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1/11 Das Magazin der Katholischen Jugend der Erzdiözese Wien

verleih Flügel Behinderung – Was heißt das eigentlich? Thema

Methoden zur Selbsterfahrung

Takeaway


EDITORIAL

verleih Flügel

© Nicole Heiling

Thema . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 Hast du‘s gewusst?. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 Barrieren abbauen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 Aus dem Stern wurde ich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 Heilungen heute. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6

Liebe connectU LeserInnen,

Ich bin der Herr, dein Arzt. . . . . . . . . . . . . . . . 7 Umfrage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8 Arbeitsmarkt und Behinderungen. . . . . . . . . . 9 ABC des Erfolgs. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10 Verdrehte Welt. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11 Verschieden sein ist normal . . . . . . . . . . . . . . 12

Takeaway . . . . . . . . . . . . . 13 Termine. . . . . . . . . . . . . . . . 17 Diözesan . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 Jugendkirche . . . . . . . . . 22 Nord . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24 Stadt . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26 Süd . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28 Magazin . . . . . . . . . . . . . . 30 Ehrenamt. . . . . . . . . . . . . . 34

Sind wir nicht alle ein bisschen behindert? Sei das durch die groß gewachsene Person die im Kino vor uns sitzt und uns die Sicht versperrt, oder durch die Menschenmenge die in die U-Bahn drängt bevor wir aussteigen können. Und natürlich durch die vielen Behinderer, die uns einreden wollen, dass unsere Ideen niemals funktionieren, wir Fußballspielen nie erlernen oder unsere Ausbildung nicht beenden werden. Und behindern wir uns selbst? Haben wir wirklich den Mut, der uns im letzten connectU gegeben wurde, mitgenommen? Verfolgen wir unsere Träume und geben nicht auf? Versuchen wir Probleme aus der Welt zu schaffen? Nein, wir regen uns lieber auf, im Dunklen nichts zu sehen, anstatt unsere anderen Sinne einzusetzen! Oder behindern wir andere? Trauen wir anderen nicht zu, dass sie etwas schaffen? Sehen wir nur ihre Schwächen, anstatt ihre Stärken zu entdecken? Ein Blinder, ein sogenannter „Behinderter“, kann uns durch einen dunklen Raum sicher führen, ein Gehörloser kann auch bei größtem Lärm kommunizieren. (Tratschen, ohne dass es der Lehrer hört – wie cool ist das denn! ;-)) Hören wir auf, uns und andere zu behindern! Wir fühlen uns gerade durch unsere Schreibblockade behindert, deshalb legen wir jetzt auch den Laptop zur Seite, gehen raus, lassen bei der U-Bahn aussteigen, Constanze setzt sich im Kino vor den Berni, und lassen uns nicht weiter behindern. Und ihr lasst euch jetzt nicht von diesem Vorwort aufhalten, sondern blättert gefälligst weiter zu den richtigen Artikeln! ;-)

verleih Flügel Nr. 1 / März 2011 Medieninhaberin, Herausgeberin: Erzdiözese Wien – Katholische Jugend, Stephansplatz 6/6/620, 1010 Wien, Tel: +43 1 51 552-3391, Fax: +43 1 51 552-2743, <wien.kjweb.at>, connectu@katholische-jugend.at Layout: Simon Schmidt | Korrektorat: Friedrich Bitzan | Chefredaktion: Saskia Bellem | Stv. Chefredaktion: Rebecca Frank | Redaktion: Barbara Andrä, Marie-Luise Auer, Daniel Fürhapter, Elisabeth Hafner, Gregor Jansen, Theresa Kalantzis, Tan D. Nguyen, Maria Sigert-Kraupp, Darko Trabauer | MitarbeiterInnen dieser Ausgabe: Erich Amann, Claudia Fischer, Sabine Frühwald, Thomas haberl, Nina Högler, Barbara Lindner, Christine LoiblZonsits, Gerald Miedler, Wolfgang Paset, Barbara Puchegger, Conny Schneider, Gertrude Stagl, Carola Thier-Grasböck, Nicole van der Klaauw, Andrea Verpecz, Martin Weiss, Andreas Welich | Druck: Fa. Hannes Schmitz, Leystraße 43, 1200 Wien Mit Ökostrom auf 100% Recyclingpapier gedruckt. Offen­legung laut Mediengesetz: ist ein Kommunikationsorgan der Katholischen Jugend der Erzdiözese Wien und ihrer Pfarrgruppen. Es erscheint quartalsweise mit einer Auflage von derzeit 1200 Stück. Für ein kostenloses Abonnement sende bitte eine Email mit Namen und Adresse an connectu@katholische.jugend.at Die kommende Ausgabe zum Thema „Wasser“ erscheint voraussichtlich im Juni 2011. Redaktionsschluss für das Einreichen von Beiträgen und Werbeanzeigen ist Mittwoch, 11. Mai 2011. Kontakt: connectu@katholische-jugend.at Wir danken für die freundliche Unterstützung von:

Coverbild: Simon Schmidt, KJ Wien

Eure Vorsitzenden Constanze & Bernhard

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Das nächste connectU zum Thema „Wasser“ erscheint im Juni 2011


Thema

© wikimedia commons

Hast du’s gewusst? Fragen und Antworten zu Begriffen, die mit Behinderung zu tun haben. Eine Zusammenstellung von Theresa Kalantzis

„Behindert“ – was bedeutet das genau? Bei der Definition von Behinderung unterscheidet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) drei Begrifflichkeiten: Aufgrund einer Erkrankung, angeborenen Schädigung oder eines Unfalls als Ursache entsteht ein dauerhafter gesundheitlicher Schaden. Der Schaden führt zu einer funktionalen Beeinträchtigung der Fähigkeiten und Aktivitäten des Betroffenen. Die soziale Beeinträchtigung ist Folge des Schadens und äußert sich in persönlichen, familiären und gesellschaftlichen Konsequenzen. Für das Gesetz wird folgende Definition angewendet: Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist. Sie sind von Behinderung bedroht, wenn die Beeinträchtigung zu erwarten ist. Hat „mongoloid“ etwas mit Mongolen zu tun? Als mongoloid wird jemand bezeichnet, der unter dem Down-Syndrom bzw. Trisomie 21 erkrankt ist. Damit wird eine Genmutation benannt, bei der das 21. Chromosom oder Teile davon dreimal vorkommen. Körperliche Merkmale bei dieser Erkrankung sind z.B. ein rundliches Gesicht und mandelförmige Augen, welche eine Ähnlichkeit zu Mongolen (Bewohner der Mongolei) erkennen lassen. Heute gilt die Bezeichnung „mongoloid“ als diskriminierend. Wie sag ich’s besser? Als Ausdruck von Wertschätzung hat sich auch in der Sprache immer wieder was getan. So veränderten sich folgende Bezeichnungen bis zum heute gültigen Begriff (vorgeschlagen vom Bundesministerium für soziale Sicherheit – ganz links stehend), der möglichst wenig herabwürdigend wirken soll (ganz rechts stehend).

Kind mit Trisomie 21

• Krüppel – Behinderter – behinderter Mensch – Mensch • • • • • •

mit Behinderung Mongoloismus – Down-Syndrom – Trisomie 21 behindertengerecht – barrierefrei taubstumm – gehörlos Liliputaner – Kleinwüchsiger Pflegefall – pflegebedürftige Person an den Rollstuhl gefesselt sein – einen Rollstuhl benutzen

Noch nicht durchgesetzt: „Kognitive Behinderung“ statt „geistige Behinderung“

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Quellen: de.wikipedia.org/wiki/Behinderung emile.uni-graz.at/pub/04W/2004-10-0120.doc

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Thema

Barrieren abbauen – Vorurteile beseitigen! „In jeder Glaubensrichtung wird uns ein Gott vorgestellt, der alle Menschen liebt, egal ob behindert oder nicht. Werden wir dieser Liebe gerecht, wenn wir durch Nachlässigkeit oder Ignoranz ganze Menschenkreise aus unseren Gottesdiensten und Andachten ausschließen?“ Renate Trauner kümmert sich als hauptamtliche Fachbereichsleiterin der Behindertenseelsorge seit drei Jahren in der Erzdiözese Wien um Nöte und Anliegen (nicht nur) behinderter Menschen. Daniel Fürhapter © Behindertenseelsorge

stellen. Auch die fehlende Akzeptanz mancher Pfarrmitglieder macht es vielen Menschen mit Behinderung unmöglich, an einem Gottesdienst teilzunehmen, wie Mag. Trauner zu berichten weiß. Blinde Menschen etwa sind bei der Kommunion darauf angewiesen, dass sehende Personen unterstützend eingreifen, der Priester die Hostie in die Hand legt oder sich die Banknachbarn beim Friedensgruß trauen, die ausgestreckte Hand zu ergreifen. Der Fachbereich Behindertenseelsorge hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen mit Behinderung zur Seite zu stehen. So melden sich Eltern behinderter Kinder, die kurz vor der Erstkommunion stehen, mit Fragen und Anliegen. In solchen Situationen ist es wichtig, einerseits die Angst vor der Ablehnung abzubauen und andererseits die Akzeptanz in den Pfarren zu stärken. Bei Lernwochen, in denen behinderte und nicht-behinderte Kinder und Jugendliche zusammenkommen, oder auch bei ökumenischen Gottesdiensten, die von behinderten Menschen vorbereitet werden, bietet sich die Möglichkeit, Vorurteile abzubauen und aufeinander zuzugehen.

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Menschen mit und ohne Behinderung musizieren gemeinsem bei einem ökumenischen Gottesdienst. Bei Fragen oder Problemen steht Frau Mag. Trauner gerne zur Verfügung. Eine Liste mit barrierefreien Kirchen in der Stadt Wien ist auf der Homepage der Behindertenseelsorge einzusehen. http://www.behindertenseelsorge.at/barrierefrei Kontakt: Stephansplatz 6.6 r.trauner@edw.or.at 01 / 51552 - 3385

© Behindertenseelsorge

Wer von uns macht sich vor einem Gottesdienstbesuch großartig Gedanken über die Erreichbarkeit einer Kirche? Wer überlegt sich vor der Fahrt mit der U-Bahn, welche Station einen funktionierenden Aufzug hat? Für Menschen im Rollstuhl sind diese Fragen entscheidend. An einem Gottesdienst in einer nicht barrierefreien Kirche kann eine behinderte Person mit Rollstuhl gar nicht oder nur sehr schwer teilnehmen. Aber es sind nicht nur die baulichen Hindernisse die sich Menschen mit Behinderung in den Weg

Kooperative Spiele bei Veranstaltungen der Behindertenseelsorge helfen Vorurteile abbauen.

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Thema

Aus dem Stern wurde ich. Ein wertvolles Kind Bereits zum vierten Mal wurde im Dezember 2010 der Literaturpreis Ohrenschmaus verliehen. In insgesamt drei Kategorien werden jährlich Werke von KünstlerInnen mit intellektueller Behinderung ausgezeichnet. Daniel Fürhapter

Literaturpreis Ohrenschmaus Unter der Schirmherrschaft des Tiroler Autors Felix Mitterer wurde am 3. Dezember 2007, dem internationalen Tag der Menschen mit Behinderung, der Literaturpreis Ohrenschmaus gegründet. Seither wird an herausragende KünstlerInnen mit intellektueller Behinderung einmal jährlich die Auszeichnung vergeben. Neben einem Preisgeld von 1000 Euro erhalten die GewinnerInnen eine eigens für diesen Anlass kreierte Schokolade der Firma Zotter. In der Verpackung der Süßigkeiten wurde im Jahr 2010 der Siegertext aus der Kategorie Lyrik von Stefan Mann abgedruckt. Stefan Mann Der 1980 in Wien geborene Stefan Mann hat Trisomie 21 („Down-Syndrom“), lebt in Ried im Innkreis und arbeitet seit 2006 als Schauspieler und Schriftsteller beim Theater Malaria des Diakoniewerkes Gallneukirchen. Zu Beginn seiner Tätigkeit faszinierte ihn die Schauspielerei. Inzwischen lernt er aber auch lesen und verfasst eigene Texte. Die Gedanken zu seinem preisgekrönten Text brachte er zuerst als Bild zu Papier und diktierte sie anschließend einer Mitarbeiterin des Diakoniewerkes Gallneukirchen.

Wie ich in die Welt kam Schon längere Zeit war ich als junger Affe dort oben. Ich war froh, dass mein Stern gekommen ist. Ich bin darauf geklettert. Es war finster im Weltall. Früher war ich im schwarzen Loch. Ich hab mich gewehrt, mit allen meinen Kräften, dass mich das schwarze Loch nicht schluckt. Eine Verwandlung kam vom Affen zum Menschen. Ich bin gehüpft, wie ein Mann mit einem Ball. Dann war ich im Raumschiff. Meine Mutter wurde 1931 mit mir schwanger. Ich flog runter. Es war eine große Last für meine Mutter. Es war noch immer finster und kalt. Wenn sie ihre Hand auf den Bauch legte, wurde es warm. Dann wurde sie ins Krankenhaus eingeliefert. Aus dem Stern wurde ich. Ein wertvolles Kind

Neben Stefan Mann wurden David Sylvester Marek (Kategorie Prosa) und Reinhard Buchmann (Kategorie Lebensberichte) ausgezeichnet.

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Die Texte und Gedichte könnt Ihr online nachlesen, Ohrenschmaus ist auch bei Facebook vertreten. Facebok: www.facebook.com/pages/Literaturcaf%C3%A9-Ohrenschmaus/ 354079618218 Website: http://www.ohrenschmaus.net @ Diakonie

Die Jury wählte aus den sieben eingereichten Texten Manns das verschriftlichte Gebet „Wie ich in die Welt kam“ und begründete die Wahl mit der beeindruckend bizarr-schrillen und farbenfrohen Bildsprache des Textes.

Stefan Mann mit Ohrenschmaus Schirmherr Felix Mitterer

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Thema

© www.geo-reisecommunity.de

Heilungen heute - der Schmäh von gestern? Berichte über unheilbar kranke Menschen, die „spontan“ geheilt wurden, polarisieren die öffentliche Meinung heute genauso wie zu Zeiten Jesu. Urteilen wir ChristInnen nach dem Motto: „Was nicht messbar ist, existiert nicht“ oder gibt es eine andere Wirklichkeit, eine nicht messbare Dimension des Daseins, die sich nur dem Akt des „Glaubens“ erschließt? Trabauer Darko

Als Jesus durch die Ortschaften zog und viele Menschen auf „wunderbare“ Weise heilte, löste er nicht nur Wellen der Begeisterung aus, sondern auch den einen oder anderen Tsunami. Sogar die Heilung eines von Geburt an Blinden und die Auferweckung des toten Lazarus (Joh 9-11) wurde manchen „Gescheiten“ seiner Zeit zum Ärgernis und sie beschlossen, Ihn zu beseitigen (Joh 11, 53). Den Aposteln, heiligen Männern und Frauen der kommenden zwei Jahrtausende erging es in dieser Hinsicht nicht viel besser, denn der schmale Grat zwischen Begeisterung und Fluch für ihr Wirken wurde für viele von ihnen zum Todesurteil. Von einem vergleichbaren Schicksal wurden die Ereignisse in kirchlich anerkannten Gebetsstätten begleitet. Beispielsweise im französischen Pilgerort Lourdes haben 7200 Personen in den vergangenen 150 Jahren angegeben, geheilt worden zu sein. 2000 Fälle sind tatsächlich medizinisch, zum jeweiligen Zeitpunkt, als nicht erklärliche Heilungen eingestuft worden. Davon hat die Kirche nur 67 Fälle als Wunder anerkannt. Grund dafür sind strenge medizinische und noch viel strengere kirchliche Untersuchungen. Trotz aller Seriosität und wissenschaftlicher Beweise wurden alle „Wunder-Heilungen“ ins Lächerliche gezogen und somit die betreffenden Personen und Fachleute des Schwindels und Hochbetrugs beschuldigt. Beim Betrachten dieser Tatsachen stellt sich die Frage: „Was kann schlecht daran sein, dass ein kranker Mensch wieder gesund und ‚gesellschaftsfähig‘ geworden ist?“ Der Eindruck, manche Menschen fürchten sich vor dem Unerklärlichen, ist nicht verkennbar und die Frage nach dem Warum drängt sich geradezu auf.

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Einerseits ist der Vorgang eines Wunders nicht unter dem Mikroskop sichtbar, das verunsichert den modernen rationalen Beobachter, der gewissermaßen mit Beweisen zum Glauben gezwungen werden möchte. Anderseits werden heute magische und okkulte Kräfte öfter denn je angerufen. Ebenso erschwert die natürliche Fähigkeit der menschlichen Psyche, auf den Körper Einfluss zu nehmen, die Macht der Gedanken, der Suggestion, der Hypnose usw. eine medizinische und geistige Unterscheidung. Zwei Gefahren sind allerdings zu vermeiden: der Rationalismus und die Schwärmerei. Rationalismus, der den Fehler sucht, weil dieser ja bei außergewöhnlichen Phänomenen vorliegen muss! Im gegebenen Moment stößt die räsonierende Vernunft auf das Geheimnis – und geht zur Tagesordnung über. Im Gegensatz dazu könnte man meinen, auf die Vernunft verzichten zu können und jede behauptete Heilung zu akzeptieren. Dann verfällt man der Schwärmerei, die eine noch größere Gefahr darstellt, weil man unüberprüft überall auf der Suche nach Wunderbarem ist. Das Wunder ist nicht das Unmögliche, das wahr wird, sondern die Anerkennung, dass ein bestimmtes Ereignis in Beziehung steht mit Gott, der des Menschen, und zwar des ganzen Menschen, Heil will. Ob man es nun mag oder nicht: Die wahren Wunder gehören zum Bereich des Glaubens – heute wie zur Zeit Jesu.

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Thema Ich bin der Herr, dein Arzt – Behinderung und Krankheit in der Bibel Für die Menschen in biblischer (vor allem alttestamentlicher) Zeit war Krankheit nicht primär ein medizinisches, sondern vor allem ein religiöses Phänomen. Krankheit wird als Folge von Fehlverhalten und Sünde – der eigenen oder der Sünde der Vorfahren – gesehen und somit als Strafe Gottes. Wenn sich das Volk nicht an den Bund mit JHWH hält, wird er es mit Krankheit bestrafen: „Wenn du nicht auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, hörst, [...] werden alle diese Verfluchungen über dich kommen: [...] Der Herr heftet die Pest an dich, bis er dich ausgemerzt hat aus dem Land, in das du hineinziehst, um es in Besitz zu nehmen. Der Herr schlägt dich mit Schwindsucht, Fieber und Brand, mit Glut und Trockenheit, Versengung und Vergilbung.“ (Dtn 28,1522)

lungen und sogar Totenerweckungen überliefert. In völligem Gegensatz zu der in alttestamentlichem Verständnis vorherrschenden Gleichgültigkeit gegenüber dem einzelnen Kranken oder Behinderten schildern die Evangelien eine besondere Vorliebe und Hinwendung Jesu zu ihnen. Er verwendet sogar für seine ganze Sendung das Bild des Arztes: „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken“ (Mt 9,12). Die Überwindung von Krankheit und Behinderung (auch psychischer Krankheit, die oft als dämonische „Besessenheit“ gedeutet wurde) gilt als Zeichen der messianischen Heilszeit. Die häufigen Krankenheilungen Jesu sind auch Ursache für seine große Popularität und sorgen für einen großen Zustrom an AnhängerInnen und Bewunderern.

Gregor Jansen

Das Alte Testament versteht also Gott als Urheber der Krankheit – logischerweise ist er daher auch derjenige, von dem allein Heilung erwartet und erbeten werden kann. Gerade in der Ablehnung der heidnischen Religionen, die ärztliche und medizinische Heilkunst als Teil des religiösen Spektrums anboten (etwa durch „Ärztepriester“ in Griechenland oder Ägypten), gilt in Israel JHWH als der einzige „Arzt“, er hat das „Heilungsmonopol“: „Wenn du auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, hörst […], werde ich dir keine der Krankheiten schicken, die ich den Ägyptern geschickt habe. Denn ich bin der Herr, dein Arzt.“ (Ex 15,26)

Die besondere Zuwendung Jesu zu Kranken und Menschen mit Behinderung zeigt sich darin, dass er sie aus der sozialen Isolation befreit und sie in die Mitte des Lebens zurück holt. Oft wird berichtet, dass er die betroffenen Menschen „in die Mitte stellt“, bevor er sie heilt. So gibt er ihnen nicht nur die Gesundheit, sondern zugleich ihre Würde und Anerkennung wieder. Damit hat er auch vorbildhaft gezeigt, wie wir mit denen umgehen sollen, die mit Krankheiten und Behinderungen leben.

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© artbible.net

Die Folge war oft eine soziale Isolation der Kranken, etwa der sog. „Aussätzigen“ (vermutlich Lepra-Kranke), die völlig abgesondert wurden, als kultisch unrein galten und die von ihrer Familie zu „lebenden Toten“ erklärt wurden (man hat sogar die Totenliturgie für sie abgehalten). Dazu kommt, dass in Israel im Gegensatz zu anderen antiken Kulturen eine medizinische Heilkunst kaum entwickelt war, so dass sich die Menschen kaum anders zu helfen wussten, als Kranke aus der Gesellschaft wegzuschaffen. Kranke und oft auch behinderte Menschen (etwa Gelähmte, Blinde, psychisch Kranke usw.) waren so auf sich allein gestellt und konnten meist nur als BettlerInnen überleben.

Auffallend ist, wie Jesus Vorstellungen, dass Krankheit Folge der Sünde sei, entgegentritt. Als seine Jünger ihn angesichts eines Blinden fragen, ob dieser selbst oder seine Eltern gesündigt hätten, antwortet Jesus: „Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern das Wirken Gottes soll an ihm offenbar werden“ (Joh 9,3). Allerdings verbindet er Krankenheilungen auch mit der individuellen Sündenvergebung des Geheilten und legt Wert darauf, dass der Glaube zur Heilung verhilft (vgl. Mk 5,34; 10,52).

Erst in den jüngeren Schriften des Alten Testaments, etwa in der Weisheitsliteratur, wird auch die Mitwirkung von Ärzten positiv bewertet: „Schätze den Arzt, weil man ihn braucht; denn auch ihn hat Gott erschaffen. […] Zu gegebener Zeit liegt in seiner Hand der Erfolg; denn auch er betet zu Gott, er möge ihm die Untersuchung gelingen lassen und die Heilung zur Erhaltung des Lebens.“ (Sir 38,1.13f). Von einigen großen Prophetengestalten wie Elija und Jeremia werden Krankenhei-

El Greco Heilung des Blindgeborenen

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Thema Wie reagierst du auf Menschen mit geistiger/körperlicher Behinderung? meinem Umfeld umgehört, wie meine Mitmenschen auf Menschen mit Handicap reagieren. Barbara Lindner

Regina, 38, kfm. Angestellte Ich bin dankbar dafür, dass meine Kinder und meine Familie im Moment ohne Behinderung leben können. Es gehen Gedanken durch meinen Kopf, wie es zur Behinderung gekommen ist und wie sich mein Leben verändern würde, wenn es mich oder meine Familie treffen würde. Meinen Kindern versuche ich eine ehrliche und unvoreingenommene Antwort auf ihre Fragen zu geben. Wenn nötig, fragen wir einfach den Betroffenen, ob er uns was zu seiner Behinderung erzählen möchte. Sollte in der Situation des Zusammentreffens Hilfe notwendig sein, versuche ich diese zu geben! Heinz, 44, Flugwetterberater Ich reagiere immer wieder zuerst mit großer Verunsicherung. Aber ein freundschaftlicher Kontakt zu einer blinden Bekannten hat mich gelehrt, dass ein natürlicher, unkomplizierter Umgang für alle Beteiligten das Beste ist. Victoria, 26, Angestellte Ich versuche, Menschen mit Behinderungen normal zu behandeln, und wenn es die Situation erfordert, hilfsbereit zu sein. Es ist wichtig, dass Personen mit diversen Einschränkungen von der Gesellschaft akzeptiert und vor allem integriert werden. Verena, Sozialpädagogin Ich denke, ich gehe mit „Behinderten“ nicht anders um als mit „Nicht-Behinderten, denn ist nicht jede/r von uns in einer gewissen Hinsicht behindert? Ich selbst bin beispielsweise kurzsichtig und ich hab auch einige andere Macken, die mir nicht auf den ersten Blick anzusehen sind. Für mich sind immer Einfühlungsvermögen und Geduld im Umgang mit Menschen wichtig, egal ob bei herausfordernden Kindern/Jugendlichen oder bei Menschen mit besonderen Bedürfnissen.

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Christian, 22, Bautechnischer Zeichner Behinderung ist ein Zustand, den wir Menschen definieren, genau deshalb ist es wichtig, diesen Menschen „normal“ zu begegnen, denn sie sind normal. Mitdenken und Helfen sollte selbstverständlich sein, ein Mensch, der seine Sehfähigkeit verloren hat, weiß nicht, welcher Bus gerade zur Station fährt und wo dieser genau stehen bleibt. Und genau da sollten wir keine Scheu haben und einfach Mut fassen und fragen: „In welchen Bus wollen Sie?“ Monika, 17 , Schülerin Menschen mit Behinderungen sind nicht anders als du und ich. Ich bemühe mich, genauso mit ihnen umzugehen. Ich bringe ihnen dieselbe Freundlichkeit, Offenheit und Ehrlichkeit wie jedem anderen Menschen entgegen. Dennoch versuche ich, ihnen gegenüber besonders zuvorkommend und aufmerksam zu sein. Markus, 36, kfm. Angestellter Behinderte möglichst als normal und „positiv gewöhnlich“ wahrnehmen! Das sollte meine Reaktion im täglichen Miteinander sein, zum Beispiel damals im Zivildienst in einer Behinderteneinrichtung. Niemand ist perfekt, mein Nächster nicht und schon gar nicht ich selbst! Roswitha, 50, Pastoralassistentin Eines meiner Taufpatenkinder, Lloyd, ist schwerst geistig und körperlich behindert. Für die Ärzte ist es fast ein Wunder, dass er mit einer so schweren Behinderung und einer begrenzten Lebenserwartung unbedingt leben will. Wenn ich ihm begegne, weiß ich, dass das Leben unendlich kostbar ist und vielgestaltig. Seine Lebensfreude gibt mir Lebensmut. 1/11

© Fotos: KJ/Privat

Hilf- und Ratlosigkeit, Mitleid, Scheu oder sogar Ablehnung sind oft erste Reaktionen auf Menschen mit geistiger und / oder körperlicher Behinderung. Ich habe mich einmal in


Thema

© Andreas Gruber

Arbeitsmarkt und Behinderung – Wie geht das zusammen? Interview mit Mag. Andreas Gruber, Mitarbeiter der Industriellenvereinigung und Projektleiter der Website www. arbeitundbehinderung.at Marie-Luise Auer

Wie lange gibt es Ihre Website schon und warum wurde Sie erstellt? Die Website gibt es seit 2003 und ist auf Initiative der Industriellenvereinigung als Sozialpartnerprojekt entstanden. Das Ziel ist zum einen, anhand von Best-Practice-Beispielen Betriebe und Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung aufzuzeigen, zum anderen, ein umfassendes Informationsangebot zur Verfügung zu stellen. Welche Unterstützung erhalten Menschen mit Behinderung, damit sie auf dem österreichischen Arbeitsmarkt überhaupt eine Chance haben? Menschen mit Behinderung können umfassende Unterstützung erhalten, die Möglichkeiten sind hier sehr vielfältig. Das reicht von einer besonderen Betreuung bei der Arbeitssuche, über Fördermöglichkeiten in Betrieben bis zur barrierefreien Gestaltung des Arbeitsplatzes und vieles mehr. Viele Organisationen wie das AMS, das Bundesamt für Soziales und Behindertenwesen oder gemeinnützige Vereine und Institutionen unterstützen Menschen mit Behinderung auf dem Arbeitsmarkt. Worin liegt der Nutzen für den/die ArbeitgeberIn, Menschen mit Behinderung einzustellen und was ist der Gewinn für die Gesellschaft? Im besten Fall gewinnt der/die ArbeitgeberIn eine/n ArbeitnehmerIn, mit dem/der er/sie genauso zufrieden ist, wie er/sie es mit einer Person ohne gesundheitliche Einschränkungen wäre. Voraussetzung dafür ist, die besonderen Bedürfnisse der jeweiligen Personen zu kennen, sie zu akzeptieren und die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Dafür (um z.B. den Arbeitsplatz behindertengerecht zu gestalten) stehen unter anderem Förderungen zur Verfügung oder Beratungsangebote. Auch sonstige steuerrechtliche Vorteile kann der/die ArbeitgeberIn im Falle einer Beschäftigung von Menschen mit Behinderung erhalten. Der Gewinn für die Gesellschaft ist natürlich enorm: Gelingt es, möglichst viele Menschen mit Behinderung in Beschäftigungsverhältnisse zu bringen, wird es diesen viel stärker ermöglicht, selbstbestimmt und eigenverantwortlich das eigene Leben zu gestalten und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Menschen mit Behinderung werden viel eher als gleichberechtigte Teile der Gesellschaft wahrgenommen und weniger als Personen, die umfangreicher Hilfe bedürfen.

Gibt es rechtliche Bestimmungen bzw. Gesetze, die erwerbstätige Menschen mit Behinderung unterstützen bzw. absichern? Es gibt zahlreiche Bestimmungen in Gesetzen, die Einfluss auf Erwerbstätige mit Behinderung nehmen. Die wichtigsten Bestimmungen sind aus meiner Sicht das Diskriminierungsverbot, ein besonderer Schutz bei der Auflösung von Dienstverhältnissen und die Vertretung der Interessen am Arbeitsplatz durch Behindertenvertrauenspersonen. Wo sehen Sie die größten Probleme? Das größte Problem ist zweifellos mangelnder Mut, sich auf die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung einzulassen, da immer noch entweder Vorurteile in den Köpfen vorhanden sind (geringe Leistungsfähigkeit, lange Abwesenheitszeiten bzw. Krankenstände) oder über die Möglichkeiten der Unterstützung viel zuwenig bekannt ist. Wo sehen Sie die größten Chancen? Es gibt schon so viele Beispiele, in denen die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung toll funktioniert! Wenn es gelingt, diese Beispiele nach außen zu tragen, wird viel Unsicherheit aus der gesamten Thematik genommen – darin sehe ich eine große Herausforderung, aber auch eine große Chance.

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Die Website www.arbeitundbehinderung.at ist eine Initiative der Industriellenvereinigung (IV) und wurde anlässlich des Europäischen Jahres der Menschen mit Behinderungen 2003 in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen (u.a. Arbeiterkammer, ÖGB, AMS und WKO) als gemeinsames Projekt entwickelt.

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Thema Bildquellen der Reihe nach: topnews.in | diepresse.com | cmt.com bidok.uibk.ac.at | teamrotweissrot.at | redeschwall.de | down-syndrome.org altertuemliches.at | ksta.de | cinema.de | zimbio.com espalhepoesiapb.blogspot.com | gardenofpraise.com | ticketdirekt.net

ABC des Erfolgs Großartige, berühmte und erfolgreiche Menschen mit Behinderung. Echte Vorbilder also. Marie-Luise Auer

Ali, Muhammad (*1942): US-amerikanische Boxerlegende. Engagierte sich in den 60er Jahren u.a. für die Rechte der Afro-AmerikanerInnen. Setzt sich stark für die Verständigung zwischen den Kulturen ein. 1987 Parkinson-Syndrom diagnostiziert.

Kahlo (de Rivera), Frida (*1907; †1954): Berühmte mexikanische Malerin. Litt lebenslang an den Folgen einer Kinderlähmung.

Bauby, Jean-Dominique (*1952; †1997): Autor des Buches „Schmetterling und Taucherglocke“, das verfilmt wurde. Nach einem Schlaganfall Ganzkörper-Lähmung. Diktierte das Buch mittels Blinzeln.

Lebert, Benjamin (*1982): Deutscher Schriftsteller. Autor des Buches „Crazy“ (spätere gleichnamige Verfilmung mit Robert Stadlober). Halbseitig gelähmt.

Charles, Ray (*1930; †2004): US-amerikanischer Musiker. Integrierte Gospel-Elemente in Unterhaltungsmusik. Befreite sich durch seine Musik aus tiefster Armut. Erblindete im Alter von sieben Jahren.

Marko, Denise (*1994): Deutsche Schauspielerin. Spielte als Zwölfjährige in dem Film „Contergan“ die Hauptrolle. Wurde ohne Hände und Arme und mit nur einem Bein geboren.

Eggli, Ursula (*1944; †2008): Schweizer Autorin und Gründerin einer Selbsthilfeorganisation. Litt an Muskelschwund, einer zunehmenden Muskelschwäche und war dadurch enorm bewegungseingeschränkt.

Pineda, Pablo (*1975): Psychopädagoge und Schauspieler aus Spanien. Wurde mit der „Goldenen Muschel“, einem spanischen Filmpreis, ausgezeichnet. Hat Trisomie 21.

Sampedro, Ramón (*1943; †1998): Autor, Bürgerrechtler und Poet. Verfasste einen Gedichtband mit dem Titel „Briefe aus der Hölle“. Setzte sich für das Recht auf Sterbehilfe ein. Sein Leben wurde in „Das Meer in mir“ verfilmt. Vom Hals abwärts gelähmt.

Geierspichler, Thomas (*1976): Österreichischer Rennrollstuhl-Fahrer. Olympiasieger 2004. Sportler des Jahres 2008. Nach einem Autounfall querschnittsgelähmt.

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Hawking, Stephen (*1942): Bedeutender englischer Astrophysiker. U.a. Professor für Mathematik an der Universität Cambridge. Leidet an einer Erkrankung des motorischen Nervensystems (ALS). Seit 2009 fast vollständig gelähmt.

van Beethoven, Ludwig (*1770; †1827): Berühmter Komponist der Wiener Klassik. Komponierte trotz fortschreitender Taubheit. War ab seinem dreißigsten Lebensjahr stark hörbeeinträchtigt.

Iwamoto, Aya (*1973): Japanische Akademikerin. Schloss das Studium der englischen Literatur ab. Arbeitet als Übersetzerin. Trisomie 21 diagnostiziert.

Wonder, Stevie (*1950): Sänger, Komponist, Produzent. Einer der größten Soul und R’n’BKünstler aller Zeiten. Schrieb u.a. den Song „I just called to say I love you“. Blind.

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Thema Verdrehte Welt – 12 Stunden im Rollstuhl Wir hatten in der Schule (Heil- und Sonderpädagogik) das Thema: “körperliche Behinderungen“ und sollten eine bestimmte Behinderung auf die eine oder andere Weise bearbeiten. Ich entschied mich dafür, einen Tag lang in die schwierige und komplizierte Welt der Querschnittsgelähmten einzutauchen. Sabine Frühwald, Ehrenamtliche aus dem Vikariat Süd

Der Tag begann schon hart, indem ich versuchte, den Feldhügel mit dem Rollstuhl hoch zu fahren. Ehrlich gesagt hatte ich nicht sehr viel Kraft in den Armen und bat schon nach wenigen Minuten meine Freundin, welche mir an diesem Tag half und beistand, um Hilfe. Als die Badener Bahn dann endlich kam, versuchte ich einzusteigen, doch die Rampe war viel zu hoch für mich und wieder musste ich um Hilfe bitten. Danach fuhr ich weiter mit der U6. Wie jeden Tag in der Früh waren sehr viele Menschen auf dem Bahnsteig und es wurde gedrängelt und geschubst. Dabei wurde auf mich im Rollstuhl keine Rücksicht genommen. Viele Leute wollten aussteigen und ich stand ihnen mehr oder weniger im Weg und sie schoben mich herum, um sich Platz zu machen. Danach wollte ich mit dem Aufzug hinauf fahren, doch dieser war so voll mit Menschen, dass ich nicht mehr hineinpasste. Als der nächste Aufzug kam, war ein Mann so nett und stieg aus, damit ich hochfahren konnte, auf diese Idee ist aber sonst niemand gekommen. In der Schule angekommen, fuhr ich wieder mit dem Aufzug in den vierten Stock zu meinem Klassenzimmer. Die Gänge waren sehr eng und ich kam nur mit Mühe und der Hilfe von mehreren Schülern zu meinem Klassenraum. Dort wartete das nächste Problem auf mich, die Tür! Sie war zu klein und wir mussten die zweite Tür daneben aushängen, damit ich hineinfahren konnte. Der Unterricht verlief eigentlich sehr normal. Ich konnte nur nicht mit dem Rollstuhl unter den Tisch fahren und musste meine Notizen auf dem Schoß machen. Nach der dritten Unterrichtsstunde musste ich mit einer Freundin in das Nebengebäude unserer Schule. Das Problem war nur, dass es dort keinen Aufzug gibt, aber sieben Stockwerke. Wieder einmal musste ich andere um Hilfe bitten, welche mich in den gewünschten Stock trugen … und natürlich auch wieder

zurück. Mir persönlich war das sehr peinlich und mir taten die Mädchen und Jungen sehr leid, denn der Rollstuhl mit mir war sehr schwer. Wieder ging der Unterricht weiter, und in der Mittagspause ging ich mit Freunden in der Schul-Cafeteria essen. Es war wieder einmal sehr voll. Sobald ich hinein fuhr, wurde es leiser und die meisten starrten mich an. Mein Essen konnte ich mir leider nicht selber holen, denn für einen Rollstuhl war viel zuwenig Platz in der Warteschlange. Ich aß sehr schnell auf, um den vielen Blicken der Leute auszuweichen, welche mich sogar noch nach 20 Minuten ungeniert anstarrten. Nach der Schule „ging“ ich noch zu McDonald‘s essen. Es wird viel Schlechtes über ihn gesagt, doch zu mir waren die Mitarbeiter wirklich sehr vorbildhaft. Meine Freundin war mit mir angestellt, trotzdem fragten sie mich nach der Bestellung und nicht sie. Außerdem hatte ich zu wenig Platz bei den Tischen für meinen Rollstuhl. Sogleich kam ein anderer Angestellter und machte mir freundlich Platz. Ich freute mich total über diese Nettigkeiten, bis ich mich umsah und wieder alle Blicke auf mir lagen, wie schon den ganzen Tag lang. Ich wollte mir noch ein Eis kaufen und stellte mich wieder an. Kurz bevor ich dran kam, drängelte sich eine Frau mittleren Alters vor mich und fing an zu bestellen. Ich machte sie darauf aufmerksam, dass eigentlich ich jetzt dran käme und sie antwortete mir daraufhin: „Ich hab eben nur wenig Zeit!“ Ich sagte daraufhin, dass ich auch nicht sehr viel Zeit habe. Sie fing an zu lachen und meinte: „ ICH habe vier Kinder!“ Sie schaute von meinem Gesicht zum Rollstuhl, drehte sich dann um und bestellte weiter. Endlich machten wir uns auf den Weg nach Hause. Gleich kam das nächste Problem, die Badener Bahn kam nach 10 Minuten, doch keine „neue“, behindertengerechte. Also warteten wir 15 Minuten, doch auch diese Bahn war nicht mit meinem Rollstuhl befahrbar. Nach einer dreiviertel Stunde Wartezeit wollten wir endlich nach Hause. Als die nächste Bahn (wieder nicht behindertengerecht) kam, nahm mich meine Freundin aus dem Rollstuhl und trug mich in die Bahn. Gleichzeitig klappte eine andere Freundin den Rollstuhl zusammen und stellte ihn zu uns herein. Es waren viele Menschen um uns herum, doch keiner machte auch nur Anstalten, uns zu helfen … obwohl wir dringend Hilfe gebraucht hätten. Als es so weit war, auszusteigen, hatten wir das gleiche Problem noch einmal. Eine Freundin musste den Rollstuhl hinaustragen und dann schnell mich holen. Zwei Männer waren so nett, die Tür aufzuhalten, aber ich merkte, dass sie mich nicht berühren wollten, um mich hinauszutragen.

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Thema

Endlich war ich zu Hause vor der Tür und durfte wieder aufstehen. Mir taten die Beine total weh, weil ich sie 12 Stunden lang nicht bewegt hatte. Am nächsten Tag hatte ich einen Muskelkater in den Armen vom Antauchen.

ten mich gegen meinen Willen herum- und wegschieben. Auch wenn es manche Menschen vielleicht nett gemeint haben und mir helfen wollten: Für mich war es schrecklich, nicht selber bestimmen zu können, wohin ich will!

Was ist mir am stärksten in Erinnerung von diesem Tag? Es war sehr unangenehm, die ganze Zeit von Blicken verfolgt zu sein. Doch das Schlimmste an diesem Tag war, sich so ohnmächtig zu fühlen. Zum einen, weil ich so oft andere wegen Kleinigkeiten um Hilfe bitten musste. Zum anderen weil die Menschen mit mir machen konnten, was sie wollten. Sie konn-

Es war ein erfahrungsreicher Tag. Ich habe viel gelernt und meine Einstellung gegenüber Menschen im Rollstuhl geändert. Sie können eigentlich alles machen, was ein gesunder Mensch auch tun kann. Er/Sie will genauso behandelt werden wie du und ich!

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© Maria Sigert-Kraupp

Verschieden sein ist normal Mühlbach am Manhartsberg zeigt sich am Morgen des 26. Jänner schneebezuckert, auch das Dach des ehemaligen Pfarrhofes, der seit 1995 die Caritas-Tagesstätte für Menschen mit besonderen Bedürfnissen beherbergt. Alexander Kraupp, 43, diplomierter Sozialbetreuer, erwartet ab 07:45 Uhr seine Klienten an ihrem Arbeitsplatz. Nach 15 Jahren Routine wird nichts in seinem täglichen Arbeitsablauf Schnee von gestern. Maria Sigert-Kraupp

Vor der Morgenbesprechung sind Vorbereitungen für den Tag, Aufsichtspflicht und notwendige Pflegemaßnahmen zu erledigen. „Ich muss dem geistig behinderten Menschen Unterstützung geben, wo er sie einfordert und benötigt. Ohne Bevormundung, aber mit Herausforderungen: Gemeinsam mit Klienten werden Ziele und Teilziele formuliert und umgesetzt, z.B. Tisch decken lernen. Alles wird protokolliert und evaluiert, bis das Ziel erreicht ist“, erklärt er die Arbeitsweise. Behindert ist, wer behindert wird Um neun Uhr starten Garten-, Textil- und Kreativgruppe mit interner Aufteilung ihrer Arbeiten. Wenn Klienten seiner Kreativgruppe Holzspielzeug bauen, Körbe flechten oder mit Ton werken, achtet Herr Kraupp auf selbständiges Einbringen ihrer Fähigkeiten. „Manche können einzelne Arbeitsschritte allein bewerkstelligen, manche brauchen ständig Hilfe. Die Motivation schwankt; Anerkennung, Ermutigung, Lob bauen sie auf, wie jeden von uns “, betont er vor der Bandschleifmaschine im Maschinenraum, mit der heute Regalbretter zugeschnitten werden. „Behinderung wird in Österreich nach medizinischen Kriterien definiert und nicht, gemäß der UN-Konvention, im Sinne der Verschiedenheit als Normalität. Aber Menschenwürde beginnt schon bei der Bezeichnung.“ Mittagessen und fixe Mittagspause von 12 bis 13 Uhr geben Zeit fürs Ausrasten, Plaudern oder Spielen.

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Alexander Kraupp

Kraftraubend und stärkend Gearbeitet wird bis zur Abschlussbesprechung um 15 Uhr. Da noch ein Wort mit dem Chauffeur, wer morgen fehlt, dort noch Winken, bevor die Klienten per Bustaxi nach Hause fahren oder heimgehen ins vor sechs Monaten eröffnete Wohnhaus nebenan. Wieder werden Listen, Protokolle gefertigt und unterzeichnet, ehe auch Herr Kraupp um 15:45 Uhr heimfahren kann. „Abschalten gelingt nicht immer, es hängt vom Tagesgeschehen ab.“ Woher die Kraft für diesen Job kommt? „Das frag‘ ich mich auch immer wieder“, lacht er und bekennt mit Blick zum Dach: „Vom Team, Supervision, Weiterbildung, meiner christlichen Werthaltung. Und die Vision der Inklusion statt Integration: Menschen mit besonderen Bedürfnissen gehören bedingungslos normal zu unserer Gesellschaft, mit allen Rechten und Pflichten.“ Seine Hoffnung auf „Inklusion“ klingt nach mehr als bloß Schnee von morgen. Die Autorin porträtiert das Berufsfeld ihres Mannes. 1/11

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Takeaway

verleih Flügel

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Von hier an blind Blindheit ist eine Beeinträchtigung des Wahrnehmungsvermögens. In erster Linie betrifft sie die Augen, man kann aber auch von Herzen blind sein. Ein kleiner Streifzug durch die Bibel zeigt, dass man auch sehenden Auges im Dunkeln tappen und ohne Augenlicht wesentliche Dinge sehen kann. Barbara Andrä

Ablauf: Die Gruppe (ideal sind 9 bis 12 Jugendliche) wird in 3 Kleingruppen (KG) geteilt. Jeder KG wird eine Bibelstelle zugeordnet. Die Jugendlichen lesen ihre Bibelstelle durch und stellen sie im Anschluss daran den jeweils anderen KG aus der Sicht einer der betroffenen Personen vor (also z.B.: „Die Heilung eines Blinden in Jericho“ aus der Sicht von Bartimäus).

Dazu brauchst du: Bibeln, Zettel, Stifte

Bibelstellen: Mk. 10,46-52: Die Heilung eines Blinden bei Jericho Lk. 24,13-32: Die Begegnung mit dem Auferstandenen auf dem Weg nach Emmaus Apg. 9,1-19: Die Bekehrung des Saulus

Danach entsendet jede KG eineN SprecherIn, der/die an einer „Podiumsdiskussion“ zu den Themen „Was bedeutet Blindheit? Wie kann man mit ihr leben? Wie kann man sie überwinden?“ teilnimmt. Die SprecherInnen können im Lauf der Diskussion wechseln und sich Anregungen aus dem Publikum holen. Die Diskussion muss von dem/der GruppenleiterIn geleitet werden.

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© KJ

Ziel: mehrere Dimensionen von Blindheit kennenlernen

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Händikäp ausgearbeitet von Wolfgang PASET und Rebecca FRANK

Ein Workshop, um das Leben körperlich behinderter Menschen zu erfahren und zu reflektieren.

Einstieg: Erzählen über Erfahrungen/bisherigen Kontakt mit behinderten Menschen (Nachbar, Klasse, …) (5 Minuten)

Dauer: 65 Minuten Voraussetzungen an Raum: gestaltbar – Stiege in Reichweite, Tische, Sessel für jeden TN, abdunkelbar (Präsentation) Ziele: Bewältigen von Alltagssituationen als körperlich BehinderteR, Auseinandersetzung mit dem Umgang mit Behinderten Nicht-Ziel(e): „Spielen“ Teilnehmer/innen-Zahl: 14 Nähere inhaltliche Beschreibung des Workshops: Einstieg über Reflexion über Erfahrungen mit behinderten Menschen (Nachbar, Klasse, …), selber Erfahrungen sammeln, danach überlegen, warum wir (nicht) helfen Personal-Bedarf: 2 Bemerkungen: Einzelaufgaben als Parcours – wer nichts zu tun hat, kann den anderen zusehen/zuhören, zum Helfen wird von Seite der WSLeiter nicht aufgefordert, es wird aber auch nicht verboten Materialbedarf: • 2 Rollstühle • Verkehrshütchen oder Flaschen • 3 Blindenstöcke • Augenbinden • Dreieckstücher • Lose mit folgenden Aufschriften: „Blind – 1,50 €“, „Blind – Reis“, „Blind – Fahrschein“, „Bein – Krücken“ (3x), „Beine – Rollstuhl“ (2x), „Arm“ (3x), „Stumm – Mittwoch, 15 Uhr“, „Stumm – Kirche“, „Stumm – Kerze anzünden, ein Lied singen“, Besteck und Flasche, Kiste, Schloss und Schlüssel Zeitaufwand für die Vorbereitung vor Ort: 15 – 20 Minuten Genauer Ablaufplan für die Moduldurchführung: Vorstellung: Symbol wird weitergegeben – wer dran ist, sagt Name, Pfarre/Wohnort, Schule (5 Min)

Behinderungen werden ausgelost Auch im Leben ist es Schicksal, ob man betroffen ist und wie. Das Bewältigen von Alltagssituationen mit folgenden Behinderungen soll „ausprobiert“ werden. Je nach Behinderung sollen unterschiedliche Aufgaben gelöst werden. Es gibt die Behinderungen Blindheit (3), Stummheit (3), Arm (3), Beine (2 Rollstuhl, 3 Krücken). (max. 5 Minuten) Blind: TN bekommen einen Schlüssel, Augenbinde und Blindenstock. Parcours mit Verkehrshütchen/Flaschen, die Hindernisse signalisieren, TN, die „im Weg stehen“, Kiste mit Blindenstock finden, Schloss öffnen, etwas Bestimmtes (siehe Los) aus der Kiste holen (10 Minuten) ein Bein (Krücken): Stiegen steigen, Rock anziehen, kehren (5 Minuten) beide Beine (Rollstuhl): Parcours, auf einen Sessel setzen (5 Minuten) Arm/Hand: Essen gehen – Jacke ausziehen, Essen mit Messer und Gabel, Flasche öffnen und einschenken – der zweite Arm darf überhaupt nicht eingesetzt werden, als wäre er nicht vorhanden! (10 Minuten) Stumm: JedeR bekommt ein Stück Information und muss sie den anderen mitteilen (siehe Los) – jedeR muss Information mitteilen ohne Worte und zuhören/verstehen. (10 Minuten) Ausstieg: mit Heilungsgeschichte Lk 13,11ff (5 Minuten), Ablegen der Behinderungen Nachbereitung: Leben mit Behinderung – wie fühlt man sich? Hinweis, dass es normalerweise nicht so einfach geht, Behinderungen loszuwerden. Thematisieren, warum man geholfen hat/nicht geholfen hat (10 Minuten) Zeitaufwand fürs Wegräumen: 10-15 Minuten

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Lager unmöglich? Tan Nguyen

Es ist ganz klar eine Herausforderung, ein Lager zu veranstalten, an dem auch Jugendliche mit Behinderung teilnehmen. Ebenso klar ist es für uns als Katholische Jugend, alle Menschen zu integrieren. Es sollte daher nicht von vorneherein ausgeschlossen werden, ein gemeinsames Lager zu veranstalten, denn ein solches Vorhaben ist machbar. Diese gemeinsame Aktivität kann zur Gleichstellung von Menschen mit und ohne Behinderung beitragen: Es fördert den Teamgeist und die Gemeinschaft, Ängste und Vorurteile werden durch ein gemeinsames Lager abgebaut. Doch einE LeiterIn sollte sich gut darauf vorbereiten. Probleme können durch Berührungsängste entstehen, und Traditionen müssen neu überlegt werden, um niemanden auszuschließen. Aber auch Jugendliche mit Behinderung nicht mit den Aufgaben zu überfordern, ist die Pflicht des Leiters/der Leiterin. In der folgenden Broschüre der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände SAJV werden kurz die wichtigsten Punkte zusammengefasst. Zusätzlich sind Links angeführt zu Informationen für spezielle Behinderungen. Anbei findet Ihr einen Auszug aus der Checkliste der Broschüre. Für nähere Informationen ladet Euch bitte die Broschüre unter http://www.sajv.ch/projekte/jugendliche-mit-behinderung/ herunter.

1. Vorinformation Hat sich die Lagerleitung mit dem Thema auseinandergesetzt und weiß, worauf sie sich einlässt? 2. TeilnehmerInnen finden Wie viele Kinder und Jugendliche mit Behinderung möchtet ihr in euer Lager integrieren? 3. Anlass-Vorbereitung Werden weitere Hilfsmittel von den Personen mit Behinderung benötigt, die ihr organisieren solltet? Was sollten die Personen mit Behinderung selbst mitbringen? 4. Anlass-Durchführung Grundsätzlich sollte das Programm für alle stattfinden und zugänglich sein. Bei den einzelnen Spielen und Aktivitäten prüfen, ob sie für alle Kinder und Jugendliche zugänglich sind und allenfalls anpassen oder weitere Varianten überlegen. Unbedingt genügend Pausen einplanen.

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Quelle: www.sajv.ch/projekte/jugendliche-mit-behinderung

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Mehr Info gefällig? Recherche in der KJ-Bibliothek Im Sinne unseres Leitbildes ist die Bibliothek eine Serviceeinrichtung. Literatur und Medien sollen unsere Jugendarbeit auf allen Ebenen der KJ unterstützen. Das Inventar besteht hauptsächlich aus Büchern sowie Zeitschriften und anderen Medien (CDs, MCs, DVDs, Videos), die allen ehren- und hauptamtlichen MitarbeiterInnen sowie Interessierten kostenlos zur Verfügung stehen. Bücher sind kostenlos bis zu drei Wochen entlehnbar. Themenbereiche unserer Bibliothek JU Jugend 1. Theorie der kirchlichen Jugendarbeit 2. Praxis der kirchlichen Jugendarbeit 3. Studien und Erhebungen 4. Sonstige GP Gesellschaftspolitik 1. Entwicklungspolitik und Eine Welt 2. Friede 3. Gewalt 4. Soziales Engagement 5. Frauen - Männer 6. Umwelt 7. Arbeit 8. Sonstige

SP Spiritualität 1. Kirche 2. Glaube 3. Bibel 4. Religionen 5. Kirchenjahr 6. Gottesdienst und Sakramente 7. Firmung 8. Jesus 9. Sonstige TL Texte, Lieder, Geschichten 1. Bibelausgaben 2. Katechismen 3. Synoden, Enzykliken, Dokumente 4. Liederbücher 5. Gebetsbücher 6. Comics 7. Sonstige LH Lexika, Handbücher, Verzeichnisse ME Medien 1. Videos 2. Audio-CDs 3. CD-Rom 4. Audiokassetten 5. Dias 6. Sonstige

Bibliothek der Katholischen Jugend der Erzdiözese Wien Stephansplatz 6/6.620 | 1010 Wien bibliothek@katholische-jugend.at Öffnungszeiten Di-Do 9-16.30h, Fr 9-14.30h, montags und über Mittag von 12-12.30h geschlossen

© wikimedia commons

GE Gemeinschaft 1. Psychologie und Pädagogik 2. Spiel 3. Tanz und Bewegung 4. Kreativität 5. Lager 6. Partnerschaft und Sexualität 7. Schule 8. Jugendprobleme 9. Sonstige

ZS Zeitschriften

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Termine

Termine in der Jugendkirche

www.jugendkirche.at

Datum

Uhrzeit

Titel

10. März bis 16. April

9:00

Quo Vadis: Fastenzeitprojekt „Wohin führt dich dein Weg?“

18. März

17:00-21:00

Gekommen, um zu feiern! Liturgieworkshop

20. März

19:00

come2stay

27. März

19:00

come2stay

3. April

19:00

come2stay

10. April

10:00

come2stay

17. April

19:00

come2stay

24. April

19:00

come2stay Osterspecial

1. Mai

19:00

come2stay

7. Mai

15:00-18:00

Technikworkshop

8. Mai

19:00

come2stay

14. Mai

9:00-13:00

Gekommen, um zu feiern! Liturgieworkshop

15. Mai

19:00

come2stay

23. Mai bis 10. Juni

Auf!Wachen: Erlebnisausstellung Zivilcourage

27. Mai

23:59-6:00

Wach! Bleiben: Lange Nacht der Kirchen

5. Juni

19:00

come2stay

Veranstaltungsort: Jugendkirche Wien, Wiedner Hauptstraße 97, 1050 Wien • http://www.jugendkirche.at

Termine im Norden

wien.kjweb.at/vikariat-nord

Datum, Uhrzeit

Titel

Ort und Infos

28. März bis 2.April

face to face – let‘s talk about ... God!

HL

3. April 17:00-20:00

Zeit im Glas

AWN

4. bis 9. April

face to face – let‘s talk about ... God!

MI

10. April

Minibrotaktion

VikN

10. April

Zündkerze – Jugendgottesdienst

PKGD

14. April 17:00-19:30

Café SpiritOL

GJZO

15. April 16:00-02:00

spirit on fire - Das Event

GJZO

16. April 16:00-18:00

Dekanatsjugendkreuzweg

DWD

17. April 14:00-15:00

Dekanatsjugendkreuzweg

DSD

25. April 14:00-18:00

Oberleiser Grean

GJZO

1. Mai 17:00-20:00

Zeit im Glas

AWN

2. bis 7. Mai

face to face – let‘s talk about ... God!

GF

8. Mai 18:30-20:00

Zündkerze – Jugendgottesdienst

PKGD

9. bis 14. Mai

face to face – let‘s talk about ... God!

ST

12. Mai 17:00-19:30

Café SpiritOL

GJZO

2. Juni 12:00-24:00

Irgendwie Mysterie – Live-Rollenspiel

GJZO

3. Juni 17:00-22:00

FirmbegleiterInnendankfest

GJZO

5. Juni 17:00-20:00

Zeit im Glas

AWN

9. Juni 17:00-19:30

Café SpiritOL

GJZO

12. Juni 18:30-20:00

Zündkerze – Jugendgottesdienst

PKGD

HL – Stadt Hollabrunn | MI – Stadt Mistelbach | GF – Stadt Gänserndorf | ST – Stadt Stockerau | DWD – Dekanat Wolkersdorf | DSD – Dekanat Sitzendorf | GJZO – Geistliches Jugendzentrum Oberleis, 2116 Oberleis 1 | AWN – Altes Wirtshaus Niedersulz, 2224 Niedersulz | PFOL – Pfarrkirche Oberleis, 2116 Oberleis | PKGD - Pfarrkirche Gänserndorf, 2230 Gänserndorf | VikN – Vikariat Nord (ohne konkreten Veranstaltungsort, Ort nach Vereinbarung) Nähere Infos zu allen Veranstaltungen erhältst du im KJ-Büro: T +43 1 51 552-3382, E nord@katholische-jugend.at, W <wien.kjweb.at>

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Termine

Termine in der Stadt

wien.kjweb.at/vikariat-stadt

Datum, Uhrzeit

Titel

Ort und Infos

17. März 17:00-20:00

Friends of Naïn – Treffen

Naïn, Gemütlicher Abend

25. März 18:00-20:30

Ökumenischer Jugendkreuzweg

Start: Reformierte Stadtkirche, Dorotheergasse 16

6. April 19:00-23:00

DEKX-Café

DEKX

8. April 18:30

DEKX-Kreuzweg

Antonsplatz

14. April 17:00-20:00

Friends of Naïn – Treffen

Naïn, Gemütlicher Abend

25. April 20:00

Katho – die Jonglierwerkstatt

Pfarre Hütteldorf, Jonglierworkshop

30. April 21:00

DEKX-AfterEaster

Buchengasse 108

30. April bis 1. Mai

Jugendwochenende des Dekanats Liesing

Oberleis; Infos unter wien.kjweb.at/dekliesing

4. Mai 19:00-23:00

DEKX-Café

DEKX

13. bis 15. Mai

Have a Break (Wochende zum Auftanken)

Platt; Infos bei m.weiss@katholische-jugend.at

19. Mai 17:00-20:00

Friends of Naïn – Treffen

Naïn, Gemütlicher Abend

1. Juni 19:00-23:00

DEKX-Café

DEKX

6. Juni 20:00

Katho – die Jonglierwerkstatt

Pfarre Hütteldorf, Jonglierworkshop

11. Juni 15:00-18:30

Die Speisung der 5000

Lagerkochkurs; Infos bei m.solterer@katholische-jugend.at

16. Juni 17:00-20:00

Friends of Naïn – Treffen

Naïn, Gemütlicher Abend

Naïn: Pius Parsch-Platz 3, 3. Stock, 1210 Wien | Café Ephata: Garbergasse 14, 1060 Wien | Pfarre Hütteldorf: Hüttelbergstraße 1a, 1140 Wien Jugendkirche Wien: Wiedner Hauptstraße 97, 1050 Wien | DEKX: Antonsplatz 17/K4, 1100 Wien

Termine im Süden

wien.kjweb.at/vikariat-sued

Datum, Uhrzeit

Titel

Ort und Infos

18. bis 20. März 8:00-14:00

(h)ausbpauern

Jugend am Hof

19. März 19:30

Nachtgeflüster – Einstimmung auf die Fastenzeit Hauptstraße 31, 2540 Gainfarm

25. März 20:00

Dekanatsjugendmesse Wr. Neustadt

Erlöserkirche Wr. Neustadt

26. März 15:00

Musiktag

Jugendstelle Mödling, St. Gabriel

26. März 18:00

Jugendmesse „Ladezone“

Wienerstr. 8, 2601 Sollenau

27. März 15:00

Jugendkreuzweg

Dekanat Neunkirchen

27. März 18:00

Jugendmesse „g@gott.komm“

Pfarre Himberg

5. April 6:00

JUFRU – Jugendfrühstück Baden

Frauengasse 3, 2500 Baden

8. April 18:00

Jugendkreuzweg

Dekanat Schwechat

10. April

Dekanatsjugendmesse Baden

Frauengasse 3, 2500 Baden

14. April 18:00

Jugendkreuzweg

Dekanat Wr. Neustadt

14. April 19:00

Jugendkreuzweg

Pfarrplatz 7, 2500 Baden

18. April 19:30

Taizé-Gebet

Pfarre Brunn a.G.

25. April

Emmausgang

Dekanat Neunkirchen (Zeit & Ort: info@pfarrepuchberg.at)

3. Mai 6:00

JUFRU – Jugendfrühstück Baden

Frauengasse 3, 2500 Baden

14. Mai 15:00

Musiktag

Jugend am Hof, 2852 Hochneukirchen

15. Mai 18:30

Dekanatsjugendmesse Baden

Frauengasse 3, 2500 Baden

28. Mai 20:00

Dekanatsjugendball

Dekanat Baden

29. Mai 18:00

Jugendmesse „g@gott.komm“

Pfarre Rannersdorf, Brauhausstraße 23

7. Juni 6:00

JUFRU – Jugendfrühstück Baden

Frauengasse 3, 2500 Baden

17. Juni 20:00

Dekanatsjugendmesse Wr. Neustadt

Pfarre St. Leopold, Wienerstr. 61

19. Juni 18:30

Dekanatsjugendmesse Baden

Frauengasse 3, 2500 Baden

Termine in der Diözese

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wien.kjweb.at

Datum, Uhrzeit

Titel

Ort und Infos

30. April 9:00-12:00

10. Österreichischer Friedenslauf

Rathausplatz, 1010 Wien

6. bis 8. Mai 14:00

Bundeskonferenz der KJ

Anton-Böck-Gasse, 1210 Wien

15. Mai 19:30-21:30

find•fight•follow Gottesdienst

2103 Langenzersdorf

20. bis 22. Mai

Planungsklausur der KJ

auf Einladung

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Domfalke Die letzten Jahre waren in der Wiener Kirche vom Prozess „Apostelgeschichte 2010“ geprägt – überschattet von der größten je dagewesenen Kirchenaustrittswelle, bedingt durch die vielen bekannt gewordenen Fälle von Missbrauch und Gewalt in kirchlichen Einrichtungen. Viele BeobachterInnen sehen die katholische Kirche am Boden – und manche GegnerInnen freuen sich ganz offen darüber. In dieser Situation würden manche Organisationen einen Rückzug machen, sich die – definitiv vorhandenen – Wunden lecken oder in Resignation verfallen. Der „Wiener Weg“ ist ein anderer: Mutig werden die notwendigen Reformen angegangen, Probleme werden offen thematisiert und es werden Strukturen gesucht, um die Kirche zukunftsfähig zu machen. Kollegiale Leitungsmodelle, in denen Laien und Priester gemeinsam Verantwortung tragen, wurden angemahnt und sollen entwickelt werden.

Diese positive Aufbruchsstimmung prägte jedenfalls die drei Diözesanversammlungen und setzte sich in den Gremien der Vikariate, Dekanate und vieler Pfarren durch. Allerdings ist seit Oktober 2010 auch eine gewisse Ratlosigkeit ausgebrochen, der damals versprochene „Masterplan“ lässt auf sich warten, und man hat den Eindruck, dass der ambitionierte Aufbruch jetzt „im Sprung gehemmt“ ist. Fakt ist, dass Kardinal Schönborn derzeit die Diözesanleitung neu aufstellt: Mit dem neuen Generalvikar Nikolaus Krasa und der Pastoralamtsleiterin Veronika Prüller-Jagenteufel wurden erste wichtige Personalentscheidungen getroffen, in zwei Vikariaten steht zum Sommer die Ernennung neuer Bischofsvikare an. Es wird zu umwälzenden Neuerungen in den pastoralen Strukturen kommen. Vieles wird anders – dazu braucht es Mut, Kreativität und Fantasie. Wir sind dazu bereit: Yes, we can!

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BACHE LORSTUDIUM

6-semestriges für das Lehramt katholische

R E LIGION A N PFLICHTSCH U LE N Abschluss mit dem akademischen Grad Bachelor of Education (BEd)

ƒ Sechssemestriges Bachelorstudium für das Lehramt „Katholische Religion an Pflichtschulen“ ƒ Abschluss mit dem akademischen Grad Bachelor of Education (BEd) ƒ Vollzeitstudium bzw. Teilzeitstudium (für Berufstätige - 9 Semester)

Die wesentlichen Fragen des Lebens stellen – und daraus einen Beruf machen ...

N O I G I L E ... R N E T H C I U NTE R R e.ac.at i v h p k . www

ƒ Ausbildung für die Schultypen „Volksschulen, Hauptschulen und Polytechnische Schulen, Sonderschulen“, oder Religion an Hauptschulen als Zweitfach in Kombination mit D/E/M. ƒ Neue Perspektiven für Ausbildung und Beruf: Anschlussfähigkeit zur UNI (Master, Doktorat), internationale Anerkennung, Einsatzmöglichkeit bereit gefächert

Informa

108/308 l. 01/29 tion: Te n) ro a B u ra (F c.at/ .kphvie.a w w /w :/ p htt

g: sberatun rf: Eignung trebersdo W s u ien-S p 011 m a C 6 e ., 1 .9.2 Termin 1.6., 9.9 5., 8.6, 2 . 6 1 ., .4 13 terau: rems- Mit Termine K .9.2011 3 1 ., 9.6., 5.4., 4.5


Diözesan

wien.kjweb.at

Spitzenergebnis für connectU bei LeserInnen-Umfrage Saskia Bellem

Im vergangenen Heft „Mut tut gut“ vom Dezember 2010 haben wir Euch nach Eurer Meinung gefragt, wie Euch das Heft seit der Umstrukturierung und veränderten Schwerpunktsetzung gefällt. Vier Ausgaben hatten wir bis dahin nach dem neuen Schema gestaltet, und die Umfrageergebnisse zeigen, dass wir auf einem guten Weg sind: Zusammenfassung (nach Notenschema 1-5): Gesamtbeurteilung Gestaltung, Layout, Artikel, Themen: 1,3 Einige Beispielzahlen: 1/3 der Teilnehmenden an der Umfrage

gibt das Heft noch an eine weitere Person weiter, 2/3 nutzen das Heft privat, 100% waren AbonnentInnen. Unter den Teilnehmenden haben wir zehn tolle Fanpakete mit niegelnagelneuen Merchandising-Produkten verlost, darunter eine Taschenlampe, USB-Stick oder Halstuch. Herzlichen Glückwunsch und großes Dankeschön an alle Teilnehmenden!

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Wir freuen uns auch außerhalb offizieller Umfragen über Eure Rückmeldungen und Kommentare an connectu@katholische-jugend.at

Anmeldung zur Fahrt zum Weltjugendtag in Madrid Weltjugendtage muss man erlebt haben: Jugendliche aus der ganzen Welt verwandeln die austragende Stadt eine Woche lang in ein großartiges Festival des Glaubens und der Lebensfreude - überall wird gesungen, gebetet, man trifft einander und lernt Freunde kennen. Und der Papst ist auch dabei!

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Im Sommer 2011 findet wieder ein „großer“ Weltjugendtag statt - nach Köln 2005 und Sydney 2008 wird eine Fahrt der KJ Wien zu diesem Großereignis organisiert.

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Werwiewaswowann: Details findest Du auf unserer Website unter wien.kjweb.at/fahrt-zum-weltjugendtag-in-madrid

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Diözesan

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Unterstützungserklärung für die Aktion Leben-Kampagne Saskia Bellem

Am 3. Februar haben wir mit einer offiziellen Erklärung die Kampagne „contra-schadenersatz“ von Aktion Leben unterstützt. Hier im Originalwortlaut: Das Leben jedes Kindes – ob mit oder ohne Behinderung – ist immer ein Gewinn und nie ein „Schaden“. Die Rechtsprechung, dass behinderte Kinder als Schadensfall eingestuft werden, ist unfassbar und setzt völlig falsche Signale. Gesetze, die erlauben, das Leben und die Existenz von Kindern als Schadensfall zu klassifizieren, widersprechen der fundamentalen Würde jedes Menschen und müssen daher geändert werden! Darüber hinaus fordern wir eine deutlich verbesserte Unterstützung von Eltern, die sich für ihre ungeborenen Kinder entscheiden, auch wenn diese mit einer Behinderung leben werden. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die Schwächsten unserer Gesellschaft – und dazu zählen Kinder mit Behinderung – bestmöglich zu unterstützen und zu fördern. Und sie nicht als „bedauerlichen Schadensfall, der hätte verhindert werden müssen“ abzustempeln. Für die Katholische Jugend der Erzdiözese Wien:

Constanze Huber (ea. Vorsitzende)

Dr. Gregor Jansen (Jugendseelsorger Wien-Stadt)

Zur Kampagne und weiteren Unterstützungserklärungen www.contra-schadenersatz.at

Seminare für FirmbegleiterInnen 2010 © Barbara Andrä

Marie-Luise Auer

Auch heuer haben sich wieder einige FirmbegleiterInnen nach Oberleis, Wr. Neustadt und Wien getraut, um sich von der KJ aus- bzw. weiterbilden zu lassen. In jedem Vikariat gab es hierfür eine Möglichkeit. Doch nicht nur Inhalte und Methodenkenntnisse wurden vermittelt, sondern auch für das spirituelle Wohlbefinden wurde gesorgt. So wurden alle TeilnehmerInnen von dem jeweiligen Bischofsvikar in einer stimmungsvollen Messe gesegnet und in ihrer Aufgabe in der Firmvorbereitung gestärkt. Insgesamt über 60 frisch gebackene, gut ausgebildete und top motivierte FirmbegleiterInnen sind aus diesen Seminaren hervorgegangen.

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Jugendkirche

www.jugendkirche.at

BlueBox – dein Raum in der Jugendkirche Wien Für alle, die unseren Raum noch nicht kennen: das hintere Seitenschiff der Jugendkirche Wien ist mit blauen Kästen abgeteilt (daher der Name „BlueBox“) und steht an 3 Abenden pro Woche als gemütlicher Jugendraum zur Verfügung. Neben den Sofas zum Entspannen haben wir eine kleine Küche, InternetSurfstations und einen Tischfußball – aber vor allem viel Platz für alles, was uns sonst noch einfällt. Auch eine Musikanlage, Schlagzeug und Gitarren stehen für euch bereit. So gibt es auch die Möglichkeit, Instrumente zu verstärken oder zum Beatboxen. Neugierig geworden? Einfach vorbeikommen, Freunde mitbringen und gemeinsam Spaß haben!

© Fotos: Jugendkirche

Nina Högler

Obwohl die BlueBox Teil einer Kirche ist, sind wir offen für Jugendliche aller Religionen und Einstellungen und freuen uns, wenn wir mit euch Gemeinsamkeiten und Unterschiede entdecken können, auch Jugendgruppen und Schulklassen sind bei uns immer willkommen und können unser vielfältiges Programm nutzen!

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Die BlueBox ist dienstags, mittwochs und donnerstags von 18:00 bis 21:00 Uhr für euch geöffnet. Wir freuen uns auf eure Anregungen und euren Besuch! Der Eintritt ist natürlich frei.

Grundsätzlich wollen wir euch mit der BlueBox die Möglichkeit geben, den Kirchenraum als Lebens-Raum zu erfahren, als Ort der Gemeinschaft, der Begegnungsmöglichkeiten, wo man sich kreativ ausdrücken kann und alles Platz hat – wie auch in der Beziehung mit Gott. In der BlueBox findet ihr AnsprechpartnerInnen, wenn ihr jemanden zum Reden braucht, oder wo einfach jemand da ist, der Zeit für euch hat.

ss chon, da s u d t s oxWusste e BlueB l l e u t k es das a auch m jetzt m a r g o r P nter ebook u c a F f u um a dein Ra – x o B „Blue irche ugendk in der J gibt? Wien“

Gekommen, um zu feiern! Gregor Jansen

„Der Arbeiter denkt anders als der Bauer, ein Physiker anders als ein Philologe, ein Unternehmer anders als ein Journalist, ein junger Mensch anders als ein alter“, führt Papst Benedikt XVI. in seinem Vorwort für den anlässlich des Weltjugendtags 2011 erscheinenden Jugendkatechismus „YOUCAT“ aus. Daher brauche es „Übersetzungen“ in die verschiedenen Lebenswelten hinein, um dort die Menschen in ihrem eigenen Denken und Fragen anzurühren. Dieser Ansatz gilt nicht nur für die katechetische Glaubensvermittlung, sondern genauso für die Glaubenspraxis und die Liturgie: Wenn wir wollen, dass Jugendliche unsere Gottesdienste wirklich als Feier erleben, braucht es Formen und Ausdrücke, die sie verstehen können. Das ist der Anspruch, den die Jugendkirche seit über fünf Jahren an ihre wöchentlichen come2stay-Messen stellt. Das in dieser Zeit aufgebaute Know-

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how, die vielfältigen Dos & Don‘ts, die möglichen Hoppalas, aber natürlich auch gut erprobte Methoden stehen im Mittelpunkt der Jugendliturgie-Workshops, von denen am 22. Jänner bereits der erste stattgefunden hat. 18 TeilnehmerInnen, die alle in ihrer Pfarre Jugendgottesdienste gestalten, trafen sich zum Austausch, Input und zum konkreten inhaltlichen Planen eines Gottesdiensts. Die Ideen (inklusive eines „Telefon-Votings“) wurden im Gottesdienst „Helden von heute“ am 30. Jänner umgesetzt – und von den anwesenden Firmgruppen sehr positiv aufgenommen. Die nächsten Termine der Jugendliturgie-Workshops sind der 18. März (17:00-21:00) und der 14. Mai (9:00-13:00), jeweils in der Jugendkirche. Anmeldung erbeten an kontakt@jugendkirche.at.

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Jugendkirche

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Quo Vadis? Das Fastenzeitprojekt in der Jugendkirche

Nina Högler, Sozialpädagogin Jugendkirche

Wir treffen täglich Entscheidungen und bestimmen so unseren (Lebens-)Weg. Gerade Jugendliche müssen immer wieder wichtige Entscheidungen treffen, die ihr weiteres Leben beeinflussen: • Weiterführende Schule oder Lehre? • Studieren oder gleich in einen Job einsteigen und Geld verdienen? • In eine eigene Wohnung ziehen oder faulenzen im „Hotel Mama“? Nicht immer ist es einfach, den richtigen Weg zu finden, und deshalb wollen wir euch einladen, mit uns auf die Suche nach Hinweisen und Hindernissen zu gehen und dabei herauszufinden, was euch persönlich auf eurem Weg am meisten hilft. Schlussendlich muss jedeR die Entscheidung für sich selbst treffen. Beim Fastenzeitprojekt „Quo Vadis“ möchten wir euch Zeit und Raum geben, um über eure Wünsche und Vorstellungen nachzudenken. Vielleicht könnt ihr auch neue Anregungen mitnehmen und ausprobieren.

Im Labyrinth geht man verschlungene Wege, sieht nicht, wo es weitergeht, oder folgt einem Weg, der allem Anschein nach in die „verkehrte“ Richtung führt – und trotzdem, wenn man beharrlich weitergeht und nicht verzweifelt, irgendwann kommt jeder zum Ziel. Aber „zum Ziel kommen“ – das ist nicht immer gleich, jedeR von uns hat eigene Ziele, eigene Wünsche und auch eigene Methoden, um ihre/seine Ziele zu erreichen. Wir wollen herausfinden, ob es trotz aller Unterschiede Ähnlichkeiten oder Übereinstimmungen gibt und was wir voneinander lernen können. Wer möchte, darf Gedanken, Ideen oder Symbole für den eigenen Lebensweg als Graffiti entwerfen und sprayen. Eine Möglichkeit, einen Weg zu finden, ist mittels GPS-Geräten verschiedene Koordinaten zu suchen und an den jeweiligen Orten versteckte Döschen zu finden, denen ihr die nächsten Koordinaten entnehmen könnt. Wer weiß, vielleicht findet ihr am Ende sogar einen Schatz? Doch auch mit modernsten technischen Hilfsmitteln sind Geduld, Kreativität und Zusammenarbeit in der Gruppe am Weg zum Ziel von großem Vorteil. Oder vielleicht wollt ihr lieber auf die „modernen Spielsachen“ verzichten und den Schatz traditionell mit einer Landkarte suchen?

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© Jugendkirche

Alle Wege führen … in die Jugendkirche Wien – oder etwa nicht? Jeden Tag gehen wir verschiedene Wege: mal ist es eine Strecke, die wir schon gut kennen, manchmal auch ein neuer Weg, vielleicht mit unbekanntem Ziel. Manche Wege kann man gemeinsam gehen und manchmal muss man alleine unterwegs sein.

Gemeinsam wollen wir uns in kleinen Gruppen damit beschäftigen, wie Wege aussehen können, was uns auf unserem Weg hilft und wie wir unsere Wege beeinflussen können. Dabei werden wir neben einigen Spielen u.a. auch ein Labyrinth erkunden, Symbole suchen und als Graffiti festhalten und mit GPS-Geräten auf die Suche nach Hinweisen gehen.

Anmeldung erforderlich! Einen Teil der Aufgaben können/sollen die Jugendlichen in Kleingruppen alleine erledigen (in der näheren Umgebung der Jugendkirche) – je nach Alter gehen sie ohne Aufsichtsperson oder mit Begleitung! Falls ihr glaubt, dass es besser wäre, für jede Gruppe eine eigene Begleitperson mitzuschicken, bitte unbedingt bei der Anmeldung dazuschreiben!) Warme Kleidung und gutes Schuhwerk sind von Vorteil (wir verbringen einen Teil der Zeit im Freien!) Zeitraum: 10 März bis 16. April 2011 Dauer: ca. 3 Stunden Kosten: 1EUR pro TeilnehmerIn Für Schulklassen und Jugendgruppen ab 14 Jahren Anmeldung unter nina@jugendkirche.at bzw. 0664 610 12 61

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Nord

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Oberleiser Grean Ostermontag 25|4|2011 14 bis 19 Uhr Im & um den Keller der Pfarre Oberleis

14.00 Osterlob 14.30 offene Kellertür Geistliches Jugendzentrum Oberleis 2116 Oberleis 1

© KJ Simon Schmidt

Minibrot 2011 Gerald Miedler

Am 5. Fastensonntag (10. April 2011) oder an einem anderen Tag in der Fastenzeit lädt die Katholische Jugend zur Solidaritätsaktion ein. Jugend- und Firmgruppen sind gebeten den Gottesdienst zu gestalten und anschließend die Minibrote gegen Spenden zu verteilen. Hilfestellung und Ideen für Gruppenstunden und Liturgie bietet der Behelf der Mitte März unter wien.kjweb.at zu finden sein wird! Das Motto „Weine aus Liebe!“ bezieht sich auf das Evangelium des 5. Fastensonntags. Jesus weint aus Liebe zu seinem Freund Lazarus. Wir sollen mit-weinen und uns berühren lassen vom Leid der anderen, aber auch den Schritt zur konkreten Hilfe setzen. Tränen in Freudentränen verwandeln ist uns aufgetragen. Ein ganz großes Danke schon im Voraus allen sie auch heuer helfen zu helfen.

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Nord

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face to face: let‘s talk about ... God © KJ Simon Schmidt

Carola Thier-Grasböck

Inspirierende Menschen, engagierte Personen, „leiwande“ Typen, Kirche (anders) erleben und Neuem begegnen soll Platz und Raum bei „face to face“ haben. Die erste Gelegenheit, sich vor Ort ein Bild davon zu machen, gibt es in Hollabrunn, wo in Kirchennähe ein Zelt stehen wird, welches eine Woche lang zugänglich und für Gespräche jeder Art offen sein wird. In diesem Zeitraum – Starttag ist am Montag, 28. März – wird es auch in der Pfarrkirche (Montag–Freitag 8 bis 14 Uhr) für Schüler die Gelegenheit geben, eine Schwelle zu übertreten, manch innere Bilder mal beiseite zu legen und sich von der Fülle und Ausdruckskraft „verzaubern“ zu lassen. Dieses Programm bieten wir optional auch für Pfarrgruppen und interessierte Erwachsene Montag und Mittwoch 17-21.00 Uhr an. Ebenso im Zelt, welches bis Samstag Mittag für jedeN InteressierteN offen steht, wird es Programmpunkte geben.

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Also, vorbeikommen, reinschauen, Begegnung stattfinden lassen: 28.03. - 02.04.2011 Hollabrunn 04.04. - 09.04.2011 Mistelbach 02.04. - 07.05.2011 Gänserndorf 09.04. - 14.05.2011 Stockerau

© KJ Vikariatsteam Nord

Spirit on fire – Die Messe Erich Amann

Kurz vor Weihnachten luden wir in Oberleis wieder alle Firmgruppen aus dem ganzen Vikariat ein mit uns einen Vorweihnachtlichen Gottesdienst zu feiern. Es fanden trotz winterlichsten Bedingungen einige Firmgruppen den Weg zu uns. In einer sehr schönen und ruhigen Atmosphäre betraten wir die dunkle Kirche, welche nur von ein paar Kerzen erleuchtet war. Diözesanjugendseelsorger Werner Pirkner, der die Messe mit uns feierte, sprach von Situationen in denen wir uns einfach entscheiden müssen genau wie es auch Josef ging als ihn der Engel besuchte um ihm zu sagen, er soll bei Maria bleiben und einfach vertrauen. Mit vielen Kerzen gingen wir dann einen Weg durch die dunkle Kirche und spürten unseren Träumen und Möglichkeiten nach bei denen wir uns einfach Gott anvertrauen können, bevor wir uns um den Altar versammelten. Gemeinsam um den Altar feierten wir Eucharistie. Begleitet wurde die Messe von einer Band die quer durch die ganze Diözese zusammengetrommelt war. Damit niemand gleich heimgehen musste, gab es wie immer wieder heissen Tee und ein paar Kekse. Wir freuen uns schon auf die nächste Messe und hoffen auch wieder viele Firmgruppen begrüßen zu dürfen.

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stadt

wien.kjweb.at/vikariat-stadt

© DEKX

Projekte, Projekte Vieles bewegt sich in Favoriten. So auch alles, was rund um die Jugendstelle DEKX geschieht. Es gibt Dinge, die ändern sich kaum und andere, die hat es in dieser Form noch nicht gegeben. Martin Weiss, Jugendleiter DEKX

Bewährt als Projekt hat sich in den letzten Jahren unser DEKXCafé, welches nach einer ca. einjährigen „Durststrecke“ wieder zum Renner bei den Jugendlichen geworden ist. Ich denke, einiges davon verdankt die Jugendstelle dabei den jüngeren Teammitgliedern, die mit sehr viel Elan auf Menschen zugehen. Ein Projekt, das von einer reinen Jugendveranstaltung zu dem dekanatsweiten „Event“ geworden ist, bei dem – um es in den Worten von Jugendlichen zu sagen – von der Wiege bis zur Bahre alles mitgeht, ist der Dekanatskreuzweg, der in diesem Jahr bereits zum 19. Mal in Folge stattfindet. (Übrigens: heuer haben wir einen speziellen Gast, der von sich aus darauf bestanden hat, unbedingt – trotz seines dichten Zeitplanes – daran teilzunehmen.) Die Mitarbeit an der Gestaltung von Kirche in Wien, insbesondere in Favoriten, ist dem Team der Jugendstelle ein wichtiges Anliegen, daher setzen wir uns auch für den durch die Pfarren im Dekanat getragenen Zukunftsdialog ein. DEKX betreut ebenso Kurzzeitprojekte, die in manchen Fällen

Website DEKX

dem schulischen Erfolg von jungen Menschen dienen. Im diesjährigen Projekt unterstützten wir drei junge Frauen aus der HAK-Pernersdorfergasse, die sich als Abschlussarbeit für die letzte Schulklasse die Neugestaltung einer bestehenden Website zur Aufgabe gemacht haben. Das Ergebnis kann sich im neuen Webauftritt von DEKX sehen lassen. Neben den genannten „Auftritten“ der Jugendstelle werden auch kleine Projekte in den einzelnen Pfarren unterstützt. Ein Firmnachmittag oder die Moderation einer Gruppenstunde stehen ebenso auf dem Projektplan wie die Betreuung einzelner Jugendlicher. Alles in allem braucht es oft sehr viel Zeit und Geduld, um all dem gerecht zu werden, was während des Arbeitsjahres anfällt. Für uns aber lohnt es sich in jeder Hinsicht.

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Betreten der Baustelle verboten?? Andrea Verpecz, Jugendleiterin Westend

wachsene in der Leitung mitarbeiten, in Projekten ihre Ideen verwirklichen, sich in Gruppenstunden einbringen … Ich wünsche uns und euch Pfarrgemeinden und Pfarrer, die Neues zulassen, ausprobieren und sich von jungen Träumen inspirieren lassen.

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© wikipedia.org

Bauen ist Teamarbeit. Bauen ist Kooperation und Koordination. ArchitektInnen, Ingenieure, Maurer und Bauleute sind gemeinsam gefragt. Talente, Fähigkeiten und verschiedene Ideen. Der Bau braucht einen guten Grund, einen Plan, viele Bausteine und helfende Hände. Wir Bauleute stehen aber manchmal vor dem Schild: „Betreten der Baustelle verboten!“ Der Zugang ist gesperrt. Wann wird der Zaun abgerissen? Junge Menschen, die in den Pfarren ehrenamtlich oder hauptamtlich arbeiten wollen, sind auch mit diesen Absperrungen und Grenzen konfrontiert. Sie erfahren Desinteresse oder Ablehnung. Engagement in der Jugendarbeit ist nicht immer erwünscht. Offene „Baustellen“ gibt es aber auch! Jugendgruppen können an der Gestaltung der Gottesdienste mitwirken, junge Er-

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Baustellenschild ohne Baustelle

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Stadt

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Weihnachten für Obdachlose in Floridsdorf Bereits zum achten Mal veranstaltete die Katholische Jugend der Pfarre Floridsdorf ihren traditionellen Weihnachtsempfang für Obdachlose. 23 jungen Menschen zwischen 14 und 20 Jahren war diese Veranstaltung in diesem Jahr wieder ein großes Anliegen. Sogar eine Austauschschülerin aus Quebec in Kanada durften wir in diesem Jahr bei uns begrüßen. Um Punkt 8.00 Uhr morgens waren sie am 24. Dezember im Pfarrzentrum zugegen, um alles gut vorzubereiten.

Gespräche und eine Atmosphäre des Willkommen- und Angenommen-Seins. Uns allen wurde an diesem Vormittag wieder bewusst, was es heißt, zu schenken und beschenkt zu werden. Und viele der Jugendlichen meinten nach den Ferien: „Das eigentliche Weihnachten feierten wir am Vormittag. In der Begegnung mit den Obdachlosen bei unserer gemeinsamen Feier.“

Andreas Welich, Bildungsreferent NAIN

Dem eigentlichen Sinn von Weihnachten sind wir also wieder ganz nah gekommen.

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© NAIN

Wie im letzten Jahr gab es für die obdachlosen und bedürftigen Menschen neben einem feinen Essen auch eine Kleiderausgabe und Geschenke. 49 Menschen kamen und erlebten an Weihnachten Menschlichkeit, herzliche Begegnungen mit jungen Menschen, tiefe

Eine Vernissage zum Lang – Weilen

Gertrude Stagl, Jugendleiterin Café Ephata

„Nie im Leben wäre ich auf die Idee gekommen, meine Bilder, die normalerweise in ihrer Farbenpracht die Wände meiner Wohnung zieren, einmal der Öffentlichkeit zu zeigen. Den Anstoß dazu gab mir eine Freundin, die meinte: „Julia, warum stellst du nicht einmal deine farbenfrohen Bilder aus!?“ Die Idee, eine Ausstellung mit meinen Kunstwerken zu organisieren, ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Die passende „Location“ für ein solches Vorhaben war schnell gefunden: das Café Ephata. Mir war klar, dass zu jeder Kunstausstellung eine feierliche Eröffnung gehört. Darum lud ich am 4. Februar 2011 FreundInnen, Bekannte und InteressentInnen zu meiner ersten

Vernissage ein. Über das rege Interesse war ich sehr verblüfft. Anscheinend hat der von mir gewählte Ausstellungstitel auf meine Bilder neugierig gemacht: Gaggerl-gelb, veilchen-blau, blunzen-rot, taxi-orange, grashüpfer-grün … Eine Ausstellung zum Lang - Weilen. Mit diesem Titel möchte ich in aller Kürze zum Ausdruck bringen, wie wichtig mir die Farbenvielfalt ist. Meine Bilder, die spontan, ohne Vorlage, durch intuitives Malen entstanden sind, verkörpern für mich Lebensfreude und Leichtigkeit. Ich wünsche mir, dass dieser Funke auf den Betrachter überspringt, dass meine bunten Kunstwerke den einen oder die andere im Herzen berühren und sie zum lange (Ver-)Weilen einladen.“

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Öffnungszeiten Ephata Dienstag bis Freitag von 18:00 bis 23:00 Uhr

© Ephata

Julia Kirnbauer ist eine von vielen KünstlerInnen, die im Laufe der Jahre das Ephata als Ausstellungsraum genutzt haben. Hier ihre Eindrücke:

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Süd

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Firmsplash Daniel Fürhapter

twenty-four hours – all inclusive 8. und 9. Juli 2011, Jugend am Hof Die Katholische Jugend im Vikariat Süd möchte sich in Zukunft vermehrt auf die Arbeit mit gefirmten Jugendlichen konzentrieren. Aus diesem Grund wurde bei der Jahresplanung für das laufende Schul-/Arbeitsjahr beschlossen, I WILL, das Startfest der KJ Süd, nicht mehr anzubieten. Stattdessen soll Firmsplash – das Fest für Gefirmte im Vikariat Süd jetzt einen Akzent setzen für bereits gefirmte Jugendliche, um nachhaltig eine Vernetzung untereinander und mit der KJ zu erreichen. Firmsplash bietet Firmgruppen die Möglichkeit, nach der Firmung gemeinsam zu feiern, zu lachen, zu chillen – und das twenty-four hours – all inclusive.

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Nähere Information und Anmeldung: Daniel Fürhapter sued@katholische-jugend.at 01 51552 3346

Hand in Hand gegen Ungerechtigkeit © KJ Schwechat

Am 12.12.2010 brachte die Jugendmessreihe g@gott.komm Jugendliche aus dem Dekanat und Umgebung in Fischamend zusammen, um miteinander zu feiern. Mit spannenden Videotrailern und fetziger Musik startete die Messe mit dem Titel „Hand in Hand“. Gemeinsam begaben sich Jugendliche auf den Weg, um gegen Ungerechtigkeit, Vorurteile oder Gleichgültigkeit gegenüber anderen etwas zu tun. Schon in der Vorbereitung machte die Messe sichtlich Spaß, erzählte Nicole Pfeiffer (Jugendliche) begeistert: “Ich fand die Vorbereitung sehr schön. Jeder von uns durfte seine eigene Meinung sagen und seine Ideen einbringen.“ So entstand aus den vielen Ideen der Jugendlichen eine riesige Mauer aus „Ungerechtigkeiten“, die den Altar verdeckte und alle dazu anhielt, sich Gedanken zu machen, wie wir uns für andere einsetzen können. Ewald Huscava (Dompfarrer) erklärte dazu in seiner Predigt: „Wir sind angehalten, Zivilcourage zu zeigen und Solidarität zu leben. Und das können wir mit Gottes Unterstützung.“ Eine Jugendmesse in Zusammenarbeit mit der Katholischen Jugend Schwechat, die Jugendlichen hilft, sich gegenseitig besser zu verstehen und dazu beiträgt, dass wir miteinander friedlicher umgehen.

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Süd

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© Barbara Puchegger

Verabschiedung Barbara Puchegger Hey Leute! Im November 2009 bin ich ins VLT Süd gekommen und verabschiede mich jetzt nach knapp über einem Jahr! Es war eine tolle Zeit, in der ich unglaubliche und witzige Menschen kennen gelernt habe. Ich hoffe, dass ich viele davon bald wiedersehen werde und bedanke mich bei allen, die die KJ für mich unvergesslich gemacht haben.

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g@gott.komm – Eine Vision wird wahr Conny Schneider

Am Anfang war eine Vision: eine Jugendmesse, die Jugendliche verbinden sollte. Eine Messe die Möglichkeiten schuf, sich an verschiedenen Orten zu treffen, um Glauben lebendig zu machen. Ein Gottesdienst, der junge Menschen „Happy“* machten sollte.

Für mich verdient jede/jeder der vielen treuen Unterstützerinnen/Unterstützer einen Stern auf dem „Walk of fame“* für

diesen tollen Einsatz. Erlebnisreiche und bewegte Jugendmessen, von denen ich „Nie genug“* bekommen kann. „Sei kein Frosch“* und komme auch du zur nächsten g@gott. komm, denn die nächsten Messen sind „Coming soon“*: 27.03.2011 um 18:00 Uhr in Himberg „Eh kloa“* 29.05.2011 um 18:00 Uhr in Rannersdorf * Kennzeichnet alle Titel der vergangenen Messen.

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Fotos von der Messe auf: www.getgott.com © Fotos: g@gott.komm

Die Jugendmessreihe g@gott.komm startete am 13.01.2008 in Schwechat mit der Messe „I love you“*. Alte Riten und Schriften wurden gegenwärtig und in das Leben der Jugendlichen eingebunden. „Hand in Hand“* (siehe links) arbeiteten verschiedenste Mädels und Burschen an Ideen und Umsetzungen, um jeden Gottesdienst zu einem Erlebnis zu machen. Titel wie „Flower power“* oder „Himmelsgaudi-Hüttenzauber“* beschäftigten sich mit Themen, die Jugendliche bewegen und durch die sie sich mit Kirche in Verbindung bringen. „Wegweiser“* waren dabei oft die vielen Firmbegleiter und Firmbegleiterinnen, die Jugendliche auf diesem Weg begleiteten und sie unterstützten. „Home sweet home“ – Jugendmessen, die von Anfang an Heimat in der Kirche boten, und Gott, den Heiligen Geist und „Jesus in me“ spürbar und greifbar machten.

Alle Fotos sind von unsere letzten Messe in Enzersdorf/Fischa, Titel: Happy

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Magazin Es war sehr schön, es hat uns sehr gefreut!

Liebe ______ / Lieber ______ (setze hier deinen Namen ein), du bist mir irgendwann in den vergangenen achteinhalb Jahren in meinem KJ-Dasein über den Weg gelaufen! Time to say good bye – zumindest vorläufig: Ende März trete ich meine Karenzzeit an und werde voraussichtlich für die nächsten zwei Jahre mein KJ-Leiberl an den Nagel hängen. Nun ist auch Zeit, Danke zu sagen – ich danke speziell dir: dafür, dass ich dich kennenlernen durfte, mit dir bei dem einen oder anderen Projekt zusammengearbeitet habe, von dir so einiges gelernt habe… Ich wünsche dir alles Gute auf deinem weiteren Weg mit der KJ und freue mich auf ein Wiedersehen! Alles Liebe, Christine Christine Loibl-Zonsits, Jugendstelle Naïn

Außerdem verlassen uns Heidi Ehrenhofer und Anja Floh (beide Ephata) sowie Andreas Alte (zuständig für OTs & Musik Vikartat Süd).

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Magazin

Hallo! Bevor ich nun meinen Platz meinem/meiner NachfolgerIn überlasse, möchte ich an dieser Stelle meine Zeit bei/mit euch Revue passieren lassen: Gemeinsam sind wir dem Leben und Wirken von Paulus gefolgt oder haben beim Jugendsingtag viele Stimmen erhoben. Beim Taizé-Treffen in Posen wurde viel gebetet, gelacht, gesungen und ausgetauscht. Begeistert sind wir beim großen My KJ Kongress zsammgstanden und haben bei Österreichs größter Jugendwallfahrt gezeigt, was Voll leben bedeutet. An dieser Stelle möchte ich euch DANKE sagen, für euren kompromisslosen Einsatz (weit über 72 Stunden hinaus), für eure Mitarbeit, unsere produktive Zusammenarbeit, für unser gegenseitiges Kennenlernen und Bereichern. Es war eine sehr schöne, prägende Zeit bei/mit euch – DANKE! Auf Wiedersehen! Eure Nici Nicole van der Klaauw, Projektmanagerin

h c u E r ü f e t u Alles G r ü f k n a D n e und viel ! t i e Z e m a s n i die geme 1/11

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Magazin

Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone Die Geschichte des Christopher Boone beginnt mit einem Mord. Der Nachbarspudel Wellington wird grausam mit einer Mistgabel umgebracht. Bis zu dieser Nacht, in der Christopher den toten Wellington entdeckt, verbrachte der 15-Jährige seine Tage mit Computerspielen, Fernsehen und mit seiner Ratte Toby. Doch der Hundemord verändert so einiges in Christophers geordnetem, strukturiertem Leben. Seine Weltordnung wird gehörig durcheinandergebracht. Denn Christopher nimmt sich fest vor, den Mord an dem Pudel aufzudecken. Theresa Kalantzis

Obwohl man sich beim Lesen des Romans stellenweise etwas überfordert fühlen könnte – vor allem was die Beschreibung mathematischer Formeln betrifft –, ist die Geschichte insgesamt sehr lebensnah und nachvollziehbar geschildert. „Supergute Tage“ regt in jedem Fall dazu an, die Welt einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten – einem Blickwinkel, der zwar keine menschliche Mimik verstehen, sich dafür aber Wolkenformen am Himmel einprägen kann.

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Das klingt viel einfacher, als es ist. Um in einem Mordfall zu ermitteln, muss man mit Menschen sprechen und ihre Stimmung und Gefühle interpretieren können. Beides stellt für Christopher eine große Herausforderung dar, denn Christopher ist außergewöhnlich. Kontaktfreudigkeit zählt nicht zu seinen Stärken – er hat Angst davor, mit anderen Menschen zu sprechen. Zudem ist er nicht in der Lage, ihre Stimmung oder ihren Gesichtsausdruck zu definieren. Seine Stärken liegen hingegen in der höheren Mathematik und im Zeichnen von Plänen. Er liebt Primzahlen, wissenschaftliche Sendungen, Ordnung und die Farbe Rot. Er hasst dagegen die Farben Gelb und Braun und es versetzt ihn in Panik, von anderen Menschen angefasst zu werden. Christopher leidet an einer leichten Form von Autismus – dem Asperger-Syndrom.

sein kann, für einen Autisten – in einem englischen Setting – allerdings die Realität darstellt. Die Irrfahrt nach London, auf die sich Christopher getrieben von Angst und Hoffnung begibt, führt dies bemerkenswert vor Augen.

Mit Hilfe seiner Sonderschullehrerin Siobhan beginnt er, ein Buch zu schreiben. Zu Beginn seines schriftstellerischen Schaffens setzt sich der Junge das Ziel, einen Mord an einem Hund aufzuklären, folglich einen Kriminalroman zu schreiben. Durch seine akribischen Ermittlungen gerät er jedoch selbst immer mehr in ein Abenteuer. Neben der Aufdeckung des Mordes deckt er ebenso ein Kapitel seiner eigenen Geschichte auf, lernt einiges über die Erwachsenenwelt und überwindet Hürden, von denen niemand erwartet hätte, dass er sie jemals meistern könnte. Mark Haddon versetzt sich in einen 15-jährigen, der eine Behinderung hat. Ein Erwachsener erzählt aus der Sicht eines Jugendlichen. Ein gesunder Mensch schreibt ein Buch eines Autisten. Zwei durchaus schwierige Faktoren. In diesem Roman steckt mit Sicherheit viel von der Erfahrung aus der Arbeit mit behinderten Menschen, die der Autor selbst gemacht hat. Es gelingt ihm eindrucksvoll, den/die LeserIn in eine Welt zu entführen, die für „normale“ Menschen durchaus verwirrend

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Mark Haddon: Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone Taschenbuch, 288 Seiten. Verlag: cbt 2006. Preis ca. 8,20 Euro. Kostenlos ausleihbar in der Bibliothek der KJ Wien » wien.kjweb.at/bibliothek

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Magazin

Elisabeth Hafner

Leonie ist 15, und ihre Augen sind waldmeistergrün. Das ist es, was er so an ihr liebt, sagt ihr Freund Frederik. Doch eines Tages geschieht ein schwerer Unfall und Leonie erwacht in einer neuen Welt, die von Finsternis und Leere bestimmt wird. Leonie ist blind. Jeder Schritt zurück in ihr altes Leben ist anstrengend. Selbst in ihrem eigenen Zimmer fühlt sie sich fremd, wie zu Besuch. Aber während Leonie sich immer mehr zurückzieht und in die Dunkelheit verkriecht, kämpfen ihre Freunde um sie.

Jana Frey Fischer, 2005 ISBN: 9783596805587 176 Seiten

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Der verlorene Blick – Ein Mädchen erblindet

Ca. Euro 6,95

Gestalten mit einfachen Mitteln

Gabriele Voigt-Papke

Elisabeth Hafner

Juventa, 2010

Ein Buch für die Arbeit mit geistig und körperlich behinderten Menschen. Unter der Einbeziehung ergotherapeutischer Aspekte werden viele Arbeitstechniken wie Stempel- und Pinseldruck, Marmorieren, Malen mit dem Deoroller oder Mandalas legen vermittelt. Mit den erklärten Gestaltungsmöglichkeiten können JugendgruppenleiterInnen wie Elten oder LehrerInnen sich mit den bildnerischen Gestaltungsmöglichkeiten vertraut machen und die einfachen Arbeitsschritte als Anregung zum kreativitätsfördernden Einsatz nutzen.

ISBN: 9783779920595 120 Seiten

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Die Geschichte von Leonie ist tatsächlich passiert. In einem langen Prozess und mit der Unterstützung ihrer Familie und Freunde lernte das Mädchen, sich in seiner neuen Welt zurechtzufinden.

Ca. Euro 14,00

Rain Man

Marie-Luise Auer

Marie-Luise Auer

Sam, geistig behindert, ist der Vater der siebenjährigen Lucy. Seit ihrer Geburt sorgt Sam alleine für seine Tochter. Doch je älter das Mädchen wird, desto mehr wächst sie über die Fähigkeiten ihres Vaters hinaus. Schließlich wird Lucy gegen ihren Willen an eine Pflegefamilie übergeben und Sam sucht die taffe Anwältin Rita auf. Rita, zunächst nicht besonders von der Idee begeistert, vertritt Sam vor Gericht, um das Sorgerecht für ihn zurück zu erkämpfen. Durch seine einfache und gefühlvolle Sicht der Dinge bereichert Sam nicht nur Ritas Leben. Ein Film über Vorurteile und deren Überwindung.

Der Autohändler Charlie Babbit erfährt vom Tod seines Vaters und hofft daraufhin auf ein großes Erbe. Bei der Testamentseröffnung hört er allerdings, dass die Millionen seines Vaters an eine Klinik für Menschen mit geistiger Behinderung gehen. Völlig aufgelöst fährt Charlie zu der Klinik und trifft dort auf seinen autistischen Bruder Raymond, von dessen Existenz er bisher nichts wusste. Kurzerhand nimmt Charlie seinen Bruder ungefragt auf seine Rückreise mit und ist zunächst genervt von dessen Bedürfnis nach einem geregelten Tagesablauf. Mit der Zeit vertieft sich allerdings Charlies Zuneigung zu seinem Bruder. Und auch Raymond zeigt erste Emotionen. Ein sehr berührender Film über die Schicksale zweier Männer.

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Ich bin Sam

USA 2001 Regie: Jessie Nelson Mit: Sean Penn, Michelle Pfeiffer, Dakota Fanning Verleih: Warner Bros. GmbH, www.warnerbros.de

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Filmtipps

USA 1988 Regie: Barry Levinson Mit: Tom Cruise, Dustin Hoffman, Valeria Golino Verleih: Metro-Goldwyn-Mayer, www.mgm.com

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Ehrenamt

So schnell ist man dabei! Thomas Haberl erzählt, warum er sich ehrenamtlich für die Katholische Jugend in seiner Pfarre Scheiblingkirchen und im Vikariat Süd engagiert

glieder angewachsen - das freut mich sehr. 2007 ließ ich mich bei den Pfarrgemeinderatswahlen aufstellen und wurde dann auch in den Pfarrgemeinderat gewählt. Zurzeit bin im Pfarrgemeinderat für die Bereiche „Kinder und Jugend“ zuständig und außerdem auch noch Ministrantenbetreuer und bei der Albaniengruppe der Pfarre dabei. Wie ich eigentlich zur KJ kam: Eines Tages fragte mich ein Jugendlicher einer anderen Pfarre, ob ich nicht bei einem großen Jugendgottesdienst mitmachen möchte. Ich sagte darauf: „Ja, das würde mich sehr interessieren, was ist das eigentlich für ein Gottesdienst?“ Er sagte „find•fight•follow.“ Mein erster f•f•f-Gottesdienst war „Lass die Hüllen fallen“ in Gloggnitz. Dort lernte ich neue Leute und Freunde kennen. Beim Dankessen fragte mich damals die Organisationsreferentin, ob ich mich für die Wahlen für das Vikariatsleitungsteam aufstellen möchte. Dann kamen die Wahlen und schon war ich dabei – und arbeite bis heute im Vikariatsleitungsteam mit. Als ich dann im Vikariatsleitungsteam war, half ich bei verschiedenen Projekten mit, wie z.B. „I will“ (Firmstartfest),“hauspbauern“ und „skyline“ (Vikariatsjugendmesse) und vielen andere Veranstaltungen. Da ich auf einen Bauerhof aufgewachsen bin, verbringe ich einen Teil meiner Freizeit bei „Jugend am Hof “ in Grametschlag, wo ich mich sehr wohl fühle und ich mich engagiere, wenn etwas auf dem Programm steht.

„Warum engagierst du dich überall?“, fragen mich meine Freunde immer wieder. Ich sage dann darauf, dass es mir Spaß macht, ehrenamtlich irgendwo dabei sein zu können. Man kann immer was Neues lernen und es ist auch manchmal eine Herausforderung, etwas Neues zu machen. Meine kirchliche Karriere begann mit acht Jahren als Ministrant in meiner Pfarre Scheiblingkirchen. Ich war auch bei der Jungschargruppe dabei, die ich bis zum 14. Lebensjahr besuchte. Dann gründeten wir zu viert eine Jugendgruppe, wobei es aber am Anfang sehr schwierig war, Leute dafür zu begeistern. Ich wurde dann auch Jugendleiter und blieb es für drei Jahre. Mittlerweile ist unsere Jugendgruppe auf 33 Mit-

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In den letzten Jahren habe ich viele neue Menschen kennengelernt, mit vielen Jugendlichen zusammengearbeitet und viele positive Erlebnisse im Rahmen meiner KJ-Tätigkeit gehabt. Ich hoffe, es werden noch einige spannende Jahre mehr, denn es gibt mir immer wieder Motivation, etwas Neues aufzubauen und zu erleben.

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Ehrenamt

Ich lerne von meinen Schülern Claudia Fischer ist seit Jahren ehrenamtlich in der KJ engagiert, unter anderem in der Koordination der find•fight•follow-Messen. Die Behindertenpädagogin arbeitet als Fachbetreuerin in einer Basalen Förderklasse, die von ca. fünf meist geistig und körperlich schwerst mehrfachbehinderten Kindern besucht wird. Diese Kinder brauchen Unterstützung und Gestaltung, damit der Alltag bewältigt, Bewegung und Wahrnehmung erleichtert, Kommunikation und soziales Lernen ermöglicht werden. Ich habe mich entschieden, euch eine Begebenheit aus meinem Arbeitsalltag zu erzählen: Benjamin, ein siebenjähriger blinder und hörbeeinträchtigter, schwerbehinderter Bub, kommt gut gelaunt und fröhlich in die Nachmittagsgruppe. Nach einer kurzen Begrüßungsrunde schläft Benjamin ein. Er wacht sehr plötzlich auf und beginnt zu weinen und zu schreien. Er schlägt mit dem Kopf gegen den Boden und beißt sich in die Hand und in sein Hemd. Benjamin lässt sich durch Körperkontakt (auf den Schoß nehmen, über den Rücken streichen, schaukeln, den Körper abklopfen) nicht beruhigen. Er versucht, immer heftiger mit dem Kopf gegen den Boden zu schlagen und beißt überall hinein. Ich versuche, ihn davon abzuhalten und zu beruhigen, ihm etwas Weiches (Polster, Decke) zwischen seinen Kopf und den Boden zu legen und ihm ein Tuch anzubieten, auf das er beißen kann. Mit der Zeit wird er immer zorniger und aufgebrachter und beißt sich in die Lippe. Daraufhin lege ich Benjamin eine Stoffwindel um den Hals. Benjamin wird plötzlich ganz ruhig und verfolgt aufmerksam, was gerade passiert. Sobald die Windel fertig um den Hals gebunden ist und sich nichts mehr tut, beginnt Benjamin erneut zu toben. Auch nun hilft Körperkontakt nicht, um ihn zu beruhigen. Ich nehme Benjamin auf den Arm und gehe ein paar Schritte. Wieder wird Benjamin ruhig und konzentriert sich auf das Geschehen. Nach nur kurzer Zeit setzt Benjamin sein Schreien fort. Immer, wenn ich stehen bleibe, wird Benjamin zorniger, auch wenn er weiter geschaukelt wird. Er merkt ganz eindeutig, ob ich mich fortbewege oder ob ich sitze oder stehe und ihn wiege. Da sich

Benjamin jetzt schon lange Zeit nicht beruhigen lässt, setzte ich ihn in seinen Rollstuhl. Nun beruhigt sich Benjamin schlagartig, ist jedoch ungeduldig. Ich fahre Benjamin in seinem Rolli zum Tisch und kündige ihm mit dem Tisch und dem Löffel seine Jause an. Benjamin bleibt ruhig und isst seine Jause. Nach der Jause ist Benjamin wieder gut aufgelegt und lächelt zufrieden. Ich habe lange überlegt, ob ich euch wirklich diese Situation, die sowohl für Benjamin als auch für mich sehr schwierig war, erzählen soll. Es gäbe viele Erlebnisse, die auf den ersten Blick viel positiver sind als dieses. Aber im Nachhinein war ich fasziniert davon, welch klaren Willen und großes Durchhaltevermögen Benjamin zeigte, um mir klar zu machen, dass er einfach nur seine Jause haben möchte. Genau diese Erfahrungen zeigen mir, dass meine Arbeit Sinn macht und auch ich von meinen Schülern lernen kann. Ich werde von ihnen ermutigt, ebenfalls Durchhaltevermögen an den Tag zu legen und geduldig auf Erfolge zu warten, auch wenn sie manchmal nur ganz klein sind; Erfolge sind Erfolge und über die kann man sich ruhig ordentlich freuen!

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