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Die Uhrenbeweger

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www.klippmagazin.at

Heimliche Champions

aus Gröbming

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Weihnachtskrippen in Stift Rein

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ater August Janisch, der früher einmal Pfarrer in Hartberg war, lebt heute als Mönch im 1129 gegründeten Zisterzienser-Stift Rein, nördlich von Graz. Er war ein schwerverletztes Opfer des Attentäters Franz Fuchs, der in Österreich mit seinen Briefbombenanschlägen jahrelang für einen Ausnahmezustand sorgte. In einer KLIPP-Reportage vom Sommer stand zu lesen, dass Pater Janisch bereits beim lieben Gott weilt. Das ist zum Glück

nicht der Fall, wie wir uns persönlich überzeugen konnten. Die Adventzeit ist eine gute Gelegenheit, sich gegenüber den Reiner Mönchen dafür mit einem „wahren Bericht“ zu entschuldigen. Auch das Stift Rein stimmt die Gläubigen unter anderem mit einer schon traditionellen Krippenausstellung auf das kommende Weihnachtsfest ein. Eine Weihnachtskrippe ist eine Darstellung der Geburt Christi aus der Weihnachtsgeschichte oder anderer Szenen aus dem Leben Jesu

Christi, meist durch Figuren in einer Modelllandschaft Bethlehems. Die Weihnachtskrippen verbinden die Bilderwelt der Adventzeit mit dem Dreikönigsfest. Die heutigen Weihnachtskrippen gehen bereits auf das Frühchristentum zurück, doch zeigten die Darstellungen der ersten Jahrhunderte nur das Jesuskind (nach dem Lukasevangelium in der Futterkrippe liegend) mit den zwei Tieren Ochs und Esel. Die Figur der Maria kam erst im Mittelalter dazu, der

Foto: Martin Kniepeiss

hl. Josef sogar noch später. Hingegen gab es um 500 bereits bildliche Darstellungen, auf denen die drei Weisen ihre Geschenke dem Gotteskind darbringen. Belegt ist dies sowohl durch das Mosaik in Sant’Apollinare Nuovo in Ravenna als auch in Santa Maria Maggiore in Rom. Geöffnet ist die Ausstellung vom 1. Dezember bis 1. Jänner, jeden Samstag von 13-17 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 10-17 Uhr. www.stift-rein.at

... die gesamte Krippe aus Papier, mehr als 160 Jahre alt (Privatbesitz)

Foto: P. Martin Höfler

... mit Motiven aus dem Morgenland

Sehenswert: die Bibliothek des Stiftes. Die beiden Patres Martin Höfler und August Janisch

Foto: E. Brenner

Krippe aus dem Alpenraum; oben: Grulich Krippe (Privatbesitz)

Foto: P. Martin Höfler

Foto: Dr. Bernd Mayer

Da leuchten Kinderaugen

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Inhalt SPOTS 04 Staunen und genießen Palazzo meldet sich zurück in Graz

03 CHRONIK 12 Gespanntes Warten Positionen der steirischen Vertreter der Sozialpartner

13 Keiner, der sich nach vorne drängt Finanz- und Kultur Stadtrat Riegler

14 Kampf um steirische Spitäler Jetzt wird‘s ernst

05 Opernredoute mit Shootinstar Nikolaus Habjan 06 La Perla wehrt sich gegen mächtigen Gault Millau 08 Ein perfektes „Produkt“ Das Phänomen Andreas Gabalier

10 Steirische Dynastie der „Krainers“ im Fokus 10 Glanzvolles Fest Casino Graz feiert

11 Steirer führt Regie

15 „Mehr um die Sorgen der Menschen kümmern“ AK-Präsident Josef Pesserl

16 Falsch oder richtig? Aqua Lux Therme in Fohnsdorf

17 Viva la Mexiko! Wollsdorf baut neues Werk

20 Kein Überleben mit Wassermangel und Terror Palästinas Botschafter im Gespräch

21 Bittere Pille Die SFL schlittert in den Konkurs

MODE

COVER/WIRTSCHAFT

28 Eine Ausnahmekönnerin Die Grazer Modemacherin Brigitte Stajan und ihr unverwechselbarer Stil

Buben & Zörweg: Die Uhrenbeweger aus Gröbming

AUTO&MOTOR 20 WIRTSCHAFT

„Wollen Europa Elektroautosin im Test zur Nummer 1 werden“ 31 Oldtimer-Gen in der 30 Zwischen Zuversicht, Hoffen und Bangen

STANDARDS

Familie

Institut bis 2030 überhaupt weltweit führend zu werden.

Drei Generationen Edelsbrunner

KULTUR

Aktuell habe man die 20 Forschungsprojekte in Arbeit, so Robert Fasching, wirtschaftlicher Geschäftsführer von CBmed. Bei der jüngsten internationalen Biomarker-Experten-Tagung in Graz im Februar 2017.

19 Lilly 42 Mediathek

„Biomarker-Forschung machen wir dort, wo es einen medizinischen Bedarf gibt“, erklärt Prof. Thomas

kommen. Das mittlerweile 50-köpfige Team arbeitet damit international noch stärker vernetzt und erhielt bereits eine Auszeichnung. CBmed wurde zum ersten Expert Center der europäischen Biobanken ernannt. Als Biobank bezeichnet man eine Sammlung von Stoffen, wie Körperflüssigkeiten oder Gewebeproben, mit assoziierten, in Datenbanken verwalteten Daten. In Biobanken werden große Mengen von biologischem Material, wie beispielsweise DNA-, Blut- oder Gewebeproben zusammen mit Hintergrundinformationen (z.B. Krankengeschichte usw.) der Spender bzw. Organismen gespeichert. Bereits nach zwei Jahren, habe laut Fasching, die Biobank Graz erste Ergebnisse und drei neue Patente angemeldet.

Medieninhaber und Herausgeber: Klipp ZeitPieber. Er ist auch Vorstand der für Innere Medizin und 34 Bettgeschichten schriftenUniv.-Klinik GmbH &Abteilung Co fürKG, 8020 Graz, FriedLeiter der Klinischen Diabetologie. hofgasseEndokrinologie 20, Tel.und0316/42 60 80-0, Fax-Dw 122 Die personalisierte Medizin ziele ... im Grazer Volkskundemuseum darauf ab, die Wirksamkeit medioffice@klippmagazin.at Officemanagement: Isazinischer Behandlungen zu verbesbella Hasewend Jürgen Lehsern. Als BeispielRedaktion/Autoren: nennt Pieber eine Zu den Partnern zählen unter aneinfache bakterielle Infektion. Sie sei ner, Isabella Hasewend, Damijan Kranc, Reinhard derem B. Braun, Melsunge, Eli Lilly, leicht zu diagnostizieren, mit einem zu behandeln und man Mercks Sharp Dohme, aber auch Schuch,Antibiotikum Michaela Vretscher, Martina Tosch, Karin FREIEZIT ieses ambitionierte, ehr- Was sind Biomarker? brauche nur Ärzte, die das können. IT-Unternehmen wie Infineon und Dgeizige Ziel setzen sich Etliche MedikamenteKlug, und The- Marguerita Kapsch BusinessCom. 2017 wird „Dafür brauche ichFuller, keinen neuen Elisabeth Hewson. Prodie beiden Geschäftsführer des rapien wirken bei einigen Patienten Biomarker. Aber einen Biomarker zu vor allem die Internationalisierung Isabella (wenn nur einge- finden, für Keime, die Grazer Foschungslabors Zent- sehr gut, bei anderen duktionsleitung: in Richtung JapanFotos und den USA ein nicht auf Anti-Hasewend rum für Biomarker Forschung schränkt oder auch gar nicht. Von so biotika reagieren, wäre wichtig.“ Mit Schwerpunkt sein. Ende des Vorjah38 Asta & Puzi fahren Taxi angegeben): Ruschitz verspricht anders in der Medizin – CBmed Tho- genannten Biomarkernnicht res wurde bereits ein Consultant Profür Hilfe eines solchen Biomarkers – es Heimo mas R. Pieber und Robert Fa- man sich eine genauere Diagnostik. ist ein „messbarer Indikator“ – könne Japan eingesetzt, der die Pläne für duktion: Christian Wallner Druck: Dorrong, Graz mit ihrem Team. Das „Die Biomarker-Datenbank, die wir man sich näher an die molekularen ein künftiges Entwicklungszentrum Wilder Berg sching Mautern: soll und biochemischen Ursachen Headquarter mit den Labors dabei sind, in Graz zu schaffen, soll. Ähnliche Plävon dort vorantreiben Abonnentenpreise: Jahresabo: 20 Euro, Zweijahsich auf dem LKH-Ge- in Europa führend werden“, erklärt Erkrankungen herantasten. ne schmiedet man auch für den nordEinzigartige befindet Vögel und ihr „Vogel“ resabo: Postversand, Pie- 35 Euro Vertrieb: Redmail, lände in der Stiftingtalstraße. Forschungschef Prof. Thomas amerikanischen Bereich. Auf knapp 20 Millionen Euro Von dort exportiert CBmed sei- ber ohne Koketterie, der sich seit Graz,für Verlagspostamt auseinan- beläuft sich das Fördervolumen ne „geistigen Produkte“, so ge- Jahren intensivst damitErscheinungsort: Die Medizin-Universität Graz8020 ist nannte Biomarker, in alle Welt. der setzt. Das Fundament dazu sind CBmed in der ersten Forschungs- mit 43,5 Prozent der größte EigentüGraz, P.b.b. Es handelt sich dabei um Da- biologische Proben und Daten von periode, die 2018 ausläuft. Der Start mer von CBmed, weitere 20 Prozent

40 Im Land des Verbeugens ten-Know-How für eine möglicherweise lebensrettende Therapie und Behandlung – eine maßgeschneiderte, personalisierte Medizin für Patienten.

Patienten, die in Graz seit 30 Jahren gesammelt werden. Die Vision von CBmed sei es, im Bereich der personalisierten Medizin für Krebs, Stoffwechsel und Entzündungen als

Mit Kreuzfahrt Japan kennenlernen

Musical Grease kommt nach Graz

24 Heimliche Champions

von CBmed und seine Forschungsprojekte erfolgte vor zwei Jahren mit

hält die Medizinische Universität Wien und jeweils 9,5 Prozent halten

Nächster Erscheinungstermin: Februar 20 wissenschaftlichen und 30 Indus- die Universität Graz und die2018 Technitriepartnern. Allein im vergangen sche Universität Graz. Das Joannewww.klippmagazin.at Jahr sind sieben Partner dazu ge- um Research ist mit 12,5 Prozent be-

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Besinnliche Tage und ein gesundes, erfolgreiches neues Jahr. Im Namen unseres Teams

Dr. Manfred Rath

law-office@rath-partner.at www.rath-partner.at Friedhofgasse 20, 8020 Graz Tel.: 0316/ 7085, Fax: DW 25

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Die zwei reizenden „English Gents“ Denis Lock und Hamish McCann .

Daniel Reinsberg als Bauchredner mit seiner Puppe Scholly

Gastgeber in Graz: Jahrhhundertkoch Eckart Witzigmann

Staunen, träumen und genießen Palazzo meldet sich mit Komik- und Akrobatikshow zurück in Graz

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chon die Graz-Premiere im Vorjahr war ein echter „Hammer“, ein Festival der Akrobatik. Ob das zu toppen ist? Ja, es ist, wie Regisseur Karl-Heinz Helmschrot und sein Team zeigen. Mit der diesmal eigens für Graz neu kreierten Show „Unikate“ begeistern sie das Publikum und rauben ihm den Atem – auf eine ganz andere Weise als beim ersten Graz-Auftritt.

Die englischen Herren beeindrucken auch mit ihren akrobatischen Fähigkeiten

Comedy-Künstler Klaus Loch mit den beiden Finninen Lotta und Stina begeistern ...

Ein drehendes Karussell aus Seifenblasen – damit versetzt Denis das Publikum zurück in die Kindheit. Es grenzt an Magie, welche Kunstwerke er aus Seifenblasen kreiert. Die Gäste im Palazzo-Spiegelpalast im Grazer Messepark erleben ein rund dreieinhalbstündiges, beeindruckendes Spektakel – mit einem jonglierenden Beatboxer, der Schwerkraft trotzenden Akrobaten, einem äußerst unterhaltsamen Bauchredner, und, und. Dazu serviert wird ein viergängiges Menü von Jahrhundertkoch Eckart Witzigmann – vom Allerfeinsten: „Variation vom Thunfisch mit Wasabi-Mayonnaise und Avocado“ als Vorspeise, danach ein „Maroni-Samtsüppchen mit Tortellini, Knollensellerie und Amaretti“, als Hauptgang folgt ein „rosa gebratener Hirschkalbsrücken mit Kürbiskernkruste, Kohlsprossen, Gnocchi, Rotweinsauce und Chutney vom Kürbis“ und als krönender Abschluss die „Délice von Nougat und dunkler Schokolade an Granatapfel und Mango mit Passionsfrucht-Sorbet“.

Klimt in ewiger Erinnerung Es gibt Momente, die man nie vergisst und die einen ein Leben lang begleiten. Es ist knapp ein Jahr her, da saß Julien Bacques, Marketing-Verantwortlicher bei Gruber-Golfreisen,

am Frage-Marter-Stuhl von Armin Assingers TV-Millionenshow. Die Aufnahmen dafür werden ja in Köln gemacht. „Es war unheimlich interessant, natürlich auch stressig, weil ja drei Folgen auf einmal im Studio aufgenommen werden“, erzählt Julien Bacques. „Ich empfehle jedem, sich zu bewerben, denn das bleibt einem immer in Erinnerung.“ Bei ihm war es die 150.000-Euro-Frage,

Jeder Künstler des Abends ist wahrlich ein „Unikat“ für sich: Mit Entertainment aus dem Bauch unterhält Daniel Reinsberg mit seinem süßen Pinguin „Scholly“ das Publikum und sorgt dabei für viele Lacher. Garantiert sind diese auch bei seinem „Moderatoren-Partner“ Klaus Loch. Der Comedy-Künstler fällt schon allein mit seiner „zu Berge stehenden Haarpracht“ auf und ist wirklich zum Schießen komisch. „Herr Riesling“ überzeugt das Publikum mit seinen biegsamen Fingern und seinem Körper wie ein Wackelpudding – eine echt unnachahmliche Komik.

eine Reise in vergangene Zeiten nehmen. Sie bringen den Spiegelpalast mal mit heißen Rhythmen zum Kochen und dann wieder mit sanften Tönen zum Schwelgen. Wie das auch Brauchredner Daniel Reinsberg zum krönenden musikalischen Abschluss tut. Er stimmt Luis Armstrongs „Lullaby“ an. Und man darf gespannt sein, was sich das Organisatoren-Team für die nächste Saison einfallen lässt ... von Isabella Hasewend VERLOSUNG

Mein Favorit sind ja die beiden Finninnen Lotta und Stina. Gemeinsam präsentieren sie erstaunliche Partnerakrobatik – und das ohne festen Boden unter den Füßen zu haben, nämlich auf einem Balanciergerät, bestehend aus einem Brett und einem zylinderförmigen Rohr. Trotz ihrer wackeligen Lage verlieren sie dabei nicht ihren einzigartigen Charme. Diesen haben auch die „English Gents“ Hamish und Denis. Es sieht so einfach aus, wenn die zwei reizenden Gentlemen – ein wahrlicher Augenschmaus vor allem für das weibliche Publikum! – ihre akrobatischen Fähigkeiten präsentieren. Musikalisch untermalt wird der Abend auch heuer wieder von den Funkaholics. Ein „Beitrag“ von Absolventen der Grazer Musikhochschule, welche die Gäste mit auf

Palazzo läuft noch bis 4. März 2018, Dienstag bis Sonntag. Zu gewinnen gibt es 4 x 2 Tickets für die Palazzo-Vorstellung am Freitag, 5. Jänner 2018 (Einlass: 18:30 Uhr). Mail an: office@klippmagzin.at KW: Palazzo Einsendeschluss: 15.12.2017

Das Essen is ein Gedicht ...

„Millionenshow“ war Auslöser nachdem er es in „die Mitte“ geschafft hatte. Was ist die Besonderheit, die der Mann auf Gustav Klimts bekanntestem Gemälde aus der Jugendstilzeit „Der Kuss“ trägt? Das Werk trägt auch den Titel „Das Liebespaar“. Ist es eine weiße Tunika, sind es Sandalen, ist es ein goldenes Armband oder ein Blätterkranz? Es ist letzterer, wie sich Julien Bacques das ein Leben lang merken wird. Auf

dem Fragestuhl sitzend konnte er diese Antwort nicht geben und flog somit mit 75.000 Euro wieder nach Hause. „Die sind mittlerweile schon in ein Grundstück investiert. Grund und Boden steigen ja im Laufe der Jahre bekanntlich meist im Wert, aber sicherlich nicht so rasch wie jener des Meisterwerks des unvergleichlichen Gustav Klimt.“

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SPOTS

Ich bin ei n Footbal Alle oute ler n

Foto: Brau Union Österreich / Josef Pail

sich. War um nicht a Jahren mi uch ich? A t Footbal l bei den ls mein So begann, w Projekt S hn mit elf ar ich als pielberg eingeflei American G r a z schter Fu Giants Football? ßballfan Auf den er lich. Woz skeptisch sten Blic u braucht . k nicht le man Footb fünf Jahr icht vers all, wenn e später, tändes Fuß besu und bin fa st schon e che ich mit Begeis ball gibt? Heute, t in Expert von der An e für Scri erung Footballspi griffe st ele mmage (ge arten), S fängt Bal dachte Li nap, Inte l aus der nie, rception Luft) und Aber nur f (Verteidi Fumble(Ba ast. ger llträger verliert Ball).

Mario Eustacchio, Siegfried Nagl, Franco Foda, Andreas Werner, Hermann Schützenhöfer, Markus Liebl, Ronald Zentner, Gerald Zanker, Magne Setnes (v.l.)

zeigte er sich, als Bgm. Siegfried Nagl ihm das Goldene Ehrenzeichen der Stadt Graz für besondere Leistungen übergab. Künftig wird der 47-jährige Magne Setnes, als Nachfolger von Markus Liebl, den Winterbieranstich vornehmen. Also dann: Prost!

Fotos: Philipp Schulz

Foto: Marin

Er führte zum letzten Mal Regie beim traditionellen 23. Puntigamer Winterbieranstich im Brauhaus in Graz: Langzeit-Generaldirektor Markus Liebl. Mit seiner launigen Rede hatte er auch bei seinem „Abschied“ die Lacher auf seiner Seite. Gerührt

a Kunzfeld

Hopfen und Malz, Gott erhalt‘s

Gastgeber-Trio (v.l.): Bernd Pürcher, Intendantin Nora Schmid und Wolfgang Hülbig

In keiner anderen Sportart Freude be gibt es so U13-Meiste im KLIPPer: ehemal viele Reg aber wer d ige r, jetzt au eln, ie ch U17-Me ister. muss von d Grundlagen einmal verstande iesem Spi n hat und el einfac h angetan Sport mag Was gleic , sein. h beim ers ten Konta Sport ist kt mit Foo Platz für tball auf unterschi breite, s fällt: In edliche T chmale od diesem y pen, für s e r kräftige, eingesetz chnelle, t werden. die an ver große, J schiedene eder kann ßig train n Positio also mitm iert, vie nen a l c hen, und w er Teamsport enn er fle , der Athl reichen. Ein faszi in e ierender, tik, Dyna rungen an mik und Ta rasanter die Spiel ktik mit h er verbin ohen Anfo det. Eines Tag rdees bracht e mein Soh dessen Rü chen. Vom „Bühnenbild“ und n ein T-Sh ckseite i irt mit na n fetten B TEAMWORK der Inszenierung her werden ch H uchstaben – COMMITM z u lesen wa ause, auf ENT Philosoph diesmal Glitzer und Glamour r: RESPEC ie des Klu – DISCIPLINE – CHA T– RACTER. M bs sofort bei jedem im Fokus der gesamten Ausich hat di überzeugt Spiel, in ese , die bei je den Train Spielfeld stattung von Mignon Ritter dem Train ingscamps es spürba i ng, u r ist. Die nd auch ab hende Ame stehen – nicht zuletzt auch seits des Graz Gian rican Foo t s tball Ver sind der ä eine Art Hommage an die ein Öster lteste be Manche Re reichs, 1 stegeln kenn 981 gegrü Zeit eines John Travolta. e ich noch hindert, n d e t . i mmer nich bei heiß u Ein guter Tipp von „Gert. Was mic mkä auszuschü h nicht da tten. Im G mpften Spielen nic ne-Esser“ LH Hermann ran ht zu knap runde ist Mannschaf p Adrenal d a t versuch in t, Raum zu s Spiel einfach: D Endzone ( ie angrei ge Touchdown fende ) wird mit winnen, und das Er wirft die reichen d Punkten b Pässe, me er elohnt. D istens si mit dem Ba e r n Quarterba d es dann di ll in die ck e Receive En O-Liner, r (Fänger damit er Z dzone laufen. Den ), die Quarterba eit zum We ckelt wir ck schütz rf d. O-Line en die r (wie auc en hat und nicht v Athleten, o h m Gegner g V erteidige im Idealf etar) sind mu all groß u zu stoppe skelbepac nd kräfti n. kte g genug, u m einen La Mehr Info stwagen s auf: www .grazgian ts.at Reinhard Schuch

Opernredoute mit Shootingstar

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edes Jahr als Überraschungsgast einen neuen Moderator – das ist die Devise der Opernredoute-Veranstalter. Und das Multitalent Nikolaus Habjan ist es heuer. Schon als Sechsjähriger begann er in Graz Violine zu spielen. Der gebürtige Grazer, 30, ist nicht nur in der Wiener Theaterszene ein Shootingstar, sondern auch international erfolgreich. Er wird als Conférencier mit seinem Puppenstar „Gisela Hering“ bei der Opernredoute am 27. Jänner 2018 durch die Ballnacht führen. Er studierte an der Musikuniversität Wien „Musiktheaterregie“, das er 2010 mit Auszeichnung abschloss. Im Zuge dieser Ausbildung absolvierte er auch eine Sprechund Gesangsausbildung. In Graz macht er mit seiner Puppenspielkunst bei „La Strada“ auf sich aufmerksam. Sein Puppenstar „Gisela Hering“, eine von ihm geschaffene Kunstfigur, ist eine einst gefeierte Operndiva. Eine weitere Premiere bei der kommenden Opernredoute: Erstmals wird der Chor der Oper Graz gemeinsam mit Ballettschule und Ballett, begleitet von Chefdirigentin Oksana Lyniv mit dem Grazer Philharmonischen Orchester, die Eröffnung ma-

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Moderator Nikolaus Habjan mit seiner Puppe „Gisela Hering“, einer Operndiva.

Schützenhöfer beim Presse-Prolog: „Jeder Träger sollte sich rechtzeitig vergewissern, ob sein Smoking oder Frack überhaupt noch zu ihm passt.“

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La Perla Gäste finden die Beurteilung des einflussreichen Gault Millau unfair

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er Name La Perla ist für die beiden Geschäftspartner Faruk Neziri und Nagib Ibraimi gleichzeitig die Botschaft. Das Duo will mit seinem Team das Speiselokal in der Schmiedgasse in Graz als Perle im gastronomischen Angebot der Landeshauptstadt verstanden wissen. Eine solche Ansage „schmeckt“ natürlich so manchem Mitbewerber und Essen-Fan nicht. Jüngst trat auch der einflussreiche Gault Millau mit einer pointierten, aber untergriffigen Beurteilung in den Ring. Zitat: „Es gibt Lokale, wo Anspruch, Preis und Leistung geradezu bizarr auseinanderklaffen. Das La Perla in der geschäftigen Schmiedgasse in Graz ist ein solches.“ Bereits da haken die La-Perla-Fans ein. Schon die Formulierung „auseinanderklaffen“ zeigt, dass da kein Wort- und Schriftgewaltiger am Werke war. Kann etwas „zusammenklaffen“?, macht man sich über die Wortschöpfung, den weißen Schimmel, lustig. „Der Venusreis mit gemischtem Gemüse und gebratenem Seebarschrücken war mild gewürzt, wie im Altersheim und dem Fischbestand nach für Vegetarier geeignet“, schlägt der anonyme Tester auf den „angeblichen Starkoch“ Faruk Neziri ein. Der Tester möge doch das Altersheim nennen, wo dieser offensichtlich wohnt, denn dann würden sie ihn gern besuchen und dort essen, kontern die La-Perla-Fans. Faruk Neziri, der den größten Teil der Zeit in den letzten zwölf Jahren beruflich in Italien verbracht hat, steckt solche Attacken (Gastro-Mafia) lächelnd weg. Für ihn und seinen Partner sind nicht zwei, drei oder vier Hauben oder auch Sterne Teil ihrer Philosophie, sondern schlicht und einfach: „Die Gäste sollen sich bei uns wohlfühlen und das Essen ge-

Nagib Ibraimi (links kleines Bild) und sein Geschäftspartner Faruk Neziri (Mitte)

nießen.“ Und das gelingt ihnen – die Steirer sind ja nicht auf neue Dinge so neugierige, wie zum Beispiel die Italiener – ganz gut, wie die Resonanz der Gäste. „Vertrauen und Ehrlichkeit sind das Wichtigste. Es darf keine falschen Angaben, keine billigen Produkte geben. Wir müssen eben Geduld aufbringen, bis sich unsere Philosophie herumgesprochen hat.“ „Unsere Küche ist international“, so die beiden, „wir wollen zwei Kochtraditionen – zum Beispiel die österreichische und die italienische – verbinden. Das heißt, wir verwenden die Produkte aus der Region und verknüpfen sie mit anderen Produkten, die es hier bei uns nicht gibt.“ Das ist steirisches Rindfleisch, das sind Pilze, Kürbiskernöl, Obst und Gemüse vom Kaiser-Josef-Platz, wo Faruk Neziri fast täglich einkauft. „Das ist auch unser Respekt für die Leute hier, die hervorragende Dinge produzieren. Wenn jemand dann versucht, uns schlecht zu machen, dann beleidigt er damit auch unsere Lieferanten und auch das, was wir selbst machen. Respekt vor dem, was die anderen tun, haben wir und sollten auch die anderen haben. Es ist nicht entscheidend, was ich in der Vergangenheit alles geschafft habe, sondern für mich ist wichtig, was wir jetzt hier kochen und zustande bringen. Unser Ziel kann nur sein, dass die Leute, die Gäste, die zu uns kommen, sich hier wohl fühlen und mit dem, was sie hier erleben, wieder zufrieden nach Hause gehen.“

„Gast kann uns bei der Arbeit zuschauen.“ Das La Perla in der Schmiedgasse

... ein Genießer-Stück aus der Region

6 – Gänge Menü: Geräucherter Lachs mit toskanischem Tabak, Lachs Kaviar Balik Pearls und Dijon Senf *** Kürbiscremesuppe (Kürbis aus der Steiermark) mit Krebsen, Kakao und Mandeln aus Avola garniert *** Risotto mit Steinpilzen, Austernpilzen, Shiitake und schwarzem Albatrüffel ** „Il mio Spaghetto al Pomodoro e Basilico“ mit Tomatensauce und Basilikum *** Lammkotelett (Norwegische Fjorde) mit Artischockenherzen und Kartoffelcreme *** Tiramisù mit Haselnuss Torrone

Pilzrisotto mit Trüffeln

Gemüse und Obst vom Markt am Kaiser-Josef-Platz

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ie Nobel-Farben dieses Winters sind Schwarz,

Grau, aber auch Grün-Töne. Gern nachgefragt werden auch alle warmen Braun-Töne, Satteltaschenfarben und Bordeaux-Rot – an Rot führt kein Weg vorbei. Ganz aktuell sind Shopper und Beuteltaschen. Die Schuhe sind vom Erzeuger Handmacher und praktisch in jedem Leder, auch Velours, und in jeder Farbe erhältlich. Was sich der Kunde wünscht, bekommt er. „Prinzipiell konzentrieren wir uns auf hochwertige Produkte namhafter internationaler Designer, bei den Schuhen auch auf heimische. Alles soll aber leistbar sein“, freut sich die Familie Prassl, wenn Sie sich im Geschäft davon überzeugen.

Es muss nicht immer Paris oder Mailand sein Wir sind in Ihrer Nähe!

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Er ist ein perfektes „Produkt“ Dem Phänomen Andreas Gabalier auf der Spur

80.000 Fans am Hockenheimring, 140.000 im Münchner Olympiastadion, 35.000 in Berlin, 32.000 in der Wiener Stadthalle, 30.000 in Schladming, 800.000 Freunde auf Facebook, 6 Millionen verkaufte Tonträger innerhalb weniger Jahre, … Das sind nur einige der Superlative. Wie geht das?

gegenwärtig keinem vergleichbaren, männlichen Bühnenidol zujubeln kann. Megaseller Gabalier ist für sie in seinem Lederhosen-Look, mit den im Fitnessstudio kräftig gewordenen Oberarmmuckis, den strammen Wadln und der Gel-Locke die wahr

gewordene Mischkulanz von Elvis Presley und Arnold Schwarzenegger. Niemand weiß, was heute wäre, würde er sich wie als Nobody noch „Gabalir“ (gesprochen) nennen. Mit dem kleinen Trick auf „Gabalje“ (ge-

Ö

sterreich hat erstmals einen Superstar im 110 Millionen Menschen großen deutschsprachigen Schlagermarkt. Nicht einmal der unvergeßliche Udo Jürgens konnte bei seinen Live-Acts – sicher eine andere Zeit – derartige Massen mobilisieren. „Ich bin keine männliche Helene Fischer in Lederhosen“, wehrt der am 21. November 33 Jahre alt gewordene Überflieger am Schlagerhimmel sich gegen den Vergleich. Doch er ist es. Kein Nachteil für ihn, dass unser Nachbar Deutschland

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Fotos: Adlmann Promotions/ Sepp Pail, Adlmann Promotions/Carsten Klick

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sprochen) umzusteigen, konnte die große Sause beginnen. „Er ist das perfekte Produkt, das seinesgleichen sucht“, analysieren Musiker, die mit ihm arbeiten, die Kunstfigur. Genial seien aber die, die ihn so geformt haben. Der entscheidende Impulsgeber, Mastermind im Hintergrund, ist der Murtaler Industrielle Klaus Bartelmuss. Seine Vita ist mittlerweile geläufig. Er dirigiert von Teufenbach aus eine 800 Beschäftigten große Industriegruppe, die mit ihren Produkten am Weltmarkt sehr erfolgreich besteht. Bartelmuss wollte selbst einmal ein Großer in der Musikwelt werden, doch das schminkte er sich bald ab. Dafür hat er Nik P. zu großem Erfolg geführt. Bartelmuss weiß daher, wie die Musik- und Schlagerindustrie tickt. Sein Schützling Andi – dieser bezeichnet ihn mittlerweile als väterlichen Freund – ist ein Vorzeigemodell dafür, was ein junger Künstler er-

reicht, wenn er nicht unbedingt gegen den Wind Klavierspielen will. Ein Onkel des Singer-Songwriters machte Klaus Bartelmuss auf Andreas Gabalier aufmerksam. Dieser baute ihn mit seinem internationalen Netzwerk wie einen Profisportler auf. Wie zum Beispiel auch der junge Skifahrer Franz Klammer unter den Fittichen der Trainer-Legende Charly Kahr zum „Kaiser Franz von Österreich“ wurde. Und es bis heute geblieben ist. Für die Fans ist die Welt natürlich einfacher. „Der Andi ist ein super Bursch, ein super Musiker, der gut singt, klasse Gitarre und Harmonika spielt, super ausschaut, sympathisch ist, lockere Sprüche drauf hat und sich nix scheißt“, bringt es seine Facebook-Freundin Susi auf den Punkt, eine von 800.000. Bei seinem Erstauftritt im Musikantenstadl lösten andere Künstler mehr

Begeisterung aus als Gabalier. Doch von ihnen spricht heute niemand mehr. Wie drückte es seinerzeit Thomas Muster, die Tennislegende, aus: „Es gibt hunderte, die genauso gut Tennis spielen wie ich, aber die Nummer 1 in der Weltrangliste bin ich.“ Auch Andi Gabalier scheint dieses Sieger-Gen in sich zu tragen. „Ganz Deutschland klatscht ihm zu und sitzt zu Millionen vor dem Fernsehschirm, wenn der fesche Bua auf die Bühne kommt“, beschreibt ein Kollege einer großen Boulevardzeitung die Atmosphäre. Und es ist rührend, wenn viele im Publikum im Dirndl oder in der Lederhose, mit weiß-kariertem Hemd versuchen, seine Lieder im österreichischen Dialekt mitzusingen. Die Szenerie auf der Bühne wirkt wie ein Almauftrieb, verbunden mit einer Hüttengaudi. Und er dankt ihnen: „Ihr seids halt unsere liebsten Nachbarn, das ist einfach so. Wir nehmen euch wie ihr seid. Und ihr nehmts mich auch, wie ich bin. Und das ist eigentlich schön. Ich glaube, Österreich und Deutschland haben schon eine dicke, dicke Buddy-Beziehung.“ Nicht aufgesetzt wirkt seine stets gute Laune: „Ich glaube, ich bin ein sehr, sehr lebensfrohes Rumpelstilzchen. Ich bin immer motiviert, bin immer gut drauf. Es gibt ganz, ganz wenige Momente, an denen man mich auf die Palme bringt.“ Offen spricht er auch über Trauer. Immer wieder rührt der Schicksalsschlag, der Andreas Gabalier zum Schreiben des Liedes „Amoi segn ma uns wieder“ bewegte, seine tausenden Fans zu Tränen. 2006 tötete sein Vater sich selbst, seine

Schwester ertrug den Schmerz nicht und tötete sich zwei Jahre später. Gabalier verkörpert für seine Fans eine Lebenseinstellung. Mit dem Namen des kernigen Steirers verbinden die Fans Gaudi und Lebensgefühl, Dirndl und Kariertes, den Mann aus den Bergen, Volksmusik mit einer Prise von Sexappeal, dazu ein Schuss Volks Rock‘n Roll, Liebeslieder in Lederhosen, kräftige Oberarme, Alpenrock (was ist das überhaupt?), Herz und Sterne, Partystimmung und vor allem Heimatgefühl. Und alles fühlt sich für die Fans echt an. Vor kurzem ist die Studie „Das Rehlein und der Mountain Man“ veröffentlicht worden. Die Autoren sind Eva-Maria Hois vom Steirischen Volksliedwerk in Graz und Michael

Mastermind und Manager Klaus Bartelmuss

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Chocolatier Josef Zotter bei der Schokoschüttung

... Fortsetzung von Seite 9

Er ist ein perfektes „Produkt“ Weber, Musiksoziologe an der Uni Wien. Ihr Blick auf den Erfolg von Gabalier ist natürlich ein anderer als der seiner Fans. „Wir haben uns angeschaut“, so Eva-Maria Hois, „worüber er singt, konkret seine Musik und Texte analysiert. **Heftig diskutiert wird auch die Gestaltung des Albumcovers vom Volks Rock’n Roller und Mountain Man, in dem die Musikwissenschaftlerin einen sogar Eva-Maria Hois: „Der Herr ein stilisiertes Gabalier ist ein GeHakenkreuz schäftsmann.“ erkennen wollen, andere wieder eine deutliche Ähnlichkeit zu einem Wahlplakat des FPÖ-Obmanns Heinz-Christian Strache. Auch in einer Strophe der Nummer „Mein Bergkamerad“ wird eine Anspielung an politisch rechtes Gedankengut gesehen: „Kameraden halten z‘samm, ein Leben lang, eine Freundschaft, die ein Männerleben prägt, wie ein eisernes Kreuz, das am höchsten Gipfel steht und selbst dem allerstärksten Sturmwind widersteht.“ Da geht’s ordentlich zur Sache. Und so etwas ist gut für die Verkaufszahlen. Der Mountain Man und Volks Rock’n Roller polarisiert und provoziert gerne, was zu medialen Scharmützeln führt und ihm Aufmerksamkeit bringt. Der Beispiele gibt es viele – etwa im Streit um die Bundeshymne und die Formulierung „Heimat, bist du großer Töchter“. Gabalier: „Der Genderwahnsinn muss aufhören.“ Er regt eine Volksabstimmung an. Oder als anlässlich der Amadeus-Gala im März 2015 der Travestiekünstler Thomas Neuwirth, besser bekannt als Kunstfigur Conchita Wurst, drei Auszeichnungen (Künstlerin des Jahres, Song des Jahres für „Rise like a Phoenix“, Video des Jahres für „Heroes“) erhalten hat, Gabalier jedoch nur eine eher weniger bedeutende. Dieser in seiner Dankesrede: „Es ist nicht leicht auf dieser Welt, wenn man als Manderl heute noch auf ein Weiberl steht.“ In der FPÖ jubelte man auf: „Je suis Charlie Hebdo“. In der Berliner TAZ steht, dass er Hits

mit Blut und Boden schreibt und das Medium stellt die Frage: „Wie rechts ist Andreas Gabalier?“ Kollegen, wie Klaus Eberhartinger spotten über den Heimatstolz und den Lederhosen-Zombie. Gabalier: „Ich sehe diese Kritik als Kompliment.“ Gabalier gefällt sich offensichtlich in der Rolle des politisch unkorrekten Provokateurs. Mit einem explizit politischen Lied auf seinem letzten Album „A Meinung haben“.(** Ende) Zu seinem 33. Geburtstag fragte ihn Krone-Interviewerin Conny Bischofberger: „Sterben Männer wie Sie bald aus, Herr Gabalier?“ Selbiger: „Wann ist ein Mann ein Mann? Er muss sein Moped auffrisieren, einen L’amour-Hatscher getanzt, Bier getrunken und einen Baum gepflanzt haben.“ „Klingt nach Flachwurzler“, so ein Kritiker. Weil er so oft die Dirndl und Madln am Land, auf den Bauernhöfen besingt, wo es so schön ist und war. Weiß er auch, was die Bauern mit den Dirndln und Mägden angestellt haben? Andreas Gabalier weiß, dass das wie das Messer durch die Butter geht, wenn er vom kleinen Glück spricht, das alle Menschen ersehnen: „A Bussal von am feschn Maderl“ (und umgekehrt). Er nimmt aus jeder Schublade für seine Lieder eine Heimatphrase und knetet sie solange, bis sie passt. Für jedes Heimatschutzministerium wäre er der beste Werbeträger, für die Trachtenmode löste er schon einen Boom nach Lederhosen und Dirndln aus. Den Helfern im Hintergrund, seinen Ghostwritern, seinen Arrangeuren, seinen Textverbesserern, ist das verbale Gesulze schnurzegal. Sie versuchen, die musikalische Mehlspeise so aufzubereiten, dass sie den Leuten gefällt, die Radio- und TV-Stationen sich um den Mountain Man und Volks Rock’n Roller reißen. Nur so lassen sich die teuren Stadion- und Hallenmieten, der hohe Aufwand, den die „Mission Gabalier“ verschlingt, wieder herein spielen. Tränen der Rührung und Sentimentalität verhindern nur die klare Sicht auf das Geschäft. Denn wer weiß – schon übermorgen kann es nur noch die Viehversteigerungshalle in einem Provinznest sein und nicht mehr das Olympia-Stadion. Auch der sympathische, intelligente Steirerbua Andreas „Gabalje“ weiß das, denkt sicher da und dort daran und melkt die Schlagerkuh solange sie genügend Milch gibt. ** Auszüge aus der Quelle: „Das ,Rehlein‘ und der ,Mountain Man‘. Traditionalismus und Globalität bei Andreas Gabalier“ in „Positionen zur Rolle alpiner Musiktraditionen in einer globalisierten Welt“ (Verlag Steirisches Volksliedwerk, 2017)

Fotos: Casinos Austria/Gollmann

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Neuer Casino- Glanz W o viel Licht, da auch viel Schatten. Casinos sind ein solcher Ort. Dem Einen ist das Glück hold, der andere setzt, weil er es erzwingen will, Haus, Hof und was er sonst noch hat, ein und verliert. Am Ende kann niemand gegen das Casino gewinnen, denn sonst würde es ja bankrott gehen. Aber darüber plauderten die Casino-Geher und Gäste erst nach etlichen Prosts an der Bar beim Eröffnungsabend und zu vorgerückter Stunde. Sie zeigten sich beeindruckt vom für 8,5 Millionen Euro total rundumerneuerten Casino in der Grazer Innenstadt. Das Bild vom Spielerparadies Las Vegas und deren Leuchtund Glitzerfassaden hat jeder Schüler im Kopf. Kein Wunder, dass 2.000

Gäste beim Wiedereröffnungsspektakel dabei sein wollten. So gar nicht in die Prominenten-Runde passte Ex-Grünen-Chefin Eva Glawischnig. Doch die Erklärung ist einfach: Als musikalische Stargäste waren „The Rats Are Back“ mit ihrem Mann Volker Piesczek, Eric Papilaya, Norbert Oberhauser und Pepe Schütz mit von der Swing-Partie.

Die „Krainers“

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m 30. Dezember jährt sich der Todestag des früheren steirischen Landeshauptmannes Josef Krainer jun. zum ersten Mal. Nicht überraschend, dass rechtzeitig davor auch ein Buch erscheint, in dem das Wirken für die Steiermark von Josef Krainer jun., aber auch das seines Vaters, gewürdigt wird. Es trägt den Titel „Die Krainers – Eine steirische Dynastie“ und wurde im Weißen Saal der Grazer Burg präsentiert. Der Standort bestimmt die Sicht Autor des Werkes ist der 64-jährige Herwig Hösele. Er durfte im Büro von Josef Krainer jun. als junger Sekretär arbeiten, später auch bei dessen Nachfolgerin Waltraud Klasnic. Hösele war im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit tätig und damit für die bestmögliche „Vermarktung“ seines Chefs / seiner Chefin zuständig. Auch die Fakten- und Materialaufbereitung für Reden der beiden Landesspitzen gehörte zu seinem Aufgabenbereich. So gesehen zählt Hösele – als Zeit-

Foto: GEPA pictures/Sporthilfe

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Autor Herwig Hösele, Franz Krainer (Sohn von Josef Krainer jun.) und LH Hermann Schützenhöfer (v.l.)

zeuge – sicher zu jenen ÖVP-Mitarbeitern, denen die früheren Vorgänge im inneren ÖVP-Führungskreis vertraut sind. Andererseits tat und tut er sich aufgrund seiner „Parteibrille“ immer schwer, eine ausgewogene Bewertung von politischen Abläufen und das Mitwirken von Nicht-ÖVP-Verantwortungsträgern in der Steiermark vorzunehmen. Dieser Mangel an Distanz – die reinen Fakten sind korrekt wiedergegeben – in der Beurteilung steirischer Politik und ihrer Entscheidungsprozesse wird auch in anderen Publikationen spürbar, an denen er mitwirkte.

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ie Handlung spielt im US-Highschool-Milieu der 1950er-Jahre. Es geht um eine Liebesromanze. Grease (Pomade) lief siebeneinhalb Jahre am Broadway in New York, geschrie-

der Bühne zu stehen oder ein Stück zu inszenieren“, so der 37-Jährige. Seine Eltern, die auch in München bei der Premiere waren: „Christian durfte selbst ausprobieren, selbst aussuchen,

Der Mythos Rolex

15,2 Millionen Euro für eine Daytona

Steirer führt Regie D

Kult-Musical Grease kommt nach Graz

Foto: Pedro Malinowski

ben in den 1970er-Jahren. Bei der Premiere einer Neuinszenierung am Stadttheater in München war Klipp dabei. Regie führt der Steirer Christian Stadlhofer, der aus Stanz im Mürztal kommt. „Theater habe ich schon als Kind gemocht. Ich machte in Schulproduktionen mit, sang auch immer gerne. Aber damals habe ich nie daran gedacht, selber einmal auf

was ihm beruflich gefällt und wir haben ihn immer unterstützt.“ Sein Schauspielstudium hat Christian Stadlhofer in Essen an der Folkwang-Hochschule gemacht. „Erste Engagements haben mich nach Wien, an das Raimundtheater gebracht. In Graz habe ich als Lord Evelyn Oakleigh gastiert und freue mich jetzt auf unser Gastspiel mit Grease in der Grazer Stadthalle.“

Fotos: Christian Jungwirth

Grease kommt am 17./18. Februar 2018 nach Graz

iese Summe zahlte ein Sammler für eine Rolex (war es Rolex selbst?) bei einer Versteigerung vor wenigen Wochen. So viel Geld wie nie zuvor für eine „stinknormale“ Uhr. Doch ganz so bieder ist die Sache nicht. Denn es handelt sich um die erste Rolex Cosmograph-Daytona, mit der Referenz 6239. Sie war ein Geschenk – die Uhr kostete damals einige tausend Dollar – an die US-Schauspiellegende Paul Newman von dessen Frau Joanne Woodward. „Drive carefully. Me“, ließ sie eingravieren, da Newman auch gerne Autorennen fuhr. Der Schauspieler schenkte seine Rolex Daytona später seinem Schwiergersohn, der sich von diesem Einzelstück erst vor Monaten trennte. Diese und andere Geschichten – der Rolex-Gründer war kein Schweizer, sondern kommt aus Bayern – gab Gisbert L. Brunner zum Besten. Er ist der bekannteste Autor von Uhren-Büchern im deutschsprachigen Raum und tat das bei einem Vortragsabend im Refektorium des Priesterseminars in Graz. Nein, nicht auf Einladung uhrenverliebter Mönche, sondern von Hans Schullin. Die Schullins

sind seit 1954 autorisierter Rolex-Händler und waren der erste Konzessionär von Rolex in Österreich. Die 200 geladenen Gäste – darunter besonders viele Rolex-Sammler – zeigten sich angetan vom Vortrag, aber auch von den gezeigten Kostbarkeiten. Schullin entwickelte parallel dazu eine hauseigene Schmuck-Kollektion. Hans Schullin „trauert“ derzeit. In den 1990er-Jahren gestaltete er als Designer für Luxusuhrenhersteller Jaeger Lecoultre und deren weltweit kleinstes Uhrwerk (14 x 1,8 x 3,4 mm) eine mit Saphiren und 78 Diamanten bestückte Ring-Uhr, die wie ein aufgeschlagenes Buch aussieht. Ein Sammler aus dem Fürstentum Liechtenstein erstand diese bei der Präsentation in Venedig für 50.000 Euro. Diese Uhr blieb dann verschwunden, wurde nie mehr gezeigt. Bis die Weltmeldung vor wenigen Wochen kam, dass die Uhr dem Sammler bei einem Einbruch gestohlen wurde. Man darf zweifeln, ob sie je wieder auftauchen wird.

Der Genießer-Treff ... am Gut Pössnitzberg

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as ist mehr Auszeichnung, als wenn Gäste knapp 1.000 Kilometer aus dem Norden Deutschlands zu unserem Winzerwochenende in unser Weinhotel am Pössnitzberg kommen?“, freut sich Erich Polz. „Bereits zum dritten Mal gab es kürzlich das Winzerwochenende und natürlich haben wir uns gefreut, dass alle STK-Winzer (Steirische-Klassik-Winzer) dabei waren.“ Darunter eben die bekannten Namen Tement, Lackner-Tinnacher, Maitz, Hannes Sabathi, Winkler Hermaden, Gross, Weingut Neumeister. „Dazu kommen natürlich Freunde und Bekannte aus der Gegend, aus der Region

– jeder, der halt genießen will und auf Trinkerfahrung Wert legt.“ Einer der Prominenten ist Robert Weil aus dem Rheingau, der wohl als der beste Riesling-Erzeuger der Welt gilt. Mit ihm am Tisch sind aber auch der Niederösterreicher Gustav Krug und Winzerkollegen aus Piemont in Italien. Denn wo sonst kannst du an einem Ort die Spitzenweine von Orlando Abrigo, Robert Weil, Weedenborn, Helmut Preisinger, Gustav Krug oder Oberguess kosten und über die heurige Weinlese plaudern? Jeder hat seine Geschichte, jeder seine Erlebnisse. Gerade heuer hat sich ja beim Wetter wieder viel getan.

Erich und Walter Polz luden ein: Es war ein entspanntes, fröhliches Wochenende für alle.

Erich Polz, Eva Haselsteiner (Osttirol-Werbung) mit Gästen.

Sabine und Monika Höller mit PössnitzbergDirektor Rainer Ogrinigg.

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CHRONIK

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das den Nationalratswahlkampf mitgeprägt hat, war: Wie geht die Regierung künfGespanntes Warten EintigThema, mit den Sozialpartnern um? Eine der vorrangigen Forderungen von Heinz-Christian Straist ja bekanntlich die Abschaffung der Pflichtmitgliedschaft in der Arbeiter- und Wirtschaftswas kommt che kammer. Welche Positionen nehmen nun die steirischen Vertreter der Sozialpartnerschaft ein?

Jetzt ist die Stunde der Wahrheit da

FCG-Vorsitzender Franz Gosch

Will sich nicht festlegen – Mitglieder fragen

FPÖ-Gewerkschafter Harald Korschelt

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r habe sich entschieden, ausschließlich in der Arbeitnehmer-Vertretung tätig zu sein. „Ich bin mit 99,8 Prozent wieder gewählt worden und kann mich damit voll für die Arbeitnehmer einsetzen“, sagt Franz Gosch, Chef der Christlichen Gewerkschafter und AK-Vizepräsident. Ein politisches Mandat im Landtag oder im Nationalrat hat er nicht im Auge. „Ich habe mich für die Arbeitnehmer-Vertretung entschieden.“ Die FPÖ betonte in der Vergangenheit immer wieder, dass sie den kleinen Mann und seine Interessen vertrete. Wie schätzen Sie das jetzt ein? Gosch: „Es wird sich jetzt herausstellen, wie wahr das ist. Es kommt sozusagen die Stunde der Wahrheit.“ Als Christlicher Gewerkschafter könne er zur Zeit die Lage tatsächlich schwer einschätzen. Aber Faktum ist, dass die FPÖ im Wahlkampf von einer Schwächung und Zerschlagung der Sozialpartnerschaft geredet hat und diese ernsthaft gefordert hat. „Dieses Ansinnen muss ich als ÖVP-Vertreter ablehnen. Das wäre ein Über-Bord-Werfen aller bisherigen Prinzipien. Meine Erwartungen sind die, dass die neue Regierung ihrer Verantwortung gerecht wird.“ Bei der letzten AK-Wahl erreichte die Christliche Gewerkschaft 17 Prozent der Stimmen und die FPÖ 15 Prozent. „Nur eine starke Interessensvertretung kann was bewirken“, betont Franz Gosch. Er glaube auch, dass diese Position, die AK und die Wirtschaftskammer zu schwächen, der FPÖ mittelfristig schaden werde. Die Mehrheit der Mitglieder stehe hinter der Pflichtmitgliedschaft. Die AK garantiere eben die Augenhöhe in Verhandlungen mit der Regierung. Und weil immer so viel über die Beträge gesprochen werde: Im Durchschnitt liege dieser für einen Arbeitnehmer bei sechs Euro und einigen Cent pro Monat. Franz Gosch: „Wie unser Tiroler AK-Präsident immer sagt: Das ist ein Cappuccino in einem Innsbrucker Innenstadt-Lokal in guter Lage.“

ÖGB-Vorsitzender Horst Schachner zur Regierungsbildung

„Wir werden uns wehren, wenn es gegen die Arbeitnehmer geht“

Die Wahlen sind geschlagen, schwere Zeiten für die Gewerkschaft?

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ur FPÖ-Gewerkschafter Harald Korschelt bleibt unverbindlich in seinem Statement: „Unsere Position ist: Wir warten einmal ab, was die Regierung auf den Tisch bringt. Wir stehen hundertprozentig hinter der Arbeiterkammer und eine Abschaffung der AK kommt nicht in Frage.“ Die habe bisher auch niemand gefordert, wird vom KLIPP-Reporter gekontert. Was sei mit der Pflichtmitgliedschaft? Korschelt, sich wiederholend: „Da warten wir ab, was die Regierung auf den Tisch legt. Da halte ich mich an die Parteilinie.“ Nachträgliche Bemerkung: Eine Mitglieder-Befragung im Sinne von mehr direkter Demokratie wäre gut. „Das hatten wir schon einmal, dann wäre das Thema vom Tisch.“ In Österreich gäbe es elf andere Kammern und nur die beiden größten Vertretungen abzuschaffen, dafür sei er nicht. Es bestehen in Österreich 830.000 prekäre Dienstverhältnisse, wo die Menschen also von ihrem Einkommen nicht leben können. Diese Situation gelte es, entscheidend zu verbessern. Außerdem müsste im Regierungsprogramm auch die alte FPÖ-Forderung nach einem Mindestlohn erfüllt werden. Dieser sollte zumindest 1.600 Euro pro Monat betragen. Und eine Wiedereinführung der Erbschaftssteuer? „Ich bin für keine zusätzlichen Steuern.“ Gut, aber sollte man die vermögendste Gruppe beim Vererben nicht besteuern? „Ich bin kein Freund von neuen Steuern und halte mich da an die Parteilinie.“

Sehr viele Arbeiter und Angestellte haben Parteien gewählt, die nicht gerade das Beste für uns unselbständig Erwerbstätige versprechen. So ist das in der Demokratie. Aber wir als ÖGB stehen immer zu unserem Mandat. Unser Mandat heißt: Die Interessen der Arbeitnehmer vertreten.Insofern gibt es auch keine schweren Zeiten für die Gewerkschaft, sondern wir werden uns wehren, wenn es gegen die Arbeitnehmer geht. Welche Befürchtungen haben Sie, wenn Türkis-Blau kommt? Es ist ja viel davon die Rede, dass die Sozialpartnerschaft am Ende sei oder unser Kollektivvertragssystem überholt. Die große Erfolgsgeschichte dahinter will niemand mehr sehen, dabei zeigt sie sich beispielsweise dort sehr gut, wo bei uns die Streiks pro Jahr in Sekunden gemessen werden müssen. Darum beneiden uns viele andere Länder. Auch die Erfolge der Arbeiterkammer sind eindrucksvoll, wenn Jahr für Jahr allein in der Steiermark an die 20 Millionen Euro für die Mitglieder erstritten werden. Hier wird auch unmissverständlich sichtbar, wem eine Schwächung der AK nützen würde und wem sie schadet – nämlich den ausgezeichnet vertretenen Arbeitnehmern. Oder die volle Besteuerung von Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld: Ich glaube nicht, dass eine Regierung weit kommt, wenn sie Politik gegen die Arbeitnehmer betreibt. Wird es schon bald mehr Streiks geben? Unsere Sozialpartnerschaft und unser Sozialstaat haben ein großes, ja historisches Verdienst: die Erhaltung des sozialen Friedens und die Schaffung von Wohlstand. Eine zukünftige Regierungskoalition wird an ihren Leistungen zu messen sein. Es gibt ja auch sehr widersprüchliche Aussagen von den Koalitionsverhandlern, sodass man das noch nicht gänzlich einschätzen kann. Der Österreichische Gewerkschaftsbund aber steht über den Parteien und er steht immer für die Arbeitnehmer. Daher sei es der kommenden Regierung ins Stammbuch geschrieben: Die Gewerkschaft ist eine Kampforganisation. Wir werden Vorhaben entschieden bekämpfen, die den Interessen der Arbeiter und Angestellten widersprechen!

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CHRONIK

Keiner, der sich nach vorne drängt Günter Riegler, seit einem halben Jahr Finanz- und Kulturstadtrat in Graz

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iegfried Nagl holte ihn nach seinem Wahlsieg im Februar 2017 von der FH Joanneum Graz in die Politik. Ein echter, klassischer Politiker will Günter Riegler nie sein. Wie er das schaffen will? Und wer ist der Herr mit der großen, schwarzen Umhängetasche am nächsten Stehtisch? – fragt eine junge Frau ihren Begleiter beim Smalltalk. Günter Riegler hat sich bei einem offiziellen Abendtermin unter das Publikum gemischt und wer ihn nicht kennt, vermutet hinter seinem Auftreten eher einen Adabei oder Künstler, aber keinesfalls den Finanz- und Kulturstadtrat von Graz, der zweitgrößten Stadt Österreichs. Vordrängen und Hofhalten sind nicht seine Sache. „Ich habe mich in meinem Leben zum vierten Mal neu erfunden“, beschreibt sich Günter Riegler selbst. Er ist gelernter Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, war in den 90er-Jahren des vorigen Jahrhunderts bei der KPMG (hinter der Abkürzung stecken die Namen der Gründer), eine der großen, weltweit agierenden Steuerberatungs- und Wirtschaftskanzleien. Von dort machte man ihn bzw. wählte der Gemeinderat ihn dann schlussendlich zum Rechnungshofdirektor der Landeshauptstadt. Riegler war damit der oberste und weisungsfreie Kontrollor der Stadt. Sein kaufmännisches Wissen und seine Berufserfahrung brachte er danach als Geschäftsführer der Fachhochschule

Keiner, der jammert ...

Joanneum ein. Bis ihn eben Siegfried Nagl das Angebot machte, in die Politik zu wechseln. Riegler scherzend: „Ich bin als Wissenschaftsmanager mit sozialem, hohen Prestige versehen, in die weniger angesehene Politik gewechselt.“ Warum dieser Sprung ins kalte Wasser? Ernsthaft: „Zum einen sportlich gesehen: Schaffe ich das? Und zum anderen: Wenn man die Möglichkeit hat, soll man die Politik nicht kritisieren, sondern selber versuchen, es besser zu machen. Ich hoffe, dass ich dazu ein bisschen beitragen kann.“ Was soll in den nächsten fünf Jahren gelingen? Günter Riegler: „Dass die Ertragskraft der Stadt, die Einnahmenseite, stärker gewachsen sein wird oder ist als die Schulden. Zur Zeit hat Graz eine Eigenfinanzierungskraft von 20 Prozent, 80 Prozent unserer Ausgaben sind fremdfinanziert. Und ich möchte die Eigenfinanzierungskraft auf 30 Prozent bringen.“ Jährlich investiert die Stadt mit ihren Tochtergesellschaften bei einem Budget von 1,4 Milliarden Euro rund 120 Millionen Euro. „Die großen Brocken dabei sind“, so der Finanzstadtrat, „der Ausbau des Verkehrs, der Straßenbahn und der Bau weiterer Schulen. Der öffentliche Verkehr kann nicht kostendeckend sein, denn sonst könnte sich niemand ein Ticket leisten.“ Wenn ein Unternehmen so wirtschaftet, wäre das bald am Ende. Günter Riegler: „Unser Ziel durch unsere Investitionen ist nicht der Ertrag,

wie in einem Unternehmen. Wir sind für die Daseinsvorsorge verantwortlich und dafür, dass wir mit unserer Politik einen Wohlfahrtsgewinn für die Menschen schaffen.“ Weil allzu oft der Schuldenstand in der Höhe von 1,2 Milliarden Euro kritisiert wird, den die Stadt Graz hat. „Wir stehen keinesfalls damit vor dem Abgrund“, sagt Günter Riegler. „Die Bürger kriegen ja auch etwas dafür und Graz wächst und expandiert. Ich würde mir Sorgen machen, wenn wir schrumpfen. Schulden sind ja nicht per se etwas Schlechtes. Graz zählt mit seinen acht Universitäten zu den Top-Städten Europas und wir können uns glücklich schätzen, hier und nicht in Neapel zu leben.“ Es ist angenehm, kein Lamento über zu wenig Geld, über zu hohe Schulden und ähnliche Dinge von einem Politiker zu hören, sondern eine nüchterne Einschätzung eines Experten, der in seinem Berufsleben stets mit Investitionen, Schulden, Ausgaben und Einnahmen zu tun hatte. Daher überrascht es nicht, dass auch für sein zweites Ressort, die Kultur, für die er verantwortlich ist, eine klare Ziel-Definition hat. Gegenwärtig gibt die Stadt Graz knapp 40 Millionen Euro, also 2,5 Prozent des Gesamtbudgets, für Kunst und Kultur aus. „Mein Ehrgeiz ist, dass der Anteil im Budget größer wird“, sagt Günter Riegler, der sich selbst als Lese- und Musikmensch sieht.

„Es wäre falsch, nun das 30. oder 31. Festival zu kreieren. Graz hat viele, viele gute Sachen und wir müssen mehr und mehr überlegen, die Dinge zu optimieren. Was mir persönlich gefallen würde: Dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die in Graz auf den Hochschulen, Universitäten und in den Wissenschaftszentren erarbeitet werden, populär gemacht werden. So nach dem Motto: Science goes public. Ansätze dazu gibt es bereits.“ Er ist überrascht von der Frage, zögert aber keine Sekunde mit der Antwort. In Graz stellen die Kommunisten mit 20 Prozent der Stimmen die zweitstärkste Fraktion. Was halten Sie von der KPÖ? „Zunächst einmal sind die Personen authentisch. Das ist ja in der Politik nicht überall der Fall. Er tut, was er sagt und sagt, was er tut. Also ich finde die Kommunisten im Rathaus sympathisch.“ (Sein Pressesprecher erschreckt leicht.) Und Günter Riegler erklärt das auch: „Es ist ihr Engagement für Benachteiligte. Wir leben in einer Gesellschaft, wo sich die Dinge verschärfen und es meist so ist, dass der Stärkere überlebt. Aufgrund dieser Entwicklung werden wir bald noch verstärkt sozialpolitische Diskussionen bekommen. Warum haben Unis so hervorragende Absolventen? Weil sie nur die Guten einladen zu studieren. Oder auch bei den Unternehmen. Sie können sich von 100 Bewerbern den Besten aussuchen. So war es auch bei uns bei der KPMG. Die Kommunisten kümmern sich aber um die Benachteiligten. Und ihr Engagement ist echt.“

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CHRONIK

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Jetzt wird’s ernst. Jetzt geht es ans Eingemachte

Kampf um steirische Spitäler her ruhig und sachlich plätscherte die letzten eineinhalb Jahre die von Gesundheitslandesrat Christopher Drexler geplante und vorgelegte Spitalsreform 2035 vor sich dahin. Wiewohl sie die dramatischsten Einschnitte im steirischen Spitalswesen bringen wird. Damit ist es jetzt vorbei. Mehr als 17.500 Unterschriften wird die Bürgerinitiative BISS (Bürgerinitiative Standorterhaltung Spitäler) Christopher Drexler im Jänner auf den Tisch legen und: „Wir sammeln weiter“, erklärten die Proponenten. Darunter auch Jürgen Winter, Bürgermeister von Schladming. Man spricht sich dabei gegen den Neubau nur eines Leitspitals (vermutlich in Trautenfels) für den flächengrößten Bezirk Österreichs aus. Stattdessen sollen die Spitäler in Bad Aussee, Rottenmann und Schladming, die allesamt in den letzten Jahren mit zigmillionen Euro erneuert wurden, ausgebaut werden. Besonders pikant: Jürgen Winter, ÖVP-Bürgermeister von Schladming, gilt als einer der Kandidaten für noch höhere politische Funktionen in der ÖVP, sprich Abgeordneter oder gar Landesrat.

Foto: www.schladming.diakonissen.at

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Sonst in der ÖVP Partner, in dieser Sache aber Gegner: Christopher Drexler und Jürgen Winter

Winter: „Wir fordern ein Ende der Geheimniskrämerei und wollen mit Land und KAGes auf Augenhöhe reden.“ Sein Verweis auf die Zahlen in Schladming: pro Jahr 54.000 Ambulanzbesuche, fast 7.000 stationäre Patienten, 10.000 CT-Untersuchungen. Schladming sei die fünftgrößte Tourismusregion Österreichs.

„Es wird versucht jeden gegen jeden auszuspielen“, kritisiert BISS-Vertreter Fritz Igler. „Die bestehenden Standorte sollen damit umgebracht werden.“ Würde es nur ein Leitspital geben, müsste das Rettungswesen auf völlig neue, teure Beine gestellt werden. Zehntausende Transporte müssten über die ohnedies ver-

stopfte B320 durch das Ennstal gefahren werden. „Wir versprechen der Bevölkerung einen langen Atem“, kündigt BISS an. Sicher bis zur Landtagswahl 2020. Damit ist auch eines klar: Der Kampf um die steirischen Spitäler wird zu einem der zentralen Themen im Landtagswahlkampf 2020. Für SPÖ-Chef und Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Schickhofer (BISS: „Handlanger.“) setzt es genauso Kritik wie für Christopher Drexler. Die Chance auf eine Wiederwahl von Hermann Schützenhöfer – sollte er sich noch einmal als Spitzenkandidat zur Verfügung stellen – sinkt damit gehörig. Die viel gepriesene Zukunftspartnerschaft ÖVP/SPÖ hat so wenig bis keine Zukunft.

Hauptdarsteller fehlte

Mariazell bekam begehrten Bauherrenpreis

Susanne Fritzer, Wolfgang Feyferlik, Baumeister Anton Nolz, Abt Benedikt Plank und Sieglinde Nolz (v.l.)

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er Bauherrenpreis wird seit 1967 jährlich von der Zentralvereinigung der Achitektinnen und Architekten Österreichs an Persönlichkeiten oder Personenkreise vergeben. Diese haben sich als Bauherren, Auftraggeber oder Mentor in besonderer Weise für die Baukultur in Österreich verdient gemacht. Es werden nur beispielhafte Projekte ausgezeichnet, bei denen die intensive Zusammenarbeit zwischen Bauherren und Architekten zu außergewöhnlichen Leistungen geführt hat. Eine solche gab es in Mariazell (gehört zum Bene-

diktinerstift St. Lambrecht) zwischen Superior Pater Karl Schauer und dem Grazer Architektenduo Feyferlik/ Fritzer über mehr als 20 Jahre. Initiator für die weitreichenden Sanierungen der Basilika Mariazell Pater Karl Schauer fehlte allerdings bei der Preisverleihung in Wien. Ihm gelang es mit seinem Netzwerk und seinen Freunden Mariazells – angeführt vom seinerzeitigen Raiffeisenchef Christian Konrad –, mehr als 30 Millionen Euro an Spendengeldern die Basilika aufzutreiben. Diese ist heute ein Schmuckstück. Es gibt jährlich eine

Die Basilika: behutsam und stilsicher erneuert

Million Besucher und Pilger. Gerne hätten die Jury und das Publikum Karl Schauer bei der Preisverleihung in Wien dafür gedankt. Er übersiedelte vor einem Jahr in die Diözese Eisenstadt und ließ diese Würdigung zum Bedauern seiner langjährigen Mitstreiter an sich vorübergehen.

Mariazell-Unterstützer Hans Roth (li.) mit Superior Pater Karl Schauer

Der Innenraum der Wallfahrtskirche

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CHRONIK „Mehr um die Sorgen der Menschen kümmern“

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K-Präsident Josef Pesserl ist seit dem Jahre 2013 an der Spitze der Arbeiterkammer Steiermark. Gleichzeitig ist er auch SPÖ-Gewerkschafter und als solcher äußert er sich. Seine Fraktion verfügt in der Kammer über eine klare Mehrheit.

AK-Steiermark-Präsident Josef Pesserl zur Situation der SPÖ situation in Frankreich, Italien oder Spanien noch schlechter ist. Davon haben die 350.000 Arbeitssuchenden nichts. Da kommt es zum Unmut und auch zur Wut. Abgesehen davon steigt die Angst der Beschäftigten, dass auch sie ihren Job verlieren könnten.

Es wird eine ÖVP-FPÖ-Koalition im Bund geben, mit Kurz als Kanzler und Strache als Vizekanzler. Was soll die SPÖ nach ihrer Niederlage tun? Pesserl (lacht auf): Besser werden. Und wie könnte das gelingen? Pesserl: Indem sie das Ohr näher an der Bevölkerung hat, sich stärker mit der Lebenswelt der Menschen beschäftigt. Trotzdem die Arbeitslosigkeit sinkt, haben wir noch immer 350.000 Menschen, die keine Beschäftigung haben. Und wir haben hunderttausende prekäre Beschäftigungsverhältnisse. Warum schaffte es die SPÖ nicht, die Situation und die Stimmung für sich zu „nützen“? Pesserl: Manchmal konnte man den Eindruck gewinnen, dass die Sorge darum, dass man aus der Regierung fliegt, größer ist als die Sorge, wie es den Menschen geht. Regieren heißt aber auch gestalten. Und ohne Macht kann man auch nichts verändern. Pesserl: Das stimmt ja auch. Aber wenn man den Eindruck vermittelt, „gebt uns eure Stimmen, denn wenn wir nicht mehr dabei sind, können wir

„Die SPÖ muss besser werden.“

nichts mehr für euch tun“, dann ist das eine Seite. Wenn aber die Menschen, die Wähler, das Gefühl haben, es wird nicht das gemacht, was für sie notwendig wäre, wenn sie mit dieser Aufforderung nichts mehr anfangen können, dann wenden sie sich ab. Nur wenn man als politische Partei den Eindruck vermitteln kann, dass man Veränderungen für die Bevölkerung herbeiführt und weiß, wo sie der Schuh drückt, dann werden sie die SPÖ auch wählen. Das war diesmal nicht ausreichend der Fall. Warum? Pesserl: Die Tagespolitik deckte Probleme zu, man wollte den Regierungspartner nicht vergraulen und das nimmt viel zu viel Energie in Anspruch. Es hilft auch nicht zu argumentieren, dass die Arbeitsmarkt-

Was wird die Arbeiterkammer tun, wenn es die türkis-blaue Koalition gibt? Pesserl: Wir haben das größte Interesse, mit jeder Regierung – egal welcher Zusammensetzung – zusammen zu arbeiten. Ich gehe davon aus, dass das auch die Regierung mit uns will. Ein sicherer Arbeitsplatz ist das Wichtigste. Was kommt als Zweites? Pesserl: Ganz vorne steht das leistbare Wohnen. Die Kostenexplosion ist dort zum Teil eine mittlere Katastrophe. Die Politik muss dafür Lösungsvorschläge erarbeiten. Und wir brauchen Vollbeschäftigung in dem Sinn, dass die Menschen mit dem Einkommen, das sie beziehen, auch leben können. Dazu gehören auch eine gescheite Gesundheitsversorgung, eine Altersabsicherung. Wenn das nicht gelingt, verlieren die Menschen den

Glauben an die Politik, wenden sich ab und werden radikal und wütend. In einer globalisierten Welt kann Österreich eben nicht mehr Österreich sein. Das ist ein Faktum. Pesserl: Ja, die Dimensionen haben sich geändert. Aber für eine politische Interessensgemeinschaft ist das Wichtigste, dass sie den Menschen spürbar vermittelt, was sie für sie erreichen möchte. Großteils ging es jetzt aber nur darum, welche Koalition es geben wird und nicht um die Inhalte. Nehmen wir das Thema Zuwanderung: Jeder in der Politik, der sich informieren will und wollte, dem war klar, was sich in den Ländern abspielt. Die einen sagten sich „es wird schon wieder“ und die anderen sagen eben „machen wir die Grenzen dicht“. Doch Lösung ist das keine. Die Ursachen liegen in Versäumnissen der Industriestaaten – also der „ersten Welt“. Die SPÖ muss aus meiner Sicht eben die Dinge analysieren, Ursachenerforschung betreiben, Konzepte entwickeln, die sie den Bürgern dann ungeschminkt zur Kenntnis bringt. Das gilt sowohl für die Politik im Bund, wie auch im Land. Wir müssen klar heraus arbeiten, was die Standpunkte der SPÖ sind und wo man sich von anderen unterscheidet. Das hat nichts mit Streit zu tun, sondern damit, dass sich der Bürger ein klares Bild machen kann, wer aus seiner Sicht über die besseren Lösungsvorschläge verfügt.

Hochtechnologie ist die treibende Kraft in der Steiermark „Wer in Hochtechnologie investiert, sichert auch Beschäftigung in der Steiermark“ so IV-Stmk. Präsident Georg Knill. Eine von der IV-Steiermark beauftragte Studie des Joanneum Research für Industrieinvestitionen 2017 bestätigt den Aufwärtstrend bereits im zweiten Jahr in Folge. Bis zum Jahresende wird die steirische Industrie Bruttoanlageninvestitionen in der Höhe von 3,2 Milliarden Euro getätigt haben. Ein Zuwachs von 12,7 Prozent im Vergleich zu 2016. „Bei den Bruttoanlageninvestitionen

ist hauptsächlich in Patente, Konzessionen, Forschung und Entwicklung investiert worden“, zeigt Eric Kirschner, Studienautor des Joanneum Research, auf. Durch Investitionen der Industrie werden in der Steiermark 12.700 Arbeitsplätze ausgelastet bzw. neu geschaffen. Die Beschäftigung im produzierenden Hochtechnologiebereich (plus 4,4 Prozent per anno) und in den wissensintensiven Hochtechnologiedienstleistungen (plus 6,4 Prozent per anno) ist am stärksten gewachsen. Dem Mangel

Studienautor Eric Kirschner, IV-Präsident Georg Knill und IV-GF Gernot Pagger

an qualifizierten Arbeitskräften und dem dadurch bedingten Engpass an Arbeitskräften muss entgegengewirkt werden. „Wir alle, arbeitsmarktund bildungspolitische Akteure, Unternehmen und schließlich jeder Arbeitnehmer selbst, sind gefordert, in Qualifikation zu investieren. Gleich-

zeitig gilt es, Negativanreize in der Beschäftigungsaufnahme zu beseitigen und die Leistungsorientierung in unserer Gesellschaft wieder zu stärken. Mehr als 2000 qualifizierte Fachkräfte werden derzeit gesucht“, so Knill abschließend.

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CHRONIK

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Falsch oder doch richtig? Bau der Aqua Lux Therme in Fohnsdorf. Andreas Gabalier wird „Nachbar“

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eid und Freud liegen knapp nebeneinander. Der langjährige Bürgermeister Johann Straner wurde im Zusammenhang mit dem Bau seiner Therme wegen Untreue und Amtsmissbrauchs zu zwei Jahren und zehn Monaten Gefängnis verurteilt (noch nicht rechtskräftig). Seine Lebensgefährtin beging Selbstmord, sie war Prokuristin für das Bad, als die Anklage und der Prozess auf sie zukamen. Zwei persönlich tragische Schicksale, die eine Seite der Medaille. Die andere Seite: 1.200 Gäste tummeln sich an Spitzentagen in der Aqua Lux Therme in Fohnsdorf. Sie genießen die Wärme des Thermalwassers. Eltern und Kinder freuen sich über den Familienausflug und fahren erholt nach Hause. Was sich daraus ablesen lässt: Die Therme war eine richtige und wichtige Investition in die Infrastruktur der Region. Sie ist auch so etwas wie ein

regionales Wohlfühlbad. In den Augen der Rechnungshofprüfer dürfte es sie aber nicht geben. Die Kosten von 28 Millionen Euro seien unverantwortlich, die Gemeinde hätte sich die Therme nie leisten dürfen. Ermöglicht haben den Bau nur die von Alt-Landeshauptmann Franz Voves genehmigten Fördermillionen des Landes. Die ÖVP wollte ihn deshalb sogar wegen Amtsmissbrauch vor Gericht bringen. Das mit der Sinnhaftigkeit und Wirtschaftlichkeit lässt sich aus mehreren Blickwinkeln beurteilen. „Die Therme arbeitet seit vier Jahren operativ positiv“, so SPÖ-Bürgermeister Gernot Lobnig. „Wir können sogar einen kleinen Teil der Finanzierung zurückzahlen. Das Land greift uns aber insgesamt stark unter die Arme. Rund 180.000 Besucher bedeuten für uns neuen Rekord. Die Gäste kommen aus der Region, aber auch mehr und mehr aus dem Norden von Graz, Le

Bürgermeister Gernot Lobnig (oben): „Heuer mit 180.000 Besuchern ein Rekordjahr.“

oben, Bruck und auch aus Kärnten. Ich erinnere daran, dass die Therme, salopp gesagt, kaputt geschrieben worden ist. Doch zum Glück ist das Vergangenheit.“ Volks-Rock´n´Roller geht baden Der Zirbitzkogel ist ein Lieblingsberg vom Schlagerstar Andreas Gabalier. Und es überrascht nicht, dass er sich daher im Murtal „ansiedelt“ und dort baden gehen wird. Der Grund dafür ist das Unternehmen Microloft. Dieses hat ein mobiles Haus entwickelt, das in kürzester Zeit bezugsfertig ist. „Gabalier hat einen Prototyp des Hauses gesehen und die Idee hat

ihm gut gefallen“, so Peter Mittermayr, der laut Murtaler Zeitung als Berater und Kommunikationstrainer bei Microloft seit Beginn mit an Bord ist. In der Folge hat Gabalier hat das Unternehmen zu 100 Prozent mit seiner Volks-Rock´n´Roll GmbH übernommen. Lange Zeit wurde ein Prototyp des Hauses bei der Therme Fohnsdorf präsentiert. Nun will der Volks-Rock´n´Roller dort in Nachbarschaft zur Therme eine Mustersiedlung errichten lassen. „Die Weichen sind auf Go gestellt“, so Bürgermeister Gernot Lobnig. „Wenn alles klappt, sollte es noch heuer zum Spatenstich kommen.“

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CHRONIK Viva la Mexico!

Auszeichnung: Donau feiert 150 Jahre

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m Standort der Konzernzentrale in Wollsdorf sei eine Erweiterung der Produktion einerseits vom Platz her nicht möglich, auch nicht von den benötigten Mitarbeitern her. Zum Glück entwickle sich auch der Markt in Nordamerika für Wollsdorf Leder positiv. Mit diesen Gegebenheiten wehrt Geschäftsführer Andreas Kindermann jede Spekulation ab, der neue Fertigungsstandort in der 1,6 Millionen Einwohner großen Stadt Leon in Mexiko würde den Standort in der schwächen.

Andreas Kindermann: „Leon ist Hochburg der Lederproduktion.“

Steiermark

Die Stadt Leon ist sozusagen die Hochburg der Lederproduktion in Mexiko. Wollsdorf Leder wird dort Ende 2018 eine Fertigung mit 150 Mitarbeitern starten. Der Zufall will es, dass in Wollsdorf zwei Mexikaner in der Lederfertigung arbeiten. Diese sind logischerweise ins neue Projekt eingebunden. Hinzu kommt, dass auch innerhalb der Belegschaft einige Mitarbeiter sich einen Auslandsaufenthalt vorstellen können. „Weil in Leon ohnehin viel Nicht-Mexikaner in der Lederindustrie arbeiten, wird auch das Kernteam entsprechend international zusam-

mengesetzt sein“, so Andreas Kindermann. Im Vollausbau sollen es dann 400 sein. „Wir werden dort insgesamt 40 Millionen Euro investieren. Gefertigt werden einfache Lederartikel, die wir vorwiegend für den chinesischen und amerikanischen Markt produzieren werden“, so Andreas Kindermann. Das Stammwerk in Wollsdorf wird als Konzernverwaltung aller Auslandsaktivitäten davon auch profitieren.

Die weitere Stärkung des Stammwerks in Wollsdorf (750 Mitarbeiter) ist auch daraus ablesbar, dass zur Zeit 50 Mitarbeiter gesucht werden, die vor allem in technischer Hinsicht ausgebildet sein sollen. Weltweit verfügt Wollsdorf Leder zu Zeit über drei Standorte. „In China betreiben wir ein Näh- und Stanzwerk mit 60 Mitarbeitern“, so Andreas Kindermann, „in Kroatien werden weitere Investitionen getätigt.“ Der konzernweite Mitarbeiterstand liegt bei 1.200 Mitarbeitern. Besonders gut entwickelt sich das im Juli 2015 eröffnete Werk bei Varazdin. Derzeit werden dort pro Woche ca. 115.000 Stück Lenkrad-Leder-Sets, 8.000 Stück Airbag-Klappen, sowie 40.000 Kleinteile gefertigt.

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ie Donau Versicherung zählt zu den Top 5 am österreichischen Versicherungsmarkt. In der Steiermark ist die Donau mit der Landesdirektion in Graz sowie 12 Geschäftsstellen in allen Regionen präsent. Aktuell betreut sie in der Steiermark rund 70.000 Kunden, darunter zahlreiche Gewerbetreibende und Kleinund Mittelunternehmen. Sie feiert heu- Landesdirektor Heimo Karpf, Generaldirektor Peter Thirring und LH Hermann Schützenhöfer. er 150-jähriges Jubiläum. Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer überreichte Donau-Landesdirektor Heimo Karpf im Zuge der Feierlichkeiten das Steiermärkische Landeswappen. „Ich möchte mich im Namen aller Mitarbeiter der Donau sehr herzlich bedanken. Wir werden als regionaler Versicherer den Steirischen Panther mit großem Stolz führen“, unterstreicht Heimo Karpf. „Diese hohe Anerkennung durch das Land Steiermark ehrt uns sehr und ist zugleich Ansporn für die Zukunft.“ Das Steiermärkische Landeswappen wird an Unternehmen verliehen, die sich um die steirische Wirtschaft durch außergewöhnliche Leistungen Verdienste erworben haben und in ihrem Wirtschaftszweig eine führende und allgemein geachtete Stellung einnehmen.

Foto: Gimpel/Lieboch

Wollsdorf Leder baut neues Werk

Ansporn für die Zukunft

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WIRTSCHAFT

LILLY LOTTERBLUME

Hallo, meine Lieben! Mich hat die Vorweihnachtshek- mittlerweile verbraucht – soll für ein Freiheitlichen Druck mit ihren politik erfasst. Der Vorteil ist der, dass Motorboot der Wasserrettung tischen Forderungen und brachten ich beim Einkaufen in der Stadt viele bestimmt gewesen sein. Nur dieses Siegfried Nagl damit sehr oft in Ichund weiß nicht, ich so der Hubert. Dem Freunde Bekannte aufweiß ein nicht, Plau- was Bootgute gibt Freunde es nicht. hat. WieDie haltFrieda immer,hat soim- Bedrängnis. Jetzt gibt es klarerweise das nicht machen sollBei undeiner mein Allerliebmer wieder sie Parole geht ja in mehr, noch leiddie tut,Rolle dassdes dieMah„Chescherl ich treffen kann. Cap- der Dario, rufengehört, alle dieund selbe hatimmer die FPÖ ster ist mirindader überhaupt keine Hilfe der ÖVP aus und vollständig ein, dass Grillitsch so sangund klanglos puccino-Pause Herrengasse aus: Die Sache muss auf- nersfin“ unddamals Forderers aufgegeben. Madabei. Er sagt gute Chancen gehabt hätte, dem riovon der politischen abtreten in einem netten Café nur: setzt„Du sichwirst der das geklärt werden! Eustacchio darfBühne gemeinsam, schon richtig …“ Unsere Hermann Schützenhöfer zu folgen, so musste. Beials ihrem 60er, zu dem ihr Dario zu mir. Er ist einmachen Weinliebhaber. * der Uwe, „Beiwagerl“ von war so schwer verliebt hättewäre er daslängst im Auge Nun ist Nagl zwei Wochenistnach WahlähnlogiNaglsJüngste Lieblingsroter ist zur Zeit ein und Dies bei gehabt. der knapp auftreten, also der in einer jetzt ist Grossmann, es auf einmal scherzt über Nacht es klarerweise damit. scherweise Mitarbeiter gratuspätgelesener 50.000 Euro hohenvorbei Zahlung an Schon die lichen Rolle wieviele SPÖ-Chef Michael aus.einfache Sie tut mir leid, weil sie sich FritzPR-MitarbeiteGrillitsch knapp Schickhofer einmal war lierten, kamimaber keine er. Ich als Frausoverstehe nicht seinerzeitige engste Lande an Stimmung der Seiwiemein in ihrer Kindheit bei mir anvor Siegfried dem SprungNagl in dieund Landesregieauf. Hermann Da war die Trauerarbeit wichtigleich,fast aber Allerliebster klärt rin von deren te von Schützenhöfer, lehnt und Schutz sucht. Das tut gut, rung, damals nochAgentur zu Zeiten ger.Landeshauptmann. Eustacchio mich auf. Michael Grossmann sei der mittlerweile stillgelegte drin-von dem aber sie wissen ja, der manzuvor kann da Waltraud Klasnic neue Kulturamtsleiter, gendst nötig. Die Sache. Er seihabe überdamals die werde nicht allzu oft als Vizebürnicht wirklich helfen, bereits, so erzählt die Frieda,  Öffentlichkeit Klubobmann und Stadtrat in sondern der Gra-kann Tochtergesellschaft der Stadt e-mo-die germeister in der nurwar, versuchen, zuihren trösten. Bei uns in Zusage der damals allmächtigen zer SPÖ die gegen eigenen bility abgewickelt worden. Für wahrgenommen und schon gar nicht derGenossen Nachbarschaft gibt’s auch einisteirischen gehabt, Gerhard der Steiermark früheren im Gemeinderat welche LeistungVP-Chefin sei bis heute, trotzdie als In politischer Partnerdurfte von Siegfried Draxler ge türkische . dann Gespräche allerdings im seinerzeit nicht ORF-Langestimmt hat. Die Zuwandererfamilien teure Ausschrei- mehrerer mitParteivorstand der Hol- Nagl, mit Ideen und Projekten. Die Undden da hochbezahlten haben wir gehört, dass die anderen ohne Gril- verstehen desdirektor weil meint er für bung für Beamdingeinen Graz, nicht vorschlug, klargestellt. Holihre werden, Rolle falsch, Waltraud ihrer Tochter kürzlich in die litsch Malik darüberhingegen zu informieren. Ver- derÖVP-Landeshauptfrau tenjob mit sei eine Farce gewesen. Es hätding-Chef meint, es Uwe. Er ist ein altgedienter Klasnic zu viel und „Ohne zu viel Türkei sind, weil sie dort den ständlich, das so stimmen, ten sich rund gereist 60 in Kulturangelegensei alles geklärt.sollte Geschäftsführer der FPÖ-Funktionär undrotsagt: ausgesucht haben. Und war.Nagl In Kärnten wurde dass der Grillitsch sich zu Klasnics heiten Bräutigam wirklich erfahrene Bewerber e-mobility-Gesellschaft ist ein ehe- unsschwarz wäre der nicht mehr Bür-er deren Tochter findet nichts dabei, ORF-Landesdirektor Verdiensten kaum äußerte. gemeldet, doch den Großteil hat man maliger Mitarbeiter desnoch Büros Nagl. germeister geworden. Undunter ob wir Jörg mit Haider von weil sie ja in dieser Weltüber aufgewachFPÖ. Instellen Wien wurde ausgeladen und Grossmann ei* Eustacchio dender Stadtrat oder sen ist.eingeladen Die war ganz freudig aufge- Die  Informationsdirektorhat unter nen Umweg – im letzten ersten Monate der denerVizebürgermeister, für Wolfuns gangkeinen Schüssel regt, obwohl sie ihren Bräutigam gar von gebracht. der ÖVP. Mit Und Abdruck. FPÖ-Vizebürgermeister schwarz-blauen Koalition im bisher Vorteil je vorher wäre gesehen WeilRathaus die Friedasind gerade von Klasnic Eustacchio nun wurde er wieder steirischer Marionicht Eustacchio überhat. dasWenn Grazer Geschichte. als Koalitionspartner und ich dann denke,gewesen, wie niedergegeredet hat. Herwig Hösele unter Nagl dem jetzt roten Vorgehen nichtdaran amused Die FPÖ-Funktionäre an der war Ba- ei- derLandesdirektor FPÖ hat Siegfried Jüngste jetzt ner ihrer Mitarbeiter Landeshauptmann Franz Voves. spielteschlagen aber als unsere Personalreferent bei ist, sis sind aber engsten nicht glücklich überund quasi einen zweiten Sicherheitsring dannmit. denke ich mir: Solche Sorgen ist, so der so Hubert, sicherbei einunsebelese- umWas Ausdruck kommt, der Sache die Situation, der Uwe sichdamit ziehenzum können, der ihn gehaben die Eltern der jungen Türkin ner Mann. Kein Wunder, dass er viel genhat mir kürzlich der Josefschützt. erzählt. * rer letzten Tarockrunde. Der Frust Attacken der Opposition nicht. sind aber, so der Dario, wird über die hört Vorzüge Nachteile Dass Gerhard Draxler von seinem Im Rathaus größer, der und Uwe, weil dieder Jetzt muss seine erste Garde, RajakoDemokratie, dasOpposition passende soWahl- vics, JobMalik als und Journalist was verstehen noch zwei weitere Geschichten Ta- Funktionäre ja in der Co., weit weniger oft  rechtworden philosophiert. Doch mitvon einem ausrücken. muss undDenn alle uns, jene der eines Besseren gesgespräch, die der Rechnungszialisiert sind und nichts FPÖ, sind er ein Problem zu haben, die ihn in so der wie jeweiligen hof der Stadt Graz aufgedeckt hat einerscheint FPÖ-Handschrift in der Koali-mit diebelehrt Händehat, gebunden, jetzt Das letzte Mal hatIm mir ja Frieda innerparteilichen demokrati- beim Phase jener politischen Gruppieund geklärt haben will. einen Fall ertion dem zu merken ist. Die Parteiarbeit Rechnungshofbericht“, klagt dass der Jochen Pildnerschen Der Hubert denkt die gerade geht eszählt, um eine Förderung von knapp war nie dasUmgang. Seine, meint der Uwe in da derrung Uwe.zugeordnet Nagl deckehaben, die FPÖ-MitarPräsident der zu Steirian die Zeit zurück, als Klasnic we- beiter dortmit an internen der MachtAufgaben war oder ein ist. und 50.000Steinburg Euro, die, ein Mitarbeiter Richtung FPÖ-Vizebürgermeister genEustacchio. der Energie Steiermark schen Industrie, Wien gehen verantworten hat, der imnach Büro Nagl Mario Früher, vorgewaltig der spiele weiterhin draußen bei der BesollDiese und dort als Nachfolger Gerhard  arbeitet. Förderung – sie von ist InWahlZoff im mit Februar 2017,Hirschmann machten dieund völkerung den Strahlemann. dustriellen-Präsident Veit Sorger Herbert Paierl hatte. Hösele spiel* vorgesehen ist. Und die Frieda te in dieser Auseinandersetzung In Christoph Biro, Chefredakteur der der Wirtschaftskammer wird meinte noch, damit wäre er neben eine wichtige Rolle. Heute bezeich- zurSteirerkrone, zeigt immer wieder, so Zeit intensiv nachgedacht: dem gut vernetzten Fritz Grillitsch, net er sich selber als „Wut-Bürger“, „Was habe ich der wir Ute dann?“ bei der letzten Tamachen Mit dem dem Bauernbundpräsidenten, der wegen der stärker werdenden Poli- „dann“ rock-Runde beim Diskutieren am ist das Urteil eines Ehrenranghöchste steirische Vertreter auf tikverdrossenheit Österreich, und Nebentisch zugehört, dass er von Party & Co in Junior emotify dem Wiener In der steiri- schließt sich dem Kreis jener Langweilig wird es bei deran, die der Steiermark noch immer wirklich Ein Parkett. Teller Spaschen ÖVP, so eine erzählt die Frieda, dagegen sogar ein des Volksbegehren wenig weiß. Er kommt aus Wien und Junior-Edition Partyghetti, Pizzawaren die Funktionäre Schon Oder per- ist ein Bürgerlicher im alten Sinn klassikers nie.pikant. Insgesamt schnitte und ein arg ge- überlegen. schockt, am als Strand sie nun– lesen Schmunzeln. des Wortes, tut sich schwer mit neu560 Oder Fragenauch und zum Aufgaben in Sonnenschirm na klar,mussten, da stehenvers. dass gemeint. der Grillitsch sich von einer Hösele äußerte sich in zur denVerMedien en Entwicklungen. Daher gefallen fünf verschiedenen Kategorien ist Italien 700 verschiedene Stunde– auf andere total geaus der imMal Sinne werden ihm auch Typen, die ihm schmeifügung. wirdwie: ein „Irgendwann Raumschiff geEmoticons hierdie kurz „Emotis“ diedann Regierungsparteien von uns cheln und ihn als einen der Großen zeichnet, das Lied der Biene Maja nanntPolitik - stehenzurückzieht. den SpielernEs zurwaren Verfü- auch die gewählte Aufregungen so arg, hören.“ er selbst hat nicht gut und Wichtigen im Lande darstellen. gesummt oderAber Beyoncé beschrieben, gung,für umihn selbst Begriffe für dass er in Graz bekanntlich und zu dienennen. Dinge richtig ohne zugehört ihren Namen Hinzu ana- Mit Oswin Kois verlasse der vielihre Teamkollegen erkennbar wegen zu ma-Herzins Krankenhaus lysiert, alsJunior-Ausgabe er im Regierungsbüro in leicht kompetenteste Manager die kommen in der auch chen, problemen doch nur wenige davon dürfen musste. Alle, mit denen die Frieda über der Grazer Burg die Fäden gezogen große Bühne, streut Biro dem Nochnoch Quizfragen. pro Runde eingesetzt werden. Grillitsch gesprochen hat. Denn sonst wäre die Landtags- Energie-Steiermark-Chef Rosen. Altersempfehlung: 8-13 Jahre Altersempfehlung: ab 10 Jahren hat, waren fast traurig, weil der Obersteirer wahl 2005 für Waltraud Klasnic Das zeugt schon von wirklicher auch in den anderen Parteien viele nicht zu einem Desaster geworden, Sachkenntnis, lästert die Ute. Was

Highlights für die Spiele-Party Neu bei Jumbo

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beleidigungsprozesses gemeint. Nach der Entscheidung in diesem Gerichtsverfahren könnte so manKoisSpitzenfunktionär in der einst skandalgebeutelcher in der Wirtten Estag gelungen sei, sonackt der Herr schaftskammer ziemlich daBiro, suche seinesgleichen. Wer stehen. Es geht um den Rücktritt denke angesichts des Grünen E heuvon Wirtschaftslandesrat Christian te noch an die SchlagBuchmann zuschmutzigen Ostern dieses Jahzeilen die Estag sei res. Alsvon ihmfrüher? wegenUnd Plagiatsvorwurf auch profitabel. Zweistellige Millio(geistiger Diebstahl) im Zusammennenbeträge dürfe das Land Jahr für hang mit seiner Doktorarbeit der Jahr kassieren, undUniversität dass der steiriDoktortitel von der Graz sche Stromriese Atomstrom aberkannt wordenkeinen ist, erzählt beim ins Netz steheGeschichte ebenfalls Kaffee dereinspeist, Herwig. Die auf ich dervon Kois’schen habe ihm schonErfolgsliste, einmal geschreibt Biro ininder hört. Die Kritiker derSteirerkrone. WirtschaftsLetzteres bemängelten, stimme in keinem kammer dass Fall, der hört die zu Utespät auserfolgt der Energie-SteierRücktritt sei. Wochenmark-Zentrale jemandem, der lang waren zumvon Schutz Buchmanns mit Stromhandel zu tun hat. Präsiund als Rückendeckung dent Herk, Wirtschaftsbund Bürgermeister direktor Egger, Nagl und andere hohe Funktionäre Koisjournalistischer überhaupt per 31. Warum geheEin ausgerückt. März, trauert Biro. Franz Voves Lohnschreiber, so behauptet das könnte ihmder da sicher die passende zumindest Kurt, ein WK-InsiAntwort die Ute dem Steider, habe geben, dann inräteinem Bericht von rerkrone-Chefredakteur. Im Übri„Verrat“ und „Judas“ geschrieben. genVollholler, habe dieseralles Oswin Kois HandEin erfunden, wie schlagqualität – einwill, Charakterzug, der Herwig wissen weil auch heutzutage zu erder beinahe in dieimmer Sache seltener mit diesem finden ist, will verwickelt das Biro-Lob kein Lohnschreiber worden EndeDie nehmen. Erkündigten meint damit wäre. Kritiker an,aber wehoffentlich nicht denvorSack voller gen dieser Äußerung Gericht zu Energie-Steiermark-Inserate gehen und taten das dann auch,und wie dieKurt zigtausenden Euro welche der wissen will. Fürdafür, den Prozess die Krone Laufe der letzten zweiwurden als im Zeugen auch promineneinsackeln konnte, teeinhalb NamenJahre genannt. Jeder gelernte ätzt die Ute weiter. Aber wer weiß, so Österreicher weiß mittlerweile, dass die Ute, gefährlich vielleicht hatleben, der NachfolZeugen sollten gerinvon Kois eine ähnlich sie ihren Aussagen nicht lockere bei der Hand beim Geldausgeben, wenn’s Wahrheit bleiben. darum allemnächsten für sichMal, als Also geht, dann,vor bis zum Person Wind und zu machen. froheguten Weihnachten ein gutes Denn viel willneues der Jahr, Tarock-Runde Eure Lilly nicht einfallen, als die Ute danach fragt, was dem Kois so alles gelungen sei. Da fielen dann Begriffe wie Murkraftwerk und Photovoltaik-Anlage auf der Firmenzentrale. Doch diese Projekte sollen schon die Vorgänger auf Schiene gebracht haben.

Bis zum nächsten Mal,

Eure Lilly


CHRONIK

Bittere Pille

Wiener Bauvorhaben ist Auslöser für SFL-Insolvenz

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or Wochen feierte SFL mit Sitz in Stallhofen die Eröffnung des 60 Meter hohen Science Tower in Graz. „Dieser ist als Living Lab ausgelegt“, so Eigentümer Hans Höllwart (Foto), „und dient als Träger für neue Technologien, die die Richtung für zukunftsfähiges und urbanes Bauen vorgeben.“ Wovon die hochkarätige Eröffnungsprominenz nichts wusste: Hans Höllwart und sein Führungsteam waren zu dieser Zeit schon mit einem Gerichtsverfahren konfrontiert, das eine drohende Insolvenz heraufbeschwor. Diese musste vor wenigen Wochen von der SFL technologies GmbH beim Landesgericht für ZRS Graz in Form eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung beantragt werden. Es handelt sich dabei bis jetzt um die operative Hauptgesellschaft der SFL-Gruppe mit 186 Beschäftigten. Der Konzern selbst beschäftigt insgesamt 800 Dienstnehmer. Laut Alpenländischen Kreditorenverband (AKV) und Kreditschutzverband 1870 (KSV) wird als Insolvenzursache das Projekt Belvedere in Wien angeführt. Die SFL

wurde von der SIGNA-Gruppe von René Benko mit dem Bau von Alu-, Stahl- und Glasfassaden beauftragt. Das Volumen des Projekts betrug 30,7 Millionen Euro. Im Zuge der Abwicklung kam es zum Streit zwischen den Geschäftspartnern. Es gibt Auffassungsunterschiede bezüglich der rechtzeitigen Fertigstellung. Die SIGNA-Gruppe hat daraufhin 16,17 Millionen Euro einbehalten, die von SFL in Rechnung gestellt wurden. Darüber ist ein Gerichtsverfahren anhängig. Das Zurückhalten dieser Millionen-Zahlung führte allerdings nun zu einer Liquiditätskrise und erschwert auch die Finanzierung laufender Projekte. Dadurch kam es auf der Aktiva-Seite zu einer erheblichen Wertberichtigung von 95 Millionen Euro auf nur noch 22,9 Millionen Euro. Buchmäßig ergibt sich damit eine Überschuldung in der Höhe von 106 Millionen Euro, die den Gang zum Insolvenzgericht unabdingbar machten. Angestrebt wird der Abschluss eines Sanierungsplans mit der Gläubigerschaft, wobei das derzeitige Anbot das Mindestanbot einer 20%igen Quote binnen 2 Jahren vorsieht.

Bestürzung im Land und Hilfe Sowohl Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl, wie auch Landeshauptmann-Stv. Michael Schickhofer versichern, man werde den Leitbetrieb nicht im Stich lassen.

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Von KLIPP notiert ... Tourismuslandesrätin freut sich Das noch nicht ganz zu Ende gegangene Jahr 2017 ist das Beste im steirischen Tourismus aller Zeiten. Erstmals gab es mehr als vier Millionen Gäste (4,072 Millionen) und die Nächtigungen stiegen auf fast 12,8 Millionen. Die größten Zuwächse kamen aus Deutschland, den Niederlanden und Tschechien. Am meisten Gäste kamen in die Thermenregion.

Stiwoll-Doppelmord Leise sind jene Profiler und Polizeiexperten geworden, die sich weit aus dem Fenster lehnten und meinten, der Doppelmörder Fritz F. lebe noch. Ausgewiesene Experten erarbeiteten ihr Szenario. Selbstmord das Letzte, woran sie glaubten. Nun, nach vier Wochen, rücken sie davon ab. Kein Ruhmesblatt also für die „Soko Friedrich“ und deren Verantwortliche.

Richter noch im Dienst? Ein älterer Richter lud eine junge Richteranwärterin nach Hause ein. Dort wollte er Oralsex. Das Oberlandesgericht Graz sprach den Mann schuldig und verhängte eine Geldbuße von 7.000 Euro. Seine Verteidigung, dass alles in einer Privatwohnung passiert sei und daher die Disziplinarstrafe für ihn nicht gelte, schmetterte der OGH ab. Keine Information gibt es, ob der Ausbildungsrichter weiterhin seine Tätigkeit als Richter ausübe.

Massive Kritik am Freispruch Der Freispruch des steirischen Arztes, der seine Kinder gequält haben soll, sorgte im September für Aufsehen und noch immer für heftige Kritik. Als der Richter Andreas Rom das Urteil am Grazer Straflandesgericht verkündete, löste dies Unverständnis im Verhandlungssaal aus. Der steirische Arzt, der seine vier Kinder jahrelang seelisch und körperlich gequält haben soll, wurde in allen Anklagepunkten freigesprochen. In der Familie sei zwar viel passiert, es gebe aber keinen Anhaltspunkt dafür, „dass die Handlungen mit derartiger Intensität begangen wurden, dass es strafbar ist“, sagte Rom. Die jetzt vorliegende schriftliche Urteilsbegründung sorgt für Brisanz. Diese sei nicht sachlich, kritisieren Juristen und Experten den Richter.

Ein Meilenstein für den Hochbau mit Holz Auch wenn sich der Holzbau in der Steiermark sehr gut entwickelt, sind für die Zukunft noch viele Rahmenbedingungen erforderlich. Holzcluster-Geschäftsführer Erhard Pretterhofer nennt einige, die notwendig sind, Hemmnisse für den Baustoff Holz abzubauen und die Holzbauweise noch besser zu etablieren. „Von politischer Seite muss die Bauordnung dem technischen Stand angepasst werden. Der Architektur, Technik und Wirtschaft muss es künftig gelingen, den Holzbau noch weiter in Richtung innovative Systemlösungen zu entwickeln.“

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CHRONIK

Wassermangel und Terror: kein Überleben Jüngstes Attentat macht viele Hoffnungen zunichte er verheerende Bombenanschlag auf eine Moschee im Norden Sinais mit 300 Toten und mehr als 100 Verletzten rückt die Halbinsel Sinai als Konfliktherd wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. KLIPP sprach mit dem Palästinensischen Botschafter Salah Abdel Shafi wenige Wochen vor dem Anschlag. Anlass war ein Vortrag des Diplomaten in Graz. Der Gazastreifen, eines der Palästinensischen Autonomiegebiete, grenzt unmittelbar an die Halbinsel Sinai, die zu Ägypten gehört. Abdel Shafi ist 1962 im Gazastreifen geboren und zuletzt vor vier Jahren in seiner Heimat gewesen. Mit mehr als zwei Millionen Einwohnern, auf einer Fläche von 365 Quadratkilometern hat der Gazastreifen die höchste Bevölkerungsdichte der Welt. 80 Prozent der Bevölkerung ist unter 25 Jahre und die Arbeitslosigkeit beträgt knapp 50 Prozent. Beim Gespräch zeigte sich Shafi noch zuversichtlich, dass durch die kürzliche Übergabe

der Grenzverwaltung der radikalen, militärisch organisierten Hamas an die Palästinenser-Behörde sich die Situation entspannen wird. Damit sollte sich auch die Bewegungsfreiheit der Menschen verbessern, die Kontrollen durch Israel nach Gaza und aus Gaza heraus wegfallen. Außerdem stellte Ägypten sogar eine durchgehende Öffnung der Grenze in Aussicht. Shafis Einschränkung: „Sobald sich die Terrorsituation auf dem Sinai entspannt. Die Lage ist dennoch fragil, weil Gewalt jederzeit durch Frustration oder Extremismus ausbrechen kann.“ Der Anschlag macht alle seine Hoffnungen zunichte. In der Westbank, dem autonomen Gebiet der Palästinenser zwischen Jordanien und Israel, ist das Hauptproblem der immer kleiner werdende Lebensraum. Shafi, den Israel nicht als Diplomaten anerkennt und der daher nur über Ägypten oder Jordanien einreisen kann: „60 Prozent der Fläche werden durch Israel kontrolliert. Als Palästinenser ist man

überwiegend in Städten eingeschlossen, außerhalb davon ist meist alles unter Zivil- oder Militärkontrolle. In Hebron gibt es beispielsweise mitten in der Stadt Siedlungen, und um von A nach B zu kommen, muss man Checkpoints passieren.“ Der Botschafter erklärt, dass die Palästinenser auf das Völkerrecht und UNO-Resolutionen pochen, die eine Zweistaaten-Lösung für Israel Palästina vorsehen. Diese besagt auch, dass Siedlungen illegal und völkerrechtswidrig sind. Nicht zufällig nimmt er ein Glas Wasser in die Hand und einen Schluck davon. „Die Besiedelung führt auch dazu, dass der Wassermangel an sich, aber auch jener an Trinkwasser, für uns Palästinenser zu einem ganz, ganz großen Problem wird. Es mangelt an Wasser sowohl hinsichtlich Quantität, als auch Qualität. Aufgrund des hohen Salz- und Nitrat-Gehalts ist das Wasser nicht einmal für Tiere gesund. Das Wasser muss gekocht werden und wer es sich leisten kann

Foto: Lucas Kundigraber

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KLIPP sprach mit dem Botschafter Palästinas bei Graz-Besuch

– das sind wenige –, baut sich einen Wasserfilter ein. Laut dem letzten UNO-Bericht ist der Gazastreifen nach internationalem Standard ab 2020 unbewohnbar. Nur eine geplante Meerwasserentsalzungsanlage – die kostet ca. 600 Millionen Euro – könnte das Wasserproblem lösen.“ Bei der Entwicklungshilfe ist die EU der größte Geldgeber. Weitere finanzielle Hilfe erhalten die Palästinenser unter anderem auch von den Saudis, Katar, Kuwait und Algerien. von Damijan Kranc

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CHRONIK

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Stadtrechnungshof deckt auf as muss man auch erst einmal können und hinbringen und darf als artistische Sonderleistung von Bürgermeister Siegfried Nagl gelten. Da deckt der Stadtrechnungshof große Unregelmäßigkeiten bei Förderungen auf. So wird die Anschaffung eines 40.000 Euro teuren Bootes für die Wasserrettung gefördert, das unauffindbar ist. Nun musste Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet werden. Auch die Anschaffung eines Dienst-BMW für die Wasserrettung (Preis 50.000 Euro) steht im Zwielicht. Im Fokus: ein Mitarbeiter des Bürgermeisteramtes. Der Mitarbeiter soll sich die Förderung quasi selber gegeben haben. Bei der 1,9-Millionen-Euro-Förderung für den neuen Steiermarkhof der Landwirtschaftskammer müssen die Original-Rechnungsbelege nochmals geprüft werden. Der Rechnungshof deckt auf, dass interne Kontrollen umgangen wurden, teilweise konnten Projekte gar nicht geprüft werden, weil die Belege nicht oder unzureichend vorhanden waren. Von der Opposition gibt es massivste Kritik, nicht überra-

schend. Selbst der Stadtregierungspartner FPÖ will eine lückenlose Aufklärung. Nagl spricht in seiner sonnigen Art Nagl unter Kritik von „politisch motivierter Aufregung“. Aber es werden die Anregungen und Empfehlungen des Stadtrechnungshofes in die neuen Förderrichtlinien einfließen. Auch wird mit „Nebelhandgranaten“ gearbeitet: In einer Nagl-Aussendung wird auch Rechnungshofdirektor Windhaber zitiert. So als ob es eine gemeinsame Aussendung sei. Doch in Wahrheit wurden einfach Aussagen aus einem Radio-Interview wiedergegeben, ohne die Quelle auszuweisen. Der blumige Spruch des Bürgermeisters: „Nach 15 Jahren im Amt gibt es kaum jemanden Engagierten – egal, welcher Gesinnung –, der nicht auch ein Naheverhältnis zu mir hat.“ Weniger Naheverhältnis und mehr Kontrolle durch Nagl wäre angebrachter, so die Opposition.

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WIRTSCHAFT

Alle Zeichen stehen auf Wachstum Ein zuversichtlicher Franz Kerber, Chef des Kommerzkundengeschäftes und -Vizegeneral der Steiermärkischen Sparkasse, im KLIPP-Interview

Foto: Margit Kundigraber

„Wir haben das ganze Jahr über 30 Leiharbeitskräfte, um auf den Baustellen unsere Fertigungstermine halten zu können.“ Diese Aussage des Geschäftsführers einer großen Elektrofirma in Graz verdeutlicht, wie gut es in der Wirtschaft läuft. Wie viel davon ist bei den Banken spürbar? „Wir merken das seit dem vierten Quartal 2016. Da sind die Investitionsfreude und die tatsächliche Investitionstätigkeit signifikant angestiegen. Neben dem Immobiliengeschäft, das ja schon länger boomt. Mit Ende Oktober verzeichnen wir fast 900 Millionen Euro an Investitionsfinanzierungen. Das ist ein Plus von 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Vergleicht man die Oktober-Werte von 2016 und 2017, dann beträgt das Wachstum über das Jahr gerechnet sogar 15 Prozent. Das Geschäft der KMUs –

Klein- und Mittelunternehmen – hat wirklich angezogen und wir haben auch viele neue Kunden.“ Und in welche Bereiche wird da investiert? „Ein Drittel davon sind Ersatzinvestitionen, das zweite Drittel geht in Erweiterung und Wachstum und das dritte Drittel in die Modernisierung – da ist Digitalisierung das Thema – und in eine stärkere Wettbewerbsfähigkeit. Also eine ganz andere Struktur als vor zwei Jahren. Da gab es 70 bis 80 Prozent Ersatzinvestitionen.“ Profitiert von diesem Trend auch die Leasing-Branche? „Ja, wir haben dort einen Zuwachs von 12 Prozent übers Jahr. Denn die Investitionen in Nutzfahrzeuge, Maschinen und Anlagen sind sehr oft über Leasing finanziert.“ Inwieweit spielen Förderungen auch in einer solchen Boom-Phase noch eine Rolle?

„Attraktiv sind aufgrund des niedrigen Zinsniveaus vor allem Zuschüsse und Haftungen. Denn dort, wo Unternehmen Investitionen planen und deren Besicherungspotential für Kredite an der Grenze liegt, hilft ihnen zum Beispiel eine Haftung oder ein Zuschuss als Hebel, um die Bank-Finanzierung letztlich zu ermöglichen. Für 2017 haben wir für unsere KMUs 324 Förderanträge mit mehr als 180 Millionen Euro für Zuschüsse und Haftungen beantragt.“ Sie sprechen auch von gewonnen Marktanteilen und neuen Kunden. „Als Steiermärkische haben wir im Firmenkundengeschäft ein zweistelliges Plus geschafft. Das sind rund 1.600 Kunden. 85 Prozent davon sind KMUs, davon wiederum 30 Prozent Gründer und 15 Prozent Immobilien- und Bauträger. Wir haben insgesamt 23.000 Firmenkunden. Also ist jedes zweite KMU in der Steiermark Kunde der Sparkasse.

Jugend am Werk Steiermark

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Fotos: Jugend am Werk

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kaufen, wurde in echter Handarbeit, mit viel Herz und Liebe zum Detail hergestellt.“ Und zwar einerseits von Menschen mit Behinderung, die auf diese Art und Weise Teilhabe an Beschäftigung erfahren. Andererseits von Jugendlichen oder Menschen 50+, die im Auftrag des AMS durch kreatives und produktives Arbeiten Erfahrungen für den (Wieder-) Einstieg am Arbeitsmarkt sammeln oder sich beruflich qualifizieren.

arbeitung und dem individuellen Charakter eine Renaissance unterm Weihnachtsbaum. „Unsere Topfuntersetzer oder Schneidbretter aus Holz werden gerade vor Weihnachten sehr gerne gekauft.“ Wer sich nicht gleich entscheiden kann und Einzigartigkeit auch unterm Jahr gerne verschenkt, ist mit dem HERZlich Gutschein (à 10 Euro) rundum gut beraten.

Die fünfte Jahreszeit hat mit der Eröffnung der Adventmärkte auch in Graz wieder Saison. Weihnachten ist nicht mehr weit und all jenen, die sich rechtzeitig auf die vorweihnachtliche Spurensuche begeben möchten, sei der Jugend am Werk HERZlich Laden am Mariahilferplatz sprichwörtlich „ans Herz“ gelegt. Der Name ist Programm und verpflichtet gewissermaßen, wie Shopleiterin Sandra Hartlauer erläutert: „Alles, was wir hier ver-

Individualität vor Masse. So füllen nicht nur originelle Mitbringsel und nette Kleinigkeiten (Stichwort Wichtelgeschenke!) die Vitrinen und Regale, auch allerhand Praktisches erfährt dank der qualitativ hochwertigen Ver-

HERZlich-Laden Mariahilferplatz 3, Graz Mo bis Fr: 10:00 bis 18:00 Uhr Sa: 10:00 bis 16:00 Uhr Tel.: 050/7900 7900 www.jaw.or.at

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In der Steiermark ist jeder zweite Arbeitsplatz durch den Export abgesichert. „Der Export hat um neun Prozent zugelegt und wird die 21-Milliarden-Euro-Grenze erreichen. Zum ersten Mal gibt es wieder einen echten Export-Netto-Überschuss. Es gibt also vom Export her viel Rückenwind. Ein Problem, das es zu lösen gilt, ist der Fachkräftemangel. Es braucht da Reformen in der Berufsausbildung.“ Weil die Zinsen so niedrig sind. Zahlt sich sparen überhaupt noch aus? „Für viele Menschen gilt heute die Devise Sicherheit vor Ertrag. Nicht zuletzt durch die Finanzkrise. Es liegen daher große Summen auf den Konten. Bei uns in Österreich ist die Sparneigung noch immer hoch und sie macht privat auch Sinn. Bei einem Durchschnittseinkommen von 2.000 Euro im Monat spart der Österreicher etwa 166 Euro. Das sind acht Prozent, die Sparneigung war aber auch schon höher.“

Und Ihre Position zu den Negativ-Zinsen? „Die Negativ-Zinsen der Europäischen Zentralbank sind das falsche Signal, führen zu einer krassen Fehlsteuerung und machen die Marktteilnehmer abhängig von der Droge niedriger Zinsen. Eine ganz moderate Zinssteigerung wäre aus meiner Sicht richtig und wichtig und würde auch nicht der Konjunktur schaden. Sie sollte für die nächsten drei Jahre stabil sein, weil sie auf mehreren Säulen steht: dem privaten Konsum, den Bruttoinvestitionen der KMUs und dem Export. Wir haben eine extrem starke Inflation bei Aktien und Vermögenswerten, sowie beim kleinen Warenkorb – dem täglichen Bedarf – eine Inflation von rund fünf Prozent. Durch das Internet lassen sich Preise sofort vergleichen. Das ist die Ursache, dass andere Preise völlig transparent sind und daher stabil bleiben. Der Inflationsindex ist daher nicht mehr der geeignete Parameter für die Steuerung der Geldpolitik.“

Leben retten dank der richtigen Verbindung

Fotos: Jugend am Werk

Fotos: ICS/Milatovic

Das sind die Exportpreissieger 2017

Claus Tüchler, Georg Knill, LR Barbara Eibinger-Miedl, Jürgen Roth, Martin Schaller, Klaus Eckel, Karl-Heinz Dernoscheg (stehend v.l.); sitzend v.l.: Raimund Trummer (Dewetron), Helmut List (AVL), David Ram (Tyromotion)

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eder zweite steirische Arbeitsplatz hängt mit der Wertschöpfung im Export zusammen. Digitalisierung und Internationalisierung sind daher die größten Herausforderungen, die in den kommenden Jahren auf die österreichische bzw. steirische Wirtschaft zukommen. Bei der dreizehnten Auflage des steirischen Exporttags wurden in der WKO Steiermark die steirischen Exportpreise 2017 verliehen. Zum ersten Mal wurden diese in drei Kategorien vergeben: „Kleinunternehmen“, „Mittleres Unternehmen“ und „Großunternehmen“. In der Kategorie „Kleinunternehmen“ gewann die Tyromotion, in der Kategorie „Mittleres Unternehmen“ freute sich die

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Dewetron über die Trophäe und in der Kategorie „Großunternehmen“ wurde AVL List ausgezeichnet. Der bedeutendste Handelspartner der Steiermark 2016 war wie auch schon in den letzten Jahren Deutschland, gefolgt von Italien, den Vereinigten Staaten, China und dem Vereinigten Königreich. 2016 hat beim steirischen Export, wie schon im Jahr 2015, die Produktgruppe „Zugmaschinen, Kraftwagen, Fahrräder“ mit Abstand die Nase vorne, gefolgt von den Produktgruppen „Kernreaktoren, Kessel, Maschinen“ und „Elektrische Maschinen“. Im Jahr 2016 wurden seitens der Steiermark Waren im Wert von rund 19,32 Milliarden Euro in die Welt exportiert.

Anton war schon immer ein Tüftler, bereits als Kind hat er am liebsten Dinge erfunden. Noch heute geht die Welt des neugierigen Zerspanungstechnikers weit über das Feilen, Sägen, Fräsen und Polieren hinaus. Bei seinem Arbeitgeber, einem Sondermaschinenhersteller, kann Anton sein ganzes Geschick und seine ganze Leidenschaft für Technik einbringen. Und mit seinen Hightech-Metall- und Kunststoffbauteilen Leben retten. Seine Arbeit wird beispielsweise in einem speziellen 3D-Drucker eingesetzt, der passgenaue medizinische Implantate individuell produziert. Ziemlich smart, wie Anton findet, der schon die nächste Idee im Kopf hat. Zukunft erfinden in der steirischen Industrie.

Einer nachhalg guten Qualität des Lebens verpflichtet.

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WIRTSCHAFT

Heimliche Champions

Die Uhrenbeweger aus Gröbming

Nicht sichtbar, aber vorhanden: das Luxusmodell „Private Museum“ im Penthouse

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s gibt sie wirklich, die so genannten „hidden“, die heimlichen, versteckten Champions, die aber weltweit führend sind. Zum Glück auch in der Steiermark. Die Uhrenbeweger Buben & Zörweg aus Gröbming im Ennstal sind solche. Sie zählen zu den Besten der Welt. Drei Männer machen es sich in einer eleganten, verdunkelten Limousine bequem. Der Chauffeur hat sie am

Flughafen abgeholt. Vor einer Woche erst waren sie in Südamerika im Einsatz, davor in New York. Ihr Auftrag ist der Einbau eines Luxussafes bei einem milliardenschweren Scheich im arabischen Raum. Er will seine wertvolle Uhrensammlung durch den „Object of Time One-77“, entwickelt in Österreich, gesichert wissen. Nur wenige im Umfeld des Scheichs sind eingeweiht. Bei Vertragsabschluss haben die Manager von Buben & Zörweg – so heißt

der Lieferant – absolutes Stillschweigen darüber zugesichert. Tauchen wir ein in die Welt der Uhrensammler. Jeder braucht ein Behältnis, einen Safe, wo die mechanischen, wertvollen Uhren aufbewahrt werden. „Ich trage sie ja nicht jeden Tag“, erklärt ein steirischer Uhren-Freak beim KLIPP-Besuch. „Sie müssen aber regelmäßig aufgezogen werden und dass macht dann mein

Uhrenbeweger.“ Eine Konstruktion mit kleinsten Elektromotoren – von einfach bis exklusiv gefertigt, wie bei allen Liebhabereien. „Meiner ist im Vergleich zu den Safes, die bei den Reichsten der Welt in ihren Villen und Palästen stehen, ein Standard-Produkt.“ Die Gröbminger „Geheimnisträger“, die ihre Produkte in Deutschland in Knittlingen bei Pforzheim produzieren – „auch meiner kommt von dort“ –, erfüllen dem Kunden für viel Geld jeden Wunsch. Kein Zufall daher, dass die Österreicher aus der Steiermark heuer beim German Brand Award, die höchste Auszeichnung, in der Wettbewerbskategorie „Industrie Exczellence in Branding“ gewinnen konnten. Sie gehören daher mit ihrem Unternehmen zur Elite der weltweit agierenden deutschen Marken, mit steirischen Eigentümern. Für 2018 ist bereits der „Galaxy Safe“ von Buben & Zörweg in der Kategorie „Excellent Product Design – Luxury Goods“ nominiert. Die Gröbminger sind damit auf Augenhöhe mit Marken wie Porsche, Mont Blanc, Leica, A. Lange & Söhne, Glashütte Original, BMW. Sie sind also im Ranking der Top 25 Luxusunternehmen vertreten.

Christian Zörweg, Daniel Zörweg und Harald Buben

„Bis heute sind unsere Aktivitäten davon geprägt, die Grenzen des technisch und handwerklich Machbaren auszuloten. Für Liebhaber entwerfen und fertigen wir in kompromissloser Detailarbeit Objekte, die unsere Leidenschaft für innovative Technologien wegweisendes Design und

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25 Glas versehen, dient gleichzeitig als Bar, Wetterstation, Soundsystem oder als Humidor. „Wir investieren Gedanken in jedes kleinste Detail – beginnend bei der weltweiten Suche nach dem von Hand ausgesuchten rohen Makassar-Ebenholz mit der perfekten Maserung und Farbe, endend bei der Art, wie sich die Türen unseres Objects of Time One-77 automatisch per Knopfdruck auf der Fernbedienung öffnen und schließen lassen“, so Christian Zörweg. „Dieser ist das Ergebnis einer wegweisenden Kooperation mit dem britischen Luxuswagenhersteller Aston Martin.“

Mit Opalen fing alles an Begonnen hat alles in Gröbming. Harald Buben und Christian Zörweg gingen dort zur Schule. Gemeinsam träumten sie, einmal die Welt zu bereisen. Als Jugendliche erfüllten sie

Exklusiver geht‘s nicht mehr: Modell „Solitaire Vision“

Im Jahr 2004 trat Daniel Zörweg, Christians Bruder, als Miteigentümer ins Unternehmen ein und ist dort für das eigene Uhren-Atelier verantwortlich. Mit eigenen Boutiquen und an die 30 In-Shop-Boutiquen ist Buben & Zörweg in über 100 Ländern präsent. In nur knapp zwei Jahrzehnten seit der Unternehmensgründung hat Buben & Zörweg eine einzigartige Position erreicht – nämlich: Die Steirer sind die erste Adresse bei passionierten Uhrenliebhabern, Sammlern und Genießern edler Raritäten. Sie schaffen Einzigartiges, Unverwechselbares. In Anlehnung an James Bond 007: Buben & Zörweg lassen grüßen!

An jedem Detail wird getüftelt. Produktion in Deutschland (Pforzheim). Jüngste Auszeichnung: auf Augenhöhe mit Luxusgüterherstellern wie Porsche, Mont Blanc, Leica oder A. Lange & Söhne.

handwerkliche Perfektion wiederspiegeln“, so Christian Zörweg. Denn was wollen Liebhaber und Sammler? Sie wollen ihre Lieblingsstücke nicht in einem Banksafe für immer verschwinden lassen, sondern diese genießen, von Zeit zu Zeit anschauen, betrachten, sie Freunden zeigen und diese doch gesichert aufbewahrt wissen. Ob das nun eben Uhren sind, unbezahlbare Manuskripte, Goldbarren, Erbjuwelen, historische Kameras, seltene Schusswaffen oder eine Antiquität, die allein schon 50 Millionen Dollar an Wert darstellt. „Wir betreuen die kritischsten und

anspruchsvollsten Liebhaber von Luxusgütern auf der Welt – von Königshäusern bis hin zu Wirtschaftsmogulen, Staatsoberhäuptern, Spitzensportlern und Topstars aus der Film- und Musikwelt“, beschreibt das Unternehmen seine Kunden. Die Kreationen von Buben & Zörweg tragen auch die entsprechenden Namen, wie Mirage, Private Museum, Grande Infinity oder Grand Collector. Jedes einzelne Object of Time besteht aus ausgewähltem Edelstahl, seltenen Hölzern, ist mit feinstem Leder oder kugelsicherem

sich diesen Traum mit einem Trip nach Australien. Ihr kaufmännisches Geschick stellten sie erstmals unter Beweis, als sie an die Schmuckbranche australische Opale zu verkaufen begannen. Das war im Jahr 1995. Beide waren noch an der Universität und gründeten zu dieser Zeit ihr Unternehmen. Für den Verkauf der Opale an die Juweliere lieferten und entwickelten die beiden auch edle Schatullen und Verpackungen. Eine fast logische Folge war daraufhin der Einstieg in die Produktion eines Sicherheitssystems – und das waren dann die Uhrenbeweger für Privatkunden.

Was ist ein Uhrenbeweger? Eine Armband-Automatikuhr mit mechanischem Uhrwerk zieht sich durch die Bewegung des Handgelenks automatisch auf. Der Uhrenbeweger ist ein mechanisches Gerät, um Automatikuhren aufzuziehen und betriebsbereit zu halten, auch wenn sie nicht getragen werden. Der Uhrenbeweger dreht die auf ihm befestigte Automatikuhr langsam um die Rotorachse. Durch die Bewegungen der Uhr kann der Aufziehmechanismus (Rotor, Hammerautomat etc.) arbeiten und die Uhr wird aufgezogen. Dies bietet sich bei Uhren mit Zusatzfunktionen an, wie zum Beispiel dem ewigen Kalender oder Mondphasenanzeige, deren Einstellen recht aufwendig sein kann. Außerdem kann so die Ganggenauigkeit einer Uhr präzise bestimmt werden, wertvolle Sammlerobjekte können so präsentierbereit gehalten werden.

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GESUNDHEIT

„Gesund bleiben durch Vollwertnahrung“ Bio-Pionier Roman Wilfinger, 87

Kommentar

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ch war vor der Gründung des RING- bzw. Wilfinger-Unternehmens von 1949 bis 1962 im Obsthandel tätig und bin wöchentlich mehrmals mit einem alten LKW zum Naschmarkt nach Wien gefahren. Hier habe ich Obst und dergleichen ab ca. 3 Uhr früh an Wiederverkäufer (damals Greißler) verkauft. Zwangsläufig habe ich mich in dieser Zeit aus heutiger Sicht, sehr ungesund ernährt, denn zu einer gesunden Nahrung hatte man überhaupt keinen Bezug. Bedingt durch die schwere Arbeit, die mit einem Obsthandel verbunden war, hatte man nur getrachtet, kraftspendend zu essen, was auch dem Körper nicht zuträglich war. So musste ich schon im besten Alter zwischen 30 und 45 Jahren mit vielen Zivilisationskrankheiten Bekanntschaft machen. Von Bandscheibenleiden über Nierenkolik, Magen-Darm-Beschwerden, Tinnitus, hohen Cholesterinwerten und Bluthochdruck habe ich alles kennengelernt. Auch mehrere Tage im Krankenhaus waren dadurch erforderlich.

*Quelle: „Mein Körper in Balance“ von Babak Bahadori (Verlagshaus der Ärzte)

bau zu finden, was in diesen Jahren noch sehr schwierig war. Jedenfalls war ich fest davon überzeugt, dass dies eine Gesundheitsnahrung ist und habe sie daher auch ab 1976 mit viel Erfolg unseren Kurgästen angeboten. Heute ist diese lactovegetabile Vollwertkost noch immer unser Schwerpunktangebot im Rahmen der RING Glückskur. Viele Stammgäste haben damit auch ihre Gesundheitsprobleme in den Griff bekommen Seit dieser Zeit ernähre ich mich zu rund 80 Prozent fleischlos bzw. biologisch und vollwertig. Ich bin keineswegs ein Fanatiker, aber ich erlebe es selbst, dass mir diese Ernährungsform gut

Es war eine Fügung, dass ich einen Bio-Landwirt, der auch autodidakt Ernährungsphysiologe war, kennengelernt habe und der mir Hilfestellung für das Kochen von Bio-Vollwertnahrung geleistet hat bzw. geholfen hat, interessierte Landwirte für Bio-An-

tut. Heute weiß ich auch, dass durch diese Vollwertnahrung eine Entschlackung, Entgiftung, Entsäuerung und Entwässerung im Körper stattfindet. Unsere RING Glückskur ist basisch, baut zusätzlich auf dem Glykämischen Index auf und wir nannten sie früher „Glykskur“. Mit dem Glykämischen Index* kann gemessen werden, welche Kohlenhydrate den Blutzuckerspiegel mehr angehen und welche weniger. Also welche Kohlenhydrate dick machen – weil sie den Insulinspiegel deutlich anheben und welche nicht – weil sie den Insulinspiegel so stark beeinflussen.

Gemüse & Obst mit sozialem Mehrwert

Foto: pro mente steiermark

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as heuer von pro mente steiermark Geschäftsführerin Andrea Zeitlinger ins Leben gerufene Arbeitstraining „Gartenbau - Hofladen“ am Grazer Neufeldweg 197 sorgt auf einer Gesamtfläche von vier Hektar und in insgesamt 8000 Quadratmeter großen Glashäusern dafür, dass seltene, heimische Gemüse- und Obstsorten, Kräuter, Beeren und verschiedenste Raritäten weiterhin auf unserem Speiseplan stehen. „Es gibt 30-40 Sorten Gemüse, die wir energieschonend ohne Heizung im Winter im Glashaus anbauen und ernten können. Darunter befinden sich Asiasalate (z.B. die Sorte „Grün im Schnee“), Erdäpfel („Rosa Tannenzapfen“, „Blaue Elisa“), Radieschen („Eiszapfen“) oder Spinat („Matador“)“, berichtet Gärtnermeister

Darum gilt: je niedriger der Glykämische Index einer bestimmten Kohlenhydratsorte ist, umso besser und ungehinderter funktioniert die Fettverbrennung in unserem Körper. Mehrere Studien belegen, dass allein durch eine Auswahl an Nahrungsmitteln mit einem niedrigeren Glykämischen Index eine Gewichtsreduktion von bis zu zehn Kilogramm in einem Jahr möglich ist. Die richtigen Lebensmittel können also ein Mittel zum Abnehmen sein! Wir brauchen nicht einmal die zugeführte Kalorienmenge zu kontrollieren. So können geschmackvolle Mahlzeiten zubereitet werden.

Volker Jud. Unter Anleitung eines fachkundigen Teams wird von den bis zu 25 Teilnehmern des Arbeitstrainings für Menschen mit psychischen Problemen die Pflege verschiedens-

ter (alter) Gemüsesorten erlernt und Produkte aus eigenem Anbau im hauseigenen Hofladen sowie im „Stadtladen“ in der Klosterwiesgasse zum Verkauf angeboten.

Zu wenig Bewegung Das ist die Ursache für eine Vielzahl von Zivilisationskrankheiten wie etwa Diabetes, Übergewicht oder Rückenleiden. Ändern kann man nur etwas durch Veränderung im Bewusstsein. Die Projekte JACKPOT und „Gesundheitsvorsorge Aktiv“ wollen dabei unterstützen, dass es zu einer Bewusstseinsänderung kommt mit dem Ziel, den Lebensstil nachhaltig zu optimieren. „Uns war es als SVA in der Rolle des Projektträgers ein großes Anliegen, beim Projekt JACKPOT einen Schulterschluss mit allen Sozialversicherungsträgern und Sportdachverbänden zu erreichen, denn gemeinsam sind wir mit dieser Idee stärker“, so der SVA-Landesstellenleiter der Steiermark Dir. Dr. Wolfgang Seidl. Die Zielgruppe sind körperlich Inaktive zwischen 30 und 65 Jahren, bei denen ein Kuraufenthalt von der Sozialversicherung bewilligt wurde. Die „Gesundheitsvorsorge Aktiv“ legt den Fokus auf Bewegung, mentale Gesundheit und gesunde Ernährung während eines 22-tägigen Kuraufenthaltes. Erklärtes Ziel ist der Erhalt der Arbeitsfähigkeit der Versicherten im erwerbsfähigen Alter und auch die Vermeidung des Pflegebedarfs bei Pensionisten. Umgesetzt werden die Bewegungsprogramme in Zusammenarbeit mit den drei Dachverbänden ASKÖ, ASVÖ und SPORTUNION gemäß genau definierter Qualitätsstandards von regionalen Sportvereinen. Die regionalen Sportvereine laden zur Teilnahme ein. Mit den Bewegungsprogrammen hat ein jeder die Möglichkeit, den Jackpot für mehr Gesundheit zu knacken. www.jackpot.fit

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GESUNDHEIT

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rägend für seine Laufbahn im Tourismus war für Gernot Deutsch Baldur Preiml. Der legendäre Trainer der österreichischen Skispringer war in der Therme Loipersdorf bis Mitte der 1980er-Jahre so etwas wie der Guru für einen bewegungsintensiven, nachhaltigen Ernährungs- und Lebensstil. Blättert man in den Archiven, so wurden Preimls erfolgreiche Skispringer, wie Toni Innauer, Olympiasieger Karl Schnabl, oft despektierlich als „Körndlesser“ bezeichnet. Preiml revolutionierte mit seinen Methoden das Training im Spitzensport. Intensive Belastung und Leistung im Training – ja. Aber genauso wichtig sind Pausen und Entspannung. Die Therme Loipersdorf wurde damit auch zu einer Gesundheits- und Fitnessadresse. Sportwissenschaftler, Physiotherapeuten, Ärzte, Psychologen und Diätologen richteten sich danach. Mit dem Abgang von Preiml geriet dessen Philosophie in Loipersdorf mehr oder minder in Vergessenheit. Gernot Deutsch arbeitete damals als Ferialpraktikant in Loipersdorf. „Wir sind dabei, in Bad Waltersdorf bis 2018 ein Gesundheitszentrum zu entwickeln – mit allen Spezialisten, die es dazu braucht. Unsere Gäste bekommen ein Team zur Seite gestellt wie für Spitzensportler. Es ist jetzt

einmal daran gedacht, einwöchigen Aufenthalt anzubieten.“ Nach sechs Monaten sollte sich der Gast neuerlich für eine Woche Zeit nehmen und dann lässt sich erkennen, was er von diesen Vorgaben erfüllen konnte. Und da gibt es dann die Vorschläge für sein weiteres „Training“. „Die Zeiten sind vorbei“, so Gernot Deutsch in seiner Funktion als Obmann des Thermenlandes, „wo man mit dem klassischen Badetourismus erfolgreich war.“ Im erweiterten Einzugsbereich entstanden in den letzten Jahrzehnten eine Reihe neuer Thermen. Zu den knapp zwei Millionen Gästen, welche die steirischen Thermen jährlich verbuchen, kommen mittlerweile noch einmal zwei Millionen hinzu, die Veranstaltungen besuchen, zu bestimmten Events anreisen oder sich kulinarisch im Thermenland verwöhnen lassen.

Foto: Heiltherme Bad Waltersdorf/Harald Eisenberger

Gesundheitszentrum wird das neue Highlight der Therme Bad Waltersdorf

„Früher hat es die Thermen gegeben und das Land dazwischen. Heute können wir mit Fug und Recht von einem Thermenland sprechen. Gelten wir doch als die größte zusammenhängende Urlaubsregion Österreichs. Das drückt sich auch in der Wertschöpfung aus, die auf 350 Millionen Euro gestiegen ist.“

„Wir entwickeln bis 2018 ein Gesundheitszentrum mit allen Spezialisten, die es braucht“, so Geschäftsführer der Therme Bad Waltersdorf Gernot Deutsch (oben).

Ehrliche Weine seit 4 Generationen!

Fantastic without plastic

Seit mindestens 4 Generationen wird in der Familie Hareter Wein angepflanzt. Thomas Hareter hat 2011 den Betrieb im burgenländischen Weiden am See übernommen. Seit 2009 ist das Weingut biozertifiziert, mit dem Hauptaugenmerk auf heimische

schränke 40 % Energie. Böden, Tische und Stühle bestehen aus regional-nachhaltigen oder FSC-/PEFC zertifizierten Hölzern“, Charly weiter. Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit spiegeln sich somit nicht nur im Essen wider, sondern auch in der Verpackung und Inneneinrichtung. Ein Grund mehr, dort wieder einmal vorbeizuschauen.

Fotos:; Alex Lang

Foto: Swing Kitchen

„Alle Verpackungen, die wir an unsere Gäste herausgeben, bestehen aus CO2-neutralen, nachwachsenden Rohstoffen und sind biologisch abbaubar“, so Charly Schillinger von „Swing Kitchen“. „Wo technisch und (hygiene)rechtlich möglich, verwenden wir als Papier Recycling- oder zumindest FSC- oder PEFC-zertifizierten Zellstoff in vorzugsweise ungebleichter oder chlorfrei gebleichter Form. Unsere Postmix-Getränke verbrauchen gegenüber Mehrweg-Glasflaschen 90 % weniger CO2 , da der unnötige Transport des Wasseranteils und der Glasflaschen entfällt. Zusätzlich sparen wir durch entfallende Kühl-

Foto: geopho

„Wir gehen neue Wege“

Thomas Hareter mit seiner Frau Claudia.

Sorten: Zweigelt und Blaufränkisch im Rotweinbereich, Weißburgunder und Welschriesling im Weißweinbereich. Die Weine der Hareters sind außerdem auch histaminfrei und veganzertifiziert. „Wir versuchen, dass jeder Wein sein größtmögliches Lagerpotential ausschöpfen kann. Als großer Genießer mag ich die unverfälschten Dinge, die ehrlichen Weine, die in einer intakten Natur und Umwelt wachsen“, so Thomas Hareter. www.hareter.at November/Dezember 2017

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MODE

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Ausnahmekรถnnerin Die Grazer Modemacherin Brigitte Stajan und ihr unverwechselbarer Stil

Preisgekrรถnter Klassiker: die Anna-Plochl-Jacke

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MODE

Juniorchef und Designer Paul Stajan

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ehr Applaus, Anerkennung für eine Designerin kann es in der schnelllebigen Modewelt wohl nicht geben: Deren „oberste Instanz“, das Magazin Vogue, kürte vor 20 Jahren auf der Modemesse in Düsseldorf ihre Anna-Plochl-Jacke zur Jacke des Jahres. Vor zehn Jahren nahm ein völlig anderes Team der Zeitschrift in München neuerlich die Stajan-Kollektion unter die Lupe. Und wieder entschied sich das Expertenteam für die Anna-Plochl-Jacke als den Saison-Sieger. „Nie hätte ich mir gedacht, dass wir einmal solche Klassiker haben werden“, zeigt Brigitte Stajan anerkennend auf ihren Mann. Er stieg vor 21 Jahren aus dem grafischen Gewerbe aus und in die Firma seiner Frau ein. „Mein Mann ist der Hüter der klaren Linie von ,Kunst und Mode Stajan‘. Er bringt Ideen ein, seit drei Jahren auch unser Sohn Paul und natürlich auch ich. Alles wird dann von mir umgesetzt.“ Zwischen 80 und 100 Modelle in unterschiedlichen Größen präsentieren die Stajans auf 400 Quadratmetern Verkaufsfläche in den beiden Geschäften in der Sackstraße und am Schlossbergplatz in Graz. „Jedes Stück wird einzeln von Hand zugeschnitten und genäht.“ Bis vor zwei Jahren führten die Stajans auch eine Boutique in Kitzbühel, direkt am Eck zum Hahnenkamm. „Wir haben 20 Jahren sehr gut verkauft und Kitzbühel war daher sehr wichtig für uns. Doch das ständige Pendeln zwischen Graz und Tirol ist uns einfach zu viel geworden“, spielt bei ihr viel Wehmut mit. „Heuer sind es 30 Jahre, dass ich mich selbstständig gemacht habe. Ich bin in Graz in der Ortweinschule in dekorativer Gestaltung und Malerei ausgebildet worden“, so Brigitte Stajan. Mehrere Jahre arbeitete sie für das Modehaus Brühl als Chefdekorateurin. „Wir hatten damals 15 Geschäfte.“ Am Beginn ihrer Laufbahn hatte sie Kunden in Paris und in Hongkong. „Mein Mann und ich sind viel unterwegs gewesen.“ In Graz gestaltete sie bis hin zur Wandmalerei

„Wir haben für jeden das Passende – dünn, dick, groß klein.“

„Gerlindes Gasthaus“ beim Glockenspielplatz. Damals eines der exklusiven Restaurants in der Altstadt. „Das Nähen und Schnittzeichnen habe ich mir selbst beigebracht“, gesteht sie. Alle ihre Modelle, Kreationen, aber auch die Kollektion werden bis zum letzten Knopf in der Steiermark gefertigt, erfahren wir beim Gespräch in der Sackstraße. Dieses Geschäft führt seit drei Jahren Sohn Paul. Er ist nicht nur Modedesigner der Herrenkollektion, sondern auch als Fotograf mit Schwerpunkt Food, Architektur und Sachfotografie selbstständig tätig. Von Beginn an entschied sich Brigitte Stajan für eine unverwechselbare Linie. „Ich wollte etwas ganz Extravagantes machen, also etwas anderes als alle andern.“ Und das gelang ihr mit selbst entworfenen, geschneiderten und von ihr handbemalten Unikaten. „Meine Stücke haben bei den Modemessen für viel Aufsehen gesorgt und ich war vom ersten Tag an geschäftlich erfolgreich. Die Motive habe ich mir aus der k.u.k.-Zeit genommen, der Jagd und auch aus dem Golfsport.“ Ein Großteil der Kollektionen geht nach Deutschland, in die Schweiz und da nach Basel, Zürch und St. Moritz, aber auch in Paris hat Brigitte Stajan Fans ihrer Kreationen. Nicht überraschend, dass die Mode bei Stajan auch ihren Preis hat. „Wir können mit unseren Sachen von der Qualität her, aber auch vom Chic ohne weiteres mit den Franzosen, Ita-

lienern, Spaniern oder Engländern mithalten. Was wir aber im Gegensatz zu den großen Marken nicht haben, ist das Geld für die Vermarktung und für die Anmietung von Geschäften in den europäischen Metropolen. Da würde es einen finanzstarken Partner brauchen. Aber“, so Brigitte Stajan, „wir haben keine Schulden und freuen uns einfach, weil wir das tun können, was wir wollen. Bei uns gibt es für jeden Kunden – egal ob groß, klein, dick, dünn – das passende Stück. Die Kunst liegt darin, dem Kunden genau jenes Stück zu zeigen, das für ihn passt. Und wenn wir das Passende nicht haben, dann ist es in drei bis vier Wochen nach Maß angefertigt“, versichert Brigitte Stajan. „Auch selbst haben wir noch immer eine kleine Manufaktur im Haus. Jeder Kunde ist für mich eine Inspiration, wenn wir für ihn etwas anfertigen.“ Eingekauft werden die Stoffe von den Stajans meist in Paris und Mailand. „Man wird süchtig nach Stoffen“, verweisen die beiden auf das exquisite, umfangreiche Stoff-Lager. „Da steckt viel Geld und Herzblut drin.“

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Handbemalt und auf Seide gedruckt

Eduard und Brigitte Stajan: vom ersten Tag erfolgreich

Ein schicker Parka mit eigenem „Innenleben“

Thomas Glatzer, Meister seines Faches

„Man wird süchtig nach Stoffen ...“

Der Sohn als Mode-Fotograf im eigenen Haus – macht vieles leichter

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AUTO & MOTOR

Elektroautos im Test

Foto: Daimler AG

Zwischen Zuversicht, Hoffen und Bangen Mercedes B-Klasse Electric Drive

BMW i3

Weil die Reichweite bei den Testautos laut Werksangabe maximal 180 Kilometer ist: Aufladen wann, wo und wie lange? –muss gut überlegt sein.

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ir vom KLIPP haben in den letzten zwei Monaten vier E-Autos im täglichen Einsatz getestet. Es geschah im Rahmen der Förderaktion des Landes Steiermark „6 Tage E-Auto testen für 60 Euro“. Dort ist man sehr zufrieden, mehr als 1.000 Fahrten von 1.200 sind bereits vergeben. Generell vorweg: Nutzt man dieses für Fahrten im Stadtgebiet oder knapp außerhalb, ist alles super und sehr „easy“. 60 bis 80 Kilometer hin und zurück sind kein Thema. Man freut sich über die gute Beschleunigung, die selbst die „PS-schwachen“ Modelle haben. Damit lautete die einzige Überlegung: Wo laden wir unser Testauto dann über Nach auf ? Vom Büro im 1. Stock aus ist das eher umständlich über die 220-Volt-Steckdose. Kollegen, die zu Hause eine Garage haben oder zu ebener Erde wohnen, taten sich da leichter. Weit mehr Überlegungen braucht es aber, wenn die „Reiseziele“ Kapfenberg, Bad Waltersdorf, Judenburg oder gar Wald am Schoberpass heißen und die Distanz hin und zurück so zwischen 120 und 200 Kilometer liegt. Denn das ist die maximale Reichweite der Autos. Wo kann ich aufladen? Und vor allem wie schnell geht das? Das Aufladen im E-Tankstellen-Netz der Energie Steiermark ist zur Zeit noch kostenlos. Und wie viel muss ich nachladen,

damit ich problemlos wieder nach Hause komme? Wie viel Ladezeit muss ich einplanen? Was dann, wenn die Zapfsäulen besetzt sind? Das war leider oft der Fall. Zudem war es draußen schon kalt und dann im Auto zu wartem, ist auch nicht angenehm. Eine Tesla-Lounge oder ein Café in der Nähe – Fehlanzeige! So dauerte die Rückfahrt nach Graz nicht eine, sondern knapp drei Stunden. Da hebt es auch nicht die Stimmung, wenn ein Wiener Kollege meint: „Ja, so ist das. Ich muss mich in Gloggnitz auch noch eine halbe Stunde anhängen.“ Also eilig darfst du es nicht haben, wenn du nicht in der Stadt unterwegs bist. Ein Freund meint beschwichtigend: „Ja, es gibt halt noch zu wenige Tankstellen, aber das wird sich ändern. Die Energie Steiermark ist gerade intensiv dabei, ihr Netz kräftig auszubauen.“ Gut und schön. Aber was dann, wenn die Zahl der E-Autos explodiert und dann jeder zumindest eine halbe Stunde am Charger oder Supercharger „hängt“?

Peugeot Ion

Nissan Leaf

Mürzzuschlag, Bad Radkersburg oder Liezen willst und nach zwei Stunden Aufenthalt dort, nach deinem Termin, wieder zurück musst. Du schaltest die Klimaanlage ein, weil die Scheiben beschlagen, es geht leicht bergauf und die Reichweitenanzeige sinkt dramatisch schnell. Du kriegst die Krise, fängst zum Zweifeln an, ob dein Auto die Strecke schafft, du überhaupt ans Ziel kommst. Mit dem Eco-Modus und bei Tempo 80 beruhigt sich die Situation wieder. Dennoch muss ich auf der Rückfahrt beim Supercharger eine Ladepause einlegen, denn nach Graz habe ich noch rund 50 Kilometer. Nach einer knappen Stunde signalisiert mir die Anzeige 70 Kilometer Reichweite. Das genügt, also rein ins Auto, Klimaanlage an und mit Tempo 130 nach Graz zurück. Es ist schon Abend, ich möchte so rasch wie möglich nach Hause, kein Risiko eingehen. Doch 20 Kilometer vor Graz leuchtet das Warnzeichen „Batterie fährt auf Reserve“ auf. Es ist unangenehm, denn

die Anzeige zählt die Kilometer runter: 19, 18, 17, 16 … Und ich bin noch immer nicht am Ziel. Ich gebe „Gas“, schalte auf „neutral“, lasse das Auto rollen und wiederhole das mehrmals. Schon überlege ich, was ich mache, wen ich anrufe, wenn ich hängenbleibe. Der Puls geht nach oben. Erst als ich vor dem Haus ausrolle, die Anzeige steht mittlerweile auf Null, atme ich erleichtert durch. Das Fazit nach vielen Testtagen: Nicht, dass wir sagen, Hände weg von einem E-Auto. Für die Stadt ist es ein Superding. Vorausgesetzt man hat auch eine „Haus-Tankstelle“, wo du über Nacht oder auch am Tag bequem nachladen kannst. Für alle Fahrten, die über die 150-Kilometer-Distanz hinaus gehen, wo es größere Steigungsabschnitte gibt, keine Stromtankstelle am Reiseziel, sondern nur eine 220-Volt-Steckdose, braucht es einen Masterplan. Oder so viel Zeit, dass alle Unannehmlichkeiten keine Rolle spielen. JL

Und jetzt zum Fahrverhalten. Die Angaben der Reichweite für die einzelnen Modelle reichten von 104 Kilometer bis 160 Kilometer. Mit der Zusatzbemerkung: nur unter bestimmten und strengen „Auflagen“. Disziplin beim „Gasgeben“ ist gefragt. 130 km/h auf der Autobahn über längere Zeit sind ein Nogo, wenn du nach

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Drei Generationen Edelsbrunner

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AUTO & MOTOR

FREIZEIT

Oldtimer-Gen in der Familie Von Isabella Hasewend

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euer bei der Schilcherland-Oldtimerrallye haben sie ganz groß abgeräumt: „Wir waren mit sechs Autos dabei und haben gleich 12 Pokale mit nach Hause genommen“, so Klaus Edelsbrunner stolz. Wer sich für Autos und Peugeot im Speziellen interessiert, der weiß mit dem Namen was anzufangen: Ein Familienbetrieb in Graz-Andritz, der heuer sein 50-Jahr-Jubliäum feiert. Er wurde von Alois Edelsbrunner gegründet, der dafür in den letzten Monaten mehrmals geehrt wurde. Heute führen seine Kinder Renate und Klaus das Autohaus. Und auch Enkel Philipp arbeitet bereits mit. Beide, Vater und Sohn, haben ein Faible für alte Autos. Und der jüngste Oldtimer ist gleichzeitig auch der älteste. „Er ist Baujahr 1933, ein Peugeot 301 und ich habe ihn erst seit zwei Jahren.“ Bei unserem Besuch steht der 301er in der Werkstatt. „Weil uns bei der Rallye zwei Radbolzen gebrochen sind. Aber so ist das halt bei alten Autos. Irgendwas kann immer kaputt werden. Da musst du einfach dahinter sein. Und so schauen wir, dass am Wochenende immer einer von uns mit einem Oldtimer eine Ausfahrt macht.“ Dazu gehören „sein Geburtsjahr“, der Peugeot 404 aus dem Baujahr 1962, ein 504er-Cabrio (Baujahr 1975), ein Talbot-Matra Murena, ein Sport-

Altersunterschied zwischen den beiden: „nur“ 84 Jahre. Links der Peugeot 2008 aus dem Jahr 2017 und rechts der 301er aus dem Jahr 1933

coupé (Baujahr 1983) und ein Simca 1000. Es sind die technischen Details, die Oldtimer-Fans faszinieren. Beim 301er aus dem Jahr 1933 kann man nämlich die Windschutzscheibe nach oben kurbeln. Damit kommt der Fahrtwind direkt von vorne und somit ist die „Klimaanlage“ eingeschaltet. „Seine Pendelachse – im Jahr 1933 gab es noch kaum Asphaltstraßen – lässt ihn über jedes Schlagloch ruhig drüber gleiten.“ An den Anfang seiner Sammlerleidenschaft erinnert sich Klaus Edelsbrunner ganz genau: „Es war im Sommer 1980, da ist der Talbot-Matra Murena auf den Markt

gekommen und ich war gerade 18. Er war mein Traum, doch vom Papa habe ich keinen bekommen.“ Doch der Wunsch blieb und manchmal bietet das Leben auch eine zweite Chance. „Ein Kunde kam zum Eintausch zu uns in die Firma und ich habe ihn mir dann gleich selbst auf die Seite gestellt.“ Das wichtigste „Ersatzteil“ bei einer Oldtimer-Ausfahrt ist heute das Mobiltelefon. „Mit alten Autos bleibst du öfters irgendwo stehen, wie zum Beispiel beim letzten Mal, da ist die Verteilerkappe gebrochen. Aber mit meinem Viervierer“ – er streichelt über die Karosserie – „mit dem

Alois Edelsbrunner (li.) mit Enkelsohn Philipp und seinen Kindern Renate und Klaus.

habe ich bis heute noch nie etwas gehabt. Der läuft sensationell, ist ja auch mein Baujahr“, so der 55-Jährige. Und weil der Winter vor der Türe steht: „Außerdem hat er eine Bomben-Heizung. Wenn ich hier wegfahre, sitze ich vorne an der Ampel bereits in einem warmen Auto. Das geht mit einem Auto von heute gar nicht. Daher ist es auch mein Winterauto.“ Der „Vier-Vierer“, Baujahr 1962 ...

... „mein Geburtsjahr“, so Klaus Edelsbrunner.

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AKTUELL

Gutes tun macht Freude

Werden Sie Teil der Initiative Spenden jetzt auch Sie! und 10.000 Grazerinnen und Grazer können ihre Wohnung nicht angemessen warm halten. Um diese nicht nur reale, sondern auch soziale Kälte zu bekämpfen, hat die Energie Graz, gemeinsam mit der Caritas und dem Sozialamt, vor rund zwei Jahren die Initiative ENERGIEgegenARMUT ins Leben gerufen.

Und so funktioniert Ihre Hilfe: Sie spenden einen beliebigen Betrag ab einer Mindesthöhe von 5 Euro und die Energie Graz verdoppelt Ihre Spende. Sie spenden 1x und helfen 2x, indem Ihre Spende verdoppelt wird! Diese wird für sofortige Unterstützung, wie die Übernahme der Heizkosten für den Winter sowie für nachhaltige

Hilfsmaßnahmen, beispielsweise in Form neuer energiesparender Haushaltsgeräte, eingesetzt. Wirksam, rasch und nachhaltig geholfen Die Maßnahmen der Initiative ENERGIEgegenARMUT werden gemeinsam mit der Caritas und dem Sozialamt der Stadt Graz genau dort umgesetzt, wo die Menschen auch wirklich davon profitieren. • Frau S. ist Alleinerzieherin mit 3 Kindern und erhält nur das Kinderbetreuungsgeld. Durch die finanzielle Unterstützung aus dem Spendenprojekt konnte die Stromversorgung gesichert werden. Zudem wurde ein Prepaymentzähler installiert, damit die Familie einen Überblick über ihren Stromverbrauch hat.

Foto: Klemens König

• Herr S. wohnt allein und bezieht Mindestsicherung. Es ist seine erste Mietwohnung, wodurch er weder mit energieeffizientem Umgang (richtig lüften, heizen etc.) vertraut war noch mit den erforderlichen Zahlungsmodalitäten. Durch Energieberatung, die Erstellung eines Zahlungsplans und die finanzielle Unterstützung konnte ihm geholfen werden.

DI Boris Papousek und MMag. Werner Ressi, Geschäftsführer der Energie Graz: „Die sichere und leistbare Versorgung mit Energie zählt zu den Grundbedürfnissen von Menschen. Mit unserer Initiative möchten wir Grazerinnen und Grazer in Not, die von Energiearmut betroffen sind, konkret helfen - durch effiziente Geräte und Energiegutscheine.“ • Familie M. lebt mit ihren 2 Kindern von einem geringen Einkommen. Aufgrund eines sehr hohen Energieverbrauchs wurden eine Analyse desselben und eine Energieberatung durchgeführt. Um den Energieverbrauch zu reduzieren, wurde ein ineffizienter Kühlschrank gegen einen neuen, zeitgemäßen getauscht.

Spenden-Hotline: 0316 / 8057-1857 www.energiegegenarmut.at

Anzahl der SpenderInnen

835

eingelangte Spenden

rd. 21.000 Euro

Verdoppelung der Energie Graz

rd. 21.000 Euro

Der Gesamtbetrag wurde zu gleichen Teilen auf Caritas und Sozialamt aufgeteilt.

je rd. 21.000 Euro

DIE SPENDEN WURDEN WIE FOLGT EINGESETZT:

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Foto: Fischer

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Maßnahmen zur Steigerung der Energieefffizienz

60 %

Soforthilfe zur Begleichung von Energierückständen

40 %

Gesamtanzahl der bisher unterstützten Haushalte

110

Mehr als 800 Spenderinnen und

Spender sorgen bereits dafür, dass nachhaltige Hilfsmaßnahmen umgesetzt werden können, beispielsweise in Form neuer energiesparender Haushaltsgeräte. Zudem kann sofortige Unterstützung, durch Begleichung von Energierückständen, erfolgen. Gemeinsam Gutes Tun!

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Beliebteste Autos der Österreicher prämiert Seat Ibizia, Audi Q5 und BMW 5er gewinnen Die traditionsreichste und beliebteste Autowahl Österreichs, der Große Österreichische Automobil-Preis des ARBÖ-Klubjournals FREIE FAHRT, ging im Colosseum XXI in Wien-Floridsdorf über die Bühne.

Alle Gewinner des Großen Österreichischen Automobil-Preis 2017

Moderatorin Olivia Peter, Seat-ÖsterreichGF Wolfgang Wurm, ARBÖ-KlubjournalChefredakteur Mario Ehrnhofer und DatacolGF Walter Stauder (v.l.)

v.l.: ARBÖ-Generalsekretär Gerald Kumnig, Audi-Österreich-Markenleiter Thomas Beran, Moderatorin Olivia Peter und Wolfgang Wurmbrand (Würth)

Fotos: ARBÖ/Christian Hofer

v.l.: Edgard Häuser (geschäftsführender Vizepräsident des ARBÖ), BMW-AustriaCEO Chris Collet, Moderatorin Olivia Peter und Georg Puz (Lukoil Lubricants)

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ARBÖ-Präsident Heinz Hofer, Markus Kreisel und Gernot Friedhuber (beide CEO Kreisel Electric) und Olivia Peter (v.l.).

Zur Wahl standen in drei Kategorien jene 40 Autos, die zwischen November 2016 und Oktober 2017 auf den Markt gebracht wurden. Die Siegerfahrzeuge in den Kategorien Start (Fahrzeuge bis 20.000 Euro Einstiegspreis), Medium (20.001 – 50.000 Euro) und Premium (ab 50.001 Euro) wurden von einer 100-köpfigen Jury, bestehend aus Motorexperten, Prominenten und ARBÖ-Mitgliedern, mittels Punktebewertung ermittelt und waren bis zur Verleihung nicht bekannt. Jedes Jurymitglied sendete die Bewertungen an einen Notar, der erst im Rahmen der Gala die Gewinner veröffentlichte. ARBÖ-Präsident Heinz Hofer und ARBÖ-Generalsekretär Gerald Kumnig konnten mit rund 400 Gästen das Who is Who der heimischen Automobilindustrie begrüßen. „Der 34. Große Österreichische Automobil-Preis hat einmal mehr gezeigt, welche Bedeutung das Automobil hat.“, so Präsident Heinz Hofer, der dabei auch den Sponsoren als Partner für dieses Event dankte. „Auch wenn die Mobilitätslösungen immer vielfältiger werden, so zeigt der heutige Abend, dass die Individualmobilität auch in Zukunft einen wichtigen Stellenwert im Mobilitätsverhalten der Österreicher haben wird“, so Gerald Kumnig anlässlich der Preisverleihung.

SEAT gewinnt zum zweiten Mal in Folge die Kategorie „Start“ Im vergangenen Jahr war es der SEAT Ateca, heuer ist es mit dem Ibiza abermals ein SEAT. Der Kleinwagen verwies den Kompakt SUV SEAT Arona auf den dritten Platz, und gewann auch das prestigeträchtige Duell gegen den Konzernbruder VW Polo, der den zweiten Platz ergatterte. „Medium“: Audi Q5 on Top Mit 20 Fahrzeugen war die mittlere Kategorie jene mit dem größten Starterfeld, wobei mit 12 SUVs beziehungsweise Crossover-Modellen dem derzeitigen Karosserie-Trend Rechnung getragen wurde. Mit dem VW Arteon schaffte es dennoch eine Limousine auf den dritten Stockerlrang. Platz 2 ging an den Skoda Kodiaq, der nur knapp gegen den Audi Q5 das Nachsehen hatte. Premium-Kategorie geht an BMW 5er-Serie Die japanische Edel-Limousine LEXUS LC 500 sicherte sich bei der heurigen Wahl den dritten Platz und Range Rover holt mit dem Velar den zweiten Platz in der Kategorie. Als Sieger konnte schließlich die BMW 5er-Serie gekürt werden. Umweltpreis an Kreisel Electric Mit dem oberösterreichischen Unternehmen Kreisel Electric wurde im heurigen Jahr ein innovatives Unternehmen aus dem Bereich der E-Mobilität mit dem ARBÖ-Umweltpreis ausgezeichnet. Die ARBÖ-interne Jury würdigt damit die Verdienste der drei Brüder aus dem Mühlviertel, die innerhalb weniger Jahre zu einem „big player“ der E-Mobilität aufgestiegen sind und mittlerweile weltweit erfolgreich tätig sind.

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KULTUR

BETT GESCHICHTEN

ie sehenswerte Ausstellung im Bett verbringen wir ein Drittel unserer Volkskundemuseum in Graz in Lebenszeit und es ist erstaunlich, wie der Paulustorgasse ist so inszeniert, selten wir Gedanken auf diesen Ort dass sie ausreichend Gelegenheiten verwenden. Ähnlich wie in einem gut zum Schmunzeln bietet. Kuratorin geführten Haushalt die Arbeit dahinder Ausstellung ist Eva Kreissl, Kul- ter erst dann auffällt, wenn sie einmal turwissenschaftlerin am Universalnicht erledigt wurde, museum Joanneum. Für jeden Besuerfährt das Bett erst cher werden – ob er will oder nicht wieder Aufmerk– Bilder und Situatiosamkeit, wenn nen seines Lebens wir darin nicht „wieder aus dem gut schlafen. Schlaf erweckt“. Ansonsten Über nichts lässt ist es einfach sich so tunlich da.“ Erotische Figur im Bett, Privatsammlung plaudern, schwadronieren, philosophieren, ernsthaft Nun ist das Schlafen nicht die einreden, nachdenken wie übers Schla- zige Beschäftigung, die vorzugsweifen. Das Bett ist das wichtigste Mö- se im Bett betrieben wird. Auch das belstück in unserem Leben und be- Miteinander-Schlafen wird gerne an gleitet uns vom Anfang bis zum Ende. diesem Ort praktiziert. Und damit ist hier nicht das mehr oder weniger frei„So viel Vertrauen, wie dem Bett, willige Teilen eines Nachtlagers geschenken wir keinem anderen Mö- meint, sondern der Beischlaf. Miteinbelstück“, schreibt Eva Kreissl, „selbst ander ins Bett gehen ist ein Synonym wenn die Beine eines Stuhls oder Ti- für Sexualität. Bettgeflüster bezieht sches wackeln oder versagen, sind die sich nicht nur auf Ort und LautstärFolgen rasch überwunden. Doch im ke eines Gesprächs, sondern auch auf seinen Inhalt. Wer Bettgeschichten erzählt, Der arme Poet, nach Carl Spitzweg, berichtet von amourösen Richard Rechberger, 1969, Abenteuern. Privatsammlung Das Möbelstück als rhetorische Metapher für das Tun hat Tradition. Denn das Bett hatte im Mittelalter durchaus juristische Dimensionen, wie der Sachsenspiegel von 1220 mit der zum Sprichwort gewordenen

Fotos: Universalmuseum Joanneum

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Im Bett, Ausstellung läuft auch 2018.

weile, wie kein anderer Ort. Regel „Ist das Bett beschritHier werden die unglaubten, so ist das Recht erstritlichsten Filme, also Kino ten“ festhält. Der priesim Kopf, gespielt, wenn terliche Segen wir im Traum alle alleine genügte Regeln der Renicht für die Gülalität außer tigkeit einer Ehe, sondern Kraft setzen. das Paar musste den Weich, warm Beischlaf vollzogen und kuschelig haben, damit ihre muss es sein, ein Verbindung anBär (Mr. Bean) und Affe, Schutzzaun ganz erkannt war. Der private Leihgabe für uns und gegen Ort dafür war das alles, was draußen lauBett – egal, ob die Hochzeitsnacht als rituelles Beilager ern mag. Dies alles macht das Bett und unter Zeuge verbracht wurde zum wichtigsten Ort des Lebens. oder man den Aussagen der Eheleute Seine Rolle ist nur solange die eines Möbelstücks, solange wir es nicht Glauben schenkte. benutzen. Im Bett aber wird der Ort Als Gefährte einer Biografie in zum Zustand. „Das Bett ist eine Art guten wie in schlechten Zeiten sieht Seismograph für das gesellschaftlich es mehr Tränen, lauscht so vielen ge- Arrivierte und die intime Akzeptanz Wertvorstellungen“, flüsterten Geheimnissen, erfährt von bürgerlicher so viel Leidenschaft, Verzweiflung, schreibt Kuratorin Eva Kreissl. Wohlgefühl, Ängsten und Lange-

Das Schlafen ist nicht die einzige Beschäftigung ... „Für mich ist ein Bett nicht nur ein Möbelstück. Ich sehe es eher als mein ganz persönliches Naherholungsgebiet, in dem ich sehr gerne und, wenn möglich, auch viel Zeit verbringe.“ Christian Hartl, GF Steirisches Volksliedwerk Gunther Hasewend, Vorsitzender des Steirischen Volksliedwerkes, mit einem Schlaftipp für die Schnarcher: „Mit letzterem Problem bin ich selbst konfrontiert, benutze ich nach mehreren Probeund Verbesserungsstufen derzeit einen kurz geschnittenen und fest gefüllten Seiten-Polster im jeweiligen Arm, mit dem Außenmaß Oberarmbreite x Unterarmlänge, um vom Schnarchen in Rückenlage über eine halbe Bauch-Seitenlage weg zu kom-

men und mit atmungsgereinigtem Blut noch schöne gestärkte Tage zu erleben.“

„S Dirndl hot gsogt i solls krochen lossn, wenn’s Bettstadl bricht, sie wird’s mochn lossn.“

„Auch in der Liederwelt spielt das Bett und wofür es gebraucht wird, eine wichtige Rolle. Die Krippen- und weihnachtlichen Lieder besingen das vermutlich berühmteste Bett der Welt. Es gibt Gute-Nacht- und Schlaflieder und einige über Träume und Albträume. Manche Lieder widmen sich unliebsamen vielbeinigen Bettgenossen, wie Flöhe, Läuse und Wanzen, und viele von den äußerst willkommenen zweibeinigen.“ (Eva Maria Hois, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Steirischen Volksliedwerks)

„I bin hoch aufi gstiegn, frogt die Schwoagerin ums Liegn. Sie hot still ausa gred, sie hätt Leis in ihrem Bett.“ (Volkslieder) „Guten Abend, gute Nacht, mit Rosen bedacht, mit Näglein besteckt, schlüpf unter die Deck. Morgen früh, wenn’s Gott will, wirst du wieder geweckt.“ (aus der Sammlung des Knaben Wunderhorn)

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Zwei Welten, eine Leidenschaft ... Söhne mit Rat und Tat. Der jüngste, Kian, studiert in New York, die älteren Brüder Neysan und Pujan sind im Teppichgeschäft. Pujans Ausflug in die Gastronomie endete vor fünf Jahren. Seit damals verbringt er die Hälfte des Jahres auf Schloss Kornberg. „Wir haben gerade erst mehr als 30 Tonnen Ware in unser Geschäft nach Graz gebracht. Das war eine Woche Schwerstarbeit. Denn von Oktober bis März verkaufen wir in der Neubaugasse. Wir möchten unser Lager verkleinern und daher gibt es Sonderpreise.“ Auch deshalb, damit die Einpackerei Anfang März leichter fällt. „Graz bleibt für uns der Firmensitz, aber in Kornberg sprechen wir auch ein anderes Publikum an. Viele Gäste aus den Thermen sind mittlerweile unsere Kunden.“

Geknüpftes Graz Huschang mit Sohn Pujan Rohani (oben), Harald Geba und der Teppich Luegg (Designserie Graz)

Vor 30 Jahren hat sich Harald Geba einen Lebenstraum erfüllt und startete als Gestalter und Produzent exquisiter Teppiche. Damit war er einer der Pioniere in Sachen Designerteppiche. „Zum runden Jubiläum habe ich gemeinsam mit dem New Yorker Künstler Klaus Kempenaars eine besondere Kollektion von Teppichen entworfen und umgesetzt. Ihr Name ist ,Geknüpftes Graz‘ und eine Hommage an meine Heimatstadt.“ Es gibt sieben Motive von bekannten Bauwerken, wie der Murinsel, dem Kunsthaus, der Messehalle, dem Lichtschwert, von historischen Gebäuden am Hauptplatz und auch Bezüge zur regionalen Tracht oder zu Johannes Kepler, dem berühmten Mathematiker des 17. Jahrhunderts.

Freizeit

TIPPS

Foto: TVB Obertauern

Huschang Rohani (gründete sein Teppichhaus vor 40 Jahren) schaffte es mit seiner Ausstellung auf Schloss Kornberg bei Feldbach, österreichweit bekannt zu werden. Der Firmengründer ist in die zweite Reihe getreten, unterstützt aber seine

Skispaß für kleine Schneehaserl Schon die Lage des Ortes inmitten des Skigebietes Obertauern ist ein extra großes Plus für Familien mit Kindern: „Ski in, Ski out“ gilt von jedem Punkt des Ortes aus, von den Unterkünften zu den Liften sind es immer nur einige Schwünge. www.obertauern.com Salzburg für Kunstliebhaber Im arthotel Blaue Gans in der Getreidegasse, gehen Historie und Gegenwart eine spannende Symbiose ein. Die dicken Mauern, knorrige Holzböden, Kastenfenster und Stuckdecken des mit 660 Jahren ältesten Gasthauses Salzburgs bilden den sympathischen Rahmen für mehr als 120 Kunstwerke zeitgenössischer Maler, Fotografen, Bildhauer oder Medienkünstler. Die Zimmer bestechen durch Understatement.

Foto: Ingo Pertramer

Fotos: Universalmuseum Joanneum

... Teppiche, Teppiche, Teppiche. Die Grazer Familie Rohani mit Wurzeln im seinerzeitigen Persien und der geborene Grazer Harald Geba haben diese gemeinsame Leidenschaft.

www.blauegans.at Urlaubsoase für Erwachsene Das Berghotel „Der Königsleitner“ in der Zillertal Arena – auf einem Sonnenplateau zwischen Salzburg und Tirol – lädt erwachsene Genießer ein, in Ruhe und einem liebevoll gestalteten Ambiente eine Auszeit von Job und Alltag zu nehmen. Direkt an der Skipiste und in einer Region, in der abseits der Pisten viel unberührte Natur zur Kulisse für Sport und Entspannung wird, erholen sich Gäste in dem Hotel „for adults only“ (ab 16 Jahre). www.koenigsleiten.at

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AKTUELL

Alles aus dem Umkreis Mautern: Mut zum Risiko

ne Erfahrungen aus der Gemeindepolitik helfen mir da.“ Ein Problem der Vergangenheit in der 1.830 Einwohner großen Gemeinde: „Wir haben viel Leerstand gehabt“, so Kühberger. Doch mittlerweile gibt es 30 Wohnungen mehr in Mautern. So hat das Stift Admont eine Immobilie für 1,2 Millionen Euro saniert und Wohnungen dort errichtet.

Carlos Diaz vor seinem Feinkostladen: „Kaufe besondere, regionale Produkte – alle aus dem Umkreis.“

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arlos Diaz kam vor 14 Jahren aus El Salvador (Zentralamerika) der Liebe wegen nach Österreich, arbeitete die letzten 12 Jahre als Filmemacher und entschied sich einer neuen Liebe wegen für Mautern und zu einem Berufswechsel. Im April dieses Jahres eröffnete er seinen Laden „Umkreis“ in einem lange leerstehenden Geschäftslokal in der Ortsmitte. „Hier in Mautern – sagen wir – ist das kulinarische Angebot begrenzt. Ich koche sehr gerne, das ist fast ein Ritual für mich“, erzählt der 39-Jährige. „Und mir war schnell klar, dass es in der Steiermark viele ausgezeichnete Produkte gibt.“ Carlos Diaz nahm Kontakt mit Bauern in der Umgebung auf – und das Ergebnis präsentiert er heute in seinem übersichtlich gestalteten Feinkostladen: rund 130 Produkte. „Von Anfang an war es mir wichtig, alles möglichst ver-

packungsfrei zu verkaufen“, deutet er auf die Getreidespender. „Jeder kann sein Mehl bei uns selbst mahlen.“ Montag und Dienstag ist Carlos Diaz bei seinen Lieferanten unterwegs. Mit einem Onlineshop – „daran arbeite ich“ – will er seine Bekanntheit und seinen Kundenkreis erweitern. Die anfängliche Skepsis im Ort nimmt ab, die positiven Rückmeldungen freuen ihn. „Zu mir ins Geschäft kommt man nicht, um einen vollen Einkaufswagen nach Hause zu schieben, sondern um besondere Produkte – alles aus dem Umkreis – zu kaufen.“ Mit den Chancen arbeiten „Bei mir muss sich immer was rühren. Ich will erneuern und gestalten – wie auf meinem Hof“, beschreibt Landwirt Andreas Kühberger, sechsfacher Familienvater und

Große Auswahl aus dem Umkreis: Mehl, Eier, Fisch, Gemüse, Honig, Handarbeiten, ...

Bürgermeister von Mautern, sein Lebensmotto. In den letzten sieben Jahren zeigt er als Bürgermeister in der früheren SPÖ-Gemeinde, was er darunter versteht. Und auch als Interessensvertreter der Bauern gibt er ordentlich Gas, hat er sich Respekt erarbeitet. Vor wenigen Wochen wurde er als Nationalrat angelobt. Kühberger ist damit der einzige steirischer Bauernvertreter im Wiener Parlament. „Wird sicher eine spannende Zeit“, so der Neo-Parlamentarier. „Aber meiBürgermeister Andreas Kühberger

Das nächste ambitionierte Vorhaben: Bis zum Jahr 2002 war der wuchtige Thewanger Hof in der Ortsmitte die Gasthof-Adresse schlechthin im Liesingtal. Nun ist die Gemeinde Eigentümer des stark sanierungsbedürftigen, ehemaligen Ortsjuwels. „Wir machen daraus ein Generationenhaus mit betreubarem Wohnen und einer Tagesmutter-Einrichtung sowie auch Platz für eine Firma. Daneben werden wir im Umfeld eine E-Tankstelle und Parkplätze schaffen.“ Der größte Arbeitgeber in der Gemeinde ist das neu gebaute Pflegezentrum, welches durch ein ebenfalls neu errichtetes Biomasse-Heizwerk mit Wärme versorgt wird. Dieses Heizwerk versorgt auch die Neue Mittelschule, die Gemeinde, die Musikschule und ein Wohnhaus. Die Heizwerk-Betreiber Mayr Melnhof und Siemens haben sich vertraglich verpflichtet, dass die Energiekosten damit um 13 Prozent sinken werden. Ein weiteres ehrgeiziges Vorhaben, das im kommenden Jahr begonnen wird, ist die Kinderkrippe – die erste im Liesingtal. Sie soll es jungen Familien leichter machen, sich für Mautern oder die umliegenden Gemeinden als Wohnort zu entscheiden. Erleichtert sind die Mautener, dass das neue Konzept der Planai-Hochwurzen-Bahnen für den Tierpark „Wilder Berg“ – „heuer waren es mehr als 70.000 Besucher“ – gut funktioniert. Im Sommer finden die Freiluft-Opernaufführungen mehr und mehr Anklang. Trotz dieser vielen Aktivitäten bleibt Andreas Kühberger Realist: „15 neue Mitbürger verzeichnet die Gemeinde im Schnitt im Jahr, zehn weniger, als wir jährlich begraben. Diese Entwicklung müssen wir drehen. Dann erst sind wir auf einem wirklich guten Weg.“

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AKTUELL

Jeder Euro macht Teresa das Leben leichter T

eresa ist 12 Jahre alt und seit ihrem achten Lebensmonat schwerst behindert. Sie kann nicht sprechen, sitzt im Rollstuhl und ist in allen Lebenslagen auf Hilfe angewiesen. Vor vier Jahren brachte KLIPP eine große Reportage über das Schicksal des Mädchens, das mit ihrer alleinerziehenden Mutter Maria in St. Stefan ob Stainz lebt. Mittlerweile geht Teresa schon zur Schule, wo sie natürlich Unterstützung erhält und hat dort auch sichtlich Spaß. „Teresa ist aufmerksamer geworden, die Kopfhaltung ist ganz super und auch die Stabilität des Körpers hat sich verbessert“, freut sich ihre Mutter über jeden Fortschritt ihrer Tochter. „Klar hat man natürlich Ziele. So habe ich ja immer gedacht, dass Teresa so mit sechs Jahren schon einmal selbst stehen kann und später mit Hilfe sogar gehen. Aber ich gebe natürlich nicht auf und besuche mit Teresa viele Therapien.“ Es seien einfach die kleinen (Fort-)Schritte, die

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ihr die Kraft geben, weiter zu machen, für die es sich zu kämpfen lohnt. Nie würde sie ihre Tochter in ein Heim geben, stellt sie klar. Wissend, dass, wenn sie selbst einmal nicht mehr kann, es der einzige Ausweg wäre. All die Therapien für Teresa kosten logischerweise auch viel Geld und vieles davon muss die Weststeirerin auch selbst bezahlen. „Manche Anschaffungen habe ich auch immer wieder hinaus geschoben, in der Hoffnung, diese nicht zu brauchen“, so die Mutter. Nun aber stehen einige Ausgaben an. „Ich kann Teresa bald nicht mehr selbst heben und daher brauchen wir ein Auto mit entsprechendem Umbau. Auch eine neue Dusche mit Duschstuhl sowie ein Lift im Haus würde mir alles sehr viel leichter machen.“ Natürlich gäbe es da teilweise auch Unterstützungen, aber den größten Teil müsse sie selbst finanzieren. Sollten Sie, liebe Leser, Teresa

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FREIZEIT

Wilder Berg Mautern: Auch einzigartige Vögel haben ihren „Vogel“

Asta und Puzi fahren gerne mit Taxi heim D

er folgende Bericht klingt nach Jägerlatein oder einer Gute-Nacht-Geschichte für kleine Kinder – ist es aber nicht. Asta, ein Adlerweibchen, 8 Jahre, und Puzi, der Geier, bereits 17 Jahre, sind zwei außerordentlich begabte Flug-Vögel, lassen sich aber auch gerne nach Ausflügen mit dem Taxi nach Hause chauffieren, zurück ins Gehege am Wilden Berg in Mautern. „Asta steht auf weiße Autos, reagiert aber ganz närrisch auch auf jenes mit dem gelben Blinklicht“, erzählt Angie Kerschensteiner, die Falknerin, die mit ihrem Kollegen Rudi Ofenbacher die spektakuläre Greifvogelschau am Wilden Berg in Mautern macht. Asta ist viel unterwegs, fliegt „Hallo, Taxi“ – schnell zur Stelle, wenn Asta und Puzi heim wollen.

vom Berg ins Tal und erkundet auch die Gegend. „Und wir schauen dann, dass wir sie so rasch wie möglich wieder einfangen und machen uns mit dem Auto auf die Suche. Du schaust nach oben und siehst sie aber nicht.“ Der Adler allerdings sieht seine Hüter. Und da kann es dann schon vorkommen, dass Asta plötzlich neben dem Auto herfliegt und herein schaut oder auf dem Auto landet. „Du brauchst nur noch die Box hinten aufmachen und sie hüpft dann von selbst hinein. So geht es dann nach Hause“, erzählt die Falknerin. Der bisher weiteste Ausflug Astas war jener über die Eisenerzer Alpen, den Hochschwab, bis in die Veitsch. „Da war sie sechs Tage unterwegs.“

Die Polizei verständigte die Falkner am Wilden Berg, dass ein Wanderer in der Veitsch einen Adler auf einem Baum sitzend entdeckt hat, der augenscheinlich nicht weiter fliegen wollte. Als der Wanderer den Kofferraum seines Autos öffnet, um sein Fernglas heraus zu nehmen – so schnell konnte er gar nicht schauen –, sitzt der Adler schon im Kofferraum. „Die Asta hätte schon fliegen können, hat sich aber offensichtlich gedacht: Jetzt bin ich genug geflogen. Natürlich hat sich der Mann richtig geschreckt“, erzählt Falkner Rudi. „Wir haben die Asta dann in Mürzzuschlag abgeholt.“ Hinter der Vorliebe fürs Taxifahren steckt ein handfester Grund – und

dieser liegt in der fehlenden Thermik. Der Vogel weiß natürlich, dass er nicht mehr „hoch kommt“, ganz, ganz weit fliegen müsste, um wieder an Höhe zu gewinnen, erklären die Falkner. Doch das sind nicht die einzigen Besonderheiten oder Macken, die die Vögel so sympathisch machen, hört man sich die Geschichten und Erlebnisse der Falkner am Wilden Berg in Mautern an. So fliegt die Asta auch die Gegend ab, auf der Suche nach Wanderern. Hat sie welche entdeckt, dann geht es steil nach unten und sie spaziert mit diesen eine Weile mit. „Weil sie ja keine Angst vor Menschen hat.“ Angst hingegen haben die Falkner davor, dass die Menschen Bartkauz Willi ist flugmüde und froh, dass die Winterruhe da ist.

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Schneeeule vor dem Start ...

Die beiden Falkner am Wilden Berg: Angie und Rudi.

das Tier füttern – etwa mit gewürztem Fleisch oder Wurst. Denn das kann für den Vogel tödlich enden. Weit harmloser sind da Astas Ausflüge am Vormittag. Da fliegt sie schon einmal nach Seckau hinüber, ist aber pünktlich um 14 Uhr wieder bei der Vogelschau zurück. Hie und da kommt es vor, dass das Steppenadler-Weibchen zurückkommt und sieht, dass diese noch nicht begonnen hat und noch keine Besucher da sind. Dann dreht Asta noch eine Runde. Puzi, der Geier, ist wiederum sehr neugierig. Und er will überall dabei sein, wo sich Menschen aufhalten. „Das ist zum Beispiel im Sommer, wenn die Leute im Garten grillen oder er fliegt auch ins Schwimmbad nach

Mautern“, so der Rudi. „Plötzlich ist er bei uns im Garten gesessen“, erzählt Mauterns Bürgermeister Andreas Kühberger. „Die Kinder haben sich natürlich geschreckt, aber er tut ihnen nichts.“ Die Geschichte kennen Sie schon: Und natürlich spekuliert auch Puzi auf eine Taxifahrt. „Die Leute rufen uns an“, so der Falkner, „und sagen, der Geier ist da. Und wir holen ihn dann möglichst schnell ab.“ Ein Stammgast beim Gehege am Wilden Berg in Mautern ist die Frau Monika, die in Mautern selbst ein Ferienhaus besitzt. Jedes Mal, wenn sie bei der Greifvogelvorführung war, fliegt der Geier nachher auf ein „Plauscherl“ zu ihr hinunter. Er „tanzt“ dann auf der Wäscheleine herum. Ein weiterer Lieblingsplatz

von Puzi ist das Bügelzimmer im Anwesen des Prinzen Reuss. Er ist der Eigentümer des Gebiets. „An die zwölf Mal haben wir ihn heuer dort abgeholt“, erzählt Falkner Rudi. Als er noch jünger war, ist er praktisch ständig unterwegs gewesen. Anders als die Asta springt Puzi nicht selber in die Box, sondern er wird eben in die Box im Auto gelockt. „Unsere Vögel sind“, so erzählt die Falknerin Angie, „wie wir Menschen – manchmal eben schlechter und manchmal besser gelaunt. Und dies zeigt auch der Bartkauz Willi ganz offensichtlich. Der fliegt jetzt bei unseren Vorführungen maximal zwei Mal hin und her und bleibt dann einfach auf seinem Lieblingsbaum sitzen. So als ob er uns sagen möchte:

„Gute Aussichten“ für den Kolkraben

Kopf einziehen, wenn Puzi kommt ...

Macht den Park jetzt zu. Ich habe keinen Bock mehr!“ Bis Anfang April 2018 kann der Willi jetzt seine „Winterruhe“ bzw. seinen Urlaub genießen und auch Asta und Puzi haben „Stubenarrest“. Bei schönem Wetter sitzen sie im Gehege an der Sonne – und warten, bis es wieder Action gibt. IH/JL

... will überall dabei sein, wo sich Menschen aufhalten.

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Im Land des Verbeugens

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Bald geht es wieder von Graz nach Berlin

Mit einer 12-tägigen Kreuzfahrt Japan kennenlernen – „Land der aufgehenden Sonne“

„E

s klingt jetzt etwas überheblich, aber wir haben uns die Weltkarte angeschaut und haben gesagt: Wo sind wir noch nie gewesen? Und das war Japan“, erzählt der Weststeirer Berndt Kolrus. Als Dolmetscher für Russisch und Reisefreak ist er seit Jahrzehnten unterwegs. „Du machst Tagesausflüge vom Schiff und bist am Abend wieder in deinem Bett“, beschreibt er seine Vorliebe für Kreuzfahrten.

Foto: Waltl/Flughafen Graz

Über Dubai ging es per Flugzeug nach Tokio. „Dort haben wir übernachtet und am nächsten Tag die Megastadt mit einer Rundfahrt besichtigt. Was soll ich sagen? Es ist ein Häusermeer, vielleicht noch dichter verbaut als New York. Aber dafür weniger Historisches. Soweit ich das von der Plattform des Rathauses in

Foto: Poelt / Flughafen Graz

Ab 25. März fliegt SKYWORK Airlines sechs Mal pro Woche Graz - Berlin

Mit Beginn des Sommerflugplans am Sonntag, den 25. März gibt es wieder eine direkte Flugverbindung zwischen Berlin und Graz. Sechs Mal pro Woche, immer Montag bis Freitag sowie am Sonntag, fliegt die Schweizer Fluglinie SkyWork Airlines die Strecke am späten Nachmittag bzw. frühen Abend. Als Fluggerät wird eine 50sitzige Saab 2.000 eingesetzt.

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Nachdem die Strecke Graz – Berlin mit Anfang Juni dieses Jahres trotz guter Auslastung von airberlin überraschend eingestellt worden war, hat das Flughafenmanagement mit voller Kraft an der Wiederaufnahme gearbeitet. „Mit SkyWork stehen wir schon länger in Kontakt“ informiert Mag. Gerhard Widmann, Geschäfts-

führer des Flughafen Graz. „Nach dem Rückzug der airberlin war uns natürlich an einer raschen Wiederaufnahme der Strecke gelegen. Die Auslastungszahlen waren gut und so haben wir mit SkyWork intensiv eine Graz-Berlin Direktverbindung besprochen“. Einige Monate und Verhandlungsrunden später ist das Team des Flughafen Graz nun glücklich, dass es seinen Passagierinnen und Passagieren die wichtige Strecke zur deutschen Bundeshauptstadt in Zukunft wieder anbieten kann.

Tokio im Stadtteil Shinjuku überblicken konnte. Es heißt ja, dass dieses das höchste Rathaus der Welt sei und gleichzeitig auch einen großartigen Panoramablick bietet. Vorher führte man uns noch durch die Gedenkstätte Meiji-Schrein und besuchten auch den Kaiserpalast, besser gesagt, wir sahen ihn. Denn dieser ist selbst hermetisch abgeriegelt und man kann sozusagen rundherum fahren.“ „Eingecheckt auf unser Kreuzfahrtschiff Celebrity Millennium haben wir dann im Hafen von Yokohama. Die zweitgrößte Stadt Japans liegt ja nur rund 50 Kilometer von Tokio entfernt. Insgesamt leben in den beiden Städten an die 30 Millionen Menschen. Mit dem Schiff ging es

Die Schweizer Regionalfluggesellschaft mit Geschäftssitz beim Flughafen Bern-Belp (Bern Airport) verfügt über ein ganzjähriges Streckennetz in verschiedene europäische Metropolen und führt in der Sommersaison zusätzlich Linien- und Charterflüge an Feriendestinationen durch. FLIGHTS MADE IN SWITZERLAND“ – ist der Claim und Leitsatz von SKYWORK – danach richten sie ihr Service am Boden und in der Luft aus. Informationen gibt es www.flughafen-graz.at

auf

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23. November bis 23. Dezember 2017 FREIZEIT 17

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Donnerstag bis Sonntag

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dann nach Norden. Auf unserer Besuchstour standen Kobe, Kochi, Nagasaki – alles bekannte und interessante Gebiete und Städte. Doch ich habe es“, so Berndt Kolrus, „nicht so mit den historischen Fakten, sondern gehe eher nach dem, was mir so gefällt. Und da hat mich die Höflichkeit beeindruckt, die es in Japan tatsächlich gibt. Sobald du bei einer Tür hinein oder hinaus willst oder dich nach irgendetwas erkundigst, verbeugt man sich, macht ein Buckerl und begrüßt man einander durch ein Kopfnicken.“ „Auf den Straßen begegnen einem oft Japaner, die in einer dunklen Hose und einem Sakko stecken“, erzählt Berndt Kolrus. „Dies sei der Dresscode für alle Beamten, klärte uns unser deutschsprachiger Reiseführer auf. Ganz lustig fanden wir auch das Verhalten unserer Reiseführerinnen im Bus, die uns vom Schiff her begleiteten. Sie haben sich fast so wie Schauspieler mit Showcharakter präsentiert – von sich aus für uns japanisch gesungen, innerhalb unserer Gruppe Fotos von ihren Familien und Kindern verteilt, um uns so das Leben der Japaner näher zu bringen. Das alles hat sehr eingelernt gewirkt, war aber nicht unsympathisch und habe ich in dieser Form noch nie erlebt.“ „Am neunten Tag der Reise legten wir in Busan an, einer bekannten Stadt in Südkorea. Für mich in Erinnerung bleibt der Fischmarkt mit seiner unglaublichen Vielfalt“, so Berndt Kolrus. „Dabei kam das Gespräch auch auf den Konflikt mit Nordkorea, der ja die Japaner ganz stark beschäftigt. Im Falle einer kriegerischen Auseinandersetzung fürchten sich viele vor einem Flüchtlingsstrom und verweisen darauf, dass Japan bereits überbevölkert ist.“

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Programm 23.11. Messe nach Jacob de Haan 24.11. Eröffnungsfeier 25.11. Traditioneller Krampuslauf 25.11. Konzert „Die Mariatroster“ 26.11. Gedenkfeier Martha Wölger 30.11. Lesung von Otto Schenk 1.12. Konzert MGV Alpenland 2.12. Segnung des Adventkranzes Panflötenkonzert W. Niegelhell 7.12. „500 Jahre Reformation“ Vivaldi und Bach 8.12. „Advent Swing“ Jazz für Orgel 9.12. Konzert Salzburger Domchor 14.12. Weihnachtskonzert Die Edlseer 15.12. Konzert MGV Ybbs a.d. Donau 16.12. Konzert Hirten- und Krippenlieder 21.12. Festmesse zum Gründungstag

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MEDIATHEK

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Der Duft der Liebe Zum 10 Jahres Jubiläum der SteirerROSE kommt nun ein Rosenbuch mit dem Titel „Der Duft der Liebe“ heraus, fotografiert und getextet von Alexandra Wagner. In diesem Buch gelingt es der Autorin die vielfältige Schönheit der Rose in unnachahmlicher Weise von der Kamera auf Papier zu zaubern. In ihren Texten hebt sie die symbolische und historische Bedeutung der Rose hervor. Als Highlight des Buches hat sie die duftenden Felder der SteirerROSE, die Anbauer und deren Produkte fotografiert und beschrieben. Das Buch kann auf www.steirerrose.at bestellt werden. Anneliese Markl, Christian Markl Rechtsberater für Vermieter – Was jeder Vermieter einfach wissen muss Linde populär Die Mietrechtsexperten Christian und Anneliese Markl stellen in ihrem Ratgeber die Materie Wohn- und Immobilienrecht für juristische Laien verständlich dar und gehen insbesondere auf in der Praxis häufig auftretende Konfliktpunkte ein, wie die Anwendbarkeit des Mietrechtsgesetzes, die angemessene Höhe des Mietzinses, die Kündigung eines Mietverhältnisses, die Betriebskostenabrechnung, die Sanierung und Instandhaltung des Mietobjekts sowie Möglichkeiten der Überwälzung von Kosten. Richard Béliveau, Denis Gingras Krebszellen mögen keine Himbeeren – Nahrungsmittel gegen Krebs Kösel Verlag Durch eine Veränderung unserer Ernährung können wir unser Krebsrisiko deutlich verringern. Welche Lebensmittel besonders günstige Wirkung haben und warum, zeigen die beiden Autoren – Molekularmediziner – in ihrem überaus erfolgreichen Buch. Die vorliegende Ausgabe wurde vollständig überarbeitet. Sie finden darin neueste Forschungsergebnisse, zum Beispiel zu krebshemmenden sekundären Pflanzenstoffen, der Rolle von Entzündungen bei Krebs oder der Wirkung von Fetten, Alkohol, Soja und Salz.

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Anna Fucking Molnar Komödie

Markus Leyac ker-Schatzl Die wichtigsten 13 Geld-Tipps für Unternehmer Lebensgeschenke-Verlag Jeder kann seine Finanzen optimieren und sein Vermögen vergrößern, um damit die Basis für Unabhängigkeit und die Erreichung persönlicher Ziele zu legen. Die 13 Geld-Tipps zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Einkommen erhöhen können, wie Sparen Spaß macht, wie Sie am besten Ihre Schulden abbauen, wie Sie die für Sie optimale Geldanlage finden und wie Sie finanziell unabhängig werden.

Paolo Cognetti Acht Berge DVA Wagemutig erkunden Pietro und Bruno als Kinder die verlassenen Häuser des Bergdorfs, streifen an endlosen Sommertagen durch schattige Täler, folgen dem Wildbach bis zu seiner Quelle. Als Männer schlagen die Freunde verschiedene Wege ein. Der eine wird sein Heimatdorf nie verlassen, der andere zieht als Dokumentarfilmer in die Welt hinaus. Doch immer wieder kehrt Pietro in die Berge zurück, zu diesem Dasein in Stille, Ausdauer und Maßhalten. Er ringt mit Bruno um die Frage, welcher Weg der richtige ist. Stadt oder Land? Gehen oder Bleiben? Was zählt wirklich im Leben?

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Tom Kraftwerk Warten auf Foucault Bastei Lübbe Studentenstandard heute: Mandarin fließend in Wort und Schrift, eine Schule in Uganda im Alleingang aufgebaut, unbezahlte Praktika zwischen New York und Singapur, selbstverständlich Bestnoten in allen Fächern. Und wozu das Ganze? Um den Rest des Lebens zu schuften. „Nicht mit mir“, sagt Tom Kraftwerk. Er legt seine Seminare so, dass sein Wochenende vier Tage dauert, biegt Deadlines zurecht und verplempert seine Zeit lieber in der WG als in der Bibliothek. Nebenjobs sollen ihm Geld einbringen statt Fame. Und Tom ist sich sicher: Am Ende lernt er mehr fürs Leben, wenn er tut, wonach ihm ist

Die exzentrische Schauspielerin Anna Molnar findet sich plötzlich am Tiefpunkt ihrer Karriere wieder: Nachdem sie ihren nunmehrigen Exfreund in flagranti erwischte, endete die Theaterpremiere ihretwegen in einer Katastrophe. Karriere weg, Freund weg, Publikum weg, Geld weg: So schnell kann’s gehen. Die verzweifelte Anna hofft, von Papa aus dem Dreck gezogen zu werden, doch der hat selber Probleme. Der einzige Lichtblick für Anna bleibt der fesche Feuerwehrmann Christian, der sich am Abend ihres großen Premierendebakels im Theater um sie gekümmert hat. Daraus könnte fast was werden – wäre Christian, Vater einer kleinen Tochter, nicht mit Monika verheiratet ...

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Lady Macbeth Drama Regie: William Oldroyd Darsteller: Florence Pugh, Cosmo Jarvis, Paul Hilton, Naomi Ackie

Fotos: Polyfilm Verleih

George Watsky Wie man es vermasselt Diogenes Brutal ehrlich und brüllend komisch erzählt George Watsky aus seinem Leben als junger Mann, als Musiker, als Freund und als Sohn, von Peinlichkeiten, Fehlstarts, Abfuhren und kleinen Triumphen. Denn nur das Scheitern ergibt Geschichten, die es zu erzählen und zu erleben lohnt. Dreizehn Stories eines vielseitigen Künstlers und großartigen Erzählers.

Regie: Sabine Derflinger Darsteller: Nina Proll, Murathan Muslu, Uwe Ochsenknecht, Nadeshda Brennicke, Franziska Weisz

England, 1856. Die schöne Katherine wird mit einem verbitterten und deutlich älteren Mann verheiratet. Die Ehe ist herzlos und die neue Familie betrachtet sie als unerwünschte Bürde. Als ihr Mann zu einer längeren Reise aufbricht und sie allein zurücklässt, erwacht Katherine aus ihrer Lethargie. Sie beginnt eine leidenschaftliche Affäre mit einem rebellischen Gutsarbeiter. Ihr Ehemann kehrt schließlich zurück und entdeckt das Geheimnis seiner Frau. Doch diese ist wie verwandelt. Sie wird sich niemandem mehr unterwerfen und schreckt vor nichts zurück, um das zu bekommen, was sie begehrt …

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Ausgabe 2017-05

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