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Dr. Johannes Hütte

Geschäf tsf ühr er

Dr. Helmut Middeke

Medi z i ni scher Geschäf t sfü hr er

Klinikum Lippe Detmold Röntgenstr. 18, 32756 Detmold

Tel. 05231 . 72-0

Fax 05231 . 72-1403

Klinikum Lippe Lemgo Rintelner Str. 85, 32657 Lemgo Tel. 05261 . 26-0

Fax 05261 . 26-4280

Klinikum Lippe Bad Salzuflen Heldmanstr. 45, 32108 Bad Salzuflen

Tel. 05222 . 36889-4401

Fax 05222 . 36889-4402


Kliniken für Innere Medizin

Frauenheilkunde, Kinder- und Jugendmedizin

K ardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin Sekretariat 05231 . 72-1181, Fax 72-1214

Prof. Dr. Stephan Gielen 

Detmold

Frauenklinik

Prof. Dr. Andreas Luttkus

Detmold Lemgo

Prof. Dr. Thomas Brune

Detmold

Kinderchirurgie

Dr. Rolf-Peter Möritz

Detmold

Kinder- und Jugendpsychiatrie

Dr. Dr. Ulrich Preuss

Bad salzuflen

Angiologie Dr. Dirk Härtel

Geburtshilfe Prof. Dr. Andreas Luttkus

Dr. Rainer Högel

Sekretariat 05231 . 72-1246, Fax 72-1356 Gastroenterologie, Stoffwechsel- und Infektionskrankheiten

Sekretariat 05231 . 72-1171, Fax 72-1035

Sekretariat 05261 . 26-5371, Fax 26-4641 Hämatologie und Onkologie

Sekretariat 05261 . 26-4123, Fax 26-4152

Detmold

PD Dr. Johannes-Josef Tebbe  Detmold Lemgo

Endoskopie, Endosonographie, sonographie Dr. Heiko Schlieker

Pneumologie und Beatmungsmedizin

Sekretariat 05261 . 26-4621, Fax 26-4653

Kinder- und Jugendmedizin

Sekretariat 05231 . 72-3171, Fax 72-3172

Neuropädiatrie Dt. Günther Golla

Sekretariat 05231 . 72-3171, Fax 72-3172

Dr. Michael Weber 

Lemgo

Prof. Dr. Frank Hartmann

Lemgo

Sekretariat 05222 . 36889-4401, Fax 36889-4402

Prof. Dr. Ulrich Schäfer

Lemgo

R a d i o l o g i e , N u k l e a r m e d i z i n , L a b o r , H yg i e n e , Pat h o l o g i e Radiologie

N e u r o l o g i e u n d G e r i at r i e Prof. Dr. Christoph Redecker

Lemgo

Geriatrie

PD Dr. Bernd Wedmann

Lemgo

Sekretariat 05261 . 26-4176, Fax 26-4104

Sekretariat 05261 . 26-4771, Fax 26-4773

Geriatrische Tagesklinik Dr. Christof Gründges Fon 05222 . 982-1701Pn

Bad Salzuflen



Detmold Lemgo

Kinderchirurgie Dr. Rolf-Peter Möritz

„Von Mensch zu Mensch bedeutet für mich, alle meine Handlungen in die Dienste des Patienten zu stellen und mich selbst zurückzunehmen.“

Urologie

Gesundheitshelferin

Dr. Alfons Gunnemann

Sekretariat 05231 . 72-1491, Fax 72-1476 GefäSSchirurgie

Prof. Dr. Masoud Mirzaie

Sekretariat 05261 . 26-4142, Fax 26-4669

Anästhesie und Operative Intensivmedizin

Snjezana Kukec-Vetter,



Nuklearmedizin

PD Dr. Eva Fricke

Lemgo

L aboratoriumsmedizin und Mikrobiologie

PD Dr. Jens Gieffers

Detmold

Hygiene

PD Dr. Jens Gieffers

Detmold

Pathologie

PD Dr. Torsten Hansen

Detmold

PD Dr. Dr. Alireza Ghassemi

Detmold

Dr. Ulrich Giers, 

Detmold

PD Dr. Manfred Pilgramm, 

Detmold

Sekretariat 05261 . 26-4116, Fax 26-4108

Sekretariat 05231 . 72-3451, Fax 72-3502

Lemgo

Klinikum Lippe, Lemgo Sekretariat 05261 . 26-4076, Fax 26-4635

Unfallchirurgie Dr. Hinrich Muhle



Prof. Dr. Cyrus Klostermann

Sekretariat 05231 . 72-2401, Fax 72-2402 Dermatologie

Sekretariat 05231 . 72-2050, Fax 72-2054t

Chronische Wunden Uwe Riedel

HNO

Dr. Ulrich Giers Praxis 05231 . 30900

Dr. Sören Chr. Egger Praxis 05231 . 926780

Praxis 05231 . 6178-0

Dr. Sören Chr. Egger

Dr. Martin Zörlein,

Dr. Guido Pilgramm

Detmold Lemgo

Neurochirurgie

Peter Volkmann, 

Praxis 05231 . 9102-190

Detmold

Dr. Robert Luckner



K o mp e t e n z z e n t r e n

FuSSchirurgie Dr. Ulrich Pollmeier

Pl astische, Ästhetische und Handchirurgie

Augenheilkunde

Detmold Lemgo

TraumatologiE Dr. Hansjörg Weihe, Dr. Heinrich Rewitzer

Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie

Praxis 05231 . 35000

Klinikum Lippe, Detmold Sekretariat 05231 . 72-1160, Fax 72-1169

Endoprothetik Dr. Hans-Gottfried Braun

Prof. Dr. Stefan Grond 

Detmold

Klinikum Lippe, Lemgo Sekretariat 05261 . 26-4156, Fax 26-4636

Wirbelsäulenchirurgie Dr. Hansjörg Weihe

Lemgo

Klinikum Lippe, Detmold Sekretariat 05231 . 72- 2321, Fax 72-1034

Orthopädie und Unfallchirurgie

Dr. Van Khiem Tran

Belegärzte

Allgemeinchirurgie Dr. Jakob Dierksen

Detmold Lemgo

Klinikum Lippe, Detmold Sekretariat 05231 . 72-3171, Fax 26-4105

Thora xchirurgie Dr. Friedrich Schumm

Sekretariat 05261 . 26- 4491, Fax 26-4499

Sekretariat 05231 . 72-1231, Fax 72-3337 Prof. Dr. Wolfgang Hiller 

Klinikum Lippe, Detmold Sekretariat 05231 . 72-1151, Fax 72-1045

Dr. Matthias Schütz 

Klinikum Lippe, Lemgo Sekretariat 05261 . 26-4511, Fax 26-4640

Sekretariat 05231 . 72-1231, Fax 72-3337

K l i n i k e n f ü r Op e r a t i v e M e d i z i n Allgemein- und Viszeralchirurgie

Klinikum Lippe, Detmold Sekretariat 05231 . 72-1191, Fax 72-1207

Neuroradiologie

Neurologie

Klinikum Lippe, Lemgo Sekretariat 05261 . 26-4161, Fax 26-4651

Senologie Dorothe Düpont

Palliativstation Fon 05261 . 26-4940

Strahlentherapie



Gynäkologie Dr. Olaf Baumann

Elektrophysiologie Dr. Johannes Brockmeier Nephrologie

Klinikum Lippe, Detmold Sekretariat 05231 . 72-3141, Fax 72-3145

Dr. Janos Hankiss 

PD Dr. Helger Stege 

Detmold

Detmold

A d ip o sit a sze nt r u m A lte r sme d i z i n B r u st sc h mer zze nt r u m B r u st ze nt r u m Bauc h ze nt r u m

Sekretariat 05231 . 72-1151

G e le n k ze nt r u m

Sekretariat 05261 . 26-4074

Sekretariat 05231 . 72-1181

Sekretariat 05231 . 72-1491

G ef ä ßze nt r u m

Sekretariat 05261 . 26-4142

K ont i ne n zze nt r u m L u n g e n ze nt r u m Per i n at a l ze nt r u m P r o st at a ze nt r u m Wu nd ze nt r u m

(Zertifiziertes Viszeralonkologisches Zentrum)

Sekretariat 05261 . 26-4771 Sekretariat 05261 . 26-4083 Sekretariat 05231 . 72-1149

Zertifizierte Endoprothetikzentrum

Sekretariat 05261 . 26-4121 Sekretariat 05231 . 72-3141 Sekretariat 05231 . 72-1492

Sekretariat 05231 . 72–1360


Editorial

Liebe Leserinnen und Leser

W

as haben wir doch alle für Macken! Wir sind geschwätzig, schüchtern, laut, leise, unordentlich, penibel, schnell genervt oder provozierend gelassen. Na und? Wir müssen damit leben! Und nicht nur wir. Unsere Mitmenschen ertragen uns geduldig oder maulend – und wir sie. An kaum einem Ort wird dies so deutlich wie in einem Krankenhaus. Da sind Menschen krank und zuweilen verzweifelt. Sie sind auf die Hilfe und das Wissen anderer Menschen angewiesen. Diese Menschen wiederum müssen im Team funktionieren, die Patienten bestmöglich behandeln und dabei einen kühlen Kopf bewahren. Es ist eine Arbeit „von Mensch zu Mensch“. So lautet unser Leitbild am Klinikum Lippe. Und unter dieses Motto haben wir unsere Broschüre gestellt. Auf den folgenden Seiten menschelt es vielleicht ein bisschen mehr als Sie es von einem Geschäftsbericht gewohnt sind. Wir erzählen Ihnen Geschichten: Von der Herausforderung, 300 Flüchtlinge an einem

Abend zu untersuchen und wie daraus ein Erfolgsmodell wurde, für das sich sogar der Deutsche Bundestag interessiert. Von einer außergewöhnlichen Kooperation zwischen Klinikum und Hausärzten, die älteren Menschen eine bessere Betreuung in den eigenen vier Wänden ermöglicht. Von Spitzenmedizinern, die Strukturen geschaffen haben, damit ein kommunales Krankenhaus Patienten auf Uniklinikniveau behandeln kann. Und nicht zuletzt von unserer zuweilen unterschätzten Region, auf die wir Sie augenzwinkernd neugierig machen möchten. Wir alle haben unsere eigenen Interpretationen des Leitbildes „von Mensch zu Mensch“. Aber in einem sind wir uns einig: Das Menschliche darf vor den Zwängen der Gesundheitspolitik, der Professionalität und den Abläufen in der Klinik nicht zurückstehen. Nur eine Abteilung möchte unser Motto lieber nicht wörtlich nehmen: Die Krankenhaushygiene will die Übertragung „von Mensch zu Mensch“ schließlich verhindern – und hat dafür die Rückendeckung aller. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen!

Das Team des Klinikums Lippe

Kli n i ku m Li p p e

Von Men sc h zu Mensch 3


Inhaltsverzeichnis

Flüchtlingsambul anz Wie reagiert man auf eine spontane Notsituation, wie es sie vor einem Jahr mit der großen Anzahl an Flüchtlingen gab? Am besten schnell und gut durchS t r at e g i e

dacht: Das Klinikum Lippe hat die Erstuntersuchungen

Warum ist es reizvoll, in einem kommunalen Klinikum

für Flüchtlinge institutionalisiert und eine eigene

zu arbeiten? Die Geschäftsführer des Klinikums Lippe,

Flüchtlingsambulanz aufgebaut. Für dieses Modell

Dr. Helmut Middeke und Dr. Johannes Hütte, wissen

interessieren sich mittlerweile andere Kliniken und die

10

darauf gleich mehrere Antworten. Auch in Zukunft

Politik. Die Geschichte zum Erfolgsmodell erzählen

wollen sie den Lippern Spitzenmedizin auf Universitäts-

wir Ihnen ab

6

niveau bieten. Ihre Strategie für die Zukunft verraten sie ab

Seite

.

Seite

.

Lot s e i m G e s u n d h e i t ssys t e m Die Gesundheitshelferinnen des Klinikums Lippe sind ein gelungenes Beispiel für die regionale Vernetzung im Gesundheitsbereich. Für ältere und multimorbide Patienten bieten sie ein gezieltes Fallmanagement an. S c h l ag a n fa l l b e h a n d l u n g

Wie die Gesundheitshelferinnen arbeiten und was es mit

Mit den neuen Chefärzten in der Neurologie und

der neu zu gründenden Case-Management-Gesellschaft

Neuroradiologie hat das Klinikum Lippe zwei erfahrene

auf sich hat, erfahren Sie ab

Schlaganfallexperten gewonnen. Gemeinsam haben sie ein Ziel: Die Schlaganfallpatienten in Lippe sollen optimal betreut werden. Mit dem Ausbau der Stroke-Unit und der Einführung der katheterbasierten interventionel-

20

len Therapie sind sie auf einem guten Weg. Im Gespräch ab

Seite

4 Klinikum Lippe

konkretisieren sie ihre Pläne.

Vo n M en sc h zu M en sc h

Seite

36

.


Seite

Seite

Seite Seite In Lippe leben Die Frage, ob es sich in Lippe gut leben lässt, beantworten

Seite

wir mit einem Augenzwinkern. Unsere Autorin ist überzeugte Lipperin mit Großstadterfahrung und gelegentlichem Fernweh.

Seite

Unsere Illustratorin lebt zwar in Hamburg, hat aber schon den Hermann besichtigt, dem sie den

Seite

Berliner Fernsehturm als Schwert in die Hand gedrückt hat. Warum

44

ausgerechnet den, lesen Sie ab

Seite

Seite

.

Seite

Seite

Seite Seite Seite

6 10 14 18 20 24 26 28 32 36 40 44 46

Menschen führen: Interview mit Dr. Johannes Hüt te und Dr. Helmut Middeke

Menschen helfen: Die Flüchtlingsambul anz

am Klinikum Lippe

Menschen planen: W i r b au e n f ü r d i e Z u k u n f t

Menschen ordnen: Unsere Kliniken im Überblick

Menschen retten: N e u e C h e fä r z t e i n d e r N e u r o lo g i e u n d N e u r o r a d i o lo g i e

Menschen schützen: H yg i e n e i s t b e i u n s C h e f s ac h e

Menschen unterstützen: T e l e m e d i z i n i n d e r K a r d i o lo g i e

Menschen operieren: Optimale Versorgung

i m Ko n t i n e n z z e n t r u m

Menschen begleiten: D i e Pa l l i at i v s tat i o n i s t

e i n e S tat i o n vo l l e r L e b e n

Menschen betreuen: G e z i e lt e s Ca s e M a n ag e m e n t

e n t l a s t e t da s Sys t e m

Menschen arbeiten: Da s K l i n i k u m L i p p e a l s A r b e i tg e b e r

Menschen lachen: Is t u n s e r e R e g i o n l e b e n s w e r t ?

Impressum


Menschen führen

„Die

Mitarbeiter sind das

Wesentliche“ Z we i Ge s c häf t s f ü h re r, e i n Z i e l : Dr. Joha nne s Hüt t e u n d Dr. H e l m u t M i d d e k e führe n g e m e in s a m d i e G e s c h i c k e d es K linik um s Lipp e . I m I n t e rv i e w s p re c h e n si e übe r ihre Z u k u n f t s s t ra t e g i e n , d i e re g io na le Ve r a nt w o rt u n g u n d i h re g a n z p e r s ö nlic he E in s t e l l u n g z u m L e i t b i l d „v o n M e ns c h z u M e n s c h “ .

6 Klinikum Lippe

Vo n M en sc h zu M en sc h


D

as Klinikum Lippe ist in kommunaler Trägerschaft. Welche Besonderheiten bringt das mit sich? Dr. Johannes Hütte: Sicherlich hat ein Unternehmen in kommunaler Trägerschaft immer eine besondere Nähe zu (gesellschafts-) politischen Fragestellungen. Dies ist sowohl Reiz als auch Verpflichtung. Wir sind im Rahmen der Daseinsvorsorge beauftragt für die Bevölkerung in Lippe bestmögliche Gesundheitsleistungen und Hochleistungsmedizin zu erbringen. Sicherlich müssen wir uns im Wettbewerb behaupten, haben aber den Vorteil, dass wir nicht Gewinne maximieren müssen

D er Medi z i ni sc he G esc häf t sf ühr er D r. Hel mu t Mid d eke ( l i n ks) u nd der G esc häf t sf ühr er D r. Johan nes H ütte sehen das Kl i n i ku m Li ppe f ü r di e Zu kunf t gut ger ü stet.

und unsere Überschüsse vollumfänglich wieder in die Kliniken investieren, was uns insbesondere von privaten Krankenhausbetreibern unterscheidet. D r . H e l m u t M i d d e k e : Unser Auftrag im Rahmen der Daseinsvorsorge bedeutet natürlich nicht, dass wir alles machen und machen können, aber wir haben eine Verantwortung für die gesamte Gesundheitsversorgung und arbeiten deswegen mit vielen Kooperationspartnern zusammen. Wie sieht diese Zusammenarbeit konkret aus? D r . H e l m u t M i d d e k e : In der Onkologie arbeiten wir beispielsweise seit vielen Jahren mit ambulanten Partnern zusammen, weil wir eine moderne Onkologie im Sinne einer vollumfänglichen Betreuung für


unsere Patienten machen wollten. Dieses Konzept haben wir für andere Fachgebiete in der Medizin weiterentwickelt, denn wir sind überzeugt: Man muss stationäre und ambulante Medizin verknüpfen und vernetzen, deshalb haben wir niedergelassene Ärzte als Partner einbezogen. D r . J o h a n n e s H ü t t e : Ähnlich läuft es mit den Pflegediensten, z.B. im Bereich Palliativversorgung. Denn auch in diesem Bereich reicht eine gute stationäre Versorgung nicht aus. Die Versorgung zu Hause ist genauso wichtig. Da haben wir mit „Diakonie ambulant“ eine eigene Tochtergesellschaft gegründet. So gelingt es uns, die pflegerische Palliativversorgung für ganz Lippe zu Hause zu sichern. Die regionale Verantwortung spielt auch für die Entwicklung der Medizin am Klinikum Lippe eine Rolle. Was genau ist in den kommenden Jahren geplant? D r . H e l m u t M i d d e k e : Wir müssen investieren, um im Wettbewerb attraktiv zu bleiben und unseren Patienten die bestmögliche medizinische Versorgung zu gewährleisten. Das ist die eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist davon untrennbar: Wir wollen hier in Lippe einerseits Spitzenmedizin bieten. Jeder muss sicher sein können, dass er hier die gleiche Versorgungsqualität bekommt wie an einer Uniklinik. Andererseits

„W i r m ü ssen i n v est i er e n , u m i m Wet t b ew er b a t t r a k t i v zu bl ei b en . “

bieten wir eine Grundversorgung in der Fläche. Deshalb ist auch völlig klar: Beide Standorte, Detmold und Lemgo, werden aufrechterhalten und weiterentwickelt. Das ist die Strategie: Die Flächenversorgung und Spezialisierung, verbunden mit den baulichen Maßnahmen einer ständigen Modernisierung. Die ständige Modernisierung heißt, dass in den kommenden 15 Jahren 65 Millionen Euro investiert werden. Was ist konkret geplant? Dr. Johannes Hütte: Medizinische Weiterentwicklung heißt auch häufig bauliche Weiterentwicklung. Beispielsweise bauen wir neue (Ersatz-)Stationen an beiden Klinikstandorten in Detmold und Lemgo, um den Patientenkomfort aber auch die Arbeitsbedingungen für unsere Mitarbeiter zu verbessern. Der Standort Detmold wird unter anderem einen völlig neuen OP-Trakt und einen neuen Hubschrauberlandeplatz bekommen. In Lemgo wird es komplett neue Intensiveinheiten geben. Weitere Investitionen werden sicherlich im Rahmen der Medizinstrategie erfolgen. Wie bringt man in der heutigen Zeit die eigenen hohen Qualitätsansprüche mit der Wirtschaftlichkeit unter einen Hut? D r . H e l m u t M i d d e k e : Das Entscheidende sind immer die Menschen. Wir müssen die guten Leute gewinnen, die sich mit ihrem Beruf und unserem Unternehmen identifizieren und sie auch hier halten. Das ist der Kern. Unsere Produktivkraft ist Wissen kombiniert mit Dienstleistung. Davon hängt alles ab. Die Mitarbeiter sind das Wesentliche. Irgendwelche Geräte sind Nebensache. Die kann man alle kaufen. Natürlich muss man Prozesse optimieren, wie man es betriebswirtschaftlich so schön ausdrückt, aber auch das steht und fällt immer mit den Mitarbeitern.


Da stimme ich vollkommen zu. Denn natürlich merken auch die Patienten, ob die Mitarbeiter hier zufrieden sind und sich mit ihrem Beruf identifizieren. Wenn Spitzenmedizin und das Menschliche gleichermaßen bei ihnen ankommen, empfehlen sie unser Haus weiter. Eine gute Personalpolitik ist definitiv ein Wettbewerbsvorteil. Dr. Johannes Hütte:

Was macht das Klinikum Lippe als Arbeitgeber gerade für junge Ärzte attraktiv? D r . H e l m u t M i d d e k e : Der Vorteil ist, dass wir fast das gesamte medizinische Spektrum abdecken. Sie können hier (fast) alles lernen. Man kann hier die komplette Aus- und Weiterbildung absolvieren. Gleichzeitig ist es hier überschaubarer und die Teams sind kleiner, sodass man sich leichter heimisch fühlen kann. Nehmen Sie das Beispiel Innere Medizin: An einer Uniklinik haben sie dort das Doppelte, wenn nicht das Dreifache an Assistenzärzten. Es ist sehr schwierig, sich da zu profilieren und in der Hierarchie aufzusteigen, zumal die Hierarchien an Universitäten oft noch zementierter sind als bei uns. Unsere neue Generation von Chefärzten hat einen frischen Wind reingebracht, die das Arbeiten im Team in den Vordergrund stellen und die Abteilungen weiterentwickeln. Warum arbeiten Sie persönlich gerne hier am Klinikum Lippe? D r . J o h a n n e s H ü t t e : Die medizinische Aufstellung des Klinikums, die Größe und auch die Herausforderung, dass man mit den Kliniken in Detmold und Lemgo den gesamten Kreis Lippe abdeckt, hat mich gereizt. In Zukunft wird es sicher spannend, ambulante und stationäre Versorgung zu kombinieren, um den Menschen hier in Lippe auch weiterhin eine bestmögliche Versorgung bieten zu können. D r . H e l m u t M i d d e k e : Mir ist das Klinikum über die Jahre sehr ans Herz gewach-

sen und ich kenne viele Mitarbeiter sehr gut. Das ist der eine Grund. Noch viel schwerer wiegt aber Folgendes: An diesem Klinikum kann man viel gestalten. Es ist keine Universität, überschaubar genug, aber gleichzeitig hat es eine Größe, die es erlaubt, eine sehr gute Medizin zu machen. Das war mir immer sehr wichtig, schon als ich selbst in der Onkologie gearbeitet habe. Ich hätte keinen Patienten behandeln können, wenn ich gewusst hätte: Eigentlich würde er an irgendeiner Uni besser aufgehoben sein. Das Klinikum Lippe bietet einen guten Mittelweg. Man kann Spitzenmedizin machen und trotzdem hat man einen überschaubaren Rahmen und übernimmt viel Verantwortung für die Region. „Von Mensch zu Mensch“ ist das Leitbild des Klinikums Lippe. Was bedeutet das für Sie persönlich? D r . H e l m u t M i d d e k e : Abgesehen von allen technischen Verfahren und wissenschaftlichen Entwicklungen in der Medizin kommt es im Kern darauf an, dass ein Mensch, also ein Arzt oder eine Krankenschwester, einen kranken Menschen behandelt. Und das ist für mich das Entscheidende: diese therapeutische Beziehung zwischen Arzt oder Krankenschwester und Patient. Der Patient mit seinen Sorgen und Nöten muss erst mal im Mittelpunkt stehen. So habe ich es gelebt, als ich hier als Arzt tätig war. Ärzte müssen technisch und wissenschaftlich gut ausgebildet sein, aber letztendlich auch die Fähigkeit besitzen, auf jeden Menschen so einzugehen, wie derjenige es braucht. D r . J o h a n n e s H ü t t e : Für mich ist die Beziehungsebene das Entscheidende, nicht nur von Pflegendem zu Patient, sondern auch innerhalb des Unternehmens. Da zählt das persönliche Miteinander. Ich versuche eine Art des Miteinanders zu pflegen, die sich an Sachfragen orientiert, aber Menschlichkeit nicht aus den Augen verliert.

Kli n i ku m Li p p e

Von Men sc h zu Mensch 9


Menschen helfen

Bleibt alles

anders

D r. Pa t r i ck D i ßm a nn währ en d ei n er Er st u nt er su c hung . D er C hef a r zt d er Z en t r a l en Not au f nahme hat mi t vi el en f r ei w i l l i gen M i t a r b ei t er n d i e Fl üc ht l i n gsambu l an z auf gebaut .

10 Klinikum L i ppe

Vo n M en sc h zu M en sc h


Als eines der ersten Krankenhäuser in Deutschland hat das Klinikum Lippe eine eigene Flüchtlingsambulanz etabliert. Sie ist das Ergebnis einer vorausschauenden Planung und des großen Engagements vieler Mitarbeiter. Mittlerweile haben hier über 9.000 Flüchtlinge ihre Erstuntersuchung erhalten.

M

it einem Anruf an einem Abend im Sommer 2014 fing alles an. Um 22 Uhr meldete sich die Zentrale Unterbringungseinrichtung in Detmold in der Notaufnahme des Klinikums Lippe. Erstmals seien zwei Busse mit etwa 100 Flüchtlingen in Detmold angekommen, drei Menschen seien am Ende ihrer Kräfte. Um Mitternacht wurden die Patienten ohne Dolmetscher so gut es ging in der Notaufnahme versorgt. Aber eine Frage blieb von diesem Abend zurück: Würden solche besonderen Notfälle in Zukunft häufiger vorkommen? „Ja“, waren sich alle einig. Und so ergab sich die Anschlussfrage, wie man den Flüchtlingen eine bestmögliche medizinische Versorgung bieten kann. Tatsächlich war der Abend im Sommer 2014 nur der Anfang. Die Zentralen Not-

aufnahmen erhielten immer mehr Anfragen aus den Flüchtlingsheimen im Kreis Lippe. Die Menschen saßen dort ohne Erstuntersuchung fest. Eine schwierige Situation, denn ohne diese Untersuchungen können die Flüchtlinge nicht auf die Kommunen weiterverteilt werden. Das Klinikum Lippe hat es frühzeitig geschafft, Ordnung in das plötzlich aufgetretene Chaos zu bringen und sah sich zu einem Großeinsatz herausgefordert: Hunderte Flüchtlinge sollten an einem Samstag im September 2014 ihre Erstuntersuchung erhalten.

Kl ei n en und gr oßen Pat i ent en di e A ngst n ehmen u nd S pr ac hbar r i er en über w i n den: D as si n d zw ei w i c ht i ge Themen f ür D i ßman n und sei n Team.


Seit November 2015 verfügt das Klinikum Mitarbeiter des Klinikums erklärten sich Lippe über eine eigene Flüchtlingsambulanz bereit, außerhalb der regulären Arbeitszeit, mit erweiterten Öffnungszeiten. Das eraber mit Vergütung, die Flüchtlinge zu untersuchen. Und eines war klar: Ohne eine leichtert die Abläufe enorm. Die Flüchtlingute Organisation ließe sich so ein Großge können schneller behandelt werden, und es sind keine Um- und Abbauarbeiten mehr einsatz nicht stemmen. „Die eigentliche nötig, weil die Räume ausschließlich für Herausforderung waren nicht die Untersudie Flüchtlingsuntersuchungen vorgehalten chungen an sich, sondern das administratiwerden. Diese separaten Strukturen im Klive Drumherum“, erinnert sich Dr. Helmut Middeke, Medizinischer Geschäftsführer nikalltag haben sich als zielführend erwiedes Klinikums Lippe. Neben Ärzten und sen. Die Zentralen Notaufnahmen werden Pflegekräften waren auch die Leitungen deutlich entlastet, und die Flüchtlinge haben der Patientenaufnahme, der eine zentrale Anlaufstelle. Abrechnung und des PatienAber trotz der umfangreitenservices in die Vorbereichen Expertise nach über 9.000 Erstuntersuchungen tungen eingebunden. „An den Schicksalen am Klinikum Lippe bleibt Nachdem der erste Unterdie Flüchtlingsambulanz ein suchungstag gestemmt war, lernendes System, das stänAnteil zu nehmen war sich das Team einig: Es lief gut, und wir machen dig weiterentwickelt werden weiter. Ab Dezember 2014 muss. Eine vorausschauende und den ganzen Patienten wurde ein fester Wochentag Planung ist schwierig. Die für die medizinische ErstunZahl der neu ankommenden wahrzunehmen, Flüchtlinge ist zwischentersuchung von Flüchtlingen implementiert. Fast ein Jahr zeitlich gesunken und damit lang fanden sie jeden Donauch die Zahl der Erstunterdarauf lege ich viel Wert.“ nerstagabend in den Räumsuchungen. Die Herausforlichkeiten der Allgemeinchiderung im Jahr 2016 wird es sein, die medizinische rurgischen Ambulanz statt D r . Pat r i c k D i S S m a n n , Grundversorgung von be– nach deren Betriebsschluss. C h e fa r z t d e r ZNA Bis zu 300 Menschen kamen reits zugewiesenen Flüchtan einem solchen Abend ins lingen zu übernehmen. Klinikum. „Der Stadt Detmold werden etwa 800 bis 900 Flüchtlinge zugeteilt“, Und nicht nur die Logistik erforderte erläutert Dr. Patrick Dißmann. „Wenn die vollen Einsatz. Auch menschlich war es alle noch kein Deutsch reden, ist mit der nicht immer einfach: „Man muss unheimmedizinischen Versorgung ein extrem holich viel Rücksicht auf die kulturellen Beher Ressourcenaufwand verbunden, den der einzelne niedergelassene Arzt nicht dürfnisse nehmen, auf die Fluchtgeschichbetreiben kann.“ Die neuen Strukturen im te und auf andere Krankheiten“, erläutert Klinikum Lippe hingegen sind ideal, und Dr. Patrick Dißmann, Chefarzt der Zentim Sommer wird auf Anfrage der Kassen­ ralen Notaufnahmen des Klinikums Lippe. ärztlichen Vereinigung ein erstes Projekt „Für die Ärzte und das Pflegepersonal begestartet. Trotzdem ist Dr. Patrick Dißdeutet das eine große Anstrengung. Bei uns geht es um den ganzen Menschen. Das ist mann sich sicher: „Nichts ist so unvorherunser Anspruch.“ sehbar wie die Flüchtlingsfrage.“

12 Klinikum L i ppe

Vo n M en sc h zu M en sc h


„ V i e le Schick s al e

D

h ab e n m i ch s e hr b e r ühr t“

ie Assistenzärzte Lubna Halimeh und Swar Alhisso sind beide in Syrien geboren und haben sich von Anfang an für die Flüchtlingsuntersuchungen stark gemacht. Im Interview sprechen sie über das große Engagement des ganzen Teams und über Situationen, in denen sie an ihre Grenzen stoßen. Noch vor ein paar Wochen haben Sie mit Ihren Kollegen 300 Flüchtlinge an einem Abend untersucht. Ist das nicht unglaublich anstrengend? H a l i m e h : In erster Linie hat es einfach Spaß gemacht. Die Zusammenarbeit im Team war super, auch mit den Pflegekräften. Die haben uns die Arbeit sehr erleichtert, indem sie allein schon die ganzen Namen, die ja hier nun wirklich fremd sind, stundenlang in den Computer eingegeben haben. Allein die Dokumente den passenden Patienten zuzuordnen, ist eine große Herausforderung. A l h i ss o : Anstrengend fand ich eigentlich nur, dass wir uns nicht so viel Zeit für die Geschichten der Patienten nehmen konnten, weil so ein großer Andrang war. Gab es trotz Zeitmangels Geschichten, die Sie berührt haben? H a l i m e h : Ein Ehepaar aus Syrien werde ich nicht vergessen: Ein Mann und eine Frau, beide um die 60 Jahre alt, die alle drei Kinder im Krieg verloren hatten und nun in ein völlig fremdes Land geflohen sind, obwohl das Leben in ihren Augen eigentlich keinen Sinn mehr macht. Das fand ich sehr bewegend und traurig. Und ich habe auch einen jungen Mann mit erheblichen Folterverletzungen behandelt. Er hatte

H i l f sb er ei t sei n : F ü r Lubn a H a l i m eh u n d S wa r A l hi sso i st das ei n e S el b st v er st ä n d li c hkei t .

Blutergüsse am ganzen Körper und alte Knochenbrüche. Das war schlimm. Gab es auch Situationen, in denen Sie an Ihre persönlichen Grenzen gestoßen sind? H a l i m e h : Ich als Frau habe mich manchmal bedrängt gefühlt von den Männern, und die dann auch an meine männlichen Kollegen weitergeleitet. Das war zwar nicht die Regel, aber solche Situationen gab es eben auch, und das war sehr unangenehm. Da ist es auch nicht immer einfacher, wenn man Arabisch spricht. Denn ich habe ja verstanden, was die gesagt haben. Und das wollte ich nicht wirklich hören. Was bedeutet für Sie das Leitbild „von Mensch zu Mensch“? A l h i ss o : Für mich bedeutet das, hilfsbereit zu sein, so wie hier in der Flüchtlings­ ambulanz. Wie klein das im vergangenen Jahr angefangen hat und wie alle Hand in Hand gearbeitet haben, um die Strukturen zu schaffen – das war großartig. H a l i m e h : Ich finde es wichtig, jedem Menschen grundsätzlich vorurteilsfrei zu begegnen, ohne dass jeder gleich sagt: Aha, die trägt ein Kopftuch, also ist sie dumm. Das passiert mir persönlich oft. Aber weder stecke ich Menschen in bestimmte Schubladen noch möchte ich, dass Menschen mich darein stecken.


Menschen planen

Der

V ielseit igk eitspl aner

C hr i st o p h Pot t hast i m G espr äc h m i t ei n em H a n d w er ker : Noc h bef i n det si c h di e n eu e K i n d er not au f nahme i m Rohbau .

14 Klinikum L i ppe

Vo n M en sc h zu M en sc h


N i cht s is t be k a nn t l i c h s o b e s t ä n d i g w i e d e r Wa nd el. A m K linik u m L i p p e w i rd m a n i h n i n d en ko mme nde n J a hre n s c h o n v o n a u ß e n d e u t l i c h e rkenne n: A lt e s wird a b g e ri s s e n , N e u e s g e b a ut , Vorha nde ne s m o de r n i s i e rt — f ü r i n s g e s a m t 65 Mi l l io ne n E uro . In De t m o l d b e h ä l t A rc h i t e k t

U

Chr is t o ph P o t t h a s t d e n Ü b e rb l i c k .

nweit der Zentralen Notaufnahme in Detmold, hinter einer provisorischen Metalltür, liegt eine der aktuellen Baustellen von Christoph Potthast. Dort, wo in ein paar Monaten die neue Kindernotaufnahme eröffnet werden soll, ist noch alles im Rohbau. Die Kupferrohre liegen frei, die Trockenbauwände sind halb fertig, und die Elektroleitungen müssen noch verlegt werden. Es ist Mittwochmorgen, 10 Uhr, und die Fachingenieure und Handwerker haben sich mit Christoph Potthast zur Baubesprechung versammelt. Welche Klimaanlage darf eingebaut werden? Und welchen Einfluss hat das auf den Brandschutz? Wie sollen die WC-Anlagen aussehen? All diese Fragen werden in der Baubesprechung geklärt. Christoph Potthast, im Klinikum Lippe zuständig für die

Bauplanung und den Brandschutz, ist auf dieser Baustelle Projektleiter. Er hat die Pläne entworfen, die Ausschreibungen vorgenommen und ist nun Ansprechpartner für Fachingenieure und Subunternehmer. Und vor allem muss er dafür sorgen, dass der Bau im Bestand die Klinikabläufe nicht

Kl ei n er e Bau vor haben ent w i r f t Chr i st oph Pot t hast al s A r c hi t ekt sel bst .


„Ich hatte noch nie stört. Das fängt bei der logistischen Frage an, wie das Trockenbaumaterial geliefert werden kann, ohne Mitarbeiter und Patienten zu stören. Und hört bei der Frage von Lärm- und Staubvermeidung nicht auf. Bis aus einer Idee eine Baustelle wird, führt Christoph Potthast viele Gespräche mit den zukünftigen Nutzern. Im Fall der Kindernotaufnahme sind das die Kinderärzte und die Ärzte aus der Zentralen Notaufnahme. „Diese Treffen sind sehr wichtig, damit wir auf die speziellen Bedürfnisse jeder medizinischen Fachrichtung eingehen können“, erläutert der 45-Jährige. Aber natürlich fließen auch seine Ideen als Architekt ein, vor allem wenn es um die Wandfarbe oder wie bei der Kindernotaufnahme um Fototapeten geht.

O

rtswechsel. Im Besprechungsraum des Klinikums Lippe sitzt Christoph Potthast um zwölf Uhr in der Rolle des Bauherren vor Projektleitern und Fachingenieuren, die Jeans und Hemd tragen. Die zweite aktuelle Baustelle ist der neue Hubschrauberlandeplatz, und hier ist noch alles sehr theoretisch. Die Einhaltung von zahlreichen Normen und Vorschriften, die Löschtechnik, Verschweißung und Verzinkung werden erörtert. Christoph Potthast hört aufmerksam zu, macht sich Notizen, stellt

Z u d en A u f ga b en v o n C hr i st oph Po t t ha st g ehö r t a u c h d i e A u sb i l d u ng von Ba u z ei c hn er l ehr l i ngen .

mit so vielen unterschiedlichen Menschen zu tun wie hier im Klinikum, sowohl intern als auch extern. Das ist eine schöne Sache.“

Fragen und macht klare Ansagen. Seit elf Jahren ist der Hubschrauberlandeplatz in Planung. Und in einem guten halben Jahr soll das 2,7-Millionen-Euro-Projekt fertig sein. „Das ist eine ganz besondere Baustelle, so etwas baut man nicht oft im Leben“, erzählt Potthast. Die Baustellen werden ihm am Klinikum Lippe aber ganz sicher nicht ausgehen: 40 Millionen Euro werden in den kommenden zehn Jahren allein am Standort Detmold „verbaut“. Ein komplett neuer Kliniktrakt wird entstehen, die Intensivstation wird erweitert und an anderer Stelle wird ein altes Gebäude abgerissen. „Das Klinikum ist ständig im Wandel“, erzählt Christoph Potthast. Seit neun Jahren wirkt er daran mit. Nach zehn Jahren Erfahrung in unterschiedlichen Architekturbüros hatte er zunächst nicht geglaubt, dass die Bauplanung in einem Klinikum so vielseitig ist. Mittlerweile sieht er das anders und durchaus mit Stolz: „Ich freue mich immer, wenn ich ein Stück zu der Entwicklung beigetragen habe.“


G e s u n dhe its campus

Lemgo

– alles auf einem Pflaster

D

as Klinikum Lippe setzt gezielt Schwerpunkte an den Standorten Detmold, Lemgo und Bad Salzuflen. Nur so können auch im ländlichen Raum alle medizinischen Fachrichtungen abgedeckt und eine umfassende medizinische Versorgung gewährleistet werden. Der Gesundheitscampus am Klinikum Lemgo leistet einen wichtigen Beitrag dazu – und zeigt, wie gut die Player im Gesundheitssektor in Lippe vernetzt sind. Das Bild des Klinikums Lemgo hat sich in den vergangenen Jahren umfassend verändert: Nach dem Bau des neuen Parkhauses, der Rettungswache und des „Medicum Lemgo“ ist auch die neue Senioreneinrichtung des Kreises Lippe eröffnet worden. Zur Vollendung des Gesundheitscampus Lemgo fehlt jetzt nur noch der neue Intensiv-Cube. Baubeginn soll im Herbst 2016 sein. Schon jetzt profitieren Patienten und Besucher von der gebündelten Kompetenz am Gesundheitscampus Lemgo. Das „Medicum Lemgo“ ist ein Zentrum für die ambulante medizinische Versorgung und vereint Facharztpraxen, eine Apotheke, ein Sanitätshaus, einen ambulanten

Pflegedienst, ein Dialysezentrum und eine Physiotherapiepraxis unter einem Dach. Außerdem hat das Gesundheitsamt des Kreises Lippe seit 2015 seinen Sitz in der dritten Ebene des Gebäudes. Die Senioren­ einrichtung des Kreises Lippe profitiert ebenso von der direkten Nachbarschaft zum Klinikum wie „Leben intensiv“, eine Wohngemeinschaft für langzeitbeatmete Bewohner, für die ein Leben allein oder in der Familie nur noch schwer möglich ist.

Li ppe i st ei ne ver net zt e G esundhei t sr egi on. W i e hi er am S t andor t Lemgo ar bei t en ambul ante D i enst l ei st er en g mi t dem Kl i ni ku m zu sammen .


Menschen ordnen

Fachbereich k a r d i o lo g i e

I

N e ph r o lo g i e

Fachbereich G a s t r o e n t e r o lo g i e

II

Fachbereich V i s z e r a lc h i r u r g i e

III

Fachbereich

U n fa l l- & W i r b e l s 채u l e n c h i r u r g i e

IV

Fachbereich

U r o lo g i e

D e r m ato lo g i e

B e l e g 채 r z t e HNO, Au g e n , MKG

K i n d e r- u n d J u g e n d m e d i z i n

V

N otau f n a h m e

I

II

18 Klinikum L i ppe

geburtsmedizin

Gy n 채 ko lo g i e

Kinderchirurgie

Medizinischer Servicebereich

Medizinischer Servicebereich

pl a s t i s c h e & h a n d c h i r u r g i e

L abor

R a d i o lo g i e

Vo n M en sc h zu M en sc h

An 채 s t h e s i e

n e u r o r a d i o lo g i e

OP

Pat h o lo g i e


Pn e u m o lo g i e

o n ko lo g i e

n e u r o lo g i e

S t r a h l e n t h e r a pi e

A l lg e m e i n c h i r u r g i e

g e r i at r i e

g e r i at r i s c h e tag e s k L i n i k

t h o r a xc h i r u r g i e

G e fäS Sch i rurg i e

O r t h o pä d i e

f u S S c h i r u rg i e

S e n o lo g i e

In t e n s i v m e d i z i n

nuklearmedizin

U n fa l lc h i r u r g i e

K i n d e r- u n d J u g e n d p syc h i at r i e

a m b u l a n t e s OP-Z e n t r u m

H yg i e n e


Menschen retten

Ein Fall

für z wei

D r. C hr i st o p h R edecker u nd D r. Van Khi em Tr an st ehen f ü r d i e best mögl i c he Ver sor gu ng von S c hl a ga n f a l l pat i en t en i n der Regi on.

20 Klinikum L i ppe

Vo n M en sc h zu M en sc h


Mit den neuen Chefärzten in der Neurologie und Neuroradiologie hat das Klinikum Lippe zwei er fahrene Schlaganfallexper ten gewonnen. Prof. Dr. Christoph Redecker bringt als Neurologe eine große Expertise von der Uniklinik Jena mit. Der Neuroradiologe Dr. Van Khiem Tran war zuvor Chefarzt in Bad Pyrmont. Gemeinsam haben sie ein Ziel: Die Schlaganfallpatienten in Lippe sollen optimal betreut werden. Mit dem Ausbau der Stroke-Unit und der Einführung der katheterbasier ten inter ventionellen Therapie (mechanische Thrombektomie) sind sie auf einem guten Weg. Im Gespräch konkretisieren sie ihre Pläne.

W

as hat Sie beide bewogen, als Chefärzte an das Klinikum Lippe zu wechseln? P r o f. D r . R e d e c k e r : Die bestehenden Schwerpunkte der Neurologischen Klinik hier in Lemgo passten sehr gut zu meinen Schwerpunkten, die ich in meiner Funktion

als leitender Oberarzt am Universitätsklinikum Jena hatte: die Schlaganfallversorgung, die Versorgung von Patienten mit Bewegungsstörungen durch Krankheiten wie Parkinson und dazu die Neurologie des älteren Menschen. Mit der Perspektive, die Versorgung der Patienten hier in Lippe ausbauen zu können, fiel mir der Wechsel nicht schwer. Wir haben für die Parkinsonpatienten bereits die Komplextherapie eingeführt und damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Seit kurzem können wir einigen


Parkinsonpatienten auch Pumpentherapien anbieten, bei denen das Medikament direkt in den Darm gepumpt und dort aufgenommen wird. Hier arbeiten wir eng mit den Gastroenterologen zusammen. Und natürlich hat mich die Perspektive gereizt, die Stroke-Unit ausbauen zu können und gemeinsam mit Dr. Tran die relativ neue mechanische Thrombektomie einzuführen. D r . T r a n : Ich habe schon früher mehrere Jahre am Klinikum Lippe gearbeitet. Zwischenzeitlich habe ich an die Medizinische Hochschule Hannover gewechselt, wo ich mich auf neuroradiologisch katheterbasierte Verfahren zur Schlaganfallbehandlung spezialisiert habe. In den vergangenen fünf Jahren habe ich als Chefarzt in einer Klinik in Bad Pyrmont mit Schwerpunkt Schlaganfall zusammen mit Neurochirurgen und Neurologen gearbeitet. Der Zeitpunkt, nach Lemgo zurückzukehren, war jetzt perfekt. Ich habe Dr. Redecker kennengelernt und wir haben festgestellt, dass wir toll zusammenarbeiten können. Das, was ich in den vergangenen Jahren gelernt habe, möchte ich hier einbringen. Mit dem interventionellen Verfahren können wir hier viele Patienten optimal versorgen. Das ist unser gemeinsames Ziel.

Die Endovaskuläre Therapie hat sich erst in den vergangenen anderthalb

D r. C hr i st o p h R ed ecker i m G esp r ä c h m i t sei nen M i t a r b ei t er n : Es g i l t , d i e b est e Beha n d l u n gsmet ho d e f ü r j ed en ei n z el n en Pa t i en t en her a u szu f i n den.

Jahren richtig durchgesetzt. Was ist das Besondere an der neuen Therapiemöglichkeit? An erster Stelle steht immer die konventionelle Lysetherapie, mit der das Gerinnsel, das den Schlaganfall verursacht, möglichst schnell aufgelöst werden soll. Bei einem Teil der Patienten reicht diese Behandlung allein aber nicht aus. Ende 2014 und Anfang 2015 kamen eine Reihe von Studien heraus, die belegen: Wenn man das gängige Lyseverfahren mit einem Katheterverfahren kombiniert, erzielt man bessere Erfolge für den Patienten als mit der Lyse allein. Der Thrombus wird mittels eines Katheters entfernt. Dank Herrn Tran können wir diesen interventionellen neuroradiologischen Eingriff jetzt auch in Lippe machen. Diese Entwicklung ist extrem wichtig für die akute Versorgung der Schlaganfallpatienten. P r o f. D r . R e d e c k e r :

Herr Tran, wie genau läuft dieser Eingriff ab? D r . T r a n : Wenn der Thrombus länger als 8 mm oder durch Medikamente nicht auflösbar ist, ist die Lysetherapie nur bei 40 bis 50 Prozent der Patienten erfolgreich. Mit dem Kathetereingriff liegt die Wahrscheinlichkeit, dass wir den Thrombus entfernen können, bei bis zu 90 Prozent. Steht fest, dass ein Patient zusätzlich zur Thrombolyse den interventionellen Eingriff benötigt, kommt er so schnell wie möglich in die Angiographie. Dort sind MTRA, ein Neurologe, ein Anästhesistenteam und ich als Neuroradiologe. Nach einem Schlaganfall arbeiten wir gegen die Zeit: Der Kathetereingriff soll innerhalb von sechs Stunden nach dem Schlaganfall erfolgen, in manchen Fällen bis zu acht Stunden. Der Patient wird in der Leiste örtlich betäubt. Dann gehe ich mit dem Katheter hinauf bis in die Hirngefäße. Das erfolgt alles unter Röntgenkontrolle. Die Gerinnsel werden dann


sofort mit einer systemischen Lyse begonnen, und dann hat Herr Tran den Thrombus abgesaugt. Der Patient hat das Krankenhaus trotz des schweren Schlaganfalls als Fußgänger wieder verlassen. Das war ein sehr erfreuliches Ergebnis.

A u f d em M RT k a n n D r. Tr an d i e G er i n n sel sehen u n d en t sc hei den, w el c he T her a p i e a n g emessen i st .

mithilfe von Stent-Retrievern und Absaugkathetern entfernt. Wenn das optimal läuft, vergeht vom Stich in der Leiste bis zur Entfernung des Gerinnsels eine halbe Stunde. Haben Sie mit diesem Verfahren schon erste Erfolge hier im Klinikum Lippe erzielt? P r o f. D r . R e d e c k e r : Die ersten Fälle hier sind in den letzten Wochen sehr gut gelaufen: Ein jüngerer, multimorbider Patient mit einigen Vorerkrankungen ist zu uns gekommen. Er hatte plötzlich Sehund Gleichgewichtsstörungen und eine Bewusstseinstrübung. Wir haben als erstes eine Computertomographie gemacht. Da sah man erst mal nichts Akutes, keine Blutung. Dann haben wir eine CT-Angiographie gemacht und konnten sehen, dass ein wichtiges Blutgefäß durch einen sehr langen Thrombus verstopft war. Wir haben

D r . T r a n : Ja, in dem Fall lief wirklich alles reibungslos. Das hat uns sehr ermutigt, und wir haben festgestellt: Unser Vorhaben funktioniert. Natürlich müssen wir noch weitere Strukturen schaffen. Wir sind hier erst im Aufbau und können diese Behandlung noch nicht zu jeder Tag- und Nachtzeit an 365 Tagen im Jahr anbieten. Dafür brauchen wir noch mehr Personal, und das ist im Bereich der Neuroradiologie im Moment sehr schwer zu bekommen. Aber das ist unser Ziel: Wir wollen allen Schlaganfallpatienten in Lippe diese effektive Behandlung zugänglich machen. Mit dem Bau des Intensiv-Cubes ab kommendem Herbst wird auch die Stroke-Unit ausgebaut. Das bedeutet mehr Personal und bessere Ausstattung und geht alles in eine gute Richtung.

Was bedeutet für Sie persönlich das Leitbild des Klinikums Lippe „von Mensch zu Mensch“? D r . T r a n : Ich wünsche mir, Menschen helfen zu können, nicht nur medizinisch: Ich nehme mir, wenn es eben geht, auch Zeit für Gespräche. P r o f. D r . R e d e c k e r : Ich glaube, große Kliniken werden häufig als etwas sehr Bedrohliches wahrgenommen. Mit den zwei Standorten in Detmold und Lemgo ist das Klinikum Lippe zwar auch sehr groß, aber die Abläufe sind hier nicht wie in einem Großklinikum mit langen Fluren und anonymen Strukturen. An beiden Standorten sind die Wege kurz. Das ist schon ein großer Vorteil und das macht es viel leichter, moderne Medizin von Mensch zu Mensch weiterzuvermitteln.

Kli n i ku m Li p p e

Von M en sc h zu M en sch 2 3


Menschen schützen

Chefsache Die Hygiene hat am Klinikum Lippe oberste Priorität. Seit zwei Jahren ist PD Dr. Jens Gieffers Chefarzt des Instituts für Mikrobiologie, Hygiene und Laboratoriumsmedizin. Als Krankenhaushygieniker hat er ein eigenes Qualitätsmanagement für die Hygieneabteilung eingeführt − mit Erfolg: Die MRSA-Zahlen am Klinikum Lippe sind rückläufig.

H yg i en e n a c h P lan: D r. Jen s G i ef f er s bespr i c ht m i t ei n er K o l l eg i n d i e H ygi en e vor sc hr i f t en. S ei n e A nw ei su ngen si n d f ü r d a s g esamt e Kl i ni kper son al bi n dend.

24 Klinikum L i ppe

Vo n M en sc h zu M en sc h


`V

on Mensch zu Mensch?“ Dr. Jens Gieffers lacht. „Da sind wir wohl die einzige Abteilung, die versucht, genau das zu verhindern. Zumindest, wenn es um die Übertragung von Keimen geht“, fügt er schmunzelnd hinzu. In der deutschen Krankenhauslandschaft stellen Krankenhaushygieniker wie er noch immer eine Besonderheit dar: Gieffers ist Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin, und seine Position als Chefarzt ist ein Statement seitens der Geschäftsleitung: Hygiene hat immer oberste Priorität, und Gieffers ist in dieser Sache gegenüber allen Mitarbeitern weisungsbefugt. In den vergangenen zwei Jahren haben er und sein Team ein eigenes Qualitätsmanagement-System für die Hygiene am Klinikum Lippe geschaffen. Die insgesamt fünf Hygienefachkräfte der Standorte Detmold und Lemgo arbeiten jetzt noch enger zusammen. Und während vorher ein externer Hygieneberater nur punktuell vor Ort sein konnte, ist Gieffers als Krankenhaushygieniker immer ansprechbar für sein Team und stets zur Stelle, wenn es Fragen auf den einzelnen Stationen gibt. „Das erhöht die Arbeitszufriedenheit der Hygienefachkräfte, denn ihre Aufgabe bekommt einen höheren Stellenwert in der gesamten Klinik“, resümiert Dr. Gieffers. Dass die Hygieneabteilung nach DIN ISO 9001 zertifiziert ist, ist ein Alleinstellungsmerkmal, denn alle Strukturen und Prozesse sind qualitätskontrolliert nach einem ei-

Aufgabenbereiche der Hygiene am Klinikum Lippe B e r at e n d e T ä t i g k e i t Schulungen Erstellen von Hygieneplänen und anderen Vorgabedokumenten Surveillance von Krankenhausinfektionen m i t t e l s EDV Überwachung im Sinne von Begehungen und mikrobiologischen Kontrollen

genen QM-Handbuch. Im Klinikum Lippe werden alle Mitarbeiter jedes Jahr geschult, und bei sämtlichen Hygienefragen steht ihnen das Hygieneteam beratend zur Seite. Die Hygienepläne werden laufend nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen aktualisiert, und Krankenhausinfektionen werden dokumentiert und ausgewertet. Alle Stationen des Hauses werden regelmäßig begangen. Mängel werden dokumentiert, aufgezeigt und behoben. Erste Erfolge kann Dr. Jens Gieffers bereits verbuchen: „Die MRSA-Zahlen am Klinikum Lippe sind rückläufig“, berichtet er. „Wir können uns selbst mit den Vorjahren vergleichen: Sowohl die Zahlen der Patienten, die mit MRSA zu uns kommen, als auch die, die sich hier infizieren, gehen runter.“ Das Klinikum Lippe fühlt sich in der Entscheidung, eine eigene Abteilung für Hygiene geschaffen zu haben, bestätigt: Es ist gut investiertes Geld in die Patientensicherheit.


Menschen unterstützen

Herz

im

griff Knapp 400.000 Patienten werden jedes Jahr wegen einer Herzinsuffizienz stationär in deutschen Krankenhäusern behandelt. Das sind fast doppelt so viele wie mit einem Herzinfarkt. Prof. Dr. Stephan Gielen, Chefarzt der Kardiologie am Klinikum Lippe, will mit einem Herzinsuffizienznetzwerk die Kooperation zwischen Hausärzten und Klinikum verstärken. Das Ziel: eine engmaschigere Versorgung der Patienten nach der

Na ch d er Beha n d l u n g d er H er zi n su f f i z i enz i m K r a n ken ha u s d a r f d i e Ther a p i e zu H a u se n i c ht a bb r ec hen . P r o f . D r. S t e p ha n G i el en w i l l d i e Ver so r g u n g m i t H i l f e v o n Tel em ed i z i n v er b es ser n .

26 Klinikum L i ppe

Vo n M en sc h zu M en sc h

Krankenhausentlassung.


D

ie Ausgangslage lässt sich leicht beziffern: Ein gutes Drittel der Patienten mit Herzinsuffizienz wird nach der Entlassung aus dem Krankenhaus nach vier bis sechs Wochen wieder stationär aufgenommen. „Das rührt in vielen Fällen daher, dass der Übergang vom Krankenhaus in die häusliche Umgebung nicht klappt“, resümiert Dr. Stephan Gielen. „Die Medikamente aus dem Krankenhaus werden oft einfach abgesetzt oder nicht weiterverordnet.“ Genau an dieser Schnittstellenproblematik will Gielen ansetzen.

Ein Netzwerk, das Klinik und niedergelassene Ärzte verbindet und gemeinsame Behandlungsstandards festsetzt, ist ein erster Baustein. Mit der sinkenden Zahl an Hausärzten, vor allem im ländlichen Raum, wird eine solche sektorübergreifende Vernetzung der Akteure im Gesundheitssystem zunehmend wichtiger. Im Rahmen des Netzwerkes ist ein optimiertes Entlassungsmanagement möglich, bei dem speziell ausgebildete Herzinsuffizienzschwestern die Fäden in der Hand halten, damit möglichst wenig Informationen im System verloren gehen. Die Krankenschwestern kontaktieren die Patienten zunächst tageweise, dann einmal pro Woche und

schließlich einmal im Monat. Sie fragen bestimmte Schlüsselsymp­tome zur Herzinsuffizienz ab, wie Gewichtszunahme, Zunahme der Luftnot oder Belastungsfähigkeit im Alltag. Sie können frühzeitig erkennen, ob der Gesundheitszustand des Patienten sich zu verschlechtern droht und in enger Absprache mit dem Arzt die Medikamentendosis anpassen.

Eine Voraussetzung für diese Form der Telemedizin ist, dass der Patient gut über seine Krankheit Bescheid weiß und in Schulungen gelernt hat, Symptome zu erkennen. Das Stichwort heißt hier „Patienten-Empowerment“ – die Patienten sollen aktive Partner in der Behandlung ihrer Erkrankung werden und selbst erkennen, welchen Einfluss ihr eigenes Verhalten auf den Krankheitsverlauf nimmt. Und Studien belegen: Allein durch die bessere Betreuung lässt sich die Sterblichkeit halbieren, ohne dass die „Trotz aller medizinischer Therapie grundsätzlich eine andere wäre. Telemedizin Neuerungen in den letzten Jahren ist also keinesfalls eine rein technische Sache: Vielmehr ist für mich immer das ist der menschliche Kontakt das Entscheidende.

Entscheidende: Was führt den Patienten zu mir? Das ist der

Beginn jedes vertrauensvollen Verhältnisses. Wir versuchen Menschen mit allem wahrzunehmen, was mit der Erkrankung verbunden ist. Das ist oft nicht nur der akute Herzinfarkt, sondern auch die Frage: Wer versorgt jetzt meinen Dackel.“

Unterstützend können bei der Telemedizin auch ICDs, also implantierbare Defibrillatoren, wirken: Sie haben eine Überwachungsfunktion, messen beispielsweise Lungenwasser oder erkennen Rhythmusstörungen. Diese Geräte sind heute in der Hälfte der Fälle auch telemedizinisch abfragbar. Eine Infrastruktur gibt es also bereits. Nun gilt es, all diese Informationen an einer Stelle zu bündeln – im Herzinsuffizienznetzwerk.


Menschen operieren

Mehr

als ein kompliziertes Uhrwerk

„D er Becken boden mi t sei nen O r ganen i st so ko m p l ex w i e ei n kl assi sc hes O r c hest er, d er K opf i st der D i r i gent . “

28 Klinikum L i ppe

Vo n M en sc h zu M en sc h


Das Klinikum Lippe verzeichnet seit Jahren großen Zulauf von Patientinnen aus ganz Deutschland und dem Ausland, wenn es um Operationen rund um das Thema Inkontinenz geht. Im Kontinenzzentrum arbeiten Urologen, Urogynäkologen und Koloproktochirurgen interdisziplinär zusammen. Denn klar ist: Die Ursachen für Inkontinenz sind vielfältig, und die Behandlung bedarf der Expertise mehrerer medizinischer Fächer.

M

anche verlieren nur ein paar Tropfen, andere können auch größere Mengen Urin nicht halten. Harn­ inkontinenz in mehr oder minder starker Form betrifft in Deutschland etwa die Hälfte aller Frauen ab 50 Jahren. Und auch Stuhlinkontinenz ist ein häufiges Krankheitsbild. Die Erkrankung beeinflusst zwar nicht die Lebenserwartung, aber die Lebensqualität wird extrem beeinträchtigt. In einigen Fällen verlassen Patientinnen das Haus nicht mehr, weil sie einfach Angst haben, dass unterwegs „etwas passiert“.

D r. A l f on s G u nnemann währ en d ei n es Ul t r asc ha lls: Es bedar f umf an gr ei c her Unt er su c hungen , um d ie Ur sac hen f ür In kon t i n en z her au szuf i n den.


Krankheitsbild“, bei dem es für sie und ihre Kollegen darum geht, in Gesprächen und Untersuchungen herauszufinden, wo die Ursachen liegen.

D r. O l a f Ba u m a n n wa r ei n er der er st en O p er a t eu r e i n D eu t sc hl and, di e V i er - P u n k t - N et z e ei n g eset zt haben.

Die Lebensqualität für die Patientinnen zurückzugewinnen, ist das gemeinsame Ziel der Ärzte im Kontinenzzentrum. Zunächst einmal gilt es einzuordnen, welche Ursachen die auftretenden Symptome haben. Und allein die gehen weit über die Inkontinenz hinaus: Deszensus, Beschwerden beim Geschlechtsverkehr, Entzündungen, Rückenschmerzen und funktionelle Störungen an Blase oder Darm gehen oftmals mit der Inkontinenz einher. Nicht umsonst bezeichnet Dr. Britta Eikötter, Oberärztin und zuständig für die Proktologie, Inkontinenz als ein „kommunikatives

U

nd die sind in etwa so komplex wie der Beckenboden mit seinen Organen. Dr. Alfons Gunnemann, Chefarzt der Urologie, erklärt seinen Patienten die Zusammenhänge gerne mit einem musikalischen Vergleich: „Der Beckenboden mit seinen Organen ist so komplex wie ein klassisches Orchester, der Kopf ist der Dirigent.“ Und Dr. Olaf Baumann, Leitender Arzt Gynäkologie, ergänzt: „Der Beckenboden ist nicht wie ein kompliziertes Uhrwerk. Er ist noch viel komplexer, weil die einzelnen Teile eine Elastizität haben und sich dehnen müssen oder eine Rückspannung haben.“ So ist es nicht verwunderlich, dass sich die medizinischen Fächer bei diesem Krankheitsbild nur unscharf trennen lassen. Schwierige Fälle werden gemeinsam in einer festen Besprechung miteinander

D r. A l f on s G u nnemann hat ber ei t s Wor kshops f ü r M edi z i n er au s den US A an gebot en, di e ei gens daf ü r n ac h D et mol d ger ei st si nd.


erörtert. Und alle gemeinsam begeben sich auf die Suche nach der optimalen Behandlungsmethode. Bei sehr komplizierten Fällen gehört auch ein Neurologe mit ins Boot, insbesondere bei Mehrfacherkrankungen. „Dann wird es kompliziert, und dann brauchen wir ein Gesamtkonzept dafür, wie wir schrittweise vorgehen und welche OP zuerst gemacht wird, wenn es denn mehrere geben soll“, erläutert Baumann. Diese individuelle Fallbetreuung wissen nicht nur deutsche Patientinnen zu schätzen. Gelegentlich operiert Dr. Gunnemann auch Patientinnen aus den USA. Der Einsatz von Bändern, dort, wo das körpereigene Gewebe versagt, nach dem Tissue Fixation System (TSF), wird nur an wenigen Kliniken in Deutschland durchgeführt. Gunnemann hat die Methode in Workshops bereits an amerikanische Urogynäkologen vermittelt, die eigens dafür nach Detmold reisten. Sein Terminkalender ist voll mit internationalen Kongressen, auf denen er sein Wissen weitergibt.

D at en au sw er t u ng: Zu r D i agnost i k bei In kon t i nenz gehör en ei ne Rei he von Unt er su c hungen, di e ei n G esamt bi l d er geben.

Bei einem anderen Operationsverfahren gehören Frau Dr. Brinna Jürgens, zuständige Oberärztin für die Urogynäkologie und Dr. Olaf Baumann zu den Pionieren: Als

D r. Br i t t a Ei kö t t er l egt vi el Wer t a u f d a s p er sö n l i c he G esp r ä c h m i t d en Pat i ent en . S o f i n d et si e her a u s, o b ei n e o per at i ve oder ko n ser va t i v e Beha n d l u n g sm et ho d e a n g ebr ac ht i st .

eines der ersten Teams in Deutschland haben sie sogenannte 4-Punkt-Netze verwendet und diesbezüglich bei einer internationalen Forschergruppe mitgewirkt, die die Daten von Patientinnen auswertet. Welche Operationsmethode am Ende die richtige für die Patientin ist, kann immer nur im Einzelfall entschieden werden. Auch die Therapie der Stuhlinkontinenz ist genau wie deren Ursache sehr individuell. Sie benötigt ausreichend Zeit und Kommunikation zwischen Arzt und Patienten. Frau Dr. Eikötter bespricht im Rahmen der Spezialsprechstunde mit den Patienten ausführlich die Stufentherapie der Stuhlinkontinenz mit den konservativen und operativen Therapiemöglichkeiten. Je nach Ausprägung und Ursache der Inkontinenz wird dann das Therapieregime individuell für den Patienten  festgelegt. Durch kontinuierliche Überprüfung und Anpassung der festgelegten Therapie wird ein optimales Ergebnis der Inkontinenzsymptomatik und damit  eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität erreicht.

Kli n i ku m Li p p e

Von M en sc h zu M en sch 3 1


Menschen begleiten

Eine Station voller

Leben

Ei n ei nl aden des A mbi en t e i st d en Ä r zt en u n d P f l egekr äf t en w i c ht i g . S i e möc ht en , d a ss si c h d i e Pat i ent en hi er w ohl f ü hl en.

32 Klinikum L i ppe

Vo n M en sc h zu M en sc h


D ie P a l l i a t i v s t a t i o n a m K linikum Le m g o h i l f t S c h w e rk ra n k e n

S

und ih re n A n g e h ö ri g e n

chon beim Betreten des Flures wird klar, dass die Palliativstation in Lemgo anders funktioniert als andere Stationen. Für ein Krankenhaus geht es hier ungewohnt ruhig zu und gleichzeitig sehr farbenfroh. Die Wände sind in einem warmen Gelb gestrichen und dank der Wandbilder wirkt schon der Flur sehr wohnlich und einladend. Das ist den Menschen, die hier arbeiten, sehr wichtig, denn sie möchten schwer- und unheilbar kranken Menschen und ihren Angehörigen ermöglichen, die Lebenszeit möglichst schmerzfrei und lebensfroh zu gestalten – und dazu gehört nicht zuletzt ein Umfeld, das dem eigenen

Zuhause möglichst nahe kommt. So sucht man hier vergeblich nach weißer Krankenhausbettwäsche, denn die Patienten dürfen hier alle individuellen Dinge mit in ihr Einzelzimmer bringen. Die Wünsche der Patienten stehen im Mittelpunkt der Arbeit eines multiprofessionellen Teams aus Palliativärzten, Psychoonkologen, Palliativ-Care-Pflegekräften, Physiotherapeuten, Seelsorgern und

Humor gehör t dazu: A u f der Pal l i at i vst at i on gi bt es vi el e l u st i ge u nd gl ü ckl i c he Momen t e.


Frank Hartmann. „Und so hatten wir hier auf der Station rund 30 Gäste, einen Priester und eine strahlende Braut im weißen Kleid – trotz ihrer schweren Erkrankung.“ Ein anderer Patient wünschte sich, ein letztes Mal Urlaub mit seinem Wohnwagen an der Weser machen zu können. Obwohl es ihm schon sehr schlecht ging, konnten die Mediziner ihn so weit stabilisieren, dass der Wunsch erfüllt werden konnte. Das ist natürlich nicht immer möglich. Wa s w ü n sc ht si c h d er Pa t i en t ? D a s möc ht e d a s P f l eg e p er so n a l i n G esp r ä c hen er fahr en – u n d d i e W ü n sc he w en n m ö gl i c h er f ül l en.

Sozialarbeitern. Pflegegruppenleitung Ursula Block und ihr Team setzen alles daran, die Wünsche zu erfüllen. Häufig geht es zunächst darum, Schmerzen zu lindern und den Patienten medikamentös richtig einzustellen. Aber neben der medizinischen Versorgung werden auf der Palliativstation auch ganz andere Dinge möglich gemacht. Sogar eine Hochzeit hat es hier schon gegeben. „Eine Patientin hatte den Wunsch, zu heiraten“, erzählt Chefarzt Prof. Dr.

G

anz wichtig in der Palliativmedizin ist, dass es ein gutes Netzwerk gibt, das Patienten und Angehörige auffängt. „Niemand muss alleine zu Hause sterben, und niemand wird im Stich gelassen“, erläutert Hartmann. Bei allen Entscheidungen zur Medikation und zur Gestaltung des Alltags werden die Patienten mit einbezogen, und es wird offen und ehrlich mit ihnen darüber gesprochen. Das macht die Arbeit für alle Mitarbeiter so wertvoll. Die Bedürfnisse der Patienten sind unterschiedlich, und manchmal kann das Team mit Kleinigkeiten ganz viel erreichen. „Man


muss nur hellhörig sein und kreativ“, sagt Ursula Block. Dann können selbstgebackene Waffeln ein Lächeln auf die Lippen eines schwerkranken Menschen zaubern und ein Gespräch mit den Angehörigen hilft dabei, die letzten Tage lebenswert zu gestalten. In Lippe gibt es ein gutes palliatives Netzwerk und die Palliativstation in Lemgo ist ein wichtiger Pfeiler. Die meis-

„Wir sind für die Angehörigen genauso da wie für die Patienten.“

ten Patienten bleiben etwa zwei Wochen hier. Pflegekräfte und Sozialarbeiter helfen dabei, den weiteren Weg zu gestalten, sei es im Hospiz oder zu Hause mit ambulanter Palliativpflege. Auch für die Angehörigen haben Ärzte und Pflegekräfte ein offenes Ohr: „Wir sind für die Angehörigen genauso da wie für die Patienten. Sie dürfen auf Wunsch mit im Patientenzimmer übernachten und werden auch seelsorgerisch betreut“, erzählt Ursula Block. Das hilft ihnen, einen geliebten Menschen zu begleiten. Wie gut das gelingt, zeigen die vielen Dankesschreiben, die das Team der Palliativstation in nur einem Jahr erhalten hat. Eine große Schachtel ist schon gefüllt mit Zuschriften. Ein Brief kommt von Frau F.-R. aus Lage. Sie bedankt sich für die gute Betreuung,

Tr ost spenden und zuhör en . D as i st f ü r di e Pat i en t en ebenso w i c ht i g w i e f ü r di e A n gehör i gen .

die es ihr möglich machte, ihren Mann in seinen letzten Lebenswochen zu begleiten: „Die zutiefst menschliche Atmosphäre, in die auch ich ganz selbstverständlich eingeschlossen wurde, hat entscheidend dazu beigetragen, diese schweren Wochen trotz aller Traurigkeit größtenteils friedlich zu verbringen. Dank Ihrer Fürsorge und vielfältigen Kompetenzen konnte ich die Verantwortung abgeben und nur für meinen Mann da sein.“ Diese Zeilen motivieren das Team der Palliativstation auch weiterhin – damit niemand auf seinem Weg allein gelassen wird.

Kli n i ku m Li p p e

Von M en sc h zu M en sch 3 5


Menschen betreuen

Lotse

im Gesundheitssystem

Immer ver n et zt : S n j eza n a K u c ek- Vet t er f 체 hr t vi el e kl 채r en de Tel ef o n g espr 채c he f 체 r i hr e Pat i en t en .

36 Klinikum L i ppe

Vo n M en sc h zu M en sc h


D ie Gesun dh eitshe lfe rinnen des Klinik ums Lippe bieten f ü r ältere und m u ltimorbide Pat ie nte n ein gezielt es Fallm a na g emen t an. Nach sec hs Jahre n Erf ah run g zeig t sic h: Das neu gesch aff e -

A

n manchen Tagen laufen die Drähte bei Snjezana Kukec-Vetter besonders heiß. So nennt sie es, wenn sofortige Reaktion und Koordination gefragt sind. Wie vor ein paar Wochen, als sie den Anruf einer aufgeregten älteren Dame bekam: Ihr Mann sei in der Rehaklinik abgewiesen worden, weil er gar nicht angemeldet sei. Snjezana Kukec-Vetter fuhr mit dem Auto rechts ran und wählte mit dem Handy die relevanten Nummern: Zuerst die der Rehaklinik, um zu klären, was eigentlich los sei. Sie erfuhr, dass sich die

ne S ys t em ent last et Ha usärzt e un d Kran ke nha usstationen un d t rä gt z ur A utonomie u nd S tabilität der ält eren P a tie nten bei. Ein gelung e nes Beispiel f ür die re g io nale Ver net zu ng im Gesundheit sbereich.

S o l an ge w i e mögl i c h i n den ei gen en vi er W änden zu l eben, i st ei n gr oßer Wu nsc h äl t er er M en sc hen. D i e G esundhei t shel f er i nnen unt er st ü t z en si e da b ei.


Wel c he H i l f sm i t t el w er d en benöt i gt ? D a s b esp r ec hen d i e G esu n d hei t shel f er i n nen m i t d en Pa t i en t en a u f A u g enhöhe.

Sie setzen da an, wo es gelegentlich im System knirscht: In den ersten Tagen nach der Krankenhausentlassung zum Beispiel, um zu sehen, ob die im Krankenhaus eingeleiteten Maßnahmen den Praxistest wirklich bestehen. Hausärzte wiederum greifen gerne auf die Gesundheitshelferinnen zurück, wenn die Selbständigkeit der teilweise langjährig bekannten Patienten ganz langsam nachlässt und eine gründliche Beratung mit Angehörigen und Patienten notwendig wird, damit der Patient noch möglichst lange in seinem gewohnten Umfeld verbleiben kann.

Kukec-Vetter ist Krankenschwester und hat die Zusatzqualifikation „Case ManageLieferung der pünktlich zugesagten Proment im Sozial- und Gesundheitswesen“. Auch ihre beiden Kolleginnen sind Kranthese bei dem beinamputierten Mann verzögert hatte. Ohne Prothese keine Reha! kenschwestern mit langjähriger BerufserAlso rief sie beim Kliniksozialdienst und fahrung und Zusatzqualifikationen. Seit im Sanitätshaus an, bei der Krankenkasse 2010 arbeiten sie als Gesundheitshelferinund beim Hausarzt. Einmal quer durch die nen. Dass es ihren Job in der Form überSektoren des Gesundheitssystems, um die haupt gibt, ist einer regionalen KooperatiSituation letztendlich zur Zufriedenheit alon zu verdanken: Das Klinikum Lippe und das Ärztenetz Lippe haben in Zusammenler zu klären. arbeit mit dem ZIG – Zentrum für InnovaJe komplexer eine Versortion in der Gesundheitswirtgung ist, desto mehr Schnittschaft OWL – gemeinsam das Projekt „Regionales stellen tun sich auf. Hier ist Versorgungskonzept GeriatKoordination angesagt. Um einen „organisatorischen rie“ entwickelt. Ziel war es, „Von Mensch zu Mensch Notfall“ wie bei dem beindie oft vielschichtige Veramputierten Mann handelt sorgung von älteren, multibedeutet für mich, alle meine es sich dabei in den seltensmorbiden Patienten durch ein gezieltes Fallmanageten Fällen. Vieles kann im Vorfeld vorausschauend gement optimal zu gestalten. Handlungen in die Dienste des Die Gesundheitshelferinnen plant werden, gerade wenn ermöglichen eine reibungsverschiedene Akteure im Patienten zu stellen und mich Boot sind. Mit Snjezana Kulosere und individuell ankec-Vetter haben Patienten gepasste Versorgung älterer und deren Angehörige eine Patienten, unabhängig daselbst zurückzunehmen.“ von drei Gesundheitshelfevon, ob sie im Krankenhaus oder von ihrem Haus- oder rinnen an der Seite, die in Facharzt behandelt werden. solchen Fällen die Rolle des Snjezana Kukec-Vetter, 940 Patienten sind seit 2010 „Kümmerers“ übernehmen. Gesundheitshelferin


Gemeinsame C a s e - M a n a g e m e n tGesellschaft

Das Erfolgsprogramm Gesundheitshelfer soll weiter ausgebaut und auf andere Bereiche übertragen werden. Dazu werden das K l i n i k u m L i p p e und das Ä r z t e n e t z L i p p e (mit ca. 170 organisierten lippischen Vertragsärzten) im Herbst 2016 eine gemeinsame Case-Management-Gesellschaft gründen. Das „ R e g i o n a l e V e r sorgungskonzept Lippe“ fokussiert neben dem Case Management durch die Gesundheitshelferinnen auch die Themen ärztliche Versorgung in den Pflegeheimen, Schlaganfallversorgung und Entlassungsmanagement.

im System der Gesundheitshelferinnen erfasst worden. Die Anmeldung erfolgt immer dann, wenn der Haus- oder Klinikarzt eine Notwendigkeit dafür sieht. Dann bietet er dem Patienten die Hilfe der Gesundheitshelferinnen an. Wenn der Patient zustimmt, landet eine Fax-Anmeldung im 8. Stock des Klinikums Lemgo, im Büro von Snjezana Kukec-Vetter und ihren Kolleginnen. Im Rahmen eines Hausbesuchs verschaffen sie sich einen Überblick über die gesundheitliche Situation des neuen Patienten. Dabei übernehmen die Gesundheitshelferinnen wichtige Aufgaben, die die medizinische Versorgung durch die Hausärzte ergänzt: Denn sie achten neben medizinischen Belangen (wie einer verlässlichen Medikamenteneinnahme) auch auf die sozialen Begleitumstände und geben ein Feedback an den Hausarzt, wie der Patient zu Hause

zurechtkommt oder ob er Unterstützung in Form von Hilfsmitteln oder persönlicher Betreuung benötigt.

D

ank der Ansiedlung des Büros direkt in der geriatrischen Station des Klinikums Lippe in Lemgo erfahren die Gesundheitshelferinnen unmittelbar, wenn einer ihrer Patienten stationär aufgenommen wird. Eine große Erleichterung auch für die Klinikärzte, betont Dr. Bernd Wedmann, Chefarzt der Klinik für Geriatrie: „Was mit dem Patienten zu Hause passierte, was seine Erkrankungen und Selbständigkeit negativ beeinflusste, war in der Zeit vor den Gesundheitshelferinnen immer eine Blackbox für uns.“ Die exakten Kenntnisse der häuslichen Situation tragen wesentlich zu einem zielgerichteten Entlassungsmanagement bei. Snjezana Kukec-Vetter sieht es auch als ihre Aufgabe an, Patienten aufzuklären. Über Pflegestufen, Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und zustehende Hilfsmittel. Wichtig ist ihr, dass der Patient am Ende selbst entscheidet. Und dann setzt sie sich mit vollem Engagement für seine Ziele ein – und wird regelmäßig mit Erfolgserlebnissen belohnt, wie im Falle einer Patientin mit einer Rückenmarkserkrankung: „Die Patientin wohnt noch zu Hause und ist geistig sehr fit“, erzählt Kukec-Vetter. „Aber wenn ihre Pflegekraft mal für einen Moment nicht da war, konnte sie nur im Bett bleiben und sich nicht selbst in der Wohnung bewegen. Wir haben dann lange mit der Krankenkasse gerungen, aber mit einem lohnenden Ergebnis: Die Patientin hat jetzt einen elektrischen Rollstuhl mit Joystick und kann sogar wieder alleine in den Garten, um mit den Nachbarn zu plaudern. Es ist toll, einem Menschen dieses Stück Selbständigkeit zu ermöglichen.“

Kli n i ku m Li p p e

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Menschen arbeiten

„ E s g e h t nicht nur dar um, Är z t e z u w e r b en, s onde r n daf ür zu s o r g e n , das s s ie b l e ib e n“ Cornelia Reingruber entwickelt Ideen für eine gute Work-Life-Balance Ob jemand im Klinikum Lippe arbeiten möchte, hängt nicht zuletzt davon ab, ob die Kinderbetreuung passt. Das weiß Cor nelia Reingruber nur zu genau, denn sie ist im Klinikum Lippe für die Personalentwicklung und das Bildungszentrum für Berufe im Gesundheitswesen verantwortlich. Mit zahlreichen Projekten sorgt sie dafür, dass die Mitarbeiter die Unterstützung bekommen, die sie brauchen.

Als Sie vor fünf Jahren den Bereich Personalentwicklung übernommen haben, war das für Kliniken noch Neuland. Was war Ihre erste Amtshandlung? Ich habe als erstes eine Befragung unter den Ärzten gemacht. Es ging darum, was sie sich von Ihrem Arbeitgeber wünschen und was sie am Klinikum Lippe brauchen. An erster Stelle standen familienfreundliche Strukturen, dicht gefolgt von Fortbildungsangeboten. In den ersten zwei Jahren habe ich dann sehr viel im Bereich Familienfreundlichkeit gearbeitet. Und es war für mich eine entscheidende Erkenntnis, dass dieser Punkt wichtiger war als alle anderen. D i e Er öf f n ung der Bet r i ebski t a war f ür Cor nel i a Rei n gr uber ei n M ei l en st ei n i hr er A r bei t . 40 Klinikum L i ppe

Vo n M en sc h zu M en sc h


Welche konkreten Maßnahmen haben Sie ergriffen, um das Klinikum Lippe familienfreundlich zu machen? Unter dem Label „Work+Family“ haben wir eine ganze Reihe an Projekten. Wir haben eine eigene Betriebskita eingerichtet und Belegplätze in weiteren Kitas in Detmold und Lemgo. Außerdem gibt es den sogenannten FABEL-Service des Kreises Lippe, mit dem wir sehr eng und gut zusammenarbeiten. Über diese Servicestelle werden alle Fragen rund um das Thema Kinderbetreuung beantwortet. Wir hatten hier schon Notsituationen von Mitarbeitern, in denen eine Kinderbetreuung sehr plötzlich wegbrach. Dafür haben wir bisher immer eine Lösung gefunden. Spielt es für die Personalentwicklung eines Klinikums auch eine Rolle, dass immer mehr weibliche Absolventen die Medizinfakultäten verlassen? Ja, definitiv. Ein Aha-Erlebnis für mich war, als ich vor einem halben Jahr eine telefonische Anfrage von einer Ärztin hatte, die eine Assistenzarztstelle suchte. Sie sagte, dass die Klinik ihren Vorstellungen entspreche, aber sie als erstes schauen müsse, wie es mit Kinderbetreuungsmöglichkeiten sei. Da war ich froh, ihr sagen zu können, dass wir eine Betriebskita haben, in der zu dem Zeitpunkt auch noch Plätze frei waren im U3-Bereich. Dann hat sie gesagt: Okay, ich wende mich an die Kita. Und wenn ich dort einen Platz bekomme, dann bewerbe ich mich bei Ihnen. Das zeigt, in welche Richtung es sich weiterentwickelt. Was ist außer einer Betriebskita noch wichtig für die Familienfreundlichkeit? Uns liegt es am Herzen, Mitarbeiter, die in Elternzeit gehen, besser zu betreuen. Deshalb haben wir eigens eine Infomappe zusammengestellt. Neben Informationen zu Mutterschutz und Elternzeit finden die Mitarbeiter hier ganz praktische Informa-

D i e i n ner bet r i ebl i c he For t bi l dung hat am Kl i ni ku m Li ppe Tr adi t i on .

tionen zu Geburt und Schwangerschaft, aber auch Formulare und eine Linkliste. Die Mappe findet guten Anklang und wir bekommen positives Feedback von den Mitarbeitern. Auch während der Elternzeit halten wir Kontakt. Die Mitarbeiter sollen nicht das Gefühl haben, dass sie für uns uninteressant sind, nur weil sie sich längere Zeit um die Familie kümmern. Wenn die Kinder größer sind, haben die Mitarbeiter andere Fragen, zum Beispiel, wie sie die Pflege älterer Angehöriger organisieren. Wie unterstützt das Klinikum Lippe sie dabei? Das Thema pflegebedürftige Angehörige ist tatsächlich im Kommen, und ich habe da viele Anfragen. Deswegen ist gerade eine ähnliche Mappe in Arbeit wie es sie bei uns schon zur Elternzeit gibt. Und natürlich versuchen wir sowohl Eltern von kleinen Kindern als auch die Angehörigen Pflegebedürftiger mit flexiblen Arbeitszeitmodellen zu unterstützen. Eine zweite wichtige Säule Ihrer Arbeit ist die Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter. Was hat das Klinikum Lippe da zu bieten? Die innerbetriebliche Fortbildung hat in


Lippe eine lange Tradition. Schon vor über 30 Jahren wurde das Bildungszentrum in Detmold eröffnet, später auch eins in Lemgo. Damals wandte es sich aber nur an Pflegeberufe, mittlerweile ist es für alle Berufsgruppen im Gesundheitswesen offen. Natürlich können wir die Fortbildung für die Ärzte hier vor Ort nicht komplett abdecken, aber wir sind eine zentrale Anlaufstelle, auch für Nachfragen anderer Kliniken. Dafür haben wir eine neue Homepage auf den Weg gebracht. Das Bildungszentrum und die Personalentwicklung stehen jetzt unter meiner Gesamtleitung. Wir haben jetzt bedarfsgerechte Angebote, die laufend aktualisiert werden.

Worin sehen sie die großen Herausforderungen in der Personalentwicklung in den kommenden Jahren? Es geht heutzutage nicht nur darum, Ärzte anzuwerben, sondern auch dafür zu sorgen, dass sie bleiben. Deshalb gilt es, jeden einzelnen in seiner Karriereplanung zu unterstützen: Wo steht ein Mitarbeiter, fühlt er sich wohl und wo will er einmal hin? Oder wenn es ein älterer Mitarbeiter ist: Wie will er mal in den Ruhestand gehen? Zusammengefasst heißt das, die Mitarbeiter fordern und fördern, in Absprache mit den Vorgesetzten und natürlich in Einklang mit der Zielsetzung dieses Hauses.

„H ier k a n n m an s ich ve r wu r ze l n“ Sophia Lades hat ihr PJ am Klinikum Lippe absolviert – und will wiederkommen Manchmal sind es Details, die den Unterschied ausmachen. Für Sophia Lades, 28, war es ihr Namensschild am Arztdienstzimmer der Neurolog ischen Abteilung. Dass man als Studentin im Praktischen Jahr so viel Anerkennung bekommt, hat sie überrascht. Und es gibt noch mehr Gründe, warum es Sophia Lades in Lippe gefällt. Kein Wunder, dass sie ihre berufliche Zukunft am Klinikum Lippe sieht – und ihre Familie sich hier wohlfühlt.

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Sie haben in Frankfurt studiert und in Offenbach gewohnt. Was hat Sie dazu bewogen, nach Lippe zu ziehen? Das war ein Zusammenspiel von vielen Faktoren. Mein Sohn hätte in Offenbach in eine achtzügige Grundschule gehen müssen, das gefiel uns nicht und es war klar, dass wir woanders hinziehen würden. Im Frankfurter Raum haben wir aber nicht das Passende gefunden. Ich kannte Lippe schon ein wenig aus meiner Kindheit. Als ich dann mit meinem Lebensgefährten durch Detmold gegangen bin, waren wir uns einig: Hier können wir uns vorstellen zu bleiben. Durch die Fachhochschule und die Musikhochschule ist die Stadt sehr jung und akademisch geprägt und bietet viel Kultur. Das gefiel uns. Empfinden Sie Lippe als eine familienfreundliche Region? Ja, definitiv. Es fängt damit an, dass wir die Kinder hier zum Spielen auf die Straße schicken können. Das ging in der Großstadt nicht. Hier können die Kinder mal eben ihre Freunde besuchen und zu Fuß zur Schule gehen. Auch die Kindergartensituation ist nicht so angespannt. Obwohl wir nach dem Umzug sehr kurzfristig einen Platz brauchten, konnten wir uns zwischen mehreren Kitas entscheiden. Undenkbar in einer Unistadt! Was macht es aus medizinischer Sicht reizvoll, hier zu arbeiten? Ein kommunales Klinikum hat viele Vorteile gegenüber einer Uniklinik. In einer Uniklinik sind alle sehr spezialisiert. Da arbeitet man oft nur an den exotischen Fällen und es fehlt manchmal an den ganz normalen. Die gibt es hier reichlich, aber natürlich auch immer Fälle, die schwieriger sind. Ich bin gerade in der Neurologie in Lemgo und finde die Arbeit hier jeden Tag spannend und herausfordernd und es entwickelt sich gerade ungeheuer viel. Ich

„Hi er möc ht en w i r bl ei ben “, sagt S ophi a Lades ü ber i hr e Wahl hei mat D et mol d.

schätze an einem kommunalen Klinikum auch, dass man sich hier mehr verwurzeln kann als an einer Uniklinik. Dort gibt es oft nur befristete Verträge. Hier hat man auch die Aussicht, irgendwann einmal Oberarzt zu werden, wenn man als Assistenzarzt angefangen hat. Die Hierarchien kommen mir flacher vor und die Stimmung unter den Kollegen ist sehr angenehm. Als Studentin mit Kindern ist es trotzdem eine tägliche Herausforderung, den Job in der Klinik und die Familie unter einen Hut zu bringen. Haben Ihre Kollegen Verständnis für Ihre Situation? In Frankfurt war ich immer eine Exotin unter vielen kinderlosen Studenten und Assistenzärzten. Hier habe ich den Eindruck, dass alle mehr Verständnis haben, weil Kinder genauso selbstverständlich in die Lebensplanung gehören wie der Beruf. Und daraus resultiert auch mehr Verständnis für die Bedürfnisse einer Familie. Es ist hier kein Problem, wenn ich mal eher gehen muss, weil ich mit meinem Sohn zum Arzt muss. Von daher fühle ich mich sehr gut aufgehoben.


Menschen lachen

WAS oder W O ?

Das ist hier die Frage…

D

ie Einladung für das Abi­ treffen kommt am 22. Dezember über facebook, und schon am nächsten Abend soll es stattfinden. Zeit vor Heiligabend ist Mangelware, aber die Neugier siegt: Wer kommt? Was machen die? Haben die auch schon Kinder – zwölf Jahre nach dem Abi? Vieles weiß man über facebook, aber eben nicht alles. Ich überlege, ob ich mithalten kann. In Sachen beruflicher und privater Erfolg. Es ist ja nicht cool, wieder in diese mittelgroße Stadt zurückgekehrt zu sein. Wollten wir nicht alle damals erst mal raus hier? Habe ich ja gemacht. In Deutschlands großen Städten studiert und gearbeitet, im Ausland den Horizont erweitert. Und dann? Kam die Familiengründung, und die Provinz war der bessere Ort dafür, auch wenn es beruflich als Journalistin in der Großstadt besser wäre. Aber bei drei Kindern relativiert sich das. Damit bin ich

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in der Jahrgangsstufenstatistik möglicher­ weise auf den vorderen Plätzen. Also muss mein Mann mit den Kindern den Tannenbaum schmücken, und ich sitze am Abend vor Heiligabend in einer Bar und bestelle mir mutig einen Cocktail und lieber gleich ein Wasser dazu. Sechs Leute sind der spontanen Einladung gefolgt. Drei davon habe ich tatsächlich zwölf Jahre nicht gesehen, zwei meiner Freundinnen sind aber auch dabei. Die Stimmung ist entspannt. Alle scheinen sich vorgenommen zu haben, sich nicht zu vergleichen und alles toll zu finden, was die anderen machen. Die Gespräche laufen nach einem bestimmten Schema ab. Und was machst Du? Ich wohne in Hamburg. Ich bin dort Jurist. Und Du? Ich wohne in Frankfurt und arbeite da als Lehrer. Interessant: Die Frage lautet, was man macht. Und bevor man darauf antwortet, sagt man, wo man es macht. Als sei es ein riesengroßer Unterschied Lehrer in Köln oder Bad Salzuflen oder Sozialarbeiter in Dortmund oder Lippstadt zu sein. Eine große Stadt klingt


automatisch nach „Ich hab‘s geschafft“, ob man nun mit dem, was man tut, erfolgreich ist oder nicht. Mein Cocktail ist erst halb leer, aber steigt mir schon zu Kopf. Ich halte mich vorübergehend an das Wasser. Die Daheimgebliebenen (oder Rückkehrer) verlieren sich in einer Rechtfertigungsspirale aus Sätzen wie „Hier wird auch Einiges geboten“, „Man hat die Großeltern als Babysitter in der Nähe“ oder „Die Mieten sind hier bezahlbar“. Mitten in die Gespräche platzt noch ein siebter ehemaliger Mitschüler, legt seinen BMW-Schlüssel auf den Tisch und beantwortet die Und-was-machst-duFrage mit: „Ich bin Arzt. Im Moment in Berlin.“ Zwei Wörter, die bei allen Eindruck machen: Arzt und Berlin. „Und wie gefällt Dir Berlin?“, frage ich. „Ganz gut“, erwidert er, „aber wenn ich in zwei bis drei Jahren eine Familie gründe, komme ich wieder hierhin.“ Na dann: Willkommen zurück!

Sieben Argumente für Lippe Ein bezahlbares Zuhause

Die Durchschnittsmiete pro Quadratmeter liegt in Detmold bei ungefähr 6 Euro und damit unter dem Bundesdurchschnitt, von den Mieten in den Metropolen ganz zu schweigen. Fa m i l i e n e rw ü n s c h t

In Lippe ist die Versorgungsquote mit U3-Plätzen höher als im Landesdurchschnitt NRW. Und auch sonst haben wir alles, was Eltern und Kinder glücklich macht: Natur, Museen, Freizeiteinrichtungen und einfach Platz zum Spielen. K u lt u r

Detmold ist die Kulturstadt am Teutoburger Wald mit eigenem Landestheater und der Hochschule für Musik. Teutoburger Wald

Erholung beginnt bei uns vor der Haustür im Naturpark Teutoburger Wald-Eggegebirge. Bodenständigkeit

Uns Lippern sagt man Geiz und eine gewisse Verbohrtheit nach. Aber wer uns kennt, weiß: Wir sind auch ein sehr zuverlässiges Völkchen.

Carolin Jenkner-Kruel ist freie Journalistin und lebt mit Mann, drei Kindern und noch mehr Schafen in einem 40-Einwohner-Kaff zwischen Detmold, Lemgo und Lage. Auf ihrem Blog landnotizen.com schreibt sie über die Tü­cken des Landlebens. Tatjana Lorenz lebt in Hamburg und arbeitet als Art Directorin für GEO Epoche. Sie hat dem Hermann die Schwesternhaube aufgesetzt.

Fa m i l i e n u n t e r n e h m e n a l s A r b e i t g e b e r

Ostwestfalen-Lippe ist bekannt als die Region mit den vielen Familienunternehmen: Dr. Oetker, Bertelsmann, Miele, Melitta, Weidmüller und Phoenix Contact sind da nur wenige Beispiele einer langen Liste. C h a r m a n t e i n k a u f e n v o r h i s t o r i s c h e r K u l i ss e

Die historischen Innenstädte von Detmold und Lemgo sind gut erhalten. Und hinter den Weserrenaissance- und Fachwerkfassaden stecken gute Einkaufsmöglichkeiten.


Impressum

I m p r e ss u m Herausgeber

Klinikum Lippe GmbH Röntgenstraße 18 32756 Detmold 05231 . 72-0 V. i . S . d . P. :

Dr. Helmut Middeke, Medizinischer Geschäftsführer Redaktion & Konzept

Petra Rosin Carolin Jenkner-Kruel Texte

Carolin Jenkner-Kruel A r t D i r e c t i o n , I l l u s t r at i o n e n & G r a f i k e n

Tatjana Lorenz Bildnachweis

Vera Gerstendorf-Welle, Lippische Landeszeitung: Seite 11 Torben Gocke, Lippische Landeszeitung: Seite 10 Tatjana Lorenz: Illustrationen Seiten 4, 44, 45 Birgit Sanders /©Klinikum Lippe: Seite 43 Alle anderen Fotos: Thorsten Doerk (c) Klinikum Lippe

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Vo n M en sc h zu M en sc h


Dr. Johannes Hütte

Geschäf tsf ühr er

Dr. Helmut Middeke

Medi z i ni scher Geschäf t sfü hr er

Klinikum Lippe Detmold Röntgenstr. 18, 32756 Detmold

Tel. 05231 . 72-0

Fax 05231 . 72-1403

Klinikum Lippe Lemgo Rintelner Str. 85, 32657 Lemgo Tel. 05261 . 26-0

Fax 05261 . 26-4280

Klinikum Lippe Bad Salzuflen Heldmanstr. 45, 32108 Bad Salzuflen

Tel. 05222 . 36889-4401

Fax 05222 . 36889-4402

Profile for Klinikum Lippe

Klinikum Lippe | Imagebroschüre 2016  

Was haben wir doch alle für Macken! Wir sind geschwätzig, schüchtern, laut, leise, unordentlich, penibel, schnell genervt oder provozieren...

Klinikum Lippe | Imagebroschüre 2016  

Was haben wir doch alle für Macken! Wir sind geschwätzig, schüchtern, laut, leise, unordentlich, penibel, schnell genervt oder provozieren...

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