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S A L Z B U R G E R

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JubiläumsNachrichten

22. Oktober 2009

Telefon +43 / (0)662 / 820 220 - 0

Sonderinformation in Zusammenarbeit mit den

25 Jahre „kleines theater“


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KLEINES THEATER

Salz bu rge r Wo che

Alles Gute, kleines theater! Das kleine theater feiert Geburtstag: Es ist 25 Jahre jung. Seit seiner Gründung 1984 hat es viele Entwicklungen durchgemacht.

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SALZBURGER WOCHE SONDERPRODUKT I MPR E SSU M JUBILÄUMS-NACHRICHTEN Medieninhaber: Salzburger Woche Verlagsgesellschaft m.b.H. Herausgeber: Dr. Maximilian Dasch Geschäftsführer: Dr. Maximilian Dasch, Erich Scharf Chefredakteur: Michael Stadler Anzeigenleitung: Enrico Weishuber 5021 Salzburg, Karolingerstraße 40 Telefon 0662/82 02 20 E-Mail: sw@salzburg.com Redaktion: Roger Maresch Internet: www.salzburgerwoche.com Anzeigentarif Nr. 30 vom 1. 1. 2009 Druck: Druckzentrum Salzburg 5021 Salzburg, Karolingerstraße 38 Für diese Sonderbeilage werden Druckkostenbeiträge geleistet. Es handelt sich somit, gem. § 26 MG, um „entgeltliche Einschaltungen“.

Ziehen die Fäden im „kleinen theater“: Edi Jäger (v.l.), Peter Blaikner, Caroline Richards, Gerda Gratzer und Markus Steinwender. Bild: kleines theater

ne Bühnenkunst zeigen. Auch jungen Menschen wird ein Forum geboten, sodass die Begegnung mit Theater schon in jungen Jahren zündend wirken kann. Wie darf man sich die Freiheit der Freien vorstellen? So ganz vogelfrei ist diese Arbeit wohl nicht, leidet sie doch – wie auch andere Spielstätten – unter monetären Engen, unter dem Druck, in kurzer Zeit fertige Stücke liefern zu müssen. Nicht selten werden höchst un-

freie Wartezeiten überlebensbeängstigt abgezittert. Und dennoch passiert die freie Theaterarbeit. Weil die gestalterische Bewegungsfreiheit dem künstlerischen Denken entgegenkommt und die Chance, sich individuell definieren zu können, größer ist. Das ist Freiheit, die lebt und letztlich beglückt. Theater ist Leben. Auch das Publikum geht ins Theater, um dort Leben zu finden, denn an diesem Ort wird es intensiv und konzentriert

Peter Blaikner Gerda Gratzer Edi Jäger Caroline Richards Markus Steinwender Vorstand und künstlerisches Leitungsteam des kleinen theaters

Erich Posch – In the Spotlight Erich Posch gehört seit 13 Jahren zum kleinen theater. Ein bekanntes Gesicht für viele KünstlerInnen und das Publikum. Erich ist Techniker und Mann für alle Fälle, für Licht,

Bild: kleines theater

m Beginn stand die Amateurbühne „Apple Star“, danach wurde es ein Ensembletheater unter der Leitung von Claus Tröger, und schließlich ein Gastspielhaus, geleitet von Richarda Sunkler und Ferdinand Jansky. Im Januar 2007 stand das Haus vor dem Zusperren. Dieses Szenario wurde aber durch das Engagement des jetzigen Vorstandes hintan gehalten. Das Ergebnis ist ein Haus der freien Theatermacher in Salzburg und damit ein kreativer, vielfältiger und spontaner Kontrapunkt zu den institutionalisierten Bühnen der Stadt. Das kleine theater bietet den freien Theatergruppen eine funktionierende Infrastruktur und schafft damit die Basis für professionelle Theaterarbeit. Die Vision geht aber darüber noch hinaus. Das Theater will auch gestalterische Impulse setzen und qualitativ hochstehende, politische und weltoffe-

sichtbar. Theater verdichtet Leben zu einem Konzentrat, das wirkt, das berührt und Schwingungen hinterlässt. Idealerweise sind Funken und Spannung zwischen Bühne und Publikum immer gegenwärtig. Diese gelebte Verdichtung und die Begegnung mit dem Publikum sind lebenswichtige Momente und in dieser Form nur im Theater möglich. Wir möchten die Salzburger Theaterlandschaft mit diesem Ansatz bereichern und wünschen uns ein großes Publikum, dem wir begegnen können. Heute feiern wir das 25-jährige Bestehen des kleinen theaters. Es hat unsere Aufwartung herzlich verdient. Wir sind aber schon neugierig auf die Zukunft und danken dem Publikum, das mit Begeisterung die Freude am Theater mit uns teilt.

Ton, Auf- und Abbau. Während der Aufführungen befindet er sich hinter der letzten Reihe des Theatersaals. Erich begann im Oktober 1996 als Aushilfe im Theater Metropolis. Seine Aufgabe bestand am Anfang darin, den Vorhang rechtzeitig aufzuziehen und nicht zu früh fallen zu lassen. Er überzeugte und durfte bleiben. Nach einem halben Jahr als Regieassistent übernahm er die Technikerstelle unter Günther Schöllbauer. Im kleinen theater beschäftigt er sich mit Technik, aber eigentlich ist er ein Naturmensch; keine Schwammerl und Pilze des Lungaus sind vor ihm sicher, im Winter keine Skipiste. Doch

auch im Reich der Botanik kann er mit seinem Wissen beeindrucken. Viele Jahre war Erich mit der theaterachse – die Theatergruppe um Markus Steinwender, Mathias Schuh, Claudia Schächl u.a. – in Deutschland und Österreich unterwegs. Mittlerweile ist sein Sohn Marvin in die Fußstapfen des Vaters getreten und geht im Sommer auf Achse. Doch woran erkennt man einen guten Techniker? Keine Lampen fallen aus, Lautsprecher pfeifen nicht, Bühnenelemente stürzen nicht um. Hierbei kommt Erich sicherlich auch die verbesserte technische Ausstattung im kleinen theater zu Hilfe.


KLEINES THEATER

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III

CHRONOLOGIE 1984

Das Kleine Theater Schallmoos wird von der Salzburger Amateurtheatergruppe „Apple Star“ unter der Leitung von Claus Tröger gegründet. Am 17. November wird die Eröffnung mit der Premiere des Stücks „Dantons Tod“ gefeiert.

1988: Totenfloss

Bild: kleines theater

1995: Jugend ohne Gott

Bild: Herbert Huber

1988

Aus Apple Star entwickelt sich ein professionelles Ensemble am Kleinen Theater unter der Intendanz von Claus Tröger.

1995

Das Theater Metropolis wird als Zweitbühne des Kleinen Theaters im März eröffnet.

1998 1996: Misery

Bild: Herbert Huber

1984: Mike beim Umbau des Theaters

Anekdoten eines Urgesteins Mike Igler und das kleine theater sind unauflöslich miteinander verbunden.

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uerst als Schauspieler bei Apple Star, dann organisatorisch hinter den Kulissen, hat Mike das Theater aufwachsen gesehen: „Mit 25 Jahren kleines theater, in denen ich hier beschäftigt bin, verbindet sich eine abwechslungsreiche Geschichte, mit all ihren Höhen und Tiefen“. Wer sich Zeit nimmt, kann so einiges von ihm über die bewegte Vergangenheit des Theaters erfahren. Schmunzelnd erinnert sich Mike an eine Anekdote zum Stück „Equus“ von Peter Schaffer, das im März 1986 in der Inszenierung von Claus Tröger Premiere hatte: Das Stück handelt von einem psychisch schwer gestörten Jungen, gespielt von Klaus Tauber, der sechs Pferden die Augen ausgestochen hat und versucht, mit der Hilfe eines Psychiaters (Wilfried Maxelmoser) seine Vergangenheit und seine Tat

aufzuarbeiten. Eine Szene, in der der Junge nackt auf einem Pferd über ein Feld reitet, wurde vorab in der Nähe von Anthering in einer winterlichen Vollmondnacht gefilmt. Klaus Tauber ritt mehrmals quer über das Feld, an dessen Enden Claus Tröger und Irene Baumann mit Decken und Thermosflasche bereit standen. Diese Filmaufnahmen blieben nicht unbeobachtet und die Gendarmerie machte sich auf zum „Tatort“. Zum Glück handelte es sich bei dem Polizisten um einen Bekannten der Schauspieler. So wurden die restlichen Dreharbeiten unter polizeilicher Aufsicht fertig gestellt. Ebenso unvergessen blieb ihm die Premiere des Stücks „Meine dicke Freundin“ (1993): Die Besucher erhielten einen Gewichtsrabatt auf den Kartenpreis. Zu diesem Zweck wurde eine Schlachthofwaage organisiert. Mike bat alle Zuschauer bei ihrer Ankunft auf diese, um ihren persönlicher Preisnachlass „abwiegen“ zu können. Ein „kulinarischer Scherz“ in der Pause des Dreiakters „Da-

menbekanntschaften“ (Oktober 1994) zählt auch zu den denkwürdigen Episoden im kleinen theater: In diesem Stück spielte Irmgard Sohm eine Vanillekipferl-Mörderin. Folgerichtig wurden dem Publikum tatsächlich Vanillekipferl – allerdings ohne Gift – serviert. Femke Withag Martin Dietrich

Das Kleine Theater geht in Konkurs; das Theater Metropolis wird für immer geschlossen.

2000

Das Theater an der Schallmooser Hauptstraße, nun als Gastspielhaus, wird neu eröffnet. Der Betrieb wird ehrenamtlich von Ferdinand Jansky geführt und aufrechterhalten.

2007

Mit 1. Jänner wird das Haus an den neu gegründeten Verein „verein zentrum für theater und kultur“ übergeben.

2009

Das kleine theater feiert sein 25-jähriges Bestehen.


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Salzbur ge r Woc he

ZUM JUBILÄUM

Hingabe für das Theater

KLAUS-MARTIN HEIM

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ehr gerne melde ich mich als ehemaliges Ehrenmitglied anlässlich des 25-Jahre-Theaterjubiläums zu Wort. Seit 1983/84 bin ich interessierter Zuschauer dieses Theaters. An zwei Menschen erinnere ich mich besonders deutlich, weil sie mir durch ihre Selbstlosigkeit, vollsten Einsatz, Hingabe für das Theater in Erinnerung sind. Irene Baumann, die neben ihrer Tätigkeit als Lehrerin mit ganz großer Hingabe, Selbstlosigkeit und Fleiß unermüdlich für uns da war: Wenn nötig soufflierte sie, besorgte Requisiten, war auch mal mit Nadel und Faden zur Hand. Und kam ich aus Heilbronn mit dem Zug für meine Gastspiele als „Feuerbach“ nach Salzburg, stand sie am Bahnhof – damals noch am Zoll – holte mich ab, fuhr mich freundlicherweise dann in meine Unterkunft, als wäre es selbstverständlich. Liebe Irene, auch hier meinen ganz großen Dank für alle so wohltuende Wertschätzung, welche ich durch Sie erleben durfte. Der andere ist Mike Igler, auch heute noch erster Ansprechpartner für alles. 1989 durfte ich an diesem Haus mein 40-Jahre-Bühnenjubiläum begehen, welches mir der damalige Leiter Claus Tröger einschließlich eines Fernsehinterviews als „Ich Feuerbach“ (Dorst) schenkte. Für das Brunecker Stadttheater erarbeiten wir für das 60-Jahre-Jubiläum Bernhards „Einfach Kompliziert“ – am 12. März 2010 ist Premiere. Euer Freund Klaus-M. Heim

KLEINES THEATER

Julia Gschnitzer: Ein Julia Gschnitzer, geboren in Tirol, ehemaliges Ensemblemitglied am Wiener Volkstheater, am Salzburger Landestheater und an Bühnen in der Schweiz spielt mit Leidenschaft Theater, momentan in Gastrollen in ganz Österreich. Vom Aufhören will sie nichts wissen, obwohl sie bereits einige Jahre in „Pension“ ist: „Ich spiele bis zum Tag, an dem ich nicht mehr kann.“

Im Gespräch

Julia Gschnitzer Schauspielerin

1998 gab Gschnitzer im Theater Metropolis – die ehemalige Nonntaler Bühne des kleinen theaters – die Erna im Stück „Die Präsidentinnen“ von Wer-

ner Schwab; eine bigotte nazitümelnde Mindestpensionistin in Kleiderschürze. In der Inszenierung waren zudem Irmgard Maria Sohm als Grete und Angela Schneider als Mariedl zu sehen. Im kleinen theater an der Schallmooser Hauptstraße begeisterte sie ein Jahr später das Publikum mit ihrem guten Freund Klaus-Martin Heim in der Komödie „Arsen und Spitzenhäubchen“, unter der Regie von Klaus Gmeiner. Unvergessen die Interpretation der Frauenrolle „Martha Brewster“ durch Klaus-Martin Heim. Julia Gschnitzer gefiel es von Anfang an im kleinen theater: „Das Publikum war hier immer sehr gut. Die Atmosphäre des Theaters ist wunderbar.“ Laut der Schauspielerin gelingt es dem kleinen theater eine Lücke im Spielplan der Stadt zu füllen. „Es bringt leichtere,

Das Gewölbe im Berg Am 30. April 1986 besuchte ich im kleinen theater eine Kabarettvorstellung. In der Pause erzählte mir eine Bekannte vom Reaktorunglück in Tschernobyl. Sie selbst, eine Biologin, die Zugang zu den neuesten Daten hatte, teilte mir mit, dass in Salzburg zwanzig Mal so hohe radioaktive Werte gemessen wurden wie in Wien und dass die Reaktion der Wiener gewesen war, die Salzburger hätten sich vermessen. Nach der Vorstellung war Tschernobyl das einzige Thema, die Stimmung dementsprechend niedergeschlagen. Wir fühlten uns ohnmächtig und unendlich betrogen. In der Theaterbar machten nach und nach die Wut und die Freude am Leben der vorherrschenden Weltuntergangsstimmung Platz. Die Diskussionen wurden seltener. Schließlich gingen wir auf die Bühne, jemand packte seine Gitarre

aus, wir begannen zu singen, zu tanzen, Szenen zu improvisieren und zu feiern, als wäre hier und jetzt die letzte Gelegenheit dazu. Wir fühlten einmal mehr, dass uns die Kunst vor der Verzweiflung schützen konnte. Was dann geschah, weiß ich heute nicht mehr, jedenfalls kam ich um fünf Uhr morgens nach Hause. Meine Frau hatte einen Flug nach Hamburg geplant und musste spätestens um fünf Uhr

Peter Blaikner im kleinen theater anno 1984.

morgens weg. Sie konnte schon seit zwei Stunden nicht mehr schlafen und befürchtete, ich käme zu spät. Ich hatte ihr versprochen, rechtzeitig zu Hause zu sein, um mich um unsere Kinder zu kümmern, die damals ein Jahr und zweieinhalb Jahre alt waren. Als ich endlich da war, gerade noch rechtzeitig, erzählte ich ihr von Tschernobyl und teilte ihr mit, dass ich im kleinen theater wegen des Reaktorunglücks die nötigen Informationen einholen und sogleich verarbeiten musste. Dafür schien mir das Theater der geeignete Ort. Das kann schon eine Nacht lang dauern. Außerdem ist es gut, ein Gewölbe im Felsen zu kennen, wo man sich bei fortschreitender Strahlung schützen könnte. Meine Frau glaubte mir zwar kein Wort, fuhr aber dennoch beruhigt weg. Theater kann manchmal ein gutes Argument sein. Peter Blaikner


KLEINES THEATER

Leben für das Theater

Julia Gschnitzer und Klaus-Martin Heim (links) als Abby und Martha Brewster in „Arsen und Spitzenhäubchen“ von Joseph Kesselring, Februar 1999. Bilder: kleines theater

aber auch ganz ernste Sachen. Ein gutes, gemischtes Unterhaltungstheater, genau das bietet das kleine theater. Das lieben die Leute.“ Julia Gschnitzer ist der Meinung, dass die Stadt Salzburg – „Kultur hat hier einen besonderen Stellenwert“ – sich dafür einsetzen muss, dass ein Haus, das sich jetzt 25 Jahre lang durchgesetzt und einen ganz bestimmten Kundenstock gefunden hat, weiter existieren kann. „Es nimmt keinem anderen Theater etwas weg, sondern bereichert die Theaterlandschaft. Das müsste von der Stadt und vom Land entsprechend unterstützt werden“. Für die Zukunft wünscht sie sich, wieder im kleinen theater aufzutreten, vielleicht sogar wieder mit Klaus-Martin Heim. Das Publikum würde sich bestimmt freuen!

Liebesbrief eines Biertrinkers Wie gärt es Dir ? Ich hopfe gut! Du Sonnenschein in meinem Märzen. Brau doch vorbei, wenn ich mich so drauf bräu und malz mich fest, ich gerste gleich vor Bock. Und wenn da manche sagen, dass Du fremdgärst –

Ludwig Müller outet sich als Freund des Gerstensafts.

was pilsen sich die Leute ein, dass solchen Sud sie zapfen. Du weißt, daß ich stets lieb dich halbe und drum verzeih auch Du mir meinen letzten Seitelsprung. Wo lagerst Du die ganze Zeit? Ich habe jedes Bräuhaus schon nach Dir durchstüberlt.

Ich hopf Du weizt, du krügelst keinen bessren, und drum schwör ich Dir noch malz: Ich stiegle Dich! Post prämium: Vielen Dampf für Deinen letzten Pfiff ! Ludwig W. Müller

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ZUM JUBILÄUM

Eine Nachricht aus Hamburg

PHILIPP HOCHMAIR

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wig verbunden bin ich mit dem kleinen theater, weil mich dort in der 2. Vorstellung von „Die Räuber“ – in der Inszenierung von Georg Staudacher im Februar 1998 – in der Rolle des Franz Moor ganz urplötzlich Peter Zadek entdeckte. Er hatte nach einem jungen Darsteller für „Gesäubert“ von Sarah Kane gesucht, ist einem Tipp von Ivan Nagel gefolgt und bis zur Pause im ersten Teil der Räuber geblieben. Ursprünglich war ich für die Rolle des Spiegelberg vorgesehen, wollte aber so gern Franz Moor machen, der eigentliche Franz lieber Karl Moor spielen und der eigentliche Karl lieber Spiegelberg. Somit war durch mein Drängen die Besetzung verändert worden und Zadek kam also, hat mich entdeckt und vom Fleck weg engagiert, direkt an die Seite von Ulrich Mühe und Susanne Lothar. Ein unbeschreibliches Glück, eine rauschhafte Zeit, Vorfreude und eine selten empfundene Sehnsucht, die unvergessen mit dem kleinen theater verbunden ist.

Philipp Hochmair wurde im Oktober 1973 in Wien geboren. Er arbeitete mit zahlreichen renommierten Regisseuren und spielte Titelrollen wie Werther, Hamlet und Torquato Tasso. Hochmair wirkte bei zahlreichen Uraufführungen von Peter Handke und Elfriede Jelinek mit und war von 2003 bis 2009 Ensemblemitglied am Wiener Burgtheater. Mit Beginn der Spielzeit 2009/10 ist er Ensemblemitglied am Thalia Theater Hamburg. Bild: Anna Stöcher


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Salzbur ger Woche

KLEINES THEATER

Für ein junges

Seit seinen Anfangszeiten versteht sich das kleine theater auch als Kabarettbühne. So gastierten bereits in den 80er Jahren Josef Hader (im Bild) und Alfred Dorfer im kleinen theater. Hier stehen Auftritte oft am Beginn einer großen Karriere. Eine hochwertige Melange, eine abwechslungsreiche und spannende Mischung der deutschsprachigen Kabarettszene wird im kleinen theater dem Publikum präsentiert. In diesem Herbst werden unter anderen Ludwig Wolfgang Müller, Josef Hader, Muckenstrunz und Bamschabl zu sehen sein, im kommenden Frühjahr Christoph Fälbl, Markus Traxler und das Affront Theater. Bild: Lukas Beck Webtipp: www.kleinestheater.at/kabarett

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ie kleine Hexe“, „Das Sams“, „Der Räuber Hotzenplotz“, „Ox und Esel“ und zuletzt Peter Blaikners "Weihnachtsgeister", allesamt Produktionen des Ensembles Taka-Tuka, sind unvergessen. Ein besonderes Augenmerk legt das kleine theater dabei auf die Zusammenarbeit mit Kindergärten und Schulen. In diesem Jahr präsentierte die Gruppe "ohne titel" für Kinder ab 5 Jahren bereits “Das Schreckhupferl“, ein wunderbares Grusel-Tanztheaterstück. Für dieselbe Altersstufe steht als Weihnachtsstück Ulrich Hubs „An der Arche um acht“ am Spielplan – Premiere ist am 8. November. Wobei eines gesagt werden muss: Kindertheater im kleinen

„Stones“ hat am 18. November

theater ist immer auch was für Erwachsene! Und diese Produktion des Theater Laetitia unter der Regie von Margot Maria Paar ist bestens geeignet für christliche, muslimische, jüdische, atheistische, agnostische, esoterische und überhaupt alle Kinder und Erwachsenen. Theater für ein junges Publikum heißt aber auch, Theater speziell für Jugendliche zu machen, das heißt, sie nicht ein-

Das flüchtige Zimmer Das Theater Panoptikum schafft mit Musik und Bildern einen atmosphärischen Raum, in dem Figuren unserer vertrackten Menschenwelt agieren und die Polyphonie dieser Sprache in Szene setzen. Entstanden sind die musikalisch-ironischen Textinsekten nach Gert Jonkes „Das Zimmer“. Idee, Regie und Ausstattung kommen von Arturas Valudskis, die Produktionsleitung hat Gerda Gratzer. „Das flüchtige Zimmer“ feiert am 28. Nov. (20 Uhr) seine Premiere im kleinen theater. Weitere Vorstellungen: 29. November (19 Uhr), 11. & 12. Dezember (20 Uhr) sowie 13. Dez. (19 Uhr).

Bild: Benedikt Vyplel

Großes Kabarett im kleinen Theater

Kinder sind nicht das Publikum von morgen, sie sind das Publikum von heute. Und so gibt es im kleinen theater schon seit vielen Jahren Produktionen speziell für Kinder.


KLEINES THEATER

Publikum

Premiere.

Bild: Sarah Haas

fach in Theaterstücke für Erwachsene zu schicken und zu behaupten, sie würden sich das richtige schon rausholen. Theater für Jugendliche heißt auch, sich mit der Lebenswelt Jugendlicher im Allgemeinen und mit aktuellen Themen von Ausländerfeindlichkeit über Gewalt bis zur Drogenproblematik im Speziellen auseinanderzusetzen und Stücke am Spielplan zu haben, die genau das leisten.

So handelt etwa das Stück „Stones“ (Premiere 18. November, Regie: Caroline Richards) von zwei Jugendlichen, 14 und 15 Jahre alt, die aus Langeweile Steine von einer Autobahnbrücke werfen. Ein Autofahrer stirbt, die beiden Jugendlichen werden festgenommen und angeklagt. Das Stück zeigt, wie eine Situation außer Kontrolle gerät. Was soll mit den beiden geschehen? „Stones“ schafft es dabei, weder zu bewerten noch Partei zu ergreifen. Das Publikum ist aufgefordert, sich über die beiden und ihr Verhalten Gedanken zu machen. Seit 2007 ist das kleine theater übrigens auch Mitglied in der ASSITEJ (Association International du Theatre pour L`Enfance et la Jeunesse), dem weltweiten Dachverband zur Förderung des professionellen Theaters für Kinder und Jugendliche. Ziel und Zweck ist dabei die Vernetzung und der internationale Austausch. Denn: Theater für ein junges Publikum ist dem kleinen theater ein großes Anliegen! Webtipps: www.kleinestheater.at/schule www.assitej.at

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VORSCHAU November/Dez. 2009 THEATER Anita Köchl & Edi Jäger: „Gut gegen Nordwind“ „Loriot Meisterwerke“ „Tränen Lachen – Karl Valentin“ Theater (Off)ensive: „Enigma“ Theater Panoptikum: „Das flüchtige Zimmer“ Miluna Theater: „Romanza“

„Antigone in New York“ Theater Laetitia: „Jahre später, gleiche Zeit“ Anita Köchl & Edi Jäger: „Gut gegen Nordwind“ „Loriot Meisterwerke“

JUNGES PUBLIKUM „An der Arche um acht“ (5+) „Der Sturm“ (7+) „Stones“ (13+) „Odyssee“ (15+)

KABARETT

Theater Laetitia: „An der Arche um acht“ (5+) Taka-Tuka: „Stones“ (13+)

Peter und Teutscher Fifi Pissecker 20 Jahre Affront Theater Christoph Fälbl Markus Traxler

KABARETT

Sommertheater 2010

Messner, Blaikner, Baumann Regina Hofer Peter Blaikner Josef Hader (im republic) Muckenstruntz & Bamschabl Dornrosen Angerer/Jäger/Meik/Schubert Monika Gruber

„Ein Sommernachtstraum“ „Alice im Wunderland“ (6+)

JUNGES PUBLIKUM

Frühjahr 2010 THEATER Peter Blaikner: „Abends in der Firma“ Arturas Valudskis: „Ostwind“ Miluna Theater:

„Nix bessers ois wos guats“ CD-Präsentation und Konzert mit Peter Blaikner Am 12. und 13. November 2009 um 20 Uhr im kleinen theater: Neue Lieder voller Lebenslust, Sehnsucht und Ironie, begleitet von Reinhold Kletzander und Bernd Weißig an Gitarren und Bass. Typisch Blaikner! Als kleines Geburtstagsgeschenk des kleinen theaters erhält jeder Besucher zur Vollpreis-Eintrittskarte die CD „Nix bessers ois wos guats“.


Impressum: kleines theater bühnenzeitung, Verein Zentrum für Theater und Kultur, Schallmooser Hauptstr. 50, A-5020 Salzburg, Telefon +43 (0)662 872154 (MO-FR 17-20 Uhr) Dieser Nachdruck der Sonderbeilage erfolgte mit freundlicher Genehmigung der Salzburger Woche Verlagsgesellschaft m.b.H. Irrtümer, Änderungen und Druckfehler vorbehalten. kleines theater bühnenzeitung nr. 17 sonderheft „25 jahre kleines theater“- Einzelpreis: EUR 1,00 Österreichische Post AG/Sponsoring.Post - Verlagspostamt 5020 Salzburg - GZ: 06Z037140S - Retouren an Postfach 555, 1008 Wien

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