Haiders Revolte Steirer-FP zweites Opfer?
Servicenummern Bei Anruf pleite
Dalai Lama ‚Jahrmarkt’ abgesagt
200.000 Fans an jedem Wochenende
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Vereine überleben nur mit Schwarzgeld
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Champions-League-Stars kicken als Arbeitslose
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SEPTEMB
COVERSTORY
Volksdroge Fußball: Hosen runter! Wie Vereine mit dem Geld „tricksen“....
POLITIK & WIRTSCHAFT HINTERGRUND MEDIEN
Schachner-Linie ist tot. Franz Voves verordnet SPÖ Richtungsschwenk. ........................ 12
Bessere Bildungspolitik tut Not. Bildungsexperte Hochegger von Koalition enttäuscht. ........ 13
Endkampf Haider – RiessPasser. Was Kabarettist Schneider diagnostiziert. ................... 14
Der Euro ist ein Feldbacher. Max Wratschgo erinnert sich...16
Reserve-Haider Rudolf Fußi: Habe Blut geleckt. ................... 18
Lilly Lotterblume. 17
Der Schweinefürst von St. Peter. Bgm. Thusswohl spaltet St. Peter/Ottersbach. ............... 20
Stadthalle. Aufbruch in eine neue Ära. ................................ 22
Sonderprüfung Selbstständigkeit. 24
Nach Anruf pleite. Nepp mit Servicenummern. ................... 28
Kläranlagen: Saubere Lösungen für das Abwasser. ............. 34
So anders? Frauen können zwei Dinge gleichzeitig tun,Männer nicht? ...................................... 54
Keine Kultur ohne Menschenrechte. KLIPP-Schubhaftstory löst Lawine aus. ....... 55
Auftritt einer Rhetorikdiva. Finanzminister Grasser macht Theater in der Grazer Oper. .... 58
„Jahrmarkt“ um Dalai-Lama -Besuch abgesagt. „Fulminantes“ Rahmenprogramm war Luftblase. ............................... 56
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4 Klipp September 2002
Faszination Truck-Trial. EM-Lauf im Voitsberger Zangtal. ........... 78
DerEndkampf: Riess-Passer gegen Jörg Haider. ............................. 14
BER 2002
STANDARDS
Zu diesem Heft …
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66
Unerforschte Qual. Multiple Sklerose:die Geißel der Ungewissheit. ................................. 71
Die steirische Kur. F. X. Mayr sorgt für Wohlbefinden. .......... 68
84 Kino. 85
SONDERTHEMA
Businesspark Reininghaus. EinBusinesspark der besonderen Art entsteht. .............. Heftmitte
Uns wird in diesen Tagen noch einmal vorAugen geführt,welches Grauen der 11. September des Vorjahres mit sich brachte. Diese schreckliche Terrortat hat sich in unsere Gehirne eingegraben,aber bis heute sind allerdings die Köpfe,die diesen Wahnsinn ausdachten – letzte Beweise gibt es leider noch immer nicht – weder gefasst noch zur Rechenschaft gezogen. Die Amerikaner haben in der Zwischenzeit ihren Kreuzzug gegen das Böse begonnen,besser gesagt,was sie als böse definieren. So haben sie Afghanistan mit tausenden Bomben belegt – einen Staat,der schon vor dem 11. September nur noch ein Skelett war – und damit auch zusätzliches Leid über zahllose unbeteiligte Familien gebracht. Glaubwürdig informiert darüber wurde die Welt nicht. Es geht mir nicht darum,einen billigen antiamerikanischen Standpunkt einzunehmen,doch leider wird jeder sofort mit diesem Vorwurf konfrontiert,der nicht seine
Erinnerung an das Grauen
Himmelsmacht Liebe in Freiberg. KLIPP-Autor Walter Helds erster Roman. ................. 6
Legende feiert Hunderter. Edlinger,Schopp und Co. – Promis lieben Harleys. ................. 76
uneingeschränkte Solidarität mit den Amerikanern kundtut. Es gibt gewiss allen Grund,über die Entführung derVerkehrsflugzeuge,die gezielt in die beiden Türme des höchsten Gebäudes der Stadt NewYork gesteuert wurden,wobei mehr als 3000 Menschen umkamen,Entsetzen und Schrecken in einemAusmaß zu empfinden,das einen zunächst sprachlos macht. Doch alle Betroffenheit und Befangenheit darf nicht dazu führen, dass Ohnmacht,Trauer und auch Abscheu sofort mit politischen Phrasen und militärischen Aktionen überdeckt werden,die noch mehr Leid herbeiführen. Osama Bin Laden sollte zur Strecke gebracht werden,doch bis heute weiß man nicht einmal,ob er noch lebt,und er wird als Person immer unwichtiger. Not und Verelendung,verbunden mit Ausweglosigkeit für Millionen von Menschen in einer immer ungerechteren Welt, sind der ideale Nährboden für Eiferer,Fanatiker (sie leben auch unter uns) und Terroristen. Wer sich allerdings bloß vordergründig über deren Worte und Taten empört,ohne darüber Rechenschaft abzulegen,inwieweit er selber die Entstehung eines solchen gewalttätigen Klimas herbeigeführt oder zumindest geduldet hat,der setzt sich vor der Geschichte doppelt ins Unrecht. Vor die Wahl zwischen Recht und Macht gestellt, entschieden sich die Amerikaner bisher noch immer für die Macht.
IMPRESSUM
Medieninhaber:
KLIPP Zeitschriften GmbH Nfg & Co KG, 8041 Graz, Liebenauer Hauptstraße 2-6, Tel. 0316/ 42 60 80-0, Fax-Dw 122
Herausgeber & Geschäftsführer: Dr. Jürgen Lehner
Marketing &Eventmanagement: Mag. Vera Leon
Sekretariat:
Bühnen-Premieren im Internet. Die schnellsten Kritiken des Landes. ................................... 60
Stirbt Österreichisch aus?........ 61
Vermählung mit dem Auto. Themenpark Wolfsburg gibt Segen für eine intime Beziehung. ....... 64
Golfen mit Ali Rosker.Trainerstunde: Aller Anfang ist nicht schwer. .......................... 83
Isabella Hasewend
Chefredakteur-Stv.: Mag. Karl Fitzthum
Anzeigenleitung: Georg Schottmeier
Redaktion und Mitarbeiter (Verkauf): Mag. Helmut Bast, Daniela Gößler, Bernd Hadler, Walter Held, Wolfgang Helke, Karl Knas jr., Mag. Vera Leon, Peter Rappold,
Jürgen Lehner
Produktion:
agentur print-line, Gerald Hammerer
Lektorat: Barbara Gruber, Iris Hipfl
Cover: Herbert Maitz Internet / EDV: Gerald Hammerer, Georg Schottmeier
Fotos:
KLIPP-Archiv (wenn nicht anders angegeben)
Druck:
Universitäts-Druckerei Klampfer, Weiz
Abonnentenpreise: Jahresabo € 14,53, Zweijahresabo € 26,16, Studentenabo: 2 Jahre € 18,16, 1 Jahr € 13,08
Vertrieb:
Morawa Pressevertrieb
Erscheinungsort: Graz, Verlagspostamt: 8020 Graz, P.b.b. www.klippmagazin.at Nächster Erscheinungstermin: Ausgabe 10/2002, KW41
5
September
Gesundheit.
Klipp
2002 Spots. 6 Auto & Motor. 62
Lesestoff.
„Ösisprache platt gemacht“
KULTUR LEBEN&LEUTE
n“. 46
Spots
Spots
Massenansturm bei der VIPEröffnung des neuen H&M am Eisernen Tor in Graz. Egal ob
(Kabarettist Jörg-Martin Willnauer,„Operncafé“-ChefinWaltraud Hutter oder Juwelier Hans Schullin) – keiner ließ es sich nehmen H&M-Österreich-Geschäftsführerin Claudia Oszwald zum neuen InnenstadtStore zu gratulieren. Viele davon ließen sich auch den 50%Einkaufsvorteil zum Start nicht entgehen und ließen sich auch durch „ewiges“Anstellen an der Kassa nicht davon abbringen. Die Ansage des Abends lieferte übrigens „Krone Hit R@dio“-Studioleiter Thomas Rybnicek,als er Sturm-Präsident Hannes Kartnig im Einkaufsrummel entdeckte:„Ob der jetzt schon einen Trainer um 50 % sucht?“ ❑
Das Kindermuseum –Meilenstein für ein kinderfreundliches Graz
Die Idee eines Kindermuseums hatte Jugendstadträtin Tatjana Kaltenbeck-Michl schon zu Beginn ihrer Amtszeit 1995. Es war ein Weg voll mit Hürden und Stolpersteinen,doch es zeigt sich,dass sich Visionen und ein langer Atem doch auszahlen. Im Herbst 2003 wird das Grazer Kindermuseum,ein Haus von A bis Z nur für Kinder,eröffnet werden. Die Philosophie des Kindermuseums im GrazerAugarten ist ganz an den vitalen Bedürfnissen der Kinder orientiert:Kinder wollen gestalten,ausprobieren,sinnliche Erlebnisse haben,spielen,erforschen und entdecken.
„Kunst und Kultur darf nicht der Erwachsenenwelt vorbehalten bleiben“,ist Kaltenbeck-
Himmelsmacht Liebe in Freiberg
Bei KLIPP arbeiten Menschen, die für ihr Leben gerne schreiben. Manche sogar auch noch in ihrer Freizeit – wie etwa unser Walter Held. Das Resultat seines privaten Schreibtriebes ist
Alkoholtherapie im Landessonderkrankenhaus dem Leben wieder gegenüber,voller Tatendrang,voller Engagement.
330 Seiten dick geworden und heißt „Hofmann oder:Die Liebe ist eine Himmelsmacht“ (erschienen bei der „Steirischen Verlagsgesellschaft“). Präsentiert wird der Erstling am Freitag,dem 13. September ab 20 Uhr im Festsaal des Schlosses Freiberg (bei Gleisdorf). BluesMusiker Effix sorgt für die musikalische Umrahmung,außerdem wird fürs leibliche Wohl gesorgt – ein Pflichttermin also für alle,die an Büchern und mehr interessiert sind.
Worum geht’s eigentlich in dem Roman? Um die schwierigste Phase im Leben eines Mannes, den Übergang von der Pubertät zur Senilität. Hauptfigur Hofmann steht nach überstandener
Doch als tragische Figur im Shakespear’schen Sinn tappt Hofmann abermals ins Verderben. Er ist ein Träumer,ein Grenzgänger zwischen Hybris und Minderwertigkeitskomplex, der nur in punkto Selbsttäuschung perfekt ist.
Der Roman ist gespickt mit wohltuenden Seitenhieben auf unsere Wohlstandsgesellschaft und trotzdem keine Allerweltsanklage – einfach ein Stück Lesevergnügen.
Übrigens:Viele Steirer kennen den Namen Walter Held nicht nur aus ihrem KLIPP. Denn der 1956 geborene Held blickt bereits auf eine ORF-Karriere zurück,konnte sich auch in zahlreichen karitativen Aktionen („Nachbar in Not“,„Steiermark hilft“) auszeichnen. Und dass auch er an die „Himmelmacht Liebe“ glaubt,versteht sich ja von selbst ... ■
Michl überzeugt. „Denn die Frage,wie wir unsere Kinder an Kultur heranführen,hat nachhaltige Wirkung darauf,welches Wertesystem sie entwickeln und ob sie später als Erwachsene Kunst und Kultur als Bereicherung ihres Lebens erfahren können.“ ❑
Stadtpolitiker (Alfred Stingl, Siegfried Nagl,Walter Ferk),
Konkurrenten (Martin Wäg und Thomas Böck von „Kastner + Öhler“,„bébé“-Lady Elisabeth Uhlmann) oder sonstige Promis
6 Klipp September 2002
StR Tatjana Kaltenbeck-Michl freut sich, dass sich das Kindermuseum doch noch verwirklichen ließ
Von Bernd Hadler Von Bernd Hadler
F oto:Hadler
Walter Held präsentiert am 13. September seinen Roman „Hofmann“
Graz-Bürgermeister Alfred Stingl, H&M-Chefin Claudia Oszwald und Sturm-Boss Hannes Kartnig F oto:Nina Krok
Kartnig suchte 50%-Trainer
Projektentwicklung mit IMMORENT SÜD
Mehr Know-how pro Quadratmeter
„Als führender Betriebsansiedler in der Steiermark hält die IMMORENT SÜDFlächen im Ausmaß von nahezu 500.000 m2 bereit.Unter dem Motto ,Wir machen Visionen wahr‘ sichert sie auf eigenes Risiko Grundstücke mit hervorragender Infrastruktur und entwickelt daraus zukunftsweisende Projekte. Investoren und Nutzern bietet die IMMORENT SÜDeine komplette Dienstleistungspalette rund um die Immobilie – von der idealen Finanzierung über das Baumanagement bis hin zur schlüsselfertigen Übergabe und Verwaltung von Objekten.“
Ing. Heinz Moser, Geschäftsführer der IMMORENT SÜD GesmbH
Wenn Sie mehr über die Leistungen der IMMORENT SÜD wissen möchten oder Detailinfos zu unseren aktuellen Angeboten wünschen, fordern Sie unsere Projektentwicklungsmappe an.
Kontakt: IMMORENT SÜD GesmbH
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Liezen
Handels- u. Gewerbepark Spielberg
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Innovationspark Graz Puchstraße
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Leasing & More: Die Kernkompetenzen der IMMORENT SÜD
■ Immobilien-Leasing
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■ Projektentwicklung
IMMORENT SÜD leasing & more Ein Unternehmen der Erste Bank-Gruppe und der Sparkassen
Leoben West Prettachfeld
Die Oststeiermark ist für junge Leute ein Fortgeh-Eldorado. Kaum verlässt man die Südautobahn,reihen sich diverse Discotheken und Nachtlokale „praktisch aneinander“. Was
Von Bernd Hadler
bisher gefehlt hat:ein junges Lokal der etwas gehobenenArt. Das haben sich vor etwas mehr als einem Jahr wohl auch Manfred Hofer,Max Moder,Martin Keiler und Thomas Überbacher gedacht – und verfielen auf die
Bussi Bussi, Rrrrrrrrrossini! Bussi Bussi, Rrrrrrrrrossini!
glorreiche Idee,im ersten Stock eines neuen Gleisdorfer Einkaufszentrums das „Rossini“ zu errichten. In der Früh ein Café, tagsüber ein Restaurant und des Nächtens Nightlife pur – so simpel war das Konzept. Und jetzt,nachdem das „Rossini“ Woche für Woche bis zum Bersten gefüllt ist,kann man nur sagen:Das Konzept hat gestimmt.
Ein KLIPP-Lokalaugenschein an einem ganz gewöhnlichen Freitagabend:Als wir ankommen,ist derRiesenparkplatz bereits zu neunzig Prozent voll. Zu behaupten,dass hier „nur“ neue BMW,Golf oder Sportwägen stehen,wäre übertrieben. Sie sind aber auch nicht zu übersehen. Genauso wenig wie die vielen Grazer Kennzeichen,die sich auf den Weg in die „Provinz“ gemacht haben.
Dann im Lokal:Herzlich willkommen in der oststeirischen Bussi-Bussi-Gesellschaft. Blonde Mädchen,wohin das Auge reicht.MuskulöseBoysinengen Shirts. Tiefe Ausschnitte und
gute Musik. Bussi links, Bussi rechts:„Hi,wo warst denn letztes Wochenende?“
„In Italien,aber jetzt bin ich wieder da.“
Die Kellner-Crew ist die ganze Nacht hindurch im Vollstress. Aber das Positive daran:Ein Lächeln haben sie trotzdem immer auf den Lippen und ein weißer Spritzer kostet auch nur 1,90 Euro.Wo gibt’s das in Graz?
Mister Styria-Wahl war Pflicht
Dass Misswahl-Organisatorin RikiVogl auf der Suche nach einer passenden Location für ihre „Mister Styria 2002“-Wahl nicht am „Rossini“ vorbei kam,ist offensichtlich. „Obwohl“,vertraute uns beim gelungenen Event ein weiblicher Stammgast an, „das männliche Durchschnittspublikum hier schöner ist als so mancher,der heute hier auf der Bühne steht.“ Macht nichts:Solange ein Mann schöner ist als einAffe,oder?
Die Promis in der Jury (unter
das
anderem „Mandlbauer“-Prokuristin Dagmar Koller,Bürgermeister Christoph Stark,Lena Birnstingl,die dritte der heurigen „Miss Austria“-Wahl und Ex-Sturmkicker Jan-Pieter Martens,der sich jetzt hauptberuflich seiner Musik widmet) sowie im Publikum (Gaby Manninger und Thomas Rybnicek vom Krone Hit R@dio,Fußball-Legende Rupert Marko usw.) waren von den zur Wahl stehenden Boys begeistert – und konnten sich erst im allerletzten Moment für Alexis Lappas als Sieger entscheiden. ■
8 Klipp September 2002
Mister-Wahl im „Rossini“: so viele schöne Männer auf einem Haufen
Im neuen oststeirischen Szene-Tempel treffen sich Reich und Schön – überwiegend.
Das ist der schönste Mann der Steiermark: Alexis Lappers, halb Grieche, halb Grazer
Im neuen Einkaufszentrum versteckt:
„Rossini“, seines Zeichens der Top-Szenetreff in der Oststeiermark
Ex-Grazer als Thermenkönig
Thal putzt sich heraus
Jedes Jahr zittern die österreichischen Thermen dem großen Test des Vereins für Konsumenteninformation entgegen – und auch heuer durften Steirer jubeln. Für das RognerBad Blumau gab’s die Höchstpunkteanzahl,genauso wie für die Sonnentherme Lutzmannsdorf. Die steht zwar im Burgenland, trotzdem konnte ein Ex-Grazer jubeln:Denn Geschäftsführer W olfgang Stündl hat eine unvergessene steirische Vergangenheit. Bis zu Beginn der 90er-Jahre war er einer der TopGastronomen,führte unter anderem den „Kaiserhof“,das „Operncafé“ und den Congress. Nach einem kurzen Abstecher in die neuen deutschen Bundesländer übernahm er die Burgenland-Therme – und glaubt heute:„Es könnte sein,dass ich hier sogar in Pension gehen werde.“ Denn der verheiratete Thermenboss fühlt sich hier nicht nur wohl,er hat auch genug zu tun:
„Freizeit ist das,was die Besucher in der Marktgemeinde Thal bei Graz finden können“,so Bürgermeister Peter Urdl anlässlich der Eröffnung des neuen Freizeitparks Thal,der aufgrund einer Bürgerbefragung realisiert wurde. Obwohl an Einwohnerschaft (2141 wurden gezählt) klein,ist die Gemeinde doch gut bekannt in der Region und darüber hinaus. „Da ist vor allem die Pfarrkirche zu nennen“,soderBürgermeisterstolz, „die durch den Zubau des international anerkannten Malers und Künstlers Ernst Fuchs zu einer Attraktion für Besucher aus dem In- und Ausland geworden ist.“AberauchdieNachbarnaus Graz und Umgebung nützen die vielen Möglichkeiten von Thal. Ob es sich nun um die Bootsfahrer und Fischer handelt,die Eisläufer,die den Thalersee nützen,
oder die Golfer,die in mittelbarer Zukunft auf einer 18-LochAnlage einputten können,die Schilangläufer oder die Wanderer,die in dem sehr reizvollen, unter Naturschutz stehenden Gebiet unterwegs sind. Der vor wenigen Wochen eröffnete Freizeitpark ist sozusagen für die Thaler „selbst reserviert“. Er umfasst ein kleines Fußballstadion mit mehreren Feldern,einen Rasen- und BeachVolleyball-Platz, überdachte Sportstockbahnen,ein Clubhaus und einen Kinderspielplatz.
Und weil man inThal immer innovativ und umweltbewusst denkt,wurde auch die Energiefrage für den Park durch Sonnenkollektoren und Wärmepumpe gut gelöst; die Beregnung erfolgt aus der Hanglage heraus. Bürgermeister Urdl:„In unserer Gemeinschaft ist der Sport sehr wichtig und mit dem Freizeitpark haben wir eine Stätte der Begegnung und eine attraktive Bereicherung für unser Gemeindeleben geschaffen.“ ■
Assl:Jetzt 1 Euro für jeden ersten Laufmeter!
Für alle Steirerinnen und Steirer: Küche nach Maß um nur €1,-!
In der Sonnentherme-Babyworld gibt’s alles für „Minis“
„Zur Zeit werden 30 Millionen Euro in unsere zweite Ausbaustufe investiert,die im Mai dann eröffnet wird. Dann haben wir 2.500 m2 Wasserfläche und rechnen mit 500.000 Besuchern pro Jahr!“
Und wie ging’s den restlichen Steirer-Thermen beim Test? Loipersdorf,Bad Gleichenberg und Bad Waltersdorf bekamen ein „Sehr Gut“,nur Bad Radkersburg musste sich mit einem „Gut“ zufrieden geben. ■
Lieboch. – Der starke Steirer in Lieboch hat sich für den Herbst etwas Besonderes einfallen lassen. Der erste Laufmeter Küche kostet nur 1,- Euro. Und das schon beim Kauf von 5 Laufmetern Küche. Die Aktion gilt für alle Markenküchen wie z.B. EWE, DAN, FM, Braal u.s.w. Daher sind Markenküchen bei Möbel Assl in Lieboch so günstig wie nirgendwo. Auch
während derAktion genießen alle Küchenkäufer den vollen Beratungs- und Planungsservice. Jede Küche wird nach ausführlichen Beratungsgesprächen individuell und millimetergenau nach Maß geplant. ❑
Johann Assl: „Nur jetzt gibt’s Küchen nach Maß um nur € 1,- für den ersten Laufmeter! Und das gilt für alle von uns geführten Markenküchen schon ab 5 Laufmetern!“
9 Klipp September 2002
Wolfgang Stündl: Erfolgreicher Manager im Burgenland
F oto:Sonnentherme Lutzmannsburg/Frankenau
Bürgermeister Urdl mit Landesrat Dörflinger: Sind begehrtes Ziel
Zwei alte Freunde treffen einander bei einem Bier, der eine ist Walter Held, Journalist mit logistischer Erfahrung aus der Aktion
„Nachbar in Not“, der andere ist Gottfried „Gogo“ Jesernik. Der eine meint, er hätte die Möglichkeit, LkwTransportleistungen in die Hochwassergebiete anzubieten und dass im Zuge einer solchen Aktion ein Benefizkonzert großartig wäre, Jesernik meint nach kurzem Nachdenken: „Lass mich das machen. Mach’ du deines.“
Neun Tage nach diesem Treffen geht ein siebenstündiges Benefizkonzert im Grazer Stadtpark über die Bühne, eines der größten Konzerte,die Graz jemals gesehen hat:die
„Nicht das Publikum soll sich bei uns bedanken, dass wir da sind. Wir Künstler müssen dafür danke sagen, hier sein zu dürfen.“ (Jörg-Martin Willnauer)
EAV. STS. 4-Xang. Steffi Werger. Beatles Double Group. Boris Bukowski. Andy Baum. Drum Herum. Robbie Musenbichler. Eyeland. Broadlahn. Prof. Erich Kleinschuster. Leo Lukas. Jörg-Martin Willnauer. Wahrhaftig klingende Namen ... Voller Park statt volles Haus, voller Erfolg für den Veranstalter („Die Ideen,wie wir das Ding über die Bühne bringen, haben wir uns bei einem Fußballmatchausgeknobelt“),voller Einsatz aber im „Kielwasser“ der Veranstaltung für das
Mitternacht nach einem tagelangen Marathon. „Wir sind alle froh,wenn sich andere mit hineinhängen und dort weitermachen,wo unsere Kompetenz aufhört.“ „Mit hineingehängt“ haben sich das Österreichische Rote Kreuz,in der Steiermark vertreten von Karl Schicker,die Caritas,für die in Graz Mag. Fritz Haring verantwortlich zeichnet,und
die Leut’ zusammenhalten...“ (Stefanie Werger)
Jöbstl in Spielfeld,für die
kas) wird kontinuierlicher Warenfluss. „Wir werden noch monatelang Transportleistungen benötigen und sind dankbar, wenn sich
Bürgermeister Alfred Stingl, Organisator Gottfried Jesernik, Krone-Chefredakteur Markus Rudthard
So einfach kann H
„Steiermark hilft“ mit15.000(zahlender)Besucher und 300.000,- € Erlös. Die Passamtswiese,auf der nicht einmal Elton John auftreten durfte,wird zum Treffpunkt der heimischen Musikszene:Ambros. Danzer.
„Steiermarkmagazin KLIPP“,das während der nächsten Wochen gemeinsam mit Transportpartner Jöbstl in Spielfeld die Koordination für die Logistik der Hilfsgüter von steirischer Seite aus mit übernimmt.
Startschuss
„Für uns ist die Aktion gelaufen“,grinst Jesernik müde,aber zufrieden,lan-
in den nächsten Wochen Prok. Kurt Stein-
„Gebt mir ein D! Gebt mir ein A! Gebt mir ein N! Gebt mir ein K! Gebt mir ein E! Was gibt das? DANKE!!!“ (Leo Lukas ans Publikum)
wender in der Disposition verantwortlich zeichnen wird. Aus dem „Startschuss“ auf der assamtswiese („Es ist vor allem dankens- und bewundernswert,wie intensiv auch im Hintergrund gearbeitet
Experten dessen annehmen“,so Mag. Fritz Haring, Caritas,Diözese Graz-Seckau.
Synergien freisetzen
Das System ist denkbar einfach: Rotes Kreuz und Caritas evaluieren die benötigten Waren, kaufen sie mit den zur Verfügung gestellten Mitteln ein und nehmen für den Transport die angebotenen Logistikleistungen in Anspruch. Schnittstelle für die Koordination ist das Steiermarkmagazin KLIPP:„In
„Das alles ist so schnell gegangen, dass ich sogar meine Gitarre vergessen hab – die hier g’hört dem Steinbäcker (schlägt durch) – Fix, is de schoarf!“ (Wolfgang Ambros)
Spots 10 Klipp September 2002
„No na werd’ ich herkommen –mein eigener Keller steht unter Wasser.“(Georg Danzer)
„Großartig, wie
„Darf ich Ihnen eine Karte verkaufen?“
(Landeshauptmann Waltraud Klasnic beim freiwilligen Ticket-Verkauf)
The one and only Georg Danzer (“Lasst’s mi anmol no d’Sunn aufgehn seh’n”)
Sofort zugesagt: Boris Bukowski („Da hat´s keine Frage gegeben“)
STS („Heb dein’ Oasch, sei net faul/Hob nur kan Respekt/Mit waache Knia hot no kaana die Wölt nei entdeckt...“)
Prof. Erich Kleinschuster “Opener” („Schön, dass es was auch gibt“)
Synergien optimal freigesetzt und ausgenützt“,so Karl Schicker vom Roten Kreuz.
„Die Basis bot die Veranstaltung,die Erfahrung in Logistik und in der Öffentlichkeits- und Medienarbeit kommt der direkten Versor-
menhang allerdings nicht an Hilfstransporte im herkömmlichen Sinn denken“,präzisiert Mag. Haring. „Decken oderAltkleider sind hier nicht gefragt. Wesentlich sind
Hilfe sein
gung zu Gute.“ Erfahrung in Sachen Hilfstransport ist der Spedition Jöbstl nicht abzusprechen:
im Augenblick Elektrogeräte, und da man diese nicht gut mit der Post schicken kann,ist uns mitjedemLkwentscheidendgeholfen.“ „Synergien freisetzen“ formuliert Jesernik salopper: „Wir haben die Veranstaltung auf die Füß’gestellt,das Geld wird von den Hilfsorganisationen verwaltet,und ihr führt´s die Ware hin.“ So einfach kann Hilfe sein ...
„Wir spüüln zum ersten Mal seit 12 Jahr ohne Band, nur zu dritt, und wir hab’n die Hos’n
voll“ (Schiffkowitz, STS)
Steirerwochen bei Laufke
Die Steirerwochen bei Laufke sind im Herbst bereits ein kulinarischer Fixpunkt. Ab 20. September kocht Küchenchef Alfred Feldbacher wieder Köstlichkeiten nach alter steirischer Tradition. Er verwendet dafür nur Grundprodukte aus der regionalen Landwirtschaft. Dazu werdenWeine und Edelbrände von namhaften Winzern kredenzt. Für all jene,die sich auch außerhalb der Geschäftszeiten kulinarische Wünsche erfüllen möchten,bietet das angeschlossene Feinkostgeschäfttäglich bis 23.00 Uhr eine breite Palette an Lebensmitteln und Getränken. Elisabethstraße 6,0316/ 32 34 70 ❑
Schon vor zehn Jahren führten Lkw-Züge aus diesem Unternehmen den Konvoy mit Hilfsgütern für „Nachbar in Not“ an. „Man darf in diesem Zusam-
Informationen unter: Tel.:0316/ 42 60 80 DW 115, Mobil:0664/ 172 50 58 oder unter www.klippmagazin.at, E-Mail:office@klippmagazin.at
Auswahl
11 Klipp September 2002
gstrichen
Beatles Double Group vor der Menschenmenge („Yeah, Yeah, Yeah!“)
Jörg-Martin Willnauer: Die Welt im Griff? („Benefiz ist eine sehr ernste Angelegenheit“)
„Wie in Freiberg in die Ochtzger Joar“ (Boris Bukowski, verträumt beim Auftritt der STS)
Leo Lukas im Gespräch mit Karl Schicker und einem freiwilligen ÖRK-Helfer
so weit das Auge reicht: Laufke ist (fast) immer für Sie da!
huster, ass es so Stefanie Werger („Schee, dass do seid’s“)
Wolfgang Ambros („Irgendwann um Mitternacht is ang’rufen worden, und so bin i hoit do“)
Der dem engeren „Haiderkreis“ zugerechnete Grazer FPÖ-Chef Peter Weinmeister,der nicht in Knittelfeld war und auch nicht „unterschrieben“ hat,befürchtet ein weiteres Absacken der Bundespartei.
Während die Landtagsabgeordnete Magda Bleckmann mit Jörg Haiders Unterstützung noch auf eine Karrierechance hofft und wohl auch deshalb in Knittelfeld war,hatte diesWeinmeister nicht nötig. Er bekennt, dass er nicht unter den 28 steirischen Unterschriften war,die für einen Sonderparteitag votierten. Diese repräsentieren nicht einmal 26 Prozent und
Besonnenheit der meisten steirischen Funktionäre. Wer ist schuld an der gegenwär-
Weder die eine noch die andere Gruppe ist schuld. Ich bin gegen Christenverfolgungen. Keiner
„Die FPÖ braucht eine Therapie“
hätten auch nicht für die Einberufung eines Sonderparteitages gereicht,betontWeinmeister die
tigen Regierungskrise?
Weinmeister:„Schuldzuweisungen sind nicht angebracht.
Schöggl: „FPÖ braucht ihre Fixsterne“
An FPÖ-Landesrat Leo Schöggl ist die große Krise der Freiheitlichen auch nicht spurlos vorübergegangen – noch dazu,wo er als Obersteirer bei „Haiders Privat-Parteitag“ in Knittelfeld ja quasi Hausherr war. „Die ganze Sache ist sehr bedauerlich“,meint er im KLIPP-Interview. „Aber jetzt müssen wir schauen,dass wir das Beste daraus machen!“
Er selbst war immer gegen eine „Spaltung“ der Partei,definierte sich nie eindeutig pro oder contra Riess-Passer:„Sie war eine hervorragende Vizekanzlerin,ich habe aber auch immer gesagt,dass wenn Jörg Haider wieder eine Spitzenfunktion will,er sie auch bekommen soll. Beide sind Parteifixsterne.“ Und,ein wenig hellseherisch:„Mir war schon vor dem Knittelfelder Delegiertentreffen klar,dass sich manche über die Folgen ihrer Unterschrift nicht im Klaren waren.“
Wie geht’s mit der steirischen FPÖ jetzt weiter? „Erst einmal folgt der Wahlkampf,der hoffentlich nicht durch Untergriffe geprägt sein wird.AmerikanischeVerhältnisse brauchen wir keine!“ Ob die FPÖ dann wieder regieren oder doch in Opposition gehen soll,lässt er offen:„Darüber wird nach der Neuwahl ausführlich geredet werden müssen.“ Seine persönliche Stellung innerhalb der Partei habe sich durch die jüngsten Ereignisse nicht geändert. ■
hat das Ergebnis erwartet und mit den gesetzten Aktionen gewollt,da bin ich mir sicher. Ich glaube,keiner hat die Tragweite dessen,was da passiert ist,richtig eingeschätzt. Die Krise ist noch nicht überwunden. Es ist noch kein Land in Sicht. Die FPÖ wird als Erneuerungspartei auch weiterhin ihren Stellenwert haben – inhaltlich und personell.“
Entgegen der Situation in Oberösterreich,wo einige Ortsgruppen Abspaltungstendenzen anzeigten,ist die Situation in der Steiermark ruhig.
Im Moment sicher weniger als 20 Prozent
Eine Sitzung jagt momentan die nächste,die krisengeschüttelte Partei sucht bei Zusammenkünften der Landes- und Bundespartei sich selbst und einen Weg. Die orientierungslo-
sen Funktionäre wollen informiert werden. Wohin geht es, was ist der künftige Weg und wer wird ihn weisen? Das „einfache Parteimitglied“,das längst „wieder da“ ist?
Weinmeister glaubt,dass die FPÖ – entgegen aktuellen Umfragen – momentan bei nicht einmal 20 Prozent hält. „Der Zustand des Patienten ist kritisch. Wir müssen eine Therapie finden,um den Patienten wieder gesund zu machen“,diagnostiziert der Grazer FPÖ-Obmann. Bloß welche? „Eine klare Führung muss her. Es gibt mehrere Personen,die dafür in Frage kommen.“ Weinmeister will aber keine Namen nennen. „Ich mache hier keine Zurufe über die Öffentlichkeit.“
Gegen eine Zusammenziehung der Nationalrats- und Gemeinderatswahlen haben sich Weinmeister und ÖVP-Chef Siegfried Nagl bereits verständigt. Droht doch das Versagen der schwarz-blauen Koalition im Bund auf die Kommunalwahlen in Graz abzufärben. ■
12 Klipp September 2002 Politik Wirt-
Symbolträchtiger Blick auf die Uhr: Karl-Heinz Grasser ist bereits Geschichte, nun auch Konsequenzen für Peter Weinmeisters Wahlen und Leopold Schöggls Landes-FP
Politik
F oto:Philipp
„Jörg Haider spielt pausenlos Rollen“
Werner Schneyder mit seiner gültigen wie aktuellen Analyse des Totengräbers der Wendekoalition*
Ich will den Namen nicht mehr aussprechen,nicht mehr aufschreiben. Das Befassen mit dieser Figur ist mir zuwider. Ich habe in Kabarettprogrammen noch und noch gegen ihn, über ihn,zu ihm gesagt (nachzulesen in „Schreibzeit“),ich habe ihn auf Einladung in Magazinen charakterisiert. Ich habe es satt.
Und doch:Der Triumph,sich an ihm erschöpft zu haben,ist ihm nicht zu gönnen. Ich werde weitermachen. Wo und wie ich kann.
Aber ist es nicht zu blöd,die Leute dauernd daran erinnern zu müssen,dass er gesagt hat:Kein Stein wird auf dem anderen bleiben!? Dass er seinem Traum von einer,seiner „3. Republik“, dem Haider-Reich,schon gefährlich nahe war?
Muss man den Leuten denn wirklich immer noch erklären, dass dieses Sich-Parken als Landeshauptmann von Kärnten, dieses Sich-Gerieren als „einfaches Parteimitglied“ nichts als ein mieser Trick war? Seine Parteiführerschaft durch Zuruf beweist das täglich. Muss man wirklich noch davor warnen, diesem Scheinrückzug zu trauen? Zu groß,nahezu unbewältigbar wäre für ihn seine Niederlage,käme er nicht noch einmal ganz nach vorne. Sein randpathologischer Anspruch auf Rampe kann sich nicht mit der Präsidentenfunktion bei einem Fußballverein erschöpfen.
Weiß das – Gott verdammt! –nicht längst schon jeder?
Die aktuelle Strategie des Haider erinnert ein wenig an die historische des Franz Josef Strauss. Im eigenen Freistaat als Landesvater bleiben und von
dort aus dieArbeit in der Regierungs-Stadt teils dirigieren,teils verhöhnen. Sich also den „Marsch auf Wien“ aufbauen. Dass die Sache mit Strauss und Bonn dereinst doch nicht funktioniert hat,mag als Hoffnungsschimmer gelten.
Ich habe es auch gefressen,den Deutschen immer wieder erklären zu müssen,sie machten es sich mit der Gleichung Haider = Nazi viel zu leicht. So einfach ist die Sache nicht. Jörg Haider hat sicher eine einschlägige genetische Disposition. Aber er ist ideologisch keineswegs rassenrein. Denn klassisches Nazitum setzt Gesinnung voraus,eine miese zwar,aber wenigstens eine Gesinnung.
Dafür ist die Figur Haider zu postmodern,Gesinnung ist ihm fremd. Er schaut,wo sich seine Chancen ergeben. Er ist ein „Marktlückennazi“ (Copyright bei mir). Er ist einerseits ein primitiver Demagoge,andererseits aber gescheit,gebildet,polyglott. Haider hält engsten Kontakt zu den alten Ehemaligen und den neuen Deutschnationalen,würde aber sofort ein kommunistisches Manifest als Diskussionsgrundlage bezeichnen, brächte es ihn in eine Machtposition,nahe der Diktatur. Haider ist ein Benützer. Er instrumentalisiert die alten und die potenziellen Nazis. Das ist die Gefahr. Er könnte einen Sog schaffen. In diesem Sog kann viel mitkommen,vor allem eben auch eine neue,tatsächlich extreme Rechte. Es ist durchaus nicht sicher,ob Haider dann noch deren Chef sein würde oder wegen parteiüberschreitender Gefallsucht abserviert. Wie man weiß,sind die Weltan-
schauungen der Sozial- und Christdemokraten reichlich aufgeweicht. Aber das eine oder andere Tabu gibt es bei beiden noch. Bei Haider gibt es nichts als variablen,extremen Populismus zum Tageskurs. Der „Erfolg“ des Jörg Haider –allein die Tatsache,dass ich schon wieder über ihn schreibe, beweist ihn – veranlasst vornehmlich deutsche und österreichische Intellektuelle und Wichtigmacher,Österreich zu verdächtigen,ein Naziland zu sein. Es ist mir nicht mehr zumutbar,zum wiederholten Mal zu erklären:In Österreich gibt es nicht mehr Nazis und nicht mehr Ausländerfeinde als in jedem anderen EU-Staat. Aber in keinem anderen Land gibt es einen Politiker mit dem Talent Haiders,sie zu aktivieren. Das ist der Punkt.
Alles in mir sträubt sich zuzugeben,der Haider hätte es mit und nach der vergangenen Wahl beinahe geschafft. Zwar viele Jahre später,als seine ständigen Vorhersagen angekündigt hatten, aber immerhin. Fast hätte er selbst Österreichs Kanzler werden können,jedenfalls konnte er entscheidend beeinflussen, wer es von seinen Gnaden wurde. Wer hatte ihn gewählt? Wie hat Haider eine programmatische Mogelpackung,ein widersprüchliches,unfinanzierbares Geschenkpaket quer über das gesellschaftliche Spektrum an die Wähler gebracht? Wie erzeugt er dieses allzeit nicht exakt begründbare „Es-muss-sichwas-ändern,Da-gehört-wasNeues-her-Gefühl“?Wie konnte eine dumpfe,mit falschen Zahlen gespickte FremdenangstStimmungsmache greifen? War-
um verschrecken Verhetzung, Unwahrheiten,frisierte Zitate, halbe Entschuldigungen,Zurücknahmen und sofort darauf wieder Weiterlügen die Menschen nicht hinreichend?
Wer glaubt mir nicht,dass mich die Suche nach den Antworten schon ankotzt?
Realpolitisch begann die „Wende“ in Österreich mit der traditionellen Charakterschwäche der Christsozialen.
„Wenn wir Dritte werden,gehen wir in Opposition“,hatte der Vizekanzler erklärt. Sie wurden Dritte. Er wurde Kanzler. Kanzler einer farcenhaften „bürgerlichen“ Koalition. Denn in Österreich waren die in großer Koalition verdämmernden Sozialdemokraten jedenfalls bürgerlicher als die links überholende,rechts ermutigende,tumbe Totalprotestler einsammelnde Partei des Polit-Gigolos Haider. Dass dieser Mann zu alldem noch eine Allianz mit dem konservativen Flügel der katholischen Kirche zustande brachte,ist die Überpointe. Von einer versulzten,faulen und unbegabten großen Koalition nur mäßig gehindert,sammelte er Stimmen. Nicht nur beim bräunlichen Altbürgertum,bei denkunfähigen Fun-Yuppies, nein auch am schändlicherweise von den Sozialdemokraten freigegebenen linken Rand der tatsächlich Unterprivilegierten, Zukurzgekommenen,Vergessenen. Der letzte Stimmenschub machte Haiders „Bewegung“ zur „Arbeiterpartei“. Dann war er bei der Regierungsbildung Frontmann der Nation,suhlte sich in seiner Bedeutung und retirierte nach Vollzug der „Wende“ nach Kärnten,um sich als
13 Klipp September 2002
* autorisierterAuszug ausWerner Schneyders Buch „Ansichten eines Solisten”.
Person vom programmatischen Debakel,von der Offenlegung des sozialen Großbetrugs abzusetzen,um „einfach ehrlich,einfach Jörg!“ bleiben zu können. Es darf nicht gelingen. Manches in mir sträubt sich,auf die Sozialdemokraten einzuprügeln. Aber will man die österreichische „Wende“ erklären,ist es unerlässlich. Zumal die gegenwärtige Oppositionsrolle diese Partei ermutigt und verpflichtet,wieder Positionen zu haben.
Die waren abhanden gek ommen.
Dass man in diesem rundum prosperierenden Land jene Schichten,denen es nicht nur nicht gut,denen es elend geht,chronisch übersah,gehörte zu den Eigenheiten der vorübergehend abgewählten Sozialdemokratie. Deren Chefs waren immer fassungslos,wenn man sie – von Wahl zu Wahl – daran erinnerte, dass sich unter ihrer Regierung die soziale Kluft womöglich auch zwischen Frau und Mann wiederum erweitert hatte. Sie verwiesen immer ganz erstaunt auf ihr Parteiprogramm und schienen nicht zu begreifen, dass sich Parteiprogramme nur dann realisierten,wenn man sie einhält. Man erlaubte dem Haider,mühelos auf „linke“ Defizite hinweisen zu können,zu behaupten die sozialere Gesinnung zu haben. Das war hochpeinlich.
Peinlich war auch der Wahlkampf der Sozialdemokraten. Auf keine Behauptung der Freiheitlichen gingen sie näher ein, das Haider-Plakat „Er hat Euch nicht belogen“ ließen sie unwi-
Werner Schneyder, Dr. phil., geboren 1937 in Graz, aufgewachsen in Klagenfurt,war nach dem Studium zunächst als freier Journalist,Werbetexter und Dramaturg tätig. Seit 1965 arbeitete er als freier Autor,seit 1974 als politisch-literarischer Kabarettist,zuerst im Duo mit Dieter Hildebrandt,dann allein. Sein Können hat er in zahlreichen Tourneen und TV-Sendungen,in Theaterarbeit,Büchern und Kolumnen immer wieder gefordert.
Zu seinen Buchveröffentlichungen gehören Reimzeit. Gedichte, Schreibzeit. Satiren,Meiningen oder die Liebe und das Theater. Ein Bericht,Zeitspiel. Feuilletons und Erzählungen und zuletzt Karrieren oder Das letzte Drittel entscheidet. Erzählungen (alle bei Kremayr & Scheriau).
dersprochen,statt zu antworten:„Weil er noch nie die Wahrheit gesagt hat“. Die Roten plakatierten allen Ernstes den Slogan „Der richtige Weg ins 21. Jahrhundert“. Der aber war gewissermaßen nicht zu verfehlen. Den konnte jeder Schwachsinnige finden.
Werner Schneyder,Österreichs bekannter Meinungsträger,fasst in diesem Buch seine provokant-nachdenklichen Ansichten über Politik,Kultur,Kulturmenschen,Gesellschaft und Sport zusammen. „Auf höchstem Niveau,doch niemals als Selbstzweck und immer im Dienste des aristotelischen Mythos,der Geschichte an sich,bewegen sich seine Wörter,um sich zu Worten zu transformieren“,so Alfred Dorfer.
Wie wurde er,was er ist? Ich wiederhole:Es ist nicht zumutbar,es noch einmal erzählen zu müssen,aber es gehört zum Bild. Es begann in einer Kleinbürgerfamilie in Oberösterreich in einem gestandenen Nazihaushalt. Klein Jörgl wuchs mit Eltern auf,denen man nach Kriegsende „Unrecht“ getan hat. Das hat ihn natürlich vorgeprägt.
Ein Populist kann nur aus seinen Widersprüchen heraus widerlegt werden. Pausenlos muss man den Bürgern sagen,dass Haider zu jeder Meinung,zu jeder Lösung auch schon deren Gegenteil vorgeschlagen hat. Diese Art von Charakter erforderte bei den politischen Mitbewerbern polemische Talente.
Daran mangelte es lange Zeit bis zur Unterversorgung. Das hat sich hoffentlich geändert. In der ersten Pressekonferenz an der Seite des Kanzlers Schüssel hatte der EU-Gegner Haider stolz lächelnd die Europa-Fahne in die Kamera gehalten. Mittlerweile beantragt er eine Volksabstimmung gegen die Erweiterung der EU. Sollte er allerdings demnächst nach Ungarn reisen, kann man sicher sein,er verteilt dort an Kinder und Bedürftige EU-Fähnchen. Woher kommt dieser Mann?
Dann wurde der begabte Kerl zum Studieren geschickt und brachte es auf akademischem Boden zu was. Aber die wissenschaftliche Karriere war ihm dann doch zu mühsam. Der Nobelpreis zu weit weg. Politik versprach ihm eher die Rampe. Er tat sich um und fand die FPÖ. Jörg Haider sah in deren auch vorhandenem liberalen Flügel eine Chance. Aber mit liberal war keine leadership zu erreichen. Weder für die Partei noch für ihn. Und er musste Primus werden,das ist seine Bestimmung. Ist er Primus inter pares,dann sehr bald
14 Klipp September 2002 Politik
unter Parasiten. So geschah es. Er schaffte den Wechsel nach dem Rechtsaußen seiner Partei aus dem Stand. Mittlerweile in Kärnten tätig,sofort vom 26jährigen Oberösterreicher zum Urkärntner in der zwölften,urdeutschen Generation mutiert, fand er eine politische Lehrmeisterin,eine klassische Nazisse,ein altes BDM-Mädchen, die tatsächlich Kriemhild heißt, und ließ sich von der zum Heimatretter ausbilden. Es gelang ihm auf einem Parteitag der FPÖ ein sorgsam vorbereiteter Putsch. Der aufhaltsame Aufstieg des Jörg Haider begann. Zu diesem Aufstieg benützte er ein Talent,oder besser:den Wunsch es zu haben. Denn Jörg Haider wollte einmal Schauspieler werden. Das erklärt viel. Die Sehnsucht,besser:der Trieb nach Rampe,nach Applaus, nach Geliebtwerden geht oft die seltsamsten Wege. Da kann man als Kompensation auch beschließen,Politiker zu werden, wie dereinst ein aus der deutschen Geschichte nicht mehr wegzudenkender Landesmann.
Jörg Haider ist also Schauspieler in der Politik geworden,und zwar in einerArt und Weise,die ihn in der Theaterprofession über eine letztrangige Tourneeklitsche nicht hätte hinauskommen lassen. Er ist Schmierist, und was daran verwundert,ist, dass es viele nicht merken. Das kann am Überangebot an schlechten Schauspielern im TV liegen. Die Leute vor dem Schirm haben verlernt zu merken,wenn einer sich nur sehr mühsam verstellen kann.
Jörg Haider spielt pausenlos Rollen. Ins Landgasthaus kommt er im Trachtenanzug, vor die Jungunternehmer tritt er im allerletzten Designerlook, vor ein gehobenes Auditorium in korrektem Anzug. Ähnlich flexibel ist er in der Wortwahl, der Sprachmelodie. Im Bierzelt macht er den „klassen Burschen“ und lässt verbal die Sau raus,bei Pressekonferenzen
oder in einer Talk-Show spielt er vor unbegabten Kontrahenten den „edler statesman“. Alles übertrieben,alles outriert,aber für sein Publikum hinreichend eindrucksvoll.
Er harrt des Volksentscheides: Haider an die Macht! Was kann ihn daran hindern? Eventuell der Königsmord in eigenen Reihen,denn das smarteAntlitz des Fünfzigers ist rissig geworden, und es gibt schöne junge Männer,die sich die Parteiführerschaft auch zutrauten. Eventuell der Königsmord durch die Deutschnationalen,denen er sich zu wendig verhält. Schaffte er es aber,könnte er jungen Politikern im „Reich“ und darüber hinaus in Europa zum Vorbild werden. Was kann und muss ihn endgültig stoppen?
Was Haider auch stoppen müsste,ist seine Darbietung als „Landesvater“,als väterlicher Landesbursch. Die ist von außerordentlicher Kläglichkeit. Man müsste sich weigern,sie darzustellen. Geht es um große Dinge,wie den Neubau eines Krankenhauses,die Besitzverhältnisse einer Seebühne und und und,stellt sich Haider hin, verkündet eine Entscheidung, begründet sie,lässt sich für Entscheidung und Begründung feiern,stellt sich zwei Wochen später wieder hin,wiederruft alles und beantragt,für den Widerruf gefeiert zu werden. Er begreift das Bundesland als Event-Bühne,forciert eine unüberbietbare Veranstaltungsdichte,nur um überall am Eingang stehen und Hände schütteln zu können. Haider ist als allgegenwärtiger Grüßaugust unvermeidbar. Kein Eintritt ohne seinen Anblick. Angesichts seines Event-Rausches lässt Haider alle weltanschaulichen Richtlinien sein,was zum sich steigernden Entsetzen und letztlich zum Rückzug des „Kulturberaters“ und Chefideologen Andreas Mölzer führte. Da dieser stram-
me Rechte publizistische Möglichkeiten hat,Gesinnungstreue einzufordern,könnte dem Haider auch von rechts Schaden zugefügt werden.
Einstweilen lässt er noch das ganze Land mit seinem Konterfei und der Behauptung „Kärnten blüht auf“ zuplakatieren, lässt Druckschrift auf Druckschrift publizieren,die im Wesentlichen nur aus Haider-Fotos bestehen.
Er hat das Land in Geiselhaft genommen.
Kärnten,immer noch vom historischen „Abwehrkampf“ gegen die Slowenen traumatisiert, hätte jetzt die Chance umzudenken. Die Kärntner könnten sich sagen,haben wir den Abwehrkampf gegen die Slawen gewonnen,müssten wir den gegen Haider doch auch noch schaffen. Und der prägende Slogan „Kärnten frei und ungeteilt“ könnte in dieser Richtung interpretiert werden:Frei von Haider
und ungeteilt durch ihn.
Ist es mir möglich,etwas Gutes über den Mann zu vermuten?
Höchstens dieses:Oft in seinem Leben mag sich Haider eine zweite Chance gewünscht haben,eine bei den Grünen oder einer neu zu gründenden Linkspartei,denn es mag ihm in mancher Selbstanalyse lästig geworden sein,dem braunen Abonnement die Treue halten zu müssen.Aber es war für ihn zu spät. Er kann nie mehr zurück. Er übertüncht seine Zerrissenheit mit dem Rollenverhalten des Medienstars. Aber es ist zu hoffen,dass ihn das Schicksal vieler eben nicht wirklich qualitätsvoller Medienstars ereilt. Er wird nach seiner großen populistischen Soap opera von niemandem mehr gesehen werden wollen. Er wird in der Versenkung seines Bärentals verschwinden.Auf Nimmerwiedersehen. Die Autogrammkarten werden vergilben. ■
15 Klipp September 2002 Wegraz Gesellschaft für Stadterneuerung und Assanierung m. b. H. A-8010 Graz, Hartenaugasse 6 Telefon: 0316/ 38 49 09-16 oder 20 Telefax: 0316/ 38 49 57-17 E-Mail: koter@wegraz.at Zinshäuser bzw. Gründerzeithäuser in der Grazer Altstadt zu kaufen! Wir suchen laufend
Der Euro kommt aus Feldbach! Der Euro kommt aus Feldbach!
Max Wratschgo kramt für uns in seinen Erinnerungen. In Feldbach wurde schon 1968 eine europäische Währung gefordert – mit dem Namen „Euro“!
Der Feldbacher Max Wratschgo ist europäisches Urgestein. In seinen Adern fließt blaues Blut,durchmischt mit gelben Sternen.
„Noch während der Nazi-Zeit haben sich ja in den KZs Gruppen gebildet und beschlossen, nachher muss Europa zusam-
Wahlbeteilung von 65 % - darüber würde man sich bei den nächsten Wahlen zum europäischen Parlament nur freuen ...
„Alles für den Frieden“
Von der vielzitierten EU-Skepsis in der Oststeiermark ist auch heute in Feldbach nichts zu spüren. „Die Stammtisch-Meinung ist nicht jene der Bevölkerung,sondern nur die,die man hört,weil sie laut ist“,erklärt er. Und die Angst vorm Bauernsterben? „Als ich zu unterrichten begonnen habe,lag der Anteil der Bauern in der Bevölkerung bei über 30 %. Jetzt ungefähr bei 6 %. Und daran ist nicht Europa Schuld“,lässt er sich erst gar nicht auf irgendeine Art
von Populismus ein. In den fünfziger und sechziger
men halten“,erzählt der ehemalige Lehrer. 1947 ist er bei der Gründung der europäischen Sektion dabei und nur etwas mehr als zehn Jahre später, 1959,organisiert er in Feldbach die erste Volksabstimmung für oder gegen „Vereinigte Staaten von Europa“. Das Ergebnis ist überwältigend:3583 Feldbacher stimmen mit „Ja“,nur 90 dagegen. Und das bei einer
Jahren hat er Feldbach und Umgebung praktisch „zugepflastert“ mit pro-europäischen Plakaten. „Wir waren echte Werbeprofis.“ Und Organisationstalente. Zu Europa-Gesprächen (etwa bereits 1964zum Thema
und die Neutralität“ kamen oft fast ein Dutzend Politiker aller Genres,quer durch die Parteigrenzen. Und nicht zu vergessen: Während die
heutige EU lange Zeit zwischen „Ecu“ und „Euro“ als Namen für unsere Einheitswährung schwankte,forderten Wratschgo und Konsorten bereits 1968 eindeutig:„Wir wollen den Euro!“ Er war seiner Zeit weit voraus. Was war sein größter Moment in der Feldbacher europäischen Bewegung? „Schwer zu sagen, da gab’s zu viele. Aber ganz besonders war das Radkersburger Europatreffen 1971 in Bad Radkersburg und im damals jugoslawischen Oberradkersburg.Dafür benötigtenwirunzähligeBestätigungen aus Belgrad,schlussendlich kam es aber zu einem wunderbaren Konzert der Grenzlandkapelle mit Musikern aus beiden Ländern. Und die Jugoslawen mussten bei ihrer Einreise nach Österreich nicht einmal ihre Reisepässe herzeigen. Das war nur bei uns möglich.“ Dass sich Wratschgo bereits auf die EU-Osterweiterung freut, die ja wieder ein großer Schritt in Richtung „Vereinigte Staaten von Europa“ ist,muss nicht genauer erläutert werden:„Ein gemeinsames Europa ist ein Friedenssicherer!“ ■
Politik Wirt-
„Österreich
von Bernd Hadler
Wratschgo wusste schon, wo er seine Plakate für die ersten Europawahlen am besten platzierte!
Das waren Zeiten ... Der junge Max Wratschgo (l.) mit dem dritten Nationalratspräsidenten Josef Wallner aus Kirchbach. Treffpunkt war Riegersburg, 1963
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Die Zukunft der Jugend war den europäischen Feldbachern immer ein großes Anliegen, wie dieses Transparent beweist
Hallo, meine Lieben!
Es gibt Momente,da geht mir unser Familienoberhaupt – die Kinder und ich bezeichnen ihn so,wenn wir gut aufgelegt sind –gehörig auf die Nerven. Ich rede von meinem allerliebsten Mann, der in diesen Tagen mit Gott und der Welt plaudert,eine politische Analyse nach der anderen aufstellt,mit allen Wenn und Abers,so als ob er der nächste Kanzlerkandidat wäre. Ich geb’schon zu,er kennt sich gut aus in der Politik,aber es fragt ihn ja nicht wirklich jemand,wie er denkt.
Von der großen Politik verstehe ich ja nicht viel,aber doch wundert mich die Naivität von Noch-Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer Die plötzlich völlig überrascht ist,weil ihr der Jörgl klipp und klar damit drohte:„Wenn du nicht so tanzt,wie ich will, dann vertschüss dich.“ Und mittlerweile hat sie sich bekanntlich vertschüssen müssen. Wie kann eine Frau,die doch den Jörg Haider seit 15 Jahren ganz genau kennt,verdrängen,dass sie letztendlich doch nur am Gängelband des einfachen Parteimitgliedes hing und sie
äußerten,so ist Leopold Schöggl einer,dessen Meinung in Wien überhaupt nicht gefragt ist. Und er wird die Rechnung relativ rasch serviert bekommen,wie auch Peter Weinmeister. Im Jänner 2003 gibt es Gemeinderatswahlen in Graz und die Freiheitlichen werden es kaum schaffen,ihr tolles Ergebnis vom Jahr 1998 zu erneuern, ganz im Gegenteil,man fürchtet,dass aufgrund der unappetitlichen Sex-Affäre des Ex-Stadtrats und Ex-Gemeinderats Ferdinand Spielberger es zu einem Absturz in der Wählergunst kommt. Selbst wenn Jörg Haider sich wieder einmal anschickt,alsWahlhelfer in die Steiermark und nach Graz zu kommen,auch er wird es nicht schaffen,für die FPÖ so viel Wind zu machen,dass seine Kameraden gut abschneiden.
Die künftige Entwicklung der FPÖ wird jedoch auf einem Sonderparteitag entschieden,und den gibt es bekanntlich am 20. Oktober. Den kleinen informellen Parteitag hat es ja schon in Knittelfeld gegeben,wo rund 400 Delegierte das Trio Riess-Passer,Westenthaler, Grasser mit ihren Forderungen praktisch zum Rücktritt gezwungen haben. So gesehen hat die Steiermark zumindest auf dieseWeise ei-
Lilly Lotterblume
nicht mehr und weniger war – als seine Statthalterin in Wien. Oh,irgendwie freu’ich mich da auf die Neuwahlen,denn das gibt jetzt wieder eine spannende Zeit. Besonders dann am Wahlsonntag um fünf Uhr Nachmittag,wenn wir alle vor dem Fernseher die erste Hochrechnung präsentiert bekommen. Da ist mein Allerliebster gar nicht mehr zu halten und vorher schon ganz aufgeregt. Meist ruft er alle seine Bekannten an und informiert sich schon imVoraus,sodass für ihn die Überraschung dann nicht mehr so groß ist. Was sich da der Jörg Haider eingebrockt hat mit seinem Vorstoß und seiner Kritik an den Parteifreunden,das wird er selbst noch auszulöffeln haben,war sich unsere Kartenrunde beim letzten Plausch einig. Was die Zurückgetretenen,Susanne Riess-Passer, Karl-Heinz Grasser und Peter Westenthaler auszeichnet? Dass sie sich offensichtlich von ihrem großen Herrn und Meister emanzipieren wollten,sie überzeugt waren,auch ohne ihn als den großen „Gott-sei-bei-uns“ vor den Wählern bestehen zu können. Nur,die Antwort darauf wird es zumindest bei der kommendenWahl nicht geben,weil sie ja nicht mehr dabei sind.Aber wer weiß,vielleicht kommen sie wieder.Alle anderen,die Haider hinterherlaufen und sich in seinem Schatten wohl fühlen,weil es ja lustig ist,neben einem großen starken Mann ordentlich zu kläffen,müssen damit rechnen,irgendwann einmal aus der Spur genommen zu werden,das prophezeit der Otto – er ist in der FPÖ-Parteizentrale tätig.
Jörg Haider zeigt in diesen Wochen einmal mehr,dass er nach Bruno Kreisky der auffälligste Politiker der Alpenrepublik in den letzten drei Jahrzehnten ist. Ganz egal,ob man ihn politisch mag oder nicht,er gönnt niemandem den Triumph,sich an ihm zu erschöpfen. Während zur Zeit eines Michael Schmid die steirische FPÖ noch stark gehört wurde,wenn die Länder sich zu Entscheidungen
ne wichtige Rolle gespielt,dass es in „Knüppelfeld“ zum Ende der Wende kam. Gut vorstellbar,dass es nach dem Sonderparteitag auch in der steirischen FPÖ für den einen oder anderen Spitzenmann zu einem raschen Ende kommt. Er könne sich nicht vorstellen,so höre ich den Otto sagen,dass ein neuer FPÖ-Obmann die Kameraden in der Steiermark,allen voran die Herren Schöggl und Weinmeister,in Ruhe hier weiter wurschteln lassen wird. Durchaus möglich,dass es da ebenfalls ein abruptes Ende geben kann. Da habe die Chefin, Waltraud Klasnic,offensichtlich ihr Spürsinn verlassen,bedauert der Josef den Tritt ins Fettnäpfchen. Er ist ein treuer Diener seiner Herrin in der Burg. Jeder sei herzlich willkommen,antwortete Landeshauptfrau Waltraud Klasnic noch vollmundig wenige Tage vor dem Rücktritt des FPÖ-Trios auf die Frage sinngemäß,was sie von einer Lösung Jörg Haider als Vizekanzler halten würde. Dies sei außerdem ausschließlich die Sache des Koalitionspartners,sprich der FPÖ,wen sie dafür nominiert. Dass dem überhaupt nicht so war,das darf auch die Frau Landeshauptmann mittlerweile erkennen,weil Noch-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel sehr rasch die Notbremse mit dem Ende der Wende und dem Verkünden von Neuwahlen gezogen hat. Bei ihm war also nichts davon zu spüren,dass jeder herzlich willkommen sei. Waltraud Klasnic ist in der Steiermark eine Macht,aber die Verhältnisse auf Bundesebene und das Wiener politische Parkett sind nicht gerade das,was sie wirklich versteht und auch mag,verteidigt der Josef seine Chefin.
Das wär’s für dieses Mal,also tschüss,bis zum nächsten Mal
Eure Lilly
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„Jörg Haider spielt pausenlos Rollen“
Werner Schneyder mit seiner gültigen wie aktuellen Analyse des Totengräbers der Wendekoalition*
Ich will den Namen nicht mehr aussprechen,nicht mehr aufschreiben. Das Befassen mit dieser Figur ist mir zuwider. Ich habe in Kabarettprogrammen noch und noch gegen ihn, über ihn,zu ihm gesagt (nachzulesen in „Schreibzeit“),ich habe ihn auf Einladung in Magazinen charakterisiert. Ich habe es satt.
Und doch:Der Triumph,sich an ihm erschöpft zu haben,ist ihm nicht zu gönnen. Ich werde weitermachen. Wo und wie ich kann.
Aber ist es nicht zu blöd,die Leute dauernd daran erinnern zu müssen,dass er gesagt hat:Kein Stein wird auf dem anderen bleiben!? Dass er seinem Traum von einer,seiner „3. Republik“, dem Haider-Reich,schon gefährlich nahe war?
Muss man den Leuten denn wirklich immer noch erklären, dass dieses Sich-Parken als Landeshauptmann von Kärnten, dieses Sich-Gerieren als „einfaches Parteimitglied“ nichts als ein mieser Trick war? Seine Parteiführerschaft durch Zuruf beweist das täglich. Muss man wirklich noch davor warnen, diesem Scheinrückzug zu trauen? Zu groß,nahezu unbewältigbar wäre für ihn seine Niederlage,käme er nicht noch einmal ganz nach vorne. Sein randpathologischer Anspruch auf Rampe kann sich nicht mit der Präsidentenfunktion bei einem Fußballverein erschöpfen.
Weiß das – Gott verdammt! –nicht längst schon jeder?
Die aktuelle Strategie des Haider erinnert ein wenig an die historische des Franz Josef Strauss. Im eigenen Freistaat als Landesvater bleiben und von
dort aus dieArbeit in der Regierungs-Stadt teils dirigieren,teils verhöhnen. Sich also den „Marsch auf Wien“ aufbauen. Dass die Sache mit Strauss und Bonn dereinst doch nicht funktioniert hat,mag als Hoffnungsschimmer gelten.
Ich habe es auch gefressen,den Deutschen immer wieder erklären zu müssen,sie machten es sich mit der Gleichung Haider = Nazi viel zu leicht. So einfach ist die Sache nicht. Jörg Haider hat sicher eine einschlägige genetische Disposition. Aber er ist ideologisch keineswegs rassenrein. Denn klassisches Nazitum setzt Gesinnung voraus,eine miese zwar,aber wenigstens eine Gesinnung.
Dafür ist die Figur Haider zu postmodern,Gesinnung ist ihm fremd. Er schaut,wo sich seine Chancen ergeben. Er ist ein „Marktlückennazi“ (Copyright bei mir). Er ist einerseits ein primitiver Demagoge,andererseits aber gescheit,gebildet,polyglott. Haider hält engsten Kontakt zu den alten Ehemaligen und den neuen Deutschnationalen,würde aber sofort ein kommunistisches Manifest als Diskussionsgrundlage bezeichnen, brächte es ihn in eine Machtposition,nahe der Diktatur. Haider ist ein Benützer. Er instrumentalisiert die alten und die potenziellen Nazis. Das ist die Gefahr. Er könnte einen Sog schaffen. In diesem Sog kann viel mitkommen,vor allem eben auch eine neue,tatsächlich extreme Rechte. Es ist durchaus nicht sicher,ob Haider dann noch deren Chef sein würde oder wegen parteiüberschreitender Gefallsucht abserviert. Wie man weiß,sind die Weltan-
schauungen der Sozial- und Christdemokraten reichlich aufgeweicht. Aber das eine oder andere Tabu gibt es bei beiden noch. Bei Haider gibt es nichts als variablen,extremen Populismus zum Tageskurs. Der „Erfolg“ des Jörg Haider –allein die Tatsache,dass ich schon wieder über ihn schreibe, beweist ihn – veranlasst vornehmlich deutsche und österreichische Intellektuelle und Wichtigmacher,Österreich zu verdächtigen,ein Naziland zu sein. Es ist mir nicht mehr zumutbar,zum wiederholten Mal zu erklären:In Österreich gibt es nicht mehr Nazis und nicht mehr Ausländerfeinde als in jedem anderen EU-Staat. Aber in keinem anderen Land gibt es einen Politiker mit dem Talent Haiders,sie zu aktivieren. Das ist der Punkt.
Alles in mir sträubt sich zuzugeben,der Haider hätte es mit und nach der vergangenen Wahl beinahe geschafft. Zwar viele Jahre später,als seine ständigen Vorhersagen angekündigt hatten, aber immerhin. Fast hätte er selbst Österreichs Kanzler werden können,jedenfalls konnte er entscheidend beeinflussen, wer es von seinen Gnaden wurde. Wer hatte ihn gewählt? Wie hat Haider eine programmatische Mogelpackung,ein widersprüchliches,unfinanzierbares Geschenkpaket quer über das gesellschaftliche Spektrum an die Wähler gebracht? Wie erzeugt er dieses allzeit nicht exakt begründbare „Es-muss-sichwas-ändern,Da-gehört-wasNeues-her-Gefühl“?Wie konnte eine dumpfe,mit falschen Zahlen gespickte FremdenangstStimmungsmache greifen? War-
um verschrecken Verhetzung, Unwahrheiten,frisierte Zitate, halbe Entschuldigungen,Zurücknahmen und sofort darauf wieder Weiterlügen die Menschen nicht hinreichend?
Wer glaubt mir nicht,dass mich die Suche nach den Antworten schon ankotzt?
Realpolitisch begann die „Wende“ in Österreich mit der traditionellen Charakterschwäche der Christsozialen.
„Wenn wir Dritte werden,gehen wir in Opposition“,hatte der Vizekanzler erklärt. Sie wurden Dritte. Er wurde Kanzler. Kanzler einer farcenhaften „bürgerlichen“ Koalition. Denn in Österreich waren die in großer Koalition verdämmernden Sozialdemokraten jedenfalls bürgerlicher als die links überholende,rechts ermutigende,tumbe Totalprotestler einsammelnde Partei des Polit-Gigolos Haider. Dass dieser Mann zu alldem noch eine Allianz mit dem konservativen Flügel der katholischen Kirche zustande brachte,ist die Überpointe. Von einer versulzten,faulen und unbegabten großen Koalition nur mäßig gehindert,sammelte er Stimmen. Nicht nur beim bräunlichen Altbürgertum,bei denkunfähigen Fun-Yuppies, nein auch am schändlicherweise von den Sozialdemokraten freigegebenen linken Rand der tatsächlich Unterprivilegierten, Zukurzgekommenen,Vergessenen. Der letzte Stimmenschub machte Haiders „Bewegung“ zur „Arbeiterpartei“. Dann war er bei der Regierungsbildung Frontmann der Nation,suhlte sich in seiner Bedeutung und retirierte nach Vollzug der „Wende“ nach Kärnten,um sich als
13 Klipp September 2002
* autorisierterAuszug ausWerner Schneyders Buch „Ansichten eines Solisten”.
Person vom programmatischen Debakel,von der Offenlegung des sozialen Großbetrugs abzusetzen,um „einfach ehrlich,einfach Jörg!“ bleiben zu können. Es darf nicht gelingen. Manches in mir sträubt sich,auf die Sozialdemokraten einzuprügeln. Aber will man die österreichische „Wende“ erklären,ist es unerlässlich. Zumal die gegenwärtige Oppositionsrolle diese Partei ermutigt und verpflichtet,wieder Positionen zu haben.
Die waren abhanden gek ommen.
Dass man in diesem rundum prosperierenden Land jene Schichten,denen es nicht nur nicht gut,denen es elend geht,chronisch übersah,gehörte zu den Eigenheiten der vorübergehend abgewählten Sozialdemokratie. Deren Chefs waren immer fassungslos,wenn man sie – von Wahl zu Wahl – daran erinnerte, dass sich unter ihrer Regierung die soziale Kluft womöglich auch zwischen Frau und Mann wiederum erweitert hatte. Sie verwiesen immer ganz erstaunt auf ihr Parteiprogramm und schienen nicht zu begreifen, dass sich Parteiprogramme nur dann realisierten,wenn man sie einhält. Man erlaubte dem Haider,mühelos auf „linke“ Defizite hinweisen zu können,zu behaupten die sozialere Gesinnung zu haben. Das war hochpeinlich.
Peinlich war auch der Wahlkampf der Sozialdemokraten. Auf keine Behauptung der Freiheitlichen gingen sie näher ein, das Haider-Plakat „Er hat Euch nicht belogen“ ließen sie unwi-
Werner Schneyder, Dr. phil., geboren 1937 in Graz, aufgewachsen in Klagenfurt,war nach dem Studium zunächst als freier Journalist,Werbetexter und Dramaturg tätig. Seit 1965 arbeitete er als freier Autor,seit 1974 als politisch-literarischer Kabarettist,zuerst im Duo mit Dieter Hildebrandt,dann allein. Sein Können hat er in zahlreichen Tourneen und TV-Sendungen,in Theaterarbeit,Büchern und Kolumnen immer wieder gefordert.
Zu seinen Buchveröffentlichungen gehören Reimzeit. Gedichte, Schreibzeit. Satiren,Meiningen oder die Liebe und das Theater. Ein Bericht,Zeitspiel. Feuilletons und Erzählungen und zuletzt Karrieren oder Das letzte Drittel entscheidet. Erzählungen (alle bei Kremayr & Scheriau).
dersprochen,statt zu antworten:„Weil er noch nie die Wahrheit gesagt hat“. Die Roten plakatierten allen Ernstes den Slogan „Der richtige Weg ins 21. Jahrhundert“. Der aber war gewissermaßen nicht zu verfehlen. Den konnte jeder Schwachsinnige finden.
Werner Schneyder,Österreichs bekannter Meinungsträger,fasst in diesem Buch seine provokant-nachdenklichen Ansichten über Politik,Kultur,Kulturmenschen,Gesellschaft und Sport zusammen. „Auf höchstem Niveau,doch niemals als Selbstzweck und immer im Dienste des aristotelischen Mythos,der Geschichte an sich,bewegen sich seine Wörter,um sich zu Worten zu transformieren“,so Alfred Dorfer.
Wie wurde er,was er ist? Ich wiederhole:Es ist nicht zumutbar,es noch einmal erzählen zu müssen,aber es gehört zum Bild. Es begann in einer Kleinbürgerfamilie in Oberösterreich in einem gestandenen Nazihaushalt. Klein Jörgl wuchs mit Eltern auf,denen man nach Kriegsende „Unrecht“ getan hat. Das hat ihn natürlich vorgeprägt.
Ein Populist kann nur aus seinen Widersprüchen heraus widerlegt werden. Pausenlos muss man den Bürgern sagen,dass Haider zu jeder Meinung,zu jeder Lösung auch schon deren Gegenteil vorgeschlagen hat. Diese Art von Charakter erforderte bei den politischen Mitbewerbern polemische Talente.
Daran mangelte es lange Zeit bis zur Unterversorgung. Das hat sich hoffentlich geändert. In der ersten Pressekonferenz an der Seite des Kanzlers Schüssel hatte der EU-Gegner Haider stolz lächelnd die Europa-Fahne in die Kamera gehalten. Mittlerweile beantragt er eine Volksabstimmung gegen die Erweiterung der EU. Sollte er allerdings demnächst nach Ungarn reisen, kann man sicher sein,er verteilt dort an Kinder und Bedürftige EU-Fähnchen. Woher kommt dieser Mann?
Dann wurde der begabte Kerl zum Studieren geschickt und brachte es auf akademischem Boden zu was. Aber die wissenschaftliche Karriere war ihm dann doch zu mühsam. Der Nobelpreis zu weit weg. Politik versprach ihm eher die Rampe. Er tat sich um und fand die FPÖ. Jörg Haider sah in deren auch vorhandenem liberalen Flügel eine Chance. Aber mit liberal war keine leadership zu erreichen. Weder für die Partei noch für ihn. Und er musste Primus werden,das ist seine Bestimmung. Ist er Primus inter pares,dann sehr bald
14 Klipp September 2002 Politik
unter Parasiten. So geschah es. Er schaffte den Wechsel nach dem Rechtsaußen seiner Partei aus dem Stand. Mittlerweile in Kärnten tätig,sofort vom 26jährigen Oberösterreicher zum Urkärntner in der zwölften,urdeutschen Generation mutiert, fand er eine politische Lehrmeisterin,eine klassische Nazisse,ein altes BDM-Mädchen, die tatsächlich Kriemhild heißt, und ließ sich von der zum Heimatretter ausbilden. Es gelang ihm auf einem Parteitag der FPÖ ein sorgsam vorbereiteter Putsch. Der aufhaltsame Aufstieg des Jörg Haider begann. Zu diesem Aufstieg benützte er ein Talent,oder besser:den Wunsch es zu haben. Denn Jörg Haider wollte einmal Schauspieler werden. Das erklärt viel. Die Sehnsucht,besser:der Trieb nach Rampe,nach Applaus, nach Geliebtwerden geht oft die seltsamsten Wege. Da kann man als Kompensation auch beschließen,Politiker zu werden, wie dereinst ein aus der deutschen Geschichte nicht mehr wegzudenkender Landesmann.
Jörg Haider ist also Schauspieler in der Politik geworden,und zwar in einerArt und Weise,die ihn in der Theaterprofession über eine letztrangige Tourneeklitsche nicht hätte hinauskommen lassen. Er ist Schmierist, und was daran verwundert,ist, dass es viele nicht merken. Das kann am Überangebot an schlechten Schauspielern im TV liegen. Die Leute vor dem Schirm haben verlernt zu merken,wenn einer sich nur sehr mühsam verstellen kann.
Jörg Haider spielt pausenlos Rollen. Ins Landgasthaus kommt er im Trachtenanzug, vor die Jungunternehmer tritt er im allerletzten Designerlook, vor ein gehobenes Auditorium in korrektem Anzug. Ähnlich flexibel ist er in der Wortwahl, der Sprachmelodie. Im Bierzelt macht er den „klassen Burschen“ und lässt verbal die Sau raus,bei Pressekonferenzen
oder in einer Talk-Show spielt er vor unbegabten Kontrahenten den „edler statesman“. Alles übertrieben,alles outriert,aber für sein Publikum hinreichend eindrucksvoll.
Er harrt des Volksentscheides: Haider an die Macht! Was kann ihn daran hindern? Eventuell der Königsmord in eigenen Reihen,denn das smarteAntlitz des Fünfzigers ist rissig geworden, und es gibt schöne junge Männer,die sich die Parteiführerschaft auch zutrauten. Eventuell der Königsmord durch die Deutschnationalen,denen er sich zu wendig verhält. Schaffte er es aber,könnte er jungen Politikern im „Reich“ und darüber hinaus in Europa zum Vorbild werden. Was kann und muss ihn endgültig stoppen?
Was Haider auch stoppen müsste,ist seine Darbietung als „Landesvater“,als väterlicher Landesbursch. Die ist von außerordentlicher Kläglichkeit. Man müsste sich weigern,sie darzustellen. Geht es um große Dinge,wie den Neubau eines Krankenhauses,die Besitzverhältnisse einer Seebühne und und und,stellt sich Haider hin, verkündet eine Entscheidung, begründet sie,lässt sich für Entscheidung und Begründung feiern,stellt sich zwei Wochen später wieder hin,wiederruft alles und beantragt,für den Widerruf gefeiert zu werden. Er begreift das Bundesland als Event-Bühne,forciert eine unüberbietbare Veranstaltungsdichte,nur um überall am Eingang stehen und Hände schütteln zu können. Haider ist als allgegenwärtiger Grüßaugust unvermeidbar. Kein Eintritt ohne seinen Anblick. Angesichts seines Event-Rausches lässt Haider alle weltanschaulichen Richtlinien sein,was zum sich steigernden Entsetzen und letztlich zum Rückzug des „Kulturberaters“ und Chefideologen Andreas Mölzer führte. Da dieser stram-
me Rechte publizistische Möglichkeiten hat,Gesinnungstreue einzufordern,könnte dem Haider auch von rechts Schaden zugefügt werden.
Einstweilen lässt er noch das ganze Land mit seinem Konterfei und der Behauptung „Kärnten blüht auf“ zuplakatieren, lässt Druckschrift auf Druckschrift publizieren,die im Wesentlichen nur aus Haider-Fotos bestehen.
Er hat das Land in Geiselhaft genommen.
Kärnten,immer noch vom historischen „Abwehrkampf“ gegen die Slowenen traumatisiert, hätte jetzt die Chance umzudenken. Die Kärntner könnten sich sagen,haben wir den Abwehrkampf gegen die Slawen gewonnen,müssten wir den gegen Haider doch auch noch schaffen. Und der prägende Slogan „Kärnten frei und ungeteilt“ könnte in dieser Richtung interpretiert werden:Frei von Haider
und ungeteilt durch ihn.
Ist es mir möglich,etwas Gutes über den Mann zu vermuten?
Höchstens dieses:Oft in seinem Leben mag sich Haider eine zweite Chance gewünscht haben,eine bei den Grünen oder einer neu zu gründenden Linkspartei,denn es mag ihm in mancher Selbstanalyse lästig geworden sein,dem braunen Abonnement die Treue halten zu müssen.Aber es war für ihn zu spät. Er kann nie mehr zurück. Er übertüncht seine Zerrissenheit mit dem Rollenverhalten des Medienstars. Aber es ist zu hoffen,dass ihn das Schicksal vieler eben nicht wirklich qualitätsvoller Medienstars ereilt. Er wird nach seiner großen populistischen Soap opera von niemandem mehr gesehen werden wollen. Er wird in der Versenkung seines Bärentals verschwinden.Auf Nimmerwiedersehen. Die Autogrammkarten werden vergilben. ■
15 Klipp September 2002 Wegraz Gesellschaft für Stadterneuerung und Assanierung m. b. H. A-8010 Graz, Hartenaugasse 6 Telefon: 0316/ 38 49 09-16 oder 20 Telefax: 0316/ 38 49 57-17 E-Mail: koter@wegraz.at Zinshäuser bzw. Gründerzeithäuser in der Grazer Altstadt zu kaufen! Wir suchen laufend
Der Euro kommt aus Feldbach! Der Euro kommt aus Feldbach!
Max Wratschgo kramt für uns in seinen Erinnerungen. In Feldbach wurde schon 1968 eine europäische Währung gefordert – mit dem Namen „Euro“!
Der Feldbacher Max Wratschgo ist europäisches Urgestein. In seinen Adern fließt blaues Blut,durchmischt mit gelben Sternen.
„Noch während der Nazi-Zeit haben sich ja in den KZs Gruppen gebildet und beschlossen, nachher muss Europa zusam-
Wahlbeteilung von 65 % - darüber würde man sich bei den nächsten Wahlen zum europäischen Parlament nur freuen ...
„Alles für den Frieden“
Von der vielzitierten EU-Skepsis in der Oststeiermark ist auch heute in Feldbach nichts zu spüren. „Die Stammtisch-Meinung ist nicht jene der Bevölkerung,sondern nur die,die man hört,weil sie laut ist“,erklärt er. Und die Angst vorm Bauernsterben? „Als ich zu unterrichten begonnen habe,lag der Anteil der Bauern in der Bevölkerung bei über 30 %. Jetzt ungefähr bei 6 %. Und daran ist nicht Europa Schuld“,lässt er sich erst gar nicht auf irgendeine Art
von Populismus ein. In den fünfziger und sechziger
men halten“,erzählt der ehemalige Lehrer. 1947 ist er bei der Gründung der europäischen Sektion dabei und nur etwas mehr als zehn Jahre später, 1959,organisiert er in Feldbach die erste Volksabstimmung für oder gegen „Vereinigte Staaten von Europa“. Das Ergebnis ist überwältigend:3583 Feldbacher stimmen mit „Ja“,nur 90 dagegen. Und das bei einer
Jahren hat er Feldbach und Umgebung praktisch „zugepflastert“ mit pro-europäischen Plakaten. „Wir waren echte Werbeprofis.“ Und Organisationstalente. Zu Europa-Gesprächen (etwa bereits 1964zum Thema
und die Neutralität“ kamen oft fast ein Dutzend Politiker aller Genres,quer durch die Parteigrenzen. Und nicht zu vergessen: Während die
heutige EU lange Zeit zwischen „Ecu“ und „Euro“ als Namen für unsere Einheitswährung schwankte,forderten Wratschgo und Konsorten bereits 1968 eindeutig:„Wir wollen den Euro!“ Er war seiner Zeit weit voraus. Was war sein größter Moment in der Feldbacher europäischen Bewegung? „Schwer zu sagen, da gab’s zu viele. Aber ganz besonders war das Radkersburger Europatreffen 1971 in Bad Radkersburg und im damals jugoslawischen Oberradkersburg.Dafür benötigtenwirunzähligeBestätigungen aus Belgrad,schlussendlich kam es aber zu einem wunderbaren Konzert der Grenzlandkapelle mit Musikern aus beiden Ländern. Und die Jugoslawen mussten bei ihrer Einreise nach Österreich nicht einmal ihre Reisepässe herzeigen. Das war nur bei uns möglich.“ Dass sich Wratschgo bereits auf die EU-Osterweiterung freut, die ja wieder ein großer Schritt in Richtung „Vereinigte Staaten von Europa“ ist,muss nicht genauer erläutert werden:„Ein gemeinsames Europa ist ein Friedenssicherer!“ ■
Politik Wirt-
„Österreich
von Bernd Hadler
Wratschgo wusste schon, wo er seine Plakate für die ersten Europawahlen am besten platzierte!
Das waren Zeiten ... Der junge Max Wratschgo (l.) mit dem dritten Nationalratspräsidenten Josef Wallner aus Kirchbach. Treffpunkt war Riegersburg, 1963
16 Klipp September 2002
Die Zukunft der Jugend war den europäischen Feldbachern immer ein großes Anliegen, wie dieses Transparent beweist
Hallo, meine Lieben!
Es gibt Momente,da geht mir unser Familienoberhaupt – die Kinder und ich bezeichnen ihn so,wenn wir gut aufgelegt sind –gehörig auf die Nerven. Ich rede von meinem allerliebsten Mann, der in diesen Tagen mit Gott und der Welt plaudert,eine politische Analyse nach der anderen aufstellt,mit allen Wenn und Abers,so als ob er der nächste Kanzlerkandidat wäre. Ich geb’schon zu,er kennt sich gut aus in der Politik,aber es fragt ihn ja nicht wirklich jemand,wie er denkt.
Von der großen Politik verstehe ich ja nicht viel,aber doch wundert mich die Naivität von Noch-Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer Die plötzlich völlig überrascht ist,weil ihr der Jörgl klipp und klar damit drohte:„Wenn du nicht so tanzt,wie ich will, dann vertschüss dich.“ Und mittlerweile hat sie sich bekanntlich vertschüssen müssen. Wie kann eine Frau,die doch den Jörg Haider seit 15 Jahren ganz genau kennt,verdrängen,dass sie letztendlich doch nur am Gängelband des einfachen Parteimitgliedes hing und sie
äußerten,so ist Leopold Schöggl einer,dessen Meinung in Wien überhaupt nicht gefragt ist. Und er wird die Rechnung relativ rasch serviert bekommen,wie auch Peter Weinmeister. Im Jänner 2003 gibt es Gemeinderatswahlen in Graz und die Freiheitlichen werden es kaum schaffen,ihr tolles Ergebnis vom Jahr 1998 zu erneuern, ganz im Gegenteil,man fürchtet,dass aufgrund der unappetitlichen Sex-Affäre des Ex-Stadtrats und Ex-Gemeinderats Ferdinand Spielberger es zu einem Absturz in der Wählergunst kommt. Selbst wenn Jörg Haider sich wieder einmal anschickt,alsWahlhelfer in die Steiermark und nach Graz zu kommen,auch er wird es nicht schaffen,für die FPÖ so viel Wind zu machen,dass seine Kameraden gut abschneiden.
Die künftige Entwicklung der FPÖ wird jedoch auf einem Sonderparteitag entschieden,und den gibt es bekanntlich am 20. Oktober. Den kleinen informellen Parteitag hat es ja schon in Knittelfeld gegeben,wo rund 400 Delegierte das Trio Riess-Passer,Westenthaler, Grasser mit ihren Forderungen praktisch zum Rücktritt gezwungen haben. So gesehen hat die Steiermark zumindest auf dieseWeise ei-
Lilly Lotterblume
nicht mehr und weniger war – als seine Statthalterin in Wien. Oh,irgendwie freu’ich mich da auf die Neuwahlen,denn das gibt jetzt wieder eine spannende Zeit. Besonders dann am Wahlsonntag um fünf Uhr Nachmittag,wenn wir alle vor dem Fernseher die erste Hochrechnung präsentiert bekommen. Da ist mein Allerliebster gar nicht mehr zu halten und vorher schon ganz aufgeregt. Meist ruft er alle seine Bekannten an und informiert sich schon imVoraus,sodass für ihn die Überraschung dann nicht mehr so groß ist. Was sich da der Jörg Haider eingebrockt hat mit seinem Vorstoß und seiner Kritik an den Parteifreunden,das wird er selbst noch auszulöffeln haben,war sich unsere Kartenrunde beim letzten Plausch einig. Was die Zurückgetretenen,Susanne Riess-Passer, Karl-Heinz Grasser und Peter Westenthaler auszeichnet? Dass sie sich offensichtlich von ihrem großen Herrn und Meister emanzipieren wollten,sie überzeugt waren,auch ohne ihn als den großen „Gott-sei-bei-uns“ vor den Wählern bestehen zu können. Nur,die Antwort darauf wird es zumindest bei der kommendenWahl nicht geben,weil sie ja nicht mehr dabei sind.Aber wer weiß,vielleicht kommen sie wieder.Alle anderen,die Haider hinterherlaufen und sich in seinem Schatten wohl fühlen,weil es ja lustig ist,neben einem großen starken Mann ordentlich zu kläffen,müssen damit rechnen,irgendwann einmal aus der Spur genommen zu werden,das prophezeit der Otto – er ist in der FPÖ-Parteizentrale tätig.
Jörg Haider zeigt in diesen Wochen einmal mehr,dass er nach Bruno Kreisky der auffälligste Politiker der Alpenrepublik in den letzten drei Jahrzehnten ist. Ganz egal,ob man ihn politisch mag oder nicht,er gönnt niemandem den Triumph,sich an ihm zu erschöpfen. Während zur Zeit eines Michael Schmid die steirische FPÖ noch stark gehört wurde,wenn die Länder sich zu Entscheidungen
ne wichtige Rolle gespielt,dass es in „Knüppelfeld“ zum Ende der Wende kam. Gut vorstellbar,dass es nach dem Sonderparteitag auch in der steirischen FPÖ für den einen oder anderen Spitzenmann zu einem raschen Ende kommt. Er könne sich nicht vorstellen,so höre ich den Otto sagen,dass ein neuer FPÖ-Obmann die Kameraden in der Steiermark,allen voran die Herren Schöggl und Weinmeister,in Ruhe hier weiter wurschteln lassen wird. Durchaus möglich,dass es da ebenfalls ein abruptes Ende geben kann. Da habe die Chefin, Waltraud Klasnic,offensichtlich ihr Spürsinn verlassen,bedauert der Josef den Tritt ins Fettnäpfchen. Er ist ein treuer Diener seiner Herrin in der Burg. Jeder sei herzlich willkommen,antwortete Landeshauptfrau Waltraud Klasnic noch vollmundig wenige Tage vor dem Rücktritt des FPÖ-Trios auf die Frage sinngemäß,was sie von einer Lösung Jörg Haider als Vizekanzler halten würde. Dies sei außerdem ausschließlich die Sache des Koalitionspartners,sprich der FPÖ,wen sie dafür nominiert. Dass dem überhaupt nicht so war,das darf auch die Frau Landeshauptmann mittlerweile erkennen,weil Noch-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel sehr rasch die Notbremse mit dem Ende der Wende und dem Verkünden von Neuwahlen gezogen hat. Bei ihm war also nichts davon zu spüren,dass jeder herzlich willkommen sei. Waltraud Klasnic ist in der Steiermark eine Macht,aber die Verhältnisse auf Bundesebene und das Wiener politische Parkett sind nicht gerade das,was sie wirklich versteht und auch mag,verteidigt der Josef seine Chefin.
Das wär’s für dieses Mal,also tschüss,bis zum nächsten Mal
Eure Lilly
17 Klipp September 2002
halb haben wir im Bundesvorstand beschlossen,bei den Landtagswahlen in Niederösterreich anzutreten:Zwei Prozent als neue Partei sollten wir schaffen.“ Die Kosten dafür schätzt Fußi auf ca. 1 Mio. Euro – und weitere 2 bis 3 Mio. für das nächste Ziel,die Nationalratswahlen. Es wird ein regulärer Wahlkampf mit ordentlichem Werbebudget – und ohne private Schulden wie beim Volksbegehren (S 260.000,–). „Die Financiers für beide Wahlgänge habe ich,was uns zum Teil noch fehlt,sind junge, intelligente Leute,die in die Politik wollen.“
Fußi hat Fuß in der Tür
Der Zeitpunkt für den Einstieg ist günstig:ÖVP und SPÖ ver-
Reserve-Haider hat Blut geleckt Reserve-Haider hat Blut geleckt
Die Jagd auf die Abfangjäger war der politische Hebel für Rudolf Fußi. Seither hat er „Blut geleckt“. Fieberhaft rüstet der Fohnsdorfer mit seinen „Demokraten“ zum Wahlkampf. Erste Bewährungsprobe werden die Landtagswahlen in Niederösterreich. „Zwei Prozent dort, dann geht´s in die Nationalratswahlen.“
Ob er noch ein Volksbegehren daraufsetzt,hängt davon ab,ob Haider die Oberhand gewinnt oder die FPÖ umfällt. Die Abfangjäger werde Fußi auf jeden Fall verhindern:„Wenn die Bevölkerung nicht ernst genommen wird,dann kommt sicher ein
Begehren für mehr direkte Demokratie.“ Sein Ziel:Jedes Volksbegehren,das mehr als 10 Prozent der Wahlberechtigten unterschreiben,soll verpflichtend zu einer Volksabstimmung führen. Tür auf zur direkten Demokratie. Angst,dass sich die Strategie „Volksbegehren“
totlaufen könnte,hat Fußi nicht:„Die Leute wollen nicht nur alle 4 bis 5 Jahre Stimmvieh spielen,sondern ihre Meinung dann umgesetzt wissen, wenn Entscheidungen anstehen. Wo ich hinkomme,sprechen mich Leute an,die mir das zutrauen. Sie wollten eine neue politische Kraft,die nicht irgendwelchen Gewerkschaften,Kammern etc. oder dem Proporz verpflichtet ist. Jemanden,der außerhalb des Systems steht.“ Die FPÖ habe als Privilegienschreck,siehe „Fall Gaugg“,versagt:„Sie predigt Wasser und trinkt Wein. Des-
walten ihre Hausmacht mehr schlecht als recht und der FPÖ ist die kreative Spitze abgebrochen,vor allem die Glaubwürdigkeit. Fußi dagegen hat das Zeug zum innenpolitischen Krokodil,das beweglich und aggressiv mit Mehrheits-Themen zubeißt:Radikale Kürzung der Parteienförderung,sofortige Steuersenkung,Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten oder Ausbau der direkten Demokratie. Themen,die auf der Straße liegen. „Das sind ganz klare Forderungen,hinter denen 80 Prozent der Österreicher stehen. Dass sie bisher
18 Klipp September 2002 Politik Wirtschaft Hintergrund Medien Kultur Leben & Leute
„Robin Hood“ Rudolf Fußi: Dem Wähler Stimmkraft zurückgeben
keine Partei umgesetzt hat,ist verdächtig“,wittert Fußi Angst der Polit-Lobbies vor dem Bürger. Der 24-Jährige will sie Stück für Stück aufheben und in bare Wählerstimme ummünzen. Dass er Dampf machen kann,hat er mit 624.000 Stimmen hinlänglich bewiesen. –Fußi,der Reserve-Haider?
Nicht nur weil er diesem öffentlich empfahl,sich unter Mitnahme der Herren Gaugg und Stadler zu „schleichen“, sind Haider und er zwei Pole, die sich an ihrer Ähnlichkeit reiben:„Haider ist ein Hetzer, ich bin ein echter Populist,so wie Kreisky,der ein Gespür für Themen hatte und sie für jeden verständlich formuliert hat. Nur das mit der Schuldenpolitik würde ich nicht sagen.“
Fehler des LIF vermeiden
Fußi sieht sich als echten Liberalen,wiewohl die Anfänge der Demokraten im blauen Dunst-
kreis liegen. Gründungsvater der Vorgängerpartei FDP war ExFPÖ-Staatssekretär Mario Ferrari-Brunnenfeld. „Wir haben mit der FPÖ absolut nichts gemein,unsere Vertreter kommen aus alles politischen Lagern.
Eher noch mit dem LIF,das ich lange Zeit auch gewählt habe, wegen Heide Schmidt.“ Nur habe das LIF Politik vorbei am Bürger gemacht mit der HomoDebatte oder Drogenfreigabe.
„Das alles war viel zu abgehoben und kopflastig. Gleichzeitig hat das LIF geglaubt,von der Bundesebene herunter Politik machen zu können,kein Wunder,dass es in sich zusammengebrochen ist.“ Fußi will den umgekehrten Weg einschlagen: Aufbau von der Basis her mit Orts-,Bezirksgruppen und Landesorganisationen in Niederösterreich,Wien,Salzburg,natürlich auch in der Steiermark. Gerne hätte er seine erste Wahl in der Heimat geschlagen. „Auch weil man versucht hat,mich an-
zuwerben,fast jede Partei hat angerufen. Nur tu’ich garantiert mit keinem was.“ Dabei sei die Steiermark ein Notstandsgebiet in puncto Einmischung:wegen eines „unerträglich schlechten“ LH-Stv. Schöggl und einer lavierendenWaltraud Klasnic.
Seinen Job als Immobilienmakler in Wien,den der Ex-BWLStudent seit 2 Jahren „leidenschaftlich gern“ ausübt,will Fußi auch als Parlamentarier nicht aufgeben:„Die zwei NRSitzungen pro Monat bringe ich nebenbei unter.“ ■
Fußi für 15 Prozent
wählbar
Laut einer aktuellen Gallup-Umfrage können sich nach dem erfolgreichenVolksbegehren gegen denAnkauf vonAbfangjägern 15 Prozent der Befragten vorstellen,die Splitterpartei „Die Demokraten“ von Rudolf Fußi zu wählen. Der Bekanntheitsgrad Fußis erreicht derzeit 65 Prozent. Nicht weniger als 27 Prozent glauben,dass dessen Splitterpartei „Die Demokraten“ eine Bereicherung für die heimische Innenpolitik ist. Laut Einschätzung der Befragten würde eine Kandidatur Rudolf Fußis vor allem der FPÖ Stimmen kosten – 26 Prozent meinen,dass Fußi im FP-Potenzial reüssieren könnte. 17 Prozent meinen,dass die ÖVP an ihn verliert,je 12 Prozent erwarten, dass SPÖ und Grüne Federn lassen müssten.
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Der Schweinefürst von St. Peter
Der größte Sauenzuchtstall Österreichs spaltet die südsteirische Gemeinde St. Peter am Ottersbach. Im Alleingang hat VP-Bürgermeister Franz Thuswohl das für ihn lukrative Projekt durchgesetzt – und die Bevölkerung überfahren. Mehr als vom Stall selbst stickt`s ihr politisch. Eine Geruchsmischung, die Landespolitiker meiden. Nur die Schweine – die bestbewachten in der Steiermark – müssen’s nehmen, wie´s kommt.
Für die einen ist er ein Musterstall,für die anderen eine riesengroße Sauerei. Vom „größten Tiergefängnis Österreichs“ will Johann Länner heute zwar nicht mehr sprechen, trotzdem ärgert er sich gewaltig. „Wenn du am Heiligen Abend das Telefon abnimmst und dir mit dem Kaltstellen gedroht wird,wenn du nicht den Mund hältst,hört sich der Spaß auf.“ Länner ist Anrainer und hat den Bau als Erster beeinsprucht: „Ich verstehe das nicht.Vor Jahren haben Bund und Land viel Geld nach Slowenien gezahlt, damit der Stall in Oberradkersburg zugesperrt wird. Jetzt baut man einen vor unserer Nase.“ DreiMeterAbstandistzwischen Länners Grundstück und jenem Musterstall,der jährlich 10.000 Ferkel produzieren soll. „Schauen Sie sich unsere schöne hügelige Landschaft an. Wir haben endlich einen Fuß im Tourismus
und setzen mehr auf den Weinanbau –und jetzt das.“
Beim Argument,dass der Stall belüftungs- und zuchttechnisch alle Stückerl spiele,winkt Länner ab:„Es bleibt eine Käfigtierhaltung und wer behauptet,dass diese Schweine duften,soll zu mir im Herbst zum Kürbispecken kommen. Dann,wenn die Produktion dort hochgefahren ist,die Güllebecken voll sind und die hohen Maisstauden den 5.000-m2-Bau nicht mehr abschirmen.“
Friedrich Hammer, Sprecher der Bürgerinitiative,nur ein Erinnerungsfoto geblieben. „Es sind Zustände wie in Süditalien. Wo sonst ist es möglich, dass ein Bürgermeister der Bevölkerung, ohne sie zu informieren,ein zweifelhaftes Großprojekt vor die Nase setzt.“ Nicht einmal mit Länner gab’s ein Gespräch vor der ersten Bauverhandlung:„Jeder anständige Nachbar hätte gesagt:Du,ich will da bauen. Stattdessen erschien Thuswohl bei der Bauverhandlung gleich mit Anwalt Hohenberg.“ Deshalb die Bürgerinitiative.
400. „Diese ließ Thuswohl bloß wissen,dass er über ein laufendes Verfahren nichts sagen könne.“ Um so eifriger versucht er vollendete Tatsachen zu schaffen:Mit nicht weniger als 18 Gutachten. Die Stellungnahme zur Raumordnung kam vom Grazer Büro Team A:Aus ihrer Sicht „liegt die Ansiedelung des Betriebs in St. Peter im öffentlichen Interesse“. Da war den 250 Stall-Gegnern wohl etwas entgangen. Denn aus St. Peter kommt von den 6 Betreibern nur einer,nämlich der Bürgermeister. Dass in den Saustall dann auch 100.000,– Euro der Winterbauoffensive geflossen sind, istfürvielenichtunverständlich. „Jetzt will LR Paierl nicht gewusst haben,dass die Bevölkerung gegen das Projekt war“, wittert Hammer politischen RückenwindfürThuswohl.„Die kleinen Leute werden nicht gehört:Warum hat Schnider mit ‚Vor Ort am Wort‘ St. Peter geflissentlich gemieden?“
Interessenkonflikt
Vom Tal ohne Schweinestall ist
In nur einem Tag hatten Länner und Hammer 254 Unterschriften gegen den Bau beisammen,immerhin 54 Prozent der Wahlberechtigten. Zur einberufenen Bürgerversammlung kamen gar
„Kein Bürgermeister der Nachbargemeinden wollte sich mit der Bevölkerung anlegen. An uns ist der Stall hängen geblieben“,erklärt Hammer. „Nur weil der Bürgermeister für das Mastprogramm vom M-Styria
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„Zustände wie in Süditalien“
Bgm. Franz Thuswohl: Alles im Einklang mit den Gesetzen abgelaufen
Einmal reicht nicht! Zutrittsverbot wie auf Nato-Stützpunkt
F otos:Nina Krok
liefert.“ Die Mastschweine sind für die Schweizer Handelskette Migros bestimmt. Wegen des Mehraufwands ist der Deckungsbeitrag doppelt so hoch wie bei herkömmlicher Mästung. Doch 2003 verlangen die Schweizer nicht nur in der Mästung,sondern auch in der Ferkelproduktion dieselben Richtlinien.Kannvondensteirischen Mästern nicht die durchgehende Qualität sichergestellt werden,werdederImporteingestellt.
Deshalb die Ferkelzucht,die Thuswohl mit seiner 8:7-VPMehrheit im Gemeinderat durchboxte. Und das nicht nur alsBürgermeisterundalsMitbetreiber,sondern auch als Eigentümer des Gründstückes,auf dem der Megastall steht. „Das hat sich so ergeben“,erklärt Thuswohl die für ihn günstigen Umstände. Von Machtmissbrauch und Drohungen im Hintergrund könne keine Rede sein: „Ich war ja wegen Befangenheit gar nicht Bauinstanz.“ Auch ist nicht er,sondern seine Gattin Miteigentümer an der M-SSchweinezucht GmbH (zu 26 Prozent). Ebenfalls 26 Prozent hält Geschäftsführer Thomas Lorber,der wie die übrigen Betreiber ebenfalls nicht aus St. Peter kommt.
Bäuerliches Umfeld?
Eine grundlegende Frage ist,ob der M-S-Stall dem Raumord-
nungsgesetz entspricht.
Das Bauen im Freiland ist Landwirtschaften vorbehalten. Aber ist diese Ferkelproduktion noch ein Bauernhof, wie ihn der Gesetzgeber im Auge hatte? Das bäuerliche Umfeld fehlt,nur 2 Bedienste,Geschäftsführer Lorber und ein Stallmeister,produzieren mit 500 Sauen 250 bis 300 Ferkel pro Woche. Die Fütterung und Belüftung geschieht vollautomatisch,die Säuberung über eine Gülle-Spüle,nur bei Rausche und künstlicher Besamung muss der Mensch noch eingreifen. Auch der eine „AnimationsEber“ hat wenig zu melden:Er ist kastriert und muss zuschauen,wie hochselektierter Samen zum Einsatz kommt. Auch beim Abferkeln ist meist niemand dabei. „Das können die Sauen selber. Bisher hat es keine FerkelVerluste gegeben,auch keinen Kannibalismus“,versichert GF Thomas Lorbeer. Ob der Zuchtstall eine Fabrik ist,also ein Gewerbebetrieb,der nicht ins Freiland hätte gesetzt werden dürfen,ist für ihn ein Streit um Worte. „Was sollen wir sonst sein als ein landwirtschaftlicher Betrieb,nur im Standard voraus. Die von den Schweizern verlangten Richtlinien in derZuchthätte kaum ein Einzelner umsetzen
können. Schon von den baulichen Maßnahmen her. Etwa dass zum Abferkeln fast doppelt so viel Platz pro Sau da sein muss und die üblichen Kastenstände,in denen die Sau fixiert ist,nicht erlaubt sind. – „Ohne den Stall“,so Lorber,„wäre das M-Styria Mastprogramm für viele nicht zu halten gewesen.“ Mit ihm sitzen nun 6 Bauern am Ruder und dürfen auch Brüssel danken:18 Prozent der Errichtungskosten von 2,5 Mio. Euro flossen als Direktförderung in die GesmbH.
Umweltanwalt hat Parteienstellung
Noch ist das Bauverfahren nicht abgeschlossen. Gegen den Widerstand des Bürgermeisters hat Umweltanwalt Dr. Oswald doch noch Parteienstellung bekommen und wird prüfen,etwa wohin die Gülle entsorgt wird. Auf das Thuswohl verbliebene Grundstück kann dieser seinen Anteil daran nicht mehr ausführen,dazu ist es zu klein. Doch ein Umweltanwalt ist für den durchsetzungsstarken Volksvertreter ein Leichtgewicht. Thuswohl:„Es ist schon alles gelaufen.“ Vielleicht auch für seine Wiederwahl als Bürgermeister. Denn,so Johann Länner,„vergessen ist das nicht. Ebenso wenig wie,dass wir in
unserer Sache kein einziges Mal von Waltraud Klasnic gehört wurden. Menschlich stimmt etwas nicht in einer Partei,die auf die Kleinen vergisst.“ – Der Musterstall ging unterdessen in die Offensive:Tag der offenen Tür mit „5.000 Besuchern“ (Thuswohl). Hammer wie Länner fehlten:„Es reicht,dass wir mit unserer Kritik für die nötigen Besucher gesorgt haben. Da müssen wir nicht noch hingehen und uns mitzählen lassen.“ ■
21 Klipp September 2002
Men in Green – Am Geld soll Geruch nicht hängen bleiben. GF Lorber (links) und Bgm. Thuswohl (rechts) mit Vorständen der Sparkasse Hartberg bzw. der Südoststeirischen Sparkasse, die den Schweinestall mit ca. 2 Mio. Euro finanzieren
Nur beim Besamen für max. 10 Tage in Kastenschränken, sonst offene Haltung
Vorbild Biobereich: Beim und nach dem Abferkeln ausreichend Platz
Jahrelang warsie ein
politisches Streitthema – die GrazerStadthalle
Nun wird sie am 6. Oktober 2002,am letzten Sonntag der Grazer Herbstmesse feierlich mit einer Weihe übergeben. Messepräsident Guido Held wird künftig als Hausherr fungieren. „Ich gratuliere Stadt und Land dazu“,sieht Präsident Held die Grazer Messe jetzt in eine neue Ära gehen. Die Traditionsveranstaltung
und damit auch die Messe selbst war ja gerade in den letzten zwei Jahren stark in Mitleidenschaft gekommen und auch ihre Existenz waren angezweifelt worden. Die Messehalle hat jedoch nicht nur für die Messe selbst eine große Bedeutung. Sie ist gleichsam ein Signal für die gesamte Stadt. Als größtes Einzelbauwerk – im
Welcome Air verbinde
Seit dem 10. September 2002 gibt es von Montag bis Freitag täglich e nem Zwischenstop in Innsbruck. Damit kann Graz mit einer neuen attra Air das Flugtor nach Norddeutschland.
Gerade für Geschäftsreisende,die in den norddeutschen Raum müssen,bietet sich der tägliche Tagesrandflug Graz–Innsbruck–Hannover bestens an.
Im Umkreis von Hannover,dem
deutschen Messe-Mekka,innerhalb nur einer Stunde Fahrzeit mit Bahn oder PKW,liegen zudem bedeutende Städte wie Wolfsburg mit seinem Volkswagen-Werk,Braunschweig,Hildesheim,Bremen,Celle und Salzgitter. Innerhalb von 90 Mi-
22 Klipp September 2002 Politik Wirtschaft Hintergrund
Welchen Namen wird sie haben? Am 6. Oktober gibt es die Eröffnung der neuen Grazer Stadthalle. Bis Ende September läuft der Wettbewerb für die Namensgebung. Jeder kann sich – via Internet – beteiligen
Präsident Guido Held: Für uns beginnt eine neue Ära
nächsten Jahr folgt dann das Kunsthaus – kommt ihr klarerweise eine überregionale Wertigkeit zu. Und wer sich das erste Mal in der Riesenhalle aufhält,dem wird bewusst,welche
neuen Dimensionen und Möglichkeiten sich da für die Landeshauptstadt Graz auftun. Präsident Guido Held:„Es ist eine Halle,die uns Steirer in die Lage versetzt,Ausstellungen und Veranstaltungen zu organisieren und zu präsentieren,für die bisher in Graz keine ausreichenden Möglichkeiten bestanden haben. Im Zusammenhang mit der neuen Stadthalle gibt es von unserer Seite auch eine völlig andere inhaltliche Ausrichtung,so wird es drei Messen an einem Termin geben, was einfach dieAttraktivität für den Konsumenten,für den Kunden und für die Messebesucher hebt.“
Die neue Stadthalle überragt als Baukörper ihre Umgebung ganz klar,wirkt sogar bis jetzt noch fremd,aus einer anderen Zeit und lässt das Rundherum noch älter,manches fast schäbiger aussehen. Die Weichen für die weitere Umgestaltung sind bereits gesetzt. Unmittelbar nach der Herbstmesse wird mit dem Bau einer neuen Halle der nächste Schritt in Richtung Zukunft gesetzt. Innerhalb von drei Jahren soll die Stadthalle als Flaggschiff von mehreren kleineren,aber attraktiven selbstständigen Messe- und Tagungszentren umgeben sein. ■
et Graz und Hannover
ch eine Verbindung zwischen Graz, Hannover und Rotterdam, mit eiattraktiven Geschäftsdestination aufwarten und öffnet die Welcome
nuten sind auch Hamburg,Magdeburg,Bielefeld,Osnabrück und Göttingen zu erreichen. Und selbst Berlin ist mit dem stündlich verkehrenden ICE nur
1 Stunde 35 Minuten von Hannover entfernt.
Nicht zu vergessen ist natürlich
auch der touristische Aspekt: Für die Besucher aus dem norddeutschen Raum eröffnen sich Möglichkeiten einer raschen und bequemen Anreise in die Urlaubsregionen Tirols und Südtirols,der Steiermark,des Südburgenlandes. ■
23 Klipp September 2002 ? WUSSTEN SIE ? dass die Fachhochschule Pinkafeld STU D I E R E N nachdenken ?vorausplanen ! ✓ eine der ältesten Fachhochschulen Österreichs ist ? ✓ durch praxisnaheAusbildung beste Jobaussichten bietet ? ✓ IhreAusbildung derzeit ohne Studiengebühren ermöglicht? I N FO : Fachhochschulstudiengänge Pinkafeld Te l.: +43–3357–45370 http://www.fh-pinkafeld.ac.at
Die linke Seite ist gesäumt von steirischen Eichen,die alle nicht weich werden, wenn wir den Pfad der Wildnis im nächsten Augenblick verlassen. Rechts sieht’s auch nicht besser aus:Die Böschung geht 50 Meter bergab und endet in einer Bachfurt. Und vor uns liegt diese Kurve,die auf bedenkliche Weise nach links zumacht. Aus diesen Koordinaten ergeben sich drei Fragen:War-
by nur Geld ausgegeben:50.000
Euro allein für die Teilnahme an der EM 1996.
Viel Geld für einen Amateur,der es seit 1994 als Fahrinstruktor beim ÖAMTC verdiente. Mit dem knapp verfehlten 3. Platz bei der EuropaMeisterschaft dämmerte es Doberer:Mit Rallyesließe sich auch Geld verdienen. „Zusammen mit meinem Sponsor kam die Idee:Warum nur mit einem Aufkleber herumfahren?
Ich könnte doch Fahrtechnikwissen und Rallye-Feeling kombinieren und als Incentives anbieten. Zuerst für seinen Hauptsponsor,ab Mai 2001 als selbstständiger Unternehmer startete Doberer in die Unab-
sen oder bei Stadtfesten. „Das Innenleben ist orginalgetreu geblieben,nur die Strecke – zur Auswahl stehen die letztjährigenWM-Kurse – wird per PlayStation simuliert.“ Auch KartRennen bietet Doberer an,mit sämtlichem Drumherum wie Ausschreibung,Nennungen etc.:„Eher im kleineren Rahmen für den lokalen Veranstal-
lye-Gerät,einem 2-Liter-Clio mit 190 PS. – Bevor es für die Rallye-Copiloten so weit ist, müssen sie ihre erste Sonderprüfung gut vorbereiten. Ihr Gebetsbuch ist der „Schrieb“,also das Streckenbuch,das den Streckab-
Sonderprüfung Selbstständigkeit
Wahrlich durchgestartet in die Selbstständigkeit ist Wolfram Doberer. Der erfahrene Rallye-Pilot bietet Fahrtrainings als Incentiv für Business-Kunden. – Adrenalin-Kick im Preis inbegriffen.
um steigt der Mann neben mir nicht endlich vom Gas. Weiß er, was er tut. Und warum tue ich das eigentlich ...“ Soweit das Erlebnisprotokoll von „Wiener“-Reporter Omar Shoukry bei einer Ausfahrt mit dem künftigen Jungunternehmer Wolfram Doberer im Jahr 1998. Bis dahin hatte er für sein Hob-
hängigkeit. Dank guter Kontakte und viel Mundpropagande landete Doberer Incentives vergleichsweise weich:T-Mobile, Sony,Rittal,Pürk,Remus, OMV und natürlich Fiat Österreich,liest sich heute die Referenzliste.
Rallye-Geist wecken
Noch immer geliebtes
„Rallye-Baby“ ist für Doberer sein Cinquecento. Mit dem agilen 67-PS-Boliden holte er sich im gleichnamig Cup die ersten Sporen. Heute dient er als realistischer Fahrsimulator bei Firmenfeiern,Mes-
ter. Und für beide Seiten ein Geschäft:Sie machen das Gastronomische und wir übernehmen alles andere.“ Schwerpunkt im Programm von Doberer Incentives sind die Fahrtechnik- und Beifahrer-Kurse am A1-Ring. Doberer,der bereits bei ca. 5.000 Schülern den RallyeGeist geweckt hat:„Erst am Limit lernt man das eigene Auto richtig kennen und ist gewappneter für Extremsituationen im Straßenverkehr. Gerade Firmen mit Außendienstmitarbeitern buchen diese Kurse gerne.“
Krönender Abschluss
Als Belohnung winkt eine Ausfahrt mit Doberers neuem Ral-
schnitt in Zahlen und Kürzel übersetzt. Im Boliden herrscht Arbeitsteilung:Der Pilot muss sich die nächste Kurve vorstellen können,sonst ist das hohe Tempo nicht zu halten. Meldet der Beifahrer 40 R2 –200 L4 übers Helmmikro,sollte nach 40 Metern tatsächlich eine extreme Rechtskurve,nach 200 eine schnelle Linkskurve kommen. Deshalb das Credo:„Verliere dich nie in der Zeile,egal wie stark es ruckelt.“ So erlebnisreich es ist,sich neben Doberer in den Rallye-Clio zu schnallen, ein wirkliches Sicherheitsrisiko besteht nicht. Was nicht heißt, dass nicht im Grenzbereich gefahrenwird.„Dochausreizentue ich ihn nur zu 70 Prozent.“
24 Klipp September 2002 Politik Wirtschaft Hin-
Doberer bei 1000-Seen Rallye und mit neuem Clio
Wolfram Doberer - Hobby zum Beruf gemacht
Die unstaubige Variante: Rallye am Simulator
Schließlich soll der Kurs ein Geschenk mit positivemAdrenalinkick bleiben. ■
Kontakt: doberer incentives
Rasing 8,A-8630 Mariazell
03882-41492,0676- 3251924 www.doberer.at
E-Mails aus dem Tresor
Mit einer gebührenfreien Alternative zum Einschreibebrief startet die Firma XiCrypt in eine zukunftsträchtige Marktnische: nachweisbare E-Mails. Mit Zeitstempel und Zustellungsnachweis versprechen sie Rechtssicherheit bei sensiblem Briefverkehr. Im Hintergrund solcher Transaktionen verwaltet ein elektronischer Tresor eingelagerte Dokumente ohne Verlust an Beweiskraft. Devise von XiCrypt: „Verlorenen gegangen gibt´s nicht.“
Startampeln auf Grün am 26. Oktober:
Erster steirischer Gründer-Grand-Prix
Termin vormerken und Wissensvorsprung sichern! Die steirische Gründermesse 2002 bietet am 26. Oktober im Scharzl-Freizeitzentrum
Infotainment pur in bester Dosierung:
> Auf der Startrampe, der zentralen Bühne, führen Antenne-Lady Kathi Wenusch und ein noch geheimer Starmoderator durch ein abwechslungsvolles Programm aus Unternehmensporträts, Interviews, Showblöcken und Gewinnspielen.
> An den Messeständen bieten 100 Aussteller alles Wissenswerte rund um den Unternehmensstart.
> Unmittelbar neben den Ausstellungsflächen ist in sieben Workshops Praxiswissen abzuholen. – Gleich jetzt anmelden.
Workshop-Übersicht:
Uhrzeit Workshop Referent
11:00 - 11:45Businessplan
Peter Tikal
12:00 - 12:45Steuern & Versicherungen
MMag. Josef Klug
13:00 - 13:45Finanzierung
Hanns-Christian Kerschischnik
14:00 - 14:45Rechtsformen
Mag. Walter Mosser
15:00 - 15:45Förderungsmöglichkeiten für Unternehmensgründer
Mag. Manfred Kink
16:00 - 16:45Unternehmensnachfolge
Mag. Dietmar Mühl
17:00 - 17:45Marketing – die ersten Schritte Josef Arzberger
Infosunter:http://gruendermesse.at
An sich und per Gesetz ist sie der handschriftlichen Unterschrift gleich gestellt,die digitale Signatur. Doch bisher hinkte das binäre Namenskürzel auf einem Fuß:nämlich bei der sicheren Zustellung so unterfertigter Dokumente. Was hilft das fristgerechte Offert, das geheime interne Memo,die letzte Zahlungserinnerung,wenn der Adressat sagen kann oder muss:Leider nie bei mir angekommen!
Mehr als nur R-Mails
Mit R-Mails,also registered mails,allein wollten sich DDr. Gerold Pinter und DI Lindsberger nichtzufriedengeben.„EsgingunsvonBeginn anumeineGesamtlösung,dieaucheineverlässliche Archivierung gemäß den gesetzlichen Aufbewahrungspflichten sicherstellt.“ Sieben Monate gaben sich Pinter und LindsbergerVorlaufzeit:„Wichtig in dieser Phase war der Kontakt zu jungen Gründern. Und auch Tipps und Tricks,gerade bei einer so zukunftsträchtigen Idee.“ Womit sie im März 2002 starteten,war eine All-in-one-Lösung für e-Business und e-Government einschließlich Support. Das Hauptprodukt:„Mail-Tresor“. Über ihn läuft und in ihm lagert alles,was nachweisbar sein und bleiben soll. Pinter:„Mit ihm entfällt das kostenintensive Versenden von Rechnungen,Mahnungen. Zeitkritische Dokumente wie Eingaben an Behörden,Rechtsmittel oder Offertlegungen können nachweisbar übermittelt und optional ohne Verlust an Beweiskraft auch gespeichert werden.“
Mit dem Stempel der Echtheit
Der Clou des Tresors liegt in der Kombination der drei Features digitale Signatur,Zeitstempel und digitale Archivierung. Beispiel:Eine signierte Zahlungserinnerung mit Zeitstempel geht an die Schuldneradresse. Parallel dazu läuftimHintergrundauchdieVerständigungan
Mail-Tresor,mit der Mahnung als Attachment. Mail-Tresor prüft nun,ob der Schuldner erreichbar ist. Könnte die Mahnung zugestellt werden,wird die Transaktion im Mail-Tresor –wieder mit Zeitnachweis – abgehakt. Ist der Schuldner nicht erreichbar,folgensolange Proof-Mails,bis die Zustellung erfolgreich ist,und zwar gleichermaßen an Sender wie Empfänger. Aus Beweisgründen werden sämtlicheZustellversuchebeiMail-Tresorspeichersicher eingelagert.
Was sich kompliziert anhört,ist für den Benutzer kinderleicht. DI Alexander Egger,verantwortlich für F&E bei XiCrypt:„Vom beachtlichen Programmieraufwand,der hinter dieser Lösung steckt,spürt der Anwender nichts. Mail-Tresor ist einfacher zu bedienen als ein E-Mail-Programm.“
Effizienz statt Kosten
SogarfürAnwendungen(etwaBuchhaltungssysteme),die über keine digitale Signiermöglichkeit verfügen,hat XiCrypt-Technolgie eine Lösung parat:Mit dem S/Mime-Mapper,entwickelt und vertrieben in Zusammenarbeit mit der TUGraz,sind auch ältereAnwendungen digitalsignierbar.„Damithabenwireine100%ige EinsetzbarkeitunseresSystemserreicht“,erklärt Pinter,der Mail-Tresor bereits zum Patent angemeldet hat. Für Business- wie für Privatkunden wirddieAnwendungzumietensein,mitimVergleich zum Nutzen niedrigen Kosten:gut € 5.000,– konnte etwa der Grazer Provider EDIS.at an Portokosten sparen. Nur ein Bruchteil dessen,was sich mit Mail-Tresor machen ließe. Allein die Finanzverwaltung gibt jährlich € 3,5 Mio. fürs Porto aus. Hier stünde einer „Steuerreform“eigentlichnichtsimWege. ■
Kontakt: XiCrypt Technologies GmbH
Hub 109,A-8046 Graz
0043/ 0699 135 071 65
http://www.xicrypt.com,office@xicrypt.com
25 Klipp September 2002
Start-up in hochkarätige Nische. GF DDr. Gerold Pinter macht E-Mail-Transaktionen rechtssicher
Telefon ++43 316 7095-0 standortmanagement@sfg.at http://invest-in-styria.at
„Zöpfe abschneiden, nicht aber die Kopfhaut“
WK-Vizepräsident Dieter Eigner zu Reformen
Der Hang zum Extremen
DI Dieter Eigner,studierter Architekt und Baumeister, mit einem eigenen Unternehmen,kennt andere Länder und Sitten nicht nur als Tourist. GeradedeshalbisterinderLage zu erkennen und einzuschätzen, welche Qualität an Staat und Gesellschaft wir in Österreich haben.Vor20Jahrenkaufteerin Paraguay in Südamerika eine Rinderfarm,verbrachte dort viel Zeit und weiß daher,wie sich das Leben abspielt.Als Obmann der Sozialversicherung in der Steirischen Wirtschaftskammer machen ihm Entwicklungen Sorgen,die den Mittelstand –das Rückgrat unserer Wirtschaft – zu ruinieren drohen.
Auch oder gerade Politiker und Berufsgruppenvertreter müssen sich klarerweise im Gestrüpp von Gesetzen und Verordnungen zurechtfinden. Inwieweit die Betreffenden den vorhandenen Freiraum nutzen, das bestimmen in vielen Fällen die Erfahrungen auf dem eigenen Lebensweg. KLIPP-Portraits über steirische Persönlichkeiten, allerdings keine Homestorys mit Kamin und Sitzecke. Den Beginn machen wir mit Dieter Eigner, dem Vizepräsidenten der Steirischen Wirtschaftskammer.
Ohrfeige verschafft Publicity
Als ihm ein junger Student nach einer Diskussion auf der Uni Graz ins Gesicht spuckte,es war im Jahre 1990,bekam dieser eine „schlagende und unmissverständliche Antwort“ von Dieter Eigner. Er war damals Gemeinderat der Stadt Graz. Es folgte eine Anklage wegen des Verdachts der vorsätzlichen,schweren Körperverletzung – „Ich wurde aber letztendlich freige-
sprochen.“ Wer mit dem groß gewachsenen Wirtschaftskammerfunktionär in Kontakt kommt,dem wird rasch klar, dass dieser mit Sozialromantik wenig am Hut haben will,aber für eine Politik des Augenmaßes in allen Bereichen eintritt. „Ich kämpfe dagegen an, wenn Große die Neigung zeigen,Kleine aus dem Weg räumen zu wollen oder wenn das Durchfallen durch den sozialen Rost zur Normalität zu werden droht“,definiert er sich selbst.
JOANNEUM RESEARCH setzt
Landeshauptmann-Stv. DI Leopold Schöggl will mit der landeseigenen Forschungsgesellschaft verstärkt die „Forschungsbedürfnisse in der Zukunfts-Region abdecken“.
Auf großes Interesse in der österreichischenForschungslandschaft stießen bei den Technologiegesprächen in Alpbach die strategischen Überlegungen der steirischen Forschungsgesellschaft JOANNEUM RESEARCH.
Schwebt doch immer wieder die Variante im Raum,die LandesForschungsgesellschaft mit den Austrian Research Centers (ARC, die Holding von Seibersdorf und Arsenal) in eine Holding zusammenzufassen. Doch JOANNEUM RESEARCH setzt auf Eigenständigkeit – und in ihren Zukunftsstrategien auf ein „standortbezogenes und vernetzungsorientiertes Konzept“.
Das Kernstück der Strategie besteht darin,dass die Brückenfunk-
tion zwischen Universitäten, Wirtschaft,Behörden und Politik, für die JOANNEUM RESEARCH professionelle Instrumente entwickelt hat,den steirischen Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen anzubieten und diese bei der Erfüllung ihrer Aufgaben zu unterstützen. „Es ist seltsam, dass in Österreich im Bereich Forschung die Rolle der Universitäten immer heruntergespielt wird“,meinte JR-Geschäftsführer Dr. Bernhard Pelzl am Rande der Alpbacher Technologiegespräche: „Aufgrund der Erfahrungen in der Steiermark wissen wir jedoch nur zu gut,welches Potenzial in unseren Hohen Schulen steckt. Hier bedarf es verstärkter Kooperation.“ So könne JOANNEUM RESEARCH in Zukunft verstärkt als „Anwendungs- und Verwertungs-
Es war Anfang der 80er-Jahre, als Dieter Eigner für Paraguay einen Schlachthof plante. Für sein Honorar erwarb er damals eine Rinderfarm,die heute von seinem Sohn betreut wird und unverkäuflich ist. „Weil du praktisch nichts dafür bekommst in der jetzigen Wirtschaftsflaute“, sagt Dieter Eigner. Europäern tut sich dort eine ganz andere Gesellschaft auf. „Es gibt auch
auf Kooperation mit Universitäten
Bei den Technologiegesprächen in Alpbach legte JOANNEUM RESEARCH ihre Strategien offen: regionale Schwerpunktsetzung, höhere Vernetzung mit den Universitäten, enge Kooperation mit internationalen Partnern
Gesellschaft der steirischen Universitäten und Fachhochschulen“ dienen – eine Aufgabe,die auch eine Technologie-Holding generell für Österreichs Universitäten übernehmen könnte.
International will sich JOANNEUM RESEARCH im sich herausbildenden „europäischen Forschungsraum“ durch strategische
Partnerschaften positionieren. So wird derzeit an einer „starken Achse mit der Niederländischen Technologie- und Forschungsgesellschaft TNO geschmiedet“. Angestrebt werde eine systematische Kooperation mit der TNO, vor allem auch im Hinblick auf eine Beteiligung an den europäischen Forschungsprogrammen. ❑
26 Klipp September 2002 Politik Wirtschaft Hintergrund Medien Kultur Leben & Leute
Viel in Südamerika gelernt
dort oft sehr strenge Gesetze,aber niemand vollzieht sie“,beschreibt Dieter Eigner die Gesellschaft. „Du kannst dir dort alles richten,für einige Tausend Dollar jeden erschießen lassen,aber in diesem Sumpf lauern auch alle Gefahren.“ Er selbst hat unglaubliches Glück,wurde vom meist tödlichen Deneque-Fieber befallen, Überträger ist ein Insekt und überlebte nur mit Glück,weil eine US-Klinik in der Nähe war.
Sind für Solidaritätsfonds
„Wir leben hier in einer geordnetenWelt,müssen uns gerade jetzt neu orientieren und neue Regelungen überlegen“,sagt der Obmann der Gewerblichen Sozialversicherung. „Es gilt für uns aber die erworbenen Sozialstandards zu halten. Die Menschen haben dafür gearbeitet,haben auch dafür bezahlt.“ In der Steiermark gibt es rund 70.000 aktive Versicherte und 30.000 Pensions-Bezieher in der Gewerblichen Wirtschaft. „Wir sind nicht gegen die Solidaritätsfonds“,bezieht Dieter Eigner klar Position zur gegenwärtigen Diskussion. Wir wollen nur nicht die alten Strukturen erhalten,denn dann wird das System zu einem Fass ohne Boden“,prophezeit er. Durch gezielte Maßnahmen –darunter war natürlich auch Sparen – ist heute die Gewerbliche Sozialversicherung in der Steiermark hochweiß und zahlt österreichweit etliche Millionen Euro jährlich in den Ausgleichsfonds. Allerdings müsse man die alten Strukturen überwinden,um eben zu neuen Konstruktionen zu kommen. „Uns schwebt eine Art Bündnis für Gesundheit vor“,erklärt Dieter Eigner. Es ist also nicht an einen gigantischen
onds gedacht, der von seiner Größe her auch einen gewaltigen erwaltungsaufwand hätte,sondern an mehrere regionale Lösungen. Diese hätten den Vorteil,dass damit neben den Prämien auch die Leistungen im Lande selbst bleiben würden.
Regionale Stärken wichtig
Mit seinem Unternehmen „Baukoord“,einer GmbH,ist Dieter Eigner auch international tätig. Und nicht zuletzt diese Erfahrung bestärkte ihn in seiner Meinung,dass nur starke regionale Wirtschaftsstrukturen einen breitenWohlstand ermöglichen. „Ich vertrete als Vizepräsident der Kammer,wenn Sie so wollen, auch nach außen das Gewerbe und da zeigt sich doch klar die Bedrohung,dass die Großen die Kleinen aus dem Weg räumen wollen. Dabei wird zum Beispiel die Lehrlingsausbildung vor allem von den kleineren und mittleren Betrieben geleistet,die Industrie selbst bildet ja kaum oder nicht aus“,so Dieter Eigner. Es sei völlig in Ordnung die Gewerbeordnung zu novellieren und auch zu entstauben. Ein völliges Aufweichen der Gewerbeordnung führe aber dazu,dass sowohl Konsumenten als auch Lieferanten geschädigt würden, weil kein entsprechendes Regulativ mehr da ist.“ Und wenn Firmen dann eingehen würden, dann schädigten sie ja nicht nur sich selbst,sondern vor allem Partner,Lieferanten und die Wirtschaft insgesamt. Eigner: „Wir sollten die Zöpfe abschneiden,aber nicht die Kopfhaut dabei mitnehmen.“ ■
Rail-Cargo-Center Graz
Europas modernste Drehscheibe wächst
Die Arbeiten auf der derzeit größten steir. Baustelle,dem Güterverkehrszentrum in Graz Werndorf,gehen zügig voran.Auf 5.000 ha wächst ein Logistikknoten,der die Wachstumserfolge der steir. Wirtschaft in den europäischen Zukunftsmärkten absichern wird. Eine Weichenstellung für die Infrastruktur im Grazer Raum zwischen Flughafen Thalerhof,A9 und A2,Südbahn und künftiger Koralmbahn:„Der Terminal“,so die Veranwortlichen der HL-AG,„ist eine Grundvoraussetzung,um den Güterverkehr verstärkt auf die Schiene zu bringen.“ Bereits in der Anlaufphase sollen 70.000 bis 90.000 Umschläge über den Terminal
laufen. Die Fertigstellung der Kernbereiche ist für Ende 2002 geplant,wobei mehrere hundert Arbeitsplätze entstehen. Einmalig in der Güterverkehrswirtschaft ist das Finanzierungsmodell:Im Sinn von Public-Private-Partnership kooperieren in der Cargo Center Graz BetriebsgesmbH 5 private Transportunternehmen,die ÖKOMBI, eine Bankengruppen sowie das Land Steiermark,das mit seinem 25,1-%Anteil die Startinvestition leistete. Insgesamt werden allein heuer in die Errichtung von Hallen und Büros ca. 1 Mrd. öS investiert. Ein unverzichtbarer Impuls gerade in diesem für die Bauwirtschaft so schwierigen Jahr. ❑
27 Klipp September 2002
F oto:Fischer
Wachsender Missbrauch von Servicenummern Betrug übers Telefon
Das Geschäft mit den Servicenummern blüht. Deren Betreiber kassieren Millionen. Mit skrupellosen Tricks werden Österreicher abgezockt. Der verantwortliche Minister schaut praktisch tatenlos zu. Wo bleibt ein besserer Schutz für Konsumenten?
Als Nina Stocker die Telefonrechnung in Höhe von 730,– Euro in Händen hält, fällt sie fast in Ohnmacht. Sie protestiert bei der Telekom,doch es stellt sich heraus,dass die Rechnung zu Recht besteht. Ihr 15-jähriger Cousin,der aus Rumänien auf einige Wochen zu Besuch war,wurde in die Falle gelockt. Während Nina Stocker arbeitete,vertrieb er sich zu Hause an ihrem Computer die Zeit. Er lud eine Gratissoftware vom Computer herunter,weil damit das Spielen im Netz komfortabler wurde. Bei jedem neuerlichen Spiel sorgte jedoch ein Dialer dafür,dass ständig die Gebühren
Know-how-Schnittstelle
einer Servicenummer mitliefen. Nina Stockers Cousin war ahnungslos,so wie sie. Auch die Konsumentenschützer konnten ihr nicht helfen. „Im Nachhinein ist da nichts mehr zu machen“,bedauert Dr. Peter Kieswetter,der seit 30 Jahren in der Arbeiterkammer in Graz juristisch den Konsumenten zur Seite steht.
Kostenfalle schnappt zu
Grundsätzlich ist die Idee mit den Servicenummern gut,wenn sie als Bezahlungssystem für Beratungen aller Art fungieren.
Berühmt und berüchtigt wurden sie jedoch,weil auch Sexanbieter ihre viel versprechenden Geschäfte damit machen. Wer eine 0939-Nummer wählt,der muss mit Kosten rechnen,darf dafür aber auch mit Erotik rechnen,wenn er sich’s leisten kann. Harmlos sind dazu im Vergleich die 0900er-Nummern,wo es eben normale Dienste undAuskünfte gibt. EinAnruf bei der Telekom (auch diese Auskunft kostet pro Minute 1,09 Euro) macht deutlich, wie gefährlich die Servicenummern sein können. Zwar gibt es 17 Tarifstufen,aber bis zu 6,– Euro pro Minute – das sind ge-
TTZ Leoben: Technologietransfer auf höchster Ebene
Stärkung und Erhaltung der Wirtschaft, sogar die Schaffung von Arbeitsplätzen –diese deklarierte Zielsetzung des Technologie-Transfer-Zentrums Leoben kommt nicht nur den regionalen KMUs zu Gute.Als größtes und ältetes Zentrum dieser Art stellt das TTZ eine wichtige Schnittstelle zwischen den Kunden, der Montanuniversität Leoben und dem Forschungszentrum Seibersdorf dar.
Seit 1987 liefert das TechnologieTransfer-Zentrum Leoben einen wesentlichen Beitrag zur Restrukturierung und Diversifizierung der Region Obersteiermark.Das alte Industriegebiet mit starker Grundstoffbindung ist nicht zuletzt durch den Einsatz des TTZ mittlerweile strukturell von Klein- und Mittelbetrieben geprägt, die durch die breite Leistungspalette des TTZ entscheidende Marktvorteile erhalten.Die Grundidee des
TTZ liegt in der Verknüpfung des Knowhows und der forschenden Tätigkeit von technologieorientierten Organisationen
nen.Neue Ideen können auf diesem Weg ebenso umgesetzt werden wie Machbarkeitsstudien oder QM-Optimierung.Durch die Struktur der Partner ARC Seibersdorf-Research und Montanuniversität Leoben kann die Unterstützung durch das TTZ multidisziplinär angeboten werden und umfasst unter anderem Produktionstechnik und Automatisierung, Werkstofftechnik, Informationstechnologien, Medizintechnik, Umwelt- und Verfahrenstechnik, Biotechnologie, um nur einige der zahlreichen Schwerpunkte zu erwähnen.
mit den Diensten wirtschaftsfördernder und -beratender Einrichtungen.Das Zentrum koordiniert innerhalb dieses Modells die gemeinsame Nutzung von Geräten, Einrichtungen und Experten, was vor allem KMUs zu Gute kommt, die keine Kapazitäten für Forschung frei machen kön-
Als klassischer Dienstleister bemüht sich das TTZ auch um besten Kontakt zu seinen Kunden, der von einem kompetenten Außendienstmitarbeiterteam intensivst gepflegt wird.Auf diesem Weg wird das „Rückgrat der steirischen Wirtschaft“, der Klein- und Mittelbetrieb, entscheidend gestärkt.
28 Klipp September 2002 Politik Wirtschaft Hintergrund Medien Kultur Leben & Leute
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Erotikdienste per Telefon sind oft nicht billiger als der Besuch einschlägiger Etablissements
schmalzene Tarife. Und jeder kann praktisch verlangen,was er will. Die Telekom ist nicht machtlos,aber für sie stellen diese Nummern ein gewaltiges Geschäft dar. Daher ist man eher zurückhaltend bei der Verfolgung von jenen,die zu den brutalen Abzockern gehören und Menschen in die Pleite drängen. So geschehen auch in Deutschland,wo eine Frau 10.000,– Euro dem Betreiber schuldet,weil beim Spielen im Netz nicht die übliche Netzverbindung hergestellt wur-
de,sondern ohne ihr Wissen automatisch eine teure ServiceNummer angewählt wurde. Ihr Computer wandelte sich daher unbemerkt in eine Geldvernichtungsmaschine.
Es gibt kaum Strafen
Für die so genannten TelefonMehrwertdienste,das ist der Fachausdruck für die Servicenummern,besteht auch in Österreich eine Selbstkontrolle. Ihr unterliegen die einzelnen Betreiber. Doch es gibt kaum Konsequenzen von schwarzen Schafen – und derer werden immer mehr. Vor allem deshalb,weil es über Briefkastenadressen immer einfacher wird derartige Servicenummern zu erhalten. Etliche Verantwortliche dafür befinden sich sogar im Ausland – unauffindbar! Und wird wirklich einmal einer erwischt,so sind die Strafen kaum der Rede wert. Klarerweise muss man sagen, dass es auch seriöse Anbieter gibt,die sich an die Spielregeln halten,auch im Internet. Sie geben vorher an,wie hoch die jeweiligen Minutentarife sind und schleusen ihre Programme auch nicht trickreich in den Rechner der Kunden ein. Der Markt mit den Servicenummern boomt jedenfalls. Üble Tricks sind an der Tagesordnung. Zum Beispiel Versuche mit unverlangten Faxen,EMails oder Kurzbotschaften via Handy,um die Besitzer dazu zu bewegen kostenpflichtige Nummern anzurufen. Besonders Jugendliche und ältere Menschen sind dabei „gefährdet“,weil sie ohne viel nachzufragen dann
Wichtige Tipps
Jeder Betreiber von Servicenummern ist verpflichtet,vorher dem Anrufer (Kunden) seinen Tarif zu nennen. Die Zeit,die das in Anspruch nimmt,darf dem Kunden nicht als Verbindungsentgelt verrechnet werden. Die Telekom Austria hat bei den Servicenummern 18 Tarifstufen zur Auswahl,wobei die billigste Stufe bei 0,25435 Euro beginnt,die höchste beträgt dann 2,44181 Euro. Sollten diese Bestimmungen von den Betreibern der Servicenummern missachtet werden,so hat man die Möglichkeit,sich an die „Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH“ (RTRGmbH)“ zu wenden. Sie hat die Aufgabe, diesen Beschwerden nachzugehen und die entsprechenden Schritte zu setzen,sollten die Bestimmungen verletzt werden.
Nähere Infos unter: RTR-GmbH,1060 Wien,Mariahilferstr. 77-79,Tel:01/ 580 580,Fax:01/ 580 58-9191,E-Mail:rtr@rtr.at, Homepage:www.rtr.at
derartige Nummern wählen. Wem der Sinn nach erotischen Bildern im Internet steht,der wird mit einem einzigen Klick auch gleich schnell 500,– und mehr Euro los. Zwar wird der Preis unauffällig irgendwo angekündigt, doch meist sind die Liebhaber derartiger Abbildungen anderweitig beschäftigt,sodass sie nicht merken,wie tief sie in die Kostenfalle getappt sind. Doch wer will den Scharlatanen das Handwerk legen? Die sicherste Methode, nicht durch eine dramatisch hohe Telefonrechnung in Ohnmacht zu fallen oder Pleite zu gehen liegt darin,zweifelhafte Nummern erst gar nicht anzuwählen oder bei Verdacht das Gespräch schnell zu beenden. Es gibt auch bereits jede Menge Schutzprogramme, doch auch mit diesen kann man sich nicht ganz sicher fühlen. Die beste Lösung:Sie lassen die Servicenummern auf ihrem Telefon einfach sperren. ■
29 Klipp September 2002
Vor dem Hintergrund der rasanten und seit mehr als zwei Jahren währenden Talfahrt der Börsen spricht sich Richard Schenz,Kapitalmarktbeauftragter der Regierung,für eine verstärkte Rolle des Kapitalmarktes bei der Altersvorsorge aus. „Angesichts des derzeitigen Zustandes der Börsen kommt dieser Plan eher einem Himmelfahrtskommando als einem diskussionswürdigen Vorschlag gleich“,kritisiert Hans Sallmutter (GPA). Der Fall worldcom,die größte Firmenpleite in der US-Geschichte,
Der ehemalige Hauptverbandspräsident Hans Sallmutter widerspricht vehement den Ansichten von Richard Schenz, Kapitalmarktbeauftragter der Bundesregierung.
stellt das ENRON-Debakel in den Schatten. Der Aktienkurs stürzte von 61,9 US-$ Mitte 1999 auf 0,06 $ am 1. 7. 2002 ab.
„Es wäre an der Zeit,dass sich die Proponenten einer Pensions-
privatisierung und der Umstellung auf das Kapitaldeckungsverfahren mit der Realität beschäftigen“,so Sallmutter. Realität ist,dass gegenwärtig Hunderttausende ältere US-Amerikaner angesichts des drittlängsten Kursverfalles der Geschichte nicht vor dem Pensionsantritt, sondern vor dem Ruin stehen.
„Angesichts des Kursgemetzels an den Börsen,zu fordern,die Pensionen durch Kapitalmarktveranlagungen sichern zu wollen,ist nicht einfach obskurer Zynismus,das ist konsequent
auf die USA zu. Den Menschen zumuten zu wollen,dass ihre Pension von den irrationalen Kapitalmärkten abhängt,bedeutet die Pensionshöhe zu einem Lotteriespiel zu machen“,stellt Sallmutter den Äußerungen Schenz gegenüber. Wer zufällig das Pensionsalter erreicht,wenn die Börsen auf Talfahrt sind, steht vor der Alternative zwischen Altersarmut oder keinem Pensionsantritt.
angewandter Schwachsinn“, meint Sallmutter in Bezug auf Richard Schenz.
„Wie soll man die Altersvorsorge durch Aktienveranlagung sichern? Es gibt keinen sicheren Börsenkurs. Das trifft nicht nur
Kapitalgedeckte Pensionen seien unsicherer als Pensionen aus dem Umlageverfahren. Diese Wahrheit,die viele lange nicht wahrhaben wollten,zeige sich nun in aller Deutlichkeit. Es gibt weder einen gesellschaftlichen Lastenausgleich noch eine garantierte Pensionshöhe. „Sicher ist lediglich die Tatsache, dass kapitalgedeckte Pensionen die Privatisierung von Risiko zu Lasten der Versicherten und ein Geschäft für das Finanzkapital sind“,schließt Sallmutter. ■
30 Klipp September 2002 Politik Wirtschaft Hintergrund Medien Kultur Leben & Leute
Nur Umlageverfahren sichert die Pensionen!
F oto:Vorwärts
Hans Sallmutter
Hausmesse in Schloss Pöllau
27. bis 29. September 2002
Völlig neue Wege geht die Unternehmensgruppe KAPO– sie übernimmt mit einem neuen Team auch denVerkauf der Wiener Werkstätten Polstermöbel. Erstmals gibt es eine Hausmesse – und noch dazu in einer jahrhundertealten historischen Umgebung. Auf einer Fläche von rund 800 Quadratmetern zeigen KAPOund Wiener Werkstätten im oststeirischen Schloss Pöllau ihre neuesten Möbel- und Polstermöbelkollektionen. Eine ganze Etage des kirchlichen Schlosses stellt der Pöllauer Pfarrer und Hausherr Raimund Ochabauer zur Verfügung. Die Idee der Hausmesse ist eng verknüpft mit dem neuen Verkaufsteam,das die Voraussetzungen mitbringt,KAPOund Wiener
Werkstätten im gehobenen europäischen Fachhandel noch erfolgreicher zu machen. Mehr als 150 Vertreter praktisch aller namhaften europäischen Möbelhäuser haben ihr Kommen angekündigt und wollen die Produktpalette sowie die moderne,flexible Produktion unter die Lupe nehmen. Sie besuchen auch das Wiener Werkstätten Studio in der Grazer Innenstadt (Herrengasse 13),das seiner attraktiven Gestaltung und Möbelausstellung wegen auch ein Geheimtipp für Möbelfans geworden ist. Am Wochenende vom 27. bis 29. September 2002 haben Mitarbeiter und Interessenten die Möglichkeit,die Hausmesse im Schloss Pöllau zu besichtigen.
KAPOund Wiener Werkstätten
Rund 300.000 Arbeitslose stehen statistisch zu Buche.
Eine geänderte Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik könnte helfen diese Zahl entscheidend zu senken. Leider habe die ÖVP/FPÖ-Koalition die erhofften Systemänderungen nicht inAngriff genommen. Man könne diese wohl wichtigste Aufgabe der Politik nicht dem Markt allein überlassen,wie es beispielsweise Minister Martin Bartenstein vertrete,sagt der steirische Wifi-Geschäftsführer Mag. Peter Hochegger,der mit
„Bessere Bildungspolitik senkt Arbeitslosenrate“
seinem Team jährlich 50.000 Bildungswillige und rund 600 Studenten an der Fachhochschule betreut.
Seine „Formel“ hat er über die Erkenntnisse des Arbeitsmarktes gewonnen. Ein Drittel der Arbeitslosen könne durch eine gute Politik wieder Arbeit finden,das zweite Drittel sei nicht wirklich bereit in den Arbeitsprozess eingegliedert zu werden und das letzte Drittel kann einfach nicht. Und um diese Menschen müsste sich die Politik speziell kümmern,die könne man nicht dem Markt überlassen. Mag. Hochegger:„Es ist einfach nicht wahr, dass jeder,wenn er nur will, schon die entsprechende Arbeit findet. Darüber muss sich unsere Gesellschaft im Klaren sein.“
Rund 500 Millionen Euro (6 Milliarden Schilling) wendet das Arbeitsmarktservice in der Stei-
SCHAUERSBERG IMMOBILIEN
Wohnanlage Dietrichsteinhof: sehr schöne und gut aufgeteilte Neubauwohnungen in zentraler Lage.
Nähe Technischer Universität. 86 Tiefgaragenabstellplätze. Fast bei allen Wohneinheiten sind Balkone vorgesehen.
Ausstattung: In Zimmern:Klebeparkett,Vorraum:PVC,Sanitärbereiche: Fliesen
Alle Wohnungen sind mit einer Küche ausgestattet.
Heizung: Die Wärmeversorgung erfolgt über eine zentrale Fernwärmeanlage mit Thermostatventilen,wobei der Verbrauch über Verdunsterzähler abgelesen wird.
Grösse:
Fläche: 30-65 m2
Fertigstellung:
Haus 1:ab Februar 2003, Haus 2 und 3:ab Dezember 2002,Haus 4:ab
September 2002
Bauträger:
Brau UnionAG
Schauersberg Immobilien GmbH
Plüddemanngasse 104, 8042 Graz
Tel.:0316 / 84 49 65 Fax 80
http://www.schauersberg.at
32 Klipp September 2002 Politik Wirtschaft Hintergrund Medien Kultur Leben & Leute
Wifi-Bildungsexperte Peter Hochegger von ÖVP/FPÖ-Koalition enttäuscht*
*Das Interview wurde noch vor dem 8.9.2002 geführt.
ermark für dieArbeitslosenunterstützung auf. Was fehle,sei einfach eine hohe Flexibilität und offensive Strategien in einem größeren Umfang. Meist werde nur passiv unterstützt. Dann,wenn die Krise da ist,aber vorher gibt es fast nichts. „Für die Krise gibt’s dann 100 % Unterstützung,aber das ist nicht der wirkliche Weg zum Erfolg. Man fürchte sich vielmehr fast vor dem Erfolg,merkt Hochegger an. Vor allem,wenn es darum geht,mit Unternehmen zusammen zu arbeiten,die bereit sind,branchenfremde Arbeitssuchende einzustellen und ihnen eine neue Berufschance zu geben. Dabei zeigt sich statistisch klar, dass der Großteil jener,die auf diese Weise wieder eine Arbeitschance bekommen,auch in der Lage sind sie zu nützen. Hochegger: „Also eine für beide Seiten positive Lösung.“ Doch allzu oft zahlt das Arbeitsmarktservice lieber die Arbeitslosenunterstützung über
Dr. Pucher Akademie –Abfertigung neu
Am 12. Juni 2002 wurde vom Parlament das „Betriebliche Mitarbeitervorsorgegesetz“ – kurz BMVG – beschlossen,wodurch die „Abfertigung neu“ konkrete Formen annahm. Mit dem BMVG wurde ein System geschaffen,in dem dieAbfertigungen nicht mehr vom Arbeitgeber, sondern von so genannten „Mitarbeitervorkassen“ ausbezahlt werden.
Natürlich ergibt sich mit dem neuen Gesetz auch eine Vielzahl an Fragen: Wen betrifft das neue System? Ab wann ist es gültig? Was passiert beim Wechsel mit den vorhandenen Ansprüchen? Wie kann man überhaupt wechseln?Wer kann das? Welche Übergangsregeln gibt es?
Diese und viele andere Fragen,die sich im Zusammenhang mit der „Abfertigung neu“ ergeben,werden mit Ihnen bei unserem Seminar erläutern und Sie so für das neue System der Mitarbeitervorsorge fit machen ...
In Kooperation mit der Akademie der Wirtschaftstreuhänder wird ein weiterer Vortragender aus der Leitung der Rechtsabteilung der WT-Kammer über arbeitsrechtliche und umsetzungstechnische Fragen des neuen Abfertigungssystems referieren.
Wegen des großen Interesse haben wir am 17. 09. 2002 zwei Termine zur Auswahl:
Der erste Termin beginnt um 15.00 Uhr, der zweite um 17.30 Uhr.
Monate,als einen Teil jenen Unternehmen zufließen zu lassen,die bereit sind solche Leute einzustellen. In derArbeitsmarktpolitik habe die Regierung leider nicht jeneVeränderungen im System gewagt,die einfach notwendig sind. Das Potenzial der hellen Köpfe der Steiermark sei riesig,doch die guten Köpfe kommen nicht zur Geltung,weil sie einfach an dem System hängen bleiben oder weil es das System nicht zulässt. Es gehört zu den Grundwahrheiten,dass bessere Bildungschancen entscheidend dazu beitragen auch dieArbeitslosenrate zu senken.
Brauchen Bildungsmanagement
Eine solche neue Säule seien die Fachhochschulen. „Aber auch sie müssen erst beweisen,dass sie das können,was man von ihnen erwartet. Die Universitäten wären weit besser,als ihr Ruf sei. Auslöser für die schwierig gewordene Situation sei einfach der ständige Wandel in den Institutionen,aber selbst in die Ministerien gehöre ein Bildungsmanagement,das diesenAnforderungen gerecht werde. Gut oder schlecht zu verwalten alleine reicht nicht aus,und das geschieht heute. Die Institutionen werden verwaltet,das sei einfach zu wenig. „Wir leben in einer Beschleunigungsgesellschaft und die kann mit verwalteten Einheiten allein nicht wirklich zum Erfolg führen. Es sei doch anachronistisch,dass jeder Direktor in der Schule noch vom Minister bestellt werde. Die Voraussetzung für eine künftige,erfolgreichere Bildungspolitik sei,dass die Budgets,die Kompetenzen und die Verantwortung dezentralisiert werden,lässt Mag. Hochegger keinen Zweifel daran. Und diesen Bereich hat die Regierung überhaupt noch nicht angepackt.
„Eine Verwaltungsgesellschaft,wie wir sie jetzt haben – ich will das gar nicht als Vorwurf verstanden wissen – ist einfach zu Ineffizienz und zum Nachhinken verurteilt. Wir müssen uns nur vergegenwärtigen,dass aufgrund der neuen Kommunikationsmöglichkeiten das Tempo des Wandels sich verzehnfacht hat,wenn ich nur an die modernen Möglichkeiten im Internet,über Mail und was es da noch alles gibt denke.“ Die Bildungslandschaft in Österreich wäre dadurch bestimmt,so Hochegger,dass sie nicht wirklich gemanagt,sondern noch immer verwaltet werde. Als Beispiel für den Wandel führt er das Wifi selbst an. Während vor Jahren noch 80 % aller Mittel für die jeweiligen Fortbildungsveranstaltungen von der öffentlichen Hand und der Wirtschaftskammer kamen,ist dies heute umgekehrt. ■
Haben Sie schon einmal mit dem Gedanken gespielt,es den Rockefellers oder Vanderbilts nachzumachen und für die Strukturierung und Verwaltung Ihres Vermögens ein eigenes Family Office zu gründen?
Falls Ihnen bisher der Aufwand,ein eigenes Family Office zu installieren,zu groß war,gibt es jetzt eineAlternative:das Family Office für mehrere Kunden. In diesem Fall bietet ein Family Office seine Serviceleistungen mehreren „High Net Wort Individuals“ gleichzeitig an. Diese Option ermöglicht es den Familien,die in der Regel über frei verfügbare liquide Mittel von mindestens 2 Mio. Euro verfügen,einen hochklassigen integrierten Service zu nutzen,ohne hohe Kosten und großen Zeitaufwand. Traditionsgemäß verlassen sich wohlhabende Familien bei der Verwaltung ihres Vermögens auf einen Berater ihres Vertrauens,üblicherweise einen Privatbanker oder Anwalt. Das heute überaus komplexe Umfeld rechtfertigt eine solche Situation nicht mehr. Immer mehr Familien verstehen,dass die bisherigen Gepflogenheiten nicht mehr ihren Bedürfnissen entsprechen und suchen nach einer Lösung,die ihnen eine umfassende und integrierte Vermögensverwaltung bietet. Folgende Dienstleistungen können Sie von einem Family Office erwarten:
•Vermögensverwaltung
Neben der Übernahme von eigenen Managementmandaten bietet das Family Office zusätzlich folgende Leistungen an:
• Beratung bei der Erarbeitung der Asset Allocation
• Übernahme der professionellen Ausschreibung von Managementmandaten
• Überwachung und Reporting von Managementmandaten
• Steuerplanung
Kluge Steuerplanung bedeutet,das eigene Vermögen rechtzeitig mit Blick auf steuerliche Auswirkung zu strukturieren. In Zusammenarbeit mit externen Beratern wird das Vermögen der Kunden in Hinblick auf Erbschaft und Schenkungsteuer,Besteuerung von Privatstiftungen und andere kreative Lösungen optimiert.
• Nachfolgeregelung
Die Experten des Family Office unterstützen die Kunden aktiv und diskret dabei,um rechtzeitig einen geordneten Übergang Ihres Vermögens zur nächsten Generation zu gewährleisten.
Burgring 16,0316/ 80 72-0
33 Klipp September 2002
B ÖRSE -T IPP
Hermann Pöltl,Leiter des Family Office der Capital Bank – GRAWE Gruppe AG Tel:0316/ 8072 – 300
Kläranlagen: Saubere Lösungen für das Abwasser
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Kläranlagen
reinigen die in der Steiermark anfallende Abwassermenge von 2,7 Mio. Einwohnerwerten (EW) aus Gemeinden,Abwasserverbänden und Genossenschaften (und z.T. aus Gewerbe und Industrie). Dank der Kläranlagen hat sich in den letzten Jahren nicht nur die Qualität unserer Gewässer (Mur:Gewässergüte II) wesentlich gebessert,auch das zweite „Produkt“ der Kläranlagen,der Klärschlamm, kann landwirtschaftlich sinnvoll wiederverwertet werden. Bis 2006 müssen laut §33 g Wasserrechtsgesetz insbesondere die mechanischen
Hauskläranlagen durch dem Stand der Technik entsprechende Kläranlagen oder denAnschluss ans öffentliche Kanalnetz ersetzt werden. Ein Boom bei der Errichtung von Kläranlagen ist zu erwarten. Gute Beratung sowohl für den Bedarf als auch den sinnvollen Einsatz von Einzelkläranlagen als auch kommunaler größerer Lösungen sind gefragt.
Verbandskläranlage Heiligenkreuz
DDI Dieter Depisch und sein Büro sind Spezialisten für den Bau von mittleren und großen Kläranlagen
Die Verbandskläranlage Heiligenkreuz ist eine der größten kommunalenVerbandskläranlagen Österreichs.An ihr kann die Funktion einer modernen Großkläranlage veranschaulicht werden. Mit der Gesamtplanung, dem Projektmanagement,mit Statik und Bauaufsicht des gewaltigen Projekts wurde das steirische Ingenieurteam DDI Dieter Depisch & DI Silvia Kerschbaumer-Depisch (gemeinsam mit Büro Lengyel) beauftragt. Diese Anlage reinigt die Abwässer zahlreicher Kommunen an der burgenländisch-steirischen Grenze,zudem ist auch die gesamte
Verbandskläranlage Heiligenkreuz wird die Abwässer von 120.000 Einwohnern entsorgen
Noch viele trübe Wässer
84 Prozent der Abwässer,Tendenz steigend,werden über das öffentliche Kanalnetz geklärt,1,5 Prozent über genossenschaftliche Entsorgung,1,5 Prozent reinigen die biologischen Hauskläranlagen. 13 Prozent,d.h. dieAbwässer von ca. 150.000 Einwohnern der Steiermark,jedoch schlummern noch immer in Senk- und Sammelgruben bzw. mechanischen Hauskläranlagen. Vor allem Letzteren soll mit dem § 33 g Wasserrechtsgesetz,das mit 2006 wirksam wird,der Kampf angesagt werden,da deren Reinigungsgrad modernen Standards nicht mehr genügt.
ungarische Stadt St. Gotthart an das Abwassernetz angeschlossen und ist auf eine Kapazität von 130.000 EW ausgelegt.
• In der mechanischen Klärstufe werden die (groben) Feststoffe vom Rechen abgeschieden und behandelt.
• In der biologischen Klärstufe werden die Abwässer durch den aus Mikroorganismen bestehenden Belebtschlamm behandelt.
• In den Nachklärbecken wird das gereinigte Abwasser vom Belebtschlamm getrennt und der Überschussschlamm abgezogen.
• Der Überschussschlamm gelangt in die so-
Klipp September 2002 Politik Wirtschaft Hintergrund Medien
©D episch © Kastner
genannte Schlammlinie, wo der Schlamm eingedickt und entwässert wird und in Klärschlammbecken teilweise vererdet, teilweise mit Grün- und Baumschnitt gemeinsam kompostiert wird.
• Das bei der Behandlung entstehende Methangas wird in Strom und Wärme ungewandelt und betreibt damit die Kläranlage selbst oder wird als Überschussstrom ins öffentliche Netz eingespeist.
„Infolge der Größe der Anlage und auf Grund des optimierten Betriebs kann die Abwassergebühr für die betroffene Bevölkerung und für die angeschlossenen
Betriebe sehr günstig gehalten werden und liegt deutlich unter dem österreichischen Durchschnitt“,resümiert DDI Dieter Depisch.
Kläranlagen: Benchmark-Sieger 2001
Im Benchmarking,bei dem 2001 im Auftrag des Wirtschaftsministeriums durch die Technischen Universitäten mehr als 70 österreichische Kläranlagen auf ihre Leistung und Wirtschaftlichkeit geprüft wurden,ging die vom Büro Kastner betreute Kläranlage Katschtal als Gesamt- und Einzelsieger hervor.
Diese Untersuchung hilft Vergleiche zu den verlockenden Angeboten ausländischer Konzerne zur Privatisierung gemeindeeigener Wasser- und Abwasseranlagen zu ziehen.
„Gemeinden können selber sparsam wirtschaften! Privatisierung in diesem Bereich kann teuer kommen!“,warnt Technischer Rat Ing. Helmut Kastner vom Bau- und Umweltplanungsbüro Kastner & Partner, das mit Planung,Bauaufsicht und Finanzierungsberatung speziell für Gemeinden und Abwasserverbänden eine jahrzehntelange Stärke vereinigt. Ing. Kastner kann auf eine 40jährige Erfahrung verweisen und hat auch die erste steirische Kläranlage in Mureck geplant und gebaut. Sein Ansatz: „Die optimale Lösung entsprechend den jeweiligen Erfordernissen.“ Dabei,so Helmut Kastner,geht es immer um vernünftige Lö-
Für die Grazer Kanalbaureferentin, Stadträtin Mag. Maxie Uray-Frick, ist eine geordnete Abwasserentsorgung ein ganz wesentlicher Faktor für eine funktionierende Kommune und eine saubere Umwelt. Dieses Bekenntnis findet seinen Niederschlag in intensiven Bemühungen, die Vollkanalisierung der steirischen Landeshauptstadt ebenso mit Nachdruck voranzutreiben wie die Modernisierung der städtischen Kläranlage. Mit Erfolg, wie Uray-Frick nicht ohne Stolz feststellt, sollten doch beide Ziele bereits 2005 erreicht sein. Während man beispielsweise in Marburg jetzt
erst daran geht, eine Kläranlage zu errichten, sieht man in Graz bereits mit Freude dem Jahr 2005 entgegen. Zu diesem Zeitpunkt soll nämlich nicht nur der Zustand der Vollkanalisierung erreicht sein, auch die städtische Kläranlage wird dann den ohnedies bereits sehr guten Reinigungsgrad der Abwässer noch weiter verbessert haben.
Möglich wurde dies, wie die zuständige Stadträtin Mag. Maxie Uray-Frick erläutert, durch eine Kanalbauoffensive in den letzten Jahren. Trotz der finanziell schwierigen Situation wurden für diese Aufgabe enorme Mittel eingesetzt, allein die Modernisierung der Kläranlage erfordert einen Aufwand von rund € 64 Millionen und ist damit das größte Umwelteinzelprojekt der Stadt Graz.
Die erfreulichen Ergebnisse dieser intensiven Bemühungen können sich sehen lassen. So wird der Grundwasserschutz signifikant verbessert, aus der Kläranlage wird nur mehr fast reines Wasser in die Mur fließen.
„Wir sind auch moralisch dazu verpflichtet, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um unsere Umweltqualität zu heben“, betont Maxie Uray-Frick, die getreu ihrem Grundsatz „Kanalisation ist Umweltschutz aus Eigennutz“ dieses Aufgabenfeld zu einem der Schwerpunkte
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Graz nimmt Abwasserentsorgung sehr ernst: „Kanalisierung ist Umweltschutz aus Eigennutz“
ihrer Tätigkeit gemacht hat.
❑
Stadträtin Maxie Uray-Frick: „Die enorme Bedeutung einer geordneten Abwasserentsorgung darf nicht übersehen werden!“
Ing. Helmut Kastner: „Die optimale Lösung entsprechend den jeweiligen Erfordernissen anstreben“
Kläranlage Katschtal wurde als wirtschaftlichste Anlage ausgezeichnet
©K astner
© Kastner
sungen abseits von „Glaubenskriegen zentral oder dezentral“. Die von Kastner realisierten 200 Anlagen umfassen daher sowohl Großanlagen bis 50.000 EW wie für den Abwasserverband Ausseerland oder Schlad-
ming als auch Kleinkläranlagen für Abwassergenossenschaften und Einzelobjekte wie die energielose „Bio-Plant“Anlage bis 300 EW. Da in den nächsten Jahren alle Häuserauch die in Streulagen - über eine biologische Abwasserreinigung verfügen müs-
sen,galt es geeignete Kleinkläranlagen zu entwickeln. Die mit der Goldmedaille der Erfindermesse ausgezeichnete „BioPlant“-Pflanzenkläranlage,die ohne jegliche Fremdenergie und Wartung arbeitet,ist eine einfache,robuste,wartungsarme und vor allem kostengünstige Alternative für umweltbewusste Hausbesitzer.
Spezialisten für den Klärschlamm
Die UHP Umweltanlagen Handels- & Planungs GmbH hat sich in Sachen Engineering, Lieferung, Betrieb sowie Service von Kläranlagen in der Größenordnung von 2000 bis 200.000 EW
einen Namen gemacht. Seit 1994 als Technisches Büro mit drei Beschäftigten am Markt, erzielt es inzwischen einen Umsatz von 1,5 Mio. Euro.
Bereits 42 Klärschlammanlagen sowie 12 Anlagen zur Reinigung desAbwassers aus Kläranlagen hat UHP seit der Aufnahme des Anlagenbaus im Jahr 1995 errichtet. Erfolgreich am Markt behaupten kann sich UHP als größter Anbieter im Segment der Klärschlammanlagen im Bereich der Kläranlagengrößen von 2.000 bis 200.000 Einwohnergleichwerten. Zielgruppe sind Abwasserverbände,Kommunen,Ingenieurbüros und die Industrie. Kunden von UHP sind denn auch renommierte Firmen wie die VOEST in Linz,wo UHP die weltweit größte DynaSand Filteranlage installiert hat,die Lederfabrik Schmid in Feldbach,Papierhersteller Sappi in Gratkorn,zahlreiche Abwasser-
Das Kanalbauamt:Leistungen im Dienst der Grazer Bevölkerung:
Rund 650 km Kanalstrang werden in Ordnung gehalten,jährlich mehr als 24 Mio.m3 Abwasser gereinigt
2005 wird Graz zur Gänze kanalisiert sein
Auch das Klärwerk wird bis dahin auf modernsten Standard gebracht
24-Stunden-Verstopfungshotline
36 Klipp September 2002 Politik Wirtschaft Hintergrund Medien Kultur Leben & Leute
„Kanalisation ist Umweltschutz aus Eigennutz!“
Stadträtin Mag.Maxie Uray-Frick ist stolz auf die Leistungen der Mitarbeiter des Kanalbauamtes
Sandfilteranlage, die 3. Reinigungsstufe in einer Kläranlage
UHP-GF Ing. Richard Kohlbacher: „Maßgeschneiderte Lösungen von der Planung bis zur Inbetriebnahme in einer Hand“
©
UHP
© UHP
verbände und Gemeinden. So hat UHP zuletzt die Kläranlage in Murau auf eine zeitgemäße Anlage der Schlammentwässerung erweitert. UHP-Chef Ing. Richard Kohlbacher:„Diese funktioniert im computergesteuerten vollautomatischen Betrieb und entspricht der Philosophie von UHP ,maßgeschneiderte Lösungen’für die konkreten Ansprüche vor Ort zu lie-
fern.“ Erfolgreich am Markt behaupten kann sich UHP,weil bei ihr Planung, Lieferung, Montage,Inbetriebnahme und Service in einer Hand liegen und damit für
durch Fachpersonal vor Ort
das gute Funktionieren der ganzen Anlage bürgt.
Biologische Kleinkläranlagen – die dezentrale Lösung
Einen wichtigen Beitrag für die dezentrale Abwasserentsorgung für Betriebe,Häuser und Siedlungen abseits des öffentlichen Kanalnetzes leistet die Tillmit-
scher Firma Frühwald. Der Spezialist für biologische Kleinkläranlagen hat seit 1997 bereits 100 Anlagen in der Größenordnung von 5 bis 125 EW in Betrieb gesetzt. Als Komplettanbieter setzt Frühwald auf individuelle und umfassende Lösungen inklusive Beratung,Planung,Abwicklung des Wasserrechts-Verfahrens und Förde-
Wir säubern nicht nur das Dach der Welt…
sondern kümmern uns um die Abfallwirtschaft von über 20.000 Kunden österreichweit, sind Partner von 400 österreichischen Gemeinden und bieten ihnen mit über 1.100 Mitarbeitern und 350 Fahrzeugen in 7 Ländern Europas perfekte, auf Sie abgestimmte Entsorgungslösungen!
Bild: Wolfgang Fasching, SaubermacherUmweltexpedition Mount Everest 2001
Saubermacher Dienstleistungs AG
C. v. Hötzendorfstraße 162, 8010 Graz
Tel. 0316/461515-0 Fax: DW 3/4
E-Mail: office@saubermacher.at
Umweltnews im Internet: www.saubermacher.at
37 Klipp September 2002
Montage
© Frühwald
Anlieferung der gesamten biologischen Kläranlage
© Frühwald
rungsabwicklung,werkseitige Vorfertigung der Anlagen,Lieferung,Endmontage und Inbetriebnahme vor Ort sowie Wartung und lebenslange Betreuuung.
„Mit den drei Kläranlagen-Systemen BioClear,Bio-Flow sowie Aqua-Simplex kann auf die jeweiligen ortsspezifischen Beschaffenheiten eingegangen werden“,erklärt Günter Macher,Systemberater für Umwelttechnik bei Frühwald.
Bio-Clear ist eine wartungsarme Tropfkörperkläranlage,bei der Mikroorganismen auf gewaschener Lavaschlacke das Abwasser reinigen.
Bio-Flow ist eine belüftete Festbettkläranlage,die das Belebtschlammverfahren mit Festbettverfahren (Kunststoffröhrenlabyrinth,an das die reinigenden Mikroorganismen anwachsen) kombiniert.
Aqua-Simplex arbeitet nach dem bewährten Belebtschlammverfahren und eignet sich besonders zur Umrüstung einer bestehenden Mehrkammeranlage in eine biologische Kläranlage.
Wartungsarmut,geruchs- und geräuschfreier Betrieb und äußerst geringer Energieverbrauch stehen für sich,aber sogar die Kosten von Anschaffung und Betrieb dieser Kläranlagen-Systeme sind um ca. 15 Prozent billiger als die Kosten für den Kanal. ❑
Mittlere und Großkläranlagen
DDI Dieter Depisch & DI Silvia
Kerschbaumer-Depisch
Ziviltechniker GmbH
Grazer Platz 5
A-8280 Fürstenfeld
Tel: 03382/ 54 167 – 0
Fax. 03382/ 54 167 - 20
E-Mail: fuerstenfeld@team-depisch.at
Anlagen zur Abwasserund Klärschlammreinigung
UHP Umweltanlagen
Handels- & Planungs-GmbH
Weinitzenstr. 1, 8045 Graz
Tel 0316/ 69 44 79,
Fax 0316/ 69 44 79 - 4
E-Mail: office@uhp.at
Biologische Kleinkläranlagen
Frühwald GesmbH & Co KG
Römerweg 3
A - 8430 Tillmitsch
Telefon: 03452/ 82 42 6 -111
Fax: 03452/ 82 42 6 -134
E-Mail: umwelttechnik@fruehwald.co.at
Von Klein- bis Großkläranlagen
Kastner & Partner TWC
Consulting GmbH
Gemeindeconsulting Bau- und Umweltplanung
8911 Weng
Telefon: 03613/ 27 72
Fax: 03613/
38 Klipp September 2002 Politik Wirtschaft Hintergrund Medien Kultur Leben & Leute
27 72 - 7 E-Mail: kastner@twc.at
Köpfe unterwegs
Capital Bank Zinsaktion für abwartende Anleger
Die Capital Bank bietet mit dem Capital ZinsPlus demAnleger erstmals die Möglichkeit,sein Kapital hochverzinst bis zum Einstieg in Fonds zu parken. Bis 31.12.2002 zahlt die Capital Bank Zinsen in Höhe von 4,75 % p.a. Mit dem Capital ZinsPlus können Anleger den Einstiegszeitpunkt für ein Investment in Ruhe abwarten. Das Kapital liegt bis dahin mit 4,75 % p.a. verzinst auf dem Konto der Capital Bank.
Nähere Informationen und die genauen Bedingungen erhalten Sie unter 0316/ 80 72. ❑
Erster erdgasbetriebener LKW
Hubschraubereinsatz zur Reinhaltung unserer Alpen
Vorstandsmitglied
Die Brau Union Österreich AG präsentierte gemeinsam mit ÖAF & STEYR Nutzfahrzeuge OHG und der Steirischen Ferngas-Aktiengesellschaft den ersten erdgasbetriebenen LKW in Österreich. Das Thema Umwelt ist ein wesentlicher Bestandteil bei der Herstellung des naturreinen Bieres. Mit diesem neuen LKW wird das Umweltbewusstsein auf den Transport umgelegt. ❑
Schwimmmeisterschaften 2002 in der Therme Bad Radkersburg
Die österreichischen Schwimmmeisterschaften fanden dieses Jahr in der Parktherme Bad Radkersburg vom 8. bis 11.August 2002 statt. Ein großes Fest für unzählige Schwimmbegeisterte und auch für die österreichische Schwimmelite. Darunter auch die Shootingstars Mirna Jukic und Markus Rogan. Rekorde wurden gebrochen und auch sonst waren die Schwimmmeisterschaften 2002 ein Erfolg auf der ganzen Linie.
Der Saubermacher sammelte gemeinsam mit dem „Österreichischen Alpenschutzverband“ anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Aktion „Saubere Alpen“ in der Bergwelt des Ausseerlandes in 2000 m Höhe etwa 8.000 Liter Müll. Da dies mit dem PKW in dieser Bergregion nicht möglich ist,wurden Hubschrauber für diesen Einsatz gestartet. Saubermacher Chef Hans Roth und Lothar Petter vom ÖsterreichischenAlpenschutzverband fühlen sich beide der Umwelt sehr verpflichtet,versuchenAufklärungsarbeit zu leisten und ein Vorbild zu sein. ❑
Testtage bei Skoda Kuss in Graz
Die neue Welt von Skoda 10 Tage lang erleben. Vielleicht entdecken Sie dasAuto für Ihre Zukunft! Bei denTesttagen vom 04. bis 14. September 2002
bei Skoda KUSS,Wasserwerkgasse 2,A-8045 Graz-Nord,haben Sie Gelegenheit,die neuen Modelle zu testen und attraktive Angebote von Skoda genauer unter die Lupe zu nehmen.
Wollsdorf Bilanz-Pressekonferenz
Die Wollsdorf-Leder-Geschäftsführer Mag. Gerhard Krammer und Mag. Gerhard Klammbauer präsentierten eine zufrieden stellende Bilanz des Unternehmens. Trotz Problemen –BSE ... – im Geschäftsjahr 2001/02 konnte ein Umsatz von 65 Mio. Euro erreicht werden.
Im Tagesschnitt werden 1.700 Häute großteils für die Automobilindustrie verarbeitet.
Das geht unter die Haut!
39 Klipp September 2002 olitik Wirtschaft Hintergrund Medi-
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Mag. Constantin Veyder-Malberg
Karl Heinz Hüttl (GF ÖAF & STEYR Nutzfahrzeuge OHG), VDir. Dipl.-Ing. Peter Köberl (Steirische Ferngas AG), VDir. Dipl.-Ing. Dieter Pelz (BRAU UNION ÖSTERREICH AG) (v.l.n.r.)
Der Fa. Saubermacher und dem „Österreichischen Alpenschutzverband“ ist kein Weg zu weit und kein Berg zu hoch
Gute Laune bei den Meisterschaften
Foto:Stuhlhofer
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Ing. Werner Kuss bei der Präsentation des neuen Skoda Fabia
Schirnhofer in aller Munde
Auch dieses Jahr fand wieder das große Fest von Karl Schirnhofer auf der Nechnitz-Alm statt. Das Fest stand ganz im Zeichen der Dankbarkeit, so wurde auch der Hochwasseropfer anderer Bundesländer gedacht und Karl Schirnhofer spendete spontan gleich einmal 20.000,- Euro, die Kurt Bergmann von Licht ins Dunkel persönlich entgegennahm. Weiters wurden und werden je 20 Euro-Cent je verkauftem Kilogramm Almochsenfleisch an eben erwähnte Organisation bis Weihnachten gespendet, mindestens jedoch 80.000,- Euro. Dazu Karl Schirnhofer: „Ich möchte mich bei all unseren Partnern und Kunden bedanken, die uns auch in schwierigen Zeiten – wie zum Beispiel zu Zeiten des BSESkandals – die Treue gehalten haben. Ich sage immer, dass es sich auszahlt, wenn man ehrlich ist, höchste Qualität gewährleistet, das ,schmeckt‘ auch den Kunden und Partnern. Dass wir alle Krisen rund um BSE und Maul- und Klauenseuche gut überstanden haben, das möchte ich durch meine Anteilnahme und durch eine Spende zum Ausdruck bringen, denn es gibt Menschen, die zur Zeit Hilfe dringend nötig haben.“ Die nachfolgenden Bilder versuchen die tolle Stimmung des Festes ein wenig einzufangen ...
Für Spaß und Spannung war auch für die zahlreichen Kinder gesorgt, heißt das Fest nicht umsonst „Karl Schirnhofer’s Sommer-Familienfest“
Eindrucksvoll wird die Zusammengehörigkeit zwischen Freunden, Bekannten, Lieferanten und Kunden von Karl Schirnhofer demonstriert
Ein Fest für alle – ob Jung und Alt – sie alle fühlten sich sichtlich wohl und geborgen und hatten ihren Spaß auf diesem wunderbaren Fest
40 Klipp September 2002 Politik Wirtschaft Hintergrund Medien Kultur Leben & Leute
Karl Schirnhofer und Kurt Bergmann von Licht ins Dunkel mit dem überreichten Soforthilfescheck in der Höhe von 20.000,- Euro
Dichtes Gedränge am „Kids-Corner“: Die tollen Preise, darunter Mountainbikes und andere Sachpreise, zogen die Kids magisch an
Karl Schirnhofer rief und knapp 3.500 Gäste kamen – überwältigende Atmosphäre herrschte im Festzelt
Das herrliche Wetter – gut, es gab einen kleinen Regenguss – sorgte bei allen Besuchern für einen unvergesslichen Tag
Das Fest war ein voller Erfolg, ausgelassene Stimmung herrschte nicht erst zur späten Abendstunde
41 Klipp September 2002 Filiale Graz/ -Center • Kärntner Straße 228 CONRAD-Parkplatz • Tel.:0316/286464-0 Öffnungszeiten: Mo.–Fr. 9.00–19.00 Sa.9.00–17.00 EURO SHOPPING Nur solange Vorrat reicht · Irrtum vorbehalten Katalogschutzgebühr:4 7 Der Neue! Der Neue! • über 1.200 Seiten! • 3.500 neue Artikel! • 18.500 Preissenkungen und Euro-Anpassungen! www.conrad.at
Bauen am Land
Die Vorzeigeprojekte der Architekten
ProblemBaustelle Land
ProblemBaustelle Land
Architekten wollen mehr ländliche Aufträge. Aber die werden oft lieber an heimische Baumeister vergeben.
Dass es zwischenArchitekten und Baumeistern ein natürliches Konfliktfeld gibt,ist weithin bekannt. Gerade in ländlichen Gebieten werden Bauaufträge meistens rasch an (dort an-
sche Rahmenbedingungen Baukultur fördern oder verhindern können,sollten sich an einem Tisch treffen“,fährt er fort.
sässige) Baumeister vergeben –und die Architekten schauen durch die Finger ...
„Baustelle Land“ – das ist daher für die meisten steirischen Architekten nicht bloß ein Schlagwort. Nein,„Baustelle Land“ nennt sich jetzt auch eine neue Architekten-Initiative,die von den beiden Grazern Peter Pretterhofer und Reinhard Schafler ins Leben gerufen wurde.
Grundbedingung für bessere Arbeitsbedingungen „am Land“ sei eine größere Dialogbereitschaft aller Beteiligten,so Schafler.
„Alle Beteiligten,die über politi-
Baulöwe Hans Werner
Frömmel: „Baumeister sind einfach flexibler“
„Vom Bürgermeister über den Bauträger bis hin zum zuständigen Beamten.“ Denn jeder Einzelne bewirkt mit seinen Entscheidungen einen direkten EingriffinsländlicheUmfeld,inseine Region.
Um ihr Projekt zu unterstreichen,haben die engagierten Architekten auch einen kurzen Film gestaltet. Unter der Regie von Klaus Schafler,Reinhards Bruder,wurden acht positive Beispiele von architektonischen Leistungen am Land gezeigt –aus allen Sichtweisen. Details zu den Projekten gibt’s im Kasten.
Übrigens:Auch Landeshauptmann Waltraud Klasnic unterstützt das Projekt „Baustelle Land“. Sie will damit die Baukultur in der Steiermark vorantreiben.
Hans Werner Frömmel,der Innungschef der steirischen Baumeister,sieht denAngriff derArchitekten naturgemäß gelassen: „Architekten und planende Baumeister sind ganz normale Konkurrenten mit denselben Kompetenzen. Auch die Honorare be-
wegen sich in der gleichen Gegend.“ Der „Mandlbauer“-Chef weiß aber auch,warum Baumeister im ländlichen Gebiet öfter zum Zug kommen:„Die Baumeister leben meist vor Ort und sind daher schnell zur Stelle. Kurzzeitige Besprechungen sind daher für sie kein Problem. Wenn der Herr Architekt freilich immer erst aus Graz anreisen muss,stellt das natürlich ein Problem dar. Häuslbauer,die vom Baumeister planen lassen, schätzen eben den direkten Kontakt und die rasche Kommunikation.“ ■
Rüsthaus der Feuerwehr Unterpremstätten
Christian Andexer plante den 1Million-Euro-Bau mit verglaster Kommandozentrale.
Ordination Neudau
Ein Alternativ- und ein Schulmediziner fanden in einer Ordination genügend Raum.
Sieben Wohnungen im Gut Hornegg
Hans Gangolys Bau „berücksichtigt Gegenwart und Vergangenes“.
Wohnbau St. Martin am Wöllmißberg
Josef Hohensinn passte einen modernen Bau in die bestehende, radiale Dorfstruktur.
Volksschule und Mehrzweckhalle Dobl
Zwei scheinbar getrennte Volumen wurden von Klaus Leitner, Peter Pretterhofer und Sonja Simbeni geplant.
Schaflers Bandsägewerk in Hirnsdorf
Absolut gelungen: Der neue Platz in Fernitz!
Sport- und Freizeitanlage Stallhofen
Um ebene Spiel- und Sportflächen zu schaffen, ließ Gerhard Mitterberger drei Terrassen ins Gelände einschneiden.
Bandsägewerk Holzindustrie Schafler, Hirnsdorf
Reinhard Schafler plante die Neuerrichtung eines innovativen Werks nach einem Großbrand.
Platzgestaltung Fernitz
Hubert Wolfschwenger bekam viel Applaus für die Neugestaltung des Kirchplatzes und des Parks.
42 Klipp September 2002 Kultur Leben & Leute
von Bernd Hadler
Architekt Reinhard Schafler will, dass seine Zunft am Land öfter zum Zug kommt
F otos:Hadler (2),„baustelle land“
Pretterhofer und Simbeni planten die Volksschule und Mehrzweckhalle Dobl
Automotives Zulieferzentrum Lannach
Die PBGES hat Anfang der 90er Jahre im Auftrag der Bank Austria Leasing GmbH. auf einer Fläche von rund 300.000 m in Lannach den Euro-Industriepark Lannach
Kreative Gemeinden lassen aufhorchen: Innovative Bauprojekte, nachhaltige Wirtschaftsimpulse und gut besuchte Kulturevents sind längst kein Vorrecht der Hauptstadt mehr. Um und Auf ist gelebte Bürgernähe, Verhandlungsgeschick mit Investoren und natürlich „Brot und Spiele“. Patentrezept für kreative Funken gibt es keines: Es gilt Spielräume zu nutzen. In einer neuen Serie stellt KLIPP Gemeinden vor, denen es gelungen ist.
Lannach zieht an Das Stimmungsbarometer Volkszählung 2001 sagt für Lannach eigentlich alles: Gegenüber 1991 verzeichnete das „Tor zur
Auf dem Gelände der alten Brauerei Reininghaus in Graz-Wetzelsdorf entsteht ein Business-Park der ganz anderen Art. Er wird ein Beispiel dafür sein, wie bis ins 19. Jahrhundert zurückreichende Bausubstanz, klug renoviert und erneuert, modernsten wirtschaftlichen Bedürfnissen entspricht. Es handelt sich dabei um das flächenmäßig größte Revitalisierungsprojekt in der Landeshauptstadt Graz.
entwickelt und besiedelt. Mittlerweile sind namhafte Firmen wie Magna-Steyr-Powertrain, Holz Stark, Ahorner und viele andere im Euro-Industriepark Lannach angesiedelt.
Es konnten durch die Betriebsansiedlungsaktivitäten der PBGES rund 800 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.
In enger Zusammenarbeit mit dem Steirischen Automobilcluster, der Automobilindustrie und der Marktgemeinde Lannach soll auf den von der PBGES neu entwickelten benachbarten Flächen im Ausmaß von rund 120.000 m des Euro-Industrieparkes Lannach II ein Automotives Zulieferzentrum in Teilschritten realisiert werden.
Für dieAutomobilindustrie ist es von großer Bedeutung, dass die Zulieferanten möglichst nahe an den Hauptwerken ihre Niederlassungen haben, um so größtmögliche Liefersicherheit zu gewährleisten.
Mit dieser neuen Wirtschaftsoffensive will die PBGES gemeinsam mit der Marktgemeinde Lannach weitere neue Arbeitsplätze schaffen, um künftig das Auspendeln aus dem Bezirk Deutschlandsberg einzuschränken und um eine möglichst hohe Wertschöpfung in der Marktgemeinde Lannach zu erzielen.
Zulieferanten und Interessenten wenden sich bitte an die
Firma PBGES Projektmanagement, Geidorfplatz 2, 8010 Graz
Ansprechpartner: Herr Prof. Max Taucher Tel. 0316/ 38 45 34, Fax DW16
E-Mail: office@pbges.at
Hohe Lebensqualität: Wohnbereiche sind vom Industriepark Lannach getrennt
entenwerk „Steyr-Powertrain“ mit 800 Arbeitsplätzen. Mit weiteren 200 Beschäftigten bei Internorm und den 108 der Lannach Heilmittel AG ist die Marktgemeinde Jobbringer über die Region hinaus.
Schritt für Schritt
Hochfliegende Pläne sind Niggas Sache
Wo diezuhauseKreativensind
Weststeiermark“ ein Plus von 13 Prozent. Ein TopWert in der insgesamt rückläufigen Steiermark, der anzeigt, dass die Mischung aus hoher Lebensqualität und starkem wirtschaftlichen Background stimmt. „Ganz wesentlich ist sicher die gute Erreichbarkeit von Graz, sodass wir auch für Großbetriebe als Standort attraktiv sind und bleiben“, so Bürgermeister Josef Niggas (ÖVP). Das beweist nicht nur Frank Stronachs Kompon-
„Nicht gackern, bevor die Eier gelegt sind“ –Bgm. Josef Niggas, Lannach
nicht: „Mich interessiert nicht das Reden, sondern wie man was umsetzt.“ - Schritt für Schritt: Straßenbau, Abwasserversorgung, Gehsteige, dann in die Kettischgründe, wo einst der Lehm für die Ziegelfabrik abgebaut wurde: Daraus entstand das Naherholungsgebiet „Teichpark“ mit 19 Wasserteichen. Nun steht das zentrale Geschäftszentrum mit öffentlichen Toiletten vor der Fertigstellung schon lange ein Wunsch der Bevölkerung. „Entscheidend ist, selbst aktiv und viel bei den Leuten zu sein, alles andere ergibt sich von selbst“, weiß Niggas Initiativen aufzugreifen. Auch Zukunftspläne sind geschmiedet, und zwar für ein Seniorenwohnheim und für eine Kultur-Mehrzwekkhalle, die das gemeinsame Dach fürs rege Vereinsleben werden soll.
Gleisdorf hat Energie zu mehr
wohnquadrat - alles rund um die Immobilie.
Anläßlich der Eröffnung des neuen wohn Centers in Graz, Hauptplatz/Rathaus haben wir für Sie attraktive Eröffnungsangebote rund ums Bauen und Wohnen zusammengestellt: 1. Wohnbau-Wandelschuldverschreibung: 5,75%* >>> 2. Fixzinskredit: Eine Monatsrate gratis! >>> 3. Sachversicherung: Eine Monatsprämie gratis! >>> 4. Personenversicherung: Eine Monatsprämie gratis! >>> 5. Bauspardarlehen: 1. Monatsrate gratis! >>> 6. s REAL-Verkaufsauftrag: Eine Gutschrift über € 300,–Kommen Sie ins wohn2Center, wir freuen uns auf Ihren Besuch.
Reger Austausch mit Partnergemeinden Alling und Nimis
Für die Solarhauptstadt Gleisdorf könnte es derzeit nicht sonniger laufen. Die letzten Großprojekte: das allwettertaugliche Fußballstadion und das Kultur-Großprojekt Dominikanerkloster. Bürgermeister Christoph Stark: „Es hat sich enorm viel getan, aber man muss auch sehen, dass beides dringend
Klipp September 2002 Politik Wirtschaft Hintergrund Medien Kultur eben & Leute
44
*4,5%
einer KESt-Pflichtigen Veranlagung von 5,75% www.steiermaerkische.at desEröffnung
inGraz! Reininghausstraße – 7 A 8020 Graz el.: 0316/ 57 78 88 Fax: 0316/ 57 78 88-88 e-mail: office@dmsworld.at Reininhausstraße 1 7 A 8020 Graz Tel.: 0316/ 57 36 30 Fax: 0316/ 57 36 30-30 e-mail: telemarketing@dct.at Ansprechpersonen bei der BBAG: DDr. Erhard Foussek; 0316/ 502 35 15; F 0316/ 502 35 85 Ing. Gert Wundrak; 0316/ 502 35 34; F 0316/ 502 37 44 GARTENPFLEGE HÖDL PETER HÖDL KAMMSTRASSE 26 8302 VASOLDSBERG BIRKENGREITH TELEFON03133 3128 MOBIL 0664 / 2340654 Ansprechperson bei der CZERNIN Gruppe: Andreas Koptik; T 01/ 51 28 770; F 01/ 51 28 770 20
Wohnbau-Wandelschuldverschreibung
der Steiermärkischen entspricht
neuen wohn2Centers
Diese beliebte Biersorte gibt es exklusiv im Reininghausbräustüberl
notwendig war. Der Fußballplatz,den mit SC und Artus ingesamt 17 Mannschaften nutzen,war schon in einem miserablen Zustand. Auch für 200 Kinder,die dort spielen,ist der Platz wegen der Schulnähe ideal. Und er hat beide Vereine,die in die Planung eingebunden waren, näher aneinander gerückt.“ Der moderne Platz mit Flutlicht,neuem Dach und Kunstrasen,der am 3. August eröffnet wurde,hat natürlich gekostet:2,18 Million Euro. „Aber damit haben wir einen allwettertauglichen Platz, der einmalig in Österreich ist.“ Der spezielle Kunstrasen,der ge-
Herzeigestadion: Schlüssel zu neuem Miteinander der Fußballvereine
Dominikanerkloster Gleisdorf: Mutige Verbindung zwischen Tradition und Moderne
Eigentümerpartnerschaft nach dem WEG 2002
lenkfreundlicher als Naturrasen ist,hat Funktionäre aus ganz Österreich zur Besichtigung angelockt. Nicht zuletzt ist durch einen Grundtückstausch Platz für einen innerstädtischen Zweck frei geworden.
Gemeinsames Kulturdach
Am 21. September öffnet eines der größten Gleisdorfer Projekte seine Pforten:Das Dominikanerkloster. 1997 hat es die Stadtgemeinde angekauft und für die Landesausstellung zur Verfügung gestellt. Eine ge-
meinsame Kraftanstrengung der Bevölkerung,da keine Direktsubventionen des Landes geflossen sind. Seit Jänner 2002 ist der generalsanierte Prachtbau wieder im alleinigen Besitz der Stadtgemeinde: Prunkstück ist ein mit Glas überdachter Innerhof von einmaligem Flair,dessen Nebenräume eine Gastronomieeinheit,eine Abteilung der Landesregierung,die Bücherei und das Heimatmuseum beherbergen. „Ein wirklich eindrucksvolles Kultur-Dach,auf das wir sehr stolz sind“,so Christoph Stark. Auf die Frage, weshalb in Gleisdorf in zwei Jahren so viel in Gang gekommen ist:„Ein Impuls war sicher die Landesausstellung,die sehr viel Kraft und Energie freigesetzt hat. Es war auch das kreative Potenzial da und die richtigen Leute haben sich zum richtigen Zeitpunkt getroffen. Ganz entscheidend ist, die Leute auch tun zu lassen. Die Politik soll sich nicht immer einmischen. Letztlich hängt alles von Menschen ab,die etwas bewegen wollen.“ Trotz so unübersehbarer Erfolge ist Starks Wunschliste noch lang:„Wir waren einmal Schulstadt und sind es,denkt man an Feldbach oder Weiz,heute nicht mehr. Diesen Zug haben wir versäumt,obwohl 50.000 Menschen in unserem Einzugsgebiet leben. Wichtig wäre etwas Qualitatives,Stichwort Fachhochschule,für unsere Jugend anzubieten. Aber das kann Gleisdorf nicht allein,dazu braucht es Land und Bund.“ ■
Bis zur Reform des Wohnungseigentumsgesetzes (WEG) im Juli 2002 war es – außer für Ehepartner – nicht möglich,gemeinsames Eigentum an einer Wohnung zu begründen. Das WEG 2002 hat die sogenannte „Eigentümerpartnerschaft“ in das Gesetz eingeführt. Der Gesetzgeber ist damit einer langjährigen Forderung nachgekommen,und es ist nunmehr ohne weiteres möglich,Miteigentum an einer Eigentumswohnung ohne die Voraussetzung eines ehelichen Verhältnisses zu begründen. Entgegen ursprünglicher Reformvorschläge ist es nach der neuen Regelung belanglos, in welchem Rechtsverhältnis die Eigentümerpartner stehen,und es ist entgegen einer vielverbreiteten Meinung auch nicht notwendig,dass die Miteigentümer in einer Lebensgemeinschaft oder Ähnlichem stehen. Begrenzt ist das Miteigentum an einer Wohnung nach wie vor auf höchstens 2 (natürliche) Personen.
Miteigentum bedeutet gemeinsame Verantwortung sowie gegebenenfalls auch gemeinsame (finanzielle) Belastung. Dies,zumal grundsätzlich wohl beide Eigentümerpartner nutzungsberechtigt sind und auch gegenüber der Wohnungseigentümergemeinschaft nur gemeinsam auftreten können.
Das gemeinsame Wohnungseigentum der Partner bedeutet auch,dass diese,solange die Eigentümerpartnerschaft besteht,die gemeinsame Wohnung nur gemeinsam veräußern oder belasten dürfen.
Es steht auch beiden Partnern für den Fall der Nichteinigung zu,die Eigentümerpartnerschaft durch Klage auf Aufhebung zu beenden. Die Möglichkeit der Einbringung der Aufhebungsklage kann nur während des Zeitraumes der ersten drei Jahre ab Eintragung der Partnerschaft im Grundbuch rechtswirksam ausgeschlossen werden. Sind die Partner Ehegatten oder ist einer der Eigentumspartner minderjährig und dient das Objekt zur Befriedigung des dringenden Wohnbedürfnisses des anderen Ehegatten oder des Minderjährigen,so ist während der Dauer der Ehe oder der Minderjährigkeit dieAufhebungsklage des anderen Partners unzulässig.
Eine eingehende Auseinandersetzung sowie die Einholung rechtlicher Beratung,insbesondere in Hinsicht auf wohnrechtliche,erbrechtliche sowie steuerrechtliche Fragen,ist jedenfalls dringend zu empfehlen.
Eine weitere interessante Neuerung hat dieWohnungseigentumsreform dahingehend gebracht,dass nunmehr auch selbstständiges Eigentum an Fahrzeugabstellplätzen erworben werden kann.
Für alle Fragen des Wohnungseigentumsrechtes steht Ihnen Ihr Rechtsanwalt als kompetenter Berater zur Verfügung.
Klipp September 2002
„Die richtigen Menschen zum richtigen Zeitpunkt aufeinandergetroffen“
Bgm.
Christoph Stark, Gleisdorf
Dr. Rath & Partner
Mag. Georg Dieter
Mitglied der Treuhandrevision der Steiermärkischen Rechtsanwaltskammer
Dr.Rath&Partner Friedhofgasse20 • 8020Graz Tel.0316/7085 • Fax-DW25 E-Mail:law-office@rath-partner.at Internet:www.rath-partner.at
Mag. Georg Dieterist Rechtsanwalt und Partner der Rechtsanwaltskanzlei
Coverstory
Es ist wieder Zahltag.Vor der Tür des Vereinsbüros stehen drei Männer,die Hände tief in der Jacke. Plötzlich geht die Tür auf:„Der Erste bitte eintreten“,schallt es aus dem
Raum. Mann Nummer eins dreht sich kurz um,betritt rasch das Büro und schließt hinter sich dieTür. Schnell zieht er ein Kuvert und legt es auf den Tisch. Darin befinden sich die
Einnahmen der Kantine des letzten KickWochenendes.
„Danke“,sagt der Mann im Bürosessel und schickt ihn wie-
Volksdroge Fußball „enthüllt“ HOSEN RUNTER!
Jeden Sonntag füllen 300.000 Besucher jene Plätze, wo 380 Amateurvereine um den Aufstieg kämpfen. Ihre Erfolge, ihre Niederlagen sind den Medien bestenfalls eine Randnotiz wert. Doch 83.000 steirischen Kicker laufen – wie die Großen – nicht nur der Ehre nach, auch dem Geld: Nicht weniger als 60 Mio. Euro schwer sind die „Rübenligen“. Gute Teile davon Schwarzgeld. Finanz und Krankenkasse drücken fest beide Augen zu. Sonst hätte das eingespielte System längst die „rote Karte“ bekommen.
der hinaus. Szenenwechsel:Nach dem letzten Training im Monat kommt ein Mann in die Spielerkabine und verteilt Kuverts an die gemarterten Kicker. Jeder erhält eine genaue Abrechnung über seine letzten Einsätze – und das entsprechende Geld.
Eine Szene aus einem MafiaFilm? Keine Spur! So spielt sich’s im Fußball-Land Steiermark ab. „Geheimsache Geld“ heißt der Film,der jede Woche spielt. In den Hinterzimmern
der über dreihundert gemeldeten Vereine. Denn über Geld spricht man nicht,solange man es hat. Egal ob Schwarzgeld, Steuertricks,Spesen-Schummeleien oder verbotene Prämien – vieles läuft „unter der Decke“. Denn die 83.000 Steirer-Kicker,die abseits der Bundesligisten Sturm und GAK dem runden Leder nachjagen, kämpfen Woche für Woche ums nackte Überleben – dabei verwalten die über 7.000 Funktionäre in mehr als 380 Klubs
Klipp September 2002
Aber bitte! GAK-Stürmer Roli Kollmann beim Strippen ...
Wenn’s im steirischen Fußball so aussieht, dann ist er wohl im A...
F oto:der Plankenauer F oto:der Plankenauer
Von Bernd Hadler Mitarbeit Helmut Bast
jährlich ein Gesamtbudget von 60 Millionen Euro!
Die Grauzone zur Legalität ist hier oft wichtiger als der grüne Rasen. Steuerschlupflöcher („Noch nie zuvor gab es so viele steuerliche Vorteile für Vereine!“, sagt Finanzminister Karl-Heinz Grasser) und dergleichen werden gnadenlos ausgenützt. Denn so genannte Amateurfußballvereine sindgemeinnützig –und zahlen daher fast nie.
Keine Umsatzsteuer (es gilt die „Liebhabereivermutung“ bei Sponsor-,Werbe- und Festeinnahmen) und nur selten Körperschaftssteuer (wenn die Gewinne aus Bällen,Kantinen etc. 7.300,- € überschreiten). Und auch hier sind immer wieder Ausnahmeregelungen möglich.
Einnahmen aus der Kantine werden pauschaliert gehandhabt,die Würstel- und Bierbude eignet sich also perfekt,um „Schwarzgeld“ weiß zu waschen.
Auch die Krankenkassa drückt regelmäßig ein Auge zu. Laut Sozialversicherungsgesetz gelten bei Sportlern und Trainern monatliche Einkünfte von 537,78 € als Aufwandsentschädigung und nicht als Entgelt –erst darüber müssen Sozialversicherungsprämien bezahlt werden.
Und wo beginnt diese Grauzone? Schon in der 1. Division,der zweithöchsten Leistungsstufe geht es damit los.
Wie viel Geld für wie viel Fußball?
1 Million € Jahresbudget,das reicht in der
So laufen Transfers:
Millionen, Geheimnisse und Arbeitslose
1. Division zum Überleben. DSV Leoben-Boss
Hans Linz kalkuliert mit 1,5 Millionen – und trägt einen großen Teil als Hauptsponsor („Hans Linz Finanzdienstleistungen“)selbst dazu bei. „Als ich 1998 in
Das Geld verschwindet dabei in den unterschiedlichsten Kanälen. Siehe das Beispiel AmoahbeiSturm.DerteuersteTransferaller Zeiten soll 3,9 Millionen Euro gekostet haben. Fragt man im Heim-Verein St. Gallen in der Schweiz nach,weiß Pressesprecher Daniel Wirth nur von rund 3,2 Millionen Euro, die der Klub bekommen hat. Den Rest verdienten diverse Manager,die Menschenhändler des neuen Jahrtausends. Oder auch der plötzliche Transfer von GAKJungstar Eric Akoto zur Wiener Austria. Als ehemaliger GAK-Präsident,Manager und Sportdirektor kennt Peter Svetits natürlich alle Spielerverträge der Rotjacken – und machte Akoto mit seinem Wechsel zu einem reichen Mann. „Svetits hat ihn einfach nach Wien mitgenommen,ihm Wohnung und einen Mercedes (!) als Dienstauto gezeigt,dazu sein Gehalt vervielfacht“,erzählt ein deprimierter GAK-Manager Günther Koschak auf derVereinshomepage. „Außerdem wusste er von der Klausel,dass Akoto bei einem Vereinswechsel45%derTransfersummebehaltenkann–Akotoverdientealsomiteinem Schlag acht Millionen Schilling.“ Und das bar auf die Hand.
den Verein eingestiegen bin,war er stark überschuldet. Heute hafte ich dafür – und dadurch ist der Klub saniert.“
Seit seinem Amtsantritt setzt Linz auf die Jugend. Davon zeugen 17 Nachwuchsmannschaften – und vor allem der junge Powersturm.
Matthias Dollinger, Joachim Parapatis und Thomas Pichlmann sind alle drei erst 21 Jahre alt –und schießen Tor um Tor. Dazu wurde
Doch auch in den niedrigeren Klassen ärgern sich Funktionäre über „raffgierige“ Spieler. Irdnigs „Tausendsassa“ Sepp Gabriel,der den Oberligaklub mit „Top-Dancing Gabriel“ im Vereinsnamen sponsert,zeigt einen neuen Trend auf:„Immer mehr Kicker nützen die Chance,sich selbst vom Klub freizukaufen.“ Um nicht einmal 6.000,- € wird ein Landesligaspieler sein eigener Herr,um immerhin 1.500,- € noch in der Gebietsliga. In der Bundesliga wiederum cashen vertragslose Spieler durch jede Menge Handgeld,dass sie für die Unterschrift bei einem neuenVerein erhalten. Doch hier tut sich ein neuer Gegentrend auf:Die Profivereine reduzieren ihre Kader,immer öfter stehen Spieler auf der Straße. Und deren erster Weg führt dann direkt ins Arbeitsamt:Kein vertragsloser Spieler hat übrigens moralische Bedenken,trotz Millionen am Konto,Arbeitslose zu kassieren:„ZjelkoVukovic,JanPieter Martens,Didier Angibeaud – sie alle haben gestempelt“,erzählt Mag. Karl-Heinz Snobe,Stellvertretender Landesleiter des AMS Steiermark. „Fußballer sind aber eher Kurzzeitarbeitslose.“ Jedoch:„Wenn sich nach einer gewissen Zeit kein Verein für einen Spieler findet,müssen wir mit ihm auch überandereBerufsmöglichkeitenreden–abseits vom Profifußball“,so Snobe. ■
47 Klipp September 2002
„Il presidente“ mit seinem Herzstück: Hannes Kartnig und sein Royce
Rudi, Rudi gib Acht: Beim GAK tauchen immer wieder neue Schulden auf!
Die „Pastern-Affäre“ warf einen dunklen Schatten auf die GAK-Nachwuchsakademie in der HIB Liebenau
•Champions-League-Starskickenals„Arbeitslose“
•300.000 FansproWochenende
•SchwarzgeldundMauscheleienerhaltendasSystem
•Über7.000Funktionäreriskierenihr„letztesHemd“
F oto:der Plankenauer
F oto:der
Plankenauer
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im letzten Jahr der 21-jährige Linz-Neffe Roland an Austria Wien und der 23-jährige Günther Friesenbichler an Xanthi (Griechenland) verkauft.
„Einen können wir pro Jahr hergeben“,freut sich Linz über die Talenteschmiede. U21-Nationalteamtrainer Willi Ruttensteiner rät übrigens allen heimischen Jungkickern,es bei DSV zu probieren.
Liga-Konkurrent Kapfenberg
schen Fußball.
In die 1. Division will auch der FC Gratkorn,der älteste Fußballklub im Bezirk Graz/Umgebung (Gründungsjahr:1921).
Darum hat man voll investiert, mit Konstantin Wawra,Manfred Wawra und Jürgen Rothdeutsch drei Spieler geholt,die bereits Bundesligaerfahrung haben. Und darum hat man sich auch nach neun Jahren von Trainer-Oldie Robert Pflug ge-
täglich nach Gratkorn pendelt und damit natürlich eine satte Spesenrechnung stellen kann.
Champions-League-Stars um 300,- € ?
Supermarkt-Eröffnungen:Autogrammstunden mit „Popo“ & Co. bringen immer ein wenig Geld in die Kasse. Das tun die beidenVerstärkungen aber auch bei anderen Vereinen. Wenn Arnfels mit den beiden Champions-League-Stars kommt, freut sich jede Heimmannschaft über 200 zusätzliche Zuschauer auf der Tribüne.
Aber:Stars wie Popovic und Kocijan sorgen auch für böses Blut – bei der Konkurrenz. „Popos“ Ex-Chef Sturm-Präsident Hannes Kartnig ätzte bei einem Wirtschaftsbundtalk,dass der
setzt dagegen auch auf Altstars:
Champions-League-Goalie Kazek Sidorczuk und Adi Hütter sollen die Jungen mitreißen. Wie allerdings ein Sidorczuk, der zuletzt bei Sturm noch 285.000,- € kassierte,in das 1Millionen-€-Budget der Mürztaler passen soll,bleibt ein Geheimnis. Wie vieles im steiri-
trennt und stattdessen den 39fachen Nationalteamspieler Ernst Baumeister verpflichtet. Wie viel sich die Gratkorner die heurige Saison kosten lassen, wird nicht preisgegeben. Erwin Murlasits,Zweiter Präsident: „Kein Kommentar.“ Fix ist aber,dass Coach Baumeister noch immer in Wien wohnt,
„Unser Ziel ist die 1. Division“,stellt auch Karl Schleich, Obmann und Gönner des Landesligisten Arnfels,gleich klar. Er holte die ehemaligen Sturmstars Ranko Popovic und Tomislav Kocijan,die in der 1.200-EinwohnerGemeinde mittlerweile für 600 Zuschauer pro Match sorgen. Außerdem sind die Arnfelser mittlerweile gern gesehener Gast bei
Verteidiger 110.000,- € bei Arnfels verdienen würde. Und Kocijan zog wiederum die Aufmerksamkeit der GKK auf sich. Er ist nämlich arbeitslos gemeldet,bekommt offiziell nur 300,€ pro Monat (und dazu natür-
48 Klipp September 2002 Kultur Leben & Leute
Der Gratkorner Vorstand rund um Elmar Fandl und Erwin Murlasits will in die 1. Division und schweigt über die Kosten
GAK-Urgestein Dr. Manfred Rath lenkt die Geschicke des SC Kalsdorf
Schluss mit lustig! Charles Amoah ist der teuerste Fehlkauf der Fußballgeschichte
F oto:der Plankenauer
F oto:Gratkorn
F oto:Krok
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Arnfels Präsident Schleich mit seinen Stars Popovic und Kocijan
Das Leben nach Sturm
Unzählige Spieler haben in den letzten Jahren das Sturm-Trikot an- und wieder ausgezogen, an viele Namen kann sich kaum mehr jemand erinnern. KLIPP hilft nach und hat einige „verlorene Söhne“ wieder aufgestöbert. Was dabei besonders auffällt: Spieler, die bei Sturm „groß“ wurden, haben den Sprung nach oben geschafft, (teuer) eingekaufte Legionäre dagegen „versumpern“ heute bei mittel- bis letztklassigen Vereinen.
Michael Bochtler: Galt als Riesentalent, spielt jetzt (selten) beim VFR Ahlen in der deutschen Regionalliga Süd.
Mehrdad Minavand: Ungeliebtes iranisches Flankenwunder. Konnte sich nach Sturm beim belgischen Klub Charleroi nicht durchsetzen und spielt jetzt bei UAE Club Al Shabab in seiner Heimat.
Thomas Gröbl: heute Regionalligaspieler bei Schwanenstadt.
Victor Berco: Der „Vodka-King“ konnte sich bei Sturm nie durchsetzen und verlor in Graz seinen Führerschein. Ging zurück zu Zimbru und kickt jetzt für Shinnick Yaroslavl (Russland).
Giorgis Koutsoupias: Griechischer Flop-Kauf ist wieder daheim beiAris Saloniki.
Ranko Popovic: Sorgt nach seiner Sturm-Karriere für den Aufschwung des Landesligisten Arnfeld.
liga West kickt.
Sergej Yuran: Der Russe erholte sich nie wieder von seiner schweren Verletzung und wurde Sportinvalide.
Wolfgang Hopfer: Hält sich schon lange bei der WienerAustria.
Kazek Sidourczuk: Fand lange keinen Klub, bis er zu Kapfenberg ging.
Markus Schopp: Sturms Mädchenschwarm wechselt bei Brescia zwischen Ersatzbank und Stammelf.
Tommislav Kocijan: Folgte Freund Popovic über den Umweg LASK zuArnfels.
Mario Posch: Wechselte volley von der Verteidigung in Sturms Nachwuchsbetreuung.
Ramiz Mamedov: Musste Sturm wegen eines falschen Reisepasses verlassen. Nach einem Gastspiel bei Lok Moskau kickt er jetzt beim russischen Tabellennachzügler Sokol.
Hätte bei Sturm wohl ewig auf eine Chance warten müssen: Emanuel Pogatetz, der jetzt von Leverkusen verliehen wurde
Abiodun Baruwa: Der übergewichtige nigerianische Torhüter war zuletzt in der Reserve des englischen Drittligisten Leyton zu finden.
Mariano Fernandez: Spielt nach einer schwachen Sturmsaison beim portugiesischen Mitläufer
Beira Mar.
IvicaVastic: Die Sturm-Diva casht bei Grampus Eight in Japan nicht nur groß ab,sondern trifft auch in fast jedem Match.
Alex Späth: „Topverstärkung“ aus der deutschen Regionalliga scheint es in Österreich so gut gefallen zu haben, dass er jetzt beiAltach in der Regional-
Joseph Spiteri: Geliebter „Aussie“ bei Sturm,dann Lierse (Belgien) und selten bei Norrköping.
FerdinandFeldhofer: Von Sturm vertrieben, bei Rapid glücklich.
Andres Fleurquin: Der „Uru“ konnte nach einem Galatasaray-Gastspiel an Rennes (Frankreich) verkauft werden.
Franco Foda: Übernahm nach Sturm dieAmateurtruppe und schaffte den RegionalligaAufstieg. Wurde Osims „Co“.
MartinHiden: Fixpunkt bei Austria Wien.
Didier Angibeaud: Die Perle aus Kamerun wurde nie
(wieder) gesund.
Darko Milanic: Der slowenische Abwehrhaudegen arbeitet jetzt als Betreuer in seiner Heimat.
JensDowe: Verließ Sturm des Geldes wegen nach Rostock und kam dann für drei Jahre zu Rapid zurück. Jetzt beim SV Babelsberg.
Giuseppe Giannini: Der Römer bleibt in Graz unvergessen,auch wegen seines Strips im „Kulturhauskeller“. Beendete Karriere, eröffnete Fußballschule, sucht Talente und kommt immer wieder auf Graz-Besuch.
Josef Schicklgruber: „Pannen-Pepi“ hält nun Paschings Tor sauber.
MarkusSchupp: Kam nach einem Jahr Nachdenkpause als Nachwuchscoach zu Sturm zurück.
Hannes Toth: Schaffte bei Sturm den Durchbruch nicht,ist jetzt Kapfenberg-Fixstern.
Andrej Panadic: Kommt regelmäßig beim Vastic-Klub in Japan zum Einsatz.
Roman Wallner: Der junge Rapid-Stürmer aus dem Sturmnachwuchs gilt als größtes Stürmertalent des Landes,das auch durch Alkohol-Eskapaden auffällt.
Hannes Reinmayr: Das Drittel des magischenDreieckspendeltjetztnachMattersburg.
Marco Pantelic: Kam von Celta Vigo,spielte dreimal für Sturm und wechselte dann zu Yverdon in die Schweiz. Jetzt klublos.
Jan-Pieter Martens: Der verletzungsanfällige Mittelfeld-Schwarm spielt jetzt lieber Gitarre als Fußball.
Enzo Gambaro: Legendärer Wasserträger von Giuseppe Giannini. Ging nach Sturm in die dritte Italo-Liga zu Triestina.
Gilbert Prilasnig: Nach seinem missglückten Saloniki-Abenteuer unterschrieb er in letzter Sekunde beim FC Kärnten. ■
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Kaufte Sturm-Manager Schilcher nur im „Quelle-Katalog“?
Jungstar Roman Wallner nützte vertragstechnischen Fehler, um von Sturm zu Rapid „zu flüchten“
In Japan erfolgreich: Ivica Vastic
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lich noch 1.129,64 € vom Staat).
Um weiteren Missverständnissen vorzubeugen lädt DDr. Gerhard Kapl,Präsident des steirischen Fußballverbandes,jetzt im Oktober zu einem Seminar zu diesem Thema – mit Rudolf Müller,dem Chef der GKKBeitragsstelle.
Das von Kartnig kolportierte
Popovic-Gehalt will ArnfelsBoss Schleich nicht bestätigen. Außerdem stellt der südsteirische „Mini-Kartnig“ Schleich auch klar,dass die Führung eines Fußballklubs nicht nur Spaß ist,er bezeichnet seine Arbeit als Obmann im KLIPPGespräch als „verschissene Bettelei“. Über Investitionen in den Nachwuchs seien noch am
Minister Grasser sorgte dafür, dass Vereine noch nie so wenig Steuern zahlen mussten wie heute
Der GAK glich in den letzten Wochen einem Pleiten-, Pech- und Pannenklub
leichtesten Neo-Sponsoren zu bekommen,ohne das berühmte
„So ein Saustall“, scheint sich Hannes Kartnig nur zu denken
Türklinkenputzen geht aber gar nichts. Warum tut man sich das dann an? „Andere gehen eben jagen oder kaufen sich eine Yacht ...“ Droge Fußball,das große Hobby.
Die Gebietskrankenkassa jagt nun „Millionäre in den unteren Kick-Klassen“
Klipp September 2002 Kultur Leben & Leute
F oto:der Plankenauer F oto:der Plankenauer
F oto:Hadler
F oto:Hadler
Simmering gegen Kapfenberg,das soll Brutalität sein? Wer das behauptet, hat die letzten Jahre im steirischen Fußball nicht miterlebt. Denn wenn Sturm-Boss Hannes Kartnig und sein GAK-Widerpart Peter Svetits (erst roter Manager,dann Präsident) aufeinandertrafen,dann blieb kein Stein auf dem anderen.
Doch seit Frank Stronach den gebürtigen Burgenländer Svetits als (hoch bezahlten) Sportdirektor zu Austria Wien geholt hat, ist alles anders. Svetits darf so viele Millionen für Spieler ausgeben,wieerwill,hatendlichso viel Macht und Einfluss,wie er
Wegen (s)eines falschen Passes von der Sturmabwehr in Schubhaft, dann nach Russland: Ramiz Mamedov
Als „Handlanger“ von Milliardär Frank Stronach kann sich Peter Svetits am Grazer Fußball rächen
auch enormen Unterhaltungswert. Darum bringen wir einige Highlights der vergangenen Jahre:
• 1997:GAK-Manager Svetits verhandelt wochenlang mit ExBayern-Kicker Markus Schupp. Schließlich lotst ihn Kartnig vom FC Basel zu Sturm.
• 2001:Kartnig veröffentlicht seine Biographie und spricht darin auch über Svetits:„Der war ein guter Landesliga-Fußballer,mehr nicht. Aber der ist doch nie ein Präsident!“
• 1997:Eröffnungsderby im neuen Schwarzenegger-Stadion, der GAK hat Heimrecht. Weil
Svetits am Zenit
Nach jahrelangem Kampf mit Hannes Kartnig liegt er vorne.
es sich immer erträumt hatte. Und liegt vor allem an der Spitze der Fußball-Bundesliga,weit vor Kartnig und dem SK Sturm. Kein Wunder,dass die beiden weiterhin nicht die Friedenspfeife rauchen.
Freilich:Für den Zuseher haben die Duelle der beiden immer
sich Kartnig und Svetits nicht über die Kartenteilung zwischen den Klubs einigen können,startet derVorverkauf erst in „letzter Sekunde“. Kartnig wollte sogar Bürgermeister Stingl dazu bringen beim GAK um mehr SturmKarten zu intervenieren.
• 1998:Knapp vorWeihnachten hebt die Bundesliga die Sperre gegen Sturms Ivica Vastic wegen dessen „Spuck-Affäre“ auf. Kartnig findet’s gerecht,Svetits poltert:„Das ist Meisterschaftsverfälschung!“
• 1999:Der Banden-Streit. Svetits verlangt von Sturm,dass die „Blackies“ nach jedem Heimspiel 120 Meter Drehbanden wegräumen. Kartnig:„Eine Gehässigkeit!“ Als Strafe gibt derSturm-BossseinedreiGAKVIP-Karten zurück und fordert Svetits auf,keine Sturm-Heimspiele mehr zu besuchen.
• 1999:Svetits droht Kartnig mit einer Klage,weil dieser behauptet haben soll,dass der GAK nur durch eine 30-Millionen-Schilling-Spende von Frank Stronach nicht im Konkurs sei. Der Sturm-Chef fühlt sich falsch interpretiert.
• 2001:GAK verpflichtet den Kroaten Tokic. Plötzlich meldet sich Kartnig:„Er gehört uns,wir haben einen Vertrag.“ Und über Svetits lästert er:„Der glaubt,er ist ein Weltmeister,dabei hab’ ich schon Spieler ein- und verkauft,da ist er noch dem Ballerl nachgelaufen.“ Svetits hatte zuvor behauptet,Kartnig hätte seinenVertrag mit Tokic „wohl mit dem Zeugwart abgeschlossen“.
• 2001:Svetits kündigt ein Angebot für Vastic an,im Gegenzug droht Kartnig die GAKSpieler Brunmayr und Akoto zu holen.
• 2001:Dumm gelaufen! Ausgerechnet am Tag der Terroranschläge in den USA macht Kartnig „auf lustig“ und präsentiert für „versteckte Kamera“ einen neuen Verteidiger,der sich dann als ORF-Komiker De Luca herausstellt. Svetits freilich hatte mit dem gleichen Schmäh schon Jahre vorher die Journalisten zum Narren gehalten ...
• 2002:Svetits ist Austrianer –und holt um 4.500,- Euro Ausbildungsentschädigung den hochtalentierten Jungtorhüter Almer von Sturm. Kartnigs Anwort:Er entzieht seinem Rivalen das „Du“!
• 2002:Kartnig und Sturm halten sich wiederholt nicht an das „Gentlemen’s Agreement“,haben pro Spiel mehr als neun Ausländer am Spielbericht. Daraufhin droht Svetits mit Klage und will Kartnig aus dem Bundesvorstand ausschließen. ■
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F oto:der Plankenauer
F oto:der Plankenauer
Zur Abteilung „Reich und schön“ zählt auch der SC Copacabana Kalsdorf,frisch gebackener Aufsteiger in die Landesliga. Der GU-Klub gilt
klärt Manfred Komericky, sportlicher Leiter des SC Kalsdorf. Hier spielen ausschließlichAmateure.
längst als „kleiner GAK“,sitzen ja im Präsidium neben Bürgermeister HelmuthAdam auch noch Ex-GAK-Präsident Ing.
Peter Tabor und GAK-Vorstandsmitglied Dr. Manfred Rath.Außerdem hat man – nach dem Vorbild der „roten Teufel“ – sogar einen Wirtschaftsbeirat installiert.
„Mit unserem Budget von ca. 180.000,- € (zum Vergleich: Arnfels hat 250.000,- €) inklusive Leihgebühren,Transfersummen etc. sind wir sicher ,mittelmäßig‘ unterwegs“,er-
Bad Aussee: der nordische Geldadel
Doch nicht nur in der Südsteiermark herrscht der fußballerische Geldadel,„auch hoch im Norden wurde der Euro abgeschafft“,tuscheln die Landesliga-Konkurrenten über die Bad Ausseer Kicker. Denn der SV Niedermeyer Bad Aussee hat den wohl prominentesten Vereinspräsidenten der Liga:Dr. Dieter Hundt,Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände
(BDA) und Chef der nahe Stuttgart ansässigen Allgaier Werke, die als Systemlieferant für die Automobilindustrie mittlerweile 220 Mio. Euro Umsatz erzielen. Dieter Hundt,„fußballverrückt seit Kindesbeinen an“ und erfolgreich auch als Spieler während seines Studiums,hat seit 12 Jahren ein Ferienhaus in Bad Aussee. „Die Ausseer haben uns sehr positiv aufgenommen,wir fühlen uns voll integriert. Als man mich vor fünfeinhalb Jahren fragte,ob ich die Präsidentschaft des Vereins übernehmen würde,sagte ich ja“,erzählt Dieter Hundt. Bereits im dritten Jahr von Hundts Präsidentschaft schaffte Bad Aussee denAufstieg in die Landesliga. Erfolg ist das entscheidende Motto im Leben des Präsidenten,einiges von dieser Einstellung versucht der Wahl-BadAusseer auch dem Verein einzu-
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Aussee-Boss Dieter Hundt (hier mit Beckenbauer, Hirschmann und Kartnig) hat große Pläne in der Obersteiermark
Die schlechteste Mannschaft der Steiermark: Pertlstein setzt auf die Jugend
Coverstory
Politik Wirtschaft Hintergrund Medien Kultur Leben & Leute
Ist sein Stern schon wieder im Sinken? Sturms (schnell) hochgelobter Alain Masudi
F oto:der Plankenauer
F oto:Pertlstein
F oto:GEPA
impfen. „BadAussee hat fußballerisch keine einfache Situation“,gesteht Präsident Hundt. Vereinsgeschäftsführer Josef Grill assistiert:„Wir haben die Mannschaft sehr verjüngt und bieten den Talenten des ganzen Ennstales eine Chance.“ Man hält bei einem Budget von ca. 145.000,- €. „Einen Landesligaverein kann man noch so führen,dass er gerade noch keine Firma ist. Es ist eine Gratwanderung ums Geld“,sagt Josef Grill. Und wenn’s eng wird, hilft der Präsident. Ein weiterer großer Sponsor auch außerhalb der Steiermark wird gesucht. Ein großes Vorhaben,das die Ausseer ihrem fußballverrückten Präsidenten noch verdanken,ist die neue Fußballarena mit „landschaftsgerechter Tribüne und internationalen Abmessungen“ (Hundt),die im nächsten Sommer eröffnet
wird. Eröffnungswunschgegner ist der VfB Stuttgart. Der deutsche Bundesligist wird sich diesen Termin wohl nicht nehmen lassen können,ist doch Hundt auch Vorsitzender des Freundeskreises des VfB Stuttgart.
Hohes Risiko
Wie schnell es finanziell bergab gehen kann,zeigt der FC Raiffeisenbank Trofaiach. Die Truppe von Leoben-Legende Jürgen Auffinger hat nämlich als erster Steirer-Klub bereits einen Konkursantrag hinter sich. Rund 350.000,- € betrug die Überschuldung,um den 25%-Ausgleich finanzieren zu können,zahlt die Gemeinde jetzt jährlich 7.300,- € und der Klub auch noch 3.650,- € Der Spielbetrieb kann durch einen „Trick“ aufrecht
erhalten werden:Die notwendigen Platzarbeiten werden nämlich jetzt von Männern erledigt, die von einer Stahlstiftung bezahlt werden. „Sparen,wo’s nur geht“ lautet logischerweise das Motto von Obmann Johann Hofer,der den Verein über sein Medienunternehmen „Compact Druck“ (natürlich) auch finanziell unterstützt. Denn trotz „schottischer Verhältnisse“ beträgt das Jahresbudget 109.000,- €. Ende des Jahres will Hofer – seine Frau Silvia ist übrigens die Kassiererin des Vereins – seinen Hut nehmen: „Ich hab’genug von der ewigen Bettlerei.“
Unter 25.000,- € gibt’s keinen Fußball
Ein Oberligaverein wie Grafendorf,das Team vom mehrfachen Eisstockwelt- und Europameister Willi Huszarek braucht rund 35.000,- € jährlich. 49 Firmen aus der Region stopfen einen Sponsorpool,der den Großteil des Budgets füllt. Und davon wandert ein Drittel in die Nachwuchsarbeit – „Das Um und Auf“,so Huszarek. JetiefermandieTabellenhinunterblickt,desto genauer wird auf jeden Cent geschaut. Der SPG Pertlstein,seines Zeichens als
letzter der 1. Klasse Süd B fußballerisches Steiermark-Schlusslicht,verdient sich einen Großteil des 30.000,-€-Budgets mit Festen. Obmann Bernhard Kniely:„Die Gemeinde will jetzt auch gar keine auswärtigen Veranstalter“ mehr in die Mehrzweckhalle lassen,damit dieses Geld sozusagen im Ort bleibt.“ Hauptaugenmerk der Pertlsteiner ist die Jugend – darum hat man in den Nachwuchsmannschaften sogar eine Spielgemeinschaft mit der Nachbargemeinde Gossendorf gestartet. Prekär ist auch die Situation bei Klassen-Kollegen TuS Mureck. Vor knapp drei Jahren zerstritt sich der Vorstand und hinterließ rund 50.000,- € Schulden. Zweieinhalb Jahre lang wurde der Spielbetrieb ausgesetzt, heuer riskierte ein Team rund um den Geschäftsführenden Obmann Felix Vogrin einen Neustart. Im schlimmsten Fall haften die Vorstandsmitglieder jetzt für die Schulden mit ihrem persönlichen Geld. „Meine Frau ist davon nicht begeistert“,gibt Vogrin offen zu. Aber er ist halt ein „Fußball-Wahnsinniger“.
Und zum Glück gibt es davon viele in der Grünen Mark,die von der „(Er-)Volksdroge“ Fußball nicht los kommen. ■
53 Klipp September 2002
Christian Keglevits und Ivica Osim: Einer profitierte von einer Trainerkrise, der andere überlebte sie
F oto:der Plankenauer
Liegt es nicht vielleicht doch nur daran,dass die Generation der heute ab 25-Jährigen einfach noch nach dem alten – veralteten – Erziehungsschema groß gezogen wurden?
Warum können Frauen zwei Dinge und mehr gleichzeitig tun und Männer nicht?
Ganz einfach,Männer brauchten es nie zu lernen. Kochen und Telefonieren – und sei es nur mit dem Handy neben dem Kochtopf – würde sie wahrscheinlich
gleiche Rechte für beide Geschlechter vorbeten,doch wenn ich in der Praxis erst wieder die schmutzigen Klamotten des Mannes im Wäschekorb verstaue,obwohl ich auch berufstätig bin,wird sich das Kind ein Beispiel an meinem Verhalten, nicht aber an meinen „lauen“ Worten nehmen.
Warum sind Frauen Beziehungen und Männern Karriere, Macht und Status wichtiger?
Hintergrund Ein Plädoyer: Nicht die Gene sind schuld
schon überfordern. Ich bin aber überzeugt,unsere Männer könnten es lernen. Beispiele gibt es ja schon,wenn auch nur vereinzelt: Unternehmer,allein erziehende Väter ...
Die Frage ist allerdings:Tut es dem Körper gut,ständig zwei Dinge gleichzeitig zu erledigen? Vielleicht sind uns die Männer hier ja voraus,indem sie sich mit „Ich kann das nicht!“ weigern? Bloß uns Frauen nähme das niemand mehr ab.
Frauen=Muttertiere, die Fürsorglichen, die Versorger und Heiler aller kleinen und großen Nöte rund ums traute Heim. Warum die Rolle hier so klar scheint, teilweise auch noch für die jetzige, junge Generation? Weilimmernochdiemeistenvon uns es nicht anders „gesehen“ bzw. „miterlebt“ haben. Ich kann meinen Kindern zwar verbal
Weil sie es kaum anders kennen (gelernt haben). Auch wenn die Mutter den Haushalt „schmiss“ und arbeiten ging,so hatte trotzdem meist der Vater den höheren Rang – sowohl in der Familie als auch im Berufsfeld. Mit Haushalt,Kindererziehung und Job ist esauchnichtverwunderlich,dass Männer ohne weitere Belastungen neben der Karriere schneller aufsteigen.
Warum kann man im Berufsleben meist mit Männern besser zusammenarbeiten? Sie sind einfach direkter,sagen,was ihnen nicht passt. Das wiederum haben Frauen nicht gelernt. Sie trauen sich oft nicht zu widersprechen oder klar ihre Meinung zu äußern. Sie gehen oft den Weg,den die Mutter ihnen vorlebte. War der Vater nicht zu Hause,fiel schon mal das eine oder andere missbilligende Wort
über ihn und in seiner Suppe waren in der Folge drei Prisen mehr Salz.DerWegderMutter,sichzu wehren,lief also über die Intrige. Genauso läuft es heute immer noch. Ist das nicht die klassische Büroszene?Vielleicht sollten wir einfachlernen,einwenigmutiger zu werden und anfangen unsere Meinung direkt zum Ausdruck zu bringen. Hinten herum geht es meist in die Hose,wie wir ja wissen.
Ich bin davon überzeugt,dass die Erziehung und das Umfeld eines Kindes bzw. Jugendlichen wesentlich mehr mit dem Charakter, den Stärken und Schwächen eines zukünftig erwachsenen Menschen zu tun hat als seine Gene. Natürlich wäre die Theorie mit den Genen leichter zu „schlucken“,da wir uns dann nicht anstrengen müssten,etwas zu verändern. Außerdem hätten
wir die gute Ausrede:„Meine Genesindschuld,ichkannnichts dagegen tun.“
Abschließend eine Anmerkung, die zu denken geben sollte:Würden wir mit der Erziehung von Kindern inAfghanistan aufwachsen,so bin ich überzeugt,wären auch unter uns jede Menge mehr Mörder,Selbstmordattentäter und religiöse Fanatiker. Glauben Sie,dass in Afghanistan lauter Gewalttäter geboren werden, weil die Gene dort halt so sind? Oder glauben Sie,dass die Eltern,religiösen Führer und der Staat selbst diese Kinder und Jugendlichen zu Gewalttätern machen?
Entscheiden Sie,ob Sie als Erwachsener den Weg der freien Entscheidung gehen möchten und Ihre Verhaltensmuster mit den Verhaltensmustern Ihrer Eltern vergleichen und daraus lernen oder ob Sie den „nur scheinbar“ leichteren Weg gehen wollen und die Schuld den Genen zuschieben wollen. ■
54 Klipp September 2002 Politik Wirtschaft Hintergrund
Sind Männer und Frauen wirklich grundsätzlich so anders?
© Michaela Huber
von Michaela Huber
Schubhaft: KLIPP-Reportagen sorgen für Besserung
Eine scheinbar „never ending story“ scheint ihren Abschluss gefunden zu haben: Die Berichterstattung zum Thema Schubhaft hat eine wahre Lawine losgelöst, nicht nur die Exekutive auf höchster Ebene, der ORF und RTL haben sich eingeblendet, sondern auch der Bürgermeister der Stadt Graz – um dem Ruf „seiner“ Stadt als „Menschenrechtsstadt“ gerecht zu werden.
Vorweg genommen:Der „Schuss vor den Bug“,der mit der Berichterstattung (Steiermarkmagazin KLIPP 2/02 und 4/02) gesetzt wurde, war offensichtlich perfekt platziert. Obstlt. Kurt Kemeter,der von Bürgermeister Stingl persönlich damit beauftragt wurde, die skandalösen Vorfälle zu untersuchen,reagierte ebenso prompt wie kooperationsbereit: Die „schwarzen Schafe“ sind mit entsprechenden Disziplinarverfahren verfolgt worden,die Schub-„Häftlinge“ werden mittlerweile nicht nur respektvoller und menschenwürdiger behandelt,sondern befinden sich während ihres ebenso unfreiwilligen wie ungerechtfertigten Aufenthalts im Polizeianhaltezentrum im Grazer Paulustor
wenigstens im „offenen Vollzug“:Keine willkürlich verschlossenen Zellentüren mehr, keine rassistischen Untergriffe. Journalistische Zivilcourage scheint sich zu lohnen,wie auch Bürgermeister Alfred Stingl bestätigt ...
„Auch Positives berichten“
„Auf Grund der Berichterstattung habe ich die zuständigen Herren aufgefordert,der Sache auf den Grund zu gehen. Es liegt zwar ein Bericht des CPT (Komitee des Europarates zur Vermeidung von Folter und unmenschlicher Behandlung, Anm.) vor, der mir vom Innenministerium zugesandt wurde und in dem die Grazer Bedingungen nicht schlecht wegkommen, aber die beschriebenen Vorkommnisse waren alarmierend genug,um sofort Aufklärung zu fordern.“ Aufklärung forderte auch Obstlt. Kurt Kemeter,der für das Personal der Grazer Polizei zuständig ist,vom Autor –
nicht etwa,um Vorkommnisse zu vertuschen oder zu beschönigen,sondern um entsprechende Handhabe gegen die „schwarzen Schafe“ zu ermöglichen:„Kritische Berichterstattung ist schließlich wichtig für uns,um zielführend reagieren zu können. Wir haben es daher auch begrüßt,dass hier engagiert berichtet wurde,ohne ziellose Angriffe zu starten. Die Zusammenarbeit hat unter dem Strich hervorragend funktioniert und hat ja auch zu positiven Ergebnissen (probeweise Einführung des ‚offenen Strafvollzugs‘,Anm. d.Autors) geführt.“ „Gerade im sozialen Umfeld ist es wichtig,auch Positives aufzuzeigen“,stimmt Bürgermeister Stingl diesen Aussagen zu, „es kann doch nicht Sinn und Zweck des Journalismus sein, immer nur zu attackieren und die Erfolge der Attacken zu ig-
norieren. Gerade im Bereich der Menschenrechte hat sich Graz in den letzten Jahren hervorragend entwickelt,ich denke allein an die Situation im Wohnungs- und Obdachlosenbereich. Als Menschenrechtsstadt hat Graz europaweit eine führende Stellung eingenommen,hier werden Menschenrechte nicht abstrakt in Festreden,sondern im Alltagsleben behandelt. Uns allen geht es darum,eine ‚Menschenrechtsbildung‘ zu erzielen. Die Aktivitäten der letzten ca. 18 Monate spielen letztendlich auch in die Rolle der ‚Kulturhauptstadt 2003’hinein – eine Kultur ohne Menschenrechte gibt es nicht. Daher begrüße ich auch Aktivitäten seitens der Journalisten, die zwar Missstände aufdecken, aber auch über positive Entwicklungen berichten.“Die Einführung des offenen Vollzuges im Grazer Polizeianhaltezentrum stellt eine dieser positiven Entwicklungen dar – weshalb allen Beteiligten ein lautes „Bitte vor den Vorhang“ gebührt ... ■
55 Klipp September 2002
„Keine Kultur ohne Menschenrechte“
„Keine Kultur ohne Menschenrechte“
Herr Dr. Klell, die Kalachakra, die am 11. Oktober beginnt, ist das größte Ereignis dieses Jahres. Mit unplanmäßigen Veränderungen, welchen?
stützt oder geplant hatten, für die Kalachakra Aufmerksamkeit zu fördern und Sponsoren zu erreichen. In manchen Pressemeldungen ist daraus der Eindruck der Geschäftemacherei entstanden. Deshalb haben wir uns von den Rahmenveranstaltungen distanziert.
Ein Wunsch des Büros Seiner Heiligkeit in Genf?
Nein,der Rückzug war die Entscheidung des Kalachakra-Komitees,das selbst weiß,wo es seine Schwerpunkte hinverlegt.
Wir haben uns aus dem Rahmenprogramm zurückgezogen und konzentrieren uns nur noch auf das religöse Ereignis. Also ausschließlich auf den Aufenthalt des Dalai Lama und die Veranstaltungen in der neuen Stadthalle.
Das heißt jetzt keine Wiener Philharmoniker, keine Pop-Großkonzerte, kein Lorenzo Quinn, kein Treffen der Friedensnobelpreisträger, keine weltumspannende E-Mail-Aktion etc.?
Was von den genannten Aktivitäten passieren wird, entzieht sich meiner Kenntnis.
Stimmt die Chemie nicht mehr zu Christian Bauer? Herr Bauer war vorher un-
„Jahrmarkt“ um Dalai-Lama-Besuch abgesagt
Das große Buddhistentreffen von 11. bis 23. Oktober 2002, die Kalachakra, wird ohne „fulminantes“ Rahmenprogramm auskommen. Eine heilsame, wenngleich nicht ganz freiwillige Rückkehr zur buddhistischen Bescheidenheit. Kalachakra-Organisator Manfred Klell ließ Eventspezialist Christian Bauer plötzlich im Regen stehen. „800.000,– Euro wären bereitgelegen“, versichert Bauer. Nur auf dem Papier, meint Klell.
Woher diese Umkehr?
Es hat Stimmen gegeben,die kritisierten,dass die Buddhisten sich mit Business-Aktivitäten beschäftigen,die weder im Sinne des Buddhismus noch im Sinn Seiner Heiligkeit sind.
Ein Eindruck, der nicht zu Unrecht entstand.
Show und Geschäft waren nie unsere Zielsetzung,sondern mit den Aktivitäten,die wir unter-
ter dem Namen „Kalachakra für den Weltfrieden“ für uns tätig. Nach seinen Vorstellungen sollte das Rahmenprogramm zusätzlich Mittel für die Kalachakra bringen. Ein Plan,der nicht aufgegangen ist.
Warum?
Bauer hatte gute Ideen,nur die praktische Durchführung hat sich oft als nicht möglich erwiesen. Und nachdem diese Ideen
auch im Namen der Kalachakra initiiert worden sind,war es günstiger,uns zu trennen. Auch hat es die versprochene Sponsoren nie gegeben. Was heißt das für Ihr Budget?
Die Kulturveranstaltungen waren immer als eigenfinanziert vorgesehen und in unserem Budgetansatz nie enthalten. Nichtsdestotrotz ist unsere finanzielle Situation schwierig: Wir haben ein Team von 20 Mitarbeitern,das trotz erweiterter Aufgaben nun großteils ehrenamtlich arbeitet. Ich auch.
Das muss aber neu sein, da Ihnen und dem Direktorium des Vereins recht unbescheidene Gagen von 4.360,– Euro nachgesagt werden.
Dass ich ganz ehrenamtlich arbeite,ist relativ neu. Aber die Bezüge unseres Direktoriums waren nie denen in der Privatwirtschaft vergleichbar.
Arbeiten jetzt alle Direktoren ehrenamtlich?
Nein,aber zu geringeren Gehältern,um den Ausgang der Veranstaltung nicht zu gefährden. Im Übrigen wird eine Bilanz zur Veranstaltung im Beisein Seiner Heiligkeit veröffentlicht,wo klargelegt wird,wohin die Mittel geflossen sind.
Wird man darin auch die Gehälter des Direktoriums und das von Dr. Klell nachlesen können?
Das glaube ich nicht. Wie steht’s derzeit um den Er-
56 Klipp September 2002 Politik Wirtschaft Hintergrund Medien Kultur Leben & Leute
ER kommt zwischen 11. und 23 Oktober nach Graz: Seine Heiligkeit der XIV. Dalai Lama Tenzin Gyatso
Kalachakra-GF Dr. Klell: Show und Geschäft waren nie unsere Zielsetzung
folg – auch den finanziellen, zumal Sie als Geschäftsführer und Ihre Frau als Obmann persönlich haften?
Wir haben zur Zeit ca. 6.000 Registrierungen aus 68 Ländern. So viele Besucher aus so verschiedenen Ländern waren bisher noch bei keiner Kalachakra im Westen vertreten. Unsere internationale Zielsetzung ist also aufgegangen. Und wir werden auch Übersetzungen ins Englische,Französische,Spanische und Russische anbieten. Was die finanzielle Seite betrifft,kann ich noch keine Zahlen nennen. Entscheidend werden die endgültige Teilnehmerzahl sowie die Einkünfte im Devotionalienverkauf sein. Das Verlustrisiko für uns schätze ich auf einige Prozent des Gesamtbudgets.
Die Kalachakra soll auch die neue Stadthalle „einweihen“, wird sie fertig?
(Klell lacht) Nach Aussage der Verantwortlichen,ja. Ende September,wie mir versprochen wurde.
Ein organisatorisches Problem war die Unterbringung und Verpflegung von Buddhisten aus dem ehemaligen Ostblock. Ist das Zeltlager noch aktuell?
Nein,das Österreichische Bundesheer hat die Kosten für die Zeltstadt im Schwarzl-Zentrum nicht übernommen. Jetzt werden wir für diese Besucher – ca. 1000 Personen – am Messegelände in der Halle 19 ein Quartier einrichten.
Herr Dr. Klell, Sie waren lange einfacher Buddhist. Heute sind Sie Vorsitzender der
Verstehe nicht, warum Klell alles cancelt“
Es sei alles geregelt gewesen,meint Christian Bauer im KLIPPGespräch. Nach der Medienkritik seien er und Dr. Klell übereingekommen,das Rahmenprogramm in einer eigenen GesmbH. (UniverseFirst Marketing) durchzuführen. „Damit nicht der Eindruck entsteht,über der Kalachakra wehe das Markenlabel von Kombucha.“ Entgegen derAussage Klells habe Bauer nicht bei den Sponsoren versagt und verweist auf Vorverträge mit Sponsoren in der Höhe von € 800.000,–:Kombucha,Brauunion,Palmers,Stock Vital etc. „Es fehlte nur die Unterschrift von Klell,der sie aber nie geleistet hat“,wundert sich Bauer. Klell wollte plötzlich auch von Abmachungen mit Erich Kleinschuster nichts mehr wissen. Deshalb sei der Jazzveranstaltung in der Stadthalle der Veranstaltungsort abhanden gekommen. Beim geplanten Treffen der Friedensnobelpreisträger,dem Friedensforum,habe nur das Land eingeladen. Die rechtzeitige Terminabsprache seitens des Kalachakra-Büros sei nie erfolgt,weshalb auch der 3-tägige Friedenskongress mit Desmond Tutu,Elie Wiesel und Arias Sanches ins Wasser fiel. Bauer habe viel Geld für Klell aufgestellt:Das zeigen Sponsoren wie Carpe diem,Gasteiner,Pago,je 29.069,– Euro aus dem Ministerium Gehrer und von Staatssekretärin Rossmann. Geld,das direkt in die Kalachakra floss. Auch die wertvolle ORF-Live-Übertragung der Kalachakra im Internet hat Bauer eingefädelt. Über rechtliche Konsequenzen meint Bauer:„Es ließe sich alles noch regeln,obwohl mancher,nicht zuletzt Licht-ins-Dunkel-Organisator Kurt Bergmann,der aus den Medien vomAus seines Projekts erfahren musste,sauer sind.“ Das Konzert der Wiener Philharmoniker unter Valery Gergiev am 21. Oktober und der „Tree of Live“ von Anthony-Quinn-Sohn Lorenzo wird dennoch stattfinden,erklärt Bauer,und zwar für Licht ins Dunkel. ■
buddhistischen Gemeinde Österreich Süd und Geschäftsführer eines Großereignisses. Ein Machtzuwachs, der einen
auch zum Hochmut verführt? Darüber unterhalte ich mich lieber mit meinem spirituellen Begleiter. ■
Ihr hochkarätiges Rahmenprogramm wird nun auch das einzige
Durchaus zufrieden ist Dr. Andrea Loseries-Leick damit, dass Kalachakra zu ihrem religösen Kern zurückgefunden hat. „Die Veranstaltung geriet wegen der aggressiven Werbelinie immer stärker zu einem Marketingspektakel,das sämtliche Inhalte des Buddhismus überdeckte.Vielleicht haben sich alle blenden lassen. Ich glaube,was jetzt passiert ist, ist ein heilsamer Dämpfer,der gerade noch zur rechten Zeit kam.“ Genauer eingehen auf den Stil Klells,mit dem sie einen langen Rechtsstreit führte,oder auf das großspurigeAuftreten von Christian Bauer will Loseries nicht. „Ich bin froh,dass ich damit nichts weiter zu tun habe und konzentriere mich auf mein Programm.“ Infos unter:kalachakra-kultur.at
57 Klipp September 2002
„Ein heilsamer Dämpfer zur rechten Zeit“
Dr. Andrea Loseries-Leick, Tibetologin und Leiterin von „Kalachakra Kultur“.
„
F oto:Nina Krok
Medien
Mit Beethovens „Neunter“ eröffnete Opern-Generalmusikdirektor Philippe Jordan,der Grazer Kultur-Shoo-
Oper oder Schauspielhaus – bereits am nächsten Tag gibt’s den kompletten Premierenbericht im Internet auf unserer Homepage
en? Die Saison beginnt in Karen Stones Opernhaus gleich mit einem echten Paukenschlag. Am 29. September dirigiert Jordan
Premiere im Internet
tingstar der abgelaufenen Saison,bereits die neue Spielzeit von „Theater,Graz“,wie die Vereinigten Bühnen ja seit ei-
KLIPP setzt neue Maßstäbe. Ab sofort gibt’s auf www.klippmagazin.at die schnellsten Premierenberichte des Landes.
nem Jahr heißen. Und für Kulturfreunde hat sich KLIPP heuer etwas ganz Besonderes einfallen lassen:Egal ob
www.klippmagazin.at nachzulesen. Selbstverständlich auch an Sonn- und Feiertagen – ein kleiner Klick genügt,und man erfährt alles über die Aufführung und natürlich auch über die anschließende Premierenfeier. Auf welche Highlights darf man sich heuer in der Murstadt freu-
Giuseppe Verdis „Don Carlo“ in der Originalfassung aus 1884 (darum fehlt beim Namen auch das „s“ bei Carlo!). Mit dabei das komplette Team der (künstlerisch) erfolgreichen „Turn of the Screw“-Produktion:Regisseur G. H. Seebach und „Lichtmagier“ Reinhard Traub,der
auch mit Regie-Wunderknaben Martin Kusej schon des Öfteren zusammengearbeitet hat. ZweiTage davor,also bereits am 27. September,geht derVorhang im Schauspielhaus zum ersten Mal auf. Direktor Matthias Fontheim höchstpersönlich inszeniert Arthur Schnitzlers Tragikomödie „Das weite Land“ mit Dominik Warta und „Lulu“ Martina Stilp in den Hauptrollen.
58 Klipp September 2002 Politik Wirtschaft Hintergrund Medien Kultur Leben & Leute
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gewinnt. ...und
von Bernd Hadler
Star-Autor Henning Mankell inszeniert im Jänner ein Sonderprojekt in Graz
Jelinek in Graz
Ende Oktober wird dann ganz „Kultur-Österreich“ nach Graz blicken. Ausgerechnet am Nationalfeiertag feiern (in einer Zusammenarbeit mit dem „steirischen herbst“) Elfriede Jelineks Prinzessinnendramen „Der Tod und das Mädchen I-III“ Premiere. Man darf gespannt sein, was die drei Regisseure Brigitte Landes,Marc von Henning und Ruedi Häusermann daraus machen werden.
Österreichweite Beachtung wird das Schauspielhaus hundertprozentig auch am 10. Jänner 2003 erhalten. Da präsentiert nämlich Star-Autor Henning Mankell sein eigens für die Kulturhauptstadt geschriebenes Stück „Butterfly Blues“. Es wird das Schicksal schwarzer Emigranten in Österreich behandeln,mehr hat der schwedische Schriftsteller bisher noch nicht verraten. Verstärkt wird heuer übrigens auch die Zusammenarbeit zwi-
Bahnhof“. Die Truppe rund um Helmut Köpping,die bereits letzte Saison das Schauspielhaus mit ihrer LKH-Trilogie dreimal bis auf den letzten Platz füllen
beginnt Köpping mit Gesine Danckwarts „Überall in der Badewanne wo nicht Wasser ist“
(Ebene 3) und ab 28. wird die erfolgreiche TiB-Produktion „Wir lieben Freddy!“ ebenfalls in der Ebene 3 übernommen. Noch ein Blick zurück in die Oper:Intendantin Karen Stone setzt heuer auch auf Wiederaufnahmen letztjähriger Erfolgsstücke. „L’esisir d’Amore“, „Cabaret“ und die „Fledermaus“ rücken auch heuer wieder auf den Spielplan – wobei in der Letzteren Helmut Berger StarKabarettisten Andreas Vitasek als „Frosch“ ersetzt.
Apropos Wiederaufnahmen:Da
setzt auch das Schauspielhaus auf eine ganz spektakuläre:Ab 5. Oktober geben Ute Radkohl und Ernst Prassel wohl zum ungefähr dreihundertsten Mal Dario Fos „Offene Zweierbeziehung“ zum Besten – dafür gilt es möglichst rasch Karten zu sichern (Tel.:0316/8000).
Und natürlich nicht vergessen: Schon am ersten Tag nach der Premiere einen kurzen Blick ins Internet riskieren – und auf www.klippmagazin.at gibt’s alles Wissenswertedarüber! ■
„Chaosfamilie“ erobert Buchhandel
Ein schöner Erfolg im literarischen Fach für Stadtjournal-Chef Reinhard Czar. Sein Urlaubsroman „Sirtaki,Souvlaki & Co.“ rangiert in der brancheninternen Bibel der Buchhändler,dem „Sortimenter Brief“,unter den TopTen. Freude auch bei den Verlegern,der Steirischen Verlagsgesellschaft. Christine Wiesenhofer:„Gerade für einen Titel,der nicht überregional beworben wurde,ist es toll in diese Wertung zu kommen.“ Das Buch,das alle Hoppalas einer auf Kreta urlaubenden Familie so humorvoll wie spannend schildert,gipfelt in der unfreiwilligen Verwicklung der vier Protagonisten in eine Schmuggleraffäre. – Eine 2.Auflage steht vor der Tür!
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Politik Wirt-
Auch das Hit-Musical „Cabaret“ steht heuer wieder auf dem Spielplan
Mit Schnitzlers „Weitem Land“ beginnt die heurige Schauspielhaussaison
F otos:“Theater,Graz”
Kultur
Passendes Ambiente:
Schloss Thalberg, eine der besterhaltenen romanischen Burgen. Heute im Besitz der Familie Gießlinger
der von der Burg Thalberg? Sicher aber von Dechantskirchen,nicht weit von Hartberg. Die „Thalburger“ sind Landsleute,die in ihrer Freizeit mit Vorliebe Theater spielen. Ihr künstlerisches Zuhause ist ein Kulturverein, der schon in den 80er seine Wurzeln hat.
Wenn die Arbeit im Büro,in der Schule,im Kindergarten,Krankenhaus,im Haushalt, nicht selten in einem landwirtschaftlichen Betrieb oder sogar einer Ordination zu Ende
OAusreichend, um das den großen kulturellen Bedarf festzustellen und bei Veranstaltern und „Aktivisten“ Riesenpotential und Freude zu entdecken.
Vor 5 Jahren wurde der Verein offiziell gegründet und seit dem sind „Thalburger“ aus der Kulturszene dieser Region nicht mehr wegzudenken. Sie spielen überall,wo man sie gerne sehen möchte. Sie ernten Applaus nicht nur auf allen Bühnen in der Umge-
Schon einmal von den „Thalburgern“ gehört?
ist,werden die Rollen einstudiert,es wird geprobt,Kostüme werden genäht,Plakate gestaltet,Programme geschrieben,Kartenverkauf organisiert,eigentlich alles wie in einem professionellen Theaterbetrieb. Jeder weiß,was zu tun ist. Nur dass man sich hier nicht aus beruflichen Gründen zusammen trifft und „hart arbeitet“ - sondern aus purer Lust am Spielen,am Theater machen. Begonnen hat alles mit Lesungen,Konzerten, Diskussionen,kleineren Theaterstücken.
bung,ihre Gastspiele in Wien und München wurden mit Begeisterung gefeiert. Das Repertoire der „Thalburger“ umfasst Improvisation und Volkstheater,Märchen,Kabarett sowie Stücke mit ernsthafter Problematik, so zum Beispiel von den Autoren Turrini und Mitterer.
mit Leib und Seele dabei. Sein Wunsch:den Lehrgang mit Erfolg in zwei Jahren abzuschließen,diese Zeit mit seiner Familie „durchzustehen“,denn so einfach ist es nicht. „Ich habe meine Arbeit aufgegeben, um das Studium machen zu können und fahre täglich hin und her. Auch das Geld,das gespart wurde,wird nicht mehr,sondern weniger. Aber ich wollte das Studium machen und ich werde es schaffen.“ Danach steht Karl mit seinen Erfahrungen und seinem Wissen der Theaterwelt ganz zurVerfügung.
Dornröschen muss ganze 100 Jahre schlafen, bevor sie von ihrem Prinzen geweckt wird
„Wir unterscheiden hier vor allem zwei Bereiche:Märchen und Erwachsenentheater, wobei die Märchen auch für Erwachsene gedacht sind“,erzählt Karl Kienegger, Obmann der „Thalburger“,einer der Gründer des Vereines,Schauspieler, Regisseur und seit dem Frühjahr Student an der Grazer Universität Lehrgang Regie. „Ursprünglich war das Theater nur Hobby. Aber dann wollte ich mehr daraus machen. Vom Beruf bin ich Installateur und LKW Fahrer.“ Karl Kienegger ist
Johann Oswald ist auch zumindest solange dabei wie Karl Kienegger. Er kümmert sich um dieAdministration,agiert auch als Spielleiter und Spielberater,betreut das Marketing und ist auch Kassier. Das alles nach der Arbeit in einem Büro,wo er als Heizungstechniker beschäftigt ist. In dieser Theatergruppe sind alle möglichen Berufsgruppen vertreten:ein Arzt,ein Psychotherapeut,eine Krankenschwester,ein Computerexperte, ein Techniker,Hausfrauen,Studenten, Schüler - man hat das Gefühl,die ganze Gegend spielt mit. Was auch irgendwie stimmt. Wenn sie nicht auf der Bühne sind,nicht Kostüme oder Bühnenbilder machen,nicht mit Requisiten beschäftigt sind,sitzen sie im Zuschauerraum und sind froh,dass es die Thalburger gibt,denn das Theater macht enorm viel Spaß und diesem sind sie alle gleich stark verfallen. ■
Infos unter: www.thalburger.at Kartenreservierung unter: johann.oswald@utanet.at
00 Klipp September 2002
„Hänsel und Gretel“ ist voller Erotik, allerdings nur für die Augen der Erwachsenen
„Ösi-Sprache plattgemacht“
Stirbt „Österreichisch“ aus?
Die Stunden von Paradeisern, Semmeln und Geselchtem sind gezählt – eine Studie des Grazer Germanisten Rudolf Muhr bestätigt leider, was ein kurzer Blick ins Fernsehkastl (pardon: -kästchen) schmerzhaft vermuten lässt: Medien und Modetrends walzen die deutsche Sprache zu einem Einheitsteig aus.
Wo sind die Zeiten,als Mundl Sackbauer noch ein genüssliches „Nudelaug“ brüllen durfte oder
von Walter Held
Sepp Trummer sich schon durch sein gnadenlos überrundetes „ou“ via TV als Steirer outete? Über Fernsehen und Film,Internet und Werbung macht sich ein neues Einheitsdeutsch breit (oder besser:„kommt ’rüber“). Der etwas tranige Charme des Österreichischen ist einem hektischen,eckigen und mit Kürzeln versehenen Neudeutsch gewichen,das weniger von Sprachtraditionen als von Trends geprägt ist. Tschüss, Österreichische Sprache?
Nu mach mal ...
Die Hauptursache für die Vereinheitlichung des Deutschen ortet Muhr in der Überhandnahme von amerikanischen TV-Serien,die ausnahmslos in Deutschland synchronisiert werden. Damit werden in erster Linie die 14- bis 25-Jährigen angesprochen,die natürlich als
Katalysator für eine nicht unbedingt erfreuliche Sprachentwicklungfungieren.„Baywatch“, „Melrose Place“,„Sabrina“ und wie sie alle heißen,made in Germany – eine Watsch’n für den Erdapfel (besser:’ne Knallschote für die Kartoffel). Seit 1984 (Einführung des Kabel-TV) bzw. 1991 (Sat-TV) beobachtet Muhr eine rasante Entwicklung,die er im „Journal of historical pragmatics“ dokumentierte. „Ein besonders prägnantes Beispiel ist das Kurzwort ‚mal‘. Als Füllsel durchdringt es mittlerweile das gesamte Neudeutsch – mach mal,reich mir mal,so mal eben, auch im Internet:‚mail mal‘,im Österreichischen gab es eigentlich kein vergleichbares Füllwort.“
Abkürzung folgt
Eine weitere Tendenz des Neudeutschen ist der fast zwanghafte Drang zur Abkürzung:Der engagierte Fundi geht zur Demo,am TIVI-Set sucht der Assi nachAtmo,die Schickis verachten die Prolos. Dass dabei der Österreicher – nicht immer positiv besetzt – zum Ösi verstümmelt wird,stört selbst promi-
nente Vertreter längst nicht mehr,wenn beispielsweise Fußballer stolz behaupten,dass es „die Ösis den anderen auch noch zeigen“ werden (am Rande bemerkt:wem?). Geht diese Entwicklung weiter,wird bald eine Flut von Übersetzungen über interessierte Littis und Intellis niedergehen:„Als ich noch ein Waldfurchijunge war“ etwa,vom Rossi,oder „’nen Gag wollt’er setzen“ vom Nessi. Echt ätzend!
Identitätsverlust?
Durch die „wichtigste Sprachschule der Nation“,das Fernsehen,droht ein „Einheitsdeutsch innerhalb einer Generation“,so Muhr. „Noch nie in der Geschichte der Menschheit gab es ein Instrument zu einer derartigen Vereinheitlichung und dadurch die Möglichkeit einer absoluten Beeinflussung. Was abends beispielsweise in den Nachrichten gesagt wird,gehört anderntags zum allgemeinen Sprachschatz.“ Ein Gegensteu-
ern sei schwierig,da Bemühungen zu forciertem Identitätsbewusstsein politisch sofort mit konservativen,chauvinistischen und sogar nationalistischen Hintergründen interpretiert würden. Dem Germanisten drängt sich eine bange Frage auf:„Will man überhaupt eine österreichische Identität?“ Die Bedeutung der Globalisierungsfalle Neusprache hat schließlich schon George Orwell in „1984“ erkannt – vereinheitlichte und vereinfachte Sprache als integraler Bestandteil eines totalitären Systems. Wusste der Engländer schon vom Kabelfernsehen? „Die Koinzidenz ist verblüffend,obwohl ich sie noch gar nicht beachtet habe. Sicherlich:Das Fernsehen ist aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken,trotzdem muss man sich der Gefahren bewusst sein:Man stelle sich vor, ein Diktator hat immer zur gleichen Zeit mehr oder minder weltweit in einer Einheitssprache die Möglichkeit,seine Botschaften zu verkünden ...“ Muhr ortet die eigentliche Problematik eher im Sozialen als im Sprachwissenschaftlichen:„Die Sprachvereinheitlichung ist letztendlich kein linguistisches, sondern ein sozialpolitisches oder mentalitätspolitisches Problem.“ Der redet kein Blech, Mann ... ■
„Österreichisch ist keine eigene Sprache,da muss man schon die Kirche im Dorf lassen,aber eine doch recht eigenständige Variante des Deutschen.“ Prof. Dr. Rudolf Muhr vom Institut für Germanistik an der Karl-Franzens-Universität Graz beschäftigt sich seit zwanzig Jahren mit dem „österreichischen Deutsch“ und ist unter anderem Vorsitzender der Jury zur Wahl des Österreichischen Wortes 2002. Wie eigenständig Österreichisch ist,beweisen einige Beispiele:
FleischwurstExtrawurst
BulettenFleischlaibchen
BerlinerKrapfen
BrötchenSemmel
Wirsing(Weiß-)Kohl
MeerrettichKren
SauerkirscheWeichsel
Rene ClaudeRinglotte
KaminRauchfang
Laken Leintuch
ZimmerdeckePlafond
61 Klipp September 2002
Prof. Dr. Rudolf Muhr
F oto:Nina Krok
Mit 28 Mitarbeitern hat man vor 15 Jahren in der Weinzöttlstraße in Graz begonnen. „Heute beschäftigen wir 160 Mitarbeiter“,sagt Ing.
innerhalb weniger Jahre einen gewaltigen Imageschub erlebt und steht mit seinem Marktanteil im Spitzenfeld in Österreich,und nicht nur dort. Kuss
sieren,sondern auch „nebenbei“ etwas arbeiten. „Zufällig,wie das im Leben so ist,habe ich erfahren,dassVW für den Norden von Graz einen Händler sucht“,
können“,betont er. Der weitere Wachstumsschritt wurde begünstigt,weil nun auch eine Papierfirma ihre Niederlassung aufgab und Kuss das Objekt
In 15 Jahren gewaltiggewachsen
Autohaus Kuss: Von 28 auf 160
Franz Kuss,und das Familienunternehmen ist Österreichs größter privater VW-,Audi- und Skoda-Händler. Nur an drei Standorten gibt es größere Autohäuser,die aber gehören alle der Porsche-Holding aus Salzburg. „Eine solche Entwicklung war klarerweise nicht abzusehen“,sagt Kuss. Seine beiden Söhne sind ebenfalls in der
ist also auch der größte SkodaHändler im Südosten Österreichs.
Zu einem Zeitpunkt,wo sich andere bereits mit dem Pensionsgedanken spielen – er war damals 50 –,krempelte Franz Kuss noch einmal die Ärmel hoch. Kuss hatte sich nach jahrelanger Partnerschaft mit dem
Mitarbeiter
erinnert er sich an das Jahr 1986. Innerhalb weniger Monate war man dann handelseinig, Kuss suchte ein Grundstück für den heutigen Standort. Am 4. September 1987 kam es dann zur offiziellen Eröffnung. „Wir haben damals halt sehr großzügig gebaut,großzügiger als VW das vorgegeben hat“,legte er damals schon Wert auf Reserve-
Führungsebene tätig,Dieter leitet den Neuwagenverkauf für VW und Audi,dessen Bruder Werner ist für Skoda verantwortlich. Das aus Tschechien kommende Traditionsauto hat
Partner Friedrich (Frikus) im Guten getrennt,nachdem es in der Geschäftsauffassung zu unterschiedlichen Positionen gekommen war. Er wollte in diesemAlter noch nicht nur privati-
flächen. Als in der Nachbarschaft eine Mineralwasserfirma ihren Standort aufgab,erwarb er weitere Grundstücke. „Das war auch gut,denn sonst hätten wir nicht in dieser Form wachsen
kaufen konnte. In diesen Wochen wird die neue Kfz-Werkstätte eingeweiht,im kommenden Frühjahr folgt der Bau einer neuen Audi-Halle. Im Jahre 1987 war Kuss ziemlich einsam mit seinem Autohaus in diesem kleinen Grazer Bezirk. Jahre darauf entstand die große Siedlung der GWS und AHG in unmittelbarer Nachbarschaft. Dadurch siedelten sich auch etliche Betriebe und Dienstleistungsfirmen in seiner Nachbarschaft an. Heute ist dort ein kleines Zentrum für die Bevölkerung der Umgebung. Ing. Franz Kuss:„Früher waren wir gleichsam am Rande,heute sind wir mittendrin.“ ■
Schau zu VW. Am 20. und 21. September2002
62 Klipp September 2002 Auto & Motor
Auto Motor
Am 4. September 1987 gab´s die offizielle Eröffnung. In diesen Wochen feiert man daher einen halbrunden Geburtstag. Volles Haus bei Autopräsentationen, im Bild mit den „Stoanis“: Seniorchef Ing. Franz Kuss und Söhne Dieter (Bild oben), Werner (Bild links). Ein Mitarbeiter der ersten Stunde: Kundendienstchef Karl Weidacher
„Diese Entwicklung konnte niemand voraussehen”
Graz muss Abschleppen neu ausschreiben
Die weitreichenden Rechtsnormen der EU muss nun auch die Stadt Graz zur Kenntnis nehmen. Der Vergabekontrollsenat des Landes Steiermark hob die Ausschreibung der Stadt Graz auf,in der es um dasAbschleppen von Kraftfahrzeugen geht. Das Straßen- und Brückenbauamt hatte den bekannten Grazer Kfz-Unternehmer Franz Wuthe imVerfahren ausgeschieden,weil er nachAnsicht desAmtes die Ausschreibebedingungen nicht erfüllt hätte. Wuthe hatte daraufhin Einspruch erhoben,sich an den Vergabekontrollsenat des Landes als übergeordnete Instanz gewandt und bekam nun Recht. Bei der Anboteröffnung war Wuthe,der seit Jahren über einen 24-Stunden-Service- und Abschleppdienst verfügt,im Schnitt bei seinen Preisen um fast 30 Prozent billiger als sein Mitbewerber gewesen. Dieser hat sich gleichsam durch 15 Jahre Abschleppen in Graz eine Art „Monopol“ geschaffen. Da die Ausschreibung durch den Senatsspruch aufgehoben ist, muss die Stadt Graz nun eine neue EU-weite Ausschreibung vornehmen. Am 21. Oktober 2002 wird man wissen,wer aus der zweiten Ausschreibung als Sieger hervorgeht. ■
Lebring – ein Klassiker
Stramme Wadeln,hübsche Madeln,Lederhosentreffen,Landmaschinen,Sondermodell der Euro-Line von Massey Ferguson,BMW 318D,MINI Cooper S,Toyota Avensis Verso,Sommerschluss-Aktion für Gebrauchtwagen – alles das gibt’s am 14. und 15. September beim traditionellen Gady-Markt im südsteirischen Lebring. Bereits zum 73. Mal wird dieses Großereignis veranstaltet. Markt-Thema und Mittelpunkt ist die Lederhose. Man trägt sie nicht nur zum Fest,sondern auch im Alltag. Träger sind Bauern,Jäger,Musikkapellen,Schuhplattler,Mitglieder von Heimatvereinigungen,trachtenbewusste Touristen,traditionsbewusste Einheimische und Künstler. Je nach Qualität des Leders,der Machart und den Verzierungen auf der Hose steigt der Wert – die „Lederhose“ ist unverzichtbares Kleidungsstück der Traditions- und auch der Modewelt. Beim lustigen Marktwettbewerb sind wir auf der Jagd nach Rekorden. Wir suchen die größte Gruppe an Lederhosenträgern,die sich gemeinsam auf unserer Festbühne präsentiert. Dafür gibt es natürlich eine Sonderprämierung. Alle Besucher,die in ihrer „Le-
dernen“ zum Markt kommen,nehmen an der Verlosung schöner Preise teil. Unterhaltsam und sehenswert ist sicher die Ausstellung zum Markt-Thema:Lederhosen-G’schicht’n.
Top-Neuheiten für alle Autofreaks. Für leidenschaftliche MINI-Fans der neue MINI Cooper S und für BMW-Fans – der neue BMW 318D und erste Vorinformation zur Einführung der neuen BMW 7er Diesel-Modelle am 10. Oktober 2002. DerToyotaVerso ist jetzt vorsteuerabzugsberechtigt. Selbstverständlich stehen am Markt in Lebring die D-4D-Modelle,5- und 7-sitzig,als Neuwagen prompt zur Verfügung. Beim Kauf eines Toyota Jungwagen erwarten Sie entscheidende Finanzierungsvorteile. Schwerpunkt ist die große „Sommerschluss-Aktion“ für gebrauchte Automobile zu einzigartigen Abverkaufspreisen. Zusätzlich bietet Gady für ausgewählte gebrauchte Automobile die „50/50 zinsenfreie Gady-Finanzierung“,das heißt - 50 % Anzahlung - 50 % nach einem Jahr und das zinsenfrei. ■
63 Klipp September 2002 Die neue
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Definition von
8045Graz Wasserwerkgasse2 Tel.0316/683343
Kraftstoffverbrauch gesamt: 4,9l (SDI 64 PS) bis 7,9l (2,0l 115 PS). CO2-Emission 132-190 g/km.
In Wolfsburg demonstriert der VW-Konzern in perfekter Manier,nach amerikanischen Vorbildern,was in Zukunft Kundenbindung und Kundenpflege beim Auto bedeutet,wie sie betrieben wird,wenn man auch das nötige Kapital dafür einsetzen kann. Für 40 Millionen Eu-
Vermählung mit dem Auto
ro,eine weitere Ausbaustufe steht bevor,entstand eine eigene Autostadt als Eventpark. Dort vermählen sich täglich 700 Käufer von Produkten des VW-Konzerns in feierlicher Zeremonie mit ihrem Fahrzeug. Eine gedankliche Überhöhung des Statussymbols Auto,wie es sie bislang nicht gegeben hat.
Sie werden aus ganz Deutschland mit Kind und Kegel zu diesem Anlass nach Wolfsburg kutschiert. In kleinen VW-Bussen machen es sich Opa,Oma und Kinder – praktisch die Mitglieder der gesamten Familie – bequem und gönnen sich dann diesen Tagesausflug nach Wolfsburg. Unterwegs gibt esVerpflegung und für die Kinder allerlei gute und kurzweilige Dinge. Die Amerikaner haben ihr Disneyland,ihr EPCOT-Center in Florida,die Deutschen haben als Event- und Themenpark die Autostadt in Wolfsburg,das nur eine knappe Autostunde von Hannover entfernt liegt und so gut erreichbar ist. Täglich kommen dort insgesamt rund 4000 bis 5000 Besucher,an Wochenenden sind es dann auch gleich einmal 10.000 bis 15.000,die sich die Autostadt „geben“. Die Organisatoren tun alles,um die Autostadt möglichst interessant für die Besucher zu machen und basteln immer an neuen Attraktionen.
Vorher oder auch nachher – je nachdem,wann die Übergabe ihres Autos erfolgt – sind die
Kunden Gäste des Konzerns und haben die Möglichkeit,die Attraktionen der Autostadt zu konsumieren. Da demonstriert der VW-Konzern, was er imAutobau leistet, welche Kompetenz er auf technischem Gebiet hat, wie groß die Anstrengungen im Umweltbereich sind,was für den VW-Konzern das Thema Sicherheit bedeutet und und und. In sehr gut gemachten
Shows zeigen dieAutobauer einmal mehr, dass Autofahren und das Rundherum mehr ist als eben ein Motor und vier Räder.
Ein Schwerpunkt in diesem Themenpark wird auch für die Kinder gesetzt. So stehen in einem Verkehrspark kleine Autos zur Verfügung,die von den 5- bis 11Jährigen gelenkt werden dürfen. Auf einem eigenen Rundkurs haben sie Prüfungen zu absolvieren und erhalten gleichsam ihren Führerschein. Selbst an die Behinderten ist gedacht,weil es auch Fahrzeuge für behinderte Kinder gibt und hier wiederum
eben auch der sozialeAspekt beachtet wird. Mit den Erwachsenen können sie sich dann die weiteren Attraktionen ansehen, so sind klarerweise sämtliche Marken des VW-Konzerns in eigenen Pavillons untergebracht und dort bietet jede ihr eigenes Programm. Von VW über Audi, Skoda,Seat,Lamborghini,Bugatti,Rolls Royce sind alle Marken,und zwar in edelster und
aufwendiger Form,präsentiert.
Die Auslieferung ist momentan nur für Kunden in Deutschland und – man staune – auch in Österreich und für Österreicher möglich. Also,wer sein Fahrzeug nicht beim örtlichen Händler gekauft oder bestellt hat, kann es mit einem Ausflug nach
64 Klipp September 2002 Auto & Motor
Täglich werden von hier 700 Fahrzeuge ausgeliefert.
F oto:Werner Huthmacher
AutoLab „Schnittmodellchirurgischer Schnitt dur
Wolfsburg tun. Da die Anreise aber zum Beispiel aus Graz ziemlich langwierig wäre,gibt es hier eine neue Möglichkeit –ob sich der VW-Konzern finanziell beteiligt,wissen wir nicht:
Am 1. Juni 2000,zeitgleich mit der Weltausstellung EXPO 2000 in Hannover,hat die Autostadt als Erlebnis- und Kompetenzzentrum ihre Pforten geöffnet. Der Volkswagen-Konzern hat rund 850 Millionen Mark investiert. Als touristische Destination hat sich die Autostadt inzwischen fest etabliert:Mehr als 4,5 Millionen Besucher (Stand:Juni 2002) haben die Autostadt bereits gesehen. Allein im ersten Jahr ihres Bestehens kamen 3,3 Millionen Gäste – mehr als doppelt so viele wie erwartet.
Pro Tag besuchen rund 6.000 Menschen die Autostadt,an Wochenenden sind es bis zu 15.000. Rund 39 Prozent der Gäste kommen aus einem Umkreis von bis zu 100 Kilometern. 55 Prozent reisen aus dem gesamten Bundesgebiet an,und sechs Prozent der Besucher kommen aus dem Ausland.
Die Autostadt versteht sich als „Center of Excellence“ in Sachen Kundenorientierung. Der Kunde ist hier König,er soll sich wohl fühlen und,wenn er geht,das Gefühl mitnehmen, ein willkommener Gast gewesen zu sein. 2.000 Mitarbeiter sind auf dem Gelände im Einsatz. Führungen werden in 16 Sprachen angeboten. In der Autostadt wird der Anspruch des Volkswagen-Konzerns verdeutlicht,stets den höchsten Standard an Service,Kundennähe und Qualität zu gewährleisten. Qualität,Sicherheit,soziale Kompetenz und Umweltbewusstsein werden Besuchern emotional mit einer rasanten virtuellen Reis ein einem Simulator und mit spannenden Filmbeiträgen in drei unterschiedlichen Kinos und rational im AutoLab,einer Lern- und Erlebnislandschaft,vermittelt.
imAlter von fünf bis elf Jahren –nach theoretischer und praktischer Prüfung – einen Kinderführerschein erwerben und in 4 km/h schnellen Mini-Beetles auf einem Parcours das Fahren üben.
Mit dem ebenfalls neuen SparTraining und dem SicherheitsTraining bietet die Autostadt ihren erwachsenen Besuchern eine Kennenlernvariante des bundesweit bewährten Trainings von Volkswagen an.
Neu ist auch der ChauffeurService: Kunden,die ihren neuen Wagen in der Autostadt übernehmen,können sich von einem Chauffeur in einer Business-Caravelle direkt an ihrer Haustür abholen lassen.
Zusätzlich zu der WerkTour, bei der Besucher in Shuttle-Bussen direkt durch die Produktionshallen des VW-Werkes fahren,gibt es seit Juli außerdem auch eine „maritime WerkTour“: eine Bootsfahrt auf dem Mittellandkanal,bei der Gäste die Autostadt und das VW-Werk von der Wasserseite aus kennen lernen. ■
Die Partner
Als Gastronomie- und Hotellerie-Partner hat die Autostadt renommierte Dienstleister gewinnen können. Allein sechs Restaurants,alle betrieben von Mövenpick und eingerichtet von international angesehenen Designern,bieten Gelegenheit zur genussvollen Gourmetpause. Hier gibt es insgesamt mehr als 1.000 Innenplätze und rund 500 Terrassenplätze. Das kulinarischeAngebot lässt vom erlesenen 5-Gänge-Menü über das vegetarische Buffet bis zum Burger keine Wünsche offen. In der WasserBar des Restaurants TachoMeter sind allein 60 unterschiedliche Sorten Mineralwasser zu haben,im Café Central stehen mehr als 40 Kaffee-Spezialitäten auf der Karte. Und wer in der parkartigen,von Wasserläufen durchzogenen Autostadt übernachten möchte, kann sich im Hotel „The RitzCarlton,Wolfsburg“ auf FünfSterne-Niveau verwöhnen lassen.
Das Tiroler Flugunternehmen
Welcome Air hat eine Tagesverbindung nach Hannover aufgenommen,weil der Geschäftsverkehr in diese Region Deutschlands stark im Wachsen ist. Also,wer sich das leisten will,der kann auch mit dem Flugzeug nach Wolfsburg anreisen und sich dort seinAuto holen. ■
Die Autostadt bleibt spannend und entwickelt sich durch neue Inszenierungen ständig weiter.
Auch der Service wird immer wieder um neue Angebote ergänzt. So gibt es für die jungen Gäste neben einer von geschulten Fachkräften geleiteten KinderWelt jetzt auch einen LernPark, in dem spielerisch das richtige Verhalten im Straßenverkehr vermittelt wird. Hier können Kinder
65 Klipp September 2002 Graz Hannover ab 10.09. ERÖFFNUNGS-TARIF €194,INFOSin Ihrem Reisebüro oder bei FREE-Line: 0800 210 211-300 www.welcomeair.com NEU einfach, exkl. Taxen
odell-Show - ein itt durch den Beetle“
Die Fjordlandschaft der Autostadt mit den Autotürmen
F oto:Werner Huthmacher
Der einmillionste Volkswagen, der 1955 vom Band lief
F oto:Werner Huthmacher
F oto:Werner Huthmacher
F oto:Wolfgang Neeb
Die meisten Eltern wickeln und baden ihren Nachwuchs im Badezimmer. Doch gerade dort herrscht oft große Platznot. Um die paar Quadratmeter im Bad optimal zu nutzen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. So z. B. klappbare Wickeltische, die man platzsparend an der Wand montieren kann oder aber auch rutschund kippsichere Wickeltische als Wannenaufsatz mit darunter befindlicher Babybadewanne.
Hautschutz des Babys nicht zu zerstören,sollte man keine Seife oder seifenähnlichen Badezusätze verwenden. Man kann allerdings ein wenig Kleiebad (ca. ein gestrichener Esslöffel) in das Wasser geben.
Kleinkinder im Bad – Ärger vorprogrammiert?
Kleinkinder ins Badezimmer zu holen ist nicht immer eine einfache Sache und endet oft mit Tränen. „Nicht schon wieder Haare waschen“,„da rinnt mir wieder das Shampoo in dieAugen“,„ich hab doch erst Zähne geputzt“ –diese und viele weitere Sprüche sind Eltern wohlbekannt. Auch
Das kindergerechte, sichere Bad Vom Baby zum Teenager
Wichtig ist,dass man sich genügend Zeit nimmt und bereits vor dem Baden alles herrichtet,was man für das Bad und danach benötigt (Handtücher,Pflegemittel,Windeln,Kleider etc.),um das Baby beim Herbeiholen von Dingen nicht allein liegen lassen zu müssen. Das Badezimmer sollte beim Baden schön warm aufgeheizt sein,um Erkältungen zu
Glitzersternchen-Zahnpasta,Comicfiguren-Schaumbäderund nach Erdbeeren riechende Shampoos schaffen nur eine kurzfristigeAblenkung.
Damit sich die „Kleinen“ im Bad wohl fühlen,steht die richtige Planung des Oase Bad-Installateurs im Vordergrund. Denn meistens ist das Waschbecken in unerreichbarer Höhe und das Klo ebenfalls viel zu groß und zu
Gesundheit Schönheit
vermeiden. Ein Badethermometer ist nicht unbedingt nötig:Für die Bestimmung der richtigen Wärme des Badewassers reicht auch ein Test mit dem Ellbogen – das Wasser sollte nicht wesentlich wärmer sein als die Körpertemperatur. Um den natürlichen
hoch – kein Wunder,dass da das Händewaschen zwischendurch zur Katzenwäsche wird.Wenn es aus Platzgründen möglich ist, wäre ein Zweitbecken in kindergerechter Höhe einfach optimal. Der Installateur wird vor allem darauf achten,dass das kinderge-
rechte Bad mit robusten,sicheren Produkten eingerichtet wird, denen auch die wildeste Wasserschlacht und der Klimmzug am Waschbecken (wenn das rutschfeste Stockerl mal wieder nicht in der Nähe ist) nichts ausmacht. Auch peppige Farben und ansprechende Formen verwandeln das Bad in ein kleines Kinderparadies.
Sicherheit groß geschrieben
Leider gehört dieser Raum zu den häufigsten „Gefahrenorten“. Denn Kinder sind lebendig; gerade planschen,toben und spielen rund um die Badewanne macht Spaß! Deshalb wird der Oase Bad-Installateur einige Sicherheitsmaßnahmen treffen –das Unfallrisiko verringert sich damit und die Nerven der Eltern werden nicht mehr so stark strapaziert. So sollten Dusche und Badewanne mit Gummimatten
ausgelegt sein,die selbst bei seifigem Untergrund noch Standfestigkeit bieten. Man kann allerdings auch Anti-Rutsch-Aufkleber verwenden,die in verschiedenen Farben und Formen erhältlich sind.
Auch die Armaturen stellen ein hohes Verletzungsrisiko dar:Um Verbrennungen auszuschließen, wird der Installateur im kindergerechten Bad eine Thermostatarmatur vorsehen. Diese kann stufenlos zwischen 25°C und 60°C eingestellt werden,eine Sperre bei 38°C schützt kleine Kinder vor schmerzhaften Erfahrungen mit dem Wasser. Damit der Sprössling die Reinigung selbst in die Hand nehmen kann, empfiehlt der Installateur eigene Kinder-Handbrausen,die jederzeit ausgetauscht werden können – ein weiterer Schritt zur Selbstständigkeit!
Einer der wichtigsten Hinweise: Medikamente,Putzmittel,aber
66 Klipp September 2002 Gesundheit
auch Wertgegenstände sollten nicht frei herumstehen. Badmöbel mit versperrbaren Landen bieten sich in diesem Zusammenhang an. Auch sollten elektrische Geräte wie z. B. der Fön gut verschlossen und nicht in der Nähe von Wasser aufbewahrt werden. Und vor allem bei kleineren Kindern empfiehlt es sich,den Schlüssel von der Badezimmertür zu entfernen – denn dieser ist von innen schnell im Schloss gedreht und bis man wieder Zugang zum Bad hat, kann einiges passieren. Einfacher und lustiger ist ein selbst gebasteltes Schild „Besetzt“, welches man außen an die Tür hängen kann.
Teenager – jetzt ist Stauraum angesagt
Kinder wachsen schnell – oft schneller als man denkt. Eine Anschlussmöglichkeit für einen zweiten Waschtisch oder gleich der Einbau eines Doppelwaschtisches bzw. eines zweiten Waschtisches helfen mögliche spätere Kapazitätsengpässe gleich von Anfang an auszuschließen. Denn die Zeit kommt sicher,wo der Junior Punkt 7 Uhr in die Schule aufbrechen
muss,die heranwachsende Tochter noch etwas Schminke auflegen möchte und Sie dringend zurArbeit müssen! Nicht gerade unwesentlich beim Teenagerbad ist auch der Stauraum. Denn spätestens jetzt werden Toiletteartikel wie Kosmetika,Duschgels,Haarkuren etc. aktuell. Ausreichend Platz bietet hier ein in unmittelbarer Nähe des Waschbeckens aufgestellter spezieller Badezimmerschrank. Dort hat jedes Familienmitglied sein eigenes Fach,zusätzlich ist auch noch Platz für die Reservetuben an Zahnpaste und Rasiercreme – was mitunter ebenfalls morgendliche Aufregung vermeiden hilft. Badezimmermöbel mit entsprechender Ausstattung sind auch ideal,um die bei einer Familie ja ebenfalls in größeren Mengen anfallende Schmutzwäsche aufzunehmen.
Möbel sind jedoch nicht gleich Möbel. Man muss darauf achten,dass die Verarbeitung auch badezimmergerecht ist,sprich Wasser und Wasserdampf aushält,ohne dass die Furnier gleich „Wellen schlägt“. Setzt man in diesem Zusammenhang jedoch auf Markenqualität und den Tipp des Installateurs,kann man beruhigt für viele Jahre mit der Familie „pritscheln“. ■
Viel für Muskelkranke bewegt
Begonnen hat alles damit,dass sich vier Muskelkranken bei derselben Physiotherapeutin trafen,um gegen die tückische Krankheit (650 Krankheitsbilder) anzukämpfen. Das war 1987 – die Geburtsstunde der „Steirischen Gesellschaft für Muskelkranke“. An ihrer Spitze ist seit 15 Jahren die Feldbacherin Elke Trummer. Sie war zwölf Jahre alt,als sich die Krankheit bemerkbar machte:Es begann mit Problemen beim Stiegensteigen,beim Laufen,beim Aufstehen. Dann 1973 ein Sturz,und sie konnte überhaupt nicht mehr gehen. Rätselraten in in- und ausländischen Kliniken,schließlich die Diagnose „Progressive Dystrophie“ – Zerfall der Muskelzellen. Seither,das sind 29 Jahre,sitzt Elke Trummer im Rollstuhl. Statt aufzugeben – die Ärzte meinten,sie werde nicht einmal 30 Jahre alt – wurde ihr Schicksal Bestimmung:Seit 15 Jahren widmet sich Trummer als Präsidentin der Gesellschaft für Muskelkranke den geschätzten 1.300 Betroffene in der Steiermark. Sie organisiert Benefizkonzerte, Versteigerungen,Flohmärkte,um Muskelkranken auch finanziell unter die Arme greifen zu können. Seither hat der Verein für ca. 900.000,– Schilling Kommunikations- und Beatmungsgeräte angeschafft und an Muskelkranke verliehen. Ein Signal an die GKK,dass die Bewilligung solcher Geräte billiger kommt als die Intensivstation. Elke Trummer ist auch in der Pension unermüdlich dort aktiv,wo sie Betroffenen zur Seite stehen kann, nicht zuletzt Angehörigen. Für ihr selbstloses Engagement erhielt sie 2000 aus den Händen von LH Waltraud Klasnic die Humanitasmedaille.
Die Steirische Gesellschaft für Muskelkranke feiert ihr 15-jähriges Bestehen mit Dank an alle jene,die ihre Arbeit unterstützt haben:am 27. September 2002, 19.00 Uhr im Volkshaus Feldbach. ■
67 Klipp September 2002
Seit 15 Jahren für Betroffende und deren Angehörige da: Präsidentin Elke Trummer
Steirische Gesellschaft für Muskelkranke feiert 15-jähriges Bestehen
Juwel hilft beim Wohlfühlen
Inmitten der Obersteiermark gibt es ein Juwel – das haben Sie nicht gewusst?
Dann kennen Sie nicht Gröbming in der Dachstein-TauernRegion,denn die Gemeinde von Bürgermeisterin Hanni Gruber gilt zurecht als „veredelt“. Davon konnten sich erst vor kurzem unzählige Promis (etwa TVStar Klaus Wildbolz) bei der „Ennstal Classic“ wieder überzeugen. Doch die Schau der legendären Rennwagen ist nur ein ganz kleiner Bereich des üppigen Gröbminger Angebots. Seit 1989 schreitet die Ortserneue-
Gröbming: Die obersteirische Gemeinde gehört zu den Aufsteigern unseres Landes. Einer der Gründe: Das Erbe des bekanntesten Sohnes wird hoch gehalten!
rung erfolgreich voran – auch gegen manche Widerstände,wie Ortschefin Gruber zugeben muss. Als einer der Höhepunkte wurde etwa unlängst das Museum neu gestaltet und wieder eröffnet. Herta und Hannelore Gritsch arbeiteten das Thema
„10 Jahre Museum Gröbming, 100 Jahre Landgenossenschaft, 100 Jahre Raiffeisenbank Gröbming“ in beeindruckender Weise auf und bringen darin dem Besucher die obersteirische Heimat wieder ein Stück näher. Doch auch Sportfans kommen in Gröbming stark auf ihre Kosten. Der Stoderzinken ist nicht nur Schifahrern ein Begriff (dass Gröbming mit Schiliften und -schule,einer Langlaufloipe,einer Rodelbahn und einem Eislaufplatz für den Wintertourismus gerüstet ist,versteht sich ja auch von selbst),sondern lockt am 15. September zum großen Bergrennen für Läufer und Mountainbiker. Auf einer 12,5 Kilometer langen Strecke gilt es 1.000 Höhenmeter zu überwinden – genauere Infos dazu erteilt Organisator Hubert
Gröbmings größter Sohn: F. X. Mayr
Und noch ein kleines Geheimnis,das freilich längst keines mehr ist,umgibt Gröbming:Hier kam nämlich
am 28. November 1875 der weltberühmte
Kurarzt Franz Xaver Mayr zur Welt. Und sein Geburtshaus,das Hotel Spanberger,gibt’s noch immer und hat sich voll und ganz seinem Werk verschrieben.
Wer war nun dieser sagenumwobene Arzt?
Franz Xaver Mayr studierte nach der Matura in Graz Medizin und schloss sein Studium 1901 erfolgreich ab.
Seine Eltern waren Gastwirt und Fleischhau-
er (Vater Anton,er starb kurz vor der Geburt Franz Xavers) und Hutmachertochter (Mutter Seraphine). Immer schon interessierte sich Franz Xaver Mayr in erster Linie für die Humanmedizin und dabei vor allem für den grundlegenden Zusammenhang vom Zustand der Verdauungsorgane und der Gesundheit des Menschen. Der wundersame Mechanismus desVerdauungsapparates faszinierte und begeisterte den Mediziner. Schließlich wurde die Beseitigung der verheerenden Auswirkungen einer gestörten Darmfunktion auf die Gesundheit und Lebensfreude zu Mayrs Le-
Pleninger gerne telefonisch (03685/225 73) oder auf dem EMail-Weg( pleninger @aon.at). Apropos Internet: Auch die Gemeinde-Homepage www.groebming.at wird laufend aktualisiert und zählt zu den Besten ihrer Art in der Steiermark – ist also auch ein Juwel in ihrer Kategorie.
Diese Beispiele plus der stetige Ausbau der Infrastruktur haben – entgegen aller steirischen Volkszählungstrends – die Gemeinde in den letzten Jahren „wachsen“ lassen. 2.507 Gröbminger wohnen laut Melderegister zur Zeit im heilklimatischen Kurort – das bedeutet einen nicht unangenehmen Rekord!
68 Klipp September 2002 Gesundheit
Luftaufnahme von Gröbming
Das brühmte „Stoderkircherl“, direkt auf der Stoderzinkn
bensaufgabe.
1903 bekam Mayr die Leitung der Wasserheilanstalt Johannesbrunn bei Toppau übertragen. Dort ließ er – um denVerdauungsapparat der Patienten zu säubern – bis ins Jahr 1906 täglich 0,5 bis 1 Liter frisches Quellwasser trinken. Dazu versuchte er durch zartes rhythmisches Drücken mit den Händen die Aktivität der geblähten Därme wieder anzuregen.
Nachdem er im Ersten Weltkrieg als Militärarzt Lazarettabteilungen für Verdauungskranke geleitet hatte,praktizierte er von 1920 bis 1939 in Karlsbad, anschließend in Wien. Während seiner Karlsbader Zeit kristallisierten sich bereits sensationelle Ergebnisse seiner Forschungen über die Diagnostik und Therapie der Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen heraus. Seine „Milch-Semmel-Kur“ ist seit damals in aller Munde. Wohlbefinden durch Fasten,das ist es!
Doch wie so oft zählt der Prophet in seiner Heimat nichts,zumindest solange er noch lebt. Obwohl Mayr betuchte Persönlichkeiten wie etwa Henry Ford behandelte,wurde er zu Lebzeiten von seinen Standeskollegen nicht anerkannt.
Dabei ist das,was Dr. Mayr in seinen jahrelangen Versuchen herausfand,sowohl genial als auch betont einfach:Weil der Mensch nicht nur Reflexzonen aller Organe an Händen,Füßen und Ohren hat,sondern auch am Dickdarm,kann es einfach nicht gleichgültig sein,wie es in diesem Darm ausschaut. Verstopfungen,Entzündungen,Bakterien und Pilzinfektionen – all das kann Beschwerden verursachen,die weit über das vorstellbare Maß hinausgehen.
Entschlackung statt Schlankheit
Mit einem hatte bereits Franz Xaver Mayr genauso zu kämpfen wie viele Leute,die sei-
ne Kur heute verbreiten. „Die F. X. MayrKur ist keine Schlankheitskur,sondern eine Entschlackungskur für den Magen“,betont Sonja Moser vom Hotel Spanberger. Sie hat die F. X. Mayr-Kur unter dem Motto „Fasten als Erlebnis“ ins 21. Jahrhundert gebracht. Außerdem verbindet Hotelchefin Moser mit Mayr auch verwandtschaftliche Linien. Unter der Aufsicht von Dr. Udo Jakobitsch,ein Allgemeinmediziner,der auf Naturheilkunde schwört,wird im Spanberger hochmoderne Medizin angewendet. Sein Credo: „Schon wenige Monate ausgewogener Ernährung und vernünftiger Lebensweise bringen das oft weit fortgeschrittene biologische Alter wieder auf das tatsächlich entsprechende Maß hinunter.“
Dr. Lina Amsüss,Kurärztin im Gesundheitshof Neuberg und Dr. Elisabeth Doggendorf,Mayr-Expertin der Privatklinik Ragnitz,fügen aber an, dass Schlankheit ein durchaus positiver Nebeneffekt der F. X. MayrKur ist:„Außerdem ist sie gut fürs Gewebe und die Gelenke.“ Und die Bauchbehandlung,die ja Bestandteil jeder F. X. Mayr-Kur ist,bringt ebenfalls „Beauty-Pluspunkte“: „Die Haut wird rosiger,die Statur verbessert sich“,so Dr. Doggendorf.
Stress als Hauptübel
Über die Gründe für Darmerkrankungen und -beschwerden zu schreiben,füllt Bücher. Unbestritten freilich ist,dass Stress eines der Hauptübel ist – egal ob im Beruf oder im Privatleben. Und unbestritten ist auch,dass sich viele Leidende keine drei- bis vierwöchige Kur (wie es sie neben dem Hotel Spanberger etwa auch im Vital in Bad Aussee oder im Gesundheitshof
Voll ausgebildete Mitglieder der Gesellschaft der F. X. Mayr Ärzte:
Ambulante Behandlung:
Frau Dr. Bertie Klinger Allg. Medizin
Glacistraße Nr. 37 (Ecke Elisabethstraße)
A – 8010 Graz
Tel.:0316/ 32 63 11
Fax:0316/ 32 63 11 DW 4
Frau Dr. Elisabeth Doggendorf Allg. Medizin
Wittulaweg Nr. 18
A – 8053 Graz
Tel.:0316/ 28 75 89
HerrDr. Bernd Kirchmayer
Allg. Medizin,Pulmologie
Eggenfelderstraße Nr. 22
A – 8101 Gratkorn
Tel.:03124/ 23 456
Fax:03124/ 22 733
HerrDr. Udo Jakobitsch Allg. Medizin,Naturheilkunde
Stoderplatzl Nr. 65 – 65
A – 8962 Gröbming
Tel.:03685/ 22 10 60
Fax:03685/ 22 10 60 DW 30
69 Klipp September 2002
Von li. n. re.: Dr. Jakobitsch (Kurarzt Hotel Spanberger), Frau Sonja Moser (Geschäftsführerin Hotel Spanberger), Frau Bgm. Johanna Gruber
Lesen Sie weiter auf Seite 70
Neuberg gibt) nach der Tradition Franz Xaver Mayrs leisten können,sowohl zeitlich als auch finanziell. Darum bieten manche Ärzte auch ambulante Behandlungen an. Einer davon ist zum Beispiel Dr. Bernd Kirchmayer. Sein Gratkorner Gesundheitszentrum erfreut sich vor allem im Frühling,Herbst und Winter vieler Mayr-Anfragen:„Wohlfühlen liegt im Trend“,weiß er. Dem stimmt auch die Grazer Ärztin Dr. Bertie Klinger zu:„Ab 30, 35 Jahren beginnen die Därme schlaff zu werden. Mit F. X. Mayr geht’s wieder aufwärts.“ Sie kennt auch eine weitere Gefahr:Dadurch,dass viele Frauen Abführmittel verwenden, wird der Darm schon früher überstrapaziert. Und dann ist manchmal eine Kur auch bereits ab 20 Jahren notwendig. Auch alte Weisheiten werden durch die F. X. Mayr-Kur bestätigt.
Tel.: 0676 – 63 72 288
Ordination: Mo – Fr von 16.00 – 19.00
Dr. Amsüss:„Der Spruch,dass man in der Früh wie ein Kaiser und am Abend wie ein Bettler essen soll,ist korrekt. Leider ist es heute bei vielen Menschen umgekehrt – doch diese falschen Essgewohnheiten rächen sich.“
Übrigens:Dass mit Franz Xaver Mayr ausgerechnet ein Gröbminger die „Heilige Schrift“ des Fastens erfunden hat,kann kein Zufall sein. Denn mit 800 Metern liegt der Luftkurort genau auf der richtigen Höhe fürs Fasten! ❑
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BASENPULVER In
Unerforschte Qual
Multiple Sklerose: Die Geißel der Ungewissheit
„Wovor ich Angst habe?
Ich will dir sagen, wovor ich Angst habe: Vor der Ungewissheit. Ob ich nur immer wieder einen Schub haben werde oder im Rollstuhl lande. Bei Krebs gäbe es nur zwei Möglichkeiten: Überleben oder sterben ...“
Multiple Sklerose:Die Ursachen der „Encephalomyelitis disseminata“, so der exakte medizinischeAusdruck,liegen ebenso im Dunkeln wie die psychischen Auswirkungen dieser Krankheit,die vor allem auch den Angehörigen der PatientInnen zu schaffen machen. Vor allem in den letzten fünf Jahren wurde die Forschung weltweit forciert,beachtlicheEinzelergebnisse konnten aber bislang noch zu keinem einheitlichen Bild zusammengefügt werden. Verbindlich kann nur zusammengefasst werden:MS,vermutlich eine Autoimmunerkrankung,ist eine chronische Entzündung des Zentralnervensystems,die zu einer Beschädigung der Markscheiden,der weißen Substanz von Gehirn und Rückenmark, führt. Die genauen Zahlen der Betroffenen sind schwer zu eruieren – nachdem die Krankheit nicht meldepflichtig ist,muss eine entsprechende Dunkelziffer eingerechnet werden,weshalb die Angaben auch schwanken.Am zuverlässigsten ist eine Schätzung von 1 zu 800 bzw. 1 zu 1.000. Fest steht,dass wesentlich mehr Frauen als Männer betroffen sind (nahezu 70 %) und dass die Krankheit üblicherweise zwischen dem 20. und dem 40. Lebensjahr auftritt.
Hannah,seit zwei Jahren unter MS leidend,sind die wissenschaftlichen Aspekte eher egal. Sie geht,wie alle „MSler“,seit Ausbruch der Krankheit durch ein Wechselbad aus Depression und Hoffnung,Remissionen und Schüben,Schmerzen und Wohlbefinden. „Das muss man einem anderen einmal erklären, was es heißt,für zwei Wochen blind zu sein,das glaubt einem ja niemand,das ist das Problem. Weil die MSler üblicherweise normal daherkommen,ist es schwer,anderen klar zu machen,dass man schwer krank ist. Unerforscht schwer krank.“ MS und die Umwelt – die psychischen Veränderungen,welche die Krankheit bewirkt,werfen auch massive Probleme in Umwelt und Partnerschaft auf. Selbstmitleid bis zur Paranoia, schwere Depressionen und manische Phasen,extreme Reizbarkeit und zwischenzeitlicher Realitätsverlust stellen auch die liebevollsten Partner und/oder Familienmitglieder vor schwere Prüfungen.
genug“
„Manchmal glaube ich,die Umwelt verlangt,dass man es sehen
(Hannah*, 21, MS-Kranke)
muss,wenn jemand schwer krank ist,denn wenn man es ihm/ihr äußerlich nicht ansieht, dann ist sie/er ein/e Heuchler/in. Nur weil man nicht sieht wie schlecht es uns geht,sind wir keine Heuchler. Aber genau so wird man von manchen Leuten behandelt und ich glaube daher weht der Wind. Wenn ich z. B. Schwindel habe als wäre ich besoffen oder meine Füße schmerzen oder ich sonstiges habe wie z. B. Doppelbilder oder gar auf einemAuge kurz blind bin – ich traue mir das ja gar nicht zu erzählen außer meinen engsten Freunden und der Familie,weil das eben so unglaubwürdig abnormal klingt ...“ Hannah ist überzeugt davon,dass die HauptproblematikderKrankheit in der Psyche liegt. Spät,aber doch ist das Tabuthema MS auch seitens der Forschung intensiver aufgegriffen worden –„Die Forschung,inwieweit bei der MS tatsächlich ursächliche psychische Zusammenhänge angenommen werden können,ist bereits in Gang gekommen“,berichtet etwas lapidar die MS-GesellschaftWien. Hannah,als Betroffene,sieht die Problematik pragmatischer:„Meiner Meinung nach ist die MS hervorrufbar durch die Psyche. Und nicht
durch einen Virus oder so ... Ich weiß,dass ich sehr viel,zu viel, nachdachte. Ich machte mir Kopfzerbrechen,wer was über mich denkt,was andere über mich reden. Aber ich dachte da an 30 Personen gleichzeitig. Ich dachte nach und dachte nach überSachen,dieüberhauptnicht relevant sind oder waren. Man kann das gar nicht so übertrieben beschreiben wie es in Wirklichkeit ist. Dachte Tag und Nacht nach,konnte nicht schlafen. Und steigerte mich in Dinge hinein,auf die ein normal denkender Mensch nie kommen würde.“ Grübeln wirkt oft auch bei „normalen“ Menschen als Basis für Selbstmitleid und paranoides Verhalten – die schon auf Grund der Erkrankung verschobene Sichtweise der Realität lässt veritable Paranoia aufkeimen. Vor allem jenen gegenüber,die zu helfen versuchen,wird häufig ein regelrechter Verfolgungswahn aufgebaut, was den Zugang selbstverständlich noch schwieriger macht und oft zur Resignation führt. „Meine Einbildung und mein abwei-
71 Klipp September 2002
„MS hängt nur mit der Psyche zusammen – und das ist schwer
Der Rollstuhl – Damoklesschwert der MSPatienten
Gesundheit
sendes Wesen – eben durch die Angst,verletzt zu werden – haben meine Freunde und auch meine Eltern bis heute nicht verstanden. Und wandten sich auch von mir ab – was ich wiederum falsch verstand und dachte,dass niemand mehr was mit mir zu tun haben will,weil ich eben MS habe. Ja,kein Scherz,ich dachte wirklich so. Und das ruiniert einen Menschen.“
Emotionales Umweltgift
Die psychosozialen Aspekte überlagern im Umfeld der MS nicht selten die somatischen: Einerseits fehlt zweifellos des Öfteren das Verständnis der Umwelt einer nicht so deutlich erkennbaren Krankheit gegenüber,andererseits sind Wechselwirkung zwischen MS und Psyche zwar nicht erwiesen,aber doch offenkundig. Der Grundtenor der Wissenschafter lautet nach wie vor „Scio nescire“: „... schließen namhafte Neurologen nicht aus,dass es keine einheitliche Krankheit MS gibt, sondern dass sich hinter den oft grundverschiedenen Verläufen und grundverschiedenen Ausfallserscheinungen auch verschiedene Krankheiten verbergen,die wir bis heute in Ermangelung an besseren Kenntnissen als Multiple Sklerose bezeichnen.“ (Österreichische Multiple Sklerose Gesellschaft). Einheitlich bzw. einigermaßen einheitlich definiert ist das körperliche Syndrom der Encephalomyelitis disseminata. Üblicherweise in Schubform treten neurologische Erscheinungen auf,die von leichten Störungen wie Hautkribbeln,„pelzigem“ Gefühl in den Extremitäten und leichten motorischen Störungen über starke Glieder- und Gelenksschmerzen und Sprachstörungen bis hin zu schweren Ausfallserscheinungen (Teilblindheit,Lähmungserscheinungen, Gedächtnisverluste) reichen. Die Ausfälle können sich nach den Schüben remissionsbedingt
zurückbilden,in aggressiveren Erscheinungsformen allerdings bleiben massive Verschlechterungen. Ca. 20 % der Patienten leiden unter der heimtückischsten Erscheinungsform der MS; dieVerschlechterungen erfolgen nicht schubartig,sondern entwickeln sich schleichend und allmählich über Monate bis Jahre. Auch wenn MS neuesten Forschungen zufolge die Lebenserwartung kaum beeinträchtigt,schwebt das Damoklesschwert des Rollstuhls ständig über den Köpfen der Betroffenen. Angst und Ungewissheit vermischen sich zu einem emotionalen Umweltgift – die Unsicherheit,wie lange die nächste Remission anhält,wann der nächste Schub einsetzt,ob sich Schädigungen zurückbilden oder ob man langfristig damit rechnen muss,schwerst behindert zu bleiben,machen MSKranke – unabhängig von einem direkten Einfluss der Krankheit auf die Psyche – häufig misstrauisch,verschlossen und unberechenbar. „Wirklich helfen lass’ich mir auch nicht. Das hat mit Stolz zu tun,sicher, Stolz am falschen Platz und zur falschen Zeit,aber ablegen kann ich das auch nicht.“
Verstehen lernen
„Psychische Probleme im weitesten Sinn sind nach dem neuesten Stand der Dinge keinAuslöser,müssen aber mit Sicherheit als schubfördernd betrachtet werden“,so Univ.-Prof. Dr. Maria Storch,eine der wenigen Ärzte in der Steiermark,die sich auf MS spezialisiert haben.
„Schubfördernde Faktoren sind auch körperliche Überlastung, Hitze oder Fieber. Enzephalomyelitis disseminata ist eine Erkrankung des Autoimmunsystems,bei der – unter Umständen auch durch virale Einflüsse – die Markscheiden im Zentralnervensystem beschädigt bzw. zerstört werden. Selbstverständlich kommt es in-
nerhalb des Krankheitsverlaufs zu psychischen Veränderungen bzw. Schwierigkeiten,die aber nicht unbedingt ursächlich mit der Krankheit inVerbindung gebracht werden müssen. Die Reaktion auf die Diagnose – Depression,fallweise Aggressivität,paranoide Zustände – ist letztendlich begreiflich,kann aber nur von den Begleitern des Patienten,der Familie,den Lebenspartnern,gemeistert werden. Die Frage nach einer ‚typischen MS-Psyche‘ relativiert sich damit,es handelt sich,wie erwähnt,um eine Störung des Autoimmunsystems und nicht um ein psychosomatisches Konglomerat.“ Was man als Betroffener erst verstehen lernen muss:Der Außenstehende empfindet die Symptome,die im Verlauf eines „Schubs“ auftreten,als nicht so schlimm:Drehschwindel,Sehstörungen,Taubheitsgefühl an den Extremitäten,motorische Probleme ... Der Patient hingegen zählt mit der Kenntnisnahme der Diagnose zur Gruppe der chronisch –und derzeit unheilbar – Kranken und reagiert entsprechend auf eine Umwelt,die in einer derartigen Situation nur als feindlich eingeschätzt werden kann. Die psychosozialen Konsequenzen der Krankheit liegen auf der Hand:Vereinsamung,Ausgrenzung,Abschottung – wie wirkungsvoll die Medizin die Krankheit auch lindern (derzeit gibt es keine Heilung) kann: MS-Leidende sind keine stillen Dulder,die sich ihrem Leiden ergeben ausliefern,sondern größtenteils Kämpfer,die gegen ihre „leichten“ Behinderungen ankämpfen. Und damit auch zu den eher schwierigen Mitmenschen zählen. Diese Tatsachen verstehen zu lernen,ist für familiär Betroffene der einzige Weg zu einer Linderung des Leidens – Heilung ist (noch) nicht möglich. Hilfe schon – durch Toleranz und Geduld und durch ein österreichweites Netzwerk von Selbsthilfeorganisationen,die
auch eine entsprechende,zweifellos wichtige psychologische Stütze bieten können (www.msg.at). „Die MS-Selbsthilfegruppe ist bei uns eine Zentrale für die ganze Region“,beschreibt Johanna Pasaricek von der Selbsthilfegruppe Steiermark-Ost/Burgenland-Süd. „Wir sind zehn bis fünfzehn Betroffene,die einander einmal im Monat treffen. Betroffene gibt es in unserer Region wesentlich mehr,aber wir wollen niemanden zwangsbeglücken. Die Treffen haben einen gewissen sozialen Sinn,gesprochen wird eigentlich nur über ein Thema: über die Krankheit,die Medikamente,die gerade genommen werden,und die Verträglichkeit oder die Nebenwirkungen. Gemeinsame Freizeitaktivitäten gibt es schon deshalb kaum, weil Sponsoren fehlen und auch deshalb,weil es mit den meisten Gruppenmitgliedern Transportprobleme gibt. Eigentlich wollen aber die meisten nichts anderes,als mit den Leidensgenossen über die gemeinsamen Problemen sprechen zu können – der Begriff ‚Selbsthilfegruppe‘ darf auch nicht medizinisch gedeutet werden,überhaupt nicht. Ein paarmal war zwar Prof. Strasser-Fuchs auf Besuch bei uns,aber an sich ist es uns lieber,bei den Treffen unter uns zu bleiben,denn die medizinischen Ratschläge bekommt man anderswo.“
Auch in den Landeskrankenhäusern sind mittlerweile hoch spezialisierte Zentren eingerichtet,die sich mit diesem Leiden auseinandersetzen. Für die Landeshauptstadt steht in akuten Fällen unter der Tel.-Nummer 0316/ 38 52 950 Univ.-Prof. Dr. Siegrid Strasser-Fuchs zur Verfügung. ■
Kontakt:
Johanna und Franz Pasaricek Dr. König-Weg 2 8330 Feldbach 03152/ 55 56
72 Klipp September 2002
Encephalomyelitis disseminata
(auch als „Multiple Sklerose“ bezeichnet),betrifft in erster Linie Frauen zwischen dem 20. und dem 40. Lebensjahr. Es handelt sich um eine chronische Entzündung des Zentralnervensystems,das zu einer Beschädigung der Markscheiden,der weißen Substanz von Gehirn und Rückenmark,führt. Heute wird zwischen folgenden Verlaufsformen unterschieden:
• Schubförmig:Die Ausfälle eines Krankheitsschubes werden während der Remissionsphase wieder rückgebildet.
• Schubförmig-progredient:Nach jedem Schub nehmen die krankheitsbedingten Behinderungen zu.
• Sekundär chronisch-progredient:Schubförmiger Verlauf in Verbindung mit „schleichenden“,bleibenden Behinderungen.
• Primär chronisch-progredienter Verlauf:Schleichende,allmähliche Entwicklungen von Behinderungen,oft über Jahrzehnte hinweg. Diese Verlaufsform tritt nur bei etwa 20 % der Patienten auf.
Die Symptome reichen von leichten Behinderungen (Drehschwindel, motorische Störungen,Inkontinenz) über zwischenzeitliche einseitige oder vollständige Blindheit bis zu teilweisen oder vollständigen Lähmungserscheinungen. Moderne medikamentöse Behandlungsformen (Cortison,Interferone) vermögen die Auswirkungen der Schübe zu lindern und die Remissionen zu verlängern,eine Heilung allerdings ist nach heutigem Stand der Wissenschaft nicht möglich.
* Hannah (Name vomAutor geändert) ist 21 und leidet seit 2000 an MS. Der Autor trat im Zuge der Recherche über ein Internet-Forum mit der jungen Frau in Verbindung,die unter
der Zusicherung von Anonymität ihre E-Mail-Aufzeichnungen zurVeröffentlichung freigab.An dieser Stelle sei „Hannah“ herzlicher Dank für ihre Offenheit ausgesprochen. Walter Held
Seit 1977 obliegt die soziale Unfallversicherung von 1,2 Millionen Schülern und Studenten der AUVA. Über 50.000 Schülerunfälle jährlich – österreichweit –erfordern entsprechende präventive Maßnahmen. Unter dem Motto „Jeder Unfall ist einer zu viel“ forciert die AUVA entsprechende Schwerpunktaktionen auch in der Steiermark.
7.500verunglückte Schüler weist die steirische Jahresstatistik im Durchschnitt auf – bei 195.000 Schülern und Studenten eine doch alarmierende Zahl. Gemeinsam mit dem Kuratorium für Verkehrssicherheit und in enger Zusammenarbeit mit Lehrern und Elternvertretern werden zu Schulbeginn schon traditionsgemäß entsprechende Aktionen durchgeführt, die dazu beitragen,die Unfallzahlen zu senken. „Unfälle bedingen großes soziales Leid und Schmerzen für die Betroffenen und ihre Familien und kosten auch viel Geld. So gibt die Landesstelle Graz derAUVA für die Bundesländer Steiermark und Kärnten für die Schülerunfallversicherung jährlich einen Betrag von ca. 1,6 Mio. € aus“,so Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Zichner, Leiter des Unfallverhütungsdienstes derAUVA Steiermark.
auf der Verhütung von Schulwegunfällen,die innerhalb der Statistik einen wesentlichen Platz einnehmen. Dem eklatanten Anstieg von Schulbusunfällen im letzten Jahr wurde gemeinsam mit dem KfV mit der
Sicherheit auch auf dem „Drahtesel“: die AUVA unterstützt steirische Schüler und Studenten entscheidend
Naturgemäß liegt einer der Schwerpunkte der Aktivitäten
Aktion „Sicherer Schulbus“ Rechnung getragen. Zusätzlich zu dieser Aktion gibt die AUVA ein Merkblatt (M850) heraus, das die „Sicherheit in und rund um den Schulbus“ zum Inhalt hat. Diese Broschüre kann kostenlos beim Unfallverhütungsdienst der AUVA bezogen werden (AUVA,Unfallverhütungsdienst,8021 Graz,Göstingerstraße 26; Tel 0316/ 505-26 03, Fax-NS2609;E-Mail: guv@sozvers.at ). Wesentliche Beiträge zu einem unfallfreien Schulbeginn sind jedenfalls gewährleistet – egal,welches Verkehrsmittel bevorzugt wird. ❑
73 Klipp September 2002
„Jeder Unfall ist einer zu viel“ Sicherer Schulbeginn mit der AUVA
Biotechnologie als Berufung
Von Biogen gibt’s das weltweit einzige zugelassenen Medikament gegen Multiple Sklerose, das nur einmal pro Woche genommen werden muss.
Biogen – das ist das älteste unabhängige Biotechnologie-Unternehmen der Welt. 1978 wurde es von einer Gruppe international anerkannter Wissenschaftler (darunter zwei spätere Nobelpreisträger) gegründet. Das Hauptaugenmerk der Firma liegt auf der Entwicklung,Produktion und Vermarktung von Medikamenten auf gentechnischer Basis für die Behandlung von Multipler Sklerose (MS),Entzündungen,Atemwegs- und Nierenerkrankungen sowie bestimmten Krebsformen.
Die Firmenzentrale befindet sich in Cambridge (USA),die Biogen GmbH in Wien ist zuständig für Marketing und Vertrieb in Österreich und übernimmt Forschungs- und Entwicklungsarbeiten sowie die Begleitung von Studien im Zulassungsprozess neuer Medikamente.
Ein Highlight in der BiogenProduktpalette ist „Avonex“, das einzige zugelassene Medikament gegen Multiple Sklerose, das nur einmal wöchentlich (intramuskulär) gegeben werden muss. Damit v erfügt
„Avonex“ über einen enormen Vorteil beim Anwendungsmodus,der bereits von 118.000 Patienten auf der ganzen Welt geschätzt wird.
Wichtig in der Frühtherapie
In der Entwicklung von „Avonex“ war die so genannte CHAMPS-Studie (Controlled High Risk Subjects Avonex Multiple Sclerosis
Prevention Study) ein besonders wichtiger Meilenstein. Darin wurde an Patienten mit einem Erstsyndrom,sprich: dem klinisch begründeten Verdacht auf MS und entsprechenden Läsionen im MRT,nachgewiesen,dass durch die Therapie mit „Avonex“ das Risiko für eine klinisch definitive MS im Verlaufe von zwei Jahren markant gesenkt werden kann. Wie bedeutend die CHAMPS-Studie auf wissenschaftlicher Ebene eingeschätzt wird, wird durch die Tatsache belegt,dass die Harvard-Universität CHAMPS in die Liste der zehn wichtigsten Studien des Jahres 2000 aufgenommen hat.
Neues „Avonex“-Projekt
Für die Bewertung des klinischen Stellenwertes einer MS-Therapie spielt der Zeitfaktor,also eine ausreichend lange Beobachtungsdauer,eine wichtige Rolle. Dies gilt in besonderem Maße,wenn zwei nachweislich wirksame Substanzen miteinander verglichen werden sollen. Unter Berücksichtigung dieserAnforderung hat Biogen nun ein neues Studienprojekt (PROOF-Studie) initiiert,in dessen Rahmen „Avonex“ mit einem anderen „Interferon bet-1a“ verglichen werden soll. In der ersten Studienphase wird der klinische Verlauf retrospektiv analysiert,in der zweiten werden die Patienten prospektiv über einen Zeitraum von drei Jahren kontrolliert. ❑
Meilensteine der Biogen-Geschichte
1978: Gründung durch eine Gruppe anerkannter Biologen.
1979: Erstmals erfolgreiche Synthese (Expression) des Hepatitis-B-VirusAntigen-Proteins in Bakterien.
"Avonex" von Biogen ist ein innovatives Produkt gegen Multiple Sklerose.
1980: Erste Expression des biologisch aktiven human Leukozyten (alpha).
1981: Biogens „alpha Interferon“ wird erstmals bei Menschen eingesetzt.
1983: Eröffnung der Produktionsanlage in Cambridge. Außerdem:Börsengang.
1986: Der weltweite Lizenznehmer des rekombinantenAlpha Interferons, Schering-Plough,beginnt mit der Vermarktung von „Intron A“ (Interferon alpha-2b) zur Behandlung von Haarzell-Leukämie.
1988: Biogen lizensiert seine Hepatitis B-Technologiue an Smithkline Beecham.
1990: Beginn der klinischen Studie für Bivalirudin,ein Antithrombosemittel in den USA.
1993: Phil Sharp,Dr. rer. nat.,einer der Biogen-Gründer,erhält den Nobelpreis für Medizin für die Entdeckung gespaltener Gene.
1996: Die „Food And Drug Administration“ lässt Biogens MS-Medikament „Interferon beta-1a“ für die Behandlung von schubförmiger MS zu. 33 Stunden später findet die Markteinführung statt.
1998: Biogen erhält für ihre führende Rolle bei der Entwicklung lebensrettender,lebensverlängernder und die Lebensqualität verbessernder pharmazeutischer Produkte die „US National Medal of Technology“.
2000: Bivalirudin wird zugelassen.
2001: Biogen eröffnet eine Filiale in Tokio und plant den Bau einer Produktionsanlage in Dänemark,die im Jahr 2004/05 in Betrieb gehen soll.
74 Klipp September 2002 Gesundheit
Die Steiermark setzt einen Schwerpunkt in derAusbildung von Gesundheits- und Krankenpflegeberufen. Aufgrund der qualifizierten Schulung und dem starkenTrend jun-
den Gesundheits- und Krankenpflegeschulen des Landes sowie den medizinisch-technischen Akademien zu Lehrgangsbeginn zur Verfügung. Zum Vergleich: Die Fachhochschule Joanneum
Run auf Ausbildungsplätze des Landes in Gesundheitsberufen
ger Menschen,einen Gesundheitsberuf ergreifen zu wollen, ist die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen groß. Gesundheitslandesrat Günter Dörflinger:„Wir sind sehr stolz auf den Erfolg und das positive Image unserer Schulen und Akademien. Durchschnittlich haben wir dreimal so viele Bewerbungen, wie Ausbildungsplätze vorhanden sind.“
Insgesamt stehen in der Steiermark 626 Ausbildungsplätze in
bietet 2002 662 Anfängerstudienplätze an. Zur Zeit absolvieren rund 2000 Studierende diese Einrichtungen. Für den Studienbeginn im Wintersemester 2002 wurden weitere 570 BewerberInnen berücksichtigt. Angemeldet haben sich 1.599 Personen,wobei vor allem derAndrang auf einen Studienplatz an der Akademie für Physiotherapie am LKH Graz (9-mal so vieleAnmeldungen wie verfügbare Ausbil-
dungsplätze) und an der Hebammen-Akademie (7-mal mehr BewerberInnen als freie Ausbildungsplätze) besonders groß ist.
Die Berufschancen auf dem Arbeitsmarkt sind fürAbsolventInnen der Gesundheits- und Krankenpflegeschulen aussichtsreich.AlleininderKAGes(Steiermärkische Krankenanstalten Gesellschaft) sind 5.515 Personen im Pflegedienst,2.505 im Sanitätshilfedienst und 1.143 Berufstätigeingehobenenmedizinisch-technischen Diensten tätig. Für Diplomkrankenpfle-
ger und -Schwestern sindmit Stichtag 31. Juli 2002 34 freie Stellen gemeldet, für medizinisch-technische Fachkräfte 30,eine für Diätassistentin und 54 für nicht diplomierte KrankenpflegerInnen.
Nicht nur die inhaltlicheAusbildung,die auf einem hohen Standard steht,soll weiter schwerpunktmäßig im Gesundheitsressort des Landes ausgebaut werden,auchindieInfrastrukturder Schulen und Akademien wird investiert,um gute Rahmenbedingungen zur Abwicklung der Lehrgänge gewährleisten zu können:Im heurigen Jahr sind es € 2,9 Mio. ■
75 Klipp September 2002 Orthopädisches Krankenhaus Theresienhof A-8130 Frohnleiten, Hauptplatz 3-5, Tel: 03126/4700-0, FaxDW: 565 E-Mail: info@theresienhof.at, www.theresienhof.at, www.osthera.at Ein Humanomed Krankenhaus • Konservative Orthopädie • Orthopädische Rehabilitation • Postoperative Remobilisation • Physikalische Medizin • Ambulante Therapie • OSTHERA – Zentrum für frühpostoperative Remobilisation ORTHOPÄDISCHES KRANKENHAUS Theresienhof GESUNDHEIT AUS
BESTEM HAUS
Die Steiermark setzt einen Schwerpunkt in derAusbildung von Gesundheits- und Krankenpflegeberufen. Aufgrund der qualifizierten Schulung und dem starkenTrend jun-
den Gesundheits- und Krankenpflegeschulen des Landes sowie den medizinisch-technischen Akademien zu Lehrgangsbeginn zur Verfügung. Zum Vergleich: Die Fachhochschule Joanneum
Run auf Ausbildungsplätze des Landes in Gesundheitsberufen
ger Menschen,einen Gesundheitsberuf ergreifen zu wollen, ist die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen groß. Gesundheitslandesrat Günter Dörflinger:„Wir sind sehr stolz auf den Erfolg und das positive Image unserer Schulen und Akademien. Durchschnittlich haben wir dreimal so viele Bewerbungen, wie Ausbildungsplätze vorhanden sind.“
Insgesamt stehen in der Steiermark 626 Ausbildungsplätze in
bietet 2002 662 Anfängerstudienplätze an. Zur Zeit absolvieren rund 2000 Studierende diese Einrichtungen. Für den Studienbeginn im Wintersemester 2002 wurden weitere 570 BewerberInnen berücksichtigt. Angemeldet haben sich 1.599 Personen,wobei vor allem derAndrang auf einen Studienplatz an der Akademie für Physiotherapie am LKH Graz (9-mal so vieleAnmeldungen wie verfügbare Ausbil-
dungsplätze) und an der Hebammen-Akademie (7-mal mehr BewerberInnen als freie Ausbildungsplätze) besonders groß ist.
Die Berufschancen auf dem Arbeitsmarkt sind fürAbsolventInnen der Gesundheits- und Krankenpflegeschulen aussichtsreich.AlleininderKAGes(Steiermärkische Krankenanstalten Gesellschaft) sind 5.515 Personen im Pflegedienst,2.505 im Sanitätshilfedienst und 1.143 Berufstätigeingehobenenmedizinisch-technischen Diensten tätig. Für Diplomkrankenpfle-
ger und -Schwestern sindmit Stichtag 31. Juli 2002 34 freie Stellen gemeldet, für medizinisch-technische Fachkräfte 30,eine für Diätassistentin und 54 für nicht diplomierte KrankenpflegerInnen.
Nicht nur die inhaltlicheAusbildung,die auf einem hohen Standard steht,soll weiter schwerpunktmäßig im Gesundheitsressort des Landes ausgebaut werden,auchindieInfrastrukturder Schulen und Akademien wird investiert,um gute Rahmenbedingungen zur Abwicklung der Lehrgänge gewährleisten zu können:Im heurigen Jahr sind es € 2,9 Mio. ■
75 Klipp September 2002 Orthopädisches Krankenhaus Theresienhof A-8130 Frohnleiten, Hauptplatz 3-5, Tel: 03126/4700-0, FaxDW: 565 E-Mail: info@theresienhof.at, www.theresienhof.at, www.osthera.at Ein Humanomed Krankenhaus • Konservative Orthopädie • Orthopädische Rehabilitation • Postoperative Remobilisation • Physikalische Medizin • Ambulante Therapie • OSTHERA – Zentrum für frühpostoperative Remobilisation ORTHOPÄDISCHES KRANKENHAUS Theresienhof GESUNDHEIT AUS
BESTEM HAUS
Es ist das teuerste, lauteste und obendrein technisch rückständigste Motorrad der Welt – und ist heuer hundert Jahre alt. Anfang September trafen sich wieder Tausende, die der „Religion
Leben & Leute
Steiermark führt. Er ist praktisch „seit er denken kann“ mit dem Harley-Fieber infiziert („Das Besondere daran ist das einmalige Fahrgefühl“) und leitet das Geschäft seit 1986. Wer bei ihm arbeitet, ist ebenfalls bereits infiziert. „Nur unser Jüngster, Mechanikerlehrling Patrick Konrad, hat neben Motorrädern noch Zeit für seine zweite Leidenschaft Fußball“, lächelt der Harley-Boss. Und weiß: Der Fußball hat sein Spiel schon verloren ...
Schratter, übrigens promovierter Psychologe, ist beim Faaker Treffen mit zwei Ständen vertreten. Er verkauft dort „Harley“-Zubehör – und das geht weg wie ein „kühles Blondes“. Apropos: Das Feiern kommt in Faak natürlich auch nicht zu kurz. Jeden Abend gibt’s Live-Musik, Party bis in die Morgenstunden ist angesagt.
DieseArt von Event freilich erfreut nicht jeden Besitzer eines knatternden Monsters aus Stahl, Chrom und Leder. „Jagawirt“-Chef Werner Goach, der erst vor vier Jahren vom BMW-Reiter zum Harleyaner mutierte, meint:
HD“ verfallen sind, am kärntnerischen Faaker See. Bei solchen Gelegenheiten wird sogar ein Wellnessund Genießerhotel wie der „Karnerhof“ zum Heimatschloss der Herren der chromblitzenden Rösser.
Wobei: Angst braucht vor den „Wilden mit ihrer Maschin’“ natürlich keiner zu haben. „Das sind bei Gott keine Rowdies“, so „Karnerhof“-Lady Elke. „Wir freuen uns jedes Jahr schon aufs Treffen.“
Harley Davidson-Fahrer sind heutzutage Menschen wie du und ich – egal ob Finanzminister, Radio-Talkerin, Rechtsanwalt oder Bauarbeiter – unsere Kunden finden sich in jeder Schicht“, weiß HarleyPressesprecher Rudolf Herzig. In der Steiermark gibt es ganz genau 812 „Easy Riders“ – plus ein paar, die sich ihr heißes Eisen selbst aus Übersee importiert haben. Viele davon besuchten natürlich auch das Treffen in Faak.
Ein Fixstern dabei: Der Grazer „Harley-Händler“
Dr. Josef Schratter, der am Karlauergürtel den einzigen Shop dieser Art in der
Legende feiert Hunderter
Zum hundertsten Geburtstag der Harley Davidson trafen sich Tausende Motorrad-Freaks in Kärnten. Auch unzählige Steirer reiten ihre Maschinen zum Faaker See.
„Das ist nicht meine Welt. Ich bin kein Fransen-Fan.“ Trotzdem rückt er nicht immer alleine auf einen weiten Ritt in die Südsteiermark oder die Wildalpen aus: „Meine Frau Maria ist oft dabei, immer wieder auch Gäste.“ Vor knapp einem Monat gab’s sogar einen Familienausflug. Sohn Peter (Chef des „Steirerstöckls“ in Wien) kam gemeinsam mit Freundin Claudia Stöckl – und dann wurde gecruist. Kein Wunder, dass jetzt auch schon Ö3-Frühstückerin Stöckl vom „Harley“Virus gefangen ist.
Nur keine Vorurteile!
Familienausflüge mit der „Harley“? Das passt ja überhaupt nicht zum Image der angegrauten Protestgeneration (Motto: „Der Motorradfahrer sieht ja aus wie Peter Fonda in ,Easy Rider!“) – und das ist wohl gut so. Denn die „Harley“-Verkaufszahlen schnellen in letzter Zeit in die Höhe, sie ist eine echte „Cash Cow“ geworden: „Obwohl der Gesamtmarkt im ersten Halbjahr um elf Prozent zurück ging, konnte wir unseren Umsatz um sieben Prozent steigern“, frohlockt Herzig. Die Kurve zeigt nach oben, denn das Durchschnittsalter der Käufer liegt bei Anfang 40. „Viele
76 Klipp September 2002 Hintergrund Medien Kultur Leben & Leute
Auch Ehepaare begeben sich auf einen Harley-Ritt
Fotos:MaroundPartner, Harley Davidson, Klipp
von Bernd Hadler
unserer Kunden sind finanziell gut gestellt,nehmen sich die Harley als Hobby.“
Bei Josef Schratter in Graz wurden sogar schon Radio- und Fernsehstars vorstellig. So finden sich in seiner Kundenkartei die beiden „Ö3-Wecker“ Harry Raithofer und Robert Kratky, Formel1-Dampfplauderer Heinz Prüller oder Showmaster „Gaudimax“ Harald Prünster. Zum erlesenen Kreis der heimischen „Harley“-VIPs zählt aber auch Ex-Sturmkicker Markus Schopp. Der Brescia-Legionär
Ballonfahren
Das besondere Erlebnis
„Harley“-Schwindlerin:
Zierler auf www.klippmagazin.at aufgedeckt
„Harley“ fahren ist heute „in“,ist gut fürs Image. Das dachte sich wohl auch die steirische FPÖ-Nationalratsabgeordente Theresia Zierler und ließ sich für eine großflächige „Harley Davidson“-Geschichte eines Wiener Wochenmagazins im wahrsten Sinne des Wortes formatfüllend ins Bild bringen.
genießt jetzt eben die italienischen „stradas“ und ist das beste Beispiel für die immer jünger werdenden „Reiter“.
Apropos
Italien:
Dorthin fuhr auch
ORF-Mann
Klaus Edlinger einmal zu einem „Harley“-Treffen. Der ehemalige „Steiermark
Einen Haken hat die Sache freilich:Wer sich das Foto genau ansieht, merkt,dass die Polit-Lady gar nicht auf einer „Harley“ sitzt! Nein, ihr Motorrad ist eine „Kawasaki“ – die hat zwar auch zwei Räder, aber sonst mit der legendären „Harley Davidson“ nichts gemein! ■
heute“Sprecher ist übrigens der beste Beweis dafür, dass man von der „Harley“Sucht nie mehr losk ommt.
Letzten
Herbst hatte der begeisterte „Fat Boy“ seinen dritten schwe-
ren Unfall („Immer unschuldig!“). Noch im Spitalsbett beschloss er:„Jetzt ist Schluss damit – diese Unfälle sind ein Fingerzeig Gottes!“ und verkaufte seine Maschine noch im Krankenhaus. Doch bereits im heurigen Frühjahr begann es ihn zu jucken:„Die Monate März bis Mai waren bei mir von schwerem Herzweh geprägt.“ Und mittlerweile weiß er:„Ich lege mir sobald wie möglich eine neue zu.“ ■
Ihr Luftfahrtunternehmen,die FLAGGL BALLOONING GmbH,ist ansässig in Stubenberg am See. Das Startgelände befindet sich vor dem Barockschloss in Schielleiten,von wo Sie ganzjährig „in die Luft gehen können“,um unvergesslich schöne Eindrücke zu sammeln.
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Das Heißluftballon-Event in derSteiermark!
Vom 14. – 21. September 2002 werden wieder 35 internationale Ballonteams den Himmel um den Stubenbergsee bevölkern. Gestartet wird täglich bei Ballonfahrerwetter um ca. 7.30 Uhr in der Früh oder um 16.30 Uhr am Nachmittag.
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77 Klipp September 2002
Tausende „Harley Davidson“-Fahrer trafen sich Anfang September am Faaker See
Was gibt es Reizenderes, als ein Mädchen auf einem Motorrad?
Fahren, wo gehen unmöglich ist
Faszination Truck-Trial – EM Lauf in Zangtal
Nach fünf Jahren Zwangspause stand das GKB-Bergbaugelände Zangtal in Voitsberg endlich wieder im Mittelpunkt einer der spektakulärsten Motorsportarten. Die Elite der mutigsten Lastkraftwagenkapitäne Europas zeigte eindrucksvollen Geländesport vom Feinsten bei den Läufen zur Europameisterschaft im Truck-Trial. Mit Rudi Reicher als Lokalmatador.
50 Teams in 7 Klassen (5 seriennahe und 2 für Prototypen) treten bei diesem Bewerb gegeneinander an.
Das Gelände in Zangtal gilt bei vielen Teilnehmern als „Strecke des Schreckens“. Die zu meisternden Geländepassagen waren teilweise spektakulär.
Gefahren wird auf Abraumhalden mit taubem Material aus dem Tagbau Oberdorf - das manchen weniger routinierten Fahrer vor Probleme stellt. Vor allem bei Regen ist der Untergrund extrem rutschig.
Lokalmatador Rudi Reicher jun.:„Endlich wieder haben wir ein anspruchsvolles Gelände im eigenen Land zur Verfügung. Alle hoffen,dass es nun wieder jährlich zu einem Lauf in Voitsberg kommt.“
Udo Heidenreich (D),der bereits als Europameister in der Klasse S3 feststeht – er hat heuer alle sechs bisherigen Läufe gewonnen – zum Gelände:„Es ist einfach eine Wucht,hier zu fahren. Im ganzen EM-Zirkus haben wir kaum ein vergleichbares Gelände und wir hoffen
Klipp September 2002
F otos:Helmut Kolaric
Ein Gustostück für Kenner ist diese Verschränkungssituation der Achsen des russischen ZIL 131 von Lokalmatador Rudi Reicher an einer schwierigen Geländestufe
Schrägfahrt im Steilhang auf lockerem Untergrund – eine der schwierigsten und mitunter auch gefährlichsten Situationen im Trial Sport – meistert Reicher hier eindrucksvoll
alle,dass Zangtal wieder zum Fixpunkt der EM wird!“ Der frühere Dauereuropameister Frank Langenberg (NL) legt nach:„Zangtal war immer schon ein schwieriges Terrain und ich fühle mich hier wohl. Es ist eine Herausforderung, hier zu fahren.“ Langenberg ist trotz seiner Behinderung,einer halbseitigen Lähmung,ein Urgestein in der Szene,Publikumsliebling und seit der ersten EM mit dabei.
Truck-Trial-Chef Charly Alfers zeigte sich ebenso begeistert vom gesamten Umfeld,das unter Mitwirkung von Voitsbergs
Bürgermeister Ernst Meixner, einem absoluten Motorsportfan, geschaffen wurde. Die Teams wurden im Volkshaus Voitsberg bewirtet und auch sonst unterstützte die Gemeinde den Veranstalter und die Teilnehmer in jeder Weise.
Für die heimischen Fans stand Publikumsmagnet und Lokalmatador Rudi Reicher jun. aus Voitsberg,der in der Klasse S3 der seriennahen Allrad-LKW startet,im Mittelpunkt. Applaus,Mitgefühl,Anfeuerung –alles gaben sie ihrem Lieblingsfahrer.
Reicher konnte nach einem verpatzen ersten Tag durch sensationelle Fahrweise am Abschlusstag noch den dritten Platz erkämpfen, während Langenberg trotz Spurstangenbruchs und improvisierter Notreparatur Zweiter wurde. Die Chance,alles schon vorzeitig klarzustellen,war damit vergeben. Jetzt liegen beide nach sechs EM-Läufen auf Platz zwei und müssen im letzten Lauf in Ungarn Nervenstärke beweisen. Die treue Fangemeinde hat al-
so noch einmal mitzuzittern, wenn ihr Rudi in Ungarn alles geben muss.
Was die Fans so besonders beeindruckt,ist die scheinbare Leichtigkeit,mit der Spitzenfahrer ihre tonnenschweren Brummis durch das Gelände jonglieren. Sei es,dass eine mehrere Meter senkrecht abfallende Geländestufe zu bewälti-
Rudi Reicher jun. (31),als Lokalmatador aus Bärnbach/Voitsberg mit großer Fangemeinde und zweiter der Europameisterschaftsgesamtwertung in der Klasse S 3.
„1993 kaufte mein Vater Rudi Reicher einen allradgetriebenen ZIL 131 (3-Achser,6,5 t, 180 PS) vom Bauunternehmer Josef Auinger in Oberösterreich und stieg ohne Zögern in den Truck-Trial Sport ein. Mit ihm mein Bruder Michael und ich.“
Sieht seine Konkurrenz nur mehr im Rückspiegel - Udo Heidenreich (D) ist der Schumacher in der Klas-
gen,oder ein Graben in extremster Schräglage - vielleicht sogar seitlich aufliegend – zu passieren ist,die Gustostückerl fahre-
Reicher sen. gewann viele Läufe,war 1995 Europameister und Rudi jun.Vize. Mittlerweile haben Vater und Bruder Michael den Sport an den Nagel gehängt. Rudi übernahm Werner Medwed als Beifahrer vom Herrn Papa und fuhr beständig auf vordere Plätze. 2000 und 2001 schaffte er jeweils den dritten Platz in der Jahreswertung. ■
79 Klipp September 2002
Das russische URAL Werksteam Valeri Kniatev und Ivan Bolotov klettert behäbig aber sicher den mit mannshohen Löchern überzogenen Abhang hinunter.
se S 3: 6 Rennen, 6 Siege
Die aus NATO-Beständen stammende Gama Goat von Frank Langenberg wird oft unterschätzt und ist bei den Fans ein beliebtes Fotoobjekt
Josef Auinger und Fritz Holub aus Niederösterreich haben die EM in der Prototypenklasse P2 in Zangtal bereits frühzeitig klar für sich entschieden
rischen Könnens sind vielfältig. Haben Sie schon einen umgefallenen LKW gesehen,der sich selbst wieder aufrichtet?
Als ob es noch nicht schwer genug wäre,Steilhänge und Kuppen zu befahren,auf denen ein sportlicher Mensch zu Fuß nicht mehr weiter kommt,stellt das
Peter und Markus Niedergesäss (D) zeigen an dieser extremen Geländekante meisterliches Geschick. Sie gehören zu den Top Teams der Klasse S4
Technische Gustostückerl
umfangreiche und für Laien nicht immer leicht nachvollziehbare strenge Regelwerk die meist noch größere Hürde dar.
Erst einmal gibt es die Einteilung in seriennahe Fahrzeuge und weiters die Prototypen. Die einzelnen Klassen werden nach Spurweite und Achsabstand zwischen erster und letzterAchse definiert.Allrad ist logischerweise Grundvoraussetzung. Bei den seriennahen Klassen ist bis ins kleinste Detail geregelt, welcheVeränderungen am Fahrzeug zulässig sind. Bei den Prototypen ist so ziemlich alles erlaubt,was technisch machbar,aber auch sicher ist. Einzelradlenkung/-bremsung, hydraulisch verstellbare Stoßdämpfer bzw. heb- und senkbare Achsen,den Spielereien sind kaum Grenzen gesetzt. Allen Klassen gemeinsam sind strengste Sicherheitsvorschriften. Überrollkäfige,Hosenträgergurte,Sturzhelm,Feuerlöscher,Notausschalter für die Elektrik und vieles mehr wird vorgeschrieben und strengstens kontrolliert.
Millimeter entscheiden über den Sieg
Das jeweilige Wettbewerbsgelände wird in abgezäunte Sektionen gegliedert. Innerhalb
der Sektionen sind Tore,bestehend aus jeweils zwei Stangen, gesteckt,welche zu durchfahren sind. Die Tore sind zusätzliche Erschwernisse,weil sie den Fahrer dazu zwingen,Geländepassagen nicht immer in der Ideallinie zu passieren. Die Folge sind oft umständliche Fahrmanöver,manchmal auch Rückwärtsfahren. Dabei dürfen die Torstangen weder berührt noch umgeworfen werden. Das bringt Fehlerpunkte,genauso wie falsch durchfahrene oder nicht passierte Tore,zu langes Anhal-
Defekte und Reparaturen im Gelände sind an der Tagesordnung. Der Teilnehmer freut sich über das Hilfsangebot eines Kontrahenten
Improvisation pur: Eine Gripzange hält die gebrochene Spurstange zusammen. Die Notlösung hielt und Frank Langenberg schaffte so den zweiten Platz in Zangtal
Voitsbergs Bürgermeister Ernst Meixner denkt schon jetzt über das nächste Jahr nach. Wenn alle mitspielen, kann er den Wunsch des Veranstalters der EM für einen Fixtermin erfüllen. Die Region und die Fans würden es zu danken wissen
Nicht nur die Fahrer hatten nach dem nächtlichen Regen zeitweilig Probleme mit dem Untergrund. Auch das Publikum war mit festem Schuhwerk gut beraten
ten oder Fahrtrichtungsänderungen. Ein oberes Zeitlimit ist einzuhalten und richtet sich nach der Anzahl der Tore. Oft entscheidet eine einzige Lenkbewegung,ob der Radius einer Kurve das Passieren eines Tores erlaubt oder nicht. Ein paar Millimeter Abweichung von der Ideallinie oder nachgebender Untergrund können den Sieg kosten.
Ein zeitaufwendiger Sport
Das Lager der Truck-Trial-Teilnehmer ist bunt gemischt. Da gibt es jene,die den letzten Cent zusammenkratzen um sich die EM-Teilnahme leisten zu können,aber auch Werksteams (Russland mit MAZ,Tschechien mit PRAGA).
Sieben Läufe,verteilt auf ganz Europa (A/D/F/H/S),sind zu bestreiten. Zwei Wettbewerbstage sowie An- und Abreise – oft werden die Trucks auf Tieflade-
80 Klipp September 2002 Politik Wirtschaft Hintergrund Medien Kultur Leben & Leute
Viele Kinder waren unter den begeisterten Zusehern
Kaum vorstellbare Steigungen werden in jeder Fahrtrichtung bewältigt. Oft kommen die Zuschauer aus dem Staunen nicht heraus, wenn die Profis mit Mut und Geschick scheinbar alles riskieren
rn herangeschafft,manche fahren per Achse durch ganz Europa – fallen pro Lauf als Zeitaufwand an. Umbauten, Sicherheitstechnik,Ersatzteile und andere Kostenpositionen nagen an der Geldbörse jedes Teilnehmers.
Viel in der Freizeit
Mit dem Kauf eines meist ausgedienten Allrad-LKW beginnt auch eine sehr zeitintensive Arbeit.Auf Grund des Reglements sind diverse Sicherheitselemente einzubauen. Serienmäßige Fahrwerke sind zu verbessern, Motoren neu aufzubauen und zu tunen,Gewicht ist abzuspecken. Reichers LKW wurde über die
Jahre hinweg immer wieder modifiziert. „Mehrere tausend Arbeitsstunden stecken da auf Jahre verteilt drinnen. Einmal haben wir den ZIL auch schon komplett neu aufgebaut – seitdem ist er auch weiß lackiert.“ erzählt Rudi.
Im Bauunternehmen des Vaters steht eine Werkstatt zur Verfügung,wo er mit seinem Beifahrer und Mechaniker regelmäßig werkt. Nach jedem Lauf muss der LKW genau durchgeprüft werden,Grundreinigung und –service sind zu machen (Lager und Gelenke kontrollieren,Öle tauschen etc.).
Sofern sich im Bewerb herausgestellt hat,dass eine technische Verbesserung notwendig ist,
muss diese umgehend erfolgen. So kommen in manchem Jahr auch noch einige hundert Arbeitsstunden dazu. Über die Kosten schweigt sich Rudi aus: „Kann ich nicht sagen,denn es ist alles in der Freizeit und die Teile werden unter Insidern privat verkauft,das kommt aus der eigenen Tasche und da gibt es keine Aufzeichnungen.“ Einige Tausender werden es aber schon sein,vor allem,wenn ein gröberer Defekt oder Überschlag passiert.
„Für die Bewerbe nehmen fast alle Fahrer Urlaub und meist sind zwei Läufe an aufeinander folgende Wochenenden angesetzt. Nur so können Amateure noch mitfahren. Für gesponerte Fahrer und die Werksteams ist das alles kein Problem.“ Sie kommen mit eigenem Mechanikerteam,Tiefladern,Werkstattwagen – ein Budget jenseits von 100.000,- Euro ist sicher nötig,während die Edelamateure mit Schlafsack und Werkzeugkiste perAchse anreisen. ■
Ganz schön sportlich müssen auch die Streckenkommissäre sein, denn zwei Tage lang sind sie ständig direkt neben oder hinter den Trucks her, um jeden kleinen Fehler zu sehen und zu dokumentieren
Grund zum Strahlen hatte Rudi Reicher (im Hintergrund Beifahrer Werner Medwed) am zweiten Wertungstag. Er konnte einige Plätze durch souveräne Fahrweise aufholen
Welche extremen Geländekanten zu bewältigen sind, zeigt dieses Bild besonders deutlich. Unten versucht Rudi Reicher die Ideallinie zu erspähen, der Beifahrer des Kontrahenten Frank Langenberg hingegen ahnt Böses. An diesem Punkt wird in ein paar Minuten die Spurstange ihres Fahrzeuges zu Bruch gehen, während Reicher die Passage im Retourgang problemlos schafft
81 Klipp September 2002
V. l. n. r.: Bürgermeister Ernst Meixner, Werner Medwed, Rudi Reicher, Udo und Beate Heidenreich (D), Frank Langenberg und Jaap Lommert
Medien
chen zu helfen – im Rahmen ihrer Mittel. Mehrmals im Jahr fliegt Renate Prexl hinunter und bringt Hilfsgüter,Kleidung,medizinische Geräte („Nichts zu Modernes,das funktioniert unten ja nicht!“),Bettwäsche, Spielzeug. Vor allem zwei Projekte werden dabei besonders gefördert und unterstützt.
Menschen ohne Zukunft
Nummer eins ist die Hospiz von Schwester Benedikta aus dem Mutter-Theresa-Orden. Sie kümmert sich mit acht bis zehn Mitschwestern darum,dass rund
Äthiopien? Ein alter Hut! Ja, alle sind arm. Und ja,dort ist fast immer Krieg. Aber irgendwie hat sich die westliche
Welt bereits an diesen Dauerzustand gewöhnt und gelernt damit zu leben. Und zu ignorieren. Nicht so das Ärzte-Ehepaar Hans-Jürgen und Renate Prexl. Er ist Primarius undVorstand der
65-MillionenEinwohnerstaat Äthiopien. Hier haben Kinder mit fünf Jahren bereits Greisen-Gesichter,hier wurden die Wälder fast vollständig gerodet,hier gibt es weder ein Straßennetz noch Schulpflicht. DieAnalphabetenquote wird mit
Das Grauen hat einen Namen: Beschneidung! Das ganze Dorf kommt bei den Misshandlungen junger Mädchen zusammen
700 Aidskranke täglich hier in ein würdiges Sterben begleitet
Projekt Nummer zwei ist dasAttat-Hospital,ungefähr 150 Kilometer von der Hauptstadt entfernt. Der Engel vor Ort heißt Schwester Rita Schiffer. Schiffer? Da klingelt es doch – und wirklich:Schwester Rita Schiffer ist die Cousine von Claudia Schiffer,dem deutschen Supermodel. Es klingt beinahe pervers:Claudia hat noch keinen Euro für ihre Cousine gespendet, geschweige denn sich die Lage einmal persönlich angesehen. „Sie will mit diesem ganzen Schmutz nichts zu tun haben“, zuckt Renate Prexl mit den Schultern.
Ganz im Gegensatz dazu steht bekanntermaßen Ex-Filmstar
Steirischer Wassertropfen auf heißen Steinen
Ein Voitsberger Ärzte-Ehepaar hilft den Ärmsten der Armen in Äthiopien. Dabei arbeiten sie auch mit der Cousine von Claudia Schiffer, Schwester Rita, zusammen. Das deutsche Supermodel hat sich jedoch noch nie blicken lassen.
chirurgischen Abteilung am LKH Voitsberg,sie Oberärztin derselbenAbteilung. Tag für Tag sehen sie steirische Schicksale, Verletzungen und Tragödien –doch seit sie vor drei Jahren begonnen haben,sich intensiv mit Äthiopien zu befassen,sagen sie:„Armut gibt’s bei uns nicht!“
Nein,die Armut ist woanders zu Hause. Und zwar vor allemim
70 % angegeben. Der Großteil der Bevölkerung ist krank,nagt am Hungertuch und hat keine Zukunft. Ein kleiner Krieg bedeutet wenigstens Abwechslung und eine Mahlzeit täglich.Angst, im Kampf zu sterben haben die Einwohner nicht – ob zu verhungern oder erschossen zu werden ist auch schon egal.
Die Schwester und die „Ober-Schwester“: Benedikta vorm Theresa-Kalender
Hans-Jürgen und Renate Prexl versu-
werden. Außerdem hat sich Benedikta den Waisenkindern verschrieben.
Karlheinz Böhm,der bereits seit Jahren für die von ihm ins Leben gerufene Aktion „Menschen für Menschen“ rackert. „Jeder Euro, der für MfM (PSK-Konto 7.199.000,BLZ:60.000) gespendet wird,kommt an“, schwört Prexl. „Da geht nichts in der Verwaltung und dergleichen verloren.“ Und auch wenn Hilfe oft nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist – ein Tropfen ist besser als gar keiner!
Wer dem Ehepaar Prexl helfen will (Sachspenden!),meldet sich beim LKH Voitsberg unter 03142/ 201-225. ■
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Von Bernd Hadler
„Menschen für Menschen“-Initiator Karlheinz Böhm mit Renate Prexl
Die Armut ins Gesicht geschrieben – dieses Mädchen ist noch keine zehn Jahre alt ...
Kultu
Hans-Jürgen Prexl, Renate Prexl (3.v.l.) und Rita Schiffer (3.v.r.), die Cousine des deutschen Top-Models
Trainerstunde für Anfänger
Aller Anfang muss nicht schwer sein
Bei langen Drives auf den Schläger konzentrieren
Neugolfer haben Schwierigkeiten sich vorzustellen,wie sich ihr Schläger im Schwungablauf verhält. Nur allzu viel ist das Gehirn damit beschäftigt,die Aufgaben von Armen,Kopf und Rumpf zu überwachen. In diesem Fall sinkt die Schlagweite. Damit die Gesamtheit des Schwungs nicht in eine Sammlung von Gedankenfragmenten zerlegt wird,empfehle ich Ihnen sich darauf zu konzentrieren,was Ihr Schläger macht.
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Versuchen Sie es einmal mit dieser Übung,wenn Ihre Abschläge nicht so weit sind,wie Sie es gern hätten. Teen Sie Ihren Ball auf und setzen Sie ein zweites Tee rechts davon,etwa 30 Zentimeter entfernt und fünf Zentimeter näher zum Körper,innerhalb der Ziellinie.
Beim Schwung hinab versuchen Sie, dieses zweite Tee zu köpfen,bevor Sie den Ball treffen. Mit dieser Übung stellen Sie sicher, dass Sie mit dem Schläger von innen an den Ball kommen und die Schlagfläche leicht geschlossen ist. Das ist die Formel für mehr Weite und eine bessere Kontrolle. Der Schlag wird damit zu einem langen Draw,das heißt,der Ball beschreibt einen Bogen von rechts nach links und bekommt einen weiten Auslauf. Also,alles Gute beim Üben! ■
Wenn man bei dieser Abschlagübung den Schläger von innen an den Ball heranführt, wird der Schlag gerade und länger
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21 Techniken,um alle Einwände wirksam und flexibel zu behandeln
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Sie dachten schon: „Jetzt kann ich verkaufen!“ – Aber verflixt, nun steht ein Einwand zwischen Ihnen und dem Abschluss. Jetzt beginnen Sie zu kämpfen,bringen die besten Argumente,und je mehr Sie den Kunden überzeugen möchten, desto mehr entfernt er sich emotional von Ihnen und demAbschluss.
Heutzutage wird es immer wichtiger,dass Sie Einwände richtig behandeln. Wie reagieren Sie zum Beispiel auf „Zu teuer!“ und andere Einwände? ■
DJ Ötzi – Today is Your Day
Mein Weg zu Glück und Erfolg
Lesestoff
Gerry Friedle,Edi Ehrlich/NP Gerry Friedles Geschichte ist unvergleichlich und bewegt die Menschen! Keiner bedient das Klischee „vom Tellerwäscher zum Millionär“ wie er. Gerrys Kindheit und Jugend war beinahe unerträglich hart. Er war obdachlos und musste eine Krebskrankheit überwinden. „Eines Tages hab ich mir gesagt:Ich beginne mein Leben zu ändern. Ich beginne mich zu öffnen und zu lernen. Aber nicht nur von den anderen, sondern auch von mir selbst und am meisten von meinen Fehlern.“ ■
Rendezvous im Reagenzglas
Von Männern,Frauen und der Sexualität im 21. Jahrhundert
Robin Baker,Evolutionsbiologe und Autor des Bestsellers „Krieg der Spermien“ / Bastei Lübbe Die Liebe zu Zeiten der unbegrenzten Möglichkeiten. Die moderne Medizin überwindet immer mehr biologische Grenzen. Zeugungsunfähigkeit oder Unfruchtbarkeit wird es in naher Zukunft nicht mehr geben. Leihmutterschaft,künstliche Befruchtung,das Kaufangebot wertvoller Gene – all diese Möglichkeiten werden auch unsere Sexualität verändern. Die Frage ist nur, wann,wie und in welchemAusmaß ... ■
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„8 Frauen“…
… ist ein brandneuer französischer Film. Der Regisseur und Drehbuchautor Francois Ozon serviert einen köstlichen Cocktail aus klassischem Krimi mit der Frage „Wer ist der Täter?“, bissiger Komödie und kitschigem Melodram. Die Besetzung ist traumhaft. Die acht Damen sprühen vor Charme und Bosheit,bekämpfen sich mit Pistolen,Messern,Flaschen und verbalen Giftspritzen. Es ist ein Film,der mit folgenden Prädikaten beschrieben wird:perfekt, stilsicher,antinaturalistisch,zitatenreich und durch und durch
originell.
Frankreich in den 50ern. In einer verschneiten Villa trifft sich eine Großfamilie,um Weihnachten zusammen zu verbringen. Aber statt eines schönen Abends findet man das Familienoberhaupt ermordet unter dem Weihnachtsbaum. Die Mörderin kann nur eine der 8 Frauen sein. „8 Frauen“ wurde auf der Berlinale mit dem Silbernen Bären für die herausragende Leistung des Schauspielerensembles ausgezeichnet. ■
Augarten KIZ
„One,two,three“…
… Absolutes Meisterwerk von Billy Wilder als Drehbuchautor und Regisseur mit James Cagney,Liselotte Pulver und Horst Buchholz in den Hauptrollen. Der Film wurde in Berlin 1961,vor dem Bau der Mauer,gedreht. Es ist eine provozierend aggressive Geschichte,in der drei Nationalitäten und Gesellschaftssysteme im besetzten Berlin der Nachkriegszeit aufeinander treffen:Deutsche,
Amerikaner und Russen. „Das Bildformat ist seriös,der Rest des Films schräg,grell,verzerrt, zotig,ein Galopp in hinreißend schlechtemGeschmack,bestückt mitKnallköpfen undKlischees“, steht im Kinoprogramm,und noch dazu:„Schläge nach ringsum,immer über die Gürtellinie und haarscharf ins Schwarze:gegen Ostund Westdeutsche,korrupte Russen und brutale Ami-Kapitalisten.“ ■
85 Klipp September 2002 Trailer Heute schon gut gekauft??? Island PC System nur bei Gösta Pongratz Acer Aspire 1300XC Notebook Mobile Athlon 1400 256 MB SD-RAM 20 GB Festplatte 14,1“ TFT Display, DVD/CDRW Combo 16 MB Grafikkarte, 56k Modem, 10/100Mbit LAN, 16bit Sound u. Boxen, Win XP Home Miditower ATX 300W • Asusl A7S333 Mainboard • AMD Athlon 1800 CPU • 256 MB DDR-RAM Pc266 • 60,4 GB 7200 Festplatte • 16x DVD-ROM und Floppy • Concept Ti4200 Grafik 64 MB • Tastatur und Mouse • Ac97 Sound und Boxen • LiteOn CD-Writer 40/12/48 ATAPI • 17“ Hyundai B790 + Monitor • HP DeskJet 656C Drucker • Windows XP Home € 1.050,AMD Athlon XP 1800 € 1.450,gösta Irrtümer / Preisänderungen vorbehalten.Angebote gültig solange der Vorrat reicht. Gratis-Kundenparkplätze findenSieimHofvor!P COMPUTER Computer: Karlauer Straße 1-3 Tel. 71 67 11, Fax DW 4 Infos, Preise, Hersteller-Links www.goesta.at ´s
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