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Vorwort Liebe Leser! Die im Jahr 2019 entdeckten schweren Missbrauchsfälle aus NRW zeigen mehr als deutlich, dass „Sichere Kindheit“ ein gesamtgesellschaftliches Thema ist. Diese verabscheuungswürdigen Straftaten lassen keinen anderen Schluss zu, als dass es notwendig und geboten ist, immer wieder den Finger in die Wunde zu legen und über dieses Thema zu berichten. Nur so ist es möglich, zu sensibilisieren und Warnzeichen zu erkennen. Denn in einem sind wir uns einig: Die bis dato aufgedeckten Fälle sind leider nur ein Bruchteil der tatsächlich verübten Taten. Da ein Großteil der Missbräuche im familiären oder sozialen Umfeld der Opfer stattfinden, muss von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden – Straftaten, die nicht zur Anzeige gebracht werden, weil die Opfer zu klein sind oder die Scham zu groß. Die körperlichen und seelischen Schäden prägen diese Kinder oft ein Leben lang. Kindesmisshandlung ist strafbar Bereits seit dem Jahr 2000 ist das Recht auf gewaltfreie Erziehung auch deutsches Bundesrecht. Seit 2004 erinnert jedes Jahr der „Tag der gewaltfreien Erziehung“ am 30. April an diesen wichtigen Umstand. Dennoch muss nicht jede Gewalt zum Nachteil eines Kindes zwingend auch den Tatbestand der Kindesmisshandlung erfüllen. Wenn aber die Gewalt ein ständiges Mittel in der Erziehung ist, so handelt es sich um Kindesmisshandlung. Die Politik muss sich die Frage stellen lassen, ob die Bekämpfung von Kindesmisshandlung in allen Facetten nicht professionalisiert werden müsste – ob es nicht erforderlich ist, Netzwerke weiter auszubauen und gewisse Mindeststandards in allen beteiligten Ressorts vorzuschreiben. Sieht man sich zum Beispiel die Unterstützung des Projekts RISKID (Risikoinformationssystem Deutschland) an, bei dem es unter anderem um die verantwortungsvolle Zusammenarbeit von Kinderärzten zur Früherkennung von Missbrauch geht, so ist hier leider noch deutlich „Luft nach oben“. Die Folgen einer zerbrochenen Kinderseele sind beträchtlich und nicht hinnehmbar. Nicht zu unterschätzen ist die Tatsache, dass die Suizide bei Kindern und Jugendlichen oft der letzte Schritt eines bereits lange unerkannt leidenden Menschen sind. Bei der Aufarbeitung dieser komplexen Themenvielfalt sind Experten gefragt, und genau aus diesem Grund hat der BDK für die vorliegende Broschüre ganz bewusst diese um Gastbeiträge gebeten und bedankt sich an dieser Stelle ausdrücklich für den fachlichen Input aus den unterschiedlichsten Professionen. Herzlichst Ihr Hans Hülsbeck Redaktion Kripo-TIPPS Sprecher Prävention und Opferschutz des BDK Landesverband NRW

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BDK - Sichere Kindheit, verantwortungsvolle Gesellschaft  

Mit der Broschüre „Sichere Kindheit" möchte die Redaktion von „Kripo-Tipps" eine Information und Handreichung für Eltern, andere Erziehungsv...

BDK - Sichere Kindheit, verantwortungsvolle Gesellschaft  

Mit der Broschüre „Sichere Kindheit" möchte die Redaktion von „Kripo-Tipps" eine Information und Handreichung für Eltern, andere Erziehungsv...

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