Page 14

2.2 Jugendschutz und Internet Welche Inhalte im Internet jugendgefährdend sind, regelt in Deutschland der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMSTV). Hier ist niedergeschrieben, vor welchen Inhalten Kinder und Jugendliche, unter anderem im Internet, geschützt werden sollen. Woran kann sich ein solcher Vertrag orientieren? Natürlich in erster Linie an den Bestimmungen des Strafgesetzbuches, aber auch an den Werten, die das Grundgesetz uns vorgibt. Die Bestimmungen werden durch die Landesmedienanstalten und die Kommission für Jugendmedienschutz überwacht. Das Internet wird nach den relevanten Inhalten durchforstet, z. B. nach pornografischen Angeboten, nach Seiten, die offen zu Straftaten aufrufen. Aber auch gewaltverherrlichende Seiten und Websites mit radikalen Inhalten dürfen nicht so einfach Jugendlichen zugänglich gemacht werden. Die Form ist hierbei egal. Dies können Bilder, Texte, Foren und vieles mehr sein. Dieser Jugendmedienschutz-Vertrag gilt aber nicht für irgendwelche Postings oder Ähnliches, sondern nur für die Betreiber von Internetseiten – jetzt kommt das Schwierige –, die in Deutschland ihren Sitz haben! Diese Lücke nutzen viele Unternehmen bewusst aus. Sie nehmen Rechtsverletzungen in Kauf und stellen den Jugendlichen jugendgefährdende Inhalte ins Internet. Daher gilt: Achten Sie gemeinsam mit Ihren Kindern auf die Inhalte der Internetseiten. Erkundigen Sie sich nach entsprechenden Jugendschutzfiltern, die von den

14

verschiedensten Anbietern meist kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Nur so ist es möglich, einen tatsächlich sinnvollen Jugendschutz zu Hause bei den mobilen Endgeräten zu erreichen und die Grenzen wirklich einzuhalten, auch wenn diese manchmal fließend sind. Sollten Sie dennoch eine Seite finden, die offensichtlich aus Deutschland kommt und jugendgefährdende Inhalte darstellt oder zur Schau stellt, haben Sie jederzeit die Möglichkeit, sie zu melden, z. B. über die Internet-Beschwerdestelle (www.internet-beschwerdestelle.de).

2.3 Vorbilder oder Demagogen – vom YouTube-Star zum Verführer Ehrlicherweise ein gefährliches Thema. Die Bundeszentrale für politische Bildung erklärt den Begriff Demagoge mit Volksverführer, einem „Menschen, dem es gelingt, mit Hilfe von Schmeicheleien, unbewiesenen Behauptungen und Täuschungen andere Menschen für sich und seine politischen Ziele zu gewinnen“. Wenn wir hier jetzt das Wort „politischen“ streichen, in der Erklärung weiterlesen – „Er gewinnt seine Zuhörer durch falsche Versprechungen“ – und uns dann den einen oder anderen YouTube-Star ansehen, dann ist die Frage berechtigt, ob das überhaupt Vorbilder sind? Influencer, Blogger und Co. Dass der Mensch immer mehr Zeit im Internet verbringt, haben wir schon mehrfach erwähnt. Es wird nach Zerstreuung gesucht, nach Unterhaltung. Zu finden sind jedoch auch vermeintliche Nachrichtenüberbringer, die für viele zu tatsächlichen Vorbildern werden und mit teilwei-

Profile for IV Group

BDK - Internet aber sicher!  

BDK - Internet aber sicher!  

Profile for ivgroup
Advertisement