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01-TITEL korr.

15.12.2009

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16 t ite m n: ld t Se am se Ge g rd ch in rin Ve Wa ren ts b h m a zu Sp t nic m ru haf Wa rtsc wi

Ein unbeschriebenes Blatt Niemand weiĂ&#x;, was es bringt


Spots 4 Bier zum Weihnachtsglück Ein Leben im Vinzidorf abseits von Regeln und Normen 6 Headspin als Höhepunkt Besuch einer Performance der Breakdance-Gruppe SMA Crew 9 Sie war Miss World Ulla Weigerstorfer aus Bad Aussee heute: Agenturchefin, Pferdesportlerin und vor allem leidenschaftliche Mutter

Coverstory 16 Warum Sparen nichts bringt Finanzkrise: Unsere Geldirtschaft ist zum Wachsen verdammt

Seite 12 – Die Risiko-WM

Politik

Seite 16 - Warum Sparen nichts bringt

I n h a l t

15 Klipp versucht einen Blick in die Zukunft Ein Interview mit Franz Voves im Jahr 2011

Wirtschaft 12 Die Risiko-WM Wie sieht ein in Südafrika lebender Steirer die kommende Fußball-WM in seiner zweiten Heimat? 26 Er kämpft gegen Giganten Junger Fleischermeister mit Liebe zum Detail

Auto & Motor

Seite 8 - Sie war Miss World

28 Robuster Allrad Dacia präsentiert mit dem Duster sechstes Modell der Marke 28 Elektroroller kommt

Gesundheit 30 Nachhaltige Erfolgsstory Auch wenn steirische Thermen mit der Krise kämpfen

Leben & Leute

Seite 34 - Die Erotik ist immer dabei

Seite 6 - Headspin als Höhepunkt

34 Die Erotik ist immer dabei Für Annemarie D. Humele liegt sie im Auge des Betrachters, wie die Schönheit ist sie ein Teil des Lebens 38 Hongkong, Taiwan, Hanoi und Bangkok Was der Rock ’n’ Roll alles auslöst

Standards 5 Der KLIPPer 19 Lilly Lotterblume 36 Golftipps

Seite 26 - Er kämpft gegen Giganten

Seite 23 - Jörg Willnauer: Ein begabter Jongleur

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40 Urlaubstipps 42 Bücher & Filme KLIPP Dezember 2009


impressu m

Zu diesem Heft

Der Kaufrausch und die Ich-Schwäche Je schlechter es den Menschen psychisch geht, je ver-

wären, wir über unsere Verhältnisse leben. Weil unsere

unsicherter sie sich fühlen, desto mehr konsumieren sie,

Politiker immer vom sparen, sparen reden. Es klingt pa-

versuchen sich und andere damit zu belohnen. Das wollen

radox, ist aber ein Grundgesetz, wie zwei Mal zwei vier ist.

zumindest Psychologen so erforscht haben. Eine gesunde

Herrn Finanzstaatssekretär ins Stammbuch geschrieben:

Ich-Schwäche belebt also die Wirtschaft, hebt im gegen-

Wir leben in einer Geldwirtschaft. Da bringt Sparen in der

wärtigen Fall also die Umsätze im Weihnachtsgeschäft.

Gesamtheit nichts. Guthaben und Schulden sind immer

Jetzt, wo alles gefährdet ist, durch unsichere Pensionen,

gleich hoch und unsere Geldwirtschaft ist nur stabil, wir

steigende Steuern, höhere Mieten, mehr Sozialabgaben,

erhalten unseren Wohlstand nur, wenn sie jährlich wächst

steigende Arbeitslosigkeit und Inflation. Wir Menschen

– durch Kredite.

sind in solchen Phasen besonders anfällig fürs Manipu-

Viele von den Experten haben die Krise nicht kommen

lieren und damit auch für den Konsum und Ideologien.

sehen, sind überrascht worden. Was niemanden überra-

Weil Weihnachten ist: Jetzt erklären Politiker und Wirt-

schen kann: 2010 steht vor der Türe, ist nur ein weißes

schaftsexperten, dass 2009 der private Konsum der wich-

unbeschriebenes Blatt, und niemand weiß, was auf uns

tigste Stabilisator der österreichischen Wirtschaft war

zukommt.

und noch ist. Mehrheitlich sind’s jene „Experten“, die

Hoffentlich mehrheitlich Gutes, das wünschen wir ­Ihnen

seit Jahren vom „Gürtel-enger-schnallen-Müssen“ reden,

vom Klipp.

dass die Arbeitskosten und Löhne in Österreich zu hoch

Medieninhaber: Taymour Medien GmbH, 8020 Graz, Friedhofgasse 20, Tel. 0316/42 60 80-0, Fax-Dw 122 office@klippmagazin.at Officemanagement: Isabella Hasewend Redaktion und Autoren: Jürgen Lehner, Ali Rosker, Heidelinde Kogler, Reinhard Schuch, Marina Soral, Carmen Reiterer, David Donnerer, Isabella Hasewend, Karin Klug, Michaela Vretscher. Produktion: Martin Druschkowitsch, Christian Wallner Lektorat: Mag. Dr. Günter Murgg Druck: MA-TISK d.o.o. Maribor Abonnentenpreise: Jahresabo: € 14,53 Zweijahresabo: € 26,16 Studentenabo: 2 Jahre € 18,16; 1 Jahr € 13,08 Vertrieb: Morawa Pressevertrieb Erscheinungsort: Graz, Verlagspostamt: 8020 Graz, P.b.b. www.klippmagazin.at

Jürgen Lehner

Nächster Erscheinungs­termin: Februar 2010

Kompetent, erfahren und erfolgreich Recht haben heißt leider noch nicht Recht bekommen Seit mehr als 25 Jahren kämpft Dr. Manfred Rath in seinem Beruf für die Rechte seiner Klienten. „Recht haben heißt leider noch nicht Recht bekommen.“ Mittlerweile sind bereits elf Juristen sowie fünfzehn nichtjuristische Mitarbeiter beschäftigt. „Das ist einfach notwendig, denn Schwerpunkte wie Wirtschaft und Strafrecht, mit ihrer enormen Bandbreite, sind heute als Einzelanwalt nicht mehr zu bewältigen.“ Dazu benötigt man aber auch eine perfekte und hypermoderne Infrastruktur, EDV-Ausstattung und KanzleiorgaInfos: nisation. Alles wird gescannt und digital Kanzlei Graz: bearbeitet, Rechtsdatenbanken, höchstgerichtliche Entscheidungen, GrundFriedhofgasse 20, 8020 Graz buchauszüge, Kataster- und FlächenwidTel.: 0316/ 7085, Fax: DW 25 mungspläne, Exekutionsregister, Insolvenzdatei, Einbringung von SchriftsätE-Mail: zen bei Gericht und Behörden – auch das law-office@rath-partner.at Fristenbuch gibt es nur mehr digital. v KLIPP Dezember 2009

Foto: kk

Strukturen laufend erweitern

Dr. Manfred Rath und das Juristen-Team 3


SPOTS

Ein Leben im VinziDorf abseits von Regeln und Normen

Bier zum Weihnachtsglück Mitten im Land liegt ein kleines Dorf – ja, so beginnen viele Geschichten. Anders hier: In diesem kleinen Dorf mitten in Graz, umgeben von der „schönen und erfolgreichen“ Gesellschaft, enden sie. Ja, wie feiern eigentlich die Menschen, die in ihrem Leben schon vieles erlebt haben? Nur Glück haben sie niemals gehabt. Von Carmen Reiterer

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enschen, denen das Leben zu viele Aufgaben gestellt hat, mehr, als sie ertragen konnten. Menschen, die daran gescheitert sind, kraftlos, die all ihre Hoffnung und auch sich aufgegeben haben. Meist geprägt von jahrelangen Odysseen und wiederholt gescheiterten Therapieversuchen. Die von allen fallen gelassen wurden, tragische Geschichten, die hier im VinziDorf trotzdem eine Heimat gefunden haben. Sie fühlen sich wie eine kleine Familie. „Die Bewohner gehen erstaunlich respektvoll miteinander um. Sie helfen sich untereinander und erleben hier, dass es ein gemeinsames und miteinander würdevolles Leben gibt.“

Spenden werden gerne entgegengenommen: Vinzenzgemeinschaft Eggenberg Betreff: VinziDorf Hypobank: BLZ 56000 Kontonummer: 20241071104

Besonders auch zu Weihnachten. Hier gestalten Nora Musenbichler und Manfred Rupp, Leiter des VinziDorfes, sorgfältig und einfühlsam mit den Bewohnern ein Weihnachtsfest – ein Fest für sich!

Fotos: VinziDorf

„Wir wollen keine Zuschauer“

Manfred Rupp und Nora Musenbichler: „Jeder, der hier ist, kann und soll hier sein, so sein, wie er ist.“

„Wir sind den Männern ein Ort, wo sie sich akzeptiert fühlen und angenommen werden, genau so, wie sie sind! Wir stellen hier weder Regeln auf, noch knüpfen wir Hilfestellungen an Bedingungen. Jeder, der hier ist, kann und soll hier sein, so sein, wie er ist.“ Der Weihnachtsabend bildet hier keine Ausnahme. „Jeder soll be-

Allen unseren Partnern und Lesern: Frohe Weihnachten, Gesund h Amt der Steiermärkischen Landesregierung • Arbeiterkammer Steiermark • Arbeitsmarktservice Steiermark • ARBÖ Landesorganisation Steiermark • Autobedarf Binder Ges.m.b.H. • Autohaus Ing. F. Kuss • AUVA • Bankhaus Krentschker & Co AG • Bildungs- und Management Service GmbH • Binder + Co AG • bit gruppe • BIT media • Büro LR Johann Seitinger • cb.consult Gesellschaft mbH • coaches4you • Deutschcom Kommunikationsagentur GmbH • Die Grünen Steiermark • Diözese Graz-Seckau • Falkensteiner Michaeler Tourism Group • Faschingsmuseum Knittelfeld • Feistritzwerke der Stadt Gleisdorf GmbH • Flughafen Graz • GAP Solution GmbH • Gemeinde St. Jakob im Walde • Gemeinnützige Grazer Wohnungsgenossenschaft • GH. Oberer Gesslbauer / Stanzer Sonnenweg • Gösta Pongratz GmbH • GRAZ AG – Stadtwerke für kommunale Dienste • Graz Tourismus und Stadtmarketing GmbH • Grazer Volkspartei • Grazer Wechselseitige Versicherungs AG • H2OHoteltherme GmbH • Hurtig & Flink • Joanneum Research ForschungsgmbH

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• Josef Rauch & Heribert Maria Schurz • Jugend am Werk Steiermark GmbH • Kapo Möbelwerkstätten • K. D. Brühl Trading GesmbH • Kapsch BusinessCom AG • KFZ Wuthe • Kletter- und Erlebnispark • Kulturmanagement Leoben • Landesmuseum Joanneum Österreichicher Skulpturenpark • Landwirtschaftskammer Steiermark • Magna Marque • Märchenwald Steiermark • Marktgemeinde Judendorf-Straßengel • Marktgemeinde Stainz / Flascherlzug • Marktgemeinschaft Steirischer Wein • Modulbau GmbH • MPS Personalservice • Multiplan Kulturveranstaltungen GesmbH • Naturpark Eisenwurzen Entwicklungs GmbH • neosino Nanotechnologie GmbH • Neue Lebensräume GmbH • ÖAMTC Steiermark • Österreichisch-Slowenische Handelskammer • Österreichischer Alpenverein Sektion Mixnitz • Porsche Werbemittlung Gesellschaft m.b.H. • Pucher & Schachner Wirtschaftsprüfung & Steuerberatung • Raiffeisenverband Steiermark • Rechtsanwalt Rath & Partner • Reifen Weichberger – First Point Marketing & Logistik GmbH • ring award • Roth Handel &

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Wie woa Weihnachten?

kommen, was er sich wünscht und auch braucht. „Wir haben es meist mit schwer Alkoholkranken zu tun, und so ist das Bier beim Essen für uns eine Selbstverständlichkeit!“ Doch nicht alle nehmen an dieser Feier teil. Gerade die Weihnachtszeit ist für manche Bewohner eine Zeit, wo sie sich zurückziehen müssen. Da erwachen Erinnerungen,

mit denen sie nicht an der Feier teilnehmen wollen oder können. Es sind g’standene Mannsbilder, die hier zum ersten Mal in ihrem Leben die Chance erhalten, auch innerlich zur Ruhe zu kommen. Einige schmücken im Vorfeld sogar ihre Fenster, als Zeichen der Vorfreude, und der Gang zur Mette ist ein Teil „ihrer Weihnachten“ geworden. Das VinziDorf ist seit 16 Jahren ein besonderes Zeichen der Mitmenschlichkeit. Viele freiwillige Helfer, sei es aktiv oder durch Sachund Geldspenden, ermöglichen es, Menschen wieder Hoffnung zu geben, ein Leben in Sicherheit zu verbringen, versorgt zu werden, zum ersten Mal im Leben „Geschenke“ zu bekommen. Geschenke, die nicht an Bedingungen geknüpft sind, sondern wahrhaftige Geschenke. Ein Schritt zur „Glückseligkeit“ … ❖

d heit und Erfolg im Jahr 2010 Bauhandwerksservice GmbH • Scholz & Partners • Schopf Fassadenbau GmbH • Shopping Center Seiersberg Management GmbH • Sport und Freizeit Scherz • Stadtgemeinde Fürstenfeld • Stadtgemeinde Mureck / Uferlos • Stadtgemeinde Weiz • Steiermärkische Bank und Sparkassen AG • Steiermärkische Krankenanstalten GesmbH • Steirische Verkehrsverbund GmbH • Steirische Volkspartei • Steirische WirtschaftsförderungsgmbH • Straußenfarm • Team Styria GmbH • Thermenhotel Stegersbach GmbH • Tourismusverband Bad Gleichenberg • Tourismusverband Gamlitz • Tourismusverband Großhart-Auffen • Tourismusverband Hartberg • Tourismusverband Hochsteiermark • Tourismusverband Joglland-Waldheimat • Tourismusverband Lipizzanerheimat & Rucksackdörfer • Tourismusverband Naturpark Pöllauer Tal • Tourismusverband Ramsau am Dachstein • Traktorgaudi • Vitalhotel der Parktherme • Volksbank Graz-Bruck e.Gen. • Weizer Energie Innovationszentrum GmbH • WIFI Steiermark • Wirtschaftskammer Österreich • Wirtschaftskammer Steiermark

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ichte oder Tanne, Karpfen oder Gans?“, wird bald wieder die Frage lauten. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass das größte Fest im Jahr durch seinen immergleichen Ablauf an Zauber verliert. Warum findet Weihnachten in diesen ausgefahrenen Schlittenspuren statt, in diesem Lametta-Glitzerkugel-Stern-Design? Ich stelle mir vor, wir feiern heuer in Griechenland. Dort gibt es keine Geschenke, kein Lametta

ihr Temperament große Gefühle zulässt. Dennoch hängen die Inselbewohner zu Weihnachten magische Mistelzweige in den Türrahmen, und jeder, der darunter steht, darf geküsst werden. Und sie tragen – gar nicht formell wie sonst – Papphütchen und lassen Knallbonbons platzen. Das würde meinen Buben gefallen, mit Krachern zu Weihnachten auszurücken. Mir ist es zu dämlich, wie Villacher Fasching. Ich würde lieber – wie die

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… do wor amoi ah Christbam mit Kerz’n und Frieden wor in olle Herz’n. Und daun worn do no 1000 Lichter und glückliche G’sichter. De Oidn und de Jungan ham olle g’sungan. Pass auf „Stille Nacht, heilige Nacht …“ Jawohl, des wor des Lied, wos dazöhn, wie’s Jesu Kind gebor’n wird. Wos? Des kennst du olles ned? Des is natürlich bled. Owa so, so wor Weihnocht’n. Oida Mau, wos wor des für a Zeit? Wos is Glückseligkeit? Wie wor Weihnocht’n? Und sog, wos is passiert, dass nimma g’feiert wird Weihnocht’n? … (Georg Danzer † 2007)

Wie feiern zu Shub Christa Jayanti? und sonstiges Tamtam, und es wäre auch viel wärmer als bei uns. Gefällt mir, aber ich höre im Geiste schon die Kinder protestieren, sie wollen jedes mindestens acht Geschenke. Noch wärmer ist es in Australien, wo Weihnachten mitten im Hochsommer stattfindet. Es gibt kein Christkind, dafür kommt der Weihnachtsmann durch den Schornstein. Am Nachmittag gehen wir schwimmen und am Abend futtern wir im T-Shirt auf der Veranda sitzend Putenbraten und Plumpudding. Freilich kommt im Hochsommer keine Heiligabendstimmung auf. Da können wir noch so lange am Himmel den Stern von Betlehem suchen. Dann besser in den finnischen Winter, wo es allerdings die Einwohner ebenfalls in die Wärme zieht: Sie verbringen den frühen Weihnachtsabend – wie ihr halbes Leben – in der Sauna. Erst dann wird der Tannenbaum angezündet und man wünscht sich Hyvää Joulua. Ein echter Zungenbrecher. Fröhlich geht es in Schweden zu, wo am Julabend die ganze Familie um den Weihnachtsbaum tanzt und der Aquavit in Strömen fließt. Was isst man dort eigentlich, Rentierrücken mit Preiselbeeren? Ich persönlich bin ja nicht wild auf Wild, also weiter nach Großbritannien. Bei den Engländern kann man sich schwer vorstellen, dass

Hindus in Indien – hunderte Öllämpchen in die ganze Wohnung stellen und anzünden. Statt Tannenbäumen verbreiten in Indien Mangobäume, Bananenstauden und Palmen Weihnachtsstimmung. Gefällt mir bis jetzt am besten, aber Indien ist zu weit – und wo bekomme ich in Graz Palmen? Weihnachten heißt dort übrigens Shub Christa Jayanti. Klingt schön. Da ich kein Kostverächter bin, wäre Frankreich eine Alternative. Schlemmen mit Gänseleber, Truthahn, Austern und Bûche de Noël, der Biskuitrolle mit tausenden Kalorien. Dazu ein schwerer Bordeaux, was für ein Fest. Die Kinder könnte ich mit der Nachspeise locken, das Ganze wird aber für fünf Personen nicht unbedingt billig. Und die berechtigte Frage taucht auf: Wo bleibt das Spirituelle, das Besinnliche des Festes? Während ich gerade überlege, worauf ich mich als Kind zu Weihnachten am meisten gefreut habe, stürmt mein achtjähriger Sohn herein und fragt mit einem Ton, der keine falsche Antwort zulässt: Wir gehen doch am Heiligen Abend wieder mit unseren Freunden auf den Schöckl, wie jedes Jahr? Was soll ich da erwidern? Das Immergleiche hat doch seinen Zauber. Reinhard Schuch

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Headspin als

Höhepunkt Ohrenbetäubender Beat, fetziger Gesang, wummernder Bass Das Loft im Forum Stadtpark um 22 Uhr. Rundherum um mich Menschen, die frenetisch jubeln, klatschen und abtanzen. Sie sind lauter als die Musik, eine Mischung aus feinstem Hip-Hop mit einem Hauch von Funk. Nach einem kurzen SynthesizerIntro geht es richtig zur Sache. Der DJ holt das Letzte aus der Soundanlage raus, um mit einem ohrenbetäubenden Beat der Menge einzuheizen. Fetziger Gesang und ein wummernder Bass steigen ein. Die Menge johlt und feiert, das Stimmungsbarometer steigt steil nach oben. Ein würdiger Anfang einer geilen Party zum Abshaken, wie man im Jugendslang heutzutage sagen würde.

Von David Donnerer Fotos: Simon Diese lassen sich gar nicht lange bitten: Der erste Tänzer macht auf Anhieb gleich einen lupenreinen Salto, gefolgt von einem fantastischen „Headspin“ (Drehung auf dem Kopf um die Körperlängsachse). Das war das Signal für die anderen, die die teaminterne Herausforderung annehmen. Zwei imitieren lebensecht die Bewegungen eines Roboters (das „Popping“), während die anderen auf der Tanzfläche „floaten“, indem sie sich quasi im Delfin-

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Die Jungs der SMA- Cre Breakdance verlangt gute athletische Fähigkeiten und hohe Disziplin. Wie steht’s damit bei euch? Wir trainieren im Schnitt fünf Mal die Woche, und wenn Zeit bleibt, auch am Wochenende. Und was passiert da? Erstens besteht aus Blödeln (Lachen) … Nein, ernst, es wird zuerst aufgewärmt, und dann hat jeder seinen eigenen Trainingsablauf, wo er seine Bewegungen verfeinert. Zum Schluss gibt es meistens noch eine Battle untereinander (Anm.: Duell zweier Breakdance-Gruppen) und dann wird noch ausgiebig ausgedehnt.

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och wozu der ganze Aufwand? Ich warte nicht lange auf die Antwort. Schon ertönt die tosende Ansagerstimme: „Und jetzt, People, für euch exklusiv, die beste Breakdance-Gruppe in Graz, die SMA B-BOY CREW!!!“. Der Auftritt, auf den also alle gewartet haben. Unter frenetischem Beifall betritt die SMA Crew die Bühne, alle einheitlich in hippen grünen T-Shirts. Acht sind sie, die die zügig aufgebaute Stimmung endgültig zum Kochen bringen sollen. Schon formiert sich ein sogenannter „Circle“ um die Tanzfläche, und die Menge feuert die Breakdancer lautstark an.

Der Breakdance und seine variantenreichen Moves: Headspin, Toprocks, Freezes.

Wie sieht’s mit Naturtalenten in eurem Sport aus? Es gibt jedenfalls Leute, die lernen aufgrund eines guten Takt- und Rhythmusgefühls schneller. Aber ohne harte Arbeit geht da nichts. Mitglieder der SMA Crew B-Boy Dr. J, Jure Perko – B-Boy Kazumoto, Manuel „Manni“ Plözl – B-Boy Funky Samuel, Manuel „Manu“ Pfeifenberger – B-Boy Vü-Sicker, Domy L. und Albert.

Wie seid ihr zum Breakdance gekommen?

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ves:

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Schwimmstil bewegen. Der Ansager hat also nicht zu viel versprochen. Wer aber denkt, dass das schon alles war, irrt gewaltig. Bis 3 Uhr in der Früh (!) macht die SMA Crew eine fantastische Show, gespickt mit furioser Akrobatik und toller Tanzchoreographie, die dem Tanzspektakel „Riverdance“ alle Ehre machen würde. Die Showeinlagen kamen auch nicht zu kurz, denn auch aus dem Publikum durften sich einige am „Dancefloor“ gemeinsam mit den B-Boys versuchen und ihr Können zum Besten geben. Unglaubliche 5 Stunden haben die Grazer Breakdancer also durchgetanzt und den Zuschauern ein Spektakel geboten, das seinesgleichen sucht. Ausgelaugt, aber bestens gelaunt verabschiedet sich die SMA Crew unter lautstarkem Beifall

Dafür gibt es verschiedene Erklärungsansätze: 1. Obediah Kelly – ein für den Frachtverkehr zuständiger Angestellter einer US-Eisenbahnlinie, der seine Initialen unter die Frachtpapiere setzte, wenn alles in Ordnung war. 2. Okeh – das Wort der Choctaw-Indianer für „Ja“. 3. Orl Korrect oder Oll Korrect (für all correct, alles in Ordnung) – Andrew Jackson, ein US-Präsident des 19. Jahrhunderts, sprach auf diese volksnahe Weise, was schließlich zu seinem Spitznamen „OK Jackson“ führte (um 1830 waren „komische“ Initialen äußerst populär). 4. Old Kinderhook – Präsident Jacksons Nachfolger Martin van Buren ließ sich von der „OK“-Manie anstecken und benutzte dieselben Initialen, wenn er von seiner Heimatstadt Kindershook sprach. 5. Ola Kala – der griechische Ausdruck für „alles in Ordnung“. 6. O ke – in Mandingo bedeutet das „in Ordnung“. 7. Waw Kay – in Wolof bedeutet das „ja genau“. 8. Omnia correcta – in Latein bedeutet das „alles in Ordnung“. 9. Aux Cayes – ein Ort in Haiti, berühmt für seinen hervorragenden Rum. 10. Och aye – in Schottland bedeutet das „oh ja“. 11. Oc – stammt ab von der lateinischen Bestätigung hoc.

OK Es lässt sich nicht eindeutig feststellen, welche Erklärung zutrifft – ich persönlich tendiere jedenfalls zu einer Kombination von 3 und 4. Allerdings ist belegt, dass US-Präsident van Buren den Ausdruck während seiner Amtszeit so bekannt machte, dass er ab 1840 in aller Munde war.

schlussendlich vom hochzufriedenen Publikum. Schließlich bereiten sie sich schon auf ihre nächste Performance vor. Ich kann diese nach ihrer heutigen Leistung kaum noch erwarten. ❖

Quelle: Mitchell Symons „Warum Frauen nicht werfen können …“ (Goldmann Original Verlag)

MA- Crew Graz arbeiten hart an sich Auf unterschiedlichen Wegen – der eine über Freunde, der andere in einer Tanzschule, dann wieder über Breakdance-Videos, einfach weil’s eben begeistert. Ihr seid zur Zeit die einzige Breakdance-Gruppe in Graz? Ja, unsere „Vorfahren“, die ReboundGruppe, gibt’s leider nicht mehr. Aber von denen haben wir uns viel abgeschaut. Und wo steht ihr mit eurem Können im Vergleich zu anderen? Offen gesagt eher am Anfang, wir sind eine Gruppe, die bei kleinen Breakdance-Events aktiv ist. Denn schließlich ist Hip-Hop eine sehr soziale Sache und deshalb sind uns die Circles mit Party-Charakter wichtiger. Wir sind also keine reine Battle-Gruppe. Was fehlt euch noch zur Spitze? Sicherlich Athletik und Routine. Außerdem ist die Szene in Graz leider

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noch relativ klein und so lernt man nicht so viel Neues. Deshalb sind wir dankbar, wenn wir Eindrücke und neue Moves von anderen bekommen. Wie lange, glaubt ihr, ist Breakdance euren Körpern zuzumuten? Die älteste Breakdancerin ist 67 Jahre alt! Außerdem gibt es viele Gruppen mit einem Durchschnittsalter von 40 Jahren. Also ist noch einiges an Spielraum offen. Es hängt aber auch davon ab, wie intensiv man es betreibt. Man muss aufpassen, dass man sich nicht zu weit zerstört, sodass Tanzen unmöglich wird. Wir kennen leider schon einige, die wegen chronischer Gelenksschäden aufhören mussten. Auch bei uns hatte schon wer einen Bandscheibenvorfall und durfte eigentlich nicht mehr breaken. Er machte ein Jahr Pause, dazu intensives Aufbautraining und kann jetzt zum Glück wieder fast alle Bewegungen tanzen. ❖

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Woher stammt der Ausdruck „ok“?


Ulla Weigerstorfer aus Bad Aussee heute: Agenturchefin, Pferdesportlerin und vor allem leidenschaftliche Mutter

Von Hedi Grager

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n ihrem gemütlichen Haus in Ebreichsdorf sitze ich Ulla Weigerstorfer gegenüber, einer sehr attraktiven Frau mit großer Ausstrahlung. Wir plaudern über ihr inter­essantes und abwechslungsreiches Leben und ihre Zeit als Miss World 1987. Das für sie wohl wichtigste Ereignis in ihrem Leben aber war die Geburt ihrer Tochter Ina 2005. London 1987: Als zweite Österreicherin nach Eva Rueber-Staier (1969) gewann Ulla Weigerstorfer die Miss-World-Wahl. Geboren in Bad Aussee, dort zur Schule gegangen, war sie zu dieser Zeit europaweit als Fotomodell tätig. Praktisch über Nacht wurde sie weltweit zu einem bekannten Gesicht. Es folgten unzählige Fernseh-, Radio- und PR-Auftritte. Nach einer Sprechund Schauspielausbildung in Wien moderierte sie auch Sport-TVSendungen, spielte in TV-Serien und war damit regelmäßig medial präsent, gehört also zu den „bekannten Gesichtern“ in Österreich. Nicht zuletzt als PR-Chefin im Magna Racino bei Frank Stro­nach, dem modernsten Pferdesportpark Euro­pas. Heute nutzt sie ihre Erfahrungen und ihr Netzwerk mit ihrer Agentur für CommunicationsManagement und Consulting (weigerstorfer.com). Wie siehst du rückblickend deine Zeit als Miss World? Ulla Weigerstorfer: Es war eigentlich alles ein großer Zufall. Eine österreichische Teilnehmerin bei der Miss-World-Wahl war ausgefallen und ich bin damals kurzfristig eingesprungen. Ich erinnere mich noch gut. Ich war gerade bei einem Foto­ shooting, als meine Fotografin einen 8

Anruf der damaligen Organisatorin Lilo Hoffmann bekam, ob sie nicht eine Kandidatin wüsste. Darauf angesprochen sagte ich ja. Drei Monate später war ich Miss World. Ein Jahr lang folgten weltweit Medienauftritte, Special-Guest-Auftritte, sehr viele Kinder-Charity-Veranstaltungen und Besuche in Waisenhäusern und Kinderspitälern. Nach diesem sehr intensiven Jahr wolltest du zurück nach Österreich. Weigerstorfer: Ja, weil die eigene Persönlichkeit in dieser Zeit doch sehr hintangestellt war. Ich wollte mich wieder erden und die Eindrücke verarbeiten. Schon von Kindheit an sind Pferde deine große Liebe. Weigerstorfer: (lächelnd) Ja, es ist mein größtes Hobby seit über 25 Jahren. Ich wollte immer schon ein eigenes Pferd. Um das Geld dafür zu verdienen, habe ich mich schon während meiner Schulzeit bei einer Komparsenagentur beworben und spielte als Komparsin beispielsweise bei „Kottan ermittelt“ mit. Ich bin jahrelang Trabrennen gefahren und Springturniere geritten. Meine große Leidenschaft ist und bleibt aber der Dressursport. Mit Lalina, meiner 12-jährigen Oldenburgerstute, trainiere ich seit 11⁄2 Jahren mit dem österreichischen Olympiateilnehmer Stefan Peter, und seither geht es steil bergauf. Und du hast mit „Lalli“, wie du dein Pferd liebevoll nennst, schon viel erreicht. Weigerstorfer: Wir ritten 4 S-Siege in Serie, gewannen das Freudenauer Amateur-Derby, die Niederösterreichische Landesmeisterschaft (MS Klasse). Bei der Staatsmeisterschaft machten wir den guten 9. Platz und beim ersten internationalen Turnier auch gleich den 4. und 5. Platz.

Was bedeutet Lalina für dich? Weigerstorfer: Ich wusste auf den ersten Blick, „das ist mein Pferd“, als ich Lalina zum ersten Mal sah. Sie ist mein bester Lehrmeister. Auf mein Pferd muss ich mich voll und ganz konzentrieren, mich einlassen. Lalina ist dazu noch eine Stute, die schon von vornherein empfindsamer und viel heikler zu reiten ist. Das Ulla Weigerstorfer: „Man soll immer auf sein Bauchgefühl hören.“ tägliche Reiten ist für mich nicht nur eine körperliche Wohltat, son- fahrungen und mein Netzwerk wiedern die beste Gelegenheit, mich der nutzen und berate mit meiner psychisch zu entspannen und zu- Agentur Firmen in ihrer internen gleich Energie zu tanken. Es ist fast und externen Kommunikation. so etwas wie mein täglicher Urlaub. Tochter, Reiten, Agentur – wie bringst Gesundheit und Fitness sind dir sehr du das alles unter einen Hut? wichtig – was machst du dafür? Weigerstorfer: Ich sag’ immer: Der Weigerstorfer: Ich achte schon auf Tag hat 24 Stunden, und alles ist gesunde Ernährung, aber genauso eine Frage der Organisation (lacht). gerne esse ich manches Mal etwas Allerdings nimmt der „normale Allrichtig Deftiges wie einen Schweins- tag“ schon sehr viel Zeit weg und es braten und sündige mit etwas Sü- bleibt eine große Herausforderung, ßem. Ich bewege mich sehr viel. Un- alles zu schaffen. Für ein gemütser Hund hat zwar Auslauf im Gar- liches Stündchen auf der Couch ten, aber ich gehe möglichst oft mit bleibt jetzt keine Zeit – aber ich arihm spazieren (Junior sitzt übrigens beite daran! vor der Balkontür und schaut sehnsüchtig zu uns ins Wohnzimmer). Was ist die wichtigste Eigenschaft für einen Menschen, der in so jungen Du hast dich jetzt, wo deine Tochter Jahren schon so erfolgreich ist? Was etwas größer ist, mit einer eigenen ist dein Rat? Agentur wieder voll ins „Business“ Weigerstorfer: Man sollte sich imgestürzt. mer selbst treu bleiben, authentisch Weigerstorfer: Ja, jetzt wo Ina grö- sein, auf sein Bauchgefühl hören.v ßer und schon sehr selbständig ist, möchte ich meine jahrelangen Er- Quelle: G’sund (Magazin der KAGes) KLIPP Dezember 2009

Foto: Privat

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Sie war Miss World


Nikolaus Harnoncourt wurde 80, er ist ein Ururenkel von Erzherzog Johann

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as mich interessiert hat, mit dem habe ich mich immer intensiv auseinandergesetzt.“ Diese Aussage glaubt man Nikolaus Harnoncourt sofort, sie beweist seine Ausnahmestellung als Dirigent. Niemand hat das klassische Musikleben seit 50 Jahren so tiefgreifend verändert wie er. Er ist ein Motivationskünstler. Von seiner Bedeutung her könnte man ihm zum Jubi­läum eine ganze Klipp-Ausgabe widmen. Doch da gibt es kompeten-

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Steirischer Weltstar tere Medien, die das ohnehin in vielen tiefschürfenden Reportagen, Porträts, in den elektronischen und Printmedien tun. Es ist ein eigenartiger Zufall: In diesem Jahr wird des 150. Todestags von Erzherzog Johann gedacht, dem berühmtesten Vorfahren, Urvater der Harnoncourts und Merans. Durch seine internationale Karriere ist Nikolaus Harnoncourt von seinen Nachfahren bisher der auffälligste; er feierte gerade jetzt seinen 80. Geburtstag. v

Wer anderen eine Grube gräbt ... E igentlich hatte Simon Tofield, Illustrator und Trickfilmzeichner bei Tandem Films in London, nur ein neues Zeichenprogramm am Computer testen wollen. Sein kleiner Kater Hugh hatte ihn an diesem Morgen unsanft geweckt, um unmissverständlich deutlich zu machen, dass es an der Zeit sei, eine Dose zu öffnen. Tofield entschied sich, diese Szene als Cartoon zu zeichnen, und stellte den Kurzfilm anschließend für ein paar Freunde ins Netz. Dann brach der Server fast zusammen. Mittlerweile sind es mehr als 35 Millionen Klicks auf YouTube. Simon’s Cat ist eine sagenhafte Erfolgsgeschichte aus England. Jetzt erscheinen die wunderbaren Zeichnungen von Simon Tofield als Buch. Und wer Katzen mag, der wird Simons Katze lieben. Simon Tofield: „Simons Katze“, Goldmann Verlag

Wollen immer vorn dabei sein D ass Captura-Wirtschaftsberatung-Chef Georg Tilg, vor seinem Abgang auch der starke Mann in der Trend AG und Rudi Oberrauter (Fuchs & Partner Riskmanagement) den Ehrgeiz haben, immer zu den Besten zu zählen, kommt ihren Kunden zugute und ist am Golfplatz zu merken. Keine wirkliche Überraschung daher, dass die beiden sich nun auch firmenmäßig verschränkt haben, KLIPP Dezember 2009

um damit für ihre Kunden noch mehr die Rosinen herauspicken zu können. Tilg als Finanzdienstleister und Fuchs & Partner als Versicherungsagentur. „Wir waren ja schon in der Schubertstraße mit unserem Büro und als dann Hausherr Norbert Ertler nebenan die Villa gekauft und saniert hat, hat es sich angeboten, dass wir nun praktisch auch büromäßig Haus an Haus leben“, so die beiden engagierten

Hobby-Golfer. Für sie war Tiger Woods natürlich die große Ikone und das unerreichbare Vorbild, allerdings nur, was das Golfen betroffen hat und nicht seine nun bekannt gewordenen Eskapaden am 19. Loch, die ihn zu einer langen Auszeit zwingen. Davon ist bei Tilg und Oberrauter keine Rede, sie können nun ruhig ihr Handicap verbessern und damit den Leistungsabstand zu Woods verringern. v

Wollen Tiger Woods nicht nacheifern. Georg Tilg (Captura Wirtschaftsberatung) und Rudi Oberrauter (Fuchs & Partner) nicht nur am Golfplatz gemeinsam unterwegs.

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Foto: Roland Renner

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Luxury-Messe in der Hofburg: Steirerbua Krispl führt Regie

Chance auf eine künstlerische Laufbahn

Intendant Heinz Weyringer ist der Initiator des Ring Award. Das ist ein internationaler Wettbewerb für Regie und Bühnengestaltung. Den Wettbewerbsteilnehmern soll auf diese Weise der Eintritt in eine erfolgreiche künstlerische Laufbahn ermöglicht werden. In Graz wurde bei der „ring. Intendant Heinz Weyringer award.11“-OpeningVeranstaltung im Next Liberty über den „Biss der Fledermaus“ diskutiert. Abgabeschluss für den nächsten Bewerb ist der 22. Juli 2010, nähere Infos unter www.ringaward.com v

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Garage für zwei Millionen Euro teuren Maybach leider zu kurz

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chade bei der Luxury-Messe in der Wiener Hofburg war eines: Dass die Besucher voneinander nicht wissen, sieht man von den VIPs ab, wer wirklich das Bankkonto und den Zaster hat, die zur Schau ­gestellten „Kleinigkeiten“ mit nach Hause zu nehmen. Mit dieser Kennung würden weibliche und männ­ liche Besucher einander mit ganz anderen Augen verfolgen, wenn sich jemand probeweise in den Maybach oder Bentley setzt oder lange und intensiv einen großen Diamantring begutachtet. Die Sucht des Einanderkennenlernens würde wohl stark zunehmen. Überlegenswert wären aufgeklebte Smileys, wo jeder 100.000 Euro bedeuten könnte. Wer viele hat, der kann dann … Das hätte auch dem Fotografen Ferdinand Krainer gefallen, der dort mit seinen Schwarzenegger-Porträts und denen anderer Stars – wie George Clooney, Cindy Crawford, Sophia Loren, Peter Fonda, Sil-

Ernst Fuchs signiert Bild im Beisein von Gerhard Krispl (re.)

vester Stallone – vertreten war. Amazing People nennt er sie und verlangt für das Schwarzenegger-Triptychon immerhin 24.000 Euro. Die anderen sind billiger, wobei das Bild „My President“ sogar unverkäuflich ist. Bei diesen Preisen setzt’s dich ordent­lich nieder, doch war mit den Wiener Werkstätten ein steirischer Möbeldesigner vor Ort, auf dessen Möbeln man sich gut erholen kann vom Preisschock. Waidmänner unter den Besuchern beeindruckten die nicht ge-

rade billigen Flinten des Grazer Büchsenmachers Köthee (Lechner & Jungl). Luxury-Messe-Erfinder und Regisseur Gerhard Krispl, ein Stei­ rerbub, hat das Marketing bei der Kronen Zeitung und Kleinen Zeitung gelernt. Er war zufrieden mit rund 15.000 Besuchern und dem Interesse. Nicht zufrieden und im Nachhinein sogar sauer auf ihren Architekten – so etwas muss man vorsehen – war eine nicht unbekannte, stets elegant gekleidete, niederösterreichische Besitzerin eines Weingutes im besten Alter. Sie war mit dem Schneidermaßband unterwegs, um das Längenmaß der zwei Millionen Euro teuren Maybach-Limousine zu erkunden. Leider war das Nobelstück für ihre Garage um 50 Zentimeter zu lang. Der Breite nach wäre er sich ausgegangen, doch dann hätte sie den Ferrari und den Aston Martin ausquartieren müssen – und das wäre dann doch kompliziert geworden. v

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Opernredoute am 30. Jänner 2010

O Opernredoute-Organisatoren: Michael Tomec und Bernd Pürcher.

bwohl’s dort sicherlich gute Chancen für erfolgreiche berufliche und private Kontakte gibt: Da Arbeitsuchende dennoch kaum in die Versuchung kommen, wird auf der Opernredoute Ende Jänner 2010 nichts von Krise zu spüren sein. Und abgesehen davon, dass in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Menschen meist noch zu intensiverem Abfeiern neigen. Der Höhepunkt der Ballsaison ist praktisch ausverkauft, was die Logen angeht, und auch sonst gibt es nur noch wenige Kartenkontingente. Michael Tomec und Bernd Pürcher vertrauen natürlich wie-

Spots

Graz im Dreivierteltakt der auf Alfons Haider, der als Conferencier – auch er hat glühende Verehrer und auch Kritiker – durch die gesellschaftlich wichtigste Ballnacht des Jahres in Graz führen wird. Was die Opernredoute in Graz so attraktiv gemacht hat: Alles ist irgendwo doch familiär geblieben. v

Zu Weihnachten gibts ihn nicht immer, aber immer öfter

Weh dem, Den ultimativen Liebesbeweis der lügt! D Schauspielhaus Graz beginnt 2010 mit Klassiker

E

s ist eine doppelte Premiere: Tobias Kratzer, Preisträger beim Grazer Ring Award 2008, führt in Grillparzers komödiantisch-philosophischem Märchenspiel zum ersten Mal Regie am Schauspielhaus Graz. Weh dem, der lügt! wurde 1839 am Hofburgtheater uraufgeführt. Im Zentrum des Stücks steht die Frage, ob eine absolute Norm – das Gebot, stets die Wahrheit zu sagen – den Anforderungen der Wirklichkeit tatsächlich standhalten kann und ob die beiden Welten, die in Grillparzers Stück aufeinandertreffen – die Lichtwelt des Bischofs und die Schattenwelt des Grafen Kattwald – nicht letztlich dieselben Eigenschaften bergen. Für Gregor, Bischof im Frankenland zur Zeit der Merowinger, ist die Lüge das schlimmste Übel der menschlichen Natur. Dies trichtert er auch seinem Küchenjungen Leon ein, der sich anbietet, Gregors Neffen Attalus aus der germanischen Kriegsgefangenschaft zu befreien. Leon bezweifelt, dass er Gregors „Weh dem, der lügt!“ in seiner Unbedingtheit entsprechen kann. v KLIPP Dezember 2009

iamanten bringen jede Frau zum Strahlen, fast alle Männer beim Kauf aber zum Nachdenken, ob das Bankkonto das auch verträgt. „Kein anderes Material verfügt über diese unglaubliche Lichtwirkung“, so Hans Schullin bei der Präsentation der aktuellen Kollektion, „die den Reiz des Weiblichen so gekonnt unterstreicht.“ Gewicht, Schliff, Farbe und Reinheit sind die vier Kriterien. „So kann Andreas Ableitner: Trend ein großer zu Diamanten spürbar Stein weniger

kosten als ein kleiner, und es liegt am Juwelier, die Unterschiede klarzumachen.“

Einfach unvergänglich

„Diamanten sind die schönste und härteste Anlageform der Welt“, bemerkt Andreas Ableitner. Seine in der eigenen Manufaktur produzierte Kollektion Cablecar verfügt über eine einzigartige Technik, damit können Colliers und Armbänder je nach Wunsch stufenlos von der Trägerin verstellt werden. „Wir spüren eindeutig einen Trend in Richtung Diamantschmuck. Neben Edelsteinen und Schmuck gehören auch Uhren zu den schönen Dingen des Lebens und damit zu den meist gekauften Geschenken in diesen Wochen. Die Auswahl ist fast

Hans Schullin: Diamanten bringen jede Frau zum Strahlen

unendlich – ob sie nun Rolex, Patek Philippe, Baume & Mercier, Omega, Glashütte, Certina, Sabo oder Jaeger LeCoultre heißen. „Gerade in der jetzigen Zeit sind dies bleibende und doch sehr persönliche Gegenstände, die den Wert erhalten und auch noch steigern können“, so Hans Schullin. v

Die „Maronessa“ vom Eisernen Tor Tausende Innenstadtbesucher kennen sie. Am Maronistand von Cvetka Stockinger Am Eisernen Tor sticht fast jedem Vorübergehenden der Duft ihrer gebratenen Edelkastanien in die Nase und die meisten versorgen sich mit einem Stanitzel. Klipp-Kolumnist Ali Rosker über seine Schwester: Sie hat einfach die Besten. Eigenwerbung ist in diesem Fall wohl erlaubt.

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WIRTSCHAFT

Nicht als einer, der nach tausenden Flugkilometern im Land landet, sondern von innen vor Ort: Wie sieht ein in Südafrika lebender Steirer die kommende FußballWM in seiner zweiten Heimat?

Die Risiko-WM „Südafrika ist bereit für die WM!“, rufen die Verantwortlichen der Fußball-WM der Welt zu. Was sollen sie auch anderes sagen? Natürlich werden die Stadien fertig sein, wird vordergründig vieles gut funktionieren, wird sich Südafrika als Veranstalter selbstbewusst der Welt zeigen. Wie das auch schon bei der Rugby-WM festzustellen war, welche die Südafrikaner vor zwei Jahren zum zweiten Mal gewannen. Bleibt nur zu hoffen, dass auch Nelson Mandela noch dabei sein kann, um noch einmal vor den Augen der Welt als Ausnahmepersönlichkeit und wohl größter Friedensstifter des letzten Jahrhunderts gefeiert zu werden. Von Michael Taylor 12

Prolog Auch wir Österreicher wären zu gerne dabei gewesen, doch unser Nationalteam versagte wieder einmal in den entscheidenden Qualifikationsspielen. Weit besser machten es hingegen unsere kleineren Nachbarn, die Slowenen, die Schweizer und die Slowaken. Deren Fußball wir nicht einmal ignorieren, die aber sehr wohl in Südafrika unter den besten 32 sind. Liest man die Kommentare unserer Sport-Journalisten, dann müsste Österreich in seiner Fußball-

S

o gesehen ist es schon richtig, dass sich das Land mit der WM ändern wird, doch das würde es auch ohne WM tun. Für die aus aller Welt angereisten Fußball-Fans wird es ein Fest geben, ähnlich wie bei der WM in Deutschland oder Frankreich mit Public Viewing und Fanmeilen, nur mit mehr schwarzen Gesichtern im Umfeld. Was die Fans erwarten, wird ihnen auch geboten: Spaß, Freude und nicht täglich mit den großen ungelösten, die Menschen beängstigenden, Problemen Südafrikas konfrontiert zu werden.

Entwicklung zumindest bereits einmal im Finale einer Champions League, EM oder auch WM gestanden sein. So gesehen passen die Kollegen gut zu unseren Teamspielern, die sich stets überschätzen. Wir werden nur bei einer WM sein, sollten wir, wie bei der EM, Veranstalter sein. Aber keine Bange, live dabei sind wir ja dennoch, via Fernsehschirm. Noch dazu mit dem Vorteil, dass wir uns nicht ärgern müssen mit unserer Mannschaft, wenn’s nicht läuft.

Spirale der Gewalt Dazu gehören Überfälle, ausgeraubte Touristen – die Spirale der Gewalt und Kriminalität ist für Europäer unvorstellbar hoch. Knapp 60.000 Morde und Mordversuche, 11.000 Fälle von Totschlag, 130.000 Raubüberfälle, 70.000 Vergewaltigungen. Eine für Europäer unbegreifliche Gewaltbilanz. Und dazu kommt die Todesseuche Aids. 2.000 sterben täglich, 600.000 von Jahr zu Jahr. Eine ganze Generation verschwindet, der Hauptgrund, dass der 45-Millionen-Einwohner-Staat

(darunter 9 Millionen Weiße) bevölkerungsmäßig nicht wächst. Das Programm „Black Economic Empowerment (BEE) fördert ausschließlich schwarze Unternehmer. „Je mehr schwarze Millionäre, desto besser für das Land“, verkündet Don Mkhwanazi, einer der neuen Superreichen. Weil zahlreiche Projekte durch Missmanagement und Korruption im großen Stil scheiterten, degenerierte BEE zu einem gewaltigen Steuervernichtungsprogramm. An der Basis wächst der Zorn gegen die unfähigen und unersättlichen

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Auch paradiesisch schön Für jene, die zum ersten Mal nach Südafrika kommen, bietet das Land eine Riesenüberraschung. Denn es passt so gar nicht zu den Vorstellun-

861 Qualifikationsspiele … gab es für die FIFA FußballWeltmeisterschaft 2010. Nur fünf von 205 Ländern verzichteten auf eine Teilnahme. Gespielt wurde in sechs eingeteilten Kontinentalzonen – Europa, Afrika, Asien, Conacacaf (Nordamerika, Mittelamerika, Karibik), Südamerika und Ozeanien. Die ersten beiden Spiele fanden bereits am 8. Oktober 2007 statt. Thailand schlug Macau 6:1, Tadschikistan trennte sich von Bangladesch in Dhaka vor immerhin 700 Fans mit 1:1. Beim WMFinale in Johannesburg am 11. Juli 2010 werden 94.000 Zuschauer mehr erwartet.

gen über Afrika, die der Europäer von der Schule her in seinem Kopf gespeichert hat, weil es so europäisch wirkt. Südafrika beeindruckt mit einer unglaublichen Vielfalt, aber erschreckt den Besucher auch mit seinen brisanten Gegensätzen in der Gesellschaft. Doch davon später. Seit dem Ende der Apartheid erlebt das Land einen gewaltigen Veränderungsprozess. Was sich nicht verändert hat, das ist die Natur, die die Besucher fasziniert. Mit seiner abwechslungsreichen Landschaft, seiner artenreichen Tierwelt und seiner üppigen Vegetation gehört

Die Ausnahmefußballer Lionel Messi, Ronaldinho und Thierry Henry, früher gemeinsam bei Barcelona, spielen in Südafrika für Argentinien, Brasilien und Frankreich um die WM-Krone. Auch sie müssen den Lärm der Vuvuzelas „ertragen“.

Südafrika ganz sicher zu den schönsten Ländern auf dieser Erde. Eigenartig wirkende kleine Dörfer, inmitten blühender Wiesen und sonniger Weingärten, stehen endlosen Mondlandschaften in der Wüste Kalahari gegenüber. Über tausend Kilometer herrliche Strände mit feinkörnigem Sand und bizarren Klippen laden zum Baden ein, während die Berge im Inneren des Landes für Bergsteiger und Wanderer wie gemacht scheinen. Pulsierende Städte wie Kapstadt, Johannesburg, Durban mit ihren Hochhäusern und allen negativen Begleiterscheinungen von Großstädten prägen das Bild ebenso wie die über Jahrtausende tradierte Bauweise in den kreisrund angelegten Zulu-Kraals. Bei einem Besuch der Weinregion um Kapstadt zieht man unweigerlich den Vergleich zur Steiermark. Der einzige Unterschied: Alles ist größer, weitläufiger, aber sonst ziemlich „europäisch“. Die Flora in der Kap-Provinz gilt als einzigartig auf der Welt. Sie ist klimatisch vergleichbar mit den Mittelmeerländern Südeuropas und Nordafrikas. Die heißen, trockenen Sommer, besonders aber die angenehmen, milden Frühjahrs- und Herbstmonate locken zigtausende von Besuchern aus dem Binnenland, aber auch aus Europa an.

Traumhafte Golfanlagen tragen das ihrige dazu bei.

Busfahrer erschossen Ein Chaos droht mit dem Transport von hunderttausenden FußballFans zu den sechs Spielstätten und zwischen diesen. Wie soll der über hunderte oder tausende Kilometer Entfernungen funktionieren, wo es kein gut ausgebautes Eisenbahn-

32 Teams … nehmen an der WM-Endrunde teil. Die acht Gruppen zu je vier Mannschaften wurden in Kapstadt ausgelost. Gruppe A: Südafrika, Mexiko, Uruguay, Frankreich. Gruppe B: Argentinien, Nigeria, Südkorea, Griechenland. Gruppe C: England, Vereinigte Staaten, Algerien, Slowenien. Gruppe D: Deutschland, Australien, Serbien, Ghana. Gruppe E: Niederlande, Dänemark, Japan, Kamerun. Gruppe F: Italien, Paraguay, Neuseeland, Slowakei. Gruppe G: Brasilien, Nordkorea, Elfenbeinküste, Portugal. Gruppe H: Spanien, Schweiz, Honduras, Chile.

netz, keinen funktionierenden Überland-Verkehr auf der Straße gibt, sondern man nur das Flugzeug als verlässliches Transportmittel kennt. Aber auch in den WM-Städten fehlen öffentliche Verkehrssysteme. In den letzten Monaten versuchte man zwar, die lange angekündigten Buslinien zu installieren, doch sie funktionieren nicht oder wurden gleich wieder eingestellt. Die mächtigen Taxi-Organisationen Südafrikas fürchten um ihr Geschäft und rufen zum Boykott auf. Sie befördern in den Minivans zusammengepfercht oft 15 bis 20 Kunden. Nehmen wir die WM-Stadt Nelspruit. Diese liegt rund 250 km von Johannesburg entfernt. Rund 40.000 Zuseher fasst das neue Stadion, doch die Nächtigungsmöglichkeiten in und um Nelspruit sind eher mäßig. Also müssen die Fans wieder nach Johannesburg zurück. Doch wie soll das gelingen? Mit Bussen? Niemand hat darauf eine wirkliche Antwort. Und jene schwarzen Chauffeure, die beim Bussystem anheuern wollen, leben gefährlich, werden bedroht. Erst vor wenigen Tagen wurde einer erschossen, weil er mit Kollegen wechseln wollte und daher als Verräter galt.

Foto: Heimo Ruschitz

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WIRTSCHAFT

Volksvertreter, Beamten, Parteibonzen, Unternehmer und sonstigen Schmarotzer. Sie hocken im sogenannten gravy train, im „Fettsoßenzug“, während Millionen von Menschen nach wie vor auf das bessere Leben warten, das ihnen nach dem Machtwechsel vor 15 Jahren versprochen wurde. Die Kluft zwischen Armen und Reichen ist gewachsen, der Journalist Mpumelelo Mkhabela spricht gar von einer neuen „schwarzen Apartheid“. In vielen Townships haben sich die Verhältnisse verschlechtert, weil infolge von Korruption und Schlamperei die Grundversorgung nicht mehr funktioniert. Schulen und Krankenstationen verrotten, der Müll bleibt liegen, der Strom fällt aus, die Kanalisation ist verstopft. Landauf, landab kommt es immer öfter zu gewalttätigen Protesten. Die wachsende Unzufriedenheit könne irgendwann zu einer regelrechten Revolution führen, warnt der Gewerkschaftschef Zwelinzima Vavi. Doch für die Zeit der WM soll in Südafrika Freude herrschen durch den Fußball und der Alltag für Wochen ausgeblendet werden.


WIRTSCHAFT Einbrüche und Überfälle auf Villenbesitzer passieren täglich. Die Security-Leute kommen meist zu spät.

Verkehr ein Alptraum Viel Zeit wurde in den letzten Jahren vergeudet, lang passierte für die WM nichts, weil auch das Geld fehlte. Nun werden auf den Highways mit Hochdruck zusätzliche Fahrspuren angelegt, doch der Verkehr bleibt dennoch ein Alptraum. Für die 30 Kilometer vom Flughafen Johannesburg bis in die Stadt sind Fahrzeiten von eineinhalb Stunden und mehr ganz normal. Dort sollte auch ein Bussystem installiert werden, mit Haltestellen usw. Doch dieses war nur einige Tage in Betrieb, weil es nur wenige Fahrgäste gab. Wie soll man ein öffentliches Trans-

Die glorreichen 7 Den Rekord der meisten WM-FinalTeilnahmen halten Brasilien und Deutschland mit je sieben. In einem Endspiel standen sich die beiden Nationen erst einmal gegenüber. In Yokohama, Japan, gewann Brasilien 2002 mit 2:0 und stellte damit auf 5:3 bei der Anzahl der gewonnenen WM-Titel. Die beiden speziell im Turnier starken Mannschaften zählen bei jeder Endrunde zu den Favoriten. Wie sieht es mit der Stärke der Veranstalter aus? In 12 der bislang 18 WM-Turniere erreichten die Gastgeber zumindest das Semifinale. Südafrika, aktuell 85. der FIFA-Rangliste, ist also gefordert.

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portsystem in einem Land innerhalb weniger Monate zum Funktionieren bringen, gleichsam von heute auf morgen, das nie eines gehabt hat? Und daher werden auch schon Stimmen laut, die fragen, wozu man hunderte Busse angekauft hat und viele Billionen Rand (Südafrikanische Währung) dafür ausgab, ahnend, dass diese nach der WM nicht wirklich genützt werden.

Dinge hat’s aber auch schon am helllichten Tag gegeben, wo dann auch Unschuldige unter den Opfern waren. Mehrmals in der Woche liest man immer wieder, dass Fluggäste bei der Ankunft beobachtet werden, ihnen nachgefahren wird und sie dann von Unbekannten ausgeraubt werden. Ganz abgesehen von der täglichen Klein-Kriminalität, Diebstählen, Hauseinbrüchen usw.

Stimmung nicht euphorisch

Preisgalopp, Heuschreckenplage

Der Fußball hat in den letzten Jahrzehnten vor allem durch die schwarze Bevölkerung in Südafrika ungeheuer an Popularität gewonnen. Dennoch ist die Stimmung nicht so euphorisch, weil die Südafrikaner fürchten – es wäre das erste Hometeam mit einem solchen Schicksal –, schon in der Vorrunde auszuscheiden. Denn mit Mexiko, Uruguay und Frankreich haben sie drei schwere Brocken vorgesetzt bekommen, die noch dazu bereits über viel WM-Erfahrung verfügen. Und weil immer von „sicheren Spielen die Rede“ ist. Auch noch einige tausend Security-Leute oder Polizisten mehr werden nicht viel daran ändern – die Gewalt und Kriminalität auf der Straße ist arg. So haben erst vor wenigen Tagen rund 15 bewaffnete Männer – zum Glück allerdings in den frühen Morgenstunden – ein exklusives Shoppingcenter in Johannesburg „überfallen“. Es kam zu einer wilden Schießerei, solche

Sorgen macht den Südafrikanern die WM deshalb, weil viele Geschäfts-

tierend und etwas völlig anderes, als wenn Leute im Stadion schreien oder singen. Die Tonlage der Trompeten ist derart nervtötend, das werden die ausländischen Besucher noch sehr rasch merken. Die TVStationen wollen sogar ein Verbot der Vuvuzelas, weil sie diesen Lärm nicht ausblenden können. Wenn FIFA-Präsident Blatter sagt, die Vuvuzelas wären in Südafrika Tradition, so zeigt dies nur, dass er mit der Tradition wenig vertraut ist. Denn erst vor 20 Jahren erkannte ein Geschäftsmann dieses „Bedürfnis“ und produzierte daraufhin die „Geräuschkulisse“. Sie hat nichts zu tun mit dem Kuduhorn, das bei den Stämmen der Schwarzen Tradition hat. Denn die Vuvuzela macht nur Lärm. Ganz abgesehen davon, dass die Spucke beim Blasen auch auf die Umgebung verteilt wird. Und selbst Spieler fühlen sich durch dieses ohrenbetäubende Geräusch gestört und irritiert. So gesehen bin ich froh, dass ich die WM auch am Fernsehschirm verfolgen kann, denn da kann ich jederzeit den Ton wegschalten. ❖

Unglaubliche Aids-Dramatik: 2.000 sterben täglich daran. Eine ganze Generation wird damit fehlen. Offiziell gibt es Aids gar nicht.

leute das große Geschäft wittern. Die Preise in der Hotellerie und Gastronomie steigen bereits kräftig, aber auch die Lebensmittelpreise. Niemand kann dem Einhalt gebieten, auch wenn Politiker versprechen, das zu verhindern. Sorgen machen aber auch die lärmwütigen Fans. Lästig wie eine Heuschreckenplage, zum Glück aber ungefährlich – das sind die Fans mit den Vuvuzelas, die Trompeter bei den Spielen. Tausende kaufen sich diese Plastikinstrumente und benützen sie fortwährend, das Spiel ist ihnen oft sogar völlig unwichtig. Es ist für alle anderen äußerst irri-

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Klipp-Blick in die Zukunft Ein Interview mit Franz Voves im Jahr 2011

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er Film „2012“ läuft in den Kinos an, er handelt von der großen Katastrophe in der Welt. Niemand glaubt daran, dass sie wirklich in wenigen Jahren über uns hereinbricht. Im nächsten Jahr gibt es in der Steiermark Landtagswahlen. Da wird es für den SPÖ-Vorsitzenden Franz Voves keinen Grund zum Feiern geben, sondern Katastrophenstimmung herrschen. Nicht zuletzt deshalb, weil Kanzler Faymann die SPÖ in die Sackgasse führt. Voves zieht sich nach der Wahlniederlage dann zurück. Klipp trifft Franz Voves 2011 am Pool seiner Villa bei Graz. Kurt Flecker ist nun Zweiter Landtagspräsident, Peter Schachner doziert oft in seiner Heimat Mürzzuschlag über die guten alten Zeiten in Graz. Und der Rest des ehemaligen Voves-Teams versucht sich politisch über Wasser zu halten.

Vor mehreren Monaten haben Sie als SPÖ-Chef ein Debakel bei der Landtagswahl erlebt. Fast so wie Ihre Vorgängerin Waltraud Klasnic. Auch Sie hat beim ersten Antreten im Jahr 2000 ein fulminantes Ergebnis erzielt, 2005 aber dann alles wieder verloren. Ist man als Politiker im Inneren auf eine solche Niederlage vorbereitet? Gab es für Sie vor dem Wahltag einen Plan B im Kopf, für den Fall, dass es richtig danebengeht? Voves: Nein, und heute kann ich ehrlich und offen sein, dass ich auf ein solches Ergebnis nicht wirklich vorbereitet war. Denn im Wahlkampf, da gehören ja Optimismus, Mitreißen, Motivieren zu den wichtigsten Dingen. Und da entsteht dann so eine Art von Suggestion, man bewegt sich einfach in einer eigenen Welt. Noch dazu ist man im Wahlkampf ja vorwiegend von Anhängern umgeben, und da hat man das Gefühl, es läuft doch ohnehin alles gut. Der Wähler kennt das. Alle Politiker sagen im Wahlkampf, es läuft alles bestens. Voves: Ja, das ist nicht einmal gelogen. Der Politiker gibt eben seine persönlichen Erfahrungen und Eindrücke wieder. Aber klar, das ist kein objektives Bild. Ist das nicht ganz schön problematisch, wenn Politiker die Stimmung KLIPP Dezember 2009

im Lande nicht richtig mitbekommen, wo sie doch das Ohr am Bürger haben sollten? Voves: Da haben Sie Recht. Natürlich bekommt man jeden Tag die Zeitungsberichte, studiert die UmfrageErgebnisse, die so schlecht nicht waren vor der Wahl. Es bleibt dir ja nichts anderes übrig, als Selbstbewusstsein auszustrahlen. Du musst versuchen, zu begeistern. Wie soll da was gelingen, wenn ich mit vielen Fragezeichen vor die Wahlversammlungen trete? Dann aber kommt der Tag der Wahrheit – die Stimmabgabe, die steirische SPÖ stürzte bei der Landtagswahl 2010 ganz dramatisch ab, im Vergleich zum Jahr 2005. Voves: Getroffen hat mich das wie ein Blitz, das schmerzt sehr. Man weiß, man muss das erst mal verarbeiten, bewältigen, aber man hat gar nicht die Zeit dafür. Und draußen lauern schon die Journalisten, die den leidenden Politiker vor die Kamera haben wollen. Voves: Das erinnert mich an meine Zeit als Eishockeyspieler im Nationalteam, wo ich das Siegestor nicht geschossen habe, obwohl ich mehrere Chancen dazu gehabt hätte. Es ist so etwas wie eine Grenzerfahrung im Leben. Klarerweise merkt das TVPublikum das, denn kein Mensch ist ein Roboter. Haben Sie sich sofort für den Rücktritt entschieden? Voves: Für so ein Ergebnis muss der Erste die Verantwortung übernehmen. Die SPÖ hat vor der Wahl gesagt, sie werde manches anders, vieles besser machen als die ÖVP. Sie haben Ihr Bestes gegeben, aber es hat eben nicht gereicht. Voves: Auch deshalb ist die Niederlage für mich so schmerzhaft, aber die schlechte Lage der SPÖ zeigt uns ja, dass es neben dem persönlichen Einsatz auch objektive Bedingungen gibt, die manchmal den Wahlerfolg ermöglichen und manchmal nicht. Es gibt einfach viele Verwerfungen und politische Ursachen für den Absturz der SPÖ, das wird von Tag zu Tag deutlicher.

Fühlen Sie sich als Sündenbock? Sie hätten ja auch als einfacher Abgeordneter weitermachen können? Voves: Sie selbst müssen ehrlich zugeben, das passt nicht zu mir. Nach diesem Aufstieg, den ich hatte. Der Sturz war ein tiefer Einschnitt in meinem Leben. Die Frage, die sich dann stellt, heißt: Wer außer der Familie braucht dich noch? Sicher gibt es in der Politik auch Suchtelemente, aber ein Leben, das aus Golfspielen, Freizeit und Aufdie-Enkelkinder-Schauen besteht, im einen oder anderen Aufsichtsrat zu sitzen, ist auch schön. Also ein angenehmer Alltag? Voves: Ich lebe nicht mehr in dieser dauernden Hetzerei. Ich habe endlich Zeit zum Zuhören, was ich vielleicht in meiner Zeit als Landeshauptmann öfters hätte tun sollen, dann würde ich wahrscheinlich jetzt nicht hier am Pool sitzen können. Haben Sie viele Freunde verloren? Voves: Ja. Ich hatte aber bei diesen Leuten immer schon eine Ahnung, dass es mehr ein Zweckbündnis war als eine Freundschaft, das hat sich bestätigt. Der Absturz der SPÖ – wann hat der aus heutiger Sicht für Sie begonnen? Voves: Die Probleme haben nach unserem Sieg im Jahr 2005 begonnen. Das hat manche von uns dazu verleitet, zu glauben, ich will mich da nicht ganz ausnehmen, wir seien die Größten und Stärksten. Das war eine Verführung, dabei haben wir ganz übersehen, dass wir in absoluten Zahlen ja gar keine Stimmen gewonnen haben. Die SPÖ hat also abgehoben, hat Anzeichen von Größenwahn gezeigt? Voves: Nein, nein, Größenwahn würde ich nicht sagen. Aber wir waren sehr selbstbewusst. Besonders dann, als der Gusenbauer Kanzler geworden ist, haben wir uns sehr stark gefühlt. Leider daneben völlig darauf vergessen, wie wichtig es ist, die Menschen bei Veränderungen mitzunehmen. Und dann kommen halt schon die eigenen Fehler dazu. Die Auseinandersetzung mit Alfred Gusenbauer, seine Demontage, weil er überheblich wurde, der Wechsel zu Faymann, da habe ich mir viel versprochen, aber das ist überhaupt nicht aufgegangen. Ich denke, ich hätte es sogar besser

gemacht. Es hat ja auch etliche gegeben, die gemeint haben, ich soll nach Wien gehen. Und Ihre Sache mit der Stiftung der steirischen SPÖ. Voves: Ja, das war wohl dann der Tupfen auf dem i. Ganz arg für mich war, dass der Faymann mein umfassendes Konzept für mehr Verteilungsgerechtigkeit praktisch schubladisiert hat. Doch nachher ist man immer klüger. Wie würden Sie aus heutiger Sicht die SPÖ-Krise beschreiben? Voves: Es ist eine Vertrauenskrise und sie hat sich seit der Wahl von Alfred Gusenbauer praktisch verselbstständigt. Das hat einfach mit der Form von Machtausübung zu tun. Es gibt in der Partei keine wirkliche Solidarität mehr und so was zieht dann natürlich quälende Personaldiskussionen nach sich. All das hat den Nimbus der SPÖ als Arbeitnehmer-Partei nachhaltig geschädigt. Mein Vater – er war Kommunist – würde überhaupt nicht verstehen, dass die Bereitschaft der Menschen, uns zu vertrauen, arg ge­ litten hat. Sie haben für Ihre Uneinsichtigkeit die politische Höchststrafe erhalten, sind abgewählt worden. Und welche Verantwortung trägt dabei Werner Faymann? Voves (nach langem Stillhalten, als wollte er mehr sagen): Keiner kann sich von Mitverantwortung freisprechen, auch für ihn kommt der Tag.v 15


COVERSTORY

Warum Sparen Wenn es alle tun, setzt sich Teufelsspirale in Gang. Denn Schulden und Guthaben sind immer gleich hoch.

Schulden

Fünf Antworten auf grundlegende Missverständnisse Selbst die Diskussion von politischen Kalibern wie ExGrünen-Chef Prof. Alexander Van der Bellen, der ehemaligen Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer oder des derzeitigen steirischen Wirtschaftslandesrates Christian Buchmann beim Dienstag-Talk in der steirischen ÖVP – einer übrigens sehr ambitionierten und erfolgreichen Veranstaltungsreihe – machte es deutlich: die Antworten der Politiker nach dem Warum der Wirtschafts- und Finanzkrise waren bemüht, aber den Kern des Problems erfassten sie nicht. Und das liegt in unserer Geldwirtschaft, die eine Kreditwirtschaft ist. Exakter formuliert, deren Prinzip. Sie erst löste die Immobilien-, Aktien-, Finanz- und Arbeitsplatzkrise aus.

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Unsere Geldwirtschaft ist nur dann stabil, wenn sie wächst. Das ist schon ein Problem für sich, weil die Erde als ökologisches System eine Begrenzung aufweist. Und wenn die Menschheit ein Wohlstandssystem entwickelt, das nur dann stabil ist, wenn es wächst, dann ist die Frage unabdingbar: Wie kann das funktionieren in einer begrenzten Welt?

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Unsere Geldwirtschaft ist eine Kreditwirtschaft. Denn Geld kommt über Kredit in den Umlauf. Und diese kann nur dann stabil sein, wenn das Kreditvolumen ständig ausgeweitet wird. Die alte Wirtschaftsökonomie meint, man müsse zuerst sparen und aus dem Ersparten könne dann investiert werden. Das ist in einer Geldwirtschaft völlig falsch und umgekehrt. Denn am Anfang – und das weiß jeder Unternehmer – steht das Geld, das aus dem Kredit kommt. Nur wenn ein Kredit genommen wird und investiert wird, dann kann auch gespart werden. Ganz einfach ausgedrückt: Nur wenn ich mich verschulde, kann der andere sparen. Wenn also die Konsumenten nun sparen, die Unternehmer aber nicht investieren, dann gehen die Banken pleite und die Sparguthaben werden vernichtet. Denn die Banken hätten dann nur Verpflichtungen, aber keine Forderungen gegenüber den

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Unternehmen. Da die Geldwirtschaft eine Kreditwirtschaft ist und Investitionen über Kredite finanziert werden, brauchen wir weitere und höhere Investitionen, um die Kreditwirtschaft stabil zu halten.

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Der elementare Widerspruch, der sich nicht auflösen lässt: Jeder Mensch hat reale Investitionen (er kauft sich Dinge oder investiert als Unternehmer). Dazu braucht er Geld und will möglichst niedrige Zinsen haben. Auf der anderen Seite hat man sein Geld angelegt, in Sparbüchern oder Aktien usw., und will möglichst hohe Zinsen dafür haben. Wie soll sich das auf Sicht ausgehen?

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Im Rahmen eines Wahlkampfes hat der österreichische Energie- und Mathematik-Experte Glötzl den damaligen Bundeskanzler-Kandidaten Wolfgang Schüssel zu einem kurzen „intellektuellen Gespräch“ aufgefordert. „Wenn ich Ihnen 1.000 Euro gebe, dann haben Sie bei mir 1.000 Euro Schulden und ich habe 1.000 Euro Guthaben – stimmt das?“ Schüssels Antwort: „Ja.“ Der Schluss von Glötzl: „Also ist die Gesamtheit der Schulden gleich hoch wie die Gesamtheit der Guthaben?“ Schüssel denkt kurz nach und sagt: „Na ja.“ Glötzl hakt

nach: „Also, wenn man die Gesamtheit der Schulden vermindern will, geht das nur, wenn auch gleichzeitig die Gesamtheit der Guthaben vermindert werden?“ Ein erboster Schüssel: „Ach, so ein Blödsinn.“ Glötzls Resümee: „Es ist irgendwie bestürzend, wenn aufgrund solcher fundamentaler Missverständnisse eine völlig falsche Wirtschaftspolitik gemacht wird. Denn in der Gesamtheit der Volks-

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Guthaben

mechanisches oder Wirtschaftssystem ist – das ist einfach ein mathematisches Gesetz, wie drei mal drei neun ist. Auf Dauer ist exponentielles Wachstum nicht möglich, es kommt in der Natur auch nicht vor. Wachstum an und für sich ist nicht schlecht, aber der absolute Zwang zum Wachstum ist schlecht,

COVERSTORY

n nichts bringt weil wir damit an unsere Grenzen stoßen. Es ist wie in einem Kernreaktor. Man muss bei einer Kettenreaktion eingreifen, um die Kernschmelze, die Katastrophe oder den Supergau zu verhindern. Auf unsere Gesellschaft umgemünzt heißt das: Dieses exponentielle Wachstum führt zur Massenverelendung auf der einen Seite, zu großem Reichtum auf der anderen Seite und zum Auseinanderdriften der Gesellschaft, zur Arbeitslosigkeit und letz❖ ten Endes zum Crash.

Finanzstaatssekretär Lopatkas Wissen über Schuldenberge

Verdammt zum Wachsen

wirtschaft bestimmen nicht die Schuldner, ob Schulden abgebaut werden oder nicht, es liegt ausschließlich im Ermessen der Gläubiger. Wenn die Gläubiger, die Geldguthaben-Besitzer

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In einer Geldwirtschaft wachsen die Guthaben und Schulden wegen des Zinseszinseffektes exponentiell. Das heißt, sie verdoppeln sich praktisch alle sieben Jahre. Und exponentielles Wachstum flößt jedem Techniker Angst ein. Weil er weiß, dass positive Rückkopplungen zu exponentiellem Wachstum führen und jedes System notwendigerweise auf diese Weise zerstört wird. Ganz egal, ob es ein biologisches, ein

Ein „großes“ Interview in der kleinformatigen Steirerkrone gab Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka, leider vom volkswirtschaftlichen Verständnis her mit „kleinem“ Horizont. Seine Kernaussage „Wir ersticken an unseren Schulden, wir leben auf zu großem Fuß, müssen bei den Ausgaben sparen …“ zeugt von einem dürftigen volkswirtschaftlichen Verständnis. Zur Entschuldigung: Lopatka war in der Schüssel-Ära Sportstaatssekretär. Eine Pleitewelle hat den Unternehmenssektor erfasst, die Banken haben im vergangenen Jahr Rekordverluste geschrieben, bei einigen Großbanken, wie gegenwärtig bei der Hypo Alpe Adria, ging es gar ums Überleben. Und die Staatsverschuldung wächst und wächst. Das Paradoxe an der Situation: Eigentlich müsste es uns Österreichern besser gehen als vor drei Jahren. Denn das Bruttoinlandsprodukt ist nicht inflationsbereinigt um rund 37 Milliarden Euro höher als im Jahr 2005 (244 Milliarden Obwohl Finanzstaatssekretär: mangelnEuro). Wo aber ist dieses zusätzli- des Wissen und Verständnis über volksche Volkseinkommen geblieben, wirtschaftliches Management. das aus dem Mehr an Gütern und Dienstleistungen entstanden ist? Davon später. Warum funktioniert der Kapitalismus ohne Wachstum nicht? Weil er das Phänomen Geld ausklammert. Seine Voraussetzungen sind erstens: Unternehmen investieren nur, wenn sie Gewinne erwarten dürfen. Zweitens: damit Unternehmen

Foto: Ingrid Sontacchi/Hopi-Media

nicht bereit sind, ihre Guthaben abzubauen, indem sie dafür Waren oder Dienstleistungen von den Schuldnern kaufen, dann haben die Schuldner nicht das nötige Geld, ihre Schulden, geschweige denn die Zinsen für diese, zu bezahlen.“ Diese grundlegende Tatsache ist vielen Politikern nicht bewusst und daher lautet ihre Devise: „Wir müssen sparen, sparen, sparen.“ Sparen nützt in dem Fall überhaupt nichts.

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COVERSTORY

investieren können, müssen sie sich in der Regel verschulden, die Produktion vorfinanzieren. Ob sie das bei ihren Arbeitern, die den Lohn immer am Ende des Monats erhalten, oder bei der Bank tun, ist gleichgültig. Geldspeicher à la Dagobert Duck, aus denen man sich bedienen könnte, gibt es im Kapitalismus nicht. Deshalb müssen die Unternehmen später nicht nur den Kredit zurückzahlen, sondern auch noch Zinsen. Drittens: jedem Geldvermögen steht eine Schuld gegenüber. Wenn ein Mensch sparen will, also Geldvermögen aufbauen, braucht er notwendigerweise einen anderen, der sich verschulden möchte. In der Weltwirtschaft als Ganzes ist die Differenz zwischen Geldvermögen und Schulden immer gleich null. Viertens: Geld entsteht aus Kredit, ja, es ist nichts anderes als Kredit. Das ist die Basis allen kapitalistischen Wirtschaftens. Es muss in jeder Periode jemanden geben, der bereit ist, sich zu verschulden, damit die Einnahmen für alle anderen in dem Ausmaß steigen, dass sie Zinsen zahlen und Gewinne machen können. Das System ist auf Wachstum programmiert. Der Zins erzeugt die Dynamik, die wir gemeinhin Wachstum nennen.

Wenn alle sparen, setzt sich eine Teufelsspirale in Gang Wehe aber, wenn die Verschuldungsdynamik erlahmt, wenn niemand mehr bereit ist, neue Kredite aufzunehmen, die die gesamtwirtschaftliche Nachfrage erhöhen. Dann reißen die Kreditketten. Dann gelingt es den Unternehmen als Ganzes nicht mehr, Gewinne und Zinsen zu erwirtschaften. Dann drohen Pleiten und spiegelbildlich Vermögensverluste bei denjenigen, die die Gläubigerposition der Kredite innehaben, seien es Banken oder Private. Arbeiter werden entlassen, die Nachfrage sinkt weiter, und die Rezession nimmt ihren Lauf. Diese Situation haben wir jetzt. Es ist verhängnisvoll, wenn alle sparen wollen, die Unternehmen nicht mehr genügend investieren und expandieren, sondern Schulden zurückzahlen und sparen wollen. Die Haushalte wiederum, weil sie sich nicht mehr auf die gesetzliche Rente verlassen können und ihre Einkommen in Zukunft weniger steigen werden. Der Staat, weil er den Maastrichtvertrag unterschrieben hat, wonach er mittelfristig einen ausgeglichenen Haushalt anstreben muss und sich nicht weiter verschulden darf. Für diese voneinander unabhängigen Dispositionen der einzelnen Gruppen gibt es keine Lösung. Denn sparen, und sei es auch nur der Abbau der Verschuldung, setzt immer voraus, dass sich ein anderer verschuldet. Wenn alle versuchen, weniger auszugeben, als sie einnehmen, kommt es zur Depression. Vermögen wird vernichtet durch Aktien- und Immobiliencrash sowie durch ausfallende Kredite. Am Ende hat niemand gespart, alle sind lediglich ärmer als vorher. Das ist die Crux des Kapitalismus. Die einzige Chance, aus diesem Dilemma herauszukommen, ist die, wenn Gläubiger ihr Vermögen abbauen, es irgendwie ausgeben. Nur, wenn die Kapitaleigner mehr als ihre Zinsen oder Gewinne konsumieren, lösen sich Kreditketten auf. Doch die Geschichte des Kapitalismus kennt nur

Akkumulation, das Anhäufen großer Vermögen durch Zins und Zinseszins. Lediglich Krieg, Enteignung oder eben Depression haben der Akkumulation Einhalt geboten. Das ist auch die Antwort auf das Rätsel, wo die 37 Milliarden Euro geblieben sind, die das BIP der Republik Österreich heute mehr ausweist als im Jahr 2005. Sie sind mit hoher Wahrscheinlichkeit den Kapitaleignern zugeflossen in Form von Zinsen und Gewinnen.

Volkswirtschaft kann nicht sparen Jedes Kind in unserem Land wächst mit einer Sparbüchse auf und bekommt beigebracht, dass es warten und Taschengeld auf die hohe Kante legen muss, bevor es sich einen größeren Wunsch erfüllen kann. Jeder Bausparer macht die Erfahrung, dass er erst ansparen muss, bevor er einen für sein Traumhaus hinreichend großen Kredit gewährt bekommt. Doch dieses einzelwirtschaftliche Verhalten ist nicht das Spiegelbild dessen, was sich gesamtwirtschaftlich beim Investieren und Sparen abspielt. Wieder einmal verstellt die einzelwirtschaftliche Sicht den Blick für die gesamtwirtschaftlichen Zusammenhänge. In einer Geldwirtschaft geht das Investieren klar dem Sparen voraus. Und es scheinen damit die Dinge auf den Kopf gestellt zu werden. Das wiederspricht der Alltagserfahrung jeden Verbrauchers und deswegen kommt es zu fundamentalen Missverständnissen. Eine Volkswirtschaft kann eben nicht sparen wie ein Einzelner. So wie man die gesparte Zeit auch nicht in die Zukunft mitnehmen kann, man muss sie verwenden. Und natürlich hat die Art der Verwendung Einfluss auf die Zukunft. Auf die Volkswirtschaft übertragen heißt das, dass man das erwirtschaftete Einkommen so oder so verwenden muss. Nutzt man es für Investitionen, beeinflusst man die zukünftigen Konsummöglichkeiten positiv. Sparen im Sinne von Nicht-verwenden kann man es nicht. Der Kapitalismus ist ein fragiles Gebilde. Er ist, wenn man es ernst nimmt, ständig von Krisen bedroht. Er ist aber gleichzeitig das beste Wirtschaftssystem, das die Geschichte bislang hervorgebracht hat. Deshalb muss man ihn verstehen. Erst dann können Staat und Notenbank ❖ heraufziehende Krisen abwenden, zumindest aber abfedern. Quellen: Binswanger, H. C. und von Flotow, P. (Hrsg.): »Geld und Wachstum«, Weitbrecht, 1994. Heinsohn, Gunnar und Steiger, Otto: »Eigentum, Zins und Geld«, Rowohlt, 1996 ❖ Keynes, John Maynard: »General theorie of employment, interest and money«, 1936 ❖ Koo, Richard: »Balance Sheet Recession«, Wiley, 2003 ❖ Martin, Paul C.: »Der Kapitalismus«, Ullstein Sachbuch, 1990 ❖ Stützel, Wolfgang: »Volkswirtschaftliche Saldenmechanik«, Mohr, 1978 ❖ Robert von Heusinger: »Verdammt zum Wachsen«, Die Zeit, November 2004 ❖ Raimund Dietz, Wirtschaftsforscher Wien: »Geldwirtschaft als System«, ORF-Reihe Geld Macht Werte ❖ Erhard Glötzl, Universitätsdozent Linz: »Das Wechselfieber der Volkswirtschaften«, 1999 ❖ Flassbeck Heiner, Spiecker Friederike: »Das Ende der Massenarbeitslosigkeit«, 2007

Garantiert Geld sparen ■ Elektronik aller Art: Digicams, Flat-TV, Kaffeemaschinen, Rasierer, Handy ohne Bindung, Bügeleisen, Mikrowelle usw. ■ zu Internetpreisen unter Groß- und Fachhandel ■ Bestellungen über unsere Homepage ■ Abholung in der Karlauerstraße 1 – Tel. 0316/76 37 92 ■ Kauf auch ohne Vorbestellung in der Schmiedgasse 11 – Tel. 0316/83 91 81 ■ Österreichweiter Versand

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LILLY LOTTERBLUME

Hallo,meine Lieben! Da merke ich erst, was wir als Eltern uns da einbrocken. Jeder von Ihnen, liebe Leser, hat das auch schon zu seinen Kindern gesagt: „Na, schauen wir mal, vielleicht erfüllt das Christkind dir den Wunsch.“ Und meist hat es dann auch funktioniert. Wir mögen ihm doch das Elektroauto kaufen, wollte unser Jüngster gar nicht mehr aus der Spielwaren-Abteilung heraus. Das „Es ist zu teuer, so viel Geld haben wir nicht“ beeindruckte ihn nicht. „Aber das Christkind bringt es mir sicher“, meinte er schluchzend, weil ja das, was das Christkind bringt, nichts kostet. Auch Franz Voves, Chef der steirischen SPÖ, hofft auf das Christkind. So hört zumindest mein Allerliebster das von seinem Tarock-Bruder Hans. Der hat viele Freunde in der SPÖ-Zentrale. Es gibt ja bekanntlich den Beschluss, die SPÖ-Stiftung „Zukunft Steiermark“ aufzulösen, wo die steirischen Genossen ihre Firmenbeteiligungen, wie die beim Druckkonzern Let’s Print, bei Radios und Medien, steuerschonend „versteckt halten“. Dabei drohte bis jetzt die Gefahr von Steuernachzahlungen in Millionenhöhe, die die steirische SPÖ arm machen könnten, zeigen die politischen Gegner genüsslich mit dem Finger auf die Stiftungsgründer Peter Schachner und Co. Nun könnte doch das Christkind für die SPÖ kommen, sogar in der Person von ÖVP-Finanzminister Josef Pröll, nicht gerade bekannt als SPÖ-Fan. Sie wird dank „seiner Hilfe“ ihr Vermögen in eine gemeinnützige GmbH überführen. Pröll hat vor Monaten nach langem Drängen von gemeinnützigen Organisationen wie Greenpeace und anderen den Spendenparagraphen erweitert und plakatiert das auch in einer InseratenKampagne. Natürlich war nicht die steirische SPÖ der Grund, aber sie profitiert davon auch. Denn Spenden an gemeinnützige GmbHs sind nun (auch die SPÖ-Stiftung ist ei-

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nes) steuerfrei. Die SPÖ scheint der drohenden Nachzahlung von Millionen Euro an Steuer damit entronnen zu sein. Selbst wenn sie die gemeinnützige GmbH nach Jahren in eine stinknormale umwandelt, fallen keine Steuern an. Wie unser Jüngster sagt: Was das Christkind bringt, das kostet gar nichts.

Spitzen als Zeugen geladen werden. Die verärgerte Reaktion „Dann wählt’s mich halt ab“ beim letzten Sonderlandtag zeigt, dass Franz Voves mit Absprung- und Rückzugsgedanken spielt. Doch ein knappes Jahr vor der Wahl Anzeichen von Resignation oder gar dem politischen Todestritt zu zeigen, macht es für seine Wahlkampfstrategen nicht leichter. Andererseits werden sich seine Gegner hüten, ihn durch einen Misstrauensantrag im Landtag zum Märtyrer werden zu lassen. Da tun sie lieber weiter zündeln, als das Haus wirklich abzufackeln.

aber, Bürgermeister Johann Straner zum Rücktritt aufzufordern. Diesen schwarzen Peter wollte er nicht aufnehmen. Nicht ganz abwegig ist der Gedanke, dass Fohnsdorf für Voves der Grund zum Wechseln war. Denn für ihn wäre es hochpeinlich gewesen, den eigenen Parteigenossen zum Rücktritt aufzufordern.

Die Krone hat einen prominenten Abonnenten weniger. Landeshauptmann Franz Voves. Mit einem Brief an Hans Dichand kündigte das Ehepaar das private Abo wegen der dauernden Attacken gegen ihn. Hans Dichands Reaktion: Dann drucke man halt eine Zeitung weniger. Für manche war Voves’ Brief nicht nachvollziehbar, da die Krone ihn ja nur als Politiker attackierte und nicht privat. Ganz anders und berechtigt der Schritt, hätte man seine Frau Ingrid als hochmütig, bissig oder manchmal unvorteilhaft gekleidet kritisiert. Das wäre beleidigend gewesen, doch dem war ja nicht so. Näher gekommen sind Dichand und Voves einander durch den Brief nicht. Da reagierte Dichand auf den viel zitierten Brief von Gusenbauer und Faymann ganz anders.

Ätsch, ätsch, wir haben die Finanzierung des LKH 2020 sichergestellt. Fast in Kindergartenmanier feiert die ÖVP die Zusage von Josef Pröll, 40 Prozent des 450-Millionen-Euro-Projekts vom Bund aus mitzutragen. Ganz lustig, so mein Allerliebster, denn in einer früheren Regierung hatten schon Kanzler Alfred Gusenbauer und Werner Faymann Franz Voves die Zusicherung gegeben, jetzt kommt sie von Josef Pröll an Hermann Schützenhöfer. Doppelt hält sicher besser. Das sollte aber nun wirklich reichen.

Das Parkett der Wirtschaftskammer in der Regionalstelle Graz ist offensichtlich eine gute Startrampe für Karrieren. Kurt Egger wechselt, wie uns der Gerhard keuchend – er kommt selten dazu – beim Joggen erzählt, als Pressechef in die Präsidenten-Etage zu Ulfried Hainzl. Er löst damit Gerald Heschl ab, der zu Diözese Kärnten abwandert und dort das Amt des Chefredakteurs der Kirchenzeitung „Der Sonntag“ übernimmt. Auch der jetzige Wirtschaftsbund-Obmann und Landesrat Christian Buchmann war früher einmal Geschäftsstellenleiter in Graz. Bis zu seiner Wahl zum Präsidenten war Ulfried Hainzl Obmann der Wirtschaftskammer-Regionalstelle Graz. Und die Karrieren von dort aus machen bald eine Perlenschnur aus.

Rein körperlich näher könnte Franz Voves allerdings bald seinen politischen Gegnern Bernhard Rinner (ÖVP), Werner Kogler (Grüne) und Gerald Grosz (BZÖ) mit seinem Auftritt als Zeuge vor Gericht kommen. Diese haben die Liquidation der SPÖ-Stiftung und die Überführung des Millionen-Vermögens in eine gemeinnützige GmbH mit heftigen verbalen Ausfällen kommentiert. Voves lässt nun gegen das Trio klagen, weil sie die geforderte Unterlassungserklärung nicht unterschrieben haben. Es war noch nie erfolgreich und klug, wenn eine Krähe versucht, der anderen ein Auge auszuhacken. Insider hoffen nun, so die Regina, dass bald Vernunft einkehrt und es zum Rückzug kommt. Denn es ist klar, dass in einem solchen Verfahren die SPÖ-

Die 20 Millionen Euro teure Aqualux-Therme Fohnsdorf war schon vor der Errichtung und blieb auch nach der Eröffnung ein politisches Streitthema. Für die Gemeinde sei die Therme ein Mühlstein am Hals, den sie finanziell nicht verkraften könne, warnten Skeptiker. Bis vor kurzem waren als Kontrolleure und sozusagen oberste Finanzaufseher für die SPÖ-Gemeinden Franz Voves und für die ÖVP-Gemeinden Hermann Schützenhöfer zuständig. Bis SP-Chef Voves vor einiger Zeit überraschend den Vorschlag aufgriff, zu tauschen, weil damit mehr Objektivität und Transparenz bei den Überprüfungen gegeben wäre. Hermann Schützenhöfer hat nun wegen der Finanzmisere der Therme Fohnsdorf sogar die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Er unterließ es

Was ich als kleine Frau nicht verstehe: Es gibt so viele Steueroasen in Europa, Liechtenstein, Andorra, Zypern, die Britischen Kanalinseln, Monaco, wo hunderte Milliarden Euro durchgeschleust oder versteckt werden. Die EU könnte den Geldverkehr mit den Oasen verbieten, so wie sie ja auch Leuchttürme verbietet, das Mitnehmen von Wasser bei Flügen, genau vorschreibt, wie krumm eine Banane sein darf. Jeder Staat, auch Österreich, hätte dann wieder genügend Geld in der Staatskasse. Ich hab‘ noch nicht bemerkt, dass das die Prölls und Faymanns oder auch Frau Merkel unermüdlich und forsch in Brüssel fordern. Die hohen Herren und Damen wollen das offensichtlich nicht, weil zu viele Große davon profitieren. Eure Lilly

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Foto: Stadt Graz/Fischer

HINTERGRUND

Ein Gedenkjahr, das keinen Anlass zur Freude gibt

Vor 70 Jahren … Nur noch wenige Tage in diesem Gedenkjahr: Vor 70 Jahren stürzte Adolf Hitler mit dem Angriff auf Polen die Welt in eine unvorstellbare Katastrophe. Den Zweiten Weltkrieg hat Adolf Hitler mit einer Lüge vom Zaun gebrochen, und 50 Millionen Menschen sind in der Folge für ihre Vaterländer gestorben.

Mensch ganz offensichtlich irgendwann einmal versucht sein wird zu „essen“. Kurt Brühl ist einer jener Grazer, der das Aufkommen der Nazis, die Übernahme der Macht als kleiner Bub miterlebt hat. Gegenüber seinem Elternhaus im jetzigen Landhauskeller in der Schmiedgasse befand sich das Hauptquartier der SA, deutet er an, dass er als Kind viel gesehen hat und manches in seinem Gedächtnis sich für immer eingraviert hat.

Viele Demütigungen Über die Zeit von damals erzählt er nicht gern oder kaum, weil Dinge und Demütigungen bei ihm bis heute Unbehagen auslösen. Es gäbe ja ohnehin noch andere Zeitzeugen, deren Berichte authentischer wären und besser nachzulesen seien, weicht er meist Fragen zu dieser Zeit Nazis setzten am 9. November 1938 die Grazer Synagoge in Brand.

Die Polen hätten auf Deutsche geschossen und „von nun an wird zurückgeschossen“, wetterte Adolf Hitler. Was einen Spätgeborenen wie mich (zum Glück!) nur so verwundert, dass mit dem Wissen von heute die Vertreter dieser Generation – etwa ein Kronenzeitungschef Hans Dichand und andere – es immer noch als ungeheuerlich bezeichnen, wenn die Verbrechen deutscher Soldaten und der Wehrmacht angeprangert werden. Jeder habe nur seine Pflicht getan. Das wird im Krieg immer behauptet und war auch die Rechtfertigung aller Diktatoren, aller Kriegsverbrecher – ganz egal wann und wo. Bis heute

im Irak, in Afghanistan hört man ähnliche Rechtfertigungen von den Verantwortlichen. Allzu leicht sind die Historiker bemüht, jede kriegerische Auseinandersetzung damit zu begründen, dass keine andere Lösung des Konflikts möglich war. Ein völliger Unsinn, wenn man diese Argumentation zu Ende denkt. Ob das auch die Überlebenden nach einer atomaren Auseinandersetzung behaupten werden? Die Atom-, Wasserstoff- und Neutronen-Bomben sind Früchte der Versuchung, von denen der

aus. Bis vor wenigen Jahren wussten er und seine Familie überhaupt nicht, wo und wie sein Vater umgekommen war, der schon früh aus Graz unter abenteuerlichen Umständen flüchten musste. Bis die Familie durch Nachforschungen end-

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Konsul Kurt David Brühl: Späte Gewissheit über den Tod des Vaters.

lich entdeckte, dass er von Paris aus in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert worden sei. Mit anderen Emigranten und unter Duldung der Franzosen. Bei einem Besuch der Gedenkstätte konnte sich Kurt Brühl selbst vergewissern und fand den Namen seines Vaters auf der Liste des Konvois 49 eingraviert. Eine traurige Gewissheit, dennoch erträglicher als Ungewissheit. Mehr als 20 Jahre stand Kurt David Brühl der Israelitischen Kultusgemeinde vor. Der Wiederaufbau der Synagoge in Graz und die feierliche Übergabe und Einweihung im Beisein des Bundespräsidenten am 9. November des Jahres 2000 war der Höhepunkt in seiner Ära. Diese war ja in der Kristallnacht am 9. November 1938 abgefackelt worden und ein bleibendes Kindheitserlebnis für Kurt David Brühl. Ganz stark in seiner Erinnerung verankert sind ihm auch noch Ferienlager an der Adria, wo er mit seinem älteren Bruder war. Da wurde er schon von den anderen Altersgenossen als Jude bezeichnet oder auch beschimpft. Kurt David Brühl einmal zu diesem Vorfall befragt: „Ich hab’ damals noch gar nicht gewusst, was die anderen damit gemeint haben und was ein Jude ist.“ ❖ J.L.

Online lesen schärft den Blick! KLIPP Dezember 2009


Modell:Zukunft:Steiermark Eine moderne Partei wie die Steirische Volkspartei stellt sich nicht nur den Aufgaben der Gegenwart. Sie will bewusst die Zukunft mitgestalten.

Foto: kk

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m März 2007 wurden mit dem „DiensTalk“ und dem „Modell: Zukunft:Steiermark“ zwei neue Formate in der traditionellen steirischen VP-Denkwerkstatt von Landeshauptmann-Stv. Hermann Schützenhöfer und Landesgeschäftsführer Mag. Bernhard Rinner initiiert. Der DiensTalk, ein mutiges Experiment, ist eine wöchentliche Diskussionsveranstaltung mit dem Anspruch, stets ein aktuelles tagespolitisches Thema aufzugreifen und mit national und international ausgewiesenen Fachexpertinnen und Fach­ experten zu diskutieren. Mittlerweile sind drei Jahre vergangen, 53 DiensTalk-Abende haben

Bernhard Rinner, Gerda Rogers, Chris Lohner, Gery Keszler (v. l.)

stattgefunden, 187 ReferentInnen saßen am Podium und mehr als 5.000 SteirerInnen waren in dieser Zeitspanne am Karmeliterplatz zu Gast und haben sich intensiv an den Diskussionen beteiligt. Diskutiert wurde unter anderem über Wirtschaftskrise, ­Jugendwahn, Ge-

sundheitswesen und Drogenproble­ ma­tik. Auch die Liste der ReferentInnen von internationalem Format spricht für sich: Pfarrer Wolfgang Pucher, Botschafter Selim Yenel (Türkei), ­Vizekanzler a.D. Josef Riegler, Baulöwe Richard Lugner, der grüne Lan-

desrat Rudi Anschober, die österreichweit anerkannten Professoren Hengstschläger, Liessmann, Taschner und Prisching, Gery Keszler, Chris Lohner und Gerda Rogers sind einige von ihnen. Die zweite „Erfindung“, das Modell:Zukunft:Steiermark, ist eine Großveranstaltung, die zweimal im Jahr im Grazer Kunsthaus stattfindet. Hierbei rückt die Programmarbeit von tagesaktuellen Themen weg hin zu Grundsatzthemen der Gesellschaft. Nach zweieinhalb Jahren intensiver Arbeit kann resümierend festge­ halten werden: das Experiment DiensTalk und der Programm­ prozess Modell:Zukunft:Steiermark sind gelungen, das Konzept ist aufgegangen. Man blickt auf erfolgreiche Denk- und Programmarbeit zurück und freut sich 2010 auf neue Erfahrungen. (mehr: www.entscheide.at) v

THERE‘S PROBABLY NO GOD? G

N U D A L N I E Univ. Prof. Dr. Rudolf Burger Philosoph

Dr. Franz Lackner Weihbischof der Diözese Graz-Seckau

Univ. Prof. Dr. DDr.h.c. Anton Zeilinger Quantenphysiker

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Donnerstag, 17. Dezember 2009, 19:30 Uhr Kunsthaus Graz, Space04

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Wirtschaft

Moderne Programmarbeit – eine Initiative von Hermann Schützenhöfer


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ls Klipp in der Ausgabe Juli 2009 detailliert und exklusiv über das Pensionsparadies in der Energie Steiermark berichtete, fühlte sich Oswin Kois, damals noch Verbund-Manager, auf den Schlips getreten. Er begehrte in der Folge die Richtigstellung über seinen Rechtsanwalt, indem er festhält, er habe keine wie auch immer gearteten Pensionsansprüche gegenüber der Energie Steiermark AG. Kein Quäntchen sei wahr, er habe bereits die Klage eingebracht, so zitierte ihn die Steirerkrone (9. Juli 2009). Das hat er dann aus guten Gründen nicht gewagt, unterlassen, wie immer man das nennen mag. Klipp könnte nun Oswin Kois klagen, weil seine Behauptung „… kein Quäntchen wahr …“ tatsächlich unwahr ist. Doch das ist nicht unser Stil und wäre unseres Rechtsverständnisses sogar unwürdig. Nachdem wir immer wieder von

Lesern angesprochen werden – „Der Kois hat euch doch geklagt“ – wollen wir noch einmal die Fakten präsentieren. Klipp hat nie in direkter Aussage behauptet, dass Oswin Kois gegenwärtig seine Pensionsansprüche bei der Energie Steiermark habe. Er habe keinen Pensionsanspruch bei der Energie Steiermark. Klipp schrieb in seiner letzten Ausgabe im Zusammenhang mit Luxuspensionen in der Energie Steiermark bis zu 26.000 Euro auch über den Pensionsanspruch von Oswin Kois. Dieser betrage bereits 15.600 Euro. Er habe keine wie auch immer gearteten Pensionsansprüche gegenüber der Energie Steiermark AG, ließ er Klipp über seinen Rechtsanwalt wissen und forderte eben die Gegendarstellung. Schnellleser könnten nun meinen, es gäbe gar keinen Anspruch des Herrn Oswin Kois auf eine so genannte „Luxuspension“. So ist dem nicht. Diesen Pensionsanspruch hat Oswin Kois gegenüber dem Verbund, exakter gesagt gegenüber dessen 100-Prozent-Tochter ATP (Austrian Thermal Power). Bis vor kurzem sein Dienstgeber, der für ihn

in eine Pensionskasse einzahlte. Salopp, aber klar formuliert: Die Höhe von 15.600 Euro (12 Mal im Jahr) erwähnt Kois nicht und bestreitet sie auch nicht. Einfach ausgedrückt: Oswin Kois wird seine Pension einmal nicht vom Herrn Meier (der Energie Steiermark) erhalten, sondern vom Herrn Huber (dem Verbund bzw. dessen Pensionskasse).

Israelitische Kultusgemeinde: Ein Neuer an die Spitze Foto: Kampl Hermann

POLITIK

Wie glaubwürdig ist Oswin Kois, der Energie-Steiermark-Chef?

Eines ist bereits klar: Gérard Sonnenschein – er folgte vor Jahren dem langjährigen Vorsitzenden Kurt David Brühl – wird nicht mehr kandidieren. Zum neuen Kultusgemeinde-Vorsitzenden soll in wenigen Wochen, im Jänner 2010, von der rund 150 Kopf großen Gemeinde der Psychiater und Universitätsprofessor Rudolf Scheer gewählt werden. ❖

Energie Steiermark zahlt für Kois Pensionsbeitrag Es gäbe noch etliche Details, die über den Manager Oswin Kois berichtenswert wären. Wie jenes, dass die Energie Steiermark als sein neuer Arbeitgeber zu seiner Jahresgage von 216.000 Euro zusätzlich noch weitere zehn Prozent für seine Pension dazuzahlt. Das heißt, die Energie Steiermark zahlt für ihn den Betrag von 21.600 Euro in eine Pensionskasse ein und trägt somit sehr wohl zu seiner künftigen Luxuspension bei. O. K. hat es geschafft, sich die Dinge in seinem Sinne zu richten, doch das K. o. kommt für Manager im Umfeld der Politik oft schneller, als man glaubt. Apropos: Wie glaubwürdig ist Herr Kois? ❖

Gérard Sonnenschein kandidiert nicht mehr für Vorsitz.

Diskonter Hofers Vorgehen bei Mitarbeiter-Kündigung instinktlos

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lrike B.* erhielt in den letzten Monaten von ihrer Filialleiterin wiederholt Lob für ihre geleistete Arbeit. Umso überraschender kam dann die Kündigung praktisch über Nacht. „Wir kündigen Sie, Sie passen allgemein nicht zu Hofer. Das war’s dann, keine weitere Erklärung.“ Aber noch unverständlicher die Bemerkung des Regionalleiters: „Ich bin Ihnen diese nicht schuldig.“ Rein rechtlich geht das in Ordnung, wie die AK bestätigt. Natürlich fragt Ulrike B. beim Regionalleiter nach: „Liegt es an meiner Leistung? Bin ich nicht schnell genug?“ Sie konnte es nicht glauben, da sie ja jeden Monat stets auch den Bonus in der Höhe von weit über hundert Euro auf ihrem Gehaltskontoauszug hatte, da ja das ganze Team, einge-

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Verletzend schlossen Ulrike B., gut gearbeitet hatte.

Blick hinter die Kulissen „Rund 1.000 Artikel pro Stunde muss man“, so Ulrike B. „als Kassiererin über die Kasse ziehen. Dann gibt’s einen Bonus. Und ich hab’ hin und wieder sogar 1.200 geschafft.“ Das erklärt auch, warum man als Kunde so rasch an der Kasse abgefertigt wird, es nicht einmal genügend Zeit und Platz gibt, die gekauften Lebensmittel zu verstauen. Kassiererinnen halten auch bereits das Wechselgeld bereit, wollen, dass der Kunde ihnen nicht ihren Bonus „verringert“. In der Zeit, wo keine Kunden an der Kasse stehen, meldet sich die Kassiererin von der Kassa ab, weil damit nur die

Nettozeit zum Tragen kommt. „Aber nachvollziehbar ist natürlich nicht“, so Ulrike B., „wie viel Umsatz wirklich gemacht wurde“, und damit musste auch sie sich bei den Boni auf die Abrechnung von Hofer verlassen. Ulrike B.s Nachsatz: „Ich habe als Teilzeitkraft aber gut verdient, rund 1.100 Euro netto.“ Sie war sich aber bewusst, dass gewisse Überstunden bei Hofer nicht bezahlt werden, und wenn man sich einmal nicht wohl fühlte, sollte man es am Vortag melden. „Damit für den nächsten Tag die entsprechenden Personaleinteilungen getroffen werden können. Der nächste Tag, an dem du nicht arbeitest, ist dann ein unbezahlter freier Tag. Nur für den, der länger krank ist, gibt’s klarerweise Krankenstand. Das Arbeits-

klima war nicht schlecht“, so Ulrike B., die Dinge immer offen ausspricht. Sie habe hin und wieder aber auch offene Probleme im Zusammenhang mit der Arbeit angesprochen. „Ich denke, dass das nicht besonders gefragt war“, so Ulrike B. Auch jetzt nach der Kündigung beschäftigt Ulrike B. die Art und Weise der Beendigung ihrer Arbeit beim sich so mitarbeiter- und serviceorientiert gebenden Hofer. „Ich finde die Aussage des Regionalleiters – ,Ich bin Ihnen keine Erklärung schuldig‘ – instinktlos. Weil man auf diese Art auch überhaupt keine Rücksicht auf die Würde des Menschen nimmt. Wenn man gut gearbeitet hat – das ist ja durch den Bonus dokumentiert –, belobigt wurde, sich nichts zuschulden kommen ließ, dann möchte man logischerweise wissen, was der Grund für die Kündigung gewesen ist.“ *Name geändert

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Spar-Stratege Fritz Poppmeier wartete ab und „schlug mit Grundaufkauf dann rasch zu“ Die Brüder Theo und Fritz Poppmeier vor dem ersten Sparladen in der Körblergasse in Graz: Spar in der Steiermark groß gemacht.

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uch das gibt es: trotz Krise zufriedene Gesichter. Infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise gehen die Banken bei der Finanzierung von neuen Shoppingcentern äußerst zurückhaltend vor, Finanzierungen auf zehn Jahre sind derzeit ganz schwer zu bekommen. Das dürfte für die Investorengruppe des Projektes ECE Stadtgalerie Graz im Bereich Annenstraße/Bahnhof sicherlich ein Grund gewesen sein, dieses Vorhaben zu stoppen. Seit drei Jahren arbeitete man daran, doch die Verfahren zogen sich in die Länge und mit der geforderten Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) war kein Ende abzusehen. Daher entschloss man sich jüngst eben zur Aufgabe. Zufriedenheit gibt es nun bei den Bürgerinitiativen, bei den Anrainern, den Geschäftsleuten in der Annen-

straße, Enttäuschung aber natürlich bei Leiner, wo man sogar mit der Absiedlung drohte. Auch die überfällige neue Verkehrslösung im Bereich des Bahnhofs ist damit wieder auf die lange Bank geschoben. Bürgermeister Siegfried Nagl selbst zählt ebenfalls zu den Enttäuschten, denn er stand klar für das Projekt.

Aufatmen bei Spar Diesen Eindruck gewinnt man auch, wenn man mit Fritz Poppmeier spricht, Spar-Mitgesellschafter und Eigentümer-Vertreter des Einkaufszentrums Citypark, das von ihm in den letzten Jahrzehnten entwickelt worden war und bis heute bestens läuft. Schon mit dem Shoppingcenter Nord der Familie Kovacs ist ein nicht zu unterschätzender Mitbewerber dazugekommen, weit unangenehmer wäre aber natürlich noch ein zusätzliches Einkaufszentrum in der Annenstraße gewesen. Dieses sollte ja in einer Entfernung von nur knapp

einem Kilometer Luftlinie vom Citypark entstehen. Ganz logisch, dass das zu einem noch intensiveren Ringen um Kunden geführt hätte. Graz sei ohnehin schon überbesetzt mit Einkaufszentren (overstored), deponierte Fritz Poppmeier die Meinung seiner Gruppe an allen verantwortlichen Stellen. Und die Wirtschaftskrise gab ihm ein zusätzliches Argument in die Hand. Strategisch gut überlegt war daher auch der rasche 7,2 Millionen Euro teure Aufkauf der 14.000 Quadratmeter großen Grundflächen. Damit ist eine „Wiederauferstehung“ der Stadtgalerie ein für allemal gestoppt. Es soll dort überwiegend zu einer Wohnverbauung kommen, meint Fritz Poppmeier und lädt damit auch zur Ideenfindung ein. Seine „Drohung“, den Standort Annenstraße abzusiedeln, dürfte Leiner nicht wirklich wahrmachen. Und noch einmal Spar: Um 14 Millionen Euro wird das Logistikzentrum in Puntigam erweitert. Dann gibt es dort auch die Großbäckerei mit 30 neuen Arbeitsplätzen. 51 Millionen Euro will man in neue Märkte und deren Erweiterung stecken. Burghard Kaltenbeck, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung beim Spatenstich: „Die Hoffnungen der Investoren sollen aufgehen wie ein guter Germteig.“

Suspendierung wegen Fußball-Wettskandal

Aufklärungsbedürftig Einen Tag, nachdem es zu Hausdurchsuchungen in Sachen FußballWettskandal bei der Grazer Firma Running Ball kam, suspendierte der steirische Fußballpräsident Gerhard Kappl seinen Kassaprüfer Gerhard Pittner. Dieser ist auch Geschäftsführer und Gesellschafter der Running Ball Sport Information GmbH in Graz mit immerhin 60 Beschäftigten. Deren Muttergesellschaft, die Running Ball AG, hat ihren Sitz in der Schweiz und gehört Pittner und seinem Stiefsohn Thomas Gross. Die AG hat wieder Ableger in Portugal, Malaysia und auf Zypern. Mit SportLivewetten werden Millionen umgesetzt, speziell in Asien. Thomas Gross, Sohn des verstorbenen SPÖ-

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Landeshauptmann-Stellvertreters Hans Gross hatte die Idee, eine Software zu entwickeln, mit der weltweit sogenannte Livewetten platziert werden können. „Wer schießt das letzte Tor, welcher Spieler wird ausgeschlossen, wie viele Elfer wird’s geben? …“ Eine Verwechslung, es gäbe keinen Verdacht gegen Running Ball, reagiert Gerhard Pittner laut Kleine-Interview. Pittner, Steuerberater und damit Experte, war auch Vorstand der SPÖ-Stiftung Zukunft Steiermark und machte deren Buchhaltung und auch für die Fortuna Kommerz (100-Prozent-Tochter). Über diese wurde der Wahlkampf 2005 abgewickelt, und bekanntlich gibt’s den ÖVP-Vorwurf, dass da der

Kappl suspendierte Kassaprüfer Gerhard Pittner blitzartig: Wusste er vorher schon mehr?

Verdacht von Steuermissbrauch im Raum steht. Doch zurück zum Fußball. Nach der Hausdurchsuchung erklärte Präsident Kappl, dass Running Ball bereits seit zwei Jahren von der UEFA beobachtet werde. Als Disziplinaranwalt der UEFA wusste er offensichtlich davon. Pittner weist jede Verstrickung in den Wettskandal von sich. Warum reagierte Kappl dann so, oder weiß er mehr? Und wenn, seit wann? ❖

Energie Steiermark: Kraftwerk wird zur Kraftprobe Binnen weniger Tage hatten die Initiatoren 3.000 Unterschriften gesammelt. Nein, nicht für, sondern gegen die Errichtung des Murkraftwerks im Süden von Graz. Die Befürworter verweisen darauf, dass damit der Wirtschaftsstandort Graz abgesichert werde, Wasser doch die nützlichste Energieform sei und damit Gas, Kohle und Öl ersetzt würden. Die Gegner wiederum – darunter natürlich auch die Grünen – fahren mit schweren Geschützen auf. Sie warnen vor einer Staulösung, der Schädigung des Naherholungsraums durch die Verlegung des Murbettes. Die Energie Steiermark hat sich als Verbündete bereits die Sozialpartner geholt und wirbt in einer Inseratenkampagne dafür, wie wichtig das Kraftwerk für Graz ist. Sollte sich der Süden von Graz dagegen mobilisieren, könnte sich das Projekt Murkraftwerk zu einem „Mini❖ Hainburg“ auswachsen.

Climate Star für Gleisdorf: Redet nicht nur, handelt auch 444 Gemeinden aus elf Ländern haben ihre Klimaschutzprojekte beim größten internationalen Wettbewerb des Klimaschutzbündnisses eingereicht. Gleisdorf wurde als einer der Sieger mit dem Climate Star ausgezeichnet. Die Gleisdorfer werden bis 2015 rund 25 Prozent erneuerbare Energie bei Wärme und Warmwasser haben, minus 20% beim Energieverbrauch und 100% Umweltstrom. Schon jetzt gibt es in Gleisdorf, so Feistritzwerke-Geschäftsführer Walter Schiefer, 250 Photovoltaik-Anlagen, knapp 3.000 Quadratmeter Sonnenkollektoren, 50 Elektrofahrzeuge, Biomasseheizungen und einen PKW, der mit Pflanzenöl fährt.

Walter Schiefer: ehrgeizige Pläne mit Alternativ-Energieprojekten

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POLITIK

Krise brachte Aus für ECE in Graz


Jörg Willnauer soll als Spitzenkandidat die Grünen erstmals in die Landesregierung bringen

Foto: Stadt Graz/Fischer

POLITIK

Ein begabter Jongleur W Mario Eustacchio und Gerhard Kurzmann haben hohe Erwartungen für die Wahl.

FPÖ kommt auf Samtpfoten Zu den Siegern bei der Landtagswahl 2010 wird die FPÖ zählen. Sie schaffte aufgrund der Abspaltung des BZÖ im Jahr 2005 kein Mandat mehr für den steirischen Landtag. Die Stimmung hat sich gedreht und manche trauen der FPÖ sogar einen Sitz in der neunköpfigen Landesregierung zu. Dafür braucht sie mindestens fünf Mandate. Viel hat sich getan, seitdem Susanne Winter wegen ihrer Äußerungen über Mohammed („… Kinderschänder …“) parteiintern „abmontiert“ wurde und auch gerichtlich verurteilt worden ist. Der neue starke Mann in Graz Mario Eustacchio, von Kritikern ätzend als Frühstücksdirektor bezeichnet, kommt auf Samtpfoten daher und bei den Wählern ganz gut an. Davon profitiert auch Gerhard Kurzmann, der im Herbst bei der Landtagswahl Spitzenmann sein wird. ❖

Konsumraum für Drogenkranke Diesen fordert Caritas-Präsident Franz Küberl im Rahmen des Projekts „Kontaktladen“, gemeinsam mit dem Grazer Stadtrat Wolfgang Riedler. „Es sind Menschen, die an der Sinngrenze ihres Lebens Haltepunkte suchen, bis diese im Idealfall wieder auf eigenen Beinen stehen können“, so Franz Küberl. Aufgabe ist es, den Drogenkranken nach dem Entzug Halt zu geben und die Übergänge ins normale Alltagsleben zu erleichtern. Besonders Gewalt, sexuelle Übergriffe, Depression, psychische Störungen und oft eine schlechte Ausbildungssituation sind Probleme, die viele Betroffene in diesem von der Caritas geführten „Kontaktladen“ zu bewältigen haben. Ein eigener Konsumraum sollte ihnen zur Verfügung stehen, um auch die zwischenmenschliche Beziehungsfähigkeit zu stärken. ❖ 24

ähler wollen von Politikern auch unterhalten werden. Der neue Spitzenkandidat der Grünen, Jörg Willnauer, bringt da die besten Voraussetzungen mit. Er ist bisher Kabarettist gewesen und als solcher hat er sein Publikum unter anderem damit beeindruckt, dass er auf der Bühne minutenlang einen Ball gaberlte. Ganz in der Art eines Ronaldinho oder Messi. Was Jörg Willnauer – nicht von der Gage her – sogar über die Fußballkünstler stellt: Er unterhält sein Publikum während des Gaberlns sogar mit Pointen und „Wuchteln“. Auch über Politiker, zu denen er jetzt ja selbst gehört. Nichts Schlechteres soll passieren, als wenn einer bereit ist, sich selbst auf die Schaufel zu nehmen. Damit kann er nur gewinnen. Auch wenn die Grünen mit großer Zustimmung ihren Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im Jahr 2010 gekürt haben, erst am Wahlabend wird klar sein, wie zukunftsträchtig die Entscheidung war. Auch die Tatsache, dass er zugewanderter „Piefke“ ist,

Werner Kogler bleibt lieber in Wien und brachte damit erst den Kabarettisten Jörg Willnauer als Quereinsteiger ins Spiel. Am Wahlabend wird man wissen, wie geschickt es war …

verschweigt er in seinen Kabarettprogrammen nicht. Er macht darüber sogar Scherze, hoffentlich tun das nicht die Wähler. Werner Kogler, der Grüne-Landessprecher, wäre der logische Spitzenkandidat gewesen. Er fühlt sich aber als Abgeordneter in Wien wohl, möchte offensichtlich nicht in die Niederungen der Landespolitik, sondern lieber auf Bundesebene an der „Grü-

ne-Spitze“ weiterhin mitmischen. Willnauers Wahlziel ist ein Sitz in der Landesregierung, er wäre damit der erste ernsthafte Kabarettist dort. Kabarettreife Auftritte seiner Kollegen hat’s hingegen schon viele gegeben – sowohl in Regierung wie auch im Landtag. Schafft es Willnauer nicht in die Regierung, dann sitzt wenigstens im Landtag einer, der ❖ sein Handwerk gelernt hat.

BZÖ-Übertreibungskünstler Gerald Grosz optimistisch für Landtagswahl 2010

E

r habe den anderen Parteien bereits dafür gedankt, dass sie mit diesen Spitzenkandidaten in die Landtagswahl gehen, weil damit die Chance des BZÖ auf Protestwähler und ein gutes Ergebnis steigt, lautet die Ansage von Gerald Grosz, dem steirischen BZÖ-

Obmann, bekannt als verbaler Übertreibungskünstler. Das BZÖ gibt es seit fünf Jahren, er wurde erst kürzlich als Parteiobmann eindrucksvoll bestätigt. Den Spitzenkandidaten für die Landtagswahl wird das BZÖ erst im Juni 2010 aus dem Zylinder ziehen. Die Wahl-

chancen stünden gut, die Zeit arbeite für das BZÖ, so Grosz. Mit Jörg Haider schaffte man bei der Nationalratswahl mehr als 100.000 Stimmen und damit 13,5 Prozent. Ohne ihn bei der EU-Wahl waren es immerhin noch 5,5 Prozent, andere Bundesländer hingegen stürzten total ab. Gegenwärtigen Umfragen zufolge liegen SPÖ und ÖVP in der Wählergunst bei jeweils rund 35 Prozent. Zur Wahl des Landeshauptmannes benötigt eine Partei aber zumindest 48 Prozent der Wählerstimmen, also geht es nicht ohne Steigbügelhalter. Doch wer von den kleinen Parteien FPÖ, Grüne, KPÖ, BZÖ schafft einen Anteil von 10 bis 13 Prozent? SPÖ und ÖVP sind daher auf die Unterstützung von ein oder zwei Kleinen angewiesen. Spannend wird die Landtagswahl 2010 also allemal. ❖ Gerald Grosz wird Spitzenkandidat erst im Juni aus dem Zylinder ziehen.

KLIPP Dezember 2009


Karawanen ziehen ins Ennstal

D Besuchermagnet: das Nightrace in Schladming

aber auch bei den Rennläufern für Kribbeln in der Magengegend sorgen werden. Was die Pisten und das Skifahren angeht, muss bis zur WM in der Region nicht viel passieren, für die Infrastruktur noch viel. Alle Projekte müssen bis 2012 WM-tauglich sein, wenig ist bis jetzt ❖ passiert, der Termindruck ist also gewaltig.

Therme Linsberg Asia: Wüster Streit

Millionen-Klagen drohen Zwei ehemalige Manager der Therme Loipersdorf, die Herren Bock und Lunacek, versuchten nach ihrem Abgang aus der Steiermark bei der neuen Therme Linsberg Asia, nahe Sebenstein in Niederösterreich, ihr Berufsglück. Sie haben dort nun gehörig viel Stress und Zoff, weil die Gesellschafter untereinander mit Millionenklagen drohen. Die Initiatoren der Therme, die Brüder Manfred und Reinhard List, und von ihnen eingesetzte Manager – diese

sind für die operative Führung verantwortlich – sollten sich aus Sicht der Kommanditisten und nach Meinung der finanzierenden Bank aus der Geschäftsführung zurückziehen, weil der Therme das Wasser bis zum Hals steht. Von Verletzung der Sorgfaltspflicht, umfangreichen Insich-Geschäften, massiven Baukostenüberschreitungen, Schadenersatzansprüchen, strafrechtlichen Anzeigen, erfolgloser Betriebsführung, Rückzahlung von Voraus-

gewinnen und skandalöser Überbezahlung von Managern ist in Rechtsanwaltsbriefen die Rede. Die Brüder List weisen diese Vorwürfe entschieden zurück, alles laufe ordnungsgemäß. Die knapp hundert Anleger sind übernervös geworden, müssen sie doch je nach Höhe der Beteiligung ab 20.000 Euro nachschießen. ❖

ie nächste Landtagswahl gibt es im Herbst 2010, vorher wird im Frühjahr – ausgenommen in Graz – in allen 542 steirischen Gemeinden gewählt. Unterm Strich werden SPÖ und ÖVP Verluste hinnehmen müssen, da die FPÖ wieder im Aufwind liegt und auch das BZÖ verstärkt auftritt. Man werde sich in zumindest 150 Gemeinden der Wahl stellen, so Obmann Gerald Grosz. Die ÖVP stellt in 359 Gemeinden den Bürgermeister, die SPÖ in 156 Gemeinden, die FPÖ in fünf, in 22 Gemeinden kommt der Bürgermeister von Namenslisten. 606.819 Steirer gaben bei den letzten Gemeinderatswahlen ihre Stimmen ab. Die nicht unrichtigen Kommentare der Verlierer kennt man schon heute: Die Gemeinderatswahl sei eine lokale, echte Persönlichkeitswahl, das Ergebnis hänge also von den Kandidaten ab. Wurde da was übersehen? Ist nicht auch die Landtagswahl eine ❖ Persönlichkeitswahl?

Nur in der Landeshauptstadt Graz wird im Frühjahr 2010 nicht gewählt.

Hypo Alpe Adria Rettungspoker

„Seine Urne ins Gefängnis sperren“ „Kärnten ist reich“, jubelte Jörg Haider vor drei Jahren über 809 Millionen Euro für den Verkauf der Kärntner Hypo-Anteile an die BayernLB. Die Hypo war Haiders Lieblingsbank, geführt von Haider-Freund Wolfgang Kulterer (heute gerichtlich verurteilt). Er stand stets zur Verfügung, der Landeshauptmann eine Idee hatte. Die Eigentumsverhältnisse nach dem Verkauf: BayernLB 67,1 Prozent, die Grazer Wechselseitiger Versicherung 20,5 Prozent und das Land Kärnten 12,5 Prozent. Nun muss die sechstgrößte

KLIPP Dezember 2009

Bank Österreichs verstaatlicht werden. Die drei Gesellschafter haben sie der Republik „geschenkt“ und müssen noch Millionen drauflegen. Doch keine Panik, in Holland musste wegen der Finanzkrise sogar alle Banken verstaatlicht werden. Die einstige Provinzbank Hypo Kärnten war explosionsartig zur sechstgrößten in Österreich aufgestiegen. Das überhitzte Wachstum in Südosteuropa ermöglichte Haider mit Landeshaftungen rund 20 Milliarden Euro. Und das bei einem Landesbudget von zwei Milliarden Euro. Einen Großteil des Verkaufserlöses

führte Haider dem Kärntner Zukunftsfonds zu. Aus diesem wollen die Kärntner jedoch bis jetzt nichts zur Sanierung herausnehmen. Am Rande des Hypo-Krimis werden spät, aber doch – pikante Details bekannt. So soll es für 1.500 Yacht-Leasingfinanzierungen, aber auch bei einzelnen der rund 50 Privatjet-Finanzierungen auf dem Balkan nicht einmal klagfähige Verträge geben. Im Vergleich dazu wirken die 150 Millionen Leasing-Verluste der Landeshypo Steiermark ja noch bescheiden. Nicht bescheiden hingegen das Ho-

norar, das Berater und Anwälte bei Banken-Deals kassieren können. Im Fall der Hypo Kärnten erhielt der Haider-Bekannte Steuerberater Dietrich Birnbacher zwölf Millionen Euro Honorar für seine Beratungstätigkeit. Jörg Haider hat wie oft große Dinge angefasst, aber nicht zu Ende geführt. „Man müsste seine Urne ins Gefängnis sperren“, lässt der Kärntner Schriftsteller und Büchner-Preisträger Josef Winkler seinem Zorn freien Lauf, als Ausdruck von Volkszorn kann dieses deftige Wort noch nicht bezeichnet werden.

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POLITIK

Probegalopp

S

ie reiten wieder Richtung Norden. Im Jänner, also in wenigen Wochen, zieht es tausende Steirer wieder ins Ennstal und Ausseer Land. Wohin geht es? Vorerst bei Stainach Richtung Ausseer Land zum KulmSpringen. Weltrekord kann es auf der Kulm-Naturschanze keinen geben, dafür müsste man die Aufsprungzone verändern. Doch Schlierenzauer, Loitzl und Co. werden auch so für ein rot-weiß-rotes Fahnenmeer sorgen. Und weil Hubert Neuper weiß, was VIPs gerne haben, wird auch genügend Prominenz antanzen. Abgetanzt haben bekanntlich zehntausende Fans in Schladming. Der Auftritt des französischen DJs David Guetta – er war nur für Eingeweihte ein Star und löste ungläubiges Staunen bei den Nicht-Disco-Gehern aus – löste die Besucher-Karawane aus. Noch heißer wird’s nur dann beim Nightrace am 26. Jänner hergehen, kurz vor dem Abflug der Skiasse zur Olympiade nach Vancouver. Aber selbst bei der WM 2013 wird die Atmosphäre des Nightrace nicht zu toppen sein. Obwohl natürlich die Abfahrt, der Super G und Riesentorlauf von der schwierigen und schnellen Planai bei den Zuschauern sowieso,

Aufschlussreiche Gemeinderatswahlen im Frühjahr 2010


HINTERGRUND

26_fleischer korr.

15.12.2009

12:07 Uhr

„Anfangs war’s schwierig“, gibt Thomas Klinger, Fleischermeister in Groß St. Florian, zu, denn „man kämpft gegen Giganten“, und „die Branche ist extrem energieaufwändig“, aber mit enormem Ehrgeiz machte er sich an die „Knochenarbeit“, die ja im wahrsten Sinne des Wortes bereits beim Schlachten ihren Anfang findet. Die Fleischerei als Handwerksbetrieb kämpft seit Jahren ums Überleben gegen die Industrie. Nur noch 200 gibt es in der Steiermark. Einer davon ist Fleischermeister Thomas Klinger aus Groß St. Florian.

Seite 26

Junger Fleischermeister mit Liebe zum Detail

Er kämpft gegen Giganten

Von Michaela Vretscher

H

eute bin ich etwas später aufgestanden“, antwortet Thomas Klinger bei meinem Besuch am Samstag auf die Frage, wann denn sein Arbeitstag beginne. Fünf Uhr ist also die Ausnahme, meist steigt er um 4.30 Uhr aus den Federn und hat unzählige Handgriffe, oft bis spätabends, vor sich. Im Geschäft herrscht an jenem Vormittag reger Verkehr: drei Verkäuferinnen bedienen und beraten Kunden, die sich fürs Wochenende eindecken: Wurzelspeck – eine der Klinger-Spezialitäten, Kalbfleisch, Rouladen und gefüllte Braten zum Fertigbrutzeln werden über die Theke gereicht. Warme Köstlichkeiten wie Leberkäse, Brüstl und eine letzte gebratene Stelze duften aus der ersten Vitrine. „Die gehört schon mir“, ruft ein Herr lachend, als sich mein Blick an dieses appetitliche Stück mit knuspriger Oberfläche haftet. In der Imbissecke mit rundem Tisch unterhält sich eine Gruppe Männer, rechts gleich neben dem Eingang locken im Tiefkühlschrank fein portionierte Grießnockerl, Leberknödel, Gulasch und Flecksuppen.

„Alles hausgemacht …“ betont Thomas Klinger, der im Jahre 2007 den Betrieb von seinen Eltern übernommen hat und seither mit ihrer Unterstützung sowie einem Team von sechs MitarbeiterInnen dieses Unternehmen leitet. Von der ungeheuren Auswahl an Fleischprodukten, die allesamt ohne künstliche Konservierungsstoffe auskommen –

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Thomas Klinger aus Groß St. Florian – einer der 200 steirischen Fleischer, die gegen die Industrie bestehen wollen.

es wird ausschließlich Pökelsalz verwendet –, führt mich der dynamische 28Jährige weiter ins Büro, dessen Wände Meisterbriefe und Urkunden zieren. Am Tisch Entwürfe für das Packpapier mit dem neuen Firmen-Logo, eine Homepage ist in Arbeit – zusätzlicher Aufwand, den der junge Chef zu bewältigen hat. Dass der Absolvent der HTL im Bereich Lebensmitteltechnologie und ausgebildete Qualitätsmanager vor der Übernahme des Betriebes bei der Firma Hütthaler in Oberösterreich beschäftigt war, erfuhr ich vor dem Interview von einem Bekannten: „Eine Ausnahme“, sagte dieser, „führender Fixjob und dann kommt der Bursche wieder heim …“ Thomas Klinger selbst, dem die Freude an der Tätigkeit im Familienbetrieb, gegründet 1973, aus den Augen blitzt, zeigt sich betreffend Informationen zu Ausbildungen und Karriere zurückhaltend, schwärmt ausschließlich davon, in Kooperation mit mehreren kleinen Bauern der Region dem qualitätvollen Handwerk Rechnung zu tragen.

Der Fleischermeister: „Es ist ein langer Weg, bis du so etwas in der Hand hast.“

den. Der Betrieb von Thomas Klinger hat alle Zertifikate und erfüllt damit alle von der EU geforderten Standards.

Speck in Meersalz

„Ich bin mit Leib und Seele Patriot …“ die Wertschöpfung soll in der Steiermark bleiben.“ Regelmäßige Besuche bei den Landwirten – nur wenige Kilometer von seinem Standort entfernt – zur Besprechung und zum Abwägen, welche Rinder als nächste Nahrungslieferanten für welches Produkt in Frage kommen, gehören genauso zu seinem Berufsprogramm wie die Aufbereitung der Ware, das Einhalten der strengen Hygienevorschriften und Marketing. „Ein kurzer Transportweg wirkt sich ebenfalls besonders“, wie die Fütterung und Haltung der Tiere, „auf die Qualität des Fleisches aus“, weiß der Fachmann, „denn Stress verändert den pH-Wert“. Leider aber haben einige Bauern der Umgebung mit der Viehzucht aufgehört, sodass es immer schwieriger wird, von nahe liegenden Höfen beliefert zu wer-

Weiter geht es zu den Bottichen mit eingelegten Rippchen, daneben tunkt der Speck in Meersalz und Gewürzen. In der Reifekammer ruht der Selchspeck; ebenso wohltemperiert, stufenweise reguliert, entwickeln sich die Rohwürste eine Woche lang im nächsten Kämmerchen. Allerlei Geräte stehen in der Halle bereit für die aufwändige „Kleinarbeit“, etwa die Wurstbrätund die Wurstfüllmaschine. Das Handwerk vollzieht sich auch hier: Die Haut der Frankfurter besteht aus Naturdarm, dem Schafsaitling, und wird – anstatt industriell mit Collagen-Kunstdarm vollautomatisch versehen – einzeln abgedreht. Ein langer, mühevoller Weg, bis etwa eine der knackigen Würste oder der g’schmackige Hamburger Speck von einem solchen Handwerksbetrieb auf dem Teller des Konsumenten landet, in diesem Fall auf meinem. Und ich sag’ so vor mich hin: So ein gutes Brüstl hab’ ich schon seit Jahren nicht mehr gegessen. ❖ KLIPP Dezember 2009


Qualifizierung auf hohem Niveau ist der Schlüssel zum Erfolg. Diesem Grundsatz fühlt sich auch die Team Styria Akademie verpflichtet. Als anerkannte Schulungseinrichtung des AMS bildet Team Styria seit 1992 Menschen mit Handicap erfolgreich aus und legt mit ihnen gemeinsam den Grundstein für solide Zukunftsperspektiven und Chancen.

D

ie Team Styria Akademie hat zwei große Tätigkeitsschwerpunkte: einerseits die Erwachsenenausbildung mit maßgeschneiderten Ausbildungsformen und andererseits die Lehrlingsausbildung. In der Erwachsenenausbildung bildet Team Styria zum großen Teil im Auftrag des AMS Steiermark seine Klienten vorwiegend in den Berufsfeldern Schlosser (Metallbearbeitung) und Tischler aus. Seit 2008 ist das AMS-Ausbildungsangebot in den Berufsfeldern Werkzeugmaschineur und Elektronik erweitert worden. Mit der praxis- und persönlichkeitsorientierten Ausbildung steht nach Ende der Ausbildung vor allem die Integration von benachteiligten Personen oder Rehabilitanten in den Arbeitsmarkt an oberster Stelle. Schon während der Ausbildung werden die KursteilnehmerInnen mit individuellem Förderunterricht, Persönlichkeitstrainings und begleitendem Coaching durch angestellte Diplom­sozialarbeiterInnen intensiv KLIPP Dezember 2009

auf die Anforderungen vorbereitet. Nach einer Ausbildungszeit von 18 bis 24 Monaten können die KursteilnehmerInnen eine Lehrabschlussprüfung absolvieren. Der besondere Vorteil der Schulungseinrichtung von Team Styria ist die praxisnahe Wissensvermittlung, die durch Ausbildungseinheiten in der Produktion am selben Standort möglich ist. Mit dem großen Plus einer maßgeschneiderten Ausbildung erhält die Team Styria Akademie auch Aufträge für Personen in einer beruflichen RehabilitationsMaßnahme von AUVA und PVA. Die Team Styria Akademie bildet ebenso eine hohe Anzahl an Lehrlingen in den Lehrberufen Metalltechnik, Metallbearbeitung, Werkzeugmaschineur, Zerspanungstechnik, Maschinenbautechnik, TischlerIn, Tischlereitechnik, ElektronikerIn, Bürokaufmann/-frau aus. Um jenen Jugendlichen, die keinen Lehrplatz finden können, die gleichen Ausbildungschancen zu geben, hat die Team Styria GmbH in Zusammenarbeit mit dem bfi, JAW, LFI und mit bit zusätzliche Ausbildungsplätze an den Standorten Graz, Kapfenberg, Spielberg und Trieben bereitgestellt. Ende des Jahres hat Team Styria einen Lehrlingsstand von 88 auszubildenden Jugendlichen. Durch die Sensibilisierung für das Gendermainstreaming in Zusammenarbeit mit dem bfi und NOWA kam es zu einer Neuausrichtung sämtlicher

Ausbildungsmaßnahmen. So konnte die Team Styria sukzessive den weiblichen Anteil bei der Lehrlingsausbildung in den technischen Berufsfeldern ausbauen. Durch die jahrelange Erfahrung im Umgang mit Menschen mit Handicap und die Ausbildungsmöglichkeiten bieten wir sowohl eine Teilqualifizierungslehre als auch eine Integrative Lehre an. Die hohe soziale Kompetenz unserer Trainer und Trainerinnen ist für uns eine wesentliche Grundlage für die Sicherstellung der Ausbildungserfolge bei unseren Klienten.

Neuartiger Lehrgang Im November vergangenen Jahres startete neben den Ausbildungsschwerpunkten Metallverarbeitung, Holzmanufaktur und Elektronik auch ein neuartiger Lehrgang im Rahmen des Projekts „New Media – New Chance“: ITAC – IT Accounting. Dieses vom Bundessozialamt und vom Land Steiermark getragene Projekt ermöglicht Menschen mit leichten Behinderungen, im Rahmen eines Anstellungsverhältnisses eine verkürzte Lehre zu EDV-Kaufleuten in 18 Monaten zu absolvieren. Im April 2010, am Ende dieser Ausbildung, werden die 14 ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in feste Anstellungen am ersten Arbeitsmarkt vermittelt. Einige darunter befinden sich bereits im Dienstverhältnis mit den praktikumsgebenden Firmen!

Ende November 2009 wurde ein weiteres ambitioniertes Projekt in Kooperation mit dem bfi Steiermark ins Leben gerufen: 20 KursteilnehmerInnen wird die Möglichkeit geboten, sich innerhalb von 4 Monaten für eine verkürzte, 18-monatige Tischler-Lehrausbildung zu qualifizieren. 10 KursteilnehmerInnen können diese ehrgeizige Herausforderung annehmen. Auch am Ende dieser Ausbildung werden die Absolventinnen und Absolventen direkt für den Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt vorbereitet! Die Team Styria Akademie bündelt seit ihrem Start langjähriges Knowhow ihrer TrainerInnen mit Praxisnähe. Selbstverständlich für die Akademie ist eine starke Fokussierung der angebotenen Ausbildung auf die Anforderungen des Marktes. Dabei erfahren die KursteilnehmerInnen von der Team Styria Akademie jegliche Unterstützung, um einerseits die nachhaltige Sicherung des Arbeitsplatzes mit Zusatzqualifikationen und andererseits neue berufliche Perspektiven durch eine Umschulung zu bieten. Die positive Entwicklung des Geschäftsfeldes bestätigt auch, dass die Team Styria als Integrationsunternehmen die Lehrlingsausbildung als eine Investition in die Zukunft betrachtet, um auch aus dem vorhandenen Potential eigene bestens geschulte Fach- und Führungskräfte zu rekrutieren. v

Modernste technische Ausstattung in der CNC Werkzeugmaschineur-Ausbildung

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Thema der Anzeigenredaktion

Team Styria: „Bildung ist das Fundament, auf das die Zukunft aufgebaut wird.“


A uto und V e r k e h r

Dacia präsentiert mit dem Duster sechstes Modell der Marke

Ein robuster Allradler Die rumänische Renault-Tochter bringt im Frühjahr 2010 in Österreich ihr erstes Fahrzeug mit Allradantrieb auf den Markt – den Dacia Duster. Das sechste Dacia Modell vereint robuste Nehmerqualitäten und das markentypisch exzellente Preis-/Leistungsverhältnis mit attraktiver Optik. Dacia bietet die eigenständige SUV-Alternative als Allradler und als 4x2 an.

B

ereits der optische Auftritt betont den vielseitigen Charakter des neuen Preisbrechers im SUV-Revier: Die breiten Flanken, die hohe Bodenfreiheit von mehr als 200 Millimetern, die großen Räder und der kräftig dimensionierte Unterfahrschutz be-

Dabei kommen ihm seine kompakten Abmessungen mit 4,31 Metern Länge und 1,82 Metern Breite sehr gelegen. Mit einem Gesamtgewicht von lediglich 1.330 Kilogramm (4x2: 1.200 Kilogramm) ist der Duster ausgesprochen agil und sparsam unterwegs.

Top bei Zuverlässigkeit und ­Robustheit

tonen die Traktions-Qualitäten des Duster abseits befestigter Wege. Mit einem Böschungswinkel von 30 Grad vorne und mindestens 35 Grad hinten ist der Duster auch im schwierigen Gelände souverän unterwegs. Auf der anderen Seite signalisiert

das sechste Modell der Dacia-Familie mit dem verchromten Kühlergrill, den modernen KlarglasScheinwerfern, den ausgestellten Radläufen und den breiten Seitenschutzplanken auch seine uneingeschränkte Eignung für den Boulevard in urbanen Ballungsgebieten.

Neben hoher Alltagstauglichkeit zeichnet sich der Duster in typischer Dacia Manier durch besondere Robustheit und Zuverlässigkeit aus. Ein Hauptaugenmerk der Entwickler lag auf dem umfassenden Korrosionsschutz. Mit Wachs versiegelte Hohlräume, der umfangreiche Steinschlagschutz am Unterboden und in den Radhäusern sowie die sorgfältige Abdichtung der Verbindungen zu Anbauteilen schützen die Karosserie gegen Durchrostung. v

Der Elektroroller kommt R und 200.000 Elektrofahrzeuge sollen bis zum Jahr 2020 auf Österreichs Straßen rollen. Das sind die Planzahlen des Entwicklungsplanes für alternativen Verkehr. Eine Vorstellung, was mit Elektroantrieb möglich ist, liefert wieder einmal China: Dort laufen bereits 60 Millionen Elektroroller. Logischerweise nur im Stadtverkehr. Geräuschlos drängeln sie sich im Stau an den Bussen und Autos vorbei. Das chinesische ElektrorollerPhänomen könnte aber nicht nur ein Lehrstück für die Entwicklungsländer sein, sondern auch für die Städte der Industrienationen, also auf unseren Straßen. Und natürlich trägt der Elektroroller dazu bei, die verheerende CO2-Bilanz in China zu verbessern. Der Grund für die gute Bilanz: Die Vehikel sind oft kaum mehr als bessere Fahrräder, sind leicht und langsam, fahren 20 Kilometer pro Stunde, mit einer Motorleistung zwischen 0,2 und 0,5 Kilowatt. Die Kehrseite der Medaille: ein massives Problem bilden aber die Blei28

Akkus, denn nach groben Schätzungen kommen 30 bis 70 Prozent davon beim Recycling in die Umwelt. Der Bau erfolgt in kleinen, veralteten Fabriken und in der Umgebung von Schmelzereien kommt es wiederholt zu schweren Bleivergiftungen, schon bei Kindern. Doch den Chinesen ist die Umwelt noch nicht so wichtig, dem Einzelnen, sondern er will einfach rascher zur Arbeit kommen und billig mobil sein.

Auftanken an der Steckdose Der tägliche Stau sorgt dafür, dass die Menschen Stunden zur Arbeit unterwegs sind, mit dem Elektroroller geht das viel, viel schneller. Eine Batterieladung reicht bis zu 50 Kilometer und abends schleppen die Fahrer dann die Akkus in ihre Wohnungen zum Auftanken an der Steckdose. Aber natürlich ist das für die Chinesen nur eine Zwischenetappe, denn noch immer sparen die meisten auf ein Auto. Es ist einfach ein Statussymbol. Aber die große Nachfrage

nach den Elektrorollern sorgt auch dafür, dass die Entwicklung der Akkus vorangetrieben wird. Und die bräuchte ja die Welt, damit auch die Elektroautos marktfähiger werden. Allmählich kommen auch die Elektroroller zu uns und es wäre kein Nachteil, denn bis jetzt sorgen die Mopeds – meist frisiert und mit einem hohen Geräuschpegel – dafür, dass in den Städten viel Lärm herrscht. Noch sind die Elektroroller aber praktisch LiebhaberGefährte für umweltbewusste Städter, doch es ist abzusehen, dass in den nächsten Jahren auch bald der Preis ein Anreiz für die Anschaffung eines Elektrorollers sein könnte. Im Frühjahr hat zum Beispiel der Kaffeeröster Tchibo bereits einen Chinaroller für 1.600 Euro angeboten und auch der angeschlagene

Motorradhersteller MZ aus Sachsen setzt auf einen Roller mit dem Namen Charlie. Auf dem Markt sind auch bereits das EBike und das E-Max – entwickelt in Deutschland, aber montiert in ­China. Eine beängstigende Variante für die engagierten Umweltschützer: In den Plänen der Nationalregierungen ist nur von elektrobetriebenen Fahrzeugen die Rede, dort ist nicht enthalten, wie viele Räder sie haben müssen. v KLIPP Dezember 2009


A uto und V e r k e h r

Deutsch-Schweizer Präzisionsarbeit auf Grazer Gleisen

D

MOTOR

In 10 Minuten von Deutschlandsberg nach Graz

Besonders kinder- und behindertenfreundlich ausgestattet.

Einfach besser &

derwägen und Rollstühle genügend Platz vorhanden ist, sind auch die Mehrzweckbereiche so konzipiert, dass leichtes Rangieren möglich ist. Auch auf Sehbehinderte und Blinde wird Rücksicht genommen, die neue Straßenbahn ist mit einem geeigneten Informationssystem für diese beiden Menschengruppen ausgestattet. Die jetzt in Betrieb genommene Tram gehört zur Generation der modernen Niederflurbahnen, die neben dem geräumigen, hellen Innenraum über Komfortbereiche für die Fahrgäste und ausreichend Platz verfügt. Kontrastreiche Details sorgen dafür, dass sich Fahrgäste leicht orientieren können und deren Sicherheit gewährleistet ist. v

Warum Alclear?

AUTO

A

b nun wir das Stadtbild von der Variobahn geprägt. In Zusammenarbeit mit den Behindertenvertretern der Stadt Graz wurde ein komfortables Fahrzeugkonzept ausgearbeitet welches nun auf den Schienen in Graz zu finden ist. Die Grazer Stadt AG hat von diesem Typ Variobahn 45 Stück bestellt, mit Kosten von 2,16 Millionen Euro pro Straßenbahn. Sie bietet den Menschen auch mit eingeschränkter Mobilität ein hohes Maß an Flexibilität und Selbstständigkeit, besonders im Ein- und Austiegsbereich. Es wurde darauf geachtet, Einstiegshindernisse zu vermeiden. Eine ausfahrbare Rampe bringt zusätzliche Erleichterung in diesem Bereich. Damit für Kin-

Die Zusammensetzung der Grund-

ie S-Bahn-Verbindung Graz- Deutschlandsberg aus zu erreichen. fasern und die Faserdichte bzw. die Wasserdruckverfestigung ist für eine Bruck hat hat sich in den Logistisch sei es sehr mühsam, so Willkommen höchstmögliche Reinigungsleistung undHerzlich Langlebigkeit maßgevergangen Jahren schon als Reinhard Hofer vom Verkehrsver- Beachtlich gewachsen: von 28 auf 180 Mitarbeiter. bei Alclear bend. besonders frequenzstark erwiesen. bund, für die gesamte Vernetzung Nur die Hälfte ist vor dem neuen VW-Schauraum am Foto zu sehen. Polyamide: ein hochwertiger und teurer Rohstoff, ist die Schmutz „Diese wird nun im Halb-Stunden- des Verkehrs (Fahrpläne und Haltebindende Faser Welche Reinigungsmethoden kennen wir ? Takt an den Wochentagen, sowie an stellen) die Zustimmung in den verPolyester: ein billiger und minderwertiger Rohstoff, dient lediglich Ein Familien-Unternehmer bewährten Stils  Reinigen mit Alkalischem Reiniger den Wochenenden und Feiertagen schiedenen Gemeinden zu finden. der Wasseraufnahme Ph- Wert über 7,4 für Fett, Öl, Eiweis ( Insekten, Hautschuppen..) im Ein-Stunden-Takt gefahren. Mit Rechtliche Bestimmungen und beWelche Reinigungsmethoden kennen wir?  Reinigen mit Saurem Reiniger besonderer Berücksichtigung der stehende Verträge seien immer wiePh- WertReiniger unter 7,4 für kristallisierendem Schmutz ( Kalk, Urinstein, Sanitär • Reinigen mit alkalischem Stoßzeiten“, so die zuständige Lan- der Stolpersteine, die das Projekt an Ph-Wert über 7,4 für Fett, Öl, Eiweiß (Insekten, Hautschuppen…) sicheinen immer wieder stockend vordesrätin Edlinger-Ploder.  Reinigen mit Lösungsmittel (auf Inhaltstoffe achten) Man kann dieKristina Uhr nach ihm stellen, wenn man mit ihm • Reinigen mit sauremLösungsmittel Reiniger ( billige Herstellung, schlecht für Mensch + Umwelt) Termin hat. Unpünktlichkeit, von Mitarbeitern, Im Zuge des Ausbaus auch der die Südstrewärtsmag bringen lassen. Trotz der niedPh-Wert unter 7,4 für kristallisierendem Schmutz (Kalk, UrinFranz Kuss daher nicht. Und als Unternehmer mit jahrzehntecke wird auch an einem Verbin- rigeren Benzinpreise im heurigen  Reinigen mit mechanischer Technik stein, Sanitärbereich) langer Erfahrung weiß er auch, worauf es ankommt, um erfolgALCLEAR Ultra- Microfaser Tücher dungssstück zur Koralmbahn auf Jahr konnte die Fahrgästezahl erreich zu sein und zu bleiben. • Reinigen mit Lösungsmittel (auf Inhaltstoffe achten) steirischem Boden gebaut, das im halten werden. Die positive EntLösungsmittel (billige Herstellung, schlecht für Mensch und Franz Kuss mit Söhnen Dieter und Werner (v.l.) lenken das Unternehmen. Warum Alclear ? Herbst 2010 fertiggestellt sein wird. wicklung derFamilien-Trio S-Bahn in den letzten Umwelt) um einen ist es Geradlinig- gen Skirennen sind für ihn Pflicht- ke Skoda verantwortlich. Kuss ist Monate war man dann handelseinig. Ab dann wird es möglich sein, Graz zwei Jahren sichert deren Fortfüh• ALCLEAR Ultra-Microfaser-Tücher reinigen mit mechanikeit, die für sein Gegenüber termine. Da muss die Firma warten. also auch der größte Skoda-Händler Wir haben damals schon größer geDie Zusammensetzung der Grundfasern und die Faserdichte b. z. w. die Wasserdruc nicht immer angenehm im Südosten Österreichs. Zu einem VW geplant hat“, ist legte ereine höchstmögliche Technik. Mehr Fasern bedeuten auch höhere für Reinigungsleistung undSchmutzLanglebigkeit maßgebend. innerhalb von 10 ist, Minuten von rung und weitere Investitionen. v baut alsscher Fotos: Christian Schoberer

Nicht pflegeleicht, aber exakt

Z

aber jeder weiß, woran er ist. Zum anderen ist es die Exaktheit – auf die kommt es an und die steht ganz im Vordergrund, etwa im geschäftlichen Zahlungsverkehr und bei Steuerabgaben („wir zahlen nicht wenig“) weil sie für ihn, den passionierten Techniker, der in Millimetern, Zentimetern, Volt, Ampere, Killowattstunden und anderen Einheiten rechnet und denkt, einfach stets zum Alltag gehört. Auch im Alltag ist das zu spüren, etwa bei seiner größten Leidenschaft – dem Segeln. Jeder, der mit ihm schon einmal auf einen Turn war, weiß das. TV-Übertragungen der Formel-1-WM und von wichti-

Start war am 4. September 1987

„Damals haben wir mit 28 Mitarbeitern begonnen, heute sind es 180“, so Ing. Franz Kuss. Das Familienunternehmen ist heute Österreichs größter privater VW-, Audi- und Skoda-Händler. Nur an einigen anderen Standorten gibt es größere Autohäuser, die aber gehören alle der Porsche-Holding aus Salzburg. „Eine solche Entwicklung war klarerweise nicht abzusehen“, sagt Kuss. Seine beiden Söhne sind ebenfalls in der Führungsebene tätig. Ing. Dieter Kuss, auch zweiter Geschäftsführer, leitet den Neuwagenverkauf für VW und Audi, sein Bruder Mag. Werner ist für die Mar-

Zeitpunkt, wo sich andere bereits mit dem Pensionsgedanken spielen, krempelte Franz Kuss noch einmal die Ärmel hoch. Er hatte sich nach jahrelanger Partnerschaft mit der Familie Friedrich (Frikus) im Guten getrennt, nachdem es in der Geschäftsauffassung zu unterschiedlichen Positionen gekommen war.

Nur privatisieren Das wollte er in diesem Alter nicht, sondern auch „nebenbei“ etwas arbeiten. „Zufällig, wie das im Leben oft so ist, habe ich erfahren, dass VW für den Norden von Graz einen Händler sucht“, erinnert er sich an das Jahr 1986. Innerhalb weniger

damals schon Wert auf Reserveaufnahmefähigkeit und damit flächen. Als in den folgenden Jahren Polyamide: ein sowie hochwertiger + teurer Rohstoff, ist die schmutz bindende Faser bessere Putzergebnisse in der Nachbarschaft Grundstücke Polyester: ein billiger + minderwertiger Rohstoff, dient lediglich der Wasseraufnah zum Verkauf angebotenlängere wurden, er- Haltbarkeit. natürlich warb Franz Kuss diese vorsorglich. Unsere Tücher zählen denMicrofaser: besAlclearzu UltraHerkömmliche Microfaser: „Das war auch gut, denn sonst hätten Ultra-Microfasertüchern, die 30% Polyamide 15% Polyamide ten wir nicht in dieser Form wachsen 70% Polyester 85% Polyester aufer.dem Markt zu kaufen gibt. können“,es betont

3x höheremuss Faserdichte Gemessen an der Qualität bis zu 4x wesentlich über 10Bar günstig betrachtet Heute führt Kuss die Marken VW, Wasserdruckverfestigt werden. Audi, Skoda und ist auch Seat-Ser-

Längsterder VW-Schauraum Preis als

einfache Faserdichte 1 x mit max. 10 Bar Wasserdruckverfestigt

vicepartner. Mit der Eröffnung Zumder Abschluss zusammenfassend: längsten VW-Schauraum-Front Österreichs hat Franz KussMehr neuer- Fasern bedeuten auch höhere Schmutzaufnahmefähigkeit und da lich einen Akzent für sein UnternehPutzergebnisse sowie natürlich längere Haltbarkeit. men gesetzt. Und auch da ist er innovativ: Obwohl kein Freund der GrüALCLEAR verwendet eine Ultra- Microfaser, die wir mit höherem Druck u nen, beweist er dies durch den Bau hochwertigeren Rohstoffen verarbeiten. Mit anderen Worten: Unsere Tücher zählen einer Solar- und Photovoltaik-AnlaUltra- Microfasertüchern, die es auf dem Markt zu kaufen gibt, gemessen an der Qua ge für den Betrieb. Preis als günstig betrachtet werden. Zweiter Geschäftsführer neben ihm ist sein Sohn Dieter, Werner pusht erfolgreich die Markte Skoda. Im Jahre 1987 war Kuss ziemlich „einsam“ mit seinem Autohaus am Stadtrand von Graz. Mittlerweile ist dort ein Zentrum für die Bevölkerung der Umgebung geworden. „Und heute sind wir mit unserer Firma mittendrin.“

Zu bestellen unter www.caroptic.at Graz, Mariatrosterstraße 13

Längster VW-Schauraum Österreichs

Graz-Nord, WeinzöttlstraSSe 7-15

KLIPP November 2009

KLIPP Dezember 2009

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GESUNDHEIT

Auch wenn steirische Thermen mit der Krise kämpfen

Nachhaltige Erfolgsstory Eines ist unbestritten: Wenn die Steiermark eine nachhaltige Erfolgsstory aufweisen kann, dann ist das das steirische Thermenland. Dort, wo sich früher Fuchs und Henne gute Nacht gesagt haben, sich einige Wiener Sommerfrischler verirrten, sorgen heute 1,5 Millionen Besucher pro Jahr dafür, dass die Region und das Land Wohlstand erleben. Trotz aller gegenwärtigen Probleme ist es gerade jetzt in dieser Phase der Krise wichtig, nicht das Kind mit dem Thermalbad auszuschütten.

Therme-Blumau-Führungsduo Robert Rogner und Hannes Czeitschner: Einmalige Entwicklung in Österreich.

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atürlich sind die Zeiten längst vorbei, wo warmes Thermalwasser gereicht hat, um die Besucher zufrieden zu stellen. Doch die steirischen Thermen bieten zum Glück ohnehin mehr. Auch wenn die Höchstzahlen der 90er-Jahre bei den Besuchern nicht mehr erreicht werden – die stark gestiegene Zahl der Mitbewerber im Umkreis von bis zu 150 Kilometer ist dafür verantwortlich. Dennoch haben allein im fast abgelaufenen Jahr 630.000 Besucher die Drehkreuze im Flaggschiff Therme Loipersdorf passiert. Nach dem Abwärtstrend der letzten beiden Jahre ist das erfreulich. „Wir haben diesen gestoppt und es gibt sogar wieder einen kleinen Zuwachs“, freut sich Geschäftsführer Peter Kospach. Auch die übrigen Thermen melden ansehnliche Besucherzahlen: Waltersdorf 290.000, die H20-Therme in Sebersdorf 150.000, Radkersburg 350.000, Gleichenberg 39.500 und Blumau mit einem völlig neuen Besucherkonzept 60.000 Badegäste (Zahlen Ende Sept.). Um die 1,5 Millionen Besucher einigermaßen zu halten, sind auch in Zukunft gewaltige Anstrengungen nötig – das wissen die Verantwortlichen, denn es kommt noch mehr Konkurrenz auf die steirischen Thermalbäder zu. So wird die Therme Wien (Oberlaa) schon bald Kapazitäten für 1,9 Millionen Besucher haben, 900.000 mehr als vor dem Umbau. Rund 7,5 Millionen Thermengeher gibt es in Österreich und nun kommen zusätzlich Kapazitäten für 1,5 Millionen Besucher hinzu. Unter die Räder könnten einige Thermen kommen, die hauptsächlich von Tagesgästen leben. Was jetzt allerdings nötig sei, die ent-

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sprechenden Entwicklungsschritte zu setzen. Die alte Positionierung nach der Devise „Wir haben heißes Wasser, wir sperren auf und haben alles, Angebote für Familien, für Paare, für Junge, für Gesunde, für Sportbewusste“ greift längst nicht mehr. Der Markenauftritt gehöre geschärft, wie die Touristiker sich ausdrücken. Das ganze Paket müsse stimmig sein. Werde das unterlassen, dann gibt’s auch in Zukunft unweigerlich einen noch stärkeren Konflikt zwischen dem Erlebnisund Erholungsgast. Das Führungsduo der Therme Blumau Robert Rogner und Hannes Czeitschner: „Wenn du es für beide richtig machen willst, dann machst du es für niemanden richtig.“ Und genau darauf abgestimmt müssen auch die künftigen Investitionen sein. Für die früher armen Regionen

des Grenzlandes gehören die Thermen zur lebensnotwendigen Infrastruktur. Die öffentliche Hand und damit die Politik muss für die Thermen der wichtige Ansprechpartner bleiben, zumindest mit Anschub-Finanzierungen. Nur so können auch die regionalen Interessen gewahrt bleiben. In Loipersdorf war die hohe Landesförderung von Anbeginn die Keimzelle für eine Entwicklung, um welche die Steiermark alle anderen Bundesländer beneiden. Allerdings ist nicht jedem Bürgermeister bewusst, der von einer eigenen Feuerwehr, einem Freibad, einem Gründerzentrum und einer Therme träumt, was für ein Risiko eine solche Investition bedeutet. Denn die Basis-Bedingungen für eine erfolgreiche Therme sind Qualität in der Ausstattung und im Betrieb, Eigenkapital von zumindest

50 Prozent und eine möglichst hohe Anzahl von Hotelbetten mit direkter Thermenanbindung. Reine Tagesthermen sind nur im Nahbereich von Großstädten wirtschaftlich zu führen. Dass ein Betrieb wirtschaftlich geführt wird und am Jahresende unterm Strich was übrig bleiben muss, das stellt niemand in Frage. Wer aber bringt das Investitionspotenzial für die Thermen auf? Da muss die öffentliche Hand oft in der Startphase mittun. Und den Nutzen hat ja dann auch die gesamte Region. Im steirischen Thermenland gibt’s eine Wertschöpfung von rund 300 Millionen Euro und dadurch mehrere tausend Arbeitsplätze. Das sind Existenzen für Familien, die es ohne Thermen so nicht geben würde. Und das sollten sich die Verantwortlichen stets vor Augen führen. ❖ KLIPP Dezember 2009


Thema der Anzeigenredaktion

Falkensteiner Hotel & Spa Bad Waltersdorf auch international top Bei der siebten Verleihung der „Wellness Aphrodite 2009“ des Freizeit Verlages Landsberg beeindruckte das erst im Sommer diesen Jahres eröffnete WellnessHotel als einziges mit zwei Nominierungen. Beste Voraussetzung, um bei gleicher Leistung im nächsten Jahr die Preise abzuräumen.

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ominiert in den Kategorien „Beauty & Spa“ und „SpaPersonality“ waren die Vertreter des Falkensteiner Hotel & Spa Bad Waltersdorf, rund um den General Manager Emanuel Eisl, zur Award-Zeremonie in den EuropaPark Rust gereist. Als einziges Wellnesshotel überhaupt in zwei von sieben Kategorien nominiert, glänzte das Hotel auch

international und bekam die Bestätigung, dass Leistung und Angebot in diesem Haus stimmig sind. Harald Binder, Spa Manager des Falkensteiner Hotel & Spa Bad Waltersdorf, fand sich in der Kategorie „SpaPersonality“ als einziger Österreicher unter einer exklusiven Auswahl an internationalen Spa-Profis in dieser Kategorie wieder. Eine höchst erfreuliche Tatsache, dass seine Arbeit und die erfolgreiche Umsetzung des „Acquapura SPA“ Konzept mit „Steirischer Naturwellness“ im Falkensteiner Hotel & Spa Bad Waltersdorf glänzen lassen. Aber auch die exzellente Arbeit der gesamten Mitarbeiter in diesem FalkensteinerWellnesstempel wird dadurch unterstrichen. Die Falkensteiner Michaeler Tourism Group (FMTG) ist eine der führenden Hotelgruppen Zentraleuropas in privater Hand. Unter ihrem Dach vereint sie die Bereiche Hotels & Residences mit derzeit 21 vier-

Anz_BW_Steiermarkmagazin Klipp_142x110_Dez09_4c:Layout 1

Die „Private SPA Suite“ mit Badewanne und gewärmter Steinliege sorgt für bewusste Zeit zu zweit.

und fünf-Sterne-Hotels in fünf europäischen Ländern, die FMTG-Development und den Tourismusberater Michaeler & Partner. Zu den erfolgreichen Produktlinien der Hotels ge-

14.12.2009

10:56 Uhr

Seite 1

hören Stadthotels, Familienhotels, Wellnesshotels sowie Residenzen am Kärntner Katschberg und im kroatischen Punta Skala der Marke „Premium Living by Falkensteiner“.

So schön kann Wellness sein!

WINTERZEIT

ACQUAPURA SPA – EXKLUSIVER WELLNESS GENUSS BY FALKENSTEINER Die Seele baumeln lassen, Erholung und Entspannung spüren und den Alltag vergessen... Genau das erleben Sie im neuen Falkensteiner Hotel & Spa Bad Waltersdorf. Hier finden Sie den idealen Ort, um Energie zu tanken. Beispielsweise im 2.300 m2 Acquapura SPA mit Thermalbecken, großartigem Wellness-Angebot und der einzigartigen „Steirischen Natur-Wellness“. Info/Buchung: Tel. +43/(0)3333/31 065, badwaltersdorf@falkensteiner.com www.badwaltersdorf.falkensteiner.com

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GESUNDHEIT

32_ragnitz korr.

15.12.2009

12:08 Uhr

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Privatklinik Graz Ragnitz hat modernstes Therapiezentrum der Steiermark

OK-Institut eröffnet 8

0 Prozent der steirischen Bevölkerung leiden im Laufe ihres Lebens zumindest einmal unter Wirbelsäulenbeschwerden. Bei der Hälfte besteht die Gefahr, dass diese chronisch werden. Deshalb ist ein gezieltes Präventionstraining besonders wichtig“, erklärt der Fachgruppenobmann der steirischen Orthopäden, Peter Neubauer. Die Privatklinik Graz Ragnitz eröffnete Anfang Dezember das modernste Therapiezentrum der Steiermark. Das moderne Trainingszentrum – Orthopädische und kardiologische Rehabilitation (OK) ermöglicht ein Training, wie es bisher nur im Leistungssport bekannt war. Alle

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Trainingsgeräte sind computergesteuert und können auf die individuellen Bedürfnisse jedes Patienten exakt abgestimmt werden. Mit einer Chipkarte erfolgt die richtige Einstellung und Steuerung der Geräte. „Ein individueller Trainingsplan und eine ständige Betreuung durch qualifiziertes Personal ist enorm wichtig, denn bereits eine geringfügig falsche Belastung oder entsprechende Bewegungsabläufe können erhebliche Dauerschäden anrichten. Was auch eine erhebliche Beeinträchtigung der Lebensqualität bedeuten würde“, so Gerd Ivanic, Ärztlicher Leiter des OK-Institutes. ❖

KLIPP Dezember 2009


Ohne Abfall und mit regionalen Produkten zum Erfolg G es u ndheit

G’SCHEIT FEIERN – Die steirische Festkultur Auch außerhalb von Restaurants und Wirtshäusern kann man in der Steiermark bewusst genießen. Ob Geburtstagsfeier oder Dorffest, mit „G’SCHEIT FEIERN“ sind Sie als Veranstalter und Besucher Teil der „steirischen Festkultur“. Diese beginnt auf dem Porzellanteller und im Trinkglas und endet nach dem Genuss von regional hergestellten Lebensmitteln mit der An- und Abreise ohne Privat-PKW. Das „G’scheit feiern-Trio“: Chocolatier Josef Zotter, Landesrat Johann Seitinger und Nachhaltigkeitskoordinator Wilhelm Himmel (v. l.)

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iesmal war die Schokoladenmanufaktur Zotter im oststeirischen Riegersburg „G’SCHEIT FEIERN“-Schauplatz zur Präsentation der „Steirischen Bar“. Damit stehen nun insbesondere im alkoholfreien Bereich Mixgetränke zur Verfügung, die aufgrund ihrer professionellen Gestaltung, aber auch aufgrund ihres Geschmackes Anklang finden werden. Wesentlich tragen dazu regionale Zu­ taten bei. Ihr Geschmack kommt ohne lange Transportwege und somit klimaschonend bei den Konsu­ menten/-innen an. So soll auch die Firmenphilosophie

der Fa. Zotter – vom fairen Handel bis zu höchster Produktqualität – in Zukunft auf noch mehr steirische Festveranstalter übertragen werden. Wir wünschen uns, dass immer mehr Veranstalter die „Steirische Bar“ als Alternative zur herkömmlichen Bar wählen. Nicht nur, dass die Mixgetränke aus regionalen Zutaten hergestellt werden und somit unsere Wirtschaft stärken, sondern sie schmecken auch mindestens genauso gut. Sozusagen „kosten wir also die Nähe“, so das „G’scheit feiern-Trio“ Landesrat ­Johann Seitinger, Nachhaltigkeitskoordinator Wilhelm Himmel und Josef Zotter.

Steirische Bar ist was Besonderes „G’SCHEIT FEIERN – Die steirische Bar!“-regionale Spezialitäten sind natürlich geschüttelt und nicht gerührt. Mit der steirischen Bar können Sie Ihren Gästen etwas BESONDERES bieten; je nach Lust und ­Laune gibt es unabhängig von der Wetterlage und der Tageszeit den STURM im SCHOKOLADEglas („wild chocolate“) oder den SONNENUNTERGANG („sunset“) aus dem Shaker. Selbstverständlich sind das nicht die einzigen Getränke auf der steirischen Cocktailliste. Klingende Namen – wie die VERFÜHRERISCHE EVA , der Samba tanzende STEIRISCHE CAIPIRINHA oder der ELEGANTe MISTER LAVA – machen Lust auf mehr!

Regionale Lieferanten

Ihrem eigenen Garten oder von Ihren Nachbarn beziehen können. Sodann nehmen Sie eine „G’SCHEITE PORTION“ Kreativität und eröffnen eine weitere STEIRISCHE BAR. Übrigens, „G’SCHEIT g’feiert“ wird nur dann, wenn auch der Müllberg so klein wie möglich bleibt. FESTE OHNE RESTE! Durch die Verwendung von Metallbesteck, Porzellantellern und Gläsern (oder wasch­ baren Mehrwegkunststoffbechern) gewinnt jede Veranstaltung doppelt – gesteigerte Esskultur und bis zu 90% weniger Abfall. Lernen Sie „G’SCHEIT FEIERN“ auf Ihrem eigenen Fest kennen oder besuchen Sie ein „G’SCHEIT FEIERN“Fest in Ihrer Region (Sie finden diese und auch alle Rezepte der „steirischen Bar“ unter www.gscheitfeiern.at). v

Es ist einfacher, als Sie denken; ob Geburtstagsfeier oder Dorffest, das Wichtigste sind die regionalen Zutaten, die Sie von den angegebenen Lieferanten, aber natürlich auch aus KLIPP Dezember 2009

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L ebe n & le u te

Für Annemarie D. Humele liegt sie im Auge des Betrachters, wie die Schönheit ist sie ein Teil des Lebens

Die Erotik ist immer dabei

Ich glaube, dass der klassische Akt immer noch eine große Rolle spielt.

Eines sprechen der Künstlerin Annemarie D. Humele selbst jene nicht ab, die nicht zu den Bewunderern ihrer Arbeiten gehören: dass sie vom Zeichnen und Malen was versteht, dass sie die Techniken beherrscht, dass sie als bildende Künstlerin ihr Handwerk gut ausübt, den gekonnten Strich, die klare Linie überlegt führt.

S

eit 1995 betreue ich die Architekturstudierenden in den Fächern Künstlerisches Gestalten, Zeichnen und Malen und vor allem Aktzeichnen. Ich reise gern; eine große Anzahl von Studienreisen hat mich auf alle Kontinen34

te geführt, und mein besonderes Interesse galt dabei der Kunst der Naturvölker“, erzählt Annemarie D. Humele. Ausgestellt hat sie ihre Arbeiten schon weltweit und sie haben sich auch gut verkauft. Damit die Finanzer nicht glauben, sie seien an der Steuer vorbei an neue Eigentümer gegangen: Kunstwerke müssen dort versteuert werden, wo sie entstehen, und daher ist alles rechtens abgelaufen. In der Steiermark selbst hat sich Annemarie Humele bisher eher zurückgehalten. „Ich hab’ in Graz Architektur studiert und dort auch meinen Mann kennengelernt.“

dies sind die grundsätzlichen Träger ihrer künstlerischen Gestaltung. In der Landschaftsmalerei sowie in der Aktmalerei. „Ich male nicht, was ich sehe, sondern das, was ich spüre, aber das Denken ist immer dabei. Denken bestimmt und kontrolliert mein Gefühl.“ „Die Erfahrung, die ich mit meiner eigenen Malerei mache, kann ich als Lehrende weitergeben. Das Aktzeichnen sehe ich als die Pflichtübung. Schauen wird zum Beobachten, Vergleichen, Finden der Proportion und Stellung im Raum – all dies ist am Anfang der Übung wichtig. Es bildet die Basis jedweder Gestaltung.“

Zeichnen mit Studenten

Die unbunten Farben – wie Weiß und Schwarz – eingeschlossen. Dies ist oft genug, damit komme ich aus. Akzente in anderen Farben reichen dann, um das Bild leuchten zu lassen. Nicht immer halte ich diese Entscheidung durch und es entsteht etwas ganz anderes.“ „Ich habe die Farbe immer als sie selbst gesehen, von dem Gegenständlichen unabhängig. Nun wird dies in den figuralen Arbeiten offensichtlicher. Die Linie ist eigenständig, wird die Farbe. So betrachtet, könnte man richtigerweise sagen, gibt es Ähnlichkeiten mit der Malerei der Moderne“, so Annemarie D. Humele. Emotion, Motivation,

Graduiert hat sie 1974. Unmittelbar nach dem Studium und einer Reorganisation des Fachbereiches „Künstlerische Gestaltung“ war sie als Assistentin beim Kärntner Hochschullehrer und Künstler Giselbert Hoke maßgeblich für den Aufbau des Institutes im Stift Rein sowie für das klaglose Funktionieren des Studienbetriebes verantwortlich. „Wenn ich ein Bild beginne, egal ob Akt oder Landschaft, entscheide ich mich für eine einzige Hauptfarbe.

Beherrscht viele Techniken: der Grimming mit Pürgg

KLIPP Dezember 2009


Es ist immer ein Kampf

Erfolgreich ausgestellt Annemarie D. Humeles umfangreiches Werk war schon in vielen Städten ausgestellt: • London, E-Studio • Taipei, Nationalmuseum • Hongkong, Galery 7 und 97 • Mexiko, Guadalajara, Haus der Kunst • Kreta, Aghia Pelaghia • Bassano del Grappa • Wien, Innsbruck, mehrfach in Graz und der Steiermark • Bregenz und Feldkirch

KLIPP Dezember 2009

„Das Leben selbst und das Leben mit der Kunst erst recht. Da mischt viel mit und überschneidet sich viel. Ich habe eine Familie und das ist meine Priorität. Dann kommt der Beruf, den ich über alles liebe, und da ist noch die Kunst. Ich habe einen Beruf, wo ich das machen kann, was ich am liebsten mache, nämlich Malen. Wer kann das von sich behaupten? So gesehen bin ich privilegiert und natürlich sehr glücklich. Dass es überall auch Probleme gibt, macht die Sache spannender. Die vorhandene Zeit ist kurz für drei Hauptaufgaben und so wird es oft eng, wie gesagt: spannend.“ „Die Darstellung eines einzelnen Körpers, dann die Beziehung zum zweiten – vielleicht andersgeschlechtlichen –, das Werben oder das Verschließen, der Körper als Medium der sensiblen Auseinandersetzung fordert mich emotional sehr. Welche Erotik meinst du? Die sexuelle Erotik? Es ist nicht die Erotik, die im Vordergrund steht, sie ist aber explizit und implizit immer vorhanden; wenn auch nicht immer sichtbar. Ohne Erotik kann ich das nicht malen. Die Erotik ist immer dabei, sie liegt im Auge des Betrachters; wie die Schönheit ist sie ein Teil des Lebens.“ v

Mahlzeit Kulinarische Köstlichkeit

Am Kaiser-Josef-Platz in Graz

Das Kitchen12 ist originell Schon das Geschirr ist eigenwillig, es gibt viele kleine originelle Gerichte und das Kitchen12 hatte seine ersten Gäste im Hinterhof, als es praktisch nur Insider kannten. „Ich war schon öfters dort und muss sagen, ein empfehlenswertes Lokal“, streut Reinhard Sudy in einem Bericht im Magazin „G’sund“ den Betreibern des Lokals am Kaiser-Josef-Platz 3, zwischen Glacis und Haydngasse gelegen, Blumen. Und er, ein Liebhaber von kreativen Gerichten und eines guten Glases Wein, ist ein echter Kenner der Grazer Innenstadt-Lokale. Am Ende der lang gestreckten, angenehm großen Bar, wird – zum Zuschauen – gekocht. „Mir haben es die ungemein gemütlich wirkenden, massiven hellbraunen Holztische und die durchgehende Sitzbank angetan. Von äußerst zuvorkommenden Mitarbeitern

beraten habe ich bereits einiges von der Speisekarte auf kleinen Tafeln probiert: die herbstlichen Blattsalate mit warmen Käferbohnen am Spieß (Vorspeise um 6 Euro), das Flußkrebsrisotto mit Branzino, Grilltomate und Hummerbutter und ein andermal das Chicken Shiraz mit Champignons, Perlzwiebel und Baguette (beides Hauptspeisen um jeweils 12 Euro und auch eine Nachspeise, das Zwetschkencrepe mit Zitronenslibovitzsorbet und Walnusscreme (6 Euro). Und – es hat alles sehr gut geschmeckt.“ Selbst dafür ist vorgesorgt: So wärmen Strahler vor dem Lokal die geplagten Raucher. Blick über den Restaurantbereich auf den Kaiser-JosefPlatz.

Humor Der jüdische Kaufmann Samuel P. führt einen Prozess mit einem Konkurrenten. „Ich schicke dem Richter eine Gans, das wird helfen.“ „Bist du mischugge“, rät ihm sein Anwalt erzürnt ab. Samuel P. gewinnt den Prozess. „Na, siehst du“, stolz der Anwalt. „Hab’ ich ihm eine Gans geschickt“, Samuel P. trocken. „Was? Das gibt’s nicht“, sein Anwalt. Nachsatz von Samuel P.: „Ja, aber mit der Visitenkarte vom Gegner.“ 35

L ebe n & le u te

das Zentrum jeglichen Lebens ist und somit auch Zentrum in der Architektur und andererseits mit dem Raum, der diesen Menschen umgibt. Es geht hier nicht um eine Abbildung der Person, sondern um das Finden einer eigenen Menschengestalt in Bezug auf seine Umwelt. Das Aktmodell ist nur das Medium.“ „Ich bin erst am Anfang mit der neuen Malerei: der Darstellung von Körpern. Es wird vielleicht immer mehr Verflechtungen und Überschneidungen geben mit immer mehr Körpern und auch mehr Tiefe. Es drängt mich sehr zu den weiteren Schritten, auch denen, die ich nicht vorhersehen kann. Im Augenblick experimentiere ich mit der Farbe. Ich bin auf der Suche nach einem Weg.“

Fotos: Kitchen12

„Ich glaube, dass der klassische Akt immer noch eine große Rolle spielt. Es ist natürlich sehr schwer, dieses Sujet ohne Sentimentalität zu formulieren. Ich selbst sehe die Zielsetzung meiner Arbeit mit den Studierenden darin, die Auseinandersetzung zu diskutieren, einerseits mit dem menschlichen Körper, der


Golfer durchs Objektiv GoLfTraining

Von Head Pro Ali Rosker im Golfclub Erzherzog Johann, Maria Lankowitz Internet: www.golfschule-ali.at E-Mail: office@golfschule-ali.at

Viel war in diesem Jahr los. Nur einige der Schnappschüsse von den „dramatischen“ Ereignissen. Die Auswahl ist subjektiv, doch die Schauen wir uns einmal an, worauf es ankommt, damit Ihr Schwung konstanter wird. Bilder sind objektiv. Wie immer im Leben – nicht alles gelingt, aber es chule: Dieter war ein gutes Jahr. In geheimer Mission – im Auftrag der Golfs

RicHtige gewicHtsVeRlAgeRung Christandl, Georg Michelatsch, Rigobert

Bott

Martin Wiegele: European-

nheits­medizinerin Tour-Ticket leider um drei Diese Frau hat alles im Griff – die Schö Schläge verpasst. Spielt auf Gran ard Gerh er Dr. Hörmann mit Train der Challenge-Tour weiter

Harald Rothschädl, Reinha rd Herzog: die beiden Che fs des BEWO finden immer den richtigen (Golf-)Platz.

Von „reverse pivot“ spricht man, wenn man das gewicht beim Rückschwung auf die linke seite verlagert.

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Beim korrekten Aufdrehen des Körpers – wie eine Feder – wird das gewicht eindeutig auf die rechte seite verlagert.

Ohne Fleiß kein Preis: Familie Loidl bei der

Arbeit. Mario Iwkovic, Wolfgang Ferstl, Karina Soral, Christian Prinz auf die rechte Seite zu erleichtert Ihnen eine korrekte er „reverse pivot“ – rekt auf die rechte Seite zu ver- Gewicht das heißt beim Auf- lagern, tun wir genau das Ge- verlagern als normal, sagen wir Schulterdrehung und das richdrehen des Körpers genteil und lehnen uns schwer- im Verhältnis von etwa 60 : 40 tige Aufdrehen des Oberkörpers und Reingard Schmied, beruflich im Rückschwung hinter den eine Gewichtsverlagerung zur fällig nach links (Abb. 2). Keine (Abb. 3). privat in Wien erfolgreich, beim Großeshin Talen t:ist David Ball (Abb. 4). Auf diese Weise verhindern wir Drehung, keine Kraft, keine verkehrten Seite – einer Golfen aber in der alten Heimat. Maschutznig der häufigsten und schlimmsten Aussicht auf einen guten eine Verlagerung des Gewichts Als Folge dieser Korrektur auf die verkehrte Seite, weil ein können Sie mit einem deutlich Fehler im Golf, den wir jedoch Schlag. alle zu irgendeinem Zeitpunkt Ein Mittel, um euch davor zu Großteil des Gewichts bereits verbesserten Abschwung eine einmal begehen. Wir werden schützen – und dies ist ein be- auf der rechten Seite ruht. Au- erheblich größere Schlägernachlässig, stellen uns nicht sonders nützlicher Tipp für die ßerdem befindet sich bei diesem kopfgeschwindigkeit erzeugen Hannes nnschaft mit Herrenmadarin, Set-up dieHerold, rechteSergej Schulter etwas und damit eine größere Weite Übungswiese richtig an den Ball. Statt unser Wieder erstklassig:–,diebesteht Kienzl, David Christian Kohlbach , Christoph v niedriger als Maschutz die linkenig,und das erzielen. gleich beim Set-up etwaser, mehr Gewicht im Rückschwung kor- ­Stockinger Stephan Jandl, Manuel Widner, Othmar ­Pusterhofer (v. l.)

Die guten Geister im Clubse kretariat – Sonja Wiener und Dunja Loitsch achten darauf, dass alles gut funktioniert.

steiRiscHe BAu-MenscHen locHten in MuRAu-KReiscHBeRg ein Clubmeister wurde Christoph Kohlbacher

KüHl, ABeR HeRzlicH Barbara Kellner: Ist nicht gestellt

Georg Tilg (Captura) machte große Fortschritte

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(v. l. n. r.:) wK-Präsident KoR Peter Mühlbacher, landesinnungsmeister KoR BM ing. Hans-werner Frömmel, Hubert neuper, Mag. Karl Fussi vom golfclub Murau-Kreischberg

as, was da als Wider- sagen muss, dass der Platz selbst spruch erscheint, ist in sehr gutem Zustand war und lmann: ns Leger, Gerhard Uh keiner. Denn es war sich auch für weniger routinierte Luigi Jurtschitsch, Ha er. eid hn Sc en haben denselb die glücklichen drei wirklich kühl und windig Ende Golfer gute Einloch-MöglichSeptember beim 9. Golftag des keiten boten. Den Wanderpokal hmar Pu des Steirischen Baugewerbes Otim sterSiegers hofer: holte sich Erich Vorbild für die Ju Heinz Hofer: nun kann. Er wurde beir,diesem Tur-: So te auch WirtschaftskammerBenda vom Golfclub Murau-Kreischberg. Robert Kainz gend GC Murstätten. Bei Oberraute s, Rudi Gerald Fuch Single-Handicapper aus. nier Klubmeister. Allerdings Dementsprechend wurde auch den Damen schaffte Karla Som- Präsident Peter Mühlbacher, ber Urlau sehen Golfschon vor dem Kanonenstart or- mer vom GC Schloss Frauental der Mitglied im GC Murau- – und darüber bitte hinwegzuKreischberg ist und der seiner lesen − es war kein anderes dentlich bei Weißwürsten und den Sieg. warmen Erfrischungen aufge- Einen Tag, der so schnell nie Golf-Leidenschaft zeitlich nur Mitglied des Klubs außer ihm Horst : Hole in One v eingeschränkt nachkommen am Start. erlebwärmt. Wobei man fairerweise wieder kommen wird, Beier in Indonesien

KLIPP Oktober 2008

David Maschutznig, Othmar Pusterhofer beim PB (Pusti-Balken): Jeder will ihn. 36

Ein glücklicher Flight: Felix Wiegele, Silvia Laschkonik, Brigitte Banko, Hans Lege r

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Schaffte Klassenerhalt: die Damenmannschaft mit Ani ta Buchmesser, ­ eatrix Doppler, Sonja Sim B moner, Gertrude Daberhofe r, ­Karin Hödl (v. l.) r Alexander Ferlin: Zu U12-WM in die USA

KLIPP Dezember 2009


Die Jagd ist angesagt Von Marina Soral Wir Frauen stellen uns manchmal diese Frage; nur wenn der Zustand kritisch ist, kann man es mit Worten beschreiben, diesen unverwechselbaren Lebensabschnitt. Wenn alles uns Umgebende vom Inneren strahlt, die Luft atemberaubend ist, weil sich das Gefühl auf Zehenspitzen zu uns schleicht, dann hat plötzlich die erste Begegnung mit der Liebe stattgefunden. Wir betrachten das ausgesuchte Objekt. Anhand der Herzfrequenz finden wir heraus, dass das keine Täuschung ist. Eine Welle der Wärme und Aufregung durchströmt uns. Eine Vorahnung auf das kommende Liebesabenteuer macht sich breit. Schon ab diesem Moment wächst die Hoffnung auf gegenseitige Sympathie wie ein Schatten, es geschieht unbewusst und der Schatten überdeckt auf einmal den Verstand. Die Zeit bleibt stehen. Sie ist nutzlos und spielt keine Rolle mehr, da nur eins von Bedeutung ist, nämlich die Aufmerksamkeit des Objektes zu gewinnen. Die Jagd ist angesagt! Sämtliche Regeln, Manieren, also kurz gefasst die gewöhnlichen Züge bleiben hinter uns, denn unser Ziel ist schon vor Augen und wir werfen alles ab, was für die entscheidende Minute nicht wichtig ist. Die Beute zu bekommen ist eine Kunst, die wir nicht mit dem gesunden Verstand erreichen können. Die Schritte müssen nicht ausgerechnet, sondern aus dem Empfinden geboren werden. Sie sollen aber so weich und leise sein, dass das zukünftige Opfer die Absicht nicht wahrnimmt. Graziös wie der Panther vor dem ausschlaggebenden Sprung versuchen wir den Grund so gut wie möglich abzutasten, um im schicksaltragenden Moment keinen Fehler zu begehen. Alles wird auf der Gefühlsebene geplant und mit dem von der Natur geerbten Charme vollendet. Aber stopp! Das Objekt ist ausgewählt. Tief durchatmen und los in die Offensive! Nur leise bitte, ER muss denken, dass ER der Kämpfer ist, das heißt, ER erobert und wir lassen uns einfach in seine Hände fallen, dabei sind wir unserem inneren Raubtier auf einmal so fern. Genau jetzt fällt auch die Falle zu, denn wir befinden uns im Glückszustand, der von der Liebe untrennbar ist. Alles scheint KLIPP Dezember 2009

so perfekt zu sein, dass wir uns aus Jägerinnen in Hauskatzen verwandeln und zu schnurren beginnen. Das birgt auch die Gefahr, da das Objekt uns schon „erobert“ hat und wir, von unserer Seite aus, nichts Weiteres unternehmen, was zu konstantem Wachhalten des Interesses beiträgt. Und so kommt die Langeweile ins Spiel, die eine drohende Eigenschaft hat, nämlich alles Aufgebaute im Nu zu zerstören. Und falls das Objekt sich langweilt, begibt ER sich auf die Suche nach etwas Spannenderem und Interessanterem. Währenddessen freuen wir uns noch unbeschwert

Lösung zu finden, nämlich einfach weiterzuleben und wieder auf die Jagd zu gehen. Dieses Mal mit dem festen Vorsatz, wenn das neue Objekt in unseren Alltag eintritt, auf keinen Fall den gleichen Fehler zu machen – indem man in die Liebe und das Glück so tief versinkt, dass die Aufmerksamkeit nachlässt und die tödliche Langeweile in der Beziehung wieder eine Chance hat. Sonst bleibt nichts anderes übrig, als das alte Ritual der Jagd noch mal zu wiederholen. Aber liegt das uns Frauen nicht seit jeher im Blut?

weiter, der Jagdinstinkt schläft ungestört, denn wir waren doch gerade noch auf der Jagd, und jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um die lang ersehnte Frucht zu genießen. Leider falsch! Wir erwachen erst von unserem Traum, wenn das Objekt die Tür hinter sich zuschlägt. ER ist ja ein Mann und will alles klar und deutlich machen, auf keinen Fall Schwäche zeigen, sich sanft zu verabschieden ist bestimmt nicht seine Art. Die Tür knallt, es gibt kein Zurück mehr, ein fetter Schlussstrich verhindert die erwartete Trophäe auf dem Regal unseres friedlichen Daseins. Schade eigentlich, aber was bleibt uns übrig, als sich eine Weile auszuweinen, dann über das männliche rücksichtslose Geschlecht zu schimpfen, noch beleidigt zu sein, um dann die beste

Kurz und schmerzlos Von Karin Klug Ich habe mich heute von meinem langjährigen Lebensabschnittspartner getrennt. Kurz und schmerzlos. Und ich fühle mich: Befreit. Erleichtert. Obwohl: ich habe ja fast mein ganzes Leben mit ihm verbracht. Das soll natürlich schon gewürdigt werden. Anfangs war es ja auch toll, eigentlich über viele Jahre hinweg. Anfangs war da die Freude auf ihn, die Neugier. Ich wollte alles entdecken, kennen lernen, alles ausprobieren. Es gab so viele aufregende interessante Dinge zu erforschen. Mir wurde kaum jemals langweilig mit ihm, und außerdem: er war immer da für mich, das muss man ihm schon zugestehen. Wann immer ich Lust hatte, nichts Besseres zu tun hatte – er war da. Treu und

verlässlich. Bis auf ein paar klitzekleine unbedeutende Ausfälle, zwar meist im spannendsten Moment, aber letztlich nicht wirklich der Rede wert. Ich wusste einfach, wann immer ich ihn brauchte, er würde mich nie im Stich lassen. Nur, so im Lauf der Zeit, man gewöhnt sich halt aneinander, alles wird irgendwann zur Routine, da gab’s dann schon Momente der Langeweile – ewig der gleiche Schmus, die alte Leier, man kennt sich halt in- und auswendig. Da hängt man dann eben aus Gewohnheit so miteinander herum – Abend für Abend. Jedes Wochenende. Früher mal, da haben wir oft sogar die Nachmittage miteinander verbracht, aber dann, man hat ja nicht mehr so viel Zeit, aber zumindest die Abende, bequem, sicher, unaufregend. Da weiß man halt, was man hat. Ich gebe ja zu, manchmal war ich dann schon etwas genervt, grantig von allzu viel Gewohnheit – tagein, tagaus dasselbe, wird fad auf die Dauer. Ich habe mir allmählich andere Beschäftigungen gesucht. Bin öfter ausgegangen, hatte meist viel Spaß, immer mehr Spaß ohne ihn – irgendwie fingen die gemeinsamen Abende daheim an, nach vergeudeter Zeit zu schmecken. Völlig reizlos. Ja, ich gestehe, ich bin seiner irgendwann überdrüssig geworden. Ich geb’s zu – auch wenn ich ihn im Laufe der vielen Jahre ein paarmal gegen einen jüngeren, ein besseres Modell sozusagen, eingetauscht habe – das ist halt der Lauf der Welt. Nur genutzt hat das alles nichts. Was vorbei ist, ist vorbei. Unsere gemeinsame Zeit ist vorbei. Seit Monaten schon haben wir uns nichts mehr zu sagen. Ich gehe ihm aus dem Weg. Ich ignoriere ihn, vergesse meist sogar auf ihn, brauche ihn nicht mehr. Mein Leben findet woanders statt. Nicht mehr mit ihm. Und das lass ich ihn auch deutlich spüren. Er ist unnütz geworden in meinem Leben. Überflüssig. Braucht nur Platz, verursacht Kosten. Verstaubt. Und wofür? Deshalb nach langem Überlegen dieser entscheidende Schritt: ich trenne mich von ihm, ich werfe ihn raus! Den alten Kübel, das unbrauchbar gewordene Ding, dieses fade Fernsehkastl. Und seither habe ich wieder viel mehr Platz und mehr Zeit. Für all die aufregenden Abenteuer, die in meinem Leben tatsächlich stattfinden. v 37

Leben & leute

Liebe – Trennung


L e b e n & le u te

Hongkong, Taiwan, Hanoi und Bangkok Was der Rock ’n’ Roll alles auslöst

Begeisterte Taiwanesen beim Rock ‘n‘Roll. Der Bewerb soll in Zukunft olympisch sein.

Freundlicher Empfang ...

... für alle Nationen, auch für Österreich.

Hanoi und das Ho-Chi-Minh-Denkmal.

Eine Stadt, die asiatischer nicht sein könnte.

„Es war eine der ungewöhnlichsten Städte, die ich ge­sehen habe, ganz anders, wie ich es mir im Kopf aus­gedacht hatte.“ So beschreibt der Grazer Manfred Mohab seinen bleibenden Eindruck von Hongkong. Der Rock ’n’ Roll führte ihn nach Asien. Es waren die World Games auf Taiwan.

fred Mohab. Er selbst ist General­ sekretär, natürlich in seiner Frei­ zeit und als reines Hobby, der World Rock ’n’ Roll Confederation. „Und als solcher bin ich dort hingereist, zum größten Teil logischerweise auf eigene Kosten. Wer nach Taiwan will, der macht fast zwingend in Hongkong Station. Und ich wollt’ mir das nicht entgehen lassen, da ich vorher noch nie dort war“, sagt der Vielreiser Manfred Mohab. „Es war für mich irrsinnig westlich, al­ les ist dort so knallig und groß – die Supermärkte, die Einkaufshäuser. Man hat den Eindruck, als wenn man durch ein europäisches Wohn­ zimmer marschiert“, zeigt er sich beeindruckt von der früheren briti­ schen Kronkolonie, die ja nun in chinesischer Hand ist.

„Nirgendwo hast du den Eindruck – außer bei den Menschen, aber das könnte auch in New York sein –, dass du in Asien bist. Selbst die chinesi­ schen Zollbeamten am Flughafen bei der Einreise zeigen sich touris­ tenfreundlich.“ Nach einem Blick in den Reisepass, woher er kommt, heißt es holprig: „Guten Morgen.“ Der nächste Stopp war dann eben Taiwan und dort die Stadt Kaohsi­ ung, wo eben die World Games über die Bühne gingen. Schon bald soll es eben auch Olympiasieger im Tanzen geben, und zwar in Standard, Latein und Rock ’n’ Roll. Die Vorausset­ zungen dafür sind gegeben, von der Professionalität der Kampfrichter her und dem gesamten Ablauf eines solchen Tanzwettbewerbs. Der Ein­ druck war schon beachtlich, denn

getanzt worden ist in einer Halle mit 15.000 enthusiastischen Besuchern. Viele Tänzer haben das überhaupt noch nie erlebt in ihrer Karriere. Es waren die Besten aus allen Ländern der Welt. Nur zum Unterschied zu Olympia: Die Paare mussten sich das selbst zahlen und alle haben gedrängt darauf, dass sie dort auf­ treten können. Die Leute haben den Teilnehmern bei der Eröffnungs­ zeremonie zugejubelt, die Polizisten waren freundlich und überall hieß es: „Können wir helfen? Welcome to China.“ So viel Begeisterung – „Es war für mich ein starkes Erlebnis.“

A

lles unter der Patronanz des Olympischen Komitees. „Es sind Sportarten, die olympisches Niveau haben sollten, weil sie in der Folge auch bei Olym­ pia mitmachen können“, sagt Man­

Das pulsierende Hongkong – noch immer die westlichste Stadt Asiens. 38

Wie Tag und Nacht „Wenn du am Flughafen ankommst und dann nur die Computerschirme beleuchtet sind, weil gerade ein

Taiwanesische Folklore bei der Siegerehrung der World Games in Kaohsiung.

KLIPP Dezember 2009


L e b e n & le u te

Es weihnachtet in der

Noch immer das billigste Fortbewegungsmittel ­– die Fahrrad-Rikscha.

Eine riesige Gott-Figur in Bangkok.

Achtung: Nicht alle Taxler kennen ihre Stadt.

Stromausfall ist – das wirkt schon ganz abenteuerlich“, beschreibt Manfred Mohab die Ankunft in Hanoi in Nordvietnam. Die Stadt selbst wirkt schon stark kapitalis­ tisch, wie eine italienische Groß­ stadt vor 30, 40 Jahren mit großen Handelszentren und natürlich einem ganz geschäftigen Treiben. Was in Taiwan oder Hongkong nicht notwendig war: „Du musst achten, dass du nicht von den Taxlern übers Ohr gehauen wirst. Wenn du selbst ein Taxi rufst, dann kann es passie­ ren, dass du statt 2 Euro 20 Euro verrechnet bekommst. Daher ist es immer ratsam, im Hotel zu fragen, was die Fahrt kostet, bzw. dass man im Hotel gleich den Preis fixiert.“ Sehenswert sind aber die HanoiBucht mit den berühmten grünen Felsen, das Wasserpuppen-Theater und auch das Mausoleum von Oci­ ming. Weil gerade ständig vom Kli­ maschutz die Rede ist: Mehr noch als in Hongkong oder auf Taiwan – auf die Umwelt wird kaum Rück­ sicht genommen, das ist an allen Ecken und Enden zu bemerken. Zurück nach Österreich ging’s mit einem Stopp über Bangkok, ähn­

lich wie in Hongkong und klarer­ weise völlig anders als Nordviet­ nam. „Den Unterschied kannst du schon an den Taxifahrten erkennen. Wenn du dort ins Taxi steigst, will dich jeder Taxler vorerst einmal zum Juwelier oder zum Schneider führen. Das ist wie ein Ritual und gehört dazu. Und zweifellos ist Bangkok für mich eine – vom Preis her gesehen – sehr, sehr günstige Einkaufsstadt.“ Auch ein Rat für jene, die dort einmal hinwollen: Beim Buchen von Taxis sollte man aufpassen, dass der Taxler auch den gewünschten Bestimmungsort kennt. „Wir sind eingestiegen und haben ihm die Karte gezeigt, wo wir hinwollen. Als die Fahrt immer län­ ger geworden ist, wurden wir natür­ lich unruhig. Ich hab’ dann gefragt, wann wir da sind. Er hat nur gedeu­ tet, ja bald, aber dann ist er stehen geblieben und hat andere Taxler gefragt. Und am Gesichtsausdruck habe ich erkennen können, dass wir ganz, ganz woanders unterwegs waren. Daraufhin haben wir rasch das Taxi gewechselt und haben ­unseren Rückflug zum Glück noch erreicht.“ v

KLIPP Dezember 2009

zettel in der Shoppingcity Seiersberg abgeben und 10 x € 500,– Einkaufsgutscheine gewinnen. Mit jedem ausgefüllten Wunschzettel unterstützen Sie Pro Juventute. Auch an die Kleinen wird gedacht, am Samstag öffnet die Lebkuchenwerkstatt Ihre Pforten – es ist bestimmt für jeden kleinen Bäcker das Richtige dabei! Damit Sie Ihren Shoppingtag entspannt ausklingen lassen können, bietet Ihnen die Shoppingcity Seiersberg einen Gratis-Einpack-Service. Am Freitag und Samstag werden Ihre Geschenke gratis liebevoll verpackt. Einem gelungenen Fest steht somit nichts mehr im Wege! Die Shoppingcity Seiersberg wünscht Ihnen und Ihrer Familie ein frohes Fest und ein gutes neues Jahr! v

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D

ie Tage werden kürzer, die Nächte länger – ein untrügliches Zeichen dafür, dass Weihnachten vor der Tür steht. Auch in den Zentren der Shoppingcity Seiersberg ist Weihnachten allgegenwärtig. Der traditionelle Adventmarkt lädt zum Flanieren, Gustieren und Shoppen ein. Präsentiert wird unter anderem altes Kunsthandwerk aus Holz, Glas und anderen Naturmaterialien. Auch handgeschnitzte Krippen und Figuren sowie eine beeindruckende Weihnachtskrippe in Lebensgröße können Sie bewundern. Mit dem Christmas Brunch am 19. 12. in der S1 Lounge starten Sie entspannt und am luxuriösen Buffet gestärkt in Ihren Einkaufstag. Um Voranmeldung unter s1-lounge@ shoppingcityseiersberg.at wird gebeten. Haben Sie schon immer von einem eigenen Butler, Abholung mit einer Limousine und € 1000,– Einkaufsgutscheinen geträumt? Dann versuchen Sie Ihr Glück beim Antenne Weihnachtsbutler und erfüllen sich genau diesen Traum. Unter dem Motto „Einfach was wünschen“ können Sie noch bis 17. 12. Ihren Weihnachtswunsch-

39


u rla u bstipps

Urlaubs tipps Spurensuche im Schnee

Nature Watch im Karwendel

Familienhotel Ulrichshof: Kleine ganz groß da

Foto: Alpenhotel Speckbacherhof Gnadenwald

Im Galopp auf die Piste

Foto: Christoph Lingg/ Archiv Bregenzerwald Tourismus

Die angenehme Ruhe des Ortes, die gastfreundliche Atmosphäre im Haus und die winterliche Landschaft des Vorderen Bregenzerwaldes verschmelzen im Romantik Hotel Das Schiff in Hittisau zu einem unvergesslichen Urlaubsgefühl.

Die reiche Pflanzen- und Tierwelt rund

Foto: Baby & Kinder Bio-Resort Ulrichshof

um das Alpenhotel Speckbacherhof der

Winter „De Luxe“ heißt das aktuelle

Es gibt viele gute Gründe, warum Fa-

Familie Hofmann in Gnadenwald ­(Tirol)

Angebot. Abseits der viel befahrenen

milien

4-Sterne-

ist es wert, genauer betrachtet zu

Pisten und des Rummels in den großen

Baby&Kinder-Bio-Resort Ulrichshof ih-

werden. Nature Watch im Naturschutz-

Skiorten können Gäste rund um das

ren nächsten Winterurlaub verbringen

Romantik Hotel Schiff auf Spurensuche

sollten. Einer ist sicher die traumhafte

Direkt auf der Langlaufloipe, unter der

gebot, die Ausrüstung, Leih-Ferngläser

im Schnee gehen: auf den 50 km Lang-

Lage im Bayerischen Wald nicht weit

sich ein Golfplatz versteckt, und nur we-

und Nordic-Walking-Stöcke, gibt es vor

laufloipen direkt vor dem Haus und beim

von Cham und Regensburg. Die Skige-

nige Meter von der Gondel-Kabinenbahn

Ort. Für 298 Euro pro Person gibt es

Schneeschuhwandern oder Rodeln auf

biete Hohenbogen, Eck-Riedelstein und

entfernt, steht die 4-Sterne-Superior-

nicht nur eine geführte Nature-Watch-

den gut gespurten Winterwanderwegen

Großer Arber mit bestens präparierten

Hotelferienanlage Gut Weissenhof der

Wanderung mit einem ausgebildeten,

erlebt man die traumhafte weiße Berg-

Pisten und urigem Hüttenzauber liegen

Familie Habersatter. Wer als Gast Ak-

zertifizierten Guide, sondern auch noch

landschaft aus einer anderen Perspek-

nahe. So gibt es etwa einen dreitägigen

tivität will, der findet sie im Gut Weis-

ein Verpflegungs- und Wellnesspro-

tive. Nach einer romantischen Pferde-

Gruppenskikurs für Kinder unter zehn

senhof – ob im Fitness- und Bewegungs-

gramm der Extraklasse. Im Paket (mit

schlittenfahrt mit Champagner durch

Jahren inkl. Skiausrüstung (nur 50 Euro

raum, bei der Indoor-Golfanlage, in der

Halbpension) inkludiert sind 3 Nächte

die verschneite Winterlandschaft kann

inklusive der Skipässe für Kinder und

hoteleigenen Tennishalle oder in der

im Zimmer „Residenz Inntalblick“. Teil-

man sich bei der täglichen Teestunde,

Erwachsene). Wer nach dem Wintersport

Reithalle. Speziell die Kinder sind von

nehmer lernen beim Nature Watching

mit der Wärmflasche in der gemütlichen

ein Kontrastprogramm sucht, der taucht

den Reitkursen an der Longe begeistert

die versteckten Seiten Tirols kennen,

Suite, in der Sauna, Biosauna, Infrarot-

am besten kurz im Felsenerlebnisbad

und finden es ganz toll, nach dem Skifah-

folgen im Winter den Spuren der Gämse

kabine, im Soledampfbad oder beheizten

oder dem feinen Wellnessbereich unter.

ren noch Zeit mit den Pferden verbrin-

im Schnee oder beobachten das Tier bei

Außenpool wieder so richtig aufwärmen.

Infos:

+49 (0) 9977 950 0

gen zu dürfen.

der Futtersuche.

Infos:

05513 / 6220

www.ulrichshof.com

Infos: 0043/6452/7001-0

Infos:

05223 / 52511

www.schiff-hittisau.com

www.speckbacherhof.at

ausgerechnet

im

gebiet Karwendel heißt deshalb das An-

www.weissenhof.at

Spirit & Spa am Berg

40

1.760 Meter über dem Alltag liegt das

& Spa“. Mit Neuschnee pünktlich zur

Gäste heuer erstmals in der 32 Grad

Mountain Resort Feuerberg. Die Kom-

Skisaison öffnet das Resort seine

warmen Alpentherme ihre Längen

bination aus Therme, alpiner Höhe

Pforten zur Wintersaison 09/10. Der

ziehen, während zwei Meter daneben

mit atemberaubender Fernsicht und

„Feuerberg“ wurde im Jahr 2007 von

die Skifahrer zur Liftstation schwin-

einer Lage unmittelbar an Liften und

Grund auf renoviert. Seither wurde in

gen.

Pisten ist wirklich einmalig – ebenso

den Familienbetrieb ständig weiter

Infos:

04248/2880

wie das Motto des Betriebes „Spirit

investiert. So können Feuerberg-

www.hotel-feuerberg.at KLIPP Dezember 2009


u rla u bstipps

Iatz geats los! Heidiland Snow Safari

Herzklopfen und Pulsschlag

Foto: Heidiland

„Im Helikopter schweben wir über die

tanea“ mit romantischen Anwendungen

Gipfel der atemberaubenden Dolomiten-

„für 2, die sich mögen“, und zahlreiche

Landschaft, der Pulverschnee auf den

Aktiv-Angebote der besonderen Art.

Hängen der „Gebirgsjägerrunde“ glitzert

Der Pulsschlag wird auf gesunde Weise

und wir freuen uns auf einen unvergess-

bei geführten Schneeschuhwanderungen

lichen Skitag“, schwärmt ein Gast. Im

oder Skitouren erhöht. So sind Abwechs-

Am 31. Januar 2010 ist es wieder so weit:

4-Sterne-Aktiv-&-Vitalhotel Taubers Un-

lung und herrliche Tage auf den schöns-

Mit dem Schrei: „Iatz geats los – iatz

terwirt werden „365 Grad Winterurlaub“

ten Pisten Südtirols garantiert.

springa d‘ Schallner“ läuten „Schallner“

geboten. Exzellente Gourmeterlebnisse,

Infos:

0039/0472 855 225

und „Mohrelen“ (beide Symbole des

die Wellness- & Beautylandschaft „Cas-

www.unterwirt.com

Vier auf einen Streich – die „Heidiland

Frühlings) pünktlich um 12.30 Uhr beim

Snow Safari“ macht es möglich. Mit die-

Kulturhaus in Fiss das „Fisser Bloch-

ser neuen Angebotspauschale kann die

ziehen“ ein. Über 10.000 Zuschauer

gesamte Ferienregion Heidiland aktiv

werden erwartet, wenn mit wildem Ge-

und entspannt zugleich erkundet wer-

schrei, bunten, teils schaurigen Masken

den. Etwa eine Autostunde von Zürich

und lauter Kapellenmusik das „Fisser

oder St. Gallen entfernt, warten vier at-

Blochziehen“ gefeiert wird. Neben dem

traktive Wintersportgebiete und groß-

Bösen wird hierbei dem langen Winter

zügige Wellnessoasen in den Schweizer

der Garaus gemacht. Im Zentrum des

Bergen auf Erholungssuchende. Inmitten

kommenden

einsamer Täler und imposanter Gebirgs-

der „Bajatzl“ – der Akrobat der Lüfte.

züge lässt sich die Ruhe der Abgeschie-

Schelmisch windet er sich durch die en-

Ab 761 Euro pro Person können Gäste im

sonders unter den Freeridern und Snow-

denheit genießen. „Entschleunigung im

gen Gassen und springt galant von Dach

Hotel Traube Braz in Braz bei Bludenz 7

boardern sehr geschätzt. Ein köstliches

malerischen Schweizer Winterzauber“

zu Dach. Er verkörpert das Gute und die

Übernachtungen mit Gourmethalbpen-

Galadiner ist im Angebot „Ski Spezial“

ist das Motto.

Heiterkeit im Leben.

sion, einen 6-Tage-Skipass, den Alpen-

inkludiert und ist ein absolutes Fest für

Infos:

+41/(0)81/7200820

Infos:

05476/6239

Spa-Bereich und vieles mehr genießen.

den Gaumen. Entspannung und Wellness

www.heidiland.com

www.serfaus-fiss-ladis.at

Das

Fasnachtumzuges

steht

Vom Bett zur Piste in Rekordzeit Foto: TVB Altenmarkt-Zauchensee

Foto: Hotel Traube Braz

Pulverschnee und Gipfelwind

Sonnenkopf

für die Seele finden Gäste im Alpen-Spa

direkt am Fuße des Arlbergs sorgt mit

Familien-Skigebiet

mit Dampfbad, Kräutersauna, Finnischer

seinen modernen Liftanlagen, vielseiti-

Sauna, Kneippbecken, Ruheräumen und

gen und bestens präparierten Pisten für

im Hallenbad mit Außenbecken.

Skispaß pur. Aufgrund des weitläufigen

Infos:

05552 / 28103

Freeride-Geländes ist das Skigebiet be-

www.traubebraz.at Foto: Gut Raunerhof

Einschlafen und aufwachen mit Blick auf

steigt schon der Dampf aus den Enzian-

die Skipiste. 10 Sekunden benötigt der

Saunen. Aufguss gefällig? Im komfortab-

Gast vom Bett auf die Piste. „Wer diese

len Beauty- und Wellnessbereich des Ho-

Zeit unterbietet, erhält einen kostenlo-

tels kann die Muskulatur gelockert und

Ski all inclusive

sen Urlaubstag“, schmunzelt die Gast-

auf einen weiteren Aktivtag vorbereitet

Im 4-Sterne-Gut Raunerhof der Familie

oder dem Auto. Die Liftkarte gibt’s di-

geberfamilie Maier. Die Gondelstation di-

werden. Noch ein Sprung ins Hallenbad,

Erlbacher in Pichl bei Schladming können

rekt an der Rezeption, die Skischule und

rekt vor der Hoteltüre und ein herrliches

reinkuscheln in den Bademantel und re-

Skifahrer und Snowboarder das Motto

der Skikindergarten für kleine Brettel­

Bergpanorama vom Zimmer der Wohl-

laxen. Anschließend werden am warmen

„Mittendrin statt nur dabei“ wörtlich

akrobaten können ebenfalls direkt im

fühlsuite. Zauchensee – auch bekannt

Kachelofen oder im Wintergarten Gour-

nehmen. Das gemütliche Familienhotel

Hotel gebucht werden. Wer gern auf

als „Schneeloch“ – garantiert 100 Pro-

met-Menüs serviert. Noch ein Glas Wein,

mit dem Lift vor der Haustür liegt auf

Kufen die Umgebung des Raunerhofs er-

zent Schneesicherheit im Winterurlaub.

noch ein Stück Käse, ein letzter Blick auf

1.000 m direkt an der Piste des Weltcup-

kunden möchte, kann gratis eine Rodel

Dann heißt es nur noch Ski anschnallen

die Scheinwerfer der Pistenraupen und

bergs Reiteralm in der Skiregion Amadé.

leihen. Langläufer finden in der nahege-

und ab auf die Trainingspisten des Welt-

sich auf morgen freuen.

So ist Skigenuss pur garantiert – ohne

legenen Ramsau ihr Paradies.

cupsiegers Michael Walchhofer. Geht ein

Infos:

064 52 / 40 61

lästiges Anstellen an der Liftkasse und

Infos: 06454 / 7356

fantastischer Skitag dem Ende zu, dann

www.enzian-zauchensee.at

anstrengende Fahrten mit dem Skibus

KLIPP Dezember 2009

www.raunerhof.at 41


Bücher Bestsellerliste Belletristik Das verlorene Symbol Dan Brown

Lübbe

Atemschaukel Herta Müller

Hanser

Der Sieger bleibt allein Paul Coelho

Diogenes

Der Brenner und der liebe Gott Wolf Haas

Hoffmann und Campe

Die Hütte William P. Young

Allegria

Sachbuch Guinness Buch der Rekorde 2010 Bibliographisches Institut Mannheim Stirb bankrott! Walter Sonnleitner

Ecowin Verlag

Ganz bei mir Gerlinde Kaltenbrunner

Malik

Österreich 2010, m. ‚Wein, Bier, Schnaps, Fruchtsaft 2010‘ und ‚Die besten Adressen für Feinschmecker‘ Henri Gault, Christian Millau

Christian

Das ganz normale Böse Reinhard Haller

Ecowin

Lesestoff Alle Bücher erhältlich unter:

www.webbuch.at

in Graz, Liezen, Deutschlandsberg, Hartberg, Kapfenberg, Leoben und Feldbach

42

Die besten Adressen für Feinschmecker 2009/2010 ereits zum 5. Mal hat das Kuratorium Kulinarisches Erbe Österreich die vollständig überarbeitete Ausgabe „Die besten Adressen für Feinschmecker” aufgelegt. Auch in diesem Jahr wird der Einkaufs- und Bezugsquellenführer für regionale Spezialitäten dem Guide GaultMillau beigelegt, so ist es für Genießer noch einfacher, kulinarische Köstlichkeiten in den Regionen zu beziehen. Insgesamt werden mehr als 700 Anbieter aus den Bereichen Feinkost, Hofläden, Metzger, Bäcker sowie Bauern- und Wochenmärkte vorgestellt.

B

Das Buch des Wandels – Wie Menschen Zukunft gestalten Matthias Horx DVA

W

ie können wir den Wandel, der durch Technologien, Globalisierung oder Umwelteinflüsse entsteht, bewusst gestalten, statt ihn zu erleiden? Das ist die Schlüsselfrage unserer Zeit. Und es ist eine Frage, die jeder Einzelne, die Familien, Firmen und unsere Gesellschaft als Ganzes für sich beantworten müssen. Matthias Horx stellt in seiner Geschichte des Wandels von Menschen und Kulturen faszinierende Verknüpfungen zwischen den Erkenntnissen vielfältiger neuer Forschungsrichtungen her und kann dabei zeigen, weshalb wir viel besser darin sind, mit Veränderungen umzugehen und Neues auszuprobieren, als häufig befürchtet wird. Sein Buch nimmt uns die Angst vor Neuem, schärft den Blick für die Möglichkeiten, die vor uns liegen, und ermutigt zur Gestaltung unserer Zukunft. Gescheitert – Warum die Politik vor der Wirtschaft kapituliert Heiner Flassbeck Westend Verlag

N

ie war es so deutlich wie jetzt zu Zeiten der internationalen Finanzkrise: Die Politik versagt vor der Wirtschaft. Dies hat System in Deutschland. Statt überzeugende Konzepte anzubieten, biedern sich alle Parteien ausschließlich der Logik von Unternehmen an. Das hat zur Folge, dass Politik und Gesellschaft nur noch von Einzelinteressen dominiert werden. Die Politiker verhaspeln sich in Details, statt konkurrierende Lösungsansätze für die großen Probleme zu entwickeln. Heiner Flassbeck, einer der weltweit renommiertesten Ökonomen, zeigt, wie und warum die Politik längst vor der Wirtschaft kapituliert hat, und fordert eine radikale Umkehr. Wer bei der aktuellen wirtschaftspolitischen Diskussion wirklich mitreden kann, kommt an dem neuen Buch von Heiner Flassbeck nicht vorbei.

Ich wäre so gerne satt“ Brigitte Reifetzhammer Ennsthaler

D

iese tragische und dennoch Kraft spendende Geschichte – geschrieben aus dem Herzen der Mutter, komplettiert mit den Tagebucheintragungen der ehemals kranken Tochter – ist ein leidenschaftlicher Appell, schon beim ersten Verdacht auf eine Essstörung das Gespräch zu suchen, Halt zu bieten und damit der Sehnsucht nach einem erfüllten Leben eine Chance zu geben. Packend geschrieben erleben auch Nichtbetroffene, wie ein bisher unbelastetes Familien­ leben eine dramatische Wendung erlebt, wie die Verzweiflung um sich greift und wie der unermüdliche Kampf letztendlich gut ausgehen kann. Das Egon Friedell Lesebuch Diogenes

E

gon Friedell – ein Mensch „in seinem Widerspruch“: Doktor der Philosophie und Enfant terrible Wiens, jüdischer Herkunft, doch überzeugter Christ, Aphoristiker, Feuilletonist und Dramatiker, ausgeprägter Individualist im Dienst anderer Geistesgrößen, Satiriker, Parodist und Pamphletist, Novellist, Theaterkritiker und nicht zuletzt berühmter Kulturhistoriker – präsentiert sich in diesem Auswahlband frisch und lebendig: in einer unverstaubten, wortmächtigen, ebenso prägnanten wie eigenwilligen Prosa, durchsetzt von beißender Ironie und ernst-fröhlicher Lebensweisheit. Die Eichhörnchenstrategie Elise Schirrmacher Bastei Lübbe

W

er gerne beobachtet, staunt und weiterdenkt, kann die Glücksstrategien der Tiere optimal für sein Leben nutzen. Ob es darum geht, wie wir stressfreier arbeiten oder unser Zuhause wohnlicher gestalten, wie wir unsere Familie genießen, unseren Körper wahrnehmen oder unsere Gefühle zeigen: Das clevere Eichhörnchen Woody weiß, wo’s langgeht. Auf seiner Reise um die Welt hat es sich die Menschen genau angeschaut und Tipps aus der Tierwelt gesammelt wie Haselnüsse für den Winter. Die erfolgreiche ART des Tradens Bennett A. McDowell FinanzBuch Verlag

D

as ART-System basiert auf der Realität, und in diesem Buch werden Sie lernen, wie Sie die Realität einsetzen können, um ein besserer Trader und Investor zu werden, unabhängig davon, ob Sie Aktien, Anleihen, den KLIPP Dezember 2009


Forex-Markt, Rohstoffe oder Optionen traden. Sie erfahren, wie dieses System bedient sowie effektiv und effizient eingesetzt wird, um die komplexen und vielfältigen Informationen, die der Markt liefert, auf den Punkt zu bringen. Nach der Lektüre werden Sie auch wissen, wie Sie mit dem heute üblichen Überangebot an Börseninformationen umgehen können. Gault Millau Österreich 2010 620 Restaurants, 28 Landgasthöfe, 411 Hotelempfehlungen, 146 Café-Konditoreien

5

48 Seiten voller Genuss, von Vorarlberg bis Ungarn, von Wien bis Dubrovnik, von Salzburg bis Bozen. Die kulinarischen Eckpfeiler des GaultMillau Österreich wurden neu gesetzt: Erstmals wird auch über die besten Restaurants in Prag, Budapest und Bratislava sowie über die empfehlenswertesten Hotels in diesen Städten berichtet. An der österreichischen Spitze des Vier-HaubenRankings gibt es heuer keine Änderungen – erneut 19 von 20 Punkten erreichten Steirereck im Stadtpark (Wien), Hubertus (Filzmoos), Taubenkobel (Schützen) und das Restaurant Obauer (Werfen). Jerusalem – Die Geschichte einer ­heiligen Stadt Annette Großbongardt, Dietmar Pieper (Hg.) DVA

K

eine Stadt ist wie Jerusalem – so verehrt, so heilig und so umkämpft. Mehr als 4.000 Jahre Geschichte lasten auf dieser alten Metropole des Glaubens, in der drei Religionen und zwei Völker konkurrieren und bis heute keinen Frieden finden. Gemeinsam mit renommierten Wissenschaftlern schildern „Spiegel“-Autoren die bewegte Geschichte dieses magischen Ortes und beschreiben die Bedeutung Jerusalems als Geburtsstadt des Glaubens und Brennpunkt des Nahostkonfliktes. Liebe dich selbst, auch wenn du deinen Job verlierst Eva-Maria & Wolfram Zurhorst Goldmann Arkana

A

uch wenn alle etwas anderes sagen: Aber genau jetzt ist die Zeit, um endlich Freude und Erfolg ins Berufsleben zu bringen. Zeit für eine neue Qualität in der Arbeitsund Wirtschaftswelt. Die aktuelle Krise hilft: Jeder kann persönlich wachsen und damit bietet sich für unsere Gesellschaft die große Chance, ihr seelisches Kapital zu entwickeln. Wer jetzt nicht in Angst erstarrt oder in der Suche nach Schuldigen verharrt, der kann Kündigung, Pleite oder Burnout nutzen, um seine wahren Talente zu ­entdecken und auf eine ganz neue Art berufliche Erfüllung zu finden.

KLIPP Dezember 2009

Filme 2012 Action, Science Fiction Darsteller: John Cusack, Thandie Newton, Amanda Peet, Danny Glover, Woody Harrelson Regie: Roland Emmerich

B

asierend auf den Prophezeiungen der Maya, entwirft Regisseur Roland Emmerich in 2012 sensationelles Action-Kino atemberaubenden Ausmaßes. In einem dramatischen Überlebenskampf muss sich die Menschheit den Naturgewalten wie gigantischen Tsunamis, Erdbeben und Vulkanausbrüchen stellen. Der Beginn einer neuen Zeitrechnung steht bevor … Fotos: Sony Pictures Releasing GmbH

Zweiohrküken 134 Minuten, Komödie Darsteller: Til Schweiger, Nora Tschirner, Matthias Schweighöfer, Thomas Kretschmann, Ken Duken Regie: Til Schweiger

L

udo und Anna zwei Jahre später … der Alltag ist eingekehrt. Als Ludo eine alte Flamme wiedertrifft, wird Anna eifersüchtig – mit Recht! Die Gute ist offensichtlich noch ziemlich interessiert. Ludo wehrt sich, auch mit Recht, gegen Annas Kontrollversuche und fordert Freiraum ein. Dummerweise taucht just zu diesem Zeitpunkt Annas Exfreund Ralf auf und plötzlich gefällt Ludo der neue Freiraum gar nicht mehr so gut … Fotos: Warner Bros.

My Big Fat Greek Summer (My Life in Ruins) Komödie Darsteller: Nia Vardalos, Richard Dreyfuss, Alexis Georgoulis, Alistair McGowan, Harland Williams Regie: Donald Petrie

G

eorgia, halb Griechin, halb Amerikanerin, will sich in Griechenland von ihrem Leben erholen, das bis hierhin nicht so rosig verlaufen ist. Sie verdingt sich als Fremdenführerin für Touristen, zeigt ihnen die Sehens­w ürdigkeiten und plagt sich mit den nervigsten Exemplaren ihrer Zunft sowie dem zotteligen Busfahrer Poupi. Doch mit Hilfe des cleveren Mitreisenden Irv versteht sie es, mit den Touristen klarzukommen und entdeckt auch andere Seiten an ihrem Bus­ fahrer. Fotos: Einhorn Filmverleih 43


DIE NEUE KUNST DES WOHNENS.

FX10, der extravagante Lounge Chair. Design: Buchegger, Denoth, Feichtner. Gefertigt mit hohem Designanspruch in perfekter Handarbeit. Wir von der Neuen Wiener Werkstätte betrachten Wohnen als Gesamtkunstwerk. Machen Sie sich ein Bild von unseren beiden Wohnwelten MODERNE und KLASSIK. Schauraum: Theresiengasse 6, A-1180 Wien, T +43 1 405 61 25. Den nächsten Händler in Ihrer Nähe finden Sie unter: www.neuewienerwerkstaette.com


Steiermarkmagazin Klipp