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Suizidalität bei Kindern und Jugendlichen Fast jeder Mensch wird im Laufe seines Lebens mit „Selbstmord“ oder einem „Selbstmordversuch“ konfrontiert, in der eigenen Familie, im Bekannten- oder Freundeskreis, durch Zeitungsmeldun­ gen, Filme oder Literatur. Das Thema „Selbsttötung“ hat die Menschheit zu allen Zeiten begleitet und bewegt. Insbesondere Jugendliche beginnen intensiv über den Sinn des eigenen Lebens nachzudenken. Vor diesem Hintergrund spielen auch Gedanken zum eigenen Tod in diesem Prozess eine Rolle. Die Beschäftigung mit Selbsttötungsabsichten dagegen kann nicht als Teil der normalen jugendlichen Entwicklung angesehen werden. Im Kindesalter kommen Suizide hingegen nur in Einzelfällen vor. Obwohl Identitätskrisen bei ca. 80 % der Jugendlichen nur wenig ausgeprägt sind und auch bei den restlichen 20 % im Regelfall keine existenziellen Krisen auftreten, passieren immer wieder Suizide und Suizidversuche bei Jugendlichen. Nach dem Tod bei einem Verkehrsunfall ist der Suizid die zweithäufigste Todesursache bei deutschen Jugendlichen. Ca. 30 % der Jugendlichen haben Selbstmordgedanken.

Simone Dunkel Diplom-Psychologin Psychotherapeutin Dortmund

Suizidversuche sind wesentlich häufiger als vollzogene Suizide. Bei 25 % der Jugendlichen, die einen Suizidversuch unternommen haben, kommt es zu einer Wiederholung. Bei 4 % der Jugendlichen, die bereits einen Suizidversuch unternommen haben, kommt es zum tatsächlichen Suizid. Die meisten Suizidversuche finden zwischen dem 15. und dem 35. Lebensjahr statt. Am häufigsten wird die Selbsttötung bei Jugendlichen durch Medikamente und Erhängen versucht oder vollzogen. Motive Als wichtigste Motive, nicht mehr leben zu wollen, gelten: Konflikte mit den Eltern, Liebeskummer

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BDK - Sichere Kindheit, verantwortungsvolle Gesellschaft  

Mit der Broschüre „Sichere Kindheit" möchte die Redaktion von „Kripo-Tipps" eine Information und Handreichung für Eltern, andere Erziehungsv...

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