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Gesundheit & Medizin | Vorsorge

Die biologische Uhr tickt auch für Männer Männermedizin in der Landeshauptstadt Wiesbaden Interview mit dem Wiesbadener Männerarzt Dr. Bermes Der Urologe und Männerarzt Dr. med. Udo R. Bermes praktiziert in seiner eigenen Facharztpraxis seit 10 Jahren. Der Schwerpunkt liegt in der Männerund Präventionsmedizin. Journal aktiv führte mit ihm ein Interview. Journal aktiv: Dr. Bermes, Sie arbeiten sehr engagiert im Bereich der Männermedizin. Ticken die Uhren für Männer medizinisch anders ? Dr. Bermes: Ja, die Uhren ticken anders. Männer haben einen Körperbau, der sich von der der Frau in etlichen Punkten wesentlich unterscheidet. Sie besitzen geschlechtsspezifische körperliche Bedürfnisse, erkranken anders an Krankheiten, haben geschlechtsspezifische Hormone und haben psychologisch (oft) verschiedene Strukturen und sozial (meistens) verschiedene Stellungen als Frauen. Die Gesundheitsrisiken sind anders gelagert. Dies sind Gründe, die in den letzten Jahren den Ruf nach einer geschlechtsspezifischen Beratung für Männer (die bei Frauen glücklicherweise schon längst gang und gäbe ist) lauter werden liessen. Es gibt keine offiziell anerkannte „Männerheilkunde“, es gibt aber eine Männermedizin, die die spezifischen Männerprobleme und Bedürfnisse wahrnimmt und Männer dazu berät. Doch im deutschen Gesundheitswesen ist diese Männermedizin nicht ausreichend etabliert. Journal aktiv: Welche Kritikpunkte haben Sie denn? Dr. Bermes: Erst in den letzten Monaten wurde der erste deutsche Männergesundheitsbericht veröffentlicht. Nach meiner Meinung wurde dieser nur halbherzig von der Politik registriert. Neh-

men wir nur das Beispiel Prostatakrebsvorsorge. Hier stehen im gesetzlichen Gesundheitswesen nur begrenzte Mittel zur ausreichenden Untersuchung der Männer über dem 45. Lebensjahr zur Verfügung. Wesentliche Untersuchungen können nicht realisiert werden, weil sie im Sozialgesetzbuch nicht verankert sind. Hier muss sich dringend etwas ändern. Seit Jahren bezeichne ich das deutsche Männergesundheitssystem als Sozialdrama. Journal aktiv: Woran liegt das denn? Dr Bermes: Fragen wir das doch mal die letzten und den amtierenden Gesundheitsminister. Mir scheint es, dass die Politik – egal welcher Couleur – aus volkswirtschaftlichen Gründen kein Interesse an dem Ausbau einer ordentlichen Männergesundheitsvorsorge hat. Ebenso gibt es bei den Krankenkassen Negativmeinungen. Journal aktiv: Was wäre zu verbessern? Dr. Bermes: Im Rahmen einer modernen Männer-Präventionsmedizin, können die Männerhormone (u.a. Testosteron), die Vitalfaktoren, die Gefahren für die Gesundheit wie Stress, Überforderung, Rauchen, Trinken, betrachtet werden. Die Männer können dafür sensibilisiert werden, dass es wichtig ist, sich gesund-

heitsfördernd zu verhalten und letztendlich ihre Lebensspanne zu verlängern. Auch männerspezifische psychologische Strukturen und Verhaltensweisen können im Rahmen der Männersprechstunde unter die Lupe genommen werden. Einerseits um einen Weg zu mehr Zufriedenheit und Gelassenheit einzuschlagen und andererseits um zu lernen, wie der Weg zu einer echten Harmonie mit dem anderen Geschlecht und mit Kindern zu finden ist, indem man lernt, das typisch Männliche zu schätzen und zu pflegen! Journal aktiv: Was bewirkt denn ein Hormonmangel im Mann? Dr. Bermes: Unter dem Hormonmangel des älter werdenden Mannes, auch als „Wechseljahre des Mannes“ bekannt,


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Produktivität führen. So sind Probleme am Arbeitsplatz nicht selten die Folge. Im familiären Bereich entstehen durch sexuelle Frustrationen und plötzliche Stimmungsschwankungen erhebliche Spannungen, die dann auch zu Partnerschaftskonflikten führen und den Betroffenen um so mehr isolieren können. Diese zum Teil unspezifischen Symptome können natürlich auch andere Ursachen haben, z. B. Tumore, Krankheiten der Leber, der Nieren oder des Kreislaufs. Aber es gibt auch bestimmte Medikamente, die durch Nebenwirkungen auf den Hormonhaushalt diese Veränderungen im Mann hervorrufen können.

versteht man das Auftreten verschiedener Symptome, welche einzeln aber auch in Kombination vorliegen können und so auch durch einen altersabhängigen Hormonmangel ausgelöst oder verstärkt werden können. Es gibt spezifische Symptome, die bei Männern mittleren Lebensalters in aller Regel zwischen 50 und 60 auftreten können. Viele Männer stehen auf dem Gipfel Ihrer Schaffenskraft, haben in aller Regel beruflichen und wirtschaftlichen Erfolg erlangt, und geraten durch die auftretenden Symptome, welche sich meist schleichend einstellen, unter zum Teil erheblichen Leidensdruck. Journal aktiv: Welche Symptome sind das denn?

Dr. Bermes: • Schwächegefühl und Abnahme der Aktivität • Mattigkeit, nachlassende Tatkraft • Reizbarkeit, Gefühlsschwankungen • Innere Unruhe, Nachlassen der Konzentrationsfähigkeit • Nachlassen der Lust auf Sexualverkehr (Libidoverlust), Potenzstörungen • Nachlassen der Muskelkraft • Glieder- und Gelenkschmerzen • Schweißausbrüche, vermehrte Wärmeempfindlichkeit • Schlafstörungen • Müdigkeit • Gewichtsstörungen • Zunahme des Bauchfettes Das subjektive Krankheitsgefühl des Mannes kann zu einem Nachlassen der

Journal aktiv: Ist also der männliche Hormonhaushalt Schwankungen unterworfen? Dr. Bermes: Ursächlich für diese Veränderungen ist die Wirkung des Sexualhormons Testosteron. Die Sexualhormonproduktion nimmt bis etwa zum 30. Lebensjahr zu, verläuft dann bis etwa zum 40. Lebensjahr gleichbleibend (konstant) und nimmt danach häufig ab. Der Testosteronspiegel verringert sich nach dem 40. Lebensjahr um ein bis zwei Prozent jährlich. 15 % - 20% der Männer über 50 Jahren weisen einen erniedrigten Testosteronspiegel auf. Journal aktiv: Ist der Hormonmangel therapierbar? Dr. Bermes: Für Männer, bei denen ein eindeutiger Testosteronmangel nachgewiesen wurde und die unter den typischen Symptomen der Wechseljahre des Mannes leiden, kann eine adäquate hormonelle Substitutionsbehandlung mit zusätzlichen flankierenden Maßnahmen einen wahren Segen bedeuten. Hormonmangel und die daraus resultierenden Symptome müssen nicht einfach hinFortsetzung auf Seite 14 Journal aktiv · 12| 13


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genommen, sondern können behandelt werden. In der Behandlung der Wechseljahre des Mannes werden die fehlenden Hormone ersetzt. Für eine erfolgreiche Therapie ist jedoch auch die richtige Lebensweise notwendig: dazu gehören ausreichende körperliche Aktivität und richtige Ernährung. Journal aktiv: Sie produzieren und moderieren Deutschlands erste Männergesundheitssendung. Wie finden Sie neben ihrer Praxistätigkeit, die Zeit dafür. Dr. Bermes: Ja; die „Sprechstunde Dr. Bermes – Das Gesundheitsmagazin für Männer“ ist ein bislang einmaliges TV-Projekt auf dem hessischen Privat-

Der Arzt, dem die Männer vertrauen

sender rheinmaintv. Monatlich produzieren wir eine Sendung mit männerspezifischen Gesundheitsthemen und interessanten Studiogästen. Es wird in den sprechstundenfreien Zeiten also in meiner Freizeit produziert. Mit meinem sehr guten Redaktionsteam und dem Sender macht das richtige „Männerlaune“. Es freut mich sehr, wenn ich besonders auch aus der lokalen Wiesbadener Gesundheitsszene berichten kann, denn wir haben hier in eine sehr vielfältige

ambulante, wie auch klinische Versorgung. Wiesbaden hat nach meiner Meinung den Titel: Wiesbaden-Medizin-Premium-City verdient. Man sieht es ja auch an der Vielzahl der Patienten aus dem In-und Ausland, die speziell zur Behandlung zu ihren Ärzten nach Wiesbaden kommen. Jorunal aktiv.: Vielen Dank Herr Dr. Bermes für das nette und interessante Gespräch.

Dr. Udo R. Bermes Facharzt für Urologie – Männerarzt (Institut cmi) Straße der Republik 25 – 65203 Wiesbaden-Biebrich Fon 0611 / 69 44 46 – Fax 0611 / 6 09 21 44 drbermes@aol.com www.maennermediziner.de – www.dr-bermes.de


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