Issuu on Google+

s w e N . JUngle

10

abe II/20 en • Ausg sd re D n io n U gen

gazin der Jun

Mitgliederma

! s n u t i m t h erloch? - Nic

Somm

JUngle.DDrum Was für ein Sommer! Erst kommt die Sonne scheinbar gar nicht in die Gänge und nicht zu Unrecht sehnten viele endlich wärmere Temperaturen herbei. Und dieser Tage wissen wir gar nicht wohin mit uns bei der ganzen Wärme. Ein Hitzerekord jagt den nächsten; und obendrein wird Großenhain auch noch von einem Tornado heimgesucht! Der Chefwetterfrosch Kachelmann brütet hinter Gittern – ob es wohl daran liegt, dass die Hochs und Tiefs auf der Wetterkarte scheinbar verrückt spielen? Doch nicht nur das Wetter macht Sperenzchen! Auch politisch gibt es Sommertheater: Ein wahrer Rücktrittsreigen bringt unsere Angie ganz schön ins Schwitzen. Erst entmachtet das Volk von NRW Jürgen Rüttgers. Dann stiehlt Horst Köhler buchstäblich mit einem Paukenschlag Roland Koch die Show. Schließlich verlässt Ole von Beust – der Pionier von schwarz-grün - die politische Bühne. Was für ein Sommer! Bleibt nur zu hoffen, dass sich die politische Großwetterlage bald entspannt und statt Rücktrittsankündigungen und Amtsmüdigkeit wieder Themen in den Vordergrund rücken.

lt: Aus dem Inha

Gemeinsam JU WM-Rückblick: chland beln für Deuts Seite 3

Doch soll man sich nun den ganzen Sommer wundern über das politische Sommertheater? Nein! Gott sei Dank gibt es weit mehr als Politik und den Ärger über das traurige Agieren der schwarz-gelben Koalition im Bund. Dank der Fußball-WM gab es ein Revival von schwarz-rot-goldenen Flaggenmeeren, stolzen Gesängen der Nationalhymne und tollen Bildern vom Fußballfest am Dresdner Elbufer. Patriotismus lebt und macht Spaß – nicht nur in Verbindung mit Fußball! Deshalb haben wir uns unter dem Motto: „Gemeinsam JUbeln für Deutschland“ auch sprichwörtlich unters Fußballvolk gemischt. Mit schwarz-rot-goldenen Bändchen und einem Flyer haben wir junge Leute daran erinnert, dass es nicht nur völlig ok ist, stolz auf sein eigenes Land zu sein - es macht auch viel Spaß! Und weil es auch Spaß macht, sein eigenes Land und seine eigene Stadt mitzugestalten, legen wir in der JU auch nach diesem Theatersommer wieder los … Mitreden, Einmischen, Mitentscheiden ist also angesagt für uns! Mach auch Du mit und komm’ vorbei! Anke Wagner

es, GuDann wird Neu tes entstehen! Seite 4

Kompensator deswehr

BunSeite 8


JU Dresden

Stühlerücken Am 9. Juni lud unser Kreisvorstand zur ersten Mitgliederversammlung in diesem Jahr. Den inhaltlichen Kern des Abends stellte der Themenblock „ÖPNV und Verkehr“ dar. Doch bevor die versammelte Runde in der Landesgeschäftsstelle den informativen Präsentationen der Expertenrunde lauschen soll-

te, waren die Anwesenden zunächst in ihrer Funktion als Mitglieder gefragt. Aus persönlichen Gründen zog sich Sabine Maschke, bisher als Beisitzerin im Vorstand für die Homepage zuständig, zurück. Anke Wagner dankte ihr für die stets vertrauensvolle Zusammenarbeit. Sabines Position übernimmt nun Marcus Stein. Der aus Grimma stammende Maschinenbaustudent ist seit 2008 Mitglied in der JU Dresden. Nach dem klaren Votum bedankte er sich bei den Mitgliedern für das in ihn gesetzte Vertrauen und verdeutlichte seine Ambitionen, gemeinsam mit dem JU-Team voranzuschreiten: „Als Verantwortlicher der Internetseite würde ich mich über Anregungen eurerseits freuen und werde versuchen diese in meine Arbeit zu integrieren. Besonders liegt mir das Weiterführen und Ausbauen des JU-Clubs, sowie des JU-Debattierclubs am Herzen. Mein Wunsch wäre damit noch mehr Mitglieder zu aktivieren und junge Menschen für die politische Arbeit zu gewinnen.“ Alexander Seedorff

Impressum Redaktionsteam: Chefredakteur Alexander Seedorff Alexander Liebing Robert Arno Schüler Britta Schulze Anke Wagner Layout: Alexander Liebing JUngle.News Rähnitzgasse 10 01097 Dresden Druck & Anzeigenvertrieb: BLICK.PUNKT event & marketing GmbH

JUngle.News - Ausgabe II/2010

Seite 2


JU Dresden

Gemeinsam JUbeln für Deutschland! Blauer Himmel, 36 Grad im Schatten und strahlender Sonnenschein. Unsere erste JU-Aktion zur Fußball Weltmeisterschaft 2010 kann starten. Mit Flyern und Deutschlandarmbändern beginnen wir auf der Prager Straße. Unser Ziel ist der Fanpark an der Elbe, wo wir uns anschließend gemeinsam das Deutschlandspiel gegen Ghana anschauen wollen. Einige Wochen sind nun seit dem Ende der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika vergangen. Fußballdeutschland hat sich normalisiert und auch die Arbeit der Jungen Union läuft wieder außerhalb des schwarz-rot-goldenen Trubels, obwohl er im Hinterkopf noch sehr

präsent ist. Schließlich verfolgten wir mit diesen Aktionen das Ziel, deutlich zu machen, dass man nicht nur während der Weltmeisterschaft stolz auf sein Land und die Leistungen sein kann, sondern dass dies auch außerhalb von sportlichen Großveranstaltungen möglich sein muss. Während der Weltmeisterschaft am Kap der Guten Hoffnung hieß es daher zu jedem DeutschlandSpiel: „Gemeinsam JUbeln für Deutschland!“ Wir wollten mit der Kampagne, die im Rahmen des neu geschaffenen JU-Clubs stattfand, nicht nur Stimmung für die deutsche Mannschaft machen, sondern vor allem auch das Thema Patriotismus in den Fokus der Diskussion stellen. Uns verbindet weit mehr miteinander als Abstammung und Ethnie. Eine einzigartige Kultur, eine

JUngle.News - Ausgabe II/2010

Seite 3


JU Dresden / Bundespräsidentenwahl gemeinsame Sprache, Werte und Traditionen. Darauf kann und darf man stolz sein. Während der Weltmeisterschaft verteilten wir insgesamt über 1 000 Flyer und 400 Deutschland-Armbänder. Nach den Aktionen selbst ging es regelmäßig in den Fan Park, um das Spiel unserer Nationalmannschaft zu schauen. Durch die sehr positive Resonanz während der Aktionen und dem anschließenden gemeinsamen JUbeln im Fan Park Dresden wurde wieder einmal deutlich, dass man in Deutschland mittlerweile durchaus wieder ein gesundes Verhältnis zur eigenen Nation pflegt, sich aktuell jedoch immer noch nur im Rahmen von sportlichen Events traut, dieses auch zu zeigen. Britta Schulze & Alexander Liebing

Dann wird Neues, Gutes entstehen Es ist manchmal ein schwieriges Unterfangen nachzuvollziehen, was die Öffentlichkeit bewegt. So ist die Wahl eines neuen Bundespräsidenten zwar ein großes Ereignis und sicherlich nicht zu vernachlässigen. Jedoch ist es mehr als verwunderlich, dass sich seit dem Rücktritt Köhlers scheinbar alle Probleme des Landes in Luft aufgelöst haben. Man hatte zeitweise das Gefühl, Herr Gauck ist eine Art Heilsbringer, der als Bundespräsident unser Land auf den richtigen Kurs bringen und die Themen Wirtschaftskrise, Schuldenkrise, Europakrise mit einem Schlag erledigen kann. Unterstützer gab es nicht nur im rot-grünen Lager, sondern auch einige Vertreter der Union haben sich aus verschiedensten Gründen für eine Wahl Gaucks stark gemacht. Ich glaube nicht, dass der Anlass dafür darin bestand gegen den Vorschlag unserer Kanzlerin Frau Dr. Merkel zu schießen. Jedoch war an manchen Stellen verschiedener Diskussionen klar heraus zu hören, dass eine Schwächung unserer Vorsitzenden gerne als Nebenwirkung in Kauf genommen wird. Das ist meiner Ansicht nach mehr als bedenklich. Leider wurde bei dem Hype um die Person Joachim Gauck vergessen, dass das Amt des Bundespräsidenten sehr wohl ein politisches ist und deshalb auch von einem Politiker ausgeübt werden sollte. Gerade der Rücktritt Köhlers veranschaulichte das ziemlich gut. Quereinsteiger mit geringer Politikerfahrung können unvorhersehbare, ja teilweise schwerwiegende Entscheidungen treffen. Meiner Meinung nach ist Herr Wulff die beste Wahl als Nachfolger für Köhler. Als Ministerpräsident von Niedersachsen stand er oft im Mittelpunkt der Öffentlichkeit und hat dadurch gelernt mit der Kritik aus den Medien umzugehen, ohne daran zu zerbrechen. Vielmehr ging er zielstrebig weiter den eingeschlagenen Weg. Christian Wulff hinterlässt sicherlich eine sehr große Lücke in der Tagespolitik, die jetzt von anderen ausgefüllt werden muss, sowohl in aktuellen öffentlichen Debatten, als auch im Amt des stellvertretenden CDU-

JUngle.News - Ausgabe II/2010

Seite 4


Bundespräsidentenwahl Vorsitzenden. Hier sehe ich eine sehr große Chance unseren Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich weiter nach vorne, bis an die Spitze unserer Partei zu bringen. Denn die Zukunft der Partei wird nicht mehr von ehemaligen CDU-Größen wie von Beust, Merz, Koch oder Stoiber bestimmt. Jetzt sind neue Gesichter wie Tillich, Mappus, McAllister, zu Guttenberg und Röttgen am Zug. Unsere volle Aufmerksamkeit sollte nicht dem Nachweinen freiwillig abgedankter Persönlichkeiten gewidmet sein. Ziel ist es, die Hoffnungsträger in ihrer Profilierung zu unterstützen und damit die Modernisierung unserer Partei voranzutreiben. Ein Zitat aus der bemerkenswerten Antrittsrede des neuen Bundespräsidenten gibt mir die Hoffnung, dass er die Probleme dieses Landes in die Hand nimmt und die dazu notwendigen öffentlichen Debatten anregt: „Wenn wir weniger danach fragen, wo einer herkommt, als wo er hin will; wenn wir nicht mehr danach fragen, was uns trennt, sondern was uns verbindet; wenn wir nicht mehr danach suchen, was wir einander voraushaben, sondern was wir voneinander lernen könne - Dann wird Neues, Gutes entstehen.“ Gerade wir als die Jugendorganisation der CDU sollten uns über die Wahl eines Staatsober-

hauptes unterhalb des Rentenalters freuen. Entscheidungen auf Kosten unserer und zukünftiger Generationen wurden schon zu viele getätigt und ich hoffe, dass Herr Wulff mit seiner jungen Familie, dies genauso sieht. Für seine Amtszeit wünsche ich ihm alles Gute. Marcus Stein

Hier findest Du uns: • 27. August, 19 Uhr: JU-Club JU-Büro, Rähnitzgasse 10, 01097 Dresden • 1. September, 19 Uhr: Kreisvorstandssitzung Gesellschaftsraum, Rähnitzgasse 10, 01097 Dresden • 10. September, 19 Uhr: JU-Club - Thema: Haushaltspolitik Gesellschaftsraum, Rähnitzgasse 10, 01097 Dresden • 24. September, 19 Uhr: JU-Club - Thema: Afghanistan Gesellschaftsraum, Rähnitzgasse 10, 01097 Dresden • 6. Oktober, 19 Uhr: Kreisvorstandssitzung Gesellschaftsraum, Rähnitzgasse 10, 01097 Dresden • 8. Oktober, 19 Uhr: JU-Club - Thema: Deutsche Einheit Gesellschaftsraum, Rähnitzgasse 10, 01097 Dresden weitere Infos unter www.ju-dresden.de Bildnachweis: Christian Wulff: Martina Nolte

JUngle.News - Ausgabe II/2010

Seite 5


Bundeswehr

Wehrpflicht Ja oder Nein? Berlin, 31.07.2010 JUngle.News: Stefan, Du bist nach deinem Abitur im Jahr 2002 in die Bundeswehr eingetreten und heute Oberleutnant. Fandest Du über die Wehrpflicht deinen Eingang in die Streitkräfte? Stefan Quandt: Nein, gleich nach dem Abitur habe ich mich bei der Bundeswehr für eine Offizierslaufbahn beworben und einen Antrag auf Verwendung als Soldat auf Zeit gestellt. Wie schätzt Du die Bedeutung der Wehrpflicht für die Bundeswehr und den deutschen Staat ein? Die Wehrpflicht erfüllt verschiedene Aspekte. Zum Einen sorgt sie natürlich für Nachwuchsgewinnung bei den Streitkräften und ist in der Hinsicht wichtig für die Bundeswehr. Das allein greift jedoch zu kurz. Nach der Wiederbewaffnung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg hat man auch das Konzept der Wehrpflicht wieder aufgegriffen. Sie stellt ein Instrumentarium für Transparenz bei der Bundeswehr dar. Sie ist ein zentrales Moment für Demokratie. Ich bin der Überzeugung, dass die Wehrpflicht unsere Demokratie gestärkt hat und sie auch weiterhin stärkt. Darüber hinaus ist sie ein wichtiges Nachwuchsorgan der Bundeswehr. Jeder vierte Soldat auf Zeit rekrutiert sich aus den Wehrpflichtigen. Diesen Zulauf müsste eine mögliche Berufsarmee erst einmal kompensieren. Die Bundeswehr ist fast die einzige Institution in Deutschland, wo der Millionärssohn auf

einer Stufe mit einem jungen Mann aus einer HartzIV Familie steht. Das hat einen starken, sozialisierenden Charakter. Was hältst Du von der geplanten Aussetzung der Wehrpflicht und den Kürzungen der Bundesregierung? Sicherheitspolitik darf nicht nach Kassenlage gestaltet werden. Das Gewaltmonopol des Staates ist eine bedeutende sozial-zivilisatorische Errungenschaft. Die Menschen haben sich irgendwann einmal dazu entschieden, ihre Macht an den Staat abzugeben, der seinen Bürgern im Gegenzug dafür Sicherheit gewährleisten soll. Es ist also die Pflicht des Staates seine Bürger zu schützen. Aus diesem Grund ist es gefährlich, Sicherheitspolitik nur nach den Kosten auszurichten. Die derzeitige Debatte um ein Aussetzen der Wehrpflicht ist meiner Meinung nach eine Scheindebatte. Aussetzen bedeutet abschaffen! Ist die Wehrpflicht einmal ausgesetzt, wird es schwierig sein der Bevölkerung und unseren Verbündeten zu erklären, warum wir sie möglicherweise wieder einführen möchten. Angenommen, die diskutierten Stellenkürzungen von 100.000 Stellen würde realisiert werden. Wäre die Bundeswehr dann noch handlungsfähig? Wenn wir eine Berufsarmee mit 150.000 Soldaten hätten, dann könnte die Bundeswehr definitiv nicht mehr das leisten, was sie momentan leistet. In diesem Kontext müssen

JUngle.News - Ausgabe II/2010

Seite 6


Bundeswehr wir auch endlich darüber diskutieren, was die Streitkräfte im 21. Jahrhundert überhaupt noch leisten sollen. Bis 1990 hat die Bundeswehr an keinem Auslandseinsatz teilgenommen. Nach der Wiedervereinigung wurde aus der Checkbuchdiplomatie eine Diplomatie der Einsätze. Auslandseinsätze sind heute etwas ganz Normales für die Politik, jedoch noch nicht für die Bevölkerung. Einsätze werden auch in Zukunft eher zunehmen, daher müsste man eine 150.000 Mann Armee allein auf Einsätze trimmen. Das hätte dann auf innerstaatliche Katastrophen, wie Hochwasser, eine fatale Wirkung, da die Bundeswehr dann einfach nicht genügend Potential übrig hätte, dort effektiv zu helfen. Warum haben so viele Staaten in Europa die Wehrpflicht abgeschafft? Ist die Wehrpflicht ein historisches Auslaufmodell oder ein Konzept mit Zukunft? Natürlich sind unsere europäischen Nachbarn auch Demokratien. Aber schau doch mal in die französischen Streitkräfte, in die britischen und amerikanischen. Oder die Fremdenlegion. Dort herrschen Verhältnisse, dass in diesen Staaten bereits viel über die Vorteile der Wehrpflicht wieder diskutiert wird. Die Bundeswehr investiert überdurchschnittlich viel in ihre zukünftigen Führungspersönlichkeiten. Offiziere und Unteroffiziere sind wesentlich besser auf ihre Auslandseinsätze vorbereitet als Beispielsweise britische Soldaten. Länder ohne Wehrpflicht sind dazu gezwungen ein aggressives Rekrutierungsprogramm zu verfolgen, um ihren Nachwuchs an Soldaten stabil zu halten. Ich möchte, dass unsere Soldaten aus der Mitte der Gesellschaft kommen.

dass es nun mal unangenehme und schwierige Situationen gibt, die eben auch mit Handlungen gelöst werden müssen, die die Menschen womöglich als sehr unangenehm wahrnehmen. Guttenberg macht das daher in dieser Richtung schon ganz gut. Und das nehmen die Leute auch an. Welchen Beitrag leistet die Wehrpflicht für die Entwicklung junger Männer? Zivildienst und Wehrpflicht wecken in jungen Menschen ein Gefühl sozialer Verantwortung. Wichtig hierbei ist, dass man lernt, nicht nur für sich, sondern eben auch für andere da zu sein und verantwortlich zu sein. Ich wünsche mir ein Instrumentarium, dass jungen Leuten vermittelt, was Verantwortung heißt. Damit sie lernen Dinge anders zu bewerten und nicht alles als Gott gegeben und selbstverständlich hinzunehmen. Daher muss man für die Wehrpflicht kämpfen. Gerade die Philosophie der Kameradschaft, welche für die Bundeswehr eine zentrale Rolle spielt, vermittelt genau diese Art von Verantwortung: Auch für andere da zu sein, sich zu helfen. Und diese Erfahrung prägt und junge Menschen nehmen diese Erfahrung mit in ihr zukünftiges Leben. Vielen Dank für dieses Interview Stefan! ___________________ Stefan Quandt ist Oberleutnant bei den Feldjägern und seit 2002 als SaZ bei der Bundeswehr. Er leitet als Landesvorstandsmitglied der Jungen Union Sachsen & Niederschlesien die Arbeitsgemeinschaft Bundeswehr.

Die Wehrpflicht ist auch billiger und ermöglicht eine wesentlich entkrampftere Nachwuchsgewinnung als es in den Ländern mit Berufsarmeen der Fall ist. Es ist auch Aufgabe der Abgeordneten den Leuten zu erklären, JUngle.News - Ausgabe II/2010

Seite 7


Einwurf

Kompensator Bundeswehr? Die internationale Wirtschafts- und Finanzkrise sowie die Maßnahmen zur Rettung des Euro hängen derzeit wie ein Damoklesschwert über Finanzminister Schäuble. Er muss sparen. 1.800 Milliarden Euro umfasst der Schuldenberg der Bundesrepublik derzeit. Da ist es verständlich, wenn die Bundesregierung das Feuer freigegeben hat, für alle Vorschläge, wo und wie man sparen könnte. Auch dem Verteidigungsminister gab Angela Merkel zu verstehen, dass es beim Wehretat keine „Denkverbote“ gäbe. Dies machte sich Minister zu Guttenberg sofort zur Leitlinie und brachte einen Vorschlag nach dem Anderen: Wehrpflicht nicht nur kürzen, sondern gar „zeitweise aussetzen“, Streichung von 40.000 - 60.000 Stellen bei der Bundeswehr und eine komplette Umstrukturierung der Streitkräfte. Obgleich jeder einsieht, dass, wenn kein Geld da ist, nun mal überall gespart werden muss, so sollte man dennoch vorsichtig sein, was die Handlungsfähigkeit des eigenen Landes angeht. Genau davor warnen nämlich Militärexperten. So meinte Generalleutnant a.D. Walter Jertz in einer Diskussionsrunde Anfang März auf Phoenix, dass die Bundeswehr mit ihren aktuellen rund 250.000 Mann bereits ihre minimale Truppenstärke erreicht habe, wolle sie weiterhin an internationalen Einsätzen teilnehmen. Im Klartext: Will sich Deutschland weiterhin als verlässlicher Partner gegenüber seinen Verbündeten erweisen, ist eine Reduzierung der Truppenstärke unmöglich. Jedoch ist eine Aussetzung der

Wehrpflicht auch nur dann eine Sparmaßnahme, wenn man gleichzeitig die Truppenstärke reduziert, da man einem Berufsoldaten im Vergleich mit einem Wehrpflichtigen das vier- bis fünffache Gehalt zahlen müsste. Doch nicht nur wirtschaftlich ist das Sparen bei der Bundeswehr äußerst problematisch. Auch gesellschaftlich ist es bedenklich. Da ist es nahezu ironisch, dass man gleichzeitig das Bildungsetat als „Tabu-Zone“ erklärt. Laut OECD gibt Deutschland 7.000 € pro Schüler aus, das sind 300€ mehr als der weltweite Länderdurchschnitt. Genügend Geld ist also da, es wird offenbar nur ineffizient eingesetzt. Beispielsweise in fragwürdige Experimente zu Lasten der Schüler, wie beim rot-rotgrünen Lieblingsprojekt Einheitsschule. Man kann an die Bundesregierung nur den wohlgemeinten und konstruktiven Vorschlag richten, gerade beim Wehretat nicht zu sparen. Die Bundeswehr sichert unsere Handlungsfähigkeit nach außen, sie sichert den Frieden in gefährlichen Regionen dieser Erde und trägt damit einen Anteil an einer stabilen Weltordnung, von der letztlich alle profitieren. Die Bundesregierung tut gut daran, sich bei Sparmaßnahmen am Wehretat nicht vom Populismus treiben zu lassen, sondern mit Weitsicht und Bedacht zu agieren. Also weniger Projekte für Einheitsschulen und mehr Unterstützung für unser Vaterland. Robert Arno Schüler

JUngle.News - Ausgabe II/2010

Seite 8


JUngle.News II/2010