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S T E I R I S C H

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K L A R

Ring frei: Kanzler gegen LH

BRUDER-

KAMPF


AKTUELLES 4

Nicht Deutsch, sondern Englisch Ein Steirer – 50 Millionen Euro für „sein Schiff“ in Hamburg

SPOTS 8

Erzherzog Johann anders Tobias Moretti mit Glatze.

COVERSTORY POLITIK 16 Die Krise schlägt am Arbeitsmarkt voll durch 18 Genossen-Rache ist unbarmherzig Ablöse bei „Jugend am Werk“

Seite 4 – Kreuzfahrer Werner Englisch

19 Die unbekannten Wesen 7. Juni EU-Wahl – wer geht hin? 20 Thermenland ist einmalige Erfolgsstory

WIRTSCHAFT Seite 12 – LH Voves gegen Kanzler Faymann: Roter Bruderkampf

I N H A L T

22 Umdenken ist nötig! Landesinnungsmeister Ernst Konrad (Elektrotechnik) appelliert an Politik 24 Der Querdenker Helmut Perner und sein Kino im Kopf

MEDIEN 26 Der On-Air-Therapeut Psychiater A. Bernhaut, Ordination zu nächtlicher Stunde

Seite 44 – Bauchmensch Ulli Retter

HINTERGRUND 28 Die Zuwanderer-Kids Retter unseres Fußballs? 32 Flüchtlingselend Volker Pelzmann für „Ärzte ohne Grenzen“ in Uganda

LEBEN & LEUTE Foto: Lars Meier Marketing

38 Vision wurde wahr Gruber-Chef Michael Schlögl und sein Bretanide auf Brac 44 Wenn ich’s nicht spüre, dann geht’s nicht Hotelchefin Ulli Retter arbeitet aus dem Bauch heraus

Seite 8 – Anna Mühe – die neue Plochl

Seite 28 – Zuwanderer-Kid Marko Arnautovic: Soll für 15 Millionen Euro zu Inter Mailand wechseln

STANDARDS 6

Spots

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Der KLIPPer

31 Lilly Lotterblume 34 Auto & Motor 36 Gesundheit 46 Golftipps Foto: ORF

48 Urlaubstipps 50 Bücher

Seite 26 – Lebenscoach Bernhaut: ordiniert „on air“ 2

Foto: Gepa Pictures

KLIPP Mai 2009


IMPRESSUM

Zu diesem Heft

Medieninhaber: KLIPP Zeitschriften KG, 8020 Graz, Friedhofgasse 20, Tel. 0316/ 42 60 80-0, Fax-Dw 122 office@klippmagazin.at

Im Kreuzverhör der Kritik Ein Landeshauptmann, der gegen Reiche und die Steuer-Pivilegien von Stiftungen wettert, für mehr Verteilungsgerechtigkeit kämpfen will, aber verschweigt, dass seine SPÖ selbst ihr Geld in Stiftungen anlegt, um Steuern zu sparen, ist unglaubwürdig. Noch dazu, wenn dieser Landeshauptmann selbst Chef des Stiftungsbeirats ist. Wer große Sprüche klopft, Großes vorhat, muss auf jeden Fall zuerst schauen, wie es im eigenen Haus ausschaut. So oder sinngemäß in ähnlichen Worten machen sich enttäuschte Steirer Luft darüber, die den Vorstoß von Franz Voves für mehr Verteilungsgerechtigkeit prinzipiell gut geheißen haben. Dazu zähle auch ich. Er hat sich mit seiner Ungeschicklichkeit – Voves wirkt zu oft beratungsresistent – selbst schwerst in Bedrängnis gebracht. Der Auftritt in Wien und die Präsentation seines Thesen-Papiers für mehr Verteilungsgerechtigkeit war ein Affront gegen Faymann. Dieser hatte allerdings im Partei-Präsidium das Voves-Papier in dieser Schärfe für entbehrlich gehalten und wollte es schubladisieren lassen.

KLIPP Mai 2009

Herausgeber: KLIPP Zeitschriften KG Officemanagement: Isabella Hasewend

Die Kluft zwischen Voves und Faymann ist tief. Als Infrastruktur-Minister hat Werner Faymann Franz Voves bei Groß-Projekten für die Steiermark – wie der Koralm-Bahn, dem Semmering-Tunnel, dem Neubau vom Bad Eggenberg – kräftig unterstützt. Künftig werden es die Steirer schwer haben, in Wien zu punkten. Franz Voves hat mit seinem Vorstoß für Verteilungsgerechtigkeit den Nerv der politischen Strömung getroffen. Die Frage nach der Vermögensbesteuerung gehört auf die Tagesordnung der Politik und ernsthaft diskutiert. Dass Arbeit deutlich höher besteuert wird, als arbeitsloses Einkommen oder Besitz, ist eine Tatsache, die die Menschen intensiv beschäftigt. Jede Partei und jeder Politiker tut gut daran, sich diesem Thema zu stellen und auf unüberlegte Reflexe – „das ist links und fast kommunistisch“ – zu verzichten. Denn was wir wissen: Wer in der Politik zu spät kommt, den bestraft die Geschichte.

Redaktion und Autoren: Jürgen Lehner, Ali Rosker, Heidelinde Kogler, Reinhard Schuch, Vera Leon, Isabella Hasewend, Michaela Vretscher, Andreas Adelwöhrer. Produktion: Martin Druschkowitsch Lektorat: Mag. Dr. Günter Murgg Druck: MA-TISK d.o.o. Maribor Abonnentenpreise: Jahresabo € 14,53, Zweijahresabo € 26,16, Studentenabo: 2 Jahre € 18,16, 1 Jahr € 13,08 Vertrieb: Morawa Pressevertrieb Erscheinungsort: Graz, Verlagspostamt: 8020 Graz, P.b.b. www.klippmagazin.at Nächster Erscheinungstermin: Juni 2009

Jürgen Lehner

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AKTUELLES

Ein Steirer – 50 Millionen Euro für „sein Schiff“ in Hamburg

Nicht Deutsch, sondern Englisch So heißt der Mann, mit Vornamen Werner, mit Familiennamen „Englisch“. Er ist Österreicher, noch genauer Steirer. Als Operation- und Guest-Services-Manager trägt er die Verantwortung, dass innerhalb von 38 Tagen 50 Millionen Euro – für Schilling-Rechner: stolze 700 Millionen – in den Umbau des ehemaligen Luxus-Kreuzfahrtschiffes „Galaxy“ gesteckt wurden. Dieses wurde in Hamburg im Beisein von Anna Netrebko, Udo Lindenberg und etlichen deutschen VIPs auf den Namen „Mein Schiff“ getauft. KLIPP exklusiv aus Hamburg

Werner Englisch, Director of Operations – seine englische Job-Bezeichnung (bei einem Stopp in Kiel) hat viel Erfahrung mit luxuriösen Kreuzfahrtschiffen.

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s gibt Augenblicke für Eltern, da sind sie besonders gerührt und stolz auf ihre Kinder. Ein solcher war für Friederike und Willibald Englisch aus Kapfenberg ihr Kurzbesuch in Hamburg, ist doch ihr Sohn Werner Englisch Operation- und Guest-Services-Manager bei TUI Cruises, die mit „Mein Schiff“ ihr erstes eigenes Kreuzfahrtschiff über die Meere ziehen lässt. Als TV-Moderatorin und Taufpatin Ina Müller die Champagner-Flasche mit einem Hebel aus-

löste und am Schiffsrumpf zerschmettern ließ, konnte Regisseur Werner Englisch, der in den letzten Monaten nur wenig Schlaf bekam, aber umso mehr Arbeit hatte, endlich durchatmen. „Wir haben das Schiff erst im März von den Amerikanern übernommen – fast

Aus der Steiermark angereiste Freunde und Bekannte.

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unglaublich, dass es nun schon geschafft ist.“ „So schön und fantastisch habe ich mir das gar nicht vorgestellt“, busselte die Mutter als Erste ihren Sohn nach dem spektakulären Feuerwerk zum Abschluss der Taufe, dem Ritual folgten dann natürlich Werner Englischs Frau Maria sowie Freunde. Auch zehntausende Hamburger feierten im Hafen mit. Sowohl an Land wie auch auf dem riesigen knapp 264 Meter langen LuxusKreuzfahrer gab’s riesige Bühnen mit

Videowänden und eine abwechslungsreiche Doppel-Conference. Denn „Mein Schiff“ ankerte begleitet von einer Barkassen-Parade mitten in der Elbe. Die Gäste der Tauf-Party blieben über Nacht an Bord, worüber sicherlich auch George Clooney als Gast erfreut gewesen wäre: In jeder Kabine gibt es eine Nespresso-Maschine.

Die „Himmel und Meer Lounge“.

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Diese gestattet den privaten Start in den Tag. Diesen kann Werner Englisch in den nächsten Wochen noch nicht genießen. „Jetzt müssen wir einmal schauen, dass alle Operations meines 900 Mann großen Teams wie geplant laufen.“ Die Erfahrung dafür holte er sich in der Vergangenheit auf der Arosa Blue, der Sun Vista, der 6-Sterne-Yacht Son of Flower und der Wind Star. Der OperationManager bildet mit dem Kapitän und dem General-Manager das Führungs-Trio.

„Ich wollte immer die Welt sehen“ Dieser Wunsch, dieser Gedanke beschäftigte ihn bereits während der harten Lehrjahre beim Brücklwirt in Niklasdorf bei Leoben. „Dort hab’ ich Koch ge-

lernt und danach bin ich ins Hotel Schwarzenberg nach Wien gegangen.“ Dort streckte er seine Fühler aus und informierte sich über die Möglichkeiten, ins Ausland arbeiten zu gehen. Und da gelang ihm ein Glücksgriff. Er ging auf eine FünfSterne-Jacht namens „Sea Goddess“ – es war dies eine Luxusjacht – in den 80ern das beste Produkt aller amerikanischen Reedereien. „Du musst natürlich kreativ sein“, so Werner Englisch, „wenn du Spitzenpositionen in diesen Bereichen halten willst. Und worauf es auch ankommt: Man muss die Ideen auch umsetzen können.“ Und genau dieses Talent hob TUI-Cruises-Chef Richard J. Vogel im Dank an seinen Operation-Manager bei der Eröffnung hervor, hatten sie doch erst im Februar 2008 zu zweit „ihr-Schiff“Projekt gestartet. Werner Englisch geht erst nach den ersten „Trips“ von Bord, „weil wir noch weitere Luxus-Kreuzfahrer auf die Reise schicken wollen.“ E.O.

Heizte bei der Taufe ordentlich ein: Rock-Legende Udo Lindenberg und sein Panik-Orchester.

„Mein Schiff“ und seine Highlights 14 Decks, 962 Kabinen, zehn Restaurants und Bistros, 13 Bars und Lounges, dazu ein 1000-Plätze-Theater und 1700 Quadratmeter SportWellness-Bereich – „Mein Schiff“ ist raummäßig das größte Kreuzfahrtschiff auf dem deutschen Markt. Der 264 Meter lange Kreuzfahrer ist 1996 von der Meyer-Werft in Papenburg gebaut worden und fuhr bisher unter dem Namen „Galaxy“ für die US-Reederei Celebrity. Für rund 50 Millionen Euro hat TUI das VierSterne-Plus-Schiff in der Rekordzeit von nur 38 Tagen umgebaut. Nun haben 1960 Passagiere auf dieser Melange aus Alt und Neu Platz. Fast die Hälfte der Kabinen hat Balkone, auf denen Hängematten gespannt werden können.

Früher gab’s Live-Auftritte von Werner Englisch mit Elvis-Songs. „Ist leider vorerst vorbei.“

Besonders groß geschrieben werden Fitness und Erholung mit dem riesigen Sportbereich und insgesamt 12.000 Quadratmetern Sonnendeck. So kann der Gast Basketball spielen, am Golfsimulator üben, eine Runde durch einen der beiden Außenpools drehen oder sich bei Thalasso- und Meerwasserbädern sowie verschiedenen Massagen entspannen. Wem die Heilkräfte der Natur nicht genügen, an der bordeigenen Schönheitsklinik können sogar ästhetisch-kosmetische Korrekturen gebucht werden. Und eine Kreuzfahrt wäre keine echte Kreuzfahrt ohne reichlich Essen und Trinken. Es gibt vier Restaurants, sechs Bistros und 13 Bars und Lounges an Bord von „Mein Schiff“.

Wer am Morgen keinen Steward verträgt kann seine Nespresso-Maschine „anwerfen“.

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In den nächsten Monaten kreuzt „Mein Schiff“ im Norden Europas und der Ostsee, ab September im Mittelmeer und ab November in der Karibik.

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AKTUELLLES

962 Kabinen und Suiten. 780 dienstbare Geister versorgen 2.000 Passagiere.


100 Jahre Sturm im Grazer Künstlerhaus

Ex-AT&S-Gesellschafter Helmut Zoidl

Aus der Geschichte gelöscht

Gern vor Gericht?

SPOTS

Ex-Sturm-Präsident Hannes Kartnig ist zweifacher Rekordhalter bei Sturm Graz. Mit ihm als Präsidenten erlebten die Schwarz-Weißen sportlich einen bis dato noch nicht erlebten Höhenflug – mehrmaliger Meister, Cup-Sieger, Champions-League-Gruppensieger. In die Kartnig-Ära fiel aber auch der Konkurs – erstmals musste der Grazer Traditionsklub vor der Finanz in die Knie gehen und gleichsam um „Gnade“ betteln, damit man überleben und neu starten konnte. All das, diese jüngere Geschichte des Klubs, kommt in der laufenden Ausstellung im Grazer Künstlerhaus kaum vor. Sie betreibt auch sonst keinen Personen-Bilder-Kult, Hannes Kartnig kann man nur in einem Video-Ausschnitt erleben. Sonst ist er aus der Sturm-Geschichte gelöscht. Eher unverständlich, denn wie heißt es doch: Was es wiegt, das hat’s.

Offensichtlich reichen nicht einmal Zigmillionen und großer Wohlstand aus, also ein finanziell sorgloses Leben, wenn die übrigen privaten Lebensumstände nicht mehr passen. Im Jahr 2006 reichte Evelyn Zoidl, die Frau des früheren AT&S-Gesellschafters Helmut Zoidl, bei Gericht die Scheidung ein. Ihr Mann und sie waren in der Obersteiermark nicht irgendwer, denn Helmut Zoidl war Manager und 33-Prozent-Eigentümer der erfolgreichen Chiphersteller-Firma AT&S (an dieser ist auch Hannes Androsch beteiligt). Deren Erfolg machte das Ehepaar zu mehrfachen Schilling-Milliardären. Auch nach der Einführung des Euro und seinem Ausscheiden als AT&SGesellschafter verarmte Helmut Zoidl nicht. Nur mit Mühe soll, so heißt es, zwischen den beiden Eheleuten nach dem Einreichen der Scheidung ein Rosenkrieg abgewendet worden sein. Erst, als Evelyn Zoidl auf einen großen Teil ihrer Ansprüche verzichtet habe, ging die Scheidung durch. Denn Vermögen, das während der Ehe erworben wird, muss üblicherweise bei Scheidungen entsprechend fair aufgeteilt werden. Doch Helmut Zoidls Selbstbewusstsein, in der Gegend meist nur als guter Geschäftsmann, Wohltäter und Gönner (für seine Freunde) bekannt, leidet durch die „private Niederlage“ offensichtlich. Da Geld für ihn keine Rolle spielt, versucht er seine Exfrau mit Gerichtsklagen zu treffen. Sinnbildlich genommen geht es da um dieses und jenes „teurere Kaffeehäferl“. „Wertvollerer Hausrat“, der entgegen der Vereinbarung im Scheidungsurteil nicht vorhanden sein soll. Als Anfeuerer und Einflüsterer, davon spricht man auch in Knittelfeld, sollen Freunde von Helmut Zoidl wirken, die nicht geringe Vorteile aus seiner Großzügigkeit ziehen. Mehrmals ist der knapp 80-Jährige bei Gericht nun schon abgeblitzt, er hat inzwischen sogar wieder geheiratet, will aber die Rolle des „Einmal Streithansel, immer Streithansel“ nicht aufgeben. Seine Chancen in der Sache stünden aber schlecht, meinen namhafte Juristen.

Das Gold der Steppe liegt zur Zeit in Leoben

Hoffen zu punkten bei der Vorentscheidung zum Grand Prix der Volksmusik.

SPOTS

Steirerbluat ist kein Himbeersaft

Erstmals werden die schönsten und wichtigsten Exponate aus der Zeit der beiden Reitervölker Skythen und Sarmaten aus den historischen Museen Asow und Kiew und der Eremitage von St. Petersburg gemeinsam gezeigt. Die 200 Raritäten, darunter Jagd- und Raubtiere, Hirsche, Löwen, Pferde sowie Schalen, Schmuck und Waffen, können bis zum 26. Oktober 2009 bestaunt werden. Damit ist das Dutzend voll, es ist die zwölfte Großausstellung in Leoben.

Darum geht es in der folgenden Kurzgeschichte nicht, sondern um die Musikgruppe Steirerbluat. Sie ist am kommenden Samstag (30. Mai) bei der TV-Sendung zur österreichischen Vorentscheidung zum Grand Prix der Volksmusik dabei. Das erste Mal war Steirerbluat im Jahr 1998 als blutjunge Band dabei, seitdem gab’s viele erfolgreiche Auftritte im Musikantenstadl, der Carmen-Nebel-Show, und, und. Für alle, die diese Musik mögen: Diese Patrioten sollten nicht vergessen, die jungen Burschen durch ihr „Voting“ im Rennen zu halten.

Fürstenfeld will Impulsregion sein

Auch Burgenländer dabei Der betagte, aber äußerst aktive „80-Plus“-Unternehmer Herbert Depisch, auch Honorarkonsul der Republik Südafrika, gilt als Person und mit seiner Familie als Vorzeige-Firmenchef, wenn es um gelebte Verantwortung in der Region Fürstenfeld geht. Das weltweit in der Stahlindustrie erfolgreiche Handelshaus DCM mit seinen Firmenbeteiligungen hat seinen Hauptsitz in Fürsten-

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feld. Viele Kunden würden sich darüber wundern, dass man nicht mit einer FirmenZentrale von Wien, Zypern oder der Schweiz aus – allein schon wegen der Flugverbindungen – seine Geschäfte betreibe, sondern von Fürstenfeld aus, das niemand kennt. „Wir verlassen die Region nicht, von hier aus haben wir das Unternehmen aufgebaut, von hier aus haben wir die Kraft geschöpft

und fühlen uns auch verantwortlich für die Menschen“, erklärte Herbert Depisch bei der Präsentation der „Impulsregion Fürstenfeld“. Neben dem amerikanischen Zigarettenhüllen-Hersteller „Altesse“ und dem Kompressoren-Erzeuger-Konzern ACC setzt man in der Region auf innovative Kleinund Mittelbetriebe. Insgesamt 14 Gemeinden haben sich dem Kooperationspro-

Konsul Herbert Depisch aus Fürstenfeld

jekt „Impulsregion Fürstenfeld“ angeschlossen. Zwölf Gemeinden kommen aus dem Bezirk Fürstenfeld, zwei Gemeinden – Rudersdorf und Unterlamm – kommen aus den Nachbarbezirken Jennersdorf im Burgenland und Feldbach. Wesentliches Zuckerl: Bei künftigen Betriebsansiedlungen wird die eingenommene Kommunalsteuer im Verhältnis von 70 zu 30 geteilt.

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Tondach-Legende Franz Olbrich bleibt ewig Ziegeln und Jagd verbunden

Ex-Kulturminister Gilberto Gil eröffnet

Jazz Sommer Graz 2009 auf den Kasematten vom 9. Juli bis 1. August

Auftakt mit einem ganz Großen V Organisator Jesernik

on der Atmosphäre her sind die Schlossberg-Kasematten etwas ganz Besonderes. Und dies sei der Hauptgrund dafür, dass Gogo Jesernik und Eik Breit sich kurzfristig entschlossen haben, mit dem Jazz Sommer nicht auf das Areal der Grazer Messe abzuwandern, sondern am Schlossberg zu bleiben. Das Messe-Areal sei gut für Großkonzerte und da hätte man für den Jazz Sommer einiges in die Infrastruktur investieren müssen. Gleich zum Auftakt des Jazz Sommers gibt es mit Gilberto Gil ein echtes Highlight. Von 2003 bis zum Juli 2008 war Gilberto Gil brasilianischer Kulturminister in der Regierung von Lula da Silva – und er hat sich gut geschlagen, heißt es. Nun will er wieder Künstler sein und ist auf Tournee. In den 60ern wurde er mit seinem Altersgenossen Caetano Veloso Protagonist der Tropicalismo-Bewegung, welche radikal innovativ Bossa Nova, diese typische brasilianische Mischung aus Samba Cancáo und Cool Jazz, mit interna-

tionaler Rockund Popmusik verband und die Zustände im damaligen Brasilien scharf kritisierte. Was ihm 1968 einen zweimonatigen Gefängnisaufenthalt einbrachte und die Notwendigkeit, bis 1972 im Exil in London zu leben. Ein Rebell blieb Gil bis heute – und einer der wichtigsten und weltweit bekanntesten Vertreter der «Musica Popular Brasileira». „Man kann auf viele Arten Musik machen – ich mag am liebsten alle!“, sagte der vielfache Preisträger einmal. In weiterer Folge (siehe ProgrammKasten) kommen Abdullah Ibrahim, der Großmeister aus Südafrika, mit seinem Ensemble Ekaya (übersetzt: Heimat), Canned Heat mit ihrem unverkennbaren Sound (sie standen bereits zusammen beim legendären Woodstock-Festival auf der Bühne), dann auch Wundergitarrist Monte Montgomery, Djabe, Latin-JazzLegende Eddie Palmieri sowie die Gewalt-Stimme Marla Glen. Den Abschlussabend am 1. August bestreitet die Grazer Chorsensation PopVox, begleitet von einer mit Grazer Spitzenmusikern besetzten Band. Die Zeit ist reif, dass dieser einheimische Spitzenchor auch einmal auf der Bühne des Jazz Sommers zu bewundern ist! ❖

„Wir verfügen dort über die entsprechende Qualität von Lehm, die Länder Rumänien, Bulgarien und die Ukraine liegen praktisch in unserem erweiterten Umfeld“, erklärt Kommerzialrat und Vorstand Franz Olbrich die Vorzüge des jüngsten Tondach-Standortes, einem Ziegelwerk in Ost-Ungarn. In den nächsten Jahren gibt es dort viel Bedarf durch Neubau und Sanierungen. Die dortigen Händler und Märkte entwickeln sich im Übrigen gut und auch die Preissituation passe. „Begonnen haben wir 1983 in Gleinstätten und niemand hat uns zugetraut, dass wir so stark wachsen“, so Olbrich. Er hält in der Tondach-Gruppe 20 Prozent, die Grazer Familie Garside 30 und 50 Prozent die Wienerberger AG. Olbrichs Erfolgsgeheimnis: „Du musst daran glauben, was du machst, und hart arbeiten, aber auch nicht übermütig wer-

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Aber nicht übermütig werden

Franz Olbrich: „Du musst an deine Sache glauben und hart arbeiten.“

den.“ Ein gutes Management vor Ort sei überall eine Voraussetzung für den Erfolg. Was in keiner Presseaussendung steht, Franz Olbrich aber gerne zugibt: „Wenn ich in diesen Gegenden bin, dann versuche ich neben der Arbeit auch hin und wieder meinem leidenschaftlichen Hobby, der Jagd, nachzugehen.“ ❖

Grazer Chorsensation: Popvox

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Erzherzog Johann einmal anders

Tobias Moretti mit Glatze verliebt sich in Anna Plochl Foto: Lars Meier Marketing

SPOTS

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Foto: www.diefeste.at

Der Erzherzog und die Postmeistertochter. Zwei Menschen haben einander in Liebe gefunden. Was heute noch nach „lieblicher Romanze“ klingt, auch meist auf Schulbuch-Niveau so dargestellt wird, war Anfang des 19. Jahrhunderts ein riesiger Skandal, „wider die guten Sitten“ und ein TabuBruch. Für den Adel waren Erzherzog Johann und seine große Lebensliebe Anna Plochl fast Aussätzige. Deren Verzweiflung und Nöte zeigt ein ORF-TV-Spielfilm. In der Rolle des Erzherzog Johann Tobias Moretti, ohne Kopfhaar, mit Glatze. Seine Anna wird vom deutschen Jungstar Anna Maria Mühe gespielt. Für Dieter Pochlat-

Mit dem deutschen Shooting-Star Anna Maria Mühe hofft man, dass der Film auch in Deutschland ein Quoten-Hit wird.

ko (Epo Film) ist die Produktion der Höhepunkt seiner Karriere. Die große Premiere gibt’s am 15. Dezember in Graz. Die Taschentücher zum Tränenwegwischen sollten Sie um die Weihnachtszeit bereithalten, da wird der Film gesendet.

Foto: ORF/Milenko Badzic

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obias Moretti ist ja bekanntlich schon als Tiroler Freiheitskämpfer Andreas Hofer gestorben, dessen Schicksal erst kürzlich im ORF zu sehen war. Erzherzog Johann unterstützte den Abwehrkampf des Tiroler Bauern gegen die Franzosen und erhielt daher später auch ein Einreiseverbot nach Tirol. Dem Land selbst blieb er verbunden, liegt er doch seit dem Jahr 1859 in Schenna begraben.

Viel beschäftigt mit historischen Rollen: Nach dem Freiheitskämpfer Andreas Hofer spielt Filmstar Tobias Moretti auch den Erzherzog Johann, einen Förderer des Tiroler Volkshelden, und auch am Burgtheater in Wien den Faust.

„Köder“ fürs deutsche TV-Publikum So ist die deutsch-österreichische Besetzung für die 2,7 Millionen Euro teure Erzherzog-Johann-Produktion zu sehen. Ist natürlich kein Zufall. Mit dem auch bei unseren deutschen Nachbarn gut bekannten Tobias Moretti und seiner Partnerin Anna Maria Mühe hofft die ARD, auch in Deutschland das Publikum für die österreichische „FamilienSaga“ vor die Mattscheibe zu locken. Andreas Hofer kennen die Deutschen, aber einen Erzherzog Johann und seine Anna Plochl kaum.

Weg vom sissyhaften RomanzenKlischee in den Schlüsselszenen – das gibt das Drehbuch vor. „Die traurigen Briefe von Anna Plochl sind wirklich lesenswert und ein unbestechlicher Beweis“, erläutert Produzent Dieter Pochlatko den Zugang des Films. Ihr Erzherzog Johann weilt in England. Anna Plochl ist in dem Industrieort Vordernberg (zwischen Eisenerz und Leoben) praktisch im Haus eingesperrt, völlig niedergeschlagen, fühlt sich einsam und verlassen, weil sie praktisch nur Schlote von ihrem Fenster aus erblickt. Da überredet sie ihr Freund aus Mädchentagen Vinzenz Pfeifer – alles war damals natürlich platonisch – zum „Flinserl-Ball“ nach Bad Aussee zu fahren. Sie stimmt zu, wird von der Fröhlichkeit dort mitgerissen, tanzt mit Vinzenz Pfeifer ausgelassen, bis sie vor sich selbst erschrickt und den Ball überfallsartig verlässt und zurück nach Vordernberg flüchtet. In Briefen erzählt sie ihrem Johann, später dann auch persönlich davon. Er spürt, dass

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„Heimspiel“ für den Grazer Epo-Chef und Film-Produzenten Dieter Pochlatko: „Dieser Erzherzog-Johann-Film ist sicher ein Höhepunkt in meiner Laufbahn.“

intensive Hochzeitsvorbereitungen, die wenige Stunden vor der Vermählung durch einen Kurier des Kaisers abrupt enden. Dieser zieht seine Zusage zur Hochzeit wirklich im allerletzten Augenblick zurück und fordert den Bruder auf, die Hochzeit abzublasen, den Termin aufzuschieben. Auslöser war eine Intervention des Ministerpräsidenten und Fürsten Metternich. Er warnte den Kaiser davor, dass eine Heirat von Johann mit Anna Plochl ein Signal und eine Ermunterung für noch mehr Liberalisierung im Volk wäre. Logischerweise sind beide völlig verzweifelt. Auch ein Gespräch mit dem Kaiser, seinem Bruder, in Wien – gedreht wird am Originalschauplatz im Schloss Schönbrunn – bringt keine Lösung. Klarerweise sind auch ein Schwerpunkt des Films auch die zahlreichen Gründungen, wie die des Joanneums, der Landwirtschaftskammer, der Steiermärkischen Sparkasse usw., die bis heute Bestand haben. Bei einem dieser Anlässe in Graz kommt es zu einem großen Auftritt Johanns mit einer beein-

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druckenden Rede, die von seinen Zuhörern mit Begeisterung aufgenommen wird, sodass sie ihn daraufhin feiern.

Haben sie oder haben sie nicht? Das ist eine der Fragen, die es um die Liebesgeschichte zwischen Erzherzog Johann und Anna Plochl gibt. Kennen gelernt haben sie einander 1819, zusammengewohnt unter einem Dach ab 1822. Es gibt aber keine Belege dafür, dass sie schon vor ihrer dann endlich kaiserlich erlaubten Hochzeit im Jahre 1829 als Mann und Frau das Bett geteilt hätten. In ihren Briefen spricht Anna Plochl das mehrmals an, dass sie dieser Zustand des Wartens äußerst unglücklich mache („Gern hätte ich ihn zum Anwärmen im Bett gehabt.“). Sie fürchtete sich aber vor einem unehelichen Kind, weil damit alles verloren gewesen wäre. Aber auch Johann selbst, vor seiner Bekanntschaft mit Anna Plochl kein Mönch in seinem Lebensstil, äußert sich dazu mehrmals deutlich in seinen Aufzeichnungen. Seine Sorge war zu groß, dass er mit Anna als Mätresse seinem Bruder, dem Kaiser in Wien, und vor allem Fürst Metternich Munition dafür geliefert hätte, dass diese dann als Dirne verschrien gewesen und als Ehefrau nicht mehr in Frage gekommen wäre. Und Johann unmissverständlich: „Diesen Gefallen mache ich ihnen nicht.“ Auf Illustrationen und Bildern wirkt Anna Plochl aufgrund ihrer Lieblichkeit eher als Mädchen vom Lande. Im Film selbst wird sie als junge, intelligente und gescheite Frau dargestellt, die sie auch war. Denn schon im Alter von 15 Jahren war sie für ihre jüngeren Geschwister gleichsam Mutter-Ersatz, weil diese sehr früh verstorben war. Als Postmeister war Annas Vater im Salzkammergut ein vermögender Mann, wirtschaftlich gut abgesichert und überall anerkannt, aber eben nur ein Bürgerlicher. Die Arbeiten für den Film beginnen erst im September dieses Jahres, da Tobias Moretti vorher den Faust spielt. 30 Drehtage sind vorgesehen – ein ungemein enges Zeitkorsett. „Ich hab’ schon im Jahr 1979 eine 45-minütige Erzherzog-Johann-Dokumentation für den ORF gedreht. Aber für mich ist das ganz etwas anderes und der absolute Höhepunkt meiner Karriere, wo ich im eigenen Land diesen Film drehen und realisieren kann“, so Dieter Pochlatko.

Lange Nacht des Schlafens F

rühling ist, wenn die Tage länger und die Nächte kürzer werden. So war es zumindest bisher immer. Aber seit einiger Zeit ist alles anders. Immer mehr so genannte „lange Nächte“ rauben uns den Schlaf und strapazieren uns nach dem ohnehin schon anstrengenden Tagwerk. Angefangen hat es ganz harmlos mit der „Langen Nacht der Museen“. Das fanden wir noch praktisch. Konnten doch tagsüber arbeitende Menschen und kulturell Interessierte sich intensiver den schönen Künsten widmen und etwas für ihre geistige Erbauung tun. Der Mensch lebt bekanntlich nicht nur vom Brot allein. Doch dann kam eine ganze Flut von „langen Nächten“: der Wissenschaft, der Kirchen, der Oper, der Sprachen, der Stadtwerke, der Musik, der Kulturhauptstadt, der Literatur, des Frauenfilms und, und, und. Die Villacher haben gar eine „Lange Nacht der kurzen Predigt“ erfunden. Kein Faschingsscherz. Unsere deutschen Nachbarn wiederum kennen – KarlMay-sehnsüchtig – eine „Lange Nacht der Blutsbrüderschaft“. Fehlt nur noch die „Lange Nacht von Blut und Boden“ oder der Blutwurst. Wir fühlen uns überfordert und wollen wieder zu unserem Recht auf nächtlichen Schlaf kommen. Zwar mag es für manche reizvoll sein, in der „Langen Nacht der Forschung“ eine „Expedition in die Zellkulturtechnik“ zu machen, um sich nach einem selbst durchgeführten Mundhöhlenabstrich die eigenen Zellen im Mikroskop anzuschauen. Wir möchten unsere eigenen Zellen nicht einmal tagsüber sehen. Und für Limnologie und die winzigen Lebewesen, die in der Mur schwimmen, interessieren wir uns auch nur begrenzt. Sowieso gibt es bald wieder die „Lange Nacht der Gelsen“, gratis und in unserem Schlafzimmer.

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„Feuer am Dach“ ist und von da an versucht er, mehr „zu Hause“ zu sein. Tiefen Einblick in das Drama um Erzherzog Johann und Anna Plochl vermittelt auch ein Ereignis auf Schloss Gstatt bei Öblarn, wo Erzherzog Johann und Anna Plochl mehrere Monate im Jahr verbrachten. Gedreht wird diese Szene auf Burg Strechau. Im Mittelpunkt stehen hektische und

Für die „Lange Nacht der Musik“ würden wir schon eher wach bleiben. Bei geeignetem Programm wie etwa „Ausgewählte Schlaflieder“ wäre das auch für Mütter eine willkommene Gelegenheit, ihre Kleinen zum Einschlafen im Kinderwagen vorbeizubringen. Abzuraten ist vom Besuch kleiner Kinder bei der „Langen Nacht der Indianer“ auf der Schallaburg. Sie könnten gar nicht mehr ins Bett wollen oder von skalpierten Bleichgesichtern träumen. Dann schon lieber (ohne Kinder) zur „Langen Nacht der Liebe“ im Wiener Orient Hotel. Unter dem Motto „Liebe machen statt Liebe definieren“ wird musiziert, gelesen und „eine sinnliche Kundgebung pro Pluralismus in Liebesangelegenheiten“ gefeiert. Klingt viel versprechend und sollte durch eine „Lange Nacht des Kondoms“ ergänzt werden. Was außerdem nützlich wäre: Eine „Lange Nacht der WCs“, denn wen nach einem Theater- oder Kinobesuch in Graz ein dringendes Bedürfnis überkommt, der findet nicht leicht ein geöffnetes Örtchen. Im tiefsten Grund unserer Seele jedoch wünschen wir uns nur eins: Eine „Lange Nacht des Schlafens“. Ein Vorschlag an über einschlägige Erfahrung verfügende Stadtpolitiker: Um 21 Uhr gehen in Graz die Lichter aus, allgemeines Fahrverbot, Partyverbot, Wirtshausverbot, strengste Ruhe. Wer nicht in seinem Bett liegt, wird von patrouillierenden Nachtwächtern abgestraft und muss bei der „Langen Nacht der Philatelisten“ Briefmarken zählen. Inzwischen zeichnet sich eine Trendwende ab: „Die kurze Nacht“ wurde geboren. Wir atmen auf und freuen uns aufs Bett. „Die kurze Nacht des Krimis“ oder „Die kurze Nacht der Architektur“ – das wär doch was. Reinhard Schuch

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POLITIK

ÖVP-Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch zur Milchpreis-Krise

Situation für viele sehr ernst Der obersteirische BauernFunktionär Fritz Grillitsch steht als ÖVP-BauernbundPräsident in der Funktionärshierarchie schon weit oben. Im Vorjahr noch bei 45 Cent pro Liter gelegen, rutschte der Milchpreis nun weit unter die 40-Cent-Marke. Eine Katastrophe für viele Milchbauern, denn ihnen steht damit das Wasser bis zum Hals. KLIPP sprach mit Fritz Grillitsch.

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rivat ist er in zweiter Ehe mit der ehemaligen steirischen FPÖ(BZÖ)-Landesrätin Magda Bleckmann verheiratet. Die beiden haben einen viereinhalbjährigen Sohn. Fritz Grillitsch ist im Jahr 130.000 Kilometer österreichweit unterwegs, ein Mörder-Job, "aber ich mach’ ihn gern." Man kann davon ausgehen, dass das noch nicht

der absolute Höhepunkt – Grillitsch feiert im Juli seinen 50er – seiner politischen Karriere ist. An einem Tiefpunkt befindet sich zur Zeit hingegen der Milchpreis.

beißt sich die Katze in den Schwanz. Es kommen nämlich die Chefs der großen Handelsketten – außer Spar sind ja alle in Deutschland – und sagen: "Ja seid’s ihr wahnsinnig?"

Ich versetze mich in die Lage eines Milchbauern, dem das Wasser bis zum Hals steht und der Ihnen an den Kopf wirft: "Schuld ist nur die Politik." Nur, es ist nicht so. Als der Preis im Vorjahr auf 45 Cent stieg, war das auch nicht unser Erfolg. Was ich damit sagen will: Nicht die Politik bestimmt den Preis, sondern der Markt.

Das heißt, wir haben in Österreich eine Überversorgung mit Milchprodukten? Ja, die liegt etwa zwischen 114 und 120 Prozent in der Milchwirtschaft und wir müssen einfach schauen, dass wir exportieren können. Seit der EU-Erweiterung gibt es beste Zuwachsraten. Wir sichern damit Arbeitsplätze in der gesamten Wertschöpfungskette, aber ich merke an: Es sollte jeder seinen gerechten Anteil bekommen und das ist die Herausforderung.

Das machen sich dann die Handelsketten und Molkereien untereinander aus? Es ist ohne Zweifel so, dass beim Preis auch spekulative Elemente hinzukommen. Aber der österreichische Konsument bevorzugt rotweiß-rote Produkte und der Bauer kriegt daher im Vergleich zu den Nachbarländern ab fünf bis sechs Cent mehr. Ich war jetzt in Sachsen

Fritz Grillitsch: Rot-Weiß-Roter Bonus im Handel ist für uns Bauern wichtig.“

und sage das nur im Vergleich: Dort gibt es eine völlig andere Struktur und die Sachsen haben einen Milchpreis von 19 Cent. Dann wären ja die Produkte aus dem Ausland vom Preis her günstiger. Ich sehe eine Riesengefahr darin, weil auch österreichische Produkte in Deutschland billiger angeboten werden als bei uns. Und das ist die Schizophrenie des Systems, denn da

Club Genuss als Konjunkturschrittmacher für unser Land

Dorfwirtshaus als Begegnungsstation

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nsbesondere Gastronomie und Tourismus in der Steiermark sollen auf heimische Landwirtschaft setzen und mit den Produkten aus der Region für unsere Heimat werben. Daher wurde die Veranstaltungsreiche „Club Genuss“ gestartet, die im Wesentlichen auf zwei bestehende Projekte setzt: auf die Dorfwirtshauskultur und die Genussregionen. „Wir starten eine Aktion quer durch die Steiermark, bei der wir uns mit den Menschen in den Wirtshäusern zusammensetzen und Diskussionen führen. Das Wichtigste dabei ist, dass die Menschen sich verstanden fühlen“, erklärt „Forum-Land“-Präsident Fritz Grillitsch. Die Menüs werden saisonal und regional abgestimmt, werden vom Koch und ausgewählten Produzenten kommentiert und sollten von regionalen Meinungsbildnern genossen werden. „Was wir wollen, ist eine Renaissance

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Nussbaumer (Firma Eurogast Nussbaumer GmbH), BB-Präsident NR Fritz Grillitsch, LH-Stellvertreter Hermann Schützenhöfer, LK-Präsident ÖKR Gerhard Wlodkowski

der Dorfgasthäuser als identitätsstiftende Einrichtung in ländlichen Gemeinden. Ihre Funktion ist sozusagen Labestation und Begegnungszentrum für die Menschen“, verdeutlicht Grillitsch. Als das wichtigste Anliegen dieser Aktionsplattform sieht er die Stärkung des ländlichen Raums. Im

Schatten der Wirtschaftskrise sind zahlreiche Aktivitäten geplant, die die Wirtschaftskraft des ländlichen Raumes stärken sollen. „Es geht jetzt darum, durch regionale Vernetzung Arbeitsplätze zu erhalten und zu schaffen und die Wertschöpfung in der Region abzusichern.“ ❖

Was halten Sie von den BauernDemonstrationen der jüngsten Vergangenheit? Ich hau’ nicht unüberlegt auf den Handel hin, bin für den Dialog, mein Platz ist auch nicht auf der Straße. Aber offensichtlich gärt es in der Bauernschaft ganz arg. Die Situation ist für viele sehr ernst, aber dennoch können wir nur mit Geschlossenheit unsere Anliegen durchsetzen. Wir streiten intern natürlich viel, aber unterm Strich heißt’s eben, gerade in Zeiten wie diesen zusammenstehen und zusammenrücken. Werden die neuen Technologien die Bauernschaft noch einmal dezimieren? Lassen Sie mich das so beantworten: Die Globalisierung und Unüberschaubarkeit führt dazu, dass bei Menschen neue Sehnsüchte nach Geborgenheit, Heimat, Regionalität – ich meine die Frische der Produkte damit – entstehen. Das ist auch eine Chance für uns und wir versuchen, dies mit Aktionen wie "Geschmack der Heimat" und GenussRegionen zu fördern. Die neuen Technologien bringen auch Chancen für den ländlichen Raum, denn ohne Breitband-Internet und Glasfasern hätten wir gerade in der Steiermark in etlichen Regionen, wo sich Fuchs und Henne Gute Nacht sagen, keine florierenden Betriebe und Arbeitsplätze mehr. JL ❖

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Streut niemandem Sand in die Augen K LIPP war eines der ersten Medien, das ausführlich über die Sonderstellung des weltweit erfolgreichen Unternehmens Paar mit der Titelstory im August 2008 berichtete. Und es freut uns natürlich, dass sich seitdem größere und auch bedeutsamere Medien als wir mit der Philosophie und den Erfolgen des Messtechnik-Unternehmens Paar und seinen Sozialleistungen für Mitarbeiter befassen. Uns war klar, dass unsere Titelstory polarisierte. Wie immer im Leben – der Standpunkt bestimmt die Sicht. KLIPP verglich die beiden Persönlichkeiten und Unternehmer Martin Bartenstein und Friedrich Santner. Letzterer nahm bei der Heirat den Namen seiner Frau an. Beide sind vermögend, der Volksmund würde sie als „G’stopfte“ bezeichnen. Doch der Verlauf ihrer bisherigen Lebensgeschichte könnte unterschiedlicher nicht sein – wie Tag und Nacht. Friedrich Santner ist ein lediges Kind einer Bauernmagd, wuchs im SOS-Kinderdorf auf, war Werkstudent und verdiente als Erzieher sein Geld. Später heiratete er in die Industriellenfamilie Paar-Santner ein. Die vierfachen Eltern haben einen

Friedrich Santner: „Ich werde oft gefragt, was es bringt, wenn ein Unternehmen mitarbeiterfreundlich ist. Ich finde allein die Frage schon absurd, denn wozu soll ich wirtschaften, wenn nicht dazu, dass es für die Menschen gut ist.“

ausgeprägten Sinn für soziale Verantwortung. Jüngster Beweis dafür ist eine Kinderkrippe bzw. ein Kindergarten im Unternehmen, in einer Zeit, in der die meisten Unternehmen sich von ihren sozialen Benefits für Mitarbeiter lieber heute als morgen verabschieden. Im Schnitt verdienen Spitzen-/Führungskräfte dort nicht mehr als das Dreifache eines „normalen“ Mitarbeiters. „Sehr mutig!“ – schrieben wir damals im KLIPP. Vor wenigen Wochen stellte sich das Ehepaar Maria und Friedrich Santner in der Katholischen Hochschulgemeinde in Graz einer Diskussion im Rahmen der Gesprächsreihe „Menschen und Motive“. Und das folgende Statement machte Friedrich Santner dort (Quelle: Denken und Glauben, Nr. 153, Frühjahr 09):

Die katholische Soziallehre ist meiner Meinung nach ein sehr modernes Regelwerk, das dem Unternehmen sehr gut tut, wenn man es konsequent versucht durchzusetzen. Hier nur das Beispiel des Personenprinzips, welches bedeutet, dass der Mensch im Mittelpunkt steht. Ich werde oft gefragt, was es bringt, wenn ein Unternehmen mitarbeiterfreundlich ist. Ich finde allein die Frage schon absurd, denn wozu soll ich wirtschaften, wenn nicht dazu, dass es für die Menschen gut ist. Für irgendwelche abstrakten Begriffe und juristische Personen werde ich nicht wirtschaften! Wenn man das Prinzip des Gemeinwohls leben würde, dann würde man sich die ganze Corporate-Social-Responsibility(CSR)Diskussion ersparen. Es muss einen vernünftigen Ausgleich zwischen Einzelwohl und Gemeinwohl geben. Das Subsidiaritätsprinzip (welches selbstverantwortliches vor staatliches Handel stellt, Anm. d. Red.) ist organisationstechnisch meiner Ansicht nach eines der intelligentesten

Prinzipien und würde jedem Unternehmen gut tun. Schlussendlich spielt auch die Solidarität eine zentrale Rolle und stellt einen wichtigen Faktor in jeder funktionierenden Gesellschaft dar.

Kurzinformation zum Unternehmen: Die Anton Paar GmbH wurde 1922 als Ein-Mann-Maschinenschlosserei gegründet. Heute entwickeln, fertigen und vertreiben 1.050 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, eingebettet in ein weltweites Netzwerk von Universitäten und Forschungslabors, hochwertige Messinstrumente für physikalische Messgrößen wie Dichte, Temperatur und Viskosität sowie präzisionsmechanische Einzelteile und Baugruppen. Eigentümerin der Anton Paar GmbH ist die Santner Privatstiftung. Die Stiftung verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige und mildtätige Zwecke. Sie fördert aus ihren Erträgen die Forschung auf den Gebieten der Naturwissenschaften und der Technik sowie die Vorbeugung gegen Suchterkrankungen und Rehabilitation von Drogenabhängigen und Suchtkranken. ❖

Medizinische Universität Graz und die Joanneum Research forschen gemeinsam

Kooperationsvertrag unterzeichnet U

m die Forschung beider Institutionen national und international wettbewerbsfähig zu halten und noch besser zu werden, verstärken die Medizinische Universität Graz und die Forschungsgesellschaft Joanneum Research die Zusammenarbeit. Dies wird nun durch die Unterzeichnung des Kooperationsvertrages genau geregelt. „Der Gesundheitsbereich hat ein hohes Potenzial für die Zukunft. Und mittlerweile gibt es in Graz eine beachtliche Größe an kompetenten Köpfen, so dass man auch international gut wahrgenommen wird. In diesem Kooperationsvertrag geht es um die Benutzung von Einrichtungen, die gemeinsame Nutzung der Geräte und um die Regelung der

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Joanneum-Research-Geschäftsführer Edmund Müller, Rektor der Medizinischen Universität Graz Josef Smolle, Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder und JoanneumResearch-Geschäftsführer Bernhard Pelzl bei der Vertragsunterzeichnung.

Leistungsverrechnung“, erklärt Joanneum-Research-Geschäftsführer Edmund Müller. „Das heißt aber nicht, dass man automatisch an jedem Projekt gemeinsam arbeitet, aber wenn, dann ist der

Geldfluss genau geregelt“, so Bernhard Pelzl, Geschäftsführer von Joanneum Research, weiter. Auch das Land Steiermark steht positiv zu diesem Vertrag. Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder: „Es gibt

kein zusätzliches Geld. Die klare Regelung der Finanzierung und die Konkretisierung der Partnerschaft ist der Grund für die Unterzeichnung.“ Erfolgreich abgewickelte Forschungsprojekte – z.B. das EUProjekt CLINICIP, in dem ein System zur automatisierten Glukoseeinstellung von kritisch kranken Diabetes-Patienten entwickelt wurde – zeigen, welche Früchte die bisherige Zusammenarbeit bereits getragen hat. ❖

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POLITIK

Friedrich Santner vom Anton-Paar-Konzern geht eigenen, verantwortungsvollen Weg


COVERSTORY

Ring frei: Kanzler

Roter Brud Eine fatale Parallele? Waltraud Klasnic schien als Landeshauptmann ungefährdet, dann ging sie bei der Landtagswahl im Oktober 2005 im Sog von Herberstein und Hirschmann-Rauswurf unter. Franz Voves, bis Sommer 2004 chancenlos, wurde ihr Nachfolger. Im Oktober 2010, also nächstes Jahr, wird wieder gewählt. Bis vor zwei Monaten schien seine Wiederwahl gut abgesichert, bis er ins Fadenkreuz der Kritik kam – nicht nur der politischen Gegner, sondern wegen der „Reichensteuer“ auch mit Kanzler Werner Faymann in den Clinch ging. Der ÖVP-Vorwurf an Voves: Verdeckte Parteienfinanzierung und unerlaubte Mehrwertsteuer-Ersparnis.

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r ist mit dem hohen moralischen Anspruch ausgezogen, für mehr Verteilungsgerechtigkeit zu kämpfen, schnoddrig gesagt: im Stile eines Robin Hood die Reichen zu stutzen und den Armen zu geben. Nun droht er vorschnell zu scheitern, weil er selbst mit seiner

Partei nicht zu den Armen gehört und weil er zuließ, dass Manager im SPÖ-eigenen Druck-Konzern „Let’s Print“ wie Miniheuschrecken agierten, was ehemalige Mitarbeiter verärgert. Die Herrschaften schlossen den Standort Graz – in der Vergangenheit ein Leitbetrieb. Statt in Graz

Wer im Glashaus sitzt … Die Schließung des Pilkington-Werkes in Eisenerz und das Aus für den Otto-Versand in Kalsdorf, so LH Voves nach einer Regierungssitzung im ORF-TV „Steiermark Heute“, würde unter dem Deckmantel der Wirtschaftskrise erfolgen und das dürfe in Zukunft nicht mehr passieren. „Unglaubliche Sanktionen“, so Voves wörtlich, „sollten es verhindern. Unternehmen, die in Europa so vorgehen in Zukunft, zahlen das Dreifache der Gewinne der letzten drei Jahre an Sanktionen, und mit dem (Geld) schauen wir, dass die Menschen wieder einen Job haben. Und wenn du es nicht zahlst, bist du in Europa nicht mehr erwünscht. Alles Gute, nimm ein Coca Cola mit und schleich dich.“ Neue Spielregeln in der Wirtschaft, so Voves weiter, seien dringend nötig, aber das sei natürlich ein internationaler Prozess, trotzdem wolle er aber als Landeshauptmann dazu nicht schweigen: „Da kömma wegschauen, aber wegschauen und sagen, was will denn die Mickey Mouse von einem steirischen Landeshauptmann, der das Thema anspricht. Ja, er (Voves meint sich selbst) ist eine Maus in diesem Thema. Aber wenn Politikerinnen und Politiker nicht langsam bereit sind, das Thema anzusprechen, dann gehen wir auf eine Gesellschaft zu, die mit humanistisch, menschlich überhaupt nichts mehr zu tun hat.“

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d er-Kampf wird nun im slowenischen Hoce gedruckt. Von der Leykam gekündigte Drucker stehen ohne Job da. Wenige Tage nach Voves’ Ankündigung, für mehr Verteilungsgerechtigkeit zu kämpfen, wird bekannt, dass die steirische SPÖ ihr Vermögen selbst in einer Privatstiftung gebunkert hat. Die Folge: wüste Kritik gegen Voves österreichweit über die Medien. In „Leserbriefen“ machen sich die Wähler Luft. Zwei Beispiele: Da zieht einer aus und wettert vehement gegen das österreichische Stiftungswesen und deren zu geringe Besteuerung. Doch siehe da. Genau dieser selbst ernannte Robin Hood des kleinen Mannes hat sein ganzes Parteivermögen selber in so einer Stiftung geparkt. Ein Landeshauptmann, der gegen Reiche und Stiftungen wettert, während gleichzeitig aber die SPÖ selbst ihr Geld in Stiftungen anlegt, um Steuern zu sparen, ist unglaubwürdig. Da hilft das ganze Schönreden nichts. Und wenn man eine Offenlegung strikt ablehnt, dann hat man was zu verbergen. Von der Stiftungsaffäre und dem doppelten Boden der Politik ist seit

Stiftungen In Österreich gibt es mehr als 3.000 Stiftungen, in denen 60 Milliarden Euro geparkt sind. 60 Prozent sollen in Firmen, 20 in Immobilien, 15 Prozent in Wertpapiere und der Rest in Gold oder Kunst investiert sein. Ein Privileg aus Sicht der SPÖ ist die im Vergleich zum Sparbuch nur halbe Kapitalertragssteuer auf Zinsgewinne. Die restliche Hälfte ist bei Entnahme fällig. Die Arbeiterkammer schätzt die Steuerprivilegien österreichischer Stiftungen auf etwa 750 Millionen Euro im Jahr.

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Wochen die Rede in den Medien. Nicht, dass die Diskussion um mehr Verteilungsgerechtigkeit falsch ist, doch wenn man sie führt und sich dafür stark macht, muss man auch absolut glaubwürdig sein. Diesen Bonus hat Landeshauptmann Franz Voves leider verspielt. Nicht zuletzt deshalb, weil er bei seinem Auftritt in Wien verschwiegen hatte, dass die steirische SPÖ ihr gesamtes Vermögen selbst in einer Privatstiftung eingebracht hatte. Nur logisch, dass es nach Bekanntwerden dieser Tatsache zum großen medialen SuperGau für Voves kam. Da nützt es wenig, wenn er meint: „Wer glaubt, dass er mich vom Weg abbringen kann, der irrt sich, ich bin aus Leidenschaft in der Politik.“ „Mit der Diskussion über die Stiftung möchte man ja nur vom eigentlichen Thema ablenken“, versucht Voves zu kontern. Nicht ganz falsch. Die ÖVP beschuldigt ihn prompt einer „unglaublichen Doppelbödigkeit“. Da sei einer ausgezogen, die Reichen zu finden und habe sich selbst gefunden, ätzte ÖVP-Landesrat Hermann Schützenhöfer. Dass Voves in einigen Medien besonders schlecht wegkommt, dahinter vermuten die Steirer eine Wiener Intrige. Nicht zuletzt deshalb, da zum Beispiel die Krone, aber auch die Kleine Zeitung in Stiftungen verankert sind.

Schwerer Konflikt mit Faymann Parteichef Kanzler Werner Faymann hatte vor Monaten bereits seine Landeschefs gebeten, zu allen wichtigen Themen – Auslöser war die EU-Wahl – entsprechende Papiere auszuarbeiten. Franz Voves bekam als ehemaliger „Wirtschaftsmanager“ – er war ja Vorstandsdirektor der Merkur Versicherung – jenen Aufgabenbereich, in dem auch Steuern und Abgaben die Thematik waren. Daran arbeitete auch Ex-Finanzminister Ferdinand Lacina mit. Das Papier wurde allerdings dann im Gesamt-Konzept von Werner Famann nicht entsprechend

COVERSTORY

gegen LH Voves


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Steiermark: Großparteien sind sich bei Parteispenden und Politikereinkommen einig

Es bleibt zugedeckt Damit haben die steirische ÖVP und SPÖ keine Freude – der Forderung nach Offenlegung der Parteispenden und einer Verschärfung und wirksamen Kontrolle über die Verwendung der Parteienförderung aus dem Landesbudget. Transparente Finanzgebarung ist für sie suspekt! Ein Vorstoß der Grünen im steirischen Landtag in diese Richtung wurde von den beiden großen Parteien niedergestimmt.

Druckstandort Graz zugunsten Sloweniens Ende Februar 2009 zugesperrt. Mehr als 150 verloren ihren Job durch schrittweise Verlagerung der Produktion.

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etzt, aufgrund der Stiftungsdebatte um das Vermögen der steirischen SPÖ, ist die Diskussion um die Offenlegung von Parteivermögen wieder entflammt und die Grünen überlegen einen neuerlichen Vorstoß. „Es gibt bei uns keine echte Kontrolle, jede Partei kann mit den Fördergeldern tun, was sie will“, fordern die Grünen eine Beendigung dieser unhaltbaren Geheimniskrämerei und Mauschelei. Tür und Tor ist geöffnet für zweckwidrige Verwendung.

Ganz anders bei unseren Nachbarn in Deutschland Dort gibt es bereits Gerichtsstrafen wegen diesbezüglicher Vergehen. Der ehemalige CSU-Bundestagsabgeordnete Josef Hollerith wurde wegen verdeckter Parteienfinanzierung im Umfang von rund 150.000 Euro zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt, berichtet PR-Inside.com. Damit habe erstmals ein deutsches Gericht eine Freiheitsstrafe nach dem 2002 verschärften Parteiengesetz gegen einen Politiker verhängt. Das Gericht habe den Angeklagten dabei auch wegen Untreue schuldig gesprochen. Dabei ist das politische System in Deutschland vermutlich nicht korrupter, als es in Österreich ist. Versuche der Beeinflussung gab es und wird es immer geben. Die beiden Großparteien räumen zwar verbal Änderungswillen ein, jedoch in der Praxis passiert nichts. Das Steiermärkische Parteienförderungsgesetz sieht eine öffentliche Förderung der politischen Parteien, der Landtagsklubs und der Bildungseinrichtungen der Parteien vor, was prinzipiell gut und richtig ist. Das System der öffentlichen Parteienfinanzierung hat gegenüber der rein privaten Parteienfinanzierung – wie etwa in den Vereinigten Staaten – sogar beträchtliche Vorteile. Es versetzt Parteien in die Lage, unabhängig von privaten Geldgebern und deren Interessen Politik zu machen. Doch auch in der Steiermark gibt es neben der öffentlichen Parteienfinanzierung eine private Parteienfinanzierung durch Einzelpersonen, Lobbyisten, Unternehmen, politiknahe Institutionen und parteieigene Unternehmen.

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Grüne-Rechnungshof-AusschussSprecher Lambert Schönleitner: Wir fordern Offenlegung der Parteienfinanzierung per Gesetz.

Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf zu erfahren, welche Partei mit welchen Summen von wem gefördert wird. Der öffentliche Zugang zu diesen Daten wäre ein Beitrag zu mehr Demokratie und zur aktiven Bekämpfung von Korruption und schafft Transparenz in einem Graubereich des politischen Systems. Genaue Aufzeichnungen sind zurzeit nicht verpflichtend, Spenden von mehr als 1.000,– Euro können verschleiert werden, indem man sie stückelt bzw. an Suborganisationen weiterleitet. Korruption, wie man weiß, tritt aber in verschiedenster Form auf. Strafgesetzliche Tatbestände wie Bestechung, Bestechlichkeit, Vorteilsgewährung und -annahme fallen genauso unter den Begriff der Korruption wie Geldwäsche, Verschleierung unrechtmäßiger Vermögenswerte oder Abgeordnetenbestechung. Nur mit einer strengen gesetzlichen Regelung kann die Frage beantwortet werden, wie Lobbyismus, Parteispenden und Korruption in den Griff zu bekommen sind, wann legale Formen enden und wann politische Korruption beginnt. Zugedeckt bleibt auch die Frage nach den Einkommen von Mandataren. Da geht es nicht um die Gagen aus den öffentlichen Funktionen, sondern aus ihren privaten Zusatz- und Nebeneinkommen. ❖

umfassend berücksichtigt. Voves war darüber offensichtlich äußerst enttäuscht. Seine Reaktion nach außen: Er überreichte die von ihm ausgearbeitete Unterlage den Mitgliedern des Parteigremiums im Volltext, aber auch später den Journalisten. Faymann war darüber, so sagen seine Mitarbeiter, äußerst empört und wertete das als gröbsten Vertrauensbruch. Österreichweit kam Voves damit in die Schlagzeilen und ließ sich auch von seinen Anhängern am 1. Mai in Graz gehörig feiern, bis wenige Tage später plötzlich bekannt wurde, dass die steirische SPÖ selbst zwecks Steuerschonung ihr Vermögen ebenfalls in eine Stiftung eingebracht hatte. Offensichtlich auch mit der Absicht, dem vielköpfigen Parteivorstand die umfassende Einschau zu erschweren oder gar unmöglich zu machen. Noch vehementer wurden die Attacken gegen Franz Voves, als bekannt wurde, dass er Vorsitzender des Stiftungsbeirates ist. Den Vorstandsvorsitz in der Stiftung – also die Geschäfte der Stiftung – hat sein Vorgänger Peter Schachner-Blazizek inne. Was SPÖ-Anhänger wiederum verbittert: Franz Voves und Peter Schachner-Blazizek haben es ohne Widerstand als oberste Eigentümervertreter zugelassen, dass Ende Februar dieses Jahres der Druckstandort Leykam in Graz geschlossen wurde und damit Dutzende Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verloren. Statt in Graz wird nun im slowenischen Hoce gedruckt. Die Wirt-

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Wer profitiert davon? B Peter Schachner: Keinen erkennbaren Widerstand gegen Schließen des Druckstandortes Graz gezeigt. VP legt Rechnung vor: SPStiftung zahlte seine private Geburtstagsfeier.

VP-Klubobmann Christopher Drexler äußert Verdacht der unerlaubten Parteienfinanzierung.

schaftskrise sei für die Konzernleitung ein gutes Argument gewesen, um uns loszuwerden, mutmaßen ehemalige Mitarbeiter. Die drei Spitzenmanager des Konzerns waren in der Vergangenheit vor der Fusion von Leykam mit Elbemühl auch am Tochter-Unternehmen der Druckerei im slowenischen Hoce beteiligt. Sie sollen diesen Standort in Slowenien auf Kosten der Grazer Druckerei forciert haben, gab es in den letzten Jahren wiederholt Vorwürfe der Leykam-Belegschaft in Graz. Im abgelaufenen Herbst haben die Manager (Annawitt, Steinwidder, Tinnacher und Schubaschitz) ihre Anteile am Let’s-Print-Konzern um rund 23 Millionen Euro an die SPÖ-Stiftung verkauft. KLIPP berichtete darüber wiederholt in den letzten Ausgaben. Unterschrieben haben diesen Deal Franz Voves und Peter SchachnerBlazizek.

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is zum Jahre 2005 hielt der Österreichische Gewerkschaftsbund über eine Tochtergesellschaft 45 Prozent der Anteile am gut gehenden Let’s-PrintDruckkonzern, der stark expandierte. Eine Schlüsselrolle bei der Fusion des Elbemühl Tusch Verlags im Besitz des ÖGB und der Leykam Medien AG zum Let’s Print-Konzern spielte besagter Günter Weninger. Nur weil er ja sagte, kam es im Jahr 2002 dazu. Damit die Fusion zustande kommen konnte, musste der ÖGB rund 15 Millionen Euro in der Folge einbringen und erhielt so 45 Prozent der Aktien. Praktisch über Nacht, und nur drei Jahre nach der Fusion, entschied sich Weninger zum Verkauf der ÖGB-Anteile. Das Aufgriffsrecht räumte der allmächtige ÖGB-Finanzreferent Günter Weninger dem Management und seinem Vertrauten im Let’s Print-Kon-

zern Anton Schubaschitz ein, der dort Aufsichtsratschef war. Dieser griff diese Möglichkeit auf, weil Weninger die Anteile praktisch für nur einige 100.000 Euro verschleuderte. Es bleibt offen, was den ÖGB-Finanzchef damals zu diesem Schnäppchengeschäft veranlasst hat. Nutznießer waren damals auf jeden Fall neben der steirischen SPÖ als 48-Prozent-Eigentümer des Let’s Print-Konzerns auch das Management mit Annawitt, Steinwidder, Tinnacher und eben Schubaschitz. Der Burgenländer hatte sich letztendlich 26 Prozent der Let’s-Print-Aktien zum Preis von einigen 100.000 Euro gesichert. Im abgelaufenen Jahr hat Schubaschitz zur gleichen Zeit wie Anna-

witt und Co 16% seiner 26% für rund 13 Millionen Euro (!) an die Privatstiftung der steirischen SPÖ verkauft. Nicht gerade schmal, eine zumindest 50-fache Wertsteigerung innerhalb von drei Jahren. Also ein wahrer Geldsegen. Die restlichen 10 Prozent hält Schubaschitz weiterhin mit seiner Trouble-Shooting-Gesellschaft, die im Burgenland beheimatet ist. Wer profitiert außer ihm noch in der Gesellschaft und wurde durch den Verkauf der Aktien ebenfalls zum Millionär? Ein Geheimnis, das es wert wäre, gelüftet zu werden. ❖

Vorwurf der verdeckten Parteienfinanzierung

keiten übernehmen wird“. Dies beweise, „dass die SPÖ-Stiftung Geld an ihre 100-Prozent-Tochter Fortunakommerz transferiert hat“, so der Vorwurf der ÖVP-Funktionäre. Außerdem liege eine Rech-

nung von 2002 vor, die nachweise, dass die SPÖ-Stiftungstochter das private Geburtstagsfest von SPÖPrivatstiftungsvorstand und VovesVorgänger in der Partei, Peter Schachner, finanziert habe. ❖

Die steirische ÖVP lässt nun in der Debatte um das in einer Stiftung geparkte Vermögen der steirischen SPÖ nicht locker. Parteigeschäftsführer Bernhard Rinner und Klubchef Christopher Drexler rückten aus, um Unterlagen zu präsentieren, die den Verdacht auf Wahlkampf-Finanzierung durch eine von der SPÖStiftung verwaltete Firma erhärten sollten. Sukkus der ÖVP-Recherchen: Die Fortunakommerz Vermögensverwaltung, die zur SPÖ-Stiftung gehört, stand im Wahlkampfjahr 2005 vor dem Konkurs und wurde von der SPÖ-Stiftung finanziell aufgefangen. Für VP-Geschäftsführer Rinner ist damit der Beweis erbracht, dass die SPÖ-Stiftung nicht gemeinnützig ist. Auszüge aus dem Firmenbuch würden belegen, dass die Fortunakommerz GmbH 2005 einen Schuldenberg von 723.500 Euro angehäuft habe und damit eine Überschuldung im Sinne des Insolvenzrechts vorgelegen sei. Ein Konkursverfahren sei jedoch nicht eingeleitet worden, da laut Firmenbuch „der Gesellschafter die Verbindlich-

Burgenländer Anton Schubaschitz war Vertrauter von ÖGB-Finanzchef Weninger. Dessen „Großzügigkeit“ machte ihn zum Multimillionär.

Energie Steiermark: Wieder Diskussion um Gagen

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er sei verantwortlich für die Prunk- und Privilegien-Gagen 2008 zugunsten der Energie-Steiermark-Vorstände, fragt Grüne-Landessprecher Nationalratsabgeordneter Werner Kogler in einer Presseerklärung Landeshauptmann Franz Voves. Das war die Reaktion auf die Veröffentlichung der Gehälter für die beiden Vorstände Franz Kailbauer und Karl-Franz Maier in der Krone und anderen Medien. Demnach hat Vorstandssprecher Karl-Franz Maier 403.000 Euro inklusive variabler Bezüge erhalten und sein Kollege Franz Kailbauer 370.000 Euro. Weiters erhielt der Vorstand zusätzliche Sachbezüge in der Höhe von 15.000 Euro und dazu wurden Pensionskassenbeiträge in der Höhe von 53.000 Euro geleistet. Die Verträge der beiden Vorstände laufen ja bekanntlich Mitte des Jahres aus. Sie erhalten für ihre Tätigkeit keine Abfindungen und keine Firmenpensionen. Dies ist deshalb nicht unwesentlich, weil nahezu alle früheren Vorgänger in der Vorstandsetage (ausgenommen Herbert Paierl) bis zu ihrem Lebensende hoch dotierte Pensionen erhalten.

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COVERSTORY

Finanzchef Günter Weninger verschleuderte 2005 ÖGB-Vermögen


POLITIK

Realitätsverweigerer: Für 80 Prozent der Österreicher ist die Krise voll da. Nur jeder Dritte glaubt aber, dass er davon betroffen sein wird. Von Vera Leon

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och immer eine Insel der Seligen? „Es war der bitterste Tag in meiner UnternehmerLaufbahn“, läuft es TCM-Chef Manfred Kainz aus St. Stefan in der Weststeiermark noch kalt über den Rücken. Er ist mit seinem Unternehmen in der Autozuliefer-Industrie tätig, zum Beispiel auch stark bei Opel engagiert, und für ihn ist es in den letzten 13 Jahren nur aufwärtsgegangen. Manfred Kainz begann praktisch bei null und beschäftigte zuletzt 150 Mitarbeiter. „Da stehst du dann auf einmal vor deinen Leuten und musst ihnen sagen, dass die Aufträge eingebrochen sind und du kaum noch Arbeit für sie hast.“ Kurzarbeit wäre für TCM zu teuer in dieser Phase. „Diese Situation, die wünsche ich wirklich niemandem“, merkt man ihm im Gespräch an, dass er diesen Tag noch ganz plastisch vor sich sieht. „Du schaust deinen Leuten da in die Augen, weil du ja jeden kennst, und spürst förmlich, wie er dich fragt: ,Ich werd’ ja wohl nicht dabei sein?‘. Wer das erleben muss, und du weißt, es gibt weit und breit keine andere Arbeit in der Region“, so Manfred Kainz, „den prägen solche bitteren Momente für ein Leben lang.“

Besonders schlimm für Jugendliche „So etwas habe ich noch nie erlebt und ich hab’ mir die Aufzeichnungen bis 1966 zurück angeschaut“, bringt Herbert Rumpf, AMS-Leiter im Bezirk Deutschlandsberg, die schwierige Arbeitsmarktlage auf den Punkt. „Wogegen ich mich aber wehre, dass wir die größten Probleme haben, andere Bezirke in der Ober- und Oststeiermark sind zum Teil noch stärker betroffen. Ende April 2009 lag die Arbeitslosigkeit um 46,6 Prozent höher als im letzten Jahr und davon sind vor allem Männer betroffen, weil diese in den Produktionsbetrieben arbeiten. Die Ar-

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Die Krise schlägt am Arbeitsmarkt voll durch

„ ... so etwas habe ich noch nie erlebt“ beitslosenquote von März macht 9,1 Prozent aus. Besonders schlimm ist es für die Jugendlichen, weil dort die Zahl der männlichen Arbeitslosen gleich um 110 Prozent gestiegen ist. Insgesamt gibt es im Bezirk Deutschlandsberg 25.400 unselbstständig Beschäftigte. Mit Kurzarbeit versucht man, weitere Kündigungen hintanzuhalten; derzeit stehen 2.600 Beschäftigte in Kurzarbeit. Sie erhalten bis zu 90 Prozent ihres Lohns, auch wenn sie nur die Hälfte ihrer Arbeitszeit arbeiten müssen. Niemand weiß, ob und wann es wieder besser wird.“ Doch Herbert Rumpf hat in den letzten Monaten Dinge erlebt, die immer in seinem Gedächtnis bleiben. „Da kommen Menschen zu mir, die sagen: ,Ich hätte nie in meinem Leben erwartet, dass ich mich einmal bei euch da anstellen muss.‘ – von der Reinigungskraft, dem Facharbeiter, Prokuristen, bis hin zum Geschäftsführer.“ Wenn man arbeiten will, dann kann man arbeiten und findet auch etwas – hat es immer ge-

heißen. Aber diese Volksweisheit gilt in der Krise nicht mehr, es gibt auch kaum offene Stellen. Vor fünf Monaten erreichte die Wirtschaftskrise Deutschlandsberg mit seinen knapp 8.000 Einwohnern. Der Autozulieferer Epcos zog die Reißleine, weil die Auftragsrückgänge drama-

tisch waren, und schickte 1.000 der 1.200 Beschäftigten in Kurzarbeit. Epcos ist der größte Arbeitgeber in der Weststeiermark. In Österreich ist die AutozulieferIndustrie eine Schlüsselbranche geworden. 65.000 Beschäftigte entwickeln und fertigen Auspuffanlagen, Motoren, Sitzbezüge, Steuergeräte oder Allradsysteme. Ein riesiger Bauchladen, aus dem sich die Welt bedient. Mehr als 90 Prozent werden exportiert, knapp 180.000 Jobs hängen direkt und indirekt von der einst florierenden Autozuliefer-Industrie ab, rund 30.000 sind schon jetzt gefährdet. Das Herzeigestück von Epcos in Deutschlandsberg ist der so genannte Piezo-Aktuator. Es ist dies ein 7 mm dünner und nur 45 mm langer aus bis zu 1.800 Lagen Keramik geschichteter Zylinder. Dieser ist das Herzstück jedes modernen Diesel- oder Benzinmotors. Der Hightech-Zylinder machte Epcos zum Weltmarktführer, fast in jedem Auto steckt ein Stück Deutschlandsberg. So gesehen ist das Schicksal der Deutschlandsberger auch mit jenem der Amerikaner verknüpft, wo der Neuwagenverkauf um bis zu 40 Prozent eingebrochen ist. Ein Zufall, dass die Arbeitslosenrate bei den Autozulieferern ebenfalls um diesen Prozentsatz stieg?

Kein Experte kann sagen, wann es für den Arbeitsmarkt wieder grünes Licht gibt.

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TCM-Chef Manfred Kainz musste aufgrund der Auftragsflaute Mitarbeiter kündigen. „ Es war der bitterste Tag in meiner bisherigen Unternehmer-Laufbahn.“

Ein Blick zu Gouverneur Arnold Schwarzenegger Amerikaner sind einiges gewohnt an wirtschaftlichem Auf und Ab. Die Auswirkungen der jetzigen Krise treffen sie aber noch weit dramatischer, als wir sie in Österreich erleben. Denn dort verlieren Menschen nicht nur ihren Job, sondern auch ihre Kranken- und Pensionsversicherungen und – was für uns völlig unvorstellbar ist – auch ihr Zuhause, weil es keine Hilfsmaßnahmen von Seiten des Staates gibt. Sie stehen tatsächlich vor dem Nichts. Besonders schlimm ist es auch in Kalifornien, dem Land des Gouverneurs Arnold Schwarzenegger. Bereits zwei Millionen Kreditnehmer sind davon bedroht, ihre Häuser zu verlieren, weil sie diese über den aktuellen Wert hinaus belastet haben und nun ihre Raten nicht mehr bezahlen können. Hunderttausende mussten bereits ausziehen und stehen auf der Straße. Sogar inmitten der schicken Wohngegenden von Beverly Hills, Melrose, Santa Monica usw. reißt diese Entwicklung Furchen der Armut auf – leere Geschäftslokale, Zwangsvollstreckungen, verlassene Siedlungen und abgedunkelte Fenster sind allgegenwärtig. Die Krise entwickelt sich in Amerika wie einst das Flammeninferno in den Türmen des World Trade Centers. Sie frisst sich von oben nach unten, Stockwerk für Stockwerk, soziale Schicht um soziale Schicht, von den Hedge-Fonds-Managern und Spekulanten, den Banken und Investoren zu den Industriellen und Fabrikanten, den Kreativen und Galeristen, den Mittelschichtsfamilien. Für uns noch völlig unvorstellbar und wie Bilder aus einer anderen

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Fragen, aber keine verlässlichen Antworten Ist das Ende der Krise bereits erkennbar? Nein, nach Ansicht von optimistischen Experten geht es von nun an nur weniger steil bergab. War die Warnung vor der Megakrise übertrieben oder ein Fehlalarm? Nein. In Österreich hilft auch der Staat dabei – z.B. durch Kurzarbeit –, Massenentlassungen und das Explodieren der Arbeitslosigkeit zu verhindern. Doch je länger die Flaute anhält, desto schwieriger wird es. Das sieht man in den USA, wo das Entlassen einfacher ist, aber auch in Spanien, wo die Arbeitslosigkeit bereits rund 20 Prozent erreicht hat. Sie ist bereits doppelt so hoch wie im Jahr 2008. Arbeitslosigkeit ist auch deswegen so verhängnisvoll, weil damit eine geringere Nachfrage entsteht. Ein Arbeitsloser zahlt plötzlich überhaupt keine Steuern und keine Sozialversicherungsbeiträge mehr. Das wiederum schwächt die Sozialkassen und bedeutet auf lange Sicht, dass der Staat neue Schulden machen oder die Abgaben erhöhen oder die Sozialleistungen kürzen muss. Wann kommt der Aufschwung? Niemand weiß es, vermutlich nicht so bald. Die österreichische Wirtschaft lebt zu einem starken Ausmaß vom weltweiten Export und dieser bricht mehr und mehr ein. Leider können die Österreicher oder unsere engeren Nachbarn nicht so viel mehr konsumieren, dass diese Lücke geschlossen wird.

Deutschlandsbergs AMS-Leiter Herbert Rumpf: „Die Situation ist leider schlimm, nicht besser ist es aber auch in der Obersteiermark.“

wenn der Käufer seinen Arbeitsplatz einbüßt. So reagiert der Kapitalismus auf eine Krise des Kapitalismus. Die Ängste und Sorgen werden integriert in „neue Verkaufsstrategien“. Die Not, die zu langfristigem Sparen zwingen müsste, wird in eine Strategie zum schnellen Kaufen umgemünzt. Die Kritik an der materialistischen Gier wird in den Medien breit dargestellt, indem über Einzelne und ihre Verfehlungen berichtet und gerichtet wird. Doch die Auseinandersetzung erfolgt nicht strukturell, sodass sie niemals die amerikanische Gesellschaft herausfordern könnte. Gewinner und Verlierer dieser Krise werden individuell punziert. So bleiben Amerika selbst, sein Versprechen und sein Traum unberührt. Der amerikanische Traum besagt, dass du es alleine schaffen kannst. Wenn du es aber nicht schaffst, dann bist du auch allein.* Es ist ein Phänomen. In jeder Familie, jeder Firma, beim Friseur, in der Sauna, am Stammtisch, Arbeitsplatz, beim Arzt, beim Sport – praktisch überall, wo Menschen miteinander reden, ist die Wirtschaftskrise

Was bringen die teuren Konjunkturprogramme? Wir als Bürger sollen zum Geldausgeben animiert werden. Ein Beispiel dafür ist die Schrottprämie, die dazu führt, dass etwa die Zulassungszahlen am Kraftfahrzeugmarkt ein Plus aufweisen. Die wohl wichtigste Rolle kommt dem Staat zu. Er zieht Projekte vor, baut Brücken, Schulen, Straßen und Infrastruktur, damit die Wirtschaft rund läuft. Und er stützt auch die Banken. Denn ohne Banken würde es sehr schwierig mit dem Aufschwung. Dennoch wird es für Unternehmen und uns Bürger schwierig bleiben, sich das Kapital zu besorgen, das man zum Investieren und zum Konsumieren braucht. Kann man den Prognosen überhaupt noch trauen? Nein. Viele Experten geben in diesen Tagen offen zu, dass ihre Vorhersagemodelle versagt haben, weil ihnen Vergleichsdaten für diese dramatische Krise fehlten. Daher kann es sein, dass es schneller bergauf geht. Das wäre zu wünschen. * Quelle: „Die Zeit“, April 2009, Nr. 19

ein Thema. Sie ist auch voll über uns hereingebrochen, wie die täglichen Hiobsbotschaften über Umsatz-, Absatz-, Auftragseinbrüche und Verluste an der Börse klarmachen. Kurzarbeit für Zigtausende und Kündigungen sind eine weitere Konsequenz. Und jetzt kommt das Paradoxe: In Umfragen erklären mehr als 80 Prozent der Österreicher, also auch die Steirer, dass sie keine Einschränkungen in ihren persönlichen Lebensverhältnissen erwarten, obwohl es an allen Ecken und Enden bereits brennt. Wie kann das so sein? Eine Antwort ist, dass es viele Realitäts- und Krisenverweigerer gibt, denn nur jeder Dritte

glaubt, dass ihn die Krise auch treffen wird. Ein Grund für den Optimismus könnte darin bestehen, dass Österreich mit seinem sozialstaatlichen Netzwerk die Menschen nicht dem freien Fall überlässt, auch großen, in die Krise geratenen Unternehmen wird geholfen. Jeder wird unterstützt. Und es gibt zu diesem Vorgehen auch keine Alternative. Das Pikante daran: Selbst MarktFundamentalisten, die vorher jede Staatsintervention als Verzerrung des Marktes und Wettbewerbes geißelten, wie die Sorgers und Bartensteins und deren Industrielobby, klatschen nun Beifall und nehmen ❖ das Geld gerne.

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POLITIK

Welt: Die Schlangen der Hungrigen bei den Hilfsorganisationen werden täglich länger. Es dauert Stunden, bis man die Essensmarke in die Hand gedrückt bekommt, und wer die hat, kann nicht mehr abgewiesen werden. Die Krise führt zu grotesken Reaktionen. Zur Zeit wirbt der Autohersteller Hyundai mit dem Slogan: „Kaufen Sie jetzt, und wenn Sie Ihren Job in den nächsten zwölf Monaten verlieren, können Sie das Auto zurückgeben.“ Ein Textilunternehmen verspricht einen risikofreien Anzug, der günstiger wird,


Genossen-Rache ist unbarmherzig Es waren auch keine Verfehlungen und Manipulationen, die der Auslöser dafür waren, dass Jugend-am-Werk-Geschäftsführer Alfred Hausegger abgelöst worden ist. Er hatte einfach die Macht der Politik unterschätzt, den Unmut der Mitarbeiter, seine Möglichkeiten aber überschätzt und sich zu spät um Verbündete bemüht. Viele Jäger sind des Hasen Tod.

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ach 23 Jahren in der Führung von Jugend am Werk entriss ihm eine Allianz von ÖGB, AK und SP-Gemeinden um Soziallandesrat Kurt Flecker sein Lebenswerk (Originalton Hausegger). Ginge es nur um die nackten Fakten und Zahlen, müsste Geschäftsführer Alfred Hausegger für die höchste Auszeichnung des Landes Steiermark vorgeschlagen werden. Denn er machte Jugend am Werk in der Steiermark zu einem Vorzeige-Verein. Als er dort mit seiner Arbeit begann, gab es 40 Mitarbeiter, heute sind es rund 630 Beschäftigte, die rund 26 Millionen Euro Umsatz erwirtschaften. In 52 Einrichtungen werden steiermarkweit (13 davon in Graz) Behinderte betreut, geschult und ausgebildet, in unterschiedlichsten Betätigungsfeldern. Die Werkstätten sind breit gefächert. „Ziel von Jugend am Werk ist es, durch eine Vielzahl von hochwertigen Dienstleistungen benachteiligten Menschen den Zugang zu einem erfüllten Leben in Selbstständigkeit

Foto: Steiermärkische Sparkasse

POLITIK

Von Fairness war bei der Ablöse Alfred Hauseggers von „Jugend am Werk“ nichts zu spüren

Steiermärkische-Vorstandsdirektor Georg Bucher übergibt an den Künstler Mario Garzaner (Band Origo) eine Spende. Da war die Welt für Jugend am Werk-Geschäftsführer und häufig auch Spendensammler Alfred Hausegger (links) noch in Ordnung. Doch viele Jäger sind des Hasen Tod …

zu ermöglichen“, lautet das Credo. Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung erhalten bei Jugend am Werk eine individuelle Begleitung und Förderung. Erwachsenen mit Behinderung bietet Jugend am Werk ein differenziertes Angebot verschiedener Wohnformen an. Ihren Wünschen und Bedürfnissen entsprechend können sie zwischen Wohnheimen, Wohngemeinschaften und begleiteten Wohnplätzen wählen.

Verein und Hausegger verdienen gut Die Finanzierung von Jugend am Werk erfolgt über das Land Steiermark (etwa zu 60 Prozent), das Bundessozialamt und das AMS. Jeder Behinderte hat einen gesetzlichen Anspruch auf Betreuungsgeld. Da es eine breite Palette von Hilfsorganisationen gibt, existiert so etwas wie ein freier Markt. Der Behinderte bzw. der Erziehungsberechtigte selbst entscheidet, wo er betreut oder ausgebildet werden will. Alfred Hausegger entwickelte mit seinem Team attraktive Angebote, sodass der Verein floriert und gut verdient – auch er selbst bis zu seiner Ablöse mit einem Salär von 8.000,– Euro brutto im Monat. Das war und ist auch die Basis für eine solide finanzielle Absicherung. Dem Verein gehören Immobilien und er verfügt auch über Rückstellungen in der Höhe von rund sechs Millionen Euro, die für künftige Investitionen dienen.

Konfrontation mit SP-Flecker Ins Kreuzfeuer der Kritik kam Alfred Hausegger im Vorjahr, als man ihm vorwarf, er agiere zu selbstherrlich, würde Mitarbeiter und deren

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Qualifikation nicht entsprechend entlohnen, sein Bruder hingegen empfange als Konsulent äußerst großzügige Honorare. Das Sozialressort von Kurt Flecker wurde hellhörig und eine Prüfung durch das Land folgte. Hausegger verweigerte die Einschau. Sein Argument lautete, das Land habe kein Recht dazu, weil er ja auch keine Subventionen erhalte. Noch dazu: Dem Verein Jugend am Werk ist als operative Tochter eine GmbH vorgelagert, deren Geschäftsführer Alfred Hausegger ist. Nach monatelangem Hin und Her willigten Altlandesrat Josef Gruber und Alfred Hausegger in die Prüfung ein. Diese ergab dann: Alles korrekt geführt! Die Sache köchelte jedoch weiter. Ursprünglich gab es nur den Verein, der mit einem 18-köpfigen Vorstand geführt wurde. Dies erwies sich als zu schwerfällig, daher entschieden sich die 41 Mitglieder des Vereins – Arbeiterkammer, ÖGB, Land Steiermark, Wirtschaftskammer und 37 Gemeinden – im Jahr 2000, den Vorstand auf zwei Mitglieder zu reduzieren. Und dazu wurden der ehemalige Soziallandesrat Josef Gruber, mittlerweile 85 geworden, und Alfred Hausegger berufen. Sie hatten damit praktisch freie Hand und reagierten meist unbeeindruckt auf Interventionen und Kritik aus dem SPÖ-Lager. Das war dem machtbewussten Soziallandesrat Kurt Flecker und seinen Fürstreitern ein Dorn im Auge. Die Chemie zwischen dem Duo Gruber-Hausegger und dem Soziallandesrat stimmte schon länger nicht. Im Zuge der Novellierung des Steirischen Behindertengesetzes kam es zu Konflikten, die sogar in öffentlicher Konfrontation ausgetragen wurden. Viele Jäger sind des Hasen Tod, wie gesagt.

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Bei der kürzlich außerordentlich einberufenen Generalversammlung des Vereins kam es nun zur totalen Entmachtung. Altlandesrat Josef Gruber hatte sein Vorstandsmandat und seinen Aufsichtsratsvorsitz bei Jugend am Werk einen Tag vor der Generalversammlung zurückgelegt, wissend, dass diese ihn abberufen würde. Die Generalversammlung – rund 30 Mitglieder waren erschienen – wählte einen neuen sechsköpfigen Vorstand des Vereins, Alfred Hausegger war nicht mehr darunter. Anna Rieder, die ehemalige Soziallandesrätin, ist die neue Vorsitzende, mit den Genossen Ehmann, Winkler und seinem Büromitarbeiter Schwarz verfügt Flecker über die gewünschte Einflussnahme. Gleichsam als „schwarzes Feigenblatt“ wurde die frühere Abgeordnete und ÖVP-Behindertensprecherin Wicher in den Vorstand kooptiert. Der neue Vorstand des Vereins berief daraufhin Herrn Hausegger ab, er soll nun als „normaler Angestellter“ im Verein weiterarbeiten dürfen und sein Lebenswerk bis auf weiteres aus der zweiten Reihe beobachten. Kaum vorstellbar, dass diese Lösung ❖ funktionieren wird.

17 EU-Abgeordnete stehen am 7. Juni zur Wahl – und wer geht hin?

Die unbekannten Wesen Rund 375 Millionen Menschen sind EU-weit aufgerufen, ihre neuen Vertreter im Europäischen Parlament zu wählen. Gewählt werden 736 Abgeordnete; derzeit umfasst das Parlament noch 786 Abgeordnete.

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n Österreich werden 17 Abgeordnete gewählt statt bisher 18 – und zwar am 7. Juni. Andere Länder sind schon früher dran, etwa Großbritannien und die Nie-

derlande, die bereits am 4. Juni wählen. Laut einer Euro-Barometer-Umfrage werden EU-weit nur 34 Prozent der Stimmbürger am MegaWahlgang teilnehmen. In Österreich waren es bei der letzten Wahl noch rund 40 Prozent. Da wählten 817.000 die ÖVP-Kandidaten und 16.000 Personen mehr jene der SPÖ. „Auf FPÖ und BZÖ könnten diesmal rund 23 Prozent der Stimmen entfallen“, sagen die Experten. Es ist schon eigen – die EU entscheidet mehr und mehr über unser Wohlergehen und dennoch ist das Engagement der Bürger, die Wahlbeteiligung, weit geringer als bei nationalen Urnengängen. Das mag damit zusammenhängen, dass die realpolitische Bedeutung für

POLITIK

Schwarzes Feigenblatt

den österreichischen Wähler (die Alpenrepublik darf nur 17 Abgeordnete stellen) und damit auch für die österreichischen Parteien relativ gering ist. Nicht überraschend, dass die EU-Kandidaten der Parteien, auch jene, die aus der Steiermark kommen, geringe Bekanntheitswerte haben. Jörg Leichtfried von der SPÖ kommt gerade einmal auf 3 Prozent Bekanntheit, seine Konkurrentin Hella Ranner von der ÖVP gar nur auf 1 Prozent. Die Spitzenkandidaten von BZÖ (Michael Steiner) und von den Grünen (Thomas Waitz) kennen die Wähler gar nicht. Die Meinungsforscher haben auch sofort das Argument parat für die geringe Wahllust: „Der EU-Wahl fehlen Persönlichkeiten und Inhalte (mit Österreich-Bezug).“ ❖

Die BusBahnBim-Auskunft weiß den Weg! Wann fährt der nächste Bus oder Zug? Wo muss ich umsteigen? Was kostet mich die Fahrt? Fragen über Fragen, auf die die steirische BusBahnBim-Auskunft rasch Antwort gibt.

Der Routenplaner für den öffentlichen Verkehr in der Steiermark und in ganz Österreich: die BusBahnBim-Auskunft

Auf der Homepage des steirischen Verkehrsverbundes geben Sie einfach die gewünschte Start- und Zielhaltestelle ein. Genauso gut ist eine Abfrage über Adressen (Straße/Hausnr.) möglich. Bei jeder Auskunft gibt dieser interaktive Routenplaner für den öffentlichen Verkehr neben der genauen Beschreibung der Fahrt auch Informationen über notwendige Fußwege, einen Stadtplanausschnitt sowie den Fahrpreis an. Die steirische BusBahnBim-Auskunft kennt die Fahrplandaten von allen 500 Bus-, Bahn- und Straßenbahnlinien im steirischen Verkehrsverbund, in die man an 7.500 Haltestellen einsteigen kann – dazu noch den gesamten Bahnverkehr

■ Linienfahrplan: Die Fahrpläne aller steirischen Linien stehen auch als PDF zum Download bereit.

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■ Haltestellenfahrplan: Abfahrtszeiten einer Linie von einer gewünschten Haltestelle

österreichweit. Durch eine Kooperation mit den benachbarten Regionen sind seit kurzem Auskünfte über alle Verkehrsmittel und Haltestellen in Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich, Wien, im Burgenland und in Klagenfurt sowie in Nordost-Slowenien (Großraum Maribor) möglich. Zusätzlich sind alle Fahrpläne von Vorarlberg enthalten.

Weitere Features: ■ Abfrage über Adressen: Wenn Sie den genauen Namen Ihrer Haltestelle nicht wissen, können Sie auch eine Adresse eingeben. Dann muss vor der Abfrage die Option „Straße/Hausnr.“ ausgewählt werden.

■ Fahrplan-Newsletter: Kostenlose Anmeldung auf www.verbundlinie.at/newsletter, und schon werden Sie umgehend per E-Mail benachrichtigt, wenn sich in den von Ihnen ausgewählten Fahrplanbereichen eine Fahrplanänderung ergeben hat.

Fahrplanauskunft: www.busbahnbim.at; Verkehrsverbund-Homepage: www.verbundlinie.at

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POLITIK

Blumau-Chefs Robert Rogner und Hannes Czeitschner, beide Kärntner, leugnen Probleme bei oststeirischen Thermen nicht, aber:

Thermenland ist einmalige Erfolgsstory Das kärntnerische Duo Robert Rogner und Hannes Czeitschner ruft: „Hört auf damit!“ Es stimmt nicht in das allgemeine Wehklagen über die Probleme und den Besucherrückgang der steirischen Thermen mit ein. Bei allen Schwierigkeiten, die es gibt, sollte man alle, auch oder gerade die Politik, daran erinnern: „Das Thermenland war und ist eine einmalige Erfolgsgeschichte in Österreich. Denn niemand sonst schafft mit Thermen zwei Millionen Nächtigungen!“ Für alle, das heißt für niemanden Was jetzt allerdings nötig sei, die entsprechenden Entwicklungsschritte zu setzen. Die alte Positionierung nach der Devise „Wir haben heißes Wasser, wir sperren auf und haben alles, Angebote für Familien, für Paare, für Junge, für Gesunde, für Sportbewusste“ greift längst nicht mehr. Der Markenauftritt gehöre geschärft, wie die Touristiker sich ausdrücken. Das ganze Paket müsse stimmig sein. Werde das unterlassen, dann gibt’s auch in Zukunft unweigerlich einen noch stärkeren Konflikt zwischen dem Erlebnis- und Erholungsgast. RognerCzeitschner: „Wenn du es für beide richtig machen willst, dann machst du es für niemanden richtig.“ In Blumau habe man diese Positionierung bereits 2006 vollzogen und die Zahl der möglichen Tagesgäste von früher 600 auf 180 reduziert. „Wir unterscheiden auch gar nicht mehr zwischen Tages- und Nächtigungsgast, weil wir beiden dasselbe Service in der Therme bieten“, so das Führungsduo. „Und damit haben wir Raum geschaffen für den

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Robert Rogner: „Wir können nur mit der Kulinarik, dem Wein, der Landschaft und der Atmosphäre punkten. Heißes Wasser allein und die zehnte Sauna bringen keine Gäste.“

Faktor Erholung.“ Die anfängliche Sorge der umliegenden Pensionen und Gemeinden über EinnahmenWegfall und -Rückgang war klarerweise da, aber zum Glück unbegründet. „Schon im abgelaufenen Jahr – obwohl wir mit einer Anlaufphase von drei Jahren rechneten – haben wir ein Plus geschrieben und daher ist das kein Thema mehr.“

Nur heißes Wasser ist out Für völlig überholt hält das Duo Rogner-Czeitschner die praktizierte Strategie, mit der Infrastruktur, sprich dem heißen Wasser und was daran hängt, zu werben. Für einen Gast, der ins Thermenland will, sei nicht die zehnte Sauna oder ein Wellenbad ausschlaggebend. Da gibt’s in allen Himmelsrichtungen dutzende Thermen – einige davon ganz neu. Ein Schweizer, ein Oberösterreicher oder auch ein Wiener fahren an etlichen vorbei, und wenn sie dann doch im Thermenland urlauben, ist das Warum die entscheidende Frage. „Und das sind die Landschaft, die Kulinarik, der Wein, die Atmosphäre, die sie hier erwarten. Die wollen ihr Wochenende oder

ihren Urlaub richtig schmecken und riechen. Das Wasser und die Liegen – das haben andere Thermen auch, viele sogar besser.“ „Wir sind keine Therme mehr, sondern viel mehr“, formulieren die Blumau-Verantwortlichen. Nach vorne gerückt im Marketing gehören die Produkte, denn außerhalb der Steiermark kenne kaum jemand das steirische Thermenland, wohl aber zum Beispiel die Zotter-Schokolade, die ausgezeichneten Weine, Käsesorten, und, und. Es gibt eine kulinarische Landschaft, die ihresgleichen sucht, ihretwegen kommen die Gäste und der Hotels und des heißen Wassers wegen. Dieser Mix zieht die Gäste an. „Wir brauchen

Hannes Czeitschner: „Wir haben in Blumau die Zahl der Tagesgäste von 600 auf 180 reduziert und sind erfolgreich damit.“

Produkte und damit verbunden Köpfe, die am österreichischen und europäischen Markt wahrgenommen werden.“ Die Krise biete nun die Chance, völlig neue Initiativen in dieser Richtung zu setzen, doch wundern sich Robert Rogner und Hannes Czeitschner über manche sonderbaren Details: Fährt man von der A2 bei Ilz ab, dann kündigt eine Riesentafel das Thermenland mit der Therme Blumau an. Unmittelbar bei der Abfahrt bemerkt der Reisende dann ein Schild mit der Aufschrift: „Industrieland Steiermark“. Rogner/Czeitschner: „Fällt Ihnen zu einer solchen Gedankenlosigkeit noch etwas ein?“ ❖

Außerordentliche Lehrabschlussprüfung

als „zweite Chance“

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mmer mehr SteirerInnen nehmen in ihrem zweiten Bildungsweg die Landesförderung für außerordentliche Lehrabschlussprüfungen in Anspruch. Gefördert werden berufstätige Personen, die im Nachhinein eine Lehrabschlussprüfung erfolgreich absolvieren möchten und sich neben der Praxis die erforderlichen Kenntnisse aneignen.

Ein derartiger Bildungsabschluss erhöht natürlich die Chance, auf dem Arbeitsmarkt adäquat eingesetzt zu werden und dementsprechend ein besseres Lohnniveau fordern zu können. „Manche Menschen können oder wollen die Lehre im ersten Anlauf nicht abschließen und leben mit gravierenden Nachteilen am Arbeitsmarkt“, begründet LH-Stv. Kurt Flecker die Sonderförderung des Landes. Die Kurs- und Prüfungskosten werden vom Land nach erfolgreicher

Absolvierung der außerordentlichen Lehrabschlussprüfung zur Gänze übernommen. „Damit wird ein wichtiger Beitrag zur Arbeitsund Standortpolitik und zur Verbesserung der individuellen Einkommenssituation geleistet“, betont Dr. Wilhelm Techt, Geschäftsführer des bfi-Steiermark. Nähere Informationen zu den Auswahlkriterien und zum Seminarangebot erhalten Sie unter der Telefonnummer 05 7270 zum Ortstarif oder auf www.bfi-stmk.at.

Und der Schlüssel zum Erfolg sind Sie!

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Tandempaare im Einsatz bei Team Styria

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Mentor Walter Flucher (rechts) mit Mentee Adolf Puntigam (seit 1986 bei Team Styria): „Die Arbeit im Tandem ist für mich eine Bereicherung und Herausforderung.“

ls absolute Bereicherung wird das Mentoringprojekt – im Dezember 2008 bei Team Styria gestartet – sowohl von den Verantwortlichen wie auch von den TeilnehmerInnen empfunden. Nach der Vorstellung des Programms „konnten wir gar nicht alle aufnehmen, so viele zeigten Interesse“, erzählt Geschäftsführer Siegfried Ebner.

von Michaela Vretscher Im laufenden ersten Durchgang sind 12 Tandempaare – bestehend aus einem Mentor bzw. einer Mentorin (ähnlich einem personal coach) und einem Mitarbeiter bzw. einer Mitarbeiterin mit Behinderung – dabei. Diese „Tandems“ kommen aus allen Bereichen und organisatorischen Ebenen des Betriebs. Die im Vorfeld für dieses Programm geschulten Mentoren und Mentorinnen (Gesprächsführung, Frage- und Lerntechniken usw.) – erfahrene Mitar-

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beiterInnen des Unternehmens – begleiten ein Jahr lang jene mit ihnen zusammengeführten „Mentees“ in Form von regelmäßig stattfindenden Gesprächen. Während des gesamten Projektjahres wird in Gruppen-Supervisionen und Seminaren Unterstützung angeboten, um den Reisenden auf ihrem Tandem den Weg bis zum Ziel zu ebnen. „Alle Beteiligten wie letztendlich das gesamte Team profitieren von einem Weiterbildungsprogramm. Jede Qualifizierung bringt

Vorteile für den Betrieb, dient oftmals als Sprungbrett für eine Karriere in anderen Unternehmen, und auch im privaten Bereich sind enorme Veränderungen zu erzielen“, skizziert Siegfried Ebner den neuen Weg in Sachen Personalentwicklung.

Zugeschneiderte Ziele Zu Beginn werden die für jedes Tandempaar individuell „zugeschneiderten“ Ziele besprochen. „Wie kann ich Stärken besser nützen, Schwächen wahr- und annehmen“, lautet das charakterstärkende Vorhaben in einem Fall, „einen Weg zu

einer besseren Kommunikation mit KollegInnen finden“ in einem anderen. Betriebsinterne Mentoren stehen als Vertrauenspersonen zur Seite, „Anfangsbarrieren wie beim Heranziehen von außenstehenden BeraterInnen fallen hierbei weitgehend weg“, erklärt Siegfried Ebner. Team Styria GmbH an vier Standorten – in Graz, Kapfenberg, Spielberg und Trieben – und den Geschäftsfeldern: Metall, Holz, Elektronik, Druckerei, Wäscherei, Schulung, Verwaltung. In der Metallverarbeitung etwa hat sich das Unternehmen auf die Fertigung von anspruchsvollen Maschinenbauteilen, die Weiterverarbeitung von Blechen und Profilen zu kompletten Konstruktionsgruppen spezialisiert sowie auf die Herstellung von Auspuffanlagen und LKW-Katalysatoren. www.teamstyria.at

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POLITIK

Frauen fördern Frauen, Männer fördern Männer


WIRTSCHAFT

Landesinnungsmeister Ernst Konrad (Elektrotechnik) plädiert für erneuerbare Energie und appelliert an Politik

Umdenken ist nötig! Nein, er ist kein Wissenschaftler, auch kein selbsternannter Energieexperte – und doch ein Fachmann: Ernst Konrad, der steirische Landesinnungsmeister der Elektrotechniker, führt seit 20 Jahren die Firma Elektrobau Denzel und steht daher täglich an der Front. Konrad weiß, was läuft, was sich im Energiebereich tut, was Kunden möchten, setzt sich kritisch mit Entwicklungen auseinander und wurde im Vorjahr nicht zufällig zum Landesinnungsmeister gewählt. KLIPP sprach mit ihm. Der Elektro-Tag am Flughafen, aber auch der steirische Photovoltaik-Tag zeigten klar, wie groß das Interesse der Menschen an Solar- bzw. alternativer Energie ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir in Österreich permanent in der Stromerzeugung vom Ausland abhängig sein wollen. Also gehört die Wasserkraft ausgebaut und die Sonnenenergie genutzt. Ich kann nicht auf Öl und Gas setzen, wo alle verrücktspielen mit diesen Energieträgern. Diese sind nicht reell kalkulierbar, weil es da einige gibt, die spekulieren und damit viel Kohle machen. Die breite Masse soll das dann zahlen – das kann’s ja nicht sein. Was verstehen Sie dann unter einer zukunftsorientierten Strategie? Da muss man nicht extra darüber nachdenken. Wir müssen in Zukunft alles daransetzen, unsere Energie möglichst umweltschonend zu erzeugen. Da bieten sich auf jeden Fall die Sonnenenergie, die Wasserkraft und die Windkraft an. Was soll das, wenn Umweltschützer den Was-

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Energiekonzerne durch hohe Preise zu viel Kaufkraft absaugen, dann haben wir ja in vielen Bereichen des Konsums und der Investitionen Probleme. Und das gilt es ja vernünftig und mittelfristig zu verhindern. Strom und Energie sind einfach ein Element der Daseinsvorsorge für den Menschen und daran müssen sich die Preise orientieren.

Landesinnungsmeister Ernst Konrad: „Strom und Energie sind ein Element der Daseinsfürsorge, und daran müssen sich die Preise orientieren.“

serkraft-Ausbau verhindern und auf der anderen Seite Öl-, Gas- oder Kohlekraftwerke errichtet werden? Das macht ja keinen Sinn.

Was sind die Gründe für die jetzige Situation, welche Aktivitäten sind vorrangig? Es gehört einfach ein Umdenken her. Aber das will ja niemand in den großen Energiekonzernen hören, weil ja momentan der Handel im Vordergrund steht, und für den sind riesige Leitungsnetze wichtig. Dass ich da verkaufen und dort einkaufen kann. Den Strom-

wird über diese Problematik gesprochen. Weil Sie den Netzausbau angesprochen haben und die genehmigte 380-kV-Leitung in der Steiermark nach wie vor für heftige Konflikte sorgt: Kann man derartige Starkstromleitungen auch in die Erde verlegen? In Holland gibt es sie in der Erde, auch in Frankreich sind sie dort schon zig Jahre in Betrieb und funktionieren. Nicht nur im Sinne des Umweltschutzes ist diese Methode gut, sondern stehen Sie einmal, wenn eine solche 380-kV-Leitung in Betrieb ist, 20 Meter daneben, dann können Sie erkennen, was sich da abspielt. Menschen mit einem Herzschrittmacher dürfen sich in dem Bereich gar nicht aufhalten. Ich bin

Also auch den Ausbau der Wasserkraft forcieren? Wenn Wasserkraft gut konzipiert wird – ich denke da zum Beispiel an das Kraftwerk Fisching –, gibt’s keine wirklichen Umweltschäden oder sonst etwas. Das Wesentliche ist eben: Ich erzeuge Energie und sogar umweltfreundlich. Eine Flussregulierung da und dort schadet auch nicht, weil man weiß, dass überall das Grundwasser zurückgeht. Stark steigende Energiekosten machen den Menschen arg zu schaffen. Führt daran kein Weg vorbei? Wenn ich lese und höre, dass der Verbund bei knapp einer Milliarde Euro Umsatz etwa 500 Millionen Euro Gewinn im Jahr macht, dann kann ich nur sagen: Da stimmt was nicht in der Preisgestaltung. Die zur Zeit hohen Energiepreise nehmen den Menschen viel Kaufkraft weg. Und wenn wir heimische Energie erzeugen, dann können und müssen auch die Preise vernünftiger sein, als es jetzt der Fall ist. Wenn die

händlern nützt das, aber es wird nicht klar zum Ausdruck gebracht, dass wir alle den Ausbau der Netze bezahlen und als Konsumenten nicht wirklich davon was haben. Und das ist das, was ich nicht akzeptiere. Die Investitionen in die Überlandnetze bringen der breiten Masse nicht wirklich was. Aber das wird natürlich nicht zugegeben. Nur hinter vorgehaltener Hand

Die Energie-Steiermark-Zentrale in der Leonhardstraße wird umgebaut – jedoch gibt es wenig Investitionen für Alternativenergie.

überzeugt, dass diese Magnetfelder nicht gesund sein können. Auch wenn die Gutachten hin und her gehen. Daher gehört das für mich in die Erde.

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gen Jahren völlig autark sein wird. Also müssen wir auch in anderen Regionen darauf hinarbeiten. Für uns sind als Alternativenergien wesentlich die Sonnenenergie mit Photovoltaik, kombiniert mit Wärmepumpen. Also eine echte EnergieKoordination. Warum sind Sie ein Verfechter des Ausbaus der Photovoltaik? Ja, man muss nur nach Bayern schauen, um zu erkennen, was das bringt. Dort gibt’s nahezu auf jedem zweiten Haus eine Anlage. Die Photovoltaik ist nun einmal die reinste Form der Energie-Erzeugung. Es sind natürlich auch die Stromerzeuger gefordert, damit diese auch ihre Netze entsprechend in Stand setzen

oder konfigurieren. Denn je mehr Einspeisepunkte ich im Netz schaffe, desto weniger Strom brauche ich zu transportieren. Wenn ich da die 380-kV-Leitung hernehme: Was ich da investieren muss, damit ich einen tschechoslowakischen oder einen anderen Strom von oder nach Osteuropa oder nach Italien bringe, ist gewaltiges Geld. Ich habe eine Leitung, die Leitungsverluste verursacht, und die muss jemand bezahlen. Aber je mehr Einspeisepunkte ich zum Beispiel in der Photovoltaik in einem Netz habe, desto weniger muss ich über hunderte oder tausende Kilometer den Strom transportieren, desto günstiger und effektiver kann auch der Tarif sein. Dazu kommt, dass ich auch noch

viel weniger Verluste durch das Netz habe. Zur Zeit wird auch die Unternehmenszentrale der Energie Steiermark in der Leonhardstraße renoviert – ohne ein besonders innovatives Energiekonzept. Im Spätherbst soll sie eröffnet werden, doch erst jetzt ist man aus Imagegründen dabei, auch etwas mit Sonnenkollektoren und Photovoltaik zu installieren. Wenn das so ist, dann zeigt das ganz klar das Denken. So eine Zentrale müsste ja ein Imageträger, ein Aushängeschild sein, wie das Raiffeisen – kein Energieproduzent (!) – mit seinem Bau in Raaba bei Graz vor❖ bildlich getan hat.

Österreichisch-Slowenische Handelskammer:

Geben wir’s ruhig zu, wir Steirer und Österreicher, in Europa ja auch nicht gerade die Größten, haben unsere südlichen Nachbarn im noch weit kleineren Slowenien und deren Leistungsfähigkeit unterschätzt. Und tun dies auch noch heute. KLIPP ist hier aus eigener Erfahrung ein unverdächtiger Zeuge.

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nser Magazin wird seit dem EU-Beitritt im Mai 2004 in Slowenien gedruckt. Auch wir waren überrascht, wie gut und exakt und nicht zuletzt zu welch attraktiven Preisen (für uns) dort gearbeitet wird. Wobei die Slowenen gut einschätzen können, wo sie EUStandard bieten, aber auch mit Mängeln sehr offen umgehen.

Wirtschaftswunder Slowenien „Niemand bei uns hat wirklich erwartet, dass die Slowenen nach dem EU-Beitritt im Jahr 2004 so rasch die Aufnahme in die Euro-Zone schaffen. Mit dem Jahr 2008 wurde ja die alte Währung, der Slowenische Tolar, durch die Einführung des Euro ersetzt“, hebt August Jost, seit Gründung der ÖsterreichischSlowenischen Handelskammer vor zehn Jahren deren Präsident, die

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Foto: Margit Kundigraber (Steiermärkische Sparkasse)

Ein Rückblick auf zehn erfolgreiche Jahre

v.l.n.r.: Gerhard Fabisch, Ambros Lackner, Ottmar Ederer, Paul Lendvai, Konsul Kurt Oktabetz, Aleˇs Pulko, Präsident August Jost bei der Überreichung der Geburtstagstorte

Leistungen im „Wirtschaftswunderland Slowenien“ hervor. Auch die sechsmonatige EU-Ratspräsidentschaft wickelte der mittlerweile 2-Millionen-Einwohner-Staat gut ab, vergleicht man zum Beispiel nun die Slowenen mit den Tschechen. Verständlich, dass es vor und mit dem EU-Beitritt in Slowenien auch die Angst gab, dass die slowenische Wirtschaft von der EU überrollt würde. Man erkenne mittlerweile aber

Präsident August Jost: „Kaum jemand hat das den Slowenen zugetraut.“

auch die guten Chancen, welche der EU-Beitritt für die Slowenen bringe, verweist Beratungsexperte (Enterprise Support) Karl Hingerl auf die veränderte Situation. So sei zum Beispiel das Vertrauen der Slowenen in die Leistungsfähigkeit der eigenen Industrie groß, wie das die Erfolge zeigen. Nicht zufällig stehen die Slowe-

nen mit ihrem Wirtschaftswachstum und dem Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) an der Spitze der Reformländer. Die 10-Jahresfeier der Österreichisch-Slowenischen Handelskammer (ÖSHK) fand im Grazer Messecenter statt. Präsident August Jost konnte dort rund 400 österreichische und slowenische Gäste in einem stimmungsvollen Ambiente empfangen, darunter zahlreiche bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Diplomatie und Wirtschaft. Viel Aufmerksamkeit fand auch der Vortrag des Gastredners und Südosteuropa-Experten Paul Lendvai; der Schwerpunkt seiner Rede galt natürlich dem „Wirtschaftswunder“ Slowenien. Der Abend bestätigte einmal mehr den Sinn und die Aufgabenstellung der Kammer aufs Deutlichste: Nämlich gemeinsam mit den Netzwerkpartnern Menschen und Märkte zusammenzuführen. ❖

Österreichisch-Slowenische Handelskammer c/o Steiermärkische Bank und Sparkassen AG Richarda Kölbl und Marjeta Vasari Tel.: 050100/ 356 40 Fax: 0316/ 8033-36 office q as-chamber.com www.as-chamber.com Mo–Fr von 08.00 bis 12.30 Uhr

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WIRTSCHAFT

Sie erklärten am Rande des Elektro-Tages, dass man gegenüber der Politik Druck machen müsse, damit Österreich am Energiesektor möglichst unabhängig von Öl und Gas werde. Wie realistisch ist das? Für die Industrie wird das nicht möglich sein, aber wenn wir uns das Ziel setzen, die Haushalte von Öl und Gas wegzubringen und sie mit heimischer Energie zu versorgen, sollte das die Zukunft sein. Man muss einfach schauen, dass man von ausländischer Energie unabhängiger wird, weil das sonst in einer Katastrophe endet. Dass es da vernünftige Ansätze und Möglichkeiten gibt, beweisen ja auch die Burgenländer mit Güssing, wo man in weni-


Der Erfolg von Möbel-Produzenten, Fenster- und Türenherstellern hängt auch davon ab, dass Planer und Architekten Kunden mit der Kreativität und Qualität der Produkte vertraut machen. Helmut Perner ist ein solcher Partner für Kapo und die Neue Wiener Werkstätte mit Sitz in Pöllau in der Oststeiermark. E-Mails, Handys, Laptops und Wettbewerbe mag er nicht. Er ist aus einem anderen Holz geschnitzt und sagt Dinge geradeheraus, ehrlich und klar. Genauso ist auch seine Architektur. Helmut Perner: „Für mich ist die größte Armut die Armut an Ideen. Man muss erdig und ehrlich sein, alles andere zählt nicht.“

Textquelle: Barbara Jahn

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chen Sporen holte er sich als Bauleiter im städtischen Bauamt von Weiz, inskribierte an der TU in Graz, konnte das Studium aber nicht beenden, da die Arbeit immer mehr wurde. Schließlich gründete er ein technisches Planungsbüro für Innenarchitektur. Der persönliche Kontakt, die zwischenmenschliche Sympathie und Handschlagqualität sind alles – das sind Dinge, die für Helmut Perner zählen. „Für mich gibt es nie ein Problem. Es gibt für mich nur Lösungen.“ Das zeigte sich auch, als er von der Ausbildung zum „EU-Ingenieur“ erfuhr, ein Diplom für HTL-Ingenieure,

das man im Rahmen des Wirtschaftsministeriums erlangen kann. Die Hürden dorthin waren nicht klein, doch Helmut Perner trat, ohne den Kurs zu belegen, mit seinem Praxis-Wissen gleich zur Prüfung an. Der Jury hat das imponiert und mit dem Diplom in der Tasche realisierte er in der Folge internationale Projekte, zur Zeit baut er das neue Logistik- und Schulungszentrum für Weitzer Parkett und die neue Zentrale für die Estag. Bei Helmut Perner entsteht alles im Kopf durch dreidimensionales Denken. „Alles, was mir einfällt, wird gleich zu Papier gebracht. Ich nenne es Kopf-Kino. Und damit setze ich auf

natürliche Baustoffe, die regional zu finden sind. Echtholz, zum Beispiel wintergeschlägerte Lärche sägerau, oder Echtstein. Alles muss eine Oberflächenstruktur haben und darf nicht glatt gehobelt, lackiert oder geschliffen sein, weil in diesem Moment die Baustoffe tot sind. Die Verehrung der Natur und ihrer Gaben ist für mich auch sehr wichtig. Hineinducken und nicht protzig herausstechen, eher zurückhalten und im Einklang mit der Natur. Lieber außen ruhig und innen dann die Größe und Stärke zeigen.“ Fast logisch, dass sich bei einer solchen Einstellung irgendwann auch die Wege von Helmut Perner und Karl

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Erdig und ehrlich muss es sein – für Helmut Perner kommen nur echte Materialien wie Naturstein infrage.

Gemütlichkeit steht an erster Stelle. Von Architektur, die sich nur auf einem Zeitschriftencover gut macht, hält Helmut Perner nichts.

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WIRTSCHAFT

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„Wir arbeiten mit den Innenarchitekten der Neuen Wiener Werkstätte zusammen, insbesondere mit Herrn Johann Heil, den ich sehr schätze. Er war maßgebend bei den Projekten, bei denen ich die Funktionen vorgegeben habe, und hat das Innenraumkonzept ausgearbeitet. Herr Heil sieht die ganze Innenausstattung profunder als ich, weil für mich alle Elemente – vom Pflaster über den Baum bis zum Swimmingpool – im Gesamten gesehen völlig gleichwertig sind. Bei einem Projekt ist sogar alles von Kapo und der Neuen Wiener Werkstätte: sämtliche Fenster und Türen, die Stoffe und Einrichtung, die Nur-Glas-Elemente – einfach alles.“ ❖

Foto: Paul-Ott

Foto: Paul-Ott

Die Außenräume muss man mit den Räumen innen vernetzen.

Wie sieht die Zusammenarbeit bei den Projekten konkret aus?

Helmut Perner: „Für mich ist die größte Armut die Armut an Ideen.“

Foto: Paul-Ott

ch versuche die Psyche der Menschen zu verstehen, sozusagen als Freund des Hauses. Genauso versuche ich den Bauplatz zu verstehen, denn das Haus kann man vom Rest nicht trennen. Die Außenräume muss man mit dem Inneren vernetzen. Deshalb lege ich meistens parallel zum Rohbau schon den Garten an. Das Gebäude fängt in diesem Moment bereits zu leben an.“ So sieht Helmut Perner seine Rolle als Planer. Seine Laufbahn ist allerdings nicht „klassisch“. In Preding bei Weiz aufgewachsen, beschloss er, in Graz die Baufachschule zu besuchen, und verließ diese als Bauingenieur. Die ersten berufli-

Odörfer-Geschäftsführerin behauptet sich in einem von Männern dominierten Umfeld

Lieber neue Armatur statt ein neues Kleid Ein millionenschweres Unternehmen zu leiten ist auch für hartgesottene Männer eine besondere Herausforderung, aber als Frau muss man dabei noch mehr Können und Kompetenz an den Tag legen. Dass es möglich ist, beweist Susanne Schneider-Assion. Seit 17 Jahren hat sie die Zügel von Odörfer Bad – Heizung – Haustechnik fest in ihrer Hand. bwohl nicht in der Firma aufgewachsen, denn nach der Trennung ihrer Eltern lebte sie mit ihrer Mutter in Deutschland, war dennoch immer schon klar, dass sie den Betrieb übernehmen wird. Ihre Ausbildung war entsprechend ausgelegt und sie hat nicht nur in Deutschland Berufserfahrung gesammelt. Ein Praktikum in Amerika war unter anderem auch ein Teil des Weges zum über 200 Jahre alten Unternehmen Odörfer. Am 5. Mai 1992 trat Schneider-Assion dann in die Fußstapfen ihres Vaters und leitet seitdem die Firma äußerst erfolgreich. „Ich hatte das Glück, dass mein Vater, Peter Schneider, mir eine gut funktionierende Firma überlassen hat, aber natürlich hat sich seither viel verändert. Schon der Umgang mit den Mitarbeitern ist ein ganz anderer geworden. War mein Vater eher vom alten Schlag, so bin ich die, die auch über den persönlichen Gemütszustand meiner Mitarbeiter Bescheid wissen will. Das war am Anfang für alle sehr ungewohnt, dass jemand nach Kindern und Partner gefragt hat. Mittlerweile ist es zur Selbstverständlichkeit geworden. Für mich war es von Anfang an wichtig, dass ich keine Ja-Sager im engsten Team habe. Wir wollen gemeinsame Entscheidungen treffen und dazu gehört es auch, dass ein Mitarbeiter einmal nein sagt. Das ist

der einzige Weg, um erfolgreich zu sein“, erklärt Schneider-Assion. Odörfer ist als Trendsetter bekannt, und um diesen Status zu halten, wird viel gereist. Nicht nur die Teammitglieder sind auf Messen unterwegs und suchen nach neuen Trends, auch Schneider-Assion ist immer und gerne, wie sie selber sagt, vor Ort. „Wenn ich mal zwei Wochen im Land bleiben muss, bin ich nicht mehr ganz glücklich und muss weg, um mir von allem selber ein Bild zu machen“, gesteht sie. Dass ihre Kinder manchmal ein wenig zu kurz kommen, ist ihr klar und so wie alle berufstätigen Mütter hat auch sie ein schlechtes Gewissen, wenn sie ihre Jungs – acht und vier Jahre alt – alleine lassen muss. „Ich bin oft zerrissen, aber ich liebe meine Kinder und ich liebe meinen Beruf und somit muss auch ich einen Mittelweg finden. Doch eines stimmt ganz sicher, auch wenn man den finanziellen Hintergrund hat und sich gutes Personal für seine Kinder leisten kann, ist es enorm schwer, dieses auch zu bekommen. Aber meine Kinder sind es von klein auf gewohnt, dass mein Mann, der selber unternehmerisch tätig ist, und ich nicht immer da sind, und so denke ich, dass sie weniger Probleme damit haben als wir“, so Schneider-Assion weiter. Alles in allem unterscheidet sich Susanne Schneider-Assion in ihren Ansichten über Beruf, Familie und

Fotos: Odörfer

WIRTSCHAFT

Der Querdenker

Polzhofer kreuzten, der ähnlich, um nicht zu sagen deckungsgleich, denkt. Die logische Folge: Man begann zusammenzuarbeiten und Projekte zu realisieren. „Mit der Firma Kapo und Neue Wiener Werkstätte habe ich einen ganz kompetenten Partner“, so Helmut Perner, „der mir bei meiner KopfKino-Denkweise hilft, meine Visionen durchzusetzen und zu realisieren. Gerade, was die Innenarchitektur betrifft, bin ich mit dem Unternehmen sehr gut abgedeckt, und das entspricht auch meinen Gartenräumen, die sich außen gestalten. Alle Produkte sind sehr hochwertig, und wenn auch nicht günstig, stimmt die Qualität zu hundert Prozent. Manchmal bauen die Leute sehr unkontrolliert und kaufen bei verschiedenen Anbietern, aber das Resultat ist ein Sammelsurium und nicht aus einem Guss. Ich persönlich werde auch in Zukunft bei meinen Projekten auf Kapo und die Neue Wiener Werkstätte als verlässlichen Kooperationspartner zurückkommen.“

Susanne Schneider-Assion: „Ich arbeite gerne mit Männern zusammen.“

Soziales wenig von anderen Frauen, und dennoch gibt es eine Kleinigkeit, die doch den Unterschied ausmacht. Ihr geht es auf einer Messe so wie einer anderen Frau in einer Boutique. Die eine meint, sie muss dieses neue Kleid und die dazupassende Jacke unbedingt haben, und Frau Schneider kann an einer neuen Armatur oder einem verbesserten Thermostat nur schlecht vorbeigehen. Zu gern hätte sie diese in ihrem eigenen Badezimmer. Aber auch hier geht es ihr so wie allen anderen, denn man kann eben nicht alle paar Monate sein Badezimmer neu gestalten, nur weil einem etwas besser gefällt. HK

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MEDIEN

Als Ö3-Lebenscoach ordiniert Psychiater Alexander Bernhaut zu nächtlicher Stunde

Der On-Air-Therapeut „Wenn ich die Menschen erreichen will, bei ihnen andocken will, muss ich ihre Sprache sprechen.“ Dass er das kann, beherrscht, das beweist Alexander Bernhaut jeden Montag in der Nacht von 22:00 bis 24:00 Uhr. 300.000 Hörer liegen quasi bei ihm auf der Couch.

R

ufen Sie mich an, reden wir über Ihr Problem“, ermuntert der 46-jährige Psychiater mit wohlklingender Stimme die Ö3-Hörergemeinde. Und hunderte wollen das und folgen seiner Einladung. Jene, die „on air“ nicht drankommen, bekommen ihre Chance nach der Sendung und auch die Tage danach.

Keine Zärtlichkeiten Walter, ein 22-jähriger Kärntner, will vom Lebenscoach wissen, was er von der Beziehung zu seiner Freundin halten soll. Er habe vor längerer Zeit im Toto gewonnen, damit verfüge er über Geld und seine Freunde raten ihm von der Beziehung ab, er möge sie beenden. Es gäbe auch keine Zärtlichkeiten mehr, öffnet er sich dem Lebenscoach, und sie gehe mit ihm auch nicht aus, wohl aber mit seinem Bruder oder Freunden. „Wie soll ich mich verhalten?“ Sein größtes Problem, er sei sehr schüchtern und habe auch lange, lange überlegt, ob er sich überhaupt beim Lebenscoach melden sollte. Das sei schon richtig gewesen, macht Bernhaut dem Kärntner Mut. Habe es schon ein Gespräch gegeben oder mehrere, wo das Problem erörtert worden sei? Ja, er habe schon alles versucht, aber es habe nichts genützt. Irgendwann, so Bernhauts Rat, sei es an der Zeit, sich zurückzuziehen, die Dinge nicht mehr zu betreiben. Das müsse er sich selbst wert sein, apelliert Bernhaut an das Selbstgefühl seines Fragestellers. Das sei oft

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schwierig, auch schmerzhaft, aber der einzige Weg. Schnell und gekonnt definiert der Psychiater beim jeweiligen Hörer den Kern des Problems. Behutsam bietet er Lösungsversuche an, wird aber nie verletzend, wenn er seinem unsichtbaren Gegenüber erklärt, dass in dieser Phase alles ausreichend besprochen sei.

„Und ich hab‘ sofort ja gesagt“ Seit Juli 2008 ist der Ö3-Live-Talk am Montag von 22:00 bis 24:00 Uhr auf Sendung, seine spätabendliche Fan-Gemeinde wächst ständig. Die Sendung komme ausgesprochen gut an, vermerken die Verantwortlichen von Ö3. Zustande gekommen ist die Kooperation mit dem ORF anlässlich einer Vernissage. „Könnten Sie sich vorstellen, so etwas zu machen?“, hat es da geheißen. „Und ich habe sofort Ja gesagt“, erinnert sich Bernhaut. „Denn die Vermittlung meiner Vorstellungen und die Lösung von Problemen im Beisein einer großen Zuhörerschaft liegt mir sehr am Herzen.“ Das versucht er

seit dem Jahr 2000 auch auf der Sprechstundenseite in der Krone. „Diese Erfahrung nützt mir jetzt natürlich.“* Die Regie spielt den nächsten Musik-Titel ab, dann ist wieder der Lebenscoach an der Reihe. Eine junge Anruferin, Daniela, will ein zweites Kind, doch der Partner sträubt sich dagegen. „Was soll ich tun?“, fragt sie den Ö3-Lebenscoach. „Machen Sie keinen Druck, genießen Sie die Zweisamkeit. Sie sind beide noch so jung und es wird schon einmal passen. Das wäre mein Rat.“ „I feel it on my finger, I feel it in my toes …“, spielt der Sendungsregisseur die passende CD als Ausklang. Dann trauert Roman „on air“ vor hunderttausenden Hörern einer Freundschaft nach. „Seitdem er eine Freundin hat, blockt er jeden Kontakt zu mir ab.“ Bernhaut, fast wie ein Weiser: „Es gibt keine garantierten Lebensgüter. Aber ich glaube dennoch, Roman, Sie werden es schaffen“, spricht er ihm Mut zu. Die zwei Stunden sind Hochleistungssport, wie viele Sprints hinter-

einander. „Ich hackle ordentlich“, so Bernhaut. „Als ehemaliger Leistungssportler – Fußballer bei Austria Wien und Admira Wacker – bis zum 19. Lebensjahr bin ich gewohnt zu kämpfen. Ich habe praktisch keinen einzigen Tag auf den Beginn der (Facharzt-)Karriere warten müssen; das ganz ohne Protektion, obwohl mein Vater als Kardiologe in Wien tätig war“, zeigt er auf. Die große Kunst ist, in den wenigen Minuten die Gedanken seines unsichtbaren Gegenübers so gut wie möglich zu antizipieren. „Keiner steht vor mir und das ist schon ganz was anderes. Da muss ich sehr rasch abchecken, wie ich ins Gespräch hineinkomme und dann auch einen Lösungsansatz vermitteln kann. Das war für mich natürlich völliges Neuland, mich in eine Person hineinzudenken, die ich nicht kenne und die ich nicht sehe. Aber ich bin im Laufe der Sendung natürlich an diesen Dingen auch gewachsen.“ Seine Ausbildung machte er im Landesnervenkrankenhaus Rankweil in Vorarlberg – allgemein auch

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Und wer wählt im Vorfeld der Sendung aus? Die Rolle des Schleusenwärters liegt bei Florian Albert, einem Freund des Lebenscoaches Alexander Bernhaut. Dieser hört sich die

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Schicksale, Wünsche, Fragen vorerst einmal an und entscheidet dann, was und wer auf Sendung kommt. Vor elf Jahren machte sich Alexander Bernhaut selbstständig, weiß daher sehr gut, was einen Psychiater ausmachen kann. „Natürlich habe ich am Anfang Lampenfieber gehabt und es ist noch immer eine große Spannung in der Sendung, aber die Routine nimmt auch zu.“ Er vergleicht das auch mit dem Sport. „Wenn viel Publikum da war, dann war ich, waren wir besser, das motiviert und spornt an“, sagt er. Da und dort spürt er den Neid der Kollegenschaft bereits, denn wegen seiner zunehmenden Bekanntheit sprechen ihn doch viele Menschen an. „Aber mir ist schon bewusst, dass ich kein Boris Becker bin“, in diese Falle werde er nicht tappen. Allerdings gibt er zu: „Ich habe natürlich Blut geleckt, aber ich weiß doch, wie ich mich da verhalte.“ ❖ * Im Herbst 2009 erscheint Alexander Bernhauts Buch „Ein Indianer kennt keinen Schmerz! – und andere (Halb-)Weisheiten“ (randomhouse Verlagsgruppe).

BIT ermöglicht Fabian eine Delphin-Therapie

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er kleine Fabian ist von der Hüfte abwärts gelähmt. Sein größter Wunsch: irgendwann selber gehen zu können und dafür nehmen er und auch seine Eltern viel auf sich. Tägliche Turnübungen gehören neben den Therapien zum Alltag. Den größten Erfolg erzielte man aber mit einer DelphinTherapie in der Türkei, die er im Sommer des Vorjahres machen konnte. "Seither ist sein Oberkörper wesentlich stabiler geworden und er kann sich allein im Kniestand aufrichten. Sein Gleichgewicht hat sich merklich gebessert und seine Schritte im Keywalker sind wesentlich sicherer und kräftiger geworden", erklärt die Mutter von Fabian, Sonja Hofmeister. Klar, dass die Familie alles daransetzt, diese Therapie zu wiederholen, allerdings scheitert es bei den Kosten von rund 7000,– Euro für den mehrwöchigen Aufenthalt. BITGruppen-Chef Stephan Sticher unterstützt nun Fabian aus dem Sozial-

MEDIEN

als Valduna bekannt. „Unsere menschliche Psyche ist auch ein Organ, das seelische Element zum Teil sehr rätselhaft, fast mystisch. Es gibt viele Fragezeichen. Dies ist auch die große Herausforderung für den Psychiater und/oder Therapeuten“, so Bernhaut. Nach dem nächsten Musik-Break wird die Karin ins Studio durchgeschalten. „So, Karin, was belastet Sie?“, leitet Bernhaut ein. „Meine Freunde haben mich im Stich gelassen, meiden mich, nachdem sie erfahren haben, dass ich zwei Tumore habe.“ Sie versteht die Welt nicht mehr. „Können das wirklich Freunde sein?“, tastet sich Bernhaut vorsichtig vor. „Lassen wir das einmal so stehen“, bemerkt er, als Karin noch einmal auf die Freundschaft pocht und sagt: „Ich war immer für sie da, wir waren täglich zusammen, und jetzt?“ Bernhaut: „Könnte es sein, dass Sie zu viel da waren?“

Foto von links nach rechts: Stephan Sticher – Gründer und Inhaber der BIT-Gruppe, Brigitte Sticher – Obfrau von bit socialSonja Hofmeister, Franz Hofmeister, Charly Polt – Obmann von bit social und Fabian Hofmeister

fonds "bit social" und durch eine Sammelaktion bei der Firmenweihnachtsfeier und ist guter Dinge, dass die Summe aufgebracht werden kann. Der erste Teilbetrag von 1860 Euro konnte jetzt an die Familie Hofmeister übergeben werden. Helfen kann aber natürlich jeder, denn unter der Kontonummer: BKS 180065354, BLZ 17000 werden Spenden gerne entgegengenommen.

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HINTERGRUND

Zlatko, Rubin, Ümit, Yasin, Taymour, Veli – Sind sie die Retter des österreichischen Fußballs? Von Andreas Adelwöhrer Fotos: Gepa Pictures

Rubin Okotie, Marko Arnautovic, Ümit Korkmaz – Österreichische Jungprofis, die keine Legionäre sind. Nur mit ausländischen Wurzeln – echte Zuwandererkids. Sie sind eine große Hoffnung und sollen mithelfen, dass Österreichs Fußball Champions-League-reif wird. Immer mehr von ihnen schaffen den Sprung in diverse Profi- und (nationale) Auswahlteams und wollen durch den Fußball berühmt werden, viel Geld verdienen, um damit „sozial“ aufzusteigen.

pool der Zuwanderer-Kids ab. Europäische Jungstars wie Mario Balotelli (Inter Mailand), Stefan Jovetic (AC Florenz) oder Bojan Krkic (FC Barcelona) zeichnet nicht nur ihr Talent aus, sondern, was man nicht sieht, wie hart sie dafür arbeiten, um ganz nach oben zu kommen. „Auch wir in Österreich ha-

Die Zuwand W

ährend unter Josef Hickersberger, der das Risiko scheute, bei der EM 2008 letztes Jahr nur zwei Spieler mit Migrationshintergrund im Einsatz waren, setzten seine Nachfolger auf Erneuerung, und so standen beim letzten Länderspiel unter Dietmar Constantini schon 7 Neoösterreicher im Einsatz. „Die wissen, was sie wollen, sie riskieren mehr und gehen mit einer anderen Einstellung, mit einem anderen Einsatz zum Training als viele

Österreicher, die keinen Migrationshintergrund haben“, so Rainer Setik, Leiter der Nachwuchsabteilung des SK Rapid. „Für viele Spieler mit Migrationshintergrund bietet der Fußball ein Sprungbrett in eine bessere Zukunft. Dementsprechend anders schaut dann die Leistung, die Einstellung auf dem Platz aus“, so Setik weiter. „Für die ist der Fußball alles, die leben 24 Stunden dafür.“ Wien hebt sich hier aufgrund der hohen Zuwanderungsrate als Talente-

ben einige große Talente“, so Setik folgernd, „mir fällt da zum Beispiel David Alaba ein. Er ist 16 Jahre und gilt als eines der größten Talente in Europa, wechselte letztes Jahr von der Fußballakademie Austria Wien zur Bayern Jugend.“ Bayern-Amateurtrainer Gerland in einem Interview: „Er hat Riesenpotential, ist eine Augenweide und für sein Alter bereits extrem weit, spielt ohne Schnickschnack,

macht keine Fehler.“ Der torgefährliche Linksfuß setzte sich in der Jugend der Bayern problemlos durch, rückte

Das Future-Team

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Marko Arnautovic (21) (siehe großes Foto)

Ümit Korkmaz (23)

Der großgewachsene, schnelle, technisch versierte Stürmer spielt zurzeit erfolgreich bei Twente Enschede in der holländischen Eredivisie. Jüngste Meldung: Er soll für 15 Millionen Euro nach Italien (Inter) wechseln. <

Der pfeilschnelle Flügelflitzer besticht durch hervorragenden Antritt und ausgezeichnete Technik. Er wechselte vergangenen Sommer zu Eintracht Frankfurt, wo ihn laufend Verletzungssorgen plagen.

KLIPP Mai 2009


HINTERGRUND schon bald in die U19 auf und wird diesen Sommer mit erst knapp 17 Jahren zu den Bayern Amateuren stoßen. „Er hat schon einige Male mit uns (Bayern-Amateurteam) mittrainiert, und ich hatte jedes Mal gute Laune, als ich heimging“, schwärmte Gerland über

bleiben lange Zeit „unsichtbar“, kommen in den Medien kaum vor, bis sich ein Erfolg – sei es in einer Jugendauswahl oder in einer A-Elf – einstellt. Erfreuliches Ereignis aus österreichischer Sicht: Die U-20WM im Sommer 2007 in Kanada, als Österreich 4. wurde und wo Scouts der europäischen Groß-Klubs auf

greichen Elf und die heimischen Fußball-Fans durften erstmals nach Jahren über einen internationalen Erfolg jubeln.

Weg ins Profiteam keine Einbahnstraße Fast jeder junge Kicker muss auf dem steinigen Weg zum Profi schon

herumschlagen muss. „Schießt wer eine Flanke, die zu einem Tor führt, glaubt er gleich, er ist gut“, bringt ein Jugendtrainer die Sache auf den Punkt. Wenn er dann nicht gleich alle Fotos: GEPA seinen Fixplatz im Profikader erhält, macht sich allzu oft rasch Frustration breit.

d erer-Kids den österreichischen Youngster mit philippinisch-afrikanischen Wurzeln. „Wie sich die jungen Fußball-Löwen dann tatsächlich entwickeln, lässt sich dennoch schwer einschätzen“, sind sich die Jugendtrainer einig. Auch ein Quäntchen Glück gehört zum Startschuss für eine erfolgreiche Karriere, wie zum Beispiel die Verletzung oder Formkrise eines Stammspielers. Die meisten Youngsters

unsere Jungtalente aufmerksam wurden. Heute etablierte Profis wie Sebastian Prödl (Werder Bremen), Veli Kavlak, Yasin Pehlivan, Rubin Okotie (Austria Wien) oder Zlatko Junuzovic (FC Kärnten) standen damals im Aufgebot der erfol-

früh Rückschläge hinnehmen. Form-Krisen und Verletzungen sind Dinge, mit denen sich jeder Sportler im Laufe seiner Karriere

Häufig werden junge Spieler zwischen Amateurmannschaft und Profiteam hin- und hergeschoben, um Spielpraxis bzw. Erfahrung zu sammeln. Hier sind vor allem Ausdauer, Motivation und eiserner Wille gefragt, die nicht jeder Spieler gleichermaßen mitbringt. „Viele Spieler sind verärgert, wenn sie nicht gleich zum Zug kommen. In entscheidenden Situationen – sowohl auf als auch abseits des Platzes – Ruhe behalten ist hier gefordert. Das

Rubin Okotie (21)

Yasin Pehlivan (20)

Er wurde in Pakistan geboren, kam dieses Jahr gegen Rumänien zu seinem ersten Länderspieleinsatz. Er spielt für Austria Wien.

Der 20-jährige Senkrechtstarter stieß erst in der Winterpause 08/09 in die Kampfmannschaft des SK Rapid und kam dieses Jahr in der WM-Quali zu seinem ersten Länderspieleinsatz.

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HINTERGRUND

Das Future-Team Veli Kavlak (20)

Zlatko Junuzovic (21)

offensiver Mittelfeldspieler, stand bereits mit 16 in der 1. Mannschaft des SK Rapid und hat bereits Erfahrung von 100 Bundesligaeinsätzen.

besticht vor allem durch Laufarbeit und Spielverständnis, hat bisher 126 Bundesliga-Einsätze und wechselt diesen Sommer vom FC Kärnten zur Wiener Austria.

Yasin Pehlivan

Marktwerte in € Arnautovic Korkmaz Pehlivan Okotie Junuzovic Kavlak Dragovic David Alaba Deni Alar

5,25 Mio 2.5 Mio 0.5 Mio 1.0 Mio 1.0 Mio 1.0 Mio 600.000 200.000 100.000

Teuerster Spieler in der österreichischen Bundesliga: Marc Janko 5.00 Mio

Ausländeranteil in Europas Ligen England Schweiz Deutschland Italien Spanien Österreich Schweden Tschechien Finnland Slowenien Serbien

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ist der Schlüssel für viele erfolgreiche Karrieren“, so Christian Peintinger, Amateurtrainer von Sturm Graz. Aber auch Peintinger meint: „Zwischen Österreichern mit und ohne Migrationshintergrund gibt es gewaltige Unterschiede in der Einstellung und dem Willen, durchzuhalten.“ Und die Versuchungen sind, ganz abgesehen von der Ablenkung durch eine Freundin, natürlich verlockend; unsere digitale Welt – von der Playstation bis zum Internet – löst leicht Suchtverhalten aus. „Das wirkt sich schlecht auf die Körpermotorik aus, wenn das so weitergeht, dass viele Jugendliche ihre Bewegung auf ein Minimum beschränken, sehe ich schwarz“, malt Hermann Kern, Leiter der Jugendakademie vom SV Kapfenberg, ein düsteres Zukunftsbild. Auch Kern sieht hier Spieler mit Migrationshintergrund im Vorteil, da sie in der Regel viel mehr „auf Spielplätzen und auf der Straße aufwachsen.“ Und seine Kritik am System: „Wir haben große Talente, aber viele Vereine geben ihr Geld lieber für drittklassige Ausländer aus, anstatt kostengünstig auf junge heimische Talente zu setzen.“ Mit den zahlreichen Jugendakademien nach internationalem Vorbild habe in Österreich ein Aufholprozess eingesetzt.

„Gelernte Fußballer haben Zukunft“ „Junge Spieler bekommen so früh ein Gespür für den Hochleistungssport“, bestätigt David Tauschmann, administrativer Leiter der GAK-Jugendakademie die Aussagen seines obersteirischen Kollegen. Beispiele sind Mario Sonnleitner oder Zlatko Junuzovic – heute etablierte Bundesliga-Spieler. „Die Schüler erhalten schon mit 15 Jahren ein Rundumpaket bestehend aus Training mit und ohne Ball, taktischer Ausbildung sowie einem allgemeinen Sporttraining wie Klettern, Konditionstraining und Kraftkammertraining.“ Und die guten Ergebnisse gegen den Nachwuchs aus Fußball-Nationen wie Deutschland, England oder Kroatien unterstreichen die gute Arbeit. Jüngstes Highlight war ein 3. Platz bei der ISFSchulweltmeisterschaft in der Türkei im April. Auf dem Weg dorthin besiegten die Österreicher die Türken, die Schweden, die Dänen, die Bulgaren, den Iran, die Slowenen, spielten gegen Brasilien und Südafrika unentschieden und verpassten nur durch eine Niederlage im Penalty-Schießen das Finale. Im kommenden Jahr gibt’s die FußballWM in Südafrika – da wird Österreich nicht vertreten sein. Aber vier Jahre später werden die Zuwanderer-Kids – Alaba (16), Ildiz (17), Maric (19), Prskalo (18) und Djuricin (16), um nur einige zu nennen – schon auf dem ganz großen Fußball-Parkett „aufgeigen“.

Die Nachwuchshoffnungen 62% 53% 52% 40% 37% 31% 25% 20% 20% 19% 19%

Aleksandar Dragovic (18) rückte diese Saison in die Stammformation der Wiener Austria. Der Defensivallrounder wurde bereits mit einigen ausländischen Klubs in Verbindung gebracht. Davis Alaba (16), Sohn eines Nigerianers und einer Philippinin, besticht durch Zweikampfstärke, gute Technik, Torgefährlichkeit. Er gilt als sehr diszipliniert, willensstark und spielt bereits für die FC-Bayern-Amateure. Muhammed Ildiz (17), Mittelfeldspieler, hat Riesenpotential, glänzt durch Ruhe am Ball, Spielübersicht sowie gute Technik. Er wird von seinen Teamkollegen nach dem italienischen Raubein „Cattuso“ genannt und steht auf dem Sprung in die Kampfmannschaft des SK Rapid. Deni Alar (19), ein talentierter Stürmer vom SV Kapfenberg, konnte erst kürzlich beim letzten „Steirer-Derby“ gegen den SK Sturm sein erstes Bundesligator bejubeln. Dean Maric (19), technisch versiert, torgefährlich und spielt seit dem Frühjahr 2009 für den SK Sturm.

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LILLY LOTTERBLUME

Hallo,meine Lieben! Ich hab’ ziemlich Zoff gehabt mit unserer Allerjüngsten. Sie schmiss eine, was weiß ich, Art Schulschluss-Vorfreude-Party, weil ihre beste Freundin und sie diesmal ohne Nachzipf die Ferien genießen werden können. So nebenbei gesagt: auch mein Allerliebster und ich. Wo mir aber fast die Luft wegblieb, war, als ich sah, wer sich da alles in unserem Garten breitmachte. Nein, nicht die Prominenten, sondern andere Lichtgestalten. Ich hab’ ja nichts gegen unsere Zuwanderer, vor allem die süßen Kleinkinder und auch die „Reifen“, hab ich mich bei der Lotte ausgeweint. Aber dazwischen drin, na ja, ich muss mich da vorsichtig ausdrücken, da gibt’s schon ganz witzige Typen. Sie, liebe Leser, werden da ja auch die eine oder andere Flamme ihrer Tochter kennen. Bei uns waren da aber welche mit Glatze, die auch am Abend von einer hochgesteckten coolen Sonnenbrille umrahmt wurde, die offensichtlich nonstop auf dem Köpferl ihren Platz hat. Dazu gab’s dann ein ärmelloses T-Shirt, damit man die Muskelchen und die Tattoos gut sehen kann. Dem Leiberl anschließend folgt eine Jeans, die so geschnitten ist, dass man mit dem tief herabhängenden Gesäßteil fast am Boden schleift. Der Träger bietet einen Anblick, als würde er schon Tage mit voller Hose herumspazieren. Nicht gerade cool, finde ich. Und wenn ich geschaut hab’, wie die Mini-Machos mit durchgedrückten Knien bei jedem Schritt wie Gockelhähne daherstolzieren und sich als Miami-Vice-Heroes oder CSIHeroes fühlen, da musste ich schon schmunzeln. Was ich gegen ihre Bekannten hätte, zeigte sich unsere Jüngste verärgert, weil ich es wagte, mit ihr über meine Beobachtungen zu sprechen. Und total sauer war sie dann wegen meiner Feststellung, dass es besser wäre, wenn die jungen Wilden so viel, wie sie für ihren Körper tun, auch für die Weiterbildung ihres Gehirns aufwendeten,

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weil es dann allen anderen, also uns, der Menschheit, künftig auch besser gehen würde. ❉

Haben sie einander noch oder nicht mehr? Die zu fünf Monaten Gefängnis verurteilte Gräfin Andrea Herberstein – das Urteil ist noch nicht rechtskräftig – und ihr geliebter Langzeitpartner, der Star-Bariton Thomas Hampson. Dieser meinte kürzlich im Interview mit einer großen deutschen Zeitung: „Ich glaube, dass wir in einer Zeit leben, in der die Menschen nach Werten suchen und nach Dingen, die Substanz haben.“ Das tat in diesem Sinne auch die heimische Finanz, weil der Verdacht aufkam, dass Thomas Hampson bei der Versteuerung seines Einkommens und der Angabe seines Hauptwohnsitzes eher großzügig mit bestimmten Fakten umgegangen ist. Die Erhebungen sollen aber nicht wirklich intensiv genug gewesen sein. Es ist doch witzig, wenn Künstler glauben, dass zwar die Verpflichtung bestünde, die Kunst zu fördern, ihr Können viel Geld wert sei, aber wenn es um ihre Pflicht geht, in Form von Steuern einen Teil für das Gemeinwohl zurückzugeben, absolut schwerhörig werden. Mehr als zwei Jahrzehnte waren Herberstein und Österreich Hampsons Lebensmittelpunkt, nun gibt er an, in Zürich und New York zu leben – was durchaus standesgemäß ist. ❉

Über Jahre ging die Diskussion, kauft Terminator Arnold Schwarzenegger sein Geburtshaus in Thal bei Graz, damit es frei wird zur Errichtung eines Museums für seine unglaubliche Lebenskarriere. Doch der Besitzer, die Familie um den Landesamtsdirektor Hofrat Anderwald, zeigte sich nicht einverstanden, nicht zuletzt wegen der weit auseinanderklaffenden Preisvorstellungen von Verkäufer und potenziellem Käufer. Nun ist es doch so weit, wie ich gelesen habe, die Anderwalds wollen verkaufen und zumindest 450.000 Euro für das

schmucke Anwesen. Von einem Museum oder Interesse Schwarzeneggers oder des Landes Steiermark ist gegenwärtig allerdings nicht die Rede. Für Arnold Schwarzenegger selbst wäre der Kaufpreis ein Schnäppchen, denn er ist ja immerhin Milliardär. Der Staat Kalifornien würde sich da schwerer tun, denn dort haben die Wähler erst kürzlich gegen die Vorhaben des Gouverneurs gestimmt, im Gesundheitsund Bildungssystem, bei den Krankenversicherungen usw. einzusparen, weil rund 40 Milliarden Dollar in der Staatskasse fehlen. Ich will ja nicht den Kaliforniern sagen, was sie tun müssen, aber auf die 450.000 Euro würde es auch nicht mehr drauf ankommen. Und dann hätten sie dem Gouverneur einen guten Dienst erwiesen. ❉

Wer den Schaden hat, muss sich um den Spott nicht sorgen, heißt es in einem Sprichwort, und die Ulrike hat mir da ein ganz witziges Beispiel erzählt, das vor allem auf Wiener Boden seine Runde macht. Unser allerhochgeschätzter Silberfuchs, Kanzler Werner Faymann, zeigt bei den Treffen der Regierungschefs auf EU-Ebene ein großes Anlehnungsbedürfnis bei Angela Merkel, der deutschen Kanzlerin, die bekanntlich ja nicht aus der gleichen ParteiRichtung kommt. Faymann sucht den Kontakt zu Merkel deshalb, weil sie als Einzige von den EU-Regierungschefs perfekt Deutsch spricht. Die Ulrike fragte mich, ob ich den Kanzler schon einmal eine längere Passage in Englisch sprechen gehört habe. Wenn ich so nachdenke – nein. Aber ich als kleine Frau bin ja auch nicht so informiert. ❉

Im Parlament, da fühle er sich schon wohl, nicht ganz so scheint es mit der SPÖ-Parteizentrale zu sein, auch das will die Ulrike wissen. Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter hat in der Startphase seiner neuen Funktion davon geschwärmt, wie gut er mit seiner Kollegin, der Faymann ganz ergebenen Wiener

Abgeordneten Laura Rudas, sich die Arbeit teilen und auskommen werde. Mittlerweile, so die Ulrike, ist davon überhaupt nichts mehr zu spüren, sondern da ist gehörig Sand ins Getriebe gekommen. Sie meint sogar, dass Günther Kräuter die Rolle des Vorsitzenden des Kontrollausschusses im Parlament weit besser ausgefüllt hat und in der Öffentlicheit auch stärker wahrgenommen worden ist als jetzt. Es werde in Wien schon darüber gerätselt, wie lange er überhaupt diesen Job noch machen möchte. ❉

Ziemlich still ist es um Gilbert Frizberg geworden, der als Interessenvertreter der Industrie in der Vergangenheit politisch recht umtriebig in der Steiermark auftrat. Maßgeblich für diese Funkstille von Seiten Frizbergs sei, so erzählt der Herwig bei der letzten Tarock-Runde, dass Industriellen-Präsident Jochen Pildner-Steinburg „empfahl“, Frizberg möge sich aus allen Funktionen zurückziehen, da er zu auffällig seine eigenen privaten Interessen vertreten würde. Von seiner Funktion als Aufsichtsratschef der Strom-Gesellschaft Verbund musste er vorerst noch nicht weichen. Für diese habe ihn seinerzeit sein Freund, der damalige Wirtschaftsminister Martin Bartenstein, geholt, so der Herwig. Beide, und das könne man aus heutiger Sicht aber schon beurteilen, hätten als Steirer für die Steiermark wenig gemacht und zusammengebracht. Was logischerweise die Ute – sie kommt aus dem Bekanntenkreis der beiden – völlig anders sieht und fast als verleumderisch bezeichnet. Claudia Haider wird Großmutter, das freut mich. Nach dem unerwarteten Schicksalsschlag kommt nun auch für die Witwe Jörg Haiders mit dem Enkelkind wieder eine sonnigere Lebensphase. Also tschüss, bis zum nächsten Mal Eure Lilly

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HINTERGRUND

Als IT-Techniker wollte Volker Pelzmann, 32, unverheiratet, in Gnas bei Feldbach zu Hause, nicht mehr weitermachen, fühlte sich plötzlich in einer Sackgasse. „Ich hab‘ mich interessehalber bei ,Ärzte ohne Grenzen‘ beworben und es klappte.“ Sein Einsatzort: ein mit 50.000 Menschen überfülltes Flüchtlingslager im Norden Ugandas.

Volker Pelzmann erlebte bei „Ärzte ohne Grenzen“ das Flüchtlingselend in Uganda. Seine Einsicht:

Kleine persönliche Erfolge sind wichtig

E

inprägsam für Volker Pelzmann: „Was mich extrem motiviert hat, war die Lebenslust, die Freude, das Lachen einer Mutter, wenn sie wusste, dass ihr Kind Hilfe bekommt. Und das, obwohl dort Leben und Tod ganz, ganz nahe nebeneinanderliegen.“

Vor wenigen Wochen zurückgekehrt „Wir haben 30.000 Kinder im Osten Ugandas untersucht, 13.000 davon gegen Unterernährung behandelt und 1.200 gegen schwerste Unterernährung“, so Volker Pelzmann, der mehr als drei Monate im Einsatz stand. Zur Unterernährung kommt noch der Umstand, dass die Überlebenschancen der Kinder aufgrund von Krankheiten wie Malaria, Tuberkulose oder dem HI-Virus zusätzlich sinken. In den drei Monaten besuchten Volker Pelzmann und seine Kollegen die Dörfer und pickten jene armen Geschöpfe heraus, die dringend Hilfe benötigten. Dabei muss sehr auf die Gesetze, Stammeskultur und Hierarchien geachtet werden, die es in den Dörfern gibt. Denn der Dorfälteste entscheidet über alle wichtigen Dinge. Jede Woche gab es für die Kinder eine Portion therapeutischer Nahrung – dabei handelt es sich um eine hoch angereicherte Erdnuss-Paste, die süß und salzig zugleich schmeckt. „Die Kinder essen das sehr gerne“, so Pelzmann. Jene, die körperlich ganz schlecht beisammen waren, wurden

Therapeutische Nahrung

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bis zu vier Wochen in einer Art Hospital betreut. Dort konnten sich auch die mitgekommenen Mütter nützlich machen. Man kann sich aber vorstellen, dass die Rahmenbedingungen für das Projekt äußerst schwierig sind, weil auch der Rest der Familie wenig zu essen hat und damit die Mütter oft die therapeutische Nahrung auf alle „gerecht aufteilen“ wollen oder ihre Fa-

milie im Dorf „durch das Wegfahren nicht im Stich lassen“ wollen, weil ja die Gefahr besteht, dass sich dann niemand um die anderen kümmert. „Also da muss man schon sehr sensibel damit umgehen, ,Ärzte ohne Grenzen‘ bringt da aber viel Erfahrung mit.“ Diese ist auch wichtig, wenn einzelne Mitglieder des Einsatzteams durch die Wucht der Probleme plötzlich ausgebrannt sind und

depressiv werden. Volker Pelzmann: „Natürlich ist man vorbereitet darauf, doch wenn du dann diese geballte Ladung von Armut spürst und riechst, dann ist das doch was anderes.“ Ein Ventil ist, dass darüber in den Teams viel miteinander gesprochen wird. Ganz wesentlich sei, so Volker Pelzmann, dass man sich sofort bewusst sei, nicht allen helfen zu können, sondern sich kleine persönliche Ziele

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HINTERGRUND Volker Pelzmann: „Zum Schutz vor Burnout ist die Erkenntnis: Ich kann nicht allen helfen.“

Das Ernährungszentrum

steckt – „Dem oder jenem Kind oder Erwachsenen habe ich helfen können, der hat durch mich überlebt“ – und damit auch persönlich einen Erfolg verspürt. Direkt dabei zu sein, wenn Kinder auf dem Transport sterben – das sind einschneidende Erlebnisse, die man mitträgt. „Da wird dann 24 Stunden laut wehgeklagt von den Familien und Angehörigen. Dann ist die Trauerarbeit vorbei und das Leben geht weiter.“

Guter Abschied von zu Hause ist wichtig Von seiner Tätigkeit her war Volker Pelzmann für den Nachschub, die

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Kommunikation und logistische Arbeiten verantwortlich. Und wieder zu Hause – wie fühlt er sich da? „Man muss sich überall Zeit geben,

die Realität da und dort aufzunehmen, nur dann kann ein Einsatz erfüllend sein. Daher ist es auch ganz wichtig“, so Volker Pelzmann, „dass

man für einen erfolgreichen Einsatz auch einen guten Abschied zu Hause hat, sprich nicht vor Problemen zu Hause flüchtet.“ Ein solcher Einsatz habe immer auch mit Abenteuerlust zu tun, man lerne zu improvisieren. Es gäbe auch bei den Medizinern etliche, die praktisch immer unterwegs sind und irgendwo ruhelos wirken, manchmal sogar zynisch. „Da achtet auch ,Ärzte ohne Grenzen‘ sehr darauf.“ Volker Pelzmann selbst baut jetzt in Gnas bei Feldbach das Haus von seinem Vater um, für ihn wird es aber sicher ein nächstes Mal geben. ❖

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„Obdachlos“ auf 2 und 4 Rädern unterwegs

AUTO

&

MOTOR

Frische Luft, Sonne und der letzte Hauch von Freiheit!

Das gute Wetter sorgt für starke Nachfrage in den Autohäusern.

Jedem seine Maschin‘! „… wia da Marlon Brando auf seina Maschin‘„ – sang einst H. Qualtinger – der liebe Gott hab ihn selig. Unzählige Sänger und Künstler widmeten sich dem Mythos Motorrad und der damit verbundenen Lebensphilosophie, selbst die Filmer, man denke nur an „Easy Rider“, oder die Modebranche orientierten sich immer wieder daran und beeinflussten damit ganze Generationen.

Politiker denkbar? Etwa ein „Grüner“, im Original-Designer-Lederdress von Louis Vuitton? Aber Spaß beiseite: sie alle findet man unter den Motorradfreaks – quer durch alle Gesellschaftsschichten. Aber die „Bad Boys“, die wir vielfach verallgemeinernd mit der Lederkluft assoziieren, sind – gottlob – die seltene Ausnahme. „Biker“ zählen fast durchwegs zu den angenehmen, passiv fahrenden Verkehrsteilnehmern auf unseren Straßen. Man kann sie als eine große, freundliche Familie bezeichnen – der obligate Gruß bei Begegnungen ist Ehrensache.

Textquelle S.L. im Klipp

Haare und sonstiges Flattern im Wind

A

ber, wer oder was verbirgt sich hinter diesen so genannten „Wilden“? Tschecheranten, Giftler, tätowiertes G’sindl oder ganz normale Bürger? Vielleicht sogar Banker, Apotheker oder Chirurgen? Wäre auch ein

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Irgendwie scheint der Drang nach Freiheit und Naturerleben den Menschen im Blut zu liegen. Je nach Geldbeutel und Gesinnung sind es beim einen Waldlauf oder Spaziergang und beim anderen eben ein motorisiertes Freiheitserlebnis. Und je mehr uns unsere hochtechni-

sierte, hyperhektische Welt in Anspruch nimmt, umso größer ist die Sehnsucht, sich davon (zumindest in der Freizeit) zu befreien. Nachdem aber die meisten von uns bereits so zivilisationsgeschädigt sind, dass sie nicht mehr auf ihren fahrbaren Untersatz verzichten können oder wollen, bleiben eigentlich – wir wollen das Fahrrad einmal ausklammern – nur zwei Möglichkeiten: entweder ein Motorrad oder ein Cabriolet! Letzteres halte ich, der eher nach dem Motto „No Sports“ lebt, für die gesündere, vor allem komfortablere Variante. Da gibt es, je nach Lust und Laune (sprich Portemonnaie), für jeden etwas. Mit und ohne Henkel, Kleinwagen oder Luxuslimousine, klassischer Roadster bis hin zu Träumen auf Rädern. Für mich begann ein Cabriolet, ein richtiges – bei Ferrari, oder zumindest ein „Neunelfer“ sollte es sein. Na ja, ehrlich gesagt, bei einem Morgan wäre ich auch schwach geworden, aber alles nur Träume. Darum hab ich meinen (geistigen) Verwirrungen ein Ende gesetzt. Ein Blick auf meinen Kontoauszug –

und das Ergebnis auf den Punkt (Punto) gebracht! Nun, liebe Freunde, gehöre ich diesem verwegenen Kreis der Freiluftbarone an. Ehrlich gesagt, ich bezweifle auf das Heftigste den Ausspruch „Nur Fliegen ist schöner“! Er kann nur von einem hartnäckigen Cabrio-Abstinenzler stammen. Fest steht jedenfalls, dass es kaum etwas Erotischeres gibt als ein mit 50 oder auf Freilandstraßen 80 km/h dahinschwebendes Cabrio. Haare und Schals spielen mit dem Wind, in der Sonnenbrille spiegelt sich die Begleitung (hoffentlich blond – wau) und der Geruch von frisch gemähtem Grase in der Nase. Herz, was willst du mehr? Wenn nur dieser Trabi mit seinen blauen Auspuffwolken bald verschwinden würde. Na? Haben Sie auch Lust bekommen? Ein wenig Geduld müssen wir noch aufbringen, schließlich kann die Witterung nicht ewig so bleiben, irgendwann wird uns die Sonne zulächeln und dann schwärmen wir aus. Okay? Das ist auch die Zeit, in der die wirklich Hartgesottenen aufs ❖ Motorrad ausweichen.

Im Bild Werner Gröbl – auch ein begeisterter Biker.

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MOTOR & AUTO

Geschäftsführer Dieter Kuss: „Unsere ServiceQualität wird auch Seat-Besitzer überzeugen.“

Das Grazer Autohaus Kuss, ein Familienunternehmen, baut weiter aus

Sind nun auch Seat-Servicepartner Elektroautos: Akku-Revolution Wissenschaftler am Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben einen Hochleistungsakku entwickelt, der sich je nach Größe in wenigen Sekunden, längstens Minuten, aufladen lässt. Bisher war der Zeitaufwand für die Ladung von Akkus die Engstelle bei der Nutzung der Energie für Elektroautos. Das neue Prinzip: die Teilchen (Ionen) finden viel schneller den Weg in den Akku durch einen Überzug aus LithiumPhosphat. Dadurch konnte die Ladegeschwindigkeit von 6 Minuten auf 10 bis 20 Sekunden reduziert werden. Das ist bahnbrechend, noch dazu zeigt das Material keinerlei Verschleiß. Diese Technologie wird völlig neue technische Anwendungen bringen und wird Elektroautos sehr viel praktischer machen. Denn nicht nur das Ladetempo, sondern auch die Beschleunigung der Autos wird sich erhöhen, da die Energie schneller abgegeben werden kann. Bereits in zwei bis drei Jahren könnte diese neue Akku-Generation auf den Markt kommen.

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M

it Anfang Mai hat das Autohaus Kuss in Graz-Andritz seine Serviceleistungen erweitert. „Wir bieten jetzt offiziell auch für Seat alle Service-Garantie-Leistungen an“, zeigen sich die Geschäftsführer Franz Kuss senior und Sohn Dieter zufrieden ob der Erweiterung. Seat ist

ein 1950 gegründeter Automobilhersteller. Das ehemalige spanische Staatsunternehmen gehört heute zum deutschen Audi/VolkswagenKonzern und steht dort für günstige, aber modisch designte Fahrzeuge mit sportlichem Anklang. Der Firmensitz Martorell liegt bei Barcelona.

Das Autohaus Kuss, 1987 mit 28 Mitarbeitern gegründet, führte bisher bereits die Marken VW, Audi und Skoda, hat heute 180 Beschäftigte und ist eines der größten Familienunternehmen seiner Branche in Österreich. ❖

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GESUNDHEIT

Frauen wissen „über sie“ besser Bescheid als Männer. Mediziner-Streit um Diagnose-Test

Adam und seine Prostata Bis zum 50. Lebensjahr wissen die Söhne Adams meistens nur, dass sie eine haben, sind Frauen laut internationalen Studien sogar über die Funktion der Prostata und deren Schwächen besser informiert. Erst jenseits der 50 nimmt das Wissen zu, weil einfach die Gefahr wächst, an einem Prostata-Leiden zu erkranken.

E

s gibt in der Medizin mehrere Diagnoseverfahren, die eine solche Erkrankung oder Gefährdung nachweisen. Nun ist ein großer Streit entbrannt, der Ärzte und Männer verunsichert. Es geht um den bisher als zuverlässigst genannten PSA-Test, eine hochseriöse Blut-Untersuchung zur Früherkennung von Prostata-Krebs.

Untersuchungsmethoden Die Untersuchungsmöglichkeiten der Prostata sind zwar mittlerweile recht vielfältig geworden, aber eine Hauptfragestellung, nämlich ob die Prostata durch einen bösartigen Tumor befallen ist oder nicht, ist nach wie vor zumindest mit den nichtinvasiven Methoden wie dem Ultraschall oder der Computertomographie nur unsicher zu beantworten. Die Prostata des älteren Mannes neigt zur Knotenbildung, und es fällt schwer, mit nichtinvasiven Maßnahmen gutartige von bösartigen Knoten zu unterscheiden. Die Elastographie ist ein neues bildgebendes Verfahren, das Tumorareale aufzeigen und gezielt Gewebeproben entnehmen kann. Die Prostata kann mit einem Finger rektal ertastet werden. Als bildgebende Verfahren finden bisher Ultraschall, Kernspinresonanz

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(NMR) und Computertomographie Anwendung. Als weiteres bildgebendes Verfahren etabliert sich die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) mit Cholin als Radionuklid. Bei Verdacht auf Veränderungen kann eine Biopsie der Vorsteherdrüse mit einer so genannten Prostatastanze vorgenommen werden. Das neue bildgebende Verfahren der Elastographie wird seit 2008 in der Martini-Klinik am Universitätskrankenhaus

Hamburg-Eppendorf (dem bundesweit einzigen Spezialzentrum für Prostatakrebs) eingesetzt. Das Gerät unterscheidet Krebsgewebe von Normalgewebe wegen der unterschiedlichen Härte und zeigt die Gewebeverhärtungen des Krebsgewebes auf dem Monitor des Gerätes an. Dann können gezielt Gewebeproben entnommen werden. Zur weiteren Diagnostik können Laborwerte wie das prostataspezifische Antigen (PSA, erhöht bei allen Erkrankungen der Prostata), die Aktivität der sauren Prostataphosphatase (erhöht bei Prostatakarzinom) und allgemeine Entzündungsmarker wie CRP und Leukozytenzahl herangezogen werden. Im Weiteren steht eine Protein-Muster-Diagnostik aus Urin zur Verfügung.

Erkrankungen Als Prostatitis bezeichnet man eine Entzündung der Prostata. Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) ist eine gutartige Vergrößerung der Prostata, die oft zu einer HarnabflussStörung führt. Prostatakrebs nennt man einen bösartigen Tumor der Prostata. Er ist das häufigste Malignom und die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache bei Männern in Deutschland. Während die BPH in der Regel die zentrale (paraurethrale) Organzone betrifft, geht das Prostatakarzinom meist von den peripheren Drüsenanteilen aus. Beide Erkrankungen sind typischerweise Leiden des höheren Lebensalters.

Mehrdeutiges Signal Was kann der PSA-Test? Das Eiweiß PSA wird

in der Prostata gebildet und ist im Prostata-Sekret enthalten. Es dient der Verflüssigung des Samens. Geringe Mengen gelangen auch ins Blut und können mit dem Labortest gemessen werden. Mit steigendem PSA-Wert nimmt das Risiko zu, dass der Patient unter Prostata-Krebs leidet. Die Gefährlichkeit des Karzinoms lässt der Test jedoch nicht erkennen und das ist zur Zeit der heiße Diskussionspunkt – um nicht zu sagen Glaubenskrieg – unter den Medizinern. Ob nämlich die Früherkennung mittels PSA-Test die Todesrate durch Prostata-Krebs vermindern kann.

Knapp 1.000 Opfer jährlich Bei weiteren 700 bis 800 Patienten wird die Erkrankung neu entdeckt. Was mit dem Test allerdings nicht erreicht werden konnte, dass dieser als Frühwarnverfahren lebensrettend sein kann. Die Ergebnisse von Großuntersuchungen sollen zeigen, dass in einem Beobachtungszeitraum zwischen sieben und zehn Jahren ebenso viele Männer an dem Tumor gestorben sind wie in einer Kontrollgruppe, wo niemand einen PSATest gemacht hat.

Schwierige Entscheidung Was allerdings von keiner Seite geleugnet wird: Wird die Diagnose Krebs einmal gestellt, dann müssen Arzt und Patient entscheiden, ob man im Vertrauen auf einen gutartigen Verlauf erst einmal abwartet oder aus Furcht vor einem aggressiven schnellstreuenden Karzinom zur Tat schreitet. Am häufigsten tritt die Prostata-Schwäche bei den über 70-Jährigen auf, doch auch zwei Drittel der 60-Plus-Männer sind gefährdet. Eine schützende Wirkung scheint eine fettarme, pflanzen- und sojareiche Ernährung zu haben, wie sie in der Japanischen Diät vorgegeben ist. Übergewicht, Bewegungsmangel und Alkohol sind Risikofaktoren. ❖

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Das Glück zu zweit – nur ein kurzer Traum? Eine Paarbeziehung ist die dichteste aller menschlichen Beziehungen, nirgendwo sonst tauschen wir uns so umfassend aus, mit Körper, Geist und Seele.

D

er Rat für alle Paare, die ihre Beziehung sehr ernst nehmen und aktiv und bewusst führen möchten, lautet: „Liebe“ kennt fünf Bereiche, deren Betreten jedem von uns besonderen Mut abverlangt. Trauen wir uns, wird es möglich, Liebe auf Dauer und in der Tiefe zu leben. Wir betreten diese fünf Bereiche durch den Mut, uns zu öffnen, mit unseren Gefühlen, Stärken und Schwächen; uns zu bekennen zu Ängsten, Sehnsüchten und seelischen Untiefen, anstatt nach außen hin Unverletzlichkeit zu demonstrieren. Den Mut, uns zu ver-

ändern und immer weiterzuentwickeln, anstatt darauf zu beharren, so zu bleiben, wie wir sind, und vom Partner zu verlangen: „Akzeptiere mich, wie ich bin!“ Aus einer langjährigen Erfahrung sagen die beiden Hamburger Paartherapeuten Ulla Holm und Michael Cöllen: „Liebe erfordert Mut. Liebe ist die größte menschliche Herausforderung. Äußere Bindungsfähigkeit für eine Paarbeziehung wie Kirche und wirtschaftliche Notwendigkeiten sind passé“, so die Therapeuten. „Übrig geblieben ist: die Liebe. Acht von zehn Menschen sagen, sie wünschen sich eine gute Partnerschaft. Sie wollen lieben, aber wissen nicht, wie. Unbestritten ist: Es umgibt uns ein Mangel an Liebeskultur, weil vielen die Vorbilder fehlen.“ Den Mut, uns der Selbstkritik zu stellen, anstatt dem Partner die Schuld zu geben für die eigene Unzufriedenheit und schlechte Stim-

mung, die in uns brütet. Den Mut, uns zu streiten und den Partner zu konfrontieren mit dem, was er tatsächlich an sich ändern muss, um in seiner inneren Entwicklung weiterzukommen, anstatt in einer trügerischen Harmonie stillzuhalten. Den Mut, uns dem Partner wirklich anzuvertrauen, anstatt in Rückzug, Verweigerung, in Bestrafung oder den Abbruch der Beziehung zu gehen.

Dazu gehört auch, den Partner nach einem Streit als Erster um Verzeihung zu bitten. Es ist klar zu erkennen, dass es mehr Mut kostet, sich selbst zu überwinden, als den Partner zu überwinden. Schon die weisen Römer rieten: Fange immer bei dir selbst an. ❖ Quelle: Hamburger Abendblatt, Mai 2009

Notfall-Paket für Bad Aussee „Wir wollen keine Rückzugsgefechte führen, sondern den Spitälern eine gesunde Zukunft sichern“, betont KAGes-Vorstandschef Werner Leodolter zur Zukunft von Bad Aussee. „Sollte die Region wetterbedingt kaum oder gar nicht erreichbar sein, wäre das Chirurgen-Team in Bad Aussee rechtzeitig verstärkt, um im Notfall lebensrettende Eingriffe vornehmen zu können“, so KAGes-Medizin-Vorständin Petra Kohlberger. Ähnlich zuversichtlich ist auch die Haltung von Notärzte-Chef Klaus Pesenbacher: Man lasse keinen Steirer im Stich. Innerhalb von 90 Minuten sind Akutpatienten in den entsprechenden Spezialeinheiten in Bruck oder Graz.

Neue Lebensräume in der Stadt!

D

ie demografische Entwicklung spricht Bände! Erfreulicherweise werden auch in Österreich immer mehr Menschen immer älter! Gleichzeitig nimmt aber auch die Zahl der alleinlebenden Personen weiter zu. Es braucht neue Modelle und Wege, um diese Anforderungen der Zukunft zu bewältigen. Hier knüpft das Wohn- und Betreuungsangebot der Neue Lebensräume GmbH an und bietet das, was gerade älteren Menschen wichtig ist, nämlich so viel Selbständigkeit wie möglich und so viel Sicherheit wie nötig – und dies, dank Förderungen des Landes und der Gemeinde (SHV), in einem für alle finanziell leistbaren Rahmen!

In zahlreichen steirischen Gemeinden sind Wohnhäuser mit barrierefreien Einzel- und Doppelwohnungen im Bau oder in Planung, in denen ein selbstbestimmtes Wohnen für Senioren/innen ab 59 Jahren möglich ist. Den Bewohnern/innen steht ein Grundleistungsangebot, welches Teil des Betreuten Wohnens ist, zur Verfügung. Dies beinhaltet beispielsweise: Unterstützung bei der Haushaltsführung, Hilfen im Alltag, Gestaltung gemeinsamer Aktivitäten, Organisation von Besuchs- und Begleitdiensten und Aktivierung bzw. MoKLIPP Mai 2009

bilisierung durch hochqualifizierte MitarbeiterInnen. Zudem ist in jeder Wohnung ein 24-Stunden-Notruf installiert. Mit dem Wohn- und Betreuungsangebot des Betreuten Wohnens ist die ideale Wohnform für jene älteren Menschen geschaffen, die in ihrer eigenen Wohnung leben möchten und ihren Tagesablauf weiterhin selbstständig gestalten wollen. In den Häusern stehen Gemeinschaftsräume für Kontakte, Aktivitäten und Veranstaltungen zur Verfügung. – Dennoch leben Sie in Ihrer eigenen Wohnung, sodass die Privatsphäre gewahrt bleibt. Auch Menschen, die im Laufe der Zeit stärker betreuungs- und pflegebedürftig werden, können – in Zusammenarbeit mit den örtlichen mobilen Diensten – so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung bleiben, d.h. ein Heimaufenthalt kann hinausgezögert bzw. sogar verhindert werden.

Informieren Sie sich bei der Neue Lebensräume GmbH über diese neue Wohnform, über Kosten und Kriterien, über Standorte und freie Wohnungen: Tel. 0316 / 22 80 97 www.neue-lebensraeume.at 37

GESUNDHEIT

Sie sind jung, verliebt und wollen heiraten


LEUTE & LEBEN

Größter Tenniscamp-Veranstalter an der Adria

Günstig aufschlagen

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is Ende Oktober bietet Hannes Zischka Sportreisen in Slowenien und Kroatien mit Standorten in Portoroz, Novigrad, Porec und Rabac sowie neben Bol auf der dalmatinischen Insel Brac seine Tenniscamps an. Neu im Programm sind heuer auch Biograd/Zadar und Dubrovnik. Die Urlauber buchen entweder ein 4-Tage- oder ein Wochen-Camp mit einem der 50 spielstarken und ausgebildeten Trainer oder spielen individuell auf fix für sie reservierten Plätzen. Bereits ab 25 Euro ist ein Tag in einem DreiSterne-Haus inklusive Halbpension zu buchen.

Besondere Aktionen: In Dubrovnik (bis 7.6.) und in Rabac (ab 7.6.) gilt 2=1: Die Begleitperson trainiert gratis! In Lanterna/Porec trainern z.B. zwei Jugendliche unter 16 Jahren in Begleitung von zwei Erwachsenen gratis! Alle Camps sind gut mit dem Auto erreichbar, außerdem gibt es nach Triest, Venedig, Rijeka, Zadar, Split und Dubrovnik sehr günstige Flugverbindungen.

Michael Schlögl steht als Chef von Gruber Reisen nicht gerne in der ersten Reihe. Der gebürtige Oststeirer wirkt lieber still und unauffällig. Das gilt allerdings nicht für das GruberHotel Bretanide auf der kroatischen Insel Brac – als Allinclusive-Resort steht es in Kroatien ganz vorne.

W

ir haben etwas realisiert, was ich mir selbst gar nicht vorstellen hab’ können“, blickt Michael Schlögl anlässlich des ersten von ihm initiierten Symposiums „Österreichische Hotelinvestoren und ihre Probleme in Kroatien“ auf einen schwierigen und steinigen Weg in Kroatien zurück. „Wir haben Gäste, die drei Mal im Jahr zu uns ins Bretanide kommen“, will Schlögl mit diesem Detail aufzeigen, wie gut und stimmig das Angebot ist. Nicht zuletzt deshalb, weil die Touristik-Unternehmensgruppe Gruber Reisen, dessen Eigentümer Schlögl und sein Bruder Helmut sind, seit dem Kauf im August 2001 für knapp zehn Millionen Euro weitere neun Millionen Euro in den Umbau, die Erweiterung und in den Standard des Bretanide gesteckt haben und es damit zu einer begehrten Urlaubsadresse machten. „Unsere Gäste sind jedes Mal überrascht, weil sie praktisch jährlich etwas Neues erwartet“, sagt Schlögl, „und das wollen wir auch weiterhin so halten.“

War ein immenses Risiko Gruber Reisen hat sich als KroatienSpezialist am Markt etabliert und bringt jährlich mehr als 30.000 Gäste zu unseren südlichen Nachbarn.

„Nach dem Jugoslawien-Krieg gab es die Chance, das Bretanide zu übernehmen, um unsere Vorstellungen von Sommerurlaub in Kroatien verwirklichen zu können“, so Schlögl. „Das war für unser Unternehmen ein immenses Risiko und mit gewaltigen bürokratischen Schwierigkeiten von Seiten der Kroaten verbunden. Bis heute. Die Situation wird sich erst glätten“, meint Schlögl, „wenn Kroatien die Aufnahme in die Europäische Union schafft.“ Dass die Kroaten dazu in der Lage sind, zeigt sich an einem kleinen Beispiel, dem schmucken Flughafen von Brac, der absolut EUNiveau hat. 7.000 der 12.000 Bretanide-Gäste landen dort jährlich. Schlögl: „Und das bedeutet wirklich Urlaubsqualität, weil du rund drei Stunden nach dem Abflug in Graz, Klagenfurt, Linz, Wien, Innsbruck schon am Strand liegen kannst.“ Gruber-Reisen-Chef Michael Schlögl ist einer, der das Detail „liebt“ und für den gründliches Organisieren ganz wichtig ist. „Bei uns kannst du im gewärmten Pool bei 24 Grad Wassertemperatur im April als Gast sicher schwimmen. Da gibt’s keine unangenehme Überraschung für Gäste, was im Prospekt versprochen wird, halten wir auch“, so Schlögl. Es sind neben den modernen Zimmern und deren Komfort viele Details im Service, die den Gast zufriedenstellen. Es erhält jeder neue Gast eine Einführung, wo was wie funktioniert. „Das macht ein Österreicher, sprich Steirer, sonst beschäftigen wir ausschließlich Kroaten, die unser Urlaubskonzept allerdings so umsetzen, wie wir uns das vorgestellt haben“, lobt Schlögl sein Team. Aber eines kann er nicht: im Bretanide selbst Urlaub machen. „Weil ich, wenn ich da bin, stets Dinge sehe, die zu verändern

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LEUTE LEBEN

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Gruber-Reisen-Chef Michael Schlögl: „Gibt’s nicht, gibt es für mich nicht.“

Das Bretanide auf Brac steht in Kroatien ganz vorne

Meine Vision wurde wahr Foto: Manninger

oder zu verbessern sind.“ Er selbst ist aber rund 25 bis 30 Tage im Jahr insgesamt auf Brac, um eben nach dem Rechten zu sehen. Obwohl er sich selbst gar nicht als Touristiker sieht. Er sei eher der coole Rechner, Controller, Administrator, „war bei Philips als Finanz- und Betriebsbuchhalter, habe in der EDV Erfahrung erlangt“, so Schlögl. „Das war eine wichtige Phase, die mir jetzt im Touristik-Geschäft zugutekommt.“ Und wie ist die Krise spürbar? „Ja, auch wir rechnen mit einem Rückgang. Zurzeit liegen wir rund sieben

Prozent hinter den Vorjahresbuchungen, aber ich denke schon, dass durch kurzfristige Buchungen in der Hauptsaison das Minus nur bei drei Prozent liegen wird. Wir haben uns in unseren Budgets darauf vorbereitet, werden diese Situation durchstehen, weil wir als Unternehmen eine hohe Eigenkapitalquote haben – etwa 30 Prozent, außergewöhnlich für die Tourismusbranche. Das ist einfach die Konsequenz, weil wir die Gewinne stets investiert haben und nie wirklich etwas herausgenommen haben“, so Schlögl.

Das goldene Horn – der Traumstrand Kroatiens mit dem Urlaubsresort Bretanide

Mitte 2008 übernahm Gruber mit TGR Golfreisen einen der führenden Golfreisen-Veranstalter Österreichs, im November 2008 beteiligte sich Gruber mit 49 Prozent an der Steirischen Raiffeisen Reisebüro GmbH und übernahm gleichzeitig die Geschäftsführung. Damit zählt der Touristik-Konzern mit knapp 360 Mitarbeitern, in 25 Filialen in der Steiermark, Kärnten, Wien und Slowenien, einer viertel Million ge-

buchter Gäste im Jahr und 87 Millionen Euro Umsatz zu den Top 5 in der heimischen Ferien- und Touristik-Branche. „Die Situation für die Reisebüro-Branche ist durch die Krise nicht gerade leichter geworden. Die Herausforderung bei Raiffeisen ist ungemein schwierig“, gesteht Michael Schlögl ein, aber sein oberster Grundsatz: „Geht nicht, gibt’s für mich nicht.“ ❖

Kroatien Von der Billig-Destination zum hochwertigen Urlaubsziel Von preiswerten Privatpensionen bis zum qualitativ hochwertigen All-inclusive-Hotel – Kroatien, eines der beliebtesten Urlaubsziele Europas, entwickelt sich. Doch die Bürokratie und gesetzlichen Fallstricke für Investoren sorgen oft für unangenehme Verzögerungen. „Klare Gesetze, politische Entscheidungen und adäquate Rahmenbedingungen für Investoren sind für die Tourismusentwicklung unabdinglich“, so Otmar Michaeler, Geschäftsführer der Falkensteiner Michaeler Tourism Group, „und da fehlt es noch.“ Seine Gruppe investiert gerade 200 Millionen Euro in das neueste Projekt Punta Skala in Zadar, Dalmatien, und „kämpft“ mit der kroatischen Bürokratie. Eine wichtige Thematik ist die Ausbildung des Personals, denn ohne gut geschulte Mitarbeiter gibt es auch keinen Qualitätstourismus. „Die notwendigen Änderungen für einen sich weiterentwickelnden kroatischen Tourismus wurden sehr offen angesprochen und Lösungsansätze und -vorschläge gemeinsam diskutiert“, zeigt sich Gastgeber und Initiator Michael Schlögl, Geschäftsführer des Sport- & Wellness Resorts Bretanide, mit der „Premiere“ des Symposiums zufrieden.

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Ramsau am Dachstein 100 Jahre Steinerweg in Ramsau am Dachstein. Diverse Veranstaltungen finden am 29. August ihren Höhepunkt mit der Gratbeleuchtung des Dachsteinmassives.

Hochsteiermark In der Hochsteiermark hat sich schon Erzherzog Johann wohlgefühlt. Mit ihrer vielfältigen Natur kommen Frischlufthungrige in dieser Region voll auf ihre Rechnung.

Leoben „Das Gold der Steppe“ – Die Kunsthalle Leoben präsentiert Sensationsfunde aus den Fürstengräbern der Skythen und Sarmaten vom 26. April bis 26.Oktober 2009.

Steirische Gastlichkeit im Urlaub ohne An- und Abreisestress erleben

Das Gute liegt so nah Die Steiermark ist das Urlaubsland Nummer 1 der Österreicher. Nichts gegen Reisen in andere Länder. Doch auch wenn man seinen „großen Urlaub“ woanders verbringt, gibt es genug Gelegenheiten, in der Steiermark Ferien zu machen. Ein Wochenende, ein paar freie Tage oder einfach nur ein Sonntag, den man genießen will. Sozusagen Naherholung. 40

Graz Keine andere Stadt bietet so viel Abwechslung auf so engem Raum wie Graz – und das südliche Flair als genussvolle Zugabe. Kulturelle und kulinarische Leckerbissen inbegriffen.

Südsteirische Weinstraße Hier wird der Begriff „Wohlfühlen“ neu definiert. Zwischen Weinbergen, Plätzen mit schönster Aussicht und unendlich vielen Möglichkeiten des Zeitvertreibes ist die Südsteirische Weinstraße eine Freilichtbühne.


Joglland – Waldheimat Vom Teufelstein bis zum Hochwechsel, vom Stift Vorau bis zur Buchtelbar und von der Feistritzbahn bis zur Jogllandtorte. Das Joglland und die Waldheimat präsentieren sich als familienfreundlich.

Pöllau Styrian summer_art ist das Festival der bildenden Kunst im Naturpark Pöllauer Tal. 35 Künstlerinnen und Künstler entdecken mit Ihnen anhand von verschiedenen Techniken und Materialien Ihre Kreativität.

Hartberg Hartberg für Anspruchsvolle! Neues Stadtmuseum, Maxoom, Oldtimer Museum Kröpfl und eine Vielzahl an Veranstaltungen wie z.B. die Mercedes-Benz MMC 09 bieten Möglichkeiten für Erlebnishungrige.

Weiz Die Bezirkshauptstadt bietet nicht nur ein einzigartiges Einkaufserlebnis, man kann am Energieschauplatz Stadt Weiz auch ausgesuchte Beispiele für alternative Energie sehen und rund um Weiz auf teils neu ausgearbeiteten Wanderwegen herrlich die Natur erkunden.

H2O Hotel Therme Ein Feuerwerk an Wasserattraktionen für die ganze Familie ist in der quirligen H2O Erlebnistherme garantiert. Tipp: an der Poolbar im Wasser sitzend erfrischend fruchtige Cocktails genießen.

Bad Gleichenberg Bad Gleichenberg gilt seit 175 Jahren als Synonym für den Begriff „Gesundheit“. Hier findet man die allerbesten Voraussetzungen zum Erholen und Energietanken.

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Urlaub in der Steiermark Tourismusverband Leoben 03842 / 48148 kultur-@leoben.at www.leoben.at Bad Gleichenberg Tourismus 03159 / 2203 info@bad-gleichenberg.at www.bad-gleichenberg.at Graz Tourismus Information 0316 / 8075-0 info@graztourismus.at www.graztourismus.at www.genusshauptstadt.at Joglland – Waldheimat 03336 / 20255 info@joglland-waldheimat.at www.joglland-waldheimat.at Tourismusverband Pöllauer Tal 03335 / 4210 info@naturpark-poellauertal.at www.naturpark-poellauertal.at www.styriansummerart.at Tourismusverband Ramsau am Dachstein 03687 / 81833 info@ramsau.com www.ramsau.com Tourismusregion Hochsteiermark 03855 / 45570 tourismus@hochsteiermark.at www.hochsteiermark.at Tourismusverband Hartberg 03332 / 66505-0 tourismusverband@htb.at www.hartberg.at Tourismusverband Weiz 03172 / 2319-660 tourismus@weiz.com www.weiz.at H2O Hotel Therme in Sebersdorf bei Waltersdorf 03333 / 22144 reservierung@hoteltherme.at www.hoteltherme.at Die Südsteirische Weinstraße TV Gamlitz 03453 / 3922 TV Leutschach 03454 / 707010 info@suedsteirischeweinstrasse.at www.suedsteirischeweinstrasse.at

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Auf die Plätze – fertig – A

lles ohne An- und Abreisestress. Erholung von der ersten Stunde an. Wenn man von Staumeldungen hört, kann man ganz beruhigt sein, denn die Steiermark ist davon nicht betroffen. Daher kommt man schnell und ordentlich vom Süden in den Norden oder umgekehrt. Wer es aber noch einfacher will, der nutzt die öffentlichen Verkehrsmittel. Abgesehen von alledem, stärkt das Geld, das hier ausgegeben wird, die Wirtschaft unseres Landes.

Man kann viel unternehmen Mit Kind und Kegel nach St. Jakob im Walde zum Kräftereich, wo beim neuen „Kraftcheck“ Junge und Junggebliebene auf ihre Rechnung kommen. Und wer schon in der Gegend ist, kann sicher nicht umhin, das Joglland besser kennen zu lernen. Die Region präsentiert sich fa-

milienfreundlich, mit herrlich saftiger Berglandschaft und kulinarischen Genüssen. Die kostenlose Wander-Rad-Mountainbike-Karte macht es leicht, sich in der Gegend zurechtzufinden. Mit ähnlich schöner Landschaft befindet sich einige Kilometer weiter der Naturpark Pöllauertal, der heuer nicht nur mit den Köstlichkeiten der Hirschbirne lockt, sondern auch ein kreatives und künstlerisches Zentrum sein wird. Denn vom 4. bis 26. Juli hat man die Möglichkeit, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen und gemeinsam mit 150 KüntlerInnen und TeilnehmerInnen in Atelierklassen, Workshops und Symposien in einem inspirierenden Umfeld zu arbeiten. So lernt man z.B. Handtaschen aus Müll zu basteln, Eisen zum Glühen zu bringen und danach zu formen und vieles mehr.

Für jeden etwas dabei Nicht weit vom Pöllauertal entfernt liegt Weiz, das mit seinem neuen Wanderwegenetz alle anspricht, die sich sportlich betätigen möchten. Es sind 18 teils neu angelegte Wanderrouten rund um Weiz, wo man entscheiden kann, ob man es lieber flacher mag für einen ausgedehnten Spaziergang oder doch ein wenig steiler, für die Sportlicheren. Für all jene, die es ein wenig anspruchsvoller mögen, bietet das neue Stadtmuseum in Hartberg einen Blick in die Geschichte der Stadt. Das Oldtimer Museum Kröpfl hält die Tore für alle Autoliebhaber offen. Und um all das, was man gesehen hat, noch einmal von hoch oben zu begutachten, geht’s einfach hinauf auf die Ringwarte und man genießt den Rundblick über das oststeirische Hügelland. KLIPP Mai 2009


Foto: photo-austria.at

Freilichtbühnen an der Weinstraße Apropos Kulinarik – diesbezüglich braucht man sich auch im Süden unseres Landes keine Sorgen zu machen. Vor allem dem Wein wird in den 12 Gemeinden an der Südsteirischen Weinstraße besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Für die Besucher verwandeln sich im Sommer die Weinlauben zu fantastischen Freilichtbühnen, wo Konzerte und Sommerfeste mit einem reichhaltigen Kulinarium für Abwechslung sorgen.

Gleich mehrere Jubiläen

los Da kommt keine Langeweile auf Nach viel Natur und Sport ist es nun an der Zeit, sich ein wenig zu erfrischen. Die H2O Hotel Therme bei Bad Waltersdorf lädt zum Erlebnis Sommer 2009. Jeden Tag ein neues Abenteuer und die breiteste Doppelreifenrutsche Österreichs lassen nicht nur Kinderherzen höher schlagen.

Erholung für Ruhebedürftige Die Steiermark ist aber nicht nur ein Land, in dem es immer nur rundgeht. Oh, nein. Denn in Bad Gleichenberg findet man Ruhe und Erholung. Neben dem klassischen Gesundheitsangebot im Kurhaus laden das neue Heilbad und der große Kurpark zum Entspannen ein. Genussvolles Wandern über sanfte Vulkanhügel und gemütliche Buschenschänken lassen die Hektik des Alltags vergessen. KLIPP Mai 2009

Doch auch die Kultur darf natürlich nicht zu kurz kommen, denn die Steiermark hat hier viel zu bieten. Besonders in der Hochsteiermark hat man sich heuer zum 150. Gedenktag ganz dem Erzherzog Johann verschrieben. Ihm zu Ehren gibt es zahlreiche Veranstaltungen wie zum Beispiel „Erz im Feuer“ in Leoben, welches sicher zu den größten Erzherzog-Johann-Events zählen wird. Doch nicht nur Erzherzog Johann feiert heuer ein Jubiläum. Auch der Gründer der Montanuniversität Leoben Peter Ritter von Tunner wäre heuer 200 Jahre alt geworden. Außerdem ist die Stadt Leoben in diesem Jahr im Goldfieber. Die kulturhistorische Ausstellung „Das Gold der Steppe“ mit 200 Objekten, die meisten aus purem Gold, ist noch bis 26. Oktober 2009 in der Kunsthalle zu sehen. Weiters feiert der beliebte Bründlweg heuer sein 10-jähriges Jubiläum und vor 50 Jahren wurde die Semmeringbahn elektrifiziert. Sport und Spaß für die ganze Familie ist garantiert bei der ersten „Tour de Mürz“, die vom 11. bis 12. Juni über die Bühne geht. Bei dieser Veranstaltung für ein breitgestreutes Publikum wird der R5 Mürzradweg seine Wiedergeburt erleben.

Foto: www.ikarus.cc

Genusshauptstadt Aber wer kennt eigentlich die vielen Seiten unserer Landeshauptstadt? Als Kulturhauptstadt ist Graz mittlerweile vielen ein Begriff, doch was sich hinter „Genusshauptstadt“ verbirgt, gilt es für die meisten erst zu erkunden. Es steht für die Kombination aus wunderbarem südlichen Flair und

dem kulinarischen Angebot. Erlebbar wird dies bei den Kulinarischen Rundgängen oder ganz ausführlich bei einem Genusswochenende in Graz. Mit dieser Vielfalt, bei der so gut wie kein Wunsch offenbleibt, ist die Steiermark ein besonderes Erlebnis für Jung und Alt. Eben Erholung zu Hause. ❖

Otto Wanz hat sich schon am KRAFTCHECK versucht.

Und wieder wird gefeiert Wer hoch hinaus will, der besucht Ramsau am Dachstein. Dort feiert man 100 Jahre Steinerweg. Vom 5.–7. Juni findet zum 22sten Mal das Frühlingsfest der Pferde statt und die Festlichkeiten ziehen sich über den Sommer hin, mit der Gratbeleuchtung von Steinerweg, Dachstein, Mitterspitz und Torstein am 29. August als Höhepunkt, bis sie am 22. September mit dem Jubiläumsabend unter dem Titel „Freud und Leid in der Dachsteinsüdwand“ ihren Abschluss erfahren.

… wo die Kraft zu Hause ist Seit 11. April hat das Kräftereich St. Jakob im Walde wieder täglich für seine Gäste geöffnet. Im neuen „Kraftcheck“ kommen vor allem Junge und Junggebliebene auf Ihre Rechnung! Neben den zahlreichen Themenräumen, die sich in spannender und unterhaltsamer Form mit „Kräften“ befassen, liegt der Schwerpunkt dieser Saison auf den Leistungsgrenzen des Menschen. Der „Kraftcheck“ besteht aus vielen Stationen zum Mitmachen – Koordination, Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Beweglichkeit. An Samstagen, Sonn- und Feiertagen finden Führungen im Kräftereich um 14:00 Uhr statt, zusätzliche Führungen werden bei Voranmeldung jederzeit durchgeführt. Nähere Informationen unter www.kraeftereich.at oder der Tel.-Nr. 03336/20257.

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LEUTE & LEBEN

Hotelchefin Ulli Retters Einstellung zum Geschäft am Pöllauberg:

Wenn ich’s nicht spüre, dann geht’s nicht Und das Ergebnis dieses Bauchgefühls verspüre ich sofort als Gast – wenn man von der Naturpark-Sauna durch den Obstgarten zwecks Abkühlung barfuß zum Naturschwimmteich läuft, von der Badewanne aus die liebliche oststeirische Hügellandschaft inhaliert, in der KaminEcke herumkuschelt, im alten Weinkeller oder im Obsthof untertaucht. So viel Erlebnis hat klarerweise auch seinen Preis.

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ir Menschen brauchen einfach die Erdung, die Natur ist uns daher ganz wichtig“, haben die Retters sozusagen aus der Not eine Tugend gemacht. Als die Wiener Hausgäste ausblieben, weil für sie Flugreisen nach Spanien, in die Türkei oder sonst wohin plötzlich völlig in waren, hatte Retter junior im Jahr 1984 gerade die Gasthaus-Pension von seinen Eltern übernommen, die am Pöllauberg in der Oststeiermark liegt – in schöner Natur, aber ohne See und Thermalwasser. „Wir haben nur zwei Möglichkeiten gehabt: zuzusperren oder mit neuen Ideen

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weiterzumachen.“ Und das tun sie seit 1986 konsequent. Auch wegen seines nach Feng-Shui-Prinzipien gestalteten 1.200 Quadratmeter großen Seminarraum-Angebotes, ausgestattet mit modernster Tagungstechnik, steht das Retter am Siegerpodest der besten Seminarhotels Österreichs. Mit dem jüngsten Umbau ist es doppelt so groß geworden und verfügt nun über 98 Zimmer, davon 27 Garten- und TurmSuiten mit extralangen Betten, Kräuterkissen und NetzstromFreischaltung. Ein mutiger Versuch – das Verschmelzen des Bades mit dem übrigen Zimmer. Gut, wenn Intimbereiche offen sind, doch sie sollten unbedingt trennbar sein. Schon allein wegen der Raumtemperatur im Bad- und Schlafbereich extrem voneinander unterscheiden. Aber zurück zu den Seminaren, sie sind nicht das Meine, sage ich mir. Aber auch der Gast, der das Retter nur privat genießen will, dem kommt der Umbau noch mehr entgegen, weil der neue riesige WellnessBereich ein wirklicher Entspannungstempel ist.

Genuss hat viele Gesichter Täglich walkt Ulli Retter mit ihren Gästen auf ihren Wegerln rund um den Pöllauberg. „Wir sollten überall die Natur ein bisserl spüren. Das ist

„Wir Menschen brauchen einfach die Erdung.“

unsere Philosophie.“ Daran werde ich als Gast sogar im Badezimmer erinnert. Zwei Jahre haben die Retters mit Freunden, Kindern verschiedenste Pflanzen gesammelt,

die in der Gegend wachsen, und diese getrocknet. Hinter einem Glas-Paneel beim Zähneputzen hat man immer die Schafgarbe oder die Rosen von Lilli im Auge – ein nettes Detail. Mitten in den Obstgarten hineingesetzt ist das auch das neue Freischwimmbecken, das man durch eine Schleuse von einem großen Whirlpool aus erreicht. Selbst im Winter sorgen 32 Grad dafür, dass man in der Natur schwimmen kann. Geheizt wird – „,Ökologisch‘ ist bei uns kein Schlagwort“ – über eine Hackschnitzelanlage mit Biomasse. Sogar das Regenwasser wird gesammelt und findet als Toilettenspülung wieder Verwendung. „Es ist unser Auge, hat auch seine Form“, zeigt Ulli Retter von der Terrasse aus auf das „Bewusst Sein für‘S ich“, den neu gebauten Wellnessbereich – mit viel Holz, mehreren Saunen mit Fernblick und Ausgang in die Natur, Ruheräumen zur Inspiration, der Stille und vor allem auch Lehmwänden, die zum Berühren, zum Drüberstreicheln verführen. „Ich mag das einfach. Wir haben das mit dem Lehm auch bei uns in der Wohnung und daher denke ich, dass es auch hier ganz gut passt“, so Ulli Retter.

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„Wenn ich den Gast einmal hier gehabt habe, dann kommt er fast sicher wieder“, zeigt sich Ulli Retter optimistisch und wissend, dass die Gäste von den vielfältigen Dienstleistungen des Familienhotels eingenommen sind. „Unser Team ist einfach wirklich gut.“

Eisig das ganze Jahr Die Details sind es, die den Charakter eines Hauses prägen, und da bietet das Retter viel. Neben dem bereits Geschilderten tut dies im Wellnessbereich auch ein Eisbrunnen. Ein tolles Gefühl, wenn man aus der Sauna herauskommt und sich mit kleinsten Eisstücken abreiben kann. Eine eigene OutdoorSchleuse wiederum sorgt dafür, dass Wanderer, die aus dem Regen zurückkommen oder durch tiefen Lehm oder Gatsch gegangen sind, ihr Schuhwerk reinigen können und dann erst das Hotel betreten. Wer mit Hund aus dem Regen kommt – auch dieser kann durch eine eigene Hundebrause wieder stubenrein gemacht werden. Für Bikerkleidung gibt es einen eigenen Trockenraum und Rollstuhlfahrer kommen barrierefrei durchs Haus. Als Gast kann ich an meinem Abreisetag noch alles genießen und muss mein Zimmer nicht, wie anderswo meist üblich, fluchtartig räumen. Für Gäste, „Frischluft-Fans“ oder Möchtegern-Millionäre, die nicht allzu weit weg wohnen und zu Hause einmal ordentlich aufzeigen wollen, gibt’s für eine Tagesausfahrt auch zwei scharfe Cabrios zum Ausborgen – einen Porsche Boxter oder einen Maserati Spider. Und wer vor dem Einsteigen ins Auto noch schnell wohin muss, der erlebt auch dort seine Überraschung und kann durch stimmige Sprüche weiser werden. Als Gast habe ich die Wahl zwischen dem stillen Örtchen des Augenblicks (die Kräfte des Lebens entfalten sich nur am Überwinden von Widerständen), der Glückseligkeit oder der Erleichterung: Was hinter dir liegt und was vor dir liegt, ist nebensächlich, verglichen mit ❖ dem, was in dir liegt.

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Jahrzehntelang lebst du in einer Stadt, glaubst so ziemlich alle guten Gasthäuser zu kennen, wo Preis und Leistung passen, fährst auch öfters an dem Wirtshaus vorbei, weil die Gegend aber durch Zuwanderer belebt ist, vermutest du dort nicht mehr ein typisches Wirtshaus altösterreichischer Prägung. Eine völlige Fehleinschätzung, wie ich kürzlich feststellte, als ich mit Freunden etwas gegen meinen Hunger tun wollte. Um mich am nächsten Tag von Kollegen darüber aufklären zu lassen, dass der Ungerhof in der Ungergasse in Graz – jetzt ist es endlich heraußen – ohnehin bekannt sei. Schon allein durch den Wirt Kurt Haid, alias Mr. Voice, dem das Lokal gehört.

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ei meinem Erstbesuch – es war ein mittlerer Abend – waren die Gasträume nicht gerade gut besucht. Nicht überraschend für mich, weit überraschter war ich, als ich mir die Speisekarte ansah, die auch als Gedeck-Unterlage diente. Denn da gab es Preise, die Suppen um 1,90 Euro, Lammbraten, Schweinsmedaillon, Schlutzkrapfen, Kalbsgeschnetzeltes, ein halbes Backhendl, Wienerschnitzel mit Beilage und Salat, Spaghetti, alles kostet zwischen 3,50 Euro und höchstens 6,– Euro. Gut, Preise allein sagen nichts. „Du wirst sehen, die Portionen sind beachtlich“, warnt mich mein Freund Franz. Na gut, denke ich, viel muss nicht gut und geschmackvoll heißen. Doch das Blaukraut, die Schinkenfleckerl, der Schweinsbraten, das Pangasius-Filet mit Petersilkartoffeln waren so überzeugend für unsere Runde, dass man ruhig sagen kann: Da gibt’s noch Hausmannskost der alten österreichischen Küche. Fast unglaublich sind die Preise, wo du ja für Frankfurter mit Senf an einem Standl ohne Service usw. bald

zwischen 4 und 5 Euro hinlegen musst. Für den kleinen Hunger gibt’s im Ungerhof auch kleinere Portionen mit noch günstigeren Preisen. Und so nebenbei sind alle Speisen auch zum Mitnehmen, ohne dass es dafür einen Zuschlag gibt. Klar, dass ich mir vornahm, bald wieder hinzugehen, denn einmal ist keinmal. Als ich dann zu Mittag auf ein volles Lokal traf, wo ein halbes Dutzend Kellnerinnen im Eiltempo mit Speisen und Getränken durchs Lokal kurvten, etliche an der Theke auf ihre Bestellung zum Mitnehmen

gesetzt. Wenn mir beim Essen von einem Backhendl unterm Strich ein Euro bleibt, dann passt das schon. Es macht eben die große Zahl der Essen aus. Und diese vielen Essen bewirken auch, dass ich entsprechend gut einkaufen kann. Wenn ich die Menge nicht mehr schaffe, dann passt auch der Preis nicht mehr. Zum Glück mussten wir auch in diesem Jahr mit den Preisen nicht hinauf, weil beispielsweise die Preise im Einkauf für Milch, Käse und auch Fleisch zum Teil nicht gestiegen sind. Zum Teil sind die Waren jetzt sogar günstiger.

Der Ungerhof in Graz – ein wirklich preiswertes Lokal.

warteten, war mir klar: Das ist eine Botschaft, die auch für Klipp-Leser interessant sein sollte. Oder quasi überflüssig ist, weil Sie selbst schon dort waren und der Ungerhof ohnehin ein Stammlokal oder Geheimtipp für Sie ist. Dann sind Sie wenigstens sicher und können zufrieden sein, dass Sie eine gute Wahl getroffen haben. Was ich beinahe vergessen hätte: Keine Angst, Ruhetag gibt’s keinen und die warme Küche gibt’s durchgehend. „Als ich vor zwölf Jahren angefangen habe, da ist es gelaufen“, so Kurt Haid. „Doch dann sperrten die 3 Kugeln auf – am Griesplatz und beim Bahnhof. Plötzlich blieben die Gäste aus, das Geschäft flaute stark ab. Da habe ich mir das dann angeschaut und mich gefragt: ,Wie macht der das?‘ Ich hab’ gesehen, dass es praktisch ohne wirkliche Küche gemacht wird, natürlich gut durchorganisiert, aber das war nicht meines. Ich hab’ daraufhin meine Preise umgestellt, meine Kalkulation und alles und eben auf eine größere Zahl von Essen

Mein zweites Standbein ist der Nachtexpress. Da geht’s eben um harte Rockmusik von 21:00 Uhr bis 5:00 Uhr, ist immer gut besucht. Da gibt es nicht einmal einen Kaffee, auch nichts zum Essen. Da kann man so richtig die Sau rauslassen und dann geht man eben wieder. Früher, da habe ich auch selbst im Jahr etwa 120 Auftritte gehabt, das habe ich zurückgeschraubt, weil die Familie wichtig ist. Die Kinder sind 10 und 12, bald kommt die Zeit, da machen sie dann das meiste ohne mich. Solange sie mit mir was machen wollen – diese Zeit will ich nützen. Mein Konzept, das hier geht, würde auf der ganzen Welt gehen. Man muss klarerweise dahinter sein, damit es läuft, besonders auch in der Küche. Wir machen alles frisch. Ich koche hin und wieder, wenn es etwas Neues oder etwas zu zeigen gibt. In vielen Gemeinden wollte man schon, dass ich ein Lokal aufmache, aber es ist halt viel Arbeit, von allein läuft da nichts, du musst immer dahinter sein“, erzählt uns Mr. Voice.

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LEUTE &

Dorschfilet mit Salat um 3,50 €

LEBEN

Der unauffällige Ungerhof in Graz hat auffällige Preise


GOLFTRAINING

Einzigartiger Rekordversuch in 40 Tagen für das Kinderkrebshilfe-Projekt „Die Sonneninsel“

Ein Nachfahre schottischer Schafhirten will’s möglich machen Von Head Pro Ali Rosker im Golfclub Erzherzog Johann, Maria Lankowitz Internet: www.golfschule-ali.at E-Mail: office@golfschule-ali.at

Richtige Gewichtsverlagerung Schauen wir uns einmal an, worauf es ankommt, damit Ihr Schwung konstanter wird.

Beim korrekten Aufdrehen des Körpers – wie eine Feder – wird das Gewicht eindeutig auf die rechte Seite verlagert.

Von „reverse pivot“ spricht man, wenn man das Gewicht beim Rückschwung auf die linke Seite verlagert.

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er erste schottische Masochist erfand das Baumstammwerfen. Dadurch bekam man erstklassige Leistenbrüche. Der zweite schottische Masochist erfand den Kilt. Damit konnte man einander bei den täglichen Fünf-Uhr-Stammesfehden ohne textile Behinderung in die Leistenbrüche treten. Der dritte schottische Masochist erfand den kreischenden Beutel aus Ziegenleder, das einzige Instrument, das noch schriller klang als die Schmerzensschreie der in die Leistenbrüche Getretenen. Der vierte schottische Masochist aber erfand Golf. Damit konnte man sich bequem die eigenen Zehennägel abschlagen, um von den Schmerzen in den Leistenbrüchen abzulenken, und auch sonst reichlich Depressionen sammeln. Der geneigte Leser möge den historischen Exkurs verzeihen, der jedoch das Verständnis für die derzeitigen Vorgänge in der Steiermark ebnet: Mit der üblichen knapp 15jährigen Verspätung gegenüber weltweiten Trends sind wir nunmehr – umso rasanter – auf dem Weg zum Golfland, mehr als 100.000 spielen mittlerweile in der Alpenrepublik. Hoch vom Dachstein an bis ans Bett der Raab folgt man eifrig dem Beispiel früher schottischer Hirten, die angeblich mit gebogenen Stöcken getrockneten Schafkot und Steine durch die Gegend schleuderten. Was damals gratis war, braucht heute allerdings ein Schlägerset, das man schon für einige hundert Euro bekommt und dem nach oben kaum Grenzen gesetzt sind. So sieht KLIPP-Kolumnist Iwan T. Cash die Golf-Welt. Ein Nachfahre der Schafhirten, der gebürtige Schotte John Gardiner, will – unterstützt von Intersport Eybl und dem Österreichischen Golfverband – es in irgendeiner Weise seinen Landsleuten gleichtun und bereitet sich auf einen Rekordversuch vor. Er möchte in 40 Spieltagen sämtliche 139 Golfplätze in Österreich bewältigen. Und das ohne Hilfsmittel, was so viel heißt, dass die Nutzung eines Caddys, eines ETrolleys oder Clubcars durch die

Regeln ausgeschlossen ist. Um diesen Rekordversuch erfolgreich zu beenden, muss Gardiner täglich dreieinhalb Plätze bespielen und dabei legt er rund 21 Kilometer zurück. Der Golf-Pro muss immer die maximale Anzahl an Schlägern (insgesamt 14) bei sich haben. Gestartet wurde am 27. Mai 2009 in Graz beim Golfclub Puntigam; das Ende folgt am 5. Juli in Murstätten. John Gardiner sammelt während dieses Rekordversuchs für die

Österreichische Kinderkrebshilfe, dabei werden ihn auch etliche prominente Sportler unterstützen. Entsprechende Spendenboxen stehen auf jedem österreichischen Golfplatz. Beim Kinderkrebshilfe-Projekt handelt es sich um ein geplantes Nachsorgezentrum am Wallersee in Salzburg, das 3,5 Millionen Euro kostet, die durch Spendengelder aufgebracht werden sollen. „Wir wollen dort Kinder wieder fit fürs Leben machen“, so Steiermark-Kinderkrebshilfe-Präsident Dr. Moser. KLIPP-Golf-Experte Ali Rosker hat natürlich für einen guten Zweck diesmal den Großteil „seiner Seite“ ❖ bereitgestellt.

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Copacabana Badesee

Ab an die Copacabana in Kalsdorf. Urlaubsflair für alle Sinne. Einst ein Schotterteich, heute ein Wasser-Eldorado für Genießer.

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ie Copacabana begrüßt Sie heuer in einem ganz neuen Look. Ein gelungenes Gesamtkonzept macht die Copacabana zum exklusiven Badesee, der seinesgleichen sucht. Über die herrlich angelegte Anlage wacht die Christusstatue mit neuer Aussichtsplattform und Panoramablick über das Badeparadies.

500 zusätzliche Strandliegen stehen den Badegästen zur freien Benutzung auf den gepflegten Liegewiesen zur Verfügung. Die fertiggestellte, private Appartementanlage „style of living“ schmiegt sich in die exklusive Gesamtkomposition. Neue Schwimmstege, eine Badeinsel, exotischer Bambus, ein Palmenstrand, großzügig gestaltete Liegewiesen und kristallklares Wasser locken an die Copacabana. Das Eiscafé „Rio“, die Restaurants „Malibu“, „Der Grieche“ und „Beach Club“ sorgen für kulinarische Erlebnisse mit Köstlichkeiten aller Art. Gleich geblieben sind nur die Eintrittspreise.

Der Sommer kann kommen. Urlaubsfeeling pur ist garantiert!

www.copacabana.at KLIPP Mai 2009

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• Urlaubs-Tipps • Urlaubs-Tipps • Urlaubs-Tipps • Urlaubs-Tipps • Urlaubs-Tipps • Urlaubs-Tipps • Ur Urlaub für Jung und Alt

Kitzbühels „Hole-in-one“

Wein & Genuss in historischen Mauern

Grenzenloses Golfvergnügen

Was gibt es Schöneres für Kinder, als mit den Großeltern ein paar Tage gemeinsam zu verbringen? Die Kleinsten sind im Kinderhotel Alpina in St. Johann im Pongau die Größten: Spiel & Spaß im Kid’s Wonderland, spannende Kinderolympiaden, Märchenstunden und ausgiebige Freizeitaktivitäten lassen Kinderaugen leuchten. Das spezielle Angebot für einen Großeltern-Enkerl-Urlaub ist auch für die „Großen“ eine wahre Wonne. Die Alpendorf-AkBild: Foto Oczlon tiv-Mitarbeiter organisieren den Urlaub ihrer Gäste mit jeder Menge Spaß und Action. Der größte Spielplatz im Salzburger Land direkt vor dem Hotel bietet eine ganze Menge: Von der Riesenrutsche zur Riesensprungmatte, vom Kletterturm bis zur „ArtRock-Kletterwand“, vom Streichelzoo bis zu einer Fahrt mit den Discobooten oder einer „Geisterfahrt“ mit dem Kinderzug „Schnauferl“ – für die kleinen Gäste ein absolutes Paradies. Infos: 06412/8282, www.sporthotel-alpina.com

„Die Füße stehen im perfekten Winkel, meine Hände umfassen den Driver, die Gedanken sind fokussiert, ich hole aus und sollte eigentlich den perfekten Schlag machen. Aber … das war wohl nix!“ Nicht ärgern, sondern Urlaub buchen lautet die Devise. Der Bestsellerautor, Sportwissenschaftler und freie Referent Thomas Zacharias lehrt vom 18. bis 25. Juli 2009 im Hotel Astoria Kitzbühel die einfache Technik des „richtigen

Schlagens.“ Der Golfworkshop enthält interessante Theorie und effektive Praxis auf den Fairways des Golfclubs Schwarzsee. „Freuen Sie sich auf eine Woche voller Highlights,“ verspricht Hoteldirektorin Brigitte Berger. Infos: 05356/62136 www.astoria-kitzbuehel.at

Eppan ist Südtirols größte Weinbau- und Burgengemeinde. Durch das besonders milde Klima mit 2.000 Sonnenstunden im Jahr hat der Weinbau hier eine jahrtausendealte Tradition. Die weite und hügelige Weinlandschaft mit ca. 1.100 Hektar Rebfläche zeichnet sich durch ihre lieblichen Weindörfer mit malerischen 180 Schlössern und Ansitzen aus. Das südliche Flair, die gehobene Gastlichkeit, international bekannte Weine von über 25 Wein-, Sektkellereien und Grappaerzeugern und traditionelle Weinfeste tragen dazu bei, dass Eppan nach wie vor zu den besten Urlaubsadressen Südtirols zählt. Ein ganzjähriges „Weinerlebnis“ verspricht der neue Wein- und Naturlehrpfad in GirlanEppan, welcher über die verschiedenen Rebsorten, die Anbaumethoden und die Rebe als Kulturpflanze informiert. Infos: 0471-662206 www.eppan.com

Die Golfsaison ist eröffnet und zahlreiche Liebhaber des Golfsports packen ihre Golfbags und strömen auf die Golfplätze, um bei strahlendem Sonnenschein ihr Handicap zu verbessern. Bewegung an frischer Luft, die Spannung jedes Spiels und das gesellige Beisammensein sind nur einige der Punkte, warum dieser Sport eine solche Faszination ausstrahlt. Schön gepflegte Grünflächen, kleine Teiche und Sandbunker – inmitten der saftigFoto: Golfpark Management GmbH grünen Hügel, der wildromantischen Schluchten und Pflanzenschutzgebiete des Bregenzerwaldes wird Golfen zum wahren Vergnügen. Das Hotel Schiff in Hittisau ist Gründerhotel des Golfclubs Bregenzerwald (10 min entfernt) und liegt auch in der Nähe der beiden Golfplätze Oberstaufen und Steibis. Somit ist das Haus der perfekte Ort für einen unvergesslichen Golfurlaub. Infos: 05513 / 6220-11 www.schiff-hittisau.com

Naturerlebnis Nationalpark

Im Bikini aufs Bike

Vom Show-Aufguss zum Heiratsantrag

Südtirols beliebteste Laufveranstaltung

Die Vielfalt von 266 Dreitausendern, 551 Bergseen, 342 Gletschern sowie die reiche Fauna und Flora ziehen Familien und Naturliebhaber in ihren Bann: Der Nationalpark Hohe Tauern ist das größte Schutzgebiet der Alpen. Unter dem imposanten Gipfel des Großglockners (3.798 m) breitet sich auf 1.800 km2 eine der eindrucksvollsten Hochgebirgslandschaften der Erde aus. Die Pasterze als längster Gletscher der Ostalpen, idyllische Bergseen, tosende Wasserfälle, aber auch eine Kulturlandschaft, in der die Menschen seit Jahrhunderten im Einklang mit und von der Natur leben, sorgen für fantastische Naturerlebnisse. Bei Wildtiersafaris geht es gemeinsam mit einem Nationalpark-Wildhüter auf die Pirsch. Beim Pferdetrekking geht es wie in alten Säumerzeiten in die faszinierende Bergwelt des Nationalparks Hohe Tauern – inklusive Almhüttenübernachtung, FriggaEssen und Abenteuerromantik! Infos: www.nationalparkferien.at

Das Living Hotel Max inmitten der Urlaubsdestination Zell am See bietet maximale Leistung für wenig Budget. Das außergewöhnliche Hotel-Konzept steht für den neuen Lebensstil der Lifestyle-Generation. Nach „heißen“ Mountainbike- oder Rennradtouren folgt die Abkühlung im glasklaren Zeller See. Beim Einatmen die Alpenluft genießen, ausatmen, Energie sammeln und den Blick nach oben zur Sonne wenden. Der Sonnengruß auf 2.000 Meter Höhe mit atemberaubender Aussicht dient zur mentalen Vorbereitung für einen perfekten Aktivtag. Das wöchentliche „Wake up“ auf dem Berggipfel ist eines der vielen Highlights einer Urlaubswoche im Living Hotel Max. „Maximale Leistung für weniger Geld“, lautet die Philosophie des außergewöhnlichsten Hotels in den Alpen. Das Hotel birgt eine Mischung aus coolem Design und lockerer Wohnatmosphäre zu leistbaren Preisen. Der neue Wellness- & und Spabereich des Hotels wurde als „HealthStyle-Tempel“ konzipiert und bietet neben der absoluten Entspannung exklusive Angebote im Gesundheits- und Fitnessbereich. Infos: 06542-72303, www.livingmax.at

Das Gsiesertal ist noch ein Geheimtipp und gilt als Extrastüberl Südtirols. Das neu umgebaute 4-Sterne-Superior-Hotel Quelle liegt auf über 1300 Höhenmeter. „Besonders stolz sind wir auf unseren neuen Spa-Bereich,“ so Erich Steinmair. In zahlreichen Saunen, Dampfstuben, Kneippanlagen, Whirlpools und Relaxzonen wird geschwitzt und entspannt. Heiß her geht es bei den stündlichen Aufgüssen von Diego. Dem Saunawart gelingt es, aus einem Aufguss ein Event zu fabrizieren. Danach lockt der riesige Outdoor-Whirlpool oder das Solebecken, in dem Schwerelosigkeit getestet wird. Anschließend gönnen sich Frau & Mann eine der zahlreichen Anwendungen. In der romantischen Luxussuite mit Doppel-Whirlwanne samt Spezialeffekten, Massagelounge, OlivenölHimmelbett und eigenem Beautysalon ist das richtige Ambiente, um sich neu zu verlieben. „Angeblich gab es in dem edlen Ambiente der Suite schon den einen oder anderen Heiratsantrag“, schmunzelt die Beautyleiterin. Infos: +39 0474 948111 www.hotel-quelle.com

Der Reschenseelauf in der Ferienregion Vinschgau, im Westen Südtirols, zählt zu den größten Laufveranstaltungen sowohl im Alpenraum als auch in Oberitalien. Aus Anlass des runden Jubiläums „10 Jahre Reschenseelauf“ (Samstag, 01.08.09) wird er erstmals als Nachtlauf durchgeführt. Um 21 Uhr machen sich die Teilnehmer mit Stirnlampen auf den mit 2.000 Fackeln ausgeleuchteten Weg. Die 15,3 km lange und flache Strecke führt direkt am Seeufer des Reschensees mit dem versunkenen Kirchturm von Altgraun entlang und ist ein Erlebnis für jeden Läufer – auch weil das Rennen zum Jubiläum von einem 20-minütigen Feuerwerk begleitet wird. Der Zieleinlauf im 3.000 Menschen fassenden Megafestzelt bildet das nächste Highlight. Sobald der letzte Läufer die Ziellinie überschritten hat, gehen hier die Siegerehrung und das rauschende Reschenseelauffest über die Bühne. Infos: +39 0473/620480 www.vinschgau-suedtirol.info

Musik liegt in der Luft

Reine Frauensache

Eine Perle am Gardasee

Männer-Wellness mit Adrenalin-Kick

Auf dem Wolfgangsee kann man mit dem Salzkammergut Salonquintett auf dem Operettenschiff „Salzburg“ (22.07. + 05.08.09) eine Zeitreise in die Ära der kaiserlichen Sommerfrische antreten. Altbekanntes aus der goldenen Operettenzeit, beschwingte Walzerklänge und Highlights des Singspiels „Im Weißen Rössl“ geben direkt am Originalschauplatz den Ton an. Mario Michelin, der singende Kapitän, wird sich nicht nur als Ober Leopold in die Herzen der Gäste an Bord singen, sondern das Operettenschiff vorbei am „Weißen Rössl“ sicher zurück in den Hafen steuern. Auf dem Traunsee sorgt „Jazz on the Steamboat“ (05.07.–16.08.09) für Wellen: Auf dem historischen Dampfschiff „Gisela“ oder dem Salonschiff „Poseidon“ ist Mitswingen von Big Band Sound bis zu Mainstream erlaubt. Und dieses Motto gilt auch am Attersee, wenn J. J. King, Country Tex Robinson und Co. die „Knotenanzahl“ bei den Konzertkreuzfahrten (15.05.–21.08.09) vorgeben. Infos: 06132/ 269 09 0 www.salzkammergut.at

Nach den langen kalten Wintermonaten erwachen nicht nur die Frühlingsblumen aus ihrem Winterschlaf, es wird auch Zeit, dass Frau wieder etwas für Seele und Wohlbefinden tut. Was gäbe es da für eine bessere Gelegenheit, als mit der besten Freundin ein paar Tage dem Alltagsstress zu entfliehen? Die Gastgeberfamilie Lorünser des VierSterne-Hotels Traube Braz hat sich dafür etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Egal ob Golfen und Skifahren inmitten einzigartiger Natur, Relaxen im Alpen.Spa oder kulinarischer Hochgenuss auf Haubenniveau – das Hotel Foto: Hotel Traube Braz Traube Braz in Braz bei Bludenz vereint eine Vielfalt an Ansprüchen und überzeugt mit familiärer Gastfreundschaft und einer ungezwungenen Verbindung zwischen Tradition und modernem Lebensgefühl. Für Ladys wird ein Urlaub in der Traube Braz jetzt zum unvergesslichen Erlebnis. Infos: 05552 / 28103 www.traubebraz.at

Das typische milde Mittelmeerklima, das Murmeln des Wassers, die engen Gassen, der Hafen mit seinen bunten Häusern und die markante Scaligerburg aus dem 13. Jahrhundert verleihen Malcesine, der Perle am Gardasee, den Charme mit dem gewissen Etwas. Kaum eine Ferienregion ist so vielseitig wie der Gardasee: Sonne, Strand, See und vor allem Fans von guter Küche, Kultur, Wassersport und unberührter Natur verlieben sich auf den ersten Blick in den idyllischen Ort. Inmitten dieses Urlaubsparadieses direkt am Gardasee liegt das Hotel Val di Sogno in Val di Sogno, zu Deutsch im Traumtal. Was der Name verspricht, wird hier zur Realität: Familie Bonell kümmert sich schon seit Jahrzehnten liebevoll um ihre Gäste, verwöhnt sie mit herrlicher Küche und immer guter Stimmung. Ihr unmittelbar am See gelegenes Haus mit großzügigem beheiztem Freibad inmitten einer Gartenanlage, mit Sauna, Fitnessraum und Solarium, mit Tischtennis, Dart, Billard und eigenem Tretboot bietet viel Raum für Sport und Spaß, aber auch für Entspannung. Infos: + 39 045/7400 108, www.hotelvaldisogno.com

In wilden Gewässern, tiefen Schluchten und auf den Salzburger Bergen Abenteuer erleben, die es in sich haben. „Wir bieten unseren Gästen ein außergewöhnliches Outdoor- und Sportangebot. Für diese Abenteuer haben wir mit der Veranstaltungsfirma „absolute outdoors“ ein professionelles Team als Partner, die mit langjähriger Erfahrung, hohem Verantwortungsbewusstsein und Ausbildungsgrad absolute Sicherheit geben,“ so Karin Viehhauser, Juniorchefin des 4-Sterne-Wohlfühlhotels Tannenhof im Salzburger Land. Die Kombination aus Sport, Spaß, Abenteuer, Gruppenerlebnis und unberührter Natur macht den Reiz der angebotenen Adrenalin-Programme aus. Nach so viel Action kommt Erholung. Es wartet bereits eine reservierte Anwendung im hauseigenen Beautyschlössl auf die Gäste. Dieses bietet spezielle Treatments für Männer. Und was schenkt Mama Papa zum Vatertag? „Zeit zu zweit genießen“ ist das Motto der Partneranwendungen in der luxuriösen „Schlössl-Spa-Suite“. Sie erleben bei verschiedensten Beauty- und Wellness-Anwendungen eine höchst private, entspannte und wunderschöne Zeit zu zweit. Infos: 06412/5231-0 www.hotel-tannenhof.at

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Bücher Belletristik Alle sieben Wellen Daniel Glattauer Deuticke im Zsolnay Verlag Ruhm Rowohlt

Mängelexemplar Sarah Kuttner

Fischer S. Frankfurt

as „ewige Eis“ in der Nordpolarregion taut und hat einen Wettstreit um die dort vermuteten Ressourcen entfacht – zu groß ist der weltweite Bedarf an Öl und Gas. Doch was gibt es in der Arktis wirklich zu holen? Wie hoch ist der technische Aufwand? Und welche Instrumente der Konfliktlösung bietet die Politik? Wie Spieler in einem gigantischen Monopoly konkurrieren die Anrainer um die vielversprechenden Gebiete im hohen Norden und unterstreichen ihre Ansprüche mit symbolischen Aktionen und Drohgebärden. Christoph Seidler beschreibt anschaulich, welche Möglichkeiten sich rund um den Nordpol bieten, und analysiert, welche Gefahren der Kampf um die Ressourcen für die Welt birgt – politisch, wirtschaftlich und ökologisch.

Feuchtgebiete Charlotte Roche

Dumont Buchverlag

Die Kinderfrau Petros Markaris

Diogenes

Sachbuch Die Olive & wir Traudi Portisch, Hugo Protisch Ecowin Verlag Der verletzte Mensch Andreas Salcher

Ecowin Verlag

Siegfried Meryn, Christian Skalnik

Ecowin Verlag

Die Europafalle Hans-Peter Martin

Piper

Wer glaubt, wird selig Karl J. Wallner

Lesestoff Alle Bücher erhältlich unter:

www.webbuch.at

in Graz, Liezen, Deutschlandsberg, Hartberg, Kapfenberg, Leoben und Feldbach

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Der Aufstieg des Geldes Niall Ferguson Econ Verlag

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eltgeschichte ist Geldgeschichte. Das macht die Finanzkrise gegenwärtig auf schmerzliche Weise deutlich. Jedoch war Geld auch immer ein Motor des Fortschritts, auch wenn dieser zuweilen ins Stottern gerät. Niall Ferguson nimmt den Leser mit auf eine spannende Reise: von der einfachen Tauschwirtschaft über die Entstehung des Papiergeldes im China des 11. Jahrhunderts bis hin zu den Hedge Fonds von heute. Chance Peak Oil? Otto Wiesmann FinanzBuch Verlag

Wer gesund stirbt, hat mehr vom Leben

Lübbe

Das geheime Leben des Dalai Lamas Alexander Norman Bastei Lübbe

Christoph Seidler DVA

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Bestsellerliste

Daniel Kehlmann

Arktisches Monopoly – Der Kampf um die Rohstoffe der Polarregion

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er Ölpreis hat in den letzten Jahren immer wieder zu Diskussionen und Fragen geführt. Otto Wiesmann klärt in seinem Buch auf und verneint die Vorstellung von der Ölblase, die geplatzt ist und so zum Preisrückgang geführt hat. Aber wie können die großen Preissprünge der letzten Zeit verhindert werden? Der Autor wagt einen Ausblick auf die zukünftige Preisentwicklung und erläutert die internationalen Zusammenhänge, die den Ölpreis beeinflussen. Wird der Peak Oil, das Maximum der Ölförderung, erreicht, geht die tägliche Fördermenge unwiderruflich zurück. Bei gleichbleibender und steigender Nachfrage wird Öl damit wieder gewaltig teurer. Es sei denn, man setzt auf alternative Energiequellen, deren Bedeutung in den nächsten Jahren zweifelsohne zunehmen wird. Als kurzfristige Alternative für den steigenden Energiebedarf wird Erdgas im Buch untersucht. Otto Wiesmann erläutert ausführlich erneuerbare Ressourcen und deren jeweilige Anlagemöglichkeiten. Seine Vision für das Jahr 2030: Der Strombedarf wird vollständig durch regenerative Energien gedeckt.

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er Dalai Lama ist Tibet, und das Land auf dem Dach der Welt ist ohne seine Gottkönige nicht vorstellbar. Auch wenn der XIV. Dalai Lama im Exil leben muss, ist die Verehrung, die ihm als höchstem Repräsentanten Tibets weltweit entgegengebracht wird, ungebrochen groß. Alexander Norman ist wie kein Zweiter mit der Geschichte des Dalai Lamas vertraut, er hat Zugang zu Quellen, die außer ihm kein westlicher Journalist zu Gesicht bekommt, und ist mit dem derzeit amtierenden Dalai Lama eng befreundet. Bis ans Ende der Meere Lukas Hartmann Diogenes

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ondon 1781. Der Maler John Webber überbringt der Witwe von James Cook im Auftrag der Admiralität ein Porträt ihres Mannes. Doch die Witwe weist das Geschenk empört zurück: Sie erkenne ihren Mann darauf nicht. Webber ist schockiert, doch kann er die Frau verstehen. Schon bei der Rückkehr des Schiffes „Resolution“ verhängte die Admiralität ein absolutes Redeverbot über die näheren Umstände des tragischen Todes von Cook. Doch Webber kennt die Wahrheit ... Heartland Joey Goebel Diogenes

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chauplatz: ein Provinzstädtchen im Herzen der USA. Figuren: eine amerikanische Dynastie, deren schwarzes Schaf und andere Außenseiter. Thema: die zwei Seiten des American Dream – unbeschränkte Möglichkeiten, Macht, Freiheit und das Recht auf Glück auf der einen, ein Leben mit Monstertrucks, Wrestling, Bier und Fernsehen auf der anderen. Genre: Familienepos, Polit-Roman, Liebesgeschichte. Niemals pleite! Die Gesundheitsreform Albrecht Kloepfer, Cordula Natusch FinanzBuch Verlag

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5,5 Prozent – mit dieser Zahl lässt sich die Gesundheitsreform für die meisten Menschen zusammenfassen. Dabei ist sie weit mehr als nur ein neuer Beitragssatz. Krankenkassen bieten nicht länger alle die gleichen Leistungen an – der Versicherte kann plötzlich wählen: Selbstbehalt, Hausarzttarif oder Naturmedizin? Und der Versicherte muss sich informieren, welches Angebot das beste für ihn ist. Dieser Ratgeber zeigt Wege durch das Dickicht der zahllosen Tarife und weist auf Fallen und Möglichkeiten hin. KLIPP Mai 2009


Gerald Uhlig-Romero DVA

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ine seltene Krankheit zu haben ist ein Fluch. Es ist eine Hölle des Leidens, Wartens und Vertröstetwerdens, und oft genug wird der Kranke als Hypochonder abgestempelt. In Deutschland sind rund vier Millionen Menschen betroffen. Einer von ihnen ist Gerald Uhlig-Romero, der in diesem Buch von seiner jahrzehntelangen Odyssee zu den verschiedensten Ärzten, Quacksalbern und Wundheilern erzählt.

Menschenhandel – Sklaverei im 21. Jahrhundert E. Benjamin Skinner Lübbe

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ie innere Biographie der Bundesrepublik. Der Blick auf drei Generationen: die traumatisierte Kriegsgeneration. Die Generation der Achtundsechziger, die sich grandios selbst überschätzte. Und deren Kinder, oft ohne Chance, ein wirkliches Selbstwertgefühl zu entwickeln. Wolfgang Schmidbauer beschreibt die Seelenlage einer Nation, die Beziehung zwischen den Generationen, ihre Ängste und Visionen.

Von der Macht des Geldes Eugen Drewermann Herder

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umpelstilzchen, Der gestiefelte Kater, Die Bremer Stadtmusikanten – drei „Märchen von der Macht des Geldes“ und für Eugen Drewermann zugleich drei eindrucksvolle Darstellungen unseres kranken, menschenverachtenden ökonomischen Systems. Eine pointierte Stellungnahme gegen die Gier und die skandalöse Aussonderung derjenigen, die von unserem Wirtschaftssystem und seinen Lenkern für unproduktiv und überflüssig gehalten werden.

Schmetterling und Taucherglocke Jean-Dominique Bauby dtv

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in einzigartiges Dokument: zum ersten Mal berichtet ein Opfer des Locked-in-Syndroms, was in einem Menschen vorgeht, der äußerlich zur Statue erstarrt, doch innerlich quicklebendig geblieben ist. Bauby selbst hat die Hoffnung nie aufgegeben. Die Krankheit hat ihn zu einem Schriftsteller gemacht, der nicht nur mit bewundernswertem Humor seine Situation analysiert, sondern Phan­ tasie und das Schreiben als das beste Gegenmittel begreift. KLIPP Mai 2009

Bill Bryson Goldmann

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n Indien oder im Sudan, auf Haiti, im Nahen Osten oder mitten in Europa – Sklaverei ist ein globales Phänomen. Und es ist aktueller denn je. Obwohl offiziell abgeschafft, begegnet Benjamin Skinner überall auf der Welt einem blühenden Menschenhandel. Er infiltriert Schleusernetzwerke, trifft sich mit Kinderhändlern, beschreibt das Schicksal von einzelnen Opfern und lässt diese zu Wort kommen.

ensch oder Mythos – wer war William Shakespeare, der geistige Vater von Romeo und Julia, von Hamlet und Macbeth, wirklich? Auf dem überaus amüsanten Rundgang – der gleichzeitig ein Streifzug durch Shakespeares bewegtes Leben, seine Zeit und seine Werke ist – interviewt Bill Bryson Kuratoren und Wissenschaftler, hinterfragt und kommentiert er etablierte Forschungsmeinungen und schaut mit einem Augenzwinkern hinter die Kulissen.

Melkvieh Mittelschicht

Sicher präsentieren – Wirksamer vortragen

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Ein Land – drei Generationen Wolfgang Schmidbauer Herder

Shakespeare, wie ich ihn sehe

Clemens Wemhoff Redline Verlag

Emil Hierhold Redline Verlag

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er Blick auf die Gehaltsabrechnung zeigt es: Der „normale“ Arbeitnehmer wird mehr und mehr zum Verlierer des deutschen Steuer- und Sozialversicherungssystems. Das Buch belegt klar und nachvollziehbar, wie insbesondere die Mitte unserer ­Gesellschaft die Zeche zahlt – ob bei Rente, Sozialversicherung oder Steuern. Der Autor entlarvt die Lügen und falschen Versprechungen der Politik und erläutert die wirklichen Zusammenhänge dieser ­Misere.

Mission Amerika John C. Kornblum, Dieter Kronzucker Redline Verlag

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ine neue faszinierende Figur betritt die Weltbühne: Barack Obama. Er verkörpert eine neue Form der amerikanischen Gesellschaft. Er gibt sowohl Amerika als auch der Welt neue Hoffnung. In seiner Antrittsrede wandte sich Obama an die ganze Welt und versprach, Amerika würde wieder ein verlässlicher Partner werden. Er rief zu nichts Geringerem als der „Erneuerung Amerikas“ auf. Was genau meint Obama damit? Und wie soll die Welt auf ein völlig neues Amerika reagieren? Diesen und weiteren Fragen geht das Autorenduo nach. Dabei ist es ihnen besonders wichtig, diesen Wandel und seine Ursachen nachvollziehbar zu erklären. Sie machen deutlich, wie groß die Herausforderung ist, mit einem Land zusammenzuarbeiten, das sich mitten in der Erneuerung befindet.

Das kleine Rote Buch für erfolgreiches Verkaufen Jeffrey Gitomer Redline Wirtschaft

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arum kaufen Menschen? Jeffrey Gitomer, der Topexperte auf diesem Gebiet, verrät es Ihnen! Lernen Sie mit seinen 12,5 sensationellen Prinzipien, was leidenschaftlicher Verkauf ist – die Geheimformel für Verkäufer, die an die Spitze gelangen wollen!

räsentationen sind das Standardinstrument für professionelle Kommunikation im Business. Täglich werden Millionen von Präsentationen gehalten, doch nur wenige vermitteln präzise und auf den Punkt das zentrale Anliegen des Präsentierten. In diesem Buch finden Sie praktische Anleitungen und Werkzeuge für die optimale Aufbereitung von Informationen, das Erstellen einer geeigneten Struktur bis hin zur Visualisierung und zu den aktuellsten Richtlinien für Präsentationsdesign. Srebrenica – Der Kronzeuge Germinal Civikov Promedia

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ivikov wagt sich mit diesem Buch an das vielleicht heißeste Thema der europäischen Nachkriegsgeschichte. Die Untersuchung der Massenmorde von Srebrenica, akribisch recherchiert, liest sich wie ein Kriminalroman. Schritt für Schritt arbeitet er heraus, wie es dem Tribunal bislang gelungen ist, das mutmaßlich grausamste Verbrechen in Europa nach 1945 von einem einzigen Kronzeugen definieren zu lassen.

Ich überlebte für meinen Sohn Clara Rojas Blanvalet

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ie Reise sollte eigentlich nur zwei Tage dauern. Doch am 23. Februar 2002 beginnt für Clara Rojas, Weggefährtin und Wahlkampfhelferin von Ingrid Betancourt, ein Martyrium, das sechs lange Jahre andauern wird. Sie wird von Guerilleros gefangen genommen und in den Dschungel verschleppt. Nach 2147 Tagen in der Gewalt der FARC („Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens“) wird sie freigelassen. In der Gefangenschaft hatte sie unter menschenunwürdigen Bedingungen ein Kind zur Welt gebracht. 51

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Und trotzdem lebe ich


Klipp Steiermarkmagazin  

Ausgabe Mai 2009

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