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Verlagspostamt 8020 Graz • P.b.b. GZ 02Z033225 M • 1,45 Euro

Klar

steirisch

unabhängig

Unser Panther muss hungern: Heimhol-Aktion der SchwarzgeldMilliarden aus Schweiz geplant

Auch Steirer zittern

24 l: it e Se ta en s ur b a M ge G e ig Si äft kr

Ausgabe März 2012


SPOTS 4

Eine Begeisterung, die ansteckt Weltcupfinale in Schladming mit Ivica Kostelic als tragischem Helden

COVER 10 Schwarzgeld-Milliarden in der Schweiz gebunkert ... auch Steirer darunter

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4 – Eine Begeisterung, die ansteckt: Weltcupfinale in Schladming

– Schröcksnadel, der Alleinherrscher … daran leidet die WM in Schladming – ein Blick hinter die WM-Fassade

POLITIK 13 Landtagswahl 2015 Noch einmal Franz Voves?

HINTERGRUND Foto: Anzeigen u. Marketing Kleine Zeitung GmbH & Co KG / Sabine Hoffmann

20 „Die sind de facto erschossen worden“ Richter a. D. Erich Klusemann zum Sturm-Prozess 21 Kopf durch Straßenbahnfenster gestoßen Opfer hat Vertrauen in unser Rechtssystem verloren

20 – Richter a. D. Erich Kluse14 – Wem gehören die Beine

Straßenbahnfenster gestoßen

in den roten Strümpfen?

Foto: © Verlag Zabert Sandmann / Alexander Haselhoff

21 – Gewalt: Kopf durch

mann zum Sturm-Prozess: „Die sind de facto erschossen worden, Verhältnismäßigkeit im Urteil fehlt.“

22 Top-Immobilien in Graz Die Quadratmeter-Preise klettern nach oben

KLIPP-SPEZIAL 24 Initiative Kraft.DasMurtal: Weit über den Tellerrand hinaus

KULTUR 32 Seefestspiele Stubenberg 20.000 Besucher erwartet

AUTO&MOTOR

38 – Alfons Schuhbeck steckt seine Nase in die Welt der Gewürze

36 – Schmackhaftes Osterbrauchtum

I N H A L T

34 New Purtzl-Bärli … heißt das neue Rennauto von Pregartner Motorsport

LEBEN&LEUTE 36 Schmackhaftes Osterbrauchtum Gutes aus der Steiermark 38 Alfons Schuhbeck steckt seine Nase … in die Welt der Gewürze

GESUNDHEIT 40 Gentechnikfrei gebacken

STANDARDS Foto: Heimo Ruschitz

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24– Murtal: neben Rennstrecke auch Genussstrecke 2

Spots

18 Lilly Lotterblume 40 Gesundheit 34 Auto & Motor

34 – „New Purtzl-Bärli“ – so heißt keck das neue Rennauto, ein umgebauter Porsche, von Pregartner Motorsport.

48 Urlaubstipps 50 Bücher & Film

KLIPP März 2012


Zwei Kreativköpfe unter einem Hut

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as Beta Lab im MP09 in Liebenau war als Brutstätte für den kreativen Nachwuchs gedacht. Ab Mai ist es – leider – Geschichte. Für die beiden Kreativköpfe Christian Alltag und Paul Scherübel war das Beta Lab jedenfalls ein Glücksfall, denn sie lernten einander dort kennen. Christian Alltag ist bereits seit 12 Jahren in der Design- und Medienbranche, am Beta Lab war er als Coach engagiert. Paul Scherübel wiederum war gerade aus London zurückgekehrt, wo er an der Universität Illustration studierte und das Studium auch abschloss. Für Klipp ist der gebürtige Weststeirer kein Unbekannter, war er doch vor seinem Studium in London mitverantwortlich für das Layout. Erst kürzlich haben Scherübel und Alltag die Eröffnung ihrer gemeinsamen Agentur „PaulAlltag Illustration“ in der Grazer Klosterwiesgasse 6 mit vielen Freunden gefeiert. „Wir denken ähnlich, wenn es um die Arbeit geht, und darüber, was am Markt gebraucht wird“, so die beiden. Ein Beleg dafür ist die unserer Meinung nach gelungene Illustration auf der Klipp-Titelseite zu einem sehr aktuellen Thema. Natürlich wünschen wir vom Klipp den beiden viel Erfolg für die Zukunft. In ihrem Fall, sollte es sich ergeben, auch in der angesprochenen Schweiz.

Dr. Manfred Rath

Dr. Gunther Ledolter

IMPRESSUM Medieninhaber und Herausgeber: KLIPP Zeitschriften GmbH & Co KG, 8020 Graz, Friedhofgasse 20, Tel. 0316/ 42 60 80-0, Fax-Dw 122 office@klippmagazin.at Officemanagement: Isabella Hasewend Redaktion und Autoren: Jürgen Lehner, Ali Rosker, Reinhard Schuch, Michaela Vretscher, Helmut Dietl, Karin Klug, Marguerita Fuller, Maximilian Rombold, David Donnerer, Elisabeth Hewson. Produktionsleitung: Isabella Hasewend Produktion: Martin Druschkowitsch, Hans Obersteiner, Christian Wallner. Lektorat: Mag. Dr. Günter Murgg Cover-Illustration: PaulAlltag

Druck: MA-TISK d.o.o. Maribor Abonnentenpreise: Jahresabo € 14,53, Zweijahresabo € 26,16, Studentenabo: 2 Jahre € 18,16, 1 Jahr € 13,08 Vertrieb: Hurtig & Flink Erscheinungsort: Graz, Verlagspostamt: 8020 Graz, P.b.b. www.klippmagazin.at Nächster Erscheinungstermin: April 2012

Mag. Martin Sudi

Mag. Georg Siarlidis

Fünf Rechtsanwälte – ein Ziel:

Die beste Verteidigung

Mag. Andreas Huber

Die Kanzlei Friedhofgasse 20, 8020 Graz Tel.: 0316/ 7085, Fax: DW 25 law-office@rath-partner.at www.rath-partner.at

Unterstützt von den Konzipienten: Mag. Bernhard Schöngrundner • Dr. Christoph Fritz • Dr. Mario Fluch • Mag. Wolfgang Ehß KLIPP März 2012


Weltcupfinale in Schladming mit Ivica Kostelic als tragischem Helden

Spots

Eine Begeisterung, die ansteckt Verließ enttäuscht und eilig mit Schwester Janica Schladming, kam nicht einmal zur Siegerehrung: Ivica Kostelic.

Rambo Klaus Kröll aus Niederöblarn: Seine Kristallkugel in der Abfahrt am Eröffnungstag war Auftakt für ein furioses Finale.

Ihr Gesicht passt auch auf das Cover eines Modemagazins: Anna Fenninger.

Er schlich sich aus Schlad­ ming davon, blieb nicht einmal zur Siegerehrung, wo Ivica Kostelic ja als Drit­ ter im Slalom-Weltcup auf dem Podium stehen hätte können und als Vierter im Gesamtweltcup auch geehrt worden wäre. Zu groß war die ­Enttäuschung.

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enn vor seiner Verletzung schien alles angerichtet für ihn als großen Triumphator in Schladming: Führender im Gesamtweltcup und Führender im Slalom-Weltcup. Mit gesenktem Kopf, die Zurufe seiner Fans gar

nicht beachtend, verließ er das Skistadion. „The winner takes it all“ – dem Sieger gehört alles – das war am Abschlusstag wieder einmal zu spüren. Denn die 14.000 begeisterten Fans feierten Marcel Hirscher, obwohl im Slalom ausgeschieden, Mario Matt und den Schweden Andre Myhrer, Anna Fenninger, Viktoria Rebensburg und Lindsey Vonn. Doch wer weiß, vielleicht war es die schon oft zitierte schlechte Generalprobe für Ivica Kostelic und wird er im kommenden Jahr als strahlender Sieger und Weltmeister im Februar 2013 gefeiert und umjubelt. Denn jede Weltmeisterschaft hat noch ihre eigenen Stars hervorgebracht, manchmal die ganz Großen, die noch einmal aufgezeigt haben, und manchmal jene, die an

diesem Tag eben ihren glücklichsten Karriere-Sieg erreichten. * „Planet Planai“ nennt sich die Talstation, und die tausenden Fans wähnen sich auf einem Planeten. Das Skistadion, hineingezwängt zwischen Talstation und Hohenhaustenne, viel Platz gibt es dort nicht, wird bei jedem Rennen zu einem Hexenkessel der Begeisterung. Ob man will oder nicht – sie lässt niemanden kalt, Gänsehaut ist angesagt. Doch was wohltut: In anderen Sportarten führt diese meist und oft zu Gewalt, Brutalität, Massenschlägereien der einzelnen Fangruppen. In Schladming trauern die Fans um jeden gestürzten, ausgeschiedenen Favoriten und bejubeln nicht nur die eigenen.

Gleichsam „next door“, unmittelbar hinter dem Stadion, liegt das Restaurant von Charly Kahr, klarerweise ein Treffpunkt bei jeder Großveranstaltung in Schladming. Kahr schaut direkt auf den PlanaiZielhang, wo sein berühmtester Schützling, Franz Klammer, Österreichs Skilegende neben Toni Sailer, seine erste große Abfahrt gewann. Natürlich trifft sich die Prominenz bei und mit Charly Kahr. So gibt es eine eigene Arnold-Stube in seinem Haus. Zahllose Fotos zeigen den Terminator mit dem Hausherrn und Freunden. Aber wie sagt schon der Volksmund: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Und so gibt es einen massiven Konflikt zwischen den Planai Bahnen und Charly Kahr, der bereits hunderttausende

Julia Mancuso: immer sehr freizügig unterwegs. Benny Raich: ihn mag das Publikum.

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Marcel Hirscher: Die Augen von Rainer Schönfelder als Orakel?

Reinfried Herbst: total verkorkste Saison, der Schladminger hofft auf seine Heim-WM.

Charly Kahr: immer in der ersten Reihe mit Annemarie Moser-Pröll.

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Spots Keine großen Auftritte bei Siegerehrungen: Politiker als „Edel-Statisten“ für das SkiFest, Kanzler Werner Faymann mit dem chinesischen Botschafter und LH Franz Voves.

Der Promi-Treff des Ehrenbürgers Charly Kahr, schwerer Konflikt mit den Planai Bahnen, bereits 700.000 Euro Kosten.

Planaibahnen und Ehrenbürger Charly Kahr liegen wegen Stadionbau im Clinch …

… befreundet mit Trainer-Legende Kahr: Arnold Schwarzenegger.

Sie ist bei jedem Rennen dabei

Euro gekostet hat. Kahr wehrt sich gegen Baumaßnahmen, welche die Planai Bahnen auch im Zusammenhang mit der WM durchgeführt haben. Da wirkt ein bisschen eigenartig, wenn er alles das, was in Schladming für die WM passiert, lobt und toll findet. Es ist bekannt, dass Platzhirsche äußerst ungehalten reagieren, wenn jemand ihr Revier stört. Nicht zuletzt ein Grund, dass das Ziel bei den Abfahrtsläufen am Schlusshang ziemlich weit oben stehen muss, damit genügend Auslauf gegeben ist. * Das mit dem Platz und der Enge in

Schladming ist für die Stimmung gut. Ob es auch für die anreisenden Fans angenehm wird – das kann man schon stark bezweifeln. Das von der Exekutive geregelte Verkehrschaos wird nicht ausbleiben. Tausende Fans werden schon Stunden vorher bei ihrer Anreise in der Nähe von Schladming sein müssen, um rechtzeitig bei den Rennen dabei zu sein. Besonders heikel wird die Anfahrt aus Richtung Wien, Graz, also aus dem Osten und Süden, auch Norden, sein. Bei Liezen und Stainach wird es zu kilometerlangen Staus kommen und die letzten 50 Kilometer wird es im Stopp-

and-go-Verkehr nach Schladming gehen. Für die Rennen und die Pisten wurde alles getan, für den Verkehr nicht viel. Darüber werden sich besonders nichtheimische WM-Besucher ärgern, die die Situation ja vorher nicht gekannt haben. Auch das Leitsystem mit den Parkplätzen muss noch evaluiert (verbessert) werden, denn sonst irrt man lange umher, bis man weiß, wo man hinmuss. Und das alles gibt’s ja nicht kostenlos. Besser haben es da nur die VIPs. * 400.000 Besucher, wie Präsident Schröcksnadel in einer Aussen-

dung hoff, wird es bei der WM nicht geben, denn mehr als 60.000 schafft Schladming pro Highlight – Abfahrtslauf oder Slalom – nicht. Im Ziel-Stadion und auf den dazugehörigen Tribünen werden rund 30.000 Platz haben. Ab 25 Euro pro Tag ist man dabei. Wer am Dach der Hohenhaustenne im Top-VIPBereich es sich bequem machen will – das kostet dann bis zu 1.000 Euro, allerdings mit Catering. Von den 3.500 Gold-Cards ist eine zu einem Tagespreis von 500 Euro, auch mit Catering, zu haben, die 450 Silber-Cards kosten so ab 290 Euro. v

Wenig spektakulär: sowohl die Damenabfahrts- als auch die Herrenabfahrtspiste, Zuseher haben wenig Ein- und Aussicht.

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Foto: Wikipedia

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Franco Foda verlässt bekanntlich Sturm

Foto: Lupi Spuma

Platz 4 wird nun frei

Szene aus „Rechnitz (Der Würgeengel)“ von Elfriede Jelinek.

Schwer verträgliche Kost im Schauspielhaus D

as Massaker in Rechnitz im Burgenland in den letzten Kriegstagen des Jahres 1945 beschäftigte schon vor Elfriede Jelineks Theaterstück „Rechnitz (Der Würgeengel)“ die Medien. 180 Menschen sollen dem Massaker zum Opfer gefallen sein. Bis jetzt ist jedoch das Massengrab nicht gefunden worden. Bis ins Letzte aufgearbeitet wurde der Fall schon deshalb nicht, da erste Zeugen ihre Aussagen widerriefen und zwei Kronzeugen vermutlich einem Mord zum Opfer fielen. Den beiden Hauptverdächtigen gelang sogar die Flucht ins Ausland. Im Mittelpunkt des Massakers steht eine Gräfin Margit von Batthyany-Thyssen. Sie ist eine Enkelin des Stahlmagnaten August Thyssen und lädt auf ihrem Schloss in Rechnitz an der österreichisch-ungarischen Grenze zu einem Gefolgschaftsfest der lokalen SS- und Gestapo-Männer. Es folgt eine rauschhafte Nacht mit Exzessen, am Ende steht allerdings Steirisch-Italienische Hotel-Kooperation.

eine bestialische Tat. Zu fortgeschrittener Stunde ermorden einige der Festbesucher in unmittelbarer Nähe 180 jüdische Zwangsarbeiter, die als transport- und arbeitsunfähig in Rechnitz zurückgelassen wurden. Der Erschießungsbefehl kam per Telefon und nach dem Massaker kehrten sie wieder zum Fest zurück, um darauf anzustoßen. Elfriede Jelinek hat ja eine Inszenierung ihres Theatertextes, der 2008 bei den Münchner Kammerspielen uraufgeführt wurde, in Österreich untersagt. Aber nun hat sie für das Schauspielhaus Graz eben eine Ausnahme gemacht und die schwer verträgliche Kost wird dort serviert. Und siehe da: Bei der Premiere gab’s sogar Szenenapplaus. Auch nachher wurden die Schauspieler gefeiert. Graz ist ja kein beliebiger Schauplatz dafür. In der Nazi-Zeit schmückte sich die steirische Landeshauptstadt ja mit dem Titel „Stadt der Volkserhebung“.

Foto: Volker Wohlgemuth klipp_spots.indd 28

Nachfolger Fodas steht noch nicht fest. Die Pikanterie: Gludovatz könnte schon ab April für Sturm tätig sein. Zwei Varianten sind denkbar: Foda verlässt Sturm schneller, als man glaubt, oder er arbeitet mit dem neuen Sportdirektor im Duett. Gludovatz will wiederum bei der Trainersuche auch darauf achten, ob sich nicht ein Kandidat mit „Sturm-Stall-Geruch“ anbietet. Je nachdem, wo Sturm am Ende der Saison in der Tabelle steht – für die Verantwortlichen wird es von Seiten der Fans viel Lob oder auch Kritik geben. Denn international mitspielen – das gehört fast zum Muss-Programm. Denn sonst wäre der Absturz vom Meistertitel im Vorjahr praktisch einer ins Bodenlose.

Gutachter als Schulgründer

Ich will einfach was Neues machen

Als Sachverständiger und Gutachter hat der Grazer Steuerberater Fritz Kleiner sich österreichweit einen Namen gemacht, ist bekannt geworden, vor Jahren mit dem BawagProzess, bei der Hypo und jüngst auch im Sturm- und GAK-Verfahren. Jetzt versucht er sich in Graz in einer ganz neuen „Disziplin“. Kleiner möchte bis 2015 eine kleine, aber feine, zweisprachige Privatschule errichten, aber klarerweise mit Öffentlichkeitsrecht. „Es gibt bisher keine in Graz.“ Das passende Gebäude dafür hat er bereits fast angekauft – und zwar die Volksschule Maria Grün, die ja bekanntlich dort weichen wird. Diese liegt nur einen Steinwurf von seinem eigenen Wohnsitz entfernt. Eine Million Euro legt Fritz Kleiner dafür auf den Tisch der Stadt

Graz. Alles schien ausgesprochen und abgehandelt. Da melden auf einmal die Grünen Bedenken an. Er könnte daraus ein Geschäft machen, argumentieren sie, was Kleiner klarerweise erzürnt. „Was ist da so Schlechtes dran, wenn man ein Geschäft macht“, fragt er. Die Grünen wollen dem Verkauf nur dann zustimmen, wenn die Verfügbarkeit des Grundstückes so gesehen zweckgewidmet ist, sprich entweder für eine Schule oder für einen Zweck im öffentlichen Interesse. Daher wurde der Beschluss im Gemeinderat vorerst einmal zurückgestellt. Fritz Kleiner wird aber am Projekt seiner Ganztagschule festhalten. „Ich habe schon vier Anmeldungen und das zeigt ja, dass das Interesse für eine Schule da ist.“

Gemeinsam helfen für Global Family - Erzherzog Johann und Villa Giustinian Kindern und ihren Eltern zu helfen, die durch Schockerlebnisse traumatisiert sind und noch dazu nie eine Chance haben, Erholung, sprich einen Urlaub zu genießen – das ist der Grundgedanke der Charity-Organisation Global Family. Ins Leben gerufen hat sie der gebürtige Steirer Karl Auer. Kürzlich gab es ein CharityDinner im Hotel Erzherzog Johann in Graz

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Im Ranking des Weekend-Magazins der Top-500-Persönlichkeiten in der Steiermark schaffte es Noch-SturmTrainer Franco Foda auf Platz 4, sogar noch vor Bürgermeister Siegfried Nagl. Fünf Präsidenten hat er kommen und gehen sehen – er selbst ist dem Verein seit 2006 als Trainer treu gewesen. An allen drei Meistertiteln des SK Sturm war er entweder als Spieler oder als Trainer beteiligt. „Seine Weiterverpflichtung ist so gut wie sicher“, schrieb Weekend anlässlich der Präsentation der VIPParade. Wieder einmal ein Beispiel dafür: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Denn mit Paul Gludovatz als Sportdirektor hat praktisch niemand gerechnet. Der

in Zusammenarbeit mit der Villa Giustinian im Friaul. Begonnen hat der Abend etwas Gruselig vom Text her, startete man doch mit Meeresspinne nach Venezianischer Art, zubereitet vom Chefkoch der Villa Giustinian. „Wir haben uns den Abend halb-halb aufgeteilt“, sagt Erzherzog-Johann-Chef Reif. Dann folgten eine KürbisCurryschaumsuppe mit Kernölcrostini, ein

Risotto mit Scampis und Artischocken, ein Kalbsfilet im Tramezzinimantel mit Zitronenthymian-Polenta und grünem Sparkel, ein Scroppino, ein Tiramisu auf moderne Art und zum Abschluss ein Gewürztraminermousse im Hippenschüsserl mit eingelegtem Gala-Apfel. Dazu gab’s klarerweise auch die passenden Weine von italienischen und österreichischen Winzern. KLIPP März 2012

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Die Diagonale 2012 präsentiert (bei Redaktionsschluss noch im Gange) in den 4 Festivalkinos in allen Programmschienen insgesamt 131 Filme und Videos im Rahmen von 120 Vorstellungen. Das Auswahlprogramm bzw. der Wettbewerb umfasst 100 Filme und wurde aus rund 500 aktuellen Einreichungen aller Genres und Langen zusammengestellt: Spielfilme, abendfüllende dokumentarische Arbeiten, aber auch Kurz- und Experimentalfilme sowie -videos. 39 Filme werden in Graz als Uraufführungen gezeigt, 15 Filme als österreichische Erstaufführungen. Festivalleiterin Barbara Pichler: „Das Programm der Diagonale spiegelt das aktuelle österreichische Filmschaffen. Das Bild, das dabei entsteht, ist eines von großer Vielfalt. Abgesehen von dem sehr umfangreichen Jahresrückblick zeigt sich im Programm der Diagona-

Johannes Silberschneider wurde mit dem Großen Diagonale-Schauspielpreis 2012 ausgzeichnet, im Bild mit Preisstifterin Elfie Semotan und Jurymitglied Konstanze Breitebner.

le 2012 eine große Bandbreite von filmischen Zugängen, sowohl von etablierten Namen wie auch von talentierten jungen Filmschaffenden, die das österreichische Kino mit ihren individuellen Erzählweisen und Perspektiven bereichern. Das produktive Aufeinandertreffen verschiedenster filmischer Formen sowie die persönliche Auseinandersetzung mit den Filmemacher/inne/n und ihren Arbeiten stehen dabei im Zentrum des Festivals. Das Ziel der Diagonale ist ein lebendiger Bezug zwischen den Filmen und dem Publikum, ein offener, hoffentlich immer wieder auch überraschender Diskurs.“

AVL-Chef Helmut List:

Ein stiller Großer Als er 1979 den Vorsitz der Geschäftsführung in der AVL von seinem Vater übernahm, da traute ihm nicht wirklich die Mehrheit der Beobachter zu, die AVL auf Erfolgskurs zu halten. Denn sein Vater – er wurde 100 Jahre alt – war einer der angesehendsten Motor-Professoren europaweit. Doch Helmut List, schon damals stets freundlich und leise „unterwegs“, wird sich gedacht haben: „Lass‘ die Leute nur reden.“ Er setzte bereits als junger AVL-Chef auf die mathematische Simulation und Prüftechnik bei der Motoren-Entwicklung. Weil er überzeugt war, dass darin die Zukunft liegen würde. In den ersten Jahren gab’s daher Verluste und schon meinten die Skeptiker, Recht zu haben. Doch die AVL hat sich dann unter Helmut Lists Strategie zu einem Global Player entwickelt und ist gewaltig gewachsen. Zu seines Vaters Zeiten hatte sie noch knapp 1.000 Beschäftigte, heute sind es weltweit mehr als 5.200. Sein Talent für die Technik KLIPP März 2012

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Ein 70er, der keine Sekunde ans aufhören denkt.

bewies er schon als Schüler – da baute er Radios und Fernsteuerungen. Auch eine Ausnahme: Niemand in seinem Unternehmen hat ihn je aufgebracht oder gar laut erlebt. Und da Graz Hauptsitz der AVL ist, trägt er nicht wenig dazu bei, dass die vielen ausländischen Besucher und Gäste, Graz in bester Erinnerung behalten und damit den guten Ruf weitertragen. Während andere am Geburtstag zu ihrem 70er auf das Podium steigen und gefeiert werden – feierte Helmut List diesen runden ohne viel Tamtam.

Es beginnt wieder zu sprießen und wachsen, die Bäume werden bald grün. Ich habe gelesen, dass auf jeden Steirer rein rechnerisch 0,8 Hektar Wald oder 700 Bäume entfallen. Freilich ist es so, dass der Großteil des Waldes einigen Wenigen gehört. Ich z.B. habe nur einen Baum im Garten, aber der hat prima Kirschen. Obwohl ich also nur Ein-Baum-Besitzer bin, finde ich Bäume und Holz genial. Holz macht weniger Probleme als andere Materialien. Es gibt jetzt ein Handy aus Holz, für Kinder zum Spielen, damit sie nicht die Nummern vom Papa löschen. Dieses Handy hat

sind. Glas ist auch so ein Fall. Gläser fallen zu Boden und sind kaputt. Holzkrüge für das Bier dagegen halten ewig. Splitternde Brillengläser gefährden das Augenlicht. Wären Brillengläser aus Holz, würde man sich – angenehmer Nebeneffekt - das Brett vor dem Kopf sparen. Kurz: Holz ist ideal, auch weil mehr nachwächst, als man verbrauchen kann. Wir dagegen stellen zu viel aus Erdöl her: Computer, Eimer, Fernseher, Sessel, Schi, Badeschlapfen und Socken, fast alles ist aus Kunststoff, der aus Erdöl produziert wird, das bald zu Ende geht. Warum bringen wir den

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Diagonale 2012

Foto: Diagonale/Klaus Pressberger

Festival des österreichischen Films in Graz

Über Holzpullunder und aufblasbare Kakteen den Vorteil, dass auch Große es lässig mit sich herumtragen können, ohne durch Anrufe belästigt zu werden. Holz-Handys sind die wahren SmartPhones. Ich habe einmal eine Ausstellung gesehen, in der ein Künstler Kleidungsstücke aus Holz gezeigt hat. Das war als Kunst gedacht, und ich habe nichts anprobiert. Aber wenn die Ritter Eisenrüstungen trugen, warum sollten wir nicht einmal einen Pullunder aus Fichte oder Zirbe probieren. Immerhin hält Holz gut die Wärme, ist berührungsfreundlich und duftet. So einen Pullunder könnte man noch an die Nachkommen weitergeben. Vielleicht ist das eine geniale Idee, und ich sollte sie für mich behalten und gleich mit der Produktion beginnen. Vielleicht arbeitet Lena Hoschek bereits daran. Ich sehe außerdem in meinen Visionen schicke Autos, Züge und Straßenbahnen aus Holz auf uns zufahren, denn das Eisen geht irgendwann aus. Auf meinem Schreibtisch steht ein aufblasbarer Kaktus, er ist meine Lieblingspflanze, er braucht kein Wasser und keinen Dünger. Er ist der Beweis dafür, dass viele Dinge einfach nur aus dem falschen Material

Einkauf statt in Plastiksäcken nicht in Holzgestellen nach Hause, auf dem Rücken, so wie früher die Bäuerinnen? Ohne Auto, versteht sich. Ich sehe nach dem Ende des Erdöls eine radikale Wende nahen: Holzhäuser, Holzkrawatten und Holzschuhe feiern Auferstehung, Kinder spielen endlich wieder mit gutem, altem Holzspielzeug. Ein Haustier aus Holz wäre auch angenehm, es riecht nicht, macht keinen Schmutz, muss nicht zum Tierarzt und ist leicht abzuwaschen (mein Hund schaut mich böse an, während ich das schreibe). Holz ist nur unbrauchbar, wenn die Köpfe von Politikern daraus gemacht sind. Aber Holz wäre das richtige Material, um politische Dossiers, Schul- und Rechtschreibreformen, BUWOG-Klagen, EU-Verträge oder griechische Staatsanleihen darauf zu schreiben. So hätte das Geschriebene wenigstens Gewicht. Es ist nicht so lange her, dass Moses die 10 Gebote in Stein gemeißelt hat. Da erinnert man sich eine zeitlang dran. Aber die Holzzeit wird kommen, so sicher wie die Steinzeit hinter uns liegt. Dann werde ich sogar meinen aufblasbaren Kaktus entsorgen, zugunsten eines hölzernen. Ganz sicher. Reinhard Schuch

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Aktuelles

Daran leiden Schladming und die WM – ein Blick hinter die WM-Fassade

Schröcksnadel – der Die Fans auf den Tribünen des WM-Stadions in Schladming sind wegen Marcel Hirscher, der Ski-Österreich glückselig macht. Bei den Rennen klappt für die WM-Bühne 2013 alles wie am Schnürchen. Doch dahinter, „backstage“, wie das im Neudeutsch so schön heißt, da knirscht es gewaltig.

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orne hui, hinten vieles pfui. Dort, wo es um das liebe Geld, um Kosten, um Sponsorenrechte, um vernünftige Nachnutzung, sprich Nachhaltigkeit geht. Da schalten und walten ÖSVPräsident Peter Schröcksnadel und die von ihm eingesetzten Statthalter Klaus Leitner und WM-Organisationsdirektor Reinhold Zitz nach Belieben. Politiker als Edel-Statisten. Die Welle der Begeisterung bei der Siegerehrung erzeugt im Stadion ein tausendfaches Echo bis hinauf nach Rohrmoos. Den Zweiten und Dritten am Podium dürfen am Eröffnungstag die Politiker die Hand schütteln und gratulieren. Von Kanzler Wer8

ner Faymann über Landeshauptmann Voves und Schützenhöfer abwärts waren alle nach Schladming gekommen. Doch den Siegern überreicht der Präsident des ÖSV Peter Schröcksnadel himself die Trophäen. Da wird erkennbar, welches Verständnis im ÖSV herrscht. Zu Zeiten eines Kanzlers Wolfgang Schüssel oder einer Waltraud Klasnic – da ließ Schröcksnadel diesen den Vortritt. Alles wird mit dem Argument verantwortet, es handle sich um eine Veranstaltung des Österreichischen Skiverbandes. Was richtig ist. Die allerdings in dieser Qualität, Dimension und Perfektion nur deshalb möglich wurde und wird, weil die öffentliche Hand, die Republik

und das Land zigmillionen Euro für die WM in Schladming lockermachten – vom Bau des Stadions bis hin zu den Empfängen. Peter Schröcksnadel, dem Präsidenten, geht es, vereinfacht gesagt, vorrangig um das Kassamachen und klarerweise nicht um die Nachhaltigkeit für Schladming. Dafür sind andere zuständig. Auch, wenn er bei Auftritten immer wieder salbungsvoll Gegenteiliges betont. Nur für die Durchführung der WM erhält der ÖSV knapp 50 Millionen Franken. Dazu kommt natürlich dann noch ein ebenfalls zweistelliger Millionenbetrag von den Sponsoren der Ski- und Wintersportindustrie, die der ÖSV an der Leine hat. Die TV- und Vermarktungsrechte von den Strecken werden über „Tridem Sports“ abgewickelt, die mit der European Broadcasting Union (EBU) die dreistelligen Honorare ausmacht. Sie bleiben höchst vertraulich.

Mit seinem System saugt Schröcksnadel, so seine Kritiker, alles aus einer Region und aus den öffentlichen Töpfen heraus, was möglich ist. Er könnte auch eine WM mit einem Container-Dorf abwickeln, heißt es, wenn da und dort sich Widerstand regt oder gar offene Gegnerschaft. Es gibt viele Vereinbarungen mit der Gemeinde Schladming, so heißt es, allerdings nur per Handschlag, die allzu oft in Frage gestellt werden. Weil die Rechtssicherheit fehlt, gibt es auch keine Planungssicherheit. Das WM-Organigramm sei aufgebläht und zum Teil mit falschen Leuten besetzt, heißt es. Natürlich scheuen beide Seiten, einander deswegen offen den Krieg zu erklären. „Ihr habts alles durch uns bekommen und haltets daher die G…“, glauben die Schladminger unterschwellig eine präpotente HalKLIPP März 2012


Aktuelles

Hans Grogl, oft auch Mr. Nightrace genannt: Nicht ihn, sondern Reinhold Zitz ernannte Schröcksnadel zum WM-Organisations­ direktor.

Schröcksnadel und die „Charta für eine nachhaltige Ski-WM“. „Schröcksi“ verspricht zwar viel, hat aber bis heute wenig erfüllt.

Alleinherrscher tung der ÖSV-Obersten zu spüren. Und diese wissen die SportJournalisten der Medien auf ihrer Seite. Diese feiern die ÖSV-Sieger und kümmern sich kaum darum, was sich backstage wirklich abspielt. Nur ganz vorsichtig wird

in kurzen Anmerkungen aufgefordert, ohne näher darauf einzugehen, „intern das Kriegsbeil zu begraben“. Zurechtgestutzt hat Schröcksnadel auch Hans Grogl, oft als Mr. Nightrace gefeiert. Ihm wurde Reinhold Zitz als WM-Organisationsdirektor vorgesetzt, beide bleiben auf Distanz, da es viele Reibungspunkte

Hot-Spot Hohenhaustenne: Konflikt zwischen Eigentümern und dem ÖSV, der das Österreich-Haus dort unterbringen wollte. Das ist gestorben, sagen die Betreiber.

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gibt. Grogl darf sich um sportliche Belange kümmern, hat aber sonst jede andere Kompetenz abgeben müssen. Sogar kleinste Rechnungen behält sich der Präsident vor, abzuzeichnen. Unterm Strich müssen die Schlad­ minger zu allem Ja und Amen sagen, was Peter Schröcksnadel sich vorstellt, obwohl ihnen das nicht schmeckt. Bei einer solchen Großveranstaltung komme es natürlich zu Problemen und Konflikten, bemerkt, daraufhin angesprochen, der pensionierte Grazer Richter Heinz Fuhrmann. Er ist Obmann der GPM Infrastruktur Schladming 2013 GmbH, vom Land gleichsam als Koordinator zwischen ÖSV, Ministerien und Gemeinde eingesetzt. Bei allen Dingen und Problemen, wo er mit Schröcksnadel zu tun hatte und hat, zeigt dieser Handschlagqualität. Fuhrmann fügt aber hinzu, dass er klarerweise nur seinen Bereich überblicken kann. Aber eines sei

jetzt schon klar: Die WM werde gut laufen und schon das Weltcupfinale habe für Schladming viel gebracht, noch mehr dann natürlich die WM. Aus der Sicht Fuhrmanns und Schröcksnadels wird die WM vom 4. bis 17. Februar für Schladming einfach nur positiv sein. Eine sehr subjektive Haltung. Zu vieles muss noch gelöst werden. So wollen die Schladminger die Energieferien für die Region verschoben haben. Seit eineinhalb Jahren drängen sie Schröcksnadel, die nötigen Schritte dafür zu setzen, den Landesschulrat darum zu ersuchen. Bis jetzt ist nichts geschehen. Für eine gute Planung wäre das aber dringend nötig. Zumal es für die WM hunderte freiwillige Helfer bedarf, die Räumlichkeiten der Schulen für unterschiedlichste Zwecke benötigt werden und auch die Schüler in dieser Zeit nicht wirklich den Unterricht ruhig erleben können. Allein die Verkehrssituation während der WM wird ein Problem sein. Einen heftigen Konflikt gibt es auch um den Hotspot Hohenhaustenne, die unmittelbar im Zielbereich liegt. ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel will dort das Österreich-Haus unterbringen. Doch die Verhandlungen mit den Eigentümern liefen nicht gut. Daraufhin „drohte“ der ÖSV sogar damit, vor der Hohenhaustenne eine Tribühne aufbauen zu lassen. Hermann Egger, einer der Eigentümer: Man sei dabei, sich nun zu einigen. Das Österreich-Haus werde definitiv nicht in der Hohenhaustenne sein, der ÖSV bekomme aber den Ticketverkauf für die Hohenhaustenne übertragen. Täglich gibt es dort 2.000 Tickets und beide Seiten können über bestimmte Kontingente verfügen. Dies führt natürlich dazu, dass die Ticket-Preise noch einmal klettern werden. Die Top-Plätze kosten bis zu 1.000 Euro pro Tag, weil da auch die Provision für den ÖSV darin steckt, sprich das System Schröcksnadel.v 9


tl ietbeelns t&o rl ey u t e

in der schweiz sind Milliarden schwarzgelder gebunkert

Heimhol -Aktion geplant

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Unser Panther muss wegen Sparpaket hungern, den Schweizern bringen Schwarzgeld-Milliarden noch mehr Wohlstand.

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22.03.2012 11:38:34 Uhr


„K

apital ist scheu wie ein Reh, es flüchtet sofort, wenn es gestört wird“, warnte Hannes Androsch in den letzten Jahren wiederholt. Zumindest 16 Milliarden „scheue Euro“ flüchteten aus Österreich in die Schweiz, werden dort schwarz gebunkert. Einige Experten setzen die Summe sogar jenseits der Milliarden an, die Österreicher vor der Steuer verborgen halten. Höchste Beamte des Finanzministeriums führen bereits seit Monaten Gespräche mit der Schweiz wegen eines Datenaustauschs und einer geplanten Heimholaktion der schwarzen Kohle. Das große Zittern unter den Steuerflüchtlingen hat begonnen. Die Eidgenossen kommen immer stärker unter Druck der EU, die exakte Daten von den Schweizern fordert. Deutschland steht bereits vor einem Abkommen mit der Schweiz. SPD und Grüne fordern aber viel strengere Regeln und höhere Abgaben für Bundesbürger, die in der Schweiz unerlaubt Vermögen horten. Insgesamt geht man von Fluchtgeldern in der Höhe von 1.700 Milliarden Euro aus, für die im Herkunftsland keine Steuern bezahlt wurden – Blutgeld aus Diktaturen in Asien und Afrika. Laut dem auf Finanzrecherchen spezialisierten Genfer Unternehmen Helvea werden in der Schweiz insgesamt 587 Milliarden Euro aus der EU gebunkert. Die Schlinge für die Schweiz zieht sich immer enger zu. Und so sieht es für Kontoinhaber, die in der Schweiz Schwarzgeld lagern, recht düster aus.

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Die USA haben den Datenaustausch mit den Schweizer Banken bereits in einem „Erpressungsverfahren“ durchgesetzt. Die Schweiz, so heißt es offiziell, will nun eine WeißgeldStrategie verfolgen. Eine dümmere Ansage könnte es nicht geben, moniert ein Züricher Wirtschaftsprofessor, denn damit sagt man ja, dass man bis jetzt eine Schwarzgeld-Strategie geduldet hat. Die Frustration bei den Zöllnern an den 17 Grenzstationen von Österreich in die Schweiz ist groß. Denn sie wissen, dass wöchentlich viele Millionen Euro mit dem Auto in die Schweiz und nach Liechtenstein gebracht werden. Aufgrund des Personalmangels wird aber kaum noch kontrolliert. Auch wenn die Schweizer Banken angehalten sind, genau die Herkunft des Geldes zu hinterfragen – es geschieht nicht. Mehr Beamte an der Grenze würden sich tausendfach rechnen für den Fiskus. Geht man doch davon aus, dass es pro Jahr hunderte Millionen Euro sind, die bar geschmuggelt werden.

Selbstanzeigen rapide gestiegen Das hat eine amerikanische Milliardärin offen ausgesprochen. Bingo! Wer sich auskennt und Geld hat, versteuert wohl nur einen kleinen Teil seines Einkommens in Österreich, möglicherweise steuerbegünstigt in einer Privatstiftung. Für den Rest des Vermögens gibt es beispielsweise Treuhandgesellschaften und Briefkästen in Steuerparadiesen, wie eben in der Schweiz. Die vertraulichen Gespräche der

österreichischen Finanzer mit den Schweizern führen dazu, dass die Selbstanzeigen rapide steigen. Denn diese kommen noch immer billiger als ein Strafverfahren. Nicht überraschend: Beim Schwarzgeld in der Schweiz liegen übrigens Italiener und Griechen voran, die nur ein Prozent ihrer Anlagen deklarieren. Am meisten veranlagt haben laut Studie die deutschen „Sparer“, gefolgt von Italien und Frankreich. Nach der Affäre um gekaufte Steuerdaten hat sich die Zahl der Selbstanzeiger innerhalb der EU sprunghaft erhöht.

Viele Finanztouristen Es ist nicht alles illegal, wenn ein Österreicher sein Geld auf die Reise in die Schweiz, nach Luxemburg oder nach Zypern schickt. Doch die Kapitaleinkünfte aus den Steueroasen und Offshore-Paradiesen fehlen allzu oft in der Steuererklärung. Die Nachforschungen österreichischer Steuerfahnder verlaufen dann meist im Sande. Wer es aber digital möchte, der kann ja per Mausklick Millionenbeträge an fast jeden Ort der Welt transferieren. Natürlich hinterlassen die Täter damit eine elektronische Spur. Doch diese zu verwischen ist nicht schwierig. Experten schaffen das durch hintereinander geschachtelte Firmen, undurchsichtige Transaktionen mit Finanzderivaten oder unauffällige Deals am Aktienmarkt. Wenn alles den-

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r müssen zittern

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noch vom Fiskus aufgespürt werden sollte, dann hilft immer noch das so genannte „Wanderkonto“. Fragen die Finanzer bei der Bank zum Beispiel in der Schweiz an, so überweist diese das Geld automatisch in die nächste Steueroase, wo sie eine Tochtergesellschaft hat. Und alles geht ohne Papierkrieg, moderne Briefkastenfirmen brauchen nicht mal mehr einen Briefkasten. Einschlägige Berater und heimische Banken geben hier vertraulich die besten Tipps und locken damit ihre Kunden.

Steueroasen boomen, es tobt ein gnadenloser Wettbewerb Trotz aller Ankündigungen tut sich die EU schwer, sich ihres „Krebsgeschwürs“ zu entledigen. Denn die Großen profitieren davon. Ein Mekka der Privatanleger ist das Großherzogtum Luxemburg. Denn Luxemburg verfügt wiederum über ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Malta. Setzt man zum Beispiel auf eine luxemburgische Gesellschaft eine maltesische Holding drauf, dann schneidet man steuerlich ebenso gut ab, wie wenn man nach Mauritius, Hongkong oder Singapur „flüchtet“. Kein Land in der EU, das über Steueroasen verfügt, sieht sich als Täter in Sachen Steuerdumping, jeder fühlt sich als Opfer. Die Folgen des Steuerwettlaufs sind aber verheerend. Die dort geparkten Gelder und verloren gegangenen Steuereinnahmen (sie werden für geheime spekulative

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Apropos auffetten Die Regierung plant nun eine Heimholaktion und verspricht Straffreiheit im Rahmen einer Generalamnestie, wenn es rechtzeitig zu einer Selbstanzeige kommt. Diese kostet richtig gemacht nur zwischen sechs und acht Prozent. ÖVP und SPÖ erhoffen sich davon für die Budgetsanierung zumindest 1,1 Milliarden Euro. Entschieden dagegen sind die Grünen. Sie wollen abwarten, denn nach 2013 ist die Schweiz zum automatischen Datenaustausch verpflichtet. Und dann erwartet man sich bis zu zehn Milliarden Euro. Das wäre fürs Budget schon mehr als ein Drittel der angepeilten 27 Milliarden Euro bis 2016. „Das ist unseriös, unehrlich, ungerecht“,

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Grüne-Abgeordneter Werner Kogler: „Bin dagegen, dass man Steuerkriminelle durch Amnestie pardoniert.“

geißelt der Grüne-Abgeordnete Werner Kogler daher die geplante Heimholaktion. In Deutschland bekämpfen die SPD und die Grünen ein bereits ausgehandeltes Abkommen als inakzeptabel. Sie werden den ausgehandelten Deal, der die Vermögenden und Reichen noch immer schützt, zu Fall bringen. Auch das angepeilte Vorgehen Österreichs – „lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach“ – hält Grüne-Abgeordneter Werner Kogler inhaltlich für falsch. Die SPÖ-ÖVP-Koalition geht davon aus, durch ein bilaterales Abkommen mit der Schweiz zumindest 1,1 Milliarden Euro für die Sanierung des

Foto: BMF

Foto: die Grünen

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Finanzgeschäfte genützt) würden dem gesamten Wirtschaftskreislauf in der EU nützen, die Konjunktur stärken und die Steuerbudgets der einzelnen Staaten auffetten.

Budgets zu bekommen. Nach dem Motto: Besser das als nichts. Genau das hält Kogler für falsch, weil man damit Steuerkriminelle gleichsam durch eine Generalamnestie pardoniert und das falsche Signal setzt. „Ich weiß schon, da gibt es Pläne der Schweiz, das Geld nach Asien zu transferieren in dortige TochterGesellschaften. Doch so leicht wird das nicht sein. Wir schützen damit Steuerkriminelle. Was wird sich da der ehrliche Steuerzahler sagen?“ Werner Kogler schlägt also vor, besser darauf zu warten, dass die EU in einem Gesamtabkommen die Steueroase Schweiz Schritt für Schritt austrocknet. Kogler führt weiters an, dass Österreich in Sachen Schwarzgeld äußerst scheinheilig und doppelbödig vorgehe. Von den 27 EU-Ländern haben 25 bereits vorbehaltlos die Abkommen über den automatischen

Finanzministerin Maria Fekter, vulgo Schottermitzi, wäre bereits mit einer Milliarde Euro zufrieden.

Kanzlerin Angela Merkel: Ihr Regierungsdeal mit der Schweiz wird von SPD und Grünen – die wollen mehr – blockiert.

Datenaustausch unterfertigt. Nur Österreich und Luxemburg blockieren mit ihrer Argumentation noch immer ein schärferes Vorgehen.

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a, natürlich“, ist man in Anlehnung an einen Werbeslogan versucht zu sagen. Die 93,13 Prozent bei der Wiederwahl am Parteitag in Bruck gelten als klares Signal seiner Anhänger und sind eine Genugtuung für Franz Voves. Noch mehr wahrscheinlich für seine Frau Ingrid, die alle seine Entscheidungen stark mitprägt. Was dieses eindeutige „Franz, wer sonst“ außerhalb der SPÖ wert ist, wird sich erst bei der nächsten Landtagswahl 2015 zeigen, weil Meinungsforscher den Stammwähler-Anteil von SPÖ, aber auch ÖVP nur noch mit 20 Prozent und weniger beziffern. „Bewegung in die Zukunft mit LH Franz Voves“ – titelte der SPÖPressedienst seine Aussendung. Dennoch gab es in Bruck keine eindeutigen Signale von Voves, dass für ihn 2015 Schluss ist, oder ob er weitermacht. Seine Partei – die steirische SPÖ – hofft darauf inständig, denn mit ihm hofft sie, 2015 sogar die absolute Mandatsmehrheit zu schaffen. Das ginge allerdings zu Lasten des Reformpartners ÖVP. Mit einem oder einer Neuen an der Spitze – zum Beispiel Bettina Vollath – hätte die SPÖ kaum Chancen, wieder stimmenstärkste Partei in der Steiermark werden zu können. Ohne Zweifel ist die Versuchung für Franz Voves daher groß, es 2015 noch einmal wissen zu wollen. Er würde dann drei Mal eine Landeshauptmann-Wahl gewonnen haben. Selbst Josef Krainer II (1980 bis 1995 Landeshauptmann) hat dies nicht geschafft, obwohl er als Sohn von Landeshauptmann Josef Krainer I klarerweise bessere Startbedingungen vorgefunden hatte. Und was noch dazukommt: Voves würde, sollte er 2015 wieder antreten, als

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n diesem Fall ist es mit Martina Schröck wieder eine Frau. Die desaströsen Wahlergebnisse der einst so stolzen Grazer SPÖ – sie sackte von 40 auf 20 Prozent in der Wählergunst ab – lösten in den letzten Jahren mehrere Personalrochaden an der Parteispitze aus. Und jede war von heftigen Lagerkämpfen und Sturmwellen begleitet. Im Sog dieser Ereignisse schwemmte es auch die wenig profilierte Martina Schröck nach oben. Sie ist die Schwiegertochter des heutigen Ersten Landtagspräsidenten und früheren Landesrates Manfred Wegscheider. Dieser kommt wie sie aus Kapfenberg. Die studierte Soziologin wurde von der früheren SPÖFrauenchefin Barbara Gross – sie ist

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Blau-Schwarzer Sumpf

Wahlsieger in die Politpension gehen können; Josef Krainer II musste nach der verlorenen Wahl im Jahr 1995 die Konsequenzen ziehen und zurücktreten. Die steirische FPÖ hat 1991 und 1995 damals aufgrund des Proporz-Wahlrechtes jeweils den Sprung in die Landesregierung geschafft. Dieses haben mittlerweile Franz Voves und Hermann Schützenhöfer zu Grabe getragen. Künftig werden in der Landesregierung nicht mehr automatisch alle Landtagsparteien ab einer gewissen Stärke vertreten sein. Jetzt sitzt FPÖ-Chef Gerhard Kurzmann als Landesrat noch in der Regierung, wird aber von Voves und Schützenhöfer in große Entscheidungen nicht eingebunden. Daher tat sich Franz Voves am Brucker Parteitag leicht, vom Podium aus in Richtung Kanzler Werner Faymann zu sagen: „Mit der FPÖ wird es keine Koalition geben.“ Denn als Wahlsieger 2015 hätte die SPÖ drei Optionen: die ÖVP, die Grünen und die KPÖ. Da spielt es keine Rolle, wie stark die FPÖ ist. Sollte allerdings die ÖVP vorne sein, dann dürfte eine Koalition mit den Blauen die erste Priorität haben. Nicht unwitzig: Ein Antrag an den Parteitag, dass die SPÖ künftig auch auf Bundesebene eine Reformpartnerschaft mit der ÖVP gewährleisten soll, kam in dieser Form nicht zum Tragen. Wie wenig von pathetischen Äußerungen, wie „Ich werde mich bemühen, ein Landeshauptmann aller Steirer zu sein“, zu halten ist, beweist Franz Voves selbst. Wie könnte er das, wenn er heute schon ausschließt, mit der FPÖ eine Koalition einzugehen – egal, ob diese bei der nächsten Wahl im Jahr 2015 nun 10, 15 oder sogar 20 Prozent der Wählerstimmen schafft. v

b 19. März sind sie wieder unterwegs, die 94 Beraterinnen und Berater aus dem Service für Unternehmen des AMS Steiermark. „Wir gehen aktiv auf unsere Unternehmenskunden zu, informieren uns aus erster Hand über Bedürfnisse und Probleme in Personalfragen und bringen die Serviceangebote des AMS direkt in die steirischen Betriebe.“ Der steirische AMS-Chef Karl-Heinz Snobe schickt seine BeraterInnen bereits traditionell mit trendigen Kleinwagen im frischen AMS-Design für 2 Wochen auf Tournee durch die

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werden. Darauf hoffte auch der jüngst zurückgetretene Edmund Müller – vergeblich. Frauen, die es in der männerdominierten Politik ganz nach oben schaffen, gelten als extrem ehrgeizig und leistungswillig. Das könnte der Grazer SPÖ helfen, die ja auch, was ihre Organisationskraft betrifft, in den Stadtbezirken ganz arg schwächelt. Und funktioniert es an der Basis, dann kommt auch bei Wahlen wieder der Erfolg. Das gilt zumindest traditionell für die SPÖ. Als Vorsitzender der Frauen in Graz ist Martina Schröck intern mit ihrer Art bereits einiges gelungen. Es gibt Konzepte, die bis zur nächsten Wahl im Jahr 2013 der SPÖ Sympathien und mehr Wähler bringen sollen. Als neue Parteiche-

Franz Voves und Werner Feymann: tun sich wieder leichter miteinander, grenzen ÖVP aus: keine Koalition mit Blau.

fin hat Martina Schröck etwas, was Edmund Müller fehlte: eine Hausmacht, nämlich die Frauen. Und die wollen, gleich wie die Grünen in Graz, eine Frau an der Spitze im Rathaus sehen.

Grazer Neo-Parteichefin Martina Schröck: Mit Frauen-Hausmacht könnte es funktionieren.

+ KLAR

auch Präsidentin der steirischen Volkshilfe – in die Volkshilfe geholt. Schröcks Mann führt in Graz eine Werbeagentur und hat, nicht überraschend, natürlich beste Kontakte zur SPÖ. In ihrem ersten Jahr als Sozialstadträtin in Graz ist es Schröck noch nicht gelungen, mit wirklich richtungsweisenden Projekten und Ideen außerhalb der SP-Wähler Gehör zu finden. Nach dem Rückzug von Edmund Müller hofft die Grazer SPÖ wieder einmal, dass Ruhe in der Partei einkehrt. Es liegt an der 34-jährigen Neoparteichefin der Grazer SPÖ selbst, ihre Chance zu nützen. ÖVP, Grüne und FPÖ liegen in der Gunst der Grazer weit vor der SPÖ. So gesehen kann es ja nur besser

Der Nächste, bitte …!

In Graz – Rot in Not

Hypo-Verkauf sozusagen beauftragten. Birnbacher ist auch privater Steuerberater des Kärntner ÖVPChefs. Dass er sich noch in Kärnten halten kann, ist auf die besonderen Verhältnisse dort zurückzuführen. Besonders pikant, dass Martinz als Funktionär der Kärntner Landesholding nun unverfroren dafür eintritt, das Honorar von Birnbacher zurückzufordern, wie er in einem „Kurier“-Gespräch behauptet. Es gibt klarerweise aber starke Indizien dafür, dass man gegen Martinz selbst vorgehen sollte. In einem Gerichtsprozess hat nun ein unabhängiger deutscher Gerichtsgutachter – sein Name ist Frank A. Schäfer – festgestellt, dass Birnbacher’s Honorar im Zusammenhang mit der Hypo maximal 200.000 Euro ausmachen hätte dürfen. Es war also 30 Mal zu hoch. Diese Feststellung führte nun dazu, dass Birnbacher selbst auspackt.

Fall hin – steh auf

AMS wieder 2 Wochen auf Tournee Karl-Heinz Snobe schickt seine Beraterinnen und Berater für 2 Wochen auf Tournee.

steirischen Betriebe. Im Mittelpunkt stehen auch dieses Jahr die OnlineDienstleistungen des AMS. Betriebe, die von einem/r AMS-BeraterIn besucht werden wollen, können einen Termin unter 0800 500 150 vereinbaren und übrigens auch gewinnen: Als Hauptpreis winkt ein Apple iPad.

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Politik

Bildhaft schilderte Birnbacher den 11. März 2008, an dem sein Honorar halbiert wurde: „Dr. Haider hat mich gefragt: Birni, wir können dir die 12 Millionen nicht zahlen. Bist du mit 6 auch zufrieden?“ Birnbacher habe ja gesagt, er hätte es übrigens auch billiger geben auf die Fra- So sah er sich gern: als Staatsmann. Er wollte den „Saustall“ der Alt-Parteien ge, ob er auch mit einem niedriger, ausmisten und hinterließ einen noch etwa 2 Millionen Euro, zufrieden ge- schlimmeren. wesen wäre: „Ja, aber mich hat niemand gefragt.“ Er habe auch ge- benbei gibt es weiteren Sprengstoff genüber Haider einmal festgestellt, in dieser Sache, denn der Gegendass das eigentlich sehr viel Geld brief über das Honorar wurde nicht sei, das er erhalten würde, gibt Birn- im April 2007 unterfertigt, sondern bacher weiter an. Dieser meinte, er nachträglich erst im Februar 2008. solle sich keine Sorgen machen, das Damit kam es zu einem Trick, das Geschäft laufe ohnehin gut. Partei- Honorar wurde nicht vom Land enfinanzierung via Honorar bestrei- Kärnten bezahlt oder von der Kärnttet der pensionierte Steuerberater ner Hypo, sondern wurde einfach vor der Justiz: „Das gesamte Hono- auf die KLH, die Kärntner Landes rar ist nur zu mir gekommen.“ (Und Holding, übergewälzt. Diese TatsaFoto: Parlamentsdirektion/WILKE zum Finanzamt) Sein Anwalt er- che birgt viel Brennstoff in sich und gänzt, dass auch nichts an Dritte wird weitere politische Konsequenweitergeleitet wurde. So ganz ne- zen in Kärnten auslösen.

Bis vor wenigen Monaten war Fritz Grillitsch ja Bauernbundpräsident und als Steirer in Wien bestens vernetzt. Bis er wegen Zahlungen der Telekom an das Forum Land, eine Vorfeldorganisation des Bauernbundes oder so ähnlich gehen musste. Nun droht es einen zweiten Steirer in Wien zu erwischen, und zwar Werner Amon. Er ist seinerzeit über Werner Amon: VP- Fraktionsführer im Korruptionsdie junge ÖVP ins Parlament ausschuss gekommen und mittlerweile ganz hoch angesiedelt. Er ist ja bekanntlich Fraktionsführer der ÖVP im Untersuchungsausschuss. Nun ermittelt der Staatsanwalt im Telekom-Skandal auch gegen ihn. Seine Parteifreunde sehen dahinter eine Verschwörung der anderen ­Parteien. In Graz hat Werner Amon die Handelsschule besucht und war von 1993 bis 2001 Bundesschulsprecher, dann Bundesobmann der jungen ÖVP und sitzt seit 1994 im Nationalrat. Da ist er einmal nur knapp wieder zu einem Mandat gekommen und seine politische Karriere wäre damit zu Ende gegangen. Doch dann ging es wieder weiter und 2003 bis 2009 war er ÖAAB-Generalsekretär. Er hat also schon viele Höhen und Tiefen in seiner Karriere erlebt. Fiel er hin, stand er stets wieder schnell auf den Beinen. v Er war der größte Blender, der seine Anhänger und Unterstützer hinters Licht geführt hat. „Der Saustall gehört ausgemistet“, versprach der verstorbene FPÖ- und BZÖ-Chef und Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider seinen Wählern und dem kleinen Mann auf der Straße. Und sie glaubten ihm gerne. Einen Nachsatz unterließ er allerdings: Der Saustall gehöre ausgemistet, damit sich dort seine Freunde und Spezls einnisten können. 12 Millionen Euro habe der Haider-Freund Dietrich Birnbacher, Steuerberater in Villach, beim Verkauf der Kärntner Hypo als Honorar zugestanden bekommen. Und zwar im Zuge des Verkaufs der Hypo Alpe Adria an die Bayern LB. Es waren Jörg Haider und der Kärntner Landesrater Josef Martinz – er ist auch Kärntner ÖVP-Chef –, die dieses Honorar Birnbacher zuschanzten und ihn mit der Begleitung des Landes beim

KLAR &

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KLIPP

Foto: Siegi Gallhofer

Tritt Voves 2015 noch einmal als Sturm-Spitze an?


Land verkauft Millionengrab Europeum in Mariazell für läppische 550.000 Euro an Lebzelterei

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KLAR

In Graz – Rot in Not

Der Nächste, bitte …! I

n diesem Fall ist es mit Martina

auch Präsidentin der steirischen

werden. Darauf hoffte auch der

desaströsen Wahlergebnisse der einst so stolzen Grazer SPÖ – sie sackte von 40 auf 20 Prozent in der Wählergunst ab – lösten in den letzten Jahren mehrere Personalrochaden an der Parteispitze aus. Und jede war von heftigen Lagerkämpfen und Sturmwellen begleitet. Im Sog dieser Ereignisse schwemmte es auch die wenig profilierte Martina Schröck nach oben. Sie ist die Schwiegertochter des heutigen Ersten Landtagspräsidenten und früheren Landesrates Manfred Wegscheider. Dieser kommt wie sie aus Kapfenberg. Die studierte Soziologin wurde von der früheren SPÖFrauenchefin Barbara Gross – sie ist

Schröcks Mann führt in Graz eine Werbeagentur und hat, nicht überraschend, natürlich beste Kontakte zur SPÖ. In ihrem ersten Jahr als Sozialstadträtin in Graz ist es Schröck noch nicht gelungen, mit wirklich richtungsweisenden Projekten und Ideen außerhalb der SP-Wähler Gehör zu finden. Nach dem Rückzug von Edmund Müller hofft die Grazer SPÖ wieder einmal, dass Ruhe in der Partei einkehrt. Es liegt an der 34-jährigen Neoparteichefin der Grazer SPÖ selbst, ihre Chance zu nützen. ÖVP, Grüne und FPÖ liegen in der Gunst der Grazer weit vor der SPÖ. So gesehen kann es ja nur besser

Müller – vergeblich. Frauen, die es in der männerdominierten Politik ganz nach oben schaffen, gelten als extrem ehrgeizig und leistungswillig. Das könnte der Grazer SPÖ helfen, die ja auch, was ihre Organisationskraft betrifft, in den Stadtbezirken ganz arg schwächelt. Und funktioniert es an der Basis, dann kommt auch bei Wahlen wieder der Erfolg. Das gilt zumindest traditionell für die SPÖ. Als Vorsitzender der Frauen in Graz ist Martina Schröck intern mit ihrer Art bereits einiges gelungen. Es gibt Konzepte, die bis zur nächsten Wahl im Jahr 2013 der SPÖ Sympathien und mehr Wähler bringen sollen. Als neue Parteiche-

Schröck wieder eine Frau. 245.000 Die Volkshilfe – in dieUmsatz Volkshilfe geholt. jüngst Millionen zurückgetretene Edmund Nur in einem Jahr: Euro und 1,22 Euro Verlust

ner der größten Flops, der dem Land Steiermark im letzten Jahrzehnt je passiert ist. Allein 2011 betrug der Verlust 1,22 Millionen Euro bei 245.000 Euro Umsatz. Nichts gegen die wohl schmeckenden Lebkuchen aus Mariazell, aber sehr wohl Schan-

bau, niedliche Lebkuchen produziert. Vor der Übergabe muss das Land jedoch noch einen 2,8-Millionen-Euro-Kredit tilgen. Franz Voves und Hermann Schützenhöfer halten das Thema auf Sparflamme. Sie haben kein Interesse, obwohl dafür mitverantwortlich, diesen Skandal gründlich zu durchleuchten oder sich gar bei den Steuerzahlern dafür zu entschuldigen. Das wollen sie in einer Phase nicht riskieren, wo es täglich um Gemeindefusionen, Sparapelle und Kostensparen geht. Es klingt gut, wird aber erst die Zukunft zeigen: Sechs Millionen Euro will das Lebzelterei-Unternehmen – es gehört der Familie Pirker – investieren und damit 60 Arbeitsplätze sichern. v

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uch wenn die Kosten für die Therme in Fohnsdorf zu hoch gewesen sein mögen, die Gemeinde damit restlos überfordert und das Land auch künftig dazuzahlen muss – es plätschern dort und entspannen sich pro Jahr immerhin rund 150.000 Bade- und Saunawütige. Soll die Therme 20 Millionen Euro gekostet haben. Aber dort passiert wenigstens das, wofür sie gebaut worden ist. Ganz anders sieht es hingegen in Mariazell mit dem Kongresszentrum Europeum aus. Auch dort flossen geschätzte 15 Millionen Euro hinein, wo künftig eine Lebzelterei Hausherr sein wird. Der Kaufpreis: 550.000 Euro – ein richtiges Schnäppchen. Das Europeum ist ei-

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de über die Verantwortlichen für dieses einmalige Desaster. Es stimmt in diesem Fall sogar: Diesen Flopp Grazer Neo-Parteichefin Martina Schröck: Frauen-Hausmacht könnte es funktiomuss man sich aufMit der Zunge zergenieren. hen lassen. Als großes Kongressfin hat Martina Schröck etwas, was Edmund Müller fehlte: eine Hausund Tagungszentrum gebaut, werden macht, nämlich die Frauen. Und die gleich wie die Grünen in dort, natürlich erstwollen, nach einem UmGraz, eine Frau an der Spitze im Rathaus sehen.

+ KLAR Blau-Schwarzer Sumpf

Würde Bürgermeister-Casting gewinnen

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as gut ist, Martina Schröck gibt sich ganz weiblich. Die neue Vorsitzende der Grazer SPÖ steht vor keiner leichten Aufgabe. „Nagl, wer sonst“, heißt es bei Experten, wenn es um die Gemeinderatswahl im Jänner 2013 geht, wo der neue Bürgermeister gewählt wird. Grüne, FPÖ und SPÖ werden dahinter um den zweiten Platz kämpfen. Wobei die Chancen für die Grazer SPÖ nicht besonders gut sind. Vier Mal wurde in den letzten drei Jahren der Parteivorsitzende ausgewechselt, abgelöst. Wolfgang Riedler musste gehen, Frau Edlinger erlitt das gleiche Schicksal und auch Edi Müller, von Franz Voves mit großen Hoffnungen nach Graz gelotst, warf das Handtuch. Aus der einst selbstbewussten und starken Grazer SPÖ ist eine unscheinbare Truppe geworden. Dass auch die Stadtregierung von neun auf sieben Stadträte verkleinert wird, erleichtert die Aufgabe für Martina Schröck ja nicht gerade. Bisher ist die SPÖ mit zwei Stadträten im Stadtsenat vertreten. Nach derzeitigem Stand werden die Grazer Sozialdemokraten aber den zweiten Stadtrat-Sitz – er ist mit Michael Grossmann besetzt – nur schwer halten können. 14

Er war der größte Blender, der seine Anhänger und Unterstützer hinters Licht geführt hat. „Der Saustall gehört ausgemistet“, versprach der verstorbene FPÖ- und BZÖ-Chef und Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider seinen Wählern und dem kleinen Mann auf der Straße. Und sie glaubten ihm gerne. Einen Nachsatz unterließ er allerdings: Der Saustall gehöre ausgemistet, damit sich dort seine Freunde und Spezls einnisten können. 12 Millionen Euro habe der Haider-Freund Dietrich Birnbacher, Steuerberater in Villach, beim Verkauf der Kärntner Hypo als Honorar zugestanden bekommen. Und zwar im Zuge des Verkaufs der Hypo Alpe Adria an die Bayern LB. Es waren Jörg Haider und der Kärntner Landesrater Josef Martinz – er ist auch Kärntner ÖVP-Chef –, die dieses Honorar Birnbacher zuschanzten und ihn mit der Begleitung des Landes beim

Hypo-Verkauf sozusagen beauftragten. Birnbacher ist auch privater Steuerberater des Kärntner ÖVPChefs. Dass er sich noch in Kärnten halten kann, ist auf die besonderen Verhältnisse dort zurückzuführen. Besonders pikant, dass Martinz als Funktionär der Kärntner Landesholding nun unverfroren dafür eintritt, das Honorar von Birnbacher zurückzufordern, wie er in einem „Kurier“-Gespräch behauptet. Es gibt klarerweise aber starke Indizien dafür, dass man gegen Martinz selbst vorgehen sollte. In einem Gerichtsprozess hat nun ein unabhängiger deutscher Gerichtsgutachter – sein Name ist Frank A. Schäfer – festgestellt, dass Birnbacher’s Honorar im Zusammenhang mit der Hypo maximal 200.000 Euro ausmachen hätte dürfen. Es war also 30 Mal zu hoch. Diese Feststellung führte nun dazu, dass Birnbacher selbst auspackt.

Würden Politikerjobs bei Castings vergeben werden, dann zählte man Martina Schröck von ihrem Auftreten her sicher zu den Topanwärterinnen dafür. Auf dem jüngsten Parteitag in Bruck war sie mit ihrem Auftreten (siehe Foto) ein Beispiel dafür. Ihre roten Strümpfe waren klarerweise bewusst gewählt und Hingucker für viele Genossen. Damit allein – das weiß sie natürKLIPP September/Oktober 2011 lich – kann sie den Abwärtstrend für die SPÖ nicht stoppen. Aber man weiß, dass viele junge Wähler auch vom Bauch her einfach das Gesicht wählen, die Erscheinung. So wie das seinerzeit auch bei Siegfried Nagl der Fall war, der als ziemlich unbeschriebenes Blatt die erste Position in der Grazer ÖVP bekam. Sein jugendliches Aussehen half ihm im Wahlkampf sehr. Nun gilt es für die Schwiegertochter von Landtagspräsident Manfred Wegscheider zu zeigen, was sie politisch wirklich kann, wie sie Profil bekommen wird. Als langjähriger Mitarbeiterin der Volkshilfe, einer der SPÖ nahestehenden Organisation, macht ihr niemand ihr Engagement für die Sozialpolitik streitig. Als Spitzenkandidatin der Grazer SPÖ muss sie allerdings breiter auftreten können und auch

Bildhaft schilderte Birnbacher den 11. März 2008, an dem sein Honorar halbiert wurde: „Dr. Haider hat mich gefragt: Birni, wir können dir die 12 Millionen nicht zahlen. Bist du mit 6 auch zufrieden?“ Birnbacher habe ja gesagt, er hätte es übrigens auch billiger geben auf die Frage, ob er auch mit einem niedriger, etwa 2 Millionen Euro, zufrieden gewesen wäre: „Ja, aber mich hat niemand gefragt.“ Er habe auch gegenüber Haider einmal festgestellt, dass das eigentlich sehr viel Geld sei, das er erhalten würde, gibt Birnbacher weiter an. Dieser meinte, er solle sich keine Sorgen machen, das Geschäft laufe ohnehin gut. Parteienfinanzierung via Honorar bestreitet der pensionierte Steuerberater vor der Justiz: „Das gesamte Honorar ist nur zu mir gekommen.“ (Und zum Finanzamt) Sein Anwalt ergänzt, dass auch nichts an Dritte weitergeleitet wurde. So ganz ne-

in anderen Bereichen Kompetenz So sah er sich gern: als Staatsmann. Er zeigen, will sie erfolgreich sein. wollte den „Saustall“ der Alt-Parteien ausmisten und hinterließ einen noch Siegfried Nagl wurde 2003 Bürgerschlimmeren. es weiteren meister – zu einer benbei Zeit,gibtals dieSprengstoff ÖVP in dieser Sache, denn der Gegenbrief über das Honorar wurde nicht mit Wolfgang Schüssel und Waltraud im April 2007 unterfertigt, sondern nachträglich erst im Februar 2008. Klasnic, sowohl im Bund als auch Damit kam es zu einem Trick, das Honorar wurde die nicht vom Land im Land, unangefochten erste Kärnten bezahlt oder von der Kärntner Hypo, sondern wurde einfach Geige spielte. Nagl legte damals auf die KLH, die Kärntner Landes übergewälzt. Diese Tatsaden Grundstein fürHolding, seine Akzeptanz che birgt viel Brennstoff in sich und weitere politische Konsequenals Bürgermeister wird und konnte diese zen in Kärnten auslösen. 2008 ausbauen. Die Rahmenbedingungen sind für Martina Schröck nicht so schlecht, denn auch im Bund ist die SPÖ vorne, aber ganz besonders im Land, wo Franz Voves als Landeshauptmann als völlig unbestritten gilt und damit Martina Schröck im Wahlkampf in Graz kräftig helfen könnte, das angepeilte Ziel zu erreichen. v 11

Martina Schröck, SPÖ-Chefin in Graz

Foto: Anzeigen und Marketing Kleine Zeitung GmbH & Co KG / Sabine Hoffmann

Politik

… den Flopp auf der Zunge zergehen lassen

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es hier durch die angesiedelte Textilfabrik Borckenstein eine große Einwanderungstradition. „Derzeit leben Menschen aus 21 Nationen Für ein „entspanntes Zusammenleben der Menschen in und 11 Religionsgemeinschaften in unserer der Steiermark“ soll die Charta des nun einjährig beste- für 1310-EinwohnerInnen-Gemeinde“, erzählt BürSteiermärkische präsentierte gute Bilanz 2011. In Zeiten der Sparpakete: henden Integrationsressorts sorgen. Darin sind die Ziele germeister Wolfgang Dolesch. Früher als in andeder Integrationsarbeit für das kommende Jahrzehnt defi- ren Gemeinden stellten sich Politik und Bevölkeniert. „Noch ist die Charta nur ein Blatt Papier, jetzt muss rung in Neudau den damit verbundenen Heraussie mit Leben erfüllt werden“, ist sich SP-Integrations- forderungen: „Wir haben beim Gemeindewohnrotz gesamtwirtschaftlich schwieriger Rahditchef der für Steiermärkischen: „Wenn landesrätin Bettina Vollath der Herausforderungen be- bau bewusst einen bunten Mix gesorgtwir undvom so menbedingungen lief das abgelaufene Jahr der Sparen reden, dannentgegen meinen wir nicht das zu Tode wusst. Sie möchte allen (Sozial-)Partnern – das ArbeitsGhettobildung gewirkt“, erklärt Douns gut“, erläutert Steiermärkische- lesch. sparen. Sparen verstanden jaim nichts marktservice, für Hochschulen, Religionsgemeinschaften Schon seitrichtig den 1980er Jahrenheißt gibt es GeVorstandsvorsitzender Gerhard Fabisch das geEr- meindekindergarten anderes, als sparsam mit Quellen, in dem in Fallvermit und Einsatzorganisationen – Werkzeuge in die Hand Kinderbetreuung vor Journalisten. der Geldquelle, umzugehen und das Geldgratis dann ben, umgebnis Konflikte vor Ort zu lösen. Warum die FPÖ bei schiedenen Sprachen, um 1990 wurden Der ausgewiesene verringerwohl überlegt einzusetzen. Man spart ja freut nicht,uns um Wahlslogans wie „Daham Konzernüberschuss statt Islam“ der Charta schon Deutschkurse für alle eingeführt. „Es te sich gegenüber dem Vorjahr zwar um 18,8 Pro- nichts auszugeben, sondern um es dann sinnvoll zent auf 62,5 Millionen Euro. „Aber dies dies ist zu verwenden. So gesehen wird der Spargedanke darauf zurückzuführen, dass die Abwertung unse- nie überflüssig. Man muss nur jenen, die sparen rer gehaltenen Erste-Group-Bank-Aktien auf den sollen, eine vernünftige Erklärung geben, warum Börsenkurs über die Gewinn- und Verlustrech- das geschehen muss. Und weiter ist es wichtig, zu nung darzustellen so Steirische Fabisch. „Wenn erklären, dann mit dem, was gespart wurde, In diesem Jahr offenbarte war“, uns der HerbstmanStadt verteilt.was Darunter diesen Sondereffekt ausklammert, ergabzuvor sich einbeispielsweise geschieht. Das ist sozusagen der Brückenschlag Einblicke in Welten die noch nie ein Mensch „Plurale zur Zukunft. Sparen allein für sich ist zu wenig. von 88 Millionen gesehenbereinigter hatte. NeinKonzernüberschuss ganz so extrem ist es nicht aller- Wirklichkeiten“ im Haus Euro.“ muss man dings hatte das Motto „Zweite Welten“ schon einen der Sparen Architektur odereinen „Ir- Sinn geben und man muss Angesprochenund auf spannenden die täglichen Hintergrund. Meldungen überrealigious! wissen, was einem anReligion Zurückhaltung, warum absehr durchdachten Parallelwelt in der Kunst“ im verlangt wird. istMinoriten. es ganz egal, obauch du arm Sparen und Sparpakete meint Franz Herbstes Kerber, Kre-Kulturzentrum Dazu die Intendantin des Steirischen beiDa den Und dieoder allbist.Herbst-Bar Und dem Sparen dann auch Veronca Kaup-Hasler: „Uns geht es um die Frage, ob seitsreich beliebte erwartetmüssen ihre Besucher um Börsentief der Tatenspät folgen, überschaubarer ZeitMusik muss und ich die vermeintlich reale Welt durch einen Perspektisie bist in dieinNacht mit Getränken, Erste Group mit dem ErspartenDiskussion passiert. Beim venwechsel nicht ganz andere Welten offen legt.“ der erkennen, ein oder was anderen spannenden bei belastet Geizhals ist das Sparen negativ belegt, sonst ja Eine interessante Frage der sich der Höhepunkt des Laune zu halten. Und wer die übergroßen LeuchtKon­zern­ positiv.imSolange es funktioniert, dass das Ersparsteirischen Kulturjahres verschrieben hat.ergebnis. Eröffnet schriften Festivalbezirk Mariahilfer-Viertel noch te gesehen in den wirtschaftlichen Kreislauf zurückfließt, wurde der „herbst“ mit der Aufführung von Anne Te- nicht hat sollte unbedingt bis zum 16. Oktoes Sinn, weil ja machen, die Wertschöpfung resa De Keersmaeker und Björn SchmelzerFührungsduo „Cesena“ ber macht einen Abstecher dorteshin denn dann erist Franz Kerber höht. WirdHerbst nur inauch den schon Konsum investiert, dann der Steirische wieder vorbei. in der List-Halle. Neben den Theaterstücken sind (li.) und Vorkommt es bald zu Ungleichgewichten. Daher ist Michael Schröder aber auch wieder viele Ausstellungen überstandsvorsitdie ganze es wichtig, dass in die Infrastruktur wird und sozender Gerhard mit Wertschöpfung entsteht. v Fabisch Gamlitz, Wagna. Unter dem Namen „Gemeinde beleuchtung, wo man energiesparende Systeme Weinstraße“ wäre das zum Beispiel eine Idee. einsetzen können wird, mit denen man dann in Vieles lasse sich machen. Angefangen von der In- wenigen Jahren mit Hunderttausenden Euro die frastruktur. In jeder Gemeinde muss ein Gebäude Gemeindebudgets entlasten könnte. Auch in der erhalten werden mit Büro, Sekretariat, Kopierer, Raumplanung gibt es Sparpotenzial. Jede GeTelefon usw. Man könnte zu einem System mit meinde leistet sich hier aufgrund der GesetzeslaOrtsvorstehern wechseln, wo es dann eben in der ge Fachleute. Durch die Zusammenlegung entjeweils aufgelassenen Gemeinde Sprechstunden steht auch wieder mehr Spielraum für Überlegungibt. Ganz entscheidend sei dann aber der ge- gen: Wo macht man Betriebsansiedlungen und wo meinsame Einkauf, zum Beispiel für den Fuhr- wird gewohnt? „Im Detail muss das natürlich gepark im Wirtschaftshof, aber auch für andere Din- nau angeschaut werden, aber man verschweigt, ge. Großes Potenzial gibt’s auch bei der Straßen- wie gewaltig da die Möglichkeiten sind“, so Detlev Gruber. „Mit dem Geld, das durch die Gemeinsamkeiten eingespart wird, könnte man wieder Investitionen tätigen, die letztendlich dann Es hängt viel davon ab, ob die der eine mit dem anderen wieder mehr Geld in die Gemeindekasse spülen.“ kann oder nicht.

warten wir uns von den MigrantInnen auch, dass sie aufgeschlossen sind und ihre Rechte und Pflichten wahrnehmen.“

T

Blick in den Steirischen Herbst

EsEmEs Odörfer setzt auf Windenergie Grazer Herbstmesse

„Ökologisches beginnt beim tägliHubert Neuper Handeln hat auf der Grazerschon Herbstmesse die chen Gangeröffnet.Weit ins Bad. Dieund dafür Skisaison breitnotwendige ist noch kein Energie Schnee produziert auch aber unsere neuewar Windkrafttechnolozu sehen in Graz, dennoch die Aktion ein Ergie“, so Geschäftsführerin SusanneHerbstmesse, Schneider-Assifolg. Und auch die neu gestaltete die on. Erweitert wurden ferner die Geschäftsfelder in nur für vier Tage angesetzt war, scheint wieder auf Slowenien und Kroatien, wonach im In- und Ausland dem 600 WegMitarbeiter der Besserung. zeigen die gestiegenen über eineDas Beschäftigung finden. Der Besucherzahlen. 2011 ins Leben gerufene ODÖRFER-Campus widmet sich vorrangig der Aus- und Weiterbildung von LehrLebensmittel werden teurer werden lingen. Davon ist Werner Lampert, der Biopionier Österreichs, Rogner Bad Blumau ausgezeichnet überzeugt. Er ist der Erfinder der Marken „Ja! NatürBeim diesjährigen Wettbewerb falich“ und „Zurück zum Ursprung“.„FrauenDie Zeiten,und in demilienfreundlichster Betrieb“ wurde Rogner in der nen man 12 Prozent des Einkommens für NahrungsKategorie Großbetriebe ex aequo mit der Steiermittel ausgibt, werdenmit nicht mehr langebedacht. andauern. märkischen Sparkasse dem 1. Preis „Die Auszeichnung bestärkt uns in unserem Tun“, zeigt „Niemand sterben. Und „Als doch Leitbeist der sich Direktorinmöchte Melanie Franke erfreut. Tod das Schicksal, das wir alle teilen. So soll es auch trieb mit einem Frauenanteil von rund 70 Prozent ist es unsDenn seit jeher einistAnliegen, Mitarbeisein: der Tod wohl die für mitunsere Abstand erfolgterinnen die Vereinbarkeit vonerBeruf, und reichste Erfindung des Lebens, ist derKarriere Katalysator Familie zu gewährleisten. So gibtSteve es sogar de Lebens“, erklärt der Buddhist Jobseine 2005hausbei eigene Kinderbetreuung. einem Vortrag vor Studenten der amerikanischen Stanford-Universität. „Lebt man jeden Tag so, als wäre er der letztet, liegt man eines Tages damit richtig.“

Scherben bringen Glück Dieses Sprichwort trifft mehr und mehr auf die 300 Mann starke Binder+Co AG in Gleisdorf zu. Deren Maschinen erkennen etwa Bestandteile von Glas, die mit vl. Reinhold Huber freiem Auge unmöglich sichtbar und Karl Grabner sind. Die Auftragsbücher sind von Binder+CO mit voll. Der jüngste Erfolg, Vorstand dem Open InnovatiKarl Grabner nahm kürzlich den on Award. „Open Innovation Award“ in der Kategorie „Bestes KMU“ in Berlin entgegen.

Storychannel

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Foto: Komptech

KLIPP September/Oktober 2011

Holzzerkleinerung der innovativen Art Ob Öl, Gas oder Kohle – fossile Brennstoffe werden immer knapper. Kein Wunder also, dass erneuerbare Energien und dabei besonders die Biomasse stark im Kommen sind. Eine besondere Innovation in diesem Bereich wird in der Steiermark entwickelt und produziert – der Axtor der Firma Komptech.

* Zur Story finden: http://sfg.at/storychannel KLIPP März 2012

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Politik

Soll auch die Sparkasse sparen?


Zwischenbericht des Luftreinhalteprogramms Steiermark

U M W E LT

MASSIVE FEINSTAUBREDUKTION DURCH FERNWÄRME

v.l.n.r.: Vizepräsident der Wirtschaftskammer, KoR Benedikt Bittmann; Geschäftsführer der Energie Graz, Dr. Gert Heigl; Umweltlandesrat Dr. Gerhard Kurzmann und Hofrat Dr. Gerhard Semmelrock, Technische Umweltkontrolle

D

er Fernwärmeausbau spielt eine sehr große Rolle im Luftreinhalteprogramm Steiermark. „Bereits im Juli des vergangenen Jahres“, so Kurzmann, „hat das Land Steiermark eine Million Euro für den Ausbau der Fernwärme in Zeiten eines Sparpakets lockergemacht. 2012 fließen an Fernwärme-Direktförderung 1,6 Millionen Euro – eine Summe, die auch in Zeiten ohne Sparpaket noch nie geflossen ist!“

Die Geschäftsführer der Energie Graz, Dr. Rudolf Steiner und Dr. Gert Heigl, setzen schon lange auf die Fernwärme: „Wir haben das Potential beim Fernwärmeausbau rechtzeitig erkannt, den Ausbau forciert und entsprechend attraktive Produkte entwickelt. Noch nie war es für unsere Kunden so einfach und günstig, einen Fernwärmeanschluss zu bekommen, wie jetzt, und die Zahlen sprechen für sich: Wir haben im vergangenen Jahr

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durch den forcierten Ausbau mehr als 4.000 Wohnungen neu an das Grazer Fernwärmenetz angeschlossen. Damit wurden die Planwerte für das Jahr 2011 um über 40 % übertroffen.“

Fernwärme im Aufwind Es war eines der intensivsten Planungs- und Ausbaujahre seit Bestehen der Fernwärme. Die 5.000ste Fernwärme-Übergabestation wurde Ende des Vorjahres in Betrieb ge-

nommen und über 20 Kilometer neue Fernwärmetrassen wurden errichtet. Rund 13,5 Mio. Euro wurden in Netzverdichtungs-, Netzausbauund Netzumbaumaßnahmen investiert. In dieser Bauzeit wurden bis zu 150 Mitarbeiter je Monat über Fremdfirmen beschäftigt, um die Projekte wie geplant umsetzen zu können. Im Großraum Graz soll die Anzahl der Fernwärmeanschlüsse bis 2030 von 40.000 auf 80.000 verdoppelt

Fernwärmeentwicklung der letzten 3 Jahre (jährlicher Zuwachs in MW)

werden. Dafür werden heuer 1,6 Millionen Euro Direktförderung investiert.

Einfach und effizient … Fernwärme ist Energie, die durch effiziente Anlagen in Wärmekraftwerken gewonnen wird. Mit der Abwärmeenergie wird Wasser aufgeheizt und ins Fernwärme-Netz eingespeist. Durch gut isolierte Leitungen gelangt die Fernwärme schließlich in die Gebäude. Übrigens: Fernwärme heizt nicht nur, sie erzeugt auch Warmwasser – egal, zu welcher Jahreszeit. Jeder dritte Grazer heizt mittlerweile mit Fernwärme und genießt den Komfort und die Vorteile dieser Heizungsform.

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Schadstoffeinsparungen durch Fernwärme 2011:

100.000 Tonnen CO2 130 Tonnen Schwefeldioxid 30 Tonnen Staub KLIPP März 2012

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Im Mai 2011 wurde das Luftreinhalteprogramm mit den konkreten Kernmaßnahmen von Umweltlandesrat Dr. Gerhard Kurzmann vorgestellt. Anfang März wurde nun der Zwischenbericht gemeinsam mit der Wirtschaftskammer und der Energie Graz präsentiert.


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19.10.11 15:30


LILLY LOTTERBLUME

Hallo, meine Lieben! Mir ist in den letzten Wochen das Anschauen der Nachrichten im Fernsehen oderichdas Zeitunglesen Ich weiß nicht, weiß nicht, was gründlich vergangen. Ich habe das ich machen soll und mein AllerliebGefühl, in Österreich gibt es Hilfe mehr ster ist mir da überhaupt keine Korruptionsfälle als Krebskranke, dabei. Er sagt nur: „Du wirst das wenn ich mir die Berichte den schon richtig machen …“über Unsere Korruptions-UntersuchungsausJüngste war so schwer verliebt und schuss oder jetzt ist im es Parlament auf einmal anhöre über Nacht darüber lese. Über die Qualität der aus. Sie tut mir so leid, weil sie sich Arbeit der Telekom habe ich mich ja fast wie in ihrer Kindheit bei mir anin den letzten Jahren wiederholt gelehnt und Schutz sucht. Das tut gut, ärgert,sie jetzt ist mirja,aber klar, warum aber wissen man kann da die so mies arbeiten, aber dafür nicht wirklich helfen, sondern umso kann besser feiern und einladenBei können. nur versuchen, zu trösten. uns in Ich kann schon verstehen, dass man der Nachbarschaft gibt’s auch einisich für die Anbahnung von großen ge türkische Zuwandererfamilien. Geschäften nicht einem Und da haben wirirgendwo gehört, in dass die Stehbeisl trifft und das stundenlang mit ihrer Tochter kürzlich in die bespricht. Aber dass man zu Türkei gereist sind, weil sie dafür dort den einem Jagdausflug nach Schottland, Bräutigam ausgesucht haben. Und UngarnTochter oder sonst wohin muss, der deren findet nichts dabei, zigtausende Euro kostet – da liegt weil sie ja in dieser Welt aufgewaches jaist. aufDie der war Hand, dass jemand den sen ganz freudig aufgeanderen bestechen will. Was denken regt, obwohl sie ihren Bräutigam gar wir alsjeFrauen Beispiel, wenn nicht vorher zum gesehen hat. Wenn

uns da jemand, den wir noch gar nicht gut kennen, mit einem Privatjet hinbringen lässt. Na, guteirgendwo Freunde hat. Die Frieda hat imder will uns beeindrucken, uns nicht mer wieder gehört, und sie geht ja in über den aus Tisch ziehen, sondern ganz der ÖVP und ein, dass Grillitsch wo anders hin. Und immer wieder gute Chancen gehabt hätte, dem fällt der Name Mensdorff-Pouilly. Hermann Schützenhöfer zu folgen, Dieser nicht gerade hätte er das im Auge vorteilhaft gehabt. Nunausist sehende burgenländische es klarerweise vorbei damit.Adelige Schon ist ja bekanntlich Ehemann der einmal war Fritz der Grillitsch knapp ehemaligen hochrangigen ÖVPvor dem Sprung in die LandesregiePolitikerin Maria rung, damals noch Rauch-Kallat. zu Zeiten von Die wurde ja von ihrer vor Waltraud Klasnic . ErPartei habe erst damals Monaten fallen gelassen. Dass sie bereits, so erzählt die Frieda, die in all den Jahren nichts davon mitZusage der damals allmächtigen bekommen soll, gehabt, welche Gesteirischen haben VP-Chefin die schäfte ihr Mann da einfädelt oder dann allerdings im Parteivorstand abwickelt, alsovorschlug, für so naiv und einen anderen ohnedumm Grilhalte ich die ehemalige Chefin der litsch darüber zu informieren. VerÖVP-Frauenbewegung ja nicht. Und ständlich, sollte das so stimmen, so gesehen war es nicht unklug von dass der Grillitsch sich zu Klasnics der ÖVP, sie zu demontieren. Verdiensten kaum noch äußerte. * Auf Wiener Ebene � geht’s um zweistellige Millionenbeträge bei der Förderung politischen Im Weil dieder Frieda gerade Parteien. von Klasnic

ich dann daran denke, wie niedergeschlagen unsere Jüngste jetzt ist, dann denke ich mir: Solche Sorgen haben die Eltern der jungen Türkin nicht.

geredet hat. Herwig Hösele war einer ihrer engsten Mitarbeiter und ist, so der Hubert, sicher ein belesener Mann. Kein Wunder, dass er viel über die Vorzüge und Nachteile der Demokratie, das passende Wahl² mrecht philosophiert. Doch mit einem scheint er ein Problem zu haben, mit dem innerparteilichen demokratischen Umgang. Der Hubert denkt da an die Zeit zurück, als Klasnic wegen der Energie Steiermark gewaltig Zoff mit Gerhard Hirschmann und Herbert Paierl hatte. Hösele spielte in dieser Auseinandersetzung eine wichtige Rolle. Heute bezeichnet er sich selber als „Wut-Bürger“, wegen der stärker werdenden Politikverdrossenheit in Österreich, und schließt sich dem Kreis jener an, die dagegen sogar ein Volksbegehren überlegen. Schon pikant. Oder pervers. Oder auch zum Schmunzeln. Hösele äußerte sich in den Medien im Sinne wie: „Irgendwann werden die Regierungsparteien von uns hören.“ Aber er selbst hat nicht gut zugehört und die Dinge richtig analysiert, als er im Regierungsbüro in der Grazer Burg die Fäden gezogen hat. Denn sonst wäre die Landtagswahl 2005 für Waltraud Klasnic nicht zu einem Desaster geworden,

n

� nunge 100 oh w bis s g 4 u n 3ja Frieda erbezMal hat Das letzte vomir Erst zählt, dass der Jochen PildnerSteinburg, Präsident der Steirischen Industrie, nach Wien gehen soll und dort als Nachfolger von Industriellen-Präsident Veit Sorger vorgesehen ist. Und die Frieda meinte noch, damit wäre er neben dem gut vernetzten Fritz Grillitsch, dem Bauernbundpräsidenten, der ranghöchste steirische Vertreter auf dem Wiener Parkett. In der steirischen ÖVP, so erzählt die Frieda, waren die Funktionäre arg geschockt, als sie nun lesen mussten, dass der Grillitsch sich von einer Stunde auf die andere total aus der Politik zurückzieht. Es waren auch für ihn die Aufregungen so arg, dass er in Graz bekanntlich wegen HerzHerr Ing. Wolfgang Sixt problemen ins Krankenhaus musTel.: 0664/6275100 ste. Alle, mit denen die Frieda über Grillitsch gesprochen hat, waren fast traurig, weil der Obersteirer auch in den anderen Parteien viele

www.freiraumwohnen.at

Grazer Rathaus sind es einige Nullen weniger. Aber die Beträge sind auch nicht ohne, wie man kürzlich im Geso der Hubert. Dem klarerweise meinderat hören konnte. Es hat sich noch immer leid tut, dass die „Chenoch nicht wirklich herumgesprofin“ damals so sang- und klanglos chen, aber im JännerBühne 2013 abtreten gibt’s in von der politischen Graz ja wieder eine Gemeinderatsmusste. Bei ihrem 60er, zu dem ihr wahl, wo der jetzige Bürgermeister zwei Wochen nach der Wahl logiSiegfried Nagl heute schon fast wie scherweise viele Mitarbeiter gratuder logische Sieger aussieht. „Wozu lierten, kam aber keine Stimmung dann Wahlkampf machen?“, auf. Danoch war die Trauerarbeit wichtikönnte man sagen. Aber lassen wir ger. diesen Scherz. * � Die Ute erzählt, dass sich die Parteien knappe Million Euro für die In eine der Steiermark durfte Gerhard Erstattung der Wahlkampfkosten geDraxler seinerzeit nicht ORF-Lannehmigt haben. Da gibt’s natürlich desdirektor werden, weil er für Auflagen, aber so wirklich durchÖVP-Landeshauptfrau Waltraud schaubar ist das Ganze ja nicht. Klasnic zu viel rot und zu Und viel während man InaufKärnten der einen Seite schwarz war. wurde er sich das Geld aus der GemeindekasORF-Landesdirektor unter Jörg sa genehmigt, anderen Haider von dergibt’s FPÖ.auf In der Wien wurde Seite Gespräche und Verhandluner Informationsdirektor unter Wolfgen Parteienvon darüber, wie Und man gangder Schüssel der ÖVP. die künftige Parteienförderung nun wurde er wieder steirischer transparenter machen Doch die Landesdirektor unterwill. dem roten kommen nicht wirklich vom Fleck. Landeshauptmann Franz Voves. Auch Landeshauptmann Franz Was damit zum Ausdruck kommt, Voves hat ja schon vor einem Jahr hat mir kürzlich der Josef erzählt. versprochen, dass es totale TranspaDass Gerhard Draxler von seinem renz Geldgeschenken für die Job bei als den Journalist was verstehen Parteien geben wird. Es gibt dort im muss und alle jene eines Besseren Land sogar einen Unterausschuss, belehrt hat, die ihn in der jeweiligen der sichjener damitpolitischen beschäftigt.GruppieIch denPhase ke, er läuft schon fast zwei Jahre, rung zugeordnet haben, die gerade aber wirklich weitergekommen dort an der Macht war oder ist. ist man nicht. Drei Mal darf man raten, warum das so ist. � * Auch keine Biro leichte Zeit für ihn – LanChristoph , Chefredakteur der desbaudirektor Andreas Tropper Steirerkrone, zeigt immer wieder, so wurde vonder einem Beamten, der ihm habe ich Ute bei der letzten Tauntergeben angezeigt. Der Staatsrock-Rundeist,beim Diskutieren am anwalt prüft den Vorwurf Nebentisch zugehört, dassder er Unvon treue. Hinter dennoch Kulissen, geht es der Steiermark immerdawirklich ganz hart zur Sache, erzählt die wenig weiß. Er kommt aus Wien Ute. und Sie hat Bürgerlicher schon vorher im von alten der Sache ist ein Sinn gehört und nun auchschwer im Profil, dem des Wortes, tut sich mit neuPolit-Magazin, darüber gelesen. Ein en Entwicklungen. Daher gefallen Ingenieurbüro soll bei den Projekten ihm auch Typen, die ihm schmeiTanzenbergtunnel und Hausmanncheln und ihn als einen der Großen stätten mangelhaft gearbeitet haben, und Wichtigen im Lande darstellen. aber dennoch mehr als ursprünglich Mit Oswin Kois verlasse der vielvereinbart erhalten haben. Es geht leicht kompetenteste Manager die um einen Betrag bis zu hunderttaugroße Bühne, streut Biro dem Nochsend Euro für beide Projekte.Rosen. Gegen Energie-Steiermark-Chef den Anzeiger läuft nun aber ein DisDas zeugt schon von wirklicher ziplinarverfahren, so hört die Ute. InSachkenntnis, lästert die Ute. Was nerhalb der Beamtenschaft herrscht

Eure Lilly

Das wär’s, bis zum nächsten Mal, Eure Lilly KLIPP März 2012 KLIPP November 2011

26 18 Inserat_101x135mm.indd 1

deshalb höchste Anspannung, wie die Sache ausgehen wird. Kois in der einst*skandalgebeutelNach seinem Waterloo ten Estag gelungen sei,bei soder derLandHerr tagswahl stürzte BZÖ-Abgeordnete Biro, suche seinesgleichen. Wer Gerald Grosz indes eineGrünen Krise,Ehat er denke angesichts heudoch gehofft, im steirischen Landtag te noch an die schmutzigen Schlagein Mandat zu schaffen. mittzeilen von früher? Und dieAber Estag sei lerweile hat er sich erholt und wenn auch profitabel. Zweistellige Millioer gesund ist, danndas ist Land er allemal für nenbeträge dürfe Jahr für seine Aufdecker-Qualitäten und EntJahr kassieren, und dass der steirihüllungsthemen und auch sche Stromriese bekannt keinen Atomstrom bei den Medien gefragt. Die Sache ins Netz einspeist, stehe ebenfalls mit den Diplomatenpässen ist sozuauf der Kois’schen Erfolgsliste, sagen eines seiner jüngsten Themen. schreibt Biro in der Steirerkrone. Künftig ja dasinbegehrte Letzteressoll stimme keinemDokuFall, ment nur noch tatsächlichen Diplohört die Ute aus der Energie-Steiermaten, Regierungsmitgliedern, mark-Zentrale von jemandem,sowie der Höchstgerichtsmit Stromhandelund zu Nationalratsprätun hat. sidenten zur Verfügung stehen. Exakt 1.549 Inhaber des�roten Dokuments sind Angehörige des Außenamtes oder deren Angehörige. Aber immerKois überhaupt per 31. Warum gehe hin 1.781 Diplomatenpässe sindVoves aber März, trauert Biro. Franz auch in Besitz ehemaliger Spitzenpokönnte ihm da sicher die passende litiker. zum AntwortDarunter geben, rät dieBeispiel Ute demErnst SteiStrasser, Ex-Innenminister, Karl rerkrone-Chefredakteur. Im ÜbriHeinz Grasser, Hubert Gorbach gen habe dieser Oswin Kois Handund Alfons Mensdorff-Pouilly. Die schlagqualität – ein Charakterzug, müssen ihr Dokument bald zurückder heutzutage immer seltener zu geben. bekommen finden Nicht-Diplomaten ist, will das Biro-Lob kein aber auch einen Dienstpass, auch er Ende nehmen. Er meint damit aber erleichtert das Reisen. hoffentlich nicht den Sack voller * Energie-Steiermark-Inserate und Er die Aufregung immerwelche überdiehabe zigtausenden Euro dafür, trieben erzählt zweider die Kroneempfunden, im Laufe der letzten Hubert, der in der Grazer Burg seit einhalb Jahre einsackeln konnte, vielen in den Regierungsbüätzt dieJahren Ute weiter. Aber wer weiß, so ros aus und ein geht. Er meint damit die Ute, vielleicht hat der Nachfoldie Aufregung um das Computerspiel ger von Kois eine ähnlich lockere „Moschee das FPÖ-Chef Hand beimbaba“, Geldausgeben, wenn’s Gerhard Kurzmann imsich Wahldarum geht, vor allem für als kampf 2010 eingesetzt hat. Er war Person guten Wind zu machen. ja dannviel in der wegen VerhetDenn willFolge der Tarock-Runde zung angeklagt worden, gemeinsam nicht einfallen, als die Ute danach mit dem Schweizer Werbefachmann, fragt, was dem Kois so alles gelunder hat. In ersgen dieses sei. DaSpiel fielenlanciert dann Begriffe wie ter Instanz ist er verurteilt worden, Murkraftwerk und Photovoltaik-Andas sprachDoch nun lage Oberlandesgericht auf der Firmenzentrale. aber beide frei. Die Grenzen des diese Projekte sollen schon die VorStrafrechts sind nicht überschritten, gänger auf Schiene gebracht haben. heißt es da im Urteil, die Grenzen des guten Bis zumGeschmacks nächsten Mal,sind hier nicht Gegenstand der Verhandlung. Und das habe ich schon von Anfang an so empfunden, sagt der Hubert, den diese Entscheidung freut.

27.02.12 10:21


Hintergrund Man mag gar nicht glauben, welch interessante Fragen Kinder zum Thema Geld haben.

Warum kopieren die Banken das Geld nicht einfach? Mr. Money erklärt Schulkindern, warum „bunte Zettel“ einen Wert haben. Eine Antwort auf die Frage bekommt der 10-jährige Paul aber erst in einer späteren Einheit. Schade eigentlich, die Antwort hätte sicherlich auch einige Erwachsene interessiert. Von Michael Schröder

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rei Minuten vor zehn in der 4. Klasse einer Andritzer Volksschule. Die Lehrerin öffnet die Tür und bittet Markus Leyacker-Schatzl, seines Zeichens 1. Geldlehrer Österreichs, herein. Der Sitzkreis ist bereits aufgebaut und nach kurzem Tumult haben alle ihre Plätze gefunden. Leyacker – oder Mr. Money, wie er sich im Internet nennt – hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kindern das Thema Geld und alles, was damit zusammenhängt, zu erklären. Deshalb hält der hauptberufliche Finanzberater Vorträge, schreibt Bücher und geht in

KLIPP März 2012

Schulen. „Reich wird man damit nicht, aber es ist mir ein persönliches Anliegen, die Informationslücke um das Mysterium Geld zu schließen“, so Leyacker.

Geldunterricht Kaum sitzen alle, geht es auch schon los: „Wer hat eine Frage zum Thema Geld? Jetzt könnt ihr sie stellen und ich werde versuchen, sie zu beantworten“, eröffnet Leyacker die Stunde. Eigentlich könnte man meinen, Zehnjährige haben auf diesem Gebiet keine Erfahrung, welche Fragen sollen die schon groß stellen. Falsch, sofort schnellen die Hände in die Höhe. Wer hat das Geld erfunden? Warum braucht der Euro Hilfe? Wie funktioniert der Zins? Warum ist Geld überhaupt was wert? Die Liste könnte beliebig erweitert werden. Leyacker

schreibt geduldig mit. Als keine neuen Fragen mehr auftauchen, kann er schließlich mit dem Unterricht beginnen. Routiniert erzählt er seine Geschichte und beantwortet im Laufe der Stunde viele der gestellten Fragen. Insgesamt wird er sechs Einheiten mit dieser Klasse abhalten, bis der Rundgang vom Beginn des Geldwesens bis zur heutigen Zeit abgeschlossen ist.

Auftrag erfüllt Das Ende der Schulstunde ist gekommen. Leyacker verabschiedet sich und man hat den Eindruck, dass es den Kindern Spaß gemacht hat. Einmal kein Frontalunterricht, sondern

Kommt als „Geldlehrer“ in die Schulen und informiert: Markus Leyacker-Schatzl.

eine lockere und vom Frage-Antwort-Spiel geprägte Atmosphäre. „Ich beschäftige mich gerne mit Kindern, meine Mutter war Volksschullehrerin, vielleicht hat da was abgefärbt. Außerdem arbeite ich gerade an einem Buch für die Oberstufe. Da kann man dann schon etwas komplexere Themen behandeln“, so Leyacker. Was darin aber nicht fehlen sollte, ist ein Kapitel, in dem das Geldsystem auch von einer kritischen Seite beleuchtet wird; diesen Blickwinkel vermisst man in seinem aktuellen Werk. Sollen doch die Schulbesuche – seinen Angaben nach – keine PR-Veranstaltungen für seinen Geldberaterjob sein. Was ihm aber hoch anzurechnen ist, ist die Initiative, das Thema Geld überhaupt einmal in die Schulen und in den Unterricht zu bringen. Kurz vor Unterrichtsende hat Leyacker noch einen goldenen Philharmoniker herumgegeben – Wert zurzeit 1.250 Euro. „Zum Glück ist der bis jetzt jedes Mal wieder zurückgekommen“, sagt er lachend.  v 19


HINTERGRUND Foto: Der Plankenauer

Klipp sprach mit dem anerkannten Altrichter Erich Klusemann über die Verhältnismäßigkeit der Urteile im Sturm-Prozess

W

enn Nichtjuristen Kommentare, Analysen zum Urteil im Sturm-Prozess mit „Hannes Kartnig und Co.“ abgeben, dass die Gerichtsentscheidung „falsch, unverhältnismäßig“ sei, dann heißt es von Seiten der meisten so genannten „Spitzen-Juristen“, das Strafgesetz sehe das nun Mal so vor, ließe keine andere Entscheidung zu. Erich Klusemann war jahrzehntelang Richter. Kann man ihm juristische Naivität unterstellen? Treffend daher sein Kommentar in der „Kleinen Zeitung“ unter der Rubrik Leserbriefe: Ich hatte das Glück, mein Jusstudium in Zeiten zu absolvieren, in denen das römische Recht noch zu einer soliden Grundlage des juristischen Denkens geführt hat. Rechtliche Entscheidungen unvoreingenommen und sine ira et studio (ohne Zorn und ohne Eifer) zu treffen und dabei zu bedenken, „quidquid agis, prudenter agas et respice finem“ (was du tust, tu es klug und bedenke die Folgen), waren ein guter Führer durch mein Berufsleben. Im Strafverfahren gegen Herrn Kartnig und die Funktionäre des SK Sturm wurde leider weder der eine noch der andere Leitsatz beachtet. Der Staats20

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anwalt hat für mich nicht den Eindruck gemacht, er habe nach dem gesetzlichen Auftrag ohne Zorn und Eifer die zur Belastung und Verteidigung der Beschuldigten dienenden Umstände mit der gleichen Sorgfalt ermittelt. Das Gericht hat bei der Strafbemessung für mich jeden vernünftigen Bezug zur Realität und zum Strafzweck verloren. Es hat die Folgen nicht bedacht, die existenzvernichtende Geldstrafen für ehrenamtliche Vereinsfunktionäre, die aus ihrem Fehlverhalten keinen persönlichen Vorteil zogen, haben. Es wird sehr schwer werden, künftig Bürger für ehrenamtliche Funktionen in Fußballvereinen zu gewinnen, wenn eine blindwütige Justiz jedes wirtschaftliche Fehlverhalten mit der Vernichtung ihrer wirtschaftlichen Existenz ahndet. Selbst für Herrn Kartnig, dem viel berechtigter Vorwürfe gemacht werden können als den anderen Funktionären, ist die Strafe unverhältnismäßig hoch. Salopp gesagt, ein Bankraub, ein Totschlag oder ein schwerer Kindesmissbrauch wären für ihn billiger gekommen. All das zeigt für mich eine Umkehrung der Werte und wie leicht Recht zu Rache deformiert

werden kann, wenn Lebensrealität und Rechtsprechung so weit auseinanderklaffen.

Klusemann: Ja, da ist etwas dran. Für mich passt einfach die Verhältnismäßigkeit nicht zwischen Gewalt- und Vermögensdelikten.

Herr Dr. Klusemann, stimmt der Eindruck, dass von der Justiz die Vermögensdelikte viel stärker bestraft werden, als brutale körperliche Gewalt?

Und warum hält es sich auch heute noch?

Klusemann: Ja, aber so unverständlich ist das nicht, wenn man bedenkt, dass zum Beispiel das Züchtigungsrecht gegenüber Kindern oder der Ehefrau erst vor Jahrzehnten unter Strafe gestellt wurde, früher also erlaubt war. Auch das, was jetzt in den Internaten und Heimen wieder auftaucht aus der Vergangenheit – die Kindesmisshandlungen –, das war ja damals überhaupt nicht unter Strafe gestellt. Die körperliche Unversehrtheit als Menschenrecht ist eine relativ junge Entwicklung. Anders ist das nur im skandinavischen und anglikanischen Raum. Kann man es so sehen, dass den Dienstherrn zu bestehlen schon immer wesentlich strenger bestraft worden ist, als wenn sich das Volk – Pack schlägt sich, Pack verträgt sich – gegenseitig die Schädel eingeschlagen hat?

Klusemann: Weil das Geld einfach im Mittelpunkt steht. Da kommt auch die kapitalistische Weltordnung zum Tragen. Man muss nur daran denken, dass es zwischen 1852 und 1975 weniger Änderungen und Novellierungen im Strafgesetz gegeben hat als zwischen 1975 und heute. Mit der Strafgesetz-Novelle 2009 wird die Staatsanwaltschaft letztendlich zum Herrn des Verfahrens bei einem Delikt. Klusemann: Die Entwicklung ist nicht gut. Denn die Staatsanwaltschaft erpresst die Leute oft in einer bestürzenden Weise. Mir sind Fälle bekannt, da wird Leuten oft eine Diversion angeboten, sich sozusagen von der Strafe freizukaufen, die unschuldig sind. Die wollen die Gefahr des Verfahrens einfach nicht eingehen. Diversion hat es ja schon immer gegeben. Sie wurde nur vom Richter auf die Staatsanwaltschaft verlegt. Das Problem: Der KLIPP März 2012

21.03.2012 16:30:32 Uhr


In unserem Justizsystem könnte man sagen: Je kleiner das Delikt, desto mehr kann und muss das Urteil begründet werden. Klusemann: Ja, das halte ich für nicht richtig, denn so gibt es bei einem Geschworenen-Gericht keine wirkliche Schuldbegründung. Volkes Stimme ist sozusagen Gottes Stimme. Die Urteile sind fast so etwas wie ein Orakel. Das Urteil gründet auf den so genannten „Wahrspruch“ der Geschworenen. Und das kann ja mit unserer demokratischen Gesellschaftsordnung oder mit unserem heutigen Rechtsstaat nicht mehr wirklich zusammenpassen. Wie verhängnisvoll das sein kann: Ich erinnere zum Beispiel an den Prozess von Schattendorf im Jahr 1927. Im anglikanischen Justizsystem ist das Amt des Richters der Höhepunkt einer Juristen-Karriere.

Wenn man weiß, dass in allen Vereinen mit Schwarzgeld gedealt wird und das System im Fußball so läuft, dann muss man das einmal als eine Tatsache registrieren. Und wenn das Spiel weitergehen soll, dann kann man nicht so viele rote Karten geben, denn die Angeklagten sind de facto erschossen worden. Bei einem Fußballspiel kann der Schiedsrichter ja auch nicht so viele rote Karten geben, sodass das Spiel nicht mehr weitergeht. Da muss man also ein Maß finden. Aber die Justiz verteidigt sich damit, dass ohnehin nur ein Drittel der Strafmöglichkeiten ausgeschöpft wurde. Klusemann: Das ist so, als wenn man sagt: Dem Verurteilten wurde ohnehin nur in den Kopf geschossen. Früher sind die Menschen danach ja noch gerädert und gevierteilt worden. Also das macht keinen Sinn. Diese Juristen sind einfach nicht bei sich selbst. Die haben kein Gefühl dafür und für sie ist das Gesetz die Ausrede. Denn dann erspart man sich das eigene Denken.

Sie haben bereits in einem Leserbrief sehr pointiert Ihre Meinung zum Sturm-Prozess kundgetan.

Wenn ich die Leute vernichte, so wie das im Sturm-Prozess geschehen ist, dann gibt’s kein Spiel mehr. Wenn ich die vernichte, dann haben sie auch nicht wirklich mehr ein Leben. Ich muss in einem solchen Verfahren einfach abschätzen, was in der Folge passiert. Und moralisch wären auch die Spieler zur Verantwortung zu ziehen gewesen. Natürlich muss die Bestrafung sein. Die Gemeinschaft muss ihre Missbilligung durch die Strafe zum Ausdruck bringen. Aber ohne die Betreffenden zu vernichten. Überlegen Sie einmal, wenn man in Spanien, Italien in diesen Klubs irgendwen mit solchen Strafen versehen würde – das ist einfach völlig auszuschließen. Man muss schon erinnern: Es ist nicht Brot, um das es da geht. Es sind Spiele. Und da muss man auch einen so genannten spielerischen Zugang haben. Solche Urteile passieren, wenn man den Hausverstand auslagert.

Klusemann: Um es in der FußballerSprache zu sagen: Man muss natürlich gelbe und rote Karten geben, aber das Spiel muss auch weitergehen. Und in dem Fall geht es für viele nicht weiter.

Es gibt für mich einen prinzipiellen Spruch in der Rechtsordnung: Was du auch tust, tue es klug und bedenke die Folgen. Der Lateiner sagte: Quid agis prudenter agas et respice finem.

Klusemann: So müsste es auch bei uns sein. Unser System ist falsch ausgerichtet. Dass man schon so jung Richter werden kann. Weil da fehlt es an der Lebenserfahrung. Nur weil man halt keine Leute kriegt, nimmt man alle frisch Gefangenen. Aber es ist so: Die Auswirkungen der eigenen Entscheidungen spürt man erst mit der Lebenserfahrung. Je weiter du wirklich vom tatsächlichen Leben entfernt bist, desto weniger Feedback hast du auch. Ich habe mich daher nie für eine Tätigkeit am Landesgericht oder Obergericht interessiert. Die so genannten Papier-Richter wissen einfach nicht, wie das im Leben wirklich zugeht.

KLIPP März 2012

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Der Täter bekam drei Monate Haft bedingt, das Opfer – ein junger Grazer – hat das Vertrauen in unser Rechtssystem verloren „Ich finde, dass unser Rechtssystem schwe-

schwerste Gesichtsverletzungen, Gehirner-

re Fehler hat“, sagt der heute 19-jährige

schütterung, Prellungen. Aufgrund der Kie-

Grazer Max O. Er und sein Freund wurden

fersperre kann er sieben Wochen nur flüssi-

von einem Jugendlichen (ein Zuwanderer)

ge Nahrung zu sich nehmen, er verliert fast

schwerst verletzt. Der Täter bekam drei

15 Kilogramm Gewicht in dieser Zeit, leidet

Monate bedingt. Der Fall sorgte logischer-

noch Monate später an den Folgen. „So ganz

weise für Schlagzeilen in den Medien.

ok ist es auch heute noch nicht.“ Sein Freund

HINTERGRUND

Kläger hat einfach nur den Vorwurf im Auge. Manche zahlen daher lieber, weil sie einfach die Nerven oder auch die Ruhe nicht haben oder die Möglichkeiten nicht sehen, in einem solchen Verfahren zu bestehen.

Kopf durch Straßenbahnfenster gestoßen

hat „mehr Glück“, doch der doppelte NasenDie zwei Grazer Mittelschüler, damals 16, sind

beinbruch muss mehrmals operiert werden,

vor Mitternacht mit der Straßenbahn auf dem

weil es Komplikationen gibt. Der Vater von

Nachhauseweg nach Andritz. Ein Punk, of-

Max O.: „Ich will gar nicht fertig denken, wie

fensichtlich betrunken, belästigt eine junge

die Sache für meinen Sohn hätte ausgehen

Frau. Sie versucht verzweifelt, aber erfolglos,

können.“

in Ruhe gelassen zu werden. Der eine Mittel-

Trotz Nachforschungen der Polizei gibt’s

schüler will ihr helfen und ersucht den Punk,

vom Täter vorerst keine Spur. Erst der Zufall

allerdings nur verbal, er möge das Mädchen

hilft. Max O. erfährt, dass der Gewalttäter

in Ruhe lassen. Da mischt sich ein südländi-

in Andritz gesehen wurde. Er verständigt

scher Typ ein, wie sich später herausstellt ein

die Polizei, sieht Fahndungsfotos durch und

Tschetschene, und attackiert, nein, nicht den

identifiziert seinen Peiniger als Usmann W.

Punk, sondern den jungen Grazer und schlägt

Dieser war bereits wegen eines Gewaltde-

auf ihn ein. Daraufhin eilt der zweite junge

likts vorbestraft.

Grazer seinem Freund zu Hilfe. Die Rauferei artet aus, einer der beiden Grazer wird durch

Fünf Monate später kommt es zur Gerichts-

die Straßenbahntür gestoßen und landet auf

verhandlung. Freunde des Angeklagten fül-

dem Gehsteig. Die Straßenbahn steht mitt-

len den Warteraum vor dem Verhandlungs-

lerweile an der Haltestelle Keplerbrücke.

saal und drohen den beiden Grazern mit

Der Tschetschene erfasst den jungen Grazer

Vergeltung. Der Tschetschene, wortkarg und

nochmals und schlägt dessen Kopf gegen

teilnahmslos wirkend, bekennt sich schuldig,

die große Scheibe der Straßenbahn – diese

weil das ein wesentlicher Milderungsgrund

zerbirst. Blutüberströmt versucht der Grazer

bei der Strafbemessung ist, und verspricht

dennoch, seinem Freund zu Hilfe zu kommen,

artig, sich künftig gesetzeskonform zu ver-

der am Boden liegend getreten wird, Tritte

halten. Die Strafe: drei Monate bedingt.

gegen den Kopf erhält und bewusstlos wird. Nur wenige Monate später landet der „reuige Zum Thema Zivilcourage und was tun in einer

Sünder“ wegen eines Raubüberfalls neuer-

solchen Situation: Keiner der Fahrgäste in

lich vor Gericht. Erst jetzt zieht ihn die Justiz

der Straßenbahn greift ein, auch der Wagen-

aus dem Verkehr und er landet im Gefängnis.

führer nicht. Er hätte zu Beginn der Rauferei

Die beiden jungen Grazer erhielten durchs

die Polizei rufen können, tut das aber nicht.

Urteil auch je 1.000 Euro Schmerzensgeld zu-

Dies macht ein dritter junger Grazer, der den

gesprochen. Dies müssten sie allerdings erst

Ernst der Lage erkennt. Die mehrköpfige

auf dem Zivilweg einklagen. Die Chancen, es

Schlägertruppe flüchtet. Obwohl eine Streife

je zu bekommen, sind gleich null. Denn der

kurze Zeit später am Tatort eintrifft, entkom-

junge Tschetschene lebt von der Unterstüt-

men die Gewalttäter unerkannt.

zung sozialer Organisationen und hatte eine befristete Aufenthaltsbewilligung.

Die Rettung bringt die beiden schwerverletzten Grazer ins Spital. Die Diagnose dort:

Doch bei den Behörden weiß heute niemand,

doppelter Kieferbruch beim einen, dazu

wo er sich wirklich befindet. 21

21.03.2012 16:30:34 Uhr


Beste Bauplätze in Graz heiß u Geld ist beliebig vermehrbar. Grund und Boden aber nicht. Die Folge ist, dass in Zeiten der Eurokrise, der Inflationsund Abwertungsangst die Preise für die besten Bauplätze in Graz zum Teil explodieren. Damit aber auch für die künftigen Mieter und Eigentümer von Büro- und Wohnraum. Spekulanten, Bauträger müssen um jeden Preis kaufen, um im Geschäft zu bleiben. Das Tauziehen um die Verbauung der Reininghausgründe, des Pfauengartens, des Andreas-Hofer-Platzes zwischen Eigentümern und Stadt ist voll entfacht. Entschieden ist der Grund beim alten Wasserwerk (siehe nebenstehenden Bericht).

S

Foto: Stadt Graz / Furgler

hi n tergr u n d

Haben Toplage: Reininghausgründe, Pfauengarten, Andreas-Hofer-Platz, Wasserwerk

Stadtbaudirektor Bertrau Werle, ein Vorarlberger …

… Stadtplanungschef Heinz Schöttli, ein Schweizer: Gemeinsame Linie – gibt’s die?

Freiberuflicher Städtebauer Walter Felber der Initiative „Graz denkt“: Modell ist eine echte Diskussionsgrundlage. 22

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ie sind die größte freie, bebauungsfähige Fläche in der Stadt – die 54 Hektar großen Reininghausgründe. Seit Jahren gibt es ein Match zwischen Eigentümern und der Stadt, wie und was dort gebaut werden darf. Nun ist man in eine neue Phase getreten. Asset One hat nach sechs Jahren aufgegeben, ist finanziell die Luft ausgegangen. Nun versucht der Grazer Immobilienprofi Alfred Müller mit Investoren – ihr Sprecher ist Wirtschaftsanwalt Bernhard Astner –, dort den großen Wurf zu machen. 12.000 Menschen sollen künftig auf den Reininghausgründen wohnen und arbeiten. Eine eigene Öko-Stadt ist im Gespräch. Zwei Experten, drei Meinungen, was dort künftig stehen soll. Was es aber braucht: Die Gründe müssten von der Stadt von „Industrie- und Gewerbegebiet“ umgewidmet werden in „Wohnland“. Ein Verfahren, das umständlich und langwierig wird. Im kommenden Jahr sind Gemeinderatswahlen. Bürgermeister Siegfried Nagl will daher die Gründe für die Stadt vorerst selbst sichern und diese kaufen. „Damit sie nicht filetiert werden“, so Klubobmann Peter Piffl-Percevic. „Diese Lösung wäre für uns nicht die finale Glücksvorstellung, aber sie könnte verhindern, dass ein Eigentümer Stück für Stück das an Endnutzer verkauft.“ Es gibt ja eine gültige Widmung, und wenn angesucht wird, kann die Stadt das nicht verhindern. Ist die Stadt dort Eigentümer, sieht die

Auch das gibt’s auf den Reininghausgründen: erhaltungswürdigen Altbestand.

Sache klarerweise anders aus. Schon im Jahr 2010 gab es einen Beschluss des Gemeinderates, die Reininghausgründe um rund 80 Millionen Euro zu kaufen. Asset One hatte allerdings einen privaten Investor an der Hand, der mehr bezahlen wollte, und winkte ab. Das Geschäft kam leider nie zustande und führte in der Folge zur jetzigen Situation. Alarmiert wurde dadurch auch die Initiative „Graz denkt“. „Jeder soll sehen, worum es da geht, welche Bedenken wir haben“, zeigt Städtebauer und Umweltaktivist Walter Felber an seinem Modell, wie das neue Stadtviertel oder auch die Ökostadt von den städtebaulichen Bedingungen her entstehen müsste. „Für Graz ist das eine große Chance, aber für viele ist das noch eine Fata Morgana, weil niemand weiß oder wirklich offen darüber spricht, was es an Einwohnern braucht, wie man konkurrierende Nutzungen vermeiden kann oder muss.“ 2.000 wohnen und 1.000 arbeiten in diesem Viertel schon jetzt. Eines darf nicht passieren: Dass die Stadt zwar für die Infrastruktur (Straßenbahn usw.) zigmillionen öffentliche Mittel in die Aufschließung der Reininghausgründe pulvert, den Profit davon aber ausschließlich die Grundeigentümer haben. „Das muss vorher mit den Bürgern abgeglichen werden“, so Felber. Ökostadt oder doch baulicher Wildwuchs? Das ist die Frage. Es komme beim geplanten Projekt, wie das die

Gruppe von Walter Felber vorhabe, zu keiner Privatisierung der Gewinne und Sozialisierung der Verluste und Sozialisierung der Kosten für die Infrastruktur, hält Alfred Müller, bekannter Immobilienprofi in Graz, dem entgegen. „Die Stadt gibt uns alles und wir nehmen die Gewinne mit – das wird es nicht geben“, betont er nochmals. Die Entwicklung des Projekts kann ohnehin nur über Jahre hinweg in mehreren Schritten, sprich Etappen, erfolgen. Es werde der vorliegende Rahmenplan umgesetzt. „Und natürlich erfolgt das in Abstimmung mit der Stadt, sodass am Ende alle was davon haben.“ Müller hält es auch für stimmig, wenn die Stadt zum Miteigentümer wird, weil sich die Stadt dann auch anders einbringt und für sie kein Risiko besteht. Für so ein Projekt braucht man einfach die Kooperation mit der Stadt, ein gemeinsames Vorgehen von Politik, Beamten und Investoren. In Richtung der Kritiker: „Wir Österreicher sehen so gerne, was alles schiefgehen könnte. Ich bin aber überzeugt, dass es eine gute Sache wird.“ Das seien alles „Schalmeientöne“, man werde erst sehen, wenn die Pläne konkret auf dem Tisch liegen, was da wirklich ernsthaft passiert, schränkt Walter Felber von der Initiative „Graz denkt“ ein. Das von der Initiative entwickelte Modell bietet die Chance, dass auch die Bürger erstmals dreidimensional sehen, was da auf sie zukommt. KLIPP März 2012

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100 Wohnungen in einem Topobjekt an der Mur – Grazer Immobilienentwickler „vondevor AG“ zeigt wieder kräftig auf

vondevor-Führungsduo Stefan Hase und Dirk Schweinsberg.

„Keinesfalls more of the same“ Mag. Nikolaus Lallitsch, Raiffeisen Immobilien: „Es wäre schade, wenn beim Projekt auf den Reininghausgründen ,more of the same‘ (mehr vom Gleichen) passiert – so etwa eine Konkurrenz zu Seiersberg. Man wird sich daher genau überlegen müssen, welche Segmente man entwickelt und welche Themen. Die Gefahr, die ich sehe, ist, dass man dort Wohnraum von Menge und Masse errichtet. Wobei ich sage, dass qualitätsvolles, aber leistbares Wohnen in sich kein Widerspruch ist. Das zeigt sich in der Stadt schon im Herzjesu-Viertel, in der Klosterwiesgasse oder im Augarten-Bereich. Wir in Graz haben im Bundesvergleich noch ein sehr moderates Preisniveau. Es gibt einen massiven Zuzug in der Stadt und jene, die jetzt in Miete leben, wollen EiNikolaus Lallitsch, gentum. Graz ist geprägt Raiffeisen Immobilien. durch Selbstversorger. Anlegerwohnungen sind nicht der Antreiber für die Bautätigkeit. Wir haben nicht die Russen, die Chinesen, wie beispielsweise in Wien mit den vielen Penthäusern.“

„Zwangsjacke“ für Andreas-Hofer-Platz Seit Jahren gibt es in Graz ein Tauziehen um die Gestaltung des Andreas-Hofer-Platzes, unmittelbar an der Mur gelegen und bis heute als Busbahnhof verwendet. Er ist für eine Neugestaltung schon längst überfällig. Seit einem Jahr würde in seinem Unternehmen bereits ein internationaler Architekturwettbewerb vorbereitet, doch Stadtbaudirektor Bertram Werle verzögere mit seinem Verhalten die Umsetzung, sagt Gerald Gollenz. Dieser besteht auf einem städtebaulichen Gutachten, mit dem der Wettbewerb gleichsam eine Vorgabe und Einschränkung bekommt, mit dem der Wettbewerb eingeschränkt wird, eine Gerald Gollenz: „Zwangsjacke“ bekommt, damit es nicht „Mache den Wetteinen Sieger geben kann, mit dem die Stadt bewerb auch nicht einverstanden ist. Im Gegensatz zum ohne Stadt.“ Stadtbaudirektor kann Stadtplanungschef Heinz Schöttli sich vorstellen, auch ohne Vorgabe einen Wettbewerb zu akzeptieren. Gollenz: „Ich mache ihn auf jeden Fall – ganz unabhängig davon auch ohne Stadt.“ Was für Gollenz in Graz fehlt, ist ein flächendeckender Bebauungsplan. Es wäre auch gut, wenn der Stadtbaudirektor und der Stadtplanungschef besser miteinander harmonieren. Reichlich Wohnraum könnte nicht nur auf den Reininghaus-Gründen, sondern auch in der Stadt selbst noch geschaffen werden. „Wir haben eine große Anzahl von Flächen, wo wir nachverdichten können. Graz hat eine Unmenge an Einfamilienhäusern und daher man muss nicht unbedingt an den Stadtrand mit neuen Wohnbauten, sondern könnte, was auch günstiger kommt, die Infrastruktur der Innenstadt nutzen.“ KLIPP März 2012

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E

rst seit einem halben Jahr sind die gebürtigen Deutschen Stefan Hase und Dirk Schweinsberg Vorstände der „vondevor AG“ mit Sitz am Eisernen Tor in Graz. Der bisherige erste Ansprechpartner im Tagesgeschäft Carlo Arlati – „Ich habe vor, künftig meine Arbeitskraft anders zu bündeln“ – hat als Mehrheitsaktionär in der zweiten Reihe Platz genommen. Er fungiert als Vorsitzender des Aufsichtsrates der vondevor AG. Zum Einstieg darf und muss das neue Führungsduo sein Können gleich an einem exklusiven Wohnprojekt in der Körösistraße in Graz, auf dem Gelände des alten Wasserwerks, zeigen. In den letzten Monaten gab es große Anspannung in der Vorstandsetage am Eisernen Tor, mussten doch sämtliche Einwendungen der Anrainer im Zusammenhang mit dem Projekt entsprechend erledigt werden. Diese können oft zu unangenehmen Verzögerungen führen, was auch die geplanten Projektkosten verteuert. Nun, da aber die Bescheide der Baubehörde seit wenigen Wochen rechtskräftig vorliegen, können demnächst schon die Bagger auffahren. „Wohnen am Murufer“ wird es in den geplanten 100 Wohneinheiten geben – von 40 Quadratmeter bis hin zu Penthäusern mit 200 Quadratmetern. Und natürlich mit einer Tiefgarage für knapp 130 PKWs. Das 30-Millionen-Euro-Projekt soll in zwei Jahren fertiggestellt sein.

Die Nachfrage ist groß Darüber freut sich das vondevor-Führungsduo Stefan Hase und Dirk Schweinsberg, das mit Neuwohnen, einer Tochtergesellschaft, ein eingespieltes und erfolgreiches Verkaufsteam hinter sich weiß. 40 Prozent der Einheiten in der Körösistraße sind bereits verkauft. Je nach Geschoß, Lage und Größe kostet der Quadratmeter von 3.300 bis 6.000 Euro. „Bei Letzterem reden wir allerdings vom Preis bei den Penthäusern. Wir haben eine sehr exklusive Lage am Murufer erworben und freuen uns über die große Nachfrage“, so Stefan Hase. Da liege man sogar über der „Villa Hartenau“ im Uni-Viertel, einem Projekt aus der jüngeren Vergangenheit.

HInTERGRunD

ß umkämpft

Zwei Neue am Kommandostand

Neues Projekt Körösistraße.

„Wir glauben, dass wir auch in Zukunft – durch die Marktnähe der vondevor AG – solche oder ähnliche Projekte in Graz umsetzen können“, sagt Stefan Hase, der in den letzten Jahren Finanzvorstand der Porr Projekt und Hochbau AG war und in Wien und nun auch in Graz wohnt. Er zieht zum Vergleich den Servitenhof, ein vondevor-Projekt in der Berggasse, am südlichen Alsergrund in der Wiener Innenstadt heran. Nicht unweit von dort liegt das Lycée Français de Vienne, die international ausgerichtete Eliteschule. „Während in Graz mehrheitlich die Endnutzer Wohnungskäufer sind – sie sorgen auch für die Kinder vor“, so das Duo Hase-Schweinsberg, „zählen in Wien eher Anleger zum Kundenkreis. Das hat zur Folge, dass in Graz in der Bauphase die künftigen Wohnungsbesitzer bei der Gestaltung sich weit stärker einbringen.“ Von ihrer Philosophie her gibt es eine klare Vorstellung für vondevor: „Wir versuchen die Wertschöpfungskette zu bündeln, zum Nutzen unserer Kunden“, erklärt Dirk Schweinsberg. Die vondevor AG sei sowohl Investor als auch Bauträger und trete mit Neuwohnen als Tochtergesellschaft auch als Makler und Vermittler auf. Dirk Schweinsberg war in den letzten beiden Jahren als Experte für Gesellschafts-, Insolvenz- und Steuerrecht in der renommierten Kanzlei Bertl Fattinger. „Wir wollen die Interessenten möglichst früh, schon vor dem Ankauf, zum Beispiel des Grundstücks, an Bord holen, sodass sie in der Folge dann eben auch von der Wertsteigerung des gesamten Projekts profitieren können.“ Das nächste Großprojekt gibt’s bereits am Reißbrett: vondevor wird an der Copacabana einen Wohnpark errichten, für den die Vorarbeiten bereits angelaufen sind. Dort wird es heißen: „Wohnen am See“, weil die Anlage direkt am Badesee der Copacabana errichtet wird. 23

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KLIPP-SPEZIAL

Sie geb Von Helmut Dietl

Illustration Milan Ilic

… natürlich fürs Murtal, da, wo sie leben. Der drohenden Abwanderung des Nachwuchses wird gegengesteuert, attraktive Jobs werden angeboten. Nur so bleibt die Region zukunftsfit. Mehr als 100.000 Menschen leben in der Region Murtal. Viele von denen, die heute Verantwortung tragen, kommen aus der Obersteiermark, haben als Lehrling begonnen und führen heute ein Unternehmen,

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Mit der Initiative Kraft. Das M erfindet sich die Region neu. 1 Ewald Thaller, Stahl Judenburg 2 Friedrich Tiroch, Obersteirische Molkerei (Foto: Robert Frankl) 3 Barbara Isack-Heller, SKS Elektroanlagenbau 4 Manfred Wehr, Stadtwerke Judenburg 5 Erich Ernst Sattler, KBG Kunststoffbearbeitung (Foto: Furgler) 6 Bernhard Hammer, equadrat group Umweltengineering 7 Sabine Somvilla, Anja und Helene Riegler, AiZ Unternehmerzentrum 8 Herbert Brunner, Antemo Anlagen- und Teilfertigung (Foto Furgler) 9 Michael Viet, Sandvik Mining & Construktion 10 Heinz Bartelmuss, IBS Austria und Sprecher von „Kraft. Das Murtal“ (Foto: Volker Wohlgemuth) 11 Heinz Gach, AR Vorsitzender Holzcluster 12 Kurt Maier, Zellstoff Pöls (Foto: Furgler) 13 Florian Hampel, Hage Sondermaschinenbau 14 Hans Schaffer, Sägewerk 15 Heide Zeiringer, Installationen, 16 Werner Kollau, Zeman Bauelemente 17 WK-Präsident Josef Herk, Karosserie/Lackierung 18 Fritz Mayer mit seinen beiden Söhnen, Spedition & Transport 19 Herbert Pexider, Werner Stoißer, Richard Paulini, Pexider Tonziegel 20 Gernot Essl, Neuson Hydrotec 21 Christian Loimayr, KLH Massivholz 22 Klaus Rainer, AL-KO Kober 23 Hubert Pletz, Wuppermann Austria 24 Josef Rieberer, Brauerei Murau (Foto: Furgler) 25 Thomas Schwarz, SKF Economos

1


übernahmen von den Eltern einen kleinen Betrieb, haben ihn zu einem internationalen Player entwickelt, sind vor Jahren in die Führungsetage geholt worden und haben mitgeholfen, neue Produkte zu entwickeln, sind in der Welt draußen gewesen und mit guten Ideen zurückgekehrt, mit denen sie jetzt der Region helfen. Sie haben ein gemeinsames Ziel und gerade deshalb kann das Murtal in einer globalisierten Welt mithalten. Es gibt eine Dichte von international erfolgreichen Firmen wie sonst nicht in der Steiermark, sieht man von Graz ab. Wenn man eine Region erleben, spüren, erklären will, dann muss man die Menschen treffen, die dort wohnen, arbeiten, Verantwortung tragen. Mit Klipp tun wir dies in unserem mehrteiligen Report.

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KLIPP-SPEZIAL

ben kräftig Gas


kl le ibpepn- s&p el ze iuatle

Weit über den Tellerrand

Junges Streicher-Ensemble aus Knittelfeld stimmte ...

E

SO WEISS, SO GUT!

ine Überraschung der besonderen Art: Man fährt vorbei an in die Jahre gekommenen Zinshäusern, einige davon recht desolat zum Verkauf angeboten, die ihre guten Zeiten schon längst hinter sich haben. Da tut sich plötzlich ein kleiner Schlosspark vor dir auf und wenige Minuten später sitzt du an der Gustav-Klimt-Bar im Jugendstil-Hotel Steirerschlössl, an der so genannten „Hauptstraße“ von Zeltweg gelegen. Früher muss sie das wohl gewesen sein. Didi Mateschitz ließ das ehemalige Werkshotel der Voest Alpine zu einem schmucken, kleinen Luxushotel umbauen, mit einem GourmetRestaurant, einem außergewöhnlichen Weinkeller, exklusiv auf höchstem Niveau. Unter dem Titel „Spielberg kocht“ servieren die sechs Küchenchefs aus den Mateschitz-Betrieben der Region an diesem Abend ein besonderes Menü. Zum Einstimmen gibt’s einen Aperitif an der Bar. Der genussvolle Abend beginnt mit Ochsenschwanzsuppe und Beef Tartare. Dann folgen Variationen von der Geflügelleber mit Bitterschokolade, Crème brûlée, fein geschnittenem Apfel und Kürbis. Weiter geht’s mit Hirse, passiertem Bärlauch und Tomaten-Juice. Nach einer Pause erreicht den Gaumen ein Saibling mit Birne und Basilikum, geschmacklich gestärkt. Ein Sorbet mit Paprika und Chili schließt den Vorspeisenreigen ab, bevor der Schweinebauch, aufgesetzt ein kleines Stück Aal mit Zitrone, gereicht wird. Als Dessert – drei Stunden sind mittlerweile vergangen – folgt eine Variation von Topfen und Rhabarber. Begleitet wird der Abend mit Weinen der Winzer Sabathi, Maitz, Gut Oggau und Polz.

EINZIGARTIG STEIRISCH

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Seit 2011 beschäftigen sich unsere Braumeister mit der für die Steiermark bis jetzt noch untypischen Biersorte der Weizenbiere. Das außergewöhnliche Fruchtaroma mit dem schlanken und feinherben Geschmack gepaart mit der für Murau bekannten Jahrhunderte alten Brautradition ergeben einen neuen, einzigartigen Weißbierstil. Unser Weißbier schmeckt am besten mit einer Temperatur zwischen 8° und 10° C.

KLIPP März 2012

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Entspannen kann man sich nachher im Klubraum, der Bibliothek oder auch im Zigarrenraum. Die nur elf Suiten des Hauses, bis zu 110 Quadratmeter groß, garantieren Privatsphäre. Mit 400 Euro pro Nacht für die größte hat diese auch ihren Preis. Du musst aber ein Herz haben, so viel Geld in ein Hotel zu stecken, wissend, dass es nur selten ausgebucht sein wird. Aber so genannte VIPs wollen das sogar, genauso auch das Frühstück mit der aktuellen Tageszeitung auf der Suite und einem Fahrservice, von dem man sich sicher und komfortabel an jeden gewünschten Ort bringen lassen kann – in absehbarer Zukunft auch zum unter Denkmalschutz stehenden Wasserturm, wo Didi Mateschitz in luftiger Höhe ein Aussichts-Café entstehen lässt. Schon in wenigen Wochen wird es Steirerschlössl-Luxus auch am „Lande“ geben. Denn da wird der Country Club Murhof in Großlobming eröffnet im ehemaligen Schloss Hanstein, einem alten Herrschaftssitz. Dieser war Zentrum einer Meierei mit ausgedehnter Land-, Vieh- und Waldwirtschaft sowie Pferdezucht. Das Gestüt Murhof hatte zu seiner Blütezeit große Berühmtheit erlangt. Mit seinen zehn Schloss-Suiten, zehn Maisonette-Suiten und sechs Zimmern wird es künftig den Luxus der Langsamkeit anbieten, mit einem eigenen Spa-Bereich und Indoor-Pool, Saunalandschaft, Beauty-Behandlungen, Massagen, einer Restaurant-Bar, Tennisplätzen, dem Reitstall, einem Schwimmteich mit Badehaus. Im traditionellen dörflichen Stil der Region erbaut und wie es sich für den Anspruch gehört – mit Holzschindeln und geschnitzten Dachrinnen.

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A

lle zwei Jahre pilgern Käseund Butterhersteller aus der ganzen Welt nach Madison im US-Bundesstaat Wisconsin, um am „World Championship Cheese Contest“ teilzunehmen. Diese Weltmeisterschaft hat sich zu einem der wichtigsten Events für Butter- und Käsepro-duzenten sowie -liebhaber entwickelt. „Mit 2x WMGold in den Jahren 2008 und 2010 und kürzlich WM-Silber haben wir mit der Käsespezialität Erzherzog Johann einen noch nie da gewesenen internationalen Erfolg bei den Käse-Weltmeisterschaften in Madison, Wisconsin, errungen“, freuen sich OM-Geschäftsführer Friedrich Tiroch und die 180 Mitarbeiter der Obersteirischen Molkerei. Am 12. April gibt’s dann in den USA die Medaille dafür. „Wenn wir uns nicht spezialisiert hätten, wären wir verloren. Doch wir gehen nicht nur in eine Rich-tung. Ich bin ein Anhänger vielseitiger Produktion. Weil einmal geht das besser und dann wieder was anderes. Wir müssen nicht um jeden Preis verkaufen – das macht uns stark. Mein Auftrag ist, meinen Bauern einen möglichst guten Milchpreis zu sichern, und das tun wir erfolgreich.“

Foto: Robert Frankl

Österreich hinaus. Die Hofer-Schiene ,Zurück zum Ursprung‘ ist stark durch die OM mitgetragen. Da geht’s um silofreien Roh-stoff und einen sehr hohen Bio-Anteil. Das wurde am Anfang stark unterschätzt.“ „Ich bin selbst auf einem Bauernhof aufgewachsen und seit dem Jahr 1976 in der Genossenschaft“, spricht Friedrich Tiroch über seine Herkunft. „Kraft.DasMurtal ist keine Wunderwaffe, aber junge Leute werden aufmerksam, dass unsere Region sehr, sehr viel zu bieten hat.“ Als Bürgermeister von Gaal hat er miterlebt, wie jun-ge Leute abgewandert sind, und viele sind dann nicht wiedergekommen.

„Weil die Qualität der Produkte am Markt so gut ankommt, ist es natürlich auch für die Genossenschaftsmitglieder, die Bauern, eine erfreuliche Situation. Der Milch-preis für unsere Bauern stimmt. Wir sind eine kleine Truppe, ein Verkäufer und ich sind auch an der Front, ich bin also selbst draußen. Der Einkäufer redet eben mit dem Chef und das bringt schon Vorteile.“

Warum gelingt es der Obersteirischen Molkerei so gut, eigenständig zu bleiben? „Der Eigentümer will das, dazu gehört aber auch entsprechend viel Eigenkapital, und das haben wir mit unserer Vorwärtsstrategie entwickelt. Wir sind nicht groß, wir sind ein kleiner MolkereiBetrieb mit interessanten Produkten. Rund 140 Mil-lionen Liter verarbeiten wir im Jahr. Der Käse ist eine unserer Domänen. Unseren Bergkäse liefern wir sogar weit über

„50 Prozent des Käses gehen in den Export – Deutschland, Slowenien, Ungarn, Schweiz, Italien (ein bisschen). Bei der Milch hat man die eigenen Marken nicht forciert, denn da spielt die Größe doch eine Rolle, nur beim Käse. Und da spielt die Hofer-Abteilung Bio eine große Rolle, denn die Werbung für uns machen andere. Ich fühle mich als Lieferant. Der Handel verlangt von uns Qualität und die wird dann aber auch bezahlt.“

kl le ibpepn- s&p el ze iuatle

... auf den Abend im Steirerschlössl ein.

OMGeschäftsführer Friedrich Tiroch

Neben der Rennstrecke auch Genussstrecke

„I

ch hab viele Jahre in Wien, Graz gelebt, kenne auch das Ausland, aber die Lebensqualität hier ist nicht vergleichbar. Das wird mir erst jetzt bewusst“, sagt Rückkehrer Gernot Essl von der Firma Neuson. „Es leben hier bei uns rund 70.000 Menschen, also bin ich in der zweitgrößten Stadt der Steiermark. Du gehst nach Hause, setzt dich aufs Fahrrad, bist in zehn Minuten in der Natur.“ Genau das sind auch die Gründe für das Engagement, auch von Didi Mateschitz. Die Gegend bietet auch Personen, die abseits vom Motorsport Außergewöhnliches erleben wollen, ein Freizeitangebot, wie es wohl kaum ein zweites gibt: Wandern, Fischen, Ski-

touren, Reiten, Golfen – es gibt nichts, was es nicht gibt. Den Pilotenschein? Gerne. „Als wir daran arbeiteten, gefiel mir schon der Arbeitstitel Projekt Spielberg“, schreibt der Dosen-Milliardär. Da fällt einem geborenen Steirer allerhand ein aus der Kindheit, Jugend und der Freude an der Fantasie. Spiel… und … Berg. Es ist ein Kraftfeld. Und wer das auf der Rennstrecke ausleben will: Im Driving Center steht für eine Spielart des Publikumsfahrens eine eindrucksvolle Flotte von Straßenfahrzeugen, Formel1-Fahrzeugen und leicht entschärften Rennmaschinen zur Verfügung. Da geht es weder um Mutproben noch um „Glühen“ an sich. Im Personal Coaching

schaffen qualifizierte Instruktoren einen intelligenten Zugang ins jeweils höhere Fahrerlebnis. Und dazu kommt die Gastronomie der Region mit frischen Ideen, attraktiven Gasthöfen und den neu geschaffenen Hotel-Kapazitäten. Die machen die Sache rund. Bis zu den Möglichkeiten am Kreischberg, auf der Turrach, in Gabelhofen …

Foto: Heimo Ruschitz

mte ...

Nicht nur Red Bull ist Weltmeister, auch der Erzherzog Johann

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Mit Produktqualität und Ideen zum Erfolg.

Foto: Furgler

Foto: AIZ

kl le ibpepn- s&p el ze iuatle

Klein und professionell

„W Ein zu Hause für Arbeit, Inspiration und Begegnung

E

xistenzgründer und Unternehmer verbinden die landschaftlichen Vorzüge des Murtals mit wirtschaftlichen Stärken. Dabei tut sich eine Erkenntnis besonders hervor: „Die Unternehmer erkennen, dass man im Murtal gut arbeiten und zugleich gut leben kann“, betont die neue Eigentümerin des AIZ Unternehmerzentrums in Zeltweg, Helene Riegler. Der Standort – direkt im Herzen des Aichfeldes – ist ideal für Klein- und Mittelbetriebe und ist eine Drehscheibe von derzeit 54 Firmen. Es ist ein bunter Strauß an Branchen, die da unter einem Dach arbeiten – nebeneinander und auch gemeinsam – in Summe sind 250 Mitarbeiter beschäftigt. „Besonders

Existenzgründer nehmen den Standort als Starthilfe wahr“, so Riegler. Angemietet werden können passgenaue Büros ab 15 m² genauso wie umfangreiche Produktionsräume. Auch Seminarbereiche stehen zur Verfügung. Entstanden ist der Bau 1989, um ansiedelnde Firmen von der Kommunalsteuer zu befreien. Seit damals wurde an-, dazu- und umgebaut. „Grundsätzlich leistet das AIZ einen Beitrag zur Sicherung der Arbeitskraft in der Region“, bekräftigt die örtliche Prokuristin, Sabine Somvilla. Mittlerweile reicht die Strahlkraft bis in die Landeshauptstadt: ein Personaldienstleister aus Graz macht sich den Standort ebenfalls zu Nutze.

ir sind ein Kleinunternehmen für Anlagen- und Teilefertigung und setzen unsere Stärken gezielt ein“, so Firmenchef Herbert Brunner von der Judenburger Antemo GesmbH. Er begann als Werkzeugmacher bei der einstmaligen Eumig GmbH und war nach deren Zusammenlegung mit AT&S als Prokurist für Marketing und Vertrieb im Bereich Werkzeugbau und Flugzeugindustrie tätig. Seit 2006 setzt Brunner Erfolgsideen auf eigene Faust um. Im Vordergrund stehen modernste CNC-Technik und umfassendes Know-how. Gearbeitet wird im 8-köpfigen Team – vorrangig mit Kunststoffen, Buntmetallen, Aluminium und Stahl für Prototypen und Kleinserien. Dabei deckt man vorwiegend die Bereiche Luft- und Raumfahrt, Maschinen- und Anlagenbau sowie die Halbleiterindustrie und Medizintechnik ab und steht für 100% Liefertreue. Wie aber passen die Steiermark und die Luftfahrtindustrie zusammen? Laut Brunner sogar sehr gut, zumal man sich in der Nische durchzusetzen weiß. „Es

Herbert Brunner setzt auf Nischenqualität

kommt auf Ideen an, was man aus Maschinen herausholt und wie man Kunden betreut“, betont Brunner. Diese Aspekte tragen Früchte und schlagen mit Umsatzsteigerungen zu Buche. Für zusätzlichen Aufwind sorgt „Kraft. Das Murtal“ – Zulieferprodukte werden nach Möglichkeit in der Region gekauft. „Die Initiative fängt an zu leben. Wir befinden uns zwar noch in der Start- und Steigphase, dennoch spüre ich, wie regionale Potentiale offenkundiger werden“, so Brunner. Derzeit feilt die Firma an einem Projekt als BMW-Zulieferer. „Für einen derartigen Zuschlag muss man ins Gelingen verliebt sein, nicht ins Scheitern“, so das Credo von Antemo.

Zeman Maschinenbau in Scheifling Hinter Stahlbau und Maschinenbau steckt längst mehr als Schlossern und Schweißen. Hightec-Lösungen und Know-how sind gefragt. Ein neuartiges Verfahren, etwa durch Roboter-Technik, zur Bearbeitung von Stahlplatten macht den obersteirischen Stahlbau-Pionier up to date. Mittels drei Datenverfahren werden die Zeichnungen programmiert und Fehler nahezu ausgeschlossen. Der Roboter, der die Teile schweißt, findet weltweiten Anklang. Somit werden – besonders im Ausland – manuelle Facharbeiten ersetzt. „Wir sind immer auf der Suche nach neuen Ideen, da wir uns in der Zeman-Gruppe selbst erhalten müssen“, so General-Manager Werner Kollau. Die Tätigkeitsfelder der Zeman-Gruppe – ein typisches Familienunternehmen – bestehen aus Stahlbau, Projektabwicklung und Maschinenbau. Am Scheiflinger Standort hat der Senior im28

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mer festgehalten. Begonnen wurde mit 15 Mitarbeitern, nunmehr sorgen 75 für einen reibungslosen Ablauf. Ferner baut Zeman Profilanlagen. Geliefert wird hauptsächlich nach Asien, China, Indien sowie Südkorea. „Dabei akquirieren wir die Aufträge vorwiegend auf internationalen Messen.“ Die fixfertigen Projekte werden dem Kunden schmackhaft gemacht. Von der Planung bis zu Ausstattung, Produktion und Ablauf bietet Zeman alles aus einer Hand. Der Export ist das entscheidende Geschäftsfeld, letztlich ist ja der Standort egal. Werner Kollau stammt selbst aus der Region, ist seit 26 Jahren im Betrieb tätig und leitet seit 1988 die Geschicke in der Zeman-Gruppe. „Wir spüren die Konjunkturschwankungen immer sehr exakt. 2008 gab es zahlreiche Anzahlungen in der üblichen Höhe von 30 Prozent.

Manager Werner Kollau: „Wir sind immer auf der Suche nach neuen Ideen.“

Die Restzahlungen haben wir nie mehr gesehen.“ Dennoch kam man mit einem blauen Auge davon.

Ihnen wird bei weitem mehr Einblick als bei Großkonzernen ermöglicht – gerechte Entlohnung und Verantwortung sind für die Arbeitnehmer entscheidend.“

„Unser Betrieb ist wie eine Familie mit rund 70 Mitarbeitern, die bei sehr geringer Fluktuation arbeiten und seit Jahren beschäftigt sind.“ Bei den Lehrlingen ist seit fünf Jahren ein Nachfrage-Schub erkennbar.

Grundsätzlich hat sich Zeman auf Privatkunden spezialisiert – diese sind wesentlich entscheidungsfreudiger als Großkunden.

Die Initiative Kraft.DasMurtal hat in diesem Zusammenhang gute Arbeit geleistet. „In kleinen Firmen wie der unsrigen können sich die Mitarbeiter perfektionieren.

Zeman hat zwei Mal den Stahlbau-Preis gewonnen und verweist auf zahlreiche Referenzprojekte wie zum Beispiel den Bahnhof in Salzburg und den Flughafen Wien. KLIPP März 2012

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Meinen Mitarbeitern soll die Arbeit SpaĂ&#x; machen

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„Darin schlummert hohes Potential“, richtet Firmenchefin Heide Zeiringer ihren Installationsbetrieb in Murau aus.

ahoam is dahoam“, fĂźgt sich in die Lebensauffassung von Hage-GeschäftsfĂźhrer Florian Hampel in Obdach. Die besingt er auch in einem seiner Lieder. Hampel ist nebenbei begeisterter Musiker. So gibt es bereits eine CD unter seinem KĂźnstlernamen Florian Hage mit dem Titel „Maulspur“. Songs davon werden auch von regionalen Radiostationen oft gespielt. „Es ist schon eine zweite geplant“, sagt Florian Hampel, der in Graz die HTL-Ausbildung absolviert und in Innsbruck studiert hat. Das Unternehmen Hage Sondermaschinenbau – Bruder Stefan zeichnet fĂźrs Kaufmännische – hat einen weitaus grĂśĂ&#x;eren Wirkungskreis als Hampels Musik. Das vom Vater vor 30 Jahren gegrĂźndete Unternehmen ist zu einem international gefragten Spezialisten fĂźr die Realisierung von SonderwĂźnschen im Maschinenbau aufgestiegen. „Kunden kommen von Ăźberall mit speziellen Anliegen zu uns“, erklärt Hampel. Auch Zerspa-

Hampel Mal 3: Stefan, Florian und Vater Gerfried vor hybridem Bearbeitungskopf zum RĂźhrrohrschweiĂ&#x;en und FräĂ&#x;en.

nungstechnik sowie AutomatisierungslĂśsungen zählen zu den Spezialitäten des Familienbetriebs. „Ich hab mich immer intensiv mit Besonderheiten der Technik auseinandergesetzt“, so Florian Hampel. Mit der sogenannten RĂźhrreibschweiĂ&#x;Technik ist der Firma auĂ&#x;erdem ein bedeutender Wurf gelungen. Davon profitiert unter anderem die Autoindustrie durch Gewichtsreduktion. Rund 90 Mitarbeiter sorgen in Obdach fĂźr entsprechende Fachkompetenz, zumal es fĂźr Kunden entscheidend ist, dass sie Technik, Vertrieb und Fertigung als KomplettlĂśsung erhalten.

MĂ„HEN SIE NOCH ODER ENTSPANNEN SIE SCHON?

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arin schlummert hohes Potential“, richtet Firmenchefin Heide Zeiringer ihren Installationsbetrieb in Murau aus. Das Firmen-Hauptaugenmerk liegt auf Ă–kologie, Nachhaltigkeit und erneuerbarer Energie. Durch die Verzahnung der Industrie mit Kleinbetrieben soll wirtschaftliche Unabhängigkeit erlangt werden, wonach Zeiringer zwischen groĂ&#x;en Namen – international tätiger Konzerne – bei „Kraft. Das Murtal“ den richtigen Platz findet. „Ich gebe der Initiative Inputs und setze mich besonders fĂźr die Stärken von Murau ein“, betont Zeiringer. Im Unternehmen selbst stehen rund 35 Mitarbeiter an erster Stelle. FĂźr sie ist ein soziales Betriebsklima wichtiger als Gewinnmaximierung. „Den Mitarbeitern soll die Arbeit SpaĂ&#x; machen. Das ist

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Weltweiter Export – von dort, wo es niemand vermutet

Heide Zeiringer bringt Bodenständigkeit und Vision unter einen Hut

fĂźr meine Firma auf lange Sicht ertragreicher als Leistungsbilanzen.“ Demnach sind Probleme bei der Lehrlingssuche kein Thema – im Schnitt werden 8 bis 10 Lehrlinge ausgebildet. In späterer Folge sind das gefragte Spengler, Klimatechniker und Installateure, deren Wirkungskreis sich vorwiegend auf die Region erstreckt.

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Weltmarktführer SKF

Pöls spielt führende Rolle in Europa

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llein für die Kapazitätserweiterung sind in den letzten Jahren in Pöls 100 Millionen Euro investiert worden. „Das ist geschehen, um den Standort langfristig abzusichern“, erklärt Werksdirektor DI Dr. Kurt Maier. Die Zellstoff-Fabrik in Pöls gehört zur Heinzel Group. „Wir haben nur einen Eigentümer und der ist Österreicher. Das ist natürlich für uns ganz wichtig. Wir können in Pöls das wieder investieren, was wir verdienen.“ Da entscheidet niemand in einer Konzernzentrale irgendwo in Europa oder auf der Welt, ob Pöls für die Zukunft gebraucht wird oder nicht. Diese emotionelle Bindung des Eigentümers spielt eine große Rolle. Das Werk hat 500 Mitarbeiter und mit dem, was die Pölser für ihre Produktivität, die Produktion und den gesamten Betrieb des Standortes brauchen, werden noch einmal rund 500 Mitarbeiter beschäftigt. Indirekt natürlich. Denn es sind die Frächter, Gewerbebetriebe, die da regelmäßig beschäftigt werden. Rund 15 Millionen Euro fließen jährlich in die Instandsetzung bzw. in Erhaltung. Ein österreichweites Vorzeigeprojekt ist die neue Fernwärme-Versorgung im Raum Judenburg-Knittelfeld-Zeltweg. Dafür musste eine 18 Kilometer lange Leitung gebaut werden. Die Kosten dafür betrugen 18 Millionen Euro. Diese wurden von der Zellstoff-Fabrik Pöls aufgebracht. Damit können nun umgelegt 15.000 Haushalte mit Fernwärme versorgt werden. Die Dampfturbine, die dafür eingesetzt wird, kostet weitere 50 Millionen Euro. Diese nachhaltige Investition ist ein Beitrag zur CO2Entlastung. Pro Jahr sind das 100.000 Tonnen. Damit kann der Einsatz von Öl, teurer Biomasse und Erdgas in der Region verringert werden. 30

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erausragende Qualität bei gedrehten Dichtungen lautet das Gebot der Stunde bei SKF Economos in Judenburg. „Bei unseren Produkten sind der Werkstoff und das Know-how entscheidend, da musst du bereits in der Entwicklungsphase vorne dabei sein“, betont GF Thomas Schwarz. Die Besonderheit: Das Material ist fest und trotzdem dehnbar. Hergestellt werden unter anderem maßgeschneiderte Dichtungslösungen – von der Serienproduktion bis zu Kleinserien – sowie Just-in-Time-Fertigung und Kunststoffbauteile. Damit beliefert man vorwiegend die Automobil-, Lebensmittel-, Bergbau-, Öl- und

Gasindustrie und bedient Kunden in rund 80 Ländern – primär mit Statischen- sowie Rotationsdichtungen. Ein zusätzliches Potential sieht SKF in neuen Technologien bei Windund Wasserkraft. Der DurchlaufProzess großer Dichtungen beläuft sich grundsätzlich auf etwa eine Woche. „Kleinteile schaffen wir auch in gut 30 Minuten“, so Schwarz. F&E Lösungen von 25 internationalen Standorten und entsprechendes Fachwissen von Schwarz sowie der Uni Leoben machen den Judenburger Standort zum Vorreiter. Speziell in der Reifen-Industrie sieht man sich mit enorm hohem Aufwand und Anforderungen konfrontiert. „Wir

Geschäftsführer Thomas Schwarz: „Wir investieren viel in Forschung und Entwicklung.“

gehen stets an die Grenze des Machbaren, einen anderen Weg für Erfolg gibt es nicht“, so Schwarz.

Murauer Bier stärkt die Region M

urauer Bier präsentierte jüngst die „Dracula“-Limo sowie ein neues Weißbier. Damit bezeugt man erneut Ideenreichtum und guten Geschmack. Zahlreiche steirische Spitzensportler helfen, den Ruf der Privatbrauerei auch über die Grenzen Österreichs hinauszutragen. „Die Athleten sind ideale Werbeträger für uns, da Ausdauersport und Bier eine passende Brücke bilden“, so GF Josef Rieberer. Biathlet Christoph Sumann etwa – in der Saison 2011 hat er nicht immer ins Schwarze getroffen – schwört dennoch auf den Murtaler Gerstensaft. „Das beste Zielwasser“, wie er sagt. Dazu ziert

Laufwunder Thomas Rossmann, 24facher steirischer Meister, 3-facher österr. Meister und 2-facher Feuerwehr-Weltmeister sein Outfit mit Bier-Emblemen. Auch die Leaderregion „Wirtschaft Leben“ freut sich über die Umtriebigkeit des Privat-Bierherstellers. Ziel ist es, bis 2013 die regionale Nahversorgung zu stärken. „Unsere Brauerei spielt dabei eine wesentliche Rolle“, betont Rieberer. Mit einer Sonderaktion von „Made im Murtal“ will man ferner pro Kiste Märzen einen Euro in die entsprechende Projektentwicklung einbringen.

Foto: Furgler

Foto: Furgler

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Höchstgelegene Zellstoff-Fabrik der Welt

Brauerei-GF Josef Rieberer setzt sich für Spitzensportler und für das Murtal ein.

Anders als andere

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ein Spirit ist stets, etwas anders als andere zu machen. Sobald ich etwas erreiche, will ich etwas Neues – das prägt mich seit 1993, als ich mich selbstständig machte. 1994 baute ich meine erste Solaranlage in Fohnsdorf – das war aufsehenerregend.

sollte aus eigenen Ressourcen erzeugt oder hergestellt werden. Von Lebensmitteln über Dienstleistungen bis hin zu Energien. Früher entfiel die Kostenaufteilung eines Einfamilienhauses zu 60 % auf die Bausubstanz und zu 10 % auf die Haustechnik. Indes ist der Technikanteil auf 30% gestiegen.

Mittlerweile versuche ich, allen Bauprojekten – egal ob Quellenfassung, Kläranlage oder Privatobjekt – möglichst viel Energiegewinnung zu entlocken. Alles, was wir verbrauchen und gebrauchen,

Der Grund liegt in der effizienten Koordination von geringem Energieaufwand und hoher Wirtschaftlichkeit. In diesem Zusammenhang ist unser Unternehmen zu einer riesigen Spielwiese geworden.

Wir widmen uns der Energie- und Technikabwicklung sowie Fördermöglichkeiten. KLIPP März 2012

22.03.2012 11:30:38 Uhr


KLIPP-SPEZIAL

SPEZIELLE STÄHLE UND KOMPONENTEN FÜR DIE INTERNATIONALE AUTOMOBILINDUSTRIE AUS JUDENBURG Die Stahl Judenburg GmbH hat seit dem Jahr 2000 laufend die Absatzmengen im Bereich Blankstahl gesteigert. Als Schwerpunktprodukte haben sich Vormaterial für die Zahnstange in der Automobillenkung, Vormaterial für Dieseleinspritzsysteme, aber auch hartverchromte Kolbenstangen etabliert.

Der Hauptsitz der Stahl Judenburg GmbH steht für innovative Technologien rund um den Globus.

versorgt. Somit werden die meisten Lenkungshersteller weltweit, aber auch Automobilhersteller mit eigener Lenkungsfertigung inzwischen durch die Stahl Judenburg direkt oder indirekt über die MVO und BST mit Blankstahl bzw. Komponenten und Prototypen beliefert. Der Marktanteil der Stahl Judenburg bei vergütetem Zahnstangenmaterial (gemeinsam mit der MVO als Komponentenfertiger) liegt bei über 60% am europäischen Markt.

Technologie am Nabel der Zeit Am Lenkungssektor sind massive Veränderungen im Gange. War bis vor kurzem die hydraulische Lenkunterstützung das Nonplusultra, so ist es in Zukunft die elektrische Unterstützung der Lenkung. Durch die Substitution HPS (Hydro Power Steering) durch EPS (Electric Power Steering) ändern sich das Design und die Fertigung der Zahnstange. Damit verbunden sind andere Werkstoffe und Fertigungstechnologien. Der bis jetzt am stärksten mit EPS durchdrungene Markt ist Europa.

Aber auch in den USA und in weiterer Folge in China setzt sich diese Technologie durch. Die Stahl Judenburg hat gemeinsam mit der MVO sehr früh diesen Trend erkannt und entsprechende Werkstoffe und Prozesse entwickelt. Dies ist der Grund für die deutliche Mengensteigerung und die Erhöhung des Marktanteiles. Mit dem Erwerb von Bishop Steering Technologies (BST) an den Standorten Australien, USA und Deutschland vereint nun die Stahl Judenburg mit MVO die Materialund die Bearbeitungskompetenz mit den Möglichkeiten von Design und Konstruktion von Lenkgetrieben. Mit der Produktionsstätte in den USA wird das Geschäft auch in Nordamerika ausgeweitet. Durch die Übernahme von BST konnte auch die einzigartige Technologie der Herstellung von Zahnstangen mit variabler Verzahnung mit erworben werden. Mit dieser Technologie wird derzeit bei MVO in Schwäbisch Gmünd (D) in eine neue Fabrik investiert. Die Stahl Judenburg wird dann ab 2013 den dafür entwickelten Blankstahl liefern. Gerade in der Elektrolenkung steigt der Bedarf an Zahnstangen mit variabler Verzahnung.

Die Qualität macht den Unterschied

High-tech kommt bei der Produktion zum Einsatz

KLIPP März 2012

Stähle in Top-Qualität für höchste Ansprüche

Bei Dieseleinspritzsystemen ist die Stahl Judenburg, mit ihren gemeinsam mit der Voest Alpine Stahl Donawitz entwickelten Werkstoffen, bei den zwei großen europäischen Systemherstellern Hauptlieferant und hat jetzt für neue Anwendungen weitere Zulassungen erhalten.

Der steigende Wettbewerb zwischen den großen Systemherstellern im Dieselbereich weltweit führt zu verstärktem Preisdruck auf die Zulieferer. Sich durch Weiterentwicklung der Werkstoffe sowie Prüfund Oberflächentechnik wiederum Alleinstellungsmerkmale zu schaffen, ist ein logischer nächster Schritt. Diese Qualitäts- und Technologieoffensive geht Hand in Hand mit dem Ausbau der Standorte in Österreich, Deutschland und den USA. Insgesamt werden in den Jahren 2011 bis 2013 an den genannten Standorten mehr als 30 Mio. € (davon ca. 60 % bei SJ) in neue Fertigungstechnologien investiert. Damit will die Unternehmensgruppe die Herausforderung der Zukunft annehmen und sich noch besser auf die zukünftigen Marktgegebenheiten und technologischen Anforderungen v einstellen.

Zahlen 2011: Umsatz: 110,3 Mio. Euro Exportquote: 87,5% Mitarbeiter per 31.12.: 459 davon 26 Lehrlinge www.stahl-judenburg.com Die Stahl Judenburg GmbH ist Projektpartner von Kraft. Das Murtal

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iese Produkte werden in Judenburg gewalzt, wärmebehandelt und als Blankstahl oder Komponenten ausgeliefert. Kunden sind Automotive- und Maschinenbauhersteller sowie die eigene Rohlings- und Zahnstangenfertigung, und nach der Verchromung beim Tochterunternehmen VTK GmbH (Veredelungstechnik Krieglach) wird auch die eigene Kolbenstangenfertigung versorgt. 2011 wurde Blankstahl an die eigene Zahnstangenrohlingsfertigung bzw. an das Schwesterunternehmen MVO GmbH (Metallverarbeitung Ostalb in Deutschland) für die Erzeugung von ca. 8 Mio. Teilen geliefert. Der seit Anfang des Jahres 2011 erworbene Schwesterbetrieb BST Inc. (Bishop Steering Technologies) in den USA wird nun auch mit Blankstahl

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Kl ue lb te un r & l e u t e

Operettenprofi Sepp Schreiner inszeniert Seefestspiele in Stubenberg

Kein Artist, aber dennoch m Sepp Schreiner serviert „ein fertiges Festival“: „Ich bringe 10.000 Besucher mit.“

Tanzen in der „Zirkusprinzessin“ im größten Theaterzelt Österreichs

Fotos: Gerberhaus-Kulturproduktionen

A

m 7. Juni gibt’s die Premiere, bereits Wochen davor wird das riesige Zelt – es fasst 1.800 Besucher – mit sechs Masten am Stubenbergsee aufgebaut. Der Anlass ist überaus erfreulich: Es wird zur Premiere der Seefestspiele in Stubenberg am See kommen. Wie könnte es anders sein? Im Zelt gibt’s „Die Zirkusprinzessin“, die Operette von Emmerich Kalman. Das ist nach langer Zeit wieder eine richtig positive Nachricht aus der Gegend um Herberstein. Das riesige Zelt wird an jener Stelle errichtet, wo der Seehof Herberstein noch steht, der – weil desolat und seit zehn Jahren nicht mehr in Betrieb, im Besitz der Gemeinde – nun abgerissen wird. Der Seehof war das In-Lokal für die steirische und südburgenländische Jugend in den 70er-Jahren des vorigen Jahrhunderts. „Ich bring’ 10.000 Leute mit“, gibt sich Intendant Sepp Schreiner selbstbewusst. Der gebürtige Pöllauer – „Ich hab in Wien Bodenkultur studiert und auch abgeschlossen, 32

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war unter anderem in Brasilien“ – serviert den Stubenbergern ein fertiges Festival. Er hat in den letzten Jahren in Fertörakos in einem Steinbruch bei Sopron erfolgreich ein OperettenFestival organisiert. Dort wird jetzt aber umgebaut. „Es gibt Vorstellungen, die schon jetzt ausverkauft sind“, antwortet Schreiner, auf das Risiko angesprochen. Er ist kein Neuling in der Branche, sondern arbeitet seit 20 Jahren als Konzertveranstalter mit seinem Unternehmen „Gerberhaus-Kulturproduktionen“ – auch in den Nachbarländern von Österreich. „Wir bekommen auch keinen Euro Förderung. Daher tun wir uns mit der

Verlosung

Werbung ein bisschen schwer, aber durch die Mundpropaganda, die wir haben, läuft es gut.“ Gespielt wird jeweils Donnerstag, Freitag, Samstag und am Sonntagvormittag gibt es eine Matinee. Erschwinglich sind auch die Kartenpreise von 29 bis 49 Euro. „Die Zirkusprinzessin“ wird 17 Mal gespielt: „Wir hoffen auf rund 20.000 Besucher insgesamt“, ist Sepp Schreiner optimistisch. Schon jetzt zeichne sich ab, so regionale Experten, dass die Seefestspiele eine starke Belebung für den gesamten Tourismus in der Oststeiermark bringen werden. „Wir beginnen schon um 17:30 Uhr, so dass nachher auch die Leute noch

einen gemütlichen Abend in der Region verbringen können, was natürlich auch die Gastbetriebe freuen wird.“ Da er in Pöllau wohnt, ist seine Veranstaltung in Stubenberg gleichsam eine ums Eck. Die Zirkusatmosphäre wird entsprechend vom Publikum gut angenommen und das Konzept ist in sich stimmig. Auch vom Timing her zeigt Sepp Schreiner ein gutes Händchen, denn die Seefestspiele laufen im Juni; bevor der „große Bruder“ in Mörbisch beginnt, ist am Stubenbergsee Schluss. Die Oststeiermark könnte damit – das kann man schon erkennen – einen neuen TouristenMagneten für den Sommer bekommen, und noch dazu direkt am See. Auch wenn dieser natürlich mit dem Bodensee oder Neusiedlersee nicht konkurrieren kann. Aber wer weiß? Vielleicht fällt den Stubenbergern noch was ein …

Klipp vergibt 5 Mal zwei Karten für

„Die Zirkusprinzessin“ am Sonntag, 24. Juni, um 10.00 Uhr.

Kennwort: Seefestspiele an isabella.hasewend@klippmagazin.at oder Klipp Zeitschriften, Friedhofgasse 20, 8020 Graz KLIPP März 2012

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h mutig

Wir sind steil bergauf spaziert

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it 1. April ist die Seilbahn auf den Grazer Haus- und Wanderberg nach der Revision wieder voll in Betrieb. „Der SchĂśckl ist der Frischluftberg fĂźr die Grazer und wir haben dort eine naturnahe und ressourcenschonende Nutzung entwickelt, weit weg von einem Eventberg. Wir wollen eine leise Variante, mit Wandern, Laufen, Radfahren“, sagt HoldingGraz-Freizeit-Chef Michael Krainer. Dies zeige auch das Projekt „Wege fĂźr alle“, das den SchĂśckl mit seinen Attraktionen und NaturschĂśnheiten fĂźr jeden erlebbar macht – egal, ob mit dem Rollstuhl, Kinderwagen oder Buggy.Die jĂźngste Attraktion ist ein neuer Disc Golf Parcours, aus 18 unterschiedlichen Bahnen, der gemeinsam mit „Fly in Danger“ errichtet worden ist.

Seine Bahnen lassen sich der Reihe nach, in zwei kleineren Runden oder ganz frei nach Lust und Laune bespielen. Rund 3,5 km werden auf dem Gesamtparcours zurĂźckgelegt. Der Parcours kann auch im Winter bespielt werden. Disc-Golf ist ein neuer Trendsport aus den USA, der Ăźberwiegend auf groĂ&#x;zĂźgigen GrĂźnflächen gespielt wird. Ziel ist es, wie beim Ball-Golf, einen Parcours von 6 bis 18 Bahnen mit der geringsten Anzahl an WĂźrfen zu durchspielen. Anstatt Schläger und Ball kommen Scheiben (Discs) zum Einsatz und die LĂścher werden durch spezielle Disc-Golf-KĂśrbe ersetzt. Die Discs kĂśnnen bei der Seilbahn oder den Gaststätten am Plateau ausgeborgt werden (Pfand: 10 Euro), die BenĂźtzung ist gratis. „Wir sind steil bergauf spaziert im Freizeitbereich“, kommentiert Michael Krainer die knapp 1,7 Millionen Gästekontakte im Vorjahr –

ein Rekord. Auch „indoor“ läuft es gut: Dazu passt auch die Berg- und Wasserkarte, die es als Kombikarte geben wird – vormittags auf den SchĂśckl, nachmittags zum Entspannen ins Bad, egal, ob Frei- oder Hallenbad. So wird die Auster in Eggenberg von den Grazern bestens angenommen und es gibt keine grĂśberen Mängel. Michael Krainer und sein 70-kĂśpfiges Team arbeiten äuĂ&#x;erst effizient und wollen natĂźrlich noch hĂśher hinaus. Ein Vorhaben besteht darin, sich noch stärker mit dem touristischen Angebot zu vernetzen. Als Beispiele nennt er das Kindermuseum oder die Grottenbahn, die als Attraktion fĂźr Kinder erhalten bleiben sollte. Interessant wird auch ein gastronomisches Projekt am Rosenhain. Dort ist daran gedacht, das bestehende CafĂŠ durch ein Restaurant zu erweitern. Ein solches gab es bereits, es war ein Holzbau, der vor mehr als 30 Jahren durch einen Brand eingeäschert worden ist.

Kl ue lb te un r & l e u t e

Michael Krainer, Holding-Graz-Freizeit-Chef:

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www.herberstein.co.at

Fotos: STG

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CARBON RACE

New Purtzl-Bärli … auch so kann ein Rennauto heißen

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„Wir haben mit Sicherheit alle ein biss-

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chen einen Vogel“, sagt Herbert Pregartner vor seinem „New Purtzl-Bärli“ stehend.

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Von Isabella Hasewend

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U

nzählige Stunden haben er und sein Team im vergangenen Jahr in das Auto gesteckt. „Da muss auch die Familie bedingt auf einiges verzichten. Es gab etliche Male, wo wir erst in den frühen Morgenstunden aus der Garage rausgekommen sind und die Frauen alleine zu Hause waren.“ In der letzten Saison hatte der gebürtige Feldbacher quasi kein vollwertiges Fahrzeug zur Verfügung. Doch heuer will er es, mit seinem „New Purtzl-Bärli“, einem Porsche GT2 RSR, wieder

wissen. „Vor zwei Jahren haben wir das Auto im Internet entdeckt und haben es in der Folge zu uns nach Österreich geholt“, erzählt Herbert Pregartner bei der Präsentation in Stallhofen. „Das Auto hat einfach gepasst für uns, auch vom Preis her, wobei er darüber keine genaueren Angaben machen möchte. Das Budget von Pregartner Motorsport liegt etwa im unteren zweistelligen Bereich. „Damit sollte man auskommen.“

… entwickelt immer weiter Am ursprünglichen Werksauto wurde viel gebastelt, modifiziert, der Motor wurde umgebaut, von der Optik her einiges verändert. So etwa konnte die Leistung von 465 PS auf ca. 760 PS gesteigert werden. „Im Motorsport bleibst du nie stehen, man entwickelt immer weiter und ich bin überzeugt, dass unsere Köpfe auch weiterhin rauchen

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Für alles, was vor uns liegt. Der stolze Teamchef Herbert Pregartner im „New Purtzl-Bärli“ bei dessen Präsentation.

werden“, so der Teamchef. „Bis zur Mitte der Saison sollte es dann so laufen, wie wir es uns vorstellen. Und in der Folge werden dann auch die Ergebnisse kommen. Es braucht alles eine gewisse Zeit und wir dürfen keine Wunderdinge erwarten. Es kann sein, dass es schnell funktioniert oder auch in die Hose geht.“

Debüt beim Rechbergrennen Weil (Renn-)Autos das liebste Freizeitgerät von Autofreaks sind, gab’s klarerweise sogar Tränen, als „New Purtzl-Bärli“ sozusagen feierlich

enthüllt und zum Fotografieren freigegeben wurde. Erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wird der beim Speed-Race in Fehring am 1. April. Beim Rechbergrennen am 28./29. April, das heuer sein bereits 40. Jubiläum feiert, geht’s dann erstmals ordentlich zur Sache. In der Folge sind dann Rennteilnahmen bei der Österreichischen Hill-Climb Meisterschaft, FIA-Berg-EM und -Zonen-EM in Italien, Slowenien, Tschechien und Deutschland geplant. v

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Schmackhaft Kaum ein Ritual ist so tief in der Bevölkerung verankert wie die Osterfleischweihe. Dazu gehört die Osterjause bestehend aus saftigem Beinschinken, Würsten, hartgekochten Eiern und Kren und dazu ein frisches Osterbrot nach vielfältigen Rezepten gebacken.

Foto: Heimo Ruschitz

Foto: www.wallner-media.at

Bauernbrot-Bäckerin Martina Auer aus Heiligenkreuz/W. hat zur Osterzeit alle Hände voll zu tun.

Wasser – Lebensader des Landes eine unserer kostbarsten Ressourcen, mit der wir verantwortungsvoll und nachhaltig umgehen sollten.“

der Kategorie Wasserversorgung der Wasserverband Transportleitung Oststeiermark sowie das „ecoversum-Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften“. In Bezug auf Gewässer- und Hochwasserschutz durften sich die Gemeinschaft der steiri-

Bei der kürzlich erfolgten Verleihung des „Wasserland-Steiermark-Preises“ – pünktlich zum Weltwassertag am 22. März – wurden Projekte zum Nutzen und gleichermaßen zum Schutz unseres Wassers gewürdigt. Vorsorge lautet das Gebot der Stunde. Dafür ausgezeichnet wurden in

Landesrat Johann Seitinger mit den Wasserland-Steiermark-Preisträgern

Was passiert, wenn in einem Gebiet zu wenig Regen fällt, wenn Bäche, Flüsse und Seen austrocknen? Das Trinkwasser wird knapp, der Grundwasserspiegel sinkt und das Klima verändert sich. Bauern bleibt die Ernte verwehrt und die Industrie kann nicht mehr arbeiten – vor allem Lebensmittel können ohne Wasser nicht erzeugt werden. Demgegenüber kann Hochwasser – in vielen Teilen der Steiermark wütet es immer wieder – Schäden in Milliardenhöhe anrichten. Dazu LR Johann Seitinger: „Beide Extreme – Hochwasser und Niederschlagsmangel – werden immer offenkundiger. Gleichwohl ist Wasser 36

schen Abwasserentsorger, Wollsdorf Leder Schmidt & Co GmbH sowie die Gemeinde Aigen im Ennstal freuen. In der Kategorie Natur- und Erholungsraum gingen die Konzepte der Gemeinde Rohrmoos-Untertal und Gamlitz als Sieger hervor. H. Dietl

Foto: Erwin Scheriau

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ach einer Fastenwoche also genau das Richtige! Die Familien kommen von überall zusammen und genießen die traditionellen Schmankerln. In vielen Regionen ist es üblich, dass zu Ostern auch frisches, selbstgebackenes Brot zur Speisenweihe in die Kirche gebracht wird. Dieses Brot eröffnet dann das Fastenbrechen am Ostersonntag.

Wunderbar flaumig und lecker Bei Martina Auer aus Heiligenkreuz am Waasen – sie ist Bäckerin der ersten Bauernhof-Brotbackstube Österreichs – kommt der klassische Hefeteig zum Zug. Das ist wegen der mehrfachen Ruhezeiten für das Gehen des Teiges vielleicht nicht mehr ganz zeitgemäß, führt allerdings zu sehr schmackhaften Ergebnissen. „Mein Osterbrot-Rezept stammt von der Uroma – zubereitet aus reiner Kuhmilch, Eiern und einem Stamperl Schnaps“, wie sie sagt. Typisch sind die Rosinen sowie der Süßgeschmack – mehr als beim normalen Hefeteig. „Ich bin seit 2006 quasi ein 1-Mann-Betrieb und zum Backen stehe ich um Mitternacht auf, zumal der 3-Etagen-Ofen zur Osterzeit nahezu im Dauereinsatz steht“, so Auer. Backstube und Verkaufsraum befinden sich im alten, umgebauten Wirtschaftsgebäude – man fühlt

Von Helmut Dietl

sich fast wie im Wohnzimmer. Bezogen werden die Rohprodukte hauptsächlich von regionalen Bauernhöfen. Die Gebäcke und Mehlspeisen aller Art sind das ganze Jahr über in den Bauernecken der umliegenden Lagerhäuser erhältlich – auch auf Vorbestellung ab Hof. Ihre Backstube mit Verkaufsraum ist von Freitag bis Sonntag jeweils von 6:30 Uhr bis mittags geöffnet. Als preisgekrönte Bauernbrotbäckerin folgte sie der Einladung zur kürzlich stattgefundenen Osterschinkenprämierung in die Alte Universität – sozusagen als korrespondierender Begleiter.

Rupert Atschko aus Glanz bei der Osterbrotverkostung

Für Rupert Atschko aus Glanz an der Weinstraße beginnt der Tag ebenfalls zeitig. In seiner Backstube sorgt der gelernte Bäcker und Weinbauer 3- bis 4-mal wöchentlich für frisches Osterbrot. Das Besondere: „Zur Sauerteig-Heferezeptur mengen wir Wein aus eigenem Anbau bei. Die Osterbrote und andere Ge-

bäcke verkaufen wir dann bei regionalen Bauernecken und 1x wöchentlich am Leibnitzer Bauernmarkt“, so Atschko. Zu Pfingsten bäckt er zudem die sogenannte Poganze. Das ist eine süße Mehlspeise – noch mit dem Topf zubereitet. Außerdem stehen Bauernmehlspeisen sowie Brote und Geschenkkörbe zur Auswahl.

Schinkenprämierung Gerade beim Osterschinken schätzt man das persönliche Engagement des Erzeugers. Neben den traditionell hergestellten Kochschinken und Karrees stellten einige Betriebe bei der alljährlichen Auszeichnung der besten Schinken auch innovative Spezialitäten wie den Rinderschinken vor. Familie Mitteregger aus Mautern etwa ist unter anderem auf die Herstellung von Rindersaftschinken spezialisiert und errang im Vorjahr die Goldmedaille. „Wir beizen magere und sehnenfreie Stücke und geben acht, dass kein salziger, aber auch kein milder Geschmack entsteht“, betont Monika Mitteregger. „Dafür bekommt man im Lauf der Jahre ein Gefühl“, sagt sie. Demnach legt man im familieneigenen Hofladen freilich auch großen Wert auf sorgfältigen Zuschnitt. Was es bei der Prämierung in der

Alten Uni grundsätzlich an Vielfalt zu sehen und verkosten gab, war perfekt. Nahezu schade, dass nicht alle Produkte vergoldet wurden, da der Qualitätsunterschied für Laien kaum wahrnehmbar ist. Alle Schinkenprodukte wurden nach einem genauen Beurteilungsschema von einer Fachjury bewertet. An 68 bäuerliche Betriebe wurden insgesamt 108-mal Gold, Silber und Bronze verliehen. 39 Osterschinken wurden mit Gold ausgezeichnet, 19 mit Silber und weitere 44 erhielten Bronze. Vier Mal gab es Doppel-Gold: für den Hofladen Bauer (Söding), Andreas Hammer (Attendorf), August Hütter (Straden) und die Jaga Bauernspezialitäten aus St. Nikolai. LWK-Präsident Gerhard Wlodkowski nutzte die Gelegenheit, um an Konsumenten den Appell der Qualitätsüberprüfung zu richten: „Die Marke ,Gutes vom Bauernhof‘ und das bekannte AMA-Gütesiegel sind Garanten für hervorragende heimische Qualität“, bekräftigte Wlodkowski.

So schmeckt Käse wirklich Im Rahmen einer GourmetExkursion zur Bio-Hofkäserei Deutschmann in Frauental tauchten KLiPP-Mitarbeiter in die Welt des Käsens ein. Auf peinlich genaue Art und dennoch in Einklang mit der Natur werden hier Rohmilch-Käsespezialitäten erzeugt. Schon bei der Ankunft und spätestens beim Betreten der Gebäude war der entsprechende Geruch allgegenwärtig. Stinkt mancher Käse jetzt, oder riecht er? Diese Frage hat jeder von uns für sich entschieden. Käse riecht – mancher eben etwas intensiver. Bei KLIPP März 2012

der Verkostung zahlreicher Sorten philosophierten wir schließlich nur noch über das hervorragende Aroma – so gut kann Käse schmecken. Die Rohmilch für die breite Palette an Schmankerln, die uns da zur Auswahl stand, stammt zu einem guten Teil von den knapp 30 Kühen im hauseigenen Stall sowie aus der näheren Umgebung. Über den Daumen gerechnet entsteht aus 10 Liter Milch etwa 1 Kilogramm Käse, den Franz Deutschmann seit 20 Jahren herstellt. „Mit der Fleischverarbeitung konnte ich in jungen Jahren nichts anfangen, da kam ich sehr bald zum

Klipp-Team mit dem Ehepaar Deutschmann

Käse“, so Deutschmann. Dabei blies ihm anfangs reichlich Gegenwind um die Ohren. Mittlerweile werden seine Produkte in Verkaufsregalen im In-

und Ausland angepriesen. Er beliefert mit einem kompletten Sortiment außerdem internationale Spezialitäten-Läden und Restaurants. 37

l ebe n & l e u te

tes Oster-Brauchtum


LEBEN&LEUTE

nierte Gesundheit als Zustand physischer Ausgeglichenheit. Der berühmteste Arzt ist aber Hippokrates, der die Ideen des Alkmaion weiterentwickelte. Er lehrte im späten 5. und frühen 4. Jahrhundert auf der Insel Kos, ist der Verfasser des berühmten hippokratischen ÄrzteEides und wurde zum Vater der so genannten Viersäftelehre: Blut, Schleim, gelbe Galle, schwarze Galle. Diese korrespondieren mit vier Elementen und vier Organen. Sind die Körpersäfte nicht mehr ausgewogen, versucht man sie mit Hilfe von Medizin, also Gewürzen und Kräutern, wieder zu harmonisieren. Hippokrates sagte: „Dein Arzneimittel sei dein Lebensmittel und dein Lebensmittel dein Arzneimittel.“ Die Lehre der vier Säfte sollte 2.000 Jahre lang die Medizin und das wissenschaftliche Denken in Europa bestimmen. Einer der großen Ärzte war Dios Kurides. Er verfasste im ersten Jahrhundert nach Christus das Werk „De materia medica“. Darin beschrieb er 800 pflanzliche, 100 mineralische und 100 tierische Heilmittel. So schrieb man dem Basilikum zum Beispiel zu Recht reinigende sowie eine blähende und harntreibende Kraft zu. Auch der Pfeffer spielte in der alten Medizin eine bedeutende Rolle. Alle Sorten

Alfons Schuhbeck s Foto: © Verlag Zabert Sandmann / Alexander Haselhoff

In die Welt haben eine erwärmende, harntreibende Wirkung, regen die Verdauung an und lösen schädliche Säfte auf. Sie fördern den Speichelfluss, die Produktion von Magensaft und die Ausscheidung der Gallenflüssigkeit. Pfeffer wird überdies als probates Mittel gegen Husten und

Die griechischen Ärzte waren die ersten, die nach den natürlichen Ursachen für Gesundheit und Krankheit forschten. Götterbeschwörungen und Reinigungszeremonien wurden überflüssig. Denn man hatte begriffen, dass Krankheiten nicht von zürnenden Gottheiten oder Dämonen bei Strafe verhängt wurden, sondern auf organischen Ursachen beruhten, die vom Menschen allein beseitigt werden konnten.

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er Mensch hatte sein Schicksal also selbst in der Hand. Ohne Gewürze ist die antike Medizin undenkbar. Denn sie sorgen dafür, dass im Körper Harmonie herrscht. Und genau das – die körperliche Harmonie – ist der Schlüssel zu allem, das Grundkonzept der Heillehre im Altertum. Als Erster formulierte es der Grieche Alkmaion von Kroton. Er lebte etwa von 500 bis 420 vor Christus. Er ist einer der ersten Ärzte der Weltgeschichte, deren Namen wir kennen, und defiKLIPP März 2012


Mit dem Küchenchef des „Al Khawali“ in Damaskus beim Gedankenaustausch

k steckt seine Nase

nug, sich nicht auch auf dem Feld der Medizin zu versuchen, sondern überließen dies den Griechen. Rom selbst verfolgte eine sehr einfache Volksmedizin. Daher gibt es auch kaum römische Schriften zum Thema Gesundheit. Blinius der Ältere war ein weit gereister Soldat und ein anerkannter Naturforscher. Damit war er natürlich auch ein Kenner von Gewürzen und deren Wirkung. Für Blinius ist der verdauungsfördernde, krampflösende Koriander das ideale Gewürz schlechthin, weil er zudem das Wachstum von Bakterien hemmt. Für den Magen empfiehlt er ganz richtig Kümmel, der bis heute als eines der wirkungsvollsten Magenmittel überhaupt gilt. Und auch von der Minze schwärmt er, weil deren Geruch den Geist erfrischt und auch den Geschmack anregt. Beide – Schwarzkümmel und Minze – versprechen laut Blinius auch Linderung bei Kopfschmerzen. Man muss den Kümmel in ein Tuch füllen, zerreiben und unter die Nase halten. Durch das Einatmen der ätherischen Öle schwellen die Nasen-

t der Gewürze den übermäßigen Anstieg unter anderem von Cholesterol und Triacylglycerolen – selbst bei ungünstiger Ernährung. In hohen Dosen beugt Ingwer auch der Arteriosklerose vor. Ein weiterer großer Vertreter der antiken Medizin ist Galen von Bergamon. Seine große Leistung ist die Verknüpfung der Viersäftelehre und jener von Alkmaion. Er setzt stark auf die Reaktionen warm-feucht, warm-trocken, kalt-trocken, kaltfeucht. Allein die ätherischen Öle von Pfeffer, Petersilie, Minze, Liebstöckel, Baldrian, Selleriefrüchten und Bergkümmel sowie die scharf schmeckenden Säureamide des Pfeffers, der Petersilie sowie der Selleriefrüchte und der Minze sind stark appetitanregend und verdauungsfördernd. Auch wird die Sekretion von Speichel, Magensaft und Galle begünstigt. Zudem wird auch die Kontraktion des Darms stimuKLIPP März 2012

Reissoufflé mit eingelegtem Steinobst und Orangeblütenwasser.

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LEBEN&LEUTE

Foto: © Verlag Zabert Sandmann / Susie Eising, Martina Görlach

Die Römer waren ein Volk mit tausend Talenten, waren aber klug ge-

Foto: © Verlag Zabert Sandmann / Alexander Haselhoff

Schwarzkümmel

schleimhäute ab, der Kopf wird binnen kürzester Zeit klar. In arabischen Ländern kennt jeder Mensch diese einfache wie effektvolle Sofortmaßnahme. Nur wir wollen von diesem Schwarzkümmel-Aspirin der Natur nichts mehr wissen. Auch das Basilikum ist Blinius ein Loblied wert. Extrakte von den Blättern können sogar Magengeschwüren vorbeugen. Basilikum ist verdauungsförOrientalischer Schweinsbraten mit zweierlei Kümmel dernd und krampflösend. Manche halten es sogar für ein Aphrodisiakum. Das könnte damit zusammenhängen, dass bei guter Verdauung alle Organe besser funktionieren. Die Römer schätzten auch das Bohnenkraut – es schützt vor Durchfällen – und lobten den Fenchel nicht nur dank seiner „Wir sollten wieder lernen, richtig zu würzen, um dank der Heilkraft krampflösenden der Gewürze gesund zu bleiben.“ Eigenschaften, sondern auch wegen seiner schleimlösenden Wirkung bei Atemwegserkrankungen und seinem blutdrucksenkenden Effekt. Der viel gerühmte Lorbeer schmückte nicht nur das Haupt von Senatoren, sondern regulierte auch den Blutzuckerspiegel.

Foto: © Verlag Zabert Sandmann / Susie Eising, Martina Görlach

liert. Pfeffer und Salz sorgen auch für einen guten konservierenden Effekt und damit für einen Schutz vor verdorbenen Speisen. Zimt fördert seiner Schilderung nach nicht nur die Verdauung, sondern ist auch entzündungshemmend und schmerzlindernd, senkt den Blutzucker und Blutfettspiegel und wird bei Erkältungskrankheiten eingesetzt. Doch das bedeutendste Gewürz ist für ihn der Safran. Safran-Extrakte können bei starkem Alkoholgenuss sogar für einen klaren Kopf sorgen.

Foto: © Verlag Zabert Sandmann / Alexander Haselhoff

andere Brustleiden gelobt. Es ist heute wissenschaftlich belegt, dass er vor Erkrankungen der Atemwege schützt. Und schwarzer Pfeffer beeinflusst dank seiner ätherischen Öle die Entgiftungskapazität der Leber positiv. Genauso wichtig wie der Pfeffer war für die antiken Ärzte die aus Indien importierte Ingwer-Wurzel. Sie hat eine erwärmende Wirkung, fördert die Verdauung und ist insgesamt gut für den Magen. Der Scharfstoff Gingerol bekämpft zudem nicht nur Entzündungen und Ödeme, sondern er regt besonders auch die Galle an. Außerdem beeinflusst Ingwer die Blutfettwerte positiv und verhindert


gESUNDHEIT

Brot und Gebäck: lactosefrei und mit eigenem Sauerteig gebacken

Naturbäckerei und Naturmühle Karl Hager arbeitet nur mit eigenem Sauerteig und gentechnikfrei

Ich bin Bäcker und kein Industriehandlanger H

eute bekommt ein Bäcker von der Industrie alle Materialien praktisch fertig gemischt geliefert. Eine Entwicklung, die in den letzten 15 Jahren zum Trend geworden ist. Ausgelöst worden ist das durch die Backstationen in den Diskontläden. „Denn deshalb hat man begonnen, das Ganze gefriertauglich zu machen. Und da spielt die Gentechnik eine große Rolle“, so Karl Hager. „Denn erst dadurch konnte man die Hefe frostsicher machen. Normal stirbt die Hefe bei minus zwei Grad ab. Das ist verändert worden, sodass man den Hefepilz auf bis zu –30 Grad einfrieren kann. Die gentechnisch veränderte Hefe ist dann resistent, weil die Kerntemperatur beim Backen bei etwa 68 Grad liegen muss. In den Backautomaten wird diese aber nie mehr erreicht. Diese Temperatur wäre aber notwendig“, so Hager, „damit der Hefepilz abstirbt.“ So wandert dieser beim Verzehr aber in den Dickdarm des Menschen. Er setzt sich in der Darmflora fest und hat die besten Voraussetzungen, sich zu entwickeln. Dadurch haben viele Menschen Probleme mit der Verdauung. 40

„In unserer Bäckerei stirbt der Hefepilz ab“, so Karl Hager, „weil wir beim Arbeiten natürlich die Kerntemperatur erreichen. Hinzu kommt, dass wir als Bäcker mit eigenem Sauerteig arbeiten, wie das früher der Fall war. Der gentechnisch veränderte Hefepilz, so wie er von mir beschrieben wurde, ist zweigärig und kann sich selbst weitervermehren. Da in den Lebensmitteln so viel Zucker ist, bekommt er auch immer wieder beste Nahrung und zerstört so die Darmflora. Ich kann diesen Hefepilz nur durch extreme Diäten aushungern, rauskriegen aus dem Körper tue ich ihn nicht. Der Hefepilz ist das Kernproblem im heutigen Backvorgang und der größte Feind in der Nahrungskette. Irgendwann erwische ich diesen als Konsument – ob ich will oder nicht.“

Das Problem mit der Lactose „Das nächste große Problem“, schildert Karl Hager, „ist der Milchzucker – die Lactose. Mittlerweile ist in den Lebensmitteln so viel Milchpulver enthalten, weil es auch so billig ist. Der Milchzucker wird als Frischhaltemittel verwendet, ist

also ein billiger Rohstoff. Deshalb wird er überall in einem großen Maß beigemischt. Wir hier in Murau sind eine der wenigen Bäckereien, die seit dem Jahr 2000 Lactose-frei arbeitet. Als wir umgestiegen sind, hat damals jeder gesagt: ,Jetzt hat der Hager einen Vogel, jetzt spinnt er endgültig.‘ Wenn ich ein weiches Gebäck haben will, dann gebe ich einfach Dinkel dazu. Der hat auch die Eigenschaften, dass er das Gebäck weich hält.“ So einfach geht das, wenn man nur nachdenkt. Der Milchzucker hingegen ist schon so denaturiert, dass der Körper ihn gar nicht mehr erkennen und damit ihn nur schwer verarbeiten kann. Da-

mit wird unser Körper dann nicht mehr fertig, vor allem dann, wenn man dann das Ganze konzentriert konsumiert. Es kommt dann meist zu einer so genannten Lactose-Unverträglichkeit. Man kann den Menschen mit einem Computer vergleichen. Wenn ich eben in einen Computer ein neues Programm hineinstecke, aber der Computer kann mit der Software nicht arbeiten, dann funktioniert das Ganze nicht. Und so ist es auch beim Milchzucker im Körper. Obwohl unser Körper ohnehin sehr viel verträgt. „Mit einem Vieh kann man das nicht machen, was man mit uns aufführt“, so Karl Hager. v

Ein HOCH auf die Wadln Die Hochsteiermark ist bestens gerüstet fürs Anradeln „Pro Tag frequentieren rund 300 Radler den Murradweg“, freut sich Reinhard Hollerer vom Gasthaus Ebner, einer der zertifizierten hochsteirischen Radlerbetriebe – insgesamt sind es 38 – direkt am R2 in Bruck/Mur. Claudia Flatscher, Geschäftsführerin des Tourismusregionalverbandes Hochsteiermark ergänzend: „Radtourismus ist stark im Kommen und wird bezüglich Wertschöpfung unterschätzt.“ Bestens ausgerüstet fürs Anradeln ist man mit dem brandneuen HOCHsteirischen Radbuch

„HOCHstrampln“ – einer Fibel für den Radprofi sowie den Genussund Naturradler. v

Foto: Steiermark Tourismus/ bigshot.at

Diese Entscheidung traf Karl Hager im Jahr 2000: „Ich wollte so nicht weiterarbeiten – mit all den Zusätzen und chemischen Mitteln beim Backen –, da wäre ich lieber Bauer geworden.“ Gentechnikfreies Bauernbrot, Fladenbrot, Holzstraßenbrot, Vollkornbrot, Dinkelbrot, Semmeln, Salzstangerl, Mohnweckerl, Brezeln, Schusterweckerl – ein Auszug aus dem jetzigen Angebot der Naturbäckerei und Naturmühle Karl Hager.

KLIPP März 2012


Die steirischen Winzer können gar nicht so viel dafür

2011

ist ein außergewöhnlicher Tropfen Das nennt man ehrlich und offen: „Die Trauben im vorigen Jahren waren so gesund, dass der Winzer nicht mehr so viel falsch machen konnte“, begründet Günter Müller (Domäne Müller) das außergewöhnliche Jahr 2011, was den Wein und die Trauben betrifft.

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as ist sicher einer der gesündesten Jahrgänge aller Zeiten“, analysiert Winzer Müller. „Es gab keine Probleme – weder Frost, Hagel, noch Wasserschäden“, fügt Erich Polz von Erich und Walter Polz, dem wohl größten Weinproduzenten der Steiermark, hinzu. „Wer im Keller oder Garten keine großen Fehler gemacht hat, dem konnte nichts passieren.“ Sein Sohn Christoph, Kellermeister, der auf der ­BOKU-Uni in Wien an seiner Diplomarbeit schreibt: „Kontrolliertes Nichtstun war wichtig, wobei man natürlich wissen muss, warum und wann man nix tut und dem Wein so gesehen nur die Richtung gibt.“ Der wunderschöne Herbst und der ideale Sommer bescherten den steirischen Winzern, aber nicht nur ihnen, einen qualitativ hervorragenden 11er-Jahrgang, aber auch von der Quantität her. „Eine wirkliche Entschädigung für die zwei vergangenen Missernten“, beschreibt Günter Müller das für das eigene Weingut. „Beide Ernten zusammen waren so groß wie jene von 2011.“ Und so erging es den meisten steirischen Winzern. Bei Polz spricht man von einem Minderertrag von rund einem Drittel der Produktion. Und für den west-

KLIPP März 2012

steirischen Winzer Günter Müller gibt es außerdem ein weiteres Highlight: „Wir können heuer auf den mit Abstand besten Schilcher anstoßen. Er ist duftig, animierend, fast wie ein Sauvignon riechend, mit einer Spur noch mehr Alkohol.“ Bei der Domäne Müller hat man aus dem Schilcher sogar einen tollen Rotwein gemacht. Insgesamt, so schätzen die Winzer, gibt es rund 2,5 Millionen Liter Schilcher auf einer Anbaufläche von 400 Hektar. Beteiligt sind daran rund 200 Winzer. Das Jahr 2011 war eines der Superlative, denn sogar der Eiswein, im Februar geerntet, brachte einen Zuckergehalt von 42 Prozent – was überhaupt noch nie da war. Und im

Höhenflug sind auch die Preise. Denn für die Topqualitäten kann man schon 40 Euro auf den Tisch legen. Doch es gibt klarerweise ein gutes Tröpferl auch schon für 7 bis 9 Euro ab Hof. Traditionell exportiert Müller aus Groß St. Florian knapp ein Drittel seiner 125.000 Liter Produktion. Die Importeure sitzen in Hongkong, China, Norwegen und vor allem auch in der Schweiz. „Ich muss aber dazu sagen, dass wir im In- und im Ausland dieselben Preise haben“, so Dipl.-Kfm. Müller. „Wir kaufen nichts zu, und wenn es wenig gibt, dann müssen wir im Gespräch bleiben, ohne liefern zu müssen“, umschreibt er die Strategie. Das war vor allem im letzten Jahr der Fall. Durch den Zukauf von und Anbau auf zusätzlichen Flächen versucht man, das nötige gesunde Wachstum zu haben: „Pro Jahr eine Steigerung von rund 10.000 Liter ist für uns ein guter Wert“, sagt Günter Müller, der 2011 bereits seine 40. Ernte mitmachte. Wobei die erste 1972 und

Erich Polz (li.) mit Sohn Christoph (re.) und Bruder Walter (Mitte): „Wer im Keller oder Garten keine großen Fehler gemacht hat, dem konnte nichts passieren.“

1973 ganz schlecht war. Von der knapp eine Million Liter großen Produktion – das sind rund 750.000 Flaschen – exportieren Erich und Walter Polz mit den zugekauften Weingütern wie Tscheppe nur einen kleinen Teil. 90 Prozent der Produktion sind Weißweine, und da brachte eine Verkostung jüngst ein ganz erstaunliches Resultat. „Wir haben Weißweine bis ins Jahr 1992 zurück verkostet“, erklärt Erich Polz. „Und es war eine sensationelle Sache, denn dass die so lange so gut halten, hätte niemand gedacht.“ Sowohl Winzer-Kollege Günter Müller wie auch Maurer sind sich in einem einig: Dass eine späte Verkostung, Jahre nachher, oft ganz Besonderes hervorbringt – nämlich, dass die Weine, zum Zeitpunkt der Ernte noch nicht so geschätzt, später eine viel höhere Qualität aufweisen, als man das kurz nach der Ernte festzustellen glaubte. Wie halt so oft: Am Abend ist man oft klüger als am Morgen. v

Winzer Günter Müller: „Wir können heuer auf den mit Abstand besten Schilcher anstoßen.“ 41


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Der Inbegriff weiblicher Schönheit

von Isabella Hasewend

Lange, gepflegte Haare gelten seit jeher als Inbegriff weiblicher Schönheit. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Und da kann man mit viel Raffinement nachhelfen.

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er Traum vom perfekten langen Haar ist jedoch oftmals nur mit großen Mühen zu erfüllen. Denn: Umweltfaktoren, Stress, chemische Behandlungen und vieles mehr belasten das Haar und verschlechtern seinen Zustand. Die Haare müssen daher immer wieder nachgeschnitten werden. Und es braucht viel Pflege und vor allem Geduld – sie wachsen gerade mal um ca. 1 cm pro Monat –, bis der Traum vom langen, gesunden Eigenhaar wahr wird.

Foto: © by Hairdreams®

Schneller und bequemer geht’s mit Echthaarverlängerungen. Auf Modeschauen und am roten Teppich sind sie längst gang und gäbe. Und es ist auch

ein Steirer, der den VIPs dazu verhilft. Die Wahlheimat von Gerhard Strutz ist Los Angeles und dort arbeitet er als Geschäftsführer von Hairdreams USA. Und die oft sündteuren Haarteile kommen – aus Graz! Denn der international führende und erfolgreichste Anbieter von professionellen Echthaarverlängerungen der Premiumklasse hat seinen Hauptsitz in Graz. Aber woher kommen eigentlich diese ganzen Echthaare? Vor allem aus bevölkerungsreichen Regionen, in denen viele Menschen mit gesunden, langen Haaren leben (z.B. Vorderasien). „Spenderinnen“ sind Frauen, die gerne die Chance nutzen, um sich durch das „Opfern“ ihrer Haare eine Einnahmequelle zu erschließen.

Schuhe sind sein Leben Wie kommt es, dass es einen Schuhprofi nach Graz-Gösting verschlägt? Nein, nicht ins Headquarter von Humanic, sondern nur einige hundert Meter davon entfernt. „Das war Zufall, weil mir halt in der Plabutscherstraße 63, im ehemaligen Objekt von Pichlermöbel, Büroflächen angeboten worden sind“, sagt Alois Prutsch. Er ist Schuhproduzent, lässt jährlich viele tausend Paar produzieren – wie sein großer Nachbar aus Kostengründen nicht mehr in Österreich. Was sind die Farben dieses Sommers? „Orange, Cognac, Blau und die Kombinationen dazu. Schwarz-Weiß gibt’s ja schon immer“, beschreibt Alois 42

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Prutsch den Trend bei Qualitätsschuhen. Wobei Damenschuhe noch greller in den Farben sind. Schuhe sind das Leben von Alois Prutsch. Schon als Dreijähriger war er dabei, als sein Vater (er war Schustermeister) die Produktion kontrollierte. Als die Familien-Fabrik in St. Stefan im Rosental die Produktion aufgab und das Unternehmen im Jahr 1983 zusperren musste, versuchte sich Alois Prutsch kurze Zeit in der damals jungen Computer-Branche. Doch schon bald holte ihn Humanic. In den Jahren darauf baute er ein Netz von Lohnfertigungen in Osteuropa und Asien auf. „Dort mussten wir zum Teil

sogar die Materialien mitliefern, aber handwerklich waren sie gut ausgebildet.“ Mitte der 90er-Jahre machte er sich selbstständig. „Ich hab’ viel gelernt gehabt und genau gewusst, welche Fabrik was gut kann, bin hunderttausende Kilometer im Jahr im Auto und Flugzeug unterwegs gewesen. Ich habe auch heute noch viele italienische Kunden, die mit den Löhnen in Italien nicht mehr zu Rande kamen.“ Von einigen hundert Paar Schuhen bis zu 15.000 bei einem normalen Konsumenten-Schuh reichten die Mengen. Als Alois Prutsch 2007 ein neues Büro suchte, entschloss er sich, gleichzeitig auch ein Factory Outlet anzuschließen. „Wir verkaufen aber

keine zweite Wahl.“ Sein Shop ist so etwas wie ein Geheimtipp für SchuhFans, die praktisch handgefertigte Maßschuhe, rahmengenäht, zu leistbaren Preisen (180 Euro) bekommen. Da gibt’s die Klassiker: den Budapester (der übrigens in Schottland „erfunden“ wurde), den Wiener, Londoner, Norweger, Theresianer – in allen möglichen Lederarten und Farben. Prutsch: „Fußbett und Zwischensohle sowie Lauf- und Brandsohle sind selbstverständlich auch aus Leder. Damit er perfekt sitzt, braucht es bis zu 250 Handgriffe. Wir leben praktisch nur von der Mundpropaganda. Wir machen keine Massenprodukte. Jeder Kunde kann sich seinen Schuh KLIPP März 2012

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Mit welchen Kosten muss Frau für eine Echthaarverlängerung rechnen? Gerhard Strutz: „Je nach gewünschtem Effekt bzw. der Frisur und Ausgangsbasis reicht der Preis von 300 bis weit über 1.000 Euro für eine sehr lange, volle Haarpracht. Wobei zu erwähnen wäre, dass wir höchste Anforderungen an die Qualität der Haare haben.“

Am Ende der Trageperiode von fünf bis sechs Monaten werden die Haare dann wieder entfernt. Dazu werden die Verbindungsstellen mit einer speziellen Lotion behandelt und gelockert. Danach lassen sich die Strähnen ganz leicht herausziehen. Es geht schnell und ist für das Eigenhaar unFoto: © by Hairdreams® schädlich.

Unsichtbare Bondings Die Echthaarverlängerungen sind von natürlichem Eigenhaar praktisch nicht zu unterscheiden. In wenigen Stunden lässt sich die Haarlänge und -fülle so verändern, dass fast jedes gewünschte Frisurenstyling machbar ist. Es gibt verschiedene Methoden, um Haare länger und/oder voluminöser zu

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machen. Bei einer Verlängerung bzw. Verdichtung werden einzelne Strähnen mit sogenannten „Bondings“ (das sind kleine Verbindungsstellen aus speziellem, thermoelastischem Kunststoff) in das Eigenhaar eingearbeitet. Bei Personen mit eher schütterem Haar werden zusätzliche Haare mit Hilfe einer Netzkonstruktion integriert. Dadurch wird das Eigenhaar wieder aufgefüllt und bekommt wieder eine natürliche Fülle. Das Netz wird punktuell am Eigenhaar befestigt. Die Verbindungsstellen sind quasi „unsichtbar“ und die Haare lassen sich bequem und problemlos im Alltag tragen – egal ob im Schwimmbad, in der Sauna oder auch beim Sport. Logischerweise bedürfen auch diese Haare, genau wie eigenes Haar, regelmäßiger Pflege, um gesund und glänzend zu bleiben.

Foto: Holding Graz Sommer (1), istock (2)

wend

In der Regel wissen die Spenderinnen, dass ihre Haare zu Extensions verarbeitet werden, und sind gewöhnlich sehr stolz darauf, dass ihre Haare von anderen Frauen weiterverwendet werden. Selbstverständlich erhalten die „Spenderinnen“ für ihre Haare Geld. Die Rohhaare werden dann in Graz zum Endprodukt zusammengefügt. Von hier aus erfolgt die Lieferung der Haare in alle Welt.

FRÜHLING IN DER AUSTER Tipps für Ihr Wohlbefinden Hatha Yoga montags von 17.00–18.00 Uhr Dehnungs- und Streckungsübungen, Entspannungsphasen und Meditationsübungen Do-In-Körperübungen mittwochs von 17.00–18.00 Uhr Einfache, aus dem Osten stammende Körperübungen;

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selbst zusammenstellen“, so Prutsch. Ein Projekt hat er schon länger im Kopf: Für Damenstiefel Schäfte so zu produKLIPP März 2012

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zieren, dass sie praktisch jedem Wadl gerecht werden – und das auch zu einem vernünftigen Preis.

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GEWINNSPIEL Das Wellnesszentrum mit hauseigener Therme bietet dem Gast alle Möglichkeiten an modernen Wellnessbehandlungen.

Die Zimmer des Hotels sind auf die besonderen Bedürfnisse der Gäste ausgerichtet.

Hervorragender Wellness- und Gesundheitsurlaub im ****Hotel Mürz in Bad Füssing

Deutschlands beliebtester Kur- und Wellnessort Das kleine, traditionelle, privat und inhabergeführte 4-Sterne-Hotel Mürz, mit seinen 47 Zimmern und 72 Betten, liegt mitten im Thermal-Kurort Bad Füssing direkt am Freizeitpark.

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as individuelle Wohl des Gastes und seine Erholung stehen hier an oberster Stelle, und durch familiäre Führung, Persönlichkeit, Warmherzigkeit, individuelle Aufmerksamkeit, Kompetenz und unaufdringlichen Service schafft das Hotel einen Gegenpol zum hektischen und betriebsamen Alltag der Gäste. Im Mittelpunkt des Handelns steht ein ganzheitlicher Ansatz mit den drei Säulen aus „Entspannung und Bewegung“, „Wellness und Spa“ sowie „Gesundheit und Kur“. Hier kann man sich zu jeder Jahreszeit, in jeder Lebenssituation, Gesundheitsprogramme, Wellnessprogramme und fernöstliche Entspannungsformen sowie die Behandlungen der Traditionellen Chinesischen Medizin und Naturheilverfahren gönnen, welche zu einem festen Bestandteil des Ganzheitsprogramms gehören. Schon beim Eintritt in das Hotel spürt man den besonderen Charme, die Aufmerksamkeit und Gastfreundschaft, die es im Hotel Mürz mit all seinen Vorzügen und Annehmlichkeiten zu genießen gilt. Als eines der ersten Wellnesshotels in Bad Füssing, Bayern, bietet das

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Hotel einen einzigartigen Wellnessurlaub im berühmten Bäderdreieck von Bayern. Wellness bedeutet hier Erholung und Entspannung auf 4-Sterne-Wellness-Niveau! Das Wellnesszentrum mit hauseigener Therme bietet dem Gast alle Möglichkeiten an modernen Wellnessbehandlungen. Das Kurhotel Mürz arbeitet bereits seit über 40 Jahren als Gesundheitshotel in Bad Füssing. Das Hotel und private Sanatorium verfügt über Klinikstatus. Das Team um Familie Wunsch zeichnet sich durch ein hohes Maß an Engagement, Kreativität, Freude, Kompetenz und Verantwortung aus. Alle Anwendungen erfolgen unter der Anleitung des erfahrenen Kur- und Badearztes Dr. med. Arno Wenemoser. Das Gesundheits- und Wohlfühlprogramm umfasst eine Vielzahl von Anwendungen. Alle 47 Zimmer des Boutique & Feelness 4-Sterne-Hotels sind hell und freundlich eingerichtet, zum

Teil neu renoviert und auf die besonderen Bedürfnisse der Gäste ausgerichtet. Jedes Zimmer verfügt über Dusche oder Bad, Fön, WC, einen eigenen Balkon, Durchwahltelefon, Internetzugang (Analog und Wlan über Hot Spot von T-Mobile – kostenpflichtig), Safe, Sat-TV mit 24 Programmen (in Deutsch, Englisch, Arabisch) sowie Bademantel und Badeslipper für die Wellnesslandschaft und den Spabereich. Zudem finden Sie in einigen Zimmern, seit Januar 2012, die neu geschaffenen „Samina Power Sleeping Rooms“, wodurch das Hotel Mürz das erste „Samina Schlaf Gesund Hotel“ in Deutschland ist. Im Restaurant und Wellness-Bistro genießen die Gäste gesunde, zeitgemäße Ernährung. Die WellnessKüche bietet frische naturbelassene Produkte, sorgfältige und schonende Zubereitung, „geschmackvolle“ Menüs, und ein stilvolles Ambiente macht Essen wieder zu einer Mahlzeit.

Ob man nun einem „Schmankerl“ aus der Bayerischen Küche, guten Gerichten mit hervorragenden Jahrgangsweinen, die von der Restaurantleiterin Bettina Zechmann ausgesucht wurden, oder Grillgerichten, Salaten und leichteren Speisen den Vorzug gibt – die Qualität der Zutaten ist oberstes Gebot für den Küchenchef des Hauses, Thomas Lenk.

Urlaub in Bad Füssing Gewinnfrage: Wie heißt der Kur- und Badearzt, unter dessen Anleitung die Anwendungen im Hotel durchgeführt werden? Zu gewinnen gibt es zwei verlängerte Wochenenden für jeweils zwei Personen, drei Übernachtungen inkl. Halbpension im Boutique & Feelness Hotel Mürz Antworten nur an Klipp Zeitschriften, Friedhofgasse 20, 8020 Graz, oder isabella.hasewend@klippmagazin.at

Das Kurhotel Mürz arbeitet bereits seit über 40 Jahren als Gesundheitshotel in Bad Füssing.

Weitere Informationen: Boutique & Feelness Hotel Mürz Tel.: 08531 / 9580 www.muerz.de info@muerz.de

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Maria Lankowitz Internet: www.golfschule-ali.at E-Mail: office@golfschule-ali.at

Richtige GOLFTRAINING Gewichtsverlagerung

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reichlich stammwerfen. Dadurch be- beenden, muss Gardiner täglich Der gene kam man erstklassige Leisten- dreieinhalb Plätze bespielen und rischen E brüche. Der zweite schottische Ma- dabei legt er rund 21 Kilometer doch das sochist erfand den Kilt. Damit konn- zurück. Der Golf-Pro muss immer tigen Vorg te man einanderRekordversuch bei den täglichen in die40 maximale Einzigartiger Tagen Anzahl an Schlägern net: Mit Fünf-Uhr-Stammesfehden ohne tex- (insgesamt 14) bei sich haben. Ge- jährigen tile das Behinderung in die Leisten- startet wurde am 27. Mai 2009 in weltweite für Kinderkrebshilfe-Projekt „Die Sonneninsel“ brüche treten. Der dritte schottische Graz beim Golfclub Puntigam; das – umso ra Masochist erfand den kreischenden Ende folgt am 5. Juli in Murstätten. Golfland, Beutel aus Ziegenleder, das einzige John Gardiner sammelt während mittlerwe Von Head Pro Ali Rosker Instrument, das noch schriller klang dieses Rekordversuchs für die Hoch vom im Golfclub Erzherzog Johann, als die Schmerzensschreie der in die der Raab Maria Lankowitz Leistenbrüche Getretenen. Der vierspiel früh Internet: www.golfschule-ali.at te schottische Masochist aber erfand angeblich E-Mail: office@golfschule-ali.at Golf. er erste schottische Maso- Regeln ausgeschlossen ist. Um die- getrockne Beim korrekten Aufdrehen des bequem Körpers – wie Feder – wird das Gewicht eindeutig Damit konnte man sich dieeine chist erfand das Baumsen Rekordversuch erfolgreich zu durch di auf die rechte Seite verlagert. eigenen Zehennägel abschlagen, um beenden, muss Gardiner täglich Was dama stammwerfen. 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Juli in Murstätten. gebürtige jährigen Verspätung dasgegenüber Beutel aus Ziegenleder, einzige John Gardiner sammelt während will – unt weltweiten Trends wir nunmehr Instrument, das nochsind schriller klang dieses Rekordversuchs für die und dem umso rasanter – auf dem zum band – es als– die Schmerzensschreie derWeg in die Golfland, mehr als 100.000 spielen nen Land Leistenbrüche Getretenen. Der vierin der Alpenrepublik. reitet sich temittlerweile schottische Masochist aber erfand Hoch vom Dachstein an bis ans Bett vor. Er m Golf. der Raab folgt man dem die Beisämtliche Damit konnte man sicheifrig bequem spiel früher schottischer Hirten,um die reich be eigenen Zehennägel abschlagen, angeblich mit gebogenen Stöcken Hilfsmitte von den Schmerzen in den Leistengetrockneten und Steine Von „reverse pivot“Schafkot spricht wenn man das Gewicht beim Rückschwung auf die die Nutzu brüchen abzulenken, undman, auch sonst durch Gegend sammeln. schleuderten. linke Seite die verlagert. Trolleys reichlich Depressionen Was damalsLeser gratis möge war, braucht heuDer geneigte den histote allerdings Schlägerset, das Österreichische Kinderkrebshilfe, rischen Exkurs ein verzeihen, der jeman schon für einige hundert Euro dabei werden ihn auch etliche pro46 doch das Verständnis für die derzeibekommt und dem nach oben kaum minente Sportler unterstützen. Enttigen Vorgänge in der Steiermark ebGrenzen gesetzt sind. So sieht sprechende Spendenboxen stehen net: Mit der üblichen knapp 15KLIPP-Kolumnist Iwan T. Cash die auf jedem österreichischen Golfjährigen Verspätung gegenüber Golf-Welt. platz. Beim Kinderkrebshilfe-Proweltweiten Trends sind wir nunmehr Ein Nachfahre der Schafhirten, der jekt handelt es sich um ein geplan– umso rasanter – auf dem Weg zum gebürtige Schotte John Gardiner, tes Nachsorgezentrum am Wallersee Golfland, mehr als 100.000 spielen will – unterstützt von Intersport Eybl in Salzburg, das 3,5 Millionen Euro mittlerweile in der Alpenrepublik. und dem Österreichischen Golfverkostet, dieFeder durch Spendengelder korrekten des Körpers – wie eine – wird das Gewicht eindeutig Hoch vom Beim Dachstein anAufdrehen bis ans Bett band – es in irgendeiner Weise seiaufgebracht werden sollen. „Wir auf die rechte Seite verlagert. der Raab folgt man eifrig dem Beinenfrüher Landsleuten gleichtun unddie be- wollen dort Kinder wieder fit fürs spiel schottischer Hirten, reitet sich auf einen Rekordversuch Leben machen“, so Steiermark-Kinangeblich mit gebogenen Stöcken vor. Er möchte in 40 Spieltagen derkrebshilfe-Präsident Dr. Moser. getrockneten Schafkot und Steine sämtliche 139 Golfplätze in Österdurch die Gegend schleuderten. reich bewältigen. das heuohne KLIPP-Golf-Experte Ali Rosker hat Was damals gratis war,Und braucht Hilfsmittel, was so viel heißt, dass Österreichische natürlich für einen guten Zweck te allerdings ein Schlägerset, das Kinderkrebshilfe, die Nutzung eines Caddys, eines Ediesmal den Großteil „seiner man schon für einige hundert Euro dabei werden ihn auch etliche Seite“ proTrolleys und oderdem Clubcars durch die minente bereitgestellt. bekommt nach oben kaum Sportler unterstützen. Ent-❖

GOLFTRAINING

Ein Nachfahre schottischer Schauen wir Gewichtsverlagerung uns einmal an, worauf Schafhirten will’s möglich machen Richtige es ankommt, damit Ihr Schwung Schauen wir uns einmal worauf Von an, Head Pro Ali Roskeres ankommt, damit Ihr im Golfclubwird. Erzherzog Johann, konstanter Schwung konstanter wird. Maria Lankowitz Internet: www.golfschule-ali.at E-Mail: office@golfschule-ali.at

Richtige Gewichtsverlagerung Schauen wir uns einmal an, worauf es ankommt, damit Ihr Schwung konstanter wird. Beim korrekten Aufdrehen des Körpers – wie eine Feder – wird das Gewicht eindeutig auf die rechte Seite verlagert.

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Richtige Gewichtsverlagerung

Schauen wir uns einmal an, worauf es ankommt, damit Ihr Schwung konstanter wird.

Ferienziele zum Abheben den schönsten Stranddestinationen. „reverseMischung pivot“ spricht beim Rückschwung FürGewicht Fernreisende gibt es auf abdieGraz DieVon richtige istman, daswenn Ge-man das linke Seite verlagert. heimnis! Für einen guten Sommer- mehr als 80 Flüge pro Woche nach flugplan sind viele Flugverbindun- Frankfurt, Wien und München. 5-mal gen zu den schönsten Badedestina- geht es nach Berlin und von dort (mit 46 tionen rund um das Mittelmeer nö- perfekt aufeinander abgestimmten tig; daneben braucht man eine gute Flugzeiten) z.B. nach Dubai, Tel Aviv Anbindung an große Umsteigeflug- oder Paris. Und auch Stuttgart (13häfen, um Fernreisen bequem absol- mal pro Woche) und Düsseldorf (11vieren zu können, und schließlich mal pro Woche) werden als Umsteirunden Destinationen, in denen es geflughäfen immer interessanter. nicht so heiß wird, sowie Städte- und Wer Urlaubsziele bevorzugt, in deSonderflüge das Programm ab. nen es nicht so heiß wird, sollte sich „Am Flughafen Graz ist es uns in die- eine Reise nach Shannon in Irland sem Jahr wieder gelungen, genau so oder Edinburgh in Schottland überleeine Mischung zusammenzustel- gen. Und im Bereich der Städte- und len“, ist sich Mag. Gerhard Wid- Sonderflüge stehen z.B. London/ Stansted, Friedrichshafen, mann, Geschäftsführer Von „reverse pivot“ sprichtdes man,Flughawenn man das Gewicht beim Rückschwung aufGlas­ die gow linke Graz, Seite verlagert. fens sicher. Die Flüge zu 13 oder Istanbul zur Auswahl. Destinationen in Griechenland, nach www.flughafen-graz.at 46 KLIPP März 2012

Grenzen gesetzt sind. So sieht sprechende Spendenboxen stehen KLIPP-Kolumnist Iwan T. Cash die auf jedem österreichischen GolfKLIPP Mai 2009 Golf-Welt. platz. Beim Kinderkrebshilfe-ProEin Nachfahre der Schafhirten, der jekt handelt es sich um ein geplangebürtige Schotte John Gardiner, tes Nachsorgezentrum am Wallersee will – unterstützt von Intersport Eybl in Salzburg, das 3,5 Millionen Euro und dem Österreichischen Golfver- kostet, die durch Spendengelder band – es in irgendeiner Weise sei- aufgebracht werden sollen. „Wir nen Landsleuten gleichtun und be- wollen dort Kinder wieder fit fürs reitet sich auf einen Rekordversuch Leben machen“, so Steiermark-KinVon „reverse pivot“ spricht man, wenn man das Gewicht beim Rückschwung auf die vor. Er möchte inverlagert. 40 Spieltagen derkrebshilfe-Präsident Dr. Moser. linke Seite sämtliche 139 Golfplätze in Österreich bewältigen. Und das ohne KLIPP-Golf-Experte Ali Rosker hat Hilfsmittel, was so viel heißt, dass natürlich für einen guten Zweck 46 die Nutzung eines Caddys, eines E- diesmal den Großteil „seiner Seite“ ❖ Trolleys oder Clubcars durch die bereitgestellt. Fotoquelle: Poelt/Flughafen Graz

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Gran Canaria, Teneriffa, Palma de Mit mehr als 50 DestinatioMallorca (bis zu 7-mal pro Woche) nen im Flugplan ist der Flugund Ibiza in Spanien sowie zu vielen hafen Graz auch in diesem weiteren Destinationen in Italien, TuJahr wieder der perfekte nesien, Kroatien, der Türkei und in Beim korrekten Aufdrehen des Körpers – wie eine Feder – wird das Gewicht eindeutig Ausgangspunkt für den Ägypten bringen die Steirerinnen auf die rechte Seite verlagert. und Steirer in diesem Sommer zu Sommer­urlaub.

Kefalonia ist für seine traumhaften Strände berühmt.

KLIPP Mai 2009 45


Freizeit

Frauen-Elite wandert ab „Well, will you buy something?“, grollt ein vollbärtiger Standler mit zerfurchtem Gesicht genervt, als er sieht, dass ich mich noch immer nicht entschieden habe. Ich stehe am Hauptmarktplatz der finnischen Hauptstadt Helsinki, in der jeder fünfte Finne lebt – komme mir aber vor, als wäre ich in Grönland.

Foto: Wikipedia

KLIPP-Mitarbeiter David Donnerer schreibt aus Finnland

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ank eisigem Wind hat es gefühlte minus 30 Grad, das Atmen ist eine Qual. Doch nicht nur das Wetter ist außergewöhnlich, sondern auch die angebotenen Waren. Standler verweisen auf Fuchskopfmützen oder Messer mit Wolfskopf, dazu bestimmen fettige frittierte kleine Maränen das Bild an den Imbissbuden.

Teures Land Es scheitert nicht an der exotischen Auswahl, dass ich zögere, zuzugreifen – sondern an den Preisen. Fast alles ist teuer in Finnland. Ein kleiner Teller frittierter Maränen kostet zehn, ein „Helsinki“-T-Shirt sogar 15 Euro. Selbst die billigsten Supermärkte sind teurer als ein Merkur hierzulande, die Wohnkosten etwa in Helsinki sind eklatant hoch – 20 Euro pro Quadratmeter sind dort keine Seltenheit. „Überleben“ können die Finnen nur dadurch, dass in Familien Mann und Frau arbeiten. Finnland zählt bei der Frauenbeschäftigung zu den Spitzenreitern in der EU. Eine positive Folge – die Gleichstellung funktioniert, die Geburtenrate ist stabil, da genügend Kinderbetreuungsstätten vorhanden sind. Es gibt nur 7,5 Prozent Arbeitslosigkeit unter den Frauen, ganz schlecht sieht’s bei den Jungen aus, da ist jeder Fünfte ohne Job.

Schweden sind „Erzfeind“

20 Euro pro Quadratmeter: Wohnen ist extrem teuer in Finnlands Hauptstadt.

46

Als ich mich doch für ein (zu) teures Messer mit Wolfskopf entscheide, nickt der Standler zufrieden. „Bist du ein Schwede oder was? Willst du dich über mich lustig machen?“, faucht er mich an, als ich mit schwedischen Kronen zahlen will. Ich: „Nein, Österreicher.“ „Zum Glück, denn die Schweden mag ich nicht wirklich“, sagt der Standler grimmig und stellt sich KLIPP März 2012


Freizeit Alles zweisprachig in Helsinki – im Hintergrund der Dom, das Wahrzeichen. Schwedisch ist Pflicht. Partei der „wahren“ Finnen kämpft dagegen an – starker Zulauf.

Preise liegen weit über dem österreichischen Niveau, Einkommen aber nicht höher.

als Arttu vor – „ein typischer finnischer Name“, wie er stolz anmerkt. Wir unterhalten uns und Arttu lobt die Österreicher und Deutschen als „fleißige, sparsame“ Völker und schimpft gegen die „schmarotzenden Südländer“, die nichts arbeiten würden. Dann kommt er wieder auf den „Erzfeind“ zu sprechen: „Ich bin nicht gegen ,die Schweden‘, sondern dagegen, dass wir Finnen in den Schulen Schwedisch lernen müssen – es also ein Pflichtfach ist – und dass alles in Helsinki zweisprachig ist. Dabei gibt es so wenige Schweden in Finnland! Das wäre ja so, als müsstest du Türkisch in Wien lernen. Es ist einfach lächerlich“, erzählt er merklich aufgebracht.

treffe ich den IT-Entwickler Tomi, der für den kriselnden finnischen Handy-Weltmarktführer arbeitet. Er erzählt mir zunächst von seinem Seuchenjahr, das er mit Nokia hinter sich hat. „Sehr froh“ sei er darüber, seinen Job dort noch zu haben, andere hätten kein Glück gehabt und seien gefeuert worden. Nokia muss mit Milliardenverlusten fertig werden. Die Folge sind drastische Einsparungen bei den Arbeitsplätzen. Diese kosten allerdings viele Sympathien. So wurde die SmartphoneFertigung nach Asien ausgelagert, zwei von drei Menschen verloren in Nokias europäischen Werken ihre Jobs. Finnland produziert überhaupt keine Nokia-Handys mehr. Für Tomi war das „ein Schock, das Ende einer Epoche“. Er hofft: „Das Schlimmste wird jetzt vorbei sein.“ Kritiker meinen, das einstige Vorzeigeunternehmen habe gegenüber den USA und Asien als HightechUnternehmen entscheidende Dinge verschlafen. Als wir zur Schwedisch-Problematik wechseln, hellt sich Tomis Miene auf. „Da mir Schwedisch so gut gefällt, habe ich sogar ein Semester in Göteborg studiert. Es war eine tolle Erfahrung für mich“, sagt Tomi. Er setzt das Verhältnis zwischen Finnen und Schweden mit dem von Österreichern und Deutschen gleich. „Insgeheim mögen wir uns ja doch irgendwie“, lacht der Finne.

Alles hat seine historischen Gründe Finnland gehörte nämlich bis ins 19. Jahrhundert zu Schweden. Offiziell ist Schwedisch heute noch immer die zweite Amtssprache neben Finnisch, obwohl die „FinnlandSchweden“ nur sechs Prozent der Bevölkerung ausmachen. Sie sind die größte Minderheit in Finnland und haben aufgrund der gesetzlichen Zweisprachigkeit mehr Rechte

als andere Minderheiten wie Russen, Esten und Samen. Die rechtspopulistischen „Wahren Finnen“ rund um Timo Soini, die bei den vergangenen Parlamentswahlen mit 20 Prozent der Stimmen drittstärkste Kraft wurden, wollen das verpflichtende Schwedischlernen abschaffen. Das gefällt Arttu, deshalb hat er auch die „Wahren Finnen“ gewählt. Noch sitzt Soinis Partei nicht in der Regierung. Arttu ist aber überzeugt, dass das bei der nächsten Wahl passieren wird – damit könnte das „Zwangsschwedisch“, wie es von manchen finnischen Schülern verächtlich bezeichnet wird, in Finnland Geschichte sein. Ein Verlust der sprachlichen Vielfalt könnte die Folge sein. Standler Arttu interessiert das nicht, ihm geht es um Gerechtigkeit für Finnen. „Es ist einfach unfair, dass wir noch immer Schwedisch lernen müssen, während in Schweden kaum wer Finnisch lernen muss. Das muss sich einfach ändern“, sagt Arttu, bevor er sich wieder seinem Stand widmet.

Vorzeigeunternehmen Nokia ­kriselt stark Bei einem Besuch der Nokia-Zentrale in der Helsinki-Vorstadt Espoo

Der finnische Bildungsexodus

Tausende gut ausgebildete Finnen ver­ lieren ihre Jobs.

KLIPP März 2012

Die Tourismusstudentin Mari will auch nach London: Dort leben bereits 30.000 Finnen.

In einer Bar im trendigen Designerviertel, wo heuer die „World Design Capital Helsinki 2012“ mit vielen neuen Geschäften und Galerien zelebriert wird, komme ich mit Mari ins Gespräch, einer rothaarigen, schick gekleideten Tourismusstudentin, die gerade einen Master macht und künftig in London ar-

beiten will. Mari ist keine typische schweigsame Finnin, sie redet gerne und viel. Sie erzählt, warum sie Helsinki und Finnland verlassen will. „Es tut sich zu wenig bei uns. Wir haben immer mehr Rassismus in Finnland. Es gibt keine Jobs für uns Junge, gleichzeitig ist unsere Gesellschaft überaltert. Und leider tut die Politik nichts dagegen, die ist zurzeit eine ziemliche Enttäuschung.“ Mari ist eine von zwölftausend meist gut ausgebildeten Finnen, die jährlich das Land verlassen. Ihre Ziele sind meist Schweden und Norwegen, aber auch die USA, Russland und sogar Australien. Für qualifizierte Junge wird Großbritannien immer begehrter – dort leben bereits 30.000 Finnen, der Großteil von ihnen in London. Insgesamt leben mehr als eine Million Finnen im Ausland, besonders viele davon in Schweden, wo die Anzahl der „Schwedenfinnen“ bereits über eine halbe Million beträgt. Eine weitere begehrte Destination für Finnen ist Thailand – aber nur als Urlaubsziel, das sogar populärer als Spanien ist. Viele Finnen verbringen ihren Urlaub aber auch daheim in ihren zahllosen Ferienhütten – inklusive ihrer geliebten Sauna. Mari verabschiedet sich nach einiger Zeit von mir, um an ihrer finalen Masterarbeit zu schreiben – dann geht es für sie schon nach London zu Bewerbungsgesprächen. Bevor sie geht, frage ich sie, ob sie irgendwann nach Finnland zurückkehren wird. „Ich glaube nicht. Im Ausland habe ich einfach mehr Möglichkeiten. Helsinki und Finnland sind mir zu klein geworden“, sagt sie – und geht nachdenklich über den Hauptmarktplatz ihrer Heimatstadt. v 47


urlaubstipps

Action-Kurzurlaub in Saalfelden

Zu Pfingsten (25.–27. Mai 2012) feiert das Hotel Gut Brandlhof in Saalfelden im Salzburger Land den 30. Geburtstag und lässt seine Gäste actionreich, wie es sich für das 4-Sterne-superior-Hotel mit seinem 450 Hektar Freigelände und eigenem 18-Loch-Golfplatz gehört, mitfeiern. Offroad- und Kart-Fahren sind genauso Programmpunkte wie Fahrtechniktrainings im angrenzenden Brandl-

hof ÖAMTC-Fahrtechnikzentrum. Klettern im Hochseilgarten, der 3D-Jagdbogen-Parcours und Golfen am eigenen 18-Loch-Championship-Course Gut Brandlhof stehen zur Wahl. Das Geburtstagspackage mit 2 Übernachtungen kostet EUR 256,– pro Person. Eine Verlängerung ist möglich. Infos: Tel.: 06582/ 7800-0 www.brandlhof.com

Foto: Sattlerhof

Urlau b

Foto: Archiv Salzburgerhof

Foto: Steiermark Tourismus/ Gery Wolf

Schmerz lass nach im Salzburgerhof Das 5-Sterne-Wellness-Hotel Salzburgerhof im Salzburger Land ist der würdige Rahmen für das neue Kompetenzzentrum für „Schmerzfrei-Therapie“ nach Liebscher-Bracht. Damit gibt es für viele Menschen, deren Leben durch beständigen Schmerz beeinträchtigt ist, nun ein attrak-

tives Ziel in einer der schönsten Regionen des Salzburger Landes, um genussvolle Ferien perfekt mit nachhaltigen Therapien und wirkungsvoller Prävention zu verbinden. Infos: Tel.: 06542/ 765 www.salzburgerhof.at

Foto: Alpenwelt Karwendel

Ostern in der Zugspitz-Region Foto: Mario Rabensteiner

Der Schatz von Meister Lampe steht im Mittelpunkt von Deutschlands höchster Eier-Suche (2.244 m), denn wer das funkelnde Oval unter den vielen Oster-Leckereien findet, die rund um die urige Berggaststätte der Karwendelbahn versteckt sind, wird mit einer Überraschung belohnt. Nicht weniger bunt geht es in Grainau und GarmischPartenkirchen zu. Am Fuße der Zug-

spitze sorgen nicht nur Eier, sondern vor allem Halbwüchsige für farbenfrohe Erscheinungen. Das Zugspitzplatt verwandelt sich in eine lebhafte Fun-Arena mit buntem Programm vom Profi-Coaching über Fotoshootings bis zum gemütlichen Grill & Chill. Infos: Tel.: 08841/ 6141-0 www.zugspitz-region.de


Was hier grünt und blüht, ist das Geheimnis der Wilden Hexe. Doch sie teilt ihr Wissen gerne mit kleinen und großen Zauberlehrlingen, bei spannend-lustigen Kochkursen am Sattlerhof in der Südsteiermark. Das Weingut & Genießerhotel Sattlerhof ist weithin bekannt für seine Hauben-Schmankerl von Hannes Sattler; seine Lebenspartnerin Brigitte spürt

Auf den Spuren wilder Tiere im Bayerischen Wald

in ihrer Kräuterwerkstatt als „Wilde Hexe“ dem vergessenen Wissen ihrer Ahnfrauen nach. Bei den Sommerkochkursen unter dem Motto „Küchenfee & Küchenmeister“ finden Eltern mit ihren Kindern gemeinsam neuen Spaß am Zubereiten. Infos: Tel. 03453/ 4454-0 www.sattlerhof.at

bsti pps

Das 4-Sterne-Hotel Pausnhof liegt direkt am ältesten Nationalpark Deutschlands, in St. Oswald im Bayerischen Wald. Den Gästen des 4-Sterne-Hotels, die seine konsequente ökologische Ausrichtung schätzen, beschert diese Nähe die Möglichkeit zu einzigartigen Begegnungen mit unberührter Natur. Im 200 Hektar großen

Ostern im steirischen Thermenland Die Steirer sind auch in der Osterzeit auf Tour und nutzen die Angebote in den Thermen. In der H2O-Therme etwa – besonders Kinder sind hier sehr willkommen – gibt’s eine eigene Osterhasen-Rallye mit Rätseln und Spielen für die Kleinen. Ganz im Zeichen des Brauchtums steht wiederum das Rogner Bad Blumau. Nach Osterweihe und Jause bietet sich ein Spaziergang im idyllischen Thermenpark zum Weidendom an, während die Kleinen eine Ostereiersuche am Dorfplatz erwartet. Am Karsamstag (7. April) findet in der Heiltherme Bad Waltersdorf der bereits traditionelle Feuerlauf im Freibereich des QuellenhotelParks statt, dessen Höhepunkt am Abend der Lauf über die Feuerglut bildet. Und

weil Ostern auch mit Geschenken zu tun hat: Spezielle Ostergrüße kann man mit Wertgutscheinen der Therme Loipersdorf verschenken. Noch bis zum 7. April erhält man beim Kauf von Gutscheinen im Wert von 50 Euro einen Bonusgutschein im Wert von 5 Euro dazu. Ein besonderes Oster-Angebot hält das Vitalhotel der Parktherme Bad Radkersburg für seine Gäste bereit: Bereits ab 262,50 Euro pro Person im Doppelzimmer (inkl. Frühstück, Halbpension, Parkthermeneintritte, Osternesterlsuchen für Kids und einer Tanzparty mit Konzert) genießt man eine belebende Auszeit. Infos: Tel.: 03385/ 66040 www.thermenland.at

Romantik-Spa über den Dächern Merans Familie Waldners 4-Sterne-S-Genießerhotel la maiena Life Resort in Marling bei Meran zählt seit Jahren zu den Aushängeschildern der Südtiroler Spitzenhotellerie. So genießt man beispielsweise in der brandneuen „Privat Spa Suite Emilia“ sämtliche Körperanwendungen, Bäder und Massagen in trauter Zwei-

samkeit. Die kuschelige Ausstattung reicht von der Massagelounge über Luxus-Doppelwanne, Privaterlebnis-Sauna, Kuschelwasserbett, Erlebnisdusche, Flatscreen-Großflächenbildschirm bis zum idyllischen Liebesgarten im Freien. Infos: Tel. 0039/ 0473/ 44 70 00 www.lamaiena.it

Tier-Freigelände kann man die Wildtiere im Winter besonders gut beobachten, da das Laub als Deckung fehlt. Insgesamt zehn Kilometer Wanderwege sind dort geräumt und gestreut, 45 heimische Tierarten leben in weitläufigen Landschaftsgehegen. Infos: Tel.: 0049 (0)8552/ 40886-0 www.pausnhof.de

Golfen im Südtiroler Blütenmeer Im März startet im südtirolerischen Lana (bei Meran) wieder die Golfsaison. Malerische Obstwiesen bilden die Bilderbuch-Kulisse für erste Golfrunden auf dem Golfplatz Lana, während von den umliegenden Dreitausendern noch das Eis herunterblitzt. Nur fünf Minuten von dem beliebten 9-LochGolfplatz entfernt, ist das 4-SterneHotel Schwarzschmied eine Wohlfühl­ oase mit Full Service für Golfer. Die

Gäste profitieren von 20 % GreenfeeErmäßigung und praktischen Vorreservierungen von Abschlagzeiten. Außerdem gibt’s die beliebte Golfcard für die ganze Familie: Paare bzw. Eltern und ihre Kinder erhalten damit um nur 210 Euro vier Greenfees für alle Golf-in-Südtirol-Plätze. Infos: Tel.: 0039/0473/ 56 28 00 www.schwarzschmied.com

Die Kids als „Ostergeschenk“ Bestens präparierte Abfahrten direkt vor der Hoteltüre, den Skiverleih im Hotel, eine Gourmetküche, die ihresgleichen sucht, gute Stimmung am „unterirdischen Dorfplatz“ mit Bar und Weinkeller und im Wellness- und Spa­ bereich die Muskeln auslockern. Die Lage des Alpinen-Lifestyle-Hotels Tan-

nenhof im Alpendorf ist exponiert – nur 10 Schritte zur Gondelstation. FamilienTipp: Kinder ab Jahrgang 2006 urlauben komplett kostenlos. Zusätzlich ist mit der Osterfamilienaktion der Skipass für Kinder ab Jahrgang 1996 gratis. Infos: Tel.: 06412/ 5231-0 www.hotel-tannenhof.at

urlaubstipps

Kinderkochkurse in der Südsteiermark


Bücher Gebaute Gebete Constantin Gegenhuber Verlag Anton Pustet

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sterreich ist von seinen Kirchenbauten geprägt. Diese bilden das Zentrum der Gemeinschaft. Die große Zahl derer, die zwischen 1990 und 2011 entstanden sind, beschreibt der ­Autor gekonnt und pointiert … Die kleine Spinne Widerlich Diana Amft Baumhaus

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ie kleine Spinne Widerlich macht sich eines Tages auf den Weg, um herauszufinden, warum die Menschen Angst vor ihr haben …

CD-Tipps ABBA – Die Audiostory Lübbe Audio Michael Herden liest erstmals in deutscher Sprache als Hörbuch über den Aufstieg der vier schwedischen Ausnahmekünstler zu einer der erfolgreichsten Bands der Welt, begleitet von Musik und vielen Originaltönen. Detailliert wird geschildert, wie sie weltweit die Charts stürmen und die Popmusik der 70er nachhaltig verändern. Die Audiostory unterhält und überrascht und wird auch eingefleischten Anhängern neue Erkenntnisse bringen.

David Baldacci: „Auf Bewährung“, Gelesen von Sabina Godec, Lübbe Audio Mace Perry war mit Herz und Seele Polizistin in Washington, D.C., bis sie durch einen missglückten Undercovereinsatz alles verlor. Jetzt ist die junge Frau zurück – und getrieben von dem Ziel, wieder in den Dienst aufgenommen zu werden. Als eine prominente Anwältin ermordet wird, wittert sie ihre Chance. Doch was zunächst wie ein normaler Mordfall aussieht, nimmt bald eine unerwartete Wendung …

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Die Alchemie der Gefühle Daniel J. Siegel Kailash

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eiden Sie unter einer quälenden Erinnerung oder Angst, die Sie nicht überwinden können? Fragen Sie sich, warum Sie immer wieder auf dieselbe Weise reagieren? Stecken Sie, Ihr Partner oder Kind in einem scheinbar unlösbaren Konflikt fest? Was, wenn es möglich wäre, solche emotionalen Fallstricke dauerhaft zu überwinden? Cello, stromabwärts Ursula Wiegele Drava

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enn ein Land schrumpft, schrumpft dann auch der Himmel über ihm? „Vater, ich mag deine Suppe nicht“, sagte Luca seit Jahren und dachte still für sich: „Was geht mich deine Heimat an, ich bin hier geboren.“ Am liebs­ten hätte er auch sein Cello schon in den Fluss geworfen und zugesehen, wie es stromabwärts treibt … Das Geheimnis der Frauen Élisa Brune, Yves Ferroul Mosaik

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in authentischer Blick auf das sexuelle Erleben der Frauen. Wer etwas über den weiblichen Orgasmus wissen will, findet im Buch Antworten von Frauen. Freimütig berichten sie in einer Internetstudie über ihre Erfahrungen, Wünsche und Fantasien. Zusammen mit den Studien-Ergebnissen findet sich alles Wissenswerte aus der aktuellen Forschung zum Thema. Unterschätzen Sie nicht meine Boshaftigkeit Karl Schwarzenberg mit Barbara Tóth Residenz Verlag

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Economics – Mit einem Comic zum Wirtschaftswissen Yoram Bauman, Grady Klein Manhattan

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irtschaftstheorie unterhaltsam und leicht verständlich: Im kurzweiligsten Wirtschaftslehrbuch der Welt nimmt „Stand-up-Economist“ Yoram Bauman den Homo oeconomicus unter die Lupe, ohne dass der Spaß zu kurz kommt. Mit pointiertem Witz und treffend in Szene gesetzt von Comic-Künstler Grady Klein. Was Kinder wirklich brauchen Ingrid Kiefer, Karl Zwiauer Kneipp Verlag ieser moderne Ernährungsratgeber richtet sich an alle Eltern, die wissen wollen, was wirklich Sache ist. Er räumt mit verschiedenen Ernährungsmythen auf und zeigt, was Kinder brauchen. Denn: Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, ihre Ernährung soll die körperliche und geistige Entwicklung fördern …

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Wer das Ziel nicht kennt, wird den Weg nicht finden Barbara Prammer Styria premium

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ationalratspräsidentin Barbara Prammer zieht Zwischenbilanz über ihr bisheriges politisches Leben. Entlang ihrer Biografie beschreibt sie ihre Erfahrungen und Begegnungen. Zugleich zieht sie Schlüsse. Sie gibt neue Antworten auf alte, immer gültige Fragen. Allen voran jene, wie Gerechtigkeit in der Gesellschaft hergestellt werden kann. Häuser, die guttun Johannes Kottjé DVA

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r ist einer der schillerndsten Europas: Karl Schwarzenberg, Fürst, Exilant, nach der samtenen Revolution Kabinettchef von Václav Havel, heute Außenminister Tschechiens. Der große Europäer spricht über Politik, Moral und Zukunft unserer Gesellschaft. Scharfe und weitsichtige Analysen der Vergangenheit und der Gegenwart, ein Buch voller Lebensphilosophie.

in Buch, das auf die echten Wohnbedürfnisse vieler Bauherren eingeht. Wohnhäuser in klassischen Bauformen mit Räumen für das unbeschwerte Leben im eigenen Haus; Neubauten und Umbauten in ausführlichen Porträts, alle Projekte mit eindrucksvollen Fotos, textlichen Erläuterungen, technischen Infos und Grundrisszeichnungen im Anhang.

Wie wollen wir leben? Peter Bieri Residenz Verlag

Wie Wunder möglich werden Günter Gunia Herder

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ir wollen über unser Leben selbst bestimmen. Doch was genau bedeutet das? Unser Denken, Fühlen und Tun ergibt sich aus den Bedingungen einer Lebensgeschichte. Was heißt es, dass wir trotzdem Einfluss auf unser Leben nehmen können, sodass es uns nicht einfach nur zustößt?

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ünter Gunia praktiziert und lehrt Traditionelle Chinesische Medizin: mit spektakulären Heilungserfolgen. Im Buch erzählt er von seinen außergewöhnlichen Erfahrungen und von dem unglaublichen Potenzial ­einer Heilkunde jenseits westlicher Apparatemedizin.

KLIPP März 2012


Filme

Unsichtbare Wegbegleiter Viktor W. Ziegler Edition Vicart

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ie helfen und schützen. Für sie gibt es weder Raum noch Zeit. Kein Hier und kein Dort, kein Gestern und kein Morgen. Sie sind der Anfang und das Ende in einem Augenblick. Das Jetzt, in dem wir alle leben. Denn eigentlich sind wir ja auch Engel. So wie Engel ja auch nur Menschen sind. Äsop – Die Fabeln Gisbert Haefs Boje

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ie unterhaltsamen wie lehrreichen Fabeln von Äsop sind heute so aktuell wie eh und je. Mit ihrem liebenswürdigen Spott und prägnanten Witz halten sie uns einen Spiegel vor, in dem wir unsere eigenen Schwächen erkennen können. Die Mütter-Mafia Kerstin Gier Bastei Lübbe

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s gibt sie, die perfekten Mamis und Bilderbuch-Mütter, die sich nur über Kochrezepte, Klavierlehrer und Kinderfrauen austauschen. Doch eigentlich sind sie der Albtraum jeder Vorstadtsiedlung. Dagegen hilft nur eins. Sich zusammenrotten und eine kreative Gegenbewegung gründen: die „Mütter-Mafia“! Ab jetzt müssen sich alle braven Muttertiere warm anziehen … Morgenschwimmer Gerard Donovan Luchterhand

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n diesen 13 Erzählungen schreibt der Ire zum ersten Mal über sein Heimatland und erweist sich als scharfer Beobachter der menschlichen Seele und des modernen Irlands. Er erzählt von Menschen, die mit einem Mal etwas Ungewöhnliches über sich selbst und ihr Leben begreifen und lernen müssen, mit dieser Erkenntnis zu leben. Wer denkt für morgen? Elisabeth von Thadden (Hg.) Herder

K

ein Tag vergeht ohne neue Empfehlungen, das Leben zu ändern; und im Hintergrund laufen die Nachrichten über Ressourcenerschöpfung, zusammenbrechende Staaten, unberechenbare Banken und den Klimawandel. Wer denkt da für morgen? Porträtiert werden 21 Männer und Frauen, deren Projekte und Ideen unsere Zukunft maßgeblich bestimmen könnten.

KLIPP März 2012

Türkisch für Anfänger Komödie Darsteller: Josefine Preuß, Elyas M'Barek, Anna Stieblich, Adnan Maral, Pegah Ferydoni Regie: Bora Dagtekin

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ena Schneider hat es nicht leicht. Vom Leben frustriert und einer anti­autoritären Erziehung „traumatisiert“, wird sie von ihrer Mutter Doris, Psychotherapeutin und Berufsjugendliche, zu einem Urlaubstrip nach Südostasien verdonnert. Bereits im Flugzeug werden Lenas schlimmste Befürchtungen wahr, als sie neben dem wandelnden Testosteronpaket Cem Öztürk sitzen muss. Deutsche Emanzipation trifft auf türkischen Machismo. Die Katastrophe ist perfekt, als die Boeing notwassern muss …  Fotos: 2011 Constantin Film Verleih GmbH / Marco Nagel

Best Exotic Marigold Hotel

Drama, Komödie

Darsteller: Bill Nighy, Maggie Smith, Tom Wilkinson, Dev Patel, Judi Dench Regie: John Madden

Z

u den Leuten, die mit vielen Problemen im Gepäck in der sonnendurchfluteten Metropole Jaipur in der Hoffnung ankommen, dort ein neues Leben beginnen zu können, zählen die verwitwete und mittellose Evelyn, der desillusionierte Graham, ehemals Richter, das ständig streitende Ehepaar Douglas und Jean, außerdem Norman und Madge, die beide passioniert nach einer neuen Liebe suchen, sowie Muriel, die eigentlich in Indien nur eine neue Hüfte bekommen und danach das Land sofort wieder verlassen will … Fotos: 2012 Twentieth Century Fox

Die Tribute von Panem: Tödliche Spiele

Action

Darsteller: Jennifer Lawrence, Josh Hutcherson, Liam Hemsworth, Woody Harrelson, Lenny Kravitz Regie: Gary Ross

U

m seine Macht zu demonstrieren, veranstaltet das Regime jedes Jahr die brutalen „Hungerspiele“: 24 Jugendliche, je ein Mädchen und ein Junge aus Panems zwölf Distrikten, müssen in einem modernen Gladiatorenkampf antreten, den nur einer von ihnen überleben darf. Als ihre kleine Schwester Prim für die Spiele ausgelost wird, nimmt die 16-jährige Katniss freiwillig ihren Platz ein. Der zweite Kandidat aus Katniss' Distrikt ist Peeta, den sie seit ihrer Kindheit kennt … Fotos: Elmo Movieworld Filmverleih 51


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Steiermarkmagazin Klipp 2012/02  

Ausgabe März 2012

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