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K L A R

e t s h c ö h g n a r Der i n a i Flor s l a s h c i e r r Öste r e s i a k e g ü z e B : n r e K t Alber

Eurofighter: 10 Millionen für Spielberg Wer hat sie kassiert? klipp_titel.indd 28

Faszination Südoststeiermark Eine neue Großregion ist entstanden 04.06.13 11:43


Inhalt

Coverstory COVERSTORY

12 Wer hat die kassiert? Eurofighter: 10 Millionen für Spielberg verschwunden

14 Der Feuerwehrkommandant als Bezügekaiser PolitikPOLITIK

17 Bauchaufschlitzen ohne Ende Foto: Bundesfeuerwehrverband

Steirische Ärztekammer: Es geht um 1,3 Mio. Euro Provision

AUTO&MOTOR Auto&Motor

Seite 14 Albert Kern: Der ranghöchste Floriani

19 „Unsere Leute sind begehrt wie die warmen Semmeln“

Österreichs als Bezügekaiser

FH Joanneum mit Formula Student eine Eliteschmiede für Europa

Seite 12 Wer hat die kassiert?

20 Würdiger „Ersatz“ für Grand Prix Brutales Erzbergrodeo und DTM

Eurofighter: 10 Millionen für Spielberg verschwunden

KulturKULTUR

Foto: Heimo Ruschitz

22 Hautnah und berührend

Foto: Heimo Ruschitz

Seite 22 Hautnah und berührend Warum Cats, der größte MusicalErfolg, seit 32 Jahren niemanden kaltlässt

Warum Cats, der größte Musical-Erfolg, seit 32 Jahren niemanden kaltlässt

WOHNEN Wohnen 25 … sich einfach zuhause fühlen Georg Treusch lebt mit Familie in Trieben

GESUNDHEIT Gesundheit 28 Jung, attraktiv, aber ständig Schmerzpatient Sabine Pucher: mehrere Fehlgeburten aufgrund ihrer Leiden Freizeit FREIZEIT/LEBEN&LEUTE

Seite 26 Kinderbasteln via Eisschrank

Wenn sich der Storch nicht und nicht einnisten will

30 Faszination Südoststeiermark Eine neue Großregion findet sich

32 Phantastische Genüsse 35 Pilgern mit dem E-Bike Auf den Spuren des heiligen Wolfgang

39 Hamburg – Metropole am Wasser Foto: ©redbullcontentpool

KLIPP in the City Standards: STANDARDS: 18 Lilly 24 Stil-Kolumne

Seite 20 Würdiger „Ersatz“ für Grand Prix Brutales Erzbergrodeo und DTM

Seite 44 Vom schrägen Leben

Dem Segler gehört die Welt ...

38 Genuss-Kolumne 46 Tiere 47 Golf/Tennis 48 Urlaubstipps 50 Bücher


IM PRESSU M

Was haben Eurofighter, Sturm und GAK gemeinsam? Auf den ersten Blick die Tatsache, dass es bei allen drei um gerichtsanhängige Verfahren geht. Beim zweiten Hinsehen ist erkennbar, dass sich die Verfahren bereits bis zu acht Jahre hinziehen. Beim dritten Hinsehen ist man erstaunt, mit welcher Großzügigkeit die Staatsanwaltschaft und die Gerichte vorgehen, wenn es darum geht, die Akte Eurofighter und den Verdacht von Schmiergeldzahlungen in vielfacher Millionenhöhe zu schließen. Von „geradezu willkürlichem und unerträglichem Vorgehen“, klagen nicht die Verteidiger der Beschuldigten, sondern der oberste Hüter des Rechts in Österreich. Es ist dies Robert Jerabek, der Rechtsschutzbeauftragte des Justizminis-

teriums, ehemals oberster Richter. Er sagt klar und deutlich, dass Gerichte und Staatsanwaltschaft in der Causa Eurofighter nicht anständig ermittelt haben. Wenn man demgegenüber die Verfahren von Sturm und GAK hernimmt, dann ist eines unübersehbar: Die Verhältnismäßigkeit ist in keinem Fall gegeben. Beim Eurofighter-Deal geht es um 1,6 Milliarden Euro, also um rund den 1.000-fachen Schaden im Vergleich zu den Verfahren in Graz. Und wie könnte man so etwas in eine Balance bringen? Nach derzeitigem Verfassungsrecht in Österreich nicht. Doch wie wäre es, wenn man sich politisch darauf einigt, sich bei derartigen Skandalen,

die von nationaler Bedeutung für die Republik sind, unabhängiger Ermittler und Richter aus der EU zu bedienen? Beispielsweise aus Deutschland. Sie wären eher der Garant, wie der Eurofighter-Skandal zeigt, wirklich „losgelöst“ von reinen österreichischen Interessen sich auf die Wahrheitssuche zu begeben und so zu einem auch für die Bürger glaubwürdigen Urteil zu kommen. Heruntergebrochen auf die Steiermark, unsere kleine Provinz, wäre das genauso möglich, indem man Fälle von lokaler Brisanz einfach in andere Bundesländer delegiert, womit auch die Chancen auf ein rascheres und mit weniger Emotionen geführtes Verfahren steigen. J. L.

Medieninhaber und Herausgeber: Klipp Zeitschriften GmbH & Co KG, 8020 Graz, Friedhofgasse 20, Tel. 0316/42 60 80-0, Fax-Dw 122 office@klippmagazin.at Officemanagement: Isabella Hasewend Redaktion und Autoren: Jürgen Lehner, Isabella Hasewend, Helmut Dietl, Sonja Mayerhofer, Ali Rosker, Reinhard Schuch, Michaela Vretscher, Karin Klug, Marguerita Fuller, Maximilian Rombold, David Donnerer, Elisabeth Hewson. Produktionsleitung: Isabella Hasewend Produktion: Christian Wallner Fritz Malek Lektorat: Mag. Dr. Günter Murgg Coverfoto: Bundesfeuerwehrverband Abonnentenpreise: Jahresabo: 20 Euro Zweijahresabo: 35 Euro Vertrieb: Hurtig & Flink Erscheinungsort: Graz, Verlagspostamt: 8020 Graz, P.b.b. www.klippmagazin.at Nächster Erscheinungstermin: 27. Woche

Die Strafrechtsexperten Dr. Manfred Rath und Dr. Gunther Ledolter zum Thema „Opferschutz im Strafverfahren“

Opferschutz im Strafverfahren Als Anwälte sind wir in Strafverfahren ständig auch mit der Vertretung und Interessenwahrung der Opfer von Straftaten befasst. Verbrechensopfer sollten von Anfang an von ihren umfangreichen Rechten in einem Strafverfahren gegen den Täter Gebrauch machen, einerseits um eine möglichst schonende und würdevolle Behandlung durch die Strafbehörden (Kriminalpolizei, Staatsanwaltschaft und Gericht) zu erfahren, andererseits um alle Möglichkeiten auszunützen, um zumindest die aus der Straftat resultierenden Schadenersatzansprüche ersetzt zu erhalten. Verbrechensopfer haben in jedem Stadium des Strafverfahrens Recht auf Akteneinsicht und Vertretung durch einen Rechtsanwalt und sind von allen gerichtlichen Schritten zu informieren, insbesondere von einer allfälligen Einstellung des Verfahrens als auch von einer Freilassung des Täters. Der Anwalt Ihres Vertrauens hat insgesamt sehr viele Möglichkeiten, um Ihre Rechte im Verfahren bestmöglich durchzusetzen und einen Schutz Ihrer Privatsphäre und Ihrer persönlichen Sicherheit zu gewährleisten. Selbst wenn die Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren aus bestimmten Gründen einstellt, kann das Opfer die Fortführung des

KLIPP Mai/Juni 2013

Strafverfahrens verlangen und muss dann das Gericht darüber entscheiden, ob die Einstellung berechtigt war oder das Strafverfahren fortzusetzen ist. Im Strafverfahren können auch bereits Schadenersatzansprüche dem Grunde und der Höhe nach geltend gemacht und vom Gericht zugesprochen werden. Ein solcherart erwirktes Urteil stellt dann auch bereits einen Exekutionstitel gegen den Täter dar. Opfer von Sexualdelikten oder sonstigen Gewaltdelikten haben auch das Recht, in Abwesenheit des Täters im Rahmen einer Videokonferenz einvernommen zu werden und brauchen dann im Strafverfahren selbst nicht neuerlich auszusagen. Bei Opfern, die jünger als 14 Jahre sind, ist diese Form der Vernehmung vom Gericht ohne gesonderten Antrag durchzuführen. Man erspart dem emotional besonders betroffenen Verbrechensopfer damit die Belastung einer neuerlichen direkten Konfrontation mit dem Täter. Im Regelfall wird auch Kostendeckung für die Vertretung und Durchsetzung der Rechte des Opfers gegen den oder die Täter im Rahmen einer privaten Rechtsschutzversicherung gegeben sein.

Dr. Manfred Rath

Dr. Gunther Ledolter

Die Kanzlei Friedhofgasse 20 8020 Graz Tel.: 0316/ 7085, Fax: DW 25 law-office@rath-partner.at

www.rath-partner.at

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SL PE OB TE SN & L E U T E

Granderl und die Brille

Seefestspiele-Stubenberg-Intendant S

Er spürt, was an k

Foto: Heimo Ruschitz

„Bunt, freundlich und für jeden was dabei – das ist der Grundgedanke unserer neuen GranditsSonnenbrillenkollektion“,

erläu-

tert der Grazer Optikermeister Heimo Kockel (re. im Bild) von Besser

Sehen

Optik.

Logisch,

dass der Namensgeber bei der Präsentation nicht fehlen durfte und daher Herbert Grandits seine Betrachtungen „Granderl und die Brille“ zum Besten gab. Und was ist das Besondere an den Brillen? „Man hat die Möglichkeit, jede der 20 Sonnenbrillen auch mit einem

Schon im Vorjahr gelang dem Kulturmacher mit der „Zirkusprinzessin“ gänzlich ohne Unterstützung der öffentlichen Hand ein beeindruckender Bilderbuchstart. 20.000 Be-

Leseteil im unteren Bereich versehen zu lassen“, erklärt Heimo Kockel. Damit hat man einen „Mehrnutzen“ und kann im Urlaub am Strand auch die Zeitung lesen …

Tue Gutes – das Rote Kreuz tut es. Auch Sepp Schreiner, indem er mit seiner Tochter Präsident Gerald Schöpfer (li.) einen 5.000-Euro-Scheck für den Notfall-Fonds übergab.

sucher kamen ins größte Theaterzelt Österreichs an den Stubenbergsee. „Es ist ein Traum von mir in Erfüllung gegangen“, erinnert sich Sepp Schreiner. „Ich bin hier viele tausend Runden um den See gelaufen und habe mir immer gedacht: Das hier wäre ein Platz, wo man so etwas machen könnte.“ Und im Vorjahr ist es wahr geworden. Dort, in unmittelbarer Nähe des Strandbades, ließ er ein Theaterzelt mit sechs Masten hinstellen, das

knapp 1.800 Besucher fasst. Noch bis 30. Juni gibt’s dort den LehárKlassiker „Die lustige Witwe“. Da geht’s thematisch um Liebe, Heirat, starke Frauen mit Geld, und natürlich gibt’s ein Happy End. Beginn ist jeweils schon um 17:30 Uhr, so dass auch nachher noch genügend Zeit ist, dass die Besucher in den umliegenden Gaststätten, Buschenschanken den Abend ausklingen lassen können. Für die Region ein gutes Signal, weiß natürlich auch der Bürgermeister von Stubenberg.

Das Phänomen Gery K

Seine Fans – trotz schlechten Wetters waren 15.000 am Schwarzlsee – konnten so richtig zu ihm aufschauen. Per Kran wurde Andreas Gabalier auf die Bühne gehievt – natürlich bestens abgesichert. Wobei es auch für ihn ein besonderer Auftritt war, spielte er doch an Seilen schwebend in der Luft, gleichsam von oben herab, seinen Hit „I sing a Liad für di“. Klar, dass er damit den See rockte. Auch vor weni4

Foto: Andres Tischler

Fotos: Heimo Ruschitz

Andi kam vom Himmel herab

Fotos: Gerberhaus Culturproduktionen

U

nd das gelingt Sepp Schreiner, 59, schon seit 25 Jahren. Im Dezember 2013 gibt’s das Jubiläums-Weihnachtskonzert mit den Wiener Sängerknaben im Austria Congress Center in Wien. „Wenn, dann schon groß und mit Niveau“, lautet das Prinzip des diplomierten Agrarökonomen, der über Umwege sein Herz für die „leichte Muse“ entdeckte. Von Pöllau aus organisiert und dirigiert er mit seinen „Gerberhaus Culturproduktionen“ seine Konzertveranstaltungen – ob in Krakau, Ungarn, im Burgenland oder wie jetzt in Stubenberg mit guten, spritzigen, abwechslungsreichen Operetten. Dieses Jahr ist es der Klassiker „Die lustige Witwe“ mit den Ohrwürmern „Lippen schweigen …“, „Und dann geh’ ich ins Maxim“.

Life-Ball-Organisator Gery Keszler mit Elton John und Ex-US-Präsident Bill Clinton

gen Tagen gab es ein Gedränge, als sich der Shootingstar ins Goldene Buch der Stadt Graz eintrug. Am 23. November gibt’s ihn wieder live in der Grazer Stadthalle.

Er wäre ein Anwärter auf einen Os-

Beim Life Ball geht’s um einen hu-

car als Friedensstifter: Life-Ball-Or-

manitären Zweck – 2,5 Millionen

ganisator Gery Keszler. Österreich

Euro gab’s an Spenden für HIV-Be-

kann stolz auf ihn sein. Schaffte er

troffene. Der Opernball hingegen ist

es doch, den Wiener Life Ball zu ei-

nur eine Nabelschau der Prominenz.

nem internationalen Mega-Event zu

Gery Keszler ist ein österreichisches

machen, mit so viel Prominenz in

Phänomen, drängt sich nirgends vor

Wien, wie sie sonst nur am Opern-

und ist vielleicht gerade deswegen

ball anzutreffen ist. Der Unterschied:

so erfolgreich. Das Wetter-Risiko KLIPP Mai/Juni 2013


Schullins n kommt Asian Spirit

Darüber hinaus auch für die Steiermark, die ja kein Festival dieser Art im Unterschied zu Niederösterreich, dem Burgenland oder gar Salzburg und Bregenz hat. Die Begeisterung des Publikums zeigt, dass diese unterhaltende, leicht verdauliche musikalische Sommerkost ankommt. Gut angekommen auch, wie im Vorjahr: Sepp Schreiners Tochter überreichte dem Rot-Kreuz-Präsidenten Gerald Schöpfer einen 5.000-Euro-Scheck. Dieser scherzte beim Danken: „Die Tochter ist größer geworden, der Scheck ist gleich geblieben.“

Foto: Heimo Ruschitz

Lädt zum Mitsingen ein: „Die lustige Witwe“ mit den Ohrwürmern „Lippen schweigen ...“ und „Ja, das Studium der Weiber ist schwer.“

Ein in Orange gekleideter Mönch „begrüßt die Gäste“ auf der Stiege hinauf zur Grazer Antoniuskirche sitzend – im Hintergrund ertönt asiatische Musik. Wieder einmal ist es Hans Schullin gelungen, einen originellen Rahmen für die Präsentation seiner neuen Schmuckkollektion „Asian Spirit“ zu finden. „Alle Augen richten sich auf das, was in Asien gerade passiert. Einfluss auf die Stilepochen hatte Asien schon im Art déco, wo der Schmuck durch das neue Formempfinden sehr stark beeinflusst wurde. Und dieser weltweite Fokus spiegelt sich auch in unserer Schmuckkollektion wider“, erläutert Hans Schullin die Beweggründe. Ein lauter Gong ertönt. Die Kirchentüre öffnet sich und dem Mönch folgend schreiten die Gäste

SL PE OB TE SN & L E U T E

t Sepp Schreiner

Stilgerechte Schmuck-Zeremonie im „Jahr der Schlange“ vom Ehepaar Schullin inszeniert.

zur Schmuck-Zeremonie – inszeniert von Anne Marie Legenstein, der Frau von Hans Schullin. Sie ist eine bekannte Bühnenbildnerin, arbeitete unter anderem im königlichen Opernhaus in Stockholm, an der Wiener Staatsoper oder am Opera House San Francisco. Kürz-

lich hat sie auch die Kostüme für die Philip-Glass-Oper am neuen Musiktheater in Linz entworfen. Hans Schullin zur Kollektion: „Materialien wie Jade, ausgesägte Elemente aus Ebenholz und formale Symbole für Glück bereichern den Schmuck.“

Die Odilien-Golfer

www.seefestspiele-stubenberg.at

Auch ein Spender für die „Clinton Foundation“: der Grazer Karl-Heinz Arlati.

für ein derartiges Spektakel un-

Foto: Manfred Lach

y Keszler

Sucht seit 30 Jahren neue Wege

ter freiem Himmel ist gewaltig. Die Vorbereitungen dafür dauern ein Jahr. Und wenn es – wie geschehen – genau in diesen Stunden windig ist, stürmt, regnet und alles zum Erliegen kommt, dann sind die Tränen Foto: Heimo Ruschitz

der Verantwortlichen keine Überreaktion, sondern das Natürlichste. Ganz entsprechend dem Gebot des Life Balls: „Den Schwächsten auf der Welt zu helfen und auch diesen Menschen Liebe zu schenken“, wie Elton John es heuer aussprach. KLIPP Mai/Juni 2013

Die Grazer Rotarier (v.l.) – es gibt 7 Klubs – Christof Schell, Johannes Tschemmernegg, Walter Brabant, Direktor der Odilien Peter Haberer, Andrea Pribyl, Gerhard Moser, Künstlerin Doris Hötzendorfer, Christian Kehrer und Organisator Gerhard Kroell erspielten beim zweiten Odilien-Golf-Charity 7.000 Euro. Je zur Hälfte geht das Geld in die Sehfrühförderung und in den Kauf eines dringend nötigen behindertengerechten Transportbusses.

Wirtschaftskammer-Direktor Thomas Spann beim Überreichen der Auszeichnung an Ursula und Helmut Holper: „Mit Menschen, die so engagiert sind, kann unser Land beruhigt in die Zukunft gehen.“

… auf einem heiß umkämpften Markt. Kaum etwas hat sich in den letzten 30 Jahren aufgrund der Computertechnologie so geändert wie die Druckund Kopierbranche. Helmut Holper mit seinem Firmensitz im Grazer Univiertel in der Zinsendorfgasse feiert heuer sein 30-jähriges Firmenjubiläum. Er ist einer, der als Ein-Mann-Firma begonnen hat und heute zu einem der anerkanntesten Unternehmen in seiner Branche in Graz zählt. „Du musst einfach stets bereit sein, Neues am Markt aufzunehmen und den Kunden auch ein entsprechendes faires, zuverlässiges Service zu gewährleisten“, beschreibt der sportverliebte Helmut Holper seine erfolgreiche Geschäftsidee. 5


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„Schokolade macht satt“ – Zotters Hilfsprojekt für „Helfen ohne Grenzen“

Süße Unterstützung Pro verkaufte handgeschöpfte „Schokolade macht satt“-Tafel erhält ein burmesisches Flüchtlingskind ein Schulessen.

Kochen und Ausliefern der Mahlzeiten, die – täglich frisch zubereitet – den Gesundheitszustand der Kinder seit Eröffnung der Feldküchen enorm verbessert haben. Der von Roland Wehap während dieser Expedition von Sepp Zotter, Gattin Ulrike und Tochter Valerie an den „Ort der Hoffnung“ gedrehte Film wird Besuchern des Essbaren Tiergartens in der Filmbox in Riegersburg gezeigt.

„1 Schokolade = 1 Schulessen, lautet die einfache Formel“, sagt Schokoladenguru Josef Zotter aus Riegersburg. Wann immer eine Tafel Mango-Kokos & Sesam bei uns genüsslich verzehrt wird, wird damit in Thailand und Burma der Hunger gestillt. Wie das gehen soll? 30 Cent jeder verkauften Tafel

Schokolade macht glücklich und sorgt für gesunde Ernährung: Josef Zotter, Siraporn Kaewsombat (Einsatzleiterin in Thailand), Filmemacher Roland Wehap, Manuela Hinterberger (Präsidentin von „Helfen ohne Grenzen“, Österreich) und Benno Röggla (Gründer von „Helfen ohne Grenzen“).

kommen dank Zotters Unterstützung dem Hilfsprojekt „Schokolade macht satt“ zugute. Dies erfolgt im Rahmen des Ernährungsprogramms „Yummi“ – Essen an Schulen. Auf einer Reise ins Flüchtlings-

lager Mae Sot an der Grenze zwischen Thailand und Burma erlebte Zotter mit Frau und Tochter persönlich und hautnah die Situation der Vertriebenen. Er besuchte die (Laubhütten-)Schulen, half beim

Ursula Strauss:

Der Spendentopf war bei Redaktionsschluss mit knapp 30.000 Euro gefüllt und damit konnten bereits fast 100.000 Schulessen für die Flüchtlingskinder finanziert werden, die vom engagierten Verein „Helfen ohne Grenzen“ betreut werden. M.V. www.zotter.at

Von Michaela Vretscher

Zur Schauspielerin berufen S

ie dreht in München mit Senta Berger für die Krimireihe „Unter Verdacht“, konnte es dennoch schaffen, zum Filmabend ins „Zentrum der Peripherie“ zu kommen: Im Greith-Haus präsentiert sich die Schauspielerin Ursula Strauss im Gespräch mit Frido Hütter als humorvoller Gast ohne „Starallüren“. „So viele Besucher hat es bei einem Filmabend noch nie gegeben“, betont Obfrau Helena Wallner bei der Begrüßung erfreut. Vor dem Liveauftritt überzeugt die zweifache Romy-Preisträgerin im „Racheengel“ – zweite Episode der Reihe „Spuren des Bösen“ mit Heino Ferch als Kriminalpsychologen – in ihrer Rolle als Schwester eines Gei6

selnehmers und Selbstmörders. Ausgebildet an der Schauspielschule Volkstheater, betrat Ursula Strauss zahlreiche Bühnen und wurde 2001 mit der ersten FilmHauptrolle bedacht. Als Kommissarin in der TVSerie „Schnell ermittelt“ gelang der große Durchbruch zum Publikumsliebling. Theater oder Film – „beides liebt“ sie und bereut es „keine Sekunde“, dieses Metier gewählt zu haben. „Ein anderer Beruf wäre nicht vorstellbar“, sagt die gebürtige Niederösterreicherin aus dem Bezirk Melk nach ihrer Ankunft im Greith-Haus,

kontakt“ zu tun hat, ist es andererseits „ein schwieriger Beruf“, der eine „dicke Haut“ erfordert, denn man ist auch mit Neid konfrontiert, „aber darauf will ich mich nicht einlassen“, betont die strahlende, attraktive Mimin, die im April ihren 39. Geburtstag feierte. Ursula Strauss zu Besuch im Greith-Haus – Publikumsliebling ohne Starallüren

wo sie schon einmal zu Gast war. Mehrere Preise – „eine schöne Anerkennung“ – konnte sie in der Zwischenzeit entgegennehmen und zur gefragten Schauspielerin emporklettern. Trotz Ausübung der favorisierten Tätigkeit, die „mit Liebe, Miteinander und viel Körper-

Urlaubstage sind rar, doch „drei Monate Pause in diesem Jahr“ gönnt sie sich. Das Privatleben mit Ursulas Freund gehört zum „Schutzbereich“ – darauf legen beide Wert. Probleme damit, sich von der „Scheinwelt“ zu distanzieren, bestehen für Strauss nicht. In ihren Rollen voll konzentriert auf das Gegenwärtige, kann sie zuhause die Kleider der Darstellerin ablegen. KLIPP Mai/Juni 2013


Bestens behütet und gesichert Bereits zum achten Mal gab es heuer die „Fahrt des guten Willens“ – veranstaltet von der „Initiative für Herzensbildung Gustl 58“, also von Schauspieler August Schmölzer und seinem Team. Und der Einladung gefolgt waren unter anderen LH Franz Voves, Bischof Egon Kapellari, Landespolizeidirektor Josef Klamminger und Militärkommandant Heinz Zöllner. Die Kinder konnten aber nicht nur mit den Oldtimer-Traktoren fahren, sondern auch die Fahrzeuge der Einsatzorganisationen und des Bun-

desheeres benutzen. Die Fahrt in einer kilometerlangen Kolonne führte bis zum Bahnhof nach Stainz und wurde von einem Polizeihubschrauber eskortiert. Und es war eine Freude, in die leuchtenden Kinderaugen und lachenden Gesichter zu schauen. Ein weiterer Höhepunkt war die anschließende Fahrt mit dem Flascherlzug, die ebenfalls begeistert angenommen wurde. Ausklingen ließ man den Nachmittag beim großen Fest am Bahnhofsgelände – musikalisch umrahmt von den Edlseern.

Eintauchen in die „Welt der Stille“ … können Meeresfans im Steirischen Feuerwehrmuseum. So nannte der Meeresforscher Jacques-Yves Cousteau die geheimnisvolle Tiefe der Ozeane und beschrieb damit die Faszination und das Wagnis des Tauchens. In

Der Nichtrauchertag ist ein Bekenntnis der Österreicherinnen und Österreicher zur Political Correctness, zum Gesundheits- und Sicherheitsdenken, das unserem schönen Österreich aus allen

Ich rauche drei Zigaretten und bekomme Angst Poren strömt. Die Order lautet: Halte dich fit, lebe vernünftig, sei erfolgreich, halte deine Lunge sauber und stirb gesund. Die Nichtraucher sind VoodooPrediger des Vernünftigen, die uns Rauchern das Stigma der Ausgestoßenen auf das Raucherbein drücken. Wie alle Glaubenslehren haben sie die Wahrheit auf ihrer Seite. Wir Raucher sind längst an den Rand gedrängt, in zweifelhafte Lokale, in Glaskäfige auf Flughäfen, auf den Gehsteig vor dem Lokal, wo man uns betrachtet wie exotische Tiere, die auf keinen Fall domestiziert werden dürfen. Die Nichtraucher veranstalten am 31. Mai Aufmärsche und tragen einen Nicorette-Kaugummi im Knopfloch zur Abwehr gegen böse Geister. Im Stechschritt marschieren sie in der Herrengasse und skandieren vor dem letzten Grazer Raucherlokal Schlachtgesänge.

den Mittelpunkt der interessanten Ausstellung werden aber nicht nur die Aspekte Abenteuer und Sport gerückt, sondern auch – mittels weiterer beeindruckender Exponate – jene der Geschichte und Kunst, der Gefahr und Rettung.

www.feuerwehrmuseum.at

-Echo: Auf diesem Wege zolle ich Ihnen meinen absoluten Respekt für die überaus gelungene, interessante und – ja leider auch – schockierende Titelgeschichte in der aktuellen Ausgabe des Klipp: wieder ein Puzzlestein mehr in einem Bild unserer heimischen Medienlandschaft, das wahrlich kein schönes ist.

Wolfgang Hasenhütl, Vorsitzender und Sprecher der Initiative „Mehr Vielfalt!“

KLIPP Mai/Juni 2013

Kurt Palm hat im Standard eine kleine Geschichte des Rauchens geschrieben. Er durfte das nur, weil er vor 30 Jahren mit dem Rauchen aufgehört hat. Einen Raucher hätte man wahrscheinlich mit nassen Fetzen und Fichtennadelspray aus der Redaktion gejagt. Dabei hat in der Frühgeschichte der Menschheit jeder Schreibende geraucht, aber daran können sich die wenigsten erinnern. Ich schon, und ich nehme im Gedenken an diese Zeit einen weiteren Zug aus meiner Zigarette. Ich spüre, wie meine nichtrau-

Ihre Waffen sind Fitnesstempel, Wellnessstudios, Jogging und Fahrräder, mit denen sie jeden Tag zur Arbeit fahren. Sie ernähren sich von Hirse, Haferflocken und Kichererbsen aus dem Bioladen und werden 120 Jahre alt. Beim Radfahren sondern sie einen vollkommen nikotinfreien Schweiß ab. Aber sie riechen unsereinen auf hundert Meter gegen den Wind. Bei dieser Vorstellung erschaudere ich an meinem Schreibtisch und zünde mir eine neue Zigarette an.

chenden Nachbarn mich durch die Wände fixieren. Ich bin der einzige, der letzte Raucher im Block. Ihre Blicke sagen: Es ist nicht rechtens, was du tust, pass nur ja auf, dass deine krankmachende Luft nicht zu uns herüberkommt. Mein Fenster ist offen, ich höre, wie sie ihre Fenster schließen und die Ventilatoren bei ihnen starten und Fichtennadelduft verteilen. Irgendwann werden sie einen Prozess anstreben, um mich in meiner Wohnung zu enteignen. Oder sie werden einen Djihad-Kämpfer anheuern, der mir Unreinem mit einem Cutter den Garaus macht. Ich schwitze bei diesem Gedanken und zünde mir eine weitere Zigarette an. Ich mache das Fenster zu. Ich verstecke meine Kippen zwischen Bananenschalen und will sie abends, wenn es dunkel ist, zum Müll bringen. Da fällt mir ein, dass es kein Bioabfall ist. Ich packe die Kippen wieder aus und wickle sie in Zeitungspapier. Im Bewusstsein, dass auch das nicht korrekt ist und ich bestraft werden könnte, schleiche ich mich nach Mitternacht zu den Mülleimern vorm Haus. Zum Glück schlafen die Nachbarn schon alle. Im Allgemeinen fühle ich mich gut, aber am Nichtrauchertag bin ich gestresst und rauche die doppelte Menge. Ich habe keine Angst vor Krankheiten, ich fürchte mich nur vor diesen Schlachtgesängen. Reinhard Schuch

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Foto: Heimo Ruschitz

Saßen noch nie gemeinsam auf dem Traktor: Landespolizeidirektor Josef Klamminger, Bischof Egon Kapellari und dahinter das Ehepaar Voves mit Organisator August Schmölzer.

Ich zünde mir gerade eine Zigarette an und denke an den Nichtrauchertag am 31. Mai. Dieser Tag hat längst den Tag der Arbeit am 1. Mai in den Schatten gestellt und sogar den Staatsfeiertag und den Tag, an dem Karl Schranz von der Olympiade in Sapporo heimkehrte.


M

Spieler klagt Novomatic auf 350.000 Euro

... Fans – bis jetzt noch keine Zweifel an ihm

falschen Zeitpunkt, wird Friedrich Santners Meinung kolportiert. Denn abgerechnet werde erst zum Schluss der Saison.Gerhard Goldbrich, der in den 80er-Jahren selbst einmal für Sturm spielte, glaubt aufgrund seiner Fußballer-Vergangenheit zu wissen, was Sturm gut

Sturm-Generalmanager Goldbrich:

Wie gut ist ER? nicht“ sagte und sich zurückzog. Er wollte den deutschen Peter Hyballa unbedingt halten, der nicht zuletzt seine „Erfindung“ war. Zu dieser Zeit gab es allerdings noch keinen Gerhard Goldbrich als Manager. Seit seinem Amtsantritt versucht er, alle wichtigen Agenden an sich zu ziehen. Markus Schopp war Goldbrichs Wunsch – mit der Hoffnung, dass Sturm damit wieder auf die Siegerstraße kommt. Leider eine Falschannahme. Die Ablöse Hyballas sei eine Panik-Rektion zum

tut. Der neue Sturm-Trainer Darko Milanic, schon beachtlich, hat den NK Maribor – von der Klubgröße her vergleichbar mit Kapfenberg – in den letzten Jahren mehrmals in die Champions- und EuropaLeague gebracht. Er spielte seinerzeit selbst unter Trainer-Legende Ivica Osim. Sollte Sturm wider erwarten nicht auf die Siegerstraße zurückkehren, dann stellt sich nicht die Frage, ob der Trainer passt, sondern der Generalmanager.

Land pokert wegen Glücksspiel Bis zu 4.000 Automaten sind steiermarkweit in Wettcafés, Spielsalons, Tankstellen und Gaststätten aufgestellt. Sie fallen unter „Kleines Glücksspiel“, bei dem der Einsatz pro Spiel 50 Cent und der Gewinn 20 Euro pro Spiel nicht überschreiten. Höhere Einsätze fallen unter das Glücksspielmonopol, die Automaten dafür dürfte es nur in Casinos geben. Ein Weststeirer klagt nun auf 350.000 Euro Schadenersatz von einer zum Glücksspielkonzern Novomatic gehörenden Wettcafé-Betriebsgesellschaft. Durch bestimmte Spielkombinationen – diese laufen parallel – kann man schon in kurzer Zeit den erlaubten Höchsteinsatz um ein Vielfaches überschreiten und damit auch innerhalb kurzer Zeit tausende Euro verlie-

Besser wohnen „Für die Entscheidung der künftigen Bewohner war vor allem die optimale Lage – LKH-, Universitäts- und Zentrumsnähe – maßgebend“, beschreibt BEWO-Prokurist Christian Haller das Bauprojekt in der Leonhardstraße 114. Besonders vorteilhaft seien die im Gebäudekomplex integrierte Kinderkrippe und ein Lebensmittelmarkt. Schule, Kindergarten und Banken sind in wenigen Gehminuten erreichbar.

„Blieben zum Glück bis jetzt verschont“

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Rechnungshof – „Neuer“ steht bis Ende Juni fest Foto: Landtag Steiermark

„Alles kommt mir wieder in den Kopf, als wenn es gestern gewesen wäre“, kann Marianne F. aus Trieben die Tränen kaum zurückhalten, wenn sie die Bilder des Hochwassers an der Donau und die verzweifelten Menschen im Fernsehen sieht. Im Vorjahr verwüsteten Unwetter in Balten- und Liesingtal mehrere Ortschaften, die Spuren sieht man zum Teil noch jetzt. Der damals zugesagte Hochwasser- und Katastrophenschutz des Landes ist nur zum Teil realisiert. „Und der Sommer ist noch gar nicht da gewesen“, so die Familie F. mit Unbehagen.

ren. Die KPÖ mobilisiert seit Jahren gegen des „Kleine Glücksspiel“. Novomatic ist Die KPÖ mit Claudia Klimtals Spielstät- Weithaler mobilisiert seit tenbetreiber Jahren gegen das „Kleine Glücksspiel.“ und als Gerätehersteller der best verdienende Konzern in Österreich, wird in einigen Bundesländern von den Machthabern hoffiert. Sein Haupteigentümer ist einer der reichsten Österreicher. Werde sich das Land auf Seite des Spielsüchtigen stellen, fragt die KPÖ LH Voves. Dieser ließ sich – ganz mit Pokerface – nicht in die Karten blicken: „Die Entscheidung ist noch nicht gefallen.“ Stellt sich das Land auf die Seite des Spielers – die Automaten sind behördlich genehmigt – droht es ebenfalls in die Pflicht genommen zu werden.

LT-Präsident Franz Majcen: „Ende Juni steht der oder die neue Rechnungshofdirektor/ in fest.“

Aufgrund des Auslaufens der Amtszeit von Johannes Andrieu wird der Rechnungshofdirektor-Posten mit 4. Juli für die Dauer von 12 Jahren neu vergeben. „Laut Landesverfassung ist eine Wiederwahl unzulässig, wonach im Vorfeld eine öffentliche Ausschreibung notwendig war. Für das Auswahlverfahren gibt es nun ein vorgeschriebenes Ablaufszenario“, so Landtagspräsident Franz Majcen. Das vom Land Steiermark festgelegte Verfahren von insgesamt 11 eingereichten Bewerbungen führte die Laufer Personalberatungs KG anhand strukturierter Einzelinterviews durch.

KLIPP Mai/Juni 2013

Foto: Novomatic (1), KPÖ Steiermark (1)

Foto: Heimo Ruschitz

it den drei letzten Spielen gegen Ried (daheim), Innsbruck (auswärts) und Wiener Neustadt (daheim) hoffte sich Sturm aus der Krise zu spielen. Weil es unter Extrainer Hyballa nicht wie gewünscht lief folgte dessen Ablöse. Betrieben durch Generalmanager Gerhard Goldbrich, den neuen starken Mann bei Sturm, unterstützt von lokalen Sportjournalisten und zugelassen von Präsident Christian Jauk. Das war auch der Grund, warum Aufsichtsratsvorsitzender Friedrich Santner „mit mir

Foto: Land Oberösterreich/ LPD OÖ/Guttmann

CL HE RB OE N I &K L E U T E

CHRONIK


Die RHI-„Unterwelt“ in der Breitenau

CL HE RB OE N I &K L E U T E

Tief im Bauch des Hochlantsch:

v.l.: Gernot Weiss, Werner Nussmüller, Martin Partoll, Johann Saurer

Leitprojekt im Zentrum Reininghaus Süd Staunten vor der Sprengung (v.l.): Minister Hundstorfer, RHI-Chef Struzl und LH-Stv. Schrittwieser.

Foto: Novomatic (1), KPÖ Steiermark (1)

Es war ein kurzer, aber eindrucksvoller Besuch für die handverlesene Besuchergruppe am RHI Rohstoff- und Produktionsstandort Breitenau in der Steiermark. Generaldirektor Franz Struzl zeigte Sozialminister Rudolf Hundstorfer und LH-Stv. Siegfried Schrittwieser die RHI-„Unterwelt“. Mit zwei Kleinbussen ging es rund zwei Kilometer tief in den „Bauch“ des Hochlantsch. Dorthin, wo sonst nur die mit 40 Tonnen Magnesit beladenen Riesen-LKW fahren. Rund 400.000 Tonnen Magnesit baut RHI im Jahr am Hochlantsch ab. Das Werk in Breitenau ist mit 182 MitarbeiterInnen ein Leitbetrieb in der Region und produziert feuerfeste Rohstoffe und Produkte für die Stahl- und Feuerfest-Industrie. Darüber hinaus werden Produkte für die FuttermittelIndustrie hergestellt. Die FeuerfestMaterialien sind bei allen industriellen Prozessen mit hohen Temperaturen über 1.200 Grad Celsius unverzichtbar. 140.000 Tonnen werden als Endprodukt in mehr als 70 Länder exportiert. Die RHI AG mit österreichischen

Wurzeln und Unternehmenssitz in Wien ist Weltmarkt- und Technologieführer und beschäftigt an 33 Produktionsstandorten in Europa, Nord- und Südamerika und China 8.000 MitarbeiterInnen. Neue Standorte werden nur noch außerhalb Europas ins Auge gefasst“, so Franz Struzl. „Die Bergmänner bewältigen eine enorme Aufgabe“, zeigte sich Sozialminister Hundstorfer beeindruckt, als ihm direkt im Untertagebau die Vorbereitungen für die Sprengung gezeigt wurden. Dabei kommt hochmoderne Technologie zum Einsatz, kein „patronierter Sprengstoff“ vor Ort, sondern es gibt eine EDV-gesteuerte chemische Lösung. Das bedeutet noch mehr Sicherheit für die Mitarbeiter, so CEO Generaldirektor Franz Struzl. „In der Breitenau haben wir das globale Kompetenzzentrum für Bergbau im RHI-Konzern angesiedelt.“ Im steirischen Werk Veitsch (200 Mitarbeiter) investiert die RHI AG, Weltmarktführer bei der Erzeugung feuerfester Materialien, 7,5 Millionen Euro in die Modernisierung von Produktionsanlagen.

Foto: Heimo Ruschitz

Computer Service Center

WERBUNG

Rasche Hilfe und Reparatur Griesplatz schnelle Hilfe an. „Unsere Streikt der Computer, dann versucht man als Nutzer so rasch wie möglich herauszufinden, warum. Und da bietet der Gösta Computershop am Grazer

KLIPP Mai/Juni 2013

Fehlerdiagnose dauert maximal zwei bis drei Tage“, erläutert Erwin Sbaschnigg vom Kundenservice. www.goesta.at

Mit Lehm wohnen Sowohl die Außenfassade als auch die Wohnungsinnenwände sind komplett mit Lehm verputzt und sorgen dafür, dass die Feuchtigkeitsregulierung optimal funktioniert. „Der in der Steiermark erste 5-stöckige Holz-Lehmbau geht aber auch in puncto Energieversorgung mit gutem Beispiel voran, diese erfolgt durch Erdwärme und Photovoltaik“, erklärt Bauherr Martin Partoll von Aktiv Klimahaus. „Ziel ist es, dass Heiz- und Verbrauchsenergie bei null liegen und der Energieaustausch der Nutzer im Winter für Warmwasser und im Sommer für die Kühlung der Büroräume verwendet wird, es

wird auch überlegt, überschüssige Energie für die Kühlregale des Lebensmittelmarktes heranzuziehen.“ Das Stadtteilzentrum Reininghaus Süd, Peter-RoseggerStraße 25–37 mit 12 Wohnhäusern, 38 betreuten Wohneinheiten, einem Restaurant, einem Supermarkt und Büroräumlichkeiten wurde im Juni 2011 begonnen. Architekt Werner Nussmüller zeigt sich stolz auf die Pionierleistung in ökologischem Bauen in der Steiermark. Spiel- und Kommunikationsplätze, Obstgärten, Blumen- und Gemüsebeete geben dem autofreien Bau – Tiefgaragen sind vorhanden – ein erholsames Flair.

Eine ausgefallene Aktion

Beim Kamel-Kauf helfen Die Mostschenke der Familie Schober in Ratschendorf ist von ihrer Art her sicher einmalig in Österreich – mit einer Hochseeyacht im 3-Meter-Gewässer, den tausenden Utensilien, einem original „Easy-Rider-Raum“ und natürlich mit den Tieren, darunter Schildkröten und mehr als 20 Kamele. „Und Kamele stehen auch im Mittelpunkt unserer Aktion, die wir gemeinsam mit der Caritas starten“, sagt Irmgard Schober. Über eine Spendenbox sollen für das Überleben von NomadenFamilien in Afrika Kamele angekauft werden. „Denn Kamele bedeuten für diese Menschen Milch, Fleisch, Wolle, und sie können auch als Transportmittel eingesetzt werden“, erklärt Irmgard Schober. Es soll immer ein männ-

Irmgard Schober: Entwicklungshilfe aus dem südsteirischen Ratschendorf für Kenia.

liches und ein weibliches Tier mit den Spenden angekauft werden, damit auch der Nachwuchs gesichert ist. „Ein Kamel werden wir selbst finanzieren – 375 Euro braucht es für den Ankauf eines Kamels. Bis November hoffen wir, mit den Spenden unserer Gäste mehreren Familien dort helfen zu können.“ 9


Almwellness auch im Hotel erleben

Für die Steirer ist die Teichalm – besonders von Graz oder auch der Oststeiermark aus – ein beliebtes Ausflugsziel. Darauf setzt auch die Familie Pierer, die das frühere Berghotel in den letzten Jahren zu einem 4-SterneSuperior-Almwellness-Hotel ausgebaut hat. Mit der bevorstehenden Eröffnung des fünf Millionen Euro teuren Zubaus verfügt das Pierer nun über 8 Suiten und 74 Doppelzimmer, eine eigene Stollensauna, einen Panorama-Ruheraum und auch einen Seminarbereich mit „Ideenwohnzimmer für kreatives Denken“. „Unser Gast soll nicht zufrieden, sondern er muss begeistert sein“, legt die Familie Pierer die Latte für die Servicequalität hoch. Es wurden zehn neue MitarbeiterInnen eingestellt.

Leuchtturmprojekt „St. Lambrecht bewegt – Körper, Geist und Seele“

Auf den Spuren des letzten Mammuts So entstehen Leuchtturmprojekte: „Man müsste was Konkretes machen für die Gäste, damit sie wissen, wie schön es bei uns ist und was es bei uns alles gibt“, sprach Ferdinand Hacker, Gesellschafter des Lambrechterhofs, Bürgermeister Johann Pirer an. „Mach, die Gemeinde unterstützt dich“, sagte dieser. Und damit reizte er Hackers „Ehrgeiz als Manager“. Dieser war im Topmanagement von Julius Meinl, AMAG, SAP ... und somit projekt- und strategieerfahren. Rasch spürte er im Jahr 2010 in der „Tourismus-Ecke“ des Ministeriums den Wettbewerb „Leuchtturmprojekt“ auf und bereitete – mit dem Projekt „St. Lambrecht bewegt – Körper, Geist und Seele“ – ein durchdachtes Konzept mit dem Claim „St. Lambrecht. Mein Gott. So schön.“ vor (Kosten: 300.000 Euro). Kürzlich gab es die Eröffnung des attraktiven Info-Points unmittelbar gegenüber dem Stift St. Lambrecht. „Ich habe Geld gesammelt. Es war natürlich mühsam und nicht einfach, doch bis auf einige Firmen haben alle in St. Lambrecht mitgemacht“, sagt Initiator Ferdinand Hacker. „Und das ist ein starkes

Leuchtturmprojekt: Info-Point gegenüber dem „Stiftstor“

Zeichen für die So- meter). Möglich für ganz Sportlilidarität im Ort.“ che: Rennrad-Camps mit GlockBeim Info-Point nerkönig Gerrit Glomser, Trail„Stiftstor“ findet Running mit Thomas Bosnjak, der Gast alle Infos Laufcamps oder Laufen und Yoga – egal, ob er wandert, mit Peter läuft, mit dem Rad unterwegs ist, Wundsam. mountainbiken geht oder einfach hinauswill in den Naturpark Zirbitz- Infos: kogel-Grebenzen. Vorbildhaft be- www.stlambrecht.at schildert sind die zwölf Rundwan- www.grebenzen.at derstrecken (140 Kilometer), die acht Bike-Routen (150 Kilometer), daneben gibt’s gesonderte EBike-Kurse sowie die neun Nordic-Walking- und Laufparcours (rund 70 Kilo- Bgm. Johann Pirer (re.) mit Ferdinand Hacker: „Mach‘ nur ...“

Mehr als 3.600 Bauern setzen auf totale Nachhaltigkeit

Steiermark bei Bioferien die Nr. 1

Beim großen Biosommerfest der „Ramsauer Bioniere“ am dritten Sonntag im Juli – diesmal ist es der 21. – werden bis zu 1.000 Besucher erwartet. „Fast unglaublich, aber wahr“, so Organisator und Mitbegründer Georg Berger: „Es fallen nur zwei Müllsäcke an, weil alles auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist.“ Im Österreich-Tourismus war Biokulinarik bisher kaum 10

vertreten. Durch den gemeinsamen Marktauftritt der Öko-Urlaubsanbieter wird das anders. Auf bioferien.at können sich Urlaubswillige ausführlich darüber informieren, was sie im jeweiligen Bioferien-Betrieb erwartet – vom Urlaub am Bauernhof bis zum luxuriösen 4-Sterne-Hotel – und diesen bequem von zu Hause aus buchen, erklärt Projektinitiator Ludwig Gruber. Die Kampagne ist eine gemein-

same Initiative von BIO AUSTRIA, AMA, der Gruppe der Biohotels und von Österreich Werbung. Bio und Nachhaltigkeit prägen die Steiermark: Hier leben mehr als 3.600 Biobauern! Die Bioregion Ramsau ist berühmt für die „Ramsauer Bioniere“, die ökologischen Vordenker in der Ramsau und in ganz Österreich. Ob im Urlaub am Bauernhof, im gediegenen Biorestaurant oder im Biohotel, ein Urlaub in der Stei-

v.l.: Josef Renner, Claudia und Georg Berger, Margaretha Hörl (vorne), Ludwig Gruber, Herbert Kain, Hans Rampelt, Josef Schwarz (hinten)

ermark steht ganz im Zeichen garantierter Bioqualität. Infos: www.bioferien.at KLIPP Mai/Juni 2013

Foto: Steiermark Tourismus/ikarus.cc

CL HE RB OE N I &K L E U T E

CHRONIK


Foto: Fachschule für Weinbau Silberberg

Silberberg wird neues Ausbildungszentrum für Obst- und Weinbau

Die „Fachschule für Weinbau Silberberg“, Kaderschmiede erfolgreicher Weinbauern und Weinbäuerinnen, soll sich künftig als neues Ausbildungszentrum für Obst- und Weinbau auf internationalem Niveau etablieren. Der „Regionale Bildungsplan“ sieht unter anderem eine Zusammenfüh-

Weil Klipp, wie der steirische Wein, Qualität hat und nachhaltig ist, gibt es seit wenigen Wochen auch einen Klipp-Apfelbaum – nicht im Paradies, sondern am Silberberg von einer prominenten Runde fachgerecht gepflanzt (v.l.): Dir. Anton Gumpl, LR Michael Schickhofer, LAbg. Anton Gangl und LR Johann Seitinger.

rung der Fachschule für Obstbau in Gleisdorf mit der Fachschule für Weinbau und Kellerwirtschaft Silberberg vor.

CL HE RB OE N I &K L E U T E

Dazu braucht es viel G’spür

Qualität macht Schule – Baum für Klipp gepflanzt

Dass er spürt, was Gäste wünschen, das hat er schon als junger Gastronom und „Szene-Wirt“ in Graz bewiesen. Seit 18 Jahren führt der Grazer Wolfgang Stündl die Therme Lutzmannsburg (gehört dem Land Burgenland) und hat sie mit seinem Team zu einem Mekka für Kinder und Familien gemacht. Er ist damit sicher ein Rekordhalter im Geschäft mit dem Thermal- und Heilwasser. „Die Gäste brauchen für die Kinder nur das Gewand mitnehmen, alles andere kriegen sie bei uns“, freut ihn der Erfolg. „70 Prozent Stammgäste, da kommen welche bereits schon zum 20. Mal, die Kinder bereits wieder mit ihren Kindern, die Weihnachtsferien sind auf Jahre hinaus ausgebucht und trotz 93-prozentiger Auslastung sieht unser Haus so aus, als wäre es im vorigen Jahr erst eröffnet worden. Du brauchst dafür aber Mitarbeiter, die wollen. Das ist der Schlüssel zum Erfolg.“ „Dabei waren die Anfangsjahre mehr als hart. Da waren die Parkplätze in Loipersdorf, Waltersdorf, Stegersbach voll. Nur bei uns in

Lutzmannsburg nicht, Wolfgang Stündl das – salopp formuliert – irgendwo im Burgenland in der Pampa liegt, knapp an der ungarischen Grenze.“ Doch mit der völligen Hinwendung zu Familien mit Kindern und Babys wurde Lutzmannsburg unverwechselbar. „Das entstand aus der Not, weil alle anderen Themen besetzt waren“, so Wolfgang Stündl zu den 400.000 Besuchern im Jahr. „Sunny Bunny“ ist der schweigende Liebling der Kinder in der Therme. Gemeinsam mit Animateuren, die für ihn sprechen, unternimmt er alles mit den Kindern, was die Eltern nicht können, wollen und die Kinder aber doch fasziniert.

Neuer Glanz für Juwel aus mondäner Zeit

Heigls Offensive für Graz

„Sorgen für bessere Luft“ Eine konkrete Vorstellung, wie viel 158.000 Tonnen eingespartes CO2 wirklich sind, hat niemand. Außer, dass es viel ist. Das wird jährlich durch Fernwärme(-heizungen) in Graz eingespart. „Im Vorjahr haben wir mehr als 4.000 Haushalte neu an das Grazer Fernwärmenetz angeschlossen“, nennen die Energie-Graz-Geschäftsführer Gert Heigl und Werner Ressi die Fakten der Ausbauoffensive. In den letzten beiden Jahren wurden mehr als 40 Kilometer neue Fernwärmetrasse errichtet. Somit betreibt die Energie KLIPP Mai/Juni 2013

Stießen auf Werzer‘s Strandbad an: Otto Retzer, Ingrid Flick, Heidi Schaller, Werner Frömmel

Gert Heigl (li.) und Werner Ressi: Fernwärmeanschluss für Kunden – so einfach und günstig, wie nie zuvor.

Graz ein Fernwärmenetz von über 350 km Trassenlänge. Das Chef-Duo: „Es waren die intensivsten Planungs- und Ausbaujahre seit Bestehen der Fernwärme, um unser Ziel, eine ökonomische, ökologische und sozial-nachhaltige Energieversorgung zu erreichen.

Milliardärin Ingrid Flick residiert schräg gegenüber vom historischen, damals schon exklusiven, legendären Werzer’s Badehaus, am andern Ufer des Wörthersees. Wäre sie Amerikanerin hätte sie mit einer großzügigen Gabe für die Restaurierung des 130-jährigen Wörthersee-Juwels Pate gestanden. Der Dank wäre ihr sicher gewesen. Doch viel Geld wollte sie bekanntlich nur für die geplatzte Verlegung der Wörthersee-Straße ausgeben, weil der Verkehr und

Lärm vor der Residenz stört. Wie dem auch sei, so dachte WerzerChef Werner Frömmel sicher nie. Er hat zwar „ausgeträumt“, sich aber einen Traum verwirklicht: die 5 Millionen Euro teure Restaurierung des Werzer’s Badehaus. Mitgeholfen hat auch das Land Kärnten. Und damit zurück zur Milliardärin.Diese hat ja durch den umstrittenen Kauf von Hypo-Vorzugsaktien gutes Geld gemacht und hätte somit dem geldschwachen Kärnten eine zusätzliche „Last“ abnehmen können. 11


Eurofighter: 10 Millionen für Spielberg verschwunden

H

tes“. Die Staatsanwaltschaft habe geradezu willkürlich Beweismittel verschwiegen.

Karl ausführte - mehr gab sie nicht bekannt.

Beweismittel verschwiegen Die Zeitschrift „Falter“ hat nun in ihrer Ausgabe Ende Mai 2013 Details aus der Justizakte Eurofighter offengelegt. „Unveröffentlichte Dokumente zeigen, wie dürftig in der größten Korruptionscausa des Landes ermittelt wurde.“

Konkret geht es um die Verdachtsmomente gegen Erich Wolf, den ehemaligen Kommandanten der österreichischen Luftstreitkräfte. Er stand unter Bestechungsverdacht. Es trafen bei der Staatsanwaltschaft im Jahr 2007 mehrere Anzeigen aus dem Verteidigungsministerium ein, die den hohen General betrafen. Der prinzipielle

Als Ankläger tritt da nicht der Grüne-Abgeordnete Peter Pilz allein

Provisionen, Bestechung für ein Projekt, das es nie gab? Oberster Richter geißelt dürftige Ermittlungen der Staatsanwaltschaft: Unerträgliche Fehlentscheidung auf, sondern der RechtsschutzBeauftragte des Justizministeriums, gleichsam jener Mann, der die Staatsanwaltschaft zu kontrollieren hat. Robert Jerabek, ein ehemaliger Richter des Obersten Gerichtshofes, spricht von einer unerträglichen Fehlentscheidung bei der Würdigung des im Vermittlungsverfahren gewonnenen Beweismittels und einer „nicht ausreichenden Klärung des Sachverhal-

Foto: wikipedia

Foto: www.cityfoto.at

underttausende werden bei der Airpower in Zeltweg Ende Juni, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Red Bull Ring, mit offenen Augen, hautnah die Eurofighter bewundern können, bei deren Ankauf die schwarz-blaue Regierung Schüssel, Grasser und Haider sich aber die Augen verbinden ließ. Wohin ist beispielsweise die 10-MillionenEuro-Schmiergeldzahlung für ein Projekt Spielberg geflossen, das nie realisiert wurde? Diese Summe nannte Justizministerin Beatrix Karl bei einer Anfrage-Beantwortung im Herbst 2011 im Parlament. Es hat auch Hausdurchsuchungen bei mehreren Beschuldigten gegeben. Die Staatsanwaltschaft hält bis heute geheim, wer die Nutznießer und Empfänger waren. Da rollt ein weiterer Megaskandal an. Wie auch der „Falter“ in seiner jüngsten Ausgabe detailliert auflistet und ankündigt. Zwischen dem Eurofighter-Hersteller EADS-D und der Briefkastenfirma Firma Vector kam es für ein „Projekt Spielberg“ zu einer Zahlung eines nicht rückzahlbaren Pauschalbetrages von 10 Millionen Euro, wie Justizministerin Beatrix

Verdacht: Politiker, aber auch Militärs könnten beim größten Rüstungsdeal der Zweiten Republik geschmiert worden sein. Der Vorwurf gegen Wolf lautete, er sei von der EADS angefüttert und bestochen worden. Die Erhebungsakten werden fünf Jahre später für immer geschlossen. Doch was hat die Staatsanwaltschaft in dieser Zeit an Ermitt-

Foto: www.bmlv.gv.at

Politik

Wer hat die kassiert?

Justizministerin Beatrix Karl aufgrund einer dringlichen Anfrage von Peter Pilz (Mitte): „Ja, nach Spielberg sind 10 Millionen geflossen.“ Die Zeitschrift „Falter“ enthüllt die Rolle des ehemaligen Air-Commanders Erich Wolf: Kleine und größere Geschenke von der EADS. 12

lungsaufträgen wirklich durchgeführt? Man würde annehmen, es seien Konten geöffnet, Verdächtige einvernommen, mutmaßliche Schutzbehauptungen verifiziert und Geldflüsse analysiert worden. Man würde glauben, es habe – so wie etwa bei den Tierschützern oder im Fall BUWOG – Telefonüberwachungen, Observationen und Lauschangriffe gegeben, um die Hintergründe der wahnwitzigen Zahlungen zu erhellen. Doch nichts dergleichen geschah.

Kleiner und größere Geschenke Der Air-Commander war offensichtlich eine zentrale Persönlichkeit im Deal und für die Anschaffung des Eurofighters. So erhielt er von EADS für Golfturniere – Preis des Airchiefs – einige tausend Euro. Doch das war nicht wirklich viel. Anders schon die 87.600 Euro, die der Eurofighter-Lobbyist Erhard Steininger an die Firma von Erich Wolfs Ehefrau überwies, bei der auch Wolf selbst als Kommanditist und Prokurist im Firmenbuch stand. Es ist ein erster entscheidender Hinweis, dass ein hoher Repräsentant dieser Republik – oder seine engsten Vertrauten – von Eurofighter Geld erhält, denn bezahlt wurde dies vom Lobbyisten Erhard Steininger. Dieser wird jedoch in keinem Fall ins Kreuzverhör genommen, auch nicht der Air-Commander und dessen Frau. Die U-Richterin gibt sich mit schriftlichen Stellungnahmen und ein paar wenig aussagekräftigen Aussagen zufrieden, nimmt niemanden ins Kreuzverhör oder gar in die Mangel. Das Ehepaar Wolf verantwortet sich damit, dass die Dinge nichts miteinander zu tun hätten. Außerdem habe ihr Mann, so seine Frau, nichts von den finanziellen Problemen in ihrer Firma gewusst und dieser bestätigte diese Behauptung. Die Darstellung der beiden hätte die Justiz rasch als Schutzbehauptung entlarven können und Haftbefehle oder Kontenöffnungsbefehle wegen Verab-

KLIPP Mai/Juni 2013


Foto: Heimo Ruschitz

redungsgefahr beantragen können. Denn in einem „Kleine-Zeitung“Interview hatte vier Monate zuvor Wolfs Frau noch eine ganz andere Version geschildert. Sie sei pleite gewesen und da habe ihr Mann gesagt: „Ich rede mit dem Erhard.“ Dieses Interview wird Frau Frühstück-Wolf bei ihrer Einvernahme seltsamerweise nicht vorgehal-

ten. Die Einvernahme von AirCommander Wolf erfolgt Monate, nachdem dieses Interview erschienen ist, und seine Version lautet: Er habe nichts gewusst von all dem …

Die lunte brannte bereits Warum dieses Darlehen so wichtig wäre im Deal um die Eurofighter? Die läppische Summe hätte eine

politische Bombe sein können, die den Steuerzahlern rund 1,5 Milliarden Euro erspart hätte. Denn so viel wurde für die 18 Eurofighter bezahlt. Denn würde ein Gericht diese Überweisung an das Ehepaar Wolf als Kick-back-Zahlung qualifizieren, dann hätte die Republik die Möglichkeit gehabt, aus dem Eurofighter-Vertrag ohne Storno-

Als unerträglich bezeichnet der Rechtsschutzbeauftragte des Justizministeriums Robert Jerabek Wolfs Argumentation im Jahr 2011. Er, Jerabek, soll kontrollieren, ob die Staatsanwaltschaft anständig ermittelt hat. „Hat sie nicht“, sagt Jerabek. Er beauftragt die Fortführung der Ermittlungen, doch auch dabei gibt es keine neuen Erkenntnisse, heißt es lapidar von der Justiz. Jerabek kontert im Klartext: Behörden hätten den Rahmen pflichtgemäßen Ermessens überschritten und wichtige Beweisergebnisse einfach „verschwiegen“. Die Angabe des Eurofighter-Lobbyisten, der Frau mit Aufträgen aus der Patsche geholfen zu haben, „widerspricht jeglichen Erfahrungswerten“. Man hätte wenigstens den Journalisten der Kleinen Zeitung Wolfgang Simonic vernehmen können, der das Interview geführt hat, um Widersprüche offenzulegen. Nichts davon ist geschehen.

Foto: Martin Frassl

Storychannel

183* Notfall-App für Katastrophen Die Einschätzung und Behebung von Katastrophensituationen weltweit gehört als Angehöriger des österreichischen Bundesheeres sowie Unternehmensberater für Katastrophenschutz zum Job von Alois Hirschmugl. Im Projekt GEO-PICTURES trug er mit einer Smartphone-App zur Revolutionierung des Katastrophenmanagements bei.

* Zur Story finden: http://sfg.at/storychannel KLIPP Mai/Juni 2013

13

POLITIK

gebühr auszusteigen. Doch dazu kam es nicht.


COVERSTORY

r h e w r e u e Der F t n a d n a m kom r e s i a k e g ü z e B s al Im Steirischen Landesfeuerwehrverband brennt der Hut – nicht wegen des kürzlichen Hochwassers. Unter den Kameraden herrscht Unverständnis über die hohen Bezüge von Landesfeuerwehrkommandant Albert Kern, der als Ämtermulti ein Jahreseinkommen, wenn auch brutto, jenseits von 120.000 Euro einsackeln soll. Dazu geraten teure Prestigeobjekte in die Kritik. Für Unruhe sorgen auch Signale der Politik, nach den Gemeinden bei den Feuerwehren zu sparen. Den teuren „Parallelstrukturen“ bei den Florianis droht der Rückbau. Die rund 50.000 steirischen freiwilligen Feuerwehrmänner und -frauen leisten im Katastrophenfall großen Einsatz. Und das ehrenamtlich, also unbezahlt. Dennoch sind die Mittel, die für die 695 Freiwilligen Feuerwehren aufgewendet werden, nicht gering: Bund und Land finanzieren die Feuerwehren jährlich mit rund 17 Millionen Euro. In Zeiten eines rigorosen Sparkurses und von Bezirks- und Gemeindezusammenlegungen geraten längst auch die aufwändigen Strukturen der Feuerwehren in die Kritik. Mehrmals etwa hat Landeshauptmann-Vize Hermann Schützenhöfer vor versammelten ÖVP-Bürgermeistern die kommende Marschrichtung der Regierung 14

dargelegt: Man werde sich als „Nächstes die ausgewachsenen Parallelstrukturen bei den Feuerwehren genauer anschauen müssen“. Noch hält sich die Politik, zuständig ist LH Franz Voves, zurück, doch Korrekturen am „50-jährigen Wildwuchs von Doppelt- und Dreifachabdeckung sowie drastischen Überhängen an Gerätschaftskäufen“ (so ein zuständiger höherer Landesbeamter) scheinen überfällig. Gewisse Auswüchse in der Kommandozentrale der steirischen Feuerwehr, dem Landesfeuerwehrverband, sorgen selbst auch im inneren Kreis für Unruhe. Damit sind noch gar nicht die Revierkämpfe um die

neu geschaffenen Bereichsverbände gemeint, zu denen man sich angesichts der Bezirkszusammenlegungen genötigt sah. Es geht vor allem um den machtbewussten obersten Feuerwehrmann des Landes: um Landesfeuerwehrkommandant Albert Kern. Seit 2006 oberster Floriani der Steiermark, ist Kern fleißig darum bemüht, seine Macht auch im österreichischen Feuerwehrwesen einzuzementieren und weiter auszubauen. Nachdem er selbst erst vorigen Herbst zum Bundesfeuerwehrkommandanten avanciert ist, hat er jüngst auch seinen steirischen Pressesprecher Thomas Maier die Sprossenleiter hochgehievt und folgerichtig zum Sprecher des Bundes-

feuerwehrverbandes gemacht. Netzwerk und Kommunikation sind selbst im höheren Feuerwehrwesen entscheidend.

Ämtermulti Doch Kern hat inzwischen erheblichen Erklärungsbedarf bezüglich seiner Einkünfte. Denn Kritiker werfen dem 56-jährigen Südsteirer „unverschämt hohe Bezüge“ aus seiner Tätigkeit als Freiwilliger vor. Er hat seine Arme weit geöffnet. Kern ist ein Ämtermulti und bezieht zahlreiche „Funktionsgebühren“: Als Landesfeuerwehrkommandant erhält er eine jährliche Aufwandsentschädigung von rund 52.000 Euro, Reisekosten werden ihm im Ausmaß von KLIPP Mai/Juni 2013


COVERSTORY Fotos: Landespressedienst/ Feuerwehr Edelsdorf (1), Bundesfeuerwehrverband (1), Landesfeuerwehrverband (1),

Die rund 50.000 steirischen freiwilligen Feuerwehrmänner und -frauen leisten im Katastrophenfall großen Einsatz, und das ehrenamtlich, also unbezahlt.

Stramm vor der Kamera – so posiert ein Kommandant gerne (v.l.): Georg Prade, LH Franz Voves, Albert Kern, Rudolf Schober und Kurt Kalcher (Katastrophenschutz).

9.000 Euro vergütet, bis vor kurzem kam noch ein Bezug als Bezirksfeuerwehrkommandant in Höhe von 12.700 Euro dazu (dieses Amt hat Kern, nachdem er Chef im Bundesfeuerwehrverband wurde, abgegeben). Dazu soll Kern als Präsident des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes noch einmal 18.000 Euro erhalten, und als teilkarenziertem C-Beamten winken ihm angeblich noch einmal 25.000 bis 30.000 Euro. In Summe pro Jahr also Einkünfte von geschätzten 120.000 Euro brutto. Offen wird bei den steirischen Feuerwehrlern über diese stolze Einkommenspalette ihres Kommandanten nicht gesprochen. Die meisten an der Basis, die gratis tausende Stunden im Jahr im Dienste der Allgemeinheit leisten, dürften davon gar keine Ahnung haben. Konkrete Auskünfte zu seinen Bezügen und Einkommen verweigert Kern. Dementiert werden von ihm die Zahlen aber nicht, er verweist auf die „enorme zeitökonomische Herausforderung im Ausmaß zwischen 1500 und 2000 Stunden pro Jahr“. Kern beruft sich auf das Steiermärkische Landesfeuerwehrgesetz und Beschlüsse des Landesfeuerwehrverbandes, wo KLIPP Mai/Juni 2013

„eine angemessene Entschädigung für den aus der Tätigkeit erwachsenen Aufwand“ veranschlagt wird, und diese Entschädigungen (Bezüge) seien „stets einstimmig vom Landesfeuerwehrtag, dem höchsten Organ der steirischen Feuerwehren, beschlossen“ worden.

lohnt werden, zum Beispiel angelehnt an die Abteilungsleiter-Gehälter im Land Steiermark in der Größe eines Hofrates oder darunter. Aber nicht mit dem hinter dem Berg halten, denn es handelt sich in jedem Fall um Steuergeld. Nicht zuletzt deshalb, weil Zigtausende sich wirklich ehrenamtlich engagieren. Das

Dieses System, wie die Feuerwehrleute bezahlt werden, ist hinterfragenswert. Wenn es ein Fulltime-Job ist, dann soll er auch transparent ent-

ist absolut erkennbar und das oberste Gebot für jeden einzelnen Florianijünger. Daher ist völlige Transparenz auch beim ranghöchsten Kameraden gefordert, damit die Arbeit der Ehrenamtlichen nicht befleckt wird. Gebilligt wird dies auch von der Politik, die diese per Bescheid genehmigt. Doch warum herrscht dann um diese Finanzgebarung der oberen Florianis so eine Geheimniskrä-

Auch über den Feuerwehr-Notruf ist keine klare Antwort zu erwarten. 15


COVERSTORY Kritik an Prestigeobjekten Kritik einstecken muss Kern auch für so manche teure Projekte. So lässt Kern derzeit ein 1,6 Millionen Euro teures Heißausbildungszentrum an der Feuerwehr- und Zivilschutzschule in Lebring errichten, in dem Florianis aufwändiges Atemschutztraining erhalten sol-

len. Kritiker monieren, es handle sich um ein reines Prestigeprojekt, da ähnliche Ausbildungen auch in Klagenfurt oder Eisenstadt möglich wären, deren Einrichtungen längst nicht ausgelastet seien. Kern schmettert ab: Der Landesfeuerwehrverband habe die „Errichtung und das Betreiben einer solchen Anlage (…) einstimmig positiv befürwortet“. Dass allerdings im Verband selten jemand gegen Kerns Vorhaben seine Stimme erhebt, weil er dann beim Kommandanten in Ungnade fällt, ist ein offenes Geheimnis. Kaum hinterfragt wird daher auch das 650.000 Euro teure Tauchbecken, in dem Taucher eine Grundausbildung erhalten sollen, ohne dass wirklich Bedarf bestehen soll. Das Hallenbad des Feuerwehrverbands in Lebring muss Kern aus Kostengründen – und weil es wegen zu geringer Auslastung zu teuer käme – jetzt für die Allgemeinheit öffnen. Ein Schwimmbad der Feuerwehr für alle – das hat dann schon wieder Sinn.

Mails zwischen K und K – aber ohne entscheidende Details

der Landesfeuerwehrkommandant Vorge-

„Die von Ihnen genannten Zahlen – und

des Landesfeuerwehrverbandes (dzt. ~ 70

dafür bitte ich um Ihr geschätztes Ver-

DN) und hat für die Einsatzbereitschaft

ständnis – werde ich nicht weiter kommen-

und Leistungsfähigkeit des Landesfeuer-

tieren ... Bei uns in der Steiermark ist das

wehrverbandes Sorge zu tragen. Dies be-

Anrecht auf eine angemessene Entschädi-

dingt eine enorme zeitökonomische Her-

gung für den aus der Tätigkeit erwachse-

ausforderung im Ausmaß zwischen 1.500-

nen Aufwand im Stmk. Landesfeuerwehr-

2.000 Stunden pro Jahr. Hinsichtlich der

gesetz verankert.Dieses im Gesetz (altes

gestern von Ihnen angesprochenen „Fusi-

und neues Landesfeuerwehrgesetz) veran-

onierung von Feuerwehren“ darf ich Ih-

kerte Anrecht ist im Budget des Landesfeu-

nen mitteilen, dass seitens der Landesspit-

erwehrverbandes veranschlagt und wurde

zen unisono kommuniziert wird, wonach

bis dato stets einstimmig vom Landesfeuer-

„die Gemeindestrukturreform nicht die

wehrtag, dem höchsten Organ der steiri-

Zusammenlegung von Feuerwehren be-

schen Feuerwehren, beschlossen und auch

deute, denn die Freiwilligkeit dieser Leis-

von der Landesregierung bescheidet.

tungserbringung dürfe unter gar keinen

Wie Sie richtigerweise erkannt haben, ist

Umständen durch Eingriffe von außen

die Funktion des Landesfeuerwehrkom-

gefährdet werden“. Daher sind mir per-

mandanten mit komplexen Verantwort-

sönlich auch keine entsprechenden Fusi-

lichkeiten verbunden, die das normal übli-

onspläne bekannt. Ich vertraue und baue

che Maß eines ehrenamtlichen Engage-

hier primär auf die getroffenen Aussagen

ments um ein Vielfaches übersteigen. So

mit dem klaren politischen Bekenntnis zu

obliegen ihm neben der operativen Ge-

allen unseren Feuerwehren und auf die

schäftsführung des Landesfeuerwehrver-

Handschlagqualität der Reformpartner.

bandes auch die Durchführung der Be-

Jede Feuerwehr in unserem Land ist unver-

schlüsse des Landesfeuerwehrausschusses

zichtbar, dafür trete ich, wenn nötig, auch

und des Landesfeuerwehrtages. Ferner ist

mit Nachdruck ein ...“

Wissende kritisieren

setzter aller Organe und Dienstnehmer

Foto: Heimo Ruschitz

merei? Sollten solche Zahlen in Zeiten der allseits geforderten und gepredigten Transparenz nicht längst Teil eines Offenlegungsaktes des Landesfeuerwehrverbandes sein? So wie auch jeder einfache Feuerwehrmann wissen dürfen sollte, was seine Kommandanten im Rahmen ihrer Ehrenamtlichkeit lukrieren. Tausende verwenden einen großen Teil ihrer Freizeit darauf, eben zu helfen. Viele riskieren auch ihr Leben für Gottes Lohn. Franz Voves und Hermann Schützenhöfer setzten bisher keine Akzente, diese Geheimnistuerei zu beenden. Sie scheuen jede Diskussion mit den für sie Unberührbaren.

Sie sprechen Klartext, stellvertretend für viele:

Die beiden sinngemäß: Das Einsparungspotenti-

die beiden Bürgermeister Gerhard Payer (Hart

al bei den steirischen Feuerwehren sei gewaltig.

bei Graz) und Karl Lackner (Donnersbach). Ih-

Nur das Kirchturmdenken verhindere oft zeitge-

nen kann niemand ein X für ein U vormachen,

mäße und kostengünstigere Lösungen. Zu den

sätze etc.). Im Gegensatz zu Landesfeuerwehr-

denn sie kennen beide Seiten aus der Praxis.

Zahlen: Es wird ab 2015 knapp 300 Gemeinden

kommandant Albert Kern orten Gerhard Payer

SPÖ-Mann Gerhard Payer war selbst knapp zehn

geben, aber noch immer 780 Feuerwehren. Der

und Karl Lackner auch zusätzliche Rationalisie-

Jahre Feuerwehrkommandant in seiner Ge-

Anteil der Brandeinsätze ist auf zehn Prozent

rungspotentiale. Woran es fehle: Die große Zu-

meinde. Karl Lackner ist auch Landtagsabge-

gesunken. Dafür steigen die anderen Einsätze

sammenschau für eine Reform der Kosten gibt

ordneter und war Feuerwehr-Sprecher der ÖVP.

(Verkehrsunfälle, Katastrophen- und Hilfsein-

es leider nicht.

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Bgm. Gerhard Payer (li.) und Bgm. Karl Lackner: „Es gibt viel Einsparungspotential.“

KLIPP Mai/Juni 2013


Steirische Ärztekammer:

p o li t ik

Für einen 83-Millionen-Euro-Immobilien-Deal in Berlin des Ärzte-Pensionsfonds: „1,3 Millionen schwarz kassiert“, lautete der Vorwurf gegen Expräsident Routil und Co. Ein Gericht fand nichts. „Es war eine Intrige“, klagen diese nun das neue Präsidium.

Bauchaufschlitzen ohne Ende F

ür 83 Millionen Euro stieg der Pensionsfonds der steirischen Ärztekammer bei einer Berolina GmbH & Co KG mehrheitlich ein. Diese erwarb 977 Wohn- und Gewerbeeinheiten in Berlin als Kapitalanlage, in der Hoffnung auf gute Renditen. Dabei sind auch 1,3 Millionen Euro Provision geflossen. Verdächtig, diese schwarz kassiert zu haben: die alte und abgewählte ÄrztekammerFührung mit Expräsident Wolfgang Routil samt Kollegen. Anzeigen bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft folgten. Die konnte nichts finden, stellte die Ermittlungen ein. Trotzdem geht das gegenseitige Bauch­ aufschlitzen in der Standesvertretung unbarmherzig weiter.

Der Auslöser

Durch Präsident Lindner erfolgte daraufhin eine Anzeige bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft. Selbst diese fand keine konkrete Spur und stellte daraufhin das Verfahren im Dezember 2012 ein. In einer Presseaussendung zeigte sich die steirische Ärztekammer, unterzeichnet von Präsident Lindner, erleichtert. Dennoch erfolgte schon zwei Tage später ein Fortführungsantrag durch die Ärztekammer – mit der Begründung, dass das Wissen wichtiger Zeugen nicht entsprechend hinterfragt worden sei. Lindner begründet gegenüber Klipp diesen Schritt damit, man sei dazu verpflichtet gewesen, um der Ärz-

Foto: Heimo Ruschitz

Auf Vermittlung der beiden Ärztekammer-Funktionäre Wolfgang Passath (Spitalsärztevertreter) und Robert Fegerl (Primarärztereferent) kommt es am 18.10. 2012 zu einem Geheimtreffen zwischen Ärztekammer-Präsident Herwig Lindner, dem Vizepräsidenten Martin Wehrschütz und dem Präsidialreferenten Dietmar Payer mit einem Informanten. Dieser sollte

angeblich über brisante Infos schwarze Provisionszahlungen betreffend verfügen. Konkrete Beweise konnte der Informant nicht bieten, genannt wurden nur konkrete Zahlen. Demnach hätte Routil 500.000 Euro, Exfinanzreferent Wirnsberger 300.000 Euro, Kammerrat Thomas Kainz 150.000 Euro und hätten weitere Kammerangehörige den Rest erhalten. Dies sei über so genannte „Kick-backZahlungen“ erfolgt – das heißt über private Bankkonten und Kanäle.

Kommunizieren nur via Gericht (v.l.): Präsident Herwig Lindner, Expräsident Wolfgang Routil und Exfinanzreferent Gerhard Wirnsberger. KLIPP Mai/Juni 2013

tekammer nicht Säumigkeit vorwerfen zu können. Die Fortführungsklage ist mittlerweile aber auch von der Staatsanwaltschaft Wien abgewiesen worden. Mittlerweile liegen die Verfahrenskosten bereits jenseits der 100.000-EuroGrenze.

Geheimer Tonbandmitschnitt Von Lindner und Kollegen wurde das Gespräch mit dem Informanten geheim mitgeschnitten und ein Protokoll darüber der Korruptionsstaatsanwaltschaft und dem Gericht übermittelt. Dessen Analyse fiel allerdings überraschend aus: „Zwar ist zutreffend, dass Angaben zu der Höhe der Provisionszahlungen und deren Abwicklung – laut Protokoll – von ihm stammen, jedoch fällt auf, dass sowohl Namensnennungen, weitere Angaben als auch sonstige Bezugnahmen fast ausschließlich durch Vertreter der Ärztekammer für Steiermark erfolgen und sich die Antworten des Zeugen oft nur auf wenige Worte bzw. kryptische Erklärungen beschränken, sodass durch­aus der Eindruck gewonnen werden kann, dass die Bestätigung eines bestehenden Verdachtes gesucht wurde.“ Der 83 Millionen Euro teure Immobilienkauf in Berlin durch den Pensionsfonds der Ärztekammer ist die größte Investition in der Geschichte. Diese hatte nämlich schon bei der Ärztekammer-Wahl 2012 wilde Gerüchte ausgelöst. Eine direkte Anzeige bei der Staatsanwaltschaft durch Funktionäre der Ärztekam-

mer (Routil-Kritiker) hätte zu diesem Zeitpunkt nicht nur zu viel Staub aufgewirbelt, sondern hätte zu einem echten Eklat geführt. „Nachgeholt“ wurde dies wenige Monate nach der Wahl – zufällig oder nicht – über einen „unverdächtigen“ Informanten. Seine Gesprächserinnerung bezog sich dann allerdings auf eine Golfrunde, die schon zwei Jahre zurücklag …

Was verwundert Im Tonbandmitschnitt fällt mehrmals die Behauptung, dass die 1,3 Millionen Euro über eine bestimmte Bank an die Funktionäre Routil, Wirnsberger und Co. geflossen sind. Die Frage bleibt offen: Warum hat die Staatsanwaltschaft keine Kontenöffnung über Geldflüsse bei den Betroffenen oder Beschuldigten vorgenommen? Zumal diese einer Kontenöffnung ausdrücklich zustimmen, da sie ja nichts zu verbergen hätten. Geld kann natürlich auch im Koffer übergeben werden – wie man weiß. Das Gericht hat sie reingewaschen. Jetzt aber verlangen Expräsident Routil und Kollegen den Rücktritt des derzeitigen Kammerpräsidiums mit Präsident Lindner. Verleumdungsklagen laufen bereits. Das teure Intrigenspiel kann also weitergehen. ÄK-Mandatsverteilung seit 2012 „Vereinigung Steirischer Ärzte“ (Routil): 10 „IG Angestellter Ärzte“ (Bayer): 15 „Aktion Freier Arzt“: 8 „Verein Wahl-Spitalärzte“: 7 „SV-Ärzte“: 1

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LILLY LOTTERBLUME

Hallo, meine Lieben! Mein Allerliebster und ich waren vor gut

Ich weiß nicht, ich weiß nicht, was einem Monat bei Freunden in Schärding, ich machen soll und mein Allerliebdie in einem schmucken Haus direkt am ster ist mir da überhaupt keine Hilfe Inn wohnen. Die haben jetzt ins Telefon dabei. Er sagt nur: „Du wirst das nur so hinein geweint, weil es sie so arg schon richtig machen …“ Unsere erwischt hat, das Wasser steht praktisch Jüngste war so schwer verliebt und im ersten Stock im Wohnzimmer. Für jetzt ist es auf einmal über Nacht mich eine ganz furchtbare Vorstellung aus. Sie tut mir so leid, weil sie sich und man ist so ohnmächtig, kann auch fast wie in ihrer Kindheit bei mir annicht wirklich trösten. Da ist ja mein lehnt und Schutz sucht. Das tut gut, Problem, mit dem ich kämpfe, nicht aber sie wissen ja, man kann da wirklich groß: Unsere Allerjüngste will nicht wirklich helfen, sondern kann mit einer Freunding mit dem Rucksack nur versuchen, zu trösten. Bei uns in durch Spanien trampen. Auch, wenn es der Nachbarschaft gibt’s auch einiHandys gibt – irgendwann habe ich jetzt gegelesen, türkische Zuwandererfamilien. dass in der Steiermark 24 JuUnd da haben wir gehört, dass die gendliche abgängig sind, von denen mit ihrer Tochter kürzlich in die es kein Lebenszeichen gibt. Mir schnürt’s Türkei gereist sind, weil sie dort den fast den Hals zu, wenn ich an die Sorgen Bräutigam ausgesucht haben. Und der Familien denke. deren Tochter findet nichts dabei, * weil sie ja in dieser Welt aufgewachEinen dicken Hals kriegen Hermann sen ist. Die war ganz freudig aufgeSchützenhöfer und Franz Voves, wenn regt, obwohl sie ihren Bräutigam gar am Schönwetter-Bild und damit am Ernicht je vorher gesehen hat. Wenn folg der alpinen Ski-WM in Schladming ich dann daran denke, wie niedergeherumgenörgelt wird, erzählt der Huschlagen unsere Jüngste jetzt ist, bert, der in der Grazer Burg arbeitet. Als dann denke ich mir: Solche Sorgen „Dreckpatzeln“ disqualifiziert VP-Chef haben die Eltern der jungen Türkin Schützenhöfer jeden Versuch, auch nicht. den des Grüne-Abgeordneten Schönleitner, detaillierte Angaben darüber zu  bekommen, wie viel wer bei der WM verdient hat – die Kritiker meinen damit Das letzte Mal hat mir ja Frieda erden ÖSV und Herrn Prof. Schröckszählt, dass der Jochen Pildnernadel – und wie viel Millionen das Land Steinburg, Präsident der SteiriSteiermark in Zeiten des strengen Spaschen Industrie, nach Wien gehen rens dem ÖSV rüber geschoben haben. soll und dort als Nachfolger von In„Kusch und gusch“, heißt die Parole von dustriellen-Präsident Veit Sorger rot-schwarz, meint wiederum der Hervorgesehen ist. Und die Frieda wig. Wehe dem, der da Geheimnisse meinte noch, damit wäre er neben ausplaudert. Niemand soll da genau hidem gut vernetzten Fritz Grillitsch, nein blicken dürfen, in das Zahlen-Menü dem Bauernbundpräsidenten, der der Ausgaben mit rund 400 Millionen ranghöchste steirische Vertreter auf Euro. Das Duo Schü-Vo will die Sache dem Wiener Parkett. In der steirieinfach aussitzen, gibt sich schwerhörig schen ÖVP, so erzählt die Frieda, und nur jene Ziffern den Kläffern und waren die Funktionäre arg geKritikern bekannt, die keine Brisanz ha-

schockt, als sie nun lesen mussten, dass der Grillitsch sich von einer Stunde auf die andere total aus der Politik zurückzieht. Es waren auch für ihn die Aufregungen so arg, dass er in Graz bekanntlich wegen Herzproblemen ins Krankenhaus musste. Alle, mit denen die Frieda über Grillitsch gesprochen hat, waren fast traurig, weil der Obersteirer auch in den anderen Parteien viele 2618

ben. Dass die WM in Schladming wich-

gute Freunde hat. Die Frieda hat imtig und richtig war, steht außer Zweifel, mer wieder gehört, und sie geht ja in meint der Herwig. Aber das rechtfertigt der ÖVP aus und ein, dass Grillitsch diese mangelnde Offenheit nicht. Geragute Chancen gehabt hätte, dem de, wenn sie der oft zitierte wirtschaftHermann Schützenhöfer zu folgen, liche Erfolg war – auch für das Land –, hätte er das im Auge gehabt. Nun ist dann sei es ja noch angenehmer, die Eresfolgszahlen klarerweise vorbei damit. Schon auf Heller und Pfennig auf Fritz Grillitsch knapp einmal war den Tisch zu legen und die Ausgaben zu vor dem Sprung in die Landesregierechtfertigen. Handelt es sich immerhin rung, damals noch zu Zeiten von ja doch um Steuergeld. Es müsste doch Waltraud Klasnic. Er habe damals stolz machen, zu sagen: Ja, das haben bereits, so erzählt die Frieda, die wir ausgegeben, aber das ist herein geZusage der damals allmächtigen kommen und hat sich ausgezahlt. Dieses steirischen VP-Chefin gehabt, die Gusch und Kusch nährt das Gerücht, dann allerdings im Parteivorstand dass da oder dort die andere (Ausgaeinen anderen vorschlug, ohne Grilben-)Leiche im Keller liegt. litsch darüber zu *informieren. Verständlich, sollte das so stimmen, „In der journalistisch anspruchsvoll gedass der Grillitsch sich zu Klasnics stalteten Wochenzeitung Falter haben Verdiensten kaum noch äußerte. seine Kollegen nichts damit anfangen können“, erzählt mir die Ute im Café Pro menad bei einem kleinen Schwarzen. Sie hat zu den Medien ganz gute Kontakte. Weil die Frieda gerade von Klasnic Ein gewisser Rudi Hinterleitner – ich geredet hat. Herwig Hösele war eials kleine Frau kenne ja diese wichtigen ner ihrer engsten Mitarbeiter und Zeitungsschreiber nicht – hat in Wien ist, so der Hubert, sicher ein belesevon Bildungsministerin Schmid das ner Mann. Kein Wunder, dass er viel Goldene Verdienstzeichen der Republik über die Vorzüge und Nachteile der Österreich angesteckt bekommen. DieDemokratie, das passende Wahlse Ehrung wertet den Rudolf Hinterleitrecht philosophiert. Doch mit einem ner nicht auf, sondern die Auszeichnung scheint er ein Problem zu haben, mit ab, versprüht der Falter sinngemäß sein dem innerparteilichen demokratiGift über diesen Vorgang. Das sei unterschen Umgang. Der Hubert denkt da griffig, verteidigt die Ute ihren Bekannan die Zeit zurück, als Klasnic weten. Die Ministerin hat ihn ja nicht als sugen der Energie Steiermark gewaltig per Journalisten bezeichnet, sondern als Zoff mit Gerhard Hirschmann und engagierten Medien-Botschafter – und Herbert Paierl hatte. Hösele spieldas sei er allemal. „Der gelernte Elektritekerin dieser Auseinandersetzung begann in der Wahrheit, schrieb dann eine wichtige Rolle. Heute bezeichin der Kleinen Zeitung, war dann auch an net er sich selber als „Wut-Bürger“, der Gründung des Grazer maßgeblich wegen der stärker werdenden Polibeteiligt und nach seinem Abschied von tikverdrossenheit in Österreich, und dort bis heute ein umtriebiger Kurbler für schließt sich dem Kreis jener an, die diverse Gratiszeitungen“, kennt die Ute dagegen sogar ein Volksbegehren seine Berufslaufbahn. „Aber wie kommt überlegen. Schon pikant. Oder perman zu Staatsgold?“, fragt unsere Freun-

vers. Oder auch zum Schmunzeln. Hösele äußerte sich in den Medien im Sinne wie: „Irgendwann werden die Regierungsparteien von uns hören.“ Aber er selbst hat nicht gut zugehört und die Dinge richtig analysiert, als er im Regierungsbüro in der Grazer Burg die Fäden gezogen hat. Denn sonst wäre die Landtagswahl 2005 für Waltraud Klasnic nicht zu einem Desaster geworden,

• Voves und Schützenhöfer mit dickem Hals • Wer mach das Rennen: Pesserl oder Schunko?

din Sonja beim Kaffeetrinken. Da müsste

so der Hubert. Dem klarerweise man beim Präsidenten oder dem Minisnoch immer leid tut, dass die „Cheter vorgeschlagen werden. Im Fall von fin“ damals so sang- und klanglos Rudi Hinterleitner soll der BZÖ-Abgevon der politischen Bühne abtreten ordnete Gerald Grosz sich ins Zeug musste. Bei ihrem 60er, zu dem ihr gelegt haben und möglicherweise auch zwei Wochen nach der Wahl logider Grazer Stadtrat Eisel-Eiselsberg. scherweise viele Mitarbeiter gratuBeide waren auch bei der Feierstunde lierten, kam aber keine Stimmung in Wien. Verständlich, dass der Ordensauf. Da war die Trauerarbeit wichtiträger bei der Dankesrede aufgeregt war. ger. Nur einer merkte das zum Glück noch nicht: Das war sein eineinhalbjähriger  Enkelsohn, der sich die ganze Zeit ganz ruhig verhielt, in dieser Hinsicht so gar In der Steiermark durfte Gerhard nicht nach dem Großvater gerät, meint Draxler seinerzeit nicht ORF-Landie Ute. desdirektor werden, weil er für * ÖVP-Landeshauptfrau Waltraud Weil er das Zeremoniell nun bereits Klasnic zu viel rot und zu viel kennt, wird ARBÖ-Präsident Kommerschwarz war. In Kärnten wurde er zialrat Heinz Hofer die ganze Sache Jörg ORF-Landesdirektor unter entspannter über sich ergehen lassen. Haider von der FPÖ. In Wien wurde Er erhält nämlich auch Ende Juni als Eher Informationsdirektor unter Wolfrung für seine Berufslaufbahn und seine gang Schüssel von der ÖVP. Und Leistungen – Hofer war über Jahrzehnte nun wurde er wieder steirischer erfolgreicher Banker in der Steiermark – Landesdirektor unter dem roten ebenfalls das Goldene Ehrenzeichen Landeshauptmann Franz Voves. samt der dazu gehörenden Urkunde. Was damit zum Ausdruck kommt, Jeder Geehrte darf eine 20-köpfige Fahat mir kürzlich der Josef erzählt. milien- und Freundesrunde mitbringen. Dass Gerhard Draxler von seinem Gar nicht so einfach, wen man da einlädt Job als Journalist was verstehen bei einer großen Familie und einem noch muss und alle jene eines Besseren größeren Freundeskreis. belehrt hat, die ihn* in der jeweiligen Phase jener politischen GruppieSo wie der aussieht – sportlich und noch rung zugeordnet haben, die gerade immer jugendhaft – könnte er sich auf dort an der Macht war oder ist. der Uni um ein Nachwuchsstipendium bewerben und nicht bei der Versiche rung seinen Antrag auf Alterspension abgeben, zeigt sich mein Allerliebster Christoph Biro, Chefredakteur der eher überrascht, dass Alois Sundl die Steirerkrone, zeigt immer wieder, so Funktion des Merkur-Generaldirekhabe ich der Ute bei der letzten Tators mit Jahresende abgibt. Knapp 25 rock-Runde beim Diskutieren am Jahre in der Top-Etage der GesundenNebentisch zugehört, dass er von Versicherung am Joanneumring, davon der Steiermark noch immer wirklich zehn Jahre an der Spitze, seien genug, wenig weiß. Er kommt aus Wien und zog Alois Sundl anlässlich seiner letzten ist ein Bürgerlicher im alten Sinn Bilanzpressekonferenz einen Strich undes Wortes, tut sich schwer mit neuter sein Berufsleben. en Entwicklungen. Daher gefallen Er feiert im kommenihm auch Typen,dendie ihm schmeiDezember seinen cheln und ihn als60er. einen der Großen Der Toni aus der und Wichtigen im Lande darstellen. SPÖ-ParteizentraMit Oswin Koisleverlasse der vielweiß immer mehr, leicht kompetenteste Manager die als viele andere. Und große Bühne, streut Biro dem Nochdaher meint er, dass Energie-Steiermark-Chef Rosen. das nicht die ganDas zeugt schon von wirklicher ze Wahrheit ist. Der Sachkenntnis, lästert die Ute. Was Louis sei ja so gut in

Form, dass er gerade in diesen Zeiten,

Kois in der einst skandalgebeutelwo die Merkur im ehemaligen Osteuroten Estag gelungen sei, so der Herr pa stark engagiert ist und er ja dort fast Biro, suche seinesgleichen. Wer jede Woche war, noch viel einbringen denke angesichts des Grünen E heuhätten können. Es sei richtig, so der Toni, te noch an die schmutzigen Schlagdass Sundls Vertrag Und jetzt ausläuft, doch sei zeilen von früher? die Estag er hätte sich bestimmt überreden lassen, auch profitabel. Zweistellige Millionoch einmal dürfe fünf Jahre legen. nenbeträge das drauf Land zu Jahr für Etliches deutet darauf hin – der das steiriglaubt Jahr kassieren, und dass wiederum die Ingrid aus derAtomstrom Merkur zu sche Stromriese keinen wissen –, dass man Sundl hat, ins Netz einspeist, stehegebeten ebenfalls vornehm mehr zu auf der ausgedrückt, Kois’schen nicht Erfolgsliste, schreibt Biro der Steirerkrone. kandidieren. AufinDrängen der MächLetzteres in keinem Fall, tigen in derstimme Gewerkschaft – darunter hört die Ute aus der Energie-Steiernatürlich auch GPA-Landessekretär und mark-Zentrale von jemandem,Norder Merkur-Aufsichtsratsvorsitzender mit Stromhandel zu tun hat. bert Schunko und Franz Voves. * In diesen Tagen –  es ist der 11. Juni – entscheidet sich, wenn die SP-GewerkWarum gehe Kois überhaupt per 31. schafter ins Rennen um die PräsidentMärz, trauert Biro. Franz Voves schaft in der Arbeiterkammer schicken, könnte ihm da sicher die passende als Nachfolger von Walter Rotschädl, Antwort geben, rät die Ute dem Steider ja in Pension geht. Einer von rerkrone-Chefredakteur. Im beiden Übriwird es ganz sicher: Der eine ist HandJosef gen habe dieser Oswin Kois Pesserl. Er ist Landessekretär der Proschlagqualität – ein Charakterzug, duktionsgewerkschaft und Obmann der heutzutage immer seltener der zu Steiermärkischen finden ist, will Gebietskrankenkasse. das Biro-Lob kein Sein Konkurrent ist der vondamit der Ingrid Ende nehmen. Er meint aber genannte Norbert es ja hoffentlich nicht Schunko. den SackDavoller Energie-Steiermark-Inserate nur einer werden kann, tippen etlicheund auf die dafür, welche Josefzigtausenden Pesserl, weil erEuro ja ursprünglich aus die Krone im Laufe der letzten zweider Metaller-Gewerkschaft kommt, die einhalb einsackeln konnte, gleichsamJahre von der Tradition her stets ätzt die Ute weiter. Aber wer weiß, so den AK-Präsidenten bis heute gestellt die Ute, vielleicht hat der Nachfolhat. Natürlich müsste Pesserl seine beiger Kois eine ähnlichder lockere den von Funktionen als Obmann GKK Hand beim Geldausgeben, wenn’s und Landessekretär der Gewerkschaft darum geht, vor allem für sich als zurücklegen, doch als AK-Präsident Person guten Wind zu machen. steigt er auch gehaltsmäßig in die SieDenn viel will der Tarock-Runde ben- bis Zehntausend-Euro-Liga auf. nicht einfallen, als die Ute danach Weniger bekannt ist Norbert fragt, was dem Kois so allesSchunko. gelunSeine Wahl zum Präsidenten wäre wie dagen sei. Da fielen dann Begriffe mit auch so etwas wie eine Premiere Murkraftwerk und Photovoltaik-Anfür dieauf Privatangestellten-Gewerkschaft. lage der Firmenzentrale. Doch Sollte Schunko gegen Pesserl die diese Projektenicht sollen schon die VorOberhand den Rückzug gänger aufbehalten: SchieneDurch gebracht haben. von Sundl könnte er als Unterlegener im Bis zum Mal, Fight umnächsten die Präsidentschaft der Arbeiterkammer dann in die Führungsetage der Merkur wechseln.

Eure Lilly

Also tschüss, bis zum nächsten Mal, Eure Lilly

KLIPPNovember Mai/Juni 2013 KLIPP 2011


AUTO & MOTOR

„Unsere Leute sind begehrt wie die warmen Semmeln“

Fachhochschule Joanneum in Graz hat mit Fahrzeugtechnik und Formula Student eine Eliteschmiede für Europa

Ikea-Autos, wo einfach bestimmte Teile beschafft werden und dann zusammengebaut“, macht Steiner klar. Denn bei der Formula Student handelt es sich um einen europaweiten Wettbewerb von Technischen Hochschulen, versehen mit einem strengen Reglement. Und die einzelnen Teams sind ehrgeizig genug, Motor und Getriebe nach ihren Vorstellungen zu entwickeln. Mittlerweile auf höchst professioneller Ebene, geht es dabei doch auch um Budgets bis 300.000 Euro. Zur Abwicklung braucht es eine ganz, ganz professionelle Struktur, wo eben die einen für die Finanzen, die anderen für die Marketingauftritte und andere wieder für das Technische zuständig sind. „Unsere Studenten können mit Kostendruck, Termindruck umgehen und sind daher begehrt wie die warmen Semmeln“, freut sich Dr. Kurt Steiner. Die großen Konzerne – von BMW über Audi, Magna bis hin zu Siemens – fragen schon während des Studiums an, und in Eggenberg könnten doppelt so viele schon vor Ende des Studiums ihren Job sicher haben. Noch dazu wird ihnen Nicht überraschend: Starker Andrang der Motor-Fans beim Rollout

die Studienzeit als Berufserfahrung angerechnet. Ohne Fleiß kein Preis – heißt es. Eine Voraussetzung dafür ist, dass man sich in der Sprache der klassischen Mathematik ausdrücken können muss. Steiner: „Nicht in der hohen Mathematik, sondern man muss zum Beispiel mit Gleichungen und Vektoren-Rechnungen was anfangen können, also ein Grundverständnis haben. Leider

Innovative Projektpartnerschaft „Motoren und Autos sind das, womit unsere Mitarbeiter täglich zu tun haben“, so ARBÖ-Präsident KR Heinz Hofer. Das trifft auch auf die Studenten der Fahrzeugtechnik an der Fachhochschule Joanneum zu, für den Formula-Student-Wettbewerb sogar ihr eigenes Rennauto entwickeln, bauen und dann auch fahren. Die angehenden Techniker holen sich damit schon an der FH gewaltig viel praktische Erfahrung, sind innovativ und arbeiten praktisch völlig selbstständig. Das gilt auch für die Mitarbeiter im ARBÖPannendienst, die ja auch täglich mit Problemen an Fahrzeugen zu tun haben. Diese gilt es, oft auf der Straße bei einem Einsatz so rasch wie möglich und so günstig wie möglich zu lösen. Eine Voraussetzung dafür ist, dass die Mitarbeiter

Studiengangleiter Kurt Steiner: „Ab Herbst gibt’s auch bei uns ein Masterstudium.“

wird da an den Mittelschulen viel versäumt.“ Mit Marketingauftritten an Schulen wollen die Eggenberger jedoch auch offensiv für künftige Studenten werben. Es ist ja schon viel, wenn ein Student bereits während des Studiums weiß, wo er seinen Job bekommt oder dass er sicher einen Job haben wird. In Zeiten wie diesen.

Foto: Henisch

N

irgendwo sonst verstehen Studenten so viel von Rennautos wie in Graz an der ­Fachhochschule Joanneum in Eggenberg. Das Team der Formula Student könnte nahtlos Crews an den Rennstrecken der Formel 1 ersetzen. „Wir sind in Österreich einzigartig und in Europa eine Rarität“, sagt KfzStudiengang­ leiter Kurt Steiner. „Mit Magna, Siemens, AVL und anderen haben wir natürlich auch das passende Umfeld.“ „Im kommenden Herbst gibt es vom Studium her eine gewaltige Aufwertung, weil dann auch ein fünfjähriges Masterstudium (mit Abschluss Dipl.-Ing.) möglich ist“, kündigt Studiengangleiter Kurt Steiner an. Und ebenfalls neu: Die Formula Student ist künftig auch im Studienplan verankert. Bislang waren die hunderten Dienststunden Einsatz am Rennauto Freizeit, künftig wird dieses Engagement dem Studium angerechnet. Am 19. April gab es das Rollout für den JR-11-Boliden. Jeder Jahrgang muss seinen eigenen Rennwagen konstruieren und bauen. „Keine

Fotos (2): Heimo Ruschitz

Jeder Studienlehrgang baut sein eigenes Rennauto in der Formula Student. Alles ist professionell organisiert und aufgestellt – bis zum Budget.

ARBÖ-Präsident Heinz Hofer: „... soll beiden einen Nutzen bringen.“

im ARBÖ-Pannendienst stets am letzten Stand der Technik sind, vertraut mit der komplexen Elektronik. Dafür bedarf es einer regelmäßigen Weiterbildung und praktischen Schulung. „Ein Austausch von Wissen – modern gesagt Know-how – zwischen den ARBÖ-Mitarbeitern und den Studenten sollte also beiden Seiten nützen“, spricht der ARBÖ-Präsident eine völlig neu angedachte Form von Projekt-Partnerschaft mit Fachhochschulen und Unis an. Für diese wird der ARBÖ auch finanzielle Mittel bereitstellen. „Klarerweise nicht uneigennützig, weil wir damit auch an unserem Image arbeiten.“

des JR-11-Boliden vor wenigen Wochen im April.

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AUTO & MOTOR

ARBÖ-Tipp für Alltag und Urlaub – egal, ob mit

Würdiger „Er

Flugzeug, Auto, Schiff, Bus, Motorrad …

Nie ohne Sicherheitspass

✆ 1-2-3 Pannen-Notruf · www.arboe.at

für Grand Prix

DTM-Lauf in Spielberg und Erzbergrodeo Spektakulärer Motorsport in zwei völlig verschiedenen Disziplinen – das sind der DTM-Lauf am Red Bull Ring und das Erzbergrodeo. Beide sind mehr als eine „würdige Enschädigung“ für einen Grand

Prix. In Spielberg drängen sich die Motorfans nicht zuletzt deshalb, weil die Besucher – anders als bei der Formel 1 – zu bestimmten Zeiten auch in die Boxenstraßen dürfen und auch die übrigen Rennen

Foto: Philip Platzer Red Bull Content Pool

„Der ARBÖ-Sicherheitspass kostet nur 39,80 Euro pro Kalenderjahr und ist dieses Geld mehr als wert“, versichert Gernot Erlach, seit Jahresbeginn Landesgeschäftsführer des ARBÖ Steiermark. Erlach weiß, wovon er spricht. Bevor er zum ARBÖ kam, dirigierte er die Einsatzzentrale beim Mitbewerber ÖAMTC. In den 20 Jahren als ehrenamtlicher Mitar- Gernot Erlach kennt viele Notsituabeiter beim Roten Kreuz – „war auch tionen aus beruflicher Erfahrung. Rettungsfahrer“ – hat der zweifache Familienvater als Notfallsanitäter miterlebt, was es bedeutet, wenn Menschen von einer auf die andere Sekunde in Not geraten. „Wenn eine Familie mit ihren Kindern nach einem Unfall buchstäblich auf der Straße steht, nicht weiß, wie es weitergeht. Da ist der Sicherheitspass einfach von unschätzbarem Wert.“ Bei den personenbezogenen Leistungen des Sicherheitspasses sind alle Personen eingeschlossen, die im selben Haushalt gemeldet sind. Bei Kindern gilt es bis zum Ende des Jahres, in das der 19. Geburtstag fällt. Die Leistungsberechtigung besteht auch, wenn die versicherten Personen mit anderen Verkehrsmitteln (Flugzeug, Autobus, Eisenbahn, Schiff …) als dem Kfz unterwegs sind. Die Reise kann sowohl gemeinsam als auch getrennt angetreten werden. Der Geltungsbereich ist In- und Ausland. Ein aktueller Anlass – das Hochwasser: Man ist im Ausland und erfährt, dass das Haus oder die Wohnung zu Schaden gekommen ist. Der gebuchte Flug wäre erst in einer Woche. Der Sicherheitspass ermöglicht den sofortigen Rückflug oder die Heimreise mit anderen Verkehrsmitteln. Krankenrückholung: Man wird im Ausland krank oder hat einen Unfall – Übernahme der Kosten zu 100 Prozent. Hubschrauberrettung bei alpinen Freizeitunfällen: Übernahme der Bergungs- und Transportkosten bis max. 10.000 Euro pro Person. Rückholung von Kindern und Jugendlichen aus dem In- und Ausland: Organisation durch den ARBÖ zu 100 Prozent. Nächtigungskosten bei Fahrzeug-Ausfall: maximal eine Nacht/60 Euro pro Person. Ein Lotsendienst Sicherheits-Pass 2013 (für alle Insassen) erfolgt dann, wenn die leistungsberechtigte Bedingungen und Leistungen Person aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr selbst nach Hause fahren kann. Krankenbesuch: Man ist nach einem Unfall im Krankenhaus, der Aufenthalt dauert länger als eine Woche, man wird von einem Familienmitglied besucht – Übernahme der Reisekosten für eine Person bis zu 1.000 Euro. Klarerweise beinhaltet der Sicherheitspass auch fahrzeugbezogene Leistungen im In- und Ausland, wie Rücktransport nach Diebstahl, Ersatzteileversand, Abholung, Sicherheits-Pass Wildschadenvergütung oder Abschleppdienst.

Graham Jarvis (GB): Sieger des brutalen Red Bull Hare Scrambles. Am Ring in Spielberg dominierte BMW mit einem Triple-Sieg, ganz oben Bruno Spengler. 20

KLIPP Mai/Juni 2013


Ersatz“

Die Steiermark-Premiere des neuen Jaguar F-Type gab es über den Dächern von Graz auf dem Schlossberg. 200 geladene Gäste haben das Spektakel des Jaguar & Land Rover Centers Graz rund um den F-Type verfolgt. Gestaltet wurde der Abend gemeinsam mit den Brühl Modewelten und dem Restaurant „Schlossberg“ mit Starkoch Christof Widakovich. Manfred Bijondic, Eigentümer und GF des Jaguar & Land Rover Centers Graz,

AUTO & MOTOR

Jaguar: Steiermark-Premiere sowie Eva Brühl von den Brühl Modewelten haben die Gäste begrüßt und Christian Walcher, Marketingund Sales-Manager im Jaguar & Land Rover Center Graz, hat, voll und ganz in seinem Element, durch den Abend geführt. Ein weiteres Highlight neben dem F-Type war Sandra Pires, die als Stargast des Abends den F-Type mit dem Song „Here I am“ besungen hat.

Hoch oben auf dem Grazer Schlossberg: Der neue Jaguar F-Type.

Foto: Philip Platzer Red Bull Content Pool

Cats und Fiesta: Erfolgreiche Klassiker Das neue Modell soll nun gut durchdacht, dynamisch gestylt mit elegantem Interieur und intelligenter Technologie ebenfalls Millionen Käufer finden.

erz. Unglaublich, was sich da am Berg abspielt, wenn beim abschließenden Red Bull Hare Scramble am Sonntag die 500 Besten die 30 Kilometer lange Strecke „aufi wollen“ auf den Berg – nur 14 schafften es ins Ziel.

Foto: Heimo Ruschitz

wie der Porsche Carrera Cup oder die FIA Formel-3-Europameisterschaft ihren Anhang haben. Der pure Wahnsinn schlechthin ist aber das Erzbergrodeo – besonders jüngst auch aufgrund von Regen und Schnee am Erzberg in Eisen-

Seit 32 Jahren auf dem „MusicalMarkt“ begeistert Cats bisher 65 Millionen Besucher. Nur einige Jahre älter ist der Ford Fiesta – 1976 auf den Markt gekommen.

Bei der Cats-Premiere in Graz: Cats-Schirmherr Prof. Peter Weck, flankiert von Peter Jahresberger (li.) und den Schwestern Gaberszik.

Fotos (2): Heimo Ruschitz

Logistik – globale Megatrends

KLIPP Mai/Juni 2013

Der 10. Steirische Logistik- und Automotive Tag der Bundesvereinigung Logistik BVL Österreich stellte die Auswirkungen globaler Megatrends auf die Logistik- und Automobilindustrie in den Fokus. Höhepunkte der eineinhalbtägigen und bestens besuchten Veranstaltung am Flughafen Graz waren die Vorstellung hochinnovativer

Lösungen und die strategische Ausrichtung der steirischen Intralogistiker, die Diskussion rund um die Bedeutung der Baltisch-Adriatischen Achse für den Wirtschaftsraum sowie weitere notwendige Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur, aber auch die Bündelung und Vernetzung von Stärken.

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K U LT U R

Hautnah und berührend Warum Cats, der größte Musical-Erfolg, seit 32 Jahren niemanden kaltlässt Plato: einer der jüngeren Kater, zumeist im Hintergrund, der den Paartanz zusammen mit Victoria vollführt.

Das junge Kätzchen Electra ist unter den weiblichen Kätzchen das frechste.

Der beflissene Kater Munkustrap ist der Beschützer der Katzen und übernimmt die Rolle des Erzählers. 22

Von Isabella Hasewend Schon die Eröffnungsszene bleibt jedem Besucher – auch im 1.800 Plätze großen Theaterzelt in Graz* – unvergesslich im Kopf: Es ist Mitternacht. Vollmond und Stille liegen über der Stadt. Nur auf einem mit Müll übersäten, abgelegenen Schrottplatz beginnt sich plötzlich Leben zu regen: Es sind die JellicleKatzen, die auf der Rundbühne des Theaterzelts das Publikum sofort in ihren Bann ziehen. Nicht zuletzt aufgrund des Bühnenbilds, der Choreografie und der tollen Katzenkostüme ist der Besucher sofort optisch gefangen, wird von den Katzen sozusagen umschmeichelt. Das alles macht die Unverwechselbarkeit von Cats aus. Von Wien bis Tokio, von Toronto bis Sydney – Erwachsene wie Kin-

der sind gleichermaßen verzaubert, wenn in dieser magischen Nacht vergnügliche, listige wie gleichsam äußerst charmante Katzencharaktere im glänzenden Mondlicht um die Gunst eines zweiten Lebens um die Wette schnurren. Faszinierend die von Gillian Lynne erschaffene Choreografie aus geschmeidigen, katzentypischen Bewegungen. Mal ist es der beflissene Munkustrap, mal die biedere Jenny Fleckenreich oder der flotte Rum Tum Tugger, im Gegensatz zum aristokratischen Kater Bustopher Jones. Dann wieder die berührende, schon lang in Vergessenheit geratene und nun heruntergekommene Glamour-Katze Grizabella. Lautes Sirenengeheul und grelle Polizeischeinwerfer unterbrechen die fröhliche Feststimmung. Die Katzen fliehen angsterfüllt in ein

Skimbleshanks fährt immer mit dem Zug durch England kümmert sich um die Zugreisenden.

Kater Macavity, ein elender Schurke, der, wo imme auftaucht, für Unfrieden sorgt.

Über allen thront der alte, weise Anführer Alt Deuteron KLIPP Mai/Juni 2013


K ultur

ßergewöhnliche an dem Stück oder der Inszenierung, dass Cats alle bisherigen Rekorde, die man in der Theatergeschichte kannte, übertraf ? Die literarische Grundlage, die Gedichte von T.S. Eliot, spielt dabei sicherlich eine große Rolle. Es ist eine Form, die vom Kind bis zur Großmutter alle begeistert. Die Geschichte berührt einen. „Cats hat die Qualität eines Bazillus, der ausbricht“, so Schirmherr Peter Weck (im Interview mit Wolfgang Jansen). Im Jahr 1983 hat er als Intendant des Theaters an der Wien Cats in der deutschsprachigen Erstaufführung auf die Bühne gebracht. Mehr als sieben Jahre wurde das Stück dort von über 2,3 Millionen Besuchern begeistert aufgenommen und trug entscheidend zum Ausbruch des Musical-Booms im deutschen Sprachraum bei.

Fotos: Heimo Ruschitz

Versteck. Denn Kater Macavity, ein elender Schurke, ist wieder los, und wo immer er auftaucht, sorgt er für Unfrieden. Aber bald schon trauen sich die Katzen wieder aus ihren Verstecken heraus, allen voran das verrückte Paar Mungojerrie und Rumpleteazer. Über allen thront der alte, weise Anführer Alt Deuteronimus. Er wählt dann eine Katze aus, der auf einer Reise eine Wiedergeburt in ein neues Leben versprochen wird. Alle warten gespannt darauf – es wird Grizabella und sie macht sich mit ihrem Song „Erinnerung“ („Memory“) auch bei den Besu­chern „unsterblich“. Die Geschichte wird weltweit verstanden. Mehr als 65 Millionen Zuschauer können nicht irren, wie es in solchen Fällen heißt. Im Mai 1981 feierte Cats in London seine Uraufführung. Inzwischen steht Cats für die Gattung des Musicals schlechthin. Was aber ist das Au-

Die heruntergekommene Glamour-Katze Grizabella macht sich mit ihrem Song „Erinnerung“ auch bei den Besuchern „unsterblich“. *Cats gastiert noch bis 16. Juni in Graz im 90 Meter hohen Theaterzelt am Messegelände.

Letzter Sommer mit Helena Wallner als Kulturhaus-Greith-Organisatorin

Abschied mit Sensation Von Michaela Vretscher

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Foto: Nilz Böhme

ngland und

„In dieser Dichte sind sie erstmals in der Steiermark zu sehen“, freut sich Organisatorin Helena Wallner zum Abschied. „Natürlich ist auch ein bisschen Wehmut dabei“, lässt sie wissen, „aber 13 Jahre ehren­ amtliches Engagement sind ein ausreichender Beitrag für die Allgemeinheit.“ Was sie einem neuen, jungen Team hinterlässt, ist ein bestens eingeführtes Haus und die zugesicherte Förderung für zwei weitere Jahre. „Das Greith-Haus ist kein Baby mehr, es kann jauchzen und singen, tanzen und springen, dass es eine helle Freude ist.“ Nun bereits im Teenager-Alter, hat das Kulturhaus einiges zu erzählen und kann auf viele Höhepunkte zurückblicken, wovon der erste zugleich ein Skandal war: „Hermann Nitsch im Greith-Haus und an der Kirchenorgel, das hat uns

KLIPP Mai/Juni 2013

über Nacht in Österreich bekannt gemacht.“ Außergewöhnlich auch etwa Daniel Spoerris „Zimmer Nr. 13“ – nur in wenigen Häusern Europas gezeigt, weiters Burgschauspieler Ignaz Kirchner inmitten der Ausstellung von Peter Pongratz – „ein außerordentlicher Gesamtkunstgenuss“. Zudem beehr(t)en liebe Freunde mit Premieren das Greith-Haus-Publikum: Erwin Steinhauer etwa kam 2011 mit „Feier.Abend“, für kommenden Herbst haben sich Wolfram Berger und Markus Schirmer mit ihrem neuen Programm „Alaska­ grill“ angesagt. Ein Höhepunkt der Workshops war „zweifellos das von

Helena Wallner mit Gerhard Roth und dem Ehepaar Kisser – Gerhard Kisser ist Kurator der Sammlung Infeld.

den Kindern verfasste Text- und Zeichenbuch für Gerhard Roth.“

Hoher Besuch und Ehrung Zogen im Jubiläumsjahr 2010 die österreichischen Klassiker des 20. Jahrhunderts ins Greith-Haus ein und sorgten für einen Besucheranstrom, so „bevölkern“ heuer die Klassiker der internationalen Moderne die Räumlichkeiten. Zur Verfügung stehen 130 Werke, „der Querschnitt zeigt Originale und druckgrafische Arbeiten“ aus der umfangreichen Sammlung Infeld.

Joan Miró, Farbsiebdruck

Pablo Picasso, Tuschefeder

Hochinteressiert daran auch Bundespräsident Heinz Fischer, der auch ins Greith-Haus kam. „Wir freuen uns und es ist schön, wenn ehrenamtliche Kulturarbeit solche Anerkennung findet.“ Die Schau ist bis 11. August 2013, jeweils Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr, zu bestaunen. Ab 11. Juli donnerstags 19 Uhr Abendführung.

Fotos: © VBK WIEN 2013

Eine (Sommer-)Schau mit Werken von ganz Großen gibt’s heuer: etwa Braque, Chagall, Dalí, Magritte, Miró, Picasso, Warhol.

Andy Warhol, Farbsiebdruck

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mit

STIL

D i e L i f est y l e ko l u m n e vo n Ca r i n a H a r b i s c h

„ Kleider machen Leute. Schuhe machen Persönlichkeiten.“

Gib dem Mädchen die richtigen Schuhe und sie wird die welt erobern Schuhe sind neben Handtaschen die wichtigsten Accessoires in der Mode. Meistens wählen wir den passenden Schuh zur Garderobe, zum Gürtel oder zur Handtasche. Der klassische Schuh für die Dame ist nach wie vor der Pumps; der zur Businessgarderobe gehört, so wie auch zum kleinen Schwarzen. Aber Pumps sind nicht gleich Pumps. Im Büro sollte der Absatz nicht mehr als 3 bis 6 Zentimeter betragen, jedoch bei abendlichen Veranstaltungen oder bei extravaganten Outfits dürfen es auch „High Heels“ sein.

Die Italiener waren immer schon bekannt für besonders edle und qualitativ hochwertige Schuhe und Lederwaren. Die italienische Modemarke Ferragamo aus Ferrara zum Beispiel ist bekannt für schöne Kleider, Tücher, Krawatten und Schuhe. Ferragamo hat auch die roten Ballerinas für Audrey Hep24

burn, die High Heels für Marylin Monroe und die Plateauschuhe für Rita Hayworth entworfen.

„Gib einem Mädchen die richtigen Schuhe und sie wird die Welt erobern.“ (Bette Midler, US-ameri-

Foto: Heimo Ruschitz

Schon immer waren Schuhe ein wichtiges Modeaccessoire, das neben der reinen Schutzfunktion über den gesellschaftlichen Status oder die Gruppenzugehörigkeit seines Trägers Auskunft gab. Schuhe sind auch der Mode unterworfen und ihr Stil wird jedes Jahr – fast augenblicklich – gewechselt. Schuhe sind die neuen Handtaschen, denn ein Schuh kann ein Outfit völlig verändern. Mit einem schlichten Kleid und einem wunderbaren Paar Schuhe können sie einen ersten guten Eindruck hinterlassen und einen starken Auftritt hinlegen. Je nach Belieben können sie mit Schuhen ihre Persönlichkeit zum Ausdruck bringen. Allein das Klick-Klack sagt viel über den persönlichen Stil aus. Hingegen ein raunzender, quietschender oder abgetretener Schuh kann den ersten Eindruck gleich zunichtemachen.

kanische Sängerin, Schauspielerin und Komikerin) Sie spielte unter anderem in den Kinofilmen „Der Club der Teufelinnen“ (1996) und „Was Frauen wollen“ (2000). Die Schuhtrends für 2013 werden in Spitzenform präsentiert. Hoch-hinaus-Modelle mit hohen Plateaus, die uns Ladys helfen, ein wenig größer und schlanker auszusehen. Äußerst trendy ist der klassische Sling Back, Schuhe mit sportlichen Cut-outs in Streifenoptik oder starken Farben. Ebenso ein Highlight in diesem Sommer sind Stiefel im Cowboy-Look oder Booties (der etwas kürzere Stiefel). Was wäre der Sommer ohne unsere geliebten Sandalen? Die heurige Saison ist eine Hommage an Ben Hur und alle wagemutigen Gladiatoren. Ebenso Modelle mit transparenten Plastikeinsätzen oder Absätzen sind angesagt. Besonders schick zu 7/8-Hosen ist der Pedge (ein Zwischending Pumps-Wedge), der neben den spitzen Modellen die wichtigste Schuhform für 2013 ist. Ballerinas sind auch 2013 nicht aus der Mode wegzudenken. Als gute Alternative liegen vor allem die Mokassins im Fokus der Herren, aber auch für Damen und haben somit die besten Chancen, heuer vielleicht den Ballerinas ihren Rang abzulaufen. Mit knalligen Farben, einer spitzen Form und schimmernden Metallic-Effekten passen sie sowohl zum Jeans-Outfit und Shirt als auch zum Sommerkleidchen. In diesem Sinne: Genießen Sie den Sommer vom Scheitel bis zur Sohle. www.liveyourstyle.at

Ausgefallener geht‘s nicht mehr (Foto oben). Bequemer sind die schicken Sommer-Stiefel – entdeckt bei Vörösmarty in der Grazer Sackstrße.

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Innenarchitekt Georg Treusch lebt mit Familie in Trieben:

… sich einfach zuhause fühlen

Georg Treusch ist der Sohn eines Tischlermeisters und vom Beruf her den Spuren seines Vaters gefolgt. „Ich habe den Betrieb aber nicht übernommen, sondern war längere Zeit bei einer Großtischlerei in Niederösterreich als Projektmanager tätig.“ Danach wagte er den Sprung in die Selbstständigkeit und gründete seine Firma „Interior Pro-

wohnen

M

it seiner Familie lebt und wohnt Innenarchitekt Georg Treusch in Trieben, in einem „offen gestalteten Loft“ (wenn man so sagen will, da außer den absolut notwendigen tragenden Elementen keine Mauern den Umbau überlebten), bestehend aus zwei ehemaligen Werkswohnungen des ortsansässigen Magnesit-Werkes. „Die Lage ist günstig, wir haben unsere Wohnung selbst saniert und ausgebaut. In unmittelbarer Nähe befindet sich auch unser Studio. Verglichen mit manchen unserer Kunden ist unser Zuhause extrem bescheiden. Aber was für unsere Kunden gilt, das gilt natürlich auch für meine Frau und mich: Nur wer authentisch wohnt, fühlt sich auch wirklich zuhause – und das tun wir. Wir haben uns vor mittlerweile mehr als zehn Jahren so eingerichtet, dass es für uns passt – kreativ, aber nicht zu verspielt, sogar eher sporadisch und einfach, jedoch gemütlich; und natürlich auch entsprechend unseren damaligen finanziellen Möglichkeiten. Aber unser Heim gefällt uns immer noch genau so, wie es ist.“

Auch Hund Jacky fühlt sich wohl ...

ja so, dass sich Jungfamilien unbedingt ein Häusl auf die grüne Wiese stellen – möglichst günstig, aber so groß wie möglich. Bald sind dann die Kinder aus dem Haus und dann passt vieles nicht mehr. Daher, finde ich, sollte man von Anfang an auch die Raumaufteilung so planen, dass spätere Änderungen möglich sind.“ Das Zuhause: Alles ist einfach gehalten, aber praktisch.

ject“. Heute zählen zu seinen langjährigen Kunden unter anderen die Firma Admonter, etliche Privatpersonen und Unternehmer aus ganz Österreich, aber auch Familien aus seiner Region. „Wir planen Privathäuser, Bars, Restaurants, Hotels, Messestände und vieles mehr – aber immer ganz individuell für jeden unserer Kunden. Dabei reichen unser Leistungsangebot und Produktportfolio je nach Budgetvorstellung sozusagen ,von … bis …‘. Wir liefern allerdings ausschließlich – und das gehört zur Philosophie von Interior Project – qualitativ Hochwertiges zu einem optimalen Preis-LeistungsVerhältnis.“ Er vergleicht seine Arbeit mit der eines Schneiders: „Wir schneidern unseren Kunden genau das auf den Leib, was sie wollen und

was zu ihnen passt.“ Im eigenen Zuhause sind für ihn der große Esstisch und die urigen Holzöfen ganz wichtig. „Alles ist einfach gehalten, aber praktisch.“ Irgendwann werden Georg Treusch, seine Frau und Tochter Marina das wirklich idyllisch am Waldrand gelegene Haus der Schwiegereltern bekommen, wo sie auch jetzt schon den Großteil ihrer Freizeit als „Großfamilie“ verbringen (nicht zuletzt auch wegen der zahlreichen (!) Haustiere, die ebenfalls alle Familienmitglieder sind!). „Daher bauen wir uns auch kein eigenes Haus, sondern erweitern, renovieren, erneuern und optimieren das bestehende kontinuierlich – und haben ALLE unsere Freude daran! Häufig ist es

Als Innenarchitekt weiß Georg Treusch, dass es ganz wichtig ist, den Wohn- und Lebensstil des jeweiligen Kunden zu verstehen. „Wir sind kein Installateur, der wiederholt dieselbe Heizungstechnik einbauen kann, sondern wir müssen auf die persönlichen, individuellen Bedürfnisse unserer Kunden eingehen und jedes Mal etwas Neues entwerfen und designen. Und dazu gehört sehr viel Einfühlungsvermögen und Menschenkenntnis. Dem Kunden muss das Endergebnis gefallen – und zwar viele Jahre lang! Das ist für uns das Wichtigste.“ Ihm und seiner Frau reicht sein „erweitertes Wohnzimmer“ zum Glücklichsein. „Unser Luxus ist die Natur, unser Garten und der Wald, wenn wir dort mit unserem Hund Jacky spazieren gehen oder Schwammerl suchen.“

Erstbezug in Graz-Andritz Wohnflächen: 52–133 m² in hochwertiger Ausstattung Fertigstellung im Frühjahr 2014 HWB 1,5 Kaufpreis: ab € 203.759,– Kontakt: www.roto-immobilien.at Tel. 0664/333 20 07 KLIPP Mai/Juni 2013

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Gesundheit

Wenn sich der Storch nicht und nicht einnisten will

Kinderbasteln via Eisschrank Foto: ausmalshirt.com

9.925 Geburten gab es im Jahre 2011 in der Steiermark. Das ist die gute Nachricht. Die weniger gute: 7.000 Paare bleiben kinderlos – Tendenz stark steigend, obwohl die Medizin die Natur immer öfter überlistet. 5.000 Mal gelang bereits der Nachwuchs aus der Retorte. Tendenz auch zunehmend.

„I

ch bin schwanger“, fühlen sich werdende Mütter gefesselt fürs weitere Leben, reagieren oft panisch auf diese Tatsache. Andere wiederum versuchen alles, nützen alle Tricks der Medizin, weil’s im kuscheligen Bett nicht klappt, sondern nur über das Labor. So ungerecht ist die Welt. Und Fortpflanzungsmediziner weisen darauf hin, dass sie künftig noch häufiger eingreifen müssen, damit es „klappt“, die Frau „guter Hoffnung“ ist, wie’s früher einmal hieß. Auch wenn sich zwei noch so gern haben und bemühen, die Ursachen, warum Eizelle und Samenfäden nicht mehr zueinanderfinden, sind vielfältig. Laut Gesundheitsministerium sind um die 40.000 Paare in Österreich ungewollt kinderlos. Die wenigsten wollen das einfach hinnehmen. Daher muss immer öfter auch die Wissenschaft herhalten, wenn auf den eigenen Körper kein Verlass mehr ist. Das Zauberwort heißt dann: In-vitro-Fertilisation (IVF) –

die Befruchtung im Glas. Da werden der Eizelle die Samenfäden quasi auf dem Tablett serviert und auf diese losgelassen. Sie haben leichtes Spiel. Zeugungsexperten ermöglichen somit durch mikroskopische Feinarbeit neues Leben. Vorher waren die Patientinnen mit Hormonen stimuliert worden, damit sie möglichst viele Eizellen produzieren. Der Samen kann vom Partner, aber auch – wenn es anders nicht geht – von einem anonymen Spender stammen. Über Samenbänke können sich Paare Spender – was Rasse, Haarfarbe, Körpergröße, Blutgruppe, Schulausbildung, Typus dünn bis athletisch betrifft – aussuchen. Die befruchtete Zelle wird anschließend in die Gebärmutter eingesetzt. Sind die Spermien aber zu träge, wählt der Fachmann unter dem Mikroskop eine Samenzelle aus und injiziert sie manuell in die Eizelle. Diese Methode nennt sich Intra-

Bioethikkommission uneinig Mehrheit Pro: Lesbische Paare und alleinstehende Frauen sollen nach Auffassung der Mehrheit der Bioethikkommission „Zugang zur Fortpflanzungsmedizin“ erhalten. Für homosexuelle männliche Paare gibt es keine solche Empfehlung. Der Grund ist die Ablehnung der „Leihmutterschaft“. Homosexuelle Männer brauchen eine Leihmutter, um das Kind auszutragen. Der Zwang zur Herausgabe des Kindes und die Gefahr der Ausbeutung

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cytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI). Drei Viertel aller künstlichen Befruchtungen in Österreich werden nach diesem Verfahren vorgenommen.

Bauch zu vermieten Weil auch der Staat Nachwuchs will, unterhält das Gesundheitsministerium einen eigenen IVFFonds, der kinderlose Paare finanziell unterstützt. Dieser Fonds übernimmt 70 Prozent der Kosten einer künstlichen Befruchtung – allerdings werden nur die ersten vier Versuche bezahlt. Und die bleiben öfter erfolglos, als man will. Bei Frauen bis 35 Jahren liegt die Erfolgsrate bei 50 Prozent, ab 40 Jahren sinkt sie noch dramatischer. Was also tun, wenn man nicht aufgeben will? Eine Eizellen-Spende? Doch das Verfahren ist in Österreich verboten, ebenso wie die Leihmutterschaft. Im grenzenlosen Europa aber keine unüberwindbare Hürde, denn was in Österreich nicht erlaubt ist, wird in den Nachbarländern, wie Tschechien oder

hinderten die Unterzeichner, diese Möglichkeit zu eröffnen. Eizellenspenden sollen Samenspenden gleichgestellt werden. Die Empfängerin muss allerdings noch in einem Alter sein, in dem sie selber Kinder haben könnte, um einen zu großen Altersunterschied zu vermeiden, schreibt die Kommission. Kontra: Gefordert werden das Verbot des Imports von embryonalen Stammzellen und ein Festhalten am Verbot der „verbrauchenden Embryonenforschung“. Eizellenspenden lehnt die Minderheit ab

der Slowakei, erfolgreich und ertragreich durchgeführt. Genetische Mutter des Kindes ist dann die Eizellen-Spenderin; Paare können sich diese aus einem Katalog nach Größe, Alter, Augenfarbe und sogar Hobbys aussuchen. Die Schwangerschaft selbst wird in Österreich medizinisch begleitet, ohne dass es ein Arzt wissen muss.

Genetische Patchworkfamilie Theoretisch können in Zeiten fortgeschrittener Reproduktionstechnik bis zu fünf Personen am Entstehen eines Kindes beteiligt sein: Ein genetischer Vater als SpermaLieferant, eine genetische Mutter als Eizellen-Spenderin, eine das Baby austragende Leihmutter und die beiden sozialen Eltern, die alle Reproduktionshelfer bezahlen und das Kind großziehen. Eine derart ausufernde genetische Patchwork-

und führt dafür zahlreiche Gründe an. Die Spenderin setze sich gesundheitlichen Risiken aus, die von Unfruchtbarkeit bis zu erhöhter Krebsgefahr reichen, argumentieren die Gegner. Außerdem warnen sie vor dem ökonomischen Druck auf potenzielle Spenderinnen. Besonders heftig ist die Ablehnung der Präimplantationsdiagnostik. „Die PID ist weder Therapie noch reine Diagnostik, sondern immer Selektion des betroffenen Embryos“, heißt es in der Gegenposition. Außerdem erhöhe die PID die Erfolgsrate bei IVF-Verfahren nicht.

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Social Freezing: Eizelle für später Nach einer Hormon-Stimulation werden den Eierstöcken mehrere reife Eizellen entnommen und bei minus 196 Grad in einem Stickstofftank tiefgefroren. Nach einer beliebigen Zeit werden die Eizellen aufgetaut und mit einem Spermium befruchtet. Die Embryonen werden in den Körper zurückverpflanzt – in der Hoffnung auf eine Schwangerschaft. Das ist die prinzipielle Methode. Familie stellt vieles, was nach unseren Vorstellungen mit Familie und Verwandtschaft, Kinderkriegen und Erben zusammenhängt, in eine völlig neue Umgebung. Österreich verbietet die Leihmutterschaft. In den USA hingegen kostet eine Miet-Schwangerschaft 60.000 bis 150.000 Dollar. In Griechenland, Großbritannien und den Niederlanden sind nicht kommerzielle Leihmutterschaften erlaubt, aber auch in der Ukraine, in Russland und in Indien.

Leihmutter für Elton John Was heißt das für die Staatsbürgerschaft? Es gibt dann die sozialen Eltern, die für die Eizelle und die Befruchtung zuständig waren – keine angenehme Vorstellung für Gesetzgeber, die da vernünftige Regelungen schaffen sollen. Damit werden auch gleichgeschlechtliche Paare in die Lage versetzt, Eltern zu werden. Die bekanntesten weltweit sind Elton John und sein Partner David Furnish. Sie haben zwei Kinder mit derselben Leihmutter. Die Natur ist in Bezug auf das Kinderkriegen ausgesprochen frauenfeindlich, haben doch die Frauen nicht die gleichen Chancen auf eine

Das Problem in der Vergangenheit war nicht das Einfrieren, sondern dass beim Auftauen messerscharfe Kristalle die Zellmembran und damit das Ei zerstört haben. Spezielle Zusätze – so gesehen „Gefrierschutzmittel“ – haben nun aber die Überlebensraten der Eizellen gewaltig erhöht, weil keine Eiskristalle mehr entstehen durch den blitzschnellen Kälteschock. Die auf Eis gelegte Fruchtbarkeit ist damit eine wirkliche Option für später, für gesunde Frauen, die eben die Sorge haben, dass dann ihr Kinderwunsch mit zunehmendem Alter scheitern könnte. Weil ja auch viele gut ausgebildete Frauen die Familiengründung aus Karrieregründen so weit hinausschieben wie möglich. Diese erfolgreiche Methode führt auch zu bizarren Familienüberlegungen. So weiß man aus der Literatur vom Fall einer Frau, die die Eizellen nicht für sich selbst hinterlegt hat, sondern für ihre Tochter. Diese hat, heute 12-jährig, einen Gendefekt, der sie wahrscheinlich unfruchtbar macht. Irgendwann könnte die Tochter dann mit der eingefrorenen Eizelle der Mutter schwanger werden …

„Das ist ein gewaltiges Minenfeld“

Darf die Reproduktionsmedizin alles tun, was sie kann? Lesen Sie im nächsten KLIPP das Interview mit Frauenklinikchef Univ.-Prof. Uwe Lang.

KLIPP Mai/Juni 2013

Sein Bruder machte sich in der Steiermark einen Namen als ORF-Experte in Sachen Volksmusik, er in seinem Fach als Mediziner: Frauenarzt Hans-Peter Steiner hat 1980 in seiner Ordination das erste Retortenbaby „gezeugt“. Der Bub ist 1981 kerngesund zur Welt gekommen. Schon beim Besuch seines Institutes für In-vitro-Fertilisation und Endokrinologie in der Grazer Rechbauerstraße spürt man, dass er „einen eigenen Stil lebt“: kein weißer Arztmantel, keine typische Ordinationsatmosphäre. Alles wirkt fast „grün alternativ“. „Wichtig für das kinderlose Paar und für uns sind die ersten Gespräche, die im Beisein einer Psychologin stattfinden. Denn die Paare sind in der Regel einem großen Emotionsdruck und vielen Erwartungen aus ihrer Umgebung ausgesetzt.“ Hans-Peter Steiner ist als Zeugungsexperte ein Pionier, arbeitet seit 1991 privat. „Ich bin immer auf der Suche nach Lösungen.“ Die SteinerTan-Nadel (der zweite Namensgeber ist ein kanadischer Arzt) gilt international als Sensation und hat ihn bekannt gemacht. Vorträge auf Kongressen und Fachbuchbeiträge zeugen davon. Der IVF-Eingriff dauert mit der neuen Nadel nur ein Drittel der Zeit und

Gesundheit

Psychologische Vorbereitung wichtig

Reproduktionsmediziner Hans-Peter Steiner ist ein Pionier

es können doppelt so viele Eizellen entnommen werden. „Meine Nadel macht es möglich, einen wesentlichen Schritt in der ,Mild-IVF‘ zu machen. Dies bedeutet nicht nur weniger Schmerzen für die Patientin, sondern auch weniger Belastung durch Hormongaben, weniger Nebenwirkungen und eine optimale Eizellgewinnung pro Follikel.“ Mit dieser Technik ist sogar ein IVF-Eingriff im gänzlich spontanen Zyklus erfolgversprechend und werden neue Maßstäbe gesetzt. Durch die Steiner-Tan-Nadel werden fast alle reifen Eizellen abgesaugt, und das in relativ kurzer Zeit. „Frauen ersparen sich so zumindest eine unangenehme Behandlung, da mehr Eizellen eingefroren werden können“, erklärt Steiner.

Wald-Finnen und New Yorker haben die beste Samen-Qualität Eine Ursache der zunehmenden – ungewollten – Kinderlosigkeit junger Paare ortet der Grazer Reproduktionsmediziner bei den Männern. Die Samen-Analysen würden eindeutig zeigen, dass die Qualität des Spermas abnehme. Dazu gehört, dass es pro Milliliter statt 80 Millionen Samenfäden im Ejakulat nur noch 20 Millionen gibt, dass sich statt 50 Prozent nur noch 10 Prozent bewegen und dass es vom Aussehen mehr und mehr auffällige gibt. Seit dem Pillen-Knick hat es einen Paradigmen-Wechsel gegeben. Früher hat man eben verhütet, gab es die Angst vor der Schwangerschaft und jetzt hat man die Situation, dass die Frauen nicht schwanger werden und die Männer unfruchtbarer. Rauchen, behauptet Dr. Schenk, sei ein massiver Auslöser, aber auch Stress. Diesen Faktor könne man als Phänomen allerdings nicht quantifizieren. Ungünstig auf die Samen-Qualität wirken sich auch Antibiotika aus, weiters exzessives Radfahren, wodurch sich die Hoden erwärmen, auch überhitzen – und das wirkt sich nachteilig auf die Sperma-Qualität aus. Es ist ein untersuchtes Phänomen: Die beste Samen-Qualität haben die Wald-Finnen und die New

Fotos (2): Heimo Ruschitz

lange Fruchtbarkeit wie ein Mann. Während diese bis ins hohe Alter Nachwuchs zeugen können, ist das Alter für das weibliche Geschlecht der Fruchtbarkeitskiller Nummer eins. Sperma ist ein gängiges Massenprodukt. Es lässt sich einfrieren, ohne beim Auftauen Schaden zu nehmen. Eizellen dagegen waren bis vor wenigen Jahren Einzelstücke, die sich bis dahin jeder Langzeitaufbewahrung verweigerten. Heute können Reproduktionsmediziner auch Eizellen einfrieren – und zwar für eine Schwangerschaft nach Plan.

Der Reproduktionsmediziner Michael Schenk (Kinderwunschinstitut Schenk, Dobl)

Yorker. Warum das allerdings so ist, weiß die Forschung nicht. Michael Schenk rät Männern daher, sich rechtzeitig auf ihre Zeugungsfähigkeit untersuchen zu lassen. „Wir bieten diese fortpflanzungsmedizinische Gesundenuntersuchung an, damit du es dann hast, wenn du es brauchst.“ Auch das Einfrieren des Samens ist eine Möglichkeit. Meist erfolgt das heute aber aus einem Anlassfall heraus – wenn ein junger Mann etwa eine Hodenerkrankung oder Krebserkrankung hat oder diese bei ihm diagnostiziert wird.

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Gesundheit

Jung, attraktiv, aber ständig Schmerzpatient Von Walter Hoch

Graz hat im Elisabethinenspital eine international anerkannte Schmerzambulanz

H

atte ein betuchter Römer seinerzeit starke Schmerzen, dann hielt er sich einen Zitteraal und ließ sich von diesem kleine elektrische Schläge dagegen verpassen. Mehr als 2000 Jahre später helfen wohldosierte Elektroschocks, serien­reif gemacht, in Form von Schmerzsonden. Univ.Prof. Josef Neuhold vom Krankenhaus der Elisabethinen ist als Anesthäsist ein Spezialist auf diesem Gebiet. 350 Schmerzsonden und 250 Schmerzpumpen hat das Team um Prof. Neuhold in den vergangenen 10 Jahren implantiert.

Über Nacht bewegungsunfähig So passiert bei der Steirerin Sabine Pucher. Die damals 33-jährige noch sehr aktive Chemotechnikerin konnte sich während eines Urlaubs 2007 über Nacht nicht mehr bewegen. Ein Martyrium begann. Im LKH Graz baute man ihr eine Metallstütze im Rücken ein. Die Schmerzen blieben, außerdem konnte sie die Schaufel des linken Fußes nicht heraufziehen, der Fuß hing. Sie ließ sich privat operieren und wegen der übergroßen Schmerzen ein Spezialröntgen anfertigen. Es zeigte, das Implantat 28

war gebrochen, erst jetzt glaubte man ihr. Außerdem stellte sich heraus, dass der Spinalkanal zwischen Wirbeln und Bandscheiben bei ihr schon erbbedingt sehr schmal war, und noch traumatischer: Bänder zur Fixierung der Wirbel waren nicht vorhanden. In dieser aussichtslosen Situation hangelte sie sich nur mehr von einem Krankenstand zum nächsten durch, weshalb sie auch vom Chefarzt in die Invaliditätspension geschickt wurde. Als sie nicht mehr weiter wusste, bekam sie 2011 den Tipp, die Schmerzambulanz bei den Elisabethinen aufzusuchen. Neben Josef Neuhold war es vor allem sein Stellvertreter Dr. Michael Kern, der ihr neue Hoffnung gab. Drei Schmerzsonden und ein Neurostimulator wurden implantiert. Eine solche Stimulation dient dazu, durch die Abgabe elektrischer Impulse in einem bestimmten Bereich des Körpers die Schmerzsignale auf dem Weg zum Gehirn zu blockieren. Diese Impulse im Bereich bis zu zehn Volt spürt der Patient als Kribbeln in den Schmerzstellen. Bei Sabine Pucher musste wegen ihres „schwachen“ Rückens die Sonde nochmals ausgebaut werden, damit das

Implantat erneuert werden konnte. Die neuerliche Einsetzung der SCSSonden, auch Nervenschrittmacher oder Rückenmarksstimulation genannt, hatte bei ihr im Bereich des linken Fußes einen Erfolg von 90 Prozent Schmerzlinderung. Dagegen lag der Erfolg im Bereich Lenden-, Brust- und Halswirbel sowie Bandscheiben deutlich darunter. Auch wenn nicht alle ihre Schmerzen weg sind, die junge hübsche Frau, die nach außen hin dennoch mitunter ihren fröhlichen Charme spielen lässt, schwört auf die Schmerzstation der Elisabethinen: „Nachdem ich sieben Fehlgeburten wegen meiner vielen Schmerzen erlitten hatte, waren mein Mann und ich ziemlich am Ende. In dieser Situation spürt man ganz genau, wer einem wirklich hilft!“ Generell sieht Schmerz-Mediziner Neuhold eine Quote von 70 Prozent sehr gutem, 20 Prozent mäßigem und 10 Prozent keinem Erfolg, was auch die Krankenkassen freut. Josef Neuhold: „Der Neurostimulator kostet zwischen 14.000 und 18.000 Euro, je nachdem, ob er wiederaufladbar ist oder nicht. Doch diese Kosten kommen durch den gesunkenen

Foto: Furgler

Sabine Pucher: mehrere Fehlgeburten aufgrund ihrer unerträglichen Beschwerden.

Anesthäsist und Schmerzexperte, Universitätsprofessor Josef Neuhold (Krankenhaus der Elisabethinen): 350 Schmerzsonden und 250 Schmerzpumpen mit seinem Team implantiert.

Medikamentenverbrauch innerhalb von durchschnittlich zwei Jahren wieder herein.“ Berücksichtigt man die Tatsache, dass für die chronisch Kranken, die fünf Prozent aller Patienten ausmachen, 85 bis 90 Prozent der gesamten Gesundheitskosten ausgegeben werden, rechnet sich das stark. Sabine Pucher kam auch zu einem „TV-Auftritt“ der besonderen Art: Anlässlich eines international besetzten Seminars der Schmerzambulanz der Elisabethinen wurde ihre Operation live auf den Großbildschirm in den Konferenzsaal übertragen.

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„Als Wunderwaffe der Natur hält unser Moor gesund“ E

in schlagender Beweis dafür ist Gesellschafter Gernot Fraydl. 30 Jahre führte der heute 74-Jährige das Heilmoorbad, das von seinem Vater, einem Steuerberater, gegründet worden ist. Der ehemalige Fußball-Tormann und -Trainer rückblickend zur Erweiterung und zur Eröffnung des neuen Heilmoorbades im November 2011: „Die Planung dafür hat 2006 begonnen. Es war die richtige Entscheidung, zum richtigen Zeitpunkt.“ Am 21. Juni feiert man in Schwanberg mit einem Festtag das 40-jährige JubiDirektor Josef Bischof: läum. „Als Gef e i e r n am 21. Juni sundheits- und Kurhotel sind wir spezialisiert auf Therapien für Stütz- und Bewegungsapparat, verbunden mit Entschlackungsprogrammen – von Schnuppertagen bis zu einer dreiwöchigen Kur“, so Josef Bischof, seit 2004 Direktor. „Das Heilmoor kommt vom auf über 1.400 Meter liegenden Hoch-

Gesellschafter Gernot Fraydl

moor Garanas, das nur hier seine einzigartige Heilkraft entfaltet.“ Seit Wiedereröffnung des Hauses konnte der Bekanntheitsgrad massiv gesteigert werden. Mit einem halben Dutzend Mitarbeiter begannen man im ehemaligen Kapuzinerkloster vor 40 Jahren. Heute beschäftigt das Moorbad Schwan-

berg mehr als 70 Mitarbeiter – darunter Therapeuten, Orthopäden, bis hin zu TCM-Ärzten. „Das Moor ist unbestritten der Motor für unsere Entwicklung. In den letzten Jahren haben wir die Zahl unserer Stammgäste gehörig erhöht“, so Josef Bischof. Noch im-

mer ist auch das 1706 von den Kapuzinern gegründete Kloster in das Moorbad-Zentrum eingebunden. Alt und neu – Speisesäle, Seminarräume und Restaurant – fügen sich gut ineinander. „Heute hat unser Haus“, so Direktor Bischof, „insgesamt 98 Zimmer mit 144 Betten.“

Fotos: Heilmoorbad Schwanberg/ Pixelmaker.at

Im Jahr 2012 konnten im Heilmoorbad Schwanberg über 36.000 Nächtigungen verbucht werden. 71% der getätigten Buchungen im Jahr 2012 erfolgten hier durch den Privatgast. Josef Bischof, Geschäftsführer des Heilmoorbads Schwanberg dazu: „Das bedeutet eine erhebliche Steigerung der Wertschöpfung nicht zuletzt für die Region Sulmtal-Koralm und das Schilcherland Steiermark.

So sah es vor Jahrzehnten aus ...

KLIPP Mai/Juni 2013

... heute ist das Heilmoorbad ein modernes Gesundheitszentrum.

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gesundheit

40 Jahre Heilmoorbad Schwanberg waren erst der Anfang


Leben & Leute

Faszination Südoststeiermark Eine neue Großregion findet sich

Von Helmut Dietl

Wenn man jung ist, will man für gewöhnlich hinaus in die Welt, um Neues zu entdecken. Neuerdings fühlt sich aber ein Teil der jungen Generation in den ehemaligen Bezirken Feldbach und Radkersburg zu Hause und pudelwohl. Grund dafür: Das Neue passiert vor Ort. „Südoststeiermark“ – so der Name der neuen 90.000 Bewohner zählenden Großregion. Der Begriff spannt nun eine Klammer über das Thermen- und Vulkanland

Keine Großprojekte vergöttern Eine authentische Heimat ist den Südoststeirern ein wichtiges Anliegen. Sie lassen sich von Großevents wenig beeindrucken und investieren in langfristige Bodenständigkeit. Man denke, wirklich nur beispielsweise, an die ZotterSchokolade, das Weingut Krispel, die Tischlerei Knaus oder das Elektroinstallationsunternehmen

Lugitsch, AT&S, Boxmark oder Spätauf. „Die neue Identität der Leute bewirkt eine neidlose Nutzung des Eigenmarktes“, betont Josef Ober, Hauptinitiator des Projekts Vulkanland. Aus ehemals zerklüfteten Wirtschaftsstrukturen ergibt sich eine gemeinsame Würde- und Wertsteigerung, die sich auf Besucher überträgt. Das kurbelt die Wirtschaft an. „Wir versuchen die Bevölkerung bei der regionalen Konzeption einzubinden und schaffen somit eine gute Struktur“, erklärt Josef Ober. Eine intakte Kulturlandschaft bleibt die Südoststeiermark dann, wenn es die Menschen schaffen, nicht Opfer

Boxmark: Hochwertige industrielle Lederfertigung, die schon Handarbeit-Qualität hat.

der globalen Industrie zu werden. Von der neuen Regionshauptstadt Feldbach bis nach Bad Radkersburg reihen sich Gewerbe, sanfte Industrie, Landwirtschaft, Kulinarik (Genuss am Fluss), Kultur und Tourismus in Einklang aneinander. Es ist gelungen, in der Südoststeiermark mit dem Vulkanland eine Marke zu etablieren. „Wir haben

nicht nur über regionale Probleme geredet, sondern etwas getan“, bekräftigen die Südoststeirer.

Ausdruck regionaler Identität Das ist die Vulkanland-Tracht von Hiebaum aus Studenzen. Das Unternehmen prägt die TrachtenSzene in der Steiermark wesentlich mit. Die Schnittabteilung ist die

Der Geschmack unserer landschaft 

STEIRISCHER WEIN

Steiermark: Frische pur. Es mag Weinbaugebiete mit wuchtigeren und alkoholischeren Weinen geben. Nirgends jedoch sind die Weine frischer, brillanter und eleganter. Dies gilt für alle drei steirischen Weinanbaugebiete. Im Westen dominiert der Schilcher, ein pikanter Rosé und ausgeprägter Terroirwein. Im Sausal und an der Südsteirischen Weinstraße geben Sauvignon Blanc und Muskateller den Ton an, während im Südosten neben den Burgundersorten der Traminer als Juwel für den Kenner funkelt. Mehr zum Steirischen Wein: www.steirischerwein.at Buschenschanken, Zimmer und Termine: www.steirisches-weinland.at

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KLIPP Mai/Juni 2013


Foto: Parktherme/Harald Eisenberger

Besuchermagnet Therme Bad Radkersburg

in der nicht eine neue Kollektion präsentiert wird. „Wir fühlen uns mit der Region verbunden, sind aber international tätig“, gibt Josef Schiffer einen Hinweis auf die Größenordnung, dass für die Region und außerdem für rund 300 namhafte Kunden in Europa produziert wird – dafür werden jährlich 200 Kilometer Stoff vernäht.

Wer das „sucht“ und mag, der wird der Schinken-Erlebniswelt von Familie Habel in Auersbach einen Besuch abstatten, um zu begreifen, worauf die regionale Wirtschaftsoffensive abzielt. Die VulcanoSchinkenmanufaktur ist eines vieler Aushängeschilder der Region und erhöht neuerdings den Gastronomie-Vertrieb. Gemeinsam mit dem südsteirischen Weingut Georgiberg der Familie Trierenberg werden langfristig sogar Märkte wie China oder Russland angepeilt. In den „Vulcanotheken“ Wien und Bad Gleichenberg kann direkt oder online von daheim aus gekauft werden. Fein aufgeschnitten sind Vulcano-Produkte übrigens ein besonderes Genussschmankerl. Gefeiert und gustiert wird sodann beim Schinkenfest am 20./21. Juli. Noch braucht es Zeit, damit die Radkersburger sich stärker nach Feldbach orientieren, die ja bislang Richtung Westen ihre Aktivitäten setzten. Doch mit gutem Willen und Unterstützung aus Graz wird‘s gehen.

Hiebaum – Trachtenmode aus dem Vulkanland Vom Dirndl bis zur Lederhose, von Kindertrachten bis zum Trachtenschmuck – Hiebaum ist Trachtenvielfalt und echtes Trachtenhandwerk! Seit 50 Jahren entstehen authentische Trachten in der hauseigenen Manufaktur in Studenzen. In der Erlebnis­führung erfahren Sie alles vom Entwurf bis zur Endfertigung und schauen den 50 Angestellten über die Schultern. Diese fertigen aus besten heimischen Materialien auch die echte und weithin bekannte Vulkanland-Tracht: Hiebaum konnte die Farben und Herzlichkeit des Vulkanlandes in der VulkanlandTracht vereinen und so die ganze Vielfalt der Region widerspiegeln.

Leben & Leute

Schinken und Wein

Mit der Steirermen-Tracht tragen Sie immer ein echtes Stück Heimat!

Trachtenvielfalt vom Dirndl bis zur Lederhose 50 Jahre echtes Trachtenhandwerk 2 400 m Trachtenshop und fachkundige Beratung Erlebnistour für die ganze Familie Trachtenmode Hiebaum, 8322 Studenzen 118, Tel.: 03115/ 2560, Fax: 03115/ 3681, office@hiebaum.at, www.hiebaum.at

rohani

teppiche schloss kornberg Ausstellung bis 13. 10. 2013 | Di–So 10–18 Uhr Dörfl 2, 8330 Feldbach | 03152/4200 | rohani.at

KLIPP Mai/Juni 2013

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Kreativschmiede des Betriebes. Hiebaum hat der Region mit der Vulkanland-Tracht ein wesentliches Wiedererkennungsmerkmal geschaffen. Sie ist Ausdruck der regionalen Identität. Keine Saison,


GENUSS

Phantastische Genussreise

von Michaela Vretscher

Einmal den Schmankerl-Produzenten von Kren, Obst, Honig, Bohne, Kern und Öl über die Schulter schauen und diese dann in aller Ruhe (ver-)kosten – das war der appetitanregende Anlass für eine Genusstour in die Oststeiermark. Unser Stützpunkt für unsere Erkundungsausflüge war das Garten-Hotel Ochensberger. Die scharfe, gesunde Wurzel: Kren im Vulkanland

Fruchtiges an der Steirischen Apfelstraße

Süßes Gold – Honig aus dem Naturpark Almenland

Kaltgepresstes Lebenselixier: Öl aus dem Naturpark Pöllau

Eine herrliche Duftwolke strömt uns beim Eintritt in die Produktionshalle entgegen. „Wir beschäftigen uns bereits in zweiter Generation mit dem Anbau von Kren. Es ist sehr arbeitsintensiv“, erzählt die Familie Tappauf. „Pro Hektar braucht es 1.000 Arbeitsstunden und wir haben eine Fläche von 3,6 Hektar.“ Die Krenwurzel durchläuft viele Stationen im Jahreskreis: vom Anpflanzen der über den Winter gelagerten Seitenwurzeln im Frühling über die Hand-

Josefa Wilhelm empfängt uns auf dem „Seppi-Peppi-Hof“ im Apfeldorf Puch bei Weiz: „Wir bauen in unserem 17 Hektar großen Obstgarten viele Apfelraritäten an, wie z.B. Elstar, Kronprinz, Rubinette, machen aber auch Fruchtsäfte, Liköre, Marmelade und Essig“, so Josef Wilhelm. Das Durchkosten der Äpfel gelingt uns, weil sie knusprige Apfelringe für uns bereitgelegt hat. Als süßes Vergnügen gibt’s auch noch den naturtrüben Apfelsaft zu probieren.

Mit großer Begeisterung erzählt der Imker Karl Kreiner von der Arbeit mit seinen „Partnern“. „Uns ist ein Bienenvolk als Geschenk gleichsam zugeflogen, und da hat meine Frau und mich das Bienenfieber gepackt“, erzählt er. „Heute betreuen wir mit der Passailer Almenland-Imkerei 200 Völker.“ Viel Hingabe und Respekt gegenüber der Natur sind eine Voraussetzung dafür, dass außergewöhnlich gute Produkte gelingen – etwa bernsteinfarbener und hellgel-

Das Öl des Familienunternehmens Fandler – in vierter Generation von Julia geführt und erweitert – weist sich aus durch die erlesenen Rohstoffe und die schonende Herstellung mittels handwerklichen Stempelpressverfahrens. Nüsse, Samen und Kerne in „Knabberqualität“ – nicht nur heimisches, sondern auch mediterranes und exotisches Saatgut – werden vom Pressmeister mit langjähriger Erfahrung und „Fingerspitzengefühl“ zum feinen Öl, das

Arbeitsaufwändig, aber äußerst gesund – die scharfe Wurzel aus den Feldern der Familie Tappauf.

Mit zahlreichen Obstsorten und einer großen Produktpalette locken die „Pepperls“ Wilhelm im Apfeldorf Puch bei Weiz.

arbeit mit Freilegen/Entfernen der Wurzeln im Juni bis zur Ernte im Spätherbst und dann der Lagerung bei minus zwei Grad. Erst dann kann er aufgetischt werden. Und das tut für uns Ursula Tappauf mit Frischkäse, geriebenem Kren und Schinken. Sie gibt uns auch noch einen Gesundheitstipp: Bei Verkühlungen hat der Kren – aufgelegt – eine rasche, heilende Wirkung.

„Mein Mann entwickelt mit traditionellem Handwerk und modernster Technik Edelbrände. Er gehört zur Gruppe jener Spezialisten, die den ,Abakus‘ herstellen. An drei Tagen und zwei Nächten brennen die 15 Apfelmänner in geheimer Prozedur den mit 1444 Flaschen limitierten Jahrgangsbrand.“ Auf das markante Aroma eines sechs Jahre im Eichenfass gelagerten Apfelbrandes stoßen wir beim Abschied an.

Es ist eine wahre Freude, ihm zuzuhören: Peter Kreiners Begeisterung steckt an. Mehrfach mit Gold prämiertes „süßes Gold“ unterstreicht die Liebe zur Natur und die Sorgfalt bei der Arbeit mit seinen „Partnern“.

Öl: In der Ölmühle Fandler werden mehr als 30 sortenreine Bio- und Classic-Öle hergestellt. Hinzu gesellen sich die Öl-Cuvées mit entsprechendem Zahlenetikett.

Infos: Garten-Hotel Ochensberger, Untere Hauptstraße 181, 8181 St. Ruprecht a. d. R., Tel. 03178 / 51 32-0; www.ochensberger.at 32

Familie Tappauf, Ebersdorf 6, 8322 Studenzen, Tel. + Fax: 03115 / 24 23 www.kren-tappauf.at

Familie Wilhelm: ganzjährige Brennereiführungen mit Verkostung: Lingstätten, 8182 Puch bei Weiz, Tel. 03177 / 41 41; www.wilhelm.at

ber Cremehonig. Und schnuppert man an den Sorten, dann riecht man würzige Almkräuter, saftige Bergwiesen, taufrische Wälder. Bei der Schauhütte mit Bienenvolk im Naturbau und auf den Informationstafeln gewinnt man Einblick in das Wirken des gesellig lebenden Hautflüglers.

Honigladen: Tel. 03179 / 23 788, Lindenbergweg, 8162 Passail; www.imker.at

nach einer „Ruhezeit“ in die Flaschen gelangt. Julia Fandler: „Jährlich pressen wir aus rund 600 Tonnen Ölfrüchten ca. 240.000 Liter Öl – mehr als 30 Sorten.“ Mich reizt das duftende, kräftige Erdnussöl zum Experimentieren für zuhause.

Ölmühle Fandler GmbH mit VerkaufsPräsentationsraum, offener Küche für Kochkurse, Seminare etc.: Prätis 1, 8225 Pöllau, Tel. 03335 / 2263; www.fandler.at

Estyria Naturprodukte GmbH, Wollsdorf 75, 8181 St. Ruprecht a. d. Raab. Infos und zahlreiche Rezepte unter: www.steirerkraft.com

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Kürbiskern/-Öl und Käferbohne: (Geballte) Steirerkraft

Delikatessen à la Ochensberger: Die „STEIERNESS Selection“

„Alle Prozesse laufen im Haus ab“, betont Franz Seidl, Geschäftsführer des Unternehmens Estyria, einem der bedeutendsten Verarbeiter von Kürbiskernen und Käferbohnen weltweit. Für den „Nachschub“ der Premiummarke „Steirerkraft“ sorgen Vertragslandwirte aus der Umgebung des Standortes; somit ist bei den Produkten eine dreifache Herkunftsgarantie – Saatgut, Wachstum, Verarbeitung – sowie Transparenz gegeben.

„Für mich ist das Garten-Hotel Ochensberger eine Verwöhnlandschaft auf vielen Ebenen“, lobt mein Tischnachbar das Haus. Ob es um Kulinarik im Restaurant geht, die ausgewählten steirischen Tröpferl an der Weinbar oder die Entspannung im Vitalreich – alles ist bodenständig und äußerst vielseitig. Uns verwöhnte man mit gegrilltem Almziegenkäse im Vulcano-Schinkenmantel, gebratenem Saiblingsfilet aus der Weizklamm, Rumpsteak vom Almenlandrind und

Kürbiskern/Bohne: Der Geschäftsführer von Estyria, Franz Seidl, führt durch den Betrieb und gibt Einblicke in die Produktion der Premiummarke „Steirerkraft“.

Steierness Selection: Herrliche Aufstriche/Pesto – pikant oder süß, in der Küche des Garten-Hotels Ochensberger aus heimischen Zutaten kreiert, tragen die „Handschrift“ Wolfgang Hutters. Pro gekauftes Produkt fließen 50 Cent einem wohltätigen Zweck in der Region zu.

„Die Aufbereitung der gentechnikfreien Rohstoffe bis zum Endprodukt“, so der Geschäftsführer, „erfolgt nach strengsten Qualitätsansprüchen.“ „Mittels der Stempelpresse entsteht bei uns auch das Steirische Kürbiskernöl g.g.A., welches 2012 bereits zum elften Mal die steirische Landesprämierung erhielt.“ Für uns gab’s nach der Betriebsführung eine vegetarische Käferbohnensuppe, und noch heute glaube ich, auf der Zunge deren feine Würzung zu spüren. KLIPP Mai/Juni 2013

danach gab’s gebackene Apfelzimtknödel mit Karamelleis. Und wenn man einen bekannten Maler wie Wolfgang Hutter zum Schwager hat, den Mitbegründer der „Wiener Schule des Phantastischen Realismus“, dann gibt’s auch noch Künstlerisches. Er entwarf die STEIERNESS Selection. Das sind Gläser, die Aufstriche aus regionalen Zutaten für jeden Geschmack beinhalten – von deftig, scharf, aromatisch bis süß. Mir persönlich angetan hat es das BärlauchPesto – vitale Grüße aus den Auen.

Barrieferei! Mehr Infos und der Vulcano Onlineshop

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Perfekt beraten in meinem Garten! Von Sonja Mayerhofer

Freizeit

Willis Erlebnisgärtnerei: ein Paradies für Pflanzen-Liebhaber

Urlaubsflair durch Hanfpalme

P

almen für ein mediterranes Urlaubsflair in unseren Breitengraden, ist das möglich? Ja, denn direkt neben dem Murradweg in Graz-Puntigam gelegen, kann man während einer Radtour, eines Spaziergangs oder gezielt bei einem Besuch in Willis Erlebnisgärtnerei eine erholsame Pause einlegen. Auch ich habe das getan und es mir unter den zahlreichen Pflanzen- und Blumenarrangements gemütlich gemacht, eine Erfrischung zu mir genommen und die Wasserschildkröten im Gewächshaus bei ihrem Treiben beobachtet. „Das zuvor angesprochene Urlaubsflair gibt es bei uns“, sagt Inhaberin Sabine Herneth, „denn die winterharte Hanfpalme etwa mit ihren kleinen, harten, aufrecht wachsenden Blättern ist sehr robust gegen Wettereinflüsse, und bei

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Othmar Ganzwohl mit einem Kumquatbäumchen ausgiebiger Bewässerung im Sommer sind 20 cm Stammzuwachs oder mehr pro Jahr auch in Österreich durchaus möglich. Gut eingepflanzt oder als Kübelpflanze im Garten ist sie bis zu -17 °C frostverträglich, liebt natürlich die Sonne und wächst daher im Halbschatten langsamer.“ Es gibt also nicht nur das familiäre und heimelige Ambiente, sondern auch kompetente Beratung und beste Qualität. „Die große Vielfalt macht’s aus. Neben heimischem Grün greifen Pflanzenliebhaber gerne zu den immergrünen Zitruspflanzen, wie Zitronen- oder Mandarinenbäumen und Kumquat, auch Zwergorangen oder Zwergpomeranzen genannt“, weiß Gartenfachexperte Othmar Ganzwohl. Sein Pflegetipp für einen optimalen Ernteertrag: „Den Zitrusfrüchten ein nährstoffreiches Substrat bestehend aus je

einem Drittel guter Blumenerde, Kompost und kalkfreiem Sand geben. Damit die Pflanze schön dicht bleibt, sollen abstehende Zweige immer wieder zurückgeschnitten werden.“ Um sich über das ganze Jahr am herrlichen, an den Urlaub erinnernden Duft erfreuen zu können, sollen Zitruspflanzen über den Winter an einem hellen und kühlen Platz stehen. Auch die ausreichende Zufuhr von Nährstoffen sowie reichliches und gleichmäßiges Gießen sollen garantiert werden. Wer die Zitrustöpfe über den Sommer in den Boden einsenkt, verringert den Pflegeaufwand. Glücklicherweise wird der ökologische Gedanke in unserer Gesellschaft immer vorrangiger, und so weiß der Pflanzenliebhaber bei jeder geernteten Zitrone, Orange, Grapefruit oder Kumquat, wie sie herangewachsen ist. Die Frucht kann vollreif und

geschmackvoll geerntet werden, ­ ohne auch nur einen Kilometer zu fahren. Auch beim Thema Gestaltung des eigenen Zuhauses mit Balkonblumen, Beeten und Blumenampeln steht Willis Erlebnisgärtnerei mit Rat und Tat zur Seite. Familie Novotny aus Fernitz wurde mit Willis Unterstützung beim „Steirischen Blumenschmuck Bewerb 2012“ mit Gold ausgezeichnet. Neben dem Standort Graz-Puntigam gibt es einen weiteren in Wiener Neustadt. „Ein besonderes Service unserer Gärtnerei ist, dass wir 365 Tage im Jahr geöffnet haben, und mit unseren zahlreichen Ausstellungen, zum Beispiel zu den Themen Bonsai, Orchideen oder Kakteen, können wir unseren Kunden ein wirkliches Erlebnis bieten.“

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Freizeit

Pilgern mit dem E-Bike Wohltuend für Kopf, Körper und Seele Auf den Spuren des heiligen Wolfgang Selbst ein frisch am Knie Operierter, weit über 50, schaffte die viertägige Strampeltour vom bayrischen Regensburg nach St. Wolfgang im Salzkammergut – immerhin 330 Kilometer. Und damit ist klar: Auch für Genießer und Nichtradler ist diese Wallfahrt leicht zu bewältigen, geht es doch flussabwärts und damit meist flach dahin.

ten Tagen war das große Thema, aber doch vorankommen. „Eine solche Pilgertour ist wohltuend für den Kopf, weil man sich historische Stätten in Ruhe anschauen

Und mit den attraktiven Packages mit E-Bikes des Tourismus wird’s noch einmal leichter. Diese sind – im Pilgerjargon gesprochen – ein „Segen“ für jene, die nicht längere zu Fuß pilgern können oder wollen oder auch mit der Zeit haushalten müssen. Auf dem Fahrrad sitzend erleben sie ihre Umwelt völlig anders als im Auto. Entschleunigen in den nächsKLIPP Mai/Juni 2013

kann, gleichzeitig aber auch etwas für die körperliche Fitness tut und das auch der Seele gut tut“, beschreibt ein Kollege sein Hochgefühl. Seit 20 Jahren ist er nicht so viele Stunden auf dem Rad gesessen, und die größte Herausforderung ist es, so lange im Sattel zu sitzen. Das gestand auch Regensburgs Oberbürgermeister Hans Schaidinger, der selbst bis nach St. Wolfgang auf den Spuren des heiligen Wolfgang fuhr. Dieser war ja um 970 Bischof von Regensburg und pilgerte bis an den Abersee, der später erst zum Wolfgangsee wurde.

Ruhig angehen

Der heilige Wolfgang als Hackelwerfer: wo es landete, entstand eine Kirche.

Egal, ob zu Fuß oder wie in unserem Fall mit dem E-Bike – das Wallfahren, in unserem Fall sogar wörtlich zutreffend – soll man ruhig angehen. Daher war die ers-

etappe von Regensburg te Tages­ nach Straubing mit 54 Kilometern zum Einrollen und Gewöhnen gerade passend. Zur Einstimmung ging’s in den Regensburger Dom, wo sich die Grabstätte des heiligen Wolfgang befindet. Er ist das bedeutendste gotische Bauwerk Süddeutschlands und berühmt für seine Glasfenster. Kurz nach Regensburg leuchtet am linken Donau-Ufer, auf einer Anhöhe thronend, uns die im weißen Marmor gehaltene Walhalla entgegen. Der Tempel ist eine perfekte Kopie des Parthenon auf der Athener Akropolis. Erbauen ließ die Walhalla der tolerante und weitblickende König Ludwig I. von Bayern, eröffnet wurde sie 1842. Die Walhalla beherbergt die Marmorbüsten und Gedenktafeln berühmter Persönlichkeiten „Teutscher Zunge“ unabhängig von Geschlecht, Stand und Religion: von Maria Theresia bis Albert Einstein. Adolf Hitler war nur ein Mal auf der Walhalla, konnte mit ihr „nichts anfangen“, bot sie doch keine Möglichkeit für riesige Festaufmärsche. Auch die amerikanischen Besatzer nicht – nach Kriegsende brachte das US-Militär dort vorübergehend ein Kino unter. 35


Radpilgern Passau

Vilshofen

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Landshut

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Fußpilgern

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Freizeit

Straubing

Braunau Altötting Mattighofen nze gre des Lan

Bevor wir am nächsten Morgen Straubing hinter uns lassen, gibt’s noch einen Stopp im stillgelegten Friedhof St. Peter in Alt-Straubing mit der romanischen Basilika und der Sühnekapelle für die tragisch als Zauberin in der Donau ertränkte Agnes Bernauer. Ein weiterer Höhepunkt beim Dahinstrampeln am zweiten Tag – wir folgten der Beschilderung „Tour de Barock“ – ist die unvergleichliche Basilika Osterhofen, ein Meisterwerk des Spätbarocks der Gebrüder Asam.

Regensburg

La

Bayern ade – Grüß Gott Österreich

Salzburg

Kloster Gut Aich

Alternativroute: Fußpilgerweg Falkenstein

St. Gilgen

St. Wolfgang Wo lf

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Strobl

Vom Falkenstein warf der Legende nach der heilige Wolfgang sein Hackel. Es landete am Rande des Se

gut markiert, über Schärding oder Braunau zurück auf den Pilgerweg des heiligen Wolfgang gehen. Mit mehr als 110 Kilometern war die Strecke von Braunau nach St. Wolfgang die längste Tagesetappe. Und dabei ging es entlang des Mattigtalradwegs bis nach St. Florian, wo die Kapelle des heiligen Florian (Schutzpatron der Feuerwehr) ein markantes Wahrzeichen in der Landschaft abgibt. Am Nachmittag erreichten wir dann das Europa­

kloster Gut Aich, das von Benediktinern (ora et labora) geführt wird. Mit dem dortigen Segen des Abts ging’s auf den Schlussabschnitt. Die einen nahmen die Strecke rund um den See bis nach St. Wolfgang. Andere folgten den Spuren des heiligen Wolfgang über den Falkenstein. Man sollte diese schweißtreibende Route auf sich nehmen. Auch das Rad schiebend, weil die Kapelle und der Blick von oben auf den Wolfgangsee für alles entschädigen.

Foto: Tourismusverband Regensburg

im zu einem Hotel umgebauten Zollhaus nächtigten und es uns gut­gehen ließen. Etappenziel am dritten Tag war Braunau am Inn in Österreich. Unterwegs machten wir – natürlich Pflicht – in St. Wolfgang im Rottal Pause. Dort, wo auch der heilige Wolfgang rastete. Eine Wallfahrtskapelle erinnert daran. Weil die Wallfahrt nah an Passau vorbeiführt: Wer diese Stadt noch nicht kennt, sollte den heiligen Wolfgang für einige Stunden verlassen – er Prachtvoll: 10 Jahre arbeitete Michael Pacher am Altar. wird’s verzeihen. Ist Kaum vorstellbar, wie schwierig der Transport von Südtirol die alte Bischofsnach St. Wolfgang im 15. Jahrhundert gewesen sein muss. stadt doch eine Art Gegenspieler zu Die sorgte auch noch am Abend Regensburg. Jener Ort, wo der Inn im schmucken Villshofen an der in die Donau mündet, ist einfach Donau für Gesprächsstoff, wo wir sehenswert. Danach kann’s wieder,

Vor dem Start der Wallfahrt ging’s noch in den Regensburger Dom und dort zur Grabstätte des großen Bischofs. 36

Die Walhalla, eine Kopie des Parthenon-Tempels der Athener Akropolis, thront oberhalb der Donau. Ein Halle für „große Menschen“ mit „Teutscher Zunge“. KLIPP Mai/Juni 2013


Freizeit Basilika von Osterhofen: Spätbarocke inszenierung mit Seltenheitswert.

Alles gut gegangen: Segen durch den Abt des europaklosters Gut Aich.

Wichtige Grundnahrungsmittel für Wallfahrer: Brezen und Bier.

des Sees. Dort ließ er eine Kirche erbauen.

ßen Rössl. „Wo Pilger san, is auch a Durscht. Wo a Durscht is, is auch a Brauerei“, klärte uns Seniorchef Helmut Peter über die Geschichte seines Hauses launig formulierend auf. Auch bei der Führung durch die imposante Wallfahrtskirche zum Abschluss sparte er nicht mit Anekdoten: „Wenn sich die Bayern stritten, dann war’s für die Österreicher gut. Denn so gehört St. Wolfgang heute zu uns.“

Der Wolfgangweg 5/7 Übernachtungen inkl. Frühstück ab 470 Euro pro Person im DZ. Das Package enthält folgende Leistungen: E-Bike, Fahrradtasche, Kartenmaterial, Rucksack, Pilgerführer „Der Wolfgangweg“, Reisetagebuch, Broschüre „St. Wolfgang – Geschichte und Gegenwart“, Stadtführungen auf Anfrage. Infos: Wolfgangsee Tourismus GmbH, Tel.: 06138/ 8003, www.wolfgangsee.at

Halt bei einem nicht weniger Berühmten: dem heiligen Florian.

Fotos: WTG

Selbst der Teufel konnte den heiligen Wolfgang nicht davon abhalten, sein Hackel zu werfen. Und dieses landete am Rand des Sees – dort, wo sich heute der berühmte Wallfahrtsort mit seiner Kirche zusammendrängt. Für zigtausende Gäste im Jahr das Ziel und auch schon vor Jahrhunderten für die Wallfahrer. Diese geben sich mit einfachsten Raststätten zufrieden. Wir aber belohnten uns zum Abschluss für die Strapazen im weltberühmten Wei-

Das schmucke St. Wolfgang, dicht ans Ufer gedrängt: schon vor Jahrhunderten ein

„Wo Pilger san, is a Durscht. Wo a Durscht is, is a Brauerei“, erzählt Weißes-rössl-

Wallfahrtsort, heute auch ein touristenmagnet.

Seniorchef Helmut Peter über den Aufstieg der berühmten Herberge.

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v o n A n g e l i k a Ko h n h au s e r - T e c h t

G e nu s svo l l

betrachtet

... Endlich sommer

Mon Amour – Lust auf Natur pur?!

Ich liebe die Natur! Und alles, was „natürlich“ ist – sofern man davon überhaupt noch etwas findet – und da spreche ich nicht nur von der Ernährung, sondern auch von menschlichen Körpern. Aber das mit den Schönheitsoperationen und dem gewünschten „CinderellaEffekt“ ist eine andere Geschichte. Ich persönlich halte mich lieber an eine gesunde Lebensweise und da habe ich im Augenblick viele Ver­ bündete. Überall in den Medien spricht und liest man vom gesun­ den Leben! Also was liegt da näher, als einmal zu betrachten, wie und wo man Natürlich-Gesundes findet – richtig: in der Natur – genauer gesagt vor unserer Haustüre! Es ist fantastisch, was an Kräutern und Blumen überall blüht und sprießt, die man kulinarisch ­ köstlich und ernährungstechnisch wertvoll zubereiten kann. Auf der Wiese und am Waldrand wird man rasch fündig nach Essbarem und Heilendem. Eine kleine Kräuterfi­ bel hilft dabei, Gutes von Giftigem zu unterscheiden. Ich erinnere mich an das wunderbare Rezept der Wiesenkräutersuppe meiner Oma. Brennnesseln müssen da­ bei sein – davon aber nur die jun­ gen zarten Pflanzen – am besten die zarten Spitzen – aber Hand­ schuhe nicht vergessen, denn die Brennhaare „brennen“ ziemlich! Ein bisschen Leiden für die Ge­ sundheit muss aber schon sein. Da machte es einem die Schafgarbe 38

schon leichter – die verrät sich gleich durch ihre weißen Blüten und ist leicht zu pflücken und auch mit dabei in Omas Süppchen. Giersch und Spitzwegerich, Vo­ gelmiere und Wiesenklee – für diese Kräuter baucht man schon et­ was mehr detektivischen Spürsinn – diese verstecken sich gerne in­ mitten von viel Grün. Aber nun zum Rezept: Kartoffeln in Stücke schneiden und mit Knoblauch und Zwiebel in gesalzenem Wasser ko­ chen – dann die Kräuter dazu und

und Margeriten zum Garnieren. Noch besser – die gelb-weißen Blüten in Butter knusprig anbraten – übrigens eine perfekte Beilage zu Fisch. Blumen sind generell ein ku­ linarischer Hochgenuss – und eine Augenweide am Teller. Aber dass man auch Begonien, Gladiolen, Magnolien, Stiefmütterchen oder Tulpen (um nur einige zu nennen) essen kann, wusste ich nicht! Da bekommt mein nächster Besuch in einem Blumengeschäft eine ganz neue Bedeutung!

Sehr elegant und eine kulinarische Überraschung für Gäste: die gelben gefüllten Zucchiniblüten.

ziehen lassen, dann pürieren – mit Salz, Pfeffer und Muskat, Weißwein und Zitronensaft abschmecken – ein wenig Schlagobers dazu – fer­ tig! Hm – da werden Kindheitser­ innerungen wach. Gänseblümchen

gelben Zucchiniblüten – gefüllt mit Mozzarella oder Ricotta und dazu ein Kapuzinerkresse-Salat. Gesund und bunt! Apropos Hochgenuss: Ein Blick auf den Kalender verrät mir – es ist wieder Artischockenzeit! Jeder kennt wahrscheinlich die wun­ derschöne lila Blüte – ansonsten ist diese diestelartige, sehr alte Kulturpflanze eher unspek­takulär. Aber die Wirkung ist sensationell. Sie gehört zu den besten Hei­ lpflanzen für Leber und Galle. Wer kennt nicht den berühmten rötlich-braunen Likör namens Cy­ nar – perfekt als Digestif geeignet, regt er die Verdauungssäfte an. Der Verzehr von Artischocken ist überhaupt ein nahezu erotisches Erlebnis. Zuerst schneidet man mit einer Schere die Blattspitzen ab und danach stellt man sie auf­recht in einen Topf mit kochendem Sal­ zwasser (etwas Olivenöl und Zitro­ nensaft dazu) und lässt sie je nach Größe ca. 30 Minuten köcheln. Kleiner Tipp: Das bittere Koch­ wasser eignet sich zum Trinken als Entgiftungskur! Dann vorsich­ tig das „Heu“ entfernen. Nun zum sinnlichen Teil. Jetzt werden die Artischockenblätter „gezupft“, in eine köstliche Vinaigrette getaucht und sanft mit den Zähnen „ab­ gezogen“! Ein durchaus lustvolles Esserlebnis, das man mit einem eleganten, etwas kräftigeren Weiß­ wein begleiten kann! Da fällt mir ein – auch die Liebe ist ein Rezept für Gesundheit von Körper und Seele!

Foto: Heino Banderob

I

ch gehöre ja Gott sei Dank nicht zu den bedauerns­ werten Mitmenschen, die im Augen­blick mit roten Nasen und ge­ schwollenen Augen sich in verschlossenen Räumen verschan­ zend auf den Hochsommer oder zumindest den nächsten Regen hoffen – denn dann gibt es keine Pollen mehr und alle Allergiker können durchatmen.

Meine Favoriten sind ja die orange-roten Blüten der Kapuzi­ ­ nerkresse. Sie schmecken köstlich und sind so schön anzusehen! Sehr elegant und eine kulinarische Überraschung für Gäste sind die

Am Freitag, den 23. August 2013: Operettenabend mit Natela Nicoli und der Accademia Belcanto. Nähere Informationen unter: www.kohnhauser.at KLIPP Mai/Juni 2013


KLiPP iN THe CiTy

in the City

Hamburg Metropole am Wasser .

Umstritten: Die elbphilharmonie, das künftige 110 Meter hohe, 800 Millionen euro teure Wahrzeichen Hamburgs. eröffnung: ende 2016.

„Unsere Flugzeit nach Hamburg wird heute eine Stunde und zwanzig Minuten betragen“, verspricht die Stewardess beim Abflug in Wien. Und schon zwei Stunden später stehen wir im Hafen bei den Landungsbrücken unter tausenden Neugierigen und beklatschen die Einlaufparade mit dem Vorzeigegroßsegler, der Gorch Fock, dem Großsegler Alexander von Humboldt, dem Starflyer, dem Kruzenshtern, der russischen Mir, der Cisne Branco und vielen, vielen anderen Berühmtheiten der Meere. Die Begeisterung ist groß, es wird geschoben, gedrängelt, oft fast beängstigend. Mir kommt unwillKLIPP Mai/Juni 2013

kürlich die Katastrophe von Duisburg in den Kopf. Doch weil Polizei und Sicherheitsstaffeln die Massen dirigieren, vergesse ich es schnell wieder. Jedes Jahr feiert Hamburg mit einem großen Fest seinen Hafen und erinnert damit an die Erteilung des Hafenprivilegs durch Kaiser Friedrich Barbarossa am 7. Mai 1189. Der zollfreie Handel für alle Schiffe vom Hafen – über die Unterelbe bis zur Nordsee – war der Beginn einer einzigartigen Erfolgsgeschichte. Bis heute sind Hafen und Elbe das Herzstück und die Schlagader der Hansestadt. Zum größten Hafenfest der Welt kommen am Wochenende im Mai mehr

als 1,5 Millionen Menschen. Vom Baumwall bis hin zu den Landungsbrücken und dem Fischmarkt feiern, tanzen und schlemmen sie drei Tage zwischen Spielbuden und Konzertbühnen. Unsere „Kabinen“ für das Wochenende liegen im Motel One, direkt am Millner Tor, dort, wo auch die Reeperbahn beginnt und der Hamburger Traditionsklub St. Pauli – sein Wahrzeichen ist ein Totenkopf – sein Zuhause hat. Nach dem Abendessen im Dips ’n Stix, einem Kultrestaurant mit Theater – das Lokal liegt am Spielbudenplatz auf der Reeperbahn – heißt es ab ins Nachtleben. Und da folgen wir,

fachkundig an die Hand genommen, den tiefen Spuren, welche die heute legendären, damals „pubertären“ Beatles in Hamburg, in der pulsierenden Szene des Rotlichtviertels, hinterlassen haben (siehe auch Kasten). Die Zeit in Hamburg war prägend für die Beatles. Hier entwickelten sie ihren eigenen Stil, hier entstand der Pilzkopf.

im Großstadtzoo Die Reeperbahn hat Hamburg weltberühmt gemacht. Sie ist fast so etwas wie ein Großstadtzoo, auf dem alles geschieht, auf dem sich alle treffen: die Banker, die Zuhälter, die Nutten, die Obdachlosen, auch 39


KLiPP iN THe CiTy

in the City

Hamburg Metropole am Wasser

noch Matrosen, die Fixer, die Wichser, die Alkoholiker, ganze Trauben von grölenden, neugierigen Touristen, die Einkaufsbummler, aber auch die Taschendiebe. Das Verruchte wirkt anziehend, aber auch abstoßend. Wir landen zum Abschluss unserer Tour in der familiär wirkenden Hasen-Schaukel, wo ein britisches Folk-Duo eigene Songs spielt und bei den Gästen gut ankommt. Die Reeperbahn mit ihren vielen LiveSex-Shows – natürlich auch für Schwule – gehört zu Hamburg genauso wie Stadtviertel oder Villenviertel mit großen Parks und vornehmen Einfahrten, aber auch elegante Einkaufsadressen und Hotels in der Altstadt an der Inneren Alster. Was Hamburg fehlt, ist eine echte Flaniermeile, wie sie zum Beispiel Barcelona mit den Ramblas hat.

Chinas Brückenkopf Mit der Elbe und Alster, den Plätzen und Parks, dem Hafen ist Hamburg die kompletteste Stadt Deutschlands. Fast zwei Millionen Menschen leben in der Hansestadt und fünf sind es mit der umliegenden Metropolregion. Es ist die Symbiose von Wasser und Seefahrt, die Hamburg

.

weltoffen und wohlhabend macht. Die mehr als 105.000 Unternehmen erwirtschaften allein in der Stadt rund 90 Milliarden Euro. Das sind zwei Drittel des österreichischen Bruttoinlandsproduktes. Mehr als 35.000 Handelsunternehmen mit 130.000 Beschäftigten machen Hamburg zum wichtigsten Exportplatz Deutschlands. 400 chinesische Firmen haben sich angesiedelt und machen Hamburg damit zum wichtigsten Standort in Europa. Der Wahlspruch der Hamburger lautet: „Die Freiheit, die die Alten erwarben, möge die Nachwelt würdig erhalten.“ Mehr als fünf Millionen Menschen sind in den letzten 150 Jahren aus Europa über den Hamburger Hafen nach Amerika ausgewandert. Bombardierungen während des Zweiten Weltkriegs zerstören mehr als die Hälfte der Stadt, dabei gibt es 55.000 Tote. Seine Faszination rührt daher, dass Hamburg eine Stadt ist, in der man gut arbeiten, aber auch leben kann – mit viel Charme und Freizeitmöglichkeiten.

Die 1,8-Millionen-einwohner-Hansestadt von oben: der Hafen mit der elbe (li.), die Altstadt und innere Alster (Mitte) und weiter draußen die vornehmen Wohngegenden.

Achtung Gästebereich: bitte lachen! Wer Hamburg von seiner typischsten Seite entdecken will – und wir wollen das –, der startet an den Landungsbrücken der Elbe mit einer

Ohne Reeperbahn und Hamburg: No Beatles

Rundfahrt durch den Hafen und die historische Speicherstadt, wo gerade die neue Hafencity für 40.000 Menschen entwickelt wird. Vorbei geht es am künftigen Wahrzeichen der Stadt – der Elbphilharmonie,

von zu Hause weg und kamen als 17-, 18- und 19-Jährige natürlich auch mit der Polizei in Konflikt. George Harrison wurde sogar des Landes

Und die Hamburger Sängerin Stefa-

und Touristen – klarerweise auch

verwiesen. Ringo Starr, der Schlag-

nie Hempel macht das als Erfinderin

uns – mit einer Ukulele bewaffnet

zeuger, stieß erst 1962 zu den

der

Beatles-Tour

durch St. Pauli und stimmt dabei

mehr als plausibel. Sie führt die Fans

Beatles-Songs an. Ihren ersten Auf-

musikalischen

Unterkunft war ohne Fenster, ohne Toilette: „The black hole of Calcutta“ 40

Beatles. Ihre Unterkunft war ein

tritt hatten die Jungs aus Liverpool

Stefanie Hempel und ein Paul-McCartneyDouble singen gemeinsam „Please please me“ vor dem indra.

im Klub Indra, in dem auch gestrippt

Daher stellte ihnen der Klub-Besit-

hatte kein Fenster und war ohne sa-

wurde. Es war der 17. August 1960.

zer auch Stripperinnen auf die Büh-

nitäre Einheit. John Lennon nannte

Auf der Fahrt nach Europa hatten

ne, damit das Programm einigerma-

es „the black hole of Calcutta“ (das

sie sich noch Long John & Silver

ßen attraktiv wurde. Man kann also

schwarze Loch von Kalkutta). Die

Beetles genannt, tauschten dann

mit Recht sagen, dass die Karriere

Beatles sind in Hamburg auf der

aber das zweite e gegen ein a. Nie-

der Beatles auf der Reeperbahn be-

Reeperbahn erwachsen geworden,

mand kannte sie und sie verfügten

gann. Bei ihrem ersten Engagement

schreibt John Lennon, weil sie dort

nur über ein Programm von einer

mussten die Beatles sogar 48 Näch-

erstmals Sex, Drogen und andere

Stunde, mussten aber täglich fünf

te in Folge spielen, beim zweiten wa-

Dinge erfahren haben. Besonders

bis sechs Stunden auf der Bühne

ren es 93 lange Abende. Britische

beeindruckt

stehen. John Lennon: „Die Songs

Bands spielten für geringe Gagen.

Schlammcatchen mit Frauen, das zu

wurden gestreckt und gestreckt.“

Nicht zuletzt deshalb engagierte

dieser Zeit die Sensation auf der

Weder waren die Beatles Profis,

man die Beatles für Hamburg. Die

Reeperbahn war. Sie traten im Kai-

noch hatten sie viel Live-Erfahrung.

vier Jungs waren zum ersten Mal

serkeller, auf der Großen Freiheit

aufgelassenes Kino – das Bambi Kino. Ihr Zimmer mit Stockbetten

waren

sie

KLIPP Mai/Juni 2013

vom


KLiPP iN THe CiTy Foto: Hamburg Marketing GmbH

dann an der „Queen Mary“, dem weltgrößten Passagierschiff. Hamburg hat sich in den letzten Jahren zu einer wichtigen Kreuzfahrt-Destination in Nordeuropa entwickelt. Die alle zwei Jahre stattfindenden „Ham-

burg Cruise Days“ und die spektakulären Taufen von Kreuzfahrtschiffen mitten im Hafen sind ein Grund mehr, zu feiern. Auch wir erleben eine Taufe – und zwar die der „MS Europa 2“. Es ist das Schwesterschiff des weltweit einzigen 5-Sterne-Plus-Schiffes „MS Europa“. Die „nur“ 225 Meter lange und 27 Meter breite neue Schönheit verfügt ausschließlich über Suiten, jede mit eigener Veranda. Es gibt dort „keine Kabinen“ mehr. Die kleinsten Suiten (jede mit begehbarem Kleiderschrank und Seidenbügeln) haben immerhin schon 28 Quadratmeter und verteilen sich auf

und dem Top 10 auf. Ihre letzte Ham-

mit den Beatles-Skulpturen hat

burg-Station war der Star-Club.

auch schon viel bessere Zeiten er-

Dort spielten sie am 13. April 1962

lebt.

Hamburgs Hafen, der wichtigste exportplatz Deutschlands mit 135.000 Beschäftigten.

Die Reeperbahn – ein Großstadtzoo mit vielen Live-Sex-Shows, Nutten, Obdachlosen, grölenden Trauben von Touristen und, und, und.

als Eröffnungsband, konnten erstmals ihren guten Gesang präsentieren, weil jeder ein eigenes Mikrophon – für die damalige Zeit eine Luxus pur: Auf der 225 Meter langen und 27 Meter breiten neuen Schönheit „MS europa 2“ werden 516 Gäste von 370 „guten Geistern“ gehätschelt.

Sensation – hatte. Zu Silvester 1962 gab es ihren letzten Auftritt und nur wenige Wochen später erschienen ihre ersten Singles „Please please me“ und „Twist and Shout“. Das bedeutete den Durchbruch in Großbritannien. Damit begann die Beatles-

Fotos (2): Hapag-Lloyd Kreuzfahrten

Mania. Doch bis heute weiß Hamburg offensichtlich nicht, wie es mit den Beatles wirklich umgehen soll. Während in Liverpool oder in Skandinavien die Popmusik auch ein Kulturgut ist, ist das in Hamburg nicht der Fall. Es gibt zwar einen BeatlesPlatz und ein Beatles-Museum. Das aber hat geschlossen und der Platz KLIPP Mai/Juni 2013

Den Star-Club gibt es heute nicht mehr. er brannte 1982 ab und an ihn erinnert nur ein Gedenkstein mit allen Namen jener Musikgrößen, die dort aufgetreten sind.

Die „MS europa 2“ verfügt ausschließlich über Suiten, jede mit einer eigenen Veranda, verteilt auf elf etagen. es gibt dort „keine Kabinen“ mehr. 41


KLiPP iN THe CiTy

in the City

Hamburg Metropole am Wasser .

Bildtext Bildtext

Legt regelmäßig an und die Hamburger lieben sie: die „Queen Mary 2“.

elf Etagen, die größte hat 99 Quadratmeter. So viel Luxus beschränkt die Zahl der Gäste automatisch – mehr als 516 können nicht an Bord, und die werden von 370 „guten Geistern“ gehätschelt. Da gibt’s dann schon so sonnige, bizarre Details wie Aufschriften sinngemäß: Achtung, Gästebereich – bitte lächeln! Auf die Frage, in wie vielen Suiten oder Kabinen die Besatzung untergebracht sei, sagt eine Verantwortliche: „Das habe ich jetzt nicht im Kopf, wir liefern Ihnen diese Information nach.“ Bis heute ist das nicht geschehen. Diskretion ist also alles

– auch die Kosten für den Luxusliner gibt man nicht bekannt.

Für 12.000 euro über den Atlantik Die Zeit auf der „zu groß geratenen Luxusyacht“ soll entspannt ablaufen. „Daher verzichten wir auch bewusst“, so sagen die Verantwortlichen, „auf Kreuzfahrttraditionen wie das Captain-Dinner mit Krawattenzwang. Unterhaltungsangebote und Routenkonzept sind auf Berufstätige und Familien abgestimmt.“ Die müssen allerdings pro Tag und Person 800 Euro dafür flüssigmachen. Wer dann noch seinen Geburtstag oder den

Hochzeitstag feiern will, der kann sich auch ein eigenes Speisezimmer mieten. Es bietet für maximal 16 Personen Platz und dort kostet ein Dinner – natürlich exklusiv und zusätzlich – rund 1.500 Euro. Weitere Besonderheiten sind ein Sushi-Restaurant, man kann französisch, italienisch essen, erstmals auch nur sieben Tage bleiben, weil viele VIPs und Manager nicht mehr Zeit haben, sich in einer Kochschule die Zeit vertreiben, sich Muskelaufbau mit Elektrodenwesten geben. Ansprechen soll der Luxus die Amis, die Briten, Chinesen – im Winter ist die MS Europa II in Asien stati-

oniert. Ach ja – Kinder bis elf Jahre fahren frei mit, es gibt für sie sogar ein eigenes Betreuerteam mit allem Drum und Dran. Ob das alles aufgeht? Es gibt natürlich auch Zweifler. Da wären aber auch noch die majes-

Das neue Wahrzeichen – die Elbphilharmonie Die Elbphilharmonie sollte schon

philharmonie wird drei Konzertsäle

unmöglich machen. Die Akustik im

Im Komplex der Elbphilharmonie

seit vorigem Jahr eröffnet sein,

haben – den größten im 12. Stock mit

Raum selbst soll ganz speziell wer-

wird es auch ein 250-Betten-Hotel

doch durch den eineinhalbjährigen

einem

für

den – von einem japanischen Spezi-

geben. Ein weiteres Highlight wer-

Baustopp wurde alles anders. Erst

2.150 Besucher. Dessen Zuschauer-

alisten genau ausgetüftelt. Der

den die 45 Appartements sein – von

vor wenigen Wochen fanden der

tribünen sind verwoben wie in ei-

Nachhall wird zwischen 2 und maxi-

der 11. bis zur 26. Etage, dem höchs-

Baukonzern Hochtief und der Senat

nem Weinberg. Es wird in dem riesi-

mal 2,4 Sekunden betragen. Noch

ten Punkt 110 Meter über der Elbe.

Hamburg einen Kompromiss für die

gen Raum keine sichtbehindernden

ist nicht fixiert, was zur Premiere

„Mit Blick bis nach England, bei

Fertigstellung. Das wird Ende 2016

Stützen geben. Allein das Dach

als Eröffnung aufgeführt wird. Über

schönem Wetter“, wie die Fremden-

sein. Statt 400 Millionen werden

wiegt 12.500 Tonnen, ist eine tech-

hunderte Stufen geht es dann wie-

führerin schwärmt. Zum Preis: „Das

dann 800 Millionen Euro verbaut

nische Meisterleistung. Auch der

der runter in den 8. Stock. Dort gibt

wissen wir heute noch nicht. Der

sein. Schon jetzt ist erkennbar: Der

Umgebungslärm als Geräuschkulis-

es eine offene Terrasse, zu der jeder

teuerste Wohnplatz in Hamburg bis-

gewaltige Komplex wird zum neuen

se ist ausgeschaltet, denn die Kon-

Zutritt hat, ohne irgendetwas dafür

her ist der Marco-Polo-Tower. Dort

Wahrzeichen Hamburgs und sicher

zertsäle liegen akustisch gekoppelt

zahlen zu müssen. Sie wird eine

kostet der Quadratmeter 14.000

zu einem Besuchermagneten. Mit

von draußen und drinnen auf Feder-

freie Plattform sein und ist direkt

Euro. Aber das wird in der Elbphil-

dem Baulift geht’s hinauf. Die Elb-

paketen, die jede Schallübertragung

auf dem alten Speicher aufgesetzt.

harmonie bei weitem nicht reichen.“

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360-Grad-Auditorium

KLIPP Mai/Juni 2013


K l i pp i n th e C i t y Bei den Landungsbrücken: der bekannteste Platz im Hafen.

Foto: Hamburg Marketing/ Michael Zapf

Fischmarkt: Jeden Sonntag decken sich die Hamburger, aber auch Touristsen, mit frischem Fisch ein.

Nicht zufällig die wohlhabendste Stadt Deutschlands – aus der Luft: wie eine Parklandschaft mit Häusern.

tätischen Segler, die für SeefahrerRomantik und Fernweh stehen. Wir stehen auf dem Starflyer der Reederei Starclippers „gegen den Wind“. Schon beeindruckend, wenn die riesi-

gen Segel gesetzt werden. Platz hat er für 170 Passagiere, die von 70 Crewmitgliedern betreut werden. Auch ein sehr exklusives Vergnügen – einmal über den Atlantik, an Kuba vorbei

Schaut täuschend echt aus: der Flughafen in der Miniaturwunderwelt – ein Besuchermagnet.

KLIPP Mai/Juni 2013

durch den Panamakanal und man ist um 12.000 Euro ärmer. Doch was soll’s – man gönnt sich ja sonst nichts.

Nicht nur die Kinder staunen Das tun auch die Erwachsenen, wenn sie in die Miniaturwunderwelt in der Speicherstadt eintauchen. Warteschlangen an schulfreien Tagen oder an Wochenenden sind die logische Folge. „Ich bin beeindruckt, habe mir nicht vorstellen können, dass so etwas möglich ist“, zollte bei der Eröffnung des Miniflugplatzes Niki Lauda den Erbauern großes Lob. Als Erster startete und landete ein Niki-Flieger. Bis hin zum Stopp an der Gangway spielt sich alles genauso ab wie in der großen Flugwelt – ein Airbus, eine Boeing, ein Jumbo haben da ihren eigenen Sound. Leuchtende Kinderaugen und begeisterte Ausrufe gibt es an den riesigen Eisenbahn- und Seilbahn-Anlagen. Es sind die Züge, wie sie in

Mit einem Großsegler in 12 Tagen über den Atlantik.

Skandinavien, Europa oder den USA verkehren, mit den vielen funktionierenden Details. Diese brachten die Erbauer und die Software-Programmierer oft fast zum Verzweifeln. Nur schade, dass es im Shop der Miniaturwunderwelt zahllose Modelle von Autos gibt, aber kaum was von der Eisenbahn und was so alles dazugehört. Jeden Sonntag decken sich die Hamburger, aber auch Touristen, mit frischem Fisch ein, den viele gleich vor Ort verzehren. Am Fischmarkt gibt’s aber auch alles andere – von Hühnern über Blumen bis hin zu TShirts. Allerdings nur bis 9:30 Uhr. Dann ist Schluss. Weil früher um 10:00 Uhr die Kirchmesse begann. Heute zieht es die Massen weniger in die Kirche, sondern in die alte Fischhalle zum Brunch, wo es dann hoch hergeht und viele absacken. Auch wir. 43


Freizeit

10 Jahre Museumslandschaft Stift Admont

Neuer Spirit mit Hotel

Blick vom Spa-Bereich im Spirodom in die Natur, im Hintergrund das Stift Admont.

E

in breit gefächerter Ankauf von zeitgenössischen Werken österreichischer Künstler, dazu interessant gestaltete und zeitgemäß gestaltete Ausstellungsinhalte – das sind Merkmale für Admont. Neben der historischen Einmaligkeit, dass Admont über den größten Klosterbibliothekssaal der Welt verfügt. „I did not know that and can’t believe, how beautiful …“, staunt ein Besucher beim Anblick der Fresken. „Wir liegen leider hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen“, leicht scherzend Wirtschaftsdirektor Neuner. Man habe aber in den letzten Jahren recht viel bewegt. 70.000 Besucher zählt man jährlich im Museum. „100.000 könnten wir schon ver-

tragen“, so Neuner. Und noch eine Zahl: 70 Millionen Euro – in echtem Geld eine Milliarde Schilling – investierten die Admonter Mönche in die Erneuerung und den Ausbau des Stifts. Auch das neue 10 Millionen Euro teure Hotel Spirodom, an dem die Admonter mehrheitlich beteiligt sind, wird helfen, noch mehr Gäste, die auch länger bleiben, nach Admont zu bringen. Natürlich wolle man, so Neuner, mit dem Tourismus mehr fremde Gesichter in Admont sehen, aber vor allem gehe es darum, Wertschöpfung und Arbeitsplätze zu schaffen. „Und den Menschen in der Region ein vernünftiges Leben zu ermöglichen – das ist uns ganz wichtig und darum arbeiten wir auch.“

Ohne Übertreibung der schönste Bibliotheksaal der Welt. 44

Vom schrägen Es gibt kaum etwas Schöneres, als einfach so mit einem Segelboot herumzugondeln. In diesem Fall allerdings war ich als Berichterstatter zum BMW Business Cup eingeladen und durfte nur schreiben – leider.

D

ie Freude am Segeln habe ich schon vor längerer Zeit entdeckt. Als Jugendlicher machte ich mit einem Freund und dessen Korsar den Wörthersee unsicher. Später folgten ein paar Turns auf der Adria. Nach einer langen Segelpause kaufte ich vor ein paar Jahren selbst einen Korsar und kurve seither im Sommer als mein eigener „Käpt’n Korsar“ um die Inseln vor Murter. Wie soll ich es beschreiben? Segeln ist Freiheit, Meditation, Nähe zur Natur in Gestalt von Wasser, Wind und Sonne. Am schönsten ist das stille „Cruisen“ und Gleiten bei ­gemäßigter Windstärke, bei starkem Wind kann es anstrengend werden.

gleiteten motorgetrieben die Yachten, die bei gutem Wind sich heiße Wettkämpfe lieferten. Mit zwei Kameraleuten und einer Fotografin an Bord machte der Katamaran jede Menge Kreise um die Yachten, von denen vermutlich die Fische schwindlig wurden. Aber wir brauchten gute Aufnahmen. Die Sonne geizte nicht mit Wärme, wir hatten Prsut, Käse und Bier dabei, ich machte meine Arbeit – es gibt unangenehmere Jobs. Am Abend Livemusik, gute Stimmung, und nette Menschen fanden beim zwanglosen Plaudern zusammen. So weit alles bestens.

Wie die Fische schwindlig wurden

Dennoch wurde ich das Gefühl nicht los, dass mir etwas fehlte. Es war bald klar: Ich wollte selbst segeln und war neidisch auf jeden Einzelnen der 350 Segler auf den 55 Yachten. Nicht dass ich eine Bavaria 40S oder eine Grand Soleil steuern könnte. Nein, aber dabei sein, ein paar Stunden in das „schräge Leben“ auf einem Boot eintauchen – das wär’s gewesen. Die Bavaria hat eine Segelfläche wie ein Tennisplatz,

Vor kurzem wurde ich eingeladen, über den BMW Business Cup in Biograd zu berichten, den Yachtcharter Pitter einmal im Jahr veranstaltet. Gern sagte ich zu und fuhr mit einem Filmteam an die Adria. Vier Tage lang verfolgten wir auf einem Katamaran mit Skipper das Geschehen. Wir be-

Neidisch auf 350 Segler

KLIPP Mai/Juni 2013


Freizeit

Leben

von Reinhard Schuch

dem Korsar würde neben ihr die Luft, sprich: der Wind, wegbleiben. Auf meiner 5-Meter-Jolle hätte nicht einmal die Küche der Bavaria Platz, eine Schlafkoje auch nicht. Meine Jolle verhält sich zu großen Yachten wie ein Fiat 500 zu einer 7er Limousine. Was nicht heißt, dass ein kleiner Fiat nicht auch Spaß machen kann.

viel träumen und spintisieren auf einem Boot, auch ohne die Droge Alkohol. Aber irgendwann ist Schluss, dann werden die Luken dichtgemacht, man hat ja noch eine „Nebenbeschäftigung“. So geschah es dann auch beim BMW Business Cup. Wieder habe ich etwas dazugelernt über die Welt der großen Schiffe, vielleicht brauche ich es ja einmal.

Dem Segler gehört die Welt

Sicher ist, dass es im Sommer wieder „Klar Schiff“ heißt, wenn ich den Korsar slippe. Dann wird auch der Neid verflogen sein. Ich werde Runden um ­kleine Inseln drehen, von denen die Fische nicht schwindlig werden. Auch ein kleiner Fiat macht Spaß, sehr viel Spaß sogar.

„Wer das kristallene Meer pflügt mit des Schiffes eilendem Kiel, dem gehört die Welt” – wie recht Friedrich von Schiller hat. Am Wasser steht die Welt offen, Wege führen in alle Richtungen. Man kann

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N AT U R

10 kleine Auerhühnlein

Schon vom ersten Lebenstag an müssen Auerhahnküken ihre Nahrung selbst suchen. Kaum aus dem Ei gekrochen, wiegen sie etwa 40 Gramm, so viel wie zwei Standardbriefe, und in nur zwei bis drei Wochen sollen sie fliegen können.

Den imposanten dunklen Auerhahn kennen die Meisten nur noch ausgestopft an der Wand des Dorfwirtshauses. Und selbst dort kann seine Größe noch beeindrucken. Doch in den Wäldern ist es stiller geworden um den „Großen Hahn“, den Charaktervogel der Steiermark.

braucht vom Beginn seines Lebens Platz im Wald.

Den großen Höckerschwan kennen alle, den fast gleich großen Auerhahn nur wenige. Dabei war er einmal weit verbreitet und sein charakteristischer Balzgesang im zeitigen Frühjahr vielen Leuten vertraut. Doch was er zum Leben braucht, ist heute selten geworden: alte stille Wälder, weite Flächen mit Beerensträuchern, die einen Hauptteil seiner Nahrung ausmachen. Nur noch in den ausgedehnten Bergwäldern, wie sie in der Steiermark typisch sind, hat er ein Rückzugsgebiet gefunden. Doch selbst dort wird es manchmal buchstäblich zu eng. Ist der Hahn schon selten, haben nur wenige jemals eine Auerhenne gesehen. Das ist auch so gewollt. Denn die Hennen führen ein eige46

nes, sehr zurückgezogenes Leben, um keine Aufmerksamkeit auf sich und ihre Jungen zu ziehen. Deshalb ist ihr Gefieder wie Laub am Waldboden gefärbt. Im Schutz eines umgestürzten Stammes oder Wurzeltellers hat die Henne in den vergangenen Wochen sieben bis acht braungefleckte Eier ausgebrütet. Nun sind die jungen Auerküken geschlüpft, und die gefährlichsten Wochen ihres Lebens stehen bevor. Schon vom ersten Lebenstag an müssen sie ihre Nahrung selbst suchen. Kaum aus dem Ei gekrochen, wiegen sie etwa 40 Gramm, so viel wie zwei Standardbriefe. In nur zwei bis drei Wochen sollen sie fliegen können. Die Henne führt ihr Gesperre – so nennt man die Kinderschar beim Auerwild – zu

den Stellen in ihrem Revier, wo sie die dafür notwendige Nahrung finden. Und das ist gar nicht so leicht. Denn die Kleinen brauchen jetzt Eiweiß in Form von Insekten, Käfern, Raupen. Wird es kalt, schlüpfen die Küken sofort unter das Bauchgefieder der Henne, um sich zu wärmen. Erst nach rund drei Wochen können sie auch schon selbst ihre Körperwärme aufrechterhalten. Doch wenn es im Frühsommer zu längeren Kälteeinbrüchen kommt, erfrieren und verhungern die Auerküken rasch, denn dann finden sie nicht mehr genug Insektennahrung. Natürlich versuchen auch Fuchs, Marder oder Eule, einen kleinen Happen Auerhuhn zu erbeuten. Doch neben Kälte und Insektenmangel sind es vor allem die Veränderungen in den Wäldern, die dem Auerwild im wahrsten Sinne Prügel vor die Füße werfen. Viele kleine Auerküken stürzen ungeschickt in Asthaufen, aus denen sie sich nicht befreien können. Sobald sie fliegen können, brechen sie sich in Zäunen oder an Kabeln und Leitungsdrähten den Hals. Das große Auerhuhn

Damit der „Große Hahn“ und seine Familie in unseren Wäldern überleben können, braucht es die Hilfe und Rücksicht vieler – dazu Landesjägermeister Heinz Gach: „Förster müssen wieder dafür sorgen, dass es genügend alte Waldbestände mit viel Platz für den großen Vogel und wenig Zäune gibt, Touristiker achten darauf, dass keine Wanderwege und

Loipen durch die Wintereinstände der Vögel führen und Spaziergänger führen ihre Hunde im Wald selbstverständlich an der Leine.“ Quelle: Wildbiologie Steirische Landesjägerschaft, Ch. Miller KLIPP Mai/Juni 2013


Geduld mit sich selbst

GOLFTRAINING

Einziga

für das

F re i z e i t

Ein N Scha

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Von Head Pro Ali Rosker im Golfclub Erzherzog Johann, Maria Lankowitz

Der Grund dafür, dass sich viele beim Erlernen des Tennis relativ schwer tun, obwohl sie nicht ungeschickt sind, liegt in einer falschen Einstellung zum Lernprozess. Wer nämlich nicht bereit ist, seinem Körper die unbedingt notwendige Zeit für das Erlernen der nicht einfachen Tennistechniken zu geben, und meint, dass bei ihm alles schneller gehen müsse, der wird letztlich feststellen müssen, dass er langsamer vorwärtskommt als jener, der sich Zeit nimmt und Geduld mit sich selbst hat, und dass auch sein „Endprodukt“ schlechter ist.

Richtige Einstellung zum Fehler Sie haben einen dummen Fehler gemacht, schütteln den Kopf und sagen zu sich selbst: „Ich bin so ungeschickt und sollte es besser bleiben lassen.“ Kennen Sie derartige Situationen? Wenn ja, so haben Sie ein gestörtes Verhältnis zum Fehler! Wer keine Fehler macht, der übt mit großer Wahrscheinlichkeit etwas, was er bereits beherrscht, und macht daher keine Fortschritte. Fehlerlosigkeit beim Üben ist daher weder beim Anfänger noch beim Fortgeschrittenen ein gutes Zeichen, da sie darauf hinweist, dass der Schüler unterfordert ist. Fehler sind Signale dafür, dass man etwas falsch macht und noch nicht perfekt ist, was für den Lernprozess

charakteristisch ist. Sie sind daher ein integrierender Bestandteil des Lernprozesses. Wenn Sie also in Zukunft Fehler

Quelle: „Freude mit Tennis“, Helmut Hauer (ÖTS)

machen, so wissen Sie jetzt, dass dies auch Vorteile hat, wenn Sie nämlich den Fehler zum Anlass für Korrekturen nehmen. Sie werden sich von nun an nicht mehr selbst beschimpfen, sondern sich stattdessen fragen: „Was habe ich falsch gemacht und wie kann ich es besser machen?“ Damit ist Ihr Denken für konstruktive Arbeit frei geworden und dem Fortschritt steht nichts mehr im Wege. Wer Geduld mit sich selbst hat und die richtige Einstellung zum Fehler, der hat im Kampf mit sich selbst und dem negativen Denken bereits ein entscheidendes Gefecht gewonnen.

Internet: www.golfschule-ali.at www.golfschule-ali.at E-Mail: office@golfschule-ali.at

Gleicher Schwung, anderer Schläger

Richtige Gewichtsverlagerung

Der Bunkerschlag mittlerer Länge ist einer der schwierigsten Golfschläge überhaupt. Sie können sich das Heben leichter machen, wenn Sie auf die fundamentale Bunkertechnik bauen, aber statt Ihres Sand Wedge ein Eisen 8 nehmen. Wenn die Fahne sich ganz in der Nähe befindet, empfiehlt sich ein normaler Splash-Schlag.

Die Folge ist ein ziemlich hoch fliegender Ball, der weich landet und dank seines Dralls sehr schnell stoppt.

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werden. Wenden Sie einfach die gleiche Technik wie für den normalen Splash-Schlag an, aber nehmen Sie statt eines Sand Wedge ein Eisen 8. Öffnen Sie die Schlagfläche, richten Sie den Körper genauso aus wie normal und versuchen Sie, auch diesmal den Schläger etwa fünf Zentimeter hinter den Ball in den Sand gleiten zu lassen.

Ein weiterer Weg bis zur Fahne? Versuchen Sie die gleiche Technik mit einem Eisen 8.

Schauen wir uns einmal an, worauf es ankommt, damit Ihr Schwung Hier eine andere Möglichkeit, um mit diesem konstanter wird.Schläger von etwas Also Sand Wedge benutzen: unangenehmer Länge fertig zu Schlägerfläche öffnen, dann greifen Körper im ca. 30-Grad-Winkel geöffnet zur Linie Ball – Ziel Füße fest im Sand verankern, um dem Schwung eine feste Grundlage zu verschaffen Dann einen gleichmäßigen Schwung mit Händen und Armen ausführen Dem Körper entlang schwingen, mit der Sohle des Schlägers etwa fünf Zentimeter hinter den Ball durch den Sand gleiten

Mit ein bisschen Übung fliegt Ihr Ball 30 bis 40 Meter durch die Luft.

Beim korrekten Aufdrehen des Körpers – wie eine Feder – wird das Gewicht eindeutig auf die rechte Seite verlagert.

Infos für Tennistraining und Tenniscamps: www.wagnertennis.at www.zischka.at

mit Sand Wedge

mit Eisen 8

Wie halte ich mich fit?

7.000 km mit dem Fahrrad Der Unfall seines Bergpartners und die schlechte Wetterlage im Kaukasus zwangen Christian Stangl bekanntlich zur Rückreise aus Georgien. Den Weg dorthin bewältigte er – es sind ja „nur“ 3.500 Kilometer – mit dem Fahrrad. Und weil es offensichtlich so KLIPP Mai/Juni 2013

angenehm war, ist er neuerlich auf den Rekord im Race um die Triple dem Rad unterwegs nach Hause Seven Summits. Noch ist nicht in die Steiermark. Noch einmal entschieden, ob er die Anreise 3.500 Kilometer abstrampeln – wieder mit dem Fahrrad voralso mehr als zwei Mal die Länge nimmt. Ist das der Fall, dann müssder Tour depivot“ France. Im man, August er schon bald wieder aufbreVon „reverse spricht wennwill man dasteGewicht beim Rückschwung auf die linke Seite verlagert. Stangl erneut einen Versuch auf chen, denn rund einen Monat den Shkhara wagen. Es geht ja um braucht es dafür.

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er ch sta kam ma brüche. D sochist erf te man ei Fünf-Uhrtile Behin brüche tre Masochist Beutel au Instrumen als die Sch Leistenbr te schottis Golf. Damit kon eigenen Z von den S brüchen a reichlich D Der genei rischen E doch das V tigen Vorg net: Mit jährigen weltweiten – umso ra Golfland, mittlerwei Hoch vom der Raab spiel früh angeblich getrockne durch di Was dama te allerdi man scho bekommt Grenzen KLIPP-Ko Golf-Welt Ein Nach gebürtige will – unte und dem band – es nen Land reitet sich vor. Er m sämtliche reich bew Hilfsmitte die Nutzu Trolleys o


Foto: www.foto-mueller.com

Ist davon die Rede, dass man in die Berge zum Genießen fährt, so ist damit meist der optische Genuss des Panoramas oder der Genuss klarer Luft gemeint. In Serfaus-Fiss-Ladis in Tirol ist der Begriff Genuss allerdings weiter gefasst und schließt Gaumenfreuden mit ein, die weit über die Hüttenjause hinausreichen.

So kann man beispielsweise in der Genussgondel in den Tag hinein frühstücken. Beginn ist um 8.30 Uhr im Panoramarestaurant BergDiamant in Fiss, wo man mit frisch gepresstem Orangensaft begrüßt wird – weiter geht’s in der reservierten Frühstücksgondel. Während der zwei Runden, welche die Gondel über den Berghängen schwebt, werden gebeizter Lachs, Beef Tartar, Wurst- und Käsevariationen, Eierspeisen nach Wahl und hausgemachte Brotsorten serviert. Der Abschluss des etwa zweistündigen Frühstücks findet wieder im BergDiamant statt, wo Süßigkeiten gereicht werden und ein Geschenk wartet. Infos: Tel.: 05476/6239, www.serfaus-fiss-ladis.at

Buttern, Backen, Misten und Melken in Osttirol

Foto: Osttirol Werbung, Lammerhuber

Turbo raus – und rein ins Landleben. Ganz gemächlich. Heute vielleicht das Heu von den Almen heimbringen, morgen misten und melken, übermorgen buttern und backen.

Was halt grad ansteht auf dem Hof. Drei Tage lang können Urlauber in ausgewählten Partnerbetrieben des Nationalparks Hohe Tauern selbst Hand anlegen – und dabei den Kopf in null Komma nichts freibekommen. Workaholics entschleunigen, vertiefen sich in den Sonnenaufgang oder freuen sich über ein frisch gelegtes Ei. Das Praktikanten-Angebot kostet 25 Euro pro Person. Am besten, man bucht sich gleich auf dem Bauernhof des Ausbilders ein, der ab 195 Euro die Woche Frühstückskost und Logis gewährt. Infos: Tel.: 050/ 212 212 www.osttirol.com

Ärmel hoch und kräftig Rudern am Fuschlsee

Foto: Fuschlseeregion

Unweit der Festspielstadt Salzburg, direkt am Ufer des türkisblauen Sees, liegt das erste Alpine Wellness Hotel Österreichs – der Ebner’s Waldhof.

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Der Fuschlsee, einst Filmschauplatz für die legendären Sisi-Filme, eignet sich perfekt für romantische Bootsfahrten samt Picknick. Dank Motorbootverbot und kaum bebauten Ufern ist das Seengebiet ruhig und lieblich wie einst zu Sisis Zeiten. Vor der Haustüre des Ebner’s Waldhof warten kleine Ruderboote samt Picknick-Korb, gefüllt mit Gebäck, Sekt und Obst. Und damit steht einem romantischen Picknick am Wasser nichts mehr im Wege. Infos: Tel.: 06226/ 82 64 www.ebners-waldhof.at

Ur laub s Von A wie Airpower

Einblick in den „eigenen Schädel“ Einen Einblick in die interessante Kulturgeschichte um den menschlichen Kopf gibt die Ausstellung „Faszination Schädel“ in der Kunsthalle Leoben. In einer außergewöhnlichen Inszenierung werden 300 spektakuläre Exponate von rund 40 leihgebenden europäischen Museen die Besucher in ihren Bann ziehen. Ob jahrtausendealte Schädelschalen, kunstvoll geschmückte Schädelreliquien, ob als Mahnmal der Vergänglichkeit oder als modisches Accessoire: Diese für Österreich einmalige Ausstellung zeigt neue Einblicke in Traditionen und rituelle Handlungen, die vielerorts erst im Zuge der Kolo-

nialisierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufgegeben wurden. Bis 1. Dezember 2013 täglich geöffnet 9.00 – 18.00 Uhr www.faszination-schaedel.at

Zarte, aber kräftige Hände im Hochpustertal Wer im Alltag öfter mal geistig die Koffer packt, sollte das spontan in die Tat umsetzen: Schon zwei oder drei Tage im Osttiroler Hochpustertal reichen aus, um neue Kräfte zu tanken und wieder das „Knistern“ in sich und in der Partnerschaft zu spüren. In Sillian liegt die Dolomiten Residenz Sporthotel Sillian in gesunder Höhenlage auf 1.100 Metern. Ruhe Suchende finden viel Freiraum zum Entspannen – und stille Plätze, an denen nur die Zweisamkeit zählt. Im gesamten Wellnessbereich stehen Anwendungen mit Schätzen der Osttiroler Natur an oberster Stelle. Ver-

Foto: Dolomiten Residenz Sporthotel Sillian

Frühstücken in der Seilbahn-Gondel in Serfaus

schiedene Massagen, ein Honig-Zirben-Fußbad im Zirbenschaffl, ein Osttiroler Heubadl oder ein Honigmilchbad – um nur einige von vielen Möglichkeiten zu nennen. Infos: Tel.: 04842/ 6011 www.sporthotel-sillian.at KLIPP Mai/Juni 2013


Foto: Dolomiten Residenz Sporthotel Sillian

bis R wie Rudern

KLIPP Mai/Juni 2013

Infos:

Tel.: 0732/ 7277-100 www.oberoesterreich.at

Zwei Jahre nach der meistbesuchten Airpower aller Zeiten (2011 zog es 300.000 Fans nach Zeltweg) holt das österreichische Bundesheer mit seinen Partnern Red Bull und Land Steiermark erneut die besten Piloten, die imposantesten Flugstaffeln und die faszinierendsten Fluggeräte der Welt ins Aichfeld. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Die beste Airshow Europas ist zurück. Ihr offizielles Motto: „Souveränität und Solidarität“. Ihr inoffizielles: „Zwei Tage Action pur“. Denn am 28. und 29. Juni 2013 erwartet Flugfans aus ganz Europa ein Programm, in dem keine Verschnaufpausen vorgesehen sind. Außerdem warten auch auf die jüngsten Besucher spannende High-

Foto: Heimo Ruschitz

welt, Streichelzoo, Spielplatz, Beachvolleyball, Naturteich, Minigolf usw. Für Unterhaltung ist gesorgt. Und das Beste dabei: Professionelle BetreuerInnen haben beim Toben jederzeit ein sorgsames Auge auf die kleinen Urlaubsgäste, sodass die Erwachsenen genügend Zeit für sich selbst haben … Infos: Tel.: +39 0472/ 656 232 www.schneeberg.it

Auch im und am Pool lässt sich‘s leben Bademantel und Flip-Flops – mehr braucht der Gast im Thermenhotel Stoiser eigentlich auch nicht. Das vielfach ausgezeichnete 4-SterneSuperior-Haus bietet als einziges Haus an der Therme Loipersdorf ein hauseigenes exklusives Gesundheitsreich. Dorf finden die Gäste auf über 2.000 Quadratmetern eine exklusive Umgebung, um zu relaxen und sich zu entspannen. Nicht zu vergessen die große Auswahl an Massagen. Zuerst einige Längen im Pool, eine Runde im Kneippbach und danach auf der Sonnenterrasse einen Cocktail genießen … so lässt es sich leben.

nau, der Römerradweg, wo das Fahrrad zur „Zeitmaschine“ wird und der Grenzlandradweg von der Donau in den Böhmerwald und weiter bis zur oberösterreichisch-tschechischen Grenze.

Airpower: atemberaubende Kunststücek

Ein wachsames Auge auf die Kleinen Mit der ganzen Familie einen harmonischen und actionreichen Urlaub verbringen und immer noch genügend Zeit für sich selbst haben? Im Hotel Schneeberg – Family Resort & Spa in Ridnaun (Südtirol) lässt sich Spaß und Abenteuer bestens mit Ausgleich und Erholung verbinden. Etwas Besseres als ein Urlaub im kinderfreundlichen 4-Sterne-Haus kann Kiddies und Jugendlichen nicht passieren! Für Spaß, Spannung und Action ist gesorgt und der Nachwuchs hat die Qual der Wahl – ob neuer Family Acquapark, eigene Wellness-

Worum geht es beim Radfahren eigentlich? Darum, den Weg von A nach B zurückzulegen? Vielleicht gilt das im Alltag. Sportliche Ziele zu erreichen? Das kann ein angenehmer Nebeneffekt sein. Bisher unbekannte Länder und Regionen auf Radwanderwegen zu entdecken? Das ist der Punkt. Zumindest jener, auf den die sechs Top-Radwege in Oberösterreich hinauswollen: Der Donauradweg zwischen der bayerischen Grenzstadt Passau und dem Strudengau, der Salzkammergutradweg vorbei an den prominenten Alpenseen, der Innradweg, der aus der Schweiz und Deutschland nach Österreich führt, der Ennstalradweg, aus dem Gebirge heraus bis zur Do-

Foto: OÖ Tourismus/Weissenbrunner

b stipps

Oberösterreich: Radln an Seen entlang

lights: Neben dem spektakulären Flugprogramm gibt es einen eigenen Gratis-Kinderbereich mit ActionGames, Riesenrutschen und Bastelwerkstatt, der ganztägig von qualifiziertem Personal betreut wird. Infos: www.airpower.gv.at

Cappuccino am Loch 9

Infos:

Tel.: 03382/ 8212 www.stoiser.com

„Natürlich fühlen sich Golfer bei uns wohl. Kein Wunder, kann man doch den Frühstücks-Cappuccino direkt am Loch 9 genießen“, so die Hoteliersfamilie Habersatter vom 4-Sterne-Superior-Hotel Gut Weissenhof in der historischen Kleinstadt Radstadt. Die Lage direkt am 18-LochGolfplatz, ermäßigte Greenfee-Preise sowie die Indoor-Golfanlage sind Garant für einen perfekten Golfurlaub. Eine Verschnaufpause genehmigen sich die Golfgäste an der neuen Pool-Bar, die sich direkt am 9er-

Loch befindet. Hier stehen kleine Snacks und Erfrischungen bereit. Infos: Tel.: 06452/ 7001-0 www.weissenhof.at 49


Bücher Wie viel Bank braucht der Mensch? Thomas Fricke Westend

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ie Bilanz von drei Jahrzehnten Finanzmarkt­ kapitalismus fällt katastrophal aus. Von der großen Geldparty haben nur wenige profitiert, während die Mehrheit der Steuerzahler die Zeche zahlen muss. Thomas Fricke forderte ein Ende dieser dubiosen Finanzgeschäfte und einen Ausstieg aus dem Bankensystem, wie wir es heute kennen. Und er sagt: Ein Großteil der Gelder darf nicht mehr in Finanzspekulationen fließen, sondern muss für gesellschaftlich wichtige Aufgaben zur Verfügung stehen. Hierzu gehört nicht zuletzt die größte globale Herausforderung: der Klimaschutz.

CD-Tipps Freischwimma: Rostiga Nogl

„Bissig – intelligent – österreichisch“ – drei Schlagworte, die auf die Waldviertler Dialekt-Band „Freischwimma“ zutreffen. „Von unserer Musik her bedienen wir verschiedene Genres und gehen unseren eigenen Weg“, so der Gitarrist Alexander Lausch. „Unsere Musik ist durch Ehrlichkeit und Authentizität geprägt. Zumal wir im Dialekt singen, springt auch der Funke zum Publikum schneller über. Damit sind wir authentischer, die Leute verstehen uns, zumal die Texte aus dem Leben gegriffen sind – direkt, ohne Rettungsanker, ohne doppelten Boden, über unsere Lieben, Laster, Fehler oder Wünsche.“ Jetzt gibt’s ihr neues Album „Rostiga Nogl“, das einen weiteren Schritt in der Entwicklung der Band darstellen soll … www.freischwimma.com

Das Glück is a Vogerl – Die schönsten Wienerlieder Wiener Volksliedwerk/ Herbert Zotti (Hrsg.) Perlen-Reihe

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entimental, überbordend lebenslustig, morbid, nachdenklich, spitzbübisch: Das Wienerlied hat unendlich viele Facetten und ist mit Wien so untrennbar verbunden wie der Stephansdom, der Fiaker oder die Sachertorte. In diesem Liederbuch sind über fünfzig der schönsten und populärsten Wienerlieder versammelt. Von Klassikern wie „Mei Muatterl war a Wienerin“ bis hin zu zeitgenössischem Liedgut von Interpreten wie den „Strottern“ bietet Herbert Zotti einen Querschnitt aus 200 Jahren Wienerlied – und dokumentiert damit das Lebensgefühl einer Stadt, deren Flair unvergesslich ist. Aus da mitlan lod Das Beste von Georg Strnadt mit Karikaturen von Wilfried Zeller-Zellenberg Theaterverlag Eirich

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m Buch, das 98 Seiten umfasst, wurden die 44 Gedichte sowohl in der Originalfassung (in dialektaler Schreibweise) als auch in einer hochdeutschen Fassung abgedruckt. Darüber hinaus sind durch den TING-Stift (Hörstift) 11 Gedichte der 1983 und 1984 erfolgten Aufnahmen bei öffentlichen Lesungen (Live-Mitschnitte) durch Richard Eybner akustisch hörbar. Elsa ungeheuer Astrid Rosenfeld Diogenes

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orenz Brauer ist der neue Star der internationalen Kunstszene. Doch kaum einer ahnt, dass hinter seinem kometenhaften Aufstieg nicht nur Talent, sondern der raffinierte Plan zweier einflussreicher Frauen steckt … Zärtlich und schonungslos schlägt Astrid Rosenfeld einen Bogen von einer verrückten Kindheit auf dem Land bis zum Glamour und den Perversionen der modernen Kunstwelt. Warum ich mich nicht für Politik interessiere … Beatrice von Weizsäcker Bastei Lübbe

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ie Krise hat einmal mehr gezeigt: Die Parteien regieren am Volk vorbei. Von „Alternativlosigkeit“ ist die Rede und von „Sachzwängen“. Politik wird gemacht, nicht vermittelt. Die Unzufriedenheit wächst, die Wahlbeteiligung nicht, denn 50

die meisten sind frustriert. Beatrice von Weizsäcker spricht aus, was viele denken. Sie zeigt aber auch, dass Politik anders sein kann und macht Mut, sich zu engagieren. Süße Versprechungen Sepp Porta, Michael Hlatky Verlagshaus der Ärzte

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ieses Buch dient als Orientierung im Informationsdschungel, der sich zum Thema Zucker und Süßstoffe inzwischen ausgebreitet hat. Sind Süßstoffe tatsächlich die beste Alternative zu Zucker oder sind deren Inhaltsstoffe gesundheitlich bedenklich? Ist Stevia wirklich das neue Wundermittel im Kampf gegen Kilos und Karies oder entstehen im Zuge der Herstellung unerwünschte Produkte, die unsere Gesundheit gefährden? Und wie natürlich ist eigentlich die Zuckerherstellung? Basierend auf den Ergebnissen eines wissenschaftlichen Kongresses in Wiener Neustadt bietet dieses Buch eine aktuelle und unvoreingenommene Zusammenfassung der teils kontroversen Informationen und bewertet deren Sinnhaftigkeit. Handelt jetzt! Das globale Manifest zur Rettung der Wirtschaft Heiner Flassbeck, Paul Davidson, James K. Galbraith, Richard Koo, Jayati Ghosh Westend

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ünf der weltweit wichtigs­ ten und anerkanntesten Ökonomen fordern mit ihrem Manifest eine internationale Zusammenarbeit ein, die für die Teilhabe aller Menschen am Fortschritt sorgt und die strikt am Allgemeinwohl ausgerichtet ist. Eine Neuordnung der Prioritäten in der Wirtschaftspolitik steht dabei ebenso an wie die Beendigung der einseitigen Konzentration auf den Handel. Ein Weltbuch für alle, die wollen, dass sich endlich etwas ändert. Ich beschütze dich Penny Hancock Goldmann

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onia lebt ein zurückgezogenes Leben in einem alten Haus am Ufer der Themse. Eines kalten Winternachmittags bekommt sie überraschend Besuch von Jez, dem Neffen einer alten Freundin. Sonia lädt ihn ein, zum Abendessen zu bleiben, und während die Stunden vergehen, spürt sie immer mehr, welch verstörende Wirkung Jez auf sie hat: Ohne dass er es ahnt, berührt er eine tief in ihrer Seele verborgene Wunde, und eine Obsession von Sonias Jugendtagen bricht mit Macht wieder hervor. Von einem dunklen Strom erfasst, ist sie schließlich bereit, jede Grenze zu überschreiten – denn sie weiß, sie hat nur eine Chance, damit sie endlich ihren Frieden findet …

KLIPP Mai/Juni 2013


FiLMe

Wo Milch und Honig fließen Grace McCleen DVA

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m Anfang war ein leeres Zimmer, ein bisschen Licht, ein bisschen Zeit. Ich sagte: „Ich werde Felder machen“, und ich machte sie aus Teppichbodenstücken und braunem Cord. Dann machte ich Flüsse aus Krepppapier und glänzender Alufolie und Berge aus Pappmaché und Rinde. Und ich betrachtete die Felder, die Flüsse und die Berge, und ich sah, dass sie gut waren … Die zehnjährige Judith ist einsam und sucht Trost in ihrer Fantasiewelt. Doch unmerklich nimmt diese immer mehr Raum in ihrem Leben ein. Von weißen Nächten und roten Tagen Arthur Koestler Promedia

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rthur Koestler war einer der bedeutendsten englischsprachigen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Doch sein erstes Buch, das 1934 auf Deutsch erschien, blieb weitgehend unbekannt und gilt heute als verschollen. Im Reportageband „Von weißen Nächten und roten Tagen“ fasste Koestler seine Eindrücke aus zwei Reisen zusammen, die er im Sommer 1931 und im Herbst 1932 tief im Inneren der Sowjetunion unternahm. Steinbrück oder Merkel? Deutschland hat die Wahl Uwe-Karsten Heye, Hugo Müller-Vogg Quadriga

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ointiert, polemisch, parteiisch – der Merkel-Biograf Hugo Müller-Vogg analysiert die Politik der Kanzlerin, der Publizist Uwe-Karsten Heye beleuchtet die Positionen des Gegenkandidaten. Kornblumenblau – Ein Fall für Milena Lukin Schünemann & Volic Diogenes

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elgrad – Metropole an zwei traumhaften Flussufern, faszinierende Stadt im Brennpunkt europäischer Geschichte, Stadt im Wandel. Und in diesem Roman Ort eines aufsehenerregenden Verbrechens. Das Buch ist der Auftakt zur ersten deutschsprachigen Krimiserie, die in Belgrad spielt, mit der sympathischen Ermittlerin und Rechtsexpertin Milena Lukin.

KLIPP Mai/Juni 2013

Before Midnight Drama, Komödie

Darsteller: Ethan Hawke, Julie Delpy, Seamus DaveyFitzpatrick, Ariane Labed, Athina Rachel Tsangari Regie: Richard Linklater

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ie verbringen ihren Sommerurlaub in Griechenland, gemeinsam mit Jesses Sohn Hank aus erster Ehe. Als der zurück nach Amerika fliegt, plagen Jesse Schuldgefühle, weil er nicht mehr Zeit mit Hank verbringen kann. Celine befürchtet, dass Jesse es ihr übel nehmen könnte, dass sie nicht für einen Umzug in die USA bereit ist und ihn damit von seinem Sohn fernhält. Doch trotz aller Probleme lieben sich die beiden immer noch, auch wenn die verträumte, naive und unter einem schicksalhaften Stern stehende Liebe weg zu sein scheint. Stattdessen stecken sie in einer komplizierten, alltagsgebeutelten Beziehung, die sich jeden Tag mehr zu einer Herausforderung gestaltet … Fotos: Filmladen Filmverleih

Hangover 3 Komödie

Darsteller: Bradley Cooper, Ed Helms, Zach Galifianakis, Justin Bartha, Heather Graham Regie: Todd Phillips

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lan fehlen seine drei besten Freunde, und nach dem Tod seines Vaters versucht er, sich mit durchgeknallten Ideen von der Trauer und dem Frust abzulenken. Nur das Wolfsrudel in Form von Phil, Stu und Doug kann ihm jetzt noch helfen. Die Freunde entscheiden sich, sich ihren trauernden Kumpel Alan zu schnappen und mit ihm wieder nach Las Vegas zu fahren, um ihn abzulenken und gemeinsam eine gute Zeit zu haben. Doch natürlich geht wieder alles schief. Bald hat es das Wolfsrudel mit einem fiesen Gangsterboss zu tun, der Doug entführt und von den drei Chaoten fordert, dass sie Mr. Chow für ihn finden, der dem Gangsterboss 21 Millionen Dollar gestohlen hat. Schnell gelangen die drei Freunde von einer kuriosen Situation in die nächste … Fotos: © 2013 Warner Bros. Entertainment Inc. and Legendary Pictures / Melinda Sue Gordon

Stoker – Die Unschuld endet Drama, Mystery

Darsteller: Mia Wasikowska, Matthew Goode, Dermot Mulroney, Jacki Weaver, Nicole Kidman, Phyllis Somerville, Alden Ehrenreich Regie: Park Chan-Wook

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ls India Stoker an ihrem 18. Geburtstag ihren Vater und besten Freund Richard durch einen tragischen Autounfall verliert, bricht für sie eine Welt zusammen. Bald fühlt sie sich allerdings zum lange verschollenen Bruder ihres Vaters, Charlie, hingezogen, der unerwartet auf der Beerdigung Richards auftaucht und beschließt, ein paar Tage bei ihr und ihrer emotional instabilen Mutter Evie zu bleiben. Zunächst misstraut India ihrem charmanten, aber mysteriösen Onkel, gleichzeitig merkt sie auch, wie viel sie beide gemein haben … Fotos: Fox Searchlight Pictures

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Klipp 2013 03  

Ausgabe Mai/Juni 2013

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