedl, Rhode, Güntensperger, KalhammerLoew, Green, Schäfer, Soroczynski, Hettkamp, Steck

9.1.

10 . 1 .

wie am 19 . 12 .

17 Uhr

Abo So-A / frei

Fr

wie am 19 . 12 .

20 Uhr

Do 7.1.

8.1.

Sinfonieorchester Tonhalle

Peer Gynt | Tschaikowsky 1 . Klavierkonzert 17 Uhr Abo So / frei

Katharina Knie 17 – 19.20 Uhr Abo SoN-B / frei

Unsere Vorstellungen und Konzerte werden ermöglicht durch:

Tickets theatersg.ch / sinfonieorchestersg.ch kasse @ theatersg.ch / Telefon 071 242 06 06 Billettkasse Montag bis Samstag 10 – 19 Uhr, Sonntag 10 – 12 . 30 Uhr Abendkasse jeweils eine Stunde vor der Veranstaltung Bitte richten Sie Ihre Adressänderungen an info @ theatersg.ch oder Tel. 071 242 05 05

Vorverkauf im VBSG -Pavillon Bahnhofplatz, Montag bis Freitag 8 – 18 . 30 Uhr

Hotline Ticketportal Telefon 0900 325 325 Ihr Billett ist auch Ihr Busticket Konzert- und Theatertickets gelten als öV-Fahrausweis in der Ostwind-Zone 210 .

Impressum Herausgeber: Theater St.Gallen / Sinfonie orchester St.Gallen Redaktion: S. Kaden (sk) Autoren: M. Ammicht (mam); M. Franchi (mf); S. Lamprechter (sl); D. Maier (dm); F. Scheiber (fs); O. Schneider (os); N. Stazol (nst) Titelbild: Plakatshooting für West Side Story Foto: Daniel Ammann Design: TGG Hafen Senn Stieger, St.Gallen Produktion: Ostschweiz Druck AG , 9300 Wittenbach / Inserate: BB Art Service, 071 278 63 66 / Auflage: 6000 Stück / 22 . Jahrgang ISSN 1421 - 0266

27


Für die Nebenrolle

Für die Improvisation

Für die Premiere

Für das Bühnenbild

Für die Romanze

Für den Schlussakt

Für Musicals der Extraklasse. Coop ist stolz, die Musicals im Theater St.Gallen als Hauptsponsor zu unterstützen. Und wünscht Ihnen beste Unterhaltung.

Profile for Konzert und Theater St.Gallen

Terzett Dezember 2015  

Monatsmagazin von Konzert und Theater St.Gallen

Terzett Dezember 2015  

Monatsmagazin von Konzert und Theater St.Gallen

Advertisement