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der Rollen. Die Erzieherrolle wird mit der Partnerrolle verwechselt, die Zuneigung des Kindes als Verliebtheit gedeutet. Der Pädophile beutet Kinder aus, um sein Bedürfnis nach emotionaler Zuwendung und Bestätigung zu befriedigen.

Die Kinder sind den Tätern häufig bekannt, zu zwei Drittel suchen sie sich jugendliche Opfer, ansonsten eher kleinere Kinder. Aggressive Handlungen kommen hier kaum vor, aber dafür häufiger mehrere Übergriffe an ein und demselben Opfer.

Gruppe 3: Thema Sucht Der dritte Tätertyp dieser Gruppe zeigt eine suchtartige und fortschreitende Verlaufsform. Diese Täter werden durch ihre pädophilen Handlungen schließlich so stark beherrscht, dass andere Belange des Lebens langsam den Bach runtergehen. Sie verfallen regelrecht ihrer sexuellen Neigung, liegen permanent auf der Lauer nach möglichen Opfern und nach möglichen Gelegenheiten zur Tatausübung. Die Opfer werden nicht mehr als Person wahrgenommen, sondern dienen nur noch als Objekt zur Triebbefriedigung. Gruppe 4: Alterstäter „Alterstäter“ üben Delikte erstmals im fortgeschrittenen Alter aus. Die untere Altersgrenze liegt hier bei 50 bis 60 Jahren. Oft findet man hier ein Nachlassen der Potenz bei erhaltener oder auch aufflammender Libido. Die­se Täter nähern sich mit ihrem sexuellen Bedürfnis Kindern, weil sie bei Frauen Angst haben, sexuell zu versagen, und Frauen gleichen Alters ihnen oft nicht mehr sexuell attraktiv erscheinen. Diese Täter weisen meist eine unauffällige sexuelle Vorgeschichte auf und sind auch sonst psychologisch eher als unauffällig einzustufen. Oft spielen hirnorganische Abbauprozesse eine Rolle, die sowohl die Fähigkeit zur Selbstkritik als auch das Kontrollvermögen beinträchtigen. Ist die Schranke erst mal durchbrochen und ein erstes Delikt begangen worden, kommt es zu häufigen sexuellen Übergriffen an Kindern.

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Inzest Beim Inzest hat man es mit einer anderen Tätergruppe zu tun. Inzesttäter stammen aus allen sozialen Schichten und zeigen eine sozial angepasste Fassade. Alkohol spielt hier nur in der Situation des Übergriffs eine Rolle und dient zur Überwindung der Hemmungen. Ein auslösender Faktor für Inzesthandlungen ist oft die lange Abwesenheit der Väter von den Familien, so gab es nach den beiden Weltkriegen eine Häufung an Inzestfällen. Diese Täter sind ansonsten sexuell eher wenig aktiv. Meist besteht wenig Einsicht in die eigene Schuld, sondern sie betrachten sich eher als Opfer der Umstände. Die Ehefrau sei frigide, die Tochter habe sie verführt etc. Auffällig häufig haben diese Täter in der Kindheit Verlassenheitserfahrungen gemacht, ihre Lebensgeschichte ist von Trennungen und

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BDK - Sichere Kindheit, verantwortungsvolle Gesellschaft  

Mit der Broschüre „Sichere Kindheit" möchte die Redaktion von „Kripo-Tipps" eine Information und Handreichung für Eltern, andere Erziehungsv...

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