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sandt. In der Regel an Empfänger, deren Mail-Adresse innerhalb eines oder mehrerer Datenleaks aufgefallen sind. Egal ob es Bild- oder Videomaterial tatsächlich geben sollte, ob die Bilder irgendwann mal freiwillig gemacht wurden, eins muss man ganz deutlich feststellen: Hier wird mit dem Opfer gespielt, hier wird versucht, mit dem Intimsten des Opfers Profit zu machen. Auch in diesem Fall gilt es, ein ganz deutliches Signal zu setzen. Wenn es passiert ist, bitte keine falsche Scham! Sich schämen ist normal, aber bitte keine Scham gegenüber einer Vertrauensperson.

2.5 Cybergrooming Was ist Cybergrooming und wie gefährlich ist es? Grundsätzlich sind unter diesem Fachbegriff unterschiedliche Handlungen gemeint, die immer als Ziel haben, einen sexuellen Missbrauch vorzubereiten. Es handelt sich um ein strategisches Vorgehen von Tätern gegenüber Kindern und Jugendlichen. Mit Empathie gewinnen sie das Vertrauen, suchen den Kontakt und manipulieren die Wahrnehmung der jungen Menschen. Sie manövrieren sie in eine Form der Abhängigkeit und sorgen dafür, dass sie sich leider niemandem anvertrauen. Die Täter suchen im Internet nach ihren Opfern. Über die Profile der Kinder und Jugendlichen erlangen die Täter wertvolle Informationen über Musikgeschmack oder Hobbys, und schon ist der erste Ansatz da, um in einem Chat Vertrauen zu erschleichen. Gemeinsamkeiten werden vorgetäuscht und eine angebliche Nähe hergestellt. Das potenzielle Opfer, in der Regel im pubertären oder vorpubertären Alter, fühlt sich verstanden, im Gegensatz zu den Eltern, die einen ja angeblich nicht verstehen. Hinzu kommt die vermeintliche

Sicherheit, weil man ja zu Hause ist. Sämtliche Schutzmechanismen werden durch die betroffenen Kinder und Jugendlichen außer Acht gelassen. Man stelle sich die gleichen Tathandlungen, also das manipulierte Ansprechen auf der Straße, im Schwimmbad, beim Konzert oder wo auch immer vor – würde ein Kind oder ein Jugendlicher so von einem Fremden angesprochen, es würde sich hoffentlich umdrehen und gehen! Ein weiteres durchaus perverses Ziel der Täter ist es, ihre Opfer auch im realen Leben zu treffen. Bei diesen Treffen kommt es immer wieder vor, dass die Opfer massiv missbraucht werden und hinterher verschweigen, was ihnen passiert ist, vor Scham oder weil sie etwas vermeintlich Verbotenes getan haben. Dem gilt es vorzubeugen! Sobald das erste Foto in dieser Form verschickt wurde, haben die Täter ein Druckmittel in der Hand und nutzen dies schamlos aus. Denn dann werden die Opfer erpresst! Gezwungen, noch mehr Bilder von sich zu zeigen oder sogar Nacktbilder von sich zu versenden! Eltern und Personen mit Erziehungsverantwortung können durchaus präventiv etwas unternehmen: über die Risiken des Internets aufklären – nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern durch gemeinsames Erleben, durch gemeinsames Ausprobieren. Betroffenen gilt es deutlich klarzumachen, dass die Schuld ausschließlich beim Täter liegt. Er hat es verursacht, gegen ihn werden die Polizei und anschließend die Staatsanwaltschaft ermitteln!

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BDK - Internet aber sicher!  

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