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DAS MAGAZIN DES KONZERTHAUS DORTMUND

AUSGABE 04

A V I A V I TA L PARTNER DES KONZERTHAUS DORTMUND

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DER PARTNER

DIE PARTNER-STIFTUNG

DIE HAUPTSPONSOREN

DIE SPONSOREN

DIE FÖRDERER

DANKE FÜR: SO KLINGT NUR DORTMUND.


SEHNSUCHTSORTE

TITELFOTO: HARALD HOFFMANN · DG FOTO: NINA STILLER

In welcher Stadt möchte ich leben? Eine bezaubernde Frage, die sich wohl jeder von uns immer wieder stellt. Allzumal, wenn man auf Reisen ist und durch berückende, schöne Orte wandelt, vorzugsweise in Italien. Dann wird die Sehnsucht groß nach dem Land, »wo die Zitronen blühen«. Venedig ist so ein Sehnsuchtsort – auch von mir. Allerdings teile ich diese Leidenschaft mit Millionen von Menschen, die die kleine Stadt am Canal Grande jedes Jahr als Touristen heimsuchen und allein mit ihrer Masse das urbane Juwel an den Rand des Untergangs bringen. Eine schwere Last liegt auf Venedig. Ich weiß darum, ich spüre sie geradezu; daher teile ich mir meine Besuche dort sorgsam ein. Mit der Abwesenheit allerdings wächst auch meine Sehnsucht danach – ein Dilemma. Aber Linderung ist in Sicht. Denn unser Zeitinsel-Porträt im März handelt mehr oder weniger von Venedig. Unser Gast auf der Insel, Avi Avital, lässt seine Mandoline im Konzerthaus erklingen. Drei Tage lang wird er uns mit Klängen u. a. aus dieser verträumten Stadt entzücken. Vivaldi steht dabei natürlich im Mittelpunkt, seine »Vier Jahreszeiten« verwandeln unser Konzerthaus während dieser Zeitinsel in eine Lagunenstadt, voller Zauber, Mysterien und Sinnlich-

keit. An diesen Tagen stille ich meine Sehnsucht ohne reisen zu müssen – die Lösung. In welcher Stadt möchte ich leben? Man kann diese Frage auch ganz anders beantworten. Ich lebe und arbeite seit nunmehr 13 Jahren in Dortmund – (k)ein Sehnsuchtsort. Aber, ich saß neulich während des Neujahrsempfangs des Oberbürgermeisters im Konzertsaal. Es erklangen nacheinander der Schlusssatz aus der Neunten Sinfonie Beethovens mit der »Ode an die Freude« und das Steigerlied »Glück auf, der Steiger kommt«, die heimliche Hymne des Ruhrgebiets. Alle im Saal sangen inbrünstig mit. Zwei scheinbar unvereinbare Werke – hier oben das Elysium, dort unten das Bergwerk. In einer Stadt, in der dieses vermeintlich Gegensätzliche auf so charmante Weise verbunden wird, lebe ich gerne. Nun verlasse ich zum Ende der Saison Dortmund. Meine Zeit hier an diesem einzigartigen Ort ist um. »Lucky times« – glückliche Zeiten liegen hinter mir, hinter uns. Ich sage von ganzem Herzen Danke für Alles. Glück auf! Ihr Benedikt Stampa Intendant und Geschäftsführer des KONZERTHAUS DORTMUND

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Fr 13.04.2018 ¡ 20.00 Uhr

WALLIS BIRD Mit ihrer Akustikgitarre, ihrem kraftvollen Gesang und den kompromisslos nach ihr klingenden Songs, die Irish Folk mit Rock und Pop verbinden, ist Wallis Bird zu Gast im Pop-Abo.

04 einblick


06 interview

03 editorial

Rheinlegenden

04 einblick

Hörend erleben: Dirigent Ingo Metzmacher gibt Einblick in das Programm der Zeitinsel Bernd Alois Zimmermann

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27 augenblick

Kleines Instrument, ganz global

28 briefe

Avi Avital liebt Entdeckungsreisen mit der Mandoline – genügend Gelegenheiten zur Erkundung bieten sich bei seiner Zeitinsel

14 liederabend

29 ausblick I rätsel I impressum 30 haus und verkauf

Neugieriges Chamäleon

Die Sopranistin Christiane Karg ist für jede musikalische Herausforderung offen, ihre Leidenschaft bleibt dabei das Lied

17 jazz

In Bewegung bleiben

Youn Sun Nah hat sich neu erfunden und damit die Jazzszene wachgerüttelt

20 chorklang

Wider die Erstarrung

Mark Padmore löst Bachs Matthäus-Passion aus traditionellen Hörgewohnheiten

22 klavierabend

Einfühlsam bleiben

Alles, bloß keine Routine: Pianist Piotr Anderszewski braucht seine Auszeiten von der Konzertbühne

24 orgelrecital

FOTOS: JENS OELLERMANN, GISELA SCHENKER, SUNG YULL NAH, SIMON FOWLER

Frisch im Amt

Als neuer Lübecker Domkantor kehrt Klaus Eldert Müller nach Dortmund zurück

25 musik für freaks

Eine harte Nuss

Das Trio Catch will Ohren öffnen und gestaltet dafür außergwöhnliche Konzertprogramme

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Der Fluss hat in der Nacht die kritische Marke von 8,30 Meter überschritten, die Schifffahrt ist eingestellt. Baumkronen ragen aus dem Wasser. Schaulustige flanieren an den Absperrungen entlang. Die Philharmonie erreichen wir ohne nasse Füße, auch das gegenüberliegende Hotel bietet gewohnt Komfort im Trocknen. Der Empfangschef vermeldet eilfertig, dass die Musikanlage im Haus nun für das Interview abgestellt werde – das ist absolut auch im Sinne von Ingo Metzmacher, dem sich bei Musikberieselung »die Haare sträuben«. Hier in Köln dirigiert er am Abend ein Konzert mit der Jungen Deutschen Philharmonie; hier hat er studiert; hier war auch die Hauptwirkungsstätte des Komponisten Bernd Alois Zimmermann. Anlässlich dessen 100. Geburtstags werden Metzmacher und das SWR Symphonieorchester im April die Zeitinsel mit fünf zentralen Orchesterwerken Zimmermanns im Konzerthaus gestalten.

RHEINLEGENDEN Als Sie in Köln studierten, wehte da noch der Atem von Bernd Alois Zimmermann in der Hochschule, in der Stadt, in der Musikszene? Damals habe ich eher die Persönlichkeit Stockhausens als stärkeren Einfluss empfunden, aber dennoch muss ich schon sehr früh in meiner Zeit als Student auf Zimmermann aufmerksam geworden sein: An der Hochschule, das habe ich neulich erst wiedergefunden, haben wir mit dem Orchester und Sängern der Kölner Oper die selten zu hörende Vokalsinfonie nach »Die Soldaten« aufgeführt. Es war damals ein ziemlich gewagtes Unternehmen. Zimmermanns Musik ist mir schon lange wichtig. Später habe ich in Frankfurt als Assistent von Michael Gielen, der die Oper ja uraufgeführt hat, an der Produktion von »Die Soldaten« mitgewirkt – was natürlich höchst spannend war. Wie ist der Plan dieser außergewöhnlichen Zimmermann-Zeitinsel entstanden? Die Idee mit Bernd Alois Zimmermanns Orchesterwerken – und ihrer Gegenüberstellung mit Beethoven – ist vor Jahren in Japan gewachsen, wo ich einige Programme auch schon umgesetzt habe. Dann schlug ich das Projekt irgendwann Benedikt Stampa vor, weil er einer der ganz wenigen ist, die an solchen Projektkonzepten interessiert sind. Ist Beethoven ein Hinweis darauf, dass Zimmermann sich der Tradition zugehörig fühlte – oder auf die Haltung »dem Schicksal in den Rachen zu greifen«? Zunächst eher das zweite. Beide sind existenzielle Komponisten, die den letzten Fragen in ihrem Werk nicht aus dem Weg gegangen sind. Zimmermann hat zwar die »Sinfonie in einem Satz« geschrieben, sich aber sonst rein formal nicht mit Beethoven auseinandergesetzt. Beide ringen um etwas Großes, sie versuchen es dennoch – und dadurch entsteht diese unglaubliche Kraft der Musik. Im zweiten Programm stehen »Prelude, Fugue and Riffs« für Klarinette und Jazz-Ensemble sowie »Two Meditations from MASS« von Leonard Bernstein – der ja ebenfalls 100 Jahre alt geworden wäre – neben Zimmermanns Trompetenkonzert und der Ballettsuite »Alagoana«... Ganz außergewöhnlich und charakteristisch ist Zimmermanns eigene Nähe zum Jazz. Denken Sie an diesen faszinierenden Moment in »Die Soldaten«, wo plötzlich die Jazzband losspielt. Überhaupt sind die improvisierenden Anteile in seiner Musik, etwa in »Ich wandte mich um und sah an alles Unrecht« – ein ganz zentrales Stück – besonders spannend, das steht im Gegensatz zu seiner sonst systematischen Durchdringung des Materials. »Ich wandte mich« in die Zeitinsel mit aufzunehmen war mir sehr wichtig, aber auch solch ein Stück wie die »Musique pour les soupers du Roi Ubu« mit Claus Dieter Clausnitzer als Conférencier – es zeigt auf der anderen Seite Zimmermanns großen Humor.

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Fr 27. – So 29.04.2018 – Zeitinsel Bernd Alois Zimmermann

INGO METZMACHER Studium Klavier, Musiktheorie und Dirigieren in seiner Heimatstadt Hannover sowie in Salzburg und Köln 1988 Beginn der internationalen Karriere, als er kurzfristig in Brüssel die Premiere von Schrekers »Der ferne Klang« übernimmt 1997 – 2005 Generalmusikdirektor der Staatsoper Hamburg; anschließend Chefdirigent an der Nationale Opera in Amsterdam 2007 – 2010 Chefdirigent und künstlerischer Leiter des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin Seit 2016 Intendant der »Kunst Fest Spiele Herrenhausen« in Hannover 2017/ 18 »Lulu« und »Elektra« an der Wiener Staatsoper, »Das Floß der Medusa« an der Nationale Opera sowie »Herzog Blaubarts Burg« und »La voix humaine« an der Pariser Oper Aufführungen von Musiktheaterwerken Luigi Nonos, Bernd Alois Zimmermanns, Harrison Birtwistles und Wolfgang Rihms bei den »Salzburger Festspielen«, von »Der Ring des Nibelungen« an der Genfer Oper sowie Auftritte am Royal Opera House Covent Garden, Opernhaus Zürich, an der Mailänder Scala, am Teatro Real in Madrid, an der Pariser Oper sowie Wiener und Berliner Staatsoper Konzerte u. a. mit Berliner und Wiener Philharmonikern, Royal Concertgebouw Orchestra, Chicago Symphony Orchestra, Orchestre de Paris und BBC Symphony Orchestra

Wie würden Sie seine Musik beschreiben? Es ist eine wirklich »durchhörte« Musik, denke ich. Er war etwas zu alt, als dass er der Darmstädter Generation hätte angehören können, aber er hat natürlich verfolgt, was bei den Ferienkursen passierte. Er war ein Komponist, der weniger aus dem rein Konzeptuellen, Seriellen kam, sondern noch vom »Hören«. Dies aber auf eine sehr radikale Weise, die etwas mit Edgar Varèse zu tun hat und natürlich mit Karl Amadeus Hartmann. Und er stammt, als Praktiker, tatsächlich aus einer sehr deutschen Tradition. Zimmermann hat ja auch Hörspiel- und Theatermusiken oder Jazz-Suiten geschrieben. Er war als Komponist sozusagen immer auch da, wo er gebraucht wurde, einfach weil Geld verdient werden musste. Das geschah dann vielleicht nicht immer mit großem Kunstanspruch, aber handwerklich perfekt. Zimmermann beherrschte

sein Handwerk in außergewöhnlicher Weise. Das zeichnet ihn außerdem aus. Ist das an der Instrumentation zu merken? Er geht einerseits an die Grenze des Spielbaren, aber er kommt ursprünglich vom Spielbaren her und weiß, wie weit er die Spieltechnik ausreizen kann. Zimmermann ist kein Komponist, der ein theoretisches Konzept umzusetzen versucht; er kommt aus dem Klang und bildet auf diese Weise eine Art historischen Endpunkt. Wie tief er in der Tradition verwurzelt ist, lässt sich allein an den zahlreichen Bach-Zitaten ablesen. Und natürlich – und das ist auch mein eigenes Thema – durch seine Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Zeit. Die berühmte Metapher von der »Kugelgestalt der Zeit« …

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Zum Beispiel in Zimmermanns Werk »Photoptosis« liegen verschiedene Zitate aus Beethovens Neunter Sinfonie und dem »Poème de l’extase« von Skrjabin übereinander. Das Phänomen der »Kugelgestalt der Zeit« beschreibt ja das gleichzeitige Geschehen von Dingen, während wir als Menschen aufgrund unseres Wahrnehmungsapparates die Zeit als Abfolge von Ereignissen wahrnehmen. Das hat natürlich ganz viel mit Musik zu tun, denn unser ursprüngliches Musikverständnis beruht auf einem Nacheinander von wahrgenommenen Klängen – Zimmermann hingegen komprimiert mehrere klangliche Ebenen zu einem gleichzeitigen Ablauf. Der Gedanke findet sich in Ansätzen auch schon bei Charles Ives, bei Strawinsky oder Mahler.

FOTO: MARKUS TEDESKINO

Muss man Zimmermanns Musik erst »verstehen« lernen? Ich glaube nicht. Nehmen wir dieses gewaltige Orchesterstück »Ich wandte mich um und sah an alles Unrecht«: Es greift auf die Bibel und auf Passagen aus Dostojewskis »Die Brüder Karamasow« zurück. Ein Bariton und zwei Sprecher lassen die Textvorlagen geradezu aufeinanderprallen. Drei Posaunen, die Posaunen von Jericho, sind an unterschiedlichen Stellen im Saal positioniert. Ganz am Schluss wird der Bach-Choral »O Ewigkeit, du Donnerwort« zitiert. Da ist es nach einem Konzert meistens so: Viele Menschen, die hineingegangen sind ohne zu wissen, was sie da erwartet, kommen danach total erschüttert wieder heraus, weil es Musik ist, die einen in ihrer Wucht richtig packt. Wäre Musik etwas, das man erklären könnte, könnte sich ja genauso gut jemand auf die Bühne stellen und irgendeinen Sachverhalt erläutern. Aber Musik muss man erleben. Und ich glaube, dass auch Zimmermanns Musik in diesem Sinne hörend zu erleben ist. Gibt es etwas, das Sie Benedikt Stampa mit auf den Weg geben möchten für seine neue Intendanz in Baden-Baden? Ich kenne ihn aus Hamburg und wünsche ihm, dass er die Kraft bewahrt, sich für solche tollen Projekte wie die Zimmermann-Zeitinsel stark zu machen. Wo wäre das bislang sonst möglich, wenn nicht in Dortmund? Das Interview führte Jan Boecker.

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FOTO: HARALD HOFFMANN · DG


KLEINES INSTRUMENT, GANZ GLOBAL Avi Avital gelingt es, mit seiner Mandoline verschiedenste musikalische Welten miteinander zu verbinden und vermeintliche Genregrenzen aufzubrechen. Nur selbstverständlich, dass auch das Programm seiner dreitägigen Zeitinsel im Konzerthaus einen weiten Bogen vom venezianischen Barock über Folklore bis zum Jazz spannt und damit die Vielseitigkeit der Mandoline unter Beweis stellt. Startete man eine Umfrage nach dem universellsten Instrument der Welt, die Antworten wären vielfältig. Die Harfe wäre vermutlich eine Kandidatin. Vielleicht auch die Trompete? Oder doch eher das Akkordeon? Einspruch! Ein Instrument, das wenige auf der Rechnung haben werden, sollte für einen Spitzenplatz durchaus auch in Betracht gezogen werden. Wer den verschiedenen Spielfacetten des Israeli Avi Avital lauscht, ist rasch überzeugt, dass sich auch auf der Mandoline mühelos der ganze Globus einfangen lässt – sei es mit Barock, Romantik oder Impressionismus, in Jazz, Tango oder Klezmer, in georgischen oder spanischen Volksliedern. Der vermeintlich unscheinbare kleine Viersaiter, er wird bei Avital zu einem Vehikel für die Weltumrundung. Grund genug, diesem erstaunlichen Allrounder eine Zeitinsel zu widmen. Von klein auf hat Avi Avital die Mandoline an ungeahnte Orte getragen. Seine Geschichte beginnt in Be’er Sheva in der Negev-Wüste. Dorthin waren seine Eltern aus Marokko eingewandert, und von ihnen bekommt er die Farben der maghrebinischen Musik in die Wiege gelegt. Tatsächlich bezeichnet sich Avital selbst sowohl als Jude wie auch als Araber. Während seiner Kindheit erlebt er ein multikulturelles Gefüge; Leute aus Russland, Polen, Argentinien, dem Irak oder dem Jemen sind in der Nachbarschaft ansässig. Einer dieser Nachbarn ist Jacob Reuven, ein Virtuose auf der Mandoline, und er ist schuld daran, dass Avitals Begeisterung für das Instrument schon mit acht Jahren erwacht. Bald schließt er sich dem Mandolin Youth Orchestra an, das sein Lehrer Simcha Nathanson gegründet hat, lernt ein Repertoire vom Barock bis zur Romantik kennen. Mit vierzehn kommen die Zweifel eines Pubertierenden, er hinterfragt die Mandoline: Ist sie wirklich sein Weg? Das Schlagzeug und sein Interesse für Rock scheinen verlockender. Es bleibt ein kurzes Intermezzo. Schnell findet er zurück – und nimmt die weiteren Stationen seiner Karriere im Laufschritt: Sie führen ihn über die Musikakademie von Jerusalem zum Conservatorio Pollini di Padova, wo er Tuchfühlung mit den großen Werken für das Instrument aus der italienischen Literatur aufnimmt. Aus den Erfahrungen seiner interkulturellen Kindheit in Israel, seinem Studium und den Bereicherungen während Konzertreisen auf dem ganzen Erdball hat sich Avi Avital einen Zugang zur Mandoline erarbeitet, der weltweit einzigartig sein dürfte. Er verknüpft dabei die verschiedenen Stationen ihrer Historie und sozialen Umgebungen miteinander, das Flair des populären Amateur-Instruments und der Folklore mit titel 11


Fr 16. – So 18.03.2018

ZEITINSEL AVI AVITAL MUSIK FÜR FREAKS – AVI AVITAL & OMER KLEIN Avi Avital Mandoline, Omer Klein Klavier

BETWEEN WORLDS Avi Avital Mandoline, Streichquintett des Deutschen Kammerorchester Berlin, Uri Sharlin Akkordeon, John Hadfield Perkussion

VIER JAHRESZEITEN Venice Baroque Orchestra, Avi Avital Mandoline, Budrugana-Gagra Handschattentheater

AVI AVITAL & ANDREAS SCHOLL

ILLUSTRATION: MAROINE DIB

Andreas Scholl Countertenor, Avi Avital Mandoline, Tiziano Bagnati Laute, Marco Frezzato Violoncello, Tamar Halperin Cembalo

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dem Ambiente des klassischen Konzertsaals sowie mit Seitenpfaden in den Jazz. Und er geht noch ein paar Schritte weiter: Indem er Werke für die Mandoline erschließt, die bisher auf anderen Instrumenten gespielt wurden, indem er neue Kompositionen in Auftrag gibt. Das beginnt 2006, als er mit seinem Landsmann Avner Dorman ein Mandolinenkonzert entwickelt, das Klänge des Nahen Ostens mit Bluegrass und russischer Volksseele verknüpft. Die Aufnahme bringt Avital eine »Grammy«-Nominierung, die erste überhaupt für einen Mandolinisten. Mit dem Cellisten Mstislaw Rostropowitsch, der Sopranistin Dawn Upshaw, dem Jazzakkordeonisten Richard Galliano oder dem Klarinettisten Giora Feidman in Gastspielen von New York bis Peking hat Avi Avital während der letzten zehn Jahre das Gesicht der Mandoline von einer Exotin zur Weltbürgerin gewandelt. Für ihn ist sie ein »musikalisches Chamäleon und eine Reiseveteranin«: In seiner Klangwelt kann sie im tropischen Klima Brasiliens genauso bestehen wie sie ungewöhnliche Töne in Osteuropa pflanzt, als Emigrantin erobert sie Dvorˇáks »Neue Welt« ebenso wie sie immer noch im sonnendurchfluteten Mezzogiorno ihrer italienischen Heimat brilliert. Die dreitägige Zeitinsel im KONZERTHAUS DORTMUND lädt das Publikum ein, in einige Schattierungen von Avitals Werk einzutauchen. Mit dem Landsmann Omer Klein kontrastiert er in einem intensiven Kammerkonzert Klassik und Jazz: Die zweite Violin-Partita von Johann Sebastian Bach, die als Finalsatz die berühmte Chaconne enthält, begegnet in der Mandolinenfassung den Improvisationen von Klein am Piano, einem der momentan spannendsten Vermittlern zwischen Modern Jazz und orientalischer Ästhetik. Zentral für Avitals globale Musikauffassung ist die »Between Worlds«-Soirée: Hier können sich die Hörer überraschen lassen, zu welchen geografischen Verklammerungen die Mandoline imstande ist – zwischen Piazzollas »Fuga y Misterio« und traditionellen bulgarischen Melodien, zwischen Bartóks rumänischen Volkstänzen und einer Klezmer-Variation, von einer türkischen Volksweise bis hin zu auskomponierten Fassungen georgischer Folklore. Avital legt hierbei den Fokus auf Komponisten, die – ganz wie er selbst es heute anstrebt – bereits im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert die Vermittlung zwischen Populärem und Klassik suchten sowie erfindungsreiche Adaptionen von Volksmusik schufen. Der dritte Zeitinsel-Tag schließlich gehört dem Barock: Avital widmet sich mit dem Venice Baroque Orchestra nicht nur Vivaldis »Vier Jahreszeiten«, er kombiniert diese wohl berühmteste italienische Komposition der Epoche mit dem georgischen Handschattentheater Budrugana-Gagra. Das barocke Finale gestaltet der Israeli mit dem Countertenor Andreas Scholl, der für seine Ausflüge in die populäre Musik bekannt ist – von Caldara bis Händel spannt sich hier das Repertoire von Mandoline und Stimme auf. Gefragt, was ihn an der Mandoline so fasziniere, sagte Avi Avital 2015 im Interview mit »concerti«: »Das Entdecken! Es gibt keinen vorgefundenen Weg, den man kopieren könnte. Mit der Mandoline muss ich meinen eigenen Weg erfinden. Sie zwingt mich, kreativ zu sein, und überrascht mich dabei oft selbst.« Die Zuhörer der Zeitinsel, ganz gleich in welchem der vier Konzerte, werden dies sicherlich ohne Zweifel bestätigen können.

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NEUGIERIGES CHAMÄLEON

Christiane Karg gehört zu den führenden Sängerinnen ihrer Generation. Neben dem Opern- und Oratorienrepertoire widmet sie sich intensiv dem Liedgesang. Mit dem Dortmunder Porträtkünstler Antoine Tamestit singt sie im Konzert selten zu hörende Lieder von Loeffler, Wolf, Kantscheli und Schubert.

FOTO: GISELA SCHENKER

Schon als Mitglied im Opernstudio der Hamburger Staatsoper war Christiane Karg eine herausragende Sängererscheinung, ein Talent, ja mehr noch: ein Versprechen für die Zukunft. Hier war eine junge Stimme zu hören, die bei Brancheninsidern sogleich Hoffnungen aber auch Begehrlichkeiten weckte: zum Beispiel beim renommierten Gesangswettbewerb »Neue Stimmen« in Gütersloh. Dort belegte Christiane Karg 2007 den sechsten Platz – »nur« möchte man im Rückblick sagen. Ihr Glück jedoch: In der Jury saß damals Bernd Loebe, der nicht nur Intendant der Frankfurter Oper, sondern auch ein profilierter Stimmenkenner ist. Der erkannte sogleich das Potential dieser außergewöhnlichen Stimme und verpflichtete sie vom Fleck weg an sein Haus. Dort begann der Aufstieg der Sängerin zu einem der gefragtesten lyrischen Soprane unserer Tage. Mittlerweile ist die 1980 in Feuchtwangen geborene Sopranistin zu einer eigenständigen und umjubelten Sängerpersönlichkeit geworden. Was sie zum einen ihrer Wandlungsfähigkeit und Spielfreude auf der Opernbühne verdankt – als Christoph Waltz mit Strauss’ »Rosenkavalier« sein Debüt als Opernregisseur gab, war Christiane Karg seine Sophie –, vor allem aber ihrem so wunderbar klangschönen wie technisch souverän beherrschten Sopran. Und ebenso wie die Darstellerin ist auch die Stimme von einer enormen Wandlungsfähigkeit: Sie vereint sinnliche Wärme und leuchtenden Glanz, ist ebenso koloraturensicher wie höhenfest und immer flexibel geführt. Den Grundstein für diese stimmliche Flexibilität legte die Sängerin

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bereits in ihrer Ausbildung: Sie studierte Gesang am Mozarteum in Salzburg bei Heiner Hopfner und absolvierte darüber hinaus die Liedklasse bei Wolfgang Holzmair. Danach ging sie nach Verona, um sich im italienischen Repertoire weiterzubilden und besuchte Meisterklassen bei Sängerlegenden wie Grace Bumbry und Mirella Freni. Apropos Lied: Das ist die große Leidenschaft von Christiane Karg, obwohl sie auch auf der Opernbühne seit ihrem Debüt bei den »Salzburger Festspielen« 2006 im damaligen Mozart-Zyklus immer wieder umjubelte Erfolge feiert. Doch die kleine Form, das Minidrama reizt sie ganz besonders. »Das sind ganz verschiedene Aspekte, die da mit hineinspielen«, erklärt sie ihre Vorliebe. »Zunächst mal ist es ein Privileg, mit nur einem anderen Musiker zusammenzuarbeiten. Da gibt es keinen Dirigenten, der mir sagt, wie ich singen soll. Ich kann mit dem Pianisten nach unserer gemeinsamen Wahrheit suchen. Auch am Publikum bin ich als Sängerin bei einem Liederabend viel näher dran und dadurch auch schutzloser. Mitunter sitzen die Hörer gerade mal einen Meter weg, da wird natürlich jede noch so kleine Geste genau beobachtet. Außerdem schätze ich natürlich den gestalterischen Freiraum. Wenn ich nicht über ein großes Orchester singen muss, kann ich eine breitere dynamische Palette nutzen: Sie reicht vom großen Strauss-Opern-Ton bis zu ganz zarten Nuancen, wo die Stimme fast schon bricht.« Dieser Detailreichtum ist es, der die Liedinterpretationen von Christiane Karg so aufregend macht, auf Platte und im Konzert. Neben den fein dosierten, zartesten Klangnuancen ist es auch die exquisite Sprachbehandlung der Sängerin, die zu ihren Markenzeichen gehört. Mit vorbildlicher Diktion bettet sie die Worte in den Klang ihrer Stimme ein, sodass beide zu einer untrennbaren Einheit verschmelzen und ein frappierend natürlicher Sprachduktus entsteht. Doch was so leicht klingt, ist mitunter schwierig zu erreichen. Für ihre aktuelle CD mit französischen Liedern hat Christiane Karg daher intensiv mit einem Sprachcoach gearbeitet: »Man wundert sich, wie sorglos sogar französische Sänger mit ihrer eigenen Sprache umgehen.« Bei einer derartigen Hingabe und Akribie in der Liedgestaltung wundert es nicht, dass die aktuell aktiven Opernrollen von Christiane Karg überschaubar sind: Pamina, Susanna, Mélisande, dazu einige BarockPartien – die Sophie im »Rosenkavalier« hat sie mittlerweile abgelegt. »Ich fühle mich einfach nicht mehr wie 16«, kommentiert sie diese Entscheidung. »Außerdem möchte ich auch wieder mal was Neues kennenlernen.« Und genau das tut sie auch in ihrem Dortmunder Konzert mit Liedern, die eher selten zu hören sind. Beim Stimmen-Chamäleon Christiane Karg sind sie in den allerbesten Händen.

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Fr 20.04.2018 · 20.00 Uhr

ANTOINE TAMESTIT Christiane Karg Sopran, Antoine Tamestit Malcolm Martineau Klavier

Viola,

& CHRISTIANE KARG Werke von Loeffler, Wolf, Kantscheli und Schubert


Es gibt Zeiten im Leben, in denen man Rückschau hält: auf Entscheidungen etwa, die man irgendwann getroffen hat und die dann den Fortgang des Lebenswegs bestimmen. Rückschau hat auch die 1969 in Südkorea geborene Youn Sun Nah gehalten und sich in einer Phase des Umbruchs als Jazzsängerin neu erfunden.

BEWEGUNG

IN

BLEIBEN Irgendwann, noch gar nicht lange her, saß Youn Sun Nah in ihrer Pariser Wohnung und ließ ihr Leben ebenso wie ihre Karriere als Jazzsängerin Revue passieren. Da war der fast zum Klischee gewordene Verweis auf ihre »musikalische Familie«, der in ihrem Fall tatsächlich zutrifft: als Tochter einer Opernsängerin und eines Dirigenten. Sie erinnerte sich an die Zeit, als sie sich 1995 entschloss, nach Paris überzusiedeln, obwohl sie bereits eine erfolgreiche Karriere als Musical - Sängerin in Südkorea hatte. Sie dachte an die ersten Jahre in Frankreich zurück, als sie dort mit Mitte 20 noch einmal Jazzgesang studierte – in einem ihr fremden Land mit Menschen, deren Leben in anderen Strukturen verlief als die, die sie als gebürtige Asiatin gelernt hatte. Oder an die Zeit nach ihrem Gesangsstudium, als sie sich

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in den Jazzclubs ihrer neuen Heimat Frankreich durchzusetzen begann: als Vokalistin mit einer ausdrucksstarken, wandlungsreichen Stimme. Sie vergegenwärtigte sich schicksalshafte Begegnungen mit Menschen, die für sie und ihren Karriereweg von enormer Bedeutung waren. Allen voran an den Musikproduzenten Siggi Loch, der sie 2009, als sie bereits 40 Jahre alt war, für seine Plattenfirma ACT Music unter Vertrag nahm, von wo aus sie international durchstarten konnte – mit Alben wie »Same Girl«, das weltweit vom Publikum gefeiert und dann auch noch mit dem renommierten Musikpreis »ECHO Jazz« ausgezeichnet wurde. Oder sie dachte an den Schweden Ulf Wakenius, der sie seitdem mit seiner Gitarre begleitet und zusammen mit ihr als kongenialer musikalischer Partner eine Sprosse nach der anderen die Karriereleiter hinaufstieg. Youn Sun Nah stand an einem Scheideweg. Eigentlich war sie durchaus glücklich und zufrieden mit ihrem Leben als international erfolgreiche Jazzsängerin. Doch sollte es das gewesen sein? Jahrjährlich Musik zu produzieren und auf Tonträgern zu veröffentlichen? In einem Karriere-Hamsterrad festzustecken, in dem einem vorgaukelt wird, zwar ständig in Bewegung zu sein, ohne aber tatsächlich vom Fleck zu kommen? Auf ihre Fragen fand Youn Sun Nah auch Antworten – anfangs noch zögerlich, später selbstbewusst mit einer Konsequenz, die man ihr auf den ersten Blick nicht zugetraut hätte. Zuallererst ging sie zurück in ihr Geburtsland Südkorea, wo sie noch einmal an ihre familiären Wurzeln anknüpfen wollte. Als Jazzsängerin wollte sie raus aus ihrer Komfortzone: Ihr war klar, dass sie sich neu orientieren und kreativen Herausforderungen stellen musste. Daraufhin machte sich Youn Sun Nah auf den Weg in Richtung Nordamerika, um sich einerseits noch tiefer in den Jazz und seine weit zurückreichende Geschichte zu graben, andererseits aber auch um sich dem vielschichtigen, stilistisch weitverzweigten Kosmos der US-amerikanischen Folkmusic zu öffnen.

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So 22.04.2018 · 18.00 Uhr

YOUN SUN NAH

Youn Sun Nah Gesang, Kalimba, Clifton Hyde Gitarre, Brad Jones Bass, Dan Rieser Schlagzeug, Jamie Saft Klavier, Hammond-Orgel, Fender Rhodes

FOTOS: SUNG YULL NAH

Mit Songs aus ihrem neuesten Album »She Moves On« widmet sich Youn Sun Nah dem Sound des amerikanischen Jazz und Folk.

»Partner in crime« für ihr neues Abenteuer wurde der Keyboarder Jamie Saft. Den hatte Youn Sun Nah keck angerufen und um Hilfe gebeten, weil sie überzeugt war, mit ihm den Produzenten gefunden zu haben, der sie trittsicher auf ihrem neuen Karriereweg begleiten und führen konnte. Saft war begeistert von der Koreanerin und ihren Plänen und lud sie sofort nach New York ein, um sie persönlich kennenzulernen. Dort ließ sich Youn Sun Nah von der kreativen Querköpfigkeit Safts mitreißen. Nach einer sehr kurzen Vorbereitungszeit nahm sie im Studio in nur zwei Tagen neue Musik auf, die so ganz anders klang als die, die sie bisher gemacht hatte. Saft war es, der mit ihr eigene Songs komponierte, die Sängerin aber auch auf das Songwriting zum Beispiel von Joni Mitchell, Lou Reed oder Paul Simon hinwies. Der Amerikaner war es, der dem akustischen Setting der neuen Musik von Youn Sun Nah einen gleichermaßen warm analogen wie urban zupackenden Sound gab. Zu guter Letzt stellte Saft dann unter anderem mit Brad Jones (Bass) und Dan Rieser (Schlagzeug) auch die Rhythmusgruppe der Band zusammen, die passgenau auf das anrührend unverwechselbare Timbre der Leaderin zugeschnitten war. »She Moves On«, im vergangenen Mai erschienen, heißt das Album, das aus dieser transpazifischen Kooperation entstanden ist. Einen treffenderen Titel hätte die Südkoreanerin Youn Sun Nah nicht finden können, um ihre musikalische Häutung zu beschreiben.

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WIDER DIE ERSTARRUNG Do 22.03.2018 · 19.00 Uhr

MATTHÄUS-PASSION Solistenensemble, Choir of the Age of Enlightenment, Orchestra of the Age of Enlightenment, Mark Padmore Evangelist, Leitung Johann Sebastian Bach Passio secundum Matthaeum (Matthäus-Passion) BWV 244

Als Evangelist und musikalischer Leiter von Bachs Matthäus-Passion will Tenor Mark Padmore das bekannte Werk zu einem aufrüttelnden und eindringlichen Erlebnis machen.

FOTO: MARCO BORGGREVE

Als der Tenor Mark Padmore 1982 sein Musikstudium abschloss, war die Bewegung der historischen Aufführungspraxis noch relativ jung und die Konzerte der Pioniere auf diesem Feld spannende Ereignisse, bei denen man ganz neue Klänge hören konnte. Auch in London formierte sich zu dieser Zeit ein bemerkenswertes neues Ensemble: das Orchestra of the Age of Enlightenment, das nicht nur auf historischen Instrumenten spielt, sondern sich auch das Gründungsversprechen gegeben hat, sich sein Leben lang zu hinterfragen, zu verändern und neu zu erfinden. Die Originalinstrumente sind dabei nur ein Element dieser Suche nach Authentizität. Vieles, was damals aufregend und frisch war, ist inzwischen längst zu einer neuen Konvention erstarrt, beklagt Mark Padmore. Gerade Bachs Passionen, die alljährlich auf den Konzertspielplänen stehen und vielen Hörern wohlbekannt sind, drohen da zu bloßer Reproduktionsware zu werden. Auch er selbst läuft Gefahr, in die Wiederholungsfalle zu tappen, kennt er diese

Werke doch seit 35 Jahren und hat sie über 100 Mal aufgeführt. Indem er immer wieder Konventionen hinterfragt und sich daran erinnert, dass die Passionen nicht für den Konzertsaal, sondern für einen ausgedehnten Karfreitagsgottesdienst komponiert wurden, kommt er zu einem eindeutigen Schluss: »Die Matthäus-Passion muss uns verstören, wenn sie es nicht tut, machen wir es falsch. Egal wie gut man das Werk kennt, man sollte nicht wissen, was als nächstes kommt.« Ohne Dirigenten zu musizieren, trägt gewiss zur Unberechenbarkeit bei; sind zudem auch noch die Chöre solistisch besetzt, kommt jedem Einzelnen maximale Bedeutung und Gestaltungsverantwortung zu. Indem Instrumentalisten und Sänger gemeinsam atmen und alle Mitwirkenden ihre »musikalischen Antennen« nutzen müssen, kann gelingen, was über eine solche Aufführung unter Mark Padmores Leitung in London zu lesen war: »Die Aufführung war eine Demonstration großartiger Musikalität und Kommunikation.«

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EINFÜHLSAM BLEIBEN Sa 21.04.2018 · 20.00 Uhr

KLAVIERABEND PIOTR ANDERSZEWSKI Werke von Mozart, Janácˇek und Chopin

Piotr Anderszewski hat hohe Ansprüche an sich und sein Klavierspiel. Dabei zählt für ihn nicht technische Perfektion, sondern Sensibilität an den Tasten, für deren Wahrung er sich bewusst Auszeiten vom Konzertbetrieb nimmt. Der Pianist Piotr Anderszewski kann sich für seine Karriere nichts Schlimmeres vorstellen als in Routine zu verfallen: »Immer wie eine Maschine zwischen Probe, Konzert und Reise zu pendeln, dagegen wehre ich mich mit allen Mitteln.« Deswegen nimmt er sich bewusst Zeit für mehrmonatige Pausen, in denen er seine Sensibilität beim Klavierspiel wiederfindet. »Ohne diese Pausen würde mir etwas Menschliches fehlen.« Anders als bei seinen vorherigen Sabbaticals nutzte er seine achtmonatige Auszeit 2016 für ein konkretes Projekt: Mit einer Filmkamera begab er sich auf Spurensuche durch seine Geburtsstadt Warschau, die für ihn stets »Faszination und Schmerz« zugleich ist. In einer Stadt aufzuwachsen, die im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört wurde, hat ihn geprägt: »Ich habe ein mit Warschau verbundenes Trauma.« Entsprechend persönlich ist der Blick, den Anderszewski in diesem Kurzfilm einnimmt, der statt Worte eingängige Bilder und von ihm eingespielte Musik sprechen lässt.

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Ein Komponist durfte da bei der Werkauswahl natürlich nicht fehlen: Frédéric Chopin, der ebenso wie Anderszewski trotz Umzugs nach Paris eine stete Liebe zu seinem Geburtsort hegte. Und so erklingen in dem Filmerstling »Je m’appelle Varsovia« (»Mein Name ist Warschau«) unter anderen Teile aus späten Mazurken Chopins und aus dessen berühmter Polonaise-Fantasie in AsDur. Mit dieser und den Mazurken op. 56 und op. 59 im Gepäck bringt Piotr Anderszewski dann auch ein wenig Warschau und polnische Volksmelodie nach Dortmund, wenn er seinen zweiten Klavierabend im Konzerthaus gibt. Schon bei seinem Debüt im Oktober 2010 beeindruckte der Pianist mit seinem virtuosen, brillanten Spiel und seiner unnachahmlichen Ausdrucksstärke. Zwei Sabbaticals später darf man gespannt sein, wie Piotr Anderszewskis Interpretationen mit neu gewonnener Kraft und aufgefrischtem Einfühlungsvermögen im KONZERTHAUS DORTMUND klingen werden.


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FRISCH IM AMT So 06.05.2018 · 18.00 Uhr

ORGELRECITAL KLAUS ELDERT MÜLLER Johann Sebastian Bach »Goldberg-Variationen« BWV 988, Louis Vierne Orgelsinfonie Nr. 3 fis-moll op. 28

Von Hanse-Stadtkirche zu Hanse-Dom: Organist Klaus Eldert Müller kommt als neuer Lübecker Domkantor ins Konzerthaus und verabschiedet sich noch einmal klangvoll. Nanu, hatten wir doch gedacht, Klaus Eldert Müller würde die paar Schritte von der Reinoldikirche zum Konzerthaus zu Fuß gehen, um sein Orgelrecital wieder einmal als Dortmunder Heimspiel zu begehen. Aber Pustekuchen! Wenn er am 6. Mai Johann Sebastian Bachs »Goldberg-Variationen« spielt und ihnen Louis Viernes Orgelsinfonie Nr. 3 folgen lässt, ist in Person Müllers bei uns der frischgebackene Lübecker Domkantor zu Gast. Herzlichen Glückwunsch, Klaus Eldert! Wir sehen das mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Natürlich freuen wir uns, dass er (von der renommiertesten westfälischen Kirchenmusikerstelle) an den Dom der schönen norddeutschen Hansestadt wechselt, in der schon ein Dietrich Buxtehude gewirkt hat. Klaus Eldert Müller hat dort selbst, bevor er »Ruhri« wurde, bei dem damaligen Domorganisten Eberhard Lauer studiert. Und er, der geborene Borkumer, rückt damit seiner geliebten Küste wieder näher. 2005, vor dreizehn Jahren, kam Müller als Kantor und Organist an die Stadtkirche St. Reinoldi in Dortmund. Hier hat er, der geniale Organist und Chorleiter, an große Traditionen angeknüpft und Neues auf den Weg gebracht. Dazu zählt insbesondere das seit Jahren verfolgte Projekt einer neuen Orgel für die Reinoldikirche. Jetzt, da es damit immer konkreter wird, überlässt Müller die Vollendung seinem Nachfolger. Der tritt in große Fußstapfen, begegnet einem brandneuen Instrument wie dem sängerisch bestaufgestellten Bachchor, mit dem sein ehemaliger Dirigent noch im vergangenen Jahr das 125. Jubiläum feiern konnte. Wir freuen uns, trotz Wechsel an die Waterkant, auf hoffentlich zahlreiche Wiederbegegnungen mit Klaus Eldert Müller. Vier Tage bevor er Bach und Vierne (nicht nur) für die Erwachsenen spielt, demonstriert er die vielfältigen Klangmöglichkeiten unserer Klais-Konzerthaus-Orgel mit ihren 3565 Pfeifen in einer Orgelvorstellung speziell für Schulklassen.

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EINE HARTE NUSS Sa 14.04.2018 · 20.00 Uhr

MUSIK FÜR FREAKS – TRIO CATCH Boglárka Pecze

Klarinette,

Eva Boesch

Violoncello,

Sun-Young Nam

Klavier

Gérard Pesson »Catch Sonata« für Klarinette, Violoncello und präpariertes Klavier

Das Trio Catch ist nicht nur durch die Besetzung Klarinette, Cello und Klavier eine Besonderheit, sondern hat sich auch einem speziellen Repertoire verschrieben. Sich gefangen nehmen lassen von zeitgenössischer Musik – das ist gar nicht so einfach. Oft wird sie als verkopft und unzugänglich wahrgenommen, erreicht Menschen nicht auf der gleichen Ebene wie die großen Klassiker der Vergangenheit. Was, wenn man das ändern könnte? Wie knackt man Neue Musik? Eine Frage, die das Trio Catch schon seit längerem beschäftigt. Die drei ehemaligen Stipendiatinnen der Ensemble Modern Akademie tragen nicht nur das Ansinnen, ihr Publikum zu fangen, im Namen, sondern haben sich mit einer eigenen Konzertreihe der Aufgabe verschrieben, zeitgenössische Werke zu präsentieren und zu »entschlüsseln«. Unter dem Titel »Ohrknacker« stellen sie in jedem der Konzerte ein Stück vor, das eigens für das Trio Catch komponiert wurde. Das Besondere dabei: Die drei Musikerinnen spielen das Werk nicht nur, sondern demonstrieren besondere Spieltechniken ihrer Instrumente, geben Einblick in den Probenprozess, diskutieren Interpretationsansätze und beantworten Fragen. Genau das richtige also für die Reihe »Musik für Freaks« im KONZERTHAUS DORTMUND. Als »Rising Stars« ist es ihnen 2016 bereits gelungen, das Publikum zu fesseln – mit Werken von Stockhausen, Janácˇek und einer Auftragskomposition des Österreichers Staud. Ihr Vermittlungstalent zeigten die jungen Frauen damals in einem Kompositionsworkshop mit Grundschülern, in dem sie gemeinsam mit den Kindern eine Geschichte musikalisch illustrierten. Ein kindlicher Spieltrieb liegt auch der 2016 uraufgeführten »Catch Sonata« von Gérard Pesson zugrunde, deren Sätze ›Fort‹ – ›Da‹ – ›Fort‹ auf Siegmund Freud Bezug nehmen, der seinen Enkel beim Spiel beobachtete. Ausgehend vom primitiven, reinen und »unschuldigen« Klang des präparierten Klaviers, in den die Klarinette hineinschlüpft, während das Cello seinerseits eine Art Blasinstrument wird, schuf Pesson ein virtuoses und gleichzeitig verspieltes Werk für das Trio Catch.

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Detlev Höhner, Murtfeldt Kunststoffe

Wolfgang Felgenhauer, Felgenhauer Unternehmensgruppe

as geflügelte Nashorn inspiriert Sponsoren

Johann Jaeger, Jaeger Gruppe

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Joachim Nill, Leue & Nill

FOTOS: PASCAL AMOS REST

Das sind vier Sponsoren, die gemeinsam ein prestigeträchtiges Projekt »stemmen«, die »ganz Ohr« sind für die Anliegen des KONZERTHAUS DORTMUND, die eine »tragende Rolle« spielen bei der Finanzierung hochkarätiger Konzerte oder die für das geflügelte Nashorn einen entscheidenden »Fingerzeig geben« und dadurch großherzige Unterstützung leisten. Dieses bürgerschaftliche Engagement ist immens wichtig. Dadurch werden Konzerte ermöglicht, die Strahlkraft weit über die Region hinaus haben, so wie der Abend mit Sir Simon Rattle und dem London Symphony Orchestra. Alle Sponsoren waren begeistert von der Idee, gemeinsam ein großartiges Konzert-Projekt zu fördern – auf diese Weise hatten vier sehr unterschiedliche Firmen ein verbindendes Element: das geflügelte Nashorn als Wappentier des KONZERTHAUS DORTMUND.


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bschiedsklänge

Im Vorwort dieser »hörbar«-Ausgabe klingen schon leise Abschiedstöne von Konzerthaus-Intendant Benedikt Stampa an. Am 16. Juni 2018 gibt es dann auch ein musikalisches »Adieu«, gestaltet von niemand Geringerem als Yannick Nézet-Séguin. Beinahe zehn Jahre ist es her, dass Benedikt Stampa den richtigen Riecher bewies, als er den mittlerweile heiß begehrten kanadischen Dirigenten nach Dortmund lockte und damit den Grundstein für eine lang anhaltende, enge Freundschaft legte, die unzählige musikalische Höhepunkte hervorgebracht hat. Dazu wird dann sicherlich auch das Abschlusskonzert dieser Saison gehören, bei dem Yannick Nézet-Séguin mit dem Chamber Orchestra of Europe ein erlesenes Konzertprogramm bieten wird: Nach Smetanas Ouvertüre zu »Die verkaufte Braut« gesellt sich die ehemalige »Junge Wilde« Veronika Eberle für Dvorˇáks Violinkonzert hinzu, bevor Brahms’ dritte Sinfonie einen bewegenden und sicherlich auch wehmütigen Abschluss einleitet.

ie nächste Generation

Noch haben nicht alle »Jungen Wilden« ihre Abschlussrunde auf der Konzerthausbühne gedreht, schon stehen ihre Nachfolger in den Startlöchern. Wenn Klarinettist Andreas Ottensamer am 20. März 2018 die Kammerakademie Potsdam unter seiner Leitung nach Dortmund führt, werden nicht nur selten zu hörende Klarinettenkonzerte ein Highlight des Abends ... Hinter der Bühne steht dann auch schon ein Musiker der neuen »Junge Wilde«-Generation bereit, um stellvertretend den Staffelstab für die nächsten drei Saisons entgegenzunehmen und einen ersten musikalischen Vorgeschmack auf die nächsten drei »wilden« Jahre zu geben.

?! in wenig Geduld noch… Die aktuelle Saison hat noch eine Menge Hörvergnügen im Gepäck, die kommende kann sich aber auch schon sehen lassen und wartet darauf, sich in den schönsten Facetten zu präsentieren. Ob Sie nun gerne Mozart hören, Ihre Opern am liebsten konzertant mögen, Sie sich nach den bombastischen Klängen eines Spitzenorchesters sehnen oder Freund der leisen Töne sind... unser Ticketing wird auch in der nächsten Spielzeit sagen können: »Da haben wir etwas für Sie.« Was wir da haben und warum, erklärt am besten Intendant Benedikt Stampa selbst. Am 26. April, noch am Tag der Veröffentlichung, stellt er im Saal das Programm der Saison 2018 / 19 vor und geht anhand von Musikbeispielen auf inhaltliche Schwerpunkte, Interpreten und Werke ein, die das Publikum erwarten. Natürlich wird auch etwas aus dem Planungsnähkästchen geplaudert. Der Eintritt ist frei, die erforderlichen Platzkarten erhalten Sie im Ticketing.

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Boeckers Bye-bye, Hello! Liebe Leserinnen und Leser der hörbar, »You say goodbye and I say hello // Hello hello«, könnte man Dr. Raphael von Hoensbroech, unseren designierten neuen Intendanten und Geschäftsführer singen hören, der das Amt zu Spielzeitbeginn 2018 / 19 – aus Berlin als Geschäftsführender Direktor des dortigen Konzerthauses kommend – antreten wird. Wir sagen: Hello hello Dr. von Hoensbroech! – Wenn diese Ausgabe der hörbar erscheint, wird Benedikt Stampa noch drei Monate Intendant des Konzerthauses sein. Nach insgesamt dreizehn Jahren ist am 16. Juni sein Abschied mit dem Konzert eines seiner bevorzugten Musikerfreunde: Yannick Nézet-Séguin. Dann geht er nach Baden-Baden zum Festspielhaus. Wir sagen goodbye goodbye!

Hallo Konzerthaus, wie lange bleibt Benedikt Stampa, wann kommt Raphael von Hoensbroech, ist klar wer wann was entscheidet, wann sind die ersten von Herrn Hoensbroech geplanten Konzerte zu hören? Bjørn Stadtmann, Dortmund

Hello hello Herr Stadtmann, »You say yes (I say yes) I say no (But I may mean no) // You say stop (I can stay) and I say go go go (Till it’s time to go)«. Oh no, so läuft es nicht, nicht nach dem Motto »I say high, you say low«. Die Kompetenzen sind schon sehr klar geregelt: Wenn der eine Intendant von Bord geht, übernimmt der andere, nicht früher und nicht später. Benedikt Stampa veröffentlicht noch am 26. April in der Jahrespressekonferenz und abends in der Saisonvorstellung für Abonnenten das neue Programm. Dann wird es etwas schizophren: Während er schon weg ist, beginnt im September die von ihm präsentierte Spielzeit. Raphael von Hoensbroech ist ab da offiziell Intendant und Geschäftsführer und als solcher vor Ort in Dortmund, im Konzerthaus, in den Konzerten und bei allen Anlässen, für’s Publikum sicht- und ansprechbar in verschiedenen Backstageveranstaltungen und »Meet the artist«-Interviews nach den »Junge Wilde«-Konzerten. Die neuen »Jungen Wilden« hat übrigens schon Raphael von Hoensbroech gecastet, da sie ja gleich für drei Saisons dem Haus verpflichtet bleiben. Schon etwas kompliziert, wer für was in der Übergangszeit verantwortlich zeichnet. »You say why and I say I don’t know, oh no«. Spätestens ab der Saison 2019 / 20 trägt schließlich alles die Handschrift des neuen Intendanten – das Erscheinungsbild des Konzerthauses wie die Konzertplanung. Die übernächste Saison wird, wie sonst auch üblich, schon seit einem halben Jahr in vielen Gesprächen und Beratungen konzipiert. Nur noch etwas Geduld. In einem Interview in der nächsten hörbar will der »Neue« ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern ... Benedikt Stampa hinterlässt nach all den Jahren sicherlich deutliche Spuren. »Why why why why why why do you say goodbye goodbye, oh no?« Raphael von Hoensbroech wird seinerseits neue Spuren legen, die sich tief eingraben. Alles bleibt anders, wie man so sagt. Wir freuen uns darauf und sind sehr gespannt. Hello hello und herzlich willkommen! Es grüßen Sie herzlich Jan Boecker und das gesamte KONZERTHAUS DORTMUND-Team »Hela heba helloa Hela heba helloa, cha cha cha Hela heba helloa, wooo Hela heba helloa, hela

Hela heba helloa, cha cha cha Hela heba helloa, wooo Hela heba helloa, cha cha cha« (Text: John Lennon / Paul McCartney)

Kontakt Per Post an: Konzerthaus Dortmund, Stichwort: Leserbrief, Brückstraße 21, 44 135 Dortmund · Per Fax an: 0231– 22 696 159 Per E-Mail an: info@konzerthaus-dortmund.de, Betreff: Leserbrief · Über unser Kontaktformular auf: www.konzerthaus-dortmund.de Wenn Sie wollen, dass Ihre Zuschrift in der hörbar abgedruckt wird, geben Sie uns bitte schriftlich Ihr Einverständnis zur Veröffentlichung. Wir behalten uns zudem vor, Leserbriefe gekürzt zu veröffentlichen.

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Impressum

Ausblick

Herausgeber Konzerthaus Dortmund GmbH Intendant und Geschäftsführer Benedikt Stampa, V.i.S.d.P. Redaktion Dr. Jan Boecker, Nicole Brodhof,

DIE SAISON 2018 19

Katharina Kierig

Bald hat das Warten ein Ende: Am 26. April verrät Benedikt

Autoren Dr. Jan Boecker, Nicole Brodhof,

Stampa, welche Künstler in der neuen Saison die Konzerthaus-

Stefan Franzen, Katharina Kierig,

Bühne betreten werden und was es dabei auf die Ohren gibt.

Martin Laurentius, Benedikt Stampa,

Denn wieder gilt: So klingt nur Dortmund!

Verena Wengorz, Bjørn Woll Gestaltung Kristina Erdmann Anzeigenmarketing Nicole Brodhof

Das hörbar-Rätsel

T 0231 – 22 696 213 Druck Lensing Druck GmbH & Co. KG Termin- und Programmänderungen sowie Druckfehler vorbehalten. KONZERTHAUS DORTMUND Brückstraße 21 44135 Dortmund T 0231 – 22 696 0 F 0231 – 22 696 222 info@konzerthaus-dortmund.de

FOTOS: MARCO BORGGREVE · WARNER CLASSICS, SONJA WERNER

www.konzerthaus-dortmund.de www.pop-abo.de Tickethotline T 0231 – 22 696 200 Besuchen Sie uns Konzerthaus.Dortmund @Konzerthaus_DO @Konzerthaus_DO

Der ehemalige Konzerthaus-Exklusivkünstler ist nicht nur einer der renommiertesten Pianisten der Welt, sondern hat sich auch als Bürgerrechtler einen Namen gemacht. In seiner türkischen Heimat wurde der 48 -Jährige wegen seiner islamkritischen Äußerungen angeklagt. Schon im Alter von 16 Jahren trat er auch als Komponist in Erscheinung. So brachte er bereits zahlreiche seiner Werke ins KONZERTHAUS DORTMUND, wie etwa die Uraufführung seiner »Istanbul-Sinfonie« im Rahmen einer von ihm gestalteten Zeitinsel.

Wenn Sie die Lösung wissen, schicken Sie sie uns auf einer Postkarte mit dem Stichwort »hörbar-Rätsel« an: KONZERTHAUS DORTMUND, Verena Wengorz, Brückstraße 21, 44135 Dortmund oder per Fax an: 0231 – 22 696 159 oder per E-Mail an: verena. wengorz@konzerthaus-dortmund.de Einsendeschluss ist der 28.04.2018. Unter den richtigen Einsendungen verlosen wir fünfmal zwei Freikarten für das Konzert von Susana Baca am 16.05.2018. Viel Glück! Die Lösung des letzten hörbar-Rätsels: Michael Nagy

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Abo- und Einzelkarten: So kommen Sie an Ihre Tickets Galerie Mitte links

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Persönlich Ticketing+ Abonnementberatung, Ludwigstraße / Ecke Reinoldistraße, 44135 Dortmund Öffnungszeiten Montag bis Freitag von 10.00 bis 18.30 Uhr, Samstag von 11. 00 bis 15.00 Uhr Per Telefon T 0231 – 22 696 200 Per Fax F 0231 – 22 696 222 Per Post KONZERTHAUS DORTMUND, Vertrieb, Brückstraße 21 44135 Dortmund

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Zahlungsarten Barzahlung und per Kreditkarte (MasterCard, American Express und VISA). Bei Bestellungen bis spätestens zehn Werktage vor der jeweiligen Veranstaltung ist auch eine Zahlung per Lastschrift möglich. Bitte Postlaufzeiten berücksichtigen.

gen Veranstaltung. Die Hörplätze werden an der Abendkasse ausschließlich nach Verfügbarkeit ausgegeben. Anspruch auf Bereitstellung der Hörplätze besteht nicht, eine Reservierung dieser Plätze ist nicht möglich. Je Interessent wird nur eine Karte ausgegeben.

Internet Ticketshop auf www.konzerthaus-dortmund.de

Service für Rollstuhlfahrer Bitte buchen Sie frühzeitig, damit wir Ihre gewünschten Plätze und unseren Extra-Service garantieren können. Falls Sie keine Begleitperson mitbringen, stellen wir Ihnen kostenfrei einen Servicemitarbeiter zur Verfügung.

Abendkasse Die Abendkasse im Foyer des KONZERTHAUS DORTMUND öffnet 90 Minuten vor der jeweili-

Preiskategorie 1 Preiskategorie 2 Preiskategorie 3 Preiskategorie 4 Preiskategorie 5 Preiskategorie 6 Preiskategorie 7 * Rollstuhlplätze Keine volle Podiumssicht

* Hörplätze sind 90 Minuten vor

Beginn der Veranstaltung erhältlich (Sonderregelungen vorbehalten)

Nutzer von Hörhilfen Für Nutzer von Hörhilfen gibt es auf den meisten Plätzen eine Induktionsschleife. Bei der Platzwahl wird Sie unser Ticketing gerne beraten. AGB Die allgemeinen Geschäftsbedingungen des KONZERTHAUS DORTMUND können im Ticketing des Konzerthauses sowie im Internet eingesehen werden. Preiskategorien Alle Saalpläne finden Sie unter www.konzerthaus-dortmund.de / de /vermietung

ENDLICH FRÜHLING REWE Dortmund wünscht ihnen gute Unterhaltung in ihrem Konzerthaus.

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DIE BOTSCHAFTER DES KONZERTHAUS DORTMUND PROF. DR. LUTZ ADERHOLD · APANO INVESTMENTS · DR. RAINER ARNTZEN · AUDALIS KOHLER PUNGE & PARTNER · GUIDO BARANOWSKI · DR. ANDREAS BELLMUNT · BRITTA UND ROLAND BRACHT · GABI UND DR. MICHAEL BRENSCHEIDT LILO UND FRANK BÜNTE · BUSCHE VERLAGSGRUPPE · DHPD DR. STEPHEN DUNKER · SUSANNE UND UDO DOLEZYCH ELMOS STIFTUNG · CHRISTA UND HEINRICH FROMMKNECHT · BENJAMIN HEINIG · HITZEGRAD PRINT MEDIEN & SERVICE GMBH · UTA HÖFLING · MARTINA UND HANS JÖRG HÜBNER · HUSEMANN EICKHOFF SALMEN & PARTNER GBR · DR. CARSTEN JAEGER · DANIELA UND JOHANN JAEGER · ULRICH JORDAN UND CLAUDIA VORLÄNDER HANS-JÖRG KARTHAUS · ANNETTE UND DR. UWE KISZKA · DR. WOLFRAM KIWIT · DR. MARTIN KLEINE · BRENNEREI LIKÖRFABRIK & SCHOKOLATERIE KRÄMER · TRAUDEL KROH · DR. ALICE L. UND DR. JOCHEN KÜHNER DR. GUNTHER LEHLEITER · VERLAG LENSING-WOLFF · DR. EVA UND DR. RAINER LÖB · MAIWALD KLAVIER & FLÜGEL GALERIE · JUTTA UND HANS-HUGO MIEBACH · MURTFELDT KUNSTSTOFFE · MVZ PROF. DR. UHLENBROCK & PARTNER · MARGARETE UND AXEL NILL · SUSANNE UND MEDARD NOLDEN · MARC T. OEHLER · PANTEL + EINHAUS STEUERBERATER · PROF. DR. TIDO PARK · PARK WIRTSCHAFTSSTRAFRECHT. · INES POHLMANNFEUERHAKE-FUND UND PETER POHLMANN · BEATRIX POLCHAU · ROTKÄPPCHEN PETER JÜLICH GMBH & CO. KG CORNELIA UND THOMAS SCHIEFERSTEIN · MARIE-THERES SCHNARRENBERGER-WEITKAMP · FAMILIE SCHNEIDER DR. WOLFGANG SCHRÖDER · REINHOLD SEMER · SPIEKER & JAEGER RECHTSANWÄLTE UND NOTARE · ANDREAS SPIELMANN · MECHTILD UND PAUL TH. STEINAU · MARIE ELISE UND DR. HANS STETTER · TECHNOLOGIE ZENTRUM DORTMUND · PROF. DR. ANGELA UND WILFRIED UTERMANN · MARIJKE UND SYBE VISSER · HEIDRUN UND DR. HANS V. DEWALL · IRIS WOERNER UND AXEL VOSSCHULTE · PETER WIEGMANN · MARTINA UND THOMAS WREDE UND WEITERE NICHT GENANNTE BOTSCHAFTER DANKE FÜR: SO KLINGT NUR DORTMUND.


Erinnern Sie sich noch an die Zeit, als Sie sich unbeschwert an den Dingen erfreuen konnten?

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hörbar 04 | 2017|18  
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