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Informations- & Bildungsreise

Ägypten 18. November – 2. Dezember 2010 Nilkreuzfahrt + Verlängerungswoche - Luxor - Assuan – Abu Simbel - Hurghada Reiseleiter Mohammed Mossad Tagebuch Dieses Tagebuch soll helfen, die Zuordnung der vielfältigen, reichhaltigen und eindrucksvollen Ereignisse der ca 8.000 km ( Flug, Schiff und Bus ) langen Reise zu ermöglichen. Es soll kein literarisches Werk sein. Jeder mag diese Datei auf die eigenen Bedürfnisse und Eindrücke ergänzen, oder verändern. Ein Hilfsmittel eben. Herzlichen Dank für die gute, konstruktive Gemeinschaft in einer der am dichtesten besiedelten Fluss Regionen dieser Welt, bis hin zu den Wüstenregionen, und den Urlaubsressorts am Roten Meer. Besonders beeindruckend war die Begegnung mit so vielen, liebenswerten Menschen. Ebenfalls einen herzlichen Dank geht an Mohammed Mossad für die Vorbereitung der Reise und an das Team vom Reisebüro Markdorf und den vielen anderen Partnern von OFT Reisen für die Umsetzung und Unterstützung. Die Highlights der Reise habe ich in fetter Schrift gehalten.

Ägypten 2010 Mit dieser Reise, vom 18. November bis zum 2. Dezember 2010, ist ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen.

101118 Wir starten in Stuttgart um 6.40 Uhr. Wir haben zuvor in Echterdingen übernachtet. Der Flug über München, Salzburg, über die Alpen mit Bergsicht und dann über „Jugoslawien“, Albanien, Griechenland nach Luxor war gut und angenehm. Gegen 12.00 Uhr waren wir in der Sonne mit ca. gefühlten 30°, also über 20° Differenz zur Heimat. Die Fahrt zum Schiff „Helio“ verlief kurzweilig und wir konnten die ersten Eindrücke sammeln. Nach einem kleinen Mittagessen sind wir auf die Straße und haben eine Kutschfahrt unternommen, die wir für 2 € gebucht haben. Der Kutscher, der gut deutsch gesprochen hat, wie übrigens sehr viele hier, hat uns in die Altstadt gefahren und uns ein Kaufhaus „gezeigt“, also Schlepperdienste geleistet. In einem Kaufhaus / Basar, das von Kopten geführt wird, werden wir von einem Verantwortlichen begleitet, der in Erfurt studiert und gearbeitet hat. Er berichtet, dass derzeit das Zusammenleben mit den Muslimen schwieriger geworden ist. Es soll eine


koptische Kirche abgerissen werden, die gerade 100 Jahre alt geworden ist. Dies hat mit der Wiederherstellung der Sphinx Straße zu tun, die dann wieder vom Luxor zum Karnak Tempel führen soll. Der Sonnenuntergang hat sich am Himmel angemeldet und wir haben uns mit unseren Fotoapparaten in Position gebracht. Es war eine schöne Stimmung, über den Nil blickend, die Feluken, die typischen, arabischen Schiffe mit den speziellen Segeln vor den Palmen der thebanischen Berge und der Sonne vorbeiziehen zu sehen. 17.30 Uhr war die Einweisung von unserem OFT Reiseleiter Mohamed Mossad, der auf uns sofort einen kompetenten und sympathischen Eindruck macht. Er hat Germanistik und Ägyptologie studiert und ist seit 20 Jahren als Reiseleiter tätig. Nach dem Essen sind wir noch etwas an Land gegangen, um das Treiben zu beobachten. Heute ist ein ganz besonderer Tag, an welchem sehr viele Paare heiraten. Ein riesiger Specktakel wird mit Trommeln und Gesang veranstaltet und das Paar wird von einer großen Zahl von Leuten begleitet und beklatscht. Müde vom langen Tag gehen wir in unsere Kajüte und schlafen selig.

101119 Heute lassen wir es gemütlich an gehen und treffen uns gegen 9.30 Uhr und starten mit dem Bus zum Luxor Tempel. Wir sind mit die erste Gruppe und die Temperatur ist noch angenehm. Die heute zu besichtigenden Tempel von Luxor und Karnak liegen ca. 5 km auseinander und waren früher durch eine Sphinx Straße miteinander verbunden, die auch wieder hergestellt werden soll. Derzeit wird diese Straße wieder freigelegt. Es sind schon einige Gebäude für diese Maßnahme abgerissen und weitere folgen in nächster Zeit. Um eine Koptische Kirche, die 100 Jahre alt ist, wird noch mit den Behörden gerungen. Der Luxor Tempel um 1300 v Chr von Ramses II und seiner Frau Nefreti erbaut, beeindruckt den Ägypten Neuling durch die Größe und die aufwändigen Verzierungen und Beschriftungen. Die Eingänge, die Pylonen genannt werden, wurden mit den wichtigen Informationen versehen, wem der Tempel geweiht war und wer den Tempel erreichten lies. Die himmelwärts strebenden Obelisken wurden ebenfalls mit den Informationen versehen, die für Himmel und Erde wichtig waren. Die abgeschrägten Spitzen wurden mit Gold, oder Weißgold versehen, damit diese in alle Himmelsrichtungen reflektierten. Die beim Tempelbau verwendeten Materialen waren Sandstein, Kalkstein, Granit und ungebrannte Lehmziegel. Diese Materialien wurden entlang des Nils im ganzen Reich abgebaut und mittels Schiffen zu den Tempelbauten transportiert. Luxor, früher auch Theben genannt, war die Verbindungsstelle zwischen den Unter- und dem Obernil als zentraler Ort gewählt. Alle Bewohner dieses Lebensraumes, die Ägypter und die Nubier, haben an den selben Gott Ra dem Sonnengott und an Amun, die höchste Gottheit geglaubt. Die Verbundenheit dieser Volksgruppen wird immer wieder in der Verbindung der Pflanzen Lotus (Süden ) und Papyrus ( Norden ) gezeigt. Vielfach sieht man als Symbol diese Pflanzen zu einem Bund zusammengefügt. In der Baukunst wurden sie Säulenkapitelle in der Form dieser Pflanzen gestaltet. Der Gründungsmythos der Ägypter, Sonne, Gans und das Ei finden wir immer wieder. Die Tempelanlagen hatten alle die Aufgabe, die Götter zu huldigen und gut zu stimmen. Der zentrale Ort, war das Allerheiligste, das als erste Maßnahme errichtet wurde. Danach


wurden die einzelnen Hallen um diese am dunkelsten gestaltete Stätte gebaut. In das Allerheiligste durfte nur der hohe Priester. In den Hallen davor war eine klare Regelung, wer wie weit in die geheiligten Räume vordringen durfte. Wir kennen das auch aus der katholischen Kirche.

Karnak Tempel Vom Luxor Tempel fahren wir mit dem Bus weiter zum Karnak Tempel, der der höchsten Gottheit Amun (die älteste Gottheit) geweiht wurde. Begonnen wurde diese Anlage vor ca. 4.000 Jahren durch thebanische hohe Priester und immer wieder erweitert und durch neue Pylonen (Eingangstore) der nachfolgenden Pharaonen gestaltet. Der letzte Pylon wurde nie fertig gestellt, da der letzte Geldgeber vor der Fertigstellung gestorben ist. Es ist unter vielen Anderen eine Statue von Ramses III mit seiner Tochter Hatschepsut zusehen, die ihm als kleines Mädchen auf seine Füße gestellt wurde. Wir legen gegen 14.00 Uhr mit der „Helio“ ab und fahren Richtung Süden. Edfu ist dort unser Ziel. Gegen 1.00 Uhr in der Nacht erreichen wir die Staustufe, die das Schiff um 7 mtr. höher anhebt und von dort die ganze Nacht über bis Edfu fährt.

101120 Wir werden früh in Edfu geweckt und verlassen gegen 7.00 Uhr das Schiff und fahren mit dem Bus zum Horus Tempel. Die Stadt erwacht gerade und die ersten kleinen Straßenlokale versorgen die ersten Kunden, die Kinder sind auf dem Weg zur Schule. Der Horus Tempel ist eine der jüngsten Anlagen und auch die mit am besten erhaltene. Dieser wurde 237 v Chr von Ptolemaios III (den Ausländern / Griechen) angefangen und von dem Vater von Kleopatra, Ptolemaios XIII fertig gestellt. Die gossen Horus Falken, Zeichen der Gottheit Horus, sind noch sehr gut erhalten. Horus wird immer mit einem Falkenkopf dargestellt. Wir hören die schauerliche Geschichte, was seiner Zeugung vorausgegangen sein soll. Eine vergleichbare Geschichte wie Kain und Abel. Die Anlage wurde um eine bereits vorher vorhandene,1.000 jähriges Heiligtum gestaltet. Es sind an den Wänden Bildergeschichten gezeigt, die der Bau der Anlage erklären. Wir sind gegen 14.00 Uhr wieder an Bord und die Helio legt ab in Richtung Kom Ombo. Wir erleben wider eine abwechslungsreiche Fahrt vorbei an Palmen, Schilf und an vielen Menschen, die am, vom und mit dem Nil leben. Hausfrauen, die Wäsche waschen, Kinder die spielen, Fischer, die ihre Netze auswerfen und Kinder die das Vieh hüten.


So kommen wir spät am Abend nach Kom Ombo und legen an. Es ist schon dunkel und wir bereiten uns auf das Abendessen vor. Heute ist ein arabischer Abend mit Tombola, Tanz und Sketschen auf dem Programm. Die Crew ist sich schöne Spiele einfallen und die Gäste machen mit.

101121 In der Nacht legt das Schiff in Richtung Assuan ab. Gegen morgen sind wir an unserem Ziel in Assuan. Der legendäre, zweite Staudamm, der von Hoch Tief in Deutschland geplant, aber dann von den Russen gebaute und 1968 fertig gestellt wurde, war heute unser Ziel. Ziel dieser‚ Baumaßnahme war, den steigenden Energiebedarf zu decken, eine kontinuierliche Bewässerung zu ermöglichen und damit eine ganzjährige Touristikaktivität zu ermöglichen. Auch eine politische Selbstdarstellung des damals jungen Systems war das Ziel. Die Länge der Staumauer ist beachtliche 3.830 mtr. Die Breite unten ist fast ein Kilometer. Die Höhe ist 111 mtr, und damit mehr als doppelt so hoch wie der alte Staudamm, der 51 mtr. hoch ist und 1902 von den Engländern gebaut wurde. Damit ist der höchstmögliche Wasserspiegel bei 186 mtr. über dem Meeresspiegel, der aber noch nie erreicht wurde. Welches Gefahrenpotential (mindestens theoretisch) von diesem Projekt ausgeht, ist unvorstellbar! Dieses Land am Nil wäre im Katastrophenfall nicht mehr existent. Also wie so oft, Chance und Gefahr, Fluch und Segen. Bootsfahrt zur Insel Agilika ist kurz, aber interessant, weil die Händler sehr aktiv sind und ihre Produkte anpreisen. Die Anbieter sind alle Nubier, also schwarzhäutige Menschen. Der Philae Tempel wurde vom früheren Standort von einem italienischen Unternehmen abgetragen und komplett, an höherer Stelle auf der nächsten Insel, wieder aufgebaut. Dies war notwendig, weil der Wasserspiegel nach dem Bau des Staudamms höher war, als zuvor. Dieser Tempel war der jüngste in der ägyptischen Geschichte. Er wurde von den Römern erbaut und den Gottheiten Isis und Hathor geweiht. Die Tempelanlage wurde in späterer Zeit von den koptischen Christen genutzt. Dies ist an den in Stein gemeißelten Kreuze und die Zerstörungen an dargestellten ägyptischen Gottheiten erkennbar. Der Granitsteinbruch von Assuan hat alle Rosenquarz Granitblöcke in den Tempeln der Ägypter geliefert. Die Obelisken andere Monumente wurden hier an Ort und Stelle aus dem Massiv gearbeitet, verziert und dann per Rollen auf die Schiffe verladen und im Sommer Nil abwärts transportiert. Der unvollendete Obelisk liegt hier noch. Er wurde vor über 3.000 Jahren bearbeitet und weil dann beschädigt, wurde er nicht weiter verwendet. Die Bootsfahrt durch die Inselwelt vor Assuan und zum nubischen Dorf. Bei den Nubiern ist es üblich, sich ein, oder mehrere Krokodile zu halten, wie bei uns Hunde, oder Katzen. Diese Tiere sind sicher verwahrt und es werden nur junge, ungefährliche Tiere zu Fotozwecken herausgeholt. Tote Tiere werden getrocknet und über der Tier zum Schutz gegen böse Geister angebracht. Nachdem die Kamele für die Karawanen seit


Jahren nicht mehr benötigt werden, transportieren diese Touristen und werden dafür gut bezahlt. Der nubische Abend im Salon vermittelt uns Folklore der Region.

Nubier, eine ethnische Rasse, besser zwei ‚ Rassen, die ab Assuan südlich am Nil entlang leben und gelebt haben. Die beiden Nubier haben jeweils eine eigene Sprache und haben eine unterschiedlich intensive schwarze Hautfarbe. Nubier waren für die Ägypter wichtig, weil in ihrer Region das Gold gefunden wurde, das die Herren über ihr Land für die Tempel dringend brauchten. Für etwas weniger wie 100 Jahre haben die Nubier das Land am Nil regiert.

101122 Zum Ausflug nach Abu Simbel geht es im Konvoi bereits 3.45 Uhr mit dem Bus los. Geschätzte 50 Busse mit durchschnittlich 40 Personen, also ca 2.000 Besucher sind von Assuan aus unterwegs, um zuerst den Sonnenaufgang und dann die beiden besonderen Tempel zu sehen. Vorweg gesagt, es hat sich gelohnt so früh aufzustehen. Die Tempel Abu Simbel, ein Kunstwerk im doppelten Sinn. Der Bau, vor über 3.300 Jahren erfolgt, verdient höchste Anerkennung. Nicht weniger bewundernswert ist die Leistung der Ingenieure von Hochtief und die vielen Spezialisten, die die Tempel in den sechziger Jahren vor dem steigenden Wasser des neuen Nasser Stausees gerettet, 60 km weiter umgesetzt, und damit der Nachwelt erhalten haben. Für Nicht - Spezialisten ist diese Aktion von außen und im inneren des Tempels nicht erkennbar. Der Tempel ist der Gottheit Ra – Harachte und Ramses II geweiht ist und gehört zu den beeindruckendsten Tempelanlagen, die Ägypten zu bieten hat. Der Tempel der Gottheit Hathor wurde für Nefertari, der Lieblingsfrau des Ramses II errichtet. Dies ist der einzige Tempel, der einer Frau gewidmet ist. Zurück von diesem Erlebnis, haben wir die Segelbootfahrt mit den Feluken auf dem Nil gestartet. Der Besuch im botanischen Garten, oder auch Kitchener Insel, war eine schöne Abrundung in Assuan. Der Basar darf natürlich nicht fehlen. Wir decken uns mit Gewürzen ein und schützen uns überdies vor den Händlern, die ihr Geschäft wittern und überfallartig auf uns einströmen, aber dennoch nicht so unangenehm, wie wir es zum Beispiel von der Türkei kennen.


101123 In der Nacht startet der Kapitän die Fahrt nach Kom Ombo. Früh am Morgen sind wir da und starten auch früh zur Kulturstätte. Der Doppeltempel, der den Gottheiten Sobek (Nilpferd) und Haroeris (Falke) geweiht ist. Zu diesem Doppeltempel gibt es eine schöne Gründungsgeschichte, die den Sinn des Zusammenlebens der Unter und Oberägypter, der führenden Ägypter und der schwarzen Nubier, der Falken und der Krokodile beschreibt. Überdies waren es konkrete Platzprobleme, die dazu geführt haben, dass diese Tempelanlage auf der kleinen, malerisch auf einem kleinen Felsplateau entstanden ist. Leider wurde vor relativ kurzer Zeit dieser Tempel als Steinbruch für den Bau einer Zuckerfabrik genutzt. Fahrt nach Luxor. Die Helio legt wieder ab und wir fahren entlang der nun schon bekannten Strecke. Trotzdem sind unser Blicke auf das belebte Ufer gerichtet. Es gibt immer wieder interessante Details zu sehen und die Zeit vergeht schnell und kurzweilig. Land und Leute war vor dem Abendessen noch auf dem Programm. Mohammed auf alle Fragen geantwortet. Ganz am Ende des Berichts ist dieser Teil zusammen gefasst. Das Fazit: Ein wunderschönes Land mit einer Geschichte von 5200 Jahren, das aber derzeit in vielen Bereichen auf der Stelle tritt und von der Politik Lösungen gefordert werden.

101124 Wir starten zur Überfahrt mit dem Boot zum Westufer und fahren ins Tal der Könige. Unterwegs machen wir einen kurzen Stopp bei den Memnon Kolossen. Das sind die Überreste des Tempels des Amenophis III, der aber komplett zerstört ist. Derzeit finden überall in diesem Gebiet Grabungen statt. Am Fuß es nahen Berges sehen wir, dass sehr viele alte Lehmhäuser abgerissen wurden. Diese Siedlung war ca. 300 Jahre alt. Unter und hinter diesen Häusern waren und sind unzählige Gräber von hohen Beamten und reichen Leuten aus dem alten Ägypten. Nun sind wir an einem weiteren Höhepunkt unserer Reise angelangt, dem Tal der Könige. Hier ist es nicht erlaubt zu fotografieren, oder zu filmen. Wir sehen, dass auch hier immer noch weiter gegraben und gesucht wird. Es wird noch mindestens ein wichtiges Grab vermutet. Wir besuchen die Gräber von Ramses IV und Ramses IX sowie das‚ Grab von Tutmoses III und sind beeindruckt über die Baukunst und die Ausgestaltung dieser sehr gut erhaltenen Anlagen.


Der Hatschepsut Tempel, Die Tempelanlage dieser Königin war ursprünglich sehr stark zerstört und wurde von polnischen Spezialisten wieder in einen beachtlich guten Zustand gebracht. Die Bildnisse von Hatschepsut , der Tochter von Tutmoses I und erste weibliche Alleinherrscherin, sind alle stark beschädigt. Dies war schon kurz nach der Fertigstellung von ihrem Schwiegersohn veranlasst worden, der sich zur Lebzeit seiner Schwiegermutter zurückgesetzt und unterdrückt gefühlt hat. Der Tempel wurde Gottheit Hathor geweiht. Dieser Ort wurde auch durch den brutalen Sprengstoffanschlag von 1997 bekannt, der viele Menschenleben gefordert hat. Einige haben noch danach eine sehr interessante Kutschenfahrt mit Mohammed unternommen und haben Bereiche der Stadt und die Lebensumstände der Menschen kennen gelernt. Es war erkennbar, dass hier noch große Aufgaben auf die Verantwortlichen warten, um die zum Teil unzumutbaren Lebensumstände zu verbessern. Danach war das Abschluss Abendessen und es wurde wieder, fast wie jeden Tag, ein Geburtstag eines Reisegastes gefeiert. Ein schöner Brauch und eine willkommene Abwechslung. Im Salon war abschließend ein Bauchtanz und ein Derwischtanz auf dem Programm.

101125 Heute starten wir die Fahrt mit dem Bus von Luxor nach Hurghada zu unserer Woche Badeurlaub. Diese Fahrt, auf der Straße Richtung Norden, entlang den BewässerungsKanälen, die parallel zum Nil gebaut wurden. Hier haben wir nochmals die Möglichkeit, Land und Leute ohne Tempel und Tourismus zu erleben, besser gesagt zu sehen. Die Felder sind üppig grün und sind bebaut mit den bekannten Früchten. Ein großer Anteil ist das Zuckerrohr, das zweimal im Jahr geerntet wird. Es sind viele Menschen auf den überwiegend kleinen, zum Teil Gemüsegarten großen, Feldern unterwegs. Überall sieht man Eselkarren, mit den Früchten der Felder beladen und Eselreiter von und zu den Feldern fahren und reiten. Wenn wir die gut ausgebaute Straße und den modernen Verkehr einmal ausblenden, fühlen wir uns an die biblische Geschichte erinnert. Wie die Menschen sich mit dem aktuell vorhandenen Markt messen sollen, bleibt unerklärlich. Alle 2 bis 4 Kilometer sind Straßensperren und Hindernisse aufgebaut, die den Verkehr abbremsen und verlangsamen. Es sind überall Polizisten und Gewehrträger, auch in Zivil zu sehen, die aber keine Kontrollen vornehmen, sondern nur anwesend sind. Diese Kontrollstationen sind noch Rückbleibsel aus der Zeit der Anschläge 1997, sie sollen das Gefühl von Sicherheit vermitteln und bieten doch einigen Menschen eine berufliche Tätigkeit. Durch diese Verlangsamung haben wir auch einen Einblick in die Dörfer und kleinen Städte am Weg und sehen Lebensweise der Landbevölkerung. Die Bilder sind malerisch, bunt, romantisch, fast biblisch, aber auch abstoßend und hoffnungslos. Es wirft sich die Frage auf, wie werden hier einmal die Kinder und Enkel leben? Haben sie eine reale Chance auf einen Anschluss an ein besseres Leben? Nach ca. eineinhalb Stunden Busfahrt verlassen wir das grüne Land am Nil und durchqueren die Wüste in Richtung Hurghada.


101126 Bis zum Abflug am 2.12. genießen wir die angenehme Wärme, den guten Service im Hotel und das warme Wasser. Gelegentlich hören wir in den Nachrichten vom Schneechaos und von der Kältewelle und blenden dabei aus, dass auch bald wieder dort mitten drin sein werden.

101127 101128 101129 101130 101201 Die Hotelanlage Sensimar in Makadi Bay war für die Anschlusswoche eine ideale Anlaufstation, um einfach auszuspannen und sich verwöhnen zu lassen. Es wurde ein absolut hoher Standard geboten. Eine Wohlfühlwoche direkt am Meer und zusätzlich einer schönen Poolanlage. Ein besonderer Vorteil ist, dass die Strände aller Hotels miteinander verbunden sind und damit sehr ausgedehnte Strandspaziergänge möglich sind.

101202 Nach einem ausgiebigen Bad im wohltemperierten Meer sind wir (zu früh) zum Rückflug abgeholt worden. Am Flughafen haben wir dann 4 Stunden gewartet, um dann mit einer halben Stunde Verspätung (witterungsbedingt in Stuttgart) nach Stuttgart abzufliegen. Der Flug verlief angenehm und wir wurden von Kälte und Schnee empfangen. Resümee


Ein lange ersehnter Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Es war phantastisch, die über 5.000 jährige Geschichte an sich, auf so angenehme Art und Weise, auf dem Nil an sich vorbei ziehen zu lassen. Wir sind uns einig, dass es nicht zu spät war, aber man sollte die Geschichte dem Alter der Kulturen nach kennen und schätzen lernen. Also zuerst Ägypten, dann Griechenland, die römische Geschichte. Dazwischen ist die Jüdische Kultur, die Iranische aber auch die Chinesische von absoluter Bedeutung. Wir haben also noch ein paar Ziele, die auf uns warten. Es hat sich gelohnt, diese Reise zu machen und wir können von netten, liebenswerten Menschen berichten, die uns geführt, betreut und bewirtet haben. Herzlichen Dank. 101203 Der Alltag beginnt und es bleiben die schönen Erinnerungen und die vielen Bilder und Texte, die wir mitgebracht haben.

Kritik Reisebüro Proma Markdorf Wie wurden gut beraten und auf einige Dinge hingewiesen. Allerdings sollte man das MS Helio nicht unbedingt empfehlen. Eine Klasse besser lohnt sich, wenn dann die Anzahl der Gäste auch größer ist. Der Aufenthalt auf dem Schiff ist doch sehr lang. Im Untergeschoss ist es für empfindliche Schläfer doch etwas unruhig. Die Mannschaft und die Qualität der Leistungen an Bord ist allerdings sehr gut. Die Zusatzprogramme wie Abu Simbel gehören einfach auch für nur durchschnittliche Kulturfreunde dazu, wie auch das Zusatzprogramm in Assuan. All Inclusive wurde uns auf dem Schiff nicht empfohlen. Das geht so ok, denn auch etwas kräftigere Trinker kommen so günstiger weg. OFT Reisen Die Billigpreise in den Katalogen sind einfach unseriös! Das ist Augenwischerei, “billig“ und sollte unterlassen werden. Die Auswahl und Ausbildung des Personals (Reiseleiter) ist sehr gut. Wir würden wieder mit OFT reisen. Hurghada Makadi Sensimar Diese Anlage ist wirklich empfehlenswert und ausgezeichnet. Es ist ein hoher Standard erreicht, der anspruchsvoll ist.

3.12.2010 Jakob Strauß

Jakob Strauß Brunisachweg 23 D 88677 Markdorf 0049 7544 2642 0049 7544 72649 0049 174 32 87 596 info@strauss-jakob.de


Tagebuch Ägypten 2010  

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