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1.1 Übersicht über die verschiedenen Tätergruppen Die erste Tätergruppe: Exhibitionisten Die 1. Tätergruppe bilden Exhibitionisten, die sich bevorzugt Kinder als Opfer suchen. Hier findet man Täter aus allen Altersgruppen. Der familiäre und soziale Hintergrund ist ungünstiger als bei anderen Tätergruppen, so kommen viele dieser Täter aus einem problematischen Elternhaus, d. h. sie wurden selbst als Kinder vernachlässigt oder misshandelt. Als Folge davon bewegen sich dann auch einige dieser Täter im asozialen Milieu. Über die Hälfte dieser Täter weisen eine familiäre Belastung auf, d. h. in der Familie finden sich häufiger Angehörige mit Psychosen, hirnorganischen Erkrankungen oder geistiger Behinderung; auch Alkoholismus, Kriminalität und Selbst­ morde treten in diesen Familien häufiger auf als im Bevölkerungsdurchschnitt. Durch die ungünstigen Bedingungen, unter denen sie aufwachsen, zeigen viele dieser Täter schon als Kinder Verhaltensauffälligkeiten, der Bildungsstand und die Intelligenz sind oft sehr niedrig. Häufig wurden diese Täter als Kinder selbst Opfer sexueller Über-

griffe. Exhibitionisten vor Kindern sind fast immer Rückfalltäter und es werden oft auch andere kriminelle Delikte begangen. Alkohol spielt hier bei der Tatausübung nur eine geringe Rolle. Als Opfer suchen sie sich oft Kinder, die ihnen flüchtig bekannt sind. Die Hälfte der Täter dieser Gruppe ging über das Vorzeigen der Genitalien hinaus, die Kinder wurden angesprochen oder aufgefordert, das Genital anzufassen, teilweise wurden die Kinder auch berührt oder attackiert. Die zweite Tätergruppe: Pädophile Die 2. Tätergruppe sind die sogenannten Pädophilen, also Männer, die sich von Kindern sexuell angezogen fühlen bzw. ihre Sexualität bevorzugt bei Kindern ausleben. Hier unterscheidet man zwischen dem jugendlichen Täter und dem Täter mittleren Alters. Jugendliche Pädophile sind in der Regel entweder kontaktarm und in ihrer Entwicklung zurückgeblieben oder sozial auffällig. Die kontaktarmen jugendlichen Täter kommen eher aus der geordneten sozialen Mittelschicht. Sie sind sexuell unerfahren und haben kaum

*Eberhard Schorsch Eberhard Schorsch (1935 – 1991) war ein deutscher Arzt, Psychiater und Sexualforscher. Er war Direktor des Instituts für Sexualforschung, Sexualmedizin und Forensische Psychiatrie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). In Lehre und Forschung war Schorsch mit Menschen befasst, die wegen Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung angeklagt oder verurteilt waren. Außerdem war er von 1982 bis 1985 Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung (DGfS) sowie 1988 Mitbegründer und Herausgeber der „Zeitschrift für Sexualforschung“. Quelle: Wikipedia

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BDK - Sichere Kindheit, verantwortungsvolle Gesellschaft  

Mit der Broschüre „Sichere Kindheit" möchte die Redaktion von „Kripo-Tipps" eine Information und Handreichung für Eltern, andere Erziehungsv...

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