FREIZEIT
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Schneeeule vor dem Start ...
Die beiden Falkner am Wilden Berg: Angie und Rudi.
das Tier füttern – etwa mit gewürztem Fleisch oder Wurst. Denn das kann für den Vogel tödlich enden. Weit harmloser sind da Astas Ausflüge am Vormittag. Da fliegt sie schon einmal nach Seckau hinüber, ist aber pünktlich um 14 Uhr wieder bei der Vogelschau zurück. Hie und da kommt es vor, dass das Steppenadler-Weibchen zurückkommt und sieht, dass diese noch nicht begonnen hat und noch keine Besucher da sind. Dann dreht Asta noch eine Runde. Puzi, der Geier, ist wiederum sehr neugierig. Und er will überall dabei sein, wo sich Menschen aufhalten. „Das ist zum Beispiel im Sommer, wenn die Leute im Garten grillen oder er fliegt auch ins Schwimmbad nach
Mautern“, so der Rudi. „Plötzlich ist er bei uns im Garten gesessen“, erzählt Mauterns Bürgermeister Andreas Kühberger. „Die Kinder haben sich natürlich geschreckt, aber er tut ihnen nichts.“ Die Geschichte kennen Sie schon: Und natürlich spekuliert auch Puzi auf eine Taxifahrt. „Die Leute rufen uns an“, so der Falkner, „und sagen, der Geier ist da. Und wir holen ihn dann möglichst schnell ab.“ Ein Stammgast beim Gehege am Wilden Berg in Mautern ist die Frau Monika, die in Mautern selbst ein Ferienhaus besitzt. Jedes Mal, wenn sie bei der Greifvogelvorführung war, fliegt der Geier nachher auf ein „Plauscherl“ zu ihr hinunter. Er „tanzt“ dann auf der Wäscheleine herum. Ein weiterer Lieblingsplatz
von Puzi ist das Bügelzimmer im Anwesen des Prinzen Reuss. Er ist der Eigentümer des Gebiets. „An die zwölf Mal haben wir ihn heuer dort abgeholt“, erzählt Falkner Rudi. Als er noch jünger war, ist er praktisch ständig unterwegs gewesen. Anders als die Asta springt Puzi nicht selber in die Box, sondern er wird eben in die Box im Auto gelockt. „Unsere Vögel sind“, so erzählt die Falknerin Angie, „wie wir Menschen – manchmal eben schlechter und manchmal besser gelaunt. Und dies zeigt auch der Bartkauz Willi ganz offensichtlich. Der fliegt jetzt bei unseren Vorführungen maximal zwei Mal hin und her und bleibt dann einfach auf seinem Lieblingsbaum sitzen. So als ob er uns sagen möchte:
„Gute Aussichten“ für den Kolkraben
Kopf einziehen, wenn Puzi kommt ...
Macht den Park jetzt zu. Ich habe keinen Bock mehr!“ Bis Anfang April 2018 kann der Willi jetzt seine „Winterruhe“ bzw. seinen Urlaub genießen und auch Asta und Puzi haben „Stubenarrest“. Bei schönem Wetter sitzen sie im Gehege an der Sonne – und warten, bis es wieder Action gibt. IH/JL
... will überall dabei sein, wo sich Menschen aufhalten.
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