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gletscherspalten 1/2023

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Majestätisch steht sie da, die Schöttelkarspitze

Saunawonnen auf der Gröblalm

Indian Summer im Karwendel und Wetterstein Indian Summer steht für die farbenprächtige Herbst­ färbung in den nordamerikanischen Wäldern. Dass es einen Indian Summer auch im Karwendel und Wetterstein gibt, hat die Herbstfahrt der Touren­ gruppe gezeigt: die Bergwälder in Ockergelb- und Orangefärbungen, die Bergspitzen im grauweißen Kontrast. Untergebracht in einer großzügigen Ferienwoh­ nung am Ortsrand von Mittenwald haben sich Berg­ begeisterte unter der Leitung von DAV-Wanderführer Peter Hommens tageweise auf einsame Gipfeltouren, kraxelige Gratwanderungen und robuste Klammtou­ ren begeben. Die ganz persönlichen Bergerlebnisse hat Angelika Becker gesammelt und aufgeschrieben.

Sehnsuchtsblicke in der Soierngruppe Die Alpendohle, auf einem Felsvorsprung etwa ein Meter neben mir, legt den Kopf schief, schaut mich prüfend an, ob es sich lohnt, auf etwas Essbares zu warten, stößt sich dann ab und lässt sich vor dem unglaublichen Panorama in die Tiefe fallen; ist mit nur wenigen Flügelschlägen aber wieder weit über mir. Ich sitze am Grat des Feldernkreuzes, dem höchsten Punkt unserer Wanderung – der Himmel blau, ohne Wolken. Vor mir die Zugspitze bedeckt mit wenig Schnee, die Alpspitze kahl. Ich blicke auf ein Bergpanorama, das gewaltiger kaum sein könnte, die Staffelung der Berge in hellgrau, dunkelgrau und kaue ganz und gar zufrieden an meinem Brot.

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Der Ausblick wollte hart erarbeitet werden. Beim steilen Aufstieg war ich nach einer Stunde schlecht gelaunt. Als nach der zweiten im Wald noch kein Ende in Sicht war und eine weitere jenseits der Baumgren­ ze folgte, war ich mir sicher, dass ich mich übernom­ men hatte. Der Aufstieg im Wald – echt hart. Der ers­ te Ausblick oben – ein erster Lohn. Der Weg entlang des Berges – betörend. Plötzlich ziehen 200 Meter unter uns sieben Gämsen, aufgereiht wie auf einer Perlenkette, über die kargen Bergwiesen. Jackpot! Nach der Rast am Seinskopf, der lange Rückweg. Immer wieder kleine Stopps mit Ausblick – in absoluter Ruhe. Ein kleiner Kletterausflug am Signalkopf – schön! Singletrails – wir gehen hintereinander, konzen­ triert auf jeden Schritt. Der Abstieg – lang, länger, steil, steiler. Die Oberschenkel brennen, die erste Blase macht sich bemerkbar. Wurzeln sind von Blät­ tern bedeckt wie ausgelegte Fallen. Nach dem Abstieg – immer noch eineinhalb Stun­ den auf breitem Weg. Und obwohl nicht nur ich voll­ kommen am Ende bin, fangen wir an zu singen. Der Tag war besonders, die Anstrengung für mich zu viel. Aber irgendwie ging es dann doch. Text: Angelika

Gratwege – hoch über dem Walchensee Der Walchensee ist ganz schön kalt Mitte Oktober – gerade mal auf 13 Grad klettert das Thermometer. Der See ist eingerahmt von Bergen, die sich in der

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