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Issue 01 | 11-11

JUICED

HERZ

Bild: Disney / eigenes

SATIRE: IDEENLOS UND FAUL, DAFÜR ABER MÄCHTIG GELDGEIL

3D-Wahn Wie Hollywood seine Helden ausbeutet

Zwölf Jahre nach dem der Disney-Klassiker Der König der Löwen das erste Mal in den deutschen Kinos anlief, kehrt er jetzt nahezu unverändert auf die große Leinwand zurück. Die offizielle Begründung für das plumpe Recycling lautet schlicht und einfach „3D“. Dabei würden „Geldmacherei“ und „Ideenarmut“ meiner Meinung nach deutlich besser passen. Doch Der König der Löwen 3D ist erst der Anfang des 3D-Remake-Wahns, der uns in den kommenden Monaten und Jahren bevor steht. Seite 2

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imba hat seinen Hintern in die Vergangenheit gebracht seine Vergangenheit hinter sich gebracht. Die traurige Kindheit mit dem tragischen Tod des Vaters und dem jahrelangen Exil hat er überwunden, die unschöne Auseinandersetzung mit dem bösen Onkel Scar ist so gut wie vergessen. Am liebsten würde der Herrscher über die Savanne nun in aller Ruhe faul auf seinem Königsfelsen liegen, alle vier Tatzen weit von sich strecke n und sich die afrikanische Sonne auf den königlichen Pelz scheinen lassen.

„Der ewige Kreis“ an und die ganze Sache geht von vorne los. Ach, welch Ironie.

Bei der Müllabfuhr heißt das Recycling

Dass Hollywood langsam aber sicher die Ideen ausgehen, ist keine großartige Neuigkeit und lässt sich jede Woche hervorragend im Kino begutachten. Während Franchises wie Transformers oder Harry Potter ausgeschlachtet werden bis zum Brechreiz, wird die Liste an wirklich kreativen FilWähmen seit Jahren immer kürzer. rend Franchises

Doch dann stehen eines Tages plötzlich wieder die ausgeschlachtet werfurchtbar gut geStatt jungen den bis zum Brechreiz, launten Typen von Filmemachern und wird die Liste an kreatiDisney vor seinem talentierten Drehven Filmen seit Jahren Höhleneingang und buchautoren eine immer kürzer. wollen den ganzen alChance zu geben, setten Krempel aufs Neue zen die Geldgeber aus aufrollen. Sie faseln was von Angst vor einem millionenbahnbrechenden technischen Ent- schweren Flop lieber auf altbewährwicklungen, von der dritten Dimen- tes. Wenn ein Film schon mal funktision und einem Kinoerlebnis, das oniert hat, sagen sie sich, wird er das nicht mehr mit dem von früher ver- leicht abgewandelt sicher noch ein gleichbar sei. Und bevor Simba noch weiteres Mal tun. Bei der Müllabfuhr fragen kann, was ihn denn das ange- heißt das Recycling, in Hollywood he, taucht Elton John auf, Sequel, Prequel oder Reboot. Seite 3 stimmt die Melodie von

HERZ Die neueste Entwicklung setzt der ganzen Sache aber die Krone auf. Das Zauberwort heißt schlicht und einfach 3D-Remake und ist in Sachen Unverschämtheit kaum noch zu übertreffen. Ein alter Film, der vor zig Jahren ein echter Kassenschlager war, wird in 3D konvertiert und erneut ins Kino gebracht. Es ist der gleiche Film, den wir schon 100 mal auf Video oder DVD gesehen haben, mit dem einzigen Unterschied, dass wir jetzt eine 3D-Brille dafür benötigen. Wenn das mal nicht von Einfallsreichtum zeugt. Der Aufwand und die Kosten für die 3DNachbearbeitung halten sich sicher in Grenzen. Dafür zahlt sich der Zuschauer beim 3D-Zuschlag dumm und dusselig.

Titanic und Star Wars auch bald in 3D Und weil die Idee so unheimlich klug ist, hören auch andere Filmstu-

dios schon die Kassen klingeln und machen es Disney nach. So darf zum Beispiel im April 2012 die Titanic mit Leonardo Di Caprio endlich in einen 3D-Eisberg rasen und dreidimensional in den Fluten versinken. So einen Luxus hätten sich sicher die Passagiere der echten Titanic damals auch gewünscht. Verneigen müssen wir uns aber vor dem ungekrönten König der Geldscheffelei, George Lucas, der seine Star Wars Saga nach dem Original und der digital überarbeiteten Version nun zum dritten Mal in die Kinos bringt. Im Februar 2012 geht es mit Star Wars 3D: Episode 1 los. Ach, wie ich den Mann bewundere. Disney macht das aber übrigens auch nicht schlecht: Im Januar 2012 kommt Die Schöne und das Biest 3D raus, im selben Jahr folgt noch Findet Nemo 3D. Monster AG und Arielle die Meerjungfrau sind dann 2013 dran. Alles gute Filme, versteht mich nicht Seite 4 falsch, aber den vollen

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Eintrittspreis dürfen wir trotzdem bezahlen. Aber was beschwere ich mich denn eigentlich? Ich sollte anfangen, die Vorteile zu sehen. Immerhin brauche ich als Kinokritiker dann auch keine neuen Rezensionen mehr zu schreiben. Es reicht, wenn ich in den alten Texten einfach hier und da ein „3D“ einfüge. Das spart auch mir jede Menge Arbeit und falls ich doch mal kreativ sein will, veröffentliche ich einfach den „Director’s Cut“ meiner alten Kritiken. Die Version mit den ganzen Rechtschreibfehlern drin. Danke Hollywood!

Heute mit Daniel Radcliffe, Tom Cruise und Sido » http://juiced.de/?p=9669 Von Knetpiraten, Kokain und Geschmacksverirrungen » http://juiced.de/?p=9415 A wie… Anonymous, Act of Valor und American Reunion » http://juiced.de/?p=9221

Aljoscha Grabowski » http://juiced.de/?p=9579

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BUCHREZENSION: MEHR SCHEIN ALS SEIN

Reich kann jeder – und zwar mit T-Shirts und der Berliner Mauer Nur 304 Seiten trennen dich vom Erfolg. Vom Reichtum. Von der letzten Seite des Buchs „Reich kann jeder“. In diesem Buch schildern Anne Nürnberger und Jan Rentzow in kurzweilig-moderner Sprache, ihren Selbstversuch, (erfolg)reich zu werden. Oder auch nicht. Wer weiß das schon.

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as Buch wird ein Bestseller, ganz bestimmt. Muss es. Wird es. Irgendwie. Denn jeder will wissen, wie man reich wird. Wie man Erfolg hat. Wie man Millionär wird. Jeder. Und die Autoren haben es für uns ausprobiert. Damit wir wissen, wie es geht. Sie sind an den Starnberger See gefahren, waren auf Sylt, in Monaco, Saint-Tropez, London und beinahe auch in Dubai. Sie haben mit Moritz Freiherr Knigge gesprochen, mit TV-

Coach Norbert Vojta, mit SmalltalkExperte Alexander von Schönburg, mit Stil-Ikone Laura Reinking und sogar mit dem „berühmtesten Playboy der Welt“, dem „Vorbild“ Gunter Sachs. Von ihrer Begegnung mit Sachs, die Rentzow seitenlang groß ankündigt, erzählt er dann leider nichts. Gar nichts. Frust pur. Dafür lesen wir von jeder Menge merkwürdiger Ideen, mit denen sich vielleicht Geld verdienen Seite 6 lässt. Vielleicht. Oder

HERZ auch nicht. T-Shirts im Internet zum Beispiel. Oder Reste der Berliner Mauer. Oder sein Haus. Oder Kind. Wer hat. Alternativ kann man sich den Urlaub mit peinlichen Schilderspielchen am Strand verdienen. „Tragen: 50 Euro, Streicheln: 100 Euro“, bietet sich die Frau den reichen Urlaubern an, Rentzow im Schlepptau. Eine Art Mutprobe, die prächtig funktioniert. Heiraten ist im Übrigen auch eine gewinnträchtige Option. 278,30 Euro trächtig, um genau zu sein. Na, Lust? Irgendwann denkt Rentzow über Moral2 nach. Und das, nachdem er unzählige aufgeblähte E-Mails verfasst und Telefonate geführt hatte, die mit der Wahrheit oft wenig bis nichts gemein hatten. Reichlich spät. Das Rumgelüge wird zum Spiel, ihm macht’s Spaß, ihr nicht. „Ja, es ist perfide, wenn man Menschen, die einen anlügen, gut findet, weil man weiß, dass sie andere auch anlügen und lügen schon ein Wert ist. Und dass der gewinnt, der am besten lügt, am dreistesten, am schönsten“, reüssiert Rentzow. „Ich werde gerne belogen, wenn das am Ende nützlich ist, wir haben das ja auch gemacht, hin und wieder, ein klitzeklein wenig.“ Was will der Autor Seite 7 uns damit sagen?

Am Ende erfahren wir dann – surprise, surprise –, dass Reichtum äußerst banal und vollkommen umsonst sein kann. Etwa im See auf dem Rücken zu schwimmen und in den roten Himmel gucken, „wie er immer mehr an Farbe verliert. Das ist auch Reichtum“, erkennt Rentzow. „Das Alleinesein, die Ruhe. Weg sein, raus.“ Aus. Und die Moral von der Geschicht? Nur 304 Seiten trennen dich vom Erfolg. Vom Erfolg, einmal mehr ein dickes Buch mit dünnem Inhalt durchgehalten zu haben. Alles nur Lüge? Wer weiß das schon. Daniel Höly

Anne Nürnberger, Jan Rentzow, „Reich kann jeder – Unser Millionen-Abenteuer“, Piper Verlag, Dezember 2011, 304 Seiten, 9,99 Euro, ISBN: 978-3492274098

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WEBCAM-FRAGEN AN JOCHEN MAI

„Letztendlich eine Frage von Disziplin“ Wir haben dem Blogger und Bestsellerautor Jochen Mai per Webcam ein paar Fragen gestellt. Zum Beispiel, wann er aufstehen muss um neben seinen Projekten auch noch Zeit für seine Familie zu haben und ob Blogger reich werden können.

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m Video verrät Jochen Mai, dass plant – auch wenn er am 28. Oktober er als Journalist nicht anders als Ressortleiter und Social-Mediadenkt als in seiner Funktion als Manager bei der WirtschaftsWoche aufgehört Blogger und hat. Auf ihn dass er ohwarten andenehin nichts re Projekte, von dieser zu viel verUnterscheiraten möchte dung hält. er darüber „Im Endefjedoch noch fekt geht es nicht. Im Indoch darum, terview redass Sie Gedet er stattschichten dessen übers erzählen. Bloggen, den Geschichten, die interes- Bühne frei: http://juiced.de/?p=9279 Redakteursnachwuchs sieren, die und davon, dass ein Journalist eine relevant sind, und die gut sind.“ Nische braucht. Seinen Erfolgsblog Karrierebibel.de hauptberuflich zu betreiben, hat er Marcel Fröbe Seite 8 in naher Zukunft dennoch nicht ge-

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Grinding the Crack: http://juiced.de/?p=9246

Lamborghini Aventador: http://juiced.de/?p=9036 Seite 9

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GHANA: EIN FLÜCHTLING IM GESPRÄCH MIT MIR

EINER AUS TAUSENDEN Erlebnisse im Flüchtlingslager Vor einigen Monaten, als es um die Hungerkatastrophe am Horn von Afrika ging, war das Thema „Flüchtlinge“ in den Medien fast schon prominent. Ich finde es erschreckend, wie schnell das mediale Interesse an Themen wie diesem wieder abflaut. Immer noch sterben am Horn von Afrika Menschen an Hunger, immer noch gibt es zu wenig Lebensmittel und immer noch sind tausende von Menschen auf der Flucht – doch die Öffentlichkeit hat ihr Interesse unterdessen längst anderen Themen zugewandt.

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ür einen kurzen Augenblick standen die Flüchtlinge und ihr Schicksal im Rampenlicht – doch die allermeisten Seite 11 von ihnen bekommen

nie eine Stimme oder bleiben vergessen. Viele von ihnen bleiben für immer heimatlos, denn nicht jeder, der vor Naturkatastrophen oder Krieg flüchten muss, hat eines Tages die

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Möglichkeit wieder dorthin zurückzukehren.

Flüchtlingslager aussieht. Woher bekommen die Menschen ihre Lebensmittel? Womit vertreiben sie sich Friseursalons statt weißer ihre Zeit? Henry erzählt dazu: „Ich Zelte arbeite als Freiwilliger des Nachbarschaftsaufsichtsteams (NeighborWenn wir an Flüchtlingslager hood Watch Team, kurz: NEWAT). denken, sehen wir oft weiße Zelte Das ist unser lokales Sicherheitssysund Hilfsorganisationen. 2008 be- tem, das wir gegründet haben, um suchte ich das „Buduburam Refugee das Leben und das Eigentum der Camp“ nahe der ghanaischen Haupt- Flüchtlinge hier im Lager zu schütstadt Accra, das für mich gar zen. Für meine Arbeit bekomFür nicht nach einem typime ich monatlich einen meine Arbeit schen Flüchtlingslager halben Sack Reis und aussah. Es gibt Häubekomme ich mo- etwas Öl, aber kein ser aus Stein, kleine natlich einen halben Bargeld. Ich organisieLäden, Friseursalons re zudem Unterricht Sack Reis und und eine Schule. Für für Grundschulkinder. etwas Öl ein Flüchtlingslager, das Mit dem Geld, das ich eigentlich nur eine vorüdamit verdiene kann ich Lebergehende Bleibe sein sollte, gibt bensmittel kaufen. Zusammen mit es hier recht viel. Doch dafür, dass dem, was ich vom NEWAT bekomme, das nun die Heimat dieser Menschen reicht es meist für mich und meine sein muss, ist vieles sehr spärlich und Familie. Meine Kinder gehen moprovisorisch. In Buduburam traf ich mentan nicht zur Schule, da ich nicht damals vor drei Jahren Henry, einen genug verdiene, um ihnen zu Essen Liberianer, der nun schon seit 20 Jah- zu geben und sie gleichzeitig auch in ren dort lebt. Seitdem höre ich im- die Schule zu schicken. Das ist auch mer wieder von ihm via Email, wenn meine größte Herausforderung. Auer von einem Leben erzählt, das dem ßerdem ist momentan gerade unser meinen so fern ist. Dach kaputt und wann immer es regnet können wir nicht schlafen, Manch einer mag sich fragen, da alles nass wird. Dann Seite 12 wie das alltägliche Leben in einem müssen wir warten, bis

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Keine weißen Zelte, sondern richtige Häuser, wenn auch sehr dürftig. (Foto: Debora Dürksen)

die Sonne alles wieder trocknet. Wir haben kein gutes Trinkwasser und auch Lebensmittel bereiten uns täglich Sorge. Wir können jeden Tag nur eine Mahlzeit essen.“

Für immer der Heimat beraubt Henry flüchtete 1990 aus Liberia, als dort der Bürgerkrieg ausbrach. Sein Vater stand damals auf der „schwarzen Liste“ der Rebellen von Charles Taylor, weil er für die Regierung von Präsident Samuel K. Doe arbeitete und zum Stamm Seite 13 der Krahn gehörte, der

die Zielscheibe der Aufständischen war. Henrys Vater wurde getötet. Doch das war nur der Anfang. Am eigenen Leib erfuhr Henry viele der Gräueltaten, die Menschen wie du und ich nur aus Filmen kennen. Er erinnert sich noch sehr genau an den Tag, als die Rebellen zu ihnen nach Hause kamen. Als er mir 2008 davon erzählte, hatte er Tränen in den Augen – auch 17 Jahre später noch. „Sie haben mich gefesselt und mit einem Messer an Hand und Knie verwundet. Einer von ihnen befahl mir, meinen Mund zu öffnen. Dann hat er in meinen Mund uriniert und mir befohlen, den Urin zu trinken, was ich tat. Vor

HORIZONT meinen Augen haben sie meine Mutter ausgezogen und meine Schwester vergewaltigt. Dann haben sie unser Haus angezündet.“ Das war der Tag, als Henrys Familie auseinandergerissen wurde und er seine Heimat für immer verlor. Eine Bekannte seines Vaters floh mit ihm in die Elfenbeinküste, wo sie mehrere Jahre lebten. Doch auch dort waren sie vor den Rebellen nicht sicher und flohen deshalb nach Ghana. Nun lebt Henry – und mit ihm tausende Flüchtlinge – seit knapp 20 Jahren dort. Doch eine neue Heimat ist Ghana nicht geworden. „Fünf Familienmitglieder leben mit mir hier in Buduburam“, erzählt Henry. „Von einigen Familienmitgliedern habe ich seit dem Krieg nichts mehr gehört. Ich weiß nicht wo sie sind, noch nicht einmal, ob sie noch am Leben sind“. Als ich vor drei Jahren Buduburam besuchte, lebten dort noch etwa 23.000 Menschen. Buduburam war eigentlich eine Stadt für sich. Doch dann begann die ghanaische Regierung die Flüchtlinge in ihre Heimat zurückzuführen. Viele gingen, einige kamen wieder zurück. Wenn man Henry fragt, ob er nach Liberia zurückkehren möchte, hat er eine ein-

HORIZONT deutige Antwort: „Ich möchte nicht zurück nach Liberia. Die Gründe dafür sind das schlechte Bildungssystem – für mich und meine Kinder –, mangelnde Sicherheit für Leben und Eigentum und fehlende Arbeitsmöglichkeiten. Außerdem ist da immer die Angst, dass die, die uns während des Bürgerkrieges Schaden zufügten, das wieder tun könnten. Diese Menschen leben immer noch dort.“ Die Alternative wäre in Ghana zu bleiben und dort zu arbeiten. Dafür müsste sich zwar einiges ändern, doch möglich sei das auf jeden Fall, meint Henry. „Ich müsste die Möglichkeit bekommen außerhalb des Flüchtlingslagers zu leben. Für mich und für meine Kinder müsste es die Möglichkeit geben unterschiedliche

Die Kinder in Budu buram kennen nichts anderes als das Flüchtlingslager. (Foto: Debora Dürksen)

Schulen und Bildungsinstitutionen zu besuchen. Und wir Seite 14 müssten Lernmateria-

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lien bekommen, wie Bücher, Inter- te ich jemals eine höhere Position netzugang und Computer. Mit dieser Art von Ein Klassenzimmer im Buduburam-Flüchtlingslager. Hilfe könnte ich (Foto: Debora Dürksen) das Lager verlassen und ein anderes Leben führen. Und dann wäre es sehr wohl möglich eine Arbeitsstelle außerhalb des Lagers zu finden.“

Vom Leben gezeichnet und trotzdem hoffnungsvoll Henry hat weit mehr Grausamkeiten erlebt, als die meisten von uns. Er hat erfahren was es bedeutet verfolgt zu werden, er hat Familienmitglieder aufgrund seiner ethnischen Herkunft verloren und er ist seit Jahrzehnten heimatlos. Trotzdem hat er seine Hoffnung nicht verloren. „Ich möchte ein guter Vater sein, meinen Kindern eine gute Ausbildung ermöglichen und meine eigene Bildung professionalisieren“, sagt er. „Ich möchte arbeiten können und ein normales Leben als Seite 15 Mensch leben. Und soll-

bekommen, würde ich gerne denen helfen, die in der Position sind, in der ich mal war. Ich hoffe auf eine bessere Zukunft. Ich wünsche meinen Kindern, dass sie ihre Ausbildung beenden können und eines Tages Männer und Frauen sind, die die Gesellschaft verändern.“ Debora Dürksen

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