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POLITIK

Kulturbezirk

10 Gemeindefusion Viele Bürgermeister werden sich wehren

COVER 14 Was wollte er damit? 100.000 Euro Bargeld im Gepäck – steirischer Bürgermeister mit Komplizin in Caracas verhaftet

HINTERGRUND

Seite 14 – Coverstory

I N H A L T

16 Das Martyrium des Lyndon Harris. Er braucht Hilfe Er war Pfarrer in der legendären St. Paul’s Chapel. Er verwandelte sie in eine Oase der Hilfe inmitten der Hölle. Das verzeihen die Kirchenoberen ihm bis heute nicht.

WIRTSCHAFT 20 Fast Forward Award 2011 Der Wirtschaftspreis des Landes für spezielle Innovationen

SONDERTHEMA

Seite 23 - Joanneumsviertel

23 Joanneumsviertel Neuer Kulturbezirk in Graz

– Neuer Kulturbezirk in Graz

AUTO & MOTOR

Seite 34 – Mythos Ferrari

34 Mythos Ferrari Auftritt hunderter Luxusautos am Red-Bull-Ring

LEBEN & LEUTE 40 Es muss nicht immer Paris und Mailand sein Bei Modenschau im St. Veiter Schlössl zeigen steirische Kleidermacher ihre Kreationen

Seite 16 - Das Martyrium des Lyndon Harris. Er braucht Hilfe

42 Was ein Abendessen auslösen kann Golfabschlag vom höchsten Punkt Afrikas! 44 Eine schwimmende Stadt Eine Woche auf der „Allure of the Seas“, dem größten Kreuzfahrtschiff der Welt

STANDARDS 4

Spots

22 Lilly Lotterblume 38 Gesundheit 34 Auto & Motor 47 Golf

Seite 40 - Steirische Kleidermacher haben’s drauf

2

48 Urlaubstipps

Seite 44 – Die ultimative Kreuzfahrt-Versuchung

50 Bücher

KLIPP September/Oktober 2011


Die Masterminds hinter der Megasause SPOTS

... Aufsteirern Das steirische Mega-Event ist die „Kurzfassung“ des Münchner Oktoberfestes in Sachen Volkskultur.

Die Aufsteirern-Erfinder Giuseppe Perna, Astrid Perna-Benzinger, Alexandra Lientscher und Markus Lientscher (v.l.).

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amals, im Jahr 2001, haben wir nicht im Traum daran gedacht, dass es so groß wird“, erzählt Alexandra Lientscher. „Es ist ja jedes Jahr weitergewachsen. Wir – Astrid Perna-Benzinger, Giuseppe Perna, mein Mann Markus und ich – waren damals, im Jahr 2001, alle Studenten, haben uns ge-

kannt und jeder hat schon mit dem Eventbereich etwas zu tun gehabt.“ Astrid Perna-Benzinger kommt aus Wien, wuchs im Mürztal auf, studierte Biologie und Sport: „Wir haben zwei Kinder.“ Ihr Mann, der Kulturmanagement studiert hat, ist in Palermo aufgewachsen und mit 24 in Graz gelandet. Das zweite

Paar des Quartetts sind Alexandra Lientscher und ihr Mann Markus, ein Kärntner. „Wir haben beide in Graz Jus studiert“, so Alexandra Lientscher. Initiator der Megasause Aufsteirern war der damalige FPÖLandeshauptmann-Stellvertreter Leopold Schöggl. „Seine Vorgabe, ein Volkskulturfest zu organisieren. Alle volkskulturellen Verbände, wie Blasmusik, Trachtenvereine usw., sollten eine gemeinsame Plattform bekommen, die es ja so vorher noch nicht gegeben hat. Also haben wir

begonnen, ein Konzept in diese Richtung zu entwickeln – mit Kinderprogramm, Kulinarik und, und. Nach langem Hin und Her ist dann der Name entstanden. Im Jahr 2002 hat es dann das erste Aufsteirern gegeben. Wir haben versucht, es immer auszuweiten, jedoch wollten wir auch immer der Sicherheit gerecht werden und haben auch darauf geachtet, dass sich die Leute auch noch alle Stände anschauen können. Weil ja alles interessant ist. Fünf Jahre, nachdem das Aufsteirern ent-

Arnold Schwarzenegger landet wieder einmal in Graz

Alles muss aber schnell gehen E

s ist immer das gleiche Ritual. Kaum in Graz mit dem Privatjet gelandet, muss alles schnell gehen, denn Arnold Schwarzenegger will bereits am selben Tag wieder weiter, diesmal nach Spanien. Arnold Schwarzenegger, der sein Geburtsland so liebt, so gut in Erinnerung hat, will nur eines nicht: dieses länger genießen. Am 7. Oktober wird um 10 Uhr Vormittag eine überlebensgroße Bronzefigur im Schwarzenegger-Museum in Thal präsentiert. Danach gibt’s ein nettes Festl und schon am Nachmittag will er wieder dahin sein, der Arnold. In der alten Heimat ist’s ihm offensichtlich immer zu eng, er wollte also immer weg, weil es da zu viele Spezln aus JuArnold bewundert seine Gemälde im Museumspark

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gendtagen gibt oder auch Prominente, die ihn alle in Beschlag nehmen wollen. Da findet er es besser, gleich wieder abzurauschen. Dann kann keiner beleidigt sein. Glaubt man der Zeitung „Österreich“, dann hat er jetzt einen neuen Freund: unseren Bundeskanzler Werner Faymann. Dieser, kürzlich bei ihm in Kalifornien gewesen, hat Schwarzenegger zum Opernball eingeladen. Sollte er kommen, dann dürfte er schon über Nacht in Wien bleiben, abgesehen davon, dass dort ja wenige seiner Spezln aus der alten Zeit dabei sein werden. Oder wird Graz doch ein Thema sein? Sollte er seine Flamme nach Österreich mitbringen, mit der er über die Scheidungs-

GAK-Präsident Benni Bittmann wird mit jedem S

Zu Hause leichten Stand F

ußball-Präsidenten stehen aufgrund der Schicksale ihrer Vorgänger bei Sturm und GAK unter gesteigerter Beobachtung, tun sich oft zu Hause in der Familie schwer, ihren „Vogel“ für den Fußball verständlich zu machen. Meist kann die Weiblichkeit mit dem Eiertänzeln und Abbusseln nach Toren so gar nichts anfangen. GAK-Präsident Benni Bittmann hat da zu Hause einen leichten Stand: „Denn sowohl meine Tochter als auch meine Frau sind wirkliche Fußball-Fans und freuen sich, dass es für den GAK heuer so gut läuft.“ Es gibt einen Sieg nach dem anderen und der GAK ist unangefochtener Tabellenführer. „Im Vergleich zum Vorjahr ist das

ein unglaublicher Start in die Saison“, so Bittmann. Das lockt weit mehr Zuschauer ins Stadion, auch Sponsoren sind jetzt wieder zu begeistern. Der GAK ist dabei, wieder wer zu werden im Fußball. Es gibt eine Hymne, eine neue Zeitung, Fanartikel. Benni Bittmanns Crew – nämlich die Herren Pock, Kolesnik und Aleszeh – leisten gute Arbeit. Doch wie heißt es so schön: Abgerechnet wird erst am Schluss, denn der Meister steigt ja bekanntlich nicht automatisch auf in die Erste Liga. Bittmann vorsichtig: „Und in zwei Spielen um den Aufstieg – da kann auch nach der besten Saison so viel passieren.“ KLIPP September/Oktober 2011


Foto: Asfinag

Den großen Karriere2007 abserviert und mit hohen sprung machte er als Abfertigungen aus der ASFIBüroleiter von LandesNAG entfernt. Seit damals arhauptfrau Waltraud Klasbeitet Franz Lückler wieder in nic. Sie sorgte dafür, dass der Steiermärkischen LandesreFranz Lückler nach Wien gierung als Beamter. In der Verin den Vorstand der ASFI- ASFINAG-Vorkehrskoordination, wie es heißt. standsdirektor NAG aufrückte. Dort leis- DI Franz Lückler Mit Oktober ist Franz Lückler tete er in den Folgejahren wieder zum Auto zurückgeauch gute Arbeit, doch als kehrt. Er ist der neue GeschäftsWerner Faymann kam, erfolgte die führer der Autoclusters in der Steigroße Umfärbelung. Lückler und ei- ermark und folgte damit Karl Pansy, nige Kollegen wurden im Herbst der es dort nur zwei Jahre aushielt.

standen ist, haben wir vier eine Event-Agentur gegründet.“ Auch der „Ballo di Casanova“ trägt zum Beispiel die Handschrift der vier steirischen Masterminds.

Sieg entspannter

Sicher Spruch des Jahres „Wo war mei Leistung?“ Ex-FPÖ-Generalsekretär Walter Meischberger in einem abgehörten Telefonat mit Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser über ein Honorar von mehreren hunderttausend Euro, das er im Zusammenhang mit einem Immobilien-Deal erhalten hat, nicht versteuerte und auf Zypern bankmäßig anlegte.

KLIPP September/Oktober 2011

Ungarn ehrt seinen Konsul Nach den Tiefschlägen und auch Fouls der letzten Monate von Seiten der ermittelnden Justiz im Zusammenhang mit dem GAK-Konkurs vor Jahren natürlich Balsam für die Seele: Der ungarische Honorarkonsul Rudi Roth erhielt vom extra aus Budapest angereisten Staatssekretär eine hohe Auszeichnung an die Brust geheftet. Am Parkett im Grazer Stefaniensaal applaudierten und gratulierten auch Bundespräsident Heinz Fischer, Justizministerin Beatrix Karl im Namen der Regierung und praktisch die gesamte steirische Elite – vom Landeshauptmann über den Grazer Bürgermeister abwärts. In den letzten 18 Jahren hat sich Rudi Roth unterstützt vom Forum Hungaricum Graz stark engagiert, mehr als 200 Stipendien an ungarische und ausländische Studenten ermöglicht, in seiner Brückenfunktion die Sanierung der Raab-Verschmutzung durch die Lederfabriken mit initiiert, bei der Giftschlammkatastrophe eine Hilfskampagne gestartet und zahlreiche wirtschaftliche und kulturelle Kontakte ermöglicht. In seinem Dank ging Roth auch indirekt auf seine Probleme mit der

Foto: Stadt Graz/Fischer

Aufsteirern in der Grazer Innenstadt: Synonym für eine unbeschwerte Mischung aus Volkskultur, guter Stimmung, reichhaltigem Brauchtum und unvergleichlichem Charme.

... Offizierskreuz der Republik Ungarn für Rudi Roth (re.). „Dem Leben vertrauen heißt den Menschen vertrauen.“

GAK-Vergangenheit ein. Er sei von seinem Elternhaus her gewohnt, Verantwortung zu übernehmen, manche Entscheidungen würde man später anders treffen wollen, doch dem Leben zu vertrauen heißt den Menschen zu vertrauen. Im Mittelpunkt des Abends stand der Komponist Franz Liszt, dessen 200. Geburtstag in diesem Jahr die Ungarn ganz groß zelebrieren. Als „Geschenk“ der offiziellen Ungarn an Graz beeindruckten dann die Pannon Philharmoniker aus der Partnerstadt Pécs mit Liszt und Tschaikowsky.

Kein Zauderer Logistikunternehmen Temmel errichtet in Neudorf bei Ilz einen neuen Betriebsstandort. Ein wenig übereilt und mutig erschien das aktuelle Projekt des Logistikspezialisten Temmel (TLC) im Vorfeld. Spätestens beim Spatenstich wurde jedoch klar: wenn Temmel etwas anpeilt, macht er Nägel mit Köpfen und dann geht’s schnell – bereits 2012 wird der Betrieb aufgenommen werden. „Hätten wir lan-

Für Josef Unger, Hansjörg Tutner und Hagen Temmel stehen Präzision und eine rasche Bauzeit im Vordergrund.

ge gezögert, wäre das Projekt in den Kinderschuhen steckengeblieben“, erläutert Hagen Temmel. Vollendet

Humor Ein Patient beschwert sich beim Arzt: „Ich habe noch andere Meinungen eingeholt, aber kein anderer Arzt bestätigt mir Ihre Diagnose.“ „Macht nichts“, sagt der Arzt, „warten wir halt auf die Autopsie …!“ Ein wunderbares Konzert. Als der letzte Ton verklungen ist, setzen alle Leute zum Applaus an, da springt in der ersten Reihe eine Dame auf und ruft in den Saal: „Ist ein Arzt anwesend?“ Betretene Stille. Eine Stimme meldet sich: „Ja, ich bin Arzt, was gibt es denn?“ „War das nicht wunderbar, Herr Kollege?“, sagt die Frau. Ein Mann kommt in ein kirchlich geführtes Spital zu einer Bypassoperation. Die Operation verläuft gut, aber als der Mann aus der Narkose aufwacht, sitzt eine Nonne an seinem Bett und fragt ihn: „Haben Sie eigentlich eine Versicherung, um zu bezahlen?“ „Nein“, sagt der Mann. „Oder zahlen Sie bar?“ „So viel Geld habe ich leider nicht!“ „Haben Sie vielleicht Verwandte, die für Sie zahlen können?“ „Nein“, sagt der Mann, „ich habe leider nur eine ledige Schwester, die ist Nonne wie Sie.“ „Wir sind nicht ledig“, sagt die Nonne, „wir sind mit Gott verheiratet.“ „Gut, in dem Fall schicken Sie die Rechnung meinem Schwager.“

wird das Vorhaben mit 3-stöckigen Büros und einem Verbindungstunnel zum Automobilzulieferer Magna Powertrain (MPT). Für alle, die sich schwertun, sich vorzustellen, was in den Hallen tatsächlich vor sich geht: Vor Ort werden alle Zulieferumfänge der Magna Antriebssysteme abgewickelt. Die neue Logistikhalle soll demnach für noch effizientere Leistung sorgen. Über die Expansion erfreut zeigt sich ebenso die Gemeinde – bis zu 100 Mitarbeiter finden vor Ort eine Beschäftigung. Helmut Dietl

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SPOTS

Faymann wollte ihn nicht


Immer noch gültig

SPOTS

„Hoch vom Dachstein an, wo der Aar noch haust, bis ins Wendenland, am Bett der Sav …

Saubermacher-Chef Hans Roth (links) mit Alfred Kolleritsch: „Zu einer lebenswerten Umwelt gehört auch lesenswerte Literatur.“ Foto: Frankl

Foto: Saubermacher

Saubermacher-Chef Hans Roth initiiert den Literaturpreis ROTAHORN

Engagierter Auftritt der Gruppe Popvox: die Landeshymne einmal ganz anders

Von Michael Schröder

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üngst kam es in der Aula der alten Universität zur Unterzeichnung der „Charta des Zusammenlebens in Vielfalt“. Ungewohnt war nicht das Absingen des Dachstein-Liedes, der Landeshymne, durch die Gruppe Popvox. Sondern fremd waren der jazzige Rhythmus und der geänderte Text: Hoch vom Dachstein an, bis ins Hügelland, an Wäldern reich, und vom Alptal an, das die Mürz durchbraust, bis ins Rebenland, was kommt dem gleich?

Vor allem „weibliche Österreicher“ haben mehr und mehr ein Problem mit der Passage „Heimat bist du großer Söhne“ der Bundeshymne. Es fehlen die Töchter. Die steirische Hymne könnte ein Problem anderer Art bekommen. Denn da heißt es: Hoch vom Dachstein an, wo der Aar noch haust, bis ins Wendenland, am Bett der Sav … Die kleine Ungenauigkeit: Das Wendenland und die Sav gehören schon längst zu Slowenien. 2004 gab es bereits die Initiative, den Text entsprechend anzupassen, es wurde auch die eben genannte

Ex-Estag-Chef überlegt Klage gegen Schachner und Kois:

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arl Maier, bis zum Jahr 2009 Vorstandsvorsitzender in der Energie Steiermark, könnte mit der Entwicklung eigentlich zufrieden sein. Er hat erst jüngst seine beiden Prozesse gegen die STEWEAG wegen Bezahlung des ausstehenden Urlaubs und der Erfolgsprämie gewonnen. Die STEWEAG muss ihm rund 160.000 Euro nachzahlen. Dazu kommen mehr als 100.000 Euro an Prozesskosten für die Energie Steiermark. Sollte diese in die Berufung gehen, wird es noch teurer. Nach der Rücktrittsankündigung von Peter

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Alternative gefunden, geändert wurde allerdings nie etwas. Dazu Bernd Pekari, der Pressesprecher der steirischen Grünen: „Die Grünen würden sich mit Sicherheit nicht gegen eine Änderung stellen.“ Elisabeth Arlt vom Pavel Haus, der Vertreterorganisation der steirischen Slowenen, stößt sich nicht an der Zeile „Bis zum Wendenland am Bett der Sav’“. „Zur damaligen Zeit war der Text ja richtig und heute könnte man doch ein wenig über die Nationalstaatlichkeit hinwegsehen. Schließlich heißt das an die Steiermark angrenzende slowenische Gebiet ˇ auch Stajerska, was auf Slowenisch nichts anderes als Steiermark bedeutet“, so Arlt. Vielleicht sollte man den Text auch nicht als falsch betrachten, sondern als eine Hommage an die Zusammengehörigkeit der Völker, die sich trotz der Verschiebung der Grenzen schließlich nicht verändert haben.

Neue „Blattform“ Hans Roth bewundert und schätzt die Leistung und Aktivitäten von Alfred Kolleritsch, dem Gründer der Literaturzeitschrift „manuskripte“. Publiziert werden dort ausschließlich unveröffentlichte Texte. Schon in der Vergangenheit trat Roth als Sponsor auf. „Mit dem neuen Literaturpreis ,rotahorn‘ möchten wir jungen Literaturschaffenden eine gesellschaftliche Blatt-Form bieten. In der Steiermark gibt es viele Nachwuchstalente, die im Verborgenen schöpferisch tätig sind“, so Hans Roth. Eine Fachjury, bestehend aus Barbara Frischmuth, Univ.-Prof. Kurt Bartsch, Alfred Kolleritsch und Julian Kolleritsch ermittelt die Preisträger. Der erste Preis ist mit 3.000 Euro, der zweite mit 2.000 Euro dotiert. Die Preisträger stehen am 12. Oktober fest und werden am 29. November von Landeshauptmann Franz Voves im Weißen Saal der Grazer Burg ausgezeichnet.

Bilanz sei falsch

Schachner und seinem treuen „Diener“, Vorstandsdirektor Oswin Kois (aus gesundheitlichen Gründen), ist das allerdings offen. Denn Peter Schachner war es, der mit Unterstützung seines „Dieners“ aus persönlichen Ressentiments gegenüber Maier den Prozess erst betrieben hat. Der Vorwurf Maiers: Schachner habe sich in seiner Zeit als provisorischer Vorstandsdirektor – er war es nur ein halbes Jahr – selbst seine anteiligen Urlaubsansprüche ausbezahlt, wiewohl er

schon Wochen vorher in der Energie Steiermark praktisch kaum zu sehen war. Auch die anteilige Erfolgsprämie habe er sich damals praktisch geholt. Maier überlegt nun, Schachner und Kois wegen Bilanzfälschung zu klagen. Sie hätten eine glatte Bilanzfälschung zu verantworten. Das bereits vom Aufsichtsrat der Energie Steiermark seinerzeit bestätigte Halbjahresergebnis von 45 Millionen Euro wurde im Nachhinein durch das Präsidium, dem Schachner vorstand, nach unten korrigiert. Man holte dafür ein Gutachten ein,

in dem Droh-Verluste konstruiert wurden. Damit wollte Schachner verhindern, dass Maier die Erfolgsprämie ausbezahlt bekomme. Das Gericht urteilte darüber: Das sei nicht zulässig gewesen. Maier überlegt nun, die beiden zu klagen, und zwar nach Paragraph 122 im Strafgesetzbuch. Dort heißt es verkürzt formuliert, dass sich ein Unternehmen oder Kaufmann nicht reicher machen darf, als es/er ist, aber auch nicht ärmer. Und die Energie Steiermark hat Letzteres getan. Wer das tut, der ist bis zu einem Jahr mit Gefängnis zu bestrafen oder mit 360 Tagessätzen. KLIPP September/Oktober 2011


der

Spätauf feierte Auszeichnung

„Wir haben es geschafft“ „Unser Großvater und vor allem Vater hätte sich wohl niemals erträumt, dass von der kleinen Tischlerei in Tieschen ausgehend nach St. Anna am Aigen und Halbenrain das Unternehmen Spätauf und mit drei Geschäften sogar nach Wien gehen wird“, stießen die Spätaufs kürzlich mit Gästen auf die Verleihung des Landeswappens an. Man habe es in der Branche geschafft, ist das Familienunternehmen in der Nachbarschaft von Bad Radkersburg heute mit den Marken Ligne Roset, Minotti, Poliform, Varenna und Luxury

Living mit Fendi und Kenzo doch Marktführer im exklusiven Einrichtungshandel in Österreich. 1913 gegründet machen heute die 55 engagierten Mitarbeiter diesen Erfolg möglich. „Das Geheimnis unseres Erfolges sind die Mitarbeiter und ganz einfach die Liebe zum schönen Einrichten und die Freude am Tischlerhandwerk. Das alles gibt eine ausgeklügelte Mischung aus Tradition und Zeitgeist in einer herzlichen Umgebung“, bedanken sich die Spätaufs.

Achtung Baby! Das neue Live-Programm von Michael Mittermeier widmet sich dem härtesten Thema der Welt: Baby! Kinder kriegen ist nichts für Weicheier, denn wenn es dich dann einmal anlächelt, dann kriegst du alles wieder zurück! Mittermeier ist nun selbst PapaMutant geworden und muss nun beim Clash der Kulturen mit denen umgehen, die bis vor kurzem wie er waren: unwissend.

6. März 2012, 20 Uhr, Innsbrucker Olympiahalle, 3. Juli 2012, 20 Uhr, Grazer Stadthalle, 4. u. 5. Juli 2012, 20 Uhr, Wiener Stadthalle www.agentur-hoanzl.at oder 01/ 96096 (ÖTicket)

Reaktionen: office@klippmagazin.at

Bericht übers schöne Mühlviertel von Elisabeth Hewson Es ist erfreulich, dass in der Steiermark über unsere schöne Heimat berichtet wird, jedoch sollte die Recherche stimmen. Bis auf das eine gefällt mir der Bericht gut und gibt alles authentisch wieder. Falsch ist der Ursprung vom Namen des Mühlviertels erklärt. Der Name „Mühlviertel“ stammt nicht, wie man glauben könnte, von vielen Mühlen, sondern die Flüsse „Steinerne Mühl“, „Große“ und „Kleine Mühl“ gaben dem Gebiet den Namen. Deshalb sucht man viele Mühlen auch vergebens, wie im Bericht falsch behauptet wird. Vielleicht auch für einen Mühlviertler von Interesse. Bernhard Ecker

SPOTS

Kapuzenpullis. Die Banker sollen ihre Anzüge und Krawatten den Schülern schenken. Dann würden diese zumindest wissen, was sie später einmal nicht werden wollen. Die Mitglieder der Landesregierung tauschen Kleidung mit den Punks am Hauptplatz. Es würde für das Grazer Stadtbild einiges hermachen, wenn Punks in Steireranzügen und Strenesse-Blusen unter dem Erzherzog Johann sitzen und Bier trinken. Zerrissene Hosen an den Politikern entsprächen

Warum tragen Lehrer keine Hip-Hop-Hosen? Tragen wir eigentlich Kleidung nur, um zu sagen: Seht her, ich gehöre zu dieser Gruppe. Ich persönlich will aber zu keiner Gruppe gehören, in der es Mitglieder wie mich gibt (frei nach Woody Allen). Ich will, dass man an meiner Kleidung nicht sofort erkennt, welchen Job ich habe und wie viel ich verdiene. Nun habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich in vergleichsweise billigen Jeans aussehe, als wäre ich bei der Herstellung mitgewaschen worden. Deshalb bin ich irgendwann wieder zu Levis zurückgekehrt.

Foto: Affonso Gavinha

-Echo

KLIPP September/Oktober 2011

Wenn man sich’s recht überlegt, ist Kleidung eines der langweiligsten Dinge überhaupt. Weil total vorhersehbar. In der Werbeagentur trägt der Chef Designerjeans. Die Bankbeamtin, bei der ich den Überziehungsrahmen aushandle, hat schicke Röcke und Blusen an. Politiker schlüpfen in weiße Hemden und tragen Krawatten, genauso wie Manager. Gähn. Studenten sind nur in Jeans und T-Shirt vorstellbar und der Taxler nur in irgendwas Zerknittertem.

Es wird sehr viel Geld damit gemacht (die Modebranche ist die umsatzstärkste überhaupt), dass die Leute Kleidung kaufen, die sie in Kategorien steckt. Der Medienmensch, der Boss trägt, sieht aus wie ein Medienmensch, der Boss trägt. Das 14-jährige Mädchen, das mit seiner Mutter aus dem H&M kommt, sieht aus wie alle 14-jährigen Mädchen. So richtig öde wird Kleidung als Mode. Alle paar Jahre wird uns Altes als Neues verkauft, nur weil sich niemand mehr erinnern kann. Auf Plakaten und in Zeitungen, überall wird Mode präsentiert und überall sehen alle irgendwie gleich aus. Ich plädiere für einen Rollentausch: Die Lehrer sollen sich endlich wie Hip-Hoper kleiden, mit weiten Jeans, Turnschuhen und

dagegen dem Trash-Charakter ihrer Politik. Aber vielleicht ergäbe sich auch mehr Volksnähe. Meine Bankbeamtin erzählt, dass die Inhaber ganz dicker Konten (meist ältere Leute) häufig in jämmerlichen Klamotten daherkommen. Wenn sie dann nach der attraktivsten Geldanlage gefragt wird, möchte sie am liebsten das Bekleidungsgeschäft ums Eck nennen. Mein Hund findet Kleidung ebenfalls langweilig. Ungeduldig wartet er, während ich mich anziehe. Er selbst ist mit seinem Fellmäntelchen immer passend gekleidet, während ich degenerierter Zweibeiner mich der Jahreszeit anpassen muss. Am liebsten sind mir übrigens Menschen, bei denen einem gar nicht auffällt, wie sie angezogen sind. Weil sie keinen hochgeklappten Polo-Kragen haben, kein edles Tuch um die Schulter (wie Arzt- oder Steuerberatergattinnen), keinen Schal im Sommer und kein silberfarbenes D&G oder Ähnliches auf dem Pullover. Der englische Philosoph Tom Hodgkinson meint, dass wir uns befreien müssen von dem ganzen zivilisatorischen Ballast wie ipad, Flatscreen, Design und Autos. Ich stimme dem zu. Fangen wir bei der Kleidung an. Reinhard Schuch

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AKTUELLES

Der steirischen SPÖ nahestehend: Millionenschwere Gesellschafter schicken Magazin-Baby in Konkurs

Frontal gegen die Wand Sie waren vor drei Jahren ausgezogen, um gegen den „Meinungs-Einheitsbrei“, die Medialmacht der Styria in der Steiermark anzukämpfen: Die Herren Alfred und Gerhard Annawitt, Michael Steinwidder und Wolfgang Hasenhütl gründeten mit kolportierten fünf Millionen Euro im Firmensackl und vollmundig mit viel Tatütata die zwei Mal im Monat erscheinende Zeitschrift Frontal. Am 20. Juli 2011 kam es zum totalen Bauchfleck und verärgerten Gläubigern. Ein Konkurs mit 700.000 Euro Überschuldung! Das Blatt wurde eingestellt.

Verärgerte Gläubiger überlegen Schritte Denn drei der Gesellschafter sind wohlbestallte Euro-Millionäre. „Wenn’s dem nicht zustimmts, dann sperr’ ma zu und kriegt’s eben gar nix“, versuchten die Verantwortlichen mit dem Herausgeber Alfred Annawitt mit einem stillen außergerichtlichen Ausgleich Frontal am Leben zu halten. Die Gläubiger sollten auf 80 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Dieser Versuch ging allerdings völlig in die Hose und es gibt verärgerte Gläubiger, die Schritte überlegen, weil der SPÖnahe geschäftsführende Gesellschafter Alfred Annawitt und auch seine Partner über mehrere Millionen Euro Vermögen verfügen. Wurde da unachtsam eine Überschuldung herbeigeführt?

Besonders gustiös Alfred Annawitt, der Herausgeber, war bis 2008 mit rund 210.000 Euro gut bezahlter Vorstandschef des Leykam-Druckkonzerns (Let’s Print) mit Hauptsitz in Graz. Noch in seiner Zeit wurde der Druckstandort Graz – dieser hatte mehr als 100 Jahre bestanden – aufgegeben, die Produktion vor allem nach Slowenien ausgelagert. In Graz „vernichteten“ Annawitt und Co. damit hunderte qualifizierte Arbeitsplätze. Viele wurden arbeitslos. Mehrheitsgesellschafter des Leykam-Druckkonzerns ist die steirische SPÖ. Auch Landeshauptmann Franz Voves stimmte dieser für die Steiermark verhängnisvollen Strategie zu. Zum Nachfolger von Alfred Anna-

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Die noch bestehende Frontal-Homepage erweckt den Eindruck, also ob Ex-Herausgeber Alfred Annawitt morgen schon wieder starten wollte.

witt an der Let’s-Print-Spitze, mittlerweile der größte heimische Druckkonzern, rückte Michael Steinwidder auf, über lange Zeit die rechte Hand Alfred Annawitts. Nicht überraschend: Herausgeber Annawitt ließ Frontal beim Let’sPrint-Konzern drucken. Sein Freund und Mitgesellschafter Steinwidder ermöglichte dort logischerweise einen Superpreis.

Ein starkes Stück Dennoch kam Frontal in den letzten Monaten der Bezahlung von Abgaben und Druckrechnungen nur noch schleppend oder kaum nach. Bei Konkurseröffnung betrug der Schuldenberg knapp 700.000 Euro. Plötzlich war Feuer am Dach von Let’s Print. Druck-Chef Michael Steinwidder hatte dies zugelassen, obwohl er gleichzeitig Frontal-Gesellschafter war und wissen musste, wie schlecht es Frontal bereits ging. Andere Kunden hätte man bestimmt vor die Tür gesetzt. Die Geschäftsführung mit dem Herausgeber Alfred Annawitt versuchte, vom Ge-

sellschafter-Kollegen Michael Steinwidder einen 80-prozentigen Haircut, sprich Schuldennachlass, zu bekommen. Ein starkes Stück. Steinwidder als Frontal-Miteigentümer erklärte sich befangen und gab die „heiße Kartoffel“ weiter. Die Eigentümer von Let’s Print mit dem Mehrheitsgesellschafter steirische SPÖ stimmten dem geforderten Schuldenverzicht in sechsstelliger Euro-Höhe nicht zu. „Ätsch, nix da“, zeigte Voves den Genossen bildlich gesprochen die lange Nase.

Ein Erklärungsversuch Wie wurden zwei der vier FrontalGesellschafter zu Euro-Millionären? Den gut verdienenden LeykamManagern Alfred Annawitt und Michael Steinwidder – beide aufrechte Sozialdemokraten – gelang vor Jahren der goldene Schnitt. Sie (und noch zwei andere Kollegen) hatten sich durch einen Deal Jahre zuvor Aktien am Leykam-Druckkonzern gesichert. Aufgrund eines geschickten Vertrages wurde es dem Quartett möglich, diese Anteile für rund 23 Millionen Euro zu verkaufen. Ihnen kam dabei zugute, dass in der entscheidenden Phase Franz Voves und Peter Schachner die alten und gut informierten Verhandlungspartner austauschten und dann selbst die Gespräche führten. Einer alten Vertragsgrundlage gemäß hätte der Verkauf Alfred Annawitt und

Michael Steinwidder nur einen Bruchteil der späteren Summe gebracht. Das Ungeschick des Duos

SchachnerVoves führte leider zu einem millionenschweren Verlustgeschäft für die steirische SPÖ. Doch bis heute wagt keiner der Genossen, den beiden dafür auf den Zahn zu fühlen.

Das Gerücht Sozusagen als kleines indirektes Dankeschön dafür hob man – natürlich im Beisein von Parteichef Franz Voves – später Frontal aus der Taufe. Der SPÖ-Chef kam, nicht überraschend, gut und prominent vor, wurde für seine Politik gelobt. Damals sehr zum Missfallen der steirischen ÖVP. Diese ärgerte klarerweise der für Voves entfachte mediale Rückenwind im ambitioniert gemachten Magazin. Doch die Harmonie sollte nur ein Jahr dauern. Da kam es zum Bruch. Der Franz hätte Vereinbarungen nicht gehalten, hielt Frontal-Mitgesellschafter und Bruder Gerhard Annawitt mit seiner Enttäuschung nicht hinter dem Berg. Es gab das Gerücht von langfristigen Inseraten-Vereinbarungen sowohl mit der Partei als auch mit Unternehmen, wo Voves und Co. Einflussmöglichkeiten hätten. Vor Monaten sahen nun Franz Voves und seine Umgebung bzw. Statthalter den Zahltag gekommen. Nein hieß es zum geforderten 80-prozentigen Schuldennachlass der Genossen. Und damit war Frontal Geschichte und zu einem Flop geworden. Herausgeber Alfred Annawitt, noch im Frühjahr dieses Jahres: „Ich starte jetzt durch!“ Offensichtlich verwechselte er das Brems- mit dem Gaspedal. KLIPP September/Oktober 2011


Steuergeldfresser Schi-WM Schladming 2013

Um 83.000 € Brücke saniert, jetzt abgerissen Von Sylvia Einöder

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ie Schi-WM 2013 in Schladming wird immer mehr zur kostspieligen „Baustelle“ für das Land Steiermark. In und um die WM-Stadt rollen die Bagger um die Wette – die Gesamtkosten mit dem Veranstaltungs- und späteren Kongresszentrum von 2007 bis inklusive 2012 belaufen sich inzwischen auf 145,5 (!) Millionen Euro. Wie sich jetzt abzeichnet, haben die Verantwortlichen das Geld der SteuerzahlerInnen nicht immer sinnvoll ausgegeben … Geradezu schildbürgerhaft mutet es an, dass die Augassenbrücke bei Schladming zwischen 2008 und 2009 um satte 83.000 Euro saniert wurde, um kurz später zugunsten des neuen niveaufreien Anschlusses Schladming-Ost wieder abgerissen zu werden. „Ich habe gewarnt, vor der WM irgendwelche Sanierungsmaßnahmen im Bereich Schladming vorzunehmen, die vielleicht schon

in ein paar Monaten ad absurdum geführt werden, was dann ja der Fall war. Die Beschlüsse kamen Schlag auf Schlag, in so einer Geschwindigkeit ist manches nicht erkennbar gewesen“, erklärt der Schladminger Bürgermeister Jürgen Winter den strategischen Fehler. Von Seiten der Landesbaudirektion heißt es: „Das endgültige Konzept der Stadtgemeinde Schladming hat sich erst spät herauskristallisiert. Wir haben uns zu dem Zeitpunkt für die wirtschaftlichste Lösung entschieden.“ Die Baubezirksleitung Liezen wiederum rechtfertigt den Bauverlauf folgendermaßen: „Die fast 50 Jahre alte Brücke musste dringend saniert werden. Zu dem Zeitpunkt hat niemand gewusst, dass eine Anbindung Schladming-Ost kommen soll und wie diese aussehen wird.“

Firlefanz für gutes Geld Regelmäßig beschließt der Landtag bei seinen „außerplanmäßigen Ausgaben“ zusätzliche Kredite für

Bgm. Winter: „Ich hab‘ davor gewarnt.“

KPÖ-Murgg: „Derartig hohe Kosten für wenige Tage gerechtfertigt?“

die Schi-WM. Nicht nur der Bau, sondern das gesamte Drumherum verschlingt Unsummen. „Warum braucht Schlad­ming das modernste W-LAN Mitteleuropas? Alles muss vom Teuersten und Feinsten sein, während im Sozialbereich geknausert und jeder Cent umgedreht wird“; kritisiert KPÖ-Landtagsabgeordneter Werner Murgg. „Angesichts der gewaltigen Summen muss die Frage erlaubt sein, ob solche Kosten für eine wenige Tage dauernde

Industrie-Präsident PildnerSteinburg: „Wozu ein Kongress-Zentrum?“

Veranstaltung gerechtfertigt sind“, meint Murgg. Bis September 2012 sollen alle Bautätigkeiten beendet sein – erst dann wird sich zeigen, wie viel das WM-Spektakel tatsächlich kostet. Bei so viel Pleiten, Pech und Pannen im Voraus bleibt nur zu hoffen, dass die österreichischen Schi­stars mit ihren Leistungen nicht auch noch für lange Gesichter sorgen. v

So individuell wie Unternehmen und Mitarbeiter: Die Betriebliche Vorsorge.

Die Zukunft kommt schneller als man denkt. Deshalb ist es wichtig, sich richtig darauf vorzubereiten. Die Betriebliche Vorsorge von Raiffeisen bietet Ihnen die Möglichkeit, Ihre Mitarbeiter, Ihr Unternehmen und Sie selbst gleichermaßen gut abzusichern. Informationen dazu in Ihrer Raiffeisenbank und unter www.raiffeisen.at/steiermark

KLIPP September/Oktober 2011

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ie Skandale seiner Regierungsjahre haben ihn eingeholt, daher musste Wolfgang Schüssel auch sein Nationalratsmandat blitzartig zurücklegen. Seinerzeit gefeiert in der ÖVP, muss der Kanzler außer Dienst heute damit fertig werden, dass die ÖVP als Regierungspartei nun im Sumpf von Korruption und Günstlingswirtschaft versinkt und ihr die Wähler davonlaufen. Denn niemand glaubt Schüssel, dem Sonst-Alleswisser, er habe damals nichts mitbekommen von dem Selbstbedienungsladen, der unter seinen Fittichen entstanden ist. Ausgerechnet er, der schlaue Fuchs, der Machtmechani-

ker, der in jedem Verhandlungspoker die coolsten Bluffs zu landen wusste, sollte von einem Haufen gieriger Parvenus auf Ministerposten getäuscht worden sein, fragt sich Joachim Riedel, politischer Journalist. Schüssels einst gefeierte Reformagenda der Wendejahre steht plötzlich in dem Ruf, einzig und allein der Vorwand für einen schamlosen Beutezug in der Republik gewesen zu sein. Er habe Jörg Haider entzaubert, als er mit diesem eine Koalition einging und die FPÖ damit praktisch zerbrach. Haider gründete bekanntlich ja das BZÖ, ein Teil seiner Getreuen blieb bei der FPÖ. Er habe die SPÖ ins Aus geschickt, ju-

belte man in der ÖVP, als Schüssel durch den zutage getretenen BawagSkandal praktisch als Kanzler unschlagbar galt. Es kam damals ja anders. Gusenbauer schlug ihn dennoch, Schüssel musste zurücktreten. Mit seinem Rücktritt als Nationalratsabgeordneter hat er sich nun selbst entzaubert. Schüssel erlaubte einer hungrigen Meute von jungen FPÖ-Politikern den Staat auszuplündern. Er will das Treiben dieser Glücksritter übersehen haben. Wie ein Autofahrer, der weiß, dass er die Stopp-Tafel ein wenig überfahren hat, aber so tut, also wäre er ohnehin ganz korrekt stehen geblieben. O

Foto: Manfred Werner - Tsui

POLITIK

Schüssel als Entzauberer entzaubert

... er galt als Kanzler unantastbar, ließ aber schamlosen Beutezug in der Republik zu.

Vom ersten Genossen im Stich gelassen SPÖ-Chef Franz Voves nach Schussattentat an Straner: „Werde dir immer helfen.“ Fohnsdorf dank Voves nun „SPÖfrei“.

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ohann Straner hat bekanntlich bei der Gemeinderatswahl in Fohnsdorf kräftig Federn lassen müssen. Er verlor 16 Prozent, hält aber mit 55 Prozent der Stimmen dennoch die absolute Mehrheit. Geträumt hat er von einem „7er“, also von mehr als 70 Prozent der Stimmen. Straner hat ja mit der „Liste Hans“ kandidiert, die SPÖ als Partei erstmals in Fohnsdorf überhaupt nicht, weil ja Parteichef Franz Voves Straner fallen ließ und eine

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Steirische SPÖ ließ Johann Straner „badengehen“. Dennoch schaffte er mit „Liste Hans“ die absolute Mehrheit.

Kandidatur unter SPÖ verboten hat. Wegen seiner „Misswirtschaft“ beim Bau und in der Führung der Therme Aqua Lux. Das möge der Fall gewesen sein, doch Voves habe Straner nach dessen schwerer Verletzung durch ein Schussattentat eines Gemeindebürgers versichert, er stehe beim Bau der Therme voll hinter ihm. Und gemeinsam werde man

das durchziehen. Vor der Landtagswahl ist Voves vom jetzigen Reformpartner ÖVP sogar wegen seiner Weisungen bei der Vergabe der Geldmittel bei der Staatsanwaltschaft angezeigt worden. Jetzt will der Reformpartner ÖVP am liebsten kein Wort mehr darüber verlieren, es ist ihm peinlich und auch dem Staatsanwalt wird signalisiert: „Wo kein Kläger, da kein Richter.“ Man wolle da nicht weiter bohren. Für die Voves-SPÖ wird sich dessen Haltung erst bei den kommenden Wahlen auf überregionaler Ebene auswirken. Denn auch jene Fohnsdorfer,

die Straner nicht gewählt haben, fühlen sich vom Land „allein gelassen“ und werden sicher nicht mehr die SPÖ in der Wahlzelle ankreuzen. Bei Projekten für die Infrastruktur ist es nun einmal so, dass es Jahre dauert, bis diese einigermaßen auch finanziell den gewünschten Erfolg bringen. So hätte das Vivarium, das jetzt sogar geschlossen werden musste, Millionen Euro verschlungen und auch das Europeum in Mariazell bringe in jedem Monat Riesenverluste. Darüber gäbe es jetzt in der Reformpartnerschaft Stillschweigen, ärgert man sich in Fohnsdorf.

Fort, nur fort Nur noch 26 Prozent der Österreicher interessieren sich laut IMASUmfrage für das innenpolitische Geschehen. Vor zehn Jahren waren es noch doppelt so viele. Wen wundert das wirklich? Flachmänner an der Spitze der meisten Parteien, Stillstand bei allen Reformvorhaben und jetzt die Enttäuschung darüber, dass jene schwarz-blaue Koalition, die eine „Wende“ versprach, sich jetzt hauptsächlich als ein Paradies für eine freche Mitschneider-Partie herausgestellt hat. Logisch, dass diejenigen, die damals auf die Blender hereinfielen, jetzt sagen: Fort, nur fort von der Politik KLIPP September/Oktober 2011


KLAR

In Graz – Rot in Not

auch Präsidentin der steirischen Volkshilfe – in die Volkshilfe geholt. Schröcks Mann führt in Graz eine Werbeagentur und hat, nicht überraschend, natürlich beste Kontakte zur SPÖ. In ihrem ersten Jahr als Sozialstadträtin in Graz ist es Schröck noch nicht gelungen, mit wirklich richtungsweisenden Projekten und Ideen außerhalb der SP-Wähler Gehör zu finden. Nach dem Rückzug von Edmund Müller hofft die Grazer SPÖ wieder einmal, dass Ruhe in der Partei einkehrt. Es liegt an der 34-jährigen Neoparteichefin der Grazer SPÖ selbst, ihre Chance zu nützen. ÖVP, Grüne und FPÖ liegen in der Gunst der Grazer weit vor der SPÖ. So gesehen kann es ja nur besser

werden. Darauf hoffte auch der jüngst zurückgetretene Edmund Müller – vergeblich. Frauen, die es in der männerdominierten Politik ganz nach oben schaffen, gelten als extrem ehrgeizig und leistungswillig. Das könnte der Grazer SPÖ helfen, die ja auch, was ihre Organisationskraft betrifft, in den Stadtbezirken ganz arg schwächelt. Und funktioniert es an der Basis, dann kommt auch bei Wahlen wieder der Erfolg. Das gilt zumindest traditionell für die SPÖ. Als Vorsitzender der Frauen in Graz ist Martina Schröck intern mit ihrer Art bereits einiges gelungen. Es gibt Konzepte, die bis zur nächsten Wahl im Jahr 2013 der SPÖ Sympathien und mehr Wähler bringen sollen. Als neue Parteiche-

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n diesem Fall ist es mit Martina Schröck wieder eine Frau. Die desaströsen Wahlergebnisse der einst so stolzen Grazer SPÖ – sie sackte von 40 auf 20 Prozent in der Wählergunst ab – lösten in den letzten Jahren mehrere Personalrochaden an der Parteispitze aus. Und jede war von heftigen Lagerkämpfen und Sturmwellen begleitet. Im Sog dieser Ereignisse schwemmte es auch die wenig profilierte Martina Schröck nach oben. Sie ist die Schwiegertochter des heutigen Ersten Landtagspräsidenten und früheren Landesrates Manfred Wegscheider. Dieser kommt wie sie aus Kapfenberg. Die studierte Soziologin wurde von der früheren SPÖFrauenchefin Barbara Gross – sie ist

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Der Nächste, bitte …!

Grazer Neo-Parteichefin Martina Schröck: Mit Frauen-Hausmacht könnte es funktionieren.

fin hat Martina Schröck etwas, was Edmund Müller fehlte: eine Hausmacht, nämlich die Frauen. Und die wollen, gleich wie die Grünen in Graz, eine Frau an der Spitze im Rathaus sehen.

+ KLAR Blau-Schwarzer Sumpf Er war der größte Blender, der seine Anhänger und Unterstützer hinters Licht geführt hat. „Der Saustall gehört ausgemistet“, versprach der verstorbene FPÖ- und BZÖ-Chef und Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider seinen Wählern und dem kleinen Mann auf der Straße. Und sie glaubten ihm gerne. Einen Nachsatz unterließ er allerdings: Der Saustall gehöre ausgemistet, damit sich dort seine Freunde und Spezls einnisten können. 12 Millionen Euro habe der Haider-Freund Dietrich Birnbacher, Steuerberater in Villach, beim Verkauf der Kärntner Hypo als Honorar zugestanden bekommen. Und zwar im Zuge des Verkaufs der Hypo Alpe Adria an die Bayern LB. Es waren Jörg Haider und der Kärntner Landesrater Josef Martinz – er ist auch Kärntner ÖVP-Chef –, die dieses Honorar Birnbacher zuschanzten und ihn mit der Begleitung des Landes beim KLIPP September/Oktober 2011

Hypo-Verkauf sozusagen beauftragten. Birnbacher ist auch privater Steuerberater des Kärntner ÖVPChefs. Dass er sich noch in Kärnten halten kann, ist auf die besonderen Verhältnisse dort zurückzuführen. Besonders pikant, dass Martinz als Funktionär der Kärntner Landesholding nun unverfroren dafür eintritt, das Honorar von Birnbacher zurückzufordern, wie er in einem „Kurier“-Gespräch behauptet. Es gibt klarerweise aber starke Indizien dafür, dass man gegen Martinz selbst vorgehen sollte. In einem Gerichtsprozess hat nun ein unabhängiger deutscher Gerichtsgutachter – sein Name ist Frank A. Schäfer – festgestellt, dass Birnbacher’s Honorar im Zusammenhang mit der Hypo maximal 200.000 Euro ausmachen hätte dürfen. Es war also 30 Mal zu hoch. Diese Feststellung führte nun dazu, dass Birnbacher selbst auspackt.

Bildhaft schilderte Birnbacher den 11. März 2008, an dem sein Honorar halbiert wurde: „Dr. Haider hat mich gefragt: Birni, wir können dir die 12 Millionen nicht zahlen. Bist du mit 6 auch zufrieden?“ Birnbacher habe ja gesagt, er hätte es übrigens auch billiger geben auf die Frage, ob er auch mit einem niedriger, etwa 2 Millionen Euro, zufrieden gewesen wäre: „Ja, aber mich hat niemand gefragt.“ Er habe auch gegenüber Haider einmal festgestellt, dass das eigentlich sehr viel Geld sei, das er erhalten würde, gibt Birnbacher weiter an. Dieser meinte, er solle sich keine Sorgen machen, das Geschäft laufe ohnehin gut. Parteienfinanzierung via Honorar bestreitet der pensionierte Steuerberater vor der Justiz: „Das gesamte Honorar ist nur zu mir gekommen.“ (Und zum Finanzamt) Sein Anwalt ergänzt, dass auch nichts an Dritte weitergeleitet wurde. So ganz ne-

So sah er sich gern: als Staatsmann. Er wollte den „Saustall“ der Alt-Parteien ausmisten und hinterließ einen noch schlimmeren.

benbei gibt es weiteren Sprengstoff in dieser Sache, denn der Gegenbrief über das Honorar wurde nicht im April 2007 unterfertigt, sondern nachträglich erst im Februar 2008. Damit kam es zu einem Trick, das Honorar wurde nicht vom Land Kärnten bezahlt oder von der Kärntner Hypo, sondern wurde einfach auf die KLH, die Kärntner Landes Holding, übergewälzt. Diese Tatsache birgt viel Brennstoff in sich und wird weitere politische Konsequenzen in Kärnten auslösen.

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KLAR & KLIPP

Spendabel: 23 Mio. für Berater Die rot-schwarze Reformpartnerschaft macht es SPÖ und ÖVP viel leichter, Unangenehmes zuzudecken. Noch vor einem Jahr hätte das Prüfungsergebnis des Landesrechnungshofes über die Berateraufträge und -vergabe im Land für wüste Attacken zwischen Franz Voves und Hermann Schützenhöfer gesorgt. Jetzt herrscht Friedhofsstille ob dieser Dinge. Obwohl es Millionen Euro gibt, die da an Honoraren für externe Berater bezahlt wurden, finden weder Voves noch Schützenhöfer ein Haar in der Berater-Suppe.

Ein Beispiel gefällig Da würden 540.000 Euro ausbezahlt, ohne dass es eine schriftliche Zustimmung des Landes gibt. Das vorherige Ansuchen um Förderung für die dann bezahlte Tätigkeit wurde sogar abgelehnt. In einem anderen Fall (es handelt sich um den Soziallandesrat außer Dienst Kurt Flecker) wurden insgesamt 900.000 Euro bezahlt, ohne Beschluss der Landesregierung. Der Trick, mit dem Flecker das über die Bühne

brachte: 30.000 Euro – über diese Summe kann jeder Landesrat ohne Regierungsbeschluss ausbezahlen, muss die Regierung nicht informiert werden. Flecker tat dies etwa 30 Mal und konnte so diesen Auftrag an der Regierung vorbeischleusen. Grüne, Kommunisten und FPÖ tun sich im Landtag schwer, diese schwarz-rote Vertuschungsphalanx aufzubrechen und in der Öffentlichkeit dafür Gehör zu finden.

Nicht ganz ernst gemeint Um da mehr Stimmung zu erzeugen, sollten sich die Minderheitsparteien der PR-Agentur von Herrn Hochegger bedienen. Er hat Erfahrung im politischen Lobbying, nur dürften seine Honorarvorstellungen für die Kleinparteien im Landtag doch zu fürstlich sein. Von 2005 bis 2010 allein wurden 23 Millionen Euro an Beraterhonoraren vom Land ausbezahlt.

2.000 weniger Landesbeamte auch

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Menschenrechtsbeirat fast arbeitslos

Aber nicht, weil nichts zu tun wäre Nutzung des öffentlichen Raumes“, meint der Vorsitzende des Menschenrechtsbeirates und angesehene Menschenrechtsvertreter Wolfgang Benedek. Allerdings werde man von der Stadtregierung kaum beachtet, so Benedek weiter. „Normalerweise nimmt man an, wenn eine Stadt einen Beirat einrichtet, will sie auch beraten werden. Bei uns hat man aber das Gefühl, dass man eher eine Ruh` haben will. Die Politiker sind zufrieden wenn es einmal im Jahr einen Menschenrechtsbeirat gibt. Und sonst braucht man uns eh nicht.“ Eine sehr dürftige Zehnjahresbilanz für die erste Menschenrechtsstadt Europas.

+ KLAR

Gemeinde-Fusionen wichtig Gemeinden gibt es in der Steiermark. Wie viele es nach dem Diskussionsprozess im Jahr 2013 sein werden, die sich dann 2015 zusammenschließen wollen, weiß heute niemand. Auch wenn Franz Voves und Hermann Schützenhöfer bei den Bürgermeisterkonferenzen betonen, „Ein Drüberfahren gibt’s nicht“, ist klar, dass der politische Druck auf Unwillige, Widerborstige, Uneinsichtige gewaltig zunehmen wird. Denn über das alles entscheidende Steuerungsinstrument „Bedarfszuweisungen“, also Steuergeld für Investitionen und Vorhaben, in den Gemeinden können diese vom Land her gefügig gemacht werden oder auch einsichtig, um es vornehm zu sagen. Reformen und Zusammenlegungen von Gemeinden hat es wiederholt gegeben. Nach dem Krieg zählte die Steiermark mehr als 1.000 Gemeinden. Vom Zentrum an den Rand gedrückt zu werden – diese Sorge quält nicht nur die Bürgermeister von

Graz trägt seit dem einstimmigen Gemeinderatsbeschluss vom 8. Februar 2001 den Titel „Stadt der Menschenrechte“. Fortan sollten alle Beschlüsse unter der Berücksichtigung der allgemein gültigen Menschenrechte getroffen werden. Der damals eingerichtete Menschenrechtsbeirat hat allerdings bis heute nicht viel zu tun. Dabei gäbe es viele Bereiche bei denen der Beirat aktiv werden könnte. „Sämtliche Probleme bei denen es um Zusammenleben in der Stadt geht, Migration, Integration, Drogenproblematik und die

Kleingemeinden. Denn es war kein Zufall, dass sich auch die kleinsten Gemeinden in der Süd- und Oststeiermark in den letzten Jahrzehnten zu wahren Schmuckkästchen gemausert haben. Doch es kam auch zu Auswüchsen, indem kleinste Gemeinden über viele öffentliche Einrichtungen verfügen, die kaum genützt werden – ob das ein Musikheim ist, ein Feuerwehrheim, ein Veranstaltungssaal, eine Schule, ein Kindergarten oder ein Festsaal, und, und, und. Nicht das Erbauen dieser Einrichtungen ist das Problem, sondern die Kosten für den Betrieb. Dass es Einsparpotenzial in den Gemeinden gibt, und zwar beträchtliches, das ist unbestritten. Größere – also bevölkerungsreiche – Gemeinden, so die Argumente von Voves und Schützenhöfer, erhalten zudem einfach mehr Mittel aus dem Bundestopf. Stures Blockieren wird daher nicht geduldet in diesem Diskussionsprozess. Die „heilige Kuh“, die steirischen Feuerwehren, wollen

Voves und Schützenhöfer nicht direkt zu Fusionen ermuntern. Aber sind erst einmal die Gemeinden zusammengelegt, dann werden sich auch die Feuerwehren noch schwerer tun, ihr Kirchturmdenken, das es in vielen der knapp 800 Feuerwehren in der Steiermark gibt, nicht aufzugeben. Was die Fusion bringen wird, weiß heute niemand. Eines scheint sich aber abzuzeichnen: Die Erwartungen in der Öffentlichkeit sind einfach viel zu hoch. Wirklich Geld könnten Einsparungen in der mit mehr als 9.400 Beschäftigten großen Landesregierung bringen. Deren Aufgaben haben sich in den letzten Jahren sicher nicht vergrößert, doch personell ist dort kaum was geschehen. „2.000 Beamte dort weniger“, ätzte vor einiger Zeit der ehemalige Landesrat Gerhard Hirschmann in einer öffentlichen Diskussion, „und die Verwaltung würde sogar besser funktionieren.“ Vorausgesetzt, dass es richtig gemacht wird. Die Zusammenlegung von Bezirkshauptmannschaften ist ein netter Versuch, davon abzulenken, um nicht das große Thema angehen zu müssen. Das würde pro Jahr etwa 50 Millionen Euro an Personalkosten sparen. Für

das Landesbudget wäre das der notwendige Befreiungsschlag.

Bürgermeister Detlev Gruber:

Da steckt viel drin „Entscheidend ist, ob die Bürgermeister in den einzelnen Gemeinden, die fusionieren sollen oder ganz stark kooperieren, miteinander können oder nicht“, sagt Detlev Gruber, mehr als 20 Jahre schon Bürgermeister in Retznei. Er könne sich eine Fusion mit den Nachbargemeinden gut vorstellen – mit Ehrenhausen,

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In Neudau klappt`s auch ohne Charta

Für ein „entspanntes Zusammenleben der Menschen in der Steiermark“ soll die Charta des nun einjährig bestehenden Integrationsressorts sorgen. Darin sind die Ziele der Integrationsarbeit für das kommende Jahrzehnt definiert. „Noch ist die Charta nur ein Blatt Papier, jetzt muss sie mit Leben erfüllt werden“, ist sich SP-Integrationslandesrätin Bettina Vollath der Herausforderungen bewusst. Sie möchte allen (Sozial-)Partnern – das Arbeitsmarktservice, Hochschulen, Religionsgemeinschaften und Einsatzorganisationen – Werkzeuge in die Hand geben, um Konflikte vor Ort zu lösen. Warum die FPÖ bei Wahlslogans wie „Daham statt Islam“ der Charta schon

Dass ein funktionierendes Miteinander vor allem eine Frage des guten Willens aller Beteiligten ist, beweist die Vorzeigegemeinde Neudau im Bezirk Hartberg. Schon seit der Zeit der Monarchie gibt es hier durch die angesiedelte Textilfabrik Borckenstein eine große Einwanderungstradition. „Derzeit leben Menschen aus 21 Nationen und 11 Religionsgemeinschaften in unserer 1310-EinwohnerInnen-Gemeinde“, erzählt Bürgermeister Wolfgang Dolesch. Früher als in anderen Gemeinden stellten sich Politik und Bevölkerung in Neudau den damit verbundenen Herausforderungen: „Wir haben beim Gemeindewohnbau bewusst für einen bunten Mix gesorgt und so der Ghettobildung entgegen gewirkt“, erklärt Dolesch. Schon seit den 1980er Jahren gibt es im Gemeindekindergarten Kinderbetreuung in verschiedenen Sprachen, um 1990 wurden gratis Deutschkurse für alle eingeführt. „Es freut uns

EsEmEs Grazer Herbstmesse

Blick in den Steirischen Herbst In diesem Jahr offenbarte uns der Steirische Herbst Einblicke in Welten die noch nie ein Mensch zuvor gesehen hatte. Nein ganz so extrem ist es nicht allerdings hatte das Motto „Zweite Welten“ schon einen sehr durchdachten und spannenden Hintergrund. Dazu die Intendantin des Steirischen Herbstes Veronca Kaup-Hasler: „Uns geht es um die Frage, ob die vermeintlich reale Welt durch einen Perspektivenwechsel nicht ganz andere Welten offen legt.“ Eine interessante Frage der sich der Höhepunkt des steirischen Kulturjahres verschrieben hat. Eröffnet wurde der „herbst“ mit der Aufführung von Anne Teresa De Keersmaeker und Björn Schmelzer „Cesena“ in der List-Halle. Neben den Theaterstücken sind aber auch wieder viele Ausstellungen über die ganze

Stadt verteilt. Darunter beispielsweise „Plurale Wirklichkeiten“ im Haus der Architektur oder „Irrealigious! Parallelwelt Religion in der Kunst“ im Kulturzentrum bei den Minoriten. Und auch die allseits beliebte Herbst-Bar erwartet ihre Besucher um sie bist spät in die Nacht mit Getränken, Musik und der ein oder anderen spannenden Diskussion bei Laune zu halten. Und wer die übergroßen Leuchtschriften im Festivalbezirk Mariahilfer-Viertel noch nicht gesehen hat sollte unbedingt bis zum 16. Oktober einen Abstecher dort hin machen, denn dann ist der Steirische Herbst auch schon wieder vorbei. Michael Schröder

Gamlitz, Wagna. Unter dem Namen „Gemeinde Weinstraße“ wäre das zum Beispiel eine Idee. Vieles lasse sich machen. Angefangen von der Infrastruktur. In jeder Gemeinde muss ein Gebäude erhalten werden mit Büro, Sekretariat, Kopierer, Telefon usw. Man könnte zu einem System mit Ortsvorstehern wechseln, wo es dann eben in der jeweils aufgelassenen Gemeinde Sprechstunden gibt. Ganz entscheidend sei dann aber der gemeinsame Einkauf, zum Beispiel für den Fuhrpark im Wirtschaftshof, aber auch für andere Dinge. Großes Potenzial gibt’s auch bei der Straßen-

Es hängt viel davon ab, ob die der eine mit dem anderen kann oder nicht.

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beleuchtung, wo man energiesparende Systeme einsetzen können wird, mit denen man dann in wenigen Jahren mit Hunderttausenden Euro die Gemeindebudgets entlasten könnte. Auch in der Raumplanung gibt es Sparpotenzial. Jede Gemeinde leistet sich hier aufgrund der Gesetzeslage Fachleute. Durch die Zusammenlegung entsteht auch wieder mehr Spielraum für Überlegungen: Wo macht man Betriebsansiedlungen und wo wird gewohnt? „Im Detail muss das natürlich genau angeschaut werden, aber man verschweigt, wie gewaltig da die Möglichkeiten sind“, so Detlev Gruber. „Mit dem Geld, das durch die Gemeinsamkeiten eingespart wird, könnte man wieder Investitionen tätigen, die letztendlich dann wieder mehr Geld in die Gemeindekasse spülen.“

Hubert Neuper hat auf der Grazer Herbstmesse die Skisaison eröffnet.Weit und breit ist noch kein Schnee zu sehen in Graz, aber dennoch war die Aktion ein Erfolg. Und auch die neu gestaltete Herbstmesse, die nur für vier Tage angesetzt war, scheint wieder auf dem Weg der Besserung. Das zeigen die gestiegenen Besucherzahlen.

Lebensmittel werden teurer werden Davon ist Werner Lampert, der Biopionier Österreichs, überzeugt. Er ist der Erfinder der Marken „Ja! Natürlich“ und „Zurück zum Ursprung“. Die Zeiten, in denen man 12 Prozent des Einkommens für Nahrungsmittel ausgibt, werden nicht mehr lange andauern.

„Niemand möchte sterben. Und doch ist der Tod das Schicksal, das wir alle teilen. So soll es auch sein: Denn der Tod ist wohl die mit Abstand erfolgreichste Erfindung des Lebens, er ist der Katalysator de Lebens“, erklärt der Buddhist Steve Jobs 2005 bei einem Vortrag vor Studenten der amerikanischen Stanford-Universität. „Lebt man jeden Tag so, als wäre er der letztet, liegt man eines Tages damit richtig.“

Scherben bringen Glück Dieses Sprichwort trifft mehr und mehr auf die 300 Mann starke Binder+Co AG in Gleisdorf zu. Deren Maschinen erkennen etwa Bestandteile von Glas, die mit vl. Reinhold Huber freiem Auge unmöglich sichtbar und Karl Grabner sind. Die Auftragsbücher sind von Binder+CO mit voll. Der jüngste Erfolg, Vorstand dem Open InnovatiKarl Grabner nahm kürzlich den on Award. „Open Innovation Award“ in der Kategorie „Bestes KMU“ in Berlin entgegen.

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im Vorfeld nicht zustimmte, liegt auf der Hand. Auch Grün stimmte nicht zu: Es gäbe zu viel Bürokratie und es fehle an geschützten Räumen für MigrantInnen. Den Worten müssen Taten folgen, mit Initative in den Gemeinden. Viele sind dazu bereits bereit.

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Von Sylvia Einöder

besonders, dass auch jene Frauen, die sonst vor allem daheim bleiben, dieses Angebot wahrnehmen. Die Mehrsprachigkeit der Kinder stellt ein großes Potenzial für unsere Gemeinde dar“, betont der engagierte Politiker. Auch über Vereine wie das Rote Kreuz, die Feuerwehr oder den Fußballverein geht man in Neudau aktiv auf MigrantInnen zu, was gut angenommen wird. In der Kirche gestalten Priester aus drei Nationen ökumenische Gottesdienste. Dolesch erklärt das gelungene Zusammenleben so: „Es braucht nicht immer viel Geld – mit den richtigen Schlüsselpersonen und deren Idealismus lässt sich viel verändern.“ Gleichberechtigung, aber keine Bevorzugung, lautet das Credo der Gemeinde: „Umgekehrt erwarten wir uns von den MigrantInnen auch, dass sie aufgeschlossen sind und ihre Rechte und Pflichten wahrnehmen.“

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Miteinander statt gegeneinander


COVERSTORY

Die scharfen, geschulten Augen der Elitesoldaten am Flughafen Caracas wurden einem steirischen Bürgermeister und seiner Gefährtin zum Verhängnis. Sie nahmen das für sie auffällig nervös wirkende Paar samt deren Gepäck unter die Lupe. Ab in den Röntgenschirm damit – und da wurden sie fündig. Vermeintlich raffiniert versteckt ent14

deckten sie viel Bargeld. Knapp 100.000 Euro. Das Geld wird dem Paar sofort abgenommen. „Por favor“, zu Deutsch: „bitte“, heißt es und verhaftet geht es für die beiden ab ins Gefängnis. Das Geld sind der politisch in seiner Partei sehr ambitionierte Bürgermeister und seine schwer geschockte Begleiterin, eine Geld- und Vermögensberaterin, los. KLIPP September/Oktober 2011


Bürgermeister landete dort in venezuelanischer Gefängniszellen: ohne Schutzgeld-Zahlung lebensgefährlich.

Eines steht bis jetzt fest: Der Bürgermeister und seine Begleiterin reisten als Touristen ein, wollten aber mit dem schwarz eingeführten Geld unerlaubte Geschäfte tätigen. Natürlich ist die Summe verglichen mit den Riesensummen im Drogen-

handel gering, doch am Schwarzmarkt umgetauscht ließe sich damit schon etliches beschaffen. „Man kann ganz gut einkaufen, wenn auch der große Einstieg nicht möglich ist“, erklärt ein Drogenexperte. Der steirische Bürgermeister und seine

Tür stehen, die einem klarmachen, man sollte sich schnell, still und leise von seinem Besitz trennen, sonst … Dem in Gelddingen nicht unerfahrenen Bürgermeister war damit sehr wohl das Risiko seines Handelns bewusst. Sollte die offizielle Version der Österreichischen Botschaft (Datenschutz!) stimmen, dass das verhaftete Paar sich nicht sofort an die heimischen Diplomaten in Caracas um Hilfe wandte, dann liegt der Schluss nahe, dass es in Venezuela auf ein Netzwerk zurückgreifen kann. Man brauche unbedingt einen erfahrenen, meist auch teuren, Anwalt, sonst hätte man keine Chance, bald wieder in Freiheit zu sein, weiß die österreichische Handelsdelegation. Es ist wahnsinnig gefährlich, nach Venezuela Geld, beispielsweise in einem Brustbeutel eingenäht, mit-

Hey, cool bleiben, nicht aufregen! Weil die Österreicher über die Skandale und Korruption in der Politik erbost sind: Vor einem Jahr schied Kolumbiens Präsident Alvaro Uribe aus dem Amt. Die Justiz ermittelt zur Zeit gegen ihn und seine „Hawara“. Erst kürzlich wurde der Geheimdienstchef deshalb zu 25 Jahren Haft verurteilt. Gegen weitere enge Vertraute laufen Verfahren. Uribe’s Nachfolgerin und sein ehemaliger Privatsekretär haben sich ins Ausland abgesetzt. Auch gegen mehr als 70 Abgeordnete wird ermittelt. Und 30 sind im Gefängnis. Ein Dutzend wurde bereits verurteilt. Darunter Uribe’s Vetter, Ex-Senatspräsident Mario Uribe. Da haben wir in Österreich noch einen gewaltigen Aufholbedarf …

Drogen-Hochburg Caracas: allein letztes Wochende gab’s 48 Morde, im vergangenen Jahr waren es 14.800 in Venezuela.

KLIPP September/Oktober 2011

Komplizin könnten, so mutmaßt man, die knapp 100.000 Euro bereits für ihren Geschäftspartner in Venezuela mitgebracht haben. Zumindest einer von ihnen ist bereits mehrmals in Venezuela geschäftlich oder als Tourist eingereist. Und so liegt der Verdacht nahe, dass man einfach Nachschub für weitere Zahlungen oder Investitionen bei sich gehabt habe. Wer sich in Venezuela eine Mobilie anlachen will, also offiziell kaufen, der kann dies nur über eine Bank tun und dort nur zum offiziellen Kurs. Bezahlt er schwarz und cash, dann kann es leicht passieren, dass plötzlich Herrschaften vor der

zunehmen. Es geht so schnell auf der Straße und du bist abgestaubt wie ein Christbaum. Die Straßenkriminalität, aber auch die insgesamt hohe Kriminalitätsrate ist für uns unvorstellbar. 48 Menschen sind allein am letzten Wochenende ermordet worden. Im letzten Jahr verzeichnete die Justiz knapp 15.000 Morde. So einen Blutzoll haben die Amerikaner im gesamten Irak- und Afghanistan-Krieg nicht hinnehmen müssen. Nach Herzinfarkten und Krebs sind Morde sozusagen die dritthäufigste Todesursache in Venezuela. Momentan, so sagen alle Bankexperten, ist Geld ganz knapp. Du kriegst auch 14 Prozent Zinsen, wenn du Geld anlegst. Aber bei 26 Prozent Inflation könnte man sich bessere Investments vorstellen. O

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ie venezolanischen Gefängnisse sind brutal. Da gibt’s keine bequemen Betten, auf denen man in den Zellen fernsehen kann wie bei uns. Ohne Schutzgeld zu zahlen, bist du deines Lebens nicht sicher. Österreicher sind dort, weil sie meist wegen Drogen in der Zelle landeten, schon verstorben. Maximal 10.000 Dollar hätte das Paar einführen dürfen, nach venezolanischem Gesetz. Wer also mit so viel Bargeld einreist, muss dumm oder wahnsinnig sein, heißt es in der österreichischen Handelsdelegation, bis zu der dieser Fall nicht durchgedrungen ist. Natürlich bekommt man auf den Schwarzmärkten beim Umtauschen leicht das Doppelte an Bolivars, der Landeswährung Venezuelas. Da Europäer aber leicht erkennbar sind, kommt es täglich auf der Straße oder auch in Lokalen zu Überfällen.


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Auch Hillary Clinton würdigte den selbstlosen Einsatz.

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or zehn Jahren sah ich ihn das erste Mal: Lyndon Harris, Pastor der St. Paul’s Chapel in New York. Es war ein Sonntagsgottesdienst, an einem kühlen Sommermorgen früh um acht, noch verwaist waren die Straßen am Südzipfel Manhattans. Schon am Ende des Gottesdienstes brodelte draußen der Broadway, St. Paul liegt im Zentrum der Macht. Wenige Straßen entfernt der Financial District, mit Wall Street und Federal Reserve Bank. Schritte nur bis zum Rathaus und One Police Plaza oder zu den Gebäuden der höchsten Gerichte. Jenseits des Friedhofs mit jahrhundertealten Grabsteinen, der St. Paul umgrenzt, und schimmernd durch die Wipfel seiner grünen Platanen: die beiden Türme des World Trade Center, einhundertzehn Stockwerke hoch. An diesem Morgen ließ der Türwächter die kleine Gemeinde ein, während die vielen Obdachlosen, die auf der Galerie schlafen durften, aus dem Gebäude gingen. Unser neuer Pfarrer stellte sich vor. Lyndon Harris war damals 40 Jahre, ein vor Optimismus sprudelnder Südstaatler, dessen Predigten an der Natio­nal Cathedral in Washington Rektor Matthews von St. Pauls mächtiger Mutterkirche, der anglikanischen Trinity Church an der Wall Street, angenehm aufgefallen waren. Sein Vater sei noch vor seinem elften Geburtstag gestorben, sagte Harris, seine Mutter habe die Familie zusammengehalten. Zur britischen Kolonialzeit war St. Paul ein Kirchlein für Bauern und Viehhirten. Im September 1776 blieb sie unversehrt von dem Feuer, das New York samt der 16

Trinity Church zerstörte, nachdem britische Truppen die amerikanischen Rebellen vertrieben hatten. Der RebellenGeneral George Washington war ihnen nur knapp entkommen; General Richard Montgomery nicht – er ist in St. Paul begraben, direkt hinter dem Altar. In dessen Silhouette erhebt sich sein Ehrenmal aus weißem Marmor, das erste Nationaldenkmal der USA. Im September 1788 wurde New York erste Hauptstadt, Washington erster Präsident – und St. Paul seine Kirche. Nach seiner Vereidigung am 30. April 1789 betete Washington in St. Paul unter einem der ersten Hoheitszeichen der USA. Es zeigt das Spruchband E pluribus unum, »Aus vielen eines«, im Schnabel eines Truthahns, des ursprünglichen Wappentiers. Die Loge des Präsidenten ist immer noch unversehrt. Vor zehn Jahren war sie Erste-Hilfe-Station und chirurgische Notambulanz für die verbrannten Füße von Hunderten Bürgern.

Er rettet Kinder 11. September 2001, 8.30 Uhr. Die Fernsehstudios der Trinity Church, einen Steinwurf entfernt von St. Paul und den Türmen des World Trade Center, bereiten die Aufzeichnung einer Sendung mit Rowan Williams vor, dem künftigen Oberhaupt der Anglikaner. Trinity Church an der Wall Street ist eine ihrer reichsten Gemeinden. Schenkungen der britischen Krone überließen ihr einst große Teile von Manhattan, allein in der Lower West Side besitzt sie 27 Gebäude mit über 600.000 Quadratmeter Mietraum. Mit den Einnahmen bezahlt Trinity nicht nur die allerfeinste Kirchenmusik in der neugotischen Kathedrale, sondern finan-

Er war Pfarrer in der legendären Das

ziert Armenküchen und Altenheime in New York sowie zahllose Unternehmungen in den Ländern des Commonwealth. Der Einfluss von Trinity, die Macht und Reichweite seines Rektors Dr. Daniel P. Matthews sind kaum zu überschätzen. Die Bankiers der Wall Street klopfen bescheiden bei ihm an, um sich mit einem Sitz in Trinitys Synode küren zu lassen. Noch vor Beginn des Interviews im Studio rast American Airlines Flight 11 in den Nordturm des World Trade Center. Augenzeugen berichten von Körperteilen in den Straßen. Wenig später donnert United Airlines Flight 175 in den ganz nahen Südturm. Ein Terroranschlag. Pastor Lyndon Harris läuft zu Trinitys Kindergarten, um die Kleinen in Sicherheit zu bringen. Feuerwehrmänner strömen in die Türme, Scharen von Sanitätern. Menschenregen. Es regnet Menschen. Sie kommen aus den schwarzen Wolken über den Feuern. Wie Regentropfen zerplatzen sie rot am Boden. Ein Dutzend, einhundert, zweihundert. Der Südturm stürzt ein. Dichtester Staubnebel dringt in die Räume. Lyndon verteilt feuchte Papiertücher an die Kinder. Dann Stromausfall. Schwärze. Er führt die Kinderschar hinaus, durch den knöcheltiefen Staub auf den Straßen fort von den Türmen, nur fort von den Türmen. Sturm peitscht durch die Gassen, die Erde bebt. Dann stürzt der Nordturm ein. Rektor Matthews habe sich um nichts gekümmert, nicht um die Kinder, nicht um seinen erzbischöflichen Gast, erzählt man sich in St. Pauls kleiner Gemeinde. Er sei losgerannt zur Fähre nach Staten Island und dann in den Süden gefahren. Zu einem lange geplanten Klassentreffen. Am Tag darauf: Der Südzipfel Manhattans ist abgeriegelt von Militär und Polizei. Lyndon trägt einen schwarzen Talar, sie lassen ihn passieren. Er will zum Ort des Angriffs, die Letzten Sakramente geben, Washingtons Hoheitszeichen der USA retten. Die stählernen Trümmer der Türme haben ein gähnendes Loch gerissen, sechs Stockwerke tief, the pit, in dem die Feuer unlöschbar brennen, den Winter hindurch. St. Paul findet er unversehrt, kein Fenster zerbrochen. Die großen Platanen des Friedhofs haben die Druckwelle abgefangen, ein Baum liegt entwurzelt.

Foto: Susan Meiselas/magnum

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St. Paul‘s Chapel ist das erste NationalRetter, Polizisten, Feuerwehrleute, Spü

Der Friedhof ist verschüttet. Lyndon Harris aber fasst einen Plan. Hunderte arbeiten in the pit, suchen nach Überlebenden. Vor Lyndon Leichenteile und Leichensäcke. Father James, der katholische Priester, ein Veteran des Vietnamkrieges, redet ihm gut zu: Wenn du dich übergeben musst, tue es. Und komm dann zurück. Es sind so viele lose Menschenfragmente. Lyndon verteilt das geheiligte Öl mit einer Spritzflasche. Doch wer hilft den Rettern, sie haben keine Bleibe. Außer St. Paul, denkt er. Die Kapelle sei für einen einzigen Zweck der Zerstörung entkommen, sagt Lyndon: »Es ist die Kapelle des Volkes. St. Paul ist die Zuflucht für die Menschen in the pit (Grube).« Er wird die Kapelle weit öffnen, für die Feuerwehrleute, Polizisten und Spürhunde, Soldaten und Stahlarbeiter, für all die Zehntausenden, die ins Niemandsland kommen, um zu retten. Er öffnet den Glockenturm für Trinitys KLIPP September/Oktober 2011


Hintergrund

ium des Lyndon Harris St. Paul’s Chapel. Er verwandelte sie in eine Oase der Hilfe inmitten der Hölle. verzeihen die Kirchenoberen ihm bis heute nicht. Von Hartmut HanauskeAbel* Notbetten und Bänken, Massagen für jeden, dessen Rücken schmerzt nach stundenlanger Knochensuche in der Asche. Sie finden 21.800 Menschenteile von 2752 Getöteten, nur 1630 identifizierbar. In the pit ist Lyndon der einzige TrinitySeelsorger. Arbeiter, Polizisten, Soldaten leben in the pit und in St. Paul, oft wochenlang. Keiner isst oder schläft vor dem Altar, die ersten Bankreihen bleiben ohne Kratzer. In Washingtons Loge die Fußambulanz, Lyndon hat es so bestimmt, zur Erinnerung an 1777, als Washingtons geschlagene Truppen in Valley Forge überwinterten, zerschlissene Schuhe oder Lumpen an den blutigen Füßen. Jeden Tag Musik, Jazz, Mozart, Bach. Kinderbriefe überall, sie kommen an, auch ohne Adresse. Die Nation weiß von St. Paul. Lyndon Harris schuf das jüngste Nationaldenkmal der USA. 2010 kamen zweieinhalb Millionen Besucher.

Unverständlich und gottlos

-Denkmal der USA. Die Kirche des ersten Präsidenten George Washington. Lyndon Harris machte sie nach 9/11 zur Zufluchtsstätte für die ürhunde, Soldaten und Stahlarbeiter, für Zehntausende, die ins Niemansland kamen. Von seinen Bischöfen wurde er dafür entlassen.

Gebäudeverwalter, die Rektor Matthews angerufen hat aus der Sicherheit der entfernten Hauptstadt: Der Präsident wünsche ein landesweites Glockengeläut. Also schlagen sie die Glocken mit einem gefundenen Eisenrohr, zwölf Mal den weißen Staub der toten Türme aufwirbelnd. Das Getöse der schweren Maschinen um Ground Zero verebbt, dann völlige Stille, einige Arbeiter knien in der Asche.

24 Stunden im Einsatz Lyndon beginnt, vor St. Paul Speis und Trank zu bereiten. Kostenlos für jeden in Ground Zero, rund um die Uhr. Gesundheitsinspektoren intervenieren. Polizisten drängen sie fort. Die Stahlarbeiter schweißen riesige Grills, Lyndon platziert sie unter Montgomerys Denkmal. Als es endlich Strom gibt, wird in der Sakristei gekocht. Aus New Yorks Hotelküchen und Toprestaurants kommen 3000 Essen am Tag. Mitglieder der Gemeinde orgaKLIPP September/Oktober 2011

nisieren mehrere Tausend Freiwillige, die zu St. Paul strömen: Christen, Juden, Muslime, Buddhisten, Atheisten, Sikhs, Hindus – e pluribus unum. Kisten voller Spenden: Verbandsmaterial, Socken, Seife, Schokolade, Unterwäsche, Kissen, Decken. Lasterweise schwere Arbeits-

schuhe, Ersatz für jene, deren Sohlen verbrannt sind auf dem heißen Stahl. Futter für die Spürhunde, die Überschuhe an den Pfoten tragen, die nach Überlebenden suchen, keine finden und nur zu beruhigen sind, indem sich versteckte Arbeiter aus den Ruinen retten lassen. Schlafende in

Rektor Matthews, der erst am 17.9., also eine Woche nach der Katastrophe, endlich zurückkam, forderte Rechenschaft. Er und sein Gefolge waren von den verdreckten Zufluchtsuchenden, den Arbeitern und ihren Familien entsetzt. Er wollte diese nicht in der Kirche. Matthews warf Lyndon Harris schwerstes Führungsversagen und Verstöße gegen Vorschriften vor, verbot ihm, mit Reportern zu reden. Es seien durch sein Verhalten gewaltige Kosten für die Kirche aufgetreten.

10. Jahrestag von 9/11: Ist die Wahrheit den Amerikanern nicht zumutbar? Bei der Terror-Attacke am 11. 9. 2001 bleibt nur eines unbestritten, weil es hunderte Millionen live am Bildschirm mit verfolgen konnten: dass zwei Flugzeuge knapp hintereinander in die Türme des World Trade Center in Manhattan/New York rasten und es 3.000 Todesopfer gab. Über alles andere – dass es dazu überhaupt kommen konnte, wer die Terroristen waren, wer von den Geheimdiensten und Militärs versagt hat – gibt es unzählige Interpretationen und Spekulationen.

Der Commission Report, die offizielle Version der US-Regierung über Hergang und Hintergründe, strotzt nur so von Fehlern und Unklarheiten, wie die Buchautoren Mathias Bröckers und Christian C. Walther belegen. Die wohl schmerzlichste und schockierendste Wahrheit will die Regierung den Amerikanern auch heute noch nicht zumuten: Dass Flug U93 mit amerikanischen Passagieren an

Bord von einem US-Kampfjet abgeschossen wurde. Verteidigungsminister Donald Rumsfelds Äußerung wurde später als öffentlicher Versprecher abgetan. Offiziell hätten mutige Passagiere die Terroristen attackiert und dadurch sei die Maschine abgestürzt. Merkwürdig nur, dass Fortsetzung auf Seite 18 17


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... Das Martyrium des Lyndon Harris

Geliebt, gelobt und bewundert.

Finanz-Dokumente von Trinitys belegen aber, dass durch Spendeneinnahmen für die Retter weit mehr, als ausgegeben worden war, in die Kirchenkasse floss. Matthews war, einfach ausgedrückt, eifersüchtig auf den Ruhm und die Popularität von Lyndon Harris, den die Menschen für seinen Einsatz liebten, lobten und bewunderten – auch der Erzbischof von Canterbury bei einem Besuch der überfüllten Kapelle. Vor den FernsehKameras wurde Matthews zu einer Randfigur. Als Matthews zu Ostern 2002 die Kapelle sogar schließen lassen wollte, weil eine Umweltbehörde das angeblich verlangte („wegen Staub auf dem Dach“), kam es zur Auffuhr unter Tausenden. Das wagte er dann doch nicht. Im Juni 2002 holte er zu einem neuerlichen Schlag gegen Harris aus. Er wollte 10.000 berührende Kinderbriefe entsorgen, in den sich die Kinder bei den Rettern und Harris für ihren Einsatz bedankten. Ich habe Sie vorher noch kopieren könnten. Anstelle dieser lässt er eine Fotogalerie installieren, die Matthew selbst und seinen Vikar prominent zeigt. Lyndon Harris wird im Oktober 2002 entlassen. Offiziell, um seine theologischen Studien fortzuführen. Ohne Gehalt, ohne Krankenversicherung für sich oder seine Familie.

Kirche entließ Helden Rektor Matthews und sein enger Freund Sisk, der anglikanische Bischof von New York, wissen sehr wohl, dass Lyndon Har-

ris im kirchlichen Dienst lungenkrank wurde, kümmern sich aber nicht. Ein Gericht erkennt 2008 schließlich an: Seine Gesundheitsschäden sind verursacht durch beständige Anwesenheit an Ground Zero, als er für 240 Tage giftigen Staub atmete. Die Richterin diktiert ins Protokoll der Verhandlung, sie habe Hochachtung vor seiner Hingabe an all die, die Hilfe suchend nach St. Paul kamen. Obwohl Geistliche nicht zu der Kategorie Arbeiter in Ground Zero zählen, wird Lyndon Harris durch die Entscheidung der Richterin zum Case 522326 des World Trade Center Volunteer Fund.

Schikanen Bischof Sisk findet für Lyndon Harris keine Verwendung, nirgendwo in der ganzen Diözese. Nach zwei Jahren schlimmster finanzieller Not bietet Sisk ihm eine Pfarrstelle in Harlem an, inmitten einer mit Drogen und Verbrechen überlasteten Nachbarschaft. Weil er um die Sicherheit seiner Frau und seiner jungen Tochter fürchtet, kann Harris nicht annehmen. Bewerbungen um andere offene anglikanische Pfarrstellen werden abgewiesen. Seine Schulden wachsen. Das Haus seiner Familie wird gepfändet. Seine Ehe scheitert 2005. Dann, im Sommer 2009, bietet ihm die lutherische Gemeinde der ehemals deutschen Johanneskirche im Village eine Anstellung und eine bescheidene Pfarrwohnung. Er nimmt an. Doch plötzlich klagt ihn seine alte Kirche wegen disziplinarischer Verfehlungen, Details werden nicht benannt. Lyndon Harris darf keine Gottesdienste mehr halten. Daher ist die deutsche Johanneskirche gezwungen, den Vertrag mit ihm zu lösen. Anfang August sucht er Zuflucht bei seiner Schwester in South Carolina.

Lügen haben doch kein kurzen Beine Samuel J. Howard, einst Rektor Matthews’ Vikar, ist inzwischen längst zum anglikanischen Bischof in Florida geweiht. Er hatte seine beiden Mitbewerber überragt »als einer der Führer der Kongregation

Seit 230 Jahren unverändert: der Eingang von St. Paul‘s Chapel.

und des Personals der Trinity Church und der St. Paul’s Chapel in der Folge der Ereignisse vom 11. September 2001«. Sein Jahresgehalt: 206.237 Dollar. Die kleine St.-Paul-Gemeinde lästert, als Erstes habe der neue Bischof auf der Bereitstellung eines Privathauses bestanden, plus Cadillac und Klubmitgliedschaften. Seinen Abschied als Rektor der Trinity Church zelebriert Matthews 2004 in der Kathedrale St. John The Divine, der viertgrößten Kirche der Welt. Vor dem Altar stehen essensüberladene Tafeln, blumendekorierte Tische, teuerste Weine und Champagner. New Yorks Macht­elite flaniert. Am Ende der Lustbarkeit erhält jeder Gast ein Video zum Ruhme Matthews’. Für die Diözese von East Tennessee ist er ein »Apostel der Hoffnung und Heilung für Lower Manhattan nach dem Angriff des 11. September«. Als »Ground Hero« predigt er von anglikanischen Kanzeln: »Ich hatte das Privileg, … mich unermüdlich aufzuopfern.« 2005 verleiht ihm Elisabeth II. den Order of the British Empire. In Anerkennung seiner herausragenden Rolle an Ground Zero, lässt er verlauten. Ich frage an beim Royal Households and Honours Secretariat, ob dem so sei. Nein, ist die Antwort, Matthews habe die Auszeichnung erhalten »für seine wohltätigen Dienste im Britischen Commonwealth«. Ich weiß vom Neuschreiben der Geschichte. Mit dem Erfinden von Wirklichkeit bin ich vertraut, seit ich für mich

selbst entdeckte, wie viel der Elite der deutschen Medizin daran liegt, den Geruch der KZs wegzuparfümieren. Und doch war ich taub vor Schmerz, als Präsident Václav Havel im September 2002 von Matthews mit Handschlag in St. Paul begrüßt wurde. Havel, der sich und sein Land aus dem Lügengewebe Stalins befreit hatte, der das Leben in öffentlicher Lüge beschrieb, kam nach St. Paul als einem Ort menschlicher Authentizität – und verfiel dem Lügengewebe Matthews’. So erging es auch Präsident Bush am fünften Jahrestag, und so auch Präsident Obama, als er zum zehnten Jahrestag in die Kapelle kam, zusammen mit Bush. Vom Martyrium des Lyndon Harris haben sie nie gehört, er ist zur Unperson ausradiert. Vielleicht wagen der neue Rektor der mächtigen Trinity Church und der neue Bischof von New York den Versuch, in der Wahrheit zu leben. Am 7. November 2004 wurde meine Tochter Isabel in St. Paul getauft. Ich bestand auf der Gegenwart von Lyndon Harris. Es war das letzte Mal, dass er seinen schwarzen Talar in der Kapelle trug. Wenn ich heute den sonntäglichen Gottesdienst in St. Paul besuche, kann ich meine Hände nicht mehr falten. v * Quelle: „Die Zeit“, Nr. 34. Gekürzt und bearbeitet vom Klipp.

10. Jahrestag von 9/11: Ist die Wahrheit den Amerikanern nicht zumutbar? Fortsetzung von Seite 17 das Trümmerfeld nicht untersucht werden durfte, es keine Teile vom Wrack gab, die Blackbox nie gefunden wurde, Zeugen in der Luft eine riesige Explosion sahen und hörten und, und. Die Wahrheit kennt nur ein kleiner Kreis mit Bush an der Spitze. Auch die Attacke auf das Pentagon – dort soll ein Flugzeug hineingerast sein – lässt Fragen über Fragen offen. Der bestbewachte Luftraum der Welt, kein Zivilflugzeug darf ihn passieren, es gibt hunderte Videokameras, die 24 Stunden jeden Vorgang im US-Verteidigungsministerium 18

aufnehmen – und auf keiner ist erkennbar, wie das Flugzeug aussah. Also Ungereimtheiten über Ungereimtheiten. Keine Flugzeugtrümmer, möglicherweise eine fehlgeleitete Rakete. Auch da bleiben die Archive der Militärs geschlossen und man wird frühestens nach 40 Jahren wissen, was wirklich an jenem 11. 9. alles geschah und schieflief, weil nach 50 Jahren die Geheimarchive geöffnet werden. 9/11 ist ein Ereignis, dessen Dimension und Symbolkraft alles in der Geschichte der Kriminalität und des Terrors Dagewesene übersteigt, eine Tat, die Angst und Schrecken in der gesamten Welt ver-

breitet hat. 9/11 ist das Verbrechen des Jahrhunderts – und es ist nach fast zehn Jahren noch immer nicht aufgeklärt. Die Hintermänner und die Finanzierung der Anschläge wurden nicht ermittelt, und die wahre Identität der „Hijacker“ sowie die Planung und Durchführung der Tat blieben bis heute weitgehend unaufgeklärt, ebenso wie ihre direkten Folgen: der nahezu restlose Einsturz von drei Wolkenkratzern in Manhattan. Die Wahrheit über den Terror des 11. September 2001 sind Bush und seine Nachfolger ihren Bürgern und dem Rest der Welt bis heute schuldig geblieben. Mehr

noch: Sie haben alles dafür getan, die Ermittlung und Aufklärung der Anschläge zu verhindern und nicht der Wahrheit des 11.9. auf den Grund zu gehen, sondern den Grund für eine Kriegserklärung an den Irak und Afghanistan zu liefern. Quelle: „11.9. – Zehn Jahre danach“ von Mathias Bröckers und Christian C. Walther (Westend Verlag) KLIPP September/Oktober 2011


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m Jahr 2003 gründete Mag. Eva Kroc die taxinfo Steuerund Unternehmensberatung als Einzelunternehmen. Die Kanzlei lief gut. Mag. Eva Kroc suchte einen Kanzlei-Partner. 2009 kam es zum Zusammenschluss der beiden Steuerberatungskanzleien Mag. Eva Kroc und Mag. Klaus Sommerauer zur taxinfo Steuer- und Unternehmensberatung OG. Diese „Fusion“ bietet beiden Kanzleien, die sich hervorragend ergänzen, die Chance, die Qualität ihrer Arbeit in größerem Umfang unter Beweis zu stellen. Dass das gelingt, beweist nicht zuletzt die Übersiedlung an den neu-

www.taxinfo.at

rung bis zur Bilanz – alles passiert“, sagt Klaus Sommerauer. Aber damit kein falscher Eindruck entsteht: „Die Bandbreite unserer Kunden geht vom Handwerker bis zum Arzt.“ Es sei auch gut, wenn man als Kanzlei möglichst breit aufgestellt ist. „Wir sind Ihr kompetenter Partner bei allen steuerlichen und auch betriebswirtschaftlichen Fragen von der Gründung Ihres Unternehmens bis zur Nachfolgeplanung.“ Rein vom Steuerlichen her gehe es ja in jedem Bereich erst einmal um Sachwissen und darum, dem Klienten ein entsprechend kompetentes Umfeld – auch außerhalb der Kanzlei – zu bieten. Weil taxinfo auch in ein Netzwerk entsprechender Experten

Neuen Standort in Graz bezogen

ERFOLGREICH ALS DUO Beide – Ing. Mag. Klaus Sommerauer und Mag. Eva Maria Kroc – waren in derselben Steuerberatungskanzlei, lernten einander dort beruflich kennen. Für die beiden war die Selbstständigkeit immer ein Thema. en Standort Graz, Karl-Zeller-Weg, wo die taxinfo OG ein eigenes Unternehmensgebäude errichtete. Die Übersiedlung dorthin erfolgte vor wenigen Wochen.

„Ich war vor meinem Studium Forst-Ingenieur bei einer Agrargemeinschaft in Mariazell, hatte und

habe ein kleines forsttechnisches Büro und studierte daneben“, so Klaus Sommerauer. Es ist so gesehen kein Zufall, dass taxinfo auch Klienten in der Land- und Forstwirtschaft betreut. „Es braucht uns daher keiner erklären, was da im Wald mit dem Holz – von der Schläge-

Standort Graz Karl-Zeller-Weg 9 A-8051 Graz Tel. +43 316 68 600 500 Fax +43 316 68 600 550 KLIPP September/Oktober 2011

aus anderen Sparten eingebunden ist. Mit den „SteuerNEWS“ informiert taxinfo seine Klienten regelmäßig über die Neuigkeiten im Steuerrecht. O

Standort Mariazell Grazerstraße 16 A-8630 Mariazell Tel. +43 3882 24 92 010 Fax +43 3882 24 92 050

Wenn das Finanzamt zweimal klingelt! Die Jungunternehmer sollen zukünftig mit standardisierten Kurzprüfungen (SKP) in ihrem ersten Jahr durch Antrittsbesuche des Finanzamtes, Kontakte im Bereich der Umsatzsteuer und in Abschlussgesprächen „begleitet“ werden. Dabei soll der Unternehmer wichtige Empfehlungen und Informationen über mögliche Ansprechstellen und Serviceleistungen erhalten. Seitens der Finanzverwaltung sollen die Grundlagen für eine positive Zusammenarbeit im Sinne eines „Fair P(l)ay“ geschaffen werden. Dem Wirtschaftstreuhänder und dem Unternehmer wird das Thema der Prüfung nach der Unterzeichnung des Prüfungsauftrags erläutert. Der Prüfungszeitraum bei diesen Prüfungen umfasst in der Regel nur ein Jahr. Nach einem Zeitraum von drei bis sechs Monaten erfolgt eine Entscheidung darüber, ob eine weitere Prüfung eingeleitet wird. Neben dem Wunsch nach einer guten Zusammenarbeit legt die Finanz Wert auf die Mitwirkung des Steuerberaters und des Unternehmers. Die Finanz wählt für eine SKP nur Unternehmen aus, die aus ihrer Sicht als Nichtrisikofälle eingestuft werden. Wie das Finanzamt solche Jungunternehmer erkennen kann, bleibt eine spannende Frage. Am Ende des ersten Unternehmerjahres werden die Unternehmer aus dieser Beobachtung im Zuge eines Abschlussgespräches entlassen. Ob diese SKP damit tatsächlich eine Unterstützung und Begleitung von Jungunternehmern in ihrem ersten Jahr durch die Finanzverwaltung sein wird, mag dahingestellt bleiben. Eine zusätzliche Belastung gerade in der Phase, in der das Unternehmen aufgebaut werden soll, stellt dieses Prüfungsjahr jedenfalls dar.

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„Fast Forward Award 2011“ – der Wirtschaftspreis des Landes für spezielle ­Innovationen

Alles preisverdächtige Foto: Frankl

Geistesblitze

Von Sylvia Einöder

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s hätte keine passendere Bühne für dieses Event geben können als das unverwechselbare Haus für Musik und Musiktheater (MUMUTH) der Kunstuniversität Graz in der Lichtenfelsgasse mit seiner spektakulär gedrehten Betonspirale, die sich durch alle Bauteile zieht. Im überfüllten MultifunktionsSaal warteten über 400 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft gespannt auf die Preisübergabe. 18 einzigartige Innovationen wurden aus 123 eingereichten Projekten nominiert. Erst zwei Stunden vor der Verleihung wählte die Jury aus dem Kreis der Nominierten die GewinnerInnen jeder Kategorie aus. Karin Schaupp, Sprecherin der Jury, über 20

die wichtigsten Beurteilungskriterien: „Wir achten vor allem auf Innovationsgehalt, gesamtwirtschaftlichen Effekt, Kundennutzen und Marktchancen.“ Die meisten vorgestellten Produkte stehen kurz vor der Markteinführung oder sind bereits erhältlich. Über die Schwierigkeit der letztendlichen Entscheidung meint die Innovationsmanagerin: „Uns fällt die Auswahl bei den vielen Top-Projekten oft schwer, also müssen wir immer auch aus dem Bauch heraus entscheiden.“ Der erfolgreiche Aufstieg nominierter Firmen gibt der Jury Recht: „Einige Unternehmen, wie etwa JSW Life Science, waren bei ihrer ersten Nominierung noch klein, sind dann kräftig gewachsen und inzwischen wieder nominiert. Genau dieses Wachstum

Jurymitglied Helmut Wiedenhofer von Joanneum Research: „Mir hätte als Sieger auch das Raum akustiksystem „Sound2“ der Möbelwerkstätte Hutter sehr gefallen!“

wollen wir ja mit dem Preis erreichen“, freut sich Schaupp.

Die Qual der Wahl Die 22-köpfige Jury setzt sich aus den GewinnerInnen des Vorjahres sowie aus VertreterInnen nationaler Förderungseinrichtungen, Bildungs- und Forschungseinrichtungen, ORF und Industriellenvereinigung zusammen. Die erfahrenen Fachleute sorgen für eine bunte Mischung von Einschätzungen und Zugängen. „So entstehen interessante Diskussionen, die zu überraschenden Ergebnissen führen können“, erzählt Jurymitglied Helmut Wiedenhofer, Prokurist bei Joanneum Research. Ihm hätte als Siegerprojekt auch das Raumakustiksystem „Sound²“ der Möbelwerkstätte

Jurysprecherin und Innovationsmanagerin Karin Schaupp: „Unsere Entscheidungen sind oft sehr knapp und letztlich immer auch Bauchentscheidungen!“

Hutter sehr gut gefallen: „Wir haben dieses Akustiksystem in einer Kantine an der Decke angebracht und der Geräuschpegel ist jetzt ein völlig anderer – verblüffend!“ Ebenso gut hätte sich Wiedenhofer das Transparenzregal „Smart Shelf“ der Firma Infood als Sieger vorstellen können: „Damit können Konsumenten Informationen über die Produkte in diesem Regal abrufen, indem sie den Produktcode durch einen Scanner ziehen. Mir würde es sehr zusagen, wenn ich direkt im Geschäft Herkunft oder Inhaltsstoffe eines Produktes überprüfen könnte.“ Tatsächlich sind aber alle nominierten Projekte Sieger, weil sie durch die Nominierung eine unbezahlbare mediale Aufmerksamkeit erlangen. KLIPP September/Oktober 2011

Foto: Furgler

Hochspannung bis zum Schluss herrschte bei der 15. Preis­ verleihung des steirischen Wirtschaftspreises „Fast Forward Award“ für besonders innovative Firmen und Forschungs­ einrichtungen. Die Jurymitglieder mussten sich jede einzelne Entscheidung abringen, denn preisverdächtig erschienen ih­ nen alle nominierten Projekte. Am Ende nahmen sechs glück­ liche Unternehmen die Gold-Glas-Trophäe sowie 10.000 Euro als Belohnung für ihre Geistesblitze und deren Umsetzung in die Tat mit nach Hause.

Foto: Furgler

Die BesucherInnen konnten einem Graffiti-Künstler genau 99 Sekunden lang beim großflächigen Sprayen zusehen oder einem Geistesblitz lauschen, der als Idee im Kopf endlich zum Durchbruch gelangen will.


Zugleich ist der „Fast Forward Award“ die steirische Vorauswahl für den „Österreichischen Staatspreis für Innovation“, der in den letzten Jahren fast zum „steirischen Heimspiel“ wurde. „Seit dem Jahr 2000 haben steirische Firmen sechs der zehn vergebenen Staatspreise gewonnen“, betont Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann stolz. v

Foto: Frankl

Fast alle einreichenden Unternehmen punkten mit Exportquoten von über 50 Prozent. Burghard Kaltenbeck, Geschäftsführer der steirischen Wirtschaftsförderung SFG, lobt die große Anzahl an eingereichten Projekten: „Nicht nur bei diesem Preis, sondern auch am internationalen Markt sind steirische Unternehmen ganz stark präsent.“

Gregor Withalm (Moderation), Robert Höldrich (Vizerektor der Kunstuni Graz), Christian Buchmann (Landesrat für Wirtschaft, Kunst und Europa), Karin Schaupp (Jury-Vorsitzende), Burghard Kaltenbeck (Geschäftsführung SFG), v. l.

5 + 1 Siegerprojekte Fünf Unternehmen und eine Forschungseinrichtung erhielten den „Fast Forward Award 2011“. Zusätzlich gab es den „Public Forward Award“ für medial besonders spannende Projekte.

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Wirtschaftsgröße Steiermark

Die Siegertrophäe mit nach Hause nehmen konnten in der Kategorie Kleinstunternehmen (bis 9 MitarbeiterInnen): SunnyBag mit „Sunny Bag – die Solartasche aus Graz“ Kleinunternehmen (10 bis 49 MitarbeiterInnen): ­Insort GmbH mit „Sugarend Remover“ Mittlere Unternehmen (50 bis 249 MitarbeiterInnen): JSW Life Sciences GmbH mit „Neue Zellkulturen als Tierversuchsersatz in der Pharmaforschung“ Großunternehmen (mehr als 250 MitarbeiterInnen): AT&S Austria Technologie & Systemtechnik AG mit „ECP® – Embedded Component Packaging“ Institutionen und Forschungseinrichtungen: Joanneum Research Forschungsgesellschaft mbH – HEALTH mit „Medikamentenspiegel und Wirkung im lebenden Zielgewebe“ Der „Public Forward Award“ ging an die MedUni Graz – Abteilung für allgemeine Pädiatrie mit dem Projekt „notube – Beratung von Familien mit Kindern, die an Essstörungen leiden“, das vom Saal­ publikum via Lichtvoting gewählt wurde.

ZIEGLEROFEN – Wohlige Wärme durch Solarenergie

Der „allHeater“-Solarkachelofen ist preisverdächtig! Was die „Fast Forward Award“-Nominierten bereits hinter sich haben, steht der Firma ZIEGLEROFEN mit dem preisverdächtigen „allHeater“Solarkachelofen noch bevor: Der „allHeater“ ist für den ForschungsStaatspreis „VERENA“ nominiert. Das Familienunternehmen Ziegler stellt seit 1984 künstlerisch gestaltete Kachelöfen her, die Angelika und Klaus Ziegler selbst entwerfen. Die Künstlerin und der Bildhauer entwickelten ein Verfahren zur Erzeugung funktioneller und gleichzeitig kunstvoller Kachelöfen, wofür sie den „Bayrischen Staatspreis“ erhielten. Mit dem 2009 entwickelten Solarkachelofen kann das Zweieinhalbfache (!) an Energiekosten gegenüber einer Ölheizung eingespart werden. Der patentierte „allHeater“ ermöglicht eine 24-stündige Speicherung der Energie, die in nur drei bis vier Stunden aufgenommen wird. Die gesunde Infrarotwärme erwärmt primär Gegenstände und Personen, wodurch sich eine Raumtemperatur von 18 oder 19 Grad bereits ­gemütlich warm anfühlt. Junior­chef Max Ziegler erklärt das folKLIPP September/Oktober 2011

gendermaßen: „Auch auf einer Schihütte genießt man trotz Minusgraden die angenehme Sonne im Liegestuhl.“ Die Technik wird von den herkömmlichen Radiatoren übernommen. Somit können die Radiatoren problemlos durch „allHeater“-Solarkachelöfen ersetzt und nach Belieben in den Wohnräumen verteilt werden. Da die „allHeater“ mit Warmwasser geheizt werden, braucht man nicht Körbe voll Holz durch das Haus zu tragen. Es kann vollautomatisch oder händisch geheizt werden. „AllHeater“ werden entweder von der Solaranlage mit Energie versorgt oder über einen Pelletsofen, eine GasTherme, kommunale Fernwärme oder einen Stückholzofen. So erhöhen Sie Ihren Selbstversorgungsgrad bis zur Energieautarkie! Gleichzeitig bewirken Sie eine ökonomisch und ökologisch nachhaltige Energieentlastung! Nähere Informationen unter: Tel. 03112/2977 www.zieglerofen.at oder www.allheater.eu 21


LILLY LOTTERBLUME

Hallo, meine Lieben! Gut über den Sommer gekommen? Ich war mit meinem Allerliebsten und den Kindern am Wörthersee. Wir haben dort Urlaub am Bauernhof gemacht. Nein, nicht beim Uwe Scheuch. Obwohl das vielleicht ganz g’scheit gewesen wäre, denn dann hätten wir gleich für den Freund unserer Tochter – er kommt aus Russland – die österreichische Staatsbürgerschaft beantragen können. Aber lassen wir das. Es ist momentan sowieso auf allen Ebenen sehr viel los. O Er braucht keine neue Staatsbürgerschaft, sondern einen neuen Job, der Edi Müller. Bis vor wenigen Tagen noch Grazer SPÖ-Chef und bis zur nächsten Gemeinderatssitzung in Graz auch noch Stadtrat. Doch dann ist er arbeitslos. In das Joanneum Research kann er nicht mehr zurückkehren. Golfspielen kann von Problemen ablenken, wie der Manfred sagt, der ihn dabei getroffen hat. Eingebrockt hat ihm die jetzigen Problem Franz Voves, meint der Toni, der in der SPÖ aus und ein geht. Und zwar mit seiner Äußerung im Sommer, dass Müller endlich was aufzeigen müsse. Damit hat er Edi Müller, den ja Franz Voves nach Graz geholt hat, einen Bärendienst erwiesen. Er war damit gleichsam zum Abschuss freigegeben. Dabei habe Voves, so der Toni, vergessen, wie lange er beim Einstieg in die Politik gebraucht hat, um sich zu akklimatisieren. Mehr als ein Jahr fand er sich nicht zurecht und wurden seine Auftritte und Ideen belächelt. Wie unrecht man ihm damals getan habe oder wie falsch ihn eingeschätzt, das zeige sich ja heute. Sollte er 2015 noch einmal antreten wollen, hätte er die

Chance, zum dritten Mal Landeshauptmann zu werden. Und damit mit der ÖVP-Ikone Josef Krainer gleichzuziehen. Aber da sieht man wiederum, was eine starke Frau alles kann. Denn seine Ingrid hat den Bärli, so wird er liebevoll genannt, fest am Gängelband. Und eigentlich ist sie die Frau Landeshauptmann, auch wenn sie nur von zu Hause aus regiert. Und genau das fürchten und spüren die Genossen seit Jahren. Denn wenn die liebe Ingrid jemanden in der steirischen SPÖ nicht mag, dann kriegt er auch im Land nicht viele Chance für eine Karriere. Dass der Franz konfliktscheu ist, ist den Genossen nichts Neues. So ist er auch privat. Ingrid, so weiß der Toni, ist ja seine zweite Frau. Die Trennung von seiner ersten soll Franz Voves mit einem Brief erledigt haben, den er zu Hause hinterlegte, bevor er endgültig auszog. O Franz Voves hat, so scheint es, nicht das goldene Händchen mit seiner Personal-Auslese zu haben. ExVoest-Alpine-Mann Josef Mülner soll ja ab Jänner 2012, so habe auch ich gelesen, Peter Schachner als Aufsichtsratschef der Energie Steiermark folgen. Nun hat die Elke erfahren, die in der Voest in LeobenDonawitz praktisch zu Hause ist, dass sich die Voestler vor einer Mega-Klage der deutschen Bundesbahn gehörig fürchten. Da geht es um angebliche Preisabsprachen der Voest mit anderen Schienenerzeugern. Der Streitwert soll bei 300 Millionen Euro liegen. Und jetzt kommt’s, so die Elke, auch der Mülner als ehemaliger Vorstand könnte da mit drin stecken. Bestätigt sich dies, so hieße das, schon vor dem Antritt den Rücktritt bekannt zu geben.

O Es war öfters zu hören, dass es zwischen Peter Schachner und Franz Voves in Sachen Energie Steiermark Zoff gibt. Denn der Zeitpunkt des Rückzugs ist also nicht so harmonisch, wie man nach außen hin versucht zu zeigen. Die Reformpartnerschaft sei Auslöser, so der Herwig, weil eben auch die ÖVP ihr Dankeschön in der Steweag dafür bekommen möchte. Roter Aufsichtsratschef und Roter Vorstandschef – das passt so gar nicht in die neue Ehe von Voves und Schützenhöfer. Und so musste auch Oswin Kois artig seinen Abschied mit dem Prädikat „aus gesundheitlichen Gründen“ ankünden. Zum Glück ist der Osi, so der Herwig, außer normalen Wehwechen doch gut beinander. Sonst würde er ja nicht den stressigen Job noch ein halbes Jahr weiter machen. Er hat nur insoweit ein Problem, dass er künftig abgenabelt von seinem Schirmherr und Gönner seinen Job hätte machen müssen. Das hätte schon krank machen können. O Über die Nachfolger von Kois – das sagt man Allerliebster – gibt’s zur Zeit zu viele Gerüchte. Da fallen die Namen Christian Purrer – der ist als Vertriebschef langjährig erfolgreich und wird der ÖVP zugerechnet. Auf der SPÖ-Seite ist es Gert Heigl von der Energie Graz. Von den beiden Genannten weiß man, dass sie gut miteinander könnten. Edmund Müller scheidet aus, weil sich das nicht einmal Franz Voves leisten wird wollen. Durchaus möglich aber, dass das Duo VovesSchütze eine Überraschung aus dem Personal-Zylinder ziehen. O

Graz-Nord, Weinzöttlstraße 7–15 22

Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch ist der ranghöchste steirische Interessensvertreter auf dem Wiener Parkett und auch dort sehr gut vernetzt. Im kommenden Jahr dürfte er wohl einen Kollegen aus der Steiermark begrüßen können: Jochen Pildner-Steinburg, Präsident der steirischen Industrie, wird nachgesagt, dass er der erklärte Favorit für die Nachfolge von Veit Sorger ist. Damit würde der Eigentümer des international erfolgreichen Konzerns Grazer Armaturenwerke (GAW) auch zum Pendler werden. Natürlich soll sich die Begeisterung bei ihm und ganz besonders in der Familie in Grenzen halten. Einen Vorteil hätte er aber doch: die Spiele seiner 99ers gegen die Wiener Capitals wären dann für ihn ein Heimmatch. O Es ist schon eigenartig, wie mich mein Allerliebster mich, eine kleine Hausfrau, aufklären möchte. Nein, nicht was Sie denken, sondern wegen der millionenteuren ÖBB-Inseratenkampagne in Boulevard-Blättern, in der unser Kanzler Werner Faymann als seinerzeitiger Infrastrukturminister prominent im Mittelpunkt stand. Mein Allerliebster glaubt natürlich nie und nimmer daran, dass die ÖBB das von sich aus gemacht hat. Warum sollte sie auch? Da kann der jetzige Staatssekretär Ostermayer klarerweise den ÖBB-Chefs klar nur gesagt haben, dass das so sein muss. Wo fängt da die Korruption an und wo hört sie auf?, fragt sich mein Allerliebster. Aber ich verstehe nur Bahnhof und da liege ich ja bei der ÖBB nicht daneben mit meiner Schlussfolgerung. Bis zum nächsten Mal, Eure Lilly

www.auto-kuss.at KLIPP September/Oktober 2011


Neues Joanneumsviertel in Graz

Kulturbezirk

Zugpferde im Das war gestern

Günter Brus, Centre Européen du Volcanisme, St. Ours-Les-Roches, Auvergne Foto: Atelier Hollein/Sina Banhiahmad

Der Glanz vergangener Tage ist vielleicht noch hier und da spürbar, aber die Landesbibliothek und das Joanneum sind ein wenig in die Jahre gekommen. Menschen eilen an den ehrwürdigen Gemäuern vorbei, und die Stammhäuser, eingepfercht zwischen Durchzugsverkehr in der Neutorgasse und der Enge der Raubergasse, geraten zusehends in Vergessenheit. Die kleine Grünfläche zwischen Gebäuden verkommt immer mehr zu einem „Beserlpark“. Die alten Mauern der Landesbibliothek und des Universalmuseums wirken müde, die Fassaden bröckeln, viele der 4,5 Millionen Objekte umfassenden Sammlungen des Joanneums vegetieren in für die Öffentlichkeit unzugänglichen Depots vor sich hin.

Das ist heute Viel hat sich geändert: Das verschlafene, eingerostete Viertel wurde aus dem Dornröschenschlaf geweckt. Nicht nur das Areal des heutigen Universalmuseums Joanneum und der Steiermärkischen Landesbibliothek, sondern auch die Gassen und Straßen ringsherum wurden in ein neues Kleid gehüllt. Vieles ist neu entstanden, ein innovativer Nutzungsmix zwischen Museum und öffentlichen Räumen. Hans Hollein, Umsonster, 1979 Bleistift und Farbstift auf Papier, 41,7x 29,6 cm Foto: BRUSEUM/Neue Galerie Graz

Strettweger Kultwagen, 6. Jh. v. Chr.


Joanneums-

Viertel Ein neuer Kulturbezirk Am 26. November 2011 ist es so weit: Das Joanneumsviertel, der neue Kulturbezirk der Landeshauptstadt, wird eröffnet – ein Wissensquadrant mitten in der Altstadt für Bibliotheks-, Museumsbesucher und Kulturinteressierte. Allein die Planungsarbeiten dauerten ein halbes Jahrzehnt, die Bauarbeiten selbst erstreckten sich über zwei Jahre. Endgültig fertig gestellt ist der neue Kulturbezirk im Jahr 2013.

Ein erster Lokalaugenschein zeigt, dass das umgebaute und sanierte Joanneum mit seinen umliegenden Gebäuden das Zeug in sich hat, jährlich zigtausende Besucher anzusprechen und anzulocken. Dafür sollten schon die in die Erde gesetzten, architektonisch eigenwilligen Lichtkegel sorgen und auch dafür, dass man tief unter der Erde noch immer den Himmel sieht und wie das Wetter ist. Jeden Tag während der Bauzeit waren die historischen Gebäude gleichsam für eine Überraschung gut – über die damit verbundenen Herausforderungen berichten an diesem Prestigeprojekt beteiligte Fachleute wie Restauratoren, Sicherheitstechniker, Bauingenieure, Statiker … Unser Tipp: Lassen auch Sie sich überraschen und schauen Sie einfach rein!

Schätze ans Licht Graz hat eine neue Sehenswürdigkeit und endlich haben auch die vielen steirischen und internationalen Kunst- und Kulturgüter einen angemessenen Ausstellungsort. Das Joanneumsviertel ist die Wiederauferstehung der Grazer Museen und Sammlungen, in deren Archiven und Depots so einige verborgene Schätze schlummern. Schon am Weg über die Rolltreppe kann man durch den Glaskegel den Freihandbereich der Landesbibliothek erkennen. Beeindruckend, wie durch die Architektur und die Glaselemente das Tageslicht bis unter die Erde gelangt. Teilweise reicht der Lichteinfall bis in das zweite Untergeschoß. So kann sogar der Archivar erkennen, ob er am Nachhauseweg einen Regenschirm braucht. Das großzügig gestaltete Besucherzentrum, das

durch einen der Kegel betreten wird, lädt ein sich umzusehen, zu informieren und zu unterhalten. Hier hat man die Wahl, wohin man seine Aufmerksamkeit wenden möchte, und vielleicht entdeckt der eine oder andere sogar etwas, wegen dem

er gar nicht gekommen ist. Zu nennen wäre beispielsweise der kleine Ausstellungsbereich der Landesbibliothek, in dem Raritäten zu sehen sind, für deren Ausstellung im alten Gebäude kein Platz war. Den Anfang macht die Ausstellung „Stern-


stunden“, in der historische Sternenkarten zu sehen sind. Ebenfalls einen Besuch wert ist der Kinderund Jugendbereich der Landesbibliothek, der am Eröffnungstag bereits benützt werden kann. Die Übersiedelung der 750.000 Bücher

wird noch ein paar Monate dauern. Gleich neben dem Lesesaal der Bibliothek hat die Multimediale Sammlung ihre neuen Räumlichkeiten mit Klimaarchiven, zur Aufbewahrung der 2,5 Millionen Bild- und Filmaufnahmen, sowie einem Aus-

stellungsraum. „Land der Bilder“ heißt die erste Ausstellung, sie erzählt die Geschichte der Steiermark und beleuchtet den Weg der gezeigten Bilder von ihrer Entstehung bis zum heutigen Tag. Weiters hat man hier die Möglichkeit, dem Museum eigene Bilder zur Verfügung zu stellen, um im Gegenzug einen digitalen Abzug zu erhalten. Verlässt man das Besucherzentrum in Richtung Neu-

torgasse, natürlich unterirdisch, gelangt man in das alte Joanneumsgebäude, welches jetzt die Neue Galerie beheimatet. Rund 2000 m2 Ausstellungsfläche stehen auf zwei neu renovierten Etagen zur Verfügung. Eindrucksvoll, fast herrschaftlich wirken die hohen frisch geweißten Räume. Die Hälfte der Fläche belegt die Ausstellung „Moderne: Selbstmord der Kunst?“, die halb-


Sonderthema der Anzeigenredaktion

Projektleitung: Helmut Dietl Das sind die am Projekt Joanneumsviertel beteiligten Firmen: Almer Dach, Alpine Bau, ARGE Gussasphalt, ARGE Museumsviertel Joanneum, Baukoord Eigner, Bitzan Beratung & Management, Blaschitz GmbH, Brandstätter GesmbH, Bscheider Malerei, Busz GmbH, Conject AG, EAM Systems, Eibegger Installationen, Fleischmann & Petschnig, Föhlich, Forster Metallbau, Freller ZT, Ganser Maschinen, Gapp GmbH, Gloggnitzer Tischlerei, Hübl Haustechnik, Kahr GmbH, Keller Grundbau, Kone Aufzüge, Lichwitz-Leinfellner Kultur, Lieb Bau Weiz, LIG Steiermark, Mathoi, Mediasystem, Pechmann Ingenieursbüro, Petschnigg ZT, Pfeiler, Pi-Planung Elektrotechnik, PKE Elektronics, Pollak Fliesen, Rabl ZT, Restaurator Schwarz, Schaden Lebensräume, Schneeberger, SFL Technologie, Siemens, Steiner Bau, Steirerhaus Holzbau, Stengel Stahlbau, Strabag, Tornado Feuerschutz, TRS Sonnenschutz, Wallner dämmt

Bei der Restaurierung von historischen Gebäuden gilt es stets, besonders umsichtig vorzugehen. Das im Jahre 1811 von Erzherzog Johann gestiftete Landesmuseum Joanneum zählt aufgrund seiner vielfältigen Sammlungen zu den bedeutendsten österreichischen Landesmuseen und wurde anlässlich seines 200jährigen Bestehens umfassend revitalisiert und modernisiert. Dies mag der Grund sein, dass die Firma Bscheider aus Unterpremstätten bei der Renovierung des Joanneumsviertels mit der Umsetzung sämtlicher Mal- und Stuckaturarbeiten beauftragt wurde. Besonderes Augenmerk wurde auf die strikte Einhaltung der strengen Bundesrichtlinien, die für historische Gebäude gelten, gelegt. Vom Abtragen alter Farbschichten, sämtlichen Spachtelarbeiten bis hin zum Auftrag der neuen Farbe zeigte Bscheider, dass meisterliches Handwerk und innovative Modernisierung keinen Widerspruch darstellen. Infos: Bscheider GmbH

www.bscheider.at

jährlich neu gestaltet wird, um die Vielzahl an sehenswerten Kunstobjekten unterbringen zu können. Die andere Hälfte teilen sich das fix installierte Museum für Günter Brus, genannt BRUSEUM, und die Ausstellung „Hans Hollein“. Am 26.11.2011 ist die Eröffnung, man darf gespannt sein. „Was mich freut“, so Kulturlandesrat Dr. Christian Buchmann, „dass sich mit dem Joanneumsviertel in Ruf- und Sichtweite zum Kunsthausviertel ein weiterer Kulturhotspot entwickelt. Durch die architektonische Akzentuierung, die allerdings nur minimalinvasiv in den historischen Gebäudebestand eingreift, wird das Joanneum wieder die

Aufmerksamkeit der Steirerinnen und Steirer erfahren, die ihm – insbesondere seinen Sammlungen – zusteht. Ich habe seit 2005 die Entscheidungen des seinerzeitigen Kulturreferenten zum Neubau des Joanneumsviertels mitgetragen, habe aber auch immer darauf hingewiesen, dass eine schöne neue Hülle alleine noch kein Museum macht. Es muss auch Kapital vorhanden sein, um dort Programm gestalten zu können. Darauf wurde damals großzügig verzichtet, im Vertrauen, dass sich das dann schon regeln werde. Nun sind die großen Kulturinstitutionen, zu denen auch das Universalmuseum gehört, die Träger der Einsparungen des Landes im Kulturressort. Es wäre unredlich zu

Foto: Illemann

MP09 in Graz-Liebenau

Zwei Etagen über dem Innenhof des Joanneumviertels befindet sich das Büro von Projektleiter Robert Eder. Aus seinem Fenster hat man einen großartigen Blick über die ganze Baustelle. Hier laufen sämtliche Informationen zusammen und Eder muss für jedes auftretende Problem eine Lösung finden. Oft geht es um die Koordination der Arbeiten, eine Firma ist noch nicht fertig und die nächste kann deshalb mit ihrer Arbeit nicht beginnen. „In solchen Fällen muss ich dann auch einmal sehr klare Worte finden, aber im Großen und Ganzen ist bisher alles gut gelaufen“, meint Eder. Allerdings vereint diese Baustelle einige schwierige und zeitintensive Bereiche. Beispielsweise bereitet ein Umbau bzw.

Grazer Stadthalle

eine Generalsanierung immer größere Probleme als der Neubau eines Gebäudes. „Man weiß ja nie, was einen hinter der nächsten Wand erwartet. Bei so alten Bauwerken kommt es immer zu Überraschungen, dann muss man schnell handeln, sonst steht ein Teil der Baustelle still. Außerdem muss bei der Renovierung der alten Gebäude auch der Denkmalschutz mit einbezogen werden. Das bedeutet zusätzlichen Zeitund Koordinationsaufwand“, so Eder. Weitere große Herausforderungen sind „die kurze Bauzeit und der unverrückbare Fertigstellungstermin. Das ist wirklich ein hartes Stück Arbeit, aber wir schaffen es“. Der hohe Druck ist Eder nicht anzumerken, das ist auch nicht verwunderlich, betrachtet

man seine vorhergehenden Projekte. Immerhin entstanden unter seiner Regie die Grazer Stadthalle und das MP09 in Liebenau. Am 26.11.2011 ist es dann so weit, der Tag der Eröffnung ist da und Robert Eder hat ein weiteres Projekt erfolgreich zum Abschluss gebracht.


behaupten, dass diese Einsparungen niemand merken wird. Sie werden nicht im künstlerischen Programm zu spüren sein – das wird die gewohnt hohe Qualität des Teams des Universalmuseums haben, aber: es wird z.B. veränderte Öffnungszeiten geben.“ Beim Um- und Neubau des Joanneumsviertels handelt es sich um das größte Bauvorhaben in der Grazer Innenstadt, für das die Landesimmobiliengesellschaft (LIG) verantwortlich zeichnet. Ohne

Übertreibung kann man auch von einem Herzeige-(Prestige)Projekt des Landes Steiermark sprechen. Das Joanneum selbst hat schon als historisches Gebäude nicht zuletzt auf-

men. Das Joanneumsviertel ist eben eine außergewöhnliche Baustelle. Ganz anders als bei Neubauten kommt es bei der Sanierung oder beim Umbau derartiger historischer

Große Herausforderungen grund seines Gründers einen großen historischen Wert für die Steiermark. Vor 200 Jahren errichtet, ist es im Laufe seines Bestehens zu mehrmaligen Umbauten gekom-

Bauten trotz detaillierter Planung oft zu unerwarteten Herausforderungen für die ausführenden Firmen – für niemanden wirklich voraussehbar. Bei all diesen Gegebenhei-

ten mussten und müssen die ausführenden Firmen entsprechende Maßnahmen setzen und darauf reagieren, wie Klipp bei Gesprächen mit Verantwortlichen der bauausführenden Firmen erfahren konnte. Auf der einen Seite ist die knappe Bauzeit unbedingt einzuhalten und auf der anderen Seite müssen auch die Auflagen des Denkmalschutzes erfüllt werden. Und da sind natürlich die Kompetenz, Erfahrung und Kreativität aller Beteiligten gefordert.

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Verschwiegenheit ist Pflicht Sicherheit ist garantiert

Das Joanneumsviertel ist eines der Großprojekte, das seitens Siemens von Martin Polzhofer projektiert und geleitet wird. Dabei ist Verschwiegenheit, was die Sicherheits- und Alarmeinrichtungen betrifft, Pflicht. „Derzeit befindet sich die Anlage noch im Probebetrieb – wir liegen gut im Zeitplan und der Fertigstellungstermin wird eingehalten“, so Polzhofer. Während des Probebetriebs werden einzelne Sektoren scharfgeschalten, um sämtliche Funktionen der Anlage zu testen. Anschließend findet die entsprechende Feinjustierung statt, welche über die Leitstandzentrale, sozusagen das Gehirn der Anlage, erledigt wird. In diesem, während des regulären Betriebs, rund um die Uhr besetzten Sicherheitszentrum laufen sämtliche Informationen von Kameras und Meldungen der einzelnen Systeme zusammen. „Aus der Leitstandzentrale wird

Aushängeschild für unser Unternehmen

später die ganze Anlage überwacht und gesteuert“, so Polzhofer. Monate der Planung stecken in dem Sicherheitskonzept, welches die drei Gebäude des Joanneumsviertels vor Vandalismus, Diebstahl und unbefugtem Zutritt schützt. Allerdings ist zu beachten, dass sich im Museum einige der wertvollsten und historisch bedeutsamsten Kunstschätze der Steiermark befinden. „Diese unersetzlichen Kulturgüter gilt es optimal zu bewachen. Da Siemens auch Banken, Flughäfen und andere wichtige Einrichtungen ausstattet, ist vor Ort für beste Sicherheit gesorgt. Obwohl wir hier einen großen Aufwand betrieben haben, wird der Museumbesucher von all der Technik und Video-Überwachung nichts mitbekommen“, ist Polzhofer überzeugt. www.siemens.at/icbt

Die steirische Firma SFL stützte sich bei der Konstruktion der Kegel vornehmlich auf ihr Knowhow und nach Möglichkeit auch auf bereits eingesetzte Materialien. „Gemeinsam mit den Architekten mussten wir abstimmen, welche Möglichkeiten und Umfänge wir haben“, so der SFL-Projektleiter. Europaweit gibt es auf dieser Ebene der Konstruktionstechnik etwa 5–10 weitere Firmen, die solche Vorhaben hätten umsetzen können. „Dass Glas gebogen wird, ist nichts Neues, vielmehr ist die Gesamtkonstruktion und Art und Weise der Verwendung bei diesem Projekt einzigartig“, so SFL, und weiter: „Grundsätzlich veredeln wir ja das Glas, biegen und verkleben es.“ „Die besondere Architektur hat uns veranlasst, dass klarerweise alle Kegel Prototypen sind, wonach wir beweisen konnten, was sich aus Glas alles bewerkstelligen lässt. Diese Konstruktion ist aufgrund der ausgefallenen Architektur ein Aushängeschild für unser Unternehmen.“ „Eine große Herausforderung war neben der statischen Dimensionierung die Planung in 3D. Ein durchschnittliches Element beläuft sich preislich auf knapp 20.000 Euro. Üblicherweise hat man bereits in der Produktion etwa 15% Materialausfall durch Glasbruch. Bei der Montage zersplitterten 3 oder 4 Stück.“


Anspruchsvollstes LIG-Projekt Die Generalsanierung der beiden Häuser Raubergasse und Neutorgasse des Universalmuseums Joanneum und der Landesbibliothek verbunden mit dem Neubau des Besucherzentrums stellt LIG-GF Werner Erhart-Schippek, GF Albrecht Erlacher und Carl Skela, Projektleiter das mit Abstand größte und anspruchsvollste Projekt der Die Bilanz der Landesimmobilien-GesellLandesimmobiliengesellschaft Steiermark schaft mbH zum hochkomplexen Großdar. Die Herausforderung lag in der be- projekt Joanneumsviertel fällt durchwegs hutsamen Kombination von Alt und Neu. positiv aus. Für die im Zuge einer umfasEin denkmalgeschütztes Ensemble mitten senden Bestandssanierung immer auftrein der Grazer Altstadtschutzzone zu ei- tenden Überraschungen konnten letztnem modernen Museum mit zeitgemäßer endlich immer wirtschaftliche und gute Museums-, Klima- und Sicherheitstechnik Lösungen gefunden werden. Erschwezu adaptieren, stellt hohe Anforderungen rend war jedoch der feststehende Fertigan die Architektur dar und verlangt viel stellungstermin zum Stiftungstag des MuFingerspitzengefühl in Planung und Um- seums, der allen Beteiligten größte Tersetzung. Mit dem neu errichteten unterir- mintreue abverlangt. Dem vorbildlichen dischen Besucherzentrum konnte auch die Einsatz von Planern, ausführenden Firmen Aufgabe, in dieser sensiblen Zone einen und den Mitarbeitern der LIG ist es zu verZubau zu errichten, städtebaulich ausge- danken, dass das Bauvorhaben im vorgesprochen gut gelöst werden. Die Stadt sehenen Budget und Zeitrahmen erfolgGraz ist damit um einen besonders attrak- reich fertiggestellt werden kann. tiven Platz reicher geworden.

Steiner Bau aus dem Lavanttal

Kompetent und erfahren „Zum Glück haben wir schon Erfahrung bunden ist, ergab sich ein logistischer Vordamit, was in der Grazer Innenstadt so al- teil, weil man sozusagen mit Sack und les vorkommen kann“, sagt Walter Ro- Pack von der Nachbarbaustelle Sparkasscher, Geschäftsstellenleiter von Steiner sengebäude zum angrenzenden JoanBau Graz. Bei historischen Gebäuden sei neumsviertel gesiedelt ist.“ Bei historischen Gebäuden kommt es vor allem das Unterfangen immer wieder zu Ändeeine sehr sensible und heikrungswünschen des Baule Arbeit, kommt es doch herrn, daher sei die beim Ausheben der BaugruBestandsaufnahme im Vorbe immer wieder zu Überrafeld, so Walter Roscher, ganz schungen. „Das ist nun beim wesentlich für den zügigen Joanneumsviertel so geweAblauf. „Da haben wir jetzt sen, wo wir überraschenderbeim Joanneumsviertel Leisweise und unvorhergesetungsstörungen hinnehmen hen auf eine sandige Schicht müssen und es kam auch zu im Unterbau gestoßen sind. vielen Planänderungen, soViele Dinge siehst du erst dass die vorausberechneten beim Ausheben selbst und Kosten nicht immer zu halten dann musst du rasch reagie- Ing. Walter Roscher, Geschäftsstellenleisind. Aber so ist es in unserer ren.“ Erfahrung mit diesen Dinter Steiner Bau Graz Branche: Einmal geht’s besser gen gewann Steiner Bau in den und einmal eben weniger gut.“ letzten Jahren schon beim Bau des Grazer Kunsthauses, beim Neubau des Mittlerweile atmen seine Leute bereits die Sparkassengebäudes und auch bei der gesunde Höhenluft von St. Radegund, der Kastner&Öhler-Tiefgarage. „Da die Aus- nächsten Großbaustelle: dem Rehabilitastattung und Einrichtung einer Baustelle tionszentrum in St. Radegund. grundsätzlich mit hohem Aufwand ver-


EIN ESTRICH, DER SICH SEHEN LASSEN KANN Die Arge Gussasphalt hat 25-jährige Erfahrung mit der Herstellung von Estrichen und fertigen Belägen aus Gussasphalt. Der Gussasphalt ist eine umweltfreundliche, schnelle und saubere Lösung für Industrie, Landwirtschaft, Privatbereich, Veranstaltungszentren und mehr … • • • • • • • FF-Garage

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Als wasserunempfindlicher Estrich mit hohem Trittschallschutz und geringer Staubbildung findet Gussasphalt-Estrich seine Anwendung in Lehrwerkstätten, Hobby- und Fitnessräumen, Archiven, als angenehmer, pflegeleichter Belag in Geschäften und Industriebetrieben, Garagen und Messehallen. Durch die rasche Nutzbarkeit in 4 bis 6 Stunden nach der Verlegung ist Gussasphalt-Estrich für Sanierungsmaßnahmen und wo keine Zeit für lange Trocknungszeiten bleibt, die optimale Grundlage für rasches Bauen.

Die vielfältigen Anwendungsbereiche von Gussasphalt-Estrich reichen von Industrieböden bis zu jeder Art von Stallungen (Rind, Schwein, Pferd, Hühner), von Gehsteigen und Traufenpflaster bis hin zu Terrassen und Hofkellerdecken. Es gibt kaum einen Bereich, der nicht zumindest eine diskutierbare Alternative bildet. Wo Zeit Geld ist, wo Komfort vorgeht, wo Qualität wichtig ist und wo ökologisches Bauen eine gesunde Basis braucht, sind wir der richtige Partner.

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Seine Venusbretter Von Michaela Vretscher

E

normer Besucherandrang, darunter Freunde und KünstlerkollegInnen, herrschte bei der Vernissage im Steirischen Feuerwehrmuseum Groß St. Florian, für die die Fahrzeughalle zum Schauplatz des Festakts umgestaltet wurde. Alle wollten ihm zum 70er gratulieren. Gerald Brettschuh und sein unverkennbarer bildnerischer Ausdruck wurden prägnant charakteri-

Gerald Brettschuh, Zeichner, Maler, Bildhauer, Schriftsteller: Liebeserklärung an die Frauen.

Selbstbildnis

siert von Manfred Prisching. Gerald Brettschuh wurde in Arnfels geboren und lebt heute wieder dort. „Ich bin im Sommer 1976 mit Frau und Kindern ins Haus meiner Mutter nach Arnfels gezogen; im Winter starb sie. Ich begann zu zeichnen. Tage- und nächtelang, wochenlang, rauschig, nüchtern, monatelang; den Remschnigg entlangwandern, wieder baden in Teichen rundum, der Fiedelbogenteich in der Sonne, weit und breit kein Wien!“ In Verquickung der äußeren mit der inneren Welt erschafft Brettschuh seine Werke, kooperiert Utopie wie Mythos mit der Wirklichkeit. Er bannt Landschaften – „arkadische Stimmungen“, Figuren, Gegenstände des (ehemaligen) bäuerlichen Alltags auf Leinwand, Papier, Karton – und: er ist „versessen auf Hölzer“. Die „Venusbretter“ – Akte, etwa auf Fichten-, Thujenoder Lärchenholz, das zum Teil selbst in der Verwendung als Dachschindeln oder Giebelbretter eine lange

Geschichte erzählen könnte – erweisen sich als „Liebeserklärung an die Frauen“. Auch „Im alten Weinberg“ tummelt sich eine aufreizende Damengruppe und in der „Frühlingslaube im März“ Venusbretter: lockt Eva von Öl auf Fichte gemalt Lucas Cranach. Den alten Meistern zollt der „steirische Schiele“ – wie er von einigen genannt wurde – Ehrung, doch Brettschuh kopiert nicht, er schöpft aus der Landschaft seiner Heimat, aus Erlebtem, Beobachtetem, hat – wie es Richard Rubinig ausdrückte, „kein anderes Modell als das Leben. Bei ihm ist alles optische Sinnlichkeit und Bewegung.“ www.feuerwehrmuseum.at v

„Flavia Solva“: Kleinlauter Rückzug der Joanneum-Chefetage

Archäologischer Supergau abgewendet Von Sylvia Einöder

S

chütten wir die Ausgrabungen in ,Flavia Solva‘ zu!“ Während in „Carnuntum“ der Sensationsfund einer Gladiatorenschule für Furore sorgte, wurde in der Steiermark dieser irrwitzige Vorschlag laut. Er kam nicht von einer Baufirma oder wirtschaftlichen Interessenten, sondern aus der Chefetage des Universalmuseums Joanneum. Dort ist das Geld durch die vom Land verordneten 25%-Einsparungen und den Joanneum-Viertel-Bau knapp. Als die Kultureinrichtung den Sparstift ausgerechnet bei der landesweit einzigen Römerstätte „Flavia Solva“ ansetzen wollte, folgte ein empörter Aufschrei von ExpertInnen und PolitikerInnen wie SP-Landtagsabgeordnetem Detlef Gruber oder SP-Nationalratsabgeordnetem Josef Muchitsch. „Es wird weder eine Schließung des Museums noch ein Ende der Grabungen

KLIPP September/Oktober 2011

geben“, verlautbart die JoanneumGeschäftsführung nun fast kleinlaut. Man suche mit der Marktgemeinde Wagna, dem Bundesdenkmalamt und VertreterInnen des Landes eine „für alle akzeptable Lösung“.

Verborgene Schätze warten auf Freilegung Auf unfinanzierbare 400.000 Euro würden sich die nötigen Sanierungsarbeiten der antiken Ausgrabungsstätte belaufen, hieß es erst aus dem Joanneum. Mit etwas Kreativität und gutem Willen ist eine weitaus günstigere Lösung möglich: „Die Kosten können auf 30.000 bis 50.000 Euro gesenkt werden, indem wir mit dem AMS und den Unis kooperieren“, so Wagnas Bürgermeister Peter Sunko. Tourismus, Gemeinde und Bildungseinrichtungen brauchen die 2.000 Jahre alten Ausgrabungen mit dem Museum. Die grüne Klubobfrau Ingrid Lechner-Sonnek brachte die Kritik vieler auf den Punkt: „Für die

Doch noch vernünftige Lösung: Tausende Jahre Geschichte werden nicht zugeschüttet.

Flugshow Airpower gibt es 800.000 Euro Steuergelder, aber für einen solchen archäologischen Schatz nichts?“ Neben „Flavia Solva“ gibt es in Österreich nur zwei weitere freigelegte Römersiedlungen, nämlich „Carnuntum“ in Niederösterreich und „Aguntum“ in Osttirol. Im Vergleich zu den 26 Millionen Förderung, die das Land Niederösterreich in „Carnuntum“ investierte, handelt es sich bei der kleinen

Ausgrabungsstätte „Flavia Solva“ um geradezu bescheidene Summen. Dabei gäbe es laut dem Chefarchäologen im Bundesdenkmalamt, Bernhard Hebert, noch viele römische Schätze in „Flavia Solva“ freizulegen: „Ganz große Teile sind noch gar nicht ausgegraben, unter anderem ein gut erhaltenes Amphitheater. Das wäre etwas ganz Besonderes, womit ‚Carnuntum‘ nicht aufwarten kann!“  v 31

Kultur

Viel Applaus für Gerald Brettschuh, den steirischen „Schiele“, zum 70er


L e b e n & le u te

Weil es mein Zuhause ist Spätestens seit dem berühmten Slogan eines schwedischen Möbelhauses entwickelt sich der Trend weg vom Zweckmäßigen, hin zum Leben! Dabei wird das Eigenheim häufig zum Wohlfühl-Ort umfunktioniert.

N

achdem weltweit mehr und mehr Naturkatastrophen geschehen und sich erneut wirtschaftliche sowie finanzielle Unsicherheit ausbreiten, setzt man vielerorts auf ein sicheres und schönes Zuhause. Dabei steht – mit Blick auf die kalte Jahreszeit – Wohlfüh-

Helmut Dietl

Am Wort

der Rückzug ins Private, das Streben nach Ruhe, als Antwort auf eine hektische und mitunter bedrohlich wirkende Welt der Globalisierung.

Wohnbad und Wellness len und Wellness an erster Stelle. Erst waren es die Küchen, in die viel Geld gesteckt wurde, dann die Wohnzimmer und schließlich die Gärten und Bäder. Die Menschen wollen sich wohl fühlen, sich ihr individuelles Reich schaffen und ihrem Heim eine persönliche Note geben. Was das Design anbelangt, wächst die Vielfalt und der Geschmack ist anspruchsvoller geworden. Wichtiger wird auch die ästhetische Abgrenzung zum Nachbarn –

Die Liebe zu den eigenen vier Wänden sowie der Wunsch nach Entspannung und Erholung bewegen auch dazu, sich ein schönes Badezimmer zu gestalten. Im Design überwiegen weiche Formen sowie leichte Materialien, wobei die Farbe Weiß und ruhige Couleurs im sogenannten Wohnbadezimmer dominieren. Dabei werden Holz und Stein mit Keramik kombiniert. Lichtkonzepte und Akustiksysteme runden das Badeerlebnis zusätzlich ab. Der

aktuelle Hit sind jedoch Duschkabinen mit integrierter Infrarotkabine. Demnach wird fleißig in sogenannte Home-Wellness investiert, zumal ein Aufenthalt in der Therme viel Zeit und vor allem Geld in Anspruch nimmt. So kommt’s, dass sich einige Sparer eine eigene Wellness-Oase erschaffen. Von der kleinen Sauna über ein eigenes Solarium bis hin zu einem Pool im Garten ist alles möglich und mittlerweile auch leistbar geworden. Es braucht manchmal nur wenig Zeit, um sich zu erholen. Und zu Hause funktioniert das hervorragend: keine lästigen Autofahrten, keine fremden Menschen, keine bedenkliche Hygiene – einfach Entspannung pur! v

Geiger ließen aber über eines keinen Zweifel: „Die Leistbarkeit beim Wohnen kann für gewisse Bevölkerungsschichten nur über Objekt- und Subjektförderungen gewährleistet werden.“ Also ein klares Bekenntnis zur Wohnbauförderung. Schwerpunkt beim Wohnen der Zukunft sollte die Leistbarkeit sein. Diese kann für gewisse Bevölkerungsschichten nur über Objekt- und Subjektförderungen gewährleistet werden. Zusätzlich sind aufgrund der sehr hohen Anforderungen im Wohnbau klare Schwerpunktbildungen hinsichtlich Ökologie, technischer Ausstattung, Baulandnutzung sowie Wohnungsgrößen unerlässlich. Entscheidend hiebei sind nicht nur die Herstellungskosten, sondern vor allen Dingen auch die laufenden Betriebsund Instandhaltungskosten von Wohnhausanlagen. Die GWS reJohannes Geiger, Brigitte Kapper und Aufsichtsratsvorsit- agiert darauf mit zielgerichteten Wohnkonzepzender Georg Wolf-Schönach: Wohnbauförderung weiterhin ganz wichtig (v. l.) ten.“ v

Foto: Werner KRUG

ie GWS hat in den letzten 20 Jahren mehr als 5.000 Wohnungen neu errichtet. Allein heuer, im Jubiläumsjahr, sind es 300. Von bescheidenen Anfängen im oststeirischen Pischelsdorf zu einem Bauträger der Steiermark geworden (jährliches Volumen rund 40 Millionen Euro) feiert die GWS (mit ihren 70 Mitarbeitern) heuer ihren 60. Geburtstag. Beim Symposium aus diesem Anlass im Messe Center Graz beleuchteten Experten die Zukunft des Wohnens. Die GWS-Geschäftsführer Brigitte Kapper und Johannes

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Der Gewinner des Lehrlingswettbewerbs „Styrian Skills“, Manfred Lamprecht von der Firma Roth (Bildmitte), präsentiert beim firmeninternen Lehrlingseinstand seine Siegerurkunde.

Lehrlingsschmiede

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ür 17 Jugendliche beginnt auch heuer wieder ein neuer Lebensabschnitt: Der Eintritt in die Arbeitswelt. „Lernen fürs Leben“, lautet ein bekannter Spruch: Nach diesem Motto werden auch bei der Roth Handel & Bauhandwerkerservice GmbH seit Jahrzehnten Lehrlinge ausgebildet. „Die 17 jungen Berufseinsteiger erhalten bei uns eine sichere und zukunftsweisende Ausbildung“, betont Hans Roth. Der in der Oststeiermark verwurzelte Sanitär- und Bäderprofi bildet momentan in Summe rund 80 Jugendliche in 8 unterschiedlichen Berufen aus. Demnach setzt man auch weiterhin auf Talente aus den eigenen Reihen. Ein eigens initiiertes Ausbildungsprogramm – Learning by doing und fachliche Schulung – zielt dabei auf Handwerkskönnen erster Güte ab. Außerdem wird auf Persönlichkeitsentwicklung und Zwischenprüfungen Wert gelegt. „Wir sind uns bewusst, dass die Ausbildung unserer Lehrlinge den künftigen Erfolg unseres Unternehmens wesentlich entscheidet. Deshalb setzen wir besonders auf Green Jobs“, so Margret Roth. Die Ausbildungen starteten jedes Jahr im August und dauern je nach Lehrberuf 3 bis 4 Jahre.  v PR

Wohnen muss leistbar bleiben D

Foto: pixelmaker

GWS forciert ökologisches Bauen

KLIPP September/Oktober 2011


L e b e n & le u te

ODÖRFER zeigt hansgrohe

Steirer investieren vermehrt in die eigenen vier Wände.

„Ist absolut notwendig“ Landesrat Johann Seitinger im KLIPPGespräch zur Wohnbauförderung. Momentan ist die Wohnungsnachfrage, trotz steigender Preise, größer als das Angebot. Seitinger: Alleine in Graz und Umgebung gibt es derzeit 45% aller steirischen Wohnbauprojekte. Die Nachfrage hat sich in den vergangenen 2 Jahren enorm verstärkt, weil nicht nur Anleger, sondern auch Privatpersonen vom Sparbuch zum Grundbuch wechselten. Daher wurde der Markt knapp und teuer. Mittels Wohnbauförderung versuchen wir besonders jungen Menschen den Einstieg zum Eigenheim zu erleichtern. Wird der Bedarf der Wohnbauförderung künftig genauer geprüft? Seitinger: Ja! Vor dem Hintergrund des Sparbudgets und 3,4 Milliarden Euro an Altlasten

haben wir eine herausfordernde Aufgabe zu erfüllen: eines der wesentlichen Grundbedürfnisse des Menschen zu befriedigen, nämlich Wohnen auf hohem ökologischen Niveau. Dabei werden wir uns genau ansehen, an welchen Standorten Förderungen tatsächlich Sinn machen. Wohnen sollte aber – egal ob Stadt oder Land – erschwinglich bleiben. Seitinger: Die Wohnkosten dürfen ein Drittel der Lebenshaltungskosten nicht übersteigen. Wie sehen Wohnbaukontingente in peripheren Gebieten künftig aus? Seitinger: Es ist wichtig, dass im ländlichen Raum sowohl die Arbeit als auch das Wohnen in unmittelbarer Nähe sind. Somit kann die Landflucht unterbunden und können Kontingente ausgegeben werden. Würde ferner im Geschosswohnbau mehr Holz zum Einsatz kommen, wäre das ein guter Lösungsansatz – quasi energie­ autarke Häuser. Trägt die Single-Gesellschaft ebenfalls zu einer erhöhten Wohnungsnachfrage bei? Seitinger: Die Single-Haushalte explodieren und gleichzeitig steigt der Anteil älterer Menschen. Deshalb streben wir die Schaffung von Wohnverbund-Systemen an. Bei diesem Modell vereinigen sich verschiedene Altersschichten unter einem Dach, um von gegenseitiger Hilfe zu profitieren.

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Das Gespräch führte Helmut Dietl. KLIPP September/Oktober 2011

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MOTOR & AUTO

Isabella Hasewend

AUS DER BOXENGASSE

Fotos: Heimo Ruschitz

Der Geruch von Gummi, Öl und Benzin steigt in meine Nase. Mechaniker schrauben an den Ferraris herum und machen letzte Überprüfungen. Den Mythos Ferrari erleben konnte man am Red-BullRing bei den Ferrari Racing Days. Und hunderte der sündteuren, schnellen Karossen aus Maranello düsten nach Spielberg in die Steiermark.

Auftritt hunderter Luxusautos am Red-Bull-Ring

Mythos Ferrari E

in seltener Augenschmaus für die Liebhaber der italienischen Nobelmarke, die ausnahmsweise – aus Anlass des neuen Red-Bull-Rings – dieses Jahr die Ferrari Racing Days in der Stei-

Der schwarze Ferrari FXX von Michael Schumacher ist einer von weltweit nur 31 hergestellten Modellen. Eines haben sie alle gemeinsam: Sie sind nicht für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen.

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ermark veranstaltete. Sonst machen diese in Monza, Valencia, an der Algarve, in Le Mans oder Spa Station. Ja, da kriegst du als eingefleischter Motorsport-Fan schon Ehrfurcht in der Box, wenn du den Motor des

schwarz lackierten Ferrari FXX von Michael Schumacher warmlaufen hörst. Ein Wahnsinnssound! Auch die restlichen fünf um uns stehenden FXX starten ihre Motoren und es wird richtig laut. Gehörschutz ist

Für Motorsport-Fans fast „Musik“ in den Ohren, für Kinder aber etwas laut.

KLIPP September/Oktober 2011


zwei schwarz lackierte. Und einer davon gehört Michael Schumacher. Kostenpunkt rund eine Million Euro. Auch in der nächsten Box wird’s nicht viel „billiger“, denn da wird an den Ferrari 599XX herumgebastelt und poliert. Auch von diesem Modell gibt es nur 30 Exemplare, die noch dazu nur an ausgewählte Kunden abgegeben wurden. Jeder musste dann über eine Million Dollar für seinen Traum aus Italien hinblättern. „Der 599XX ist mit seinen 730 PS fast gleich schnell wie der FXX. Man merkt fast keinen Unterschied. Nur hier zum Beispiel in Spielberg, wenn es bergauf geht, dann zieht der FXX schon ein wenig davon“, schwärmt ein Mechaniker, der gerade in Schumachers FXX sitzt.

Auch kleinere Kollisionen und Reifenplatzer bleiben bei den schnellen Runden am Red-BullRing leider nicht aus.

Arrows oder Jordan zum Start. Richtiges Formel-1-Feeling kam auf. Ein Pfiff ertönt. „1 Minute noch bis zum Rennen“, lese ich auf dem Schild, das eine Frau den Teilnehmern hochhält. Jetzt müssen auch wir und alle anderen runter von der Rennstrecke. Denn es geht gleich

Felippe Massa um WM-Punkte Vollgas gaben. O PS: Autos hui, Verpflegung pfui. Wenn Weltmeister Sebastian Vettel von Red Bull auch so schlecht „betreut“ werden würde, ... An den drei Tagen gab’s für „Normal-Besucher“

Denn insgesamt waren rund 500 Ferrari-Fahrer nach Spielberg gekommen. Schon klar, nicht die Dimension eines Harley-DavidsonTreffens vom Faaker See, aber dennoch ein seltenes Ereignis.

Gänsehaut-Feeling Eine Woche vorher gab’s das AvDRennwochenende, wo auch Formel1-Autos bis zum Baujahr 2006 im Renneinsatz waren. Beim BOSS GP stehen für 2001 insgesamt 14 Rennläufe am Programm – darunter auch Rennstrecken wie Hockenheim, Spa-Francorchamps, erstmals Monza und der Red-Bull-Ring. Da rollen zum Beispiel der Original-Benetton von Michael Schumacher oder andere legendäre Formel-1-Wägen von

Beim BOSS GP kommt richtiges Formel-1-Feeling auf, kämpfen doch die Fahrer „alter“ Formel-1-Boliden bis zum Baujahr 2006 um Meisterschaftspunkte.

los in die Warm-up-Runde. Man fühlt sich plötzlich in die Zeit zurückversetzt, als am alten A1Ring ein Michael Schumacher, Rubens Barrichello, Alain Prost oder

nicht einmal die Möglichkeit, sich am Ring ein Würstel zu kaufen. Da erweckt fast den Anschein nach Absicht, denn Red Bull präsentiert sich ja sonst ein Weltmeister in Sachen Organisation und Perfektion.

In der Box werden die Ferrari 599XX und FXX auf Hochglanz poliert, anschließend warmlaufen gelassen, bevor sie für die so genannten „XX Programmes“ in die Boxengasse gefahren werden. Dieses Programm stellt für die Teilnehmer zwar ein reines Vergnügen dar, weil es außer Konkurrenz ausgetragen wird, ist jedoch ein absoluter Augen- und Ohrenschmaus.

KLIPP September/Oktober 2011

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MOTOR Aber man kommt auch zur Sache und es geht auch beinhart zu am Red-Bull-Ring, wenn es um Punkte und Siege für die Ferrari Challenge geht. Da gibt’s keinen Pardon, auch bei den so genannten „Gentleman Drivers“, die in ihrer eigenen Serie Coppa Shell um den Titel fighten. „Da muss irgendwo ein Nest sein“, hören wir einen Murtaler witzeln.

AUTO

Pflicht. 860 PS haben diese Boliden unter der Haube! Und dann geht’s hinaus auf die Rennstrecke, wo sie die nächsten rund 40 Minuten ihre Runden drehen. Auf der Zielgeraden mit dem unverwechselbaren Ferrari-Röhren bei etwa 250 km/h. Es ist kein wirkliches Rennen, daher für die Fahrer reines Vergnügen. Im Gegensatz zu den anderen Ferraris ist der FXX jedoch nicht für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen. Er wurde mit Hilfe von Michael Schumacher und Rubens Barrichello entwickelt und in einer Auflage von weltweit nur 31 Modellen hergestellt. Darunter gibt es nur


MOTOR & AUTO

Hype um E-Autos auch auf der IAA in Frankfurt

Durchbruch nicht vor 2020 Das Elektroauto wird – für die Umwelt leider – ein Nischenprodukt bleiben in den nächsten zehn Jahren, ist nicht die heilbringende Lösung für die Rettung unseres Klimas. Wohl aber in den Mega-Cities wie Tokio, Mexiko, Mumbai, Peking, Shanghai – dort wird es einen Boom erleben.

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ie Autoerzeuger setzen weiterhin auf eine Fächerstrategie, man optimiert die Benzin- und Dieselfahrzeuge, auch den Hybridantrieb und entwickelt die Brennstoffzelle weiter. Das größte Handicap bleiben einfach die geringe Reichweite der Batterie, der höhere Anschaffungspreis, aber auch noch offene technische Details – es gibt keine Abwärme des Motors. Was passiert da im Winter? Dann hat man noch weniger Reichweite, wenn man die Heizung einschaltet. Wenn es wirklich alltagstauglich ist, der Preis passt, die Reichweite, dann wird sich das E-Auto durchsetzen. Denn der Auto-Käufer akzeptiert keine Nutzungseinschränkung. Er ist gegenüber Zukunftstechnologien freundlich gesinnt, aber vor allem in Umfragen, wenn es ums Kaufen geht, will er nichts aufgeben. Der Hype um das E-Auto besteht also auf dem Papier oder in den Köpfen.

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Das zeigen auch die Absatzzahlen – da sind hunderte und nicht tausende. Von 250.000 E-Autos in zehn Jahren in Österreich spricht man. Sie würden nur ein Prozent mehr Stromerzeugung benötigen, aber daran liegt es nicht. Der Wiener Motorenforscher Fritz Intra in einem „Profil“-Gespräch: „Erklären Sie den Millionen Menschen weltweit, die nur ein Auto haben, das unten auf der Straße parkt, wo sie täglich den Strom tanken sollen und dass sie morgens nicht schnell zur Oma ins Spital nach St. Pölten fahren können, weil an kalten Tagen die Reichweite dafür nicht

ist allein für den Betrieb der Klimaanlage nach einer Stunde eine volle Batterie verbraucht. Im Winter gilt das Gleiche fürs Heizen.“ Wenn man die gewaltigen Fördersummen wegen der CO2-Emissionen in die schnellere Weiterentwicklung des Verbrennungsmotors stecken würde, dann hätten einige Prozent Effizienzsteigerung in der Summe einen gewaltigen Effekt. Alles Argumente, die klarerweise nicht ohne sind, aber träumen darf man doch schon: Dass in Zukunft das Wohnen über heute lauten Verkehrsstraßen wieder angenehm wird, weil der Autolärm fast weg ist, man keine Schallschutzfenster braucht, und, und. Noch Utopie und unvorstellbar, dass wir in der Stadt kaum Motorlärm hören werden. Was das alles in uns Menschen verändern würde. Ein Gutes habe der E-Hype dennoch: Die Entwickler sind unter gewaltigen Druck geraten, die Motoren sparsamer

vorhanden ist. E-Autos sind gut fürs Image, weil das Unternehmen als zukunftsträchtig eingestuft wird. Viele bringen damit Kunden in die Verkaufsräume, die nach einem E-Auto Ausschau halten, aber dann einen Benziner oder Diesel kaufen. Warum werden die dann so nachhaltig verschreckt? Stellen Sie sich vor, Sie geraten bei 36 Grad Außentemperatur in einen Stau, wie ich auf der Rückfahrt von München. Im Elektroauto

Klipp testet den Hyundai ix20:

Leichtfüßig

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s gibt wesentliche Feinheiten und Details, die ein Auto sympathisch machen, besser gesagt, in die man sich sofort „verliebt“, weil derartige Feinheiten zum Beispiel nur hochpreisige Autos in ihrer Ausstattung führen. Ja, ja, nicht ungeduldig werden, ich komm’ schon auf den Punkt. Das Kurvenlicht bei unserem Testfahrzeug, dem Hyundai ix20, ist äußerst angenehm, praktisch und trägt auch zur Fahrsicherheit – klarerweise am Abend oder bei mangelhafter Beleuchtung – bei. Ganz besonders schätzt man diese Feinheit, wenn man irgendwo einbiegt, einparkt oder weiß der Geier was macht. Selbst wenn man was sucht, das einem möglicherweise runtergefallen ist, hilft das Kurvenlicht. Das Fahren mit dem ix20 geht völlig in Ordnung, auch, wenn auf der Strecke der 6. Gang mehr der Fahrruhe

dient, weil der Lärmpegel im Inneren des Autos sonst doch eher groß ist. Bei 109 PS weiß man, dass die Leistung natürlich nicht jener eines Großwagens entsprechen kann. Vor allem dann spürt man das, wenn der Hyundai voll besetzt ist. 1.6 CVVT Comfort, 125 PS, ab 18.990 Euro

KLIPP September/Oktober 2011


„Was mache ich falsch, weil sich nichts tut?“, rufe ich hilfesuchend die Kollegin, die mit dem Peugeot Ion schon vertraut ist. „Nichts, Sie können schon wegfahren, sobald auf dem Display ,Ready‘ leuchtet.“ Na klar, wenn du gewohnt bist, auf das Anspringen des Motors und dessen Geräusch beim Herumdrehen des Zündschlüssels zu warten, dann passiert das. Doch beim Ion – da macht’s Klick, du legst den Schalthebel auf Drive und schon gleite ich dahin. Die Ruhe beim Ion ist für jene nicht so überraschend, für die Fahrzeuge mit geräuscharmen Motoren ohnehin der Alltag sind. Der Ion ist im Vergleich zu seinen Kollegen auf der Straße natürlich ein Kleinstauto und sieht ganz schnuckelig aus. Zu einem echten Konkurrenten für die Größeren wird er allerdings bei Kreuzungen. Denn da kann er es ohne weiteres mit den PS-strotzenden BMWs, Audis, Mercedes oder sonst was aufnehmen. Die haben wenig Chancen, ihm davonzufahren, denn aufs Strompedal und schon geht’s hurtig los. Und so, dass auf einmal Staunen aufkommt, wenn ein vermeintlich viel Schnellerer dem

Ion nicht wirklich den Auspuff zeigen kann. Klar, so was kostet Sprit, sprich Strom – und da bin ich schon bei der Batterieleistung. In der Stadt, da ist der Ion unschlagbar, auch, wenn man sich in die nähere Umgebung begibt, weil man nie daran denken muss, dass einem „der Saft ausgeht“. Hügel rauf und runter – da passt einfach auch die Kraft des Elektromotors und viele drehen sich um, denn er fällt ja auch von seinem Design her ganz mächtig auf. Man fährt an Tankstellen vorbei, schaut nicht auf die Spritpreise, denn die sind ja völlig uninteressant. Und das ist ganz angenehm in diesen Zeiten. Und was andere Autos nicht beherrschen können: Mit dem Ion kann man zurück genauso schnell fahren wie nach vor. Man sollte es nur nicht versuchen, so man nicht geübt ist. Und was passiert, wenn man wirklich weiter weg will? Klipp testete den Ion auf der Strecke von Graz nach Liezen. Und da sollte man schon darauf achten, dass die 150Kilometer-Werksangabe natürlich nur bei ganz bestimmten Bedingungen gilt. Hat man sich auf Tempo 100 festgelegt, so war es ratsam, schon nach 70, 80 Kilometer zu tanken. Das heißt, die nächste Tankstelle anzufahren und dort das Stromkabel anzuschließen. Eine halbe bis eine Stunde ist ratsam, dort wieder nachzutanken, denn dann geht’s bis zum Endziel. Aber

Frauen und Parklücken sind eine pikante Kombination: „Zeltweg Ost müssen wir runter“, macht mich mein Beifahrer auf die nächste Autobahnabfahrt aufmerksam. Im Kia Picanto geht’s nämlich zum Red-Bull-Ring in der Obersteiermark. Nein, nicht um dort die Höchstgeschwindigkeit unseres kleinen Flitzers auszutesten. Das überlassen wir den Sportwagenfahrern am Ring. Der ist nämlich für ein Wochenende zum Revier von Ferrari geworden – stehen doch die „Ferrari Days“ auf dem Programm. Und da kann man sich sicher sein, dass die die roten Geschoße nahe an ihre Grenzen heran austesten. Aber das ist eine andere Geschichte. Das Fahren mit dem Picanto macht Spaß, zumal ich es mir auf den ergonoKLIPP September/Oktober 2011

mischen Sitzen und aufgrund des höhenverstellbaren Lenkrades richtig bequem gemacht habe. Praktisch finde ich auch die Lenkrad-Fernbedienung für das Radio. Damit wird es möglich, die Sender zu wechseln, die Lautstärke zu regeln oder beim CDPlayer zum nächsten Titel zu springen – und das alles, ohne die Hände vom

MOTOR Allradflitzer EVOQUE

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Abschied fiel schwer

mehr als 100 Kilometer – das schafft der Ion nicht. Denn daneben braucht man ja auch noch, wenn’s heiß ist, die Lüftung, schaltet den Radio ein, die Klimaanlage – und all das saugt natürlich am Akku. Aber das tut dem guten Gesamteindruck vom kleinen, schmucken Elektroauto keinen Abbruch. Für die Stadt ist er gebaut und ihre Umgebung, und da werden E-Autos irgendwann unschlagbar. Denn die durchschnittliche Tagesstrecke, die Stadtfahrer zurücklegen, liegt bei rund 50 Kilometern. Und die sind kein Problem für den kleinen, unscheinbaren Kreuzungskraftprotz. Ein schwerer Abschied, wohl wissend, dass dem E-Auto der schnelle Durchbruch nicht gelingen kann.

Zuwachs Mit mit dem neuen EVOQUE hat das Jaguar und Land Rover Center in Graz Zuwachs erhalten. Der kompakte und mit technischen Finessen gespickte Allradflitzer von Land Rover schlägt im Design gehörig auf den Tisch und gibt sowohl am Lande als auch in der Großstadt eine Topfigur ab. Unter anderem neu ist das Start-Stop-System. Ab 35.000,– Euro ist der EVOQUE zu haben.

Der neue Hyundai Veloster:

Coupé mit drei Türen

Sabine Trummer, Denzel-Verkaufsleitung, Graz: „Der neue Veloster unterscheidet sich von traditionellen Coupés durch sein einzigartiges dreitüriges Konzept, wobei die hintere Tür an der Beifahrerseite sowohl praktisch als auch nützlich ist und so den Zugang in den für ein Coupé geräumigen Innenraum wesentlich erleichtert. Der verborgene Außentürgriff stellt si-

cher, dass das attraktive Design eines Coupés aufrechterhalten wird. Er ist damit ein vollwertiger 4-Sitzer. Er verfügt über einen 1,6-LiterVierzylinder-GTI-Motor mit 103 KW (140 PS) und auch einer optionalen Start-Stopp-Automatik. Mit 22.990 Euro ist man Veloster-Besitzer. Der Sport-Plus-Veloster hat ein Navigationssystem und damit auch ein Rückfahrkamerabild mit Begrenzungssignalisierung – sehr praktisch.“ O

Hilfreicher Kia Steuer zu nehmen. Apropos Radio – aus diesem vernehmen wir beim Wegfahren aus Spielberg, dass genau an diesem Tag die Klangwolke in Linz stattfindet. Und weil wir die immer schon einmal sehen wollten, machen wir uns auf nach Oberösterreich. Auf der tunnelreichen Strecke ist die „Automatik“-Stellung beim Abblendlicht hilfreich, da sich so das Licht im Tunnel automatisch an- und danach abschaltet. Und weil der Winter auch nicht mehr weit ist und gerade mir dann immer fingerkalt ist: In der Active-Ausstattung des Picanto gibt’s

eine Lenkradheizung und eine Sitzheizung. Nicht nur für uns Frauen immer wieder ein wichtiges Thema: Einparken. Doch das ist mit dem Kia Picanto kein Problem. Mit Hilfe der vier Sensoren im Stoßfänger des Rückfahrwarners komme ich schon beim ersten „Anlauf“ in eine kleine Parklücke der Linzer Innenstadt. Perfekt. Active-Ausstattung • 85 PS • 5Türer • Preis: 14.590 Euro • ABS ESC (Elektronisches Stabilitätsprogramm) • HAC (Berganfahrassistent) • VSM (Fahrzeugstabilitätsmanagement)

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AUTO

Der Ion von Peugeot


Oststeirische Ringana – ein Pionier bei Nachhaltigkeit Gesundheit

Gegen Chemie im Körper A llergische Reaktionen auf Lebens- und Pflegemittel sind eine Ursache dafür, dass die Wartezimmer der Ärzte immer voller werden. Der Hartberger Naturkosmetik- und Nahrungsergänzungshersteller Andreas Wilfinger ist ein Pionier. Er setzt völlig auf natürliche Stoffe und liegt damit goldrichtig. „Wir holen uns die Wirkstoffe aus der Natur und nicht aus der Chemie-Kiste. Die pflanzlichen Ingredienzien stammen aus kontrolliert biologischem Anbau, sie werden ohne Konservierungsmittel verarbeitet und sofort zum Kunden nach Hause geliefert“, so Andreas Wilfinger. Denn Frische bedeutet vor allem, dass es keine langen Lagerzeiten geben darf, die die empfindlichen Essenzen nicht überstehen würden. Durch den Direktvertrieb und damit kurzen Vertriebsweg sind die Produkte von Ringana haltbar bis …, und bis dahin bleiben sie auf jeden Fall frisch.

70 Prozent bestellen wieder Das gesamte Geschäftsmodell ist auf Nachhaltigkeit aufgebaut – angefangen bei der Philosophie „Natur pur“, über den Verzicht auf Konservierungs- und synthetische Zusatzstoffe, bis zum Wareneinkauf und zur Produktentwicklung. Diese Art der Produktion honorieren immer mehr Kunden. Die Wiederbestellungsrate

liegt bei 70 Prozent. Das erklärt auch das jährliche Wachstum – heuer sind es 40 Prozent Expansion. Damit steigt der Umsatz auf 11,5 Millionen Euro. Der Direktversand an die Kunden erfordert natürlich auch einen hohen logistischen Aufwand. Er funktioniert mit mittlerweile mehr als 5.000 Vertriebspartnern in Österreich, Deutschland, der Schweiz, in Italien

Ein Therapie-Ort für Atemwegserkrankungen

Heilstollen Oberzeiring

Foto: Gesundheit&Pflege

Gut eingepackt bei 8 Grad eine Stunde im Liegestuhl

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er Heilstollen in Oberzeiring gehört zu einem Stollensystem eines mittelalterlichen Silberbergwerks. Und Silber wirkt – das weiß man – seit Jahrhunderten und auch in der modernen Medizin entzündungshemmend. Die Tempe38

ratur im Heilstollen beträgt ständig 8 Grad und das bei einer Luftfeuchtigkeit von 98 Prozent. Damit ist der Heilstollen ideal für eine Therapie oder Prävention bei Atemwegserkrankungen, sprich wenn’s um Erkrankungen der Bronchien, Nasen-

nebenhöhlen und ähnliche Beschwerden geht. Die Therapie sieht vor, dass man sich aber nicht länger als eine Stunde täglich als Kurgast im Stollen aufhalten soll. In Kombination mit den physikalischen und medikamentösen Anwendungen im Therapiezentrum in Oberzeiring hilft eine Kur bei Erkrankungen der Atemwege. Nun verfügt Oberzeiring auch über ein Kurhotel, das allen Ansprüchen genügt. Das bestehende Hotel wurde auf insgesamt 67 Zimmer erweitert. „Es gibt bewilligte Kuren von Versicherungen, Hausärzten, aber auch private Gäste haben wir“, sagt Hoteldirektorin Sabine Enzinger. Eine Therapiewoche mit Vollpension kostet knapp 700 Euro. Das Therapiezentrum wird als Ambulatorium geführt, damit ist es auch Tagesgästen zugänglich. v

NaturkosmetikPionier Andreas Wilfinger

und Spanien. „Auch nach Hongkong haben wir es geschafft“, erklärt Andreas Wilfinger. Ein Team von 40 Mitarbeitern ist damit beschäftigt. Bedarfsorientiert wird drei Mal im Monat produziert, per Hand abgefüllt, verpackt und frisch versendet. Im Vergleich dazu wird ein herkömmliches Industriekosmetikprodukt zum Beispiel ein Mal im Jahr produziert und muss dementsprechend stark konserviert werden. „Täglich gehen bei uns 500 Pakete raus – von der Reinigungsmilch, über Gesichtswasser, multi­funktionale Creme-Konzentrate, Reinigungsmasken, Zahnöl, Deo, Waschgel, Shampoos, Haarmilch, Körpermilch, Nagelbalsam, bis hin zu den Nahrungsergänzungsmitteln für den Zellschutz, Verdauungsförderung, die Säuren- und Basenbalance, antioxidativen „Rundumschutz“ für Haut, Haare, Nägel, Bindegewebe, das Immunsystem, für die Niere, Blase, die Leber, den Magen, HerzKreislauf und die Gefäße … v

Landesrat Johann Seitinger fordert noch mehr Grundwasserschutz

Unser Wasser – ein „wahrer Segen“

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eim kürzlich über die Bühne gegangenen internationalen Wasserstammtisch in Graz mit 400 Experten aus aller Welt unterstrich Landesrat Johann Seitinger einmal mehr: Die Mehrheit der steirischen Wasservorkommen habe sogar Trinkwasserqualität und weise teils gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe auf. Das sei gegenüber anderen Ländern ein wahrer Segen und unschätzbarer Reichtum. Es gehe ihm vor allem darum, noch mehr Bewusstsein für das Wasser zu schaffen. Beim Symposium wurden städtische und ländliche Hochwässer sowie Wasserknappheit im Alpenraum unter die Lupe genommen und Lösungsansätze analysiert. Dabei stehen sowohl bauliche als auch nichtbauliche Maßnahmen im Vordergrund. Dahingehend wurden in der Steiermark in den vergangenen Jahren rund 180 Millionen Euro in ökologisch verträglichen Schutz vor Hochwasser und Naturgefahren investiert, 106 Rückhaltebecken sorgen in diesem Zusammenhang für Sicherheit in Wohngebieten. v

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Elektrostörfelder belasten Mensch und Gesundheit

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s muss nicht immer der Handymast von außen sein, der einem schlechten Schlaf beschert oder Kopfweh am Arbeitsplatz verursacht. Vieles ist hausgemacht, denn die Elektrogeräte – netzbetriebene Wecker, Fernseher, Halogen- und Schreibtischleuchten, PCs sowieso – und spannungsführende Leitungen in der Nähe des Schlafplatzes oder Schreib­ tisches, auch etwa ein nicht angeschlossener Motor am elektrisch verstellbaren Lattenrost eines Bettes, können zu magnetisch und elektrisch belastenden Umfeldern führen. „Diese Belastungen kann man messtechnisch erheben. Wir tun das und minimieren diese dann auch entsprechend“, sagt Ernst Konrad von Elektrobau Denzel.

„Dafür werden Mitarbeiter von uns geschult, damit sie die Daten der Messgeräte richtig interpretieren und dann auch die Sanierung vornehmen.“ Elektrostörfelder lösen einfach körperliche Reaktionen aus. Es gibt Menschen, die äußerst sensibel auf diese reagieren. „Wir haben erst jüngst bei einer Kundin den Schlafraum in dieser Hinsicht untersucht und sie ist nun glücklich, weil wir die Störfelder beseitigen konnten“, so Ernst Konrad. Das Thema wird oft unterschätzt, aber in jedem Störfeld steckt Energie, die eben für Menschen oft unverträglich ist. Man muss ehrlich sein: Es gibt Anlagen, die solchen „Mist“ produzieren. „Doch die Sache ist hochsensibel und mit unseren Messgeräten und

Gesundheit

Wirkungsvolle Hilfe möglich

der Computerauswertung können wir da doch viel erreichen.“ Denn wenn der Schlafplatz belastet ist, entspannt man sich nicht, dann kommt es klarerweise zu einer schlechten ­Regeneration. v

Mess-Experten von Elektrobau Denzel in Graz: ElektroStörfelder rauben oft Entspannung und Schlaf.

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ie Steirische Wasserwirtschaft sichert die Versorgung mit gutem Trinkwasser. Eine Vielzahl von Maßnahmen

zum Schutz des Wassers sowie der Errichtung und Instandhaltung von Anlagen sowie Adaptierungsmaßnahmen garantieren eine optimale Wasserversorgung unseres Landes auch für künftige Generationen. Wasser – unser KOST-barstes Gut.

Wir Steirer können

jedem daS WaSSer reichen

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Bei Modenschau im St. Veiter Schlössl am 22. Oktober zeigen steirische Kleidermacher ihre Kreationen von Isabella Hasewend

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uch hierzulande gibt’s Meister in Sachen maßgeschneiderte Mode. Steirische Schneider machen Leute. Anlässlich der bevorstehenden Modeschau am 22. Oktober war Klipp zu Besuch im Atelier von Nina Kollmann am Lindweg in Graz.

kleid wünscht. Es sind einfach Menschen, die Wert auf Qualität und Einzig­artigkeit legen.

hat das Recht, etwas Ordentliches für sein Geld zu bekommen. Da geht nichts einfach schnell, schnell.

Der Hauptteil Ihrer Arbeit besteht also darin, so genannte Anlassmode herzustellen?

Und privat? Was ziehen Sie da an?

Kollmann: Das ist schon richtig. Aber es kommt logischerweise auch vor, dass eine Kundin zum Beispiel ein Sommerkleid möchte, das sie so, wie sie es sich wünscht, nirgends kaufen kann und das „alltagstauglich“ sein soll. Es ist ganz unterschiedlich. So nähe ich zum Beispiel auch Vorhänge für die neue Wohnung, stopfe das Loch einer Jean, kürze die Ärmel eines Blazers, und, und.

Wer sind die Kunden, die zu Ihnen kommen und sich was schneidern lassen? Kollmann: Sie kommen aus allen Bevölkerungsschichten und Altersklassen, quer durch die Bank – von der Maturantin, die ein Ballkleid haben möchte, bis zur Ärztin, die sich ein ausgefallenes Hochzeits-

Klingt sehr abwechslungsreich. Kollmann: Ja, das ist es auch. Schon allein deshalb habe ich mich nicht spezialisiert, sodass ich alles machen kann. Ich mache ja auch alles selbst, einzig und allein die Buchhaltung habe ich in den letzten zwei Jahren außer Haus gegeben. Haben Sie in Ihrem Beruf etwas von der Finanzkrise gespürt? Foto: Fischer

Leben & leute

Es muss nicht immer Paris und Mailand sein

Nina Kollmann (li.) mit einem Model bei der Anprobe für die Modenschau. 40

Kollmann: Glücklicherweise nicht. Meine Auftragsbücher waren und sind stets voll. Ich habe so auch lernen müssen, Nein zu sagen, wenn es zu viel wird. Denn jeder Kunde

Kollmann: Das, was ich jetzt anhabe, ist natürlich Arbeitskleidung. Doch wenn ich außer Haus gehe, trage ich immer zumindest ein Teil, das ich selbst genäht habe. Und wenn ich zu einem besonderen Anlass weggehe, dann rätseln Freunde oder Bekannte schon immer, was ich wohl anhaben werde. Ich denke mir da aber nichts dabei und schneidere mir dann halt irgendetwas Schönes. Darauf achte ich schon sehr, denn ich selbst bin meine beste Werbung. Apropos Werbung: Wie kommen die Kunden zu Ihnen?

Schon bei der Anprobe war erkennbar, wie kreativ die steirischen Kleidermacher sind. Im Bild die Modelle von Bettina Puchegger, Graz, Marlies

fixe Idee, die wir dann gemeinsam besprechen, inwieweit sie überhaupt realisierbar ist bzw. was man verbessern könnte. Da gehe ich ganz individuell auf die Kunden ein. Bei einer Hochzeit etwa muss auch darauf geachtet werden, wo diese stattfindet, unter welchem Motto und, und. Damit dann auch alles genau aufeinander abgestimmt ist.

Kollmann: Das meiste geht über Mundpropaganda. Ich habe logischerweise größtenteils Stammkunden. Wenn jemand einmal bei einem Schneider gewesen ist, dann kommt er wieder. Etwa die Nachbarin, die zum Hosenkürzen vorbeischaut, möchte sich ein anderes Mal ein ausgefallenes Kleid schneidern ­lassen.

Also ist jedes Stück einzigartig?

Kommen die Kunden mit fixen Vorstellungen zu Ihnen?

Sie sind ja Einzelunternehmerin. Was machen Sie, wenn Sie krank sind?

Kollmann: Das ist meist unterschiedlich. Einige haben schon eine

Kollmann: Bei uns gibt es kein Kranksein. Nein, so richtig krank

Kollmann: Auf jeden Fall. Alles ist einzigartig und ich würde auch nie ein komplett gleiches Stück zwei Mal machen. Die bei der anstehenden Modeschau präsentierten Modelle sind daher logischerweise auch einzigartig und auf die einzelnen Models maßgeschneidert.

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K

lipp musste bei der Eröffnung vom Termin her passen und sah sich den neuen Shop Fame – es soll ja an „Hall of Fame (Ruhm)“ erinnern – in der Grazer der Hans-Sachs-Gasse erst jüngst um. „In unserem Segment läuft alles über persönlichen Kontakt“, klärt Chefin Angelina Oswald auf. Na, ja, wenn alle der 700 Interessierten Eröffnungsgäste zurückkommen, um sich mit Boss und anderer gehobener Markenkleidung einzudecken, dann kann ja für die erste Zeit nicht mehr schief gehen. Schaut man sich um, so findet man mit dem nötigen Kleingeld mit Sicherheit etwas Schönes. „Die Beratung unserer Kunden steht an vorderster Stelle“, sagt Angelika Oswald. „Und die beginnt mit einer freundlichen, persönlichen Begrüßung.“ Viel

Viele ihrer Stammkunden kennt sie noch aus ihrer Zeit im BossShop in der Herrengasse. Und da Boss aus ihrer Sicht den perfekten Schnitten, sind ihr die Leute in die Hans-Sachs-Gasse gefolgt. In einer Stadt wie Graz ist es wichtig, die bestehenden Kunden bei der Stange zu halten. Leichter tut man sich als exklusiver Modeshop in Touristenstädten wie Wien. Hoch sind die Mieten überall. Und die Margen, damit man länger überleben kann? Weil ja das Auf- und Zusperren in der Modebrache ein bekanntes Phänomen ist. „Das werde ich ihnen jetzt nicht verraten“, sagt Oswald lachend. „Aber die Preise sind uns von Boss vorgegeben.“ Aber auch Boss weiß, dass viele Kunden auf Rabatte spitzen. „Daher gibt’s auch bei uns einen Abverkauf. Da findet dann wirklich jeder etwas.“ v

Kollmann: Wenn ich ehrlich bin, nicht. Denn ich weiß, welche Arbeit da dahintersteckt, und denke mir dann: Möchte ich das wirklich? Wohl eher nicht. Meine Kreativität kann ich auch hier ausleben.

bin ich in den letzten zehn Jahren zum Glück noch nie gewesen. Aber sollte einmal Not am Mann sein, bin ich mir sicher, dass Kollegen helfend zur Seite stehen werden. Das macht einen Maßschneider aus? Kollmann: Ja, dass jedes Teil einzigartig ist. Wichtig ist auch die hohe Qualität und dass es immer auf die jeweilige Person maßgeschneidert ist. Das ist der Unterschied zur Massenware. Wir Maßschneider designen nicht nur, wir produzieren auch. Was wir machen, ist ein Handwerk. Darauf kommt es uns an. Auch die Freude an der Rückmeldung haben Verkäufer im Geschäft nicht. Die Braut, die sich ein Hochzeitskleid von mir schneidern lassen hat, ruft nach der Hochzeit an und erzählt, wie toll das Kleid angekommen ist. Die großen Designer in Paris oder Mailand. Träumt nicht jeder Schneider auch davon? KLIPP September/Oktober 2011

Das, was ich bei der Anprobe sehen kann, macht ja schon neugierig auf die Modenschau am 22. Oktober. Kollmann: Diese findet alle zwei Jahre statt. Auch weil die Vorbereitungszeit ein Jahr einnimmt. Es geht ja nicht nur darum, dass die Modelle punktgenau fertig werden, sondern auch darum, dass sie perfekt passen. Wir wollen zeigen, was die steirischen Kleidermacher können. Das alte und verstaubte Image des Schneiders – à la Schneider Böck aus Max und Moritz – soll ausgemerzt werden. Gemeinsam mit 24 anderen steirischen Kleidermachern wollen wir die modische Kompetenz und die hohe Qualität unserer Arbeit einem breiten Publikum präsentieren. Daher wird es auch zwei Vorstellungen geben. Dann bleibt nur noch zu sagen: Kommen Sie vorbei am 22. Oktober um 11.00 Uhr (Matinee) oder 19.30 Uhr (Abendgala). Eintrittskarten (25 Euro pro Person) sind bei den Modellherstellern, in der Landesinnung Mode und Bekleidungstechnik, unter der Telefonnummer 0316/ 601-482 erhältlich. v

Freuen sich über die Eröffnung: Chef Carlo Arlati, rechts neben ihm Geschäftsführerin Angelina Oswald mit ihren vier Mitarbeiterinnen

Kurze Tage, kurze Haare Zum Ende des Sommers beginnt der gänzliche Verzicht auf halbe Sachen in puncto Frisur. „Zur weitverbreiteten Schulter-Länge gibt es nur noch zwei Alternativen: kurz geschnittene Nacken- und Seitenpartien oder langes Haar“, ist der Grazer Starfrisör Dieter Ferschinger überzeugt. Er setzt auf strukturierte Kurzhaarschnitte mit individuellem Styling. „Wichtig beim Kurzhaarschnitt ist, viel Struktur ins Haar zu schneiden und mit geeigneten Finishprodukten zu stylen.“ Nicht nur für die Grazerinnen immer ein Thema: Wie kriege ich Volumen in mein Haar? „Um ein optimales Volumen zu erzielen, sind die Seiten leicht abzustufen und der Oberkopf ist mit unsichtbaren Stufen zu versehen“, rät Dieter Ferschinger. Er eröffnete im Dezember 2007 seinen Salon in der Grazer Neutorgasse und

Foto: Great Lengths

Unterreiner, Bruck (die beiden Dirndln), Christa Franz, St. Ulrich/Greith (Modelle in der Mitte) und Elisabeth Sommerbauer, Puch/Weiz.

verwöhnt die Steirerinnen mit seinen Haarkreationen. Dieter Ferschinger machte sich bereits mit 23 Jahren selbstständig und wurde durch sein Talent rasch ein Liebling der Prominenten in Österreich und Deutschland. „Bei meinen Beratungen im Salon bin ich sehr ehrlich und direkt, aber auf eine nette Art und Weise, sodass mir am Ende niemand böse, sondern dankbar ist“, erzählt der Frisör von Germany’s Nex Topmodel.v 41

Leben & leute

Ein Hauch von Fame


LEUTE LEBEN

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Geboren wurde die Idee bei einem Abendessen mit einigen Flaschen Wein. „Freunde, da gehe ich mit“, schlug KarlHans Polzhofer aus Pöllau (KAPO) ein, als diese entschieden, den Kilimanjaro, mit 5.895 Meter der höchste Berggipfel Afrikas, zu bezwingen. Am 28. Juli dieses Jahres war es so weit. „Ich stand da oben und mir hat’s die Tränen rausgedrückt“, so ein sonst eher cooler Karl-Hans Polzhofer.

Golfabschlag vom höchsten Punkt Afrikas!

Die erfolgreiche österreichische „Delegation“ unter schwarzer Führung auf dem rund 45 km langen Anmarsch zum „Uhuru Peak“.

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ch hab mich sofort angemeldet, bin erst später draufgekommen, was für einen ,Blödsinn‘ ich gemacht habe“, erzählt er, „weil ich erst einen Monat vor dem Abflug nach Afrika mit dem Training begann.“ Da waren eine Wanderung auf den Hochwechsel, in der Stadt jeden Weg ohne Auto zurücklegen, keinen Lift benützen und andere Dinge dabei. „Doch als Vorbereitung war das viel zu wenig.“ Karl-Hans Polzhofers großes Glück: „Ich hab die Höhe gut vertragen, und das ist entscheidend, denn du kannst noch so fit sein, wenn du da Probleme hast, geht’s nicht. Es ist mehr eine Kopfsache als eine der Muskeln, auf den Kilimanjaro zu kommen.“ Der Aufstieg zum Gipfel dauerte vier Tage und weitere zwei der Abstieg. Aber was bringt überhaupt den Vorstand einer Versicherung, einen Marketingleiter, einen Rechtsanwalt und eine Kommunikations-

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Was ein Abendessen auslösen kann

leiterin dazu, mit dem Kilimanjaro einen der „Seven Summits“ bewältigen zu wollen? Der Ehrgeiz, was Besonderes zu schaffen, und ein erfahrener Bergführer. Den rufen sie „Kiliman-Rudi“, weil Rudi Stangl schon 72 Mal vorher mit „Schützlingen“ auf dem Gipfel gestanden ist und in der Gegend ein tolles Netzwerk aufgebaut hat. Übrigens ist er der Lebensgefährte der PaddelWeltmeisterin Uschi Profanter. „Er hat uns genau gesagt, wie wir atmen und gehen müssen. Denn wenn du drei Schritte zu schnell machst oder zu große, dann kriegst du leicht Kopfweh, was ganz gefährlich ist, weil dann kannst du die Sache aufgeben und musst wieder runter“, so Polzhofer. Etliche sind ihm am Marsch hinauf begegnet. Rudi Stangls Vorbereitung der Gruppe war so gut, dass alle den Gipfel schafften. Rudi Stangl: „Die Gewöhnung an die Höhe ist eine der wich-

tigsten Aufgaben im Höhenbergsteigen, der beste körperliche Zustand garantiert keinen Gipfelerfolg, nur die optimale Anpassung des Körpers an die Höhe und den geringen Sauerstoffgehalt schafft die Grundlage; deswegen wählten wir den Aufstieg auf den Mawenzi-Sattel, den Berg direkt neben dem Kilimanjaro, auf ca. 4.300 m und wieder den Abstieg auf Horombo Camp. Allen Teilnehmern ist es dabei gut ergangen,

Gipfelstürmer Karl-Hans Polzhofer (li.) wieder sicher im Tal.

außer ersten leichten Beschwerden wegen der Höhe – Kopfweh, Schwindelgefühl.“„Ich habe knapp unter dem Gipfel nicht mehr weitergewollt, war körperlich komplett am Ende“, schildert Karl-Hans Polzhofer. „Doch dann haben wir uns gegenseitig aufgemuntert, obwohl jeder von uns drei Träger mithat, die das Gewand, Wasser und Lebensmittel schleppen. Aber nach dem zweiten Tag ist dir sowieso alles egal. Da schläfst du ohnehin mit KLIPP September/Oktober 2011


LEUTE Landhotel Casa bei Buje: Kulmer kocht dort einmal im Jahr auf.

LEBEN

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dem Gewand. Übernachtet haben wir in Hütten. So eine Bergtour schweißt einfach zusammen.“ Der letzte Tag zum Gipfel ist der anstrengendste. „Du gehst um Mitternacht weg. Da ist es saukalt, hat Minusgrade.“ Es folgt ein extrem steiFoto: ART / Kosinozic

Scampi „Busara“ und Forellen sert-Variationen“, erklärte dessen Chef Guido Schwengersbauer in perfektem Österreichisch die Menüfolge. Einmal im Jahr kocht eine Kulmer-Crew in Istrien in seinem Haus und eben diesmal ist er zu BeWas haben Scampi Busara mit Nu- such in der Oststeiermark. Schwendeln, istrische Seezunge und steiri- gersbauer ist gebürtiger Salzburger, sche Forellen gemeinlebt aber seit 30 Jahren in sam? Nur die Köche, die Istrien, war früher Markesie bei einer Präsentation ting-Direktor des Fremistrischer Gastronomen, denverkehrsverbandes Winzer und Olivenöl-ProIstrien und führt seit vier duzenten im HaubenreJahren das Landhotel staurant in Birkfeld zubeCasa bei Buje. Ganz lustig: reiteten. Orte, wie Umag, Guido SchwengersSchwengersbauer serviert Novigrad, Buje und Brto- bauer seinen Gästen in Istrien Foto: ART / Neuhuber nigla, wo die Gäste aus vor allem ländliche, istriIstrien herkamen, sind den Steirern sche Küche mit viel Fleisch – und ja bestens bekannt. „Vorspeisen-Va- nicht Fisch, wie zu erwarten. Und riation ,La Parenzana‘, Kartoffel- Kulmer in der Oststeiermark tut geO Trüffelsuppe, Scampi Busara mit nau das Gegenteil. Nudeln, istrische Seezunge und De-

Alle Mitglieder der „Österreich-Delegation“ standen am 5.895 Meter hohen Gipfel des Kilimanjaro. Sie (Bild oben) war klarerweise nicht mit.

ler Aufstieg zum Gillmans Point auf ca. 5.600 m; dieser Aufstieg verlangt wirklich allen alles ab und jeder Teilnehmer muss an die Grenzen und darüber hinaus gehen; bei vielen macht sich die Höhe bemerkbar – Kurzatmigkeit, Schwindelgefühl, Kopfweh, Orientierungslosigkeit. Die knapp 6 Stunden werden in schuhlängengroßen Schritten bewältigt. Etwas nach 6 Uhr morgens, bei Sonnenaufgang, wird der Kraterrand erreicht, ein unfassbar schönes Erlebnis für alle, das Naturschauspiel färbt alles in Rot, die Sonne vertreibt die beißende Kälte, gleichzeitig hat man das Bewusstsein, den härtesten Teil der Strecke hinter sich zu haben, manche in der Gruppe sagen nachher, dass dies die größten Strapazen ihres Lebens waren, niemals sind sie so sehr an den Rand ihrer körperlichen Möglichkeiten gekommen. Nach einer kurzen Pause erfolgt der Aufstieg zum Gipfel „Uhuru Peak“ auf 5.895 m,

inklusive Golfabschlag vom höchsten Punkt des Kili! Karl-Hans Polzhofer: „Wir waren fertig und froh, dass wir überhaupt den Ball getroffen haben.“ Das Glück ist grenzenlos, viele Fotos, einige Tränen, ganz große Emotionen. Danach Abstieg wieder zum Kibo Camp, zwei Stunden Pause; die meisten gehen zu Bett und schlafen. Dann folgt der Abstieg zum Horombo Camp, insgesamt wurden an diesem Tag in 14 h Gehzeit 1.185 m bergauf und 2.165 m bergab zurückgelegt. Abendessen, um ca. 20 Uhr liegen alle im Bett und schlafen den besten Schlaf ihres Lebens. Die Knie schmerzen, die Füße sind geschwollen, aber alle haben das Ziel erreicht. „Am 7. Tag sind wir vom Horombo Camp zum Marangu Gate abgestiegen“, so Karl-Hans Polzhofer. Die Stimmung ist super. „Die erste Dusche nach sechs Tagen im Hotel war fast so schön wie der Gipfelsieg.“ O

Fotos: CNW Group/ CN Tower

Istriens Top-Weine, feinste Olivenöle, im Haubenrestaurant Forellen Kulmer in Birkfeld

Nichts für schwache Nerven

Probe-Schwung vor dem weiten Abschlag am Gipfel. „Es war schwer, den Ball nach so viel Anstrengung zu treffen“, so Karl-Hans Polzhofer. „Aber ein geplanter und lustiger Gag.“

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Beim Bungee Jumping muss man sich letztendlich überwinden, runter zu springen. Das bleibt einem bei der neuesten Attraktion auf Torontos CN Tower erspart. Seit heuer gibt’s dort sozusagen die Light-Version von Bungee Jumping – den so genannten „Edge Walk“. In der schwindelerregenden Höhe von 346 Metern können Wagemutige einmal um den Turm wandern. Und zwar draußen, freihändig und nur auf einem 1,50 Meter breiten Sims. Angeseilt an Spezialdrähten begibt man sich auf den schmalen Grat im 116. Stockwerk ins Freie. Was bei vielen schon Schweißausbrüche auslöst, ist für Adrenalin-Junkies ein besonderer Kick, sich mit freien Händen und nur dem Sicherungsdraht über dem Kopf direkt an der Kante über die Dächer Torontos hinaus zu lehnen. Man schaut also nur runter und muss nicht, wie bei Bungee Jumping, springen. „Edge Walk ist außergewöhnlich und aufregend und bringt die Besucher an ihr Limit“, heißt es von den Organisatoren. Für rund 125 Euro kann man 90 Minuten die ausgezeichnete Rundumsicht auf Toronto genießen. O www.edgewalkcntower.ca

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Eine Woche auf der Allure of the Seas, dem größten Kreuzfahrtschiff der Welt

Eine schwimmende Stadt Von Maximilian Rombold Eine tropische Insel, weißer Traumstrand, sich in der zarten Brise wiegende Palmen, glasklares Meer, tiefblauer Himmel. Und den ganzen Tag die karibische Sonne. Dazu ein Rumpunsch und das größte Kreuzfahrtschiff, das je gebaut wurde. Urlauberherz, was willst du mehr?

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Ja, du willst Meer, den ganzen Tag nur Meer. Doch wenn du dich am vielen Wasser sattgesehen hast, begibst du dich auf Entdeckungsreise auf deiner schwimmenden Stadt. Die Landgänge sind bei einem Schiff dieses Kalibers Nebensache, denn der wahre Kreuzfahrer unternimmt die Reise des Schiffes wegen. Und dieses spielt wahrlich alle Stückeln: 8.702 Menschen haben auf ihr Platz, 6.318 Passagiere und 2.384 Besatzungsmitglieder. Dennoch haben wir auf dem Schiff der Royal Caribbean nie das Gefühl der Beengtheit. Das sich über drei

Decks erstreckende Hauptrestaurant verfügt zum Beispiel über nicht weniger als 3.056 Sitzplätze mit zwei „Essenssitzungen“. Auf Deck 5 kann man hingegen unter dem Titel „My Dining Time“ sein Abendessen zwischen 17.30 Uhr und 21.30 Uhr jederzeit einnehmen, ohne zusätzlich zu bezahlen. Aber wie bei den Amerikanern nicht anders zu erwarten, gibt es auf dem Schiff reichlich Gelegenheit, sein Geld loszuwerden. Mit der speziellen Bordkarte, die jeder Passagier hat. Hoch oben auf den Decks 15 und 16 befinden sich Pools, an deren Rand

der Wasserstand so seicht ist, dass die Gäste ihre Liegestühle ins Wasser stellen können. Ein als „Solarium“ bezeichneter Teil im vorderen Bereich des Schiffes, der teilweise überdacht ist, wartet mit echten Palmen und zwei Pools auf. Einer davon ist ein überdimensionaler Whirlpool. Und selbst der Kinderplanschbereich ist größer als der gesamte Poolbereich auf anderen Schiffen. Ein Minigolfplatz darf nicht fehlen, ebenso wenig wie die Zip-Line, ein Stahlseil, an dem hängend Mutige eine 25 Meter lange Strecke zurücklegen, wobei die Fahrt in einer

„Innenhof-Kabinen“

13 Meter hohe Kletterwand

KLIPP September/Oktober 2011


Gigantische Ausmaße

2.161 Zuschauere im großen Theater.

Schwindel erregenden Höhe über 9 Decks erfolgt. Gleich daneben befinden sich die beiden „Flow-Rider“ genannten Becken, auf denen man sich im Wellenreiten üben kann. Und wer einmal so richtig die Wände hochgehen will, tut dies auf einer der beiden 13 Meter hohen Kletterwände.

Ein Park auf hoher See Blickt man vom Central Park nach oben, so erspäht man unzählige Außenkabinen, die keinen Meerblick freigeben, sondern eben ins

Grüne führen. Der bereits erwähnte Central Park mit über 12.000 Pflanzen, darunter bis zu 7 Meter hohe echte Palmen, lässt einen vergessen, dass man sich auf einem Schiff befindet. Gesäumt wird der Park von mehreren Restaurants. Das Herausragendste ist mit einer eigenen Hausnummer versehen: In 150 Central Park leisteten wir uns für 35 Dollar ein 7-gängiges Degustationsmenü mit Weinbegleitung. Trotz der stolzen Preise geht in dem Gourmettempel ohne Reservierung überhaupt nichts.

Dafür kann man wiederum im Park Café herrliche Sandwiches mit Roastbeef völlig gratis genießen, wenn einem die Anstellerei nicht zu mühsam ist. Insgesamt gibt es auf der Allure 23 verschiedene Möglichkeiten, den ohnehin nie vorhandenen Hunger zu stillen. Die 24. besteht aus dem „Rund um die Uhr Kabinenservice“. Also jede Stunde woanders essen.

Kulturelle Highlights Im 3-stöckigen Amber Theater wird das Broadway Musical „Chicago“ aufgeführt, für welches man in New

York wohl ziemlich tief in die Tasche greifen müsste. Ohne Reservierung geht aber auch hier nichts. Das Aqua-Theater im Heck des Schiffs zeigt zwar jeden Abend dieselbe atemberaubende Show, bei der man sich wundert, wie die Artisten aus der gigantischen Höhe nach ihren Salti und Schrauben in das doch eher klein anmutende Becken hineintreffen. Der Comedy Club ist nur für Europäer interessant, die das amerikanische Englisch perfekt verstehen. Die Royal Promenade besticht durch zahlreiche Boutiquen, Cafés und eine Cocktailbar, die sich in Richtung Central Park emporhebt, gewissermaßen eine „Liftbar“, oder auch ein überdimensionaler „Barlift“. Manche Gäste, nicht nur Gehbehinderte, sondern auch extrem dicke oder einfach nur gehfaule Amis fahren tatsächlich mit kleinen Elektroautos herum. Und was kostet der Spaß? Viel weniger, als man glauben möchte. Rechtzeitig gebucht und nicht in der absoluten Hochsaison ist man schon für 600 Euro pro Person für eine Woche an Bord. Abgelegt wird in Fort Lauderdale, unser Flug dorthin über Frankfurt, Newark ist natürlich nicht inkludiert. Infos in allen guten Reisebüros. O

TUI ReiseCenter im Citypark ist Ihr Kreuzfahrten-Kompetenzcenter in der Steiermark Reiseexpertin Astrid Fritz besuchte für Sie die „Oasis of the Seas“ „Die Oasis of the Seas ist das baugleiche Schwesterschiff der Allure. Meine Kollegen und ich im TUI ReiseCenter im Grazer Citypark kennen mehr als 40 Kreuzfahrtschiffe persönlich und daher haben wir auch die besten Geheimtipps vom legeren Club-Schiff auf der klassischen Mittelmeerroute bis hin zur exklusiven Reise um die Welt parat. Denn es kommt ja darauf an, ob jemand Kultur pur auf Landausflügen will, Abwechslung und Action für sich oder die ganze Familie – jeder hat individuelle Vorstellungen. Ob oberes oder unteres Deck, Innen- oder Außenkabine, Doppel- oder Zweibettkabine. Wir sagen dem Kunden, welches Schiff für ihn das richtige ist und stellen dann die maßgeschneiderte Kreuzfahrt zusammen.“ 3.056 Sitzplätze hat das Restaurant.

KLIPP September/Oktober 2011

Spazierwege in der Kleinstadt.

Astrid Fritz, Filialleitern TUI ReiseCenter im Grazer Citypark

LEBEN

&

LEUTE

Bruttoregisterzahl: 225.282 Tonnen. Das Fernsehtraumschiff MS Deutschland hätte zehn Mal darin Platz. Länge: 360 Meter. Breite: 65 Meter. 16 Passagierdecks. Großes Theater: 2.161 Sitzplätze. Haupt-Restaurant: 3.056 Sitzplätze. Eislaufarena mit 775 Zuschauerplätzen. Casino mit 480 Spielautomaten. 18 Rettungsboote, eines fasst 370 Passagiere. Unklar: Was ist mit der Besatzung? Helikopterlandeplatz für Krankentransporte.


LEUTE & LEBEN

Urlaub im ****Hotel Kärntnerhof, in der großartigen Bergwelt des Großglockners In Heiligenblut, dem Bergerlebnisdorf am Fuße des Großglockners, finden Sie ein aktives Natur- und Bergerlebnis in der atemberaubenden Kulisse des Nationalparks Hohe Tauern.

B

ergsteigen, Schnupper-Klettern, Gletscherexkursionen, Goldwaschen mit Picknick, Rafting und Wildtierbeobachtungen gehören zu den Highlights. Genießen Sie die frische Sommerluft und die reine Natur auch bei ausgiebigen Wanderungen rund um das Gebiet Heiligenblut. NationalparkExkursionen gehören zu einem entspannenden Natururlaubsprogramm natürlich dazu und begeistern Groß und Klein. Hier im Talboden von Heiligenblut findet man das familiär geführte 4-Sterne-Hotel Kärntnerhof, abseits von Trubel und Hektik. Die Zimmer des Kärntnerhofs sind natürlich mit all dem Komfort und den Annehmlichkeiten ausgestattet, die ein Hotel dieser Klasse auszeichnen. Alle 40 Zimmer verfügen über Dusche oder Bad, WC, Sat-TV, Safe und selbstverständlich über W-Lan. Kulinarisch wartet der Kärntnerhof mit seiner Verwöhnpension auf: Erfrischungsdrink bei Ankunft, Vitaljause an der Kaminbar, SchlemmerFrühstücksbuffet mit Vitalecke, kärntnerische und österreichische Schmankerlküche: 4-Gang-Menü

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mit 3 Hauptgerichten zur Auswahl, davon ein Wohlfühlmenü und Salatbuffet, wöchentlicher Tauern GoldAbend, Begrüßungscocktail mit Familie Fleißner. Genießen Sie die einzigartige „Kärntnerhof-Wohlfühllandschaft“ in Heiligenblut: 400 m2 mit 2 Massageräumen, Vitalbar und Heubad, rundes Hallenbad mit Glocknerblick, Wintergarten mit Blick auf die traumhafte Bergkulisse und die Möll, Saunalandschaft mit Schneckenduschen, Vitalduschen etc. Die Bergwelt rund um den Großglockner, mitten im Herzen vom Nationalpark Hohe Tauern, ist die alpine Spielwiese – und die Wohlfühllandschaft des Kärntnerhofs ist die optimale Ergänzung für Geist und Seele!

Abseits vom Trubel genießen Sie den großzügigen Garten direkt an der Möll mit Glocknerblick – der richtige Ort, um die Seele baumeln zu lassen. Der Ferienhit: wöchentlich eine „Mountainroller Abfahrt“ über die alte Glocknerstraße. Hausherr „Friedl“ ist staatlich geprüfter Berg- und Schiführer – er gibt die besten Wandertipps – und manchmal begleitet er die Gäste. Erwähnenswert ist natürlich die „Nationalpark Kärnten Card“, die Folgendes beinhaltet: Gratisbenützung der Großglockner Hochalpenstraße, Bergbahnen, Nationalpark Ranger Programm, Goldwaschen und über 100 Ausflugsziele in Kärnten. O

Urlaub in Heiligenblut am Großglockner

Gewinnfrage: Zu welchem Nationalpark gehört Heiligenblut? Zu gewinnen gibt es 2 verlängerte Wochenenden für jeweils 2 Personen, 3 Übernachtungen inklusive Halbpension im Hotel Kärntnerhof, Heiligenblut/Großglockner. Antworten nur an Klipp Zeitschriften, Friedhofgasse 20, 8020 Graz, oder isabella.hasewend@klippmagazin.at

Infos: Tourismusverband Heiligenblut/Großglockner Tel: +43 (0) 4824 2001 www.heiligenblut.at Hotel Kärntnerhof Tel.: +43 (0) 4824/2004 www.hotel-kaerntnerhof.com KLIPP September/Oktober 2011


as Genie Tiger Woods war es, der die Preisgelder in diese astronomischen Höhen explodieren ließ. Das Finale der European Tour im Dezember (8. bis 11.) in Dubai wird diesmal erneut mit 7,5 Millionen Euro dotiert sein. Die Besten (was die Preisgelder betrifft) – 60 Profis der European Tour – dürfen daran teilnehmen. Unter den besten 15 Profis der Jahrespreisgeld-Rangliste wird noch einmal die gleiche Summe verteilt. Zu diesem erlauchten Kreis werden Martin Wiegele und Bernd Wiesberger nicht zählen, dafür sind sie in der Preisgeldliste zu weit hinten. Doch Wiesberger schrammt derzeit knapp an der 60. Stelle vorbei und Wiegele

liegt doch ein gehöriges Stück weiter hinten, so um den 80. Platz. Wiesberger hat nicht zuletzt in Atzenbrugg mit seiner Top-Platzierung 35.000 Euro kassieren können und war heuer schon ganz knapp daran, ein großes Turnier zu gewinnen, verlor dann aber im Stechen. Auch der Steirer Martin Wiegele stand heuer schon beim Scottish Open, einem der großen Turniere, auf dem Stockerl und sicherte sich damit auch die Tourkarte für 2012 in der höchsten Profi-Spielklasse in Europa. Danach und zuletzt auch in Atzenbrugg bei den Austrian Open konnte er an dieses gute Ergebnis nicht mehr annähernd herankommen. Beide müssen zumindest noch

zwei, drei Top-Ten-Platzierungen erreichen, um in der Preisgeldliste den nötigen Sprung nach vorne zu schaffen. Doch schon ein grober Patzer genügt in dieser MillionenLiga und man hat keine Chance mehr, ganz vorne zu landen. Wiegele hatte in Atzenbrugg das Pech, auf Loch 7 mit 9 Schlägen wegzugehen, also vier mehr als Par, und damit hatte er zu kämpfen, noch einigermaßen im Turnier zu bleiben. Auch wenn es keiner der Profis zugibt: Läuft es nicht, dann zweifeln sie und das blockiert den Kopf und damit das freie Spiel. Da unter den besten 100 Golfern, die auf der Tour sind, jeder jeden schlagen kann an einem sehr guten Tag, ist der Druck enorm

GOLF

Es geht um 15 Millionen Euro D

Foto: Gepa

Wiegele und Wiesberger haben Chancen, im Race to Dubai

Schafft Martin Wiegel Platz 60, dann kann er in Dubai gutes Geld verdienen.

groß. Bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe spielten die Österreicher beim Downhill-Champion-Turnier in Schottland. Vielleicht läuft’s gut. Denn dort geht es um fünf Millionen Euro an Preisgeldern. Nur, um die Größenordnung zu erkennen: In Atzenbrugg erhielt der Sieger bei den Austrian Open 166.660 Euro, in Schottland erhält das der Zehntplatzierte. O

Steirische Bauprofis wagten sich in schwieriges Gelände

Gastgeber Gerald Paunger (2.v.l.) in Passail mit Rudolf Kuzmicki (Antenne), Gerald Koch (ORF), Exskirennass Christian Mayer und Gottfried Bichler (Antenne).

Gösser zeigt Treue Bereits 19 Mal sponserte Gösser die Styrian Golf Open und auch Martin Wiegele, steirisches Aushängeschild in Sachen Golf, tourt als Profi seit Jahren mit dem Gösser-Logo um die Welt. Auch andere Profis, und zwar die aus den Medien, werden ebenfalls seit mehr als einem Jahrzehnt in Sachen Golf von Gösser betreut. Zum jährlichen Medien-Turnier lud Gösser-Verkaufsdirektor Gerald Paunger ins oststeirische Passail. Über die einzelnen Klassen-Sieger sei nur so viel verlautbart, dass die Scores vom Ersten bis zum Letzten denkbar knapp beieinander waren. In den letzten Jahren spielte Martin Wiegele oft selbst mit und danach lief es auch bei den Turnieren auf der Tour für ihn gut.Also ein gutes Omen. Diesmal schaffte er es vom Zeitplan her nicht und bei den Austrian Golf Open in Atzenbrugg lief es nicht nach Wunsch. O

KLIPP September/Oktober 2011

Dass man in der Baubranche oft mit schwierigen Geländeverhältnissen und gegebenheiten fertig werden muss, gehört für die Bauprofis fast zum Alltag. Weit schwieriger ist das auf einem 18-LochGolfkurs, wo etliche Fairways von Wald und ordentlichen Hügeln umgeben sind. Da tun sich nicht nur fortgeschrittene Anfänger schwer, sondern auch die Routinierten mit niedrigem Handicap. Wo das der Fall ist? Auf der Anlage des Golfclubs Murau-Kreischberg. „Das Wetter war herrlich“, so Landesinnungsmeister Alexander Pongratz, „aber für mich war es ein schwarzer Tag“, sprach er den schwierigen Kurs an. Hubert Kulmer vom Golfclub Gut Freiberg, auch an Berg-und-Tal-Bahnen gewöhnt, gewann die Bruttowertung bei den Herren, Nada Macher (Murstätten) bei den Damen. Nettotagessieger wurde Michael Gassner (GC Murtal). O

V.l.: Beim Golfen lief es nicht ganz nach Wunsch, dafür dann aber am 19. Loch, am Abend im Ferner’s Rosenhof in Murau. Alexander Pongratz, Susanne Grilz (Innungsgeschäftsführerin) und Hans-Werner Frömmel (Bundesinnungsmeister).

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urlaubstipps

Foto: Das Kronthaler

Lifestyle-Refugium in Achenkirch Der

Achenkircher

Crossgolf in der Weißsee-Gletscherwelt

Tourismus­visionär

tern eine zeitlose und stilsichere alpen­

Golf hochalpin – auf 2.700 m, ganz ohne

tionalparks Hohe Tauern hautnah zu erle-

­Günther Hlebaina hat sich mit dem

2

ländische Sprache sprechen. Im 2.500 m

Etikette, Spielregeln und Kleidervor-

ben. Und danach verwöhnt das Berghotel

99-Zimmer-Vier-Sterne-Superior-Haus

großen, mehrstöckigen Beauty- und Well-

schriften, stattdessen mit Wanderschu-

Rudolfshütte mit Hochgebirgshallenbad,

„Das Kronthaler“ am Rande des Natur-

nessbereich können sich die Gäste ganz

hen, Rucksack, natürlichen Hindernissen

Naturstein-Panoramasauna mit Gletscher-

parks Karwendel einen Herzenswunsch er-

dem Lebensgenuss hingeben.

und Blick auf die umliegenden Gletscher:

blick, Tepidarium und Erlebnisduschen.

füllt. Darunter drei luxuriös eingerichtete

Crossgolf bietet Naturfreaks eine span-

Luis-Trenker-Suiten, die mit ihren heime-

Infos: Tel.: 05246/ 6389

nende Möglichkeit, bei einer lockeren

Infos: Tel.: 06563/ 8221-0

ligen Materialien und traditionellen Mus-

Golfrunde die unberührte Natur des Na-

www.daskronthaler.com

www.rudolfshuette.at

Foto: Eurothermen-Resort Bad Hall

Urlaubs Wohltuende Herbsttage in Bad Hall Mit einem Kurzurlaub im Eurothermen-

Verwöhn-Halbpension kosten ab 209,–

Resort Bad Hall im oberösterreichischen

Euro pro Person. Neben dem hoteleigenen

Alpenvorland lassen sich Körper und See-

Wellnessbereich steht den Gästen ganz­

le für die kalten Monate in Form bringen.

tägig die Therme Mediterrana mit der

Das Angebot „Herbsttage“ ist noch bis

Saunawelt Relaxium offen.

inkl. 29. 11. buchbar: Zwei Übernachtun-

Infos: Tel.: 07258/ 799-6600

gen im Vier-Sterne-Hotel Miraverde mit

www.eurothermen.at

Gipfelerlebnisse im Ridnauntal Dass das Wandern wie in wohl einem der bekanntesten und beliebtesten Wanderlieder nicht nur des Müllers Lust ist, kann man in den Südtiroler Bergen deutlich erkennen. Die umliegende Bergwelt bietet nicht nur traumhafte Ausblicke, sondern

Indien zu Gast im Pinzgau

vor allem auch für jeden Wanderer die passende Route – von einem relaxten

Es ist schon traditionell, dass ein Mal im

lern, typischen indischen Produkten und

Spaziergang im herbstlichen Blätterwald

Jahr Indien zu Gast im Wellnesshotel „Der

Lebensmitteln, indischer Küche und der

bis zu Klettersteigen ist rund um das Ho-

Krallerhof“ ist – heuer vom 26. Oktober

vielfältigen Faszination, die Indien aus-

tel Schneeberg Resort & Spa im Ridnaun-

bis zum 6. November 2011. So steht der

übt.

tal alles zu finden.

Herbst in Leogang zwölf Tage lang ganz im

Infos: Tel: 06583/ 8246-0

Infos: Tel.: +39 0472/ 656 232

Zeichen von Ayurveda, indischen Künst-

www.krallerhof.com

www.schneeberg.it


Grüner Golfen im Bayerischen Wald

Wellness in Istrien

Neben kulinarischen Raffinessen bietet

der Natur: Eingerichtete Schutzzonen für

Die Adria-Halbinsel Istrien etabliert sich

die Fünf-Sterne-Häuser Monte Mulini und

der Herbsturlaub im Pausnhof im Baye-

Flora und Fauna prägen das naturverbun-

zunehmend als Wellness-Destination mit

Lone in Rovinj auf luxuriöse Therapien und

rischen Wald Golfern die Möglichkeit, ihr

dene Bild des Golfplatzes. Für Erholung

attraktiven Zusatzangeboten wie Wein-

Beauty-Anwendungen in extravagantem

Handicap „nachhaltig“ zu verbessern. In

und neuen Schwung gibt es ab 84,-- Euro

straßen, Trüffelrestaurants und sportli-

Design setzen, steht etwa im Hotel Dia-

unmittelbarer Nähe des Pausnhofs befin-

pro Person allergikerfreundliche Bio-Zim-

chen Aktivitäten. Vorreiter sind hier die

mant in Poreč der sportliche Aspekt im

det sich die 18-Loch-Anlage des Golfclubs

mer inklusive Frühstück.

Häuser der Sol-Meliá-Gruppe in Umag,

Vordergrund.

St. Oswald. In Deutschlands ältestem Na-

Infos: Tel.: 08552 / 40886 - 0

wo edel und fast familiär entspannt wer-

Infos: Tel.: 00385/ 52/ 452797

tionalpark spielen Golfer im Einklang mit

den kann. Während manche Hotels wie

www.pausnhof.de

www.istra.hr

sti pps Kuscheln in Leonfelden Neue Suiten und noch mehr Platz für Well-

nen neuen Saunagarten mit einer Müh-

ness: Das sind die Highlights, mit denen

lensauna. Die vier neuen „Kuschelsuiten“

das 4-Sterne-Falkensteiner-Hotel & -Spa

sind als exklusives Angebot für Pärchen

Bad Leonfelden seine Gäste auf „Kuschel-

und als Rückzugsort für schöne Stunden

kurs“ bringt. In der nun 2.500 m2 großen

zu zweit konzipiert.

Acquapura Spa Wellness- und Wasserwelt gibt es seit dem Umbau einen zusätzlichen

Infos: Tel.: 07219/ 7007-274

Ruheraum mit mehr Liegeplätzen und ei-

www.traumarena.at

Törggelewochen in Südtirol

Abwechslungsreiches Programm im Pongau

Alle Jahre wieder wird

„Ursprünglich stand ja der Wanderplan für

Menüs auf der

es Herbst in Südtirol

die Urlaubswoche im Tannenhof. Mindes-

Panoramater-

und damit verbunden ist

tens drei hohe Gipfel und vier gemütliche

rasse, Beauty,

ein Wort in aller Munde:

Familienwanderungen sollten es sein.

Wellness und

„Törggelen“. Die Südtiro-

Aber dann kamen die weltberühmte Eis-

Spa sowie das

ler Gemeinde Tiers am Ro-

riesenwelt und ein Tandem-Paragleit-Flug

Hallenbad mit

sengarten und der dazuge-

über die Pongauer Bergwelt dazwischen“,

Liegewiese

hörende Weiler Völser Aicha, der mit 900

– all das ist im Tierser „Törggelewochen“-

schmunzelt ein Gast. Das Angebot des

sorgen

Metern etwa 100 Meter tiefer gelegen und

Package ab 408 Euro enthalten. Private

4-Sterne-Superior-Hotels Tannenhof im

entspannte Stunden.

somit als Weinbaugebiet bestens geeignet

Einblicke in die Lebens- und Arbeitsweise

für

ist, feiern ihr „Törggele“, wie die Einhei-

der einheimischen Höfebauern inklusive!

einiges an Aktivitäten. Die neuen Wohl-

Infos: Tel.: 06412/ 5231-0

mischen diesen Brauch liebevoll nennen.

Infos: Tel.: 0039 0471 642127

fühlsuiten, abwechslungsreiche Gourmet-

Wein, herbstliche Kulinarik und Wandern

salzburgischen St. Johann verspricht so www.hotel-tannenhof.at

www.tiers.it

urlaubstipps

Foto: Sol Melia


Bücher Die 100 besten Krebskiller Sven-David Müller Kneipp Verlag

I

n den westlichen Industriena­ tionen gehören Krebserkran­ kungen zu den häufigsten Todes­ ursachen überhaupt. Es ist wis­ senschaftlich bewiesen, dass es möglich ist, Krebserkrankungen vorzubeugen. Selbstverständlich sind Krebs­ krankheiten nicht in erster Linie ernährungsab­ hängig oder ernährungsbedingt. Der Autor stellt in seinem Buch Lebensmittel und natürliche Nahrungsinhaltsstoffe vor, die der Entartung von Zellen vorbeugen und Zellen schützen. Adams Erbe Astrid Rosenfeld Diogenes

B

erlin, 2004. Edward Cohen, Be­ sitzer einer angesagten Mode­ boutique, hört seit seiner turbulen­ ten Kindheit immer wieder, wie sehr er Adam gleicht – seinem Großonkel, den er nie gekannt hat, dem schwarzen Schaf der Familie. In dem Moment, in dem Edwards Berliner Leben in tau­ send Stücke zerbricht, fällt ihm Adams Vermächt­ nis in die Hände: ein Stapel Papier, adressiert an eine gewisse Anna Guzlowski. Das Ende des großen Fressens David Kessler Mosaik bei Goldmann

S

chokolade, Pizza und Chips ha­ ben das gleiche Suchtpotenzial wie Kokain. Es ist nicht Willens­ schwäche, die uns immer wieder gedankenlos zugreifen lässt. Systematisch reichert die Lebens­ mittelindustrie ihre Produkte mit einer Kombina­ tion aus Zucker, Fett und Salz an, die unseren Verstand ausschaltet. Der Autor deckt solche und

CD-Tipps Meissnitzer Band Du und I Meissnitzer Band mit einer bunten Mi­ schung an Liedern im Stile des Alpenrocks.

GEWINNEN Sie! Klipp verlost unter al­ len Einsendern (KW Meissnitzer Band) 3 CDs „Du und I“. isabella.hasewend@klippmagazin.at oder per Post (Friedhofgasse 20, 8020 Graz).

50

andere skrupellose Methoden der Lebensmittel­ konzerne auf, erklärt, warum es so schwierig ist, den geheimen Verführern zu widerstehen, und zeigt, wie man die Kontrolle über das eigene Ess­ verhalten zurückgewinnt. Fantastisch – 1000 alltägliche Dinge, die uns glücklich machen Neil Pasricha Kailash

D

ie Eisbären sterben aus, und auf dem Arbeitsmarkt geht es ruppig zu. Mal ehrlich: Kann man in einer solchen Welt noch glücklich sein? Ja, man kann. Die Autorin lenkt den Blick auf die kleinen, wunderbaren Dinge, die uns fühlen lassen, dass das Leben einfach fantastisch ist. Naturdoping – Fit ohne fiese Tricks Hademar Bankhofer, Peter Großmann Bastei Lübbe

E

ine Möhre am Morgen, eine Treppe am Abend. Kann Ge­ sundheit so einfach und Sport so beiläufig sein? Ja, sagen die beiden Ernährungsund Gesundheitsexperten. Sie zeigen, wie Sie sich im Alltag fit halten, ohne zu schwitzen, und wie sich jeder gesund ernähren kann, ohne seine Geschmacksnerven zu beleidigen. Hauptsache, es schmeckt! Kathrin Burger Herder

O

b Brust oder Flasche, ob Selbstgekochtes oder doch lieber Gläschen, ob Bio oder nicht – das Thema Babynahrung bietet Anlass zu endlosen Diskussionen. Stillen, Bio­ kost und hypoallergene Nahrung sind zu einem Dogma geworden. Und das mit häufig unzurei­ chender wissenschaftlicher Grundlage. Wer nicht mitmacht, gilt als verantwortungslos. Kathrin Burger geht den Mythen und vorgeblichen Fakten zur Kinderernährung auf den Grund. Der Markt hat nicht immer Recht Wilfried Stadler Linde international

D

ie aktuelle Finanzkrise unterscheidet sich in In­ tensität und Reichweite von ihren Vorgängern. Es reicht nicht, nach einigen Reparatu­ ren am System einfach wieder zum Alltag über­ zugehen. Wilfried Stadler setzt gegen das „Nur weiter so!“ der Finanzlobbys die These, dass uns nur fundamental andere Spielregeln vor künfti­ gen Großkrisen schützen können. In seiner schlüssigen und auch für Finanzierungslaien verständlichen Analyse nennt der Ökonom und langjährige Leiter einer Spezialbank für Unter­ nehmen die entscheidenden Hebel der notwen­ digen Veränderung.

Kohlenhydrate sind keine Dickmacher Christina Lachkovics-Budschedl, Sandra König Kneipp Verlag as Buch präsentiert ein re­ volutionäres Ernährungs­ konzept, das die Pfunde purzeln lässt – und das vor allem leicht umsetzbar ist, wie die vielen begeisterten Schlank­ gewordenen bestätigen. Es rehabilitiert die in Verruf geratenen Kohlenhydrate und stellt die Er­ nährung wieder auf gesunde und normale Beine.

D

Die Leichtfertigen Philippe Djian Diogenes

D

rogen, Liebesaffären, Ver­ kehrsunfälle – Francis hat viel durchgemacht, nun möchte er nur noch seinen Frieden. Doch verrückte Männer und schöne Frauen wirbeln weiter durch sein Leben – an ein ruhiges Schrift­ stellerdasein ist nicht zu denken. Wie geht’s, Herr Pfarrer? Paul M. Zulehner Styria

E

rstmals werden die gefragt, die für die Kirche vor Ort verantwortlich sind: die Pfarrer. Wie sehen sie die Situation? Wie erleben sie die täglichen Pressemeldungen über Missbrauch, schwarze Schafe, Kirchen­ austritte, Bischofsstreit? Wie leben und erleben sie den Alltag? So viele Fragen … Die öster­ reichischen Pfarrer geben Antwort. Und plötzlich gehörst du ihm … Merel van Groningen Bastei Lübbe

M

erel ist fünfzehn, als sie Mike kennen lernt. Sie verliebt sich – ist doch egal, dass er so viel älter ist, eine kriminelle Vergan­ genheit hat und komische Freunde. Zu Hause gibt es eh nur noch Stress, und Mike fängt sie auf. Blind vor Liebe merkt Merel nicht, was Mike plant. Als das Geld mal wieder alle ist, glaubt sie sogar selbst, dass es keinen Ausweg gibt als den, dass Merel sich verkauft … Widerstand und Ergebung Dietrich Bonhoeffer Gütersloher Verlagshaus

K

ein anderes theologisches Buch des 20. Jahrhunderts hat auf die Leser im deutschen Sprachraum einen nachhaltige­ ren Eindruck ausgeübt als Dietrich Bonhoeffers Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft, die 1951 von Eberhard Bethge erstmals veröffent­ licht wurden. Die hier versammelten Briefe an die Eltern und an den Freund Eberhard Bethge, seine Notizen, Berichte, Gebete, Gedichte usw.

KLIPP September/Oktober 2011


Filme

sind ein privates Dokument von größter zeit­ geschichtlicher Bedeutung. Schönheit und der Körper der Frau Martina Reinhart Edition Va Bene

D

as Buch beschäftigt sich mit exklusiver Schönheit und dem weiblichen Körper in der westlichen Welt und nimmt Bezug auf die Wurzeln ihrer Kultur. Bis zur Postmoderne hin orientierte sich die Vorstellung des perfekten weiblichen Körpers vornehmlich an idealisierten und stilisierten menschlichen Vorbildern. Teuflisches Österreich Reinhard Pohanka Pichler Verlag

E

indrucksvoll zeigt der Autor in seinem packenden Buch, dass der Teufel noch immer all­ gegenwärtig ist: von Teufelsstei­ nen, Teufelsmühlen, Teufels­ brücken und Teufelskirchen bis zum Krampus und dämonischen Wasserspeiern auf den Trauf­ gesimsen der Kirchen, von den Pflanzen der ­„Hexen“ bis zu angeblichen „Teufelstieren“. Der Verhandlungsprofi Martin Dall Linde international

E

rfolgreich verhandeln ist die größte Herausforderung im Geschäftsleben. Die Methode des Autors bringt sofort messba­ re Ergebnisse für Praktiker. Der Trainer und Be­ rater beschreibt, welche Fehler in Verhandlungen gemacht werden und wie man sie vermeidet, wie man Argumente richtig wählt, strukturiert und das gewünschte Ergebnis erzielt. All die verschwundenen Dinge Lukas Hartmann, Tatjana Hauptmann (Bilder) Diogenes

W

o gehen all die Dinge hin, die wir verlegen, liegen­ lassen, verlieren? Der kleine Karl ist überzeugt, dass es einen geheimen Ort gibt, an dem sich diese Dinge versammeln. Und er ist entschlossen, ihn zu finden … Der kleine Wählerhasser Nikolaus Blome Pantheon

D

as provozierende Buch führt tief hinter die Kulissen des Berliner Politikbetriebes. Kapi­ tel für Kapitel enthüllt es, was Politiker wirklich von den Bürgern halten. An­ onym oder ganz offen kommen zahlreiche Spit­ zenpolitiker zu Wort, und es zeigt sich: Der Frust der Politiker und die Verachtung der Bürger können sich messen. KLIPP September/Oktober 2011

Sommer in orange Komödie Darsteller: Petra SchmidtSchaller, Georg Friedrich, Oliver Korittke Regie: Marcus H. Rosenmüller

D

ie Dorfbewohner be­ obachten die Bhag­ wan-Anhänger mit neugie­ rigem Misstrauen. Die stets orange gewandete WG ist ihnen mehr als suspekt, und nicht nur der erzkonservative Nachbar und Bürgermeister findet es al­ les andere als unwahrscheinlich, dass die Sannyasins mindestens auch Verbindungen zur RAF un­ terhalten und Schlimmeres. So gerät insbesondere Lili zwischen die Fronten: nicht zuletzt in der Schule wird sie von den anderen Kindern gemieden. Sie hat es satt, etwas Besonderes zu sein ...  Fotos: Filmladen Filmverleih

Das Phänomen Bruno Gröning – Auf den Spuren des „Wunderheilers“ Ein Dokumentarfilm der besonderen Art

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m Frühjahr 1949 strömten Tausende ins westfälische Herford. Im Herbst des Jahres zog es bis zu 30.000 Menschen täglich zum Rosenheimer Traberhof. Ein Elendsheer von Kranken und Leidenden. Sie hatten nur ein Ziel: Bruno Gröning. Und das Unfassbare geschah – unzählige Kranke wurden gesund: Lahme konnten gehen, Blinde wieder sehen. Der Film zeichnet die dramati­ schen Ereignisse jener Zeit nach und begibt sich auf die Spuren eines unge­ wöhnlichen Mannes. Der mit großer Sorgfalt recherchierte und in neunjähriger Arbeit entstandene Film soll das Geschehen von damals wieder in das Be­ wusstsein der Öffentlichkeit bringen. Rechbauerkino, Graz, Termine: 25. September, 16. Oktober, 27. November und 18. Dezember 2011 Der Eintritt ist frei, eine Spende wird erbeten.

Taste the Waste Dokumentation Regie: Valentin Thurn

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66.000 Tonnen Lebens­ mittel landen im Müll! Der Film „Taste the Waste“ the­ matisiert die globale Nah­ rungsmittelvernichtung und ihre Auswirkungen auf Mensch und Klima. Ende ­Oktober startet in Österreichs Kinos der Film „Taste the Waste“. Er vermittelt scho­ ckierende Fakten rund um die weltweite Vernichtung von Lebensmitteln. Bewusst kau­ fen heißt zu verhindern, dass Lebensmittel dort landen, wo in Österreich jährlich 166.000 Tonnen landen – im Müll. Die exklusive Film-Vorpremiere vor dem offiziellen Kinostart in Österreich im Oktober gab’s am Ecoport bei der Firma Saubermacher (im Bild Stadträtin Martina Schröck mit CEO Hans Roth).  51



Klipp September/Oktober 2011