€ 1,45 € 1,45 V erlagspostamt 8020 Graz, P.b.b. GZ 02Z033225 M Oktober 2002 / 9 Behindertsein inder Steiermark? abSeite48 Wir basteln eine Koalition! Wir basteln eine Koalition!
Illustration: Alfred Raschl
Drogenkriminalität ist KEIN Wahlkampfthema.
Die steigende Drogenkriminalität bedrückt uns alle. Kurz vor Wahlen nennt man solche Themen gern „Wahlkampfthemen“, weil die Menschen dahinter – oft nicht unbegründet – den Wunsch nach öffentlichem Beifall vermuten. Lieber würde ich daher derzeit nichts dazu sagen. Aber es muss sein.
Halb Österreich hat heuer über die Grazer „Bürgerwehr“ den Kopf geschüttelt. Kein Wunder: Wer glaubt schon ernsthaft, dass Privat-Sheriffs abgebrühten Dealern leichter das Handwerk legen können als die hervorragend ausgebildeten Drogen-Spezialisten unserer Polizei?
Daher war ich selbst beim Innenminister, um ihn davon zu überzeugen, dass die Exekutive sofort und härter als bisher gegen den Drogenhandel in unserer Stadt vorgehen muss. Ergebnis: Ab Oktober läuft die „Aktion scharf“, bei der die besten Fahnder des Landes im Einsatz stehen.
Wer da zuerst abwarten und lange klären will, ob die Stadt für Kosten zusätzlicher Polizeieinsätze aufkommen „darf“ oder nicht, hat das Problem nicht verstanden. Lieber gebe ich ein paar Tausend Euro mehr aus als die Chance zu verpassen, auch nur ein einziges Kind vor der Nadel zu retten.
Siegfried Nagl
Wir unterstützen die überparteiliche Initiative für Siegfried Nagl: Renate Adler,Landesbeamtin; Maria Almer,Pensionistin; DI Christian Arnhof, Angestellter; Edeltrude Bauer-Pogner,Pensionistin; Maria Beck,Pensionistin; Hansjörg Böllinger,Angestellter; Manina Brandl,Beamtin; Alexander Ceh, Behindertenreferent d.ÖH Graz; Heinrich Daporta,Pensionist; Dir.Kurt Daxböck, kaufm.Direktor; Oswald Deutsch,Pensionist; Günther Ebenschweiger,Polizeibeamter; Margarethe Edler,Gartenzentrum Edler; Udo Eiselt,Student; Rosa Esterl,Hausfrau; Gertraud Faßl,kfm.Angestellte; Frieda Foggenberger,Pensionistin; Alfred Franck,Verwaltungsinspektor; Emanuel Freyberger,Fluglehrer i. R.; Ferdinand Führendörfler,Pensionist; Monika Gabriel,Friseurin; Thomas Galik,SV-Angestellter; Annemarie Gaspar,Hausfrau; Konrad Goldberger,Zentralinspektor der Sicherheitswache Graz; Matthias Gollmann,Student; Siegfried Graber,Magistratsbeamter; Manfred Graf,Wachorgan; Hildegard Grebien,Pensionistin; Sonja Grill,Lohnverrechnerin; Prof.Helmut Gugerbauer,AHS-Lehrer i. R.; Ingeborg Habersack,Pensionistin; Josef Hackl,Pensionist; Dr.Helmut Haidacher,AHS-Professor i.R.; Gregor Hammerl,Landesgeschäftsführer; Franz Heil,Pensionist; Daniel Hermes,Schüler; Siegfried Herzl,AK-Angestellter i.R.; Anton Herzog,Pensionist; Theodora Hess,Pensionistin; Friedrich Heuberger, Pensionist; Hermine Hödl,Angestellte; Wolfgang Hödl,Angestellter; Herta Holzner,Pensionistin; Dr.Hubert Isak,Univ.-Prof.; Josefina Ivanits,Friseurin; Renate Kaltenegger,Versicherungsangestellte; Kurt Kemeter,Polizeioffizier; Franz Kerman,Beamter; Alojz Ketis,Fleischer; Theresia Kirchengast,Pensionistin; Johann Klanner,Pensionist; Ida Klug,HS-Lehrer; Melinda Kneißl,Landesbedienstete; Maria Theresia Kniepeiss,freischaffende Künstlerin; Leopold Knittelfelder,Pensionist; Dieter Knoblauch,techn.Angestellter; Wilhelm Kolb,Magistratsbediensteter; Hermine Koman,Pensionistin; Agnes Koren,Erzieherin; Theresia Kozmuth,kaufm.Angestellte; Wolfgang Krenn,Angestellter; Regina Kriegl, Magistratspensionistin; Josef Kriegler,Bundesrechnungsbeamter; Ferdinand Krobath,Selbständiger; Daniela Kupper,Hauptschullehrerin; Mag.Jürgen Laban,Geschäftführer; Wilhelm Laese,kaufm.Angestellter; Margit Lanzer, Hausfrau; Dr.Peter Lanzer,Landesbeamter; Stefan Lienhart,Sozialreferent der ÖH Uni Graz; Stefanie Lilek,Pensionistin; Alois Löscher,Pensionist; Otto Lorbeck,Pensionist; Josef Maier,Magistratspensionist; Peter Maierhofer,Verwaltungsbeamter; Maria Mandl,Hausfrau; Arnold Matl,Pensionist; Irmgard Maurer, Pensionistin; Gabriele Mayer,Sekretärin; Wilhelm Moriggl,Oberrechnungsrat i. R.; Johann Müller,GVB- Angestellter; Peter Munter,Betriebsleiter der AEVG; Rudolf Neuhold,Pensionist; Hans Nickl,Pensionist; Ing.Jürgen Nussbaumer, Bautechniker; Friedrich-Peter Obad,Unternehmer; Franz Obenaus,Angestellter; Karl Obenaus,Bauer; Rupert Ober,Monteur; Harald Pedratscher,Servicetechniker; Werner Pennitz,Pensionist; Mag.Franz-Robert Pergler,Exportkaufmann und Historiker; Jakob Pertinatsch,Beamter; Hans Werner Pfaffenberger,Drogist; Hildegard Pintar,Hausfrau; Gerhard Pivec,Bankangestellter; Karin Pölzl, Polizistin; Karoline Pogner,Angestellte; Priska Polegek,Landesbeamtin; Walburga Promitzer,Pensionistin; Hans Pugl,Kfz-Mechanikermeister; Dr.Alois Puntigam,Pensionist; Brigitta Ratz,Pensionistin; Wolfgang Ratz,Versicherungskaufmann im AD; Helene Reichl,Kauffrau; Hannes Reiter,Vertragsbediensteter; Franz Reiterer,Pensionist; Gerlinde Repe,Volksschullehrerin; Barbara Riener, Dipl.-Sozialarbeiterin und Psychotherapeutin; Peter Johann Rothleitner,Pensionist; Wolfgang Röck,Lackierer; Ingeborg Rumpf,Pensionistin; Susi Rust,kaufm. Angestellte; Ing.Diethard Sauermoser,Bauingenieur; Peter-Thomas Scheer, Soldat; Erwin Schwar,Magistratsbediensteter; Margaretha Siebenrock,Pensionistin; Wilma Sievers-Oman,Regie- und Programmassistentin; Erna Sommer, kfm.Angestellte; Karin Spiegel,VS-Lehrerin; Sibylla Stadler,Bankangestellte; Astrid Stangl,Beamtin; Martina Stefan,Angestellte; Margareta Stefankovic, Pensionistin; Elisabeth Stekl,Hausfrau; Dr.Dieter Stodulka,Jurist; Klaus Strobl, Kulturmanager; Mag.Darja Teppey,Dolmetscherin; Willibald Thaller jun.,Polizeibeamter; Knut Thelen,Gold- u.Silberschmiedemeister; Berta Thier,Pensionistin; Sepp Tieber,Bauer; Gabriele Topf,Buchbinderin; Doris Vökt,Hausfrau; Dipl.-Dolm.Gabriela Wabscheg,Dolmetscherin; Manfred Wacker,HS-Lehrer; Angela Wallner,Pensionistin; Erwin Walzl,Stahlbauschlosser; Maria-Theresia Warmuth,Vertragsbedienstete; Ing.Stephan Waska,Pflanzenschutzberater; Theresia Weiss,Pensionistin; Reinhard Wernbacher,Unternehmer; Helmuth Werth,Pensionist; Randolf Wieltschnig,Magistratsbeamter; Maria Wild,Pensionistin; Bernd Winterleitner,Systembetreuer RLB,„Mister Austria 99“; Martin Wippel,Angestellter; Nicole Zaiser,Grafik-Designerin; Johannes Zeliska,Heeresbediensteter; Anna Zirngast,Pensionistin; Mag.Gerd Zuschnig,Geschäftsführer des Freiraum Business Center; Manfred Zuschrott,Angestellter; Gertrud Zirkl,Magistratsbeamtin,Schulwartin; Mag.Dr.Erwin Zügner,Jurist
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OKTOBE
COVERSTORY
........................................... 24
38
POLITIK & WIRTSCHAFT
Millionen für Bedürftige gespendet. KPÖ-Stadtrat Ernest Kaltenegger. ........................... 12
DialogfürEuropa: Großereignis am 28. März 2003 in Graz ......13
Lilly Lotterblume. 15
Köpfe unterwegs. Sie bewegen die Steiermark. ........................16
FPÖ: Jeder für sich. Eine Partei räumt mit sich auf. ..................22
Wohnen wird teurer – weil Förderung wegfällt.................. 25
Oscar-Nacht „Helle Köpfe”. Die Fast Forward AwardsPreisträger 2002. .....................26
Gemma Wohnung schaun zum Wohnquadrat. Steiermarks größter Marktplatz für Immobilien. ................................ 29
Spitzenleistung. Erfolgreicher Bildungspartner Campus02. .... 30
Dreckige Wasser im Labor. Abwasseranalyse ist wichtig. . 35
Steirische Arbeiterkammer: Keine Skrupel bei Klagen. ..... 37
Kopf-an-Kopf-Rennenam24.November. Experten erwarten ein Finale wie in
HINTERGRUND MEDIEN
Folgenreiches „blind date“. Europa-Partner St. Bartholomä und St. Georges du Bois. ........ 40
Yetis, Kommerz und schwebende Mönche. Dalai Lama in Graz,„Traumland Tibet“ im Stadtmuseum. .............42
AltersheimoderSeniorenresidenz. Eine neue Wohnkultur im Seniorenalter. ...........................52
Was heißt Glück? Plötzlich um 2 Mio.Euro reicher. ............... 54
MEGAPHON-Team nimmt an Fußball-WMteil. Die Obdachlosen-WM findet 2003 in Graz statt. .......................................46
Steiermark 1-TV um einen Euro verkauft. Styria nun 100-Prozent-Eigentümer. ......................46
„Steiermark heute“ im „New Look“. Frisches Styling,inhaltlich gleich. ...............................46
Bühnenkritik und Bühnentratsch. Die schnellsten Verrisse des Landes gibt es auf www.klippmagazin.at. ........... 81
4 Klipp Oktober 2002
Lässt alles gerade sein. Stadthallenarchitkekt Klaus Kada im Gespräch über Steiermarks größte „Loggia“.
Jugend, die nicht nach Frühling schmeckt. Der 16-jährige Martin hat ein Leben schon hinter sich. .....................................................
ER 2002
STANDARDS
Spots. 6
9-Stunden-Kämpfer in RotWeiß-Rot: Christian Magg..... 6
Gesundheit. 58
Schmerzhafter Zahntourismus. „Billige“ Zahnbehandlungen im Ausland zeitigen oft böse Folgen. ................................... 58
Auto & Motor. 62
Autopanne. Wenn die Elektrik verrückt spielt. ....................... 62
Kino. 81
Lesestoff. 80
SONDERTHEMA
Menschen: Wer ist schon „behindert“? Handicaps in der Steiermark. Die KLIPP-Serie. 48
Zu diesem Heft …
Stadtschreiber vom Schlossberg. Dzevad Karahasan:Grenzen bedeuten nicht nur Ende, sondern auch Anfang und Chance.“............... 44
Balkanien oder der Blick in den Spiegel. Die Neue Galerie blickt auf eine terra incognita ..45 herbstkunst in der Steiermark. Heimische Galerien im Bilderrausch. ........................... 47
Trüffeln. Die bekanntesten und teuersten Pilze. ....................... 68
Eine Frage des Willens. Erfolgreich mit 2. Bildungsweg. .....70
Think pink. Die Traumwelt des H. Trafoier wurde wirklich. .... 72
Im Tal des Wassers. Verlorene Kräfte revitalisieren. .............. 74
Blut und Tränen am Isonzo. Unterwegs im Soca-Tal. ..........78
Golfen mit Ali Rosker. Keine Angst vor langen Eisen. ......... 82
Die Gestaltung unserer Titelseite überrascht Sie wahrscheinlich,verehrte LeserInnen – doch die Politik sollte man nicht nur bierernst nehmen. Das Hochwasser hat die Blau-Schwarze Regierung weggeschwemmt,deren Neuauflage für die Österreicher derzeit nicht die erste Wahl ist. In der Beliebtheitsskala ranchiert sie erst an dritter Stelle. Rot-Grün ist plötzlich chancenreicher geworden,wiewohl diese Koalition in etlichen Medien zum Experiment abgestempelt wird,da wurde Blau-Schwarz als „Wende“ wohlwollender aufgenommen. Was insoweit nicht sofort erklärbar ist,da doch Rot-Grün den Menschen in Österreich mehr soziale Sicherheit und das Halten der sozialen Standards verspricht und diese Errungenschaften nicht dem Druck des Kapitals zum Opfer fallen sollten. Der Slogan „10.000 Lehrplätze für 1 Abfangjäger“ ist plakativ, auch polemisch,doch zeigt er unmissverständlich auf,dass uns die Chancen der Jugend für eine gute Ausbildung,für bessere Aussichten auf einen Arbeitsplatz doch wichtiger sein sollten,als zwei Dutzend Abfangjäger,die in dieser Friedenssituation in Europa wirklich überflüssig sind. Da können die Lobbyisten und Anhänger des Militarismus noch so trommeln, sie liegen einfach falsch mit ihrem Ruf nach diesem sündteuren Kriegsspielzeug. Ich bin mir sicher,dass die Frage der Abfangjäger indirekt darüber entscheidet,wer die Wahl gewinnt.
Abfangjäger entscheiden über Sieg
IMPRESSUM
Medieninhaber:
KLIPP Zeitschriften GmbH Nfg & Co KG, 8041 Graz, Liebenauer Hauptstraße 2-6, Tel. 0316/ 42 60 80-0, Fax-Dw 122
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Illustration: AlfredRaschl
Jürgen Lehner
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Lektorat:
Iris Hipfl, Jürgen Wieser
Cover: Herbert Maitz
Internet / EDV: Gerald Hammerer, Georg Schottmeier
Fotos:
KLIPP-Archiv (wenn nicht anders angegeben)
Druck:
Universitäts-Druckerei Klampfer, Weiz
Abonnentenpreise: Jahresabo € 14,53, Zweijahresabo € 26,16, Studentenabo 2 Jahre € 18,16, 1 Jahr € 13,08
Vertrieb:
Morawa Pressevertrieb
Erscheinungsort:
Graz, Verlagspostamt: 8020 Graz, P.b.b.
Nächster Erscheinungstermin: Ausgabe 10/2002, KW 46
5 Klipp Oktober 2002
KULTUR LEBEN&LEUTE
wie in Deutschland? ................................. 20
JOBGEFLÜSTER
Der 9-Stundenkämpfer in RotWeiß-Rot
er neue PR-Manager des Casino Graz heißt Andy Krasser. Direktor Peter Almassy hat damit einen Mann an seiner Seite, der zwar ursprünglich aus der Werbung kommt, jedoch das Casino-Geschäft von der Pieke auf gelernt hat. Andy Krasser ersetzt damit den langjährigen Werbemann Helmut Rodler.
Silvia Weihs, früher im PromotionteamdesCasinos tätig, bestand ihren ersten Test als neue Pressechefindes Bankhauses Krentschker mit der Organisation des Golfturnieres am Murhof mit Sehr Gut. Ähnlich viel Lob erhielt von den Golfern auch ihr Vorgänger Leo Hrovat, der bekanntlich zum stellvertretenden Werbechef der Steiermärkischen ernannt wurde.
Mag. Helmut
Zwanzleitner verließ die Werbeabteilung des Saubermachers mit Ende September. Seine Nachfolgerin heißt Mag. Sonja Klug und kommt direkt vom Institut für Handel, Absatz und Marketing.
Mag. Helmut Zwanzleitner machte sich mit seiner neuen Geschäftspartnerin Heidi Edler (Ex-Antenne) mit der Werbeagentur Vision selbstständig. ❑
DIn vier Monaten von Platz 1411 auf Platz 994. Tennistalent Christian Magg –Markenzeichen rot-weiß-rotes Outfit –kämpft sich mit viel Biss nach vorne. Top 700 sind sein Ziel für heuer. Selbst John McEnroe ist voll des Lobes über den jungen Steirer.
Während der inzwischen schon sehr rundlich gewordene Thomas Muster bei öffentlichen Auftritten nur mehr danach trachtet,durch sportliche Betätigung „wieder im Bauch Platz für Bier“ zu bekommen,wie er kürzlich anlässlich eines Benefizfußballturniers bekannte,wandelt Nachwuchstalent Christian Magg in punkto Kampf und Biss auf den Spuren des jungen Muster. „Keiner arbeitet so hart wie er“,lobt ihn sein Trainer Thomas Weindorfer. Wie Muster trainiert und kämpft Magg ganze 9 Stunden pro Tag. Weindorfer glaubt,dass sein Schützling „alleVoraussetzungen zum großen Spieler mitbringt“. Das 21-jährige steirische Tennistalent aus Köflach ist sogar schon Altmeister John McEnroe aufgefallen. Dabei meint „Mister
Schlagkräftiger Steirer mit rot-weiß-rotem Markenzeichen in der Tennis-Weltrangliste unter Top Tausend. Für John McEnroe ist Christian Magg bereits ein „Great Player“
heurigem Mai schon um über 400 Plätze nach vorne gekämpft. Den Ehrgeiz zum Kampf entwickelte Magg in seiner Jugend (Vorbild Thomas Muster),nun ist es die „Liebe zum Sport und zum gesunden Leben“. Für eine Freundin bleibt da keine Zeit.
40 Wochen aufATP-Achse bedeutet nicht nur ein Leben im Hotel,es kostet auch,nämlich satte 70.000,– €, die bis jetzt zwei ungenannt bleiben wollende Privatsponsoren und Maggs Eltern finanzieren.Vermarktet wird Magg von
Lästermaul“ McEnroe gar nicht Maggs Turnier-Outfit in Rot-Weiß-Rot – rote Haare, weißes Dress,rote Schuhe – sondern sein Können am Court:„A Great Player“,fällt McEnroe gar zum jungen Steirer ein.
40 Wochen auf ATP-Tour – ein Leben im Hotel
Sein Ziel,einen Platz unter den besten 1000 in der Weltrangliste,hat Magg erreicht,exakt rangiert er auf 994. Ziel ist,unter die besten 700 zu kommen. Das schafft er! Mit seiner ihm eigenen Zielstrebigkeit hat sich Christian Magg als harter Kämpfer mit Biss und erstaunlicher Disziplin erwiesen und sich seit
Sp tsderAgentur „Sportsmanagement“. Gerade sei man mit zwei Großsponsoren (aus den Bereichen Bekleidung und Versicherung) im Gespräch,so Jürgen Helzl von Sportsmanagement. Immerhin etwa 7000,– € hat Magg selbst schon an Preisgeldern verdient. Stark am Netz und mit starkerVorhand erkämpfte er sich bereits einen Achtelfinalplatz in Mexiko und die Viertelfinale in Dänemark und im Grazer Tennis am Dach. Für nächstes Jahr hat sich Magg ein ehrgeiziges Ziel gesetzt:Einen Platz unter Top 400 und damit Einkünfte aus Preisgeldern von 250 bis 400.000,– Euro. Momentan ist Magg auf ATP-Tour in Griechenland,auf dem Weg zu Top 700. ■
6 Klipp Oktober 2002 Spots
© Sportsmanagement
Andy Krasser, Casino Graz
Silvia Weihs, Bankhaus Krentschker
Mag. Helmut Zwanzleitner, Vision
Mag. Sonja Klug, Saubermacher
WAS FEHLT IST LEASING.
HIER FEHLT IHR BETRIEBSGEBÄUDE. ODER IHR BÜROGEBÄUDE
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7 Klipp Oktober 2002
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der Erste Bank-Gruppe und der Sparkassen
Sex und Kalender gehören hierzulande schon irgendwie zusammen wie die PirelliKalender-Mädchen und Reifen. Und sie erregen die Gemüter, provozieren Stellungnahmen für und wider. Zuerst waren da die frechen Mädels vom Jungbauernkalender. Nun sticht sie kein Hafer mehr,seit sie schon fast offiziell und äußerst erfolgreich am neuen Jungbauern-Image mitbasteln (dürfen).
Besonders steirische Blaulichtinstitutionen zeigen gerne freizügige Models auf Kalendern in erotischem Ambiente. Erst im Frühjahr sorgte der skandalträchtige Polizeikalender mit dürftig bekleideten Beamten in Macho-Posen und noch freizügigeren Damen für einige Aufregung und Disziplinarmaßnahmen. Nun ist es der aufreizende „Austrian Fire Girls Wandkalender 2003“,der so manchen Feuer-
Mit einer Auflage von 50.000 Stück verspricht der „Austrian Fire Girls Wandkalender 2003“ – auch dank des wohl kalkulierten Skandals –ein Renner zu werden
Feuerwehr im oststeirischen Breitenbuch und eine Feuerwehrfrau nahmen am Fotoshooting teil,der Bezirkskommandant droht mit Förderstopp für die Breitenbucher Florianijünger – die Aufregung ist perfekt,die Aufmerksamkeit maximal. Ein heftiges Rauschen im Blätterwald folgt. Andre und Mischa Stangl von der Grazer Werbefirma „House of Design“,die den Kalender produzieren,können zufrieden sein:„Wir wollen keinen Skandal,aber anscheinend ist es eh schon einer.“ Der Kalender wird produziert. „Jetzt erst recht!!!“,geben sich die beiden ob der Widerstände kämpferisch. 50.000 Stück sind geplant (15,30 € per Stück) und werden ab November/Dezember 2002 zurAuslieferung gebracht. ■
Info:www.firegirls.at oder www.houseofdesign.at
Sexy Zündlerinnen bei der Feuerwehr
wehrhauptmann zu Löschaktionen animiert.
Landesfeuerwehrkommandant
Franz Hauptmann: „Nicht mit uns“
Die tief dekolletierte Retterin à la Barbarella bei der Mund-zu-Mund-Beatmung über einer zu rettenden Blondine mit viel Silikon. Eine andere
A new Star
Seit „ewigen” Zeiten gehört wieder einmal eine junge Grazerin zum Schauspielhaus-Ensemble: Andrea Wenzl, die „Theater-Aufsteigerin des Jahres“.
Assl verlängert bis 20.Okt.:
1 € für den ersten Laufmeter!
Für alle Steirerinnen und Steirer: Küche nach Maß um nur €1,–!
Die leichtgeschürzten „fire girls“ regen nicht nur so manchen Feuerwehrhauptmann auf
Blondine hantiert,angetan mit rotem BH und engster Short am Löschschlauch,dahinter ein Feuerwehrfahrzeug,dessen Fahrer den Blick auf die Löschfrau heftet ... „Nicht mit uns“, wehrt der steirische Landesfeuerwehrkommandant Franz Hauptmann derartiges ab. Er fürchtet einen Imageschaden für die Feuerwehren und kann sich mit diesem „Blödsinn“ nicht identifizieren. Die Männer der Freiwilligen
Lieboch. – Der starke Steirer in Lieboch hat sich für den Herbst etwas Besonderes einfallen lassen. Der erste Laufmeter Küche kostet nur 1,– Euro. Und das schon beim Kauf von 5 Laufmetern Küche. Die Aktion gilt für alle Markenküchen wie z.B. EWE, DAN, FM, Braal u.s.w. Dahersind Markenküchen bei Möbel Assl in Lieboch so günstig wie nirgendwo. Auch währendder Aktiongenießenalle
Küchenkäufer den vollen Beratungs- und Planungsservice. Jede Küche wird nach ausführlichen Beratungsgesprächen individuell und millimetergenau nach Maß geplant. ❑
Johann Assl: „Nur noch bis 20.Oktober gibt’s Küchen nach Maß um nur € 1,– für den ersten Laufmeter! Und das gilt für alle von uns geführten Markenküchen schon ab 5 Laufmetern!“
Spots
F otos:©House of Design
8 Klipp Oktober 2002
Fo ro:Manninger
r is born
Ihr Applaus bei der Premiere vom „Weiten Land“ im Grazer Schauspielhaus schien nicht enden wollend. Zum ersten Mal stand die erst 23-jährige Andrea Wenzl als Ensemblemitglied auf der Bühne – und dann gleich so ein Erfolg.
„Wir haben sie direkt von der Schauspielschule geholt“,freut sich Direktor Matthias Fontheim über die Zukunftshoffnung.
„Und unsere Regisseure sind begeistert von ihr,sie gehört bereits zu den meistgebuchten Aktricen.“
Dabei ist dieser Erfolg gar nicht von klein auf geplant. Erst mit 15 wechselte sie vom Ballett zum Theater („Mit zehn war ich im Staatsopernballett-Internat –ein Horror!“),absolvierte nebenbei die Ausbildung zur Kindergärtnerin und bewarb sich dann „zum Spaß“ an der Universität für Darstellende Kunst. Resultat: Aufnahmeprüfung geschafft, und damit waren für die Zukunft Shakespeare & Co statt Kiddies angesagt.
Und die fernere Zukunft? „Keine Ahnung,was die Zeit bringt“,so die sympathische gebürtige Leibnitzerin. „Aber es wäre ein Traum,einmal selbst auch Regie zu führen,vielleicht mit jungen Schauspielern zu arbeiten.“ Vorderhand zählt jedoch die nahe Zukunft:„Schade,dass sie eine Hure war“,„Frühlings Erwachen“,„Janis Joplin“ usw. stehen auf ihrem Spielplan – und nebenbei soll sie auch noch ihre Diplomarbeit an der Uni schreiben. Thema? „Weiß ich noch nicht ...“
Außerdem will sie in Graz bleiben:„Ich liebe diese Stadt einfach! Das beinahe italienische Flair,die Größe,die schöne Altstadt – einfach genial!“ Urlaub macht sie trotzdem außerhalb der Steiermark:„Zu Ostern war ich in Griechenland – da war’s kälter als daheim. Und im Frühsommer haben wir in Istrien wild campiert – bei der Heimfahrt haben dann kroatische Zöllner acht Stunden lang unseren bunt bemalten Bus durchstöbert.“ Man sieht:Daheim ist’s halt doch am schönsten – und bei Andrea Wenzl ist eben immer etwas los.
Entspannung findet sie beim Laufen:„Wenn mein Schauspielhausvertrag nächstes Jahr verlängert werden sollte,möchte ich als Dank den Graz-Marathon laufen.“ Den Halb-Marathon hat sie bereits heuer bewältigt. Und wir können uns sicher sein: Nächstes Jahr läuft sie 42 Kilometer ... (hadler) ■
GAW – Zwei neue Projekte in China
Verstärkte Expansion in den asiatischen Papiermarkt
as Grazer Industrieanlagenbauunternehmen GAW konnte im September dieses Jahres gleich zwei Auftragseingänge aus China verzeichnen. Die beiden neuen Projekte mit einem Gesamtbestellwert von 2.429.000,– € umfassen die gesamte Planung, Komponentenanlieferung und die Inbetriebnahme der Streichküchen für die Papierfabriken Gold Huasheng Paper und Hubei Jun Ma Paper.
DEine besondere Herausforderung des Projekts „Gold Huasheng“ ist die Aufbereitung von Satinweiß,ein Verfahren das selten eingesetzt und technologisch sehr anspruchsvoll ist. Satinweiß wird der Streichfarbe zugesetzt und bewirkt eine besonders hohe Deckkraft und Glätte,hohen Glanz sowie hervorragende Druckeigenschaften des Papiers. Die Inbetriebnahme soll im Juni 2003 erfolgen.
Jochen Pildner-Steinburg zeigt sich mit der erfreulichen Entwicklung am asiatischen Markt zufrieden
LandesdirektionSteiermark
8020 Graz,Gürtelturmplatz 1
☎ (0316) 789-0
www.wienerstaedtische.at
Hinsichtlich des Kerngeschäftsbereichs von GAW, der Papier- und Kartonindustrie,weist der chinesische Markt ein enormes Potenzial auf. Die beiden Aufträge sind dabei ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Expansion nach Asien. ■
9 Klipp Oktober 2002
Steirer in die zweite Reihe gerückt Steirer in die zweite Reihe gerückt
So schnell geht das. Noch vor Monaten setzten Tirol, Sturm und GAK die Highlights im Fußball Österreichs,waren Hannes Kartnig mit Osim und Vastic die begehrtesten Interviewpartner. Dem populären Sturm-Präsidenten gehtes nun ähnlich wie einem Showstar,der keinen neuen,großen Hit landen kann,wie wohl Sturm unter der „Not- und Interimslösung“ Franco Foda eindeutig auf der Gewinnerstraße wandelt. Vielleicht sind Inte-
rimslösungen für die Geld verwöhnten Fußballprofis überhaupt die Zukunftslösung. Der
die Schwarz-Weißen und Roten nun durchmachen. Es ist Peter Svetits,Sportdirektor. In ihm und seinem Vorgänger Harald Fischl sah Hannes Kartnig keine ebenbürtigen Gesprächs- und Verhandlungspartner. Mit dem Geld von Frank Stronach in der Tasche und vielen Vollmachten ausgestattet,revanchiert sich Svetits nun an den Steirern. Er
GAK hofft mit Walter Schachner aus dem Jammertal herauszukommen,was ohne große Zauberkünste gelingen wird. In Wien sitzt ein Burgenländer,der sich diebisch darüber freut,was
Steirischer Schokogenuss auch in Manhattan
Man freut sich,ist sogar stolz, wenn man mitten in ManhattaninNewYorkimdortigen Wiener Café eine Schokomilch bestellt und erfährt, dass diese von Sepp Zotter in Riegersburg produziert wird und sieht,wie genüsslich die amerikanischen Gäste daran schlürfen. HierinderHeimat,vorOrt inGraz,serviertPeterLinzbichler am Franziskaner Platz ebenfalls dieseheißeTrinkschokolade,aber nicht nur die,sondern er bietet auch die unterschiedlichsten Ge-
schmacksrichtungen aus der Schokoladenmanufaktur an,denn Zotter entwickelt ständig Neues. Mit Namen wie Birne-Caramel, Maroni,Ingwer,Haselnuss-Delice, Grammelnussen. Daneben führt Linzbichler auch ausländische Schokospezialitäten,die aus Genua, Italien,England,den USA,dem Tessin oder aus Tirol kommen. Für Liebhaber von Süßigkeiten ist das schmucke Altstadtgeschäft jedenfalls ein wahres Paradies. ■
will mit Austria Wien als der große Manager jene Champions League-Erfolge realisieren,von denen Hannes Kartnig geträumt hat. Da muss ein weiterer Steirer als Bauernopfer herhalten.
Walter Schachner übergab er den blauen Brief,weil ihm dieser mit zuwenigVisionen ausgestattet ist,zu hausbacken als Trainer agierte. Wer an der Seite von Frank Stronach arbeitet,der muss global denken,und so war Kult-Trainer Christoph Daum gerade der richtige Mann. Ihn wollte auch Kartnig haben,doch Svetits zeigte dem Sturm-Präsidenten,wo es lang geht. Als typischer Burgenländer oft „verarscht“,auch beim GAK,wurde aus der Sicht von Svetits seine Arbeit nicht richtig gewürdigt, treibt ihn ein Anliegen:Denn Kartnigs und Roths zu zeigen, dass diese seine Qualitäten nicht wirklich erkannt haben und sich so rasch wie möglich als großer, erfolgreicher Sportdirektor in Wien feiern zu lassen. KLIPPFans konnten schon vor Monaten lesen,dass Wien wieder die erste Geige im österreichischen Fußball spielen wird,als die professionellen Fußballwahrsager das noch für völlig daneben hielten. Daran krankt der Fußball in der Alpenrepublik überhaupt. Zu viele wollen die Realität nicht wahrhaben,Österreich hat im Fußball-Europa weniger Stellenwert als Dänemark. Oder kennen Sie einen dänischen Schiläufer? ■
Opernredoute
„Alles Walzer“ am 18. Jänner 2003
Die letzte Ballnacht im Opernhaus trug das Schild „Ausverkauft“. Auch heuer ist das Interesse ungebrochen stark,so die beiden Organisatoren Michael Tomec und Bernd Pürcher,die bei der Opernredoute in Graz das Tanzbein zu schwingen. Bestens bewährt hat sich das 59 Euro Ticket für Jugendliche und Studenten,weil damit nicht nur jene die illustre Ballnacht genießen können, die sich Eintrittskarten ab 180 Euro und eine Logge für 4.000 Euro leisten können und wollen. ■
10 Spots
Austria-Sportdirektor Peter Svetits (li.): Zeigt den Steirern mit Frank Stronachs Geld wo´s lang geht. Bauernopfer Walter Schachner (re.): Gnädig als Trainer an den GAK weitergereicht
F oto:der Plankenauer
Mode und Wohnen haben eine starke Verwandtschaft,weil sie zeigen, welchen Geschmack der Kunde bevorzugt. Im Schloss Pöllau dominierten an den Wochenenden im September nicht die Kirchgänger,
Harmonisches Duo in Pöllau
sondern die Liebhaber und Experten in Sachen Wohnen. Hausherr Pfarrer Raimund Ochabauer hatte
te dann die Mode – gezeigt wurden die ansprechenden Kreationen und Modelle des Salzburger Designers Gössl,organisiert von Renate Gruber,die in Hartberg die Produkte von Gössl führt. Die Kombination Mode und Wohnen erfolgte zum ersten Mal in dieser Form – Seniorchef Karl Polzhofer:„Es war dies erst unserAnfang und eine gelungene Premiere.“ ❑
Golfen bei Mondlicht
Spannende Inzenierung in den historischen Räumen des Schlosses Pöllau
der ortsansässigen Unternehmensgruppe Kapo,einer der international erfolgreichsten Möbelhersteller Österreichs,eine ganze Etage des Schlosses zur Verfügung gestellt. Für rund 200 Experten aus den großen europäischen Möbelhäusern und für heimisches Publikum,das allerdings nur an einem Wochenende Zutritt hatte,präsentierten Karl Polzhofer und sein Team die neuesten Trends und Kreationen auf einer Fläche von rund 800 Quadratmetern in den alten herrschaftlichen Räumen des Schlosses. Die aus den Nachbarländern eingeflogenen Möbelfachleute zeigten sich beeindruckt von der spannenden Inszenierung der Möbelschau. DenAbschluss bilde-
Ob das möglich ist? Ja,mit fluoreszierenden Bällen,die wie Sternschnuppen durch die Dunkelheit fliegen. So geschehen beim Star and Moonlight Sportfestival im Steigenberger Ressort in Bad Tatzmannsdorf. Natürlich war es nicht immer
Die versammelte Sportlerschar am Galaabend in bester Stimmung. Der Erlös der Tombola, zu gewinnen waren ein Mercedes C-Klasse Sportcoupé, eine Omega Uhr und ein Steigenberger Urlaub, kommt der Österreichischen Sporthilfe zu Gute
einfach,weil die Dunkelheit doch gewöhnungsbedürftig ist, doch der Andrang war groß und es machte den Golfern viel Spaß. Unter den „Nachtgolfern“ auch Franz Klammer,der am nächsten Tag auch das Tagesturnier als Bester beendete. Neben ihm versuchten sich auch andere heimische Sportgrößen wie z.B. Steffi Graf,Claudia Kristovics-Binder,Michael Tritscher, Andreas Hagara und andere als Nachtgolfer. Aber auch die übrigen Gäste beim Festival der Sporthilfe zeigten sich zufrieden mit dem gebotenen Programm,
sind doch das Steigenberger Ressort mit dem Thermal- und dem Golfhotel echte Wohlfühladressen,wo man seine Gourmetund Wellness-Träume erfüllt bekommt.
Angesagt ist also Genießen mit einem Gefühl von Lebensfreude, egal,ob in einem der drei Restaurants,wo es vegetarische, bodenständige oder VollwertKost gibt,in der Pianobar oder an der Poolbar. Für Lachen ohne Ende sorgte Ex-EAV-Mann Andy Töfferl mit seiner Show,in der er einmal mehr zeigte,dass er sicherlich zu den besten LiveUnterhaltern in Österreich zählt. Nach dem Golfen bietet die hoteleigene Thermalbadelandschaft alles,was man zum Regenerieren sucht. Bleibt nur „eine Gefahr“:dass dieses Erlebensgefühl zur „Sucht“ wird. ■
11 Klipp Oktober 2002
Mode und Wohnen im Schloss Pöllau, ein harmonisches „Duett“
Politik
Millionen für Bedürftige gespendet
Schafft der KPÖ-Mann in Graz nochmals die Sensation. Genau 8555 GrazerInnen wählten im Jänner 1998 die KPÖ Ernest Kalteneggers, die 7,9 Prozent reichten für einen Stadtratsposten. Damit stellt Ernest Kalteneggers KPÖ in Graz ein Unikum für ganz Österreich dar: Ein Kommunist als Stadtrat, der noch dazu zwei Drittel seines Nettobezugs für Bedürftige spendet. Engagiert ist auch seine Wohnungspolitik. Den Stadtratsitz halten ist das Wahlziel für die Grazer Gemeinderatswahlen am 26. Jänner 2003.
Der Erfolg der KPÖ in Graz ist Person und Programm in einem und heißt Ernest Kaltenegger. Die Grazer Genossen sind sich dessen wohl bewusst und haben sich für den
Wahlgang daher in „Kommunistische Partei Österreichs Ernest Kaltenegger“ umgetauft,auch wenn es dem Team um Klubobfrau Elke Kahr nicht ganz ge-
recht wird. Helfen statt reden, lautet das durchaus sachpolitisch verstandene Motto von Ernest Kaltenegger. Sogar die politischen Gegner attestieren ihm, „gute Politik“ zu machen. In vier Bezirken kandidierte die KPÖ 1998:Besonders große Gewinne einfahren konnte sie in Gries (11,4 %) und Jakomini (9,8 %),auch in Liebenau (7,5 %) und Lend (6,7 %) waren sie ansehnlich.
Zwei Drittel seines Einkommens für Betroffene
Zwei Drittel seines Einkommens – bisher fast 200.000,–Euro in seiner bisherigen Amtszeit – stell er bedürftigen Grazern zur Verfügung,um Betroffenen bei drohenden Delogierungen,der Finanzierung eines Rechtsanwaltes,Ofens etc. zu helfen oder Projektwochen für Kinder zu ermöglichen. „Schon jetzt ist wegen der großen Nachfrage das Geld für heuer fast verplant“,so Kaltenegger. 1817,– Euro seines ca. 4433,–Euro hohen Stadtratsnettogehalts sind Eigenbedarf für sich
und seine Familie. Alles darüber hinaus (auch beim 13. und 14. Gehalt) spendet er den Bedürftigen. Am „Tag der offenen Konten“,meist nach Weihnachten werden Kalteneggers Zahlungen offengelegt. Das ist nicht nur „gut“,das kommt auch gut rüber. Seltsam,dass ihm das kein anderer Politiker nachmacht. Auch kulturpolitisch (wie er es versteht) engagiert zeigt sich der Wohnungspolitiker:Für „Graz 2003 Kulturhauptstadt Europas“ will er mit dem Projekt „Ein Bad für jede Gemeindewohnung“ den Nasszelleneinbau für jede Gemeindewohnung forcieren („auch das ist Kultur“). Nun will man mit dem „Sozialpass für Graz“ für jene ca. 30.000 Grazer,die auch im Graz des Jahres 2002 unter oder an der Armutsgrenze leben,GVB-Ermäßigungen,halbierte Eintrittspreise bei öffentlichen oder öffentlich subventionierten Kultur-,Sport- und Bildungseinrichtungen sowie einen Heizkostenzuschuss erreichen. Jährliche Kosten von ca. 200.000,– Euro sollten für die Stadt erschwinglich sein.
Ähnliche Modelle z.B. in Judenburg,aber auch in Mannheim,Halle,Frankfurt am Main und Magdeburg zeigten,dass der Sozialpass funktioniere,so Elke Kahr. „Die Stadtpolitik sagt inhaltlich nichts dagegen, aber der politische Wille fehlt.“
Es darf auch mehr sein
Mit dem 58-jährigen „Quereinsteiger“ Josef Schmalhardt kandidiert ein ehemaliges „Urgestein“ der SPÖ,der als Abteilungsleiter der Grazer Stadtwerke die Rolle der SPÖ beim Stadtwerkeverkauf nicht verwinden konnte,auf dem sechsten Listenplatz,um das linke Segment der SPÖ anzusprechen. Der Stadtrat ist nur mit schmalen 200 Stimmen abgesichert,daher will man auch gezielt die Nichtwähler ansprechen. Als Kampfansage an die anderen Parteien ist zu werten, dass Kalteneggers KPÖ diesmal in gleich 12 Grazer Bezirken kandidiert. Da könnte es im Jänner 2003 schon ein bissel mehr werden als vor fünf Jahren. ■
12 Klipp Oktober 2002
von Helmut Bast
Klubobfrau Elke Kahr: Für uns gilt helfen statt reden
Kommunisten-Stadtrat Ernest Kaltenegger: Schafft er noch einmal die Sensation
28. März 2003 in Graz: Europa trifft sich in der Steiermark
Die Gemeinden sind unser Fundament – vor allem auch in Fragen der Beziehungen zu unseren Nachbarländern. Rund 130 an der Zahl haben mehr oder weniger intensive Kontakte zu Partnergemeinden in europäischen aber auch außereuropäischen Ländern. Das war der Auslöser für ein großes internationales Projekt mit dem Titel „Dialog mit Europa – Europa trifft sich in der Steiermark“,das am 28. März 2003 in der Grazer Stadthalle über die Bühne gehen wird. Initiator dieses „Konvents für Europa“ ist Landesrat Gerhard
Ihrer Partnergemeinde für diesen Zeitraum zu einem Besuch in die Steiermark einzuladen.“
Hirschmann:„Meine Kollegen in der Regierung und ich werden die Bürgermeister um ihre aktive Mitarbeit ersuchen. Konkret geht es darum,eine Abordnung
Rein organisatorisch ist gedacht, dass die Delegationen der Partnergemeinden jeweils in Ihren Partnergemeinden untergebracht werden,so wie das ja auch sonst bei Besuchen der Fall ist. Die Großveranstaltung gibt es am Freitag,den 28. März 2003 in Graz,das an diesem Tag ganz im Zeichen von Europa stehen wird. Workshops und Symposien zu den aktuellen Themen (Gesundheit,Integration,Versorgung und Entsorgung,usw.) mit hochkarätiger internationaler Besetzung stellen einen Teil des Rahmenprogramms dar. Landesrat Gerhard Hirschmann:„Die Zukunft gehört der Jugend,sie muss in einem größeren,vereinten Europa neue Wege suchen und gehen. Daher werden in diesen Tagen auch hunderte Jugendliche in die Steiermark eingeladen,um hier die Lebensfragen eines künftigen Europas zu erörtern und auch um einander besser kennen zu lernen.Auch die Stadt Graz hat mit Bürgermeister Al-
fred Stingl und Siegfried Nagl bereits ihre – finanzielle – Mitwirkung zugesagt.“ Graz ist ein guter Treffpunkt für die Jugend aus vielen europäischen Ländern,die über Mitbestimmung und das Miteinander hier in der Steiermark nicht nur reden,sondern diese auch erleben werden.
Graz als Kulturhauptstadt wird im Jahr 2003 international mehr Beachtung finden als sonst und auch die Osterweiterung – bekanntlich für das Jahr 2004 geplant – gewinnt von Tag zu Tag mehr Aktualität. „Wir Steirer“,so Landesrat Gerhard Hirschmann,„wollen in diesem Zusammenhang in der neuen Stadthalle in Graz die Chance nützen,unsere Heimat als Drehscheibe und Plattform zu präsentieren und deren Stärken als Wirtschafts-,Tourismus-,Kultur-,Sport- und Bildungsland hervorzuheben. Auch
namhafte Vertreter der Europäischen Union und Repräsentanten aus den Nachbarländern werden durch ihre Anwesenheit diese Großveranstaltung auszeichnen und für ihr Bemühen ein engeres Miteinander in Europa durch das Land Steiermark ausgezeichnet werden. Aber nicht nur sie,sondern auch Steirer,die durch ihr soziales Engagement und ihre SOS-Aktionen in den Ländern des ehemaligen Ostblocks mitgeholfen haben,zahllosen Familien oft das nackte Überleben zu sichern.“
13 Klipp Oktober 2002
Nina Krok
Initiator, Landesrat Gerhard Hirschmann: Ehrlicher Dialog ist unsere einzige Chance für eine gute Zukunft
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ARBÖ Steiermark:
Zum Geburtstag ein neues Landeszentrum
Zuerst die Arbeit,dann die Festlichkeiten – nach diesem Motto gestaltete der ARBÖ Steiermark die Feierlichkeiten anlässlich des 50-jährigen Bestehens seiner Landesorganisation.AmVormittag des 28. September wurde in Weiz die große Landeskonferenz abgehalten,bei der alle Entscheidungsgremien für die nächsten drei Jahre gewählt wurden. Gleich vorweg,Präsidium und Vorstand wurden nahezu einstimmig bestätigt. Besonders erfreulich:Die bekannte Grazer Anwältin Dr. Dagmar Arnetzl und der Steuerberater Mag. Friedrich Möstl als „Neue“ im Präsidium erhielten 100%ige Zustimmung der Delegierten. Am Abend stieg dann in Graz die festliche Eröffnung des modernsten Prüfzentrums der Steiermark mit 350 Gästen,die Moderation übernahm Oliver Zeisberger,für das leibliche Wohl sorgte „Don Camillo“ Fritz Walter. Dazu gab es mächtigen Sound der Big Band um Gerhard Freiinger,in der auch der frühereAMSLandesgeschäftsführer Hans Kaiser zur Trompete griff. Unter den Gästen sah man Prominenz wie Landesrat Günter Dörflinger, Stadtrat Walter Ferk,AK-Präsident Walter Rotschädl,SP-Geschäftsführer Hans Marcher,LAbg. Barbara Gross,LAbg. Kurt Gennaro,Stadträtin Tatjana Kaltenbeck-Michl,dazu den Annawitt-Familienclan,die Banker Heinz Hofer (Steiermärkische) und Willi Fluch (BAWAG),BFI-Chef Alfred Strassegger,Copa-Boss Robert Fischer,Georg Dieter (Kanzlei Dr. Rath & Partner),LGKommandant Horst Scheifiner und Polizeidirektor Franz Stingl. Die ARBÖ-Riege wurde natürlich von den Präsidenten Dr. Herbert Schachter und Komm.-Rat Franz Hörz angeführt,auch ARBÖ-Generalsekretär Dr. Rudolf Hellar beglückwünschte LGF Walter Fabian zum neuen Landeszentrum:„Ein tolles Geschenk,das der ARBÖ seinen Mitgliedern und sich zum 50Jahrjubiläum gemacht hat!“ Die Einzigen,die nicht mitfeiern konnten,waren natürlich die Pannenfahrer:16 Einsätze fuhren sie stattdessen in dieser Nacht in Graz. ❑
Für eine Nacht wurde das Landeszentrum zur Festhalle
funktioniert
um-
ARBÖ-Generalsekretär Dr. Rudolf Hellar mit Crew
„Don Camillo“ Walter Fritz, hier mit ARBÖMitarbeiterin Isabel Strini, sorgte fürs leibliche Wohl
Dr. Heinz Hofer, Altlandesrat Hannes Bammer, LAbg. Kurt Gennaro und AK-Präsident Walter Rotschädl (von links)
LR Günter Dörflinger, STR Walter Ferk nahmen gemeinsam mit Präsident Hörz die offizielle Eröffnung vor
Walter Fabian und die ARBÖ-Präsidenten Dr. Herbert Schachter und Kom.-Rat Franz Hörz mit einem Einsatzfahrzeug aus dem ARBÖ-Museum
Smalltalk zwischen AK-Präsident Walter Rotschädl und BAWAG-Chef Willi Fluch
Das neue Landeszentrum des ARBÖ Steiermark in der Kapellenstraße 47
Design for living
Bang & Olufsen Herrengasse hat sich im neu gestalteten Herzoghof in der Herrengasse 3 niedergelassen. Auf 150 m 2 Ausstellungsfläche im Hof des gemalten Hauses erwartet den Interessenten die gesamte Welt von Bang & Olufsen in der Vielfalt der angebotenen Farben. In der Welt,in der das Einerlei den Ton angibt,zeigt Bang & Olufsen einen anderen Weg auf:Ideen,die aus einer besonderen Lebenseinstellung heraus geboren sind:innovative Technik gepaart mit bestechendem Design.
Glanzvolles Geburtstagsfest
Unter dem Motto „Gegen die Strömung“ hat Edith Hornig unter dem Beisein von zahlreichen Gästen aus Kultur und Wirtschaft im vergangenen September ihren runden Geburtstag gefeiert. Zahlreiche Festredner,besonders ihr Gatte Konsul Johannes Hornig ließen die wesentlichen Stationen ihres Lebens Revue passieren. Für die Jubilarin war es ein unbeschreiblich hohes Glücksgefühl zu wissen,so viele Menschen um sich zu haben,die regen Anteil zum Gelingen der Feier beigetragen haben. Der Reinerlös der Charity wurde den Hochwasseropfern zugeführt. Neuestes Produkt von Hornig ist der koffeeinhaltige Energydrink (Näheres unter www.hornig.at).
„Management-Gurus“ besuchten Österreich
Ed Schein und Claus Otto Scharmer am 20. September bei Infora Consulting Group in Graz. Infora ist 20 Jahre alt. Infora hat ein neues Zuhause. Und Infora hat einen neuen Namen – Infora Consulting Group. Erst gab’s in den Minoritensälen aus Wirtschaft und Politik Lehrreiches von den zwei amerikanischen Management-Vordenkern. Am Abend folgte dann die offizielle Büroeröffnung am Entenplatz 1a. Neben kulinarischen Köstlichkeiten und Erfrischendem für die Bauchmuskeln mit dem Wirtschaftskabarett „KaBud“ hatten die Gäste die Möglichkeit,die neuen Büroräume zu besichtigen,um sich einen Eindruck von denArbeitsräumen ihrer „Unternehmensberater“ zu machen. ❑
Köpfe unt
Rekordverdächtige Fensterherstellung ab Werk
Schneller – besser – billiger. REKORDFenster mit ihrer ersten Niederlassung in der Steiermark. Die offizielle Eröffnung von REKORD-Fenster fand am 22. September 2002 in Wildon statt. Die langen Lieferzeiten haben nun ein Ende. Zunächst gab es die Möglichkeit,Fenster ab Werk zu kaufen,nur in Salzburg und in Klagenfurt. Mittlerweile startet Dr. Wolfgang Maitz auch in der Steiermark durch und sorgt für kürzeste Lieferzeiten, und für die Häuslbauer steht damit ab sofort ein völlig neues Konzept beim Fensterkauf zur Verfügung.
Bankhaus Krentschker und die Schweiz
Der Vorstandsdirektor des Bankhauses Krentschker & Co AG und der Repräsentant der HK Schweiz-Österreich,Konsul Dr. Georg Wolf-Schönach und der Generalsekretär der HK SchweizÖsterreich präsentierten auf der Grazer Herbstmesse die Leistungen der Schweizer Wirtschaft. Neben der Hauptattraktivität,einem ZEM Funmobil,wurden unzählige Schweizer Marken und Unternehmen den Steirern und Steirerinnen vorgestellt.
Dr. Schönenberger, der Gesandte der Schweizer Botschaft, Konsul VD Dr. Georg Wolf-Schönach vom Bankhaus Krentschker und Jürg Schweri, Generalsekretär der HK Schweiz-Österreich
Martin Auer Brot präsentiert „Theaterbrot“
Nummer 1 bei Qualität, Geschmack und Frische ist Martin Auer laut NielsenStudie aus dem Jahr 2001 in Graz ja bereits. Aber auch wenn es um das aktuellste Sortiment und Ideenreichtum geht,ist man einsame Spitze.
Aktueller Hit aus der „Ideenwerkstatt Martin Auer“ ist das Theaterbrot,das nun rechtzeitig zu Beginn der Spielsaison in Martin AuerFilialen erhältlich ist. Bis Juni 2003 wird die Brotkreation nun in allen Filialen erhältlich sein. ❑
16 Klipp Oktober 2002
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Bang & Olufsen steht für optimalen Hörgenuss und vollendetes Design
LAbg. Bgm. Peter Tschernko, Anita und Dr. Wolfgang Maitz bei der Eröffnung von REKORD-Fenster
Edith Hornig im Kreis ihrer Familie
„Management-Guru“ Ed Schein
Das schmeckt!!!
nterwegs
Hauptbahnhof-NEU!
Am 27. September 2002 fand die Eröffnung des neuen Reisezentrums am Grazer Hauptbahnhof statt. Im Juli 2001 fand der Spatenstich für den Hauptbahnhof Graz statt und die Modernisierungsarbeiten im Kundenbereich wurden termingerecht abgeschlossen. Online verbunden mit großen Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften arbeiten nun 18 Angestellte im ÖBB Reisezentrum Graz Hauptbahnhof,um die Reiseträume der Kunden zu erfüllen.
Glanzvollste Ballnacht des Jahres
Am 18. Jänner 2003 findet erneut die Opernredoute statt. An „Schmankerln“ fehlt es mit Sicherheit nicht.Alfons Haider wird sich auch heuer mit Charme und Routine auf dem glänzenden Parkett als Conferencier bewegen. Das Pepe Lienhard Orchester wird das Publikum durch die Ballnacht begleiten und die Grammophoniker bilden das klassische Orchester. Auch 40 Jahre nach ihrem Tod bewegt Marylin Monroe das Publikum. Lassen Sie sich überraschen! Das Spiegelfoyer verwandelt sich in eine „Jazzlounge“ und das Foyer Galerie verwandelt sich in eine „Havana Lounge“ Eberhard Forcher mit der Ö3-Discobühne darf selbstverständlich auch nicht fehlen. FürAbwechslung und Gaumenschmaus ist gesorgt.❑
Möbel. Design. Im Berg
Wie auch schon die Jahre zuvor entschlossen sich die mittlerweile angesehenen und in unseren Breiten bekannten Kornberger Designtischler auch im Jahr 2002 wiederum eine Schau rund um die südösterreichische Handwerkskunst zu veranstalten. Im Dom vom Schlossberg machten sie ihre Möbelausstellung einem breiten Publikum zugänglich. Die diesjährige Ausstellung bot eine neue Sichtweise modernen Möbeldesigns. Inside house – das Innere nach außen gekehrt und betrachtet,oder doch das Äußere nach innen gedreht? Eine für den Betrachter spannende Szenerie,da die Möbel aus ihrem gewohnten Erscheinungsbild gelöst und für sich stehend ihre Qualitäten zeigten.
Gelungenes Facelifting
„With love from me to you“ war der Titel des Abends am 10.09.2002. Hans und Anne-Marie Schullin mit Kindern eröffneten die Gallerie „Schullin’s Geschenke“ in der Herrengasse 3. Rund 500 Gäste hatten die große Ehre dabei zu sein. Darunter auch Sturm-Präsident Hannes Kartnik und GAK-Präsident Mag. Rudi Roth. Eine geradezu perfekt organisierte Veranstaltung der Extraklasse mit dem Ballet „Darrel Toulon“ und dem Saxofonisten „Tom X“.
Standard Life – Nun auch in Graz
Der britische Versicherer hat sich in den letzten 3 Jahren unter die Top 15 der in Österreich tätigen Lebensversicherungsgesellschaften etabliert. Das rasche Wachstum der Mitarbeiterzahl veranlasste Standard Life neue Büroräumlichkeiten in der Grazer Brückenkopfgasse zu beziehen. Unter der Leitung von Herrn Walter Schuster,Standard Life Vertriebsdirektor in Österreich,versucht der Weltkonzern seine Markposition in Österreich weiter auszubauen.
Ab sofort Timberland bei Stiefelkönig erhältlich
Von nun an gibt es das komplette Timberland-Accessoire bei Stiefelkönig am Joanneumring. Auf einer kompletten Etage kann man sich nun nach Lust und Laune mit der Marke Timberland eindecken. Ob Schuhe,Jacken oder oder andere Markenartikel der renommierten Marke,bei diesem wunderschönen und reichhaltigen Angebot muss beinahe für jeden etwas dabei sein. Ganz besonders wurde die Zusammenarbeit zwischen Stiefelkönig und Timberland von beiden Seiten gelobt,da diese schnell,präzise,unbürokratisch und freundschaftlich,tadellos funktioniert. ❑
17 Klipp Oktober 2002
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Bgm. Alfred Stingl, Stadträtin Mag. Maxie Uray-Frick, Stadtrat Walter Ferk, Ing. Edgar Lehner bei der Eröffnung des Reisezentrums am Hauptbahnhof in Graz
Neugestaltung der Galerie im Herzoghof „Schullin´s Geschenke“
Timberland auf einer ganzen Etage!
Präsentation der Opernredoute 2003 im Dom. Karen Stone, Michael Tomec, Linda Villareal, Mignon Ritter und Bernd Pürcher
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F oto:Helmut Utri
Vertriebsdirektor Walter Schuster
Filiale im neuen Glanz
m 1. Oktober 2002 war es so weit. Mit lautem Trara und einem g der offenen Tür fand die Wiedereröffnung der Volksbank Graz-Bruck Filiale in der Grazer Hofgasse statt.
Die „Old Stoariegler Dixielandband“ und „DJ Kasimir“ sorgten für die musikalische Unterhaltung und die Oberstadt-Gastronomen Fink,Stern,Weininsel,Liechtenstein und der Hofkeller versorgten die Menschen mit Speis und Trank. Ach ja,am Glücksrad wurde auch fleißig gedreht. Die Filiale selbst beeindruckt mit hellem und freundlichem Charme, der von den Eröffnungsgästen sofort positiv aufgenommen wurde. Gleichzeitg startete man die Promotiontour „7 Möglichkeiten zu einer Bank zu kommen“. Dieser Aufruf sollte wörtlich genommen werden,denn am Eröffnungstag sah man einige glückliche Menschen die Bank mit einer Bank verlassen. Sie wollen auch eine Bank haben? Dann auf zur Bank.
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18 Klipp Oktober 2002
Das Team: Elisabeth Landauf, Hansjörg Ginzinger, Sandra Jus, Prok. Karl Gehring und Josef Stadler
Großer Andrang herrschte bei der Filialwiedereröffnung der Volksbank Graz-Bruck in der Hofgasse
Ein starkes Team für die Steiermark
Mit großer Mehrheit wurde die Landesliste der SPÖ Steiermark beschlossen. Heidrun Silhavy wird als Spitzenkandidatin ein verjüngtes Team in die Nationalratswahl führen.
Heidrun Silhavy,46, Spitzenkandidatin der SPÖ Steiermark aus Graz,Sozialsprecherin des Parlamentsklubs und seit 1994 im Nationalrat:
„Es lohnt sich, um faire Chancen zu kämpfen, weil der Mensch zählt.“
Karl Dobnigg,53,beschäftigt bei der VA Stahl Donawitz:
„Als Abgeordneter kämpfe ich gegen das schwarz-blaue Aushungern meiner Region. Ich bin Vertreter einer engagierten, bürgernahen Politik und werde auch künftig Ansprechpartner für ALLE sein.“
Elisabeth Grossmann,34,Juristin und Spitzenkandidatin für den Bezirk Voitsberg:
„In allen Lebensbereichen gilt es für mich Brücken zu bauen von Mensch zu Mensch.“
Christian Faul,53, Hauptschuldirektor aus Weiz:
„Eine sozialdemokratische Grundeinstellung und ein Herz für die Benachteiligten in unserem Lande ist für mich grundlegende Motivation für eine politische Tätigkeit.“
esonders erfreulich ist,dass wir fünf Neue unter den ersten 10 haben“,betonte Landesparteivorsitzender Franz Voves. „Außerdem haben wir unser Team nicht unwesentlich verjüngt,wodurch wir ein vielfältiges Spektrum an Fähigkeiten und Talenten anzubieten haben. Die aktuelle Landesliste der SPÖ Steiermark verdeutlicht, dass es uns immer stärker gelingt,den Terminus der Quotenfrau zu verdrängen. Es bedeutet für uns keine Schwierigkeit,Frauen an Spitzenpositionen zu bringen.“ Für die Nationalratswahl am 24. November 2002 hofft der steirische SP-Chef auf zumindest 10 Mandate. „Wir haben nun ein Team,das jung ist und aus vielerlei gesellschaftlichen Schichten stammt“,so Voves,„Wir wollen den neuen steirischen Elan leben und umsetzen und bei den kommendenWahlen klar dazugewinnen.“
Heinz Gradwohl,46, seit 1990 für die westliche Obersteiermark im Nationalrat:
„Aus der Vergangenheit lernen, in der Gegenwart arbeiten, für die Zukunft wirken. Gemeinsam für die Menschen unserer Technologieregion.“
Heidrun Walther, 50,Bürgermeisterin von Spielfeld:
„Mit der EU-Osterweiterung die Grenzregionen stärken, dort die Wirtschaft fördern und Arbeitsplätze vor Ort schaffen.“
BErwin Spindelberger,46,Obmann der GKK und GPALandessekretär:
„Wir brauchen Investitionen in die Infrastruktur, damit es uns gelingt, in der Obersteiermark zukunftsträchtige Betriebe anzusiedeln.“
Anita Fleckl,35, Kandidatin für den Bezirk Liezen:
„Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Jugend im Bezirk ein großes Bildungsangebot zur Verfügung hat. Weil der Mensch für mich im Mittelpunkt steht.“
Günther Kräuter, 46,Jurist und Spitzenkandidat für den Bezirk Graz-Umgebung:
„Verantwortung mit Herz, Verstand und Kompetenz für die Menschen in unseren Gemeinden.“
Hans Moser,48, steirischer PowerPlan-Projektleiter und Volkswirt:
„Jeder Mensch sollte die Chance auf einen Arbeitsplatz haben. Denn Politik und Wirtschaft sind für den Menschen da und nicht umgekehrt.“
19 Klipp Oktober 2002
F oto:Petra Spiola
F oto:Petra Spiola
Hallo, meine Lieben!
Der Tag rückt näher,an dem es die Wende von der Wende geben könnte. Mein Allerliebster ist schon ziemlich aufgeregt,weil er ja - er glaubt zumindest fest daran - von der Politik mehr versteht als ich und mir gegenüber schon seinen Wahltipp abgegeben hat. Ich will denTipp Ihnen noch nicht verraten,denn er könnte sich ja mächtig irren,unser Herr Familienvorstand. Und ich möchte ihn ja nicht in aller Öffentlichkeit dem Spott preis geben,denn Irren ist ja menschlich,auch wenn mich mein Mann schon öfters mit seinen Vorahnungen im positiven Sinn beeindruckt hat. Wobei sie mir nicht mit dem Argument kommen können,Liebe mach blind - nach so vielen Jahren ...
Also wer mich beeindruckt,das ist der nette Herr mit den irgendwie um seinen Körper gebundenen violetten und gelben Tüchern,Seine Heiligkeit der Dalai Lama. Er strahlt eine solche innere Harmonie und soviel positives Fühlen aus,dass ich fast versucht bin,ihm über seinen kahlgeschorenen Kopf zu streicheln. Schade, dass es in unseren Breiten in öffentlichen Ämtern und Funktionen oder auch in den Kirchen nicht zumindest einen „Mini-Dalai-Lama“ gibt,denn er würde unserem ganzen öffentlichen Leben gut tun.Weil er auch ein Beispiel dafür ist,dass große Persönlichkeiten meist bescheiden in ihrem Auftreten sind. Und es war auch ein starkes Symbol dafür,sicherlich ganz zufällig,dass die neue und größte Halle unseres Landes gleichsam auch mit den höchsten buddhistischen Weihen ihre Feuerprobe bestanden muß.
Nur noch wenige Wochen bis zum 24. November,dem mit Spannung erwarteten Wahlsonntag. Auch bei uns in der Café-Runde wird viel spekuliert. Die Lisa - sie ist seit vielen Jahren in der Burg beschäftigt und bei vielen Wahlen schon unmittelbar dabei gewesen - will zwei Sieger schon heute erkennen. Der
Lilly Lotterblume
eine,so glaubt zumindest sie,heißt Wolfgang Schüssel. Er wird sich leicht tun,auf dem Siegespodest Platz zu nehmen,weil er das schlechteste ÖVP-Ergebnis aller Zeiten verschuldet hat,aber diesmal Jörg Haider nicht mit ihm imWahlkampf steht. Der hat ihm das letzte Mal das Leben schwer gemacht und ihn schlecht aussehen lassen. Haider hat sich schmollend nach Kärnten zurückgezogen und will seiner Partei damit zeigen,dass sie ohne ihn,wenn überhaupt, nur die Hälfte Wert ist. Gewinner werden aber auch SPÖ und Grüne sein,weil ihnen die frustrierten Wähler zulaufen,denen die blauschwarze Regierung mit ihren harten Maßnahmen Schrecken eingejagt hat. Hörte man früher noch öfters vom „Gruselbauer“ (FPÖSlogan),so sind diese Äußerungen heute Vergangenheit und durchaus möglich,dass wir die nächsten Jahre mit einem Kanzler Gusenbauer und einem Vizekanzler Van der Bellen leben müssen.
Dass sich die Stimmung und das Verhältnis zwischen der Steirischen Volkspartei und SPÖ-Chef Franz Voves gut entwickelt hat,trotz zeitweiliger gegenseitiger Untergriffe und Kritik,beweist auch die Tatsache,dass es eine Einigung über die Zukunft der ChefEtage in der Steiermärkischen Krankenanstalten Gesellschaft gibt. Innerhalb der ÖVP sprach sich eine Gruppe vehement für einen Ein-
ser-Vorstand aus,so erzählt der Otto,im Landhaus tätig. Dies hätte bedeutet,dass den Sozialisten das Nominierungsrecht abgesprochen worden wäre und der jetzige Vorstandsdirektor Bernd Martetschläger kaum noch Chancen auf eine weitereVerlängerung seinesVertrages gehabt hätte. Die Gruppe setzte sich bei Waltraud Klasnic allerdings nicht durch,es wird weiterhin einen ZweierVorstand geben,mit einem Nominierungsrecht für die Sozialdemokraten. Eine Rochade gab es lediglich im KAGes-Aufsichtsrat,wo der bisherige Vorsitzende Werner Heinzl Platz für Bernd Schilcher machte,der bisher Vize war und jetzt mit Heinzl praktisch den Sessel tauschte.
Die Lüge in der Politik ist nichts Absonderliches. In Wahlzeiten neigt man in den Parteien ganz besonders dazu,so höre ich von meinem liebsten Mann,dass man speziell bei Fragen nach den Kosten für den Wahlkampf den Wählern nie wirklich reinen Wein einschenkt. Wieder einmal,so war im Rundfunk zu hören,haben die Verantwortlichen die Summen genannt.Von 160.000 Euro und weniger war da die Rede,was die jeweiligen Landesparteien für den Wahlkampf aufbringen. Da hat es offensichtlich den einen oder anderen Zahlensturz bei den Gefragten gegeben,denn der tatsächliche finanzielle Aufwand beträgt ein Vielfaches. Zum Glück auch für die Werbewirtschaft und die Medien,wie mir meinAllerjüngster erklärt, der in dieser Branche tätig ist. Mit den genannten Summen könnten nicht einmal die Bewirtungskosten gedeckt werden,klärt mich der junge Mann auf und bringt mich damit schon zum Staunen. Das wär’s für heute,aber ich komme ja noch einmal zu Ihnen vor dem Wahlsonntag.
Tschüs,Eure Lilly!
15 Klipp Oktober 2002
Wenn überhaupt, dann schaffen Rot und Grün knapp die absolute Mandatsmehrheit und läuten damit am 24. November 2002 die Wende der Wende ein. Ein Zieleinlauf wie in Deutschland wird von den Meinungsschnüfflern vorausgesagt – auch im traditionellen ÖVP-Land Steiermark.
Er war vor wenigen Tagen erst in der Südsteiermark und verstand es, dort seinen Kanzlerbonus gut zur Geltung zu bringen. Ein geschickt agierender Wolfgang Schüssel setzt Alfred Gusenbauer stark unter Druck,da die SPÖ,sieht man von Wolfgang Petritsch als genannten Außenminister ab,keine Persönlichkeiten aufbieten kann,die österreichweit anerkannt sind. Viele der Bereichssprecher haben den Bekanntheitsgrad eines Klassensprechers. Schüssel und Gusenbauer können aber dennoch froh sein,dass Jörg Haider nicht zu einem der Hauptakteure im jetzigen Wahlkampf geworden ist. Denn bei all den Problemen, welche die FPÖ derzeit hat,ein Jörg Haider hätte das FPÖ-Lager ganz bestimmt besser mobilisieren können als die nun zum Zug gekommene neue Garde.
Schwarz-Blaue Koalition begrüßen,28 Prozent erachten Rot-Grün als günstig für Österreich und für 31 Prozent wird eine Rot-Schwarze Koalition nach dem 24. November für unser Land als erstklassige Lösung angesehen. Sie,die regionalen Spitzenkandidaten für den Nationalrat, sind nicht wahlentscheidend,aber dennoch können sie mit ihrer Bekanntheit oder mit ihrer Attraktivität den einen oder anderen Zehn-
Zieleinlauf Ein Kopf-an-
In der Steiermark fallen wichtige Vorentscheidungen
Durch die Wirrnisse der letzten Wochen hat Schwarz-Blau bei den Österreichern nicht mehr jene Attraktivität. Nur 25 Prozent würden eine neuerliche
tel-Prozentpunkt für ihre Partei holen. Gute Chancen dazu hat Minister Martin Bartenstein,bereits seit mehr als zehn Jahren in Spitzenpositionen. Er wartet noch immer auf den großen Sprung nach ganz vorne. Weder die Sozialdemokratin Heidrun Silhavy,noch die aus der politischen Versenkung geholte stramme,nationale Magda Bleckmann werden für die SPÖ in der Steiermark oder eben für die FPÖ zusätzliche Stimmen holen können. Zu gering ist ihre persönliche Fan-Garde,zu wenig Konturen haben sie auch bei den steirischen Wählern.
Wie flexibel,wankelmütig oder auch wählerisch die Steirer auf die Spitzenkandidaten reagieren, zeigen die Ergebnisse der letzten Wahlen. Rund 900.000 Bürger sind im Land stimmberechtigt,
20 Klipp Oktober 2002 BELLOWITSCH & MIRZINGER Die
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doch nahezu 200.000 gehen einfach nicht zur Wahl,bleiben zu Hause. Rund 180.000 waren es bei der Schüssel-Niederlage im Jahre 1999,„nur“ 130.000 bei der Wahl im Jahre 1995,wo Nationalrat und Landtag gemeinsam an einem Tag gewählt wurden.
Zünglein an der Waage sind die Grünen
Den Wahlstrategen in den Zentralen
f bei NR-Wahl n-Kopf-Rennen
von ÖVP,SPÖ und FPÖ ist eines völlig klar:Jener Partei,der es am besten gelingt,ihrWählerResservat zu mobilisieren,die wird auch im Kopf-an-KopfRennen die Nase vorn haben. Schüssel versucht sich als Ersatz-Vater für enttäuschte FPÖWähler zu präsentieren. Von jenen,die am Wahltag nicht zu Hause bleiben werden,hat er gute Chancen,gewählt zu werden,weil sie ein Rot-Grünes Experiment fürchten. Wolfgang Schüssel dürfte der erste ÖVPKanzlerkandidat sein,der die Volkspartei nach dem Desaster im Jahr 1999 diesmal aber zu einer Partei mit mehr als 30 Prozent Stimmenanteil (siehe Tabelle) in der Steiermark machen wird. Von 70.000 bis 100.000 zusätzlichen ÖVP-Wählern spricht man am Karmeliterplatz, das müsste drinnen sein. Ein ge-
waltiger Stimmen-Aderlass kommt auf die Blauen zu. Parteichef Schöggl wird vor den TV-Kameras zu analysieren versuchen,warum seine Partei mit rund 70.000 bis rund 100.000 Stimmen im Minus gegenüber den letzten Wahlen stehen wird. Es scheint so,als ob für die FPÖ die sieben stimmenfetten Jahre vorbei wären.
Die Sozialdemokraten träumen davon,wie im Jahr 1995 an der 40-Prozent-Marke zu kratzen und neuerlich die 300.000-Stimmen-Grenze zu überspringen. Die Grünen wiederum sind diejenigen,die bei allen vier Wahlgängen seit 1995 dazu gewonnen haben. Für sie wäre ein Ergebnis mit 50.000 Stimmen (1999:41.960 Stimmen) ein Traumresultat. Es ist die Rache der Geschichte,Grüne haben in der Vergangenheit Personenkult immer wieder abgelehnt. Doch wie war es in Deutschland? Einzig das gute Abschneiden der Grünen mit Joska Fischer rettete die Rot-Grüne Koalition und gab die Chance für eine zweite Amtszeit. Es war Fischer mit seinem Charisma,der die Koh-
len aus dem Feuer holte. In Österreich setzt man ähnliche Hoffnung auf Professor Van der Bellen. Er soll mit seinem guten Abschneiden – auch Van der Bellen gilt als Star – das RotGrüne Koalitionsteam schmieden helfen. Rolf Stockhausen ist ein Deutscher Ex-Unternehmer, der seinen Wohnsitz nach Graz verlegt hat,weil er meinte,es sei für ihn nicht möglich,weiter in Deutschland zu wohnen,wo doch Deutschland mit Joska Fischer einen Ex-Terroristen zum Außenminister hätte. Jetzt,da ja auch in Österreich Rot-Grün vor der Türe steht und in Deutschland Rot-Grün weiter am Ruder ist,bleibt abzuwarten,ob die 30Millionen-Schilling-Villa des deutschen Migranten wieder zu haben sein wird. Sollte er tatsächlich wieder auswandern, so könnte er mit dem Erlös durchaus im EU-Raum bleiben, denn sowohl die Slowakei wie auch Slowenien,Ungarn und auch Polen würden für Stockhausen als Wohnort in Frage kommen. Von grünen Regierungsbeteiligungen ist dort noch weit nichts in Sicht.
Probegalopp für Ferk, Nagl und Weinmeister
Ein Verlierer steht schon vor der Wahl am 24. November fest und auch am 26. Jänner,wenn in Graz der Gemeinderat gewählt wird,dürfte es nicht besser aussehen. Die Rede ist von der FPÖ und ihre Obmann Leopold Schöggl. Die Querelen in seiner
Partei in den letzten Wochen haben sicher dazu geführt,dass auch in Graz der blaue Spitzenkandidat Peter Weinmeister nicht zum erhofften Ergebnis kommen wird. Weinmeister hat sich erst mit Mühe und Not überhaupt mit seinen politischen,personellen Wünschen durchgesetzt. Dennoch trägt er sein Ablaufdatum bereits unsichtbar auf der Stirn, da nur mit Mühe ein Kompromiss gefunden worden konnte. Walter Ferk (SPÖ) und Siegfried Nagl (ÖVP),die beiden Hoffnungsträger,werden vom Erfolg ihrer Parteien bei der Nationalratswahl insofern profitieren, weil sie mit diesem Ergebnis im Rücken ihre Anhänger und Funktionäre für den Stimmengang am 26. Jänner 2003 zu mobilisieren hoffen.
Rund 180.000 Grazern steht das Wahlrecht zu,doch zwischen 70.000 und 100.000 pfiffen in den letzten Jahren auf dieses Recht. Bei der Gemeinderatswahl im Jahr 1998 sank die Wahlbeteiligung auf knapp über 50 Prozent. Noch immer stellen die Sozialdemokraten die stärkste Fraktion im Grazer Rathaus. Bis zum Bruch der Wenderegierung galt eine Koalition zwischen Siegfried Nagl,auch in der Frage des Bürgermeisters, und Peter Weinmeister als logisch.Am 24. November werden die Karten neu gemischt sein. Es zeichnet sich ab,dass Walter Ferk und Siegfried Nagl an einem Tisch die Bürgermeisterfrage – du oder ich – ausverhandeln müssen. ■
21 Klipp Oktober 2002 ÖVP 315.47447,29%193.38126,80%225.62029,51%275.81736,25% SPÖ 215.61932,32%243.91733,80%303.08939,64%273.40335,93% FPÖ 82.76712,41%210.67229,20%162.19521,21%130.49217,15% GRÜNE 37.3995,61%41.9605,82%30.8304,03%32.8314,31% LIF 7.3731,11%18.9932,63%32.1774,21%29.2383,84% KPÖ 6.8721,03%4.6860,65%3.1210,41%4.3600,57% Bundesland Partei LW00 NR99 NR95 LW95 ÖVP 44.58140,61%26.72922,30%34.55425,34%38.54527,98% SPÖ 28.99226,41%33.40627,87%48.32235,44%42.33630,73% FPÖ 15.41714,04%36.25630,24%30.38422,28%27.60120,03% GRÜNE 13.68812,47%12.62410,53%9.3226,84%11.1108,06% LIF 3.1912,91%7.2056,01%11.2108,22%11.9198,65% KPÖ 3.3943,09%1.9981,67%1.0660,78%1.9421,41%
Steiermark Graz
sich FPÖ:Jederfürsich
Knittelfeld und die Folgen. Magda Bleckmann, unter RiessPasser eine Nobody, ist plötzlich Reichholds Vize. Was kann sie? Eine Partei ist im Sinkflug und in Graz geht die „Fetzerei“ erst so richtig los. Listen werden erstellt, Rücktritte gefordert, am nächsten Tag ist alles anders, und fünf Tage danach gibt es eine neue Liste. Die Übergangenen schäumen. Eine Partei räumt mit sich auf.
Da müssen wir durch“,lautet nun das Motto der FPÖ. Fad ist den Mandataren und Funktionären in letzter Zeit nicht geworden,wenngleich die Motivation etwas darnieder liegt. Den Strammeren von Knittelfeld,die jetzt wieder mehr das Sagen haben,werden die Durchhalteparolen wohl spätestens nach der NR-Wahl am 24. November,wenn es die Schlappe gesetzt hat,etwas schal über die Lippen kommen. Wer weiß? Weiteren Wirbel wird es nach dem 26. Jänner geben,wenn die Grazer Gemeinderatswahlen gelaufen sind und der/die Schuldige/n für den Absturz „wie eine Fetzenpuppe ... verbrannt wird“ (Maxie Uray-Frick). Alle warten gebannt auf diese Termine. Der Frust ist groß. Die Wahlkampfmaschinerie will noch nicht so recht anlaufen. Zu sehr schwirren noch die Geschehnisse und Polarisierungen der letzten Wochen in den Köpfen herum. Die turbulente Obmannsuche nach Riess-Passers „Njet“ zu den Putschisten von Knittelfeld war selbst den hartgesottenen FPÖMannen zu viel. Lange Tage und noch längere Nächte bestand ihre politische Tätigkeit nur aus endlosen,mehr oder weniger fruchtlosen Sitzungen. UndWarten,wer da kommt. Die Spekulationen zerrten am Nervenkostüm. Zu viel hatten so manche Mandatare und Funktionäre zu
verlieren bei der Entscheidung, in welche Richtung es gehen würde. Es kam der „Platzhalter“ Mathias Reichhold,ein Kompromiss.
Nur als Gag gilt mehr,dass die FPÖ einst anders sein wollte als die „Altparteien“. Kämpferin gegen die „Privilegienritter“ von Rot und Schwarz,demokratischer,die Partei des „kleinen Mannes“,nun sogar mit „Handschlagqualität“. Der „kleine Mann“ wendet sich mit Grausen ab. Die treiben es ja genauso. Schlimmer noch,man nehme nur den Fall Gaugg oder den Fall Spielberger,von dessen Treiben als „begnadeter Fotograf“ die Parteispitze wusste und ihn dennoch vier Jahre als Gemeinderat und gut dotierten „Grabungskoordinator“ hielt. Oder die Frau Staatssekretärin Rossmann,die ihre Schwester deckt,als die Szene-Wirtin in Graz Schwarzarbeiter beschäftigt.
Knittelfeld und ein Scherbenhaufen
Die „Putschisten“ – aus einem politischen Primärinstinkt dem „Alten“ verpflichtet – wollten die Vizekanzlerin an die kürzere Leine nehmen,mit der sie sich mit ihrem Team von der „Basis“ entfernte. Dass sie nicht nur die Leine schmiss,die „Chefin“ hinschmiss und damit die Koalition
am Ende war,wollten die Putschisten angeblich nicht. Aber „Knittelfeld“ habe früher oder später kommen müssen,meint heute Harald Fischl,„Parteirebell“ unter Michael Schmid und Bleckmann-Vertrauter. Zu sehr war man mit den Themen Sicherheit (Abfangjäger),Steuerreform und Osterweitung auf ÖVP-Kurs. Mit Riess-Passer war in der Regierung keine Opposition zu machen.
Die Hakln flogen daraufhin tief, besonders in Graz. Das Chaos in der Bundespartei erlebte in Graz seine heftigsten Nachwehen inklusive einer Zerreißprobe in der Grazer Stadtpartei. Bei Ersterem erwies sich der steirische Obmann innerhalb einer Woche für alle relevanten Chef-Optionen offen,ob sie nun
Jörg Haider,Susanne Riess-Passer und Mathias Reichhold hießen. Der Jubel galt dann immer gerade dem,der in eben dieser einen Woche ans Ruder zu kommen schien,der steirische Landesobmann schien mit der Entwicklung in Wien und Kärnten die meiste Zeit überfordert und „draußen“. Ist auch kein Wunder,ist er doch von allen Landesorganisationen derjenige mit dem geringsten bundespolitischen Standing. Ein ehemaliger Schöggl-Kritiker hält ihm immerhin zugute,dass Schöggl in dieser Situation nicht weiter polarisieren wollte.
Maulkorb für Kritiker, die Rebellen von Knittelfeld
Wer wird da in dieser Partei aller nach oben gespült? Knittelfeld
22 Klipp Oktober 2002
Magda Bleckmann: FP-Spitzenkanditatin in der Steiermark. Einmal unten –jetzt wieder oben...
als Metapher für ein Entgleiten .
Die Grazer „Knittelfeld-Putschisten“ um Korschelt und Hyden vermeinten seit dem Abgang von Riess-Passer und dem Zerbrechen von Schwarz-Blau den Aufwind der „ihren“ zu verspüren und sahen die Stunde der Wende auch in Graz geschlagen. Korschelt verschaffte sich in der entscheidenden Stadtparteileitungssitzung am 28. September,bei der über die Liste der Wunschkandidaten Peter Weinmeisters (geheim) abgestimmt wurde,jeweils die Mehrheit für seine Vertrauensleute an vorderer Stelle. Weinmeister blieb allein auf weiter Flur an erster Stelle,gefolgt von Korschelt,Erich Hyden. Der Putsch von Knittelfeld hatte einen Grazer Putsch. Uray-Frick forderte auch Weinmeisters Kopf,da er so keine geschlos-
sene Gruppe in den Wahlkampf führen könne. Auch andere Durchgefallene schrien in den Medien auf.
Eine weitere Liste wurde daraufhin am 7. Oktober im Beisein von Landeschef Leopold Schöggl erstellt,die nun die „Handschrift“ Weinmeisters trage. Darüber hinaus werde jeder Gang an die Medien als parteischädigendes Verhalten und mit dem Parteiausschluss geahndet,drohte Schöggl. Dass nach dem 28. September Uray-Frick,Lozinsek, Wetschnig,Mutschlechner und Co. sich hilferufend an die wartenden Medien wandten, spielt keine Rolle.Allein diesesVerhalten sei aber parteischädigender gewesen,als Knittelfeld dargestellt werde,meinen Kritiker. Die Optik ist keine schöne. Wurde doch
MesserwetzenundHacklschmeißen–jedergegenjeden
Eine harte Welt ist die Welt der Freiheitlichen auch in der steirischen Provinz und in Graz: Politisches Programm ist was für den Erfolg, wird es eng, ist das eigene Hemd am nächsten. Geht es hart auf hart, werden aus Parteifreunden erbitterte Gegner, alte Rechnungen werden beglichen, langjährige Rivalitäten flammen wieder auf. Ein kleiner Leitfaden über Liebe und Hass in der FPÖ.
Harald „Orang Utnik“ Korschelt, so die parteiinterne Kosung, deutschnational,verhinderter Karrierist:„Er wollte immer schon höher hinaus als er fähig ist“,so ein Vertrauter. Alexander Götz-Schwiegersohn mit großen Ambitionen und politischer ZiehsohnvonRechtsaußenPaulTremmel.Warschon1986 beimHaider-PutschinInnsbruckdabei.EwigerZweiteroderDritterhinterWeinmeister(undTremmel).
Alexander Lozinsek habe sich nur deshalb in die Gemeindepolitik gedrängt,weil er mit seiner Detektei keinen „Reißer“ macht. Seine Bürgerwehr flog zuletzt als „Wahlkampfgag“ auf. Bot sich gerüchteweise mit Andrea Sickl,der Schwiegertochter der ehemaligen Sozialministerin,als Halbzeitnachfolger von Weinmeister und Uray-Frick an. Einige tob(t)en ob dieser Anmaßung.
Magda Bleckmann:Neue Spitzenfrau. Ging schon mit 23 in die Politik,kommt aus nationalem Unternehmer-Haus,„dafür kann sie nichts“,pflegt Geschichtsbild der herrschaftlichrechten Art,„karrieregeil“,sie wurde von Exparteichef Michael Schmid von der rechten Stundentenverbindung JES geholt,weil jung und schön und talentiert; hat zu schnellKarrieregemacht,monierendieKritiker.
Horrorjahr 2000:Ihr Mann als Bankräuber erschossen. Schwangerschaft mit schmerzhafter Ansage Schmids:„Schwangere haben in der Politik nichts
verloren“,dasbeleidigtesieschwer. EineFrageblieb bis auf Weiteres unbeantwortet:Was kann sie,was hat sie bisher getan? Hegt Pläne jenseits der Politik nurinKategorienwie„VorstandeinesIndustrieunternehmens“,Unternehmensberatern gilt solcher Politikertypjedocheherals„schwervermittelbar“.
Mares Rossmann:Profillos. Die ehemalige Szenewirtin kam politisch nie auf Touren. In Graz hat sie noch Standl für den Grazer Hauptplatz vergeben,als gar keine mehr zu vergeben waren. Die „FarbloseinWien“.DieStaatssekretärin für Tourismus hat die schlechtestenBewertungenallerRegierungsmitglieder.
ErichHyden:„Opportunist“und „hübsch“ (letzteres finden einige als die größere Zumutung). Als Personalvertreter im Magistrat einflussreich in Sachen Vitamin B. Stolperte vor zweiJahrenfastüberdie„Lohnzettelsache“,als er nicht bemerkt haben wollte,Monat für Monat 8.200,– SchillingzuvielanZulageerhaltenzuhaben.
MaxieUray-Frick:A.Götzhabe siedamalsalsAlibi-Fraugeholt. AufdenORF-Forenwirdsieals böse Intrigantin geziehen. Den anderen gilt sie als grader Michl,loyal zu Weinmeister bis zu dem Zeitpunkt,als sie nur fünftgereiht wurde,da konnte sie auch „fetzen“:Weinmeister schalt sie eine „Fetzenpuppe,die dann am 26. Jänner verbrannt wird“ undforderteihnzumRücktrittauf.
schon erstere Liste vom Landesvorstand (mit Schöggl) abgesegnet,und Beschlüsse,die von Gremien gefasst wurden,sind zu tragen, sagt der neue Obmann Mathias Reichhold, das sei seine „Handschlagqualität“. Zudem wurde bei besagter Sitzung am 7. Oktober „nicht ganz demokratisch“ abgestimmt,das habe man sich gerichtet,so ein Beteiligter. War dieAbstimmung nicht nur nicht geheim, da „en bloque“ über die Liste als Ganzes abgestimmt wurde,könne man sich des Eindruckes,man habe die Leute vorne haben wollen,die man selbst bestimmt,und nicht die,die schon demokratisch bestimmt wurden,nicht erwehren.
Mit Handschlagsqualität,wie jetzt überall plakatiert wird,haben diese Ereignisse in Graz jedenfalls wenig zu tun. ■
Leopold Schöggl:Schöggl ist eine Geschmacksfrage und ein Zufallsprodukt aus dem Schlammassel nach Schmids kurzem Ausflug nach Wien. Schmids aus dem Hut gezaubertes Häschen Theresia Zierler wollte die Basis nicht, Bleckmann hatte bei Riess-Passer keinen Stand,also SchöggloderFranzLafer.Darauswurdeein„Duo“.
Harald Fischl:Der Ex-GAK-PräsidentunddamalsKartnigsLieblingssparringpartner bei TV-Interviews ist „Rebell“ (geblieben) und Haider-Fan. Er hat erfolgreich Zierler verhindert,wollte gegen Schöggl nicht in den Ring steigen. Schritt(mit)macher in Knittelfeld und auf Bleckmanns Kurs.
Peter Weinmeister:Gilt als farblos und „Liberaler“ hinter harter Schale,mangelnde Durchsetzungskraft in den Fällen Hyden und Spielberger. Trotz dieses Images immer WahlgewinnerfürFPÖ.
Waltraud Dietrich:Die Aufsteigerin.Als Bauernvertreterin nunmehrige„geschäftsführende Klubobfrau“,das „Todesurteil“ fürFranzLafer.AlsKnittelfelderinhattesie’snichtweit.
Ferdinand „Ferry“ Spielberger: „Begnadeter Fotograf“,inzwischen a. D.,nun wegen „sexueller Nötigung“ angeklagt, nichtsdestotrotz „stolziert“ er noch bei Parteileitungssitzungenherum.
23
Klipp Oktober 2002
F oto:Peter Philipp
F oto:Peter Philipp
F oto:Peter Philipp
F oto:Peter Philipp
F oto:Peter Philipp
F oto:Peter Philipp
Und welches Gefühl haben Sie jetzt,kurz nach Übergabe der Halle an die Öffentlichkeit?
Kada: Der Schmerz hat nachgelassen,denn unser energetischer Aufwand war gewaltig,weil wir die Halle mit einer wahnsinnig kurzen Planungszeit und Bauphase fertig stellen mussten.
Die Vision des Planers ist das eine,die Realität das andere. Deckt sich das nun?
Kada: Ja,weil wir auch – was planende Architekten normalerweise nicht machen – für die Generalplanung verantwortlich wa-
wollte,umgesetzt worden ist. Niemand hat damit eineAusrede.
Weder bei den Kosten noch bei der Zeit?
Kada: Wir sind im Zeitplan geblieben und haben auch die Kostenseite von knapp 40 Millionen € halten können.
Die Dimension der Halle sprengt aber die Umgebung und lässt alles andere mickrig und fast schäbig aussehen.
Kada: Wir wollten einen Mehrwert schaffen,etwas,was auch noch in zehn Jahren anzuschau-
Punkt. Nicht zuletzt deshalb, weil es die Grazer Stadtplanung nicht gibt.
Lässt alles gerade sein
Der gebürtige Leibnitzer Architekt Klaus Kada hat für die rund 11.000 Menschen fassende Stadthalle Graz bei der jüngsten Eröffnung viel Applaus auf sich vereint. Sie entstand in der Rekordzeit von gerade 18 Monaten. Bei der Halle mit der gewaltigen „Loggia“ handelt es sich um das größte steirische Baumachwerk der letzten 50 Jahre. Eingeweiht und vorübergehend zum BuddhistenTempel gemacht wurde sie durch den Dalai Lama, findet doch in diesen Tagen die Kalachakra, das jährliche Welt-Buddhisten-Treffen, mit vielen tausend Gläubigen in Graz statt.
ren. Damit war sichergestellt, dass alles,was wir als Planer wollten und was der Bauherr
en ist. Für die künftige Entwicklung in diesem Stadtteil ist die Halle ein eminent wichtiger
Und die Halle ist der Startschuss dafür?
Kada: Sie ist gut für die Entwicklung eines Zentrums,so etwas wie ein Embryo und das Dach selbst markiert diesen Punkt auch symbolisch.
Können Sie das einem Laien noch besser verdeutschen?
Kada: Die gigantische Fläche unter dem 40 Meter langen,vorspringenden Dach ist ein öffentlicher Platz,eine Art von „StadtLoggia“,wo man vieles veranstalten kann – vom Bauernmarkt über kleine Feste vorne bis zum Reitturnier hinten zur Messe raus. Es wird natürlich seine Zeit dauern. In diesem Sinne ist auch zu verstehen,dass die Halle
nach beiden Seiten geöffnet werden kann und dadurch sehr variabel und flexibel einsetzbar ist. Was ich als Architekt abgelehnt hätte:dort einen Kasten hinzubauen,der nur einige Male im
Univ.Prof. Arch. DI
Klaus Kada
Kurze Biografie:
Geboren 1940 in Leibnitz
Seit 1976 Büro in Leibnitz
Seit 1988 Büro in Graz
Seit 1996 Büro inAachen
Präsident von EUROPAN Österreich
Ehrenmitglied des Bundes deutscherArchitekten
Gastprofessur an der Hochschule für Künste in Bremen und an der TU München. Ausstellungen in Hamburg, München,Prag,Brüssel,Bern, Zug...
Preise undAuszeichnungen:
Mehrfacher Träger der GERAMB-Medaille sowie des Preises des Landes Steiermark für Architektur. Träger des Architekturpreises Land Steiermark,des Preises der Zentralvereinigung der Architekten, des Piranesi-Preises,des Architekturpreises der Zementindustrie und des Staatspreises für Industriebau in Gold.
Beispiele für seineWerke:F+E Leykam in Gratkorn,LKH Hartberg,Glasmuseum Bärnbach,Pflegeheim Leibnitz, Festspielhaus in St. Pölten,EuropäischeAkademie in Bozen.
Klipp Oktober 2002
Architekt Klaus Kada: Meine Architektur besteht aus Räumen und nicht aus Wänden. Ich dekoriere nicht gern, sondern mache frei
Wirtschaft
40 Meter überspannt das Dach die C.v.Hötzendorf Straße. Neue Halle ein Embryo für Entwicklung eines Zentrums
Jahr für eine Messe genutzt wird.
Die Halle wird also einVeranstaltungszentrum und Stimmen bei der Eröffnung sprachen von einem riesigen Raum wie auf einem Bahnhof oder Flughafen.
Kada: Meine Architektur besteht aus Räumen und nicht aus Wänden,ich dekoriere nicht gerne,sondern mache frei.
Damit sie aber alle Stücke spielen kann, braucht es noch kräftige Investitionen in die Technik.
Kada: Die technischen Voraussetzungen dafür sind bereits da,doch die Ausrüstung selbst kostet sicher noch einmal sieben Millionen Euro. Da fehlte es bisher an den Mitteln.
Aber nicht überall war man so sparsamwenn man sich den fast weißen Teppichboden ansieht.
Kada: Das täuscht,der ist ungemein strapazierfähig. Die Halle wird ja auch ein Kongress- und Veranstaltungszentrum sein,wo man sich auch wohlfühlen soll,und bis man von der Straße am Teppichboden steht,da gibt’s dann nur noch wenig Straßenschmutz. Nicht gespart hat man beim Brandschutz,der wurde bei all seiner Bedeutung übertrieben.
Ihr Verhältnis zur Grazer Stadtplanung war immer belastet.
Kada: Ist es auch jetzt noch,weil manche Herren viel Blödsinn in dieser Stadt machen. Graz hat seinen Reiz,ist Triest ähnlich und die Halle soll helfen,die Stadt aus dem Planungssumpf zu ziehen. Wenn man aus der Innenstadt den Kastner wegnimmt,dann ist Graz Leoben. Bald schon werden Marburg und andere Städte Graz einholen.
Was würden Sie anders machen?
Kada: Eine Stadt lebt vom Einkaufen,Verkaufen und Flanieren,und da muss einfach viel besser überlegt werden,wo Fußgängerzonen hinkommen,wo gewohnt wird,wie der Verkehr laufen soll. Es kann nicht heißen:Priorität haben die Fußgänger,dann kommt der öffentliche Verkehr und dann die Autofahrer. Ein solches Konzept kann man nicht über die ganze Stadt ziehen. Ich habe in Aachen ein Büro,bin dort auch an der Uni als Professor. Man wollte mit entsprechenden Ampelschaltungen die Autofahrer vergrämen. Der Versuch ging völlig daneben, weil die Schadstoff-Emissionen dramatisch anstiegen und Aachen sein Prädikat „Bad Aachen“ verlor. ■
Rottenmanner-Chef: „Wohnpreise werden steigen“ Droht Ghetto-Entwicklung?
ie Einschnitte im sozial geförderten Wohnbau sind dramatisch –ablesbar auch am Beispiel der gemeinnützigen Siedlungsgenossenschaft Rottenmann. Rund 350 geförderte Wohnungen errichtete man bisher jährlich. Direktor Karl Schwaiger:„Heuer sind es nur 138,also um 50 Prozent weniger, und das schaut auch künftig so aus!“ Die logische Konsequenz:Die Wohnungspreise werden teils dramatisch steigen.
Direktor Karl Schwaiger (Rottenmanner-Siedlungsgenossenschaft): Explosierende Wohnkosten sorgen nicht für Jubel
Da nützt es auch nichts,dass die Rottenmanner bei einem Bilanzvolumen von 370 Millionen € (5 Milliarden Schilling) über nicht weniger als 62 Millionen € (knapp eine Milliarde Schilling) an Eigenmitteln verfügt und von sich aus mehr bauen könnte. Diese Art der Vorfinanzierung sei nach den Förderungsbestimmungen nicht zulässig und könne daher nicht eingesetzt werden,bedauert Rottenmanner-Direktor Karl Schwaiger. Von den rund
13.700 verwalteten Wohneinheiten sind
10.400 im Eigentum gebaut worden. Aufgrund der geringer gewordenen Förderungsgelder werden
Dweniger Eigentums- und dafür mehr Mietwohnungen errichtet,die von der Verwaltung her mehr Aufwand bedeuten. Aber:„Wir müssen nach dem Kostendeckungsprinzip vermieten,der Private kann verlangen,was er will.Also,wenn wir nicht wären...“ Der gemeinnützige Wohnbau ist,von einigen schwarzen Schafen und Fehlern abgesehen, eine der österreichischen Erfolgsgeschichten der Nachkriegszeit. In Deutschland habe man diesen Weg schon früh verlassen und explodierende Wohnkosten veranlassen Wohnungssuchende nicht gerade zum Jubeln. In Österreich sorgt die Marktpräsenz der Gemeinnützigen für das nötige Korrektiv bei den Preisen. DieAnsätze zumAbschaffen der Gemeinnützigkeit hält Schwaiger für nicht zielführend:„Wenn ich Gemeinnützigkeit abschaffe,dann droht uns eine Ghetto-Entwicklung; sprich:nur wer es sich leisten kann, wohnt in der entsprechenden Wohngegend. Und ich kann mir nicht vorstellen,dass man das in Österreich will.“ Es sei kein Problem, Wohnungen in Zentren,wie etwa in Graz oder den Bezirksstädten,an den Mann zu bringen,doch „ich kenne keinen Privaten,der z.B. in Donnersbachwald (A.d.R.:ein Ort im Ennstal) baut und man ist froh,wenn man dort die Wohnung vermieten kann“. Derartige Aufgaben haben in der Vergangenheit immer die Gemeinnützigen übernommen. Schwaiger:„Diese Kooperationen haben sich gut bewährt,haben mitgeholfen,den sozialen Frieden zu sichern und unserem Land gut getan.“ ■
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Und welches Gefühl haben Sie jetzt,kurz nach Übergabe der Halle an die Öffentlichkeit?
Kada: Der Schmerz hat nachgelassen,denn unser energetischer Aufwand war gewaltig,weil wir die Halle mit einer wahnsinnig kurzen Planungszeit und Bauphase fertig stellen mussten.
Die Vision des Planers ist das eine,die Realität das andere. Deckt sich das nun?
Kada: Ja,weil wir auch – was planende Architekten normalerweise nicht machen – für die Generalplanung verantwortlich wa-
wollte,umgesetzt worden ist. Niemand hat damit eineAusrede.
Weder bei den Kosten noch bei der Zeit?
Kada: Wir sind im Zeitplan geblieben und haben auch die Kostenseite von knapp 40 Millionen € halten können.
Die Dimension der Halle sprengt aber die Umgebung und lässt alles andere mickrig und fast schäbig aussehen.
Kada: Wir wollten einen Mehrwert schaffen,etwas,was auch noch in zehn Jahren anzuschau-
Punkt. Nicht zuletzt deshalb, weil es die Grazer Stadtplanung nicht gibt.
Lässt alles gerade sein
Der gebürtige Leibnitzer Architekt Klaus Kada hat für die rund 11.000 Menschen fassende Stadthalle Graz bei der jüngsten Eröffnung viel Applaus auf sich vereint. Sie entstand in der Rekordzeit von gerade 18 Monaten. Bei der Halle mit der gewaltigen „Loggia“ handelt es sich um das größte steirische Baumachwerk der letzten 50 Jahre. Eingeweiht und vorübergehend zum BuddhistenTempel gemacht wurde sie durch den Dalai Lama, findet doch in diesen Tagen die Kalachakra, das jährliche Welt-Buddhisten-Treffen, mit vielen tausend Gläubigen in Graz statt.
ren. Damit war sichergestellt, dass alles,was wir als Planer wollten und was der Bauherr
en ist. Für die künftige Entwicklung in diesem Stadtteil ist die Halle ein eminent wichtiger
Und die Halle ist der Startschuss dafür?
Kada: Sie ist gut für die Entwicklung eines Zentrums,so etwas wie ein Embryo und das Dach selbst markiert diesen Punkt auch symbolisch.
Können Sie das einem Laien noch besser verdeutschen?
Kada: Die gigantische Fläche unter dem 40 Meter langen,vorspringenden Dach ist ein öffentlicher Platz,eine Art von „StadtLoggia“,wo man vieles veranstalten kann – vom Bauernmarkt über kleine Feste vorne bis zum Reitturnier hinten zur Messe raus. Es wird natürlich seine Zeit dauern. In diesem Sinne ist auch zu verstehen,dass die Halle
nach beiden Seiten geöffnet werden kann und dadurch sehr variabel und flexibel einsetzbar ist. Was ich als Architekt abgelehnt hätte:dort einen Kasten hinzubauen,der nur einige Male im
Univ.Prof. Arch. DI
Klaus Kada
Kurze Biografie:
Geboren 1940 in Leibnitz
Seit 1976 Büro in Leibnitz
Seit 1988 Büro in Graz
Seit 1996 Büro inAachen
Präsident von EUROPAN Österreich
Ehrenmitglied des Bundes deutscherArchitekten
Gastprofessur an der Hochschule für Künste in Bremen und an der TU München. Ausstellungen in Hamburg, München,Prag,Brüssel,Bern, Zug...
Preise undAuszeichnungen:
Mehrfacher Träger der GERAMB-Medaille sowie des Preises des Landes Steiermark für Architektur. Träger des Architekturpreises Land Steiermark,des Preises der Zentralvereinigung der Architekten, des Piranesi-Preises,des Architekturpreises der Zementindustrie und des Staatspreises für Industriebau in Gold.
Beispiele für seineWerke:F+E Leykam in Gratkorn,LKH Hartberg,Glasmuseum Bärnbach,Pflegeheim Leibnitz, Festspielhaus in St. Pölten,EuropäischeAkademie in Bozen.
Klipp Oktober 2002
Architekt Klaus Kada: Meine Architektur besteht aus Räumen und nicht aus Wänden. Ich dekoriere nicht gern, sondern mache frei
Wirtschaft
40 Meter überspannt das Dach die C.v.Hötzendorf Straße. Neue Halle ein Embryo für Entwicklung eines Zentrums
Jahr für eine Messe genutzt wird.
Die Halle wird also einVeranstaltungszentrum und Stimmen bei der Eröffnung sprachen von einem riesigen Raum wie auf einem Bahnhof oder Flughafen.
Kada: Meine Architektur besteht aus Räumen und nicht aus Wänden,ich dekoriere nicht gerne,sondern mache frei.
Damit sie aber alle Stücke spielen kann, braucht es noch kräftige Investitionen in die Technik.
Kada: Die technischen Voraussetzungen dafür sind bereits da,doch die Ausrüstung selbst kostet sicher noch einmal sieben Millionen Euro. Da fehlte es bisher an den Mitteln.
Aber nicht überall war man so sparsamwenn man sich den fast weißen Teppichboden ansieht.
Kada: Das täuscht,der ist ungemein strapazierfähig. Die Halle wird ja auch ein Kongress- und Veranstaltungszentrum sein,wo man sich auch wohlfühlen soll,und bis man von der Straße am Teppichboden steht,da gibt’s dann nur noch wenig Straßenschmutz. Nicht gespart hat man beim Brandschutz,der wurde bei all seiner Bedeutung übertrieben.
Ihr Verhältnis zur Grazer Stadtplanung war immer belastet.
Kada: Ist es auch jetzt noch,weil manche Herren viel Blödsinn in dieser Stadt machen. Graz hat seinen Reiz,ist Triest ähnlich und die Halle soll helfen,die Stadt aus dem Planungssumpf zu ziehen. Wenn man aus der Innenstadt den Kastner wegnimmt,dann ist Graz Leoben. Bald schon werden Marburg und andere Städte Graz einholen.
Was würden Sie anders machen?
Kada: Eine Stadt lebt vom Einkaufen,Verkaufen und Flanieren,und da muss einfach viel besser überlegt werden,wo Fußgängerzonen hinkommen,wo gewohnt wird,wie der Verkehr laufen soll. Es kann nicht heißen:Priorität haben die Fußgänger,dann kommt der öffentliche Verkehr und dann die Autofahrer. Ein solches Konzept kann man nicht über die ganze Stadt ziehen. Ich habe in Aachen ein Büro,bin dort auch an der Uni als Professor. Man wollte mit entsprechenden Ampelschaltungen die Autofahrer vergrämen. Der Versuch ging völlig daneben, weil die Schadstoff-Emissionen dramatisch anstiegen und Aachen sein Prädikat „Bad Aachen“ verlor. ■
Rottenmanner-Chef: „Wohnpreise werden steigen“ Droht Ghetto-Entwicklung?
ie Einschnitte im sozial geförderten Wohnbau sind dramatisch –ablesbar auch am Beispiel der gemeinnützigen Siedlungsgenossenschaft Rottenmann. Rund 350 geförderte Wohnungen errichtete man bisher jährlich. Direktor Karl Schwaiger:„Heuer sind es nur 138,also um 50 Prozent weniger, und das schaut auch künftig so aus!“ Die logische Konsequenz:Die Wohnungspreise werden teils dramatisch steigen.
Direktor Karl Schwaiger (Rottenmanner-Siedlungsgenossenschaft): Explosierende Wohnkosten sorgen nicht für Jubel
Da nützt es auch nichts,dass die Rottenmanner bei einem Bilanzvolumen von 370 Millionen € (5 Milliarden Schilling) über nicht weniger als 62 Millionen € (knapp eine Milliarde Schilling) an Eigenmitteln verfügt und von sich aus mehr bauen könnte. Diese Art der Vorfinanzierung sei nach den Förderungsbestimmungen nicht zulässig und könne daher nicht eingesetzt werden,bedauert Rottenmanner-Direktor Karl Schwaiger. Von den rund
13.700 verwalteten Wohneinheiten sind
10.400 im Eigentum gebaut worden. Aufgrund der geringer gewordenen Förderungsgelder werden
Dweniger Eigentums- und dafür mehr Mietwohnungen errichtet,die von der Verwaltung her mehr Aufwand bedeuten. Aber:„Wir müssen nach dem Kostendeckungsprinzip vermieten,der Private kann verlangen,was er will.Also,wenn wir nicht wären...“ Der gemeinnützige Wohnbau ist,von einigen schwarzen Schafen und Fehlern abgesehen, eine der österreichischen Erfolgsgeschichten der Nachkriegszeit. In Deutschland habe man diesen Weg schon früh verlassen und explodierende Wohnkosten veranlassen Wohnungssuchende nicht gerade zum Jubeln. In Österreich sorgt die Marktpräsenz der Gemeinnützigen für das nötige Korrektiv bei den Preisen. DieAnsätze zumAbschaffen der Gemeinnützigkeit hält Schwaiger für nicht zielführend:„Wenn ich Gemeinnützigkeit abschaffe,dann droht uns eine Ghetto-Entwicklung; sprich:nur wer es sich leisten kann, wohnt in der entsprechenden Wohngegend. Und ich kann mir nicht vorstellen,dass man das in Österreich will.“ Es sei kein Problem, Wohnungen in Zentren,wie etwa in Graz oder den Bezirksstädten,an den Mann zu bringen,doch „ich kenne keinen Privaten,der z.B. in Donnersbachwald (A.d.R.:ein Ort im Ennstal) baut und man ist froh,wenn man dort die Wohnung vermieten kann“. Derartige Aufgaben haben in der Vergangenheit immer die Gemeinnützigen übernommen. Schwaiger:„Diese Kooperationen haben sich gut bewährt,haben mitgeholfen,den sozialen Frieden zu sichern und unserem Land gut getan.“ ■
25 Klipp Oktober 2002
www.klippmagazin.at
Oskar-Nacht für „helle Köpfe“
Fast Forward Award 2002 an Alicona Imaging, CNSystems, Rochus Penz und Magna Steyr vergeben
Das Ambiente hatte Symbolwert für den diesjährigen Technologiepreis der Steirischen Wirtschaftsförderung (SFG). Im Hochspannungslabor der TU harrten mehr als 250 Besucher der Juryentscheidung. Entsprechend emotionsgeladen die Stimmung unter den 12 nominierten Unternehmen: Schließlich winkten 100.000 Euro Preisgeld und die begehrte Glastrophäe – diesmal sogar im Doppelpack: für die Unternehmen und ihre Technologiepartner. Als solcher darf seit kurzem auch ZIB 2-anchor-man Josef Broukal gelten: „Eine Ehre und Verpflichtung“, so der Wahlsteirer. Stiller Sieger des Abends war einmal mehr die SFG: 163 Einreichungen, und das angesichts des hochkarätigen Themas, sind Österreich-Rekord.
Eine Erkenntnis konnte jeder an diesem Gala-Abend mitnehmen. Wo „thouth in styria“ draufsteht,ist Spitzentechnologie drin,unabhängig von der
Unternehmensgröße. Innovation als Erfolgsmotor wird in Kleinstund Kleinbetrieben ebenso ernst genommen wie in großen. Bester Beweis ist der Technologieoskar 2002,der unter dem Zeichen von „Innovation durch Kooperation“ stand. Gefragt waren technische Neuerungen,die Unternehmen in Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen entwickelt hatten. Oskarverdächtig schon
die Zahl der Einreichungen:99 Kleinstbetriebe,34 kleine,13 mittlere und 17 große Unternehmen:Aus ihnen hatte die Jury 12 Zwischensieger (je drei pro Kategorie) nominiert. Ein Etappensieg,den SFG und Medienpartner ORF-Steiermark mit imagewirksamen Unternehmensporträts in „Steiermark heute“ honorierten. Natürlich wollte jeder, der so weit gekommen war,ganz nach oben. Doch Platz am Stockerl war – pro Kategorie –nur für einen.
Die Kleinsten ganz groß
Kopf an Kopf lagen bei den Kleinstunternehmen (bis 9 Mit-
Entwickelt für das Clear-EnergieProjekt von BMW: Magnas Kryotanksystem ist der erste Wasserstofftank, der den Anforderungen für ein Serienfahrzeug entspricht
arbeiter) Alumonte,Alicona Imaging und HS-Art Digital Service. Alumonte mit einem umweltschonenden Umschmelzverfahren für Aluminium,das den Abbrandverlust ums 10-fache verringert und den Energieverbrauch halbiert. Eine bahnbrechende Entwicklung des Teams um DI Dr. Sommer in Zusammenarbeit mitARP-Leoben,dem Österreichischen Gießereiinstitut und der Montanuniversität Leoben. HS-Art Digitalservice stach mit einer unverzichtbaren Technologie für Filmmuseen und Archive hervor,die laufenden Bildern aus alten Zeiten neuen Glanz verleiht. Eine neuartige Software für digitale Filmrestaurierung,entwickelt in Zusammenarbeit mit Joanneum Research,beseitigt Kratzer,Staub und Helligkeitsschwankungen auf historischem Filmmaterial. Der Sieg und 100.000,– Euro Preisgeld gingen jedoch an die „Minimalisten“ um Dr. Stefan Scherer von Alicona Imaging: Sein volldigitales Mikroskop zur automatischen 3D-Vermessung ist ein absolutes Novum:fast unbegrenzte Tiefenschärfe bei der Vermessung von Profilen,Rauigkeiten. Dank des Zugewinn ums 100-fache bei der
Alicona Imaging hat die Technologie des Rastermikroskops auf Lichtmikroskop übertragen. Enorme Tiefenschärfe macht mikroskopische 3DVermessung möglich
Betrachtung im Lichtmikrosop ist eine neue Tür zur Materialbeurteilung aufgestoßen.
Medizinischer Meilenstein
Nicht einfach war die Entscheidung bei den Kleinbetrieben bis 48 Mitarbeiter. Schließlich war mit Plantingtech ein FFA-Gewinner mit im Rennen,der mit „Spacecoat“ eine industriefertige Lösung für die Einstellung von Getriebe-Zahnrädern präsentierte. Dabei sind Toleranzen von wenigen Mikrometern einzuhalten,bisher das Geschäft von komplizierten Positioniermaschinen. Der Oberflächenspezialist (Kooperationspartner ist BMW) löste das umständliche Verfahren einfach genial:mit einer temporären Montageschicht auf den Zahnrädern,die sich im Betrieb ohne Rückstände auflöst. – Für ein „fertiges Produkt“ war es bei Oridis Biomed noch zu früh. Medizinische Zukunftsforschung braucht den langen
26 Klipp Oktober 2002
Siegerfoto:
von Karl Fitzthum
Novum „Reachstaker“ – Bringt Container auch dorthin, wo konventionelle Kräne versagen: in die Tiefe
Atem,gerade wenn es um GenAnalyseverfahren von erkrankten Geweben geht. Basis dafür sind tausende Einzeluntersuchungen an Gewebebanken. Zwischenergebnis des von Prof. Dr. Zatloukal betreuten Projektes ist,dass sich die Vorhersagen über Karzinome an Leber und dem Verdauungstrakt um den Faktor 1000 verbessert haben. –Der Sieg war CN-Systems Medizintechnik dennoch nicht zu nehmen. Ihr „Task Force Monitor“ ist ein Quantensprung in der Untersuchung des Herz-KreislaufSystems:Herzrate, Schlagvolumen,Gefäßwiderstand und andere Parameter, die bisher nur per Herzkatheter gemessen werden konnten, sind nun völlig unblutig und schmerzfrei erfassbar. Ein Muss-Gerät für die Neurologie,Kardiologie und Innere Medizin. 65 Geräte des Monitors sind bereits verkauft,u.a. an die NASA,die auch die internationale Raumstation ISS mit dem Herz-Kreislaufmonitor aus Graz ausstatten wird. KeinWunder,dass CN-Systems die Steiermark auch beim Österreichischen Staatspreis für Innovation 2002 vertreten wird.
von Energienetzen permanent überwacht und prüft. Besonders „Flickern“ (Schwankungen) und Unreinheiten,die nun innerhalb, aber auch unter verschiedenen Netzebenen aufgespürt werden können. Anfragen aus den USA und China liegen bereits auf dem Tisch.
Unschlagbar im Bewerb und nominiert für den Österreichischen Staatspreis: „Task Force Monitor“ von CNSystems – ein Muss für Neurologie, Kardiologie und Innere Medizin
Konkurrenz ausgehoben
Im wahrsten Sinn des Wortes ausgehoben hat die Rochus Penz GmbH ihre Mitbewerber bei den mittleren Unternehmen (bis 249 Mitarbeiter):das Material Center Leoben (MCL) und Dewetron GesmbH. Letztere mit einer einmaligen Software,die den Status
Die nächste technische Revolution wird von Neuen Werkstoffen erwartet. Dass sie am Materials Center Leoben (MCL) mitentschieden wird,darf einen als Steirer stolz machen. Dem Werkstoff-Kompetenzzentrum Leoben ist mit der dynamischen Warmhärteprüfung von Werkzeugstählen ein wesentlicher Schritt nach vorn gelungen. Das Messverfahren ist die unverzichtbare Basis für härtere und thermisch beständigere Stähle von Motoren und Werkzeugen. Patentanmeldung und Projektpartner wie Böhler oder CoKG bestätigen die hohen Erwartungen der Industrie. Würdig für einen Stockerlplatz. Doch den Sieg und 100.000,– Euro Preisgeld holte sich Rochus Penz für ihren gebogenen Teleskopkran „Reachstaker“. Der mit WMS und Liebherr Werk Nenzing GmbH entwickelte Teleskopausleger schließt in Häfen oder Güterterminals eine große Lücke. Herkömmliche Kräne können wohl in die Höhe,aber nicht in die Tiefe stapeln. Deswegen blieben Terminals und Großcontainer bislang zu 50 Prozent ungewollt leer. Ein Lücke,die Reachstaker augenfällig schließt. 20 Prozent weniger Dieselverbrauch durch hydrostatischen Betrieb gibt’s als Draufgabe.
Weltraumtechnikniveau
Das letzte Kuvert öffnete Brou-
kal für die ganz Großen (über 250 Mitarbeiter):die Wolfram KG,Magna Steyr und INFONOVA. Aus seiner Krise ging die Wolfram AG aus St. Martin i.S. gestärkt hervor und punktete mit Wolframcarbid-Pulver von einer Korngröße zwischen 150 und 200 Nanometer. Eine bislang nicht hergestellte Kleinheit,die im Anwendungsbereich,bei der Feinstbearbeitung von Flugzeugteilen oder Handy-Leiterplatten unschätzbare Konkurrenzvorteile bietet. In weltweiten Kategorien denkt Infonova und ging mit der universellen Telefonnummer ins Rennen,einer Technologie,die zusammen mit dem von der ITU bereitgestellten Ländercode die lebenslange,globale Telefonnummer
für Services jeglicher Betreiber bereitstellt. Die Jury entschied sich für eine andere Gobaltechnologie. Mit Kooperationspartner BMW tüftelte eine kleine, aber feine Abteilung von Magna Steyr seit mehreren Jahren an alternativen Kraftstoffen,konkret flüssigem Wasserstoff. Mit dem flüchtigen Treibstoff machen Prototypen verschiedenster Hersteller bereits die ersten Praxiskilometer. Ungelöst bisher das Problem der Speicherung,und zwar bei – 253°C und niedrigem Druck. Unlösbar? Nicht für das Team um Dr. Günter Krainz. Der hochisolierte Tank hält diesen Extremanforderungen sicherheitstechnisch wie thermisch stand. – Weltraumtechnikniveau! ■
Staatspreis für e-Business geht in die Steiermark!
Der e-Business Staatspreis in der Kategorie e-Organisation und Web Services geht an das Grazer Kompetenzzentrum IDEC+tincom. Im Rahmen einer großen Gala bei der IFABO in Wien,überreichten Moderator Josef Broukal und ein Juryvertreter diesen wichtigsten Preis der österreichischen IT-Branche für das Projekt „www.chegg.net“, den ersten online-Versicherungsvergleich Österreichs.
In der Begründung der Jury wird der besondere Mehrwert des Portals für den Benutzer hervorgehoben:www.chegg.net bietet Übersicht im verwirrenden Angebotsdschungel des österreichischen Versicherungsmarktes. Es gelang IDEC mehr als 40 verschiedene Versicherungsanstalten mit ihrem Leistungsangebot und über 1.000 Berechnungstabellen in einem übersichtlichen Ranking darzustellen.
Versicherungsprofil auf Knopfdruck
Damit kann der User auf Knopfdruck und in Sekundenschnelle sein persönliches Versicherungsprofil ermitteln. Das auf Geschwindigkeit und einfache Anwendung optimierte Design sowie Branding- und Kommunikationskonzept stammen von der Kreativschmiede TINCOM. Knapp ein Jahr nach dem Start zählen mehr als 15.000 User und 3.000 Kunden zu den „cheggern“.Auch zahlreiche Versicherungsmakler und Finanzdienstleister nutzen die Plattform täglich für ihre Arbeit. Der Staatspreis 2002 ist nach dem First Tuesday-Award 2001 die zweite großeAuszeichnung für das innovative Team aus Graz. ■
Das erfolgreiche IDEC + tincom
Team: v.l. Mag. Tinnacher (tincom), DI Lerchegger, DI Weilharter (beide IDEC)
27 Klipp Oktober 2002
Wir leben in einer Wohlstands- und Freizeitgesellschaft. Die steirische Industrie erwirtschaftetmitihren 1.360 Unternehmen jährlich rund 15 Milliarden Euro.Als stärksteWirtschaftskraftder Steiermark sichertsie damitunseren gemeinsamenWohlstand. Unsere Industrie – unser Leben.
www.zukunft-industrie.at
Die Steirer mögen ihre Industrie, unterschätzen aber ihre Bedeutung für den wirtschaftlichen Erfolg des Landes. Die Informationskampagne „Zukunft Industrie“ soll Wissenslücken schließen.
Die
Nachhilfeunterrichtgeben.„Wir sehen das Bemühen,mehr Wissen über die Industrie zu vermitteln,als langfristiges Projekt“, sagenKatzenbergerund Mayer-Rieckh.
Hohe Sympathiewerte Trotz der Wissenslücken mögen die Steirer ihre Industrie:87 Prozent der Bevölkerung istdie Industrie (sehr) sympathisch,88 Prozentwürden Bekannten oder Verwandten einen Industriearbeitsplatz empfehlen.
Katzenberger,Mayer-Rieckh:„Mehr Wissen über die Industrie!“
Industrie:
Welches Segmentträgt–gemessen am Bruttoregionalprodukt– am meisten zur Wirtschaftskraftder Steiermark bei? Eine einfache Frage (richtige Antwort:Die Industrie miteinem regionalen BIP-Anteil von rund 38 Prozent),die aber nur ein Drittel der Steirerinnen und Steirer richtig be-
Sympathisch, aber unterschätzt
antworten können.Lauteiner aktuellen Umfrage reihen viele die Industrie hinter Tourismus, Handel oder gar Landwirtschaftein,die jeweils weitaus geringere Anteile am Bruttoregionalprodukterwirtschaften.
„Die steirische Industrie wird in ihrer Bedeutung für die Wirtschaftskraftdes Landes deutlich
unterschätzt“,analysieren Gerhard H.Katzenberger,Obmann der Sparte Industrie in der Wirtschaftskammer,und der Vorsitzende der Industriellenvereinigung,Michael Mayer-Rieckh. Miteiner Informationskampagne unter dem programmatischenMotto„ZukunftIndustrie“ soll es ab sofortwirtschaftlichen
„Das istein tolles Kompliment für die steirischen Industrieunternehmen“,freuen sich Katzenberger und Mayer-Rieckh. Besonders erfreulich:Industriemitarbeiter – jene also,die die Industrie aus eigener Erfahrung kennen – bewerten ihre Arbeitgeber noch deutlich besser als der Bevölkerungsdurchschnitt. ❑
28 Klipp Oktober 2002
“Es geht uns GUT.”
“Es geht uns GUT.”
Steiermarks größter Marktplatz für Immobilien
Gemma Wohnung schaun zum Wohnquadrat
m Grazer Rathaus,Ecke Hauptplatz,dort, wo früher die Steiermärkische mit Kunden Bankgeschäfte abwickelte,ist der größte Immobilienmarktplatz der Landeshauptstadt entstanden. Egal,ob man auf der Suche nach einer Garconniere oder einer Traumvilla in Graz, irgendwo in der Steiermark oder in Österreich ist,eine Datenbank mit Zugriff auf 30.000 Immobilien und vor allem 25 Experten versuchen auf alle Wünsche einzugehen und sie kompetent zu bearbeiten. Auch die Reaktionen unserer Mitbewerber zeigen, dass uns die Bündelung unserer Aktivitäten zum Thema Wohnen gelungen ist, freut sich der zuständige Vorstandsdirektor Gerhard Fabisch. Das neue Wohnquadrat der Steiermärkischen bietet die Möglichkeit sich via Bildschirm alle Informationen bis spät in die Nacht (ähnlich wie beim Bankomat) und auch am Wochenende zu besorgen,verweist Wohnquadrat-Leiter Kurt Suppan auf die Verfügbarkeit. Auch persönliche Beratungstermine können ebenfalls nach Wunsch des Kunden außerhalb der üblichen Bankzeiten vereinbart werden.
Die Investitionen im Zusammenhang mit Wohnen sind für Privatleute meist das größte Geschäft des Lebens und verursachen daher große Mühen,aber auf Freude. Das gilt für Singles genauso wie für größere Familien –sie alle sitzen öfters unseriösen Beratern auf und daher ist die Zuverlässigkeit in diesem
IGeschäft wohl der größte Trumpf. „Wir bieten Lösungen aus einer Hand,von der Planung bis zur Schlüsselübergabe,vomAnkauf bis zur Versicherung und natürlich auch der Finanzierung“,betont Steiermärkische-Vorstandsdirektor Gerhard Fabisch. Die Bündelung der Wohnaktivitäten ist sein erstes großes Projekt,seitdem er im Frühjahr in den Vorstand aufrückte und für dieses Ressort zuständig ist. Das neue Wohnquadrat,das künftig auch aktuelle Angebote von anderen Maklern und Bauträgern vor Ort offerieren wird,will sich auch mit eigenen ImmobilienVeranstaltungen (z.B. über die Situation und Studentenwohnungen) einen Namen machen. Leiter Kurt Suppan:„Nur einfach aufsperren und beraten ist zu wenig. Rund 2.500
„Schmerzensgeld“ fürentgangene Urlaubsfreuden
Das Angebot von Pauschalreisen von österreichischen Reiseveranstaltern nimmt in letzter Zeit erheblich zu, wobei die Erwartungen der Konsumenten nicht selten enttäuscht werden. In Deutschland war es bereits bisher möglich,bei erheblicher Beeinträchtigung der eine Pauschalreise ausmachenden Leistungen durch Nichterfüllung oder mangelhafte Erfüllung auch einen Anspruch auf „immateriellen Schadenersatz“ zu begehren. Der Oberste Gerichtshof in Österreich hat bisher ideellen Schadenersatz für Beeinträchtigungen,verursacht durch mangelhafte Vertragserfüllung bei Pauschalreisen,nicht gewährt und hat sich sohin gegen eine einschlägige Richtlinie des Rates der EWG aus dem Jahre 1990 gestellt. Aufgrund der klagsweisen Geltendmachung eines immateriellen Schadenersatzanspruches vor dem BG LinzLand kam es zur Einleitung eines Vorabentscheidungsverfahrens vor dem Europäischen Gerichtshof. Der Europäische Gerichtshof hat in seiner Entscheidung vom 12.03.2002 ausdrücklich festgehalten,dass dem Verbraucher grundsätzlich ein Anspruch auf Ersatz des immateriellen Schadens zusteht,wenn der Reiseveranstalter die von ihm angebotenen Leistungen nicht bzw. nur mangelhaft erfüllt. Bemessungskriterien bei der Ermittlung der Höhe des Anspruches sind der Entgang der Urlaubsfreude im erheblichen Ausmaß bis zur nutzlos verwendeten Urlaubszeit,die Zielausrichtung des jeweiligen Reisevertrages sowie die Dauer der Beeinträchtigung. Es wird nunmehr am Gesetzgeber liegen,die vorgegebene Richtlinie bzw. auch die Vorabentscheidung des Europäischen Gerichtshofes im nationalen Recht umzusetzen,wobei es diesbezüglich zu einer Abänderung des Konsumentenschutzgesetzes kommen könnte. Aufgrund der nunmehr zwischenzeitig ergangenen Entscheidung des LG Linz als Berufungsgericht vom 02.05.2002 bzw. der vorliegenden Vorabentscheidung des Europäischen Gerichtshofes steht es demVerbraucher frei,neben einer Preisminderung auch eine Entschädigung für die entgangenen Urlaubsfreuden vom Veranstalter zu begehren,wenn dieser die vertraglich vereinbarten Leistungen nicht oder nur mangelhaft erfüllt.
Geschäftsfälle mit einemVolumen von € 300 Mio. wickelte die Steiermärkische in Sachen Wohnen bisher jährlich ab.“ Während das Bankgeschäft im Schnitt um 4 % wächst,haben wir in diesem Bereich Wachstumsraten von 15 %“,hebt Fabisch die Wohnbausparte hervor. Die Eröffnung des Wohnquadrats fällt in eine Phase,in der der sozial geförderte Wohnbau in seinem Volumen praktisch halbiert wird,das Wohnungsangebot in der Steiermark damit knapper und die Preise in der Folge sich nach oben bewegen werden. ■
Für die Durchsetzung etwaiger Ansprüche gegenüber Reiseveranstaltern aufgrund Nichterfüllung bzw. nur mangelhafter Erfüllung von Urlaubsreiseangeboten steht Ihnen Ihr Rechtsanwalt als kompetenter Berater zur Verfügung. ❑
Klipp Oktober 2002
Dr. Rath & Partner
Mag. Gerhard Stingl
Mitglied der Treuhandrevision der Steiermärkischen Rechtsanwaltskammer
Dr.Rath&Partner Friedhofgasse20 • 8020Graz Tel.0316/7085 • Fax-DW25 E-Mail:law-office@rath-partner.at Internet:www.rath-partner.at Foto Nina Krok
Mag. Gerhard Stingl, Rechtsanwalt und Partner der Rechtsanwaltskanzlei
Kurt Suppan und Gerhard Fabisch präsentieren maßgeschneiderte Wohnkonsepte
W erbung
Wenn man mitten im Berufsleben entscheidet, vom erfolgreichen Praktiker zum akademischen Profi zu werden, dann braucht man starken Willen, Beharrungsvermögen und ein perfektes Zeitmanagement. 78 Zielstrebige haben dieses Ziel realisiert – und im Campus02 einen kompetenten Bildungspartner gefunden. Gaudeamus igitur.
Spitzenleistung
Es waren vier anstrengende Jahre,„aber zuerst war es wie ein Pensionsschock,als es überstanden war“,sagt Hermine Arnold. „Fachlich würde ich das Studium sofort wieder machen“,sagt auch Klaus Grojer. „Meine Tochter,die ist 13, muss sich erst umstellen,dass ich jetzt am Wochenende wieder zu Hause bin“,sagt Rosemarie Naylor.
ein Studium absolviert“,drückte Landeshauptmann Waltraud Klasnic bei der Sponsion ihre Hochachtung aus.
Der Weiße Saal in der Grazer Burg war bis auf den letzten Platz gefüllt,als Univ.-Prof. Alfred Ableitinger als Vertreter des Fachhochschulrats die Eidesformel verlas und die Absolventen mit einem kräftigen „dies gelobe ich“ antworteten. Damit waren sie dann offiziell Mag. (FH) und DI (FH).
Die Marktspezialisten
schen Bereichen eingesetzt. Ein ziemlich globales Unterfangen – aber Grojer kennt da keine Berührungsängste,war er doch vor Jahren schon UN-Verbindungsoffizier zur israelischen Armee und UN-Militärbeobachter in Tadschikistan. 46 neue Mag. (FH) gibt es,die den FH-Studiengang „Marketing“ am Campus02 in Graz abgeschlossen haben – und 32 neue DI (FH),die den Studiengang„Automatisierungstechnik“ absolviert haben.
Vier Jahre,acht Semester lang, haben allen drei – und noch 75 andere – den Freitag und Samstag am Campus02 in Graz verbracht. „Unter der Woche habe ich mich mit drei Kollegen auf der Pack zu einer Lerngruppe getroffen“,berichtet Klaus Grojer. „Und wenn einer einen Durchhänger hatte,hat ihm die Gruppe darüber hinweggeholfen“,erzählt Hermine Arnold.
78 Berufstätige haben das FHStudium durchgehalten. „Ich bewundere die Leistung,wenn jemand zugleich mit dem Beruf
Mag. (FH) Rosemarie Naylor ist Key Account Managerin der Deutschen Lufthansa für Steiermark und Kärnten. In Dubai hatte sie vor 16 Jahren vom Hilton International zur Lufthansa gewechselt. Sie kennt die Reisebranche in- und auswendig. Und Vetrieb und Marketing –längere Zeit auch in London –war immer ihr Beruf. Und trotzdem,oder gerade deshalb: „Durch das Studium habe ich viel mehr Einblick in die Zusammenhänge.“
„Man profitiert von den Praxisschwerpunkten der berufstätigen Kollegen“,streicht Ing. Mag. (FH) Klaus Grojer besonders heraus. Er ist bei Treibacher Auermet Produktmanager für „Seltene Erden“ und hat sich in seiner Diplomarbeit mit der Erschließung des japanischen Marktes beschäftigt. Die Rohstoffe kommen aus China,werden in Treibach weiterverarbeitet und in verschiedenen techni-
Die Globaltechniker
Ing. DI (FH) Hermine Arnold ist jetzt Assistant Global Director Research & Development beiAtronic International. Davor hat sie acht Jahre Projekte am Institut für digitale Bildverarbeitung betreut,und noch früher war sie Entwicklungsingenieurin am Institut für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Für sie war das FHStudium „eine ideale Kombination aus Technik und Betriebswirtschaft“,und vor allem: „Man entwickelt zugleich eine Intuition für andere technische Bereiche.“
DI (FH) Markus Maurer hatte ursprünglich an der TU den ersten Studienabschnitt in der Elektrotechnik abgeschlossen. Dann wurde aus einem Ferialjob überraschend ein Beruf. „Aber im Hinterkopf hatte ich
immer,dass ich ein Studium abschließen möchte.“ Er wechselte von der Informationstechnologie-Entwicklung zur technischen Beratung – aber wenn man voll im Beruf steht,muss man erst einen Weg finden,das mit einem Studium zu verbinden. „Und dann habe ich ein Inserat in der Zeitung gesehen, dass es einen FH-Studiengang für Berufstätige gibt.“ Das war die Lösung. „Ich habe mein Schwergewicht in der FH mehr auf den Maschinenbau gelegt“, konnte er damit seine Fachkenntnisse erweitern. Markus Maurer arbeitet bei DaimlerChrysler Consult.
„Aus dem Thema der Diplomarbeit ist eine Firma geworden“, hat Ing. DI Markus Nowrouzi einen ganz besonderen Weg eingeschlagen. „Es war eine b’soffene Idee bei einem Weinbauern. Kann man auf Urlaub fahren und trotzdem die Entwicklung des Weins kontrollieren?“
Das Ergebnis heißt „VinInfo“ – ein System,das die wichtigsten Parameter der Gärung misst,die Daten per Handy oder Internet überträgt und die optimalen Gärbedingungen regeln kann. „Eigentlich wollte ich nur meine Elektronikkenntnisse updaten“,erzählt Nowrouzi,warum er studiert hat. „Und jetzt kommt mir auch das Managementwissen,Marketing und Betriebswirtschaft
30 Klipp Oktober 2002
Ing. Mag. (FH) Klaus Grojer: Ich würde es immer wieder genauso machen
Landeshauptmann Waltraud Klasnic gratuliert zur Sponsion. Mag. (FH) Rosemarie Naylor ist eine von 78, die ihr FH-Studium am Campus02 erfolgreich abgeschlossen haben. Univ.-Prof. Dr. Alfred Ableitinger nahm den akademischen Eid ab
zugute.“ SITT Development hat für das „Gärregelsystem“ mittlerweile ein Patent in Österreich und Vertriebspartner in Frankreich und Spanien.
Die akademischen
Unternehmer
Der überwiegende Teil der neuen FH-Absolventen hat schon während des Studiums in Führungspositionen gearbeitet (und die Firmen klingen wie ein Who Is Who der österreichischen Wirtschaft) – die anderen sind selbstständig (vom Technischen Büro über die Unternehmensberatung bis zur Tischlerei).
„Unternehmer oder Mit-Unternehmer“,nenntdasIng.Mag.Peter Hochegger,Geschäftsführerdes Campus02,der FHStudiengängeder Wirtschaft.
„Wir sehen uns als Kompetenzzentrum für unternehmerisches Denken“,hebt Hochegger das verbindende Grundelement der Studiengänge am Campus02 hervor.
„ObselbstständigerUnternehmer oder Führungskraft:Entschei-
dend für den Erfolg ist das Verständnis für die wirtschaftlichen Zusammenhänge und das daraus abgeleitete Engagement,sich aktiv demWettbewerb zu stellen.“
Und so haben alle Studiengänge des Campus02 in Graz eine starke „unternehmerische“ Komponente. Bei „Marketing“ und dem neuen Studiengang „Rechnungswesen und Controlling“ (beide für Berufstätige und als Vollzeit-
studium für Maturanten) ist das offensichtlich. Der Studiengang „Informationstechnologien und IT-Marketing“ trägt dieses Ziel bereits im Namen und „Automatisierungstechnik“ ist ein Schlüsselbereich für marktorientierte Entwicklungs-,Produktions- und Logistikprozesse.
Entscheidend ist,dass das FHStudium im unmittelbaren Kontakt mit der Wirtschaft steht. Projekte während des Studiums und insbesondere die Diplomarbeiten entstehen in Kooperation mit Unternehmen. Komm.-Rat Peter Mühlbacher,als Präsident der Wirtschaftskammer Steiermark Vertreter des Hauptgesellschafters des Campus02,war bei der Sponsion ehrlich begeistert von
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den Leistungen:„Die Diplomarbeitsthemen lassen erkennen, was das bedeutet,dass Sie der WirtschaftzurVerfügungstehen!“
Und Landeshauptmann Waltraud Klasnic schloss ihre Grußworte, in denen sie die Bedeutung des Campus02 für den Bildungs standort Steiermark würdigte, mit einem Zitat:„Meister bilden nicht Schüler aus,sondern immer wieder Meister.“ ❑
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31 Klipp Oktober 2002
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GEGEN DIE KÄLTE DER STROMKEILER
Grazer Stadtwerke AG und Arbeiterkammer helfen den geschädigten Kunden
Bald 100 Hilfeschreiben von geschädigten Stromkunden im select Versorgungsgebiet liegen vor. Jetzt wird gegen die aggressiven Stromkeiler und dessen Firmen auch gerichtlich vorgegangen, um noch größeren Schaden für die Kunden abzuwehren.
Dr. Gert Heigl: (Grazer Stadtwerke AG – select-Chef) „Als Select-Partner-Unternehmen schließen wir uns der Klage gegen das Unternehmen switch an. Wir haben eindeutige Beweise, dass durch Falschinformationen gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen wird. Unsere Kunden werden zunehmend von unseriösen Keilern belästigt und wollen diese zivilrechtlich klagen. Die Grazer Stadtwerke unterstützen sie jetzt dabei. Wir sind auch froh,in der AK mit DI Hans Pressl einen Unterstützer als Stromombudsmann für unsere Kunden gefunden zu haben.“
DI Hans Pressl: (Stromexperte der AK-Steiermark) „Auch bei uns gibt es viele Anfragen von verunsicherten Kunden,bei denen sich ein Wechsel des Stromanbieters nicht alsVorteil herausstellt. Grundsätzlich sollten sich alle,die einen Wechsel des Stromlieferanten überlegen,vor der Unterschriftsleistung die Arbeiterkammer kontaktieren.“
Ein konkreterFall:
Frau J. ist eine allein erziehende Mutter mit 3 Kindern. Von der Grazer Stadtwerke AG bezog Fr. J. Select Strom. Nach Werbemaßnahmen der Fa. Switch wechselte Fr. J. den Anbieter,in
der Meinung,sich bei dem zugrundegelegtenVerbrauch
€ 150,--/Jahr zu sparen. Tatsächlich entstehen Fr. J. durch den Wechsel von der Grazer Stadtwerke AG zu Switch bei diesem Verbrauch allerdings jährliche
Mehrkosten in Höhe von € 107,90.Im Falle, dass auch Sie zu den geschädigten Stromkunden zählen,wenden Sie sich bitte an die Grazer Stadtwerke AG: 0316/887-332 oder an die AKSteiermark:0316-7799-0.
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Das Expertenteam von Dr. Heigl arbeitet gemeinsam mit DI Hans Pressl (AK Steiermark) mit vollem Einsatz, um geschädigten Kunden zu helfen. (Personen: DI Hans Pressl (AK), Mag. Reingard Fröhlich, Dr. Gert Heigl, Mag. Elisabeth Schnur)
Die aktiven Kämmerer in der Steiermärkischen
risch-amerikanischen Beziehungen trotz räumlicher Distanz vielfältig,was die gute Zusammenarbeit zwischen dem Land Steiermark und der amerikanischen Handelskammer noch mehr fördert.
„Deutschland-Tag 2002“
Zahlen in einem Unternehmen stimmen,sonst sei alles vergeblich.
„Stile di vita – dolce casa mia“
Für Dr. Heinz Hofer,Vizegeneral der Steiermärkischen und Präsident der italienischen
Neue Führung der US-Kammer
Das „Regional Office for Styria“,als Hilfe bei der Anbahnung neuer Geschäftsverbindungen gedacht,die einzige selbstständige Außenstelle der „American Chamber of Commerce“ in den Bundesländern wurde vor 18 Jahren von Dr. Ernst HÖLLER gegründet und bis zu seinem Tod zu Beginn dieses Jahres geleitet. Steiermärkische-Vorstandsdirektor Dr. Gerhard Fabisch:„Ich habe jetzt diese Aufgabe übernommen und bemühe mich,in seinem Sinn dieses Büro zu leiten. Meine äußerst engagierte Begleiterin dabei ist Linda VILLAREAL. Die organisatorische Betreuung liegt in den Händen von Roswitha VODOVNIK von der Steiermärkischen.“
Zur Zeit gibt es in Österreich rund 300 US Tochterunternehmen,die insgesamt 40.000 Menschen beschäftigen. Daher sind die stei-
Beim traditionellen Deutschland-Tag auf der Grazer Herbstmesse klärte der Wirtschaftspsychologe Dr. Othmar Hill,Leiter von Hill International Human Resource Management,mehr als 300 Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben und der Wirtschaft darüber auf,was „Humanistisches Management in Zeiten rasender Gesellschaft“ bedeutet. Ein zentrales Ele-
ment,das ja meist zu kurz kommt. Steiermärkische-General Josef Kassler als Landeschef der deutschen Handelskammer resümierte diplomatisch:Humanistisches Management sei ganz wichtig,doch unterm Strich müssen auch die
Handelskammer für die Steiermark,umfasst ein harmonischer Lebensstil den entsprechenden Umgang mit Menschen im Privatleben und Beruf,aber natürlich auch das Wohnen und Wohlfühlen dabei.AusAnlass des zehnjährigen Jubiläums der italienischen Handelskammer diskutierten daher LR DI Herbert Paierl,DI Ute Woltron,DI Michael Wagner und Dr. Gerhard Fabisch über „Lebensstile – Wohngefühle“. Und weil von „harmonisch“ die Rede war:Die Diskussion im passenden Ambiente und mit dem stilvollen,italienischen Buffet danach gab es im Haus der Architektur in Graz. ■
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2 Notare – 1 Team – Ihr Recht !
2 Notare – 1 Team – Ihr Recht !
„Rasteiger . Mühl & Partner“ sind ein Team, das im Rahmen eines „Rechtsdienstleistungszentrums“ neuen Stils unverzichtbare Werte mit den Herausforderungen im Rechtswesen unserer Zeit zu einer harmonischen Einheit verbindet.
Die Stärke und hohe fachliche Kompetenz des Kanzleiteams und der Einsatz modernster Technik gewährleisten rasche und unbürokratische Rechtsbetreuung auf höchstem Niveau und erlauben es,dass wir uns für jeden rechtssuchenden Menschen stets ausreichend „Zeit“ nehmen.
Im Rahmen unseres kostenlosen Rechtsinformationsservices können auch per E-Mail rund um die Uhr,wenn gewünscht auch anonym,rechtlicheAnfragen an uns gerich-
tet werden,die wir unverzüglich beantworten. Damit wollen wir in Zeiten des Abbaus „staatlicher“ Rechtseinrichtungen auch zur allgemeinen Rechtssicherheit beitragen.
Wir nehmen uns aber nicht nur Zeit für Sie, sondern vermitteln auch jene „Ruhe“ und „Sensibilität“,die für die Lösung heikler Rechtsfragen unerlässlich ist. Von diesen Grundsätzen haben wir uns auch bei der Gestaltung unserer Kanzlei- und Konferenzräume leiten lassen.
Der „Teamgedanke“ ist auch das Motto unserer Berufstätigkeit. So werden z.B. rechtliche Angelegenheiten stets im Team behandelt und gelöst,denn „vier Augen (oder wenn nötig auch mehr) sehen mehr als zwei!“
Die Teamstärke ist es auch,die es uns ermöglicht,in hochkomplexen und speziellen Rechtsmaterien,z.B. in jenen des „Wirtschaftsrechtes“ mit großem Erfolg tätig zu sein und Leistungen zu erbringen,die weit über den Umfang „konventioneller“ Rechtsdienstleistung hinausgehen. Nutzen Sie unser umfassendes Rechtsservice !
Der Klient ist für uns nicht bloß eine „Aktennummer“,sondern stets ein Freund und Partner,denwiranderHandnehmen,undständig – auch vorausschauend – über alle Rechtsänderungen informieren. Denn es gilt Schaden zu vermeiden,nicht bloß zu reparieren ! ❑
Vergessen Sie nie:
„Sie haben Recht, abernur, wenn Sie davon Gebrauch machen!“
Öffentliche Notare Rasteiger• Mühl & Partner
Wiener Straße 29
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Wir sind für Sie da!
Das Juristenteam
Dr. Kurt Rasteiger & Team
Gut 20 Jahre ist es her, als so manches steirisches Gewässer mehr einer Kloake als einem Fluss glich. Die Mur hatte da noch Güteklasse 4, war ziemlich tot und ihr übler Geruch verschreckte sogar die Verantwortlichen. Vieles ist seither passiert. Die Mur hat längst Güteklasse 2. Abwassertechnologie macht es möglich. Immer mehr Unternehmen bieten ein Vielzahl von Lösungen für gewerbliche und kommunale Abwässer.
Dreckige Wasser im Labor
Vor allem kommunales Abwasser ist weitgehend unerforscht,da man nie von vorneherein weiß,welche Stoffvielfalt enthalten ist. Auch die mengenmäßig sehr unterschiedlichenAnförderungen fordern den kommunalen Kläranlagen mehr ab“,erklärt DI Markus Nehammer,Geschäftsführer vom Grazer „Institut für Abwasserwirtschaft – Untersuchungsanstalt des Nehammer Analytik Labors“. Leichter sei es,die Inhalte gewerblicherAbwässer,etwa die von Schlachthöfen,Färbereien, Galvanikbetrieben usw.,zu bestimmen,da sie eine homogenere Zusammensetzung und eine klare Herkunft aufweisen. Bei Schlachthofabwässern etwa bestehe die Hauptaufgabe in der Entfernung der „lipophilen Inhaltsstoffe“,sprich Fette. Spezielle Fett auflösende Substanzen (Flockungshilfsmittel) werden in Flotationsanlagen verwendet, damit sich die Fette ablagern und entsorgt werden können.
Kernbereich des Unternehmens von Markus Nehammer und sei-
nen 12 Mitarbeitern ist die Analytik. Als ehemaliger Assistent an der TU Graz (Technische Chemie) hat Markus Nehammer nicht nur einen fundierten wissenschaftlichen Zugang zu den Themenfeldern Laboranalyse und Abwassertechnologie. Seit 15 Jahren in der Branche tätig, betreibt er seit 1997 selbstständig das „Institut für Abwasserwirtschaft“,das eine der ersten Adressen im Bereich der Abwasseranalyse (von Abwasserbiologischen Untersuchungen bis zur Klärschlamm-,Abfall-,Bodenund Kompostuntersuchung etc.) ist. Die Beratung im Bereich der Abwasserreinigung und Kläranlagen sowie Betrieb und Technologie (Optimierung) von Kläranlagen sind weitere Schwerpunkte Nehammers.
So kann Nehammer als Betriebsleiter der Verbandskläranlage Heiligenkreuz im Burgenland,mit 130.000 EW eine der größten kommunalen Kläranlagen Österreichs,auf großes Technologie-Know-how zurückgreifen. Aber auch im Bereich von Forschungsprojek-
ten setzt der umtriebige Abwassertechniker einiges um:Auf wissenschaftlicher Basis läuft gerade ein Projekt zur Verwertung von Klärschlamm. Ziel ist eine Klärschlammzusammensetzung zu finden,sodass er zur Herstellung von Biodünger geeignet ist. ■
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© Nehammer
Die Inhaltsbestimmung der Abwässer im Labor
Shopping am Grazer Hauptbahnhof
Shopping am Grazer Hauptbahnhof
Eine Vision wird zur Realität –„richtiges“ Shoppen am Grazer Hauptbahnhof. Auf über 4.300 Quadratmetern kann man ab April 2003 so richtig der Einkaufslust frönen, wobei die Bahn noch freie Geschäftsflächen anzubieten hat.
Die Neugestaltung des Hauptbahnhofes in Graz nähert sich ihrem Endspurt. Nach rund einem Jahr Bauzeit wurden nun die neue Bahnhofshalle und das neue Reisezentrum in Graz fertig gestellt. „Für unsere Kunden wurden das Reisezentrum und die Bahnhofshalle des Grazer Hauptbahnhofes funktionell und architektonisch neu gestaltet. Das helle und kundenorientierte ÖBB-Reisezentrum bietet ein freundlichesAmbiente und stellt ein attraktives Eingangstor für die Bahnreise dar“,so Dr. Franz Suppan,Leiter des ÖBB Personenverkehrs Steiermark. Doch das war erst der Anfang:In Zukunft werden auf dem Grazer Hauptbahnhof 4.300 Quadratmeter auf 2 Etagen für ein Einkaufsvergnügen der besonderen Art zur Verfügung stehen, wobei man hier unterschiedlichste Branchen und Dienstleister antreffen wird. Das Obergeschoß dieses Mallbereichs in der Größe von 1.800 Quadratmetern kann noch angemietet werden. Der große Vorteil dieses Einkaufserlebnisses am Grazer Hauptbahnhof liegt auf der Hand:Die großzügigen Ladenöffnungszeiten erlauben es den Geschäften in den Bahnhöfen fast rund um die Uhr für die Konsumenten da zu sein.
KONTAKT:
Freie Geschäftsflächen am Hbf. Graz: www.oebb.at unter Bahnhofsoffensive-Vermarktung
ÖBB – Herr Mag. Hermann Primig Tel: +43(0)4242/ 930 00-51 05
Handy: +43(0)664/ 617 59 72
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Es ist bestürzend und beschämend, wie großzügig die Arbeiterkammer als Interessensvertretung mit den Beiträgen und öffentlichen Mitteln umgeht, wenn es um die Kosten bei der Vertretung und Durchsetzung angeblicher Gehalts- und Lohnforderungen geht.
Steirische Arbeiterkammer: Wenig „G’spür“ bei Klagen
Generell verfolgt die Steirische Arbeiterkammer offensichtlich folgende Strategie:Sie ersucht die Arbeitgeberseite freundlich und höflich nach einer Intervention um Rückantwort. Das Bemühen, dem wirklichen Wahrheitsgehalt näher zu kommen,ist schaumgebremst bis nicht vorhanden, obwohl die Arbeiterkammer eine Körperschaft öffentlichen Rechts ist. Die Steirische AK baut ihre Interventionen schwerpunktmäßig nur auf den Angaben ihrer „Kundschaft"“ auf und berücksichtigt vorgebrachte, tatsächliche Argumente und Fakten von Arbeitgeberseite kaum. Mit der klaren oder auch indirekt ausgesprochenen Drohung einer Gerichtsklage versucht sie von vornherein,bei den Unternehmen Druck zu machen, die gestellten Forderungen zu akzeptieren. Frei nach dem Motto:Wir verlangen vorerst einmal alles,was gut und billig ist,etwas (Geld) wird dabei schon hängen bleiben. Die AK rechnet damit,dass viele Arbeitgeber den Gerichtsweg scheuen,weil jedes Verfahren Zeit und Geld kostet. Weil die Arbeitgeberseite selbst beim Gewinn des Prozesses vom Kläger (Arbeiterkammer und Kundschaft) keine Kosten rückerstattet bekommt,neigen Unternehmen daher auch dann zu einem „Vergleich“, wenn er nicht gerechtfertigt ist. Stolz verweist sie auf die hohe Erfolgsquote ihrer Bemühungen. Für die Vertretung von Ar-
beitnehmerinteressen beschäftigt die Arbeiterkammer eine große Zahl von jungen,oft schlecht ausgebildeten Juristen, die sich aber dennoch bezahlt machen.
Es geht in diesem Bericht (weitere werden folgen) nicht darum, das prinzipielle und vernünftige Instrument der Intervention durch die Arbeiterkammer abzulehnen,sondern aufzuzeigen, wie oft die Arbeiterkammer zum wissenden Mithelfer dafür wird, dass die Gesellschaft zur Kasse gebeten wird und „arbeitsunlustigen“ Menschen,„Simulanten“ und „Dachinierern“ ein kostenaufwendiger Rechtsbeistand gewährt wird.
Schwerkranker beim Heckenschneiden erwischt
Der Dienstnehmer Karl K. bleibt seiner Arbeitsstelle – es handelt sich um eine Bürotätigkeit – unentschuldigt fern. Der Dienstvorgesetzte erkundigt sich daraufhin,was mit dem Mitarbeiter los ist. Er versucht ihn,über dessen Handy zu erreichen,bleibt jedoch erfolglos,da Karl K. „zur Zeit nicht erreichbar ist“. Nach einigen Tagen meldet er sich, sagt,er sei krank gewesen und werde am übernächsten Tag wieder zur Arbeit erscheinen. Dazu kommt es jedoch nicht. Wieder nimmt der Vorgesetzte Kontakt mit ihm auf,er nimmt das Gespräch über sein Handy sogar an
und erklärt,dass er sich den Rücken beim Training im Fitnessstudio verletzt habe und sich daher kaum bewegen könne. Er werde sehen,wann er wieder gesund sei. Sein Vorgesetzter traut Karl K.s Angaben nicht und macht sich auf den Weg zu seinem Wohnort. Er trifft Karl K. gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin im Garten vor seinem Haus an,wo dieser gerade die Hecke schneidet. Karl K. ist völlig verschwitzt und logischerweise überrascht, als er seinem Vorgesetzten gegenüber steht. Er murmelt etwas von „es ist im Laufe des Tages besser geworden“ und verspricht am nächsten Tag wieder zur Arbeit zu kommen. Wer nicht erscheint,ist Karl K.Versuche,ihn über das Handy zu erreichen, bleiben erfolglos. Der Dienstgeber wartet noch einige Tage zu, es wird immer wieder versucht Karl K. zu erreichen,er gibt jedoch kein Lebenszeichen von sich. Daraufhin schickt er ihm aus den gegebenen Anlässen ein Entlassungsschreiben. Nach einigen Wochen fordert Karl K. in einem Schreiben ihm angeblich zustehende offene Gehaltszahlungen. Die Firma ist nicht bereit,dies in der Höhe zu akzeptieren,Karl K. wendet sich an die Steirische Arbeiterkammer. Sie wird vom Unternehmen ausführlich über die Vorgeschichte informiert,dennoch überredet sie Karl K. die Klage beim Arbeitsgericht einzubringen. Als
Vertretung für Karl K. beim Arbeitsgerichtsprozess engagiert die Arbeiterkammer einen der namhaftesten und teuersten Arbeitsrechtsexperten. Dieser versucht seinen Klienten zu helfen, indem er vorschlägt,der frühere Arbeitgeber möge einem späteren Zeitpunkt für denAustritt zustimmen,weil damit Karl K. in den Genuss eines Krankenstandsanspruchs käme,obwohl er zu dieser Zeit gar nicht krank gemeldet war. Das Argument des Rechtsvertreters:„Das zahlen ja ohnehin nicht Sie als Firma,das übernimmt ja ohnedies die Gebietskrankenkasse.“ Sollte das Unternehmen diesem „Kompromiss“ nicht zustimmen, so werde der Prozess eben durchgezogen und es entstünden sicher Kosten von zumindest 2.500,– Euro. Der frühere Arbeitgeber bleibt jedoch unnachgiebig und ist bereit 300,– Euro zu bezahlen. Die Gegenseite willigt letztendlich ein. Man stelle sich vor:Allein für die drei Verhandlungstermine bei Gericht muss die Arbeiterkammer dem Experten ein Vielfaches an Honorar bezahlen. Ein nicht gerechtfertigterAufwand,der letztendlich von uns allen getragen werden muss. Und der nicht im Sinne jener ist,die diese Rechte für Arbeitnehmer vor Jahrzehnten erkämpft haben. ■
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F oto:ARBÖ Archiv
Ak-Präsident Walter Rotschädl: Seine Juristen drohen Firmen schnell mit Arbeitsgericht
Zwischen 15 und 18 ist die Welt weit genug, um sich darin zu verlaufen. Das weiß Martin (17) nur zu gut.* Während seine Altersgenossen den ganz normalen Wahnsinn Pubertät durchkriseln, hat er ein Leben fast schon hinter sich. Es war nicht das beste. Ein „Zuhause“ ist darin nicht vorgekommen. Kindlich, pubertierend, erwachsen, das ist er alles zugleich. Wie schmeckt der Start ins Erwachsensein, wenn er mit Entzug oder Vorstrafen beginnt?
„... weil meine Mutter mich nicht haben wollte“
Was unterscheidet für Martin einen guten von einem schlechten Tag:„Ob ich meine Tagesration bekomme oder nicht.“ Sein Tagesablauf:„Von 18.00 vortags bis 10.00 Uhr früh bin ich im Schlupfhaus: Ich esse,schlafe,rede mit anderen und tu fernsehen. Die übrigen Stunden bin ich unterwegs um Drogen aufzustellen:mit Schnorren,oder ich geh halt fladern.“
Martin ist schon ziemlich herumgekommen, wie er das nennt. „Mit fünf bin ich ins Kinderdorf gekommen,weil meine Mutter wollte mich nicht haben. Dort war ich dann bis zu meinem 15. Lebensjahr. Es war ziemlich streng. Viele Lernstunden,auch am Wochenende,rund um die Uhr.“ In drei Häusern waren jeweils 10 Kinder untergebracht mit je einem Betreuer. „Es war wie beim Bundesheer. Um 6 Uhr war Tagwache,Frühstück bis 6.30,dann Putzdienst – auch schon mit 5 Jahren. Um sieben ging der Bus zur Schule. Unterricht bis zwei Uhr Nachmittag. Dann war Essen. Und danach Lernstunde bis 6 Uhr. Dann Essen,wieder Putzdienste. Aufgaben machen. Ein bisschen Fernsehen und um 9 Uhr dann Nachtruhe. Das Problem war, dass ich von dort die ganzen 10 Jahre nie weggekommen bin,bis auf einmal,wo ich nach Graz durfte.“
Alle haben sich zerstritten
Von Zuneigung oder Liebe hat er nichts kennen gelernt. „Eine familiäre Situation war das nicht gerade. Es war ein Zimmer mit 4 Kojen,in denen jeweils zwei Kinder geschlafen haben. Die Betreuer hatten fast keine Zeit für uns. Es ist ihnen wahrscheinlich
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Jugend, die nicht nach Frühling schmeckt Jugend, die nicht nach Frühling schmeckt Jugend, die nicht nach Frühling schmeckt
„Ein Zuhause hab ich nie gehabt“
© Nina Krok
von Karl Fitzthum
„Kaum ein Erwachsener hält das alles durch“
„Broken homes“ ist das Stichwort für Klaus Gregorz,Leiter der Jugendnotschlafstelle „Schlupfhaus“. Die Anlaufstelle vom Grazer Jugendamt,Fachabteilung für Sozialwesen (Land) und Caritas ist Überbrückungshilfe und auch ein bisschen Ersatzfamilie für Jugendliche,die sonst nirgendwo mehr hinwollen oder können. Gregorz:„Meist stehen dahinter Scheidung, Trennung,Gewalt in der Familie,auf die Jugendliche äußerst sensibel reagieren.Viele Partnerkonflikte werden über die Kinder ausgetragen. Mit 13 oder 15 sind sie alt genug um zu checken,was zwischen den Erwachsenen abgeht. Nur unternehmen können sie kaum was dagegen,weil ihnen einerseits die Ressourcen (eigene Wohnung) fehlen und sie selbst gerade die Risikozeit Pubertät durchleben. An Situationen gibt es alles,was man sich vorstellen kann:Nach einer noch nicht verdauten Scheidung ist plötzlich ein neuer Lebenspartner da,der sich als Erzieher aufspielt. Oder der neue Freund vereinnahmt die Mutter für sich und beide merken zu spät,dass noch eine Tochter da ist,die voll in der Pubertät steckt. Bei besser situierten Eltern,wo man voraussetzen könnte,dass das Gespräch gesucht wird,herrscht häufig völliges Verleugnen der Lage. Dabei gehen Streit und Hader schon über Jahren. Wenn dann der 15-jährige Sohn zu uns kommt und „auspackt“ und dann die Eltern ihre Version erzählen,glaubt man,es geht um zwei verschiedene Familien. Solche Jugendlichen ersticken fast unter der Glasglocke,in der sie leben. Dass sie da ordentlich aufdrehen – meist mit Drogen –,um überhaupt wahrgenommen zu werden,verwundert nicht. Wir hatten auch schon Jugendliche,die bei der Polizei gebeten haben,sie von zuhause wegzuholen. Jugendliche mit Elternhaus sind die Kurzbesucher im Schlupfhaus. Anders jene,die bereits lange Sozialkarrieren hinter sich haben. Gregorz:„Sobald sie aus dem Schoß des Jugendamtes entlassen werden,kann man zuschauen,wie’s bergab geht. Ausbildung geschmissen,kein Job,kein Geld,dazu aber der Kick,endlich einmal selber entscheiden zu können:Da geht dann die Post ab. Je länger Sozialkarrieren dauern,umso schwieriger wird es für sie,die Füße wieder auf den Boden zu kriegen. Eins muss ich aber sagen,trotz ihrer oft schrecklichen Situation haben sie ein unheimliches Standing. Ich wüsste kaum einen Erwachsenen, der das alles durchhalten würde.“ ■
auch herausgestanden,sich um jedes Problem zu kümmern. Wenn’s etwas gab,dann haben sie halt die Fürsorge angerufen. Probiert hab’ich es schon über Gefühle zu reden,bis ich mitbekommen habe,dass das nichts hilft.“ Dabei braucht er,wie er sagt, jemanden,wo er sich ausreden kann:„Damals darüber,dass die Mutter nicht da war oder über die Sachen,die ich in der Schule angestellt haben.“ In den ersten Jahren hat die Mutter Martin noch besucht,„aber mit 8, 9 Jahren ist der Kontakt abgebrochen. Seither ist nichts mehr.“ Dabei hätte er gerne Kontakt zu ihr,aber sie will nicht,weil sie mit ihrem Leben selber nicht zurecht kommt. Leicht hat sie es grad auch nicht:„Seit mein Vater gestorben ist,ist die ganze Familie auseinandergebrochen,alle haben sich zerstritten wegen meiner Mutter.“
Ist mir zu peinlich
Über sein Verhältnis zu ihr will Martin nicht gerne reden. „Teilweise,weil es mir zu peinlich ist,teilweise,weil es zu weh tut. Ich krieg das dann den ganzen Tag nicht aus dem Kopf.“ Dass sie ihn weggegeben hat,wird er nicht los. „Vielleicht,weil meine Mutter schnell auszuckt und nicht die Nerven für mich hatte. Ich war sicher mit schuld,weil, wenn ich übers Wochenende zuhause war, hab’ich mich ziemlich aufgeführt.“ Fernseher zertrümmert,Geld gestohlen. Keine Einmalaktionen,versteht sich. „Den Anschiss hab’ich dann im Kinderdorf bekommen. Und Strafarbeiten:1000-mal schreiben:Ich darf nicht stehlen. Oder Laubrechen im Herbst. Sinnvoll,oder? Aber die Mutter hat mir auch nichts in den Weg gelegt:Wenn ich
eine Unterschrift gebraucht habe,hat sie die gegeben.“ Sonst ist von ihr aber nichts gekommen. „Vielleicht war es sogar gut,dass ich nicht daheim geblieben bin. Immerhin hat mich das Kinderdorf doch zurückgehalten vom exzessiven Fladern. Es gab Konsequenzen,und ich habe mir überlegt,ob ich was tu’oder nicht.“ Später hat Martin dann doch einiges getan:In seinem Leumund steht Drogenmissbrauch,schwerer Einbruch und Diebstahl.
Voll drauf – 3 Gramm täglich
Nach dem Kinderdorf kam eine Wohngemeinschaft in Liezen. „Es hat nicht mehr gepasst,ich war mit 16 schon zu alt und aggressiv zu den Kleinen. In der WG hab ich dann mit Drogen angefangen. Wir sind aufgeflogen und ich wurde befragt,wer mir das Zeug verkauft hat. Ich hatte Angst vor den Dealern,dass sie mir was antun. Deshalb hab ich mir gedacht,lieber bring ich mich selbst um. Der Suizidversuch ist aber fehlgeschlagen,ich wollt es auch 100-prozentig. Jedenfalls kam ich in die LSF nach Graz. Weil ich auch Alkoholprobleme hatte,sollte ich von dort gleich auf Entzug. Vom Grünen Kreis, einer Entzugseinrichtung,bin aber abgerissen und hab das Schlupfhaus kennen gelernt. Hier wurde mir eine eigene Wohnung vermittelt. Bezahlt habe ich sie mit dem Geld aus der Lebensversicherung meines Vaters, solange noch Geld da war. Beides ist jetzt weg,und ich bin derzeit voll auf Koks,LSD, Heroin und Ecstasy.“ Martins Tagesbedarf sind 3 Gramm,was heute „nur“ noch 35,–Euro kostet. Als er damit begonnen hat,hat er fürs Gramm noch 2000,– Schilling hinlegen müssen. Immerhin bleiben pro Woche ca. 400,– Euro,die der 17-Jährige aufstellen muss. „Durch Schnorren oder durch Fladern in Einkaufszentren.“ – Noch hat Martin sich nicht aufgegeben:„Jetzt will ich auf Entzug in den Erlenhof,damit ich vielleicht doch noch zum Bundesheer komme. Das wär mein Traum.“ Bei der Stellung war wegen der Blutwerte nichts drin,obwohl er rein körperlich die 9er-Stufe erreicht hat. „Ein Rest von der Schulzeit,wo ich Marathon gelaufen bin.“ Wenn Martin den Entzug schaffen sollte,darf er noch einmal zur Stellung. „In wenigen Tagen startet der Entzug“,erklärt er hoffungsvoll. Doch jetzt muss er weg – der andere Teil des Tages ruft. Ob es ein schöner wird? ■
Strafarbeiten für Martin: 1000-mal schreiben „Ich darf nicht stehlen“
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© Nina Krok
Schuld an allem ist Europa und das,was daraus werden soll. Maryline Vidie,Präsidentin des französischen Partnervereins:„St. George hatte schon länger nach einer Partnergemeinde gesucht. Nach einer Bürgerbefragung,die bei uns vor fünf Jahren durchgeführt wurde,stand eine Gemeinde aus Österreich oder Irland ganz oben am Wunschzettel. Deshalb lancierten wir eine entsprechende Annonce in einem EU-Magazin – blieben aber ohne Antwort.“ Dennoch bahnte sich die Partneranzeige ihren Weg:durchs Dickicht der Brüssler Bürokratie bis nach St. Bartholomä. „Sie
eigentlich nicht,da wir bis dahin noch keine Partnergemeinde hatten.“ Und Bartholomä und St. George du Bois hatten einiges gemein:Beides sind kleine Ortschaften im Einzugsgebiet von größeren Städten,St. Bartholomä zu Graz,St. George zur 6 Kilomenter entfernten Motorsportmetropole Le Mans.
Sanktionen waren kein Hindernis
1998 kam es zum ersten „blinde date“ der zukünftige Freunde in St. Bartholomä. Die Chemie stimmte von Beginn an,weiß Lickl. „Es hat sofort gefunkt, trotz der Sprachbarrieren,die da waren. Ich glaube,unsere Fröhlichkeit hat alle angesteckt. Es gab viel Spontaneität auf beiden Seiten,eine angenehme Atmo-
so reges Vereinsleben bislang nicht. Maryline Vidie:„Wir sind eine typische Wohngemeinde. Unsere Bürger pendeln großteils nach Le Mans und kommen eigentlich nur zum Schlafen nach St. Georges. Es gibt weniger Kontakt untereinander.“ Da war
Folgenreiches „blinde date“
Europa-Partner St. Bartholomä und St. Georges du Bois
Auf Europakarten hätten sie sich schwerlich finden können, denn dort scheinen beide Gemeinden nicht auf. Nicht zu reden von mehr als 1000 km Distanz und zwei Sprachen, die sie trennen. Dennoch hat es zwischen der Grazer Umland-Gemeinde St. Bartholomä und der französischen Partnerstadt St. George gefunkt. Es begann mit einer Annonce: Partnerstadt gesucht!
stand bei uns in den Gemeindenachrichten,verbunden mit der Frage des Bürgermeisters:ob Interesse an einer Partnerschaft besteht“,erinnert sich Christine Lickl,Direktorin der Volksschule von St. Bartholomä. „Warum
sphäre und gegenseitiges Wohlwollen. Nichts vom ausgeprägten Selbstbewusstsein,für das Franzosen bei uns bekannt sind.“ Einem offiziellen Gegenbesuch 1999 in St. George stand also nichts im Weg:Dabei spielt St. Bartholomä,das auf Aktivitäten von ca. 20 Vereinen zurückgreifen kann,seine Stärken voll aus. Mit Nachwirkungen. Lickl:„Seit dem Auftritt unseres Gesangsvereins gibt es auch in St. Georges eine Singgruppe und die Mitgliederzahl des Partnerkommitees wuchs auf 30 Personen.“ In St. George kannte man ein
der Anstoß von außen gerade recht. So sind auch Überraschungsbesuche in St. Bartholomä von Leuten aus St. George keine Seltenheit mehr. Austauschfamilien,DeutschSprachkurse,Kulturprogramm und nicht zuletzt eine Schulpartnerschaft mit Gesang-,Lernund Bühnenspielen haben die Distanz zwischen den Kulturen verringert. Bestes Beispiel dafür ist die Freundschaft zwischen Maryline Vidie und Christine Lickl. Seit sie ihr Schulfranzösisch reaktiviert hat,ist sie unermüdlich beim Zusammenstellen neuer Unterrichtsmaterialien. Maryline Vidie,die gerade in St. Bartholomä zu Gast ist,assistiert ihr als Französin zum Anfassen.
Dafür opfert die gelernte Krankenschwester einen Gutteil ihrer Urlaubszeit. „Nicht die ganze“, beschwichtigt sie. „Ich nütze diese vier Wochen als einmalige Gelegenheit,Land und Leute von innen kennen zu lernen.“
Stehen erst am Beginn
Das offizielle Siegel des gemeinsamen Tuns ist noch frisch: Im Mai 2001 signierte Bürgermeister Franck Bretau die Partnerschaft in St. George,im Mai 2002 Bürgermeister Erich Gogg in St. Bartholomä. Eine Freundschaft,die auch in Zeiten der Sanktionen nicht kalt wurde. Lickl:„Zwar musste 2000 der offizielle Gegenbesuch abgesagt werden,nichtsdestotrotz kam eine private Delegation,die den vereinbarten Termin wahrgenommen hat.“ Auch fünf Jahre nach dem ersten Kontakt sind Christine Lickl und MarylineVidie überzeugt,erst amAnfang zu stehen. „Die Hauptarbeit kommt erst.Vor allem für unsere Jugend ist das Projekt wichtig. Sie sind das zukünftige Europa,das Politiker so gerne im Mund führen. Aber damit Europa eine Chance hat,muss es in der kleinen Welt beginnen. Über die Köpfe hinweg,wie so oft in der hohen Politik,geht das nicht.“ Fixtermin für Vidie ist der 24. März 2003: „Zum großen europäischen Gemeindentreffen in der Grazer Stadthalle komme ich auf jeden Fall – und mit so vielen Jugendlichen wie möglich.“ ■
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Französisch ist bei den Schülern gefragt: „Trotz der Sprachbarrieren hat es sofort gefunkt“
Fröhliche Gesichter – seit 1998 gibt es die steirisch-französische Beziehung
von Karl Fitzthum
Sicheres Wachstum?
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Faszination und Charisma M
ehr als nur ein klingender Name: trotz Rätselratens um das Erscheinen von Richard Gere, trotz Zusicherung der Teilnahme André Hellers und Yussuf Islam (besser bekannt als Cat Stevens), überstrahlt die charismatische Erscheinung des Friedensnobelpreisträgers die Prominenz. Das Weltfest der Buddhisten unter der Patronanz des Oberhaupts stellt auch ohne die – oft kritisierte – Show rund um die Veranstaltung ein Jahrzehnteereignis für die steirische Landeshauptstadt dar. Dass der Dalai Lama als geistliches und weltliches Oberhaupt des Exilstaats Tibet Politik und Spiritualismus verbin-
Yetis, Kommerz und sc „Traumland
Tibet“
im Grazer Stadtmuseum
Das entlegene Tibet ist seit jeher Projektionsfläche für Träume und Mythen. Ein weißer Fleck, den Missionare, Theosophen, Hollywood und die Comics-Industrie auf ihre Weise füllten. Nicht zuletzt die Werbeindustrie, die „Tibet“ im Branding mehr oder weniger subtil ausschlachtet. Und das echte Tibet? Eine Frage, die Gestalter Martin Brauen offen lässt. Der Kontraktpunkt zum Grazer Buddhistentreffen ist noch bis 24. November zu sehen.
Wer tritt schon Buddha mit Füßen? Jeder,der einen tückisch platzierten Fußabstreifer „Buddha“ so nützt,
von Karl Fitzthum
schrieben. Doch alte Weisheit und wirkliches Leben,so die augenzwinkernde Botschaft,sind zweierlei:Im Alltag muss es für den kluge Mönch eine Silhoutte
det, geht weit über einen gewissen exotischen und/oder esoterischen Reiz hinaus. Richard Gere hin oder her, der wahre Star des Weltbuddhistentreffens ist der Dalai Lama – still, zurückhaltend und freundlich – nicht umsonst wird Gauthama Siddharta, besser bekannt als Buddha, auf Statuen lächelnd dargestellt. Ein Friedensfest im Zeichen eines Friedensnobelpreisträgers. ■
wie er gedacht ist. Ein Fauxpas von vielen,mit dem „Traumland Tibet“ seine Besucher,verunsichert. Selbst den prominentesten Besucher,Seine Heiligkeit Tenzin Gyatso. Auch er musste sich beim Besuch der Ausstellung im Volkskundemuseum Zürich den Spiegel vorhalten lassen:So lächelt sein Konterfei koboldhaft von einem Werbeplakat für Apple Computer. „Think different“,heißt es da. –DieAbsicht des Dalai Lama,die Massenmedien für seine spirituellen Zwecke zu nutzen,ist nicht unumstritten. Pico Iyer von der New York Times:„Das Medium gefährdet die Botschaft.“ Sicher ist jedenfalls der Gewinn,den Medien und Werber aus dem Dalai Lama ziehen. Was für den obersten Lama recht ist,ist für den einfachen Mönch nur billig:„Alles Licht ist in Dir“,verkündet die Silhouette in einer Brillenwerbung. Wie zum Beweis ist diese Botschaft über die Augen des Mönchs Lobsang Namgyäl ge-
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F oto:Landespressedienst F oto:Landespressedienst
schwebende Mönche
Auf der Suche nach Utopia
sein. Lässliche Verführungen der Warenwelt im Vergleich zu dem,was westliche Tibetomanen aus ihrem Traumland machten und machen.
Nach den ersten christlichen Gottessuchern fand die Mitbegründerin der Theosophie,Helena Blavatsky,in Tibet „den letzten unverdorbenen Winkel des Erdballs. Ein Land ohne Bettler,armen oder hungernden Leuten,wo die Menschen der ursprünglichen Weisheitslehre noch nahe sind,wo Kräfte und Potenzen wachgerufen werden,die in der westlichen Welt unbekannt sind.“ Blavatskys Ideen über ein Land,das sie nie bereiste,hatten sowohl Einfluss auf das Interesse von Heinrich Himmler, der nach den Wurzeln der arischen Rasse suchen ließ, mehr noch auf die Roman- und Filmindustrie:„Lost Horizon“ von James Hilton kultivierte die Vorstellung, dass hinter den sieben Bergen „irgendwo in Tibet ein geheimnisvolles Land Shangri-La liegt, wo eine weise und weiße Bruderschaft lebt. Mit ihrer Hilfe wird einst der Rest derWelt,die unheilvoll in Kriege verstrickt ist,eine Renaissance erleben.“
Buddha Bob Thurman
Hier schließt sich der Kreis zur Gegenwart und zu Robert Thurman,Vater von Uma Thurman. „Buddha Bob“,wie er genannt wird,verbindet wie kein anderer Gelehr-
samkeit und Pop-Wunschträume. Der Ex-Mönch,ColumbiaProfessor und Präsident des Tibet House,ist amerikanischer Frontmann des Dalai Lama. Sein Credo:„Tibet ist die Alternative für den ganzen Planeten und Beweis dafür,dass wir das Paradies haben können.“ Doch muss die Welt noch darum beten,dass Tibet zu uns kommt? Es ist schon mitten unter uns:in Filmen und in der Werbung und in der amerikanisierten Vermarktung. Ausstellungsmacher Martin Brauen: „Heute hat sich das sakrale Tibet vom Dach der Welt nach Indien und in den Westen verlagert. Die tibetischen Lamas,mit ihnen natürlich auch der Dalai Lama, sind Hauptakteure in den westlichen Tibetträumen geworden und haben Tibet verlassen. Gleichzeitig verkommt die buddhistische Lehre,das Dhar-
ma,mehr und mehr zu einer Handelsware,das sakrale Tibet ist käuflich geworden.“
Hinterhof Tibet
Wer’s nicht glaubt,kann sich selbst überzeugen,in „Traumland Tibet“ und dem exzellenten Ausstellungkatalog. Sie zeigen, wie facettenreich gerade Zerrbilder sein können. Dabei muss man nicht büffeln,man kann sich auch bequem zurücklehnen in die Sitze einer nachgebauten DC3,wo „Lost Horizon“ in Filmversion gezeigt wird. Ein gesonderter Raum ist dem chinesischen Tibet gewidmet: Tibet als Werbelandschaften für Chinas Mächte kontrastiert mit Bildern eines Schweizer Fotografen – durch seineAugen sieht man die nackte Wirklichkeit, den Hinterhof Tibet. ■
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Er ist als Kultperson überall präsent, selbstverständlich auch in Manhattan
Kultur
Stadtschreiber vom Stadtschreiber vom
Das Leben ist gut. Man kommt irgendwo zur Welt,wo nichts Besonderes passiert,wird mit Neugierde versehen und dann in die weite Welt geschickt,um diese Neugierde zu stillen,zu lernen und später selbst zu lehren. Duvno ist ein kleiner,unscheinbarer Ort in Bosnien. Dort wurde 1953 Dzevad Karahasan,der Mann mit
Schlossberg Schlossberg Dzevad Karahasan
dem knusprigen Namen geboren. Später ging er nach Sarajevo,um zu studieren,und heute lebt der Mann in den besten Jahren hier, in Graz,mitten am Schlossberg. Dort,wo Menschen täglich hinaufspazieren,um ein wenig mit sich selbst allein zu sein,frische Luft zu schnappen,die Stadt vom Hügel aus zu beobachten,Energie zu tanken,dort,wo niemand von ihnen übernachtet,wohnt Dzevad Karahasan mit seiner Frau Dragana.
„Das ist ein wunderbarer Ort.Wir sind privilegiert und das verpflichtet. Wir haben nie um die Bewilligung angesucht mit dem Auto hierher kommen zu dürfen. Alles,was wir hier haben und
täglich brauchen,haben wir heraufgetragen. Mit dem Auto auf den Berg zu fahren entspricht der Logik dieses Ortes nicht.Wir wissen das zu schätzen.“ Noch ein Jahr können die Karahasans im Haus,das 1820 für Herrn Cerrini gebaut wurde,wohnen. Cerrini hat sich durch seinen Kampf gegen Napoleon für die Stadt verdient gemacht.
Auch damals durfte am Schlossberg nicht gebaut werden. Aber Herr Cerrini war eine Ausnahme.
„Das Haus steht unter Denkmalschutz. Im ZugederStadtrevitalisierung wurde das Haus,in dem niemand mehr wohnte,restauriert und Stadtschreibern zur Verfügung gestellt“,erzählt Dzevad Karahasan und erklärt den Begriff Stadtschreiber:„Im Mittelalter waren nur wenigeLeute schreibkundig und sie reisten von Stadt zuStadt,umschriftlichfestzuhalten, was wichtig war: Gesetze,Protokolle,Entscheidungen ... in den 70ern wurde dieser Begriff neu definiert.
Schriftsteller,die in ihrem Land aus politischen und sozialen Gründen nicht arbeiten können,werden eingeladen um weit weg von der Heimat, von den Problemen undGefahrenschreiben zu können. Im Haus Schlossberg Nr.10 gibt es Wohnungen für drei Stadtschreiber.“
In einem der Räume,genau genommen im Vorzimmer,liegt –im Boden versiegelt – eine Platte zu dem Tunnel,der durch den Schlossberg hinunter in die Stadt bis zur Hofgasse führt,wo sich einst die Münzerei befand. Ein wichtiges Haus also.Wird man in so einem Haus besonders inspiriert?
„Das kann man so nicht sagen. Hier zu leben macht zufrieden. Wo sonst trifft man mediterrane Vegetation? Überhaupt in Graz zu sein,hier Freunde zu haben, die zwar für einen viel Sympathie
Dzevad Karahasan
„Das ist ein wunderbarer Ort – Grenzen bedeuten nicht nur Ende, sondern auch Anfang und Chance“
empfinden,aber auch Strenge zeigen und auf hohe Qualität bestehen. Außerdem ist Graz ein Ort,wo Wein und Bier gleich getrunken werden. Das Klima tut gut. Ich fühle mich hier beheimatet. Ich kann hier gut arbeiten.“
Nicht nur das. Dzevad Karahasan nimmt aktiv am Kulturleben in Graz teil. Stadtgespräche,die er mit Markus Jaroska initiiert hat, habenvielEchoerzeugt.Aktuelle Themen,gute Gesprächspartner, Persönlichkeiten aus ganz Österreich und Europa kamen nach Graz,um über Religionen überhaupt und über den Islam und seine Positionierung zu reden. Auch für das Jahr 2003 lieferte und liefert der bedeutendste bosnische Schriftsteller der Gegenwart seine Beiträge. „Poesie der Grenze“ ist sein Begriff. Und Karahasan kennt sich bei der Grenze gut aus. Und er erkennt,dass die Grenze nicht das Ende,sondern auchAnfang,nichtAusgrenzung, sondern auch Chance ist,und lädt andere Schriftsteller,Dichter und
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Cerrini-Haus, 1820 erbaut, ist das Zuhause für den Stipendiaten
von Vera Leon
F otos:Stadt Graz
Mensch ist ein Wesen erst im Zusammensein
Denkerein,zudiesemThemaihreBeiträgezu schreiben. „Für die meisten von uns ist die Grenze etwas Negatives. Für mich bedeutet die Grenze auch Beginn und Begegnung. Wir kennen die Grenze aus der Kulturperspektive. Wir können über die Grenze des Körpers reden,die Haut. Die Begegnung mit einem anderenWesen,wo Spannung und Erotik entstehen. Die Grenze hilft uns selbst zu spüren.“ Hier also,in diesem Haus,in diesem Garten, sitzt der Schriftsteller und denkt nach,sucht, schreibt. Seit er in Graz ist,hat er vier Romane veröffentlicht. „Es war mir wichtig meine Bücher zuerst in der Stadt,in der ich lebe,zu veröffentlichen.“ Von Graz aus wird er nach Deutschland,Frankreich,Italien zu Lesungen und Diskussionen eingeladen. Viele wollten seine Stellungnahme zu der politischen Situation in Bosnien hören. Was er als Moslem zu sagen hat. Und Karahasan hat viel zu sagen, wie er auch viel nachdenkt. Seine Themen
sind der Mensch heute und gestern,der Mensch als Teil des Universums,der Gute und Böse. Der Mensch als Subjekt und der Mensch,der imstande ist,sich gegenseitig durch Taten zu degradieren. „Der Mensch ist ein Wesen erst im Zusammensein mit dem anderen. Ich bin ich,weil du du bist.“ Die Liebe ist die treibende Kraft. Sie ist das Wichtigste. DerVerstand ist der kleinste Teil, der für die Qualität meines Lebens notwendig ist. „Was ohne Liebe möglich ist,ist keiner Mühe wert.“ Dzevad Karahasan ist unermüdlich in seinen Vergleichen,in seinen Feststellungen und Provokationen,hinter denen eine positive lebensbejahende Einstellung steht. Mit gleichem Engagement spricht er über die Politik,Nationalismus,Regime, Diktatur des Verstandes,Gewohnheiten,ihre Notwendigkeit und Gefahren,das Lernen durch die Wiederholung,Bewusstsein und Unbewusstsein,Solidarität,Freiheit,Frau,
reales Leben und Theater ...
Als Theaterwissenschafter und Fachmann für vergleichende Literaturwissenschaften kennt er sich in Sachen Theater und Literatur aus. Als Dramaturg,Literaturjournalist,Regisseur,Kritiker,Essayist und Schriftsteller ist er international bekannt und gefragt. Umso mehr ist es verwunderlich,dass Karahasan für das Grazer Theater noch nichts getan hat. Karahasan:„Das Schauspielhaus und ich,wir ignorieren uns auf eine aristokratische Art und Weise. Meiner Meinung nach kommuniziert das Theater hier mit der Stadt,in der es sich befindet,nicht. Das Theater muss das Leben hier begleiten,beobachten,fördern und provozieren. Nicht nur daneben wirken. Das Theater darf nicht sein eigenes Laboratorium machen. Es muss auch lokale Themen behandeln können. Erst dann kann es zum europäischen Theater wachsen. Erst dann wird das Theater konkret.“ ■
Balkanien oder der Blick in den Spiegel
„Berge, wie in den Alpen, Küsten, wie in Ligurien, Dörfer, wie in der Provence. Nur alles etwas wilder, etwas unbehauener ... ist das hier slawisch, orientalisch, italienisch?“ So stellt der Werbeprospekt ihn uns vor – den Balkan. Was schwingt erst im Wort „Balkanien“ mit? In Arbeiten von mehr als 70 Künstlern aus 10 Ländern zeigt die Ausstellung
„Auf der Suche nach Balkanien“ in der Grazer
Neuen Galerie die komplexe
Widersprüchlichkeit einer terra incognita als Spiegel der dunklen europäischen Identität.
Vlado Martek (Kroatien), „Untitled (USA – Balkan)“: Auch die USA bekommen ihr „balkani-
Balkanische Räume werden von den mehr als 70 Künstlern aus 10 Ländern in einem „Komplex von Metaphern“ gezeigt, die eines veranschaulichen:„Balkanien ist keine Welt für sich,sondern unser aller Spiegel“,so Mitkurator Roger Conover. Schon der Bonmot weiß,der Balkan beginnt immer woanders:an der Wiener Landstraße,hinter dem Semmering ...
Das Straßen- und Marktleben balkanischer Erfahrungen,die geheime Geschichte der Avantgarde,das Banale,die Bunker Enver Hodschas in Albanien,die Vorstellungswelt des Schwarzen Meeres,religiöser Kitsch und urbane Folklore – der Balkan ist Quelle einer Kultur und Angelpunkt einer symbolischen Geografie:wo der Osten auf den Westen trifft. Der Balkan ist Ort und Metapher von Vorurteilen und dunkelsten Orten in der
Geschichte Europas. Peter Weibel:„Es geht darum,dass wir die ästhetischen und kulturellen Vorstellungen anerkennen,nicht nur tolerieren.“
Info: Zu empfehlen ist der Ausstellungsführer „In search of Balkania,A Users Manual“. Ins komplexe Thema Balkan vertiefen kann besonders „Balkan as Metaphor. Between Globalization and Fragmentation“, das bei der renommierten amerikanischen MIT Press erschienen ist. (bas) ■
45 Klipp Oktober 2002
sches“ Fett weg
Raˇsa Todosiejevi´c übt mit „Gott liebt die Serben“ heftige Kritik am serbischen Nationalismus und blutigen Krieg
Melomir Kovacˇevi´ c „Tito, Sarajevo 1992 – 1995” –Titos Bildnis zerrissen und in Scherben
F otos:Neue
Galerie
Medien
Einmal im Monat erscheint die Straßenzeitung MEGAPHON. Asylwerber verkaufen es auf den Straßen von
Traxler (Der Standard) und Robert Teichler (profil) finden ihre Leser im MEGAPHON. Am fünften Oktober wurde der
MEGAPHON-Team nimmt an Fußball-WM teil
Graz. 800.000-mal schon seit seinem Start vor sieben Jahren. Eine der wenigen Möglichkeiten für sie legal Geld zu verdienen. Das MEGAPHON versteht sich als Zeitung von „Außenseitern“ für alle:Behinderte,Arme,Flüchtlinge berichten von und aus ihrem Leben am Rand. Aber auch renommierte engagierte Schreiber wie Armin Thurnher (Falter),Günther
Annawitt (Leykam): Rechnet sich nicht
Leykam Medien AG trennte sich von ihren Anteilen,weil der Kabelsender in den letzten Jahren doch beträchtliche Verluste aufstapelte und auch bei den jüngsten Lizenzvergaben eine landesweite Frequenz verwehrt worden ist. „Zur Zeit rechnet sich Fernsehen für uns nicht“,begründet Leykam-Manager Annawitt die Weitergabe an den Styria-Konzern. Pirker und Co. sind damit zu 100 Prozent Eigentümer. Geschäftsführer Hans Metzger kündigte an, dass man,unterstützt von der Fachhochschule Joanneum,
er Titel ist nicht ganz korrekt,weil nur rund die Hälfte des Kabel-TV-Senders Steiermark 1 um 1 Euro den Besitzer wechselte. Dienicht angelehnt an ORF-TVModellen,an einem neuen alternativen Sendeformat bastle. Im Jänner 2003 soll der Startschuss erfolgen. ■
werden für Österreich bei der WM acht Nigerianer im Team kicken. Die Obdachlosen Fußball WM findet als Weltpremiere von 7. – 13. Juli 2003 in ©S chmied
Das MEGAPHON-Team hat als souveräner Vorrundensieger das Ticket für die „Homeless Streetsoccer Worldchampionship“ in Graz 2003 gelöst
Graz statt. 20 Mannschaften aus Süd- und Nordamerika, Afrika,Australien,Russland und Europa werden daran teilenehmen. (bas) ■
Steiermark heute im „New Look“
I
www.klippmagazin.at46 Klipp Oktober 2002
siebente Geburtstag gefeiert mit Live Bands und vielen DJs, aber auch Fußball wurde gespielt,nämlich die österreichische Vorausscheidung für die „Homeless Streetsoccer Worldchampionship“. Für Österreich wird die Mannschaft des MEGAPHON antreten,konnte sie doch alle fünf Ausscheidungsspiele gewinnen. Da Obdachlosigkeit keine Grenzen kennt,
D
Steiermark 1 TV um 1 Euro verkauft
nhaltlich ändert sich an der erfolgreichsten Sendung des ORF Landesstudio Steiermark nicht wirklich was,doch das neue Erscheinungsbild - zu gut Deutsch:„Redesign“ – ist den Sehern mittlerweile aufgefallen. Petra Rudolf und Kollegen moderieren die Sendung mit neuem Hintergrund-Logo und mit frischerem Styling. Nächstes Ziel der steirischen ORF-Crew ist – ein Erfolgsfaktor ist die Quote und nur die Quote – das Überspringen der 200.000-SeherGrenze. ■
herbst-Kunst in der Steiermark
Blumen feiern
Noch bis 20. Oktober sind in Petra Schilchers „Galerie & EditionArtelier“ Eliska Barteks Fotografien mit dem Titel „Kvetoslava“ (=Blumenfeier) zu sehen. Die Tschechin,die nun in der Schweiz lebt,„malt“ Blumenstillleben mit der (analogen) Kamera. Intuitiv breiten sie einen „Seelengarten“ der Farben- und Formen aus:Pflanzen sind da blutrünstig,erotisch,verwelken hin zum Tod ... Metaphern für den Menschen selbst.
Info:Galerie & Edition Artelier,Glockenspielplatz 4/1, 8010Graz, Öffnungszeiten:Di – Fr 11–13 Uhr und 14–18 Uhr und nach tel. Vereinbarung. Tel. 0316/ 834411
die Weiten des mongolischen Hügellandes oder lassen die Mystik und Zerstörungskraft des Dschingis Khan spüren. „Zwölf Künstler haben spannende Beiträge geliefert“,freut sich Galerie-Leiterin Ursi Breidenbach.
Info:Bis 27. Oktober 2002,Dschingis Khan und Mongolei aus Künstlersicht, KunstraumLeoben,Kärntnerstraße311, 8700 Leoben Öffnungszeiten:Mi–Fr 17–19 Uhr,Sa,So 15–17 Uhr, Tel.0664/3757069
Das Balkan Konsulat
Die Zusammenarbeit von „rotor association for contemporary art“ mit Künstlern aus Südosteuropa wurde erst zuletzt mit dem „Würdigungspreis für grenzüberschreitende Kulturarbeit“ geehrt. Dementsprechend präsentiert auch das aktuelle Projekt „Das Balkan Konsulat. Zeitgenössische Kunst aus Südosteuropa“ Kunstpositionen aus Belgrad,Prag,Istanbul,Budapest,Sarajevo,Zagreb und St. Petersburg. Den Beginn macht ab 26. Oktober Belgrad.
Die Goldene Horde in der Kunst
Zwölf Künstler nehmen im „Kunstraum Leoben“ unter dem Titel „Dschingis Khan und Mongolei aus Künstlersicht“ Bezug zur großen Leobener DschingisKhan-Ausstellung. Die Arbeiten entführen in
Info:< rotor > association for contemporary art,Belgiergasse 8/I,8020 Graz,Tel. 0316/ 688306.
Kunst & Cross-Over in Bruck
Vier Jahre bereits präsentiert Margarete Hell in ihrer Galerie in Bruck an der Mur hauptsächlich junge österreichische KünstlerInnen,die in der steiri-
schen Kunstlandschaft noch wenig bekannt sind. Einmal pro Jahr werden internationale Künstler ausgestellt. Margarete Hell legt Wert auf Spartenübergreifendes. Eine „Cross-Over“Kooperation mit dem Schauspielhaus Graz ist die Reihe LESE – KUNST. Klassische und Gegenwartsliteratur wird in Kombination mit bildender Kunst geboten. Aber auch bekannte Namen wie Herman Nitsch oder Franzobel waren schon in der Galerie Hell. Im heurigen steirischen herbst zeigt Margarete Hell,dass auch außerhalb von Graz Kunst in Qualität geboten wird. Unter dem Titel „Substanz und Fülle“ wird der aus Südtirol gebürtige Künstler Martin Pohl Arbeiten der vergangenen drei Jahre präsentieren.
Martin Pohl:Substanz und Fülle,Vernissage:Do,7. November 2002,19h Dauer der Ausstellung:8.11. bis 7.12. 2002. Di,Mi:15–18h; Do,Fr:10–12 u. 15–18h; Sa:10–12h bzw. nach Vereinbarung. www.kunstmagazin.at
47 Klipp Oktober 2002 ©S chmied e-
Eliska Bartek, Fotostillleben. Pflanzen im intuitiven Kamerablick
© Stevan Markus, „Everybody’s Kid“, 2001 – der Künstler scheut kein Risiko und seilt sich für uns ab
Martin Pohl „O. T.“ 2002: Malerei als Erfindung handelt von den Möglichkeiten von Farbe, überhaupt zu erscheinen
Kleine Komödie im Casino Graz,Landhausgasse 10 26.9.2002 – 30.1.2003 Karten im Zentralkartenbüro oder unter 0316-678751
Frank Peter Hofbauer „Vision 2“. Die Schrecken der Horde inspirierten zur Apokalypse
Fallbeispiel 1
Heinz S.,mittlerweile 42,ist seit seinem 20. Lebensjahr an den Rollstuhl gefesselt. Ein Motorradunfall hat sein Leben von den Füßen gerissen und ihn auf Räder angewiesen gemacht:Querschnittslähmung ab dem neunten Brustwirbel. Vier Monate RehaZentrum Tobelbad,dann der mühsame Weg zurück in eine ungewisse Zukunft:Nachdem der Motorradunfall nicht in die Kategorie
des Freizeitunfalls einzugliedern ist und die Leistungen der Versicherung von Heinz S. bei weitem nicht den Anforderungen entspricht,die sein neues Leben an ihn stellt, hat Heinz nicht nur sein körperliches Problem – auch seine existentiellen Grundlagen
Wer ist schon „behindert“?
Handicaps in der Steiermark
Caritas-Präsident Küberl definiert völlig richtig, dass der Begriff „Behinderung“ nicht ausschließlich unter medizinischen Aspekten betrachtet werden dürfe – ein Schlüsselsatz der Caritas-Philosophie lautet, dass nicht der Mensch behindert ist, sondern dass er behindert wird.
„Behindert“ zu sein heißt letztendlich nichts anderes, als innerhalb des sozialen Gefüges nicht voll integriert zu sein – aus psychischen, physischen, sozialen und – im Zug der internationalen Entwicklung leider auch in der Steiermark immer öfter – ethnischen Gründen. Die Randgruppenbildung, die sich daraus ergibt, ist Gegenstand dieser neuen Serie im Steiermarkmagazin „KLIPP“, die in dankenswerter Weise von jenen Organisationen unterstützt wird, die ihre Arbeit diesen Problemen widmen.
sind mit einem Schlag völlig umgekrempelt. „In der Reha war ich erst viel zu benommen, um alles zu begreifen,und das gesamte Programm war so umfangreich,dass ich wenig Zeit hatte,mich überhaupt mit meinen Problemen auseinander zu setzen. Erst nachdem ich aus der Reha entlassen wurde,ist mir bewusst geworden,dass ich für den Rest meines Lebens ein Krüppel bleiben und noch dazu auf eine Mindestrente angewiesen sein werde. Ich wurde unglaublich aggressiv und hätte so beinahe auch Freunde verloren,die es gut mit mir gemeint haben.“ Heinz S. hatte Glück im absoluten Unglück:
Der Autofahrer,der den Unfall verursacht hatte,musste und konnte Heinz mit Schadenersatzleistungen einigermaßen von seinen dringenden finanziellen Problemen befreien. Die physische und auch psychische Seite eines derartigen Unglücksfalls lässt sich nur schwer nachvollziehen:„Man kann nach einem derartig schweren Unfall,der zu bleibenden Behinderungen führt,grundsätzlich drei Stufen definieren – auch wenn es zynisch klingt:die Erstversorgung,das Reparieren und das Präparieren. Die Erstversorgung erfolgt über die diversen Unfallkrankenhäuser,die Rehabilitation im körperli-
chen Bereich in unserem Institut – in Bezug auf das Präparieren,auf die Vorbereitung auf das veränderte Leben,sind uns die Hände einigermaßen gebunden,da wir nur während der Monate,die der Patient bei uns verbringt, die Möglichkeit haben,entsprechende Unterstützung anzubieten.“
Präparieren und Reparieren
Dr. Jürgen Lesky weiß als Psychologe im Rehabilitationszentrum Tobelbad bestens Bescheid um den psychischen Druck,dem Menschen,die nach einem Unfall mit blei-
48 Klipp Oktober 2002 Menschen
Was heißt schon …
von Walter Held
benden Schäden konfrontiert sind,ausgesetzt werden und umreißt Konzepte,die nicht nur der körperlichen Rehabilitation,sondern auch einer behutsamenAuseinandersetzung mit einer völlig neuen Situation dienlich sind:
de Schulungen,wenn auch in sehr begrenzter Zeit,zu unternehmen. Beispielsweise gibt es eine regelrechte Alltagsschulung,innerhalb der wir den Patienten zu vermitteln versuchen,wie sie mit der neuen Situation im täglichen Umfeld zurecht kommen – am Flughafen,am Bahnhof,in Lokalen,aber auch in der zukünftigen eigenen Wohnung – vom Kochen bis zum Wäsche waschen. Die Zeit ist eben leider beschränkt,aber wir haben auch nicht die Möglichkeit,eine ambulante Weiterbetreuung anzubieten. Aggressivität wie im erwähnten Fall ist uns selbstverständlich bekannt,setzt aber so gut wie immer erst nachVerlassen des Reha-Zentrums ein.“ Heinz S. bringt die fast ausweglos scheinende Situation auf die Reihe: Auch mit direkter oder indirekter Hilfe einer Institution,die sich in Kooperation mit der Caritas der Aufgabe stellt,körperlich und geistig behinderten Menschen einen Platz in der auf Leistung, Schönheit und Jugend konzentrierten Gesellschaft einzuräumen.
Ein Recht auf persönliche Würde
„Leider bleibt uns wenig Zeit,die Patienten auf die neue Situation intensiv vorzubereiten. Während der Monate,die unsere PatientInnen bei uns verbringen,wird aber alles getan,um die Änderungen,die ihre geänderten Lebensumstände mit sich bringen,auch entsprechend transparent zu machen und vor allem in allen praktischen Bereichen zielführen-
„Die Sache mit der ‚Brücke‘ hat mich sicherlich aufgebaut“,so S., „es geht nicht allein darum,dass man als Rollstuhlfahrer einfach einen Treffpunkt hat,wo man Gleichgesinnte trifft und Nichtbehinderte und Behinderte einfach Gäste eines Vereinslokals sind. Es geht vor allem darum,dass dir trotz deines Handicaps die Möglichkeiten geboten werden,außerhalb diverser Umschulungsmöglichkeiten und beruflicher Weiterbildungsangebote die Freizeit so ähnlich zu erleben wie vor deinem Unfall.“ Freizeit heißt für den Rollstuhl-„Piloten“ trotz eines relativ umfassenden Angebotes in der Steiermark („Die Öffentlichkeit und auch die Politik ist in den letzten zehn,fünfzehn Jahren generell sensibler gegenüber den Anliegen von Behinderten geworden“, Grete Freisl,Sozialarbeiterin im Re-
Anspruch erhält die persönliche Würde der Berechtigten, Almosen bewirken für die Bittsteller das Gegenteil. Deshalb kämpfe ich um das Recht jedes Bedürftigen auf Unterstützung und gegen alle Versuche,die rechtliche Grundlage des Sozialsystems aufzuweichen. Gerade der gesetzliche Anspruch auf die Erhaltung der persönlichen Würde wird durch den neuen kalten Wind in der Politik gefährdet. Verschlechterungen bei Kinderbetreuung,Pflegegeld,Behindertenhilfe,Sozialhilfe und Jugendwohlfahrt werden unter der Regie des Rotstifts als Leistungen verkauft. Dabei wird geflissentlich ignoriert,dass Leistungskürzungen für jene Menschen,deren Wohlergehen auf Gedeih und Verderb an Unterstützung von außen gebunden ist,häufig zu massiven Reduktionen der ohnehin eingeschränkten Lebensqualität führt. Daher verwehre ich mich gegen jeglichen Sozialabbau und stehe für eine Politik der Solidarität zu allen Menschen in unserem Land. Konkret findet sich der Schutz persönlicher Würde in allen neuen Gesetzen des steirischen Sozialbereichs wieder. Das Pflegeheimgesetz beinhaltet umfangreiche Regelungen zur Anhebung und Sicherung der Qualität professionell betreuter Senioren, das Behindertengesetz verschafft Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen einen Rechtsanspruch auf die Finanzierung eines individuell festgelegten Unterstützungskonzepts.
Diese großen und viele kleinere Maßnahmen sollen dazu dienen,den Menschen in der Steiermark die Sicherheit zu geben,dass sie in Problemsituationen einen gesetzlichen festgeschriebenen Anspruch auf Unterstützung haben. Die Zeit des Bettelns um Almosen ist vorbei,unsere Gesellschaft muss sich zu einer des Rechts aller Menschen auf persönliche Würde entwickeln. ■
49 Klipp Oktober 2002
… behindert?
F otos:Die Brücke
Dr. Kurt Flecker, Soziallandesrat
„Reagieren und agieren“
Bleibende körperliche und/oder psychische Schäden nach einem Unfall stellen einen Schicksalsschlag dar, dem man nicht ausschließlich mit Notfalls- und Rehabilitationsmedizin entgegentreten kann. In diesem sensiblen Bereich heißt es reagieren und agieren:Reagiert wird im Zuge der Betreuung durch die AUVA innerhalb der Zusammenarbeit mit renommierten und innovativen Notfallsmedizinern,agiert wird in der Rehabilitation,die gesamtheitlich aufgefasst werden muss und will. Nicht nur die Wiederherstellung schwer verunfallter Patienten steht im Mittelpunkt unserer Bemühungen, sondern vor allem die Vorbereitung auf ein Leben unter völlig anderen Umständen als in der Zeit vor dem Unfall. Damit hängt selbstverständlich eine umfassende Betreuung zusammen,die weit über medizinische Verantwortung hinausgeht. Diese gesamtheitliche Betreuung sehen wir als unsere Hauptaufgabe und freuen uns auch darüber,das gesamte Problemfeld einem breiten Publikum transparent machen zu können. ■
habilitationszentrum) immer noch:Angewiesen sein auf die „behindertengerechte“ Umwelt – vom öffentlichen Verkehrsmittel über die Theke im Stammlokal bis zur Toilette eben dort. „Die Brücke“ geht seit 1986 eigeneWege,was die Integration von behinderten Menschen anbelangt. Als unabhängiger Verein,unterstützt von der Caritas,läuft dasVereinskonzept darauf hinaus,keine Unterschiede zu machen – nicht zwischen Behinderten und Nichtbehinderten,auch nicht zwischen körperlich und geistig Behinderten.
Respekt als Basis für Nächstenliebe
„Die Idee,eine Begegnungsstätte zwischen Behinderten und Nichtbehinderten zu schaffen,hat eine unglaubliche Eigendynamik erfahren“,beschreibt Josef Eidesberger vom Verein „Die Brücke“:„Aus einem Verein mit gemütlichem zugehörigen Lokal ist eine Or-
ganisation geworden,die mittlerweile in ganz Österreich bekannt ist – nicht nur wegen der ständigen, qualitativ hochwertigen Kulturveranstaltungen, sondern auch wegen der über den ganzen Jahresverlauf durchkonzipierten Veranstaltungen für,mit und oft auch von Behinderten.“ Wesentlich in diesem Konzept ist zweifellos die Tatsache,dass grundsätzlich kein Unterschied gemacht wird zwischen „geistig“ und „körperlich“ behinderten Menschen. „Die Brücke“ ist mittlerweile schlicht und ergreifend zum „Kommunikationszentrum“ geworden:Sommercamps,behindertenpolitische Tagungen und Freizeit- und Bildungsworkshops zählen ebenso zum Programm wie Ausflüge,Kreativtreffen oder die „Gruppe ohne Programm“ („Billard-Kegeln-Kino“). Caritas-Präsident Franz Küberl bringt die Grundsätze zeitgemäßer Behindertenarbeit auch im Sinne seiner Organisation auf den Punkt:„Wir alle
müssen uns innerhalb einer effizienten Minderheitenpolitik als Art Glücksausgleichsfonds sehen. Geld ist wichtig,keine Frage,in Härtefällen auch Sachspenden. Nicht nur für mich persönlich aber ist die Basis der
schließlich
Dem Thema „Behinderung“ kann man auf verschiedene Wege entgegentreten. Mitleid stellt einen Weg dar,Mithilfe in finanzieller Hinsicht einen anderen. Die Team Styria Werkstätten GmbH setzt auf Aktivitäten. Seit über 20 Jahren stellt diese Organisation das bedeutendste Produktions- und Integrationsunternehmen für Menschen mit Behinderung in der Steiermark. In dieser Eigenschaft können wir die Probleme behinderter Menschen unter einem völlig anderen Licht betrachten,als dies für die breite Öffentlichkeit möglich ist. Menschen mit physischen oder psychischen Handicaps sind für uns mehr als nur eine Belastung der „normalen“ Gesellschaft. Diese Menschen sind vollwertige Gesellschaftsmitglieder,denen eine besondere Ausbildung und Betreuung zusteht,die wir gewährleisten können:Im Mittelpunkt steht schließlich der Mensch. Wir freuen uns,ein Medium gefunden zu haben,das uns dabei behilflich ist,unsere Ziele und Konzepte präsentieren zu können und sind selbstverständlich jederzeit bereit,weitere vertiefte Informationen zu diesem komplexen Themengebiet unter der InformationsHotline 0316/ 29 55 46-0 zu übermitteln.
50 Klipp Oktober 2002
Günter Stanzer, Verwaltungsleiter Rehabilitationszentrum Tobelbad
Menschen
„Im Mittelpunkt steht
der Mensch“
■
Hans Brence, Präsident der Team Styria GmbH
Niemand ist behindert – viele WERDEN behindert ...
Ohne Lachen keine Integration
Mitleid für Behinderte ist fehl am Platz: Sie wollen, können und müssen kommunizieren ...
Menschlichkeit,über niemanden,der,aus welchen Gründen auch immer,der Norm nicht entspricht,schlecht zu reden. Respekt ist die Grundlage der Nächstenliebe“.
Fallbeispiel 2
Manuela ist 16,seit drei Wochen in der Lehre als Industriekauffrau und verfolgt durchaus gängige Hobbys:Reiten,Gitarre,Flöte. Diese Eckdaten mögen lapidar klingen,wäre da nicht ein wesentlicher Unterschied:Manuela hat seit ihrer Geburt keine oberen Extremitäten,muss und kann alle notwendigen Verrichtungen mit den Füßen erledigen. Für Manuela keinerlei Gründe,ein von der Norm abweichendes Leben zu führen:Das Produktions- und Integrationsunternehmen Team Styria ermöglicht dem Mädchen nicht nur die notwendige Ausbildung,sondern gewährleistet volle Integration durch eine „ganz normale“ Lehrstelle. Team Styria-Direktor Hans Brence umreißt die Unternehmensphilosophie,einen anderen Zugang zur Integration von Behinderten:„Seit 1982 übernehmen wir in Zusammenarbeit mit unseren Partnern dieAusbildung von Behinderten und stellen sie auch in unseren Produktionsstätten an. Mittlerweile können wir auf insgesamt 300 Beschäftigte an vier Produktionsstätte verweisen,wobei derAnteil der behinderten Mitarbeiter mit 80 % festgelegt ist.“ Beeindruckende Zahlen,die Produkte aus dem Haus Team Styria betreffen die Bereiche Metallverarbeitung,Holz,Druck und Assembling; einen starkenAufwärtstrend hat das Segment EDV und Elektronik erlebt.
„Soziales Kompetenztraining“
„Wir sehen uns als ganz normaler Ausbilder und Jobvermittler,deswegen auch die enge Zusammenarbeit mit dem AMS. Der einzige für uns gravierende Unterschied liegt darin, dass wir versuchen,unseren Klienten auch eine Ausbildung außerhalb des Berufes anbieten zu können:Der Schwerpunkt ‚sozia-
... unter dieser Rubrik wird das Steiermarkmagazin KLIPP als einziges österreichisches Periodikum kontinuierlich über Schicksale berichten, die nicht mit Hofberichterstattung oder gängigen Journaille-Themen vereinbar sind. Sonne in Schattenseiten ... die Institutionen, welche diese Berichterstattung unterstützen, werden am Freitag, dem 25. 10. 2002 das Gesamtprojekt präsentieren – ab 20.00 Uhr wird im Festsaal auf Schloss Freiberg in kleinem, feinem Rahmen ein kleines, feines Projekt präsentiert.
„Behindert sein“
Das Thema „Behinderung“
lässt sich einerseits sehr eindeutig definieren und ist andererseits doch so vielschichtig:„Physische Behinderung“,„Körperliche Behinderung“ – klar zuzuordnende Begriffe,die keinerlei näherer Erläuterung zu bedürfen scheinen. Unsere Arbeit geht allerdings über medizinisch exakte Begriffe hinaus. Das psychosoziale Feld wird von uns ebenso beackert wie das soziale und,durch die internationale Entwicklung bedingt,das ethnosoziale. Behindert sein – tatsächlich ist der Flüchtling,Migrant,Asylwerber genauso in die Kategorie „behindert“ einzuordnen wie der Rollstuhlfahrer,ein an Down-Syndrom leidender Mensch oder auch ein Obdachloser, ein Alkoholiker oder einer der Vertreter jener leider immer noch zahllosen Menschen, die nicht nur am Rande, sondern weit außer-
les Kompetenztraining‘ befasst sich in erster Linie mit Schulungen im Bereich des Alltags.“ Schulungen,die oft wesentlich sind, die viele „emanzipierte“ Behinderte aber nicht nötig haben:Ingrid Pichler,die Betreuerin des jungen Lehrlings Manuela: „Manuela hat eine Betreuung gar nicht nötig, ab und zu lehnt sie die sogar ab – wenn sie beispielsweise in die Berufsschule kommt, ins Internat,will sie keine Begleitung haben – sie kann sich selbst völlig versorgen,ihre Füße reichen für die Handhabungen des Alltags. Sie ist nur mit den Füßen leistungsfähiger als manche mit den Händen ...“ Was heißt hier behindert? Niemand IST behindert,nur manche WERDEN behindert ... ■
Oliver Podesser, mit seiner Gruppe „Drum Herum“ nicht nur in musikalischen Belangen bestens mit multikulturellen Begegnungen betraut, sorgt für die Untermalung, die Moderation liegt bei Leo Lukas und Jörg-Martin Willnauer in besten Händen. Innerhalb einer Versteigerung wird auch dafür gesorgt, dass Bargeldbeträge für karitative Zwecke „freigemacht“ werden. Nähere Infos unter www.klippmagazin.at, Telefon 0316/ 4206980 DW 115 oder 0664/ 172 50 58.
halb der vielzitierten Wohlstandsgesellschaft leben oder besser vegetieren müssen. Hier setzt die Arbeit der Caritas ein:Unsere Mitarbeiter beschränken sich weltweit nicht nur darauf,Geldmittel aufzubringen,sondern sind bemüht,diese Mittel auch so effizient wie möglich einzusetzen:Geld allein kann nur Not lindern. Hilfe,Not und Geborgenheit kann nur der Mitmensch spenden. In den Ländern der Dritten Welt ebenso wie auf dem Balkan oder in unserem unmittelbaren Umfeld. Versucht man,das Thema „Behinderung“ zu definieren,sollte man auch gleichzeitig die Bezeichnung „Caritas“ erklären. Das lateinische Wort bedeutet übersetzt „Liebe“ – im Sinne von Nächstenliebe. Dafür setzen wir uns ein,damit setzen wir uns auf diesen Seiten auseinander. Und dafür setzen wir auch auf Sie,auf Ihre Hilfe: Unter der Spendenkontonummer PSK,BLZ 60.000,7925700, können Sie nicht nur finanziell einen Beitrag für jene leisten,welche die Insel der Seligen nur von außen betrachten können:Auch Ihre Sachspende kann helfen, Ihre Zeit,die Sie unseren Betreuten widmen – und auch Ihre Gedanken. ■
Ein Paradebeispiel
Die junge Manuela,gerade 16,zeigt auf,wohin die Wege der Behindertenintegration gehen müssen. Sie resigniert nicht,lehnt weitestgehend fremde Hilfe ab,hat sich in das „normale“ System eingegliedert und will und wird ihren Weg gehen. Ohne obere Extremitäten geboren,schafft sie ihren Weg; ob Hobbys (Reiten,Musik) oder Beruf (Industriekauffrau). Zynisch formuliert,sollte eine Überlegung gestattet sein:Wenn eine junge Frau ohne Hände ihre Weg machen kann, warum bestimmen so viele Kopflose? ■
Franz Küberl, Präsident der Caritas Österreich
Menschen... Menschen... Menschen... Menschen... Menschen... Menschen... Menschen... Menschen... Menschen... Menschen... Menschen... Menschen...
2002
Klipp Oktober
Altersheim oder Seniorenr Eine neue Wohnk
Alt, vital und gesund – geht das überhaupt? Wenn ein entsprechendes Umfeld vorhanden ist, sehr wohl. Seniorenresidenzen und Pflegeheime bieten vermehrt das passende Wohnumfeld für ältere Menschen an, die aus den verschiedensten Gründen ihren eigenen Haushalt aufgeben. Die Parkresidenz in Judendorf-Straßengel, die SinnResidenz in Graz-Ragnitz, die Pflegeheime von AIS-Brauchart, das Seniorenhaus Dellanoi in Wildon oder das Rehabilitationszentrum Theresienhof in Frohnleiten sind nur einige Beispiele für das breite Angebot in unserem Land.
Wohlbefinden in einer solchen Umgebung
Ein Fall wie viele
Schon seit langem ist das Leben für Frau Hager beschwerlich geworden. Nicht aus gesundheitlichen Gründen, sondern aufgrund von Einsamkeit. Die 86 Jahre alte Dame ist geistig und körperlich in erstaunlich guter Verfassung. Tägliche Spaziergänge,Kreuzworträtsel,
an ihre Familie,Kinder,Enkel und Urenkel. „Einst herrschte hier viel Leben. Jetzt bin ich meistens allein. Es ist nicht leicht für mich zu sehen,wie die Menschen aus meiner Generation immer weniger werden.“
neuer Umgebung. Ich hänge an meinen Sachen hier.“
Belastungsprobe
Bücher und Fernsehen halten sie fit,wie sie selbst sagt.Vor fast 20 Jahren ist ihr Mann verstorben und seit damals lebt sie allein in ihrer 130 m 2 großen Wohnung in Graz. In allen Zimmern Fotos aus ihrer Jugend,Erinnerungen
Ihre beiden Kinder leben in Wien und sind auch nicht mehr die Jüngsten. Besuche werden immer rarer und kürzer. Seit ihre Haushälterin selbst wegen einer Hüftoperation zum Pflegefall geworden ist,ist alles für Frau Hager aus den Fugen geraten. Täglich kommt eine neue Betreuung,erledigt den Haushalt,wechselt mit ihr ein paar Worte,aber das ist nicht das Gleiche. „Meine Familie redet jetzt vom Altersheim für mich. Und ich,ich weiß nicht,was ich davon halten soll. Hier habe ich den größten Teil meines Lebens verbracht. Ich habe Angst vor
Dieses Dilemma kennen viele Senioren und ihre Angehörigen. Wenn die Zeit kommt,dass ein alter Mensch auf die fremde Hilfe angewiesen ist oder sich einsam fühlt,weil alle durch ihren Beruf,die eigene Familie,oft durch örtliche Entfernungen nicht imstande sind ihren Lieben beizustehen,wird das zu einem großen Problem. Angehörige, die einen Pflegefall in ihrer Familie versorgen,sind einer hohen Belastungsprobe ausgesetzt. Dennoch schrecken viele davor zurück,die geliebte Mutter oder den Vater irgendeiner Pflegeinstitution zu überantworten.
Besonders schwer fällt die Entscheidung,wenn sie körperlich und geistig noch keine Belastung für die Umgebung gewor-
den sind. Wenn es nur darum geht,das Leben menschenwürdig zu gestalten,gesellschaftliches Leben zu haben,einfach nicht Tage,Wochen oder sogar Monate allein zu sein.
Eines steht fest. In schwierigen Zeiten kommt es auf die richtige Entscheidung an. Und jede Veränderung soll gleich eine Verbesserung bedeuten. Darum ist jeder Fall für sich ganz individuell.
Es ist nicht egal,ob jemand ein Pflegefall und ganz auf fremde Hilfe angewiesen oder nur eingeschränkt in seiner Bewegungsfreiheit ist. Sehr vielen fehlt die Gesellschaft ihrer Altersgenossen und sie vermissen Alltags-Aktivitäten und eine angemessene Freizeitgestaltung. Sie wollen betreut werden,aber gleichzeitig möchten sie ihre Selbstständigkeit nicht ganz aufgeben. Das Finanzielle spielt
52 Klipp Oktober 2002 Gesundheit
Ruhiger Innenhof
nresidenz? nkultur im Seniorenalter
in vielen Fällen auch eine wesentliche Rolle. Manche Senioren haben für ihren Lebensherbst gut vorgesorgt und in jungen Jahren Versicherungen abgeschlossen,die ihnen im Alter ein sorgloses,angenehmes Leben ermöglichen. Das sollten sie auch nützen. Die Infrastruktur ist vorhanden. Die Frage ist nur,die feinen Differenzen herauszufiltrieren und sich für das zu entscheiden,was einem am meisten zusagt.
Altersheim oder Seniorenresidenz?
Noch immer herrscht in Österreich Pflegenotstand:überfüllte
Stationen,Personalmangel,geringe Betreuungsqualität. Von dieser Problematik ist die Steiermark nicht ausgenommen. Ein solches Manko verstärkt die Angst vieler Menschen vor Pflegebedürftigkeit im Alter. Aber in den letzten zehn Jahren hat sich auf dem Gebiet einiges getan. Viele Pflegehäuser haben ihren Standard wesentlich verbessern können,durch die guten Beispiele im Ausland und durch einige Unternehmen,die auf diesem Sektor echte Pionierarbeit geleistet haben. Es gibt Altersheime und Seniorenresidenzen,die durch die hohe Qualität der Betreuung –
sie ist logischerweise von zentraler Bedeutung –,aber auch durch geschmackvolle architektonische Lösungen,gestalterische Atmosphäre sowie das Angebot an Aktivitäten viel zu bieten haben. Anna Albler,Direktorin in Judendorf-Straßengel: „Die Sicherheit auch im schweren Krankheitsfall in der gleichen Umgebung bleiben zu können und gepflegt zu werden
ist für jeden Menschen ungemein wichtig.“ Einen weiteren wichtigen Aspekt führt Direktor Drexler (von der Sinn-Residenz) an:„Unsere Bewohner können ihr Leben rund um die Uhr selbst gestalten. Jeder kann seine eigene Einrichtung haben, kann bei uns einkaufen lassen oder selbst einkaufen gehen.“ Solche Einrichtungen geben demAlter seinenWert zurück. ■
53 Klipp Oktober 2002
Orthopädisches Krankenhaus Theresienhof A-8130 Frohnleiten, Hauptplatz 3-5, Tel: 03126/ 4700-0, Fax-DW: 565 E-Mail: info@theresienhof.at, www.theresienhof.at, www.osthera.at Ein Humanomed Krankenhaus • Konservative Orthopädie • Orthopädische Rehabilitation • Postoperative Remobilisation • Physikalische Medizin • Ambulante Therapie • OSTHERA – Zentrum für frühpostoperative Remobilisation ORTHOPÄDISCHES KRANKENHAUS Theresienhof GESUNDHEIT AUS BESTEM HAUS
Judendorf-Straßengel: „...auch im Krankheitsfall in der gleichen Umgebung zu bleiben, ist sehr wichtig“
Lebensqualität zu vermitteln ist unser Ziel ....
Die SINN RESIDENZ in Graz-Ragnitz vermittelt unseren älter gewordenen Mitmenschen etwas, was mit einem einzigen Wort zu beschreiben ist: Lebensqualität!
In diesem modernst geführten Haus sind qualifizierte Mitarbeiter rund um die Uhr darum bemüht, ihre 38 BewohnerInnen bestens zu betreuen, damit diese ihren wohlverdienten Lebensabend genießen können. Bei erhöhter Pflegebedürftigkeit
wird man erst richtig die Qualität des Hauses und der Mitarbeiter zu schätzen wissen. Neben einem individuellen Tagesablauf ist es auch selbstverständlich, dass jeder seine eigenen Möbel und sogar sein Haustier mitbringen kann.
Eine Frischküche sorgt für die Erfüllung der kulinarischen Wünsche und bietet Wahlmenüs und Diäten.
Besuchen Sie die SINN RESIDENZ und überzeugen Sie sich von der Lebensqualität in diesem Haus.
SINN Residenz
Ragnitzstraße 60
Tel.: 0316/ 30 32 80 E-Mail: sinn.residenz@chello.at
Was heißt Gl
Plötzlich um zwei Millionen Euro reicher zu sein.
Ein Landsmann spielt brav und regelmäßig 6 aus 45, gibt jede Woche seinen Schein bei der Stammtrafik ab, kontrolliert nach der Ziehung die Zahlen und kommt plötzlich darauf, dass er ein Zwei-Millionen-Euro-Gewinner ist. KLIPP schildert er nun diesen Augenblick und sein Leben als Millionär.
Gerhard O. (Name von der Redaktion geändert) ist vom Leben in den letzten Jahren recht ordentlich gebeutelt worden. Seine Frau leidet an einer schweren,unheilbaren Krankheit,er pflegt sie mit wirklicher Liebe und Hingabe, was aber nur möglich wurde,weil er in Frühpension gehen konnte. Große Ausgaben und Sprünge kann er logischerweise nicht machen,sehr genau muss Gerhard
O. Monat für Monat auf das Familienbudget achten,damit das
Minus auf seinem Konto nicht unangenehm hoch wird.
Ein Mittwoch war’s
Wie jede Woche gab Gerhard O. seinen Lottoschein bei der Stammtrafikantin ab und hörte amWochenende über die Medien, dass es einen Solo-Sechser gegeben habe.Aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier und Gerhard O. kontrollierte genau deshalb – wie alle Jahre hindurch – erst am
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Ja,das Besuchsrecht rund um die Uhr ist bei uns selbstverständlich!
Ja,bei uns werden Sie nicht nur gepflegt, sondern auch gefördert!
ein AIS-Gesundheitspflegeheim bevorzugen!
Auch wenn es die „Mitbewerber“ nicht gerne hören, sagen wir es noch einmal: Für die Top-Pflege in einem AIS-Gesundheits-Pflegeheim zahlt jeder nur den von der Landesregierung vorgegebenen Tagsatz!
Auch dieser Sozialtarif übersteigt Ihre finanziellen Möglichkeiten? Na und? In diesem Fall zahlt das Land den fehlenden Rest dazu. Deshalb zahlt ja bei uns jeder, egal ob vermögend oder nicht, nur den Sozialtarif der Landesregierung.
Jetzt wissen es alle, warum es heißt:
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AIS - Brauchart Gesundheitspflegeheim
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Telefon: 0316/ 27 14 27
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AIS Brauchart Pflegeheim Arnoldstein
AIS Brauchart Pflegeheim St.Veit
AIS Brauchart Pflegeheim Villach
AIS Brauchart Pflegeheim Graz
AIS Seniorenwohnanlage St.Veit
54 Klipp Oktober 2002 Gesundheit
Ein
Schotte würde
❑
Leiterin der SinnResidenz –Andrea Drexler
Glück?
ist ja der Solo-Sechser!“ Gerhard
Und so erlebte er dann die wohl entscheidenden Sekunden in seinen Leben:„Ich habe mich hingesetzt und die Zahlen zu vergleichen begonnen. Die Erste richtig, durchgestrichen – jawohl,die Zweite richtig – auch gut,die Dritte richtig – aha nicht schlecht, die Vierte richtig (plötzlich wird er unruhig),die Fünfte richtig – er schaut zweimal nach,ob der Zahlenvergleich wohl stimmt und traut sich fast nicht die Nächste zu vergleichen. Als er auch die Sechste als richtig abhakt,wird ihm schwindlich,bekommt er alle Zustände. Gerhard O. prüft noch einmal alle Zahlen durch und kommt wieder zum Ergebnis: „Ich hab einen Sechser gemacht.“ Er kann und will es nicht glauben, weil er weiß,dass er der SoloSechser ist und somit um fast 2 Millionen € reicher!
Völlig verstört die Trafikantin aufgesucht
Nachdem er sich einige Male sagt,das kann ja nicht sein und dann doch wieder auf den Schein schaut und feststellt,dass es doch so ist,wickelt er diesen vorsichtig ein und macht sich schnurstracks auf den Weg zu seiner Trafik. „Frau ...,ist der Schein echt?“, fragt er,als außer ihm niemand in der Trafik ist. Die Trafikantin wirft einen Blick auf den Schein und schreit auf:„ Ja Herr O.,das
O. wechselt noch ein paar rte mit ihr,an die er sich gar nicht mehr erinnern kann,steckt seinen Goldschein hastig ein und macht sich auf den g nach Hause. Er ist völlig durcheinander, ast verwirrt,so viele Gedanken schießen ihm durch den Kopf. Als er seiner Frau vom Gewinn erzählt,lacht sie ihn aus und begreift erst nach mehreren Versuchen,dass es tatsächlich so ist. Es war „einer der schönsten Augenblicke in unserem Leben“, sagt Gerhard O. Heute ist seine Frau nicht mehr bei ihm,doch er ist sicher,dass diese Freudensnachricht ihr Leben zumindest um einige Monate verlängert hat.
Großzügig mit Augenmaß
„Geh’,moch kann Schmäh!“ reagiert sein Bruder am Telefon. „Is schon gut,jetzt hör auf damit, wos soll der Blödsinn.“ Auch er braucht einige Zeit bis ihm bewusst wird,dass sich sein Bruder keinen dummen Scherz mit ihm erlaubt,sondern dass es sich in diesem Fall um keine bittere,sondern um eine erfreulicheWahrheit handelt. Gerhards Bruder beginnt vor lauter Rührung zu weinen und bringt nur ein „Wenn das noch die Mama und der Papa erlebt hätten“ heraus. In den nächsten Monaten zeigt sich,dass Gerhard O. mit dem vielen Geld doch recht gut umzugehen vermag. Sehr bewusst und mit Augenmaß lässt er seinen engsten Familienangehörigen großzügige Summen zukommen,damit sie Schulden für ein Haus abbauen oder legt Geld für die Kinder an,das ihnen später das Leben erleichtern soll. Auch die engsten Freunde lässt er an seinem Glück teilhaben und übergibt ihnen mit „Ihr ward’s immer klasse Burschen“ Sparbücher mit einer beträchtlichen Einlage. Sich selbst kauft er eine Villa mit viel
Komfort und nach demTod seiner Frau versucht er auch zu leben und stürzt sich auch ins sogenannteVergnügen. „Doch ich hab bald erkennen müssen,dass viele Bekanntschaften des Geldes wegen zustande gekommen sind...
Ein anderer Mensch
Doch zurück zum Glückstag. Als Gerhard O. bei der Lottogesellschaft anruft,zeigt man sich dort überrascht,dass er sich so spät meldet. Man bietet ihm an,ihn mit einem Chauffeur und Auto abzuholen oder einen Besuch bei ihm zu Hause. Gerhard O. wird um seine Bankverbindung gefragt und es wird ihm versichert, dass er über seinen Gewinn in rund drei Wochen verfügen werde können. „Ich bin dann zu meiner Bank und habe den Angestellten dort gefragt,ob für mich schon ein Geld gekommen sei“, erzählt Gerhard O. Dieser hat mir geantwortet:„Bis jetzt leider nicht,Herr O.,wie viel erwarten Sie denn? Gerhard O.:„A bissl wos,i kum dann übermorgen wieder vorbei.“Als er wenige Tage darauf wieder die Bank betrat, spürte er schon beim Betreten, dass plötzlich viel Freundlichkeit da war. „Ich bin für die einfach von demAugenblick an ein anderer Mensch gewesen.“ Logischerweise bot man ihm jede Beratung für das Veranlagen der 2 Millionen Euro an,doch „ich habe schon meine Wahl getroffen gehabt,weil ich gute Freunde ins Vertrauen zog“,erzählt er. Sein Vermögen hat er gut angelegt,sodass er von den Erträgen – pro Monat rund 50.000,– Schilling – für seine Begriffe fürstlich leben kann.“ Ich allein komm damit leicht aus, und daher kann ich das,was ich habe,gar nicht verbrauchen. PS.: Zum Drüberstreuen gewann Gerhard O. einige Zeit später weitere 70.000 Euro und 7.000 Euro bei einem Preisausschreiben. Die gingen ans SOS-Kinderdorf. Wennst d’Glück hast,hast d’ Pech auch kein’s… ■
55 Klipp Oktober 2002
NEUERÖFFNUNG NEUERÖFFNUNG
Ambulatorium an der Mur
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Mo-Do 7.00 –19.00 Uhr und Fr 7.00 – 13.30 Uhr
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Fatale Sollbruchstellen
Osteoporose heute: Informationen von Univ.-Prof. Dr. H. P. Dimai
Röntgen der Brust- und Lendenwirbelsäule,Messung der Knochendichte und eine Bestimmung der Blutwerte. Die Standardmessmethode der Knochendichte wird als DXA-Methode bezeichnet und gewährleistet völlige Schmerzlosigkeit und eine höhere Relevanz als beispielsweise Ultraschall-Untersuchungen.
Senkung des Knochenbruchrisikos
Osteoporose (Knochenschwund) istvorallembeiFrauenabdem50. Lebensjahr eine weit verbreitete Skeletterkrankung,die durch Abnahme der Knochenmasse und einegestörteKnochenarchitekturgekennzeichnet ist. Univ.-Prof. Dr. Dimai (Medizinische Universitätsklinik Graz,KlinischeAbteilung f. Endokrinologie und Nuklearmedizin,OSSAN – Institut für Osteoporose)beschreibthierKrankheitsverlauf,Prophylaxe und Heilungsmöglichkeiten.
Alarmierende 40 Prozent
Die deutlich erhöhte Brüchigkeit derKnochen,vorallemimBereich der Wirbelkörper der Brust- und Lendenwirbelsäule,am Unterarm und den Oberschenkelknochen,ist eine Folge der Osteoporose. Diese Skeletterkrankung betrifft in erster Linie Frauen ab ihrem 50. Lebensjahr und zeigt eine alarmierende Statistik:Die Wahrscheinlichkeit, dass eine ansonsten gesunde Frau ab diesem Alter einen Knochenbruch erleidet,liegt bei rund 40 Prozent. Größte Sorgfalt ist daher aufeinegenaueDiagnosezulegen, vor allem unter dem Aspekt,dass Brüche der Wirbelkörper auch bei normaler Knochendichte häufig unbemerkt bleiben. Die Diagnose umfasst eine sorgfältige Risikoerhebung (unter anderem auch das Nachlassen der Muskelkraft oder eine eventuelle Sehschwäche), körperliche Untersuchungen,
Etwa 85 Prozent der maximal erreichbaren Knochendichte sind erblich festgelegt. Dennoch sieht esdieMedizinalsZiel,überdieerblichenVoraussetzungenhinausgehend eine optimale Knochenentwicklung zu erzielen. Therapeutische Überlegungen sollten also bereits in den Kindes- und Jugendjahren beginnen:Regelmäßige körperliche Aktivität und ausreichendeZufuhrvonCalciumtragen dazu bei,dass die Knochendichte im ca. 25. bis 30. Lebensjahr die höchstmögliche Qualität aufweist. Auch im Therapiefall spielen regelmäßige körperliche Aktivität und ausreichende Calciumzufuhr eine wichtige Rolle. Nachdem im fortgeschrittenen Alter zusätzlich häufig ein Vitamin-D-Mangel besteht,wird in der klassischen Behandlung auch hier nach einem Ausgleich getrachtet. Auch eine ReihevonMedikamentenwirdbereits eingesetzt,die größtenteils ausgezeichnete Wirkung zeigen, wobei anzumerken ist,dass auch die bloße Zufuhr von Calcium und VitaminDzueinerdeutlichenSenkung des Schenkelhalsbruchs führen kann. Neuesten Ergebnissen zufolge werden in der Zukunft Behandlungen mit Parathormon, Strontium-Ranelat oder Zoledronat zum State of the Art werden, insbesondere Letzteres deswegen, weil es möglicherweise nur mehr einmal pro Jahr als Injektion zu verabreichenseinwird.
56 Klipp Oktober 2002 Gesundheit
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Univ.-Prof. Dr. H. P. Dimai
„Es ist nicht die Forschung an sich, es sind vielmehr konkrete Menschen, die stets konkrete Entscheidungen treffen und zu treffen haben. Die ,Mariazeller Gespräche‘ verstehen sich als Gesprächsplattform um eigene Orientierung zu gewinnen“, ist JOANNEUM RESEARCH-Geschäftsführer
Dr. Bernhard Pelzl überzeugt
IstdieErteilungvonPatenten auf die Züchtung von menschlichen Embryonen mit der Menschenwürde in Einklang zu bringen? Wird das Ergebnis genetischer Tests über die Höhe der Kranken- und Lebensversicherungsbeiträge entscheiden? Aktuelle Themen, bei denen sich die Frage aufdrängt: Führt moderne Forschung zu einer Erosion moralischer Werte?
Diesen Fragen widmen sich heuer erstmals die „Mariazeller Gespräche“ vom 24. bis 26. Oktober 2002. Initiiert von Landeshauptmann-Stv. DI Leopold Schöggl soll mit dieser Veranstaltungsreihe eine neue Tradition von Ge-
Wirsetzendie 3 richtigenPrioritäten:
➜neue Jobs ➜sichere Pensionen
➜Gesundheit, die sich jeder leisten kann.
sprächen zur „Ethik in der Forschung“ begründet werden. Die von der steirischen Forschungsgesellschaft JOANNEUM RESEARCH veranstaltete Tagung soll nachdenkliche Menschen dazu veranlassen, die Zukunft der Gesellschaft und des Menschensicherndmitzugestalten.
Als Referenten eingeladen sind bekannte Persönlichkeiten aus der Medizin, der Theologie, der Rechtswissenschaft und des Journalismus. Die „Mariazeller Gespräche“ verstehen sich als Austauschplattform, die allen Interessierten
offen steht, um in der Gruppe oder im Plenum interessante Gespräche zu führen und Konzepte zu entwickeln.
Österreich kann sich nicht alles auf einmal leisten, sondern muss die richtigen Schwerpunkte setzen. In der Gesundheitspolitik wollen wir eine erstklassige Versorgung für alle, um eine 2-Klassen-Medizin zu verhindern.
Klipp Oktober 2002
Weilder Mensch zählt.
www.alfred-gusenbauer.at✆ 0810/810211 (8–20 Uhr)
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„Menschenzucht?“
Infos und Programm: http://www.mariazeller-akademie.at/
Was Forschung tun darf, wird bei einem Top-Termin in Mariazell diskutiert.
Die Zahl jener Patienten, die in die Ordinationen niedergelassener Zahnärzte und an die Universitätszahnklinik kommen, um sich ihre Zahnprobleme, die aufgrund einer so genannten umfassenden Zahnbehandlung entstanden sind, behandeln zu lassen, ist auch heute noch beträchtlich. Sie haben sich vor allem in Ungarn, Slowenien und anderen osteuropäischen Ländern ihre Zähne sanieren lassen. Allerdings mit oft schwer wiegenden Folgewirkungen.
In der überwiegenden Zahl handelt es sich um wahllose Überkronungen fast aller Zähne,so der Grazer Zahnarzt Dr. Werner Wintersteller,auch Lektor an der Universitätszahnklinik in Graz. Wenn man mit diesen Patienten rede,so geben sie meistens starke Schmerzen an,wobei diese Schmerzen entweder durch stark geschwollenes und entzündetes Zahnfleisch entstünden. Eine weitere Schmerzquelle sind nicht entsprechend wurzelbehandelte Zähne,weiters kommt es auch zu Funktionsstörungen,die dadurch entstehen,dass die Ober- und Unterkieferzähne nicht exakt zueinanderpassen.
Schmerzhafter Zahntourismus
Folgeschäden können vermieden werden
Alle steirischen Kollegen sind sich in einer Richtung einig:Es macht keinen Sinn,den Nachbarn – vor allem den ungarischen Kollegen – mangelnde Ausbildung,schlechte Ausrüstung oder den Einsatz minderwertigen Materials vorzuwerfen. Ebenso wenig macht es aber Sinn,die Risken,die mit dem so genannten „Zahntourismus“ verbunden sind,zu verschweigen. Viel zu oft landen Fälle auf der Zahnklinik,bei denen radikale Lösungen vollzogen werden müssen,die eigentlich leicht vermieden hätten werden können – Komplettprothesen,weil zwar nicht
Dr. Wintersteller:„Häufig wurden die präparierten Zahnstümpfe nicht mit geeigneten Provisorien versehen,die starken Schmerzen entstehen durch eine Schädigung der Zahnsubstanz.“
Vorbeugen ist die sicherste Methode
... Überkronungen alles andere als billig – ?
Das abschreckende Beispiel einer ahnsanierung im
Dass der technische Standard,die Ausbildung und das Material im benachbarten Ausland, das billige Zahnbehandlungen anbietet,im Großen und Ganzen mit dem hiesigen vergleichbar ist,wird von uns durchaus anerkennt. Wirkliche Sicherheit bietet allerdings ausschließlich derVertrauensarzt,der nicht nur ohne Sprachprobleme,sondern auch mit der entsprechenden Zeit für Vorbereitung sowie Nachberatung und -behandlung für den Patienten da ist – auch in Notfällen. Der mehr und mehr um sich greifende „Zahntourismus“ ist nichts anderes als ein gefährliches Spiel mit der Gesundheit. Zahnprobleme oder falsche und flüchtige Behandlungen können schließlich zu einer ge-
Die Zahnbehandlung im Ausland hat vor allem einen Grund:Weil es dort vermeintlich billiger ist. Auf den ersten Blick mag das auch stimmen,so die heimische Zahnärztegilde,weil in solchen Fällen nur die reinen Behandlungskosten gesehen werden,nicht jedoch die Fahrtspesen bzw. der wesentlich höhere Zeitaufwand und
sundheitlichen Zeitbombe werden,zu deren Vermeidung nur ein Prinzip gilt:Nicht am falschen Platz sparen! Vor allem die intensiv beworbenen „Zahnreisen“ – ein Wochenende am Balaton inkl. der benötigten Überkronungen – sind bei näherer Überlegung für den Konsumenten alles andere als billig,sondern gefährlich. Hand aufs Herz:Würden Sie einen Urlaub am Meer mit einer Herztransplantation verbinden? Viel weniger schwer wiegend sind die Folgen falscher Zahnbehandlung auch nicht! ❑
Facharzt für Zahn-, Mund und Kieferheilkunde DDr. Hans-Ulrich Hahn
Grazer Straße 45, A-8045 Graz-Andritz
58 Klipp Oktober 2002 Gesundheit
DDr. Hans Ulrich Hahn: „Nicht am falschen Platz sparen“
„Wir alle sind derselben Meinung“
Dr. Reinhold Brünner
F oto:Pachernegg
F oto:Kolaric
F oto:Kolaric
falsch,aber mit zu wenig Zeit und mit zu wenig Einfühlungsvermögen gearbeitet wurde. Ein Zahnarztbesuch,bei dem nur finanzielleAspekte imVordergrund stehen,ist absurd:Vertrauen und das gute Verhältnis zwischen Patient und Arzt spielt hier die Hauptrolle. Durch die oft aggressive Werbung und die Lockangebote,mit denen wir konfrontiert werden,wird die Tatsache in den Hintergrund gestellt,dass eine Zahnbehandlung schließlich ein medizinischer Eingriff ist. Und niemandem käme in den Sinn,eine internistische,allgemeinmedizinische oder urologische Behandlung mit einem Kurzurlaub im Ausland zu verbinden. In diesem Zusammenhang ist den Kollegen aus dem Ausland zweifellos kein Vorwurf zu machen; nur muss seitens unseres Landes Bewusstseinsarbeit geleistet werden,um fatale,oft wirklich nur durch Zeitmangel oder Sprachbarrieren entstehende Folgeschäden vermeiden zu können. Die Zahnmedizin ist kein Friseurladen,sondern hat einen wesentlichen Einfluss auf den gesamtheitlichen Zustand des Patienten. Hier mit Dumpingangeboten zu werben,mag unmoralisch sein – diese Angebote aber auch auszunützen,ist gedankenlos. ❑
Dr. Reinhold Brünner
Facharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Martin-Luther-Straße 10, A-8600 Bruck a. d. Mur
vor allem die häufig auftretenden,schmerzvollen „Nachwehen“.
Studie zeigt unfassbare Fehlbehandlungen auf
Die Studie des Grazer Zahnexperten Univ.Prof. Dr. G. Arnetzl ist bereits einige Jahre alt – eine neuere gibt es noch nicht –,doch sie zeigt erschreckende Fehlbehandlungen bei heimischen Patienten auf,die sich in ungarischen Dentalwerkstätten ihre Zähne sanieren ließen. Immer wieder musste festgestellt werden,dass lokalisierte Lücken oder Zähne versorgt wurden ohne die Gesamtsituation der dentalen,okklusalen und paradontalen Verhältnisse zu berücksichtigen. Restaurationen ohne Gegenbiss,unzureichende Wurzelfüllungen,bestehende apikale Beherdungen,zystische Veränderungen und kariöse Läsionen,die vor der restaurativen Versorgung nicht therapiert wurden. Patienten,die subjektiv beschwerdefrei und zufrieden waren,kamen zur Begutachtung an unsere Klinik,um von ihren Versicherungsträgern einen teilweisen Kostenersatz erstattet zu bekommen.
Ziel dieser Untersuchung war es,Aufschluss über Qualität der Versorgungen und etwaige nachfolgende Probleme zu erlangen. An allen Patienten wurde von uns eine klini-
sche Untersuchung durchgeführt,wobei die Befunderhebung mit Kleinbild-Röntgenstatus und Panoramaröntgenaufnahmen komplementiert wurde.
Die dentale Befunderhebung wurde mit Hilfe der Röntgenaufnahmen,der Vitalitätsprüfung mit CO2-Schnee sowie Sonde und Spiegel durchgeführt. Sie umfasste eine genaue Auflistung der devitalen Zähne,der röntgenologisch unvollständigen Wurzelfüllungen und Wurzelreste.
Kostspielige Nachbehandlungen in Österreich nötig
Die dentalen Befunde ergaben,dass bei 100 % der Patienten devitale Zähne diagnostiziert wurden. Bei 65 % der Patienten lagen röntgenologische Beherdungen vor,63 % hatten unvollständige Wurzelfüllungen und 36 % wiesen Kariesläsionen auf.Aus den erhobenen Befunden ergab sich,dass den Patienten zum Teil umfangreiche weitere Therapien und Sanierungen empfohlen werden mussten.
Bei 65 % war eine Sanierung der apikalen Beherdungen notwendig. 77 % der Patienten wurde eine umfangreiche konservierende Therapie empfohlen,wobei diese sowohl die bestehenden kariösen Läsionen als auch die unvollständigen Wurzelfüllungen mit einschlossen.
Durch die schlechten parodontalen Verhältnisse der Patienten wurde bei 34 % eine genaue Abklärung mittels weitergehenden Parodontalbefunden notwendig,84 % mussten sich einer umfassenden Parodontaltherapie unterziehen.
Durch nicht fachgerechte Behandlungen entsteht in den Folgemonaten ein Nachbehandlungsbedarf (Wurzelspitzenresektionen,Füllungstherapien,Prothetische Neuanfertigungen,Parodontal-Sanierungen etc.) in Form reiner Kassenleistungen von ca. 25 bis 30.000,– Schilling pro Patient.
Zeitgemäßer Standard fehlt
Durch nicht fachgerechte Prothetisch-Restaurative Sanierungen im östlichen Ausland entsteht in über 84 % ein Nachbehandlungsbedarf.
Die Qualität der Prothetisch-Restaurativen Sanierung von Billiganbietern entspricht nicht dem zeitgemäßen zahnmedizinischen Standard.
Der Anreiz besonderer Kostengüstigkeit wird mit körperlichen Leiden bezahlt.
„Zeit und Distanz – die Hauptprobleme“
Wir alle distanzieren uns davor,die Kollegen aus dem Ausland zu diffamieren oder ihre Arbeit schlecht zu machen. Das Hauptproblem liegt nicht in der Behandlungs- oder Materialqualität,sondern in der Dienstleistung:Zeit und Distanz sind die Hauptprobleme. Der „Zahntourist“ – übrigens in allen sozialen Schichten zu finden – spart schlicht und ergreifend am falschen Platz,vor allem aber nimmt er sich selbst die Zeit,in der eine vernünftige Vor- und Nachbehandlung stattfinden kann. Auch der tüchtigste und bestausgerüstete Zahnarzt kann an einem Wochenende – vielleicht noch mit einem Kurzurlaub verbunden – keine Paradontosebehandlung durchführen,auch der grenznächst Wohnende kann nicht die entsprechende Nachbehandlung in Anspruch nehmen. Die Einsparungen,mit denen diverse Angebote locken,erweisen sich langfristig als trügerisch, vor allem ist bei aller Hochachtung vor den ausländischen Kollegen doch zu beachten,dass beispielsweise eine Registrierung ungarischer Zahnärzte bei der Ärztekammer für einen ausländischen Kunden nicht nachvollziehbar ist, bei den Kollegen auf österreichischer Seite allerdings sehr wohl – und der Ausbildungsstandard der österreichischen Zahnärzte ist außerordentlich hoch. Schließlich muss berücksichtigt werden,dass allein durch die Ausleseverfahren nur die verantwortungsvollsten Kollegen praktizieren dürfen. Ohne Vorurteile – eine wenn auch handwerklich und vom Material her ausgezeichnete Arbeit im benachbarten Ausland kann nie dem entsprechen,was hier geboten wird,allein aus Zeitgründen bleibt es Flickschusterei und der letzte Ausweg ist oft die Zahnklinik mit unnötigen Totalersätzen. Die aggressive Werbung,welche von den Kollegen betrieben werden darf,bleibt uns natürlich versagt – trotzdem ist nicht einmal der Preis letztendlich ein Argument,weil unsererseits grundsätzlich kulant gearbeitet wird,die Möglichkeit von Ratenzahlungen etc. besteht. Einen gewissen „Grundpreis“ sollte einem die Gesundheit wohl wert sein ... ❑
Facharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Dr. Kresna Angkawidjaja Wiener Straße 35a, A-8605 Kapfenberg
59 Klipp Oktober 2002
F oto:Kolaric
Dr. Angkawidjaja: Lockangebote sind trügerisch
Bitte umblättern ...
Gesundheit
Das ernüchternde Resümee von Univ.-Prof. Dr. GerwinArnetzl: „Die Zahn-, Mund- und Allgemeingesundheit der Patien-
ten ist durch die Nichtbeachtung von Standards in Diagnose,Initialtherapie sowie restaurativen Behandlungs- und Herstellungsschritten in hohem Maße gefährdet. Bis zum heutigen Tag haben sich die Behandlungsmethoden in den „Zahnkliniken und Dentalwerkstätten“ des ehemaligen Ostblocks nicht entscheidend gebessert. ■
Kompetenzzentrum der Universitätsklinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Graz, Auenbruggerplatz 12, A-8036 Graz.
Klinische Abteilung Zahnersatzkunde (Prothetik, Restaurative Zahnheilkunde und Parodontologie): Univ.-Prof. Dr. R.O. Bratschko
Implantologie und abnehmbare Prothetik: Univ.-Prof. Dr. W. A. Wegscheider Parodontologie und Funktionsdiagnostik: Univ.-Prof. Dr. M. Haas
Vollkeramik-, Adhäsiv-, festsitzende Prothetik: Univ.-Prof. Dr. G. Arnetzl
lungswahl,Alternativen – auch preislich – und die transparente Darstellung jedes einzelnen Schritts,der Materialwahl und der Konsequenzen können bei einem kurzen Ausflug über die Grenze nicht geboten werden. Untersuchungen haben in diesem Zusammenhang bereits eine Fülle von teilweise schwer wiegenden Folgen ergeben; Folgen,die schlussendlich nur mit Radikalbehandlungen beseitigt werden. Die potenziellen Patienten müssen daher unsererseits über die Risken informiert werden,die eine auf den ersten Blick billige Lösung mit sich bringt. Die „Billigvari-
Von Prof. Bratschko (links) habe ich sehr viel gelernt
Das Argument „Eine Zahnbehandlung im Prothetisch-Restaurativen Bereich wäre wesentlich billiger als in Österreich“ ist somit leicht zu entkräften:
1. Hierzulande wird eine Prothetisch-Restaurative Zahnsanierung so angefertigt,dass sie medizinisch zu verantworten ist. Dazu gehören eine entsprechende Vorbehandlung und eine entsprechende Nachsorge.
Devitale (abgestorbene) Zähne müssen exakt wurzelbehandelt werden,d.h. bis zur Wurzelspitze abgefüllt werden.
Der paradontale (Zahnfleisch-)Zustand muss so hergestellt sein,dass es sowohl kein Zahnfleischbluten als auch keine Zahnfleischtaschen gibt.
In funktioneller Hinsicht müssen ebenfalls Vorbehandlungen durchgeführt werden,damit nach der Eingliederung der Prothetisch-Restaurativen Versorgung keine Kiefergelenksbeschwerden auftreten.
Vertrauensbasis zum Arzt ist der wichtigste Faktor
Dr. Haymo Gruber: Risken klarstellen
Mit einer medizinischen Behandlung Geschäfte machen zu wollen,entspricht weder der Berufsethik noch dem öffentlichen Interesse. Die zweifelhaftenArgumente,mit denen der so genannte „Zahntourismus“ nicht nur in Ungarn,Slowenien und Kroatien,sondern auch bereits in Deutschland (Bayern) wirbt, sind aus verschiedenen Richtungen einfach zu unterwandern.
Die wesentlichen Faktoren sind die Zeit und die Distanz:Nur um einige Euro zu sparen, sollte niemand in Kauf nehmen,aus Zeit- und Ortsgründen auf eine gründliche Vorbehandlung – in erster Linie im Bereich der Paradontosebehandlung –,auf entsprechende Beratung und Betreuung im Nachfeld der Behandlung und vor allem auf eine effiziente und funktionierende Behandlung im Notfall zu verzichten. Hier Lockangeboten zu erliegen, ist ein riskantes Spiel mit der Gesundheit. Vor allem fehlt die Vertrauensbasis,die beim Zahnarzt im Umfeld einen der wichtigsten Faktoren darstellt:Beratung über die Behand-
Ohne gründliche Vorbehandlung und Beratung kein gutes Ergebnis
ante“ kann nicht nur teure Konsequenzen im Zuge intensiver Nach- oder besser Reparaturarbeiten mit sich bringen,sondern auch schwer wiegende gesundheitliche Probleme –Beherdungen können bis zu ernsthaften rheumatischen und Herzerkrankungen führen. In diesem Zusammenhang ist eine Spekulation mit einer vergleichsweise kleinen Einsparung bei den ursprünglichen Kosten gleichbedeutend mit großen Schwierigkeiten! ❑
Facharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Dr. Haymo Bernd Gruber Stallhofen 121, A-8152 Stallhofen (Voitsberg)
Die präparierten Zahnstümpfe für Kronen und Brücken müssen mittels exakten Provisorien versorgt werden,damit diese Stümpfe von etwaigen Noxen (Fremdeinflüssen) geschützt werden. Die verwendeten Materialien müssen hochwertigst sein,d.h. die Kronen und Brücken müssen aus einer hochgoldhaltigen Legierung hergestellt werden.
Aus den angeführten Punkten ist auch zu erklären,dass es am Beispiel einer Brücke nicht möglich ist,diese in zwei Behandlungen einzugliedern,wenn man korrekt vorgeht.
Wenn man alle diese Punkte bedenkt und die Protethisch-Restaurative Versorgung in dieser Art durchgeführt wird,unterscheiden sich die Kosten dieser fast unwesentlich. Des Weiteren ist zu erwähnen,dass der Patient bei einer in Österreich durchgeführten zahnärztlichen Versorgung vollen Garantieanspruch besitzt.
Aus meiner 20-jährigen Erfahrung als niedergelassener Zahnarzt und meiner nun fast 12-jährigen Erfahrung als Lektor an der Universitätszahnklinik Graz (Vorstand Prof. Rudolf Bratschko) kann ich feststellen,dass es bei den meisten Patienten,die sich in Ungarn,Slowenien und anderen Billigländern versorgen haben lassen,notwendig war,die Versorgung neu anzufertigen. Weiters wurden auch häufig irreversible Schäden festgestellt.
Dr. Karl Werner Wintersteller
Facharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Lektor an der Universitätszahnklinik Graz
Gleisdorfer Gasse 10, 8010 Graz
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60 Klipp Oktober 2002
Univ.-Prof. Dr. Arnetzl: Oft dramatische Nachwehen
F otos:Kolaric
Die 7 Aigelsreiter
Das Becken – unser Zentrum des Wohlbefindens
(Aus den Buch: Für Wohlbefinden und Leistungssteigerung)
3. Dehnung:
• Becken-Rumpfmuskeln
• Schultergürtelmuskeln
3 Positionen Ausgangsstellung: Langsitz
1. Position:
7Atemzüge lang (ca. 1 Minute)
•Aus Langsitz Becken so weit wie möglich zu den Fersen vorschieben,
Cargo-Center Graz
Imposant für jeden Vorbeifahrenden: das Cargo-Center in Werndorf – die derzeit größte Baustelle der Steiermark
Europas modernste Drehscheibe wächst
Dehnung
• Rumpfgewicht auf beiden Schultern.
2. Position:
7Atemzüge lang (ca. 1 Minute) Wie Pos. 1,
• jedoch Rumpfgewicht auf rechter Schulter.
3. Position: 7Atemzüge lang (ca. 1 Minute) wie Pos. 1,
• jedoch Rumpfgewicht auf linker Schulter.
3. Kräftigung:
• Großer Gesäßmuskel links und rechts
• Rückseite des Oberschenkels li. und re.
4 Übungen
Ausgangsstellung: Bauchlage,Beine im Kniegestreckt,imSprunggelenkgebeugt.
1. Übung:
•Aus Bauchlage linkes Bein
7 - 14 - 21 mal heben und senken (Streckung im Hüftgelenk).
DieArbeiten auf der derzeit größten steirischen Baustelle,dem Güterverkehrszentrum (GVZ) in Graz Werndorf,gehen zügig voran. Auf 50 ha wächst ein Logistikknoten,der die Wachstumserfolge der steirischen Wirtschaft in den europäischen Zukunftsmärkten absichern wird. Eine Weichenstellung für die Verkehrsinfrastruktur im Großraum Graz zwischen FlughafenThalerhof,A9 undA2,Südbahn und künftiger Koralmbahn:„Der Terminal“,so die Veranwortlichen der HL-AG, „ist eine Grundvoraussetzung,um den Güterverkehr verstärkt auf die Schiene zu bringen.“ Bereits in der Anfangsphase sollen ca. 40.000 Container über den Terminal laufen. Die Inbetriebnahme ist im 2. Quartal 2003 geplant. Mehrere hundert Arbeitsplätze werden im Vollbetrieb entstehen. Einmalig in der Güterverkehrswirtschaft ist das Finanzierungsmodell:Im
Sinn eines Public-Private-Partnership finanziert die Schieneninfrastrukturfinanzierungsgesellschaft (SCHIG) die durch die HL-AG errichtete Infrastrukturanlage und verpachtet diese langfristig an die Cargo Center Graz BetriebsgmbH&CoKG (CCG). An der CCG sind private Transportunternehmen zu 51 % (Glanz, Hödlmayr,Jöbstl Graz,ÖKOMBI,Wenzel),die ESTAG als Interessensvertreter des Landes Steiermark mit 25,1 % sowie die Banken Steiermärkische,die Raiffeisen Landesbank und Hypo Steiermark beteiligt. Obwohl die CCG als privatwirtschaftliches Unternehmen geführt wird,ist der öffentliche Zugang zur Infrastrukturanlage für alle Unternehmen derVerladenden Wirtschaft gewährleistet. Insgesamt werden in die Errichtung der Infrastruktur, der Hallen und Büros ca. 130 Millionen EURO investiert. Ein unverzichtbarer Impuls gerade in diesem für die steirische Bauwirtschaft so schwierigen Jahr. ❑
Jetzt ist wieder Zeit für einen Löffel täglich!
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Natur und Wissenschaft …in Harmonie
Wissenschaftlich geprüft
Kräftigung
2. Übung: Wie Übung 1,
• diesmal mit Gewichtsbelastung.
3. Übung:
•Aus Bauchlage rechtes Bein 7 - 14 - 21 mal heben uns senken (Streckung im Hüftgelenk).
4. Übung: Wie Übung 3,
• diesmal mit Gewichtsbelastung.
Buch u. Videobestellung:DKB Institut,Dr. Aigelsreiter, Untere Teichstr.88,8010 Graz,Fax:0316/ 46 61 41
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61 Klipp Oktober 2002
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Wenn die Elektronik streikt
Pannenursache Nr.1
Je neuer dasAuto,desto mehr Elektronik. Die Mechaniker von heute reparieren immer weniger nach der herkömmlichen Methode,sie müssen bei Reparaturen mehr und mehr mit der Elektronik fertig werden. Oder deren Fehlern. Ob Stabilitätsprogramm,ABS,Airbag oder Navigationssystem,ob Pumpe-Düse, wie das neue System heißt – ein Großteil aller Innovationen in den heutigen Autos geht auf das Konto der Elektronik und Elektrik. Sie bietet viel,die neue Generation der Autos. Aber wenn ein Fahrzeug stecken bleibt oder nicht mehr läuft,dann ist immer häufiger die Elektronik schuld. DieAutohersteller betonen wie zuverlässig ihre neuen Schöpfungen sind, doch die Kfz-Werkstätten können ein Lied da-
Auto Motor
von singen,wie vielseitig,wie unübersichtlich und praktisch nicht enden wollend die Fehler der Elektronik sind,die es aufzuspüren gilt.LautdeutscherWissenschaftlerundErhebungen stieg bei drei bis fünf Jahren altenAutos der Anteil Defekte als Pannenursache auf 50 %. In den nächsten zehn Jahren wird dieser Anteil sich sogar noch einmal erhöhen. Daher gilt:JeneWerkstätte,die am raschesten und am besten in der Fehlersuche agiert,wird künftig auch bei den Kunden vorne sein. Dies wiederum bedeutet gewaltige Investitionen in die Prüfgeräte. Nur die Großen werden daher auf Sicht mit den elektronischen Wunderdin-
gen mitkommen. Denn es ist klar,ein Ausfall der Elektronik ist schwerer zu orten und zu beheben als ein gerissener Keilriemen,oder ein Ventilschaden. Und die elektronische Hochrüstung derAutos wird munter weitergehen. DasAustauschen von elektronischenTeilen ist sicher heute sinnvoller als der Versuch nach alterArt zu reparieren. Bei technologischen Innovationen sind die europäischen Hersteller führend. Nicht zuletzt deshalb sind auch die jüngsten Spitzenprodukte von Audi,VW oder Mercedes mit hunderten Sensoren,Minicomputern und Elektromotoren bestückt. Sie sollen das Fahren angenehmer und sicherer machen, was sie in der Tat auch in den meisten Fällen tun. Doch wenn die Elektronik steigt,dann steht man hilflos am Straßenrand. Denn was nützt einem der schönste,sicherste und schnellste fahrbare Untersatz wenn er öfter als einem lieb ist streikt? Deutsche Forscher haben eine Million Fahrzeugpannen nach Ursachen kategorisiert und sind darauf gestoßen,dass die japanischen Konkurrenten weitaus zuverlässiger unterwegs sind als viele der europäischen Spitzen-
modelle. Was die Kraftfahrer allerdings beruhigen kann:Die Wahrscheinlichkeit einer Panne ist insgesamt nicht gestiegen,von tausend Fahrzeugen sind fünfundzwanzig im Schnitt davon „befallen“. Doch was nützt einem die Statistik,wenn das Einzelschicksal zuschlägt und man bei Regen das Schiebedach nicht auslösen kann oder ganz einfach auch die Seitenfenster sich nicht hochkurbeln lassen... ■
Pannen und Elektrik
Elektronik-Pannen 2001 nach Marken
62 Klipp Oktober 2002 Auto & Motor
HerstellerPannenElektronik-PannenAnteil proJahrproproJahrproElektrik 1000Fahrzeuge1000FahrzeugeElektronik 1.Toyota10,65,652,8% 2.Honda11,35,447,8% 3.Subaru12,76,248,8% 4.Mazda13,27,254,5% 5.Suzuki13,88,561,6% 6.Audi15,36,743,8% 7.Mitsubishi16,38,451,5% 8.Porsche17,79,453,1% 9.Daihatsu18,49,551,6% 10.VW18,48,948,4% 11.Nissan19,28,946,4% 12.BMW19,99,145,7% 13.Opel21,010,449,5% 14.Mercedes21,111,152,6% 15.Seat22,79,943,6% 16.Ford23,211,850,9% 17.Peugeot25,310,742,3% 18.Citroen28,212,142,9% 19.Hyundai29,116,456,4% 20.Jaguar31,814,445,3% 21.Skoda33,316,649,8% 22.Kia34,520,659,7% 23.Volvo35,320,658,4% 24.Renault37,521,356,8% 25.Lancia39,920,551,4% 26.Fiat41,918,844,9% 27.Daewoo42,420,448,1% 28.AlfaRomeo52,823,344,1% 29.Saab66,436,555,0%
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Der Herbst wird bunt ... bei Salis & Braunstein
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Ein Wochenende mit einem Jaguar um den Lospreis von € 10,– könnte Wirklichkeit werden.
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Herr Erich Stockinger, Herr Christian Scherer (Steir. KH) und Vorstand der Tarbuk AG Dipl. Ing. Kurt Maier
Verkaufsleiter Johann Straßberger mit einem seiner vielen „Schnäppchen“
Ticket Vorverkaufsstart für GP von Österreich 2003
voller Erfolg
- Trotz momentaner F1-Flaute wurden bis jetzt schon 33.000 Tickets verkauft.
- Für alle Formel 1 Fans gibt es eine tolle,begünstigte Weihnachtsaktion.
Blendend verlief bis jetzt der Karten-Vorverkauf für den Großen Formel 1 Preis von Österreich,der vom 16. bis 18. Mai 2003 auf dem A1-Ring in Spielberg stattfindet. Österreich ist,was die Formel 1 betrifft,„anders“. Entgegen dem derzeitigen negativen Trend in der höchsten Klasse des Motorsports ist bei uns das Interesse nach wie vor ungebrochen. Bereits Ende September konnte man beim Kartenvorverkauf für das nächste Jahr,einen positiven Trend feststellen.
„Bis jetzt haben wir mit der ersten,ermäßigten Stufe des Vorverkaufes etwas mehr als 33.000 Tickets abgesetzt. Damit ist eines sicher:Wir haben unseren Fans damit wirklich die Gelegenheit gegeben,sich rechtzeitig gute Plätze zu kulanten Preisen zu sichern“,erklärte A1-Ring Manager Hans Geist.
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15 jahre
Kuss: Sohn Werner (li.), die Eltern Hilde und Franz und Bruder Dieter
In einer Zeit,in der die privaten Autohändler von den großen Konzernen geschluckt werden,geht er – Ing. Franz Kuss in Graz-Andritz – den klassischen Weg:„Wir bleiben als Familienunternehmen selbstständig.“ Gemeinsam mit dem Krone-Hitradio lud man zum VIP-Abend. Die beste Werbung müsse durch unsere Arbeit kommen,lautet einer seiner Grundwahrheiten. Daher scheut Seniorchef Ing. Franz Kuss öffentliche Auftritte,Autoshows,und auch der PR-Arbeit steht er eher kritisch gegenüber. Diese überlässt er seinem Kundendienst-Mitarbeiter Karl Weidacher,der für diese Art der Kundenpflege ebenfalls zuständig ist. Das,was im Autohaus Kuss gemacht wird,soll so exakt wie möglich und mit Disziplin umgesetzt werden. „Nur so
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Zum 15. Geburtstag: Krone Hitradio feierte mit
Kundendienstleiter Karl Weidacher übergibt neue „Postfüchse”
VIP-Abend bei Kuss in Andritz
können wir uns weiterentwickeln“,sagt Seniorchef Franz Kuss. Genauigkeit ist für ihn ein wichtiger Faktor,ob beim Tennisspielen in der Freizeit, wo ihn schon eine schlampige Abgrenzung zum Nebenplatz stört,oder auch nach dem Fahrradfahren,wenn er seinen Drahtesel durchcheckt wie einen Formel-1-Boliden. Das dauernde Überprüfen von vorgegebenen Zielen führt zur hoher Kundenzufriedenheit und sie ist ein Grund,dass dasAutohaus Kuss heute zu den größten privaten Audi-,VW- und Skoda-Händlern in Österreich zählt. Vor 15 Jahren waren es
knapp 30 Mitarbeiter,heute sind es fast 160,die in Andritz auf der Lohnliste stehen.
Genau zum 15. Geburtstag wurde auch die neue Spenglerei in Betrieb genommen. Sie ist ein weiterer Schritt zu noch mehr Service-Kapazität. Dass diese Kapazität auch die entsprechende Qualität aufweist,zeigt die österreichische Post. Sie hat bekanntlich ihre Werkstätten für die Personenkraftfahrzeuge völlig aufgelassen und lässt nun ihre Fahrzeugflotte von Privaten betreuen. In der Steiermark ist für den Fuhrpark und das ganze Drumherum das Autohaus Kuss in Graz-Andritz zuständig. ❑
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Leben & Leute
Trüffel –
Das Gold von Istrien
Sie zählen zum Teuersten und Exklusivsten auf Speisekarten – die Trüffeln. Nur ausgesuchte Feinschmeckertempel führen diese Rarität für den Gaumen. KLIPP-Mitarbeiterin Vera Leon war bei der Suche nach Trüffeln in Istrien und erlebte dabei viel Ungewöhnliches.
Auch gut für die Liebe sollen die Pilze sein
Wenn es einen oder zwei Tage mäßig regnet,ist das gut für die Trüffeln. Dann gedeihen sie,aber er darf nicht
zu stark und zu lange dauern, denn dann kann es passieren, dass alles kaputt geht“,erklärt uns Denis Tikel,einer der Trüffelsucher im Ort Reka in Istrien,
beim Aufbruch:„Trüffeln sind die bekanntesten und teuersten aller Pilze. Bis zu 6000,– € pro Kilogramm werden dafür geboten. In der feinen Küche sind sie als Geschmackverstärker begehrt,und so mancher Vertreter der Männerwelt glaubt auch an ihre Wirkung als Aphrodisiakum.
Die größten Trüffelkonsumenten sind die Franzosen und Italiener. Aber auch in der öster-
reichischen und deutschen Gastronomie wird immer öfter nach ihnen gefragt. Es gibt insgesamt sieben verschiedene Arten. Am begehrtesten sind jedoch die schwarzen und weißen Trüffeln.
Während die schwarzen von Mai bis November zufinden sind,gibt es die weißen nur von Anfang Oktober bis Ende Dezember. Mit bloßem Auge kann man
sie nicht aufspüren,liegen sie doch unter der Erde. Ihr Duft ist äußerst intensiv,dennoch wird er von der menschlichen Nase nicht registriert. Die wahren „Trüffelscouts“ sind Hunde und Schweine. Während in Istrien Hunde dafür ausbildet werden, setzt man in Frankreich und Italien auf Schweine. Beide haben einen guten Riecher und lernen schnell. Man lässt die Tiere einige Tage hungern,danach erhalten Sie als Nahrung Trüffeln. Den Geschmack merken sich die Tiere als etwas Rettendes und
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von Vera Leon
Belohnendes. Es ist verblüffend,wie zielsicher die Hunde an dem Ort,wo sie Trüffeln vermuten,zu graben beginnen. Ja richtig,sie beginnen zu graben,ihr „Herrl“ unterbindet das und setzt das Graben mit einer Schaufel fort. Der Hund verharrt und schaut in Richtung Loch,bis tatsächlich ein Pilz ausgegraben wird. Aus Erfahrung weiß der Trüffelsucher sofort,was das Stück wert ist. Der Hund bekommt als Belohung zwar keine Trüffeln, aber Hundekekse,was dieser ohne aufzumucken akzeptiert. Die Suche genießen offensichtlich alle,sowohl die Hunde als auch ihre Besitzer. Besonders natürlich dann, wenn der Tag schön,es nicht zu kalt und zu schmutzig ist und die Suche erfolgreich verläuft. Ideal dafür sind die Morgen- und Abendstunden,klären uns die istrischen Spezialisten auf. An diesem Tag sind etliche Suchtrupps unterwegs. Manchmal kommt es zum Clinch zwischen den Hunden,das ist dann weniger erfreulich,aber auch die Trüffelsucher machen sich die Plätze streitig. Kein Wunder – bei solchen Preisen. Immer wieder gibt es Trüffelwilderer,die ohne Lizenz erwischt werden:„Im Jahr werden ca. 1000 Lizenzen vergeben,sagt unser Führer. Jede Lizenz kostet
1000,– Kuna,umgerechnet
140,– €. In einer Saison kann man mit Trüffeln zwischen
60.000,– und 100.000,– € verdienen,und das ist viel Geld. Viele leben nur davon oder dafür,dass sie auf die Trüffelsuche gehen.
Die größte Trüffel der Welt
Erstmals wurde im kleinen Ort Livade im Landesinneren vor ei-
nem Jahr eine Trüffelmesse veranstaltet,die von den Liebhabern fast gestürmt wurde. Giancarlo Zigantes Geschäft ist die einzige „Sehenswürdigkeit“ in diesem Nest. Er handelt vor allem mit der teuren Delikatesse. Vor einem Jahr erwarb er die größte weiße Trüffel der Welt:Diese war 1,3 kg schwer und steht im Guinnessbuch der Rekorde. In Zigantes Geschäft findet der Liebhaber rohe,getrocknete Trüffeln,aber auch eingelegte,pur oder mit anderen Pilzen versetzt,und eine Besonderheit:Olivenöl mit Trüffelgeschmack. Die Besucher und Kunden kommen praktisch von überall her. Sie kaufen und kaufen,zwar nur kleine Mengen,aber sie freuen sich zu Hause auf eine Portion Spaghetti mit Trüffelsauce.
Gusto auf verschiedene Variationen von Speisen mit Trüffeln bekommt man in einigen guten Restaurants in Istrien,wie im Gasthaus „Konoba Malo Selo“ oder im Restaurant „Marino“,beide in Buje. Pasta, Fleisch,Fisch,Wild mit Trüffeln und guter Wein dazu,dafür lohnt es sich auch nur für ein Wochenende nach Istrien zu fahren.
Eine Französin namens Jack
Logisch,dass in Istrien einige Restaurants Trüffelgerichte sowie ausgezeichnete heimi-
sche Weine servieren. Auch die Preise sind so,dass keine Gefahr besteht,dass einem der Bissen im Halse stecken bleibt. Ist man auf den Spuren der Trüffeln,sollte man sich in Istrien einen „Star“ nicht entgehen lassen. Die Rede ist von einer Französin namens Jack. Jack ist ein Schwein – die Dame versteht allerdings nur Italienisch. Gebracht wurde sie nach Istrien um Trüffeln zu suchen,was sie auch im ersten Jahr brav erledigte. „Aber jetzt ist sie zu dick“,entschuldigt sie ihr Besitzer Libero Sinakovic,der im Ort Momjan einen Bauernhof mit einem
Gasthaus betreibt. „Ich kann sie nicht mehr insAuto heben. So bleibt sie zu Hause.“ Jack spaziert den ganzen Tag im Dorf herum und kehrt nach Hause zurück,wenn sie einen Fototermin oder Hunger hat. Am Abend bekommt sie ein Glas Wein,am liebsten rot, und dann geht sie schlafen mit dem sicheren Gefühl,dass sie ein geliebtes Schwein ist. Jack hat die Fähigkeit alle Herzen im Nu zu erobern. Es genügt schon,wenn sie auf die Besucher mit ihren dünnen,kurzen Beinchen wie auf Stöckelschuhen grunzend zukommt. Und die Familie,die sie betreut,liebt sie über alles und wünscht Jack ein langes Leben.
Das Durchschnittsalter für ein Schwein beträgt rund 5 Jahre,die Hälfte davon hat Jack bereits hinter sich. Wenn die Leber den Alkohol gut verträgt,dann hat Jack noch ein paar „Jährchen“ vor sich. ■
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Jack ist heute zu schwer für die Trüffelsuche, da man sie nicht ins Auto bringt
Die Gegend um Reka in Istrien – ein Eldorado für Liebhaber von Trüffeln
Als Belohnung gibt es Kekse, an die Trüffeln dürfen die Hunde nicht ran
Bauer als Schulden-Millionär
Schulden machen ist nicht schwer, sie loszuwerden dagegen sehr. Der Grazer Bauer Franz Teschl kann ein Lied davon singen.
Der tragische Fall des Grazer Bauern Franz Teschl machte Schlagzeilen. Weil er einem Notar vertraute,bürgte er mit seinen Liegenschaften für elf Millionen Schilling. Doch nur wenige Monate danach ging
KLIPP-Gespräch. Wie konnte dieses Schlamassel überhaupt passieren?
Teschl zuckt nur mit den Schultern:„Die ,Bel Paessagio’-Leute waren sehr nett zu mir,haben mir angeboten in Gleitzeit zu arbeiten. Und das war für mich sehr wichtig,weil ich kranke Verwandte zu pflegen hatte.“
die davon profitierende Firma „Bel Paessagio GmbH“ in Konkurs und das Geld war weg. Der Notar entzog sich aber einem irdischen Urteil durch Selbstmord. Auf die „Bel Paessagio“Chefs wartete dagegen das Gefängnis. Übrig blieb der Bauer Teschl mit einem Schuldenberg. Gemeinsam mit seinem Anwalt
Michael Nierhaus
kämpft
er um sein
Geld –doch
k einer will zahlen. Weder die Haftpflichtversicherung,die für Fahrlässigkeit seitens des Notars zuständig wäre,noch die Vertrauensschadenversicherung der Notare,die bei Vorsatz zahlen müsste. Diese sagt:„Es gibt gegen den Notar kein Urteil!“ Und Teschls Besitz wird dadurch immer kleiner.
So kam’s zum Schuldenberg
„Meine letzten Äcker habe ich jetzt verpachtet,dafür habe ich bei einem Botendienst zu arbeiten begonnen“,erzählt er im
Befreundet will Teschl nicht mit ihnen gewesen sein,die drei Brüder erschlichen sich die teure Unterschrift des Bauern.
„Natürlich war mein Mandant sehr naiv“,weiß auch Rechtsanwalt Nierhaus. „Doch das ändert nichts an der Tatsache,dass der Notar ihn in diese Sache
Graz führt Erika Zander (Gold Zander,unter den Arkaden am Hauptplatz) exklusiv die Traditionsmarke.
Fabergé auch für Herren
,hineingeritten’hat! Und dafür sollte jemand bezahlen.“ Denn nicht umsonst gelten Notare als die „Saubermänner der Nation“, werben selbst damit,wie sehr man ihnen vertrauen kann. Nierhaus hofft auch auf Kulanz – denn immerhin wurde eine Grazerin,die vom selben Trio um zwölf Millionen Schilling geprellt wurde,nach langem Hin und Her doch entschädigt.
Übrigens:Einer der Betrüger ist mittlerweile wieder auf freiem Fuß. „Hassgefühle kenne ich nicht ...“ ■
Wie vor der Oktoberrevolution werden auch heute echte Fabergé-Objekte in französischem Email gefertigt. Das Ei als gestaltete Form ist unmittelbar verbunden mit dem Namen und dem Oevre Fabergés. Wer bei Fabergé jedoch nur an Ei-Anhänger denkt,irrt.
Kleine Kostbarkeiten von Fabergé
Zu besonderenAnlässen sind sie einfach gefragt. Manschettenknöpfe,Krawattenschieber und Frackknöpfe. Edles Design in hochwertiger Ausführung prägt dieHerren-Linie Fabergés.
Zum Schenken:
Die Kollektion bietet eine Vielfalt an vers chiedensten Schmuckstücken. Da tummeln sich kleine Elefanten zwischen bunten Schmetterlingen,zu wertvollen Broschen verarbeitet. Jedes Modell zeugt von traditionsreicher Goldschmiedekunst,ein bebildertes Zertifikat dokumentiert die Echtheit der Objekte. In
Es sind die kleinen,feinen Dinge,die jeden Augenblick des Lebens zum Genuss machen. ❑
von Bernd Hadler
77 Klipp Oktober 2002
Franz Teschl zeigt auf seine (ehemaligen) Grundstücke. Durch Vertrauen hat er fast alles verloren
Erika Zander (Gold Zander) vertritt die Nobelmarke exklusiv
Foto:Peter Philipp
Foto:Peter Philipp
Abbildungen:Fabergé
Robert Wolf (Dramatiker)
Geboren 1965 in Graz,aufgewachsen in Fürstenfeld. VS, HS,Polytechnikum und Elektrikerlehre. 1984 erfuhr er über die AK von der Möglichkeit dieser Ausbildung – „Möchte lernen,habe aber kein Geld.“ Neben dem Lernen schlug er sich mit unzähligen Jobs als Elektriker,Lagerarbeiter oder Prospektverteiler durch. Zielstrebig begann er an der Uni Physik zu studieren. Während des Studiums begann er zu schreiben. Nach kurzer Zeit kam es zur Veröffentlichung verschiedener Werke im ORF. 1997: „Der Entropist“,1998 wurde sein 1. Stück gespielt:„Zyankali 2000“. Eine Menge Literaturpreise mit „Spazieren an der Mur“. Wie er meint,sei dies seine Inspiration gewesen. Übersetzung verschiedener Werke ins Französische und Bulgarische.
Info:„Magenta“ mit Andrea (Taxi Orange) und Michael Schilhan ist ab 15.1.2002 im Grazer Next Liberty zu sehen. – „DieAbendschule ist eine meiner größten Erfahrungen gewesen,welche mein Leben sehr prägte.“
Hofrat Fritz Lichtenegger(Tierarzt/ Lebensmittelanstalt)
Geboren 1941 in München. VS,Akad. Gymnasium und 2 J. Bundesgymnasium in Graz. 1956 ging er zur See und arbeitete als Leichtmatrose. Von 1958 – 1964 besuchte er die Arbeitermittelschule in Graz. Inspiration für dieAbendschule sei der Kapitän gewesen. „Willst du dein Leben auf der See verbringen.“ Das Patent wurde nicht gemacht,aber dafür die Matura. Er war u.a. Angestellter im Automatengeschäft,dann Geschäftsführer, dann Selbstständiger. Er absolvierte Jus in Mindestzeit. 1972 begann er Veterinärmedizin zu studieren. Er eröffnete seine eigene Praxis in Graz und ist mittlerweile daneben Leiter der Bundesanstalt für Lebensmitteluntersuchung. Eine Karriere der Extraklasse. –„Die Abendschule hat mein Berufsleben wesentlich beeinflusst. Ohne die Abendschule wäre dies alles nicht möglich gewesen.“
Eine Frage des W
Schon Kleinigkeiten wie Kaffee trinken mit Freunden oder gemütlich Fernsehen unter der Woche werden zu einem gravierenden Zeitproblem. Entscheidet man sich für den zweiten Bildungsweg, heißt es konsequent sein und ein Ziel vor Augen zu haben. Ohne Durchhaltevermögen hat man in der Abendschule keine Chance.
Was haben diese Herren gemeinsam? Robert Wolf (Dramatiker),Dr. Michael Nierhaus (bekannter Grazer Rechtsanwalt),Hofrat DDr. Fritz Lichtenegger (Tierarzt),DI Gerald Saischek (Forschung),Siegfried Nerath (Marketing & Management),Prof. Dr. Johann Götschl (bekannter Professor)
Die Abendschule,ehemalige Arbeitermittelschule in Graz,machte sie zu dem,was sie heute sind. Zumindest war die fünfjährige Abendschule das Sprungbrett für beachtliche Berufskarrieren. Das Privatleben dieser mittlerweile sehr bekannten Herren war praktisch während der Schulzeit nicht gegeben. Tagsüber standen sie im normalen Berufsleben,arbeiteten teilweise in Fabriken,und Abend für Abend drückten sie die Schulbank. Doch bei diesen Doktoren,Professoren und Diplomingenieuren hat es sich bezahlt gemacht. So manchem war einmal studieren zu wenig. Fritz Lichtenegger,der Jus und Veterinärmedizin studierte:„Es ist nicht eine Frage desAlters,sondern desWillens.“ Entscheidend aber:„Die Reifeprüfung war erst die erste Stufe einer bemerkenswerten Karriere.“
Im Laufe der Jahrzehnte entwickelten sich mehrer Möglichkeiten für den zweiten Bildungsweg. So bieten z.B. die AHS für Berufstätige/Lichtenfelsgasse,die HAK Grazbachgasse oder die HTL die Möglichkeit die Reifeprüfung abends nachzuholen. Weiterbildung kostet NICHT immer Geld. Das beweist das Bundesgymnasium für Berufstätige in Graz in der Lichtenfelsgasse,die dienstälteste Abendschule in der Steiermark.
Seit 1995 leitet Dr. Ewald Presker das Abendgymnasium in der Lichtenfelsgasse. Mit großem Interesse an Erwachsenenbildung,vermittelt er Allgemeinwissen und trägt für Interesse an neuen Wissens- und Arbeitsgebieten bei. Unzähligen Problemen der schwierigen Situationen von erwachsenen Schülern stellt er sich mit großem Verständnis. Durch alle Mühen und Stresssituationen begleitet er die Schüler durch die 9 Semester. „Ich habe eine schöneAufgabe und bin gerne Direktor an dieser Schule.“
Dir. Dr. Ewald Presker Abendschule für Berufstätige - Lichtenfelsgasse in Graz
Alter von 17 J. sollte erreicht sein - keine Höchstaltergrenze. Für Rollstuhlfahrer ist Schule mit Lift ausgestattet Täglicher Besuch:Mo - Fr von 18.30–21.45 Uhr. Fernstudium:2 fixe Tag in der Woche von 17.40–21.45
Dauer:9 Semester. Kosten:GRATIS (Selbstbehalt der Schulbücher ist pro Semester zu bezahlen)
Info unter www.abendgymnasium.at,E-Mail:kanzlei@abendschule.asn-graz.ac.at oder 0316/318899 Fax:DW 4
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Über den 2. Bildungsweg zum Erfolg
Willens
DI Gerald Saischek (selbstständig in Forschung)
Geboren 1940,absolvierte gleich 2 Lehrberufe. Er lernte Drogist und Einzelhandelskaufmann. Nach Abschluss dieser begann er mit der Arbeitermittelschule in Graz. Nach der Matura 1964 studierte er Technische Chemie an der TU Graz. Nach dem Studium begann er bei der damaligen Chemie LinzAGalsChemiker.Teilweiseübernahm er dort bereits leitende Funktionen. 1989 gründete er seinen eigenen chemischen Forschungsbetrieb in Lannach – früher Chemprosa,jetzt nennt sich diese CARBOPHARM. Vom Drogist in die Forschung. Die Arbeitermittelschule machte dies möglich. – „Dank derArbeitermittelschule habe ich mein Ziel erreicht.“
Siegfried Nerath (Marketing)
Mediator für wirtschaftliche und familienrechtliche Angelegenheiten. Er ist Partner der Rechtsanwaltskanzlei EISENBERGERHERZOG-NIERHAUSFORCHER-RIESEMANN
in Graz. Geboren 1939 in Graz. Nach 2 Jahren HAK und 2 Jahren Handelsschule jobbte er als Hilfsarbeiter in einem Konzern für Bergbau. Er arbeitete sich zum Angestellten hinauf und war 6 Jahre im Konzern tätig.Auslöser für den Besuch derArbeitermittelschule war Fritz Lichtenegger. Dieser erzählte von seinem Besuch an dieser: „Bist deppert? Des mochst? Ok,dann kumm i a.“ Gearbeitet hat er bis zur Matura. Dann kam der Punkt der Entscheidung. Entweder arbeiten oder Matura. Er hatte eine gute Position im Konzern und ließ sich zurückversetzen,damit er sein Ziel erreichen konnte. Während der Schulzeit wuchs der Wunsch Rechtsanwalt zu werden. 1965 Jusstudium,und alljährlich im Sommer arbeitete er in Schweden. – „Ich habe in meinem Leben nie so verständnisvolle Lehrer gehabt wie in der Abendschule. Der Zusammenhalt in dieser sensationellen Einrichung ist gewaltig.“
Geboren 1943 in Graz. Abbruch mehrerer Schulen bis zur Arbeitermittelschule 1963. Zahntechnikerlehre,gearbeitet bis zur Matura als Techniker,Matura während dem Militär. Während des Medizinstudiums arbeitete er als Kellner,Waggonverlader,LKW-Fahrer etc. Studiumsabbruch aufgrund von Zeitmangel. In Salzburg kam er zur Landesregierung,wurde Personalvertreter und war in der Kulturabteilung tätig. 1979 „stolperte“ er in die Politik,wurde ÖAAB-Landessekretär und Fraktionsführer in der Arbeiterkammer Salzburg,Vorstand der GKK,war tätig imVerwaltungsausschuss,Betriebsobmann des ÖAAB,hielt Kulturseminare bis 1990. 1994 – 2000 arbeitete er auch als Versicherungsmakler und Berater für Iro & Partner. Mittlerweile ist Siegfried Nerath selbstständig (Management & Marketing in Salzburg und Wr. Neustadt) und erhielt das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich. – „DieAbendschule ist die sinnvollste Einrichtung sich neben dem Beruf die Matura zu erwerben.“
Schon als Bub hatte er großes Interesse für dasAllgemeine. SeineAkkordeonlehrerin machte ihn damals auf die Arbeitermittelschule aufmerksam:„Das gibt’s doch nicht,dass der Junge so talentiert und zufrieden ist mit dem,was er macht.“ Er war bei Austria Draht beschäftigt und absolvierte dort seine Lehre.Während des Bundesheers begann er schon mit der Arbeitermittelschule,welche, wie er meint,die Lösung seines existenziellen Problems war. 1964 – 1971 Studium der Philosophie und Physik. Autor unzähliger Bücher. Durch seine 106 Publikationen ist er nun weltweit ein sehr anerkannter und gefragter Professor. Aufenthalte als Gastprofessor in Colorado,Berlin,Minnesota,New York,Little Rock etc. Sein Tagesablauf während der Schulzeit:um 5 Uhr aufgestanden,bis 14 Uhr gearbeitet, mit Zug von Bruck nach Graz,Schule bis 22.30 Uhr,mit Zug retour und dann noch 7 km mit dem Fahrrad nach Hause. – „Die Arbeitermittelschule brachte mein Leben ins Gleichgewicht.“
71 Klipp Oktober 2002
5. Semester am Abendgymnasium Lichtenfels
Dr. Michael Nierhaus (Rechtsanwalt)
Prof. Dr. Johann Götschl (Professoram LudwigBoltzmann-Institut)
Think Pink
An der Südautobahn, in Lassnitzhöhe, ragt ein höchst eigenartiges Denkmal in den steirischen Himmel. Potthässlich, sagen die einen, originell die anderen: Das rosarote „Hanksville Motel“ entzieht sich allen ästhetischen Beurteilungen. Der Bunker ist bauliche Wirklichkeit gewordener Traum eines der letzten Saurier dieser Welt.
Die Wirklichkeit gewordene Traumwelt
Ursprünglich wollten wir ein Motel in Hanksville,Utah eröffnen“,erklärt Hugo Trafoier,Bauingenieur,begnadeter Fotograf,Grafiker,Motelier,De-
von Walter Held
signer und und und,mit Hang zu Extremsportarten,das seltsame Transplantat aus den USA an die A2. „Man sollte es kaum glauben,aber die Behörden sind dort noch lästiger als bei uns. Also haben wir einfach ein Stück Hanksville in der Steiermark gebaut.“
American Way of Life
Amerika hat es den Trafoiers schon immer angetan – seit den Siebzigerjahren wurden in schöner Regelmäßigkeit monatelang die Staaten bereist,besonders die legendäre „Route 66“,die „Mother Road“,faszinierte den FotoPerfektionisten. „Das gibt es heute nicht mehr,diese morbide Stimmung,die von den Autoleichen entlang der Straße ausging. Heute ist das längst planiert oder in Plastikmuseen umgewandelt.“ Tausende Fotos,Bildkalender und der Bildband „Mother Road
– Versuch einer Traumdeutung“ sind das Ergebnis der ausgedehnten Reisen,bei denen der bereits erwähnte Perfektionismus die Verweildauer entscheidend beeinflusste. „Oft ist der Hugo wegen eines einzigen Bildes acht Stunden auf der Lauer gelegen“,beschreibt Ehefrau Waltraud die zahlreichen (erfolgreich bestandenen) Geduldproben. „Weil ich aufs richtige Licht gewartet habe“,kontert Trafoier mit seinem Markenzeichen,dem spitzbubenhaften Grinsen. Amerika,Automobile und die Legenden,die sich in den Staaten um
die Heilige Kuh ranken,gipfelten in der Idee,diese intregralen Bestandteile des American Way of Life in einem Projekt zu bündeln, welches das Faszinosum des Rastens à l’Americaine über die Rampe bringt:das klassische amerikanische Motel.
Realistischer Träumer
Trafoier ist zweifellos einer der letzten Saurier,die auf den traurig abgeweideten Wiesen der Fantasie immer noch nahrhafte Hälmchen finden. Beinharter Geschäftsmann und Erbsen-
zähler,wenn es um das Existenzielle geht,konsequenter Träumer und Humanist,wenn es um Werte geht,die ihm heilig sind: Unabhängigkeit,Freundschaft oder Zuverlässigkeit,um nur einige zu nennen. Radikale Änderungen seines Umfelds kratzten Trafoier bei der Verwirklichung seiner Vorhaben nie auch nur im Geringsten:Jahrelang in führender Position in einem der leitenden steirischen Baustoffhandelunternehmen,gestaltete er bereits in dieser Zeit „so nebenbei“ unter anderem die aufwändigen Fotokalender des Pharmariesen Ciba-Geigy (heute Novartis). Nur Geld zu verdienen,war dem (im positiven Sinn) Berufsjugendlichen irgendwann fad. Wohldotierten Job geschmissen, ausschließliche Konzentration
tur nahm ein Amerikanophiler seiner Art entsprechend rigoros und konsequent in die Hand:Al-
t des Hugo Trafoier
auf Fotografie und Grafik,Agentur- und Verlagstätigkeit und –ebenfalls nebenbei – dieAufnahme in die wichtigsten weltweit agierenden Fotografenverbände ließen den Floh nicht ruhen,den sich Trafoier während seiner USA-Aufenthalte selbst ins Ohr gesetzt hatte:ein Motel. „Das ist eine völlig eigenständige Kultur, mit viel Plastik und Neon,völlig anders als alles,was wir im Beherbergungsangebot kennen. You pay for the room and nothing else – das heißt auch Diskretion und Anonymität des Gastes.“ Den Import dieser Kul-
les von vorn,ein Jahr lang pausenloses Hackeln auf der Baustelle („Wozu brauch ich Schöpfer,wenn ich zwei Händ’und a Hirn hab“),anfängliches Misstrauen der Nachbarn,die dem et-
was schrillen Bauwerk am Rand des,gelinde gesagt,konservativen Kurortes nicht viel abgewinnen konnten. Die üblichen Startprobleme der mangelnden Akzeptanz:„Das Motel ist ein fixer Bestandteil der amerikanischen Gegenwartskultur,und ich habe im
gestalterischen Bereich stur die Bilder umgesetzt,die ich aus den USA im Kopf hab – in Verbindung mit dem größtmöglichen Komfort natürlich.“ Da muss jedes Detail stimmen,wenn auch der Säulenkaktus vor der Rezeption aus Plastik ist.
Den Saurier zieht es weiter Heute,3 Jahre nach der Eröffnung,ist Trafoiers „Pink Motel“ bestens ausgelastet,die 20 Zimmer praktisch pausenlos belegt. Waltraud schupft den Laden,die angegliederte Pizzeria ist verpachtet,den visionären Saurier aber zieht es schon wieder weiter:„Ein weiterer Bauplatz wird mit schwebenden Wohncontainern bestückt, die so aussehen wie die großen,runden amerikanischen Trailer und an einer Stahlseilkonstruktion befestigt sind. Die Pläne sind fertig,die nächsten Schritte klar:„Und wenn alles verkauft wird,gehen wir wieder in die USA,was Neues machen.“ Geplant ist ein Adventure Camp,auf dem sich gestresste Businessmen bei Motocross,Paragliden,Reiten und Klettern den notwendigen Thrill holen können. Ruhelos sagen die einen,schlichtweg verrückt die anderen,Freunde stehen den Trafoierschen Aktivitäten mit einer Mischung aus Bewunderung und Unverständnis gegenüber. Aber alle haben sie einen ordentlichen Neid. Weil es noch Menschen gibt,die an Träume nicht nur glauben,sondern sie auch verwirklichen ... ■
You only pay for the room
Hugo Trofoier, Traumingenieur
Waltraud Trofoier, Geduldige
Das Gasteiner Tal zählt zu jenen Erholungszielen,die praktisch jeder Österreicher zumindest schon von der Schulbank her kennt. Im Winter mit seinen attraktiven Schigebieten und im Sommer
und Herbst zum Kuren und zum Wandern. Ist das Wetter einmal nicht danach,dann ab in die Thermalbäder des Tals. Wegen der Heilkraft seines Wassers erlebte das Gasteiner Tal schon vor zwei Jahrhunderten einen wahren Ansturm von Prominenz. Deutsche und österreichische Kaiser,Dichter-
fürsten,Komponisten, Schauspieler und andere Berühmtheiten trafen sich dort wie jetzt in Monte Carlo oder Marbella. Diese Zeiten sind vorbei und nicht wenige alte Häuser suchen nun nach Investoren,Betreibern und einer neuen Orientierung. Wenn sich damit auch äußerlich viel wandelt,das,was von innen kommt,ist gleich geblieben. Das Gasteiner Thermalwasser kommt mit mehr als 40 Grad an die Oberfläche,rund 25 Millionen Liter täglich.
Aktivität wird in Gastein groß geschrieben! Nicht nur Bergfreunde wie Wanderer und Mountain-
Im Tal des Wassers Im Tal des Wassers Verlorene Kräfte revitalisieren
Die in die Tiefe donnernde Gasteiner Arche – wohl das bege
biker kommen hier voll auf Ihren Genuss, auch Pferdeliebhaber,Tenniscracks,Paraglider,Drachenflieger und Golfer finden ein attraktives Angebot in ursprünglicher und unvergleichlicher Umgebung.
Klipp Oktober 2002
Nicht nur Schifahrer und Snowboarder, auch Wanderer kommen auf ihren Genuss
Pistenspaß und Thermengenuss
Jahr für Jahr werden die Aufstiegshilfen modernisiert.
So kann man ab diesem Winter witterungs-
Gasteiner Heilstollen
Natursauna und Viagra der Alpen
Das zeitaufwendige Zeremoniell mit dem Gesundheits-Check ist nicht jedermanns Sache,doch wenn’s hilft,dann soll es so sein. Der kleine,enge Stollenzug,der jeweils hunderte Gäste bis zu 2,5 km in das Berginnere transportiert,wo sie in verschiedene Stationen dem Körper Ruhe und Erhohlung gönnen,wirkt nicht auf jeden befreiend und anregend,aber was tut man nicht alles für die Gesundheit.
flussen. Nicht nur bei Erkrankungen wie Morbus Bechterew verspricht eine Einfahrt in den Gasteiner Heilstollen sehr gute Heilungsaussichten,auch Zivilisationskrankheiten und Allergien wie z.B. Heuschnupfen können wirkungsvoll bekämpft werden.
In den tiefen Stollen des Radhausbergs,wo man schon im Mittelalter nach Gold suchte, fanden Bergarbeiter zwar nicht die erwarteten ergiebigen Mengen des begehrten Edelmetalls,doch machten sie eine andere wundersame Entdeckung:Ihre rheumatischen Beschwerden verschwanden trotz körperlicher Schwerstarbeit im Inneren des Berges. Ein Phänomen, das Wissenschaftler durch gezielte Untersuchungen in den 50er-Jahren bestätigten.
Bei bis zu 41,5 °C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von bis zu 100 % registrierten Geologen und Geophysiker auch eine geringe Alphastrahlung des Edelgases Radon. Diese relativ niedrige Radonkonzentrationen in günstiger Kombination mit hoher Temperatur und Luftfeuchtigkeit kann die verschiedensten Krankheitsbilder sehr positiv beein-
Der Gasteiner Heilstollen eignet sich nämlich keinesfalls ausschließlich zur gezielten Behandlung von Erkrankungen,sondern stellt aufgrund des positiven Reizes auf den Stoffwechsel auch eine ausgezeichnete Möglichkeit zur Stärkung des Immunsystems dar. Unbestritten sind unter anderem auch die positiven Reize des Heilstollenklimas auf Fruchtbarkeit und Potenz, was wiederum zur kreativen Namensgebung wie „Viagra der Alpen“ oder „Luststollen“ geführt hat,aber auch das äußerst umfassende Wirkungsspektrum und die Vielseitigkeit der „Natursauna im Berg“ unterstreicht. ■
75 Klipp Oktober 2002
Bergknappen wurden trotz schwerster Arbeit ihre rheumatischen Beschwerden los
begehrteste Fotomotiv
Gewöhnungsbedürftig: Die 2,5 km lange Fahrt mit dem Stollenzug
Genießen Sie unsere Küche und ein unvergleichbares Panorama
geschützt mit der neuen 4erSesselbahn (mit Bubbles) vom Skizentrum Angertal noch bequemer auf den Stubnerkogel gleiten. Nachtschwärmer können sich jetzt sogar noch spätabends auf der Buchebenskiwiese in Bad Gastein bei Flutlicht dem Snowboard- und Carvingvergnügen hingeben.
Einfach „Herbstlich“
Mousse „Vitello tonnato“ auf Essiggurkerlcarpaccio ***
Steirische Kürbissuppe mit Kernölspur ***
Eierschwammerlcurry mit knusprigen Thymianrisottoröllchen ***
Überbackenes Rinderfilet mit Schwammerlbutter auf Rotweinzwiebel ***
Amarettoeisparfait mit gebrannten Feigen
35,--
Restaurant „IM FÜNFTEN“
A-8010 Graz Jakominiplatz 12. Tel:0316/832777
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Wer nicht auf Schi und Snowboard unterwegs ist,der genießt 100 Kilometer bestens präparierteWinterwanderwege oder begibt sich per Pferdeschlitten auf eine romantische Reise durch den Schnee des Nationalparks Hohe Tauern. Wem das zu passiv erscheint, der kann natürlich auch mit Schneeschuhen auf Winterentdeckungsreise gehen,um die Natur in der ruhigen Jahreszeit hautnah zu erleben. Action pur darf natürlich auch abseits der Piste nicht fehlen,ist das Gasteiner Tal doch für ausgezeichnete Bedingungen bei den Fans des Eisklettersports in aller Munde. Egal,ob Anfänger oder Profi – die ortsansätzigen Alpinguides entführen Sie in eine beeindruckende Welt aus Eis und Schnee.
Drei Orte mit drei verschiedenen Charakteren! Bad Gastein verwöhnt seine Gäste mit gediegenem Komfort,einzigartiger Belle-Epoque-Romantik, dem Flair eines international bekannten Casinos sowie einem vielfältigen Kultur- und Unterhaltungsangebot.Im sportlich-modernen Bad Hofgastein findet der Gast Lebendigkeit und Aufgeschlossenheit,charmant verpackt an einem Ort der Erholung und Entspannung,eingebettet mitten in die Gasteiner Bergwelt. Dorfgastein wiederum steht für urige Bergromantik und liebenswertes Brauchtum,bodenständige Gastlichkeit,Sport- und Wanderausflüge,Spiel,Spaß und Unterhaltung für die ganze Familie. ❑
Tagen und Relaxen – auf der Alm!
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Schon Kaiser und Könige und andere Prominenz setzten auf die Heilkräfte des Thermalwassers
Blut und Tränen an den Ufern An der Quelle des Isonzo
Unser Ziel ist der Ursprung eines für die österreichische Geschichte historisch gewordenen Flusses –der Isonzo, an dem im Ersten Weltkrieg tausende Soldaten ihr Leben lassen mussten. Seine Quelle liegt im heutigen Slowenien, nicht unweit der österreichischen Südgrenze. Durch den Karawanken-Tunnel geht es nach Jesenice und von dort über den Vrisic-Pass ins SocaTal, so nennen die Slowenen den Grenzfluss zu Italien.
27 kopfsteingepflasterte Kehren führen uns ins Tal hinunter,und den Weg durch eine unwegsame Felsenschlucht nehmend gelangen wir zur Quelle der Soca oder des Isonzo,wie er im Italienischen heißt. Durch schluchtarti-
ge Täler hindurch bahnt sich der Fluss seinen Weg durch den Nationalpark Triglav. Orte wie Bovec,Tolmin,Kanal oder Nova Gorica liegen an seinen Ufern. Bei Letzerer wechselt der Fluss auf die italienische Seite,wandelt sich zum Isonzo,dessen Name untrennbar mit den IsonzoSchlachten des Ersten Weltkrieges verknüpft ist. Schließlich mündet der mittlerweile träge gewordene Fluss in einem weit gefächerten Delta nahe Monfalcone in die ObereAdria.
Einst Aura des Schreckens
Zurück zum Ursprung dieses außergewöhnlichen Flusses,an dessen Ufern sich einst im Ersten Weltkrieg in zahlreichen Kämpfen Blut und Tränen vermischten – von den Wirrnissen der Isonzoschlachten umgepflügt glich das gesamte Tal einer Geisterlandschaft. Heute erinnern daran nur noch Fragmente der
Text und Fotos: Heinz A. Pachernegg
Der wild romantische Oberlauf und seine Quelle (kleines Bild)
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Bäurin im Trentatal
Festungsanlagen von damals, überwuchert von üppiger Vegetation und dennoch von einer Aura des Schreckens umgeben. Der Urkraft der Soca hat das alles wenig anhaben können. Von der Kocà pri Izviru Soce,der Berghütte an der Socaquelle, führt ein schmaler Felssteig bergan. Gegenüberliegend zeigen sich sonnenumflutet die Gipfel der Usje. Die Täler sind in kaltes Blau getaucht. Die Quelle selbst verbirgt sich in einem schmalen,höhlenähnlichen Schacht. Nur während einer kurzen Zeitspanne des Tages dringen Sonnenstrahlen ins Innere der Höhle und tauchen den etwa 20 Meter tiefen Wasserschacht in gespenstisch leuchtendes Licht. Das Wasser zwängt sich durch Felskanäle ans Tageslicht und stürzt bereits nach wenigen Metern als Wasserfall zu Tale.
Durch enge Schluchten hindurch und auf abenteuerlichen Pfaden folgen wir dem Flusslauf,gewaltige moosbewachsene Felsen säumen das Flussufer. Flechtenüberwucherte Baumriesen schirmen das Tageslicht ab. Der Weg führt vorbei an verlassenen Gehöften,sumpfigen Wiesen, über schwankende Brücken,oft haarsträubend an glatten Felsabhängen entlang. Nach etwa dreistündiger Wanderung erreicht man Trenta. Auf der Wanderkarte als ansehnlicher Ort ausgewiesen,entpuppt sich dieser als bäuerliche Streusiedlung ohne erkennbares Zentrum.
Rasnici mit Polenta und Topfenkartoffeln
Die Menschen des Tales spiegeln die karge Landschaft wider. Zurückhaltend,beinahe schüchtern begegnen sie Neuankommenden. Wenig Fläche bleibt für landwirtschaftliche Nutzung,Allein der Fluss,so scheint es, haucht diesem Tal Leben ein, durchdringt es mit seiner Kraft und verscheucht ein wenig die Einsamkeit. Beliebteste Freizeitbeschäftigung der Bewohner ist – neben Boccia – „Trottoli“,ein Gesellschaftsspiel,das weniger mit einem wortverwandten Begriff gemein hat als vielmehr damit,einen Kreisel mittels eines Gummibandes in hohe Rotation zu bringen,um ihn dann mit diesem Kegel umzustoßen. Ansonsten bietet sich für den erlebnishungrigen Besucher nur das Trenta-Museum an. Neben völkerkundlichen Exponaten versetzen vor allem die Videoinstallationen „Geheimnisse der Soca“ von Andrej Zdravic in Begeisterung. Fantastische Unterwasseransichten führen den Betrachter in eine bizarre,verborgene Welt am Grund des Flusses. Wieder in der freien Natur und bereits von einer kühlen Abendbrise umweht,gestaltet sich die Suche nach einem Nachtquartier in dieser abgeschiedenen Gegend nicht gerade leicht. Schließlich bleibt nur noch das Schlafgemach der Urgroßmutter in einem abgelegenen Bauern-
hof,die Alternative zu einem „wilden“ Schlafplatz direkt am Ufer der Soca. Wir entscheiden uns für Letzteres! Vorher verlangt jedoch noch der Magen sein Tribut:Rasnici mit Polenta, dazu Topfenkartoffel und Trenta-Krapfen mit Birnenmus sind zwar nicht gerade „haubenverdächtig“,doch das Zlatorog-Bier mit der freundlichen weißen Gemse am Emblem fügt sich harmonisch zur Speisenfolge. Als Abschluss des Menüs folgt noch ein original slowenischer Sliwowitz. Jetzt noch etwas die Gedanken schweifen lassen –die messerscharfen Bergspitzen der Ticarica glimmen imAbendrot,und hier im Tal mischen sich die Gerüche aus der Küche des Restaurants mit dem Duft frischen Heus aus der Nachbarschaft.
Von Kilometer zu Kilometer wandelt sich nun die Landschaft. Auf den Weg Richtung Süden weitet sich auch das Tal. Zusehends gesellt sich auch italienisches Flair zur slowenischen Lebensart. Bovec,der touristische Hauptort der Region,hat sich bereits zu einem Zentrum für Sportbegeisterte entwickelt. Zu den Kajakfahrern kamen alsbald die Rafter,zu den Bergsteigern die Mountainbiker und Gleitschirmflieger. Auch Canyoning und Hydrospeed sind längst keine Fremdworte mehr. Geschäfte, Cafés und Restaurants drängen sich im quirligen Ortskern und auch im Winter ist hier einiges los. Der Ort verfügt mit dem
Hochplateau Kanin über das einzige hochalpine Skizentrum des Landes. Wer Fisch liebt,sollte einen kleinen Abstecher nach Cezsoca machen. In den Restaurants in Flussnähe werden angeblich die besten Forellen Sloweniens serviert. Aber auch Kajakfahrer aus vielen Staaten Europas haben vorübergehend ihr Domizil nach Cezsoca verlegt. Noch im Zwielicht der hereinbrechenden Nacht üben einige Verwegene Manöver im tosenden Wildwasser. Weiter südlich zieht sich die Soca jedoch in eine unzugängliche Schlucht zurück,die selbst professionelle Kajakfahrer mit Schaudern erfüllt. Dieser Abschnitt des Flusses gilt als unbefahrbar.
Kobarid,Volarje,Tolmin Kanal, Nova Gorica,Gradisca – bei jedem dieser Orte zeigt der Fluss ein anderes Gesicht. Längst hat er die Kraft und Unbekümmertheit des Oberlaufes abgelegt und lässt sich träge treiben. Kilometerlange Pappelalleen säumen auf der italienischen Seite die Ufer. Bereits nahe der Küste wechseln wir vom Wagen auf ein knatterndes Fischerboot und erleben die letzten Kilometer des Isonzo hautnah. Eine unbekannte,verschlungene,stille Welt umgibt uns nun. Im Delta fächert sich der Fluss in unzählige Nebenarme auf. Stunden sind wir durch diese Labyrinthe unterwegs,bis allmählich die Essenzen des Meeres über die Wasser des Isonzo die Oberhand gewinnen. ■
Der Triglav Nationalpark ist ein Paradies für Wanderer, mit wilden Schlafplätzen direkt am Ufer der Soca, im Slowenischen wird der Fluss plötzlich weiblich
Von Kilometer zu Kilometer wandelt sich die Landschaft, weitet sich auch das Tal
BESTSELLERLISTE
Romane
Der Strom
GerhardRothFischer € 20,50
Das Buch der Illusionen
PaulAusterRowohlt € 20,50
Die Korrekturen
JonathanFranzenRowohlt € 25,60
Alles was du brauchst
A.L.KennedyWagenbach € 30,40
Die weinende Susanna
AlonaKimhiHanser € 25,60
Nomaden Tochter
WarisDirieBlanvalet € 22,50
Sachbuch
Anklage Vatermord
MartinPollackHanser € 22,10
Mein Leben
HeinrichHarrerUllstein € 25,70
Winifried Wagner und Hitlers Bayreuth
BrigitteHamannPiper € 27,70
Meine Reise in die Vergangenheit
GeorgMarkusAmalthea € 21,50
Respekt
RichardSennetBerlinVerlag € 20,50
Anti-Stress-Ernährung
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Angeber haben mehr vom Leben
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Sozialleistungen im Überblick
Lexikon der Ansprüche und Leistungen / Kammer für Arbeiter und Angestellte Das Buch bietet allen Interessierten einen einfachen Zugang zu den wichtigsten Informationen über die zentralen Sozialleistungen in Österreich. Die Gliederung orientiert sich an typischen Lebenssituationen,an die Ansprüche auf Sozialleistungen regelmäßig anknüpfen:
Lesestoff
Die katholische Kirche und der Holocaust
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Alle Bücher erhältlich unter: www.webbuch.at
Matthias Uhl,Eckart Voland / Spektrum GroßeKlappe–undnichts dahinter? Platzhirsche und Partylöwen,eitle Pfauen und arrogante Snobs:Wen wollen sie beeindrucken? Was hat das alles mit Evolution zu tun? Mit zahlreichen Beispielen machen die Autoren deutlich,wie die Übertreibung auf die Welt gekommen ist. Und sie beschreiben die Konzepte und Theorien,mit denen Biologen und Evolutionspsychologen Angeberei,Extravaganz und Show erklären:Kosten-NutzenAnalysen, natürliche und sexuelle Selektion,offene und verdeckte Botschaften, demonstrativer Konsum ... ■
Die Wundermaschine
– Kinder/Familie – Arbeitslosigkeit – Wohnen – Arbeitsunfall – Ausbildung – Alter –Krankheit/Behinderung – Pflegebedürfigkeit – Ergänzende Sozialleistungen ■ Siemens – Anatomie eines Unternehmens Daniela Decurtins / Ueberreuter Siemens–wiekeinanderer steht dieser Firmenname für „Made in Germany“. Doch die dramatischen Veränderungen der Neunzigerjahre konfrontierten das mehr als 150 Jahre alte Unternehmen mit gewaltigen Herausforderungen:
Die Liberalisierungswelle,die Öffnung der abgeschotteten Märkte und die Globalisierung stellten die Spielregeln,die Siemens einst so perfekt beherrschte,völlig auf den Kopf. Anhand vielfältiger Recherchen und aufschlussreicherInterviewsmitAngestelltenaller Hierarchiestufen liefert die Autorin ein eindrucksvolles und facettenreiches Portrait des Phänomens Siemens. ■ Das Simenon Lesebuch
in Graz,Liezen, Deutschlandsberg,Hartberg, Kapfenberg,Leoben und Feldbach
Die unendliche Geschichte der Datenverarbeitung – von der Rechenuhr zum Internet Herbert Matis / Ueberreiter Kaum eine andere technische Errungenschaft hat in nur wenigen Jahrzehnten unser Leben so dramatisch verändert wie der Computer. Nahezu alle Bereiche sind davon betroffen,und ganz besonders die Wirtschaftswelt. Die Wurzeln unserer heutigen Informationstechnologie reichen allerdings weit zurück; über viele Generationen hinweg haben herausragende Köpfe Unglaubliches geleistet,um jene Grundlagen zu schaffen,auf denen die heutige moderne Informationstechnologie beruht. ■
Erzählungen – Reportagen – Erinnerungen. Briefwechsel mit Andrè Gide, Brief an meine Mutter.
Diogenes
Das Simenon Lesebuch bietet einen Querschnitt durch das Gesamtwerk des großen Erzählers –sowohl für die,die Simenon neu entdecken, wie auch für jene,die ihn immer wieder gern zur Hand nehmen. Die vorliegende Ausgabe enthält eigens für diesen Band geschriebene Beiträge von Elke Schmitter und Franz Schuh. Erstmals erscheinen hier auf deutsch die Erzählung „Der Orangenbaum auf den Marquesas-Inseln“ sowie der komplette,um achtzehn Briefe aus dem Nachlass ergänzte Briefwechsel mitAndré Gide ... ■
80 Klipp Oktober 2002 Bücher
Eine Koproduktion mit dem Institut Français de Graz und augartenkino kiz.
Einmal in der Woche – jeweils Donnerstag um 18 Uhr – wird sich das Augartenkino in eine Art kleine „Cinémathèque Francaise“ verwandeln und dem Grazer Publikum einen „Schatz“ aus der französischen Filmgeschichte mit englischen Untertiteln (teilweise auch deutsche Untertitel) zeigen. Seit dem Jahre 2000 ist der Film ein Schwerpunkt im Programm des Französischen Kulturinstituts,nicht zuletzt,weil es im Augartenkino einen engagierten,höchst kompetenten Partner gefunden hat. Er gründet auf einer langen Tradition,deren Meilensteine Meisterwerke sind,die zwar Epoche gemacht haben,heute aber kaum zugänglich sind,es sei denn,man könne die Pariser „Cinématèque“ oder den Kinosaal im Centre Pompidou regelmäßig besuchen. Das französische Außenministerium hat Archivsammlungen aufgestellt,die uns die Möglichkeit geben, die Entwicklung des französischen Kinos durch markante Filme der letzten 70 Jahre zu dokumentieren. Diese groß angelegte,sich über 6 Monaten erstreckende Retrospektive ist
Die Kritiken auf www.klippmagazin.at
DON CARLO:
Verdi im Opernhaus –da gab es tosenden (verdienten) Applaus für Dirigent Philippe Jordan und (unverdiente) Buh-Rufe für Regisseur G. H. Seebach. Der wollte das Publikum nämlich mit einer Video-Installationen schockieren und zeigte statt Hexenverbrennungen Kennedy,Golfkrieg und China-Revolution. Außerordentlich gut besetzt ist die Rollenverteilung. Tamar Iveri als Elisabeth,Andrea Silvestrelli als Philipp II. James Westman als Rodrigo und Malgorzata Walewska als Nebenbuhlerin sind herausragend,im Vergleich zu ihnen fällt nur Hauptdarsteller Jorge Perdigon ab. Das Resümee:„Don Carlo“ ist absolut einen Opernbesuch wert – vor allem auch für Leute,die neben wunderschöner Musik auch offen für mutige, spannende Inszenierungen sind.
DAS WEITE LAND:
Schauspielhausdirektor Matthias Fontheim hatte sich zum Auftakt kein einfaches Stück ausgesucht und inszenierte Schnitzlers Bezie-
in Graz eine Premiere. Sie wird dem filminteressierten Publikum Seltenheiten präsentieren, die sonst nirgendwo zu sehen sind.
Billy Wilder,der Klassiker Mit SOME LIKE IT HOT (1959),THE APARTMENT (1960),ONE,TWO,THREE (1961) und THE FORTUNE COOKIE (1966) stehen gleich vier Klassiker der amerikanischen Filmkomödie auf dem Programm. Billy Wilder,der am 22. Juni seinen 95. Geburtstag feierte,hat dieses Genre be-
hungsdrama gleich selbst. Doch mit jedem der fünfAkte gelang es ihm und seinen Schauspielern (am besten: Dominik Warta als schlacksiger Casanova, seine Bühnen-Ehefrau Martina Stilp, Frederike von Stechow und Jungstar Andrea Wenzl,die das Auditorium als jugendlichverführerischen Lolita verzauberte.
reichert und geprägt wie kein anderer Filmemacher seiner Zeit.
In seiner Jugend muss er ein Wirbelwind von einem Mann gewesen sein,zunächst als Journalist in Wien,dann als Eintänzer in Berlin und schließlich,1933,als Flüchtling auf dem Weg nach Amerika,Kalifornien, Hollywood,wo er binnen weniger Jahre als Regisseur,Autor und Produzent zu einer Legende des Kinos wurde. Seine einzigartige Karriere seither umfasst mehr als sechs Jahrzehnte.
Augarten KIZ
Er arbeitete u.a. mit Lilian Harvey und Buster Keaton,Gloria Swanson und Erich von Stroheim,Marlene Dietrich,Ginger Rogers, Kirk Douglas,Kim Novak,Dean Martin, Jack Lemmon,Walter Matthau,Tony Curtis, Marilyn Monroe ...
Sein ureigentliches Metier ist freilich das Filmlustspiel,sein Wortwitz brillant und seine Weltsicht die eines liebenswürdig sarkastischen Humanisten.
Eines seiner Gebote lautet:„Du sollst nicht langweilen!“
mit seiner Margret,die erst während des ersten Aktes ihr Handy ausschaltete,Konsul Johannes Hornig mit seiner Edith) oder VIPs aus Kultur (2003-Astrid Bader,Bernd Jeschek,Intendantin Karen Stone) und Sport (die Fußball-Präsidenten Rudi Roth und Hannes Kartnig) – keiner ließ sich den Bühnen-Auftakt entgehen. Sturm-Boss Kartnig,eigentlich ein bekannter Kultur(politik)kritiker und seltener Bühnengast saß übrigens eine Zeitlang alleine in seiner Loge – seine Evelyne kam nämlich erst verspätet.
PISTOLE AUF KLASNIC:
LH Waltraud Klasnic ließ sich den heurigen Opernauftakt natürlich nicht entgehen – und spielte sogar ein wenig mit dabei!
UMSONST:
Nestroy-Skeptikern sei der Besuch der aktuellen Conny-Crombholz-Inszenierung angeraten. Nach ihren „Präsidentinnen“ und Schwabs „Volksvernichtungen“ kennt sie die österreichische Seele gut genug,um auch dem oft angegrauten Image des Wien-Literaten neues Leben einzuhauchen.
Der Bühnen-Tratsch auf www.klippmagazin.at:
PROMI-AUFMARSCH ZUM SAISON-
START:
Egal ob Politiker (Bürgermeister Alfred Stingl, SPÖ-Gesundheitslandesrat Günter Dörflinger oder FPÖ-Stadträtin Maxie Uray Frick),Wirtschaftsgranden („Saubermacher“ Hans Roth
Denn knapp vor der Pause richtete „Don Carlo“ Jorge Perdigon plötzlich seine Pistole auf ihre Loge – aber sie hatte (natürlich) für kurze Augenblicke für das spanische Herrscherpaar Philippe II. und seiner Elisabeth Platz gemacht. Kein Grund also für unsere „Landesmama“ beim nächsten Opernbesuch mit Bodyguards anzurücken ...
„UNBEKANNTE NACHBARN“:
Schauspielhausdirektor Matthias Fontheim freut sich über das 2003-Projekt „Unbekannte Nachbarn“,bei dem nun die drei Siegerstücke präsentiert wurden (er selbst war ja auch in der Endjury). Fontheim:„Es könnte leicht sein,dass wir in der Saison 2003/04 eines davon in unser Programm aufnehmen.“ (Bernd Hadler) ■
81 Klipp Oktober 2002 Kino
Don Carlo: Lob für Musik, Kritik für Regie.
F otos:Theater,Graz
Dominik Warta und Martina Stilp begeistern
Trailer
„Some like it hot“
Tür auf zum Golfen
Wenn Sie bei Ihren einmal erlernten Grundlagen bleiben und einige zusätzliche Übungen machen, müssen Sie eigentlich in
der Lage sein, unbeeinträchtigt durch Schaftlänge und Schlagflächenneigung immer gute Schwünge zu machen.
Keine Angst vor langen Eisen
Ihre Ansprechstellung und Haltung bleiben gleich
Schlägereinsatz hin zum Ball
Ihr Basisschwung bleibt gleich und alles andere auch. Mit folgenden kleinenAnpassungen:
Ihre Fußstellung ist weiter,ungefähr Schulterbreite oder etwas darüber.
Der Ball ist automatisch durch den längeren Schaft etwas wei-
ter vom Körper entfernt und bei den längeren Schlägern stehen Sie insgesamt aufrechter. Beachten Sie,dass ich den Ball hier ein klein wenig links von der Körpermitte liegen habe. Mein Gewicht ist gleichmäßig verteilt und meine Hände sind auf gleicher Höhe wie der Ball.
Im Treffmoment sollte Ihr Schläger noch in der Abwärtsbewegung sein und nicht schon wieder auf dem Weg nach oben. Es sollte sich so darstellen,dass Sie das Divot,das von Ihrem Schläger auf den Boden geschellt wird,vorn auf den Ziel zugewandten Seite des Balles ziehen. Ich habe hier
Hiermit können Sie sich mehr Gefühl erwerben,einerseits für das Timing bei der Körperdrehung und zum anderen beim Arm- und Handeinsatz. Sie werden das Gefühl dafür bekommen, wie Ihre rechte Körperseite die Muskelenergie freisetzt. Nehmen Sie das Eisen vier und sprechen Sie den Ball wie gewohnt an. Legen Sie dann den Schläger beiseite und nehmen Sie einen Ball in die rechte Hand. Schwingen Sie wie gewohnt auf (Bild 1). Beim Abschwung strecken Sie den rechten Arm wie beim richtigen Schlag. Ihr Ziel ist,den Ball in Ihrer rechten Hand so freizugeben,dass er den Spielball auf dem Boden trifft (Bild2). Führen Sie den Schwung bis zum Ende durch.
zur Demonstration sieben Bälle aufgelegt,von denen der mittlere knapp vor der Körpermitte liegt. Machen Sie eine Reihe von Probeschwüngen und finden Sie heraus,wo Sie den tiefsten Punkt in Ihrem Schwungbogen haben. Anhand dessen platzieren Sie Ihren Spielball. Wiederholen Sie diesen Vorgang auch mit Ihrem anderen Schläger,um die jeweils richtige Lage für Ihren Spielball zu ermitteln. Es gelingt Ihnen bedeutend leichter,wenn Sie sich vorstellen,dass der Schläger erst den Ball und dann den Boden berühren soll. Die Neigung der Schlägerfläche gibt dem Ball seine Flughöhe. ■
82 Klipp Oktober 2002
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Von Head Pro Ali Rosker im Golfclub Erzherzog Johann, Maria Lankowitz
Der Schlag hinunter lässt den Ball steigen
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