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G R AT I S seit 20 Jahren www.festivalguide.de

SONDERAUSGABE

ALLE INFOS FÜR DIE OPEN AIR SAISON 2017

E I N E S O N D E R AUS GA B E VO N

»Ich war nie der Drei-Bier-Typ«

MARTERIA über Festivals früher und heute


Mach dein Leben zum Festival. © Inter IKEA Systems B.V. 2017

Gute Freunde, Freiheitsliebe, offene Gespräche – das alles gehört zu dir. Die IKEA PS Kollektion 2017 ist wie geschaffen dafür. Flexibel, unkonventionell und so bunt wie dein Leben. Unter IKEA.de/IKEAPS kannst du entdecken, was am besten zu dir passt.

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EDITORIAL 20 Jahre Festivalguide, 20 Jahre Festivals. Realistisch betrachtet reden wir von einem Zeitraum, der für gleich mehrere Generationen von Festivalgängern reicht. Wer hält sowas aus? Es geht hier nicht um Kurbad-Festivals oder Kreuzfahrten, wir reden von orchestrierter Entgrenzung, eingebettet in Schlafmangel und merkwürdiger Ernährung unter permanenter Beschallung. Klingt erstmal nach Folter, ist aber trotz allem immer noch Sehnsuchtsort. »Festivalsommer ist Augenblick, ist Quelle, ist Essenz«, hat Werner Pilz (Chefredakteur von 2000–2006) es einmal treffend beschrieben. Es geht um Momente, über die man Bücher schreiben könnte. Es geht um Gespräche, die ganz sicher unwiederholbar sind. Es geht um Konzerte, die man ein Leben lang im Herzen trägt und um ein gemeinsames Erleben der groteskesten Situationen, für deren Witz nachher die Worte fehlen, die aber für immer verbinden. »Zähneputzen ist später«, brachte Boris Fust (Chefredakteur von 1997–1999 und 2007–2009) es auf den Punkt. Dort, wo es passiert, ist einfach kein Platz für Sachzwänge, kein Ort für Vernunft und erst recht nicht für Hygiene. Wer loslassen kann, ist klar im Vorteil. Und erlebnishungrig geht keiner nach Hause, der diesen Satz durchdacht und beachtet hat. 20 Jahre lang suchen wir nun schon nach diesen Momenten, in denen die Zeit ihre Macht verliert und Liebe, Wahnsinn und Weisheit zeitgleich uns umschmeicheln. Und so lange wir uns im Schoß des Kontrollverlusts geborgen fühlen, so lange wir uns voll Vertrauen und Hingabe der Musik um den Hals schmeißen und so lange in diesen Augenblicken wirklich alles bedeutungslos ist, was darauf folgen mag, lassen wir uns immer wieder darauf ein. Suchen Gleichgesinnte. Suchen Verbindung. Suchen Zwielicht, Zauber, Zusammenhalt bis wir satt sind und aufhören zu suchen. Bis Zähneputzen wichtiger und der Augenblick nachrangig erscheint. Mögen uns noch viele Jahre von diesem Moment trennen. Und möge die Sommersaison 2017 endlich beginnen – wir sehen uns auf den Festivals! Carsten Schumacher für die Festivalguide Redaktion


WO SIND MEINE LEUTE DA DRAUSSEN? #Pop #Kultur #Life #Style Monatlich als Heft, täglich im Netz. www.intro.de


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G ET READY

August

Das Kettenkarussell Festivalguide wird 20 Jahre alt und rotiert mehr denn je auf unzähligen Kanälen. Wenn du uns brauchst, sind wir da. 06 Bereit? Festivalmomente 1997, Jubiläums-Checkliste, Psychotest – Bereit für die Saison? Dann nix wie rein in den Sommer 2017! 09

HIG H LIG HTS Wie finde ich mein Festival? Tipps zum Gebrauch der Festivalstrecke. 31 Juni Glastonbury

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Rock im Park, Rock am Ring

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Pinkpop

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Puls, Traumzeit, Hellfest

39

Kosmonaut, Docklands

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PxP, Wireless

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Southside, Hurricane

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With Full Force, Rock Werchter

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Roskilde

46

Juli Summerjam

50

Mission Ready, Ruhr-in-Love, Rock For People

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Rudolstadt, Vainstream, Pohoda

Wacken

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A Summers Tale

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Nature One

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Appletree Garden, Sound of the Forest, Mini Rock

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Rocken am Brocken, Burning Eagle

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Big Day Out

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Jenseits von Millionen, Trosse Kult

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Punk Rock Holiday, Øyafestivalen, SonneMondSterne

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Rocco del Schlacko

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Open Flair

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Sziget

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M’Era Luna

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Haldern Pop

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Taubertal

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Utopia Island, Kinkerlitzchen, Flow

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Fuchsbau, c/o pop, Obstwiesenfestival

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Highfield

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Green Juice, MS Dockville, Springinsfeld 96 Chiemsee Summer

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New Horizons

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I N H A LT BACKSTAG E Marteria »Mittlerweile können die Leute tanzen« – Über Veränderungen im Leben und auf HipHop-Festivals. 124 20 Jahre Melt und Splash! »Das Risiko ist größer geworden« – Ein Interview mit den Veranstaltern Stefan Lehmkuhl und Thomas Resch. 128 Wann platzt die EDM-Blase? Wir fragen Oliver Vordemvenne (Nature One) und U Lee (Springinsfeld). 132 »Überwältigend und sehr ansteckend« Die faszinierenden Fotos von Sandy Carson, dem Fotografen der ersten Reihe. 134 Gutes Ticket – Böses Ticket Wie Eintrittspreise künstlich in die Höhe getrieben werden. 142 Love, Peace & Populismus Europas Festivals in Zeiten von Erdogan, Wilders & Co.

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»Ich glaube, dass sich das alles rächen wird« Summerjam-Gründer Klaus Maack über den Profit-Wahn im Festivalgeschäft. 152

TIPPS U N D TRICKS

Acoustic Summer, Spack!, Rock im Pott

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Alinæ Lumr, Jamel rockt den Förster, Pop-Kultur

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Splash!

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Reload, Pure & Crafted

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Talge, MADville, Oben Ohne

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September & Oktober

Tauron Nova, Exit, Open Source

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Lollapalooza Berlin

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Dour, Benicassim, Urban Art! HipHop

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Musikschutz Festival, Angst macht keinen Lärm, Müssen alle mit

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Melt

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DOORS

Tomorrowland

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New Pop, Golden Leaves, Way Back When

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Festivalindex, Impressum

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Parookaville

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Reeperbahn Festival

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Das MAD Festivalguide Faltbild

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Ruhrpott Rodeo, Sacred Ground, Lollapalooza Paris

Kaltern Pop, New Fall

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Deichbrand, Watt en Schlick

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Helene Beach, Rock im Wald

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Juicy Beats

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Umsonst & Draußen – Olga’s Rock und 114 die Festivalwelt mit ohne Geld Sonnig & live – Arag Big Air, Ruhrtriennale, Kunst!Rasen und weitere 116 Besuchen Sie die Datenbank – die Festivalwelt ist groß: Feel, Katzensprung, Wasted in Jarmen und noch viel mehr

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Der Ratgeber im Heft Wir geben Tipps für die Festival-Reise, stellen CraftbierCocktails plus ein neues Festivalspiel vor und erklären, was man im Fall eines Gewitters draußen beachten muss. Alles, was ihr wissen müsst. Alles fürs Fest. ab 157


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Das Festivalguide Karussell Festivalguide ist mehr als dieser wundersame Almanach in deinen Händen. Festivalguide ist überall dabei und lässt dich nicht im Stich. Erfahre alles, was du wissen musst und dann geh, mach Erfahrungen und teile sie uns mit! Fahre, wie wir, raus auf die Festivals und tausch dich mit uns aus. Hier ein Überblick über Festivalguide in allen Erscheinungsformen.

ILLUSTRATION: ALEX RU PPERT

Bis bald! Viel Spaß mit der Festivalsaison 2017!


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FESTIVALGUIDE DIGITAL

Blitzschnelle News reiten auf einem Höllenmonster von Datenbank mit sämtlichen Informationen zur Festivalsaison 2017. www.festivalguide.de

FESTIVALGUIDE SOCIAL NET

Halte mit uns Funkkontakt, wenn wir durch die Festivallandschaft brettern. #festivalfanatics twitter.com/festivalguide plus.google.com/+festivalguide facebook.com/festivalguide instagram.com/festivalguide youtube.com/festivalguidemagazin

FESTIVALGUIDE TV

Berichte, Reportagen, Selbsttests, Mockumentaries – wirr, wild und bunt. Alles unter: festivalguide.tv

FESTIVALGUIDE TOUR

Wir sind da, wo es passiert und manchmal auch sichtbar für alle. Auf manchen Festivals organisieren wir Autogramm– stunden, auf anderen machen wir Rabbatz auf dem Campingplatz. Wo? Das steht unter: festivalguide.de/tour

FESTIVALGUIDE T-SHIRT

Noch ein Weg, über den wir hautnah in Kontakt treten. Unser neues T-Shirt auf fair gehandelter Bio-Baumwolle erstellen wir in Zusammenarbeit mit unseren Freunden von Hafendieb und spenden alle Erlöse an Viva con Agua.

FESTIVAL-AWARD DER HELGA!®

Unser einzigartig unabhängiger Award Der Helga!® wird am 21. September im Hamburger Imperial Theater auf und in Zusammenarbeit mit dem Reeperbahn Festival verliehen. Stimmt ab unter: festivalguide.de/derhelga.


Feinstes und faires Seemannsgarn www.hafendieb.de ¡

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SO FING ALLES AN: BACK TO 1997 Tach auch! Es ist 1997, die »Fat Of The Land« von The Prodigy ist gerade herausgekommen und auch beim Go Bang! Festival stehen alle auf Keith Flintʼs Frisur. Foto: Stefan Malzkorn


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Es ist die dritte Nature One und Rave ist auf dem Peak. Ebenso im Zenit: Flokati-Jacken, bauchfreie Outfits aller Art und merkwĂźrdig stachelige Frisuren. Foto: Nature One


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Selbst acht Jahre nach dem Mauerfall flattern hie und da immer noch DDR-Flaggen. Auch wenn längst nicht mehr klar ist, wie man sie richtig aufhängt, wie hier beim Roskilde. #reisefreiheit Foto: Roskilde


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So viel GlĂźck: 1997 wurde endlich auch das Hurricane erfunden! 20.000 junge Menschen bekommen auf einen Schlag ein Zuhause. Bis zum heutigen Tag sind noch weitere 50.000 dazu gekommen. Foto: Stefan Malzkorn


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Aus heutiger Sicht kaum noch zu erkennen: Das ist eine Hauptbühne! Beim Haldern Pop gab es noch nie viel Branding, aber dieses Fanal der Logolosigkeit versetzt uns 20 Jahre später in verzückendes Erstaunen. Foto: Christoph Buckstegen


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B E LIE BTE R AL S SONNE :

DER HELGA!® 2017 ... und du bestimmst, wer ihn bekommt! Der Helga!® wird fünf Jahre alt! Zum Jubiläum gibt es eine Jury bestehend aus der am meisten gemobbten Berufsgruppe der jüngeren Gegenwart: Journalisten! Und auch #festivalfanatics wie ihr können wieder abstimmen. Votet für das beste Festival unter www.festivalguide.de und gewinnt Tickets für die Award-Show am 21. September in Hamburg mit garantiert mehr Dosenbier als bei jeder Echo-Verleihung! Der Helga!® ist der unabhängige Festival-Award, verliehen von


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Psychotest 2017

WIE KREATIV BIST DU IN FESTIVAL-KRISEN? Glaubt man der Werbeindustrie, hat praktisch jedes Lebewesen immer und sofort ein Anrecht auf alles, und selbst der planloseste Penner ist plötzlich Prinzessin. Doch gerade auf Festivals sieht die Realität anders aus. In unberechenbaren Situationen zählt kein Anspruchsdenken und kein Wunschponyschlecken, sondern nur der philosophische Langmut von Konfuzius, das spontane Improvisationstalent von MacGyver und die unbezwingbare Lebenslust von Heidi. Mach diesen Psychotest und finde heraus, wie flexibel du im Umgang mit Festival-Fährnissen bist und wie magnetisierend deine interdisziplinäre Souveränität dabei auf andere wirkt.

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Direkt am Festivaleingang stellst du fest, dass du deine Tickets zuhause vergessen hast. Was tust du?

te Gebüsch und erinnere mich meiner wahren Bestimmung: Sex, Drugs and Rock’n’Roll. (10 Punkte)

Ich werfe mich auf den Boden, schreie und strample, verwünsche mein Schicksal und bedrohe das Personal mit dem Tod beziehungsweise mit meinem Suizid. (1 Punkt)

Ich setze einen geharnischten Brief an den Familienanwalt auf, der die Netzgesellschaft auf eine Million Euro Schadensersatz verklagen soll. (1 Punkt)

Ich zucke gleichgültig mit den Schultern, verschwinde um die Ecke und beginne damit, einen Tunnel zu graben, der hoffentlich bis zum dritten Festivaltag fertig wird. (10 Punkte)

Ich nutze die spiegelnde Oberfläche meines Smartphones, um damit Lichtsignale in den Weltraum zu senden. Irgendjemand wird sich schon melden. (6 Punkte)

Ich gehe unverrichteter Dinge wieder heim und freue mich auf ein ruhiges Wochenende ohne meine beknackten Freunde und ihre blöde Musik. (2 Punkte)

3

Deine Lieblingsband hat kurzfristig abgesagt. Stattdessen treten Nickelback mit einem Akustikset auf. Was tun?

Der Handyempfang ist plötzlich so mies, dass du nicht mal Mama anrufen kannst. Was jetzt?

2

Ich lasse mich auf die neue Erfahrung ein und verfolge die Darbietung mit unvoreingenommener musikalischer Neugierde. (0 Punkte)

Ich werfe das törichte Hartplastiksymbol seelenloser Selbstversklavung ins nächs-

Ich lasse meine schlechte Laune an Festivalkindern aus, die sich noch wesentlich

leichter umboxen lassen als dehydrierte Raver bei Sonnenaufgang. (3 Punkte) Ich stelle mich kackdreist vor die Bühne und gröle abwechselnd »Freebird«, »mehr Rock-Elemente« und »Auszieh’n«. (9 Punkte)

4

Du hast Hunger, aber selbst die nasse Pizza ist ausverkauft. Was jetzt? Ich bleibe einfach beim Bier, das meinem Vater zufolge so gut wie »flüssig Brot« ist und das man praktischerweise auch nicht zu kauen braucht. (10 Punkte) Ich verspüre eine leichte Panik und versuche mich an die Menschenfleischrezepte meines etwas wunderlichen Lateinlehrers zu erinnern. (1 Punkt) Ich lächle den Hunger mit demselben Grinsen weg wie damals den Führerscheinentzug und die ungewollte Schwangerschaft. (5 Punkte)


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Auswertung Ein apokalyptischer Wolkenbruch verwandelt das Festivalareal in eine Schlammlandschaft. Wie reagierst du? Ich lasse mein inneres Kind von der Leine und gebe mich den Elementen hin. Weil ich dabei nackt bin, bleiben meine Kleider auch fürs erste sauber und trocken. (10 Punkte)

8

Nukleare Detonationen in mittlerer Entfernung übertönen deine Gespräche. Was machst du? Ich hake das Festival widerwillig als Reinfall ab und spiele ernsthaft mit dem Gedanken, im nächsten Sommer Bergsteigen zu gehen. Falls es dann noch Berge gibt. (1 Punkt)

Ich schleiche mich ins Backstage, schnuppere an feuchten Musikern und ihren Elektroschockwunden und züchte mir so einen spleenigen Fetisch heran. (6 Punkte)

Ich freue mich darüber, dass die Realität noch wesentlich hochauflösender und interaktiver ist als »Call of Duty: Infinite Warfare«. (10 Punkte)

Ich verkrieche mich in mein Zelt, schmolle erst ein bisschen und masturbiere dann für den Rest des Festivals in meinem Schlafsack. (0 Punkte)

Ich hoffe darauf, dass der unangekündigte Headliner-Auftritt von Donald Trump für die bisherigen Unannehmlichkeiten entschädigt. (7 Punkte)

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Der Katastrophenschutz ruft den Notstand aus und errichtet einen Sicherheitsperimeter aus Stacheldraht um das Festivalgelände. Was machst du? Ich bekomme ungute Erinnerungen an meine Kindheit auf dem Bauernhof, wo »Herr und Frau Schwein« regelmäßig meine Babysitter waren. (2 Punkte) Ich freue mich über die vorbildliche Notfallplanung unserer zuverlässigen Regierungsorgane, deren geheime Abzeichen ich leider nicht entziffern kann. (0 Punkte) Ich gehe das Problem logisch an: Nicht ich bin eingesperrt, sondern die anderen sind ausgesperrt. Wieder argumentative Munition gespart. (10 Punkte)

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Dein heißer Festivalflirt verliebt sich in einen schwerbewaffneten Soldaten im ABC-Schutzanzug. Und nun? Ich bin misstrauisch. Ist das wirklich Liebe, wenn man die Quarantäne umgeht, um einen Wildfremden mit einer unbekannten Krankheit anzustecken? (4 Punkte) Ich bin mega-eifersüchtig. Erst nach emanzipierten Gefühlsmenschen krähen und dann bei erster Gelegenheit doch wieder Rambos und Amazonen wollen. (1 Punkt) Ich gönne. Wenn sich mein Freund/ meine Freundin jedes Mal über mein Fremdgehen beschweren würde, hätten wir überhaupt keine Geschlechtskrankheiten. (10 Punkte)

Die außerirdischen Pioniertruppen entführen dich als Teil einer repräsentativen Stichprobe. Was denkst du? »Es hat sich definitiv gelohnt, meinem Berufsberater damals ins Gesicht gelacht zu haben. Berufe sind was für Idioten mit Girokonto und festem Wohnsitz!« (10 Punkte) »Hoffentlich gibt’s da Sauerstoff, wo ich hinkomme. Ohne Sauerstoff komme ich morgens echt nicht so richtig in die Gänge.« (5 Punkte) »Bitte lass die Außerirdischen unter ihren Raumanzügen drei Busen haben. Wenn ich das gesehen habe, kann ich in Frieden sterben.« (0 Punkte)

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Dein neuer Heimatplanet Quokka IV kündigt für nächsten Sommer ein spektakuläres Musikfestival an. Und du so?

0 – 10 Punkte Spontaneität ist für dich ein Fremdwort. Du magst es gerne risikolos und altbekannt. Festivals sind daher noch eine Nummer zu groß für dich. Wenn du wirklich weniger als 6 Punkte hast, ist Kopfrechnen ebenfalls eine Nummer zu groß für dich. Vielleicht spielst du einfach noch ein paar Jährchen mit deinen Klettverschlüssen. 11 – 25 Punkte Deine Kreativität erstreckt sich eher auf die kleinen Dinge im Leben. Mal isst du deine Pommes mit Mayonnaise, mal mit Ketchup, einmal hast du dich sogar beides getraut. Unter wohlwollender Anleitung ist es denkbar, dass du dich im Festivalkontext nicht komplett blamierst, deine Eigeninitiative lässt allerdings noch stark zu wünschen übrig. 26 – 50 Punkte Einfache Spontanentscheidungen kann man dir bereits ohne Weiteres zutrauen, und auch den ein oder anderen Witz auf dem Zeltplatz könntest du alleine versuchen. Finger weg allerdings von frechen Flirts, beißendem Sarkasmus oder der Formulierung »Ich hab ne Idee!« Hast du nämlich eher nicht. 51 – 75 Punkte Du bist bereits ganz schön gewieft. Mit deiner schlagfertigen optimistischen Art giltst du bei Deinesgleichen schon als Checkertyp, und deine unkomplizierten Problemlösungsstrategien verraten, dass du tief im Innern rund mit dir selbst bist. Auf Festivals entfalten sich diese Qualitäten besonders gut, denn hier regiert bekanntlich die Improvisation.

Ich biete mich als Veranstalter und TalentScout an. Ich habe gehört, wir können jeden kriegen, und ich will Kanye West und Kim Jong-un. (10 Punkte)

76 – 99 Punkte Du bist der geborene Leader, dessen natürliche Autorität die unterschiedlichsten Menschen beeindruckt. Probleme aller Art gehen wie von selbst vor dir in die Knie, denn deine sagenhafte Nonchalance wird nur noch von deinem fröhlichen Wesen übertroffen. Du bist der chinesische Typ, der »Krise« einst mit »Chance« übersetzt hat.

Ich mache, was ich jedes Jahr mache: Vergessen, das Zelt zu trocknen, vergessen, die Haut einzucremen, vergessen, wie ich heiße. Wo ist eigentlich egal. (4 Punkte)

100 Punkte Abgesehen vielleicht vom Rechnen bist du eine Bereicherung für jede bekannte und unbekannte Galaxie.

»Ein Glück, dass die Winter auf Quokka 100 Jahre dauern. Noch mal werde ich definitiv nicht auf diesen Trick reinfallen.» (1 Punkt)

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Die Jubiläums-Checkliste

Packlisten sind Vertrauenssache, es hat sich schon mancher schwarz geärgert, weil wichtige Dinge wie Jägerzaun oder Hausbar zu Hause vergessen wurden. Festivalguide hat nicht umsonst 20 Jahre Erfahrung angesammelt. Wir teilen gern … KLAMOTTEN

Unterwäsche Socken Jacke Lange Hose Kurze Hose Hemd T-Shirts Longsleeve (Kapu-)Sweater Regenjacke Feste Schuhe/Gummistiefel Flip-Flops/Badelatschen Badehose/Bikini Hut/Kappe/Mütze (Helden–)Strumpfhose H YG I E N E

Handtuch Bürste/Kamm Deo (Roll-on) Reiseapotheke (individuell ausrüstbar, z.B. Aspirin, Kohletabletten, Magnesium, Zeckenzange) Zahnbürste/Zahnpasta Duschgel/Shampoo (gut: biologisch abbaubar) Kondome Binden/Tampons Handspiegel Toilettenpapier Taschentücher/Küchenrolle Feuchttücher Duschhaube Vaseline (Schmelzbereich ab 38°)

C A M P I N G B E DA R F

Zelt Plastikplane (unter das Zelt) Heringe (ggf. Hammer)/Abspannleinen Schlafsack Iso-Matte Picknickdecke Besteck/Geschirr Kochset Kaffeekocher/Espressokanne Spülmittel (gut: biologisch abbaubar)/ Spülschwamm Campingstühle Campingtisch Pavillon Lebensmittel: z.B. Dosen/Kekse/JunkFood/Brot/Thüringer Bratwürste/ Fleisch/Tofu/Obst/Bier/Kaffee/Tee/ Salz/Pfeffer etc. Getränke: Bier/Wein/Gin/Tonic/Cola/ Limo Schneidebrett/–messer Aufbewahrungsbehälter Campingkocher/Grill/Anzünder/Kohle Dosenöffner/Flaschenöffner/Korkenzieher Feuerzeug/Streichhölzer Müllbeutel S U R V I VA L

(Dynamo-)Taschenlampe (ggf. mit ausreichend Batterien/Akkus) Taschenmesser Wasser/Wasserkanister/Tetrapak (Sonnen)creme/Après Lotion Ohrenstöpsel Sonnenbrille (+Etui) Mücken-/Zeckenschutzspray

A U F K E I N E N FA L L V E R G E S S E N

Ticket 1. Hilfe-Set EC-Karte/Bargeld Handy (+ Ladegerät/Powerbank) Gaffa-Tape OPTIONAL

Rauchwaren/ Zigaretten Brustbeutel/Bauchtasche/Gürteltasche Kontaktlinsen(lösung) Selfie-Stick Edding Lady–Gaga–Kostüm Kerzen Schere & Tesafilm (Bändchen kleben) Cocktail-Shaker Lampions Ukulele Kamera Kopfkissen Nähzeug Luft–/Penispumpe Bücher/Musik/Film–Projektor Zeltbeleuchtung Kuscheltier Vorhängeschloss Konfetti/Glitter Ball (für Flunkyball) Seifenblasen Fahnenmast Luftsofa Wasserspielzeug Badetuch/Bademantel (gestreift)


P R O M OT I O N

Mit SEAT als VIP durch den Festivalsommer VON BARCELONA NACH BERLIN

Auf dem Primavera Sound startet SEAT dieses Jahr in den Festivalsommer. Das spanische Festival gehört zu den größten Open Airs Europas und lockt mit einem facettenreichen Line-up jährlich an fünf Festivaltagen etwa 190.000 Musikbegeisterte nach Barcelona. Weiter geht es Ende Juni nach Frankfurt zum urbanen Wireless Festival, das dieses Jahr erstmals auch in Deutschland stattfindet: Mit einem Schwerpunkt auf HipHop steht hier neben Justin Bieber und The Weeknd auch Marteria auf der Bühne, mit dem es dann weiter in die Hauptstadt zum Lollapalooza geht. Das Berliner Festival punktet nicht nur mit einem fantastischen Bühnenprogramm: Bei der Fun Fair kann man zwischen Akrobaten und Zirkusakteuren sein Talent bei nostalgischen Kirmesspielen testen, das Kidzapalooza macht die kleinsten Festival-Fans glücklich und der Grüne Kiez informiert mit viel Spaß zu den Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit.

DU WILLST TANZEN? TANZE ! Die perfekten Gelegenheiten dafür bieten sich auf den beiden deutschen Festivals. Willst du Teil der SEAT Festivaltour sein und deine #SEATbestmoments erleben? Wie bereits beim Primavera Sound verlost SEAT auch für das Lollapalooza Berlin VIP-Tickets im Rundum-Sorglos-Paket. Darin enthalten sind außerdem die stressfreie An- und Abreise, die Unterbringung im Hotel und das Shuttle zum Festival inklusive Vollverpflegung. Damit wird dein Festivalsommer um ein einmaliges Erlebnis reicher.

BLEIBE AUF DEM LAUFENDEN UND GEWINNE AUF WWW.FESTIVALGUIDE.DE/SEAT-2017


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Moe Jacke: Form of Interest, Shirt: Cheap Monday, Sonnenbrille: Orgreen

RAVE IT LIKE IT’S 1997


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24 Stan Jacke: Stutterheim, Hose: Levi’s Stella Shirt: Maiami, Bikini: Monki, Rock: Paige Mina Shirt: Maiami, Jumpsuit: Deepmollo, Sonnenbrille: Izipizi Lisa Weste: Lies In Layers, Shirt: Light Before Dark via Urban Outfitters (UO), Badeanzug: Calzedonia, Hipbag: Asos, Jeans: Mint & Berry


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Im selben Jahr, als die erste Ausgabe vom Festivalguide in den Druck ging, hielt sich »Sunshine«, die Loveparade-Hymne von Dr. Motte und Westbam, ganze 16 Wochen in den Charts. Eine ganze Nation stampftanzte unter einem Groove. Für unsere Modestrecke haben wir ein paar Techno-Kids von heute zum Rave-Revival geladen.

Stella Top: Pins & Needles via UO, Hose: Maison Suneve, Rucksack Asos, Haargummi: UO, Sonnenbrille: UO, Schuhe: Nike Mina Kleid: Maison Suneve, Bikini-Top: Monki, Hipbag: Lies In Layers

Fotos: Frederike Wetzels, Nadine Schwickart, Lea Franke (Assistenz) Make-up: MAC Cosmetics Haare: Sarah Schwickart Styling: Frederike Ebert, Viviane-Marie Philipps (Assistenz) Models: Stella Vivien Dhingra, Stansilas Dulong, Leyla Mehravar, Moritz Mittelacher, Sezen Pätschke, Viviane-Marie Philipps, Mina Safavian, Lisa Marie Schwarz, Franziska Wieden Franzi Shirt: Light Before Dark via UO, Sweater: Form of Interest, Sonnenbrille: Komono Sezen Jeansjacke: Asos, Windbreaker: Maison Suneve Stan Weste & Hose: Form of Interest, Shirt: Rothco via UO


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Vivi Jacke: Marina Hoermanseder, Shorts: Lies in layers, SchlĂźsselkette: Asos, Uhr: Kapten & Son

Sezen Regenjacke: Onepiece, Kleid: Maison Suneve, Bikini: Monki, Sonnenbrille: Kapten & Son

Moe Pullover: Maison Suneve, Weste: BDG via UO, Hose: Fred Perry, Hut: Herschel Leyla Jacke: PE Nation, Top: Light Before Dark via UO, Bikini-Top: Out From Under via UO Franzi Jacke: Camel Active, Top: Tezenis Stan Hose: Camel Active, Hemd: Samsoe & Samsoe, Schuhe: Nike


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Lisa Weste: Lies IN Layers, Shirt: Light Before Dark via UO, Badeanzug: Calzedonia, Hipbag: Asos, Jeans: Mint & Berry Leyla Overall: Onepiece, Schuhe: Dr. Martens


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28 Lisa Jacke: Asos, Kleid: Maison Suneve, Sonnenbrille: Komono, Hipbag Eastpack, Schuhe: Zign


– FESTIVAL SOMMER 2017 –

ON TOUR Besuche den TABAC BARBER TRUCK auf einem der vier heißesten Festivals dieses Sommers. – FREE SHAVES! –

09/09– 10/09

20/07– 23/07

BERLIN

CUXHAVEN

18/08– 20/08 LEIPZIG

26/08– 27/08 BERLIN

#BARBERTRUCK #THEPERFECTSHAVE #TABACONTOUR


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FESTIVALGUIDE AUF TOUR MIT EIGENEM SHIRT ! Unser kleiner blauer Transporter hört auf den Namen »Doris« und verliert vor Freude auf die kommende Festivalsaison 2017 schon fast die Radkappen. Auch in diesem Sommer werden wir wieder auf den beliebtesten Open Airs aufschlagen und euch mit Rat und Tat zur Seite stehen. Natürlich haben wir das Festivalguide Magazin für alle auf der Ladefläche, organisieren gerade aber auch noch Meet & Greets, tüfteln an schönen neuen Ideen und sprechen mit den Veranstaltern. Den jeweils neuesten Stand gibt es auf unserer Facebook-Seite oder unter festivalguide.de/tour Das Team hängt gerade schon die Kutten in den Wind, um den Winter-Muff raus zu bekommen und wartet sehnsüchtig auf die brandneuen Shirts, die wir in diesem Jahr mit in die Saison nehmen. Gemeinsam mit unseren Freunden von Hafendieb haben wir nämlich Festivalguide-Shirts hergestellt. Aus fair gehandelter Bio-Baumwolle und zudem für einen guten Zweck: Der Erlös geht zu 100% an Viva Con Agua. ALSO KOMMT VORBEI, WIR FREUEN UNS AUF EUCH!

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FOTO: ANATOL GOTTFRIED

DIE FESTIVAL HIGHLIGHTS 2017

FINDE DEIN FESTIVAL #festivalfanatics sind unterschiedlich. Die einen mögen viele Menschen, die anderen lieben es intim. Einige wollen nur ein Genre, andere alles auf einmal. Es gibt so viele Festivals zu entdecken. Achtet einfach nur auf die Symbole und findet das für euch passende Open Air. MUSIKGENRE

E Elektro

R

J

Rock/Metal

H

Rap

P

Techno/ House/EDM

A

Pop

D

S

Indie/Alternative Reggae/Dub Singer/Songwriter/ Folk

A N Z A H L D E R E RWA RT E T E N B E S U C H E R

W W W W W W W W W W W W W W W W W W W W W W W W W 5.000 —10.000

bis 5.000

10.000 —30.000 30.000 —80.000 mehr als 80.000

ANZAHL DER AUFTRETENDEN ACTS

Z Z Z Z Z Z Z Z Z Z Z Z Z Z Z Z Z Z Z Z Z Z Z Z Z bis 10

11 — 20

21 — 50

51 — 100

mehr als 100

P R E I S D E S F E S T I VA LT I C K E T S ( A L L E TA G E )

eeeee eeeee eeeee eeeee eeeee eeeee umsonst

bis 25 €

26 — 75 €

76 — 150 €

151 — 250 €

WEITERE INFO

C

B

CampingBadestrand möglichkeit

U Urban

L besonders schöne Lage

mehr als 250 €


R O S W E L L

DAS NEUE ALBUM AB JETZT ROSWELL TOUR 2017

ALLE DATES & TICKETS AUF GREENBERLIN.COM

FOURMUSIC.COM GREENBERLIN.COM MARTERIA.COM


HIGHLIGHTS

FOTO: ANATOL G OTTFRIED

JUNI

HIGHLIGHTS JUNI 33


FOTO: AND REW ALLCOCK

HIGHLIGHTS

34 JUNI


JUNI

35 HIGHLIGHTS

21.–25.06.

GLASTONBURY Glastonbury Festival of Contemporary Performing Arts, so lautet der vollklingende Name der Mutter aller Festivals. Wer sich schon immer gefragt hat, wie es denn damals in den 1960ern war, als Festivalidee und Hippiekultur aufblühten, hat mit dem Glastonbury die Gelegenheit, sich auf Zeitreise zu begeben. 1970, einen Tag nach dem Tod von Jimi Hendrix, feierte es Premiere. Damals kostete der Eintritt samt Milchversorgung ein Britisches Pfund (knapp 9 Deutsche Mark). Mittlerweile hat sich das südenglische Open Air zum bedeutendsten europäischen Festival entwickelt. Über vier Tage lang versammelt sich auf der Worthy Farm nicht nur alles, was in der Musikszene einen Namen hat, sondern auch Artisten aus unterschiedlichsten Ecken der darstellenden Kunst. Das Gestaltungskonzept des Inselevents ist Taktgeber vieler festländischer Festivalepigonen. Wer dieses Jahr kein Ticket ergattern konnte – was allein schon schier unmöglich ist –, muss jetzt zwei Jahre warten. Alle fünf Jahre erholt sich das Farmgelände nämlich und liegt brach. (AS) Live: Alt-J, Biffy Clyro, Birdy, Boys Noize, Chic, DJ Shadow, Ed Sheeran, Emeli Sandé, Father John Misty, Foo Fighters, Future Islands, Goldfrapp, Haim, Halsey, Justice, Kaiser Chiefs, Kate Tempest, Katy Perry, London Grammar, Lorde, Major Lazer, Metronomy, Moderat, Phoenix, Radiohead, Rag’n’Bone Man, Ride, Run The Jewels, Shaggy, Sleaford Mods, Solange, Stormzy, Temples, The Flaming Lips, The Jacksons, The National, The xx, Tove Lo u. v. a. GB-Pilton, Worthy Farm

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JUNI

02.–04.06.

ROCK IM PARK Immer ein bisschen im Schatten von Rock am Ring. Doch dafür gibt es keinen Grund. Vielleicht liegt es daran, dass das Rock im Park bis 2006 mit wechselnden Locations zu ringen hatte, und nicht wie der große Bruder Rock am Ring stetig die eigene Legende an legendärem Ort schreiben konnte. Doch auch das Nürnberger Zeppelinfeld am Naherholungsgebiet hat mittlerweile – fern seiner historischen Bedeutung – Kultcharakter. Schwimmen ist im Stadionbad möglich, Campen wird in unterschiedlichen Varianten, auch als Green Camping, angeboten. Das gigantische Line-up ist sowieso keines müden Einwandes wert und die Frankenmetropole Nürnberg mit ihren vielen historischen Plätzen und Gebäuden in 10 Minuten mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Also keinerlei Schatten, sondern viel Sonne im Park. Und deshalb auch mal wieder früh ausverkauft. (WG) Live: Alter Bridge, AnnenMayKantereit, Bastille, Beatsteaks, Beginner, Bonaparte, Bonez MC & RAF Camora, Broilers, Crystal Fighters, Die Toten Hosen, Donots, Feine Sahne Fischfilet, Five Finger Death Punch, Genetikk, In Flames, Jake Bugg, Kraftklub, Liam Gallagher, Machine Gun Kelly, Macklemore & Ryan Lewis, Marteria, Prophets Of Rage, Rag’n’Bone Man, Rammstein, Rival Sons, Simple Plan, Skindred, Suicide Silence, Sum 41, System Of A Down u. v. a. Nürnberg, Zeppelinfeld

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FOTO: LUISE AEDTNER

HIGHLIGHTS

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JUNI

37 HIGHLIGHTS

02.–04.06.

ROCK AM RING Rock am Ring kehrt wieder an den Nürburgring zurück und beendet damit zwei eher bedrückende Jahre im Exil. Der ehemalige Bundeswehr‑Flugplatz nahe der Eifel‑Gemeinde Mendig hat dem traditionsreichen Rock am Ring kein Glück gebracht. In beiden Jahren wurde das Festival von Unwettern und Blitzeinschlägen heimgesucht und das Großereignis durch zahlreiche Verletzte überschattet. Nachdem es im letzten Jahr sogar komplett abgebrochen werden musste, kehrt es 2017 nun endlich wieder an die Rennstrecke Nürburgring zurück, der das Festival schließlich seinen Namen schuldet. Damit setzt das älteste deutsche Rockfestival dieser Größenordnung seine seit 1985 andauernde Erfolgsgeschichte fort und hat in Zukunft hoffentlich wieder Ruhe vor den Wetter-Kapriolen der jüngeren Geschichte und damit auch vor hektisch anberaumten Pressekonferenzen im Beisein von Landespolitikern. (CS)

FOTO: STEFFI RETTING ER

Live: Alter Bridge, AnnenMayKantereit, Bastille, Beatsteaks, Beginner, Bonaparte, Bonez MC & RAF Camora, Broilers, Crystal Fighters, Die Toten Hosen, Donots, Feine Sahne Fischfilet, Five Finger Death Punch, Genetikk, In Flames, Jake Bugg, Kraftklub, Liam Gallagher, Machine Gun Kelly, Macklemore & Ryan Lewis, Marteria, Prophets Of Rage, Rag’n’Bone Man, Rammstein, Rival Sons, Simple Plan, Skindred, Suicide Silence, Sum 41, System Of A Down u. v. a. Nürburg, Nürburgring

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JUNI

HIGHLIGHTS

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03.–05.06.

PINKPOP Wie gewohnt geht es in diesem Jahr hochkarätig und schillernd beim ältesten Musikfestival Europas zu. Auf der Trabrennbahn in Landgraaf wird‘s an Pfingsten wieder laut: Das Pinkpop öffnet (an diesem Ort zum 30. Mal) seine Pforten für das Who is Who der internationalen Musiklandschaft. Rock, Indie, Elektro, Folk, Blues, RʼnʼB und natürlich Pop – eigentlich war jeder schon mal hier. Mit ihren wahnwitzigen Line‑ups konnte die 1970 gegründete Megasause in den vergangenen Jahren stets weit mehr als 100.000 Besucher in die beschauliche Gemeinde nahe Aachen locken. Gelände und Campingplatz sind dennoch übersichtlich, die Anfahrt per Auto, Bus und Bahn einfacher und komfortabler als bei vielen anderen Veranstaltungen dieser Größe. Zudem gibt es in Landgraaf selbst zahlreiche Läden, in denen auch noch auf die Schnelle das nötige Equipment für die drei Tage eingekauft werden kann. (NiS) Live: Biffy Clyro, Birdy, Clean Bandit, Crystal Fighters, Declan McKenna, Fat Freddy’s Drop, Five Finger Death Punch, Gavin James, Green Day, Imagine Dragons, Jack Savoretti, James Arthur, Justin Bieber, Kaiser Chiefs, Kings Of Leon, Kodaline, Liam Gallagher, Machine Gun Kelly, Martin Garrix, Mø, Oh Wonder, Passenger, Prophets Of Rage, Rag’n’Bone Man, Rancid, Richard Ashcroft, Sean Paul, Seasick Steve, Sum 41, System Of A Down, White Lies u. v. a. NL-Landgraaf, Megaland

FOTO: BART H EEMSKERK

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JUNI

39 HIGHLIGHTS

08.–10.06.

FOTOS: JU LIA MÜLLER, MARTIN PREISSNER, NICKO GUIH AL

PULS OPEN AIR

16.–18.06.

16.–18.06.

TRAUMZEIT

HELLFEST

Burg, Berge, Bier und Bands at it’s Best.

In Utopien wandeln vor einer industriellen Kulisse bei einem alternativen Festivalerlebnis.

Das Festival, das 2016 zum ersten Mal die Zugbrücke auf Schloss Kaltenberg herunterließ, geht in diesem Jahr in eine neue Runde. Obwohl sich bei der Premiere nicht nur die Schlosstore, sondern auch die Himmelsschleusen weit öffneten. Vielleicht gerade deswegen, denn ein zünftiges Open Air braucht neben heißen Sonnenstunden auch eine gute Portion Matsch im Moshpit – es war eben wunderschön, vor Kakkmaddafakka im Regen zu tanzen. Wo sonst Gastgeber Luitpold Prinz von Bayern Ritterturniere beherbergt, lassen Anfang Juni erlesene Künstler aus Elektropop, HipHop, EDM, Folk, Indie‑Rock und Singer‑/Songwritertum das nahe Wettersteingebirge leuchten. Noch auf dem Ammersee kräuselt sich rhythmisch die Oberfläche, wenn Bilderbuch & Co. es auf der Hauptbühne krachen lassen. Wer es ganz bayerisch liebt, der macht sichʼs in der ansässigen Wirtschaft bei Schupfnudeln und Weißbier gemütlich. (WG)

In unsererTraumzeit erinnern wir uns ungefiltert an Vergangenes, rauschen durch die Gegenwart und wagen uns ins Zukünftige hinein. Das seit 1997 stattfindende Musikfestival befindet sich in Duisburg nahe einem stillgelegten Hüttenwerk, das einst Eisen und Stahl erzeugte. Auf dem Gelände des Landschaftsparks werden nachts die alten Kessel, Rohrleitungen und Schornsteine im Kontrast zu ihrer geradezu archaischen Architektur durch futuristische Lichtinstallationen des englischen Künstlers Jonathan Park angestrahlt. Ehemalige Werkshallen werden zu Veranstaltungsorten umfunktioniert und geben dem Festival eine ganz besondere Atmosphäre, die, abseits vom »Fanmeilen-Flair« größerer Festivals, »Ruhrpott-Romantik« verspricht. An drei Tagen treten Musiker überwiegend aus den Bereichen Rock, Pop und Singer/ Songwriter auf und werden durch Künstler aus weiteren Genres ergänzt. (HvD)

Mit seinem exquisiten Line-up hat sich das französische Hellfest zu einem europäischen Metal‑Traum entwickelt. Jedes Jahr erneut scheint es, dass sich die Veranstalter des Hellfest in Clisson mit ihrem Line-up einen weiteren Traum erfüllen. Umso angenehmer, dass man trotz dieser monsterhaften Besetzung auf dem Festival selber nicht den Eindruck hat, dass dafür große Zugeständnisse an omnipräsente Sponsoren nötig gewesen wären. Die Übervermarktung bleibt aus. Stattdessen trifft man in friedlicher Atmosphäre Metal-Fans aus aller Herren Länder und muss sich manchmal förmlich zerreißen, weil so viel gute Musik parallel läuft. Wenn man dieser einmal doch überdrüssig wird, schreitet man einfach durch das stimmungsvolle Kathedralen-Tor wieder nach draußen und läuft ein wenig durch das mittelalterliche bretonische Städtchen Clisson oder bleibt auf dem Gelände und trinkt einen Loire‑Wein. Oder Bier aus einem Ein‑Liter‑Becher, es soll sich ja keiner ausgegrenzt fühlen. (CS)

Live: Bilderbuch, Claire, Coma, Fatoni, Fuck Art, Let’s Dance!, GOLF, Her, Honne, Josin, Kytes, Malky, Mavi Phoenix, Mighty Oaks, Milliarden, Moderat, Mura Masa, Rampue, Shout Out Louds, Sigrid, SOHN, Von Wegen Lisbeth, Woman u. v. a.

Live: Amanda Palmer & Edward Ka-Spel, Bukahara, Fil Bo Riva, Giant Rooks, Gurr, Hollow Coves, Honig, Jesper Munk, Kilians, Lubomyr Melnyk, Mammal Hands, Milky Chance, RY X, The Lytics, The Slow Show, Tom Odell, Von Wegen Lisbeth, Why? u. v. a.

Live: Aerosmith, Apocalyptica, Blue Öyster Cult, Deep Purple, Emperor, In Flames, Kreator, Linkin Park, Monster Magnet, Opeth, Primus, Rancid, Rob Zombie, Slayer, Steel Panther, Suicidal Tendencies, Ugly Kid Joe u. v. a.

Geltendorf, Schloss Kaltenberg

Duisburg, Landschaftspark Nord

F-Clisson, Rue du Champ Louet

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DEIN HUNGER.

DEIN SNACK.

SNACK &

16.–17.06.

*Teilnahmebedingungen, Code-Info und -Eingabe auf www.bifi.com/rockyourlife / Code auf Packung / Preise: Festival-Tickets, BiFi Fanartikel, FlixBus Tickets / Aktionsschluss: 31.08.2017

KOSMONAUT

CODE EINGEBEN *

ABRÄUMEN UND AUF WWW.BIFI.COM/ROCKYOURLIFE

www.bifi.com

17.06.

DOCKLANDS

Seit 5 Jahren feiern Kraftklub auf ihrem Festival gemeinsam mit deutschen und internationalen Krachern auch die Heimatstadt Chemnitz.

Das Münsteraner Elektronik‑Festival macht mobil: mehr Acts, mehr Floors, mehr Eyecandy.

Am Stausee Rabenstein in der ehemaligen Karl‑Marx‑Stadt zelebrieren die Besucher (und die Veranstalter!) nicht nur ostdeutsche Weltraumreisende, sondern auch das Festivalleben an sich mit all seinen liebenswerten Klischees – von Allem aus der Dose, über Dixie‑Klos bis hin zum geheimen Headliner. Den Veranstaltern ist das Wohl ihrer Besucher wichtig: Ein helfender Packzettel auf der Website sowie kostenlose sanitäre Einrichtungen sind nur kleine Aufmerksamkeiten in einer prallen Wundertüte. Neben allerlei Hörenswertem aus der deutschen Musiklandschaft ist eine Visite des elektronisch‑kultigen Blume Open Air sowie der Blok Party höchst empfehlenswert. Und wer noch nie Chemnitz erlebt hat, sollte auch das dringend nachholen, Shuttlebusse sorgen für angenehmen Transport. Im See plantschen und baden ist übrigens ausdrücklich erlaubt! (ES)

24 Stunden sind eine klassische, angemessene Zeitspanne für den Verlauf einer guten Party. Ekstatische wechseln mit eher verträumten Phasen, imaginative Momente mit Augenblicken unmittelbarer Körperlichkeit. Das Docklands folgt auf perfekte Weise dieser Dramaturgie. »Day & Night« heißt das Motto, wenn Mitte Juni am Samstag um 12 Uhr der Auftaktgong im Münsteraner Hafen ertönt. In einem erweiterten Open‑Air‑Bereich geht es dann ab, eine zusätzliche Hauptbühne und neue Gestaltungselemente kommen in diesem Jahr hinzu und Fritz Kalkbrenner ist nur einer der Top Acts. Und wenn draußen Am Hawerkamp, dem kultigen Kulturgelände, der letzte Ton verklungen ist, werden drinnen die 24 Stunden in den Clubs rund um das Hafenviertel voll gemacht. Allerdings: die Karten für diese Shows sind meist schon früh vergriffen. (WG)

Live: 187 Strassenbande, AnnenMayKantereit, Bilderbuch, Blond, Coma, Crack Ignaz, Deichkind, Editors, Fatoni, Leoniden, Maeckes, MoTrip, Neufundland, OK KID, Pabst, Parcels, Pomrad, RIN, Terrorgruppe, Von Wegen Lisbeth, Voodoo Jürgens u. v. a.

Live: Alle Farben, Âme, Andhim, Claptone, Dominik Eulberg, Eric Sneo, Ferdinand Weber, Fritz Kalkbrenner, Junge Junge, LCAW, Magdalena, Marcapasos, Marika Rossa, Moonbootica, Oliver Koletzki, Speedy J, Stephan Bodzin, Tijana T, Younotus u. v. a.

Chemnitz, Stausee Rabenstein

Münster, Am Hawerkamp

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FOTOS: STEPHAN F LAD

WIN!


P R O M OT I O N

Sennheiser MOMENTUM geht weiter

FOTOS: MATTHIAS DAVID, CHRISTIAN ALBRECH T

18.06.

24.–25.06.

PXP FESTIVAL

WIRELESS GERMANY

Großartige Festivalidee mit viel Herz, einer super Location und tollen Acts.

Das Erfolgsfestival kommt nach Deutschland: Premiere in Frankfurt am Main.

Peace×Peace heißt das Fest, das im letzten Jahr so erfolgreich durchstartete. Musiker wie Seeed, Beatsteaks oder Aloe Blacc spielten ohne Gage, um den Erlös des Festivals für Kinder im Krieg und auf der Flucht zu spenden. Über 400.000 Euro kamen dabei heraus und so lassen sich auch in diesem Jahr Fanta4, Beginner, Fritz Kalkbrenner und viele andere, die locker den Headliner bei anderen Open Airs abgeben könnten, nicht lumpen und spielen für umme in Berlin. Kinder aus Syrien, Irak, Somalia, Südsudan und Nigeria sind im Fokus der zu unterstützenden Projekte. Angesichts der dramatischen Situation in diesen Ländern ist der Dienst an den Kindern dort – ohne jedes Pathos – für jeden (wohlgenährten) Westeuropäer geradezu Pflicht. So ist der Besuch beim P×P in der wunderschönen Waldbühne angesichts der Festivalidee und des zu erwartenden Festivalerlebnisses eine ganz besondere Herzensangelegenheit. (WG)

Das Mutter‑Event, das Wireless in Großbritannien, steht seit elf Jahren für Urban Culture und Popmusik. In diesem Jahr schickt es seine jüngere Schwester zur Feuertaufe in die Commerzbank‑Arena, der Heimat des diesjährigen FußballPokalfinalisten Eintracht Frankfurt. Der Anspruch des deutschen Open Airs ist es, ein spektakuläres Festivalerlebnis für seine bis zu 40.000 Besucher zu schaffen. Zu diesem Zweck lädt es, wie es sein britisches Vorbild kontinuierlich tut, internationale und nationale Größen der Pop‑ und Rockmusik zu sich ein. Das Spektrum ist weit und bewegt sich zwischen Marteria und Justin Bieber. Eine Großveranstaltung mit WohlfühlCharakter soll es werden. Foodtrucks und spezielle »Urban«-Überraschungen sollen den Besuchern zusätzlich zu den 16 Acts ein unvergessliches Wochenende bescheren. (HvD)

Live: Alina, Andreas Bourani, Beginner, Bilderbuch, Dellé, Die Fantastischen Vier, Freundeskreis, Fritz Kalkbrenner, Grossstadtgeflüster, Joy Denalane, Miss Platnum, Nisse, Samy Deluxe & Salut Salon, Yvonne Catterfeld u. v. a.

Live: Beginner, Dat Adam, Freundeskreis, Genetikk, Jess Glynne, Justin Bieber, KMN Gang, Lil Uzi Vert, Machine Gun Kelly, Marteria, Nimo, Rae Sremmurd, Rag’n’Bone Man, Sean Paul, The Weeknd, Travis Scott u. v. a.

Berlin, Waldbühne

Frankfurt (Main), Commerzbank-Arena

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Mit der Generation seiner MOMENTUM-Serie befreit Sennheiser die Kopfhörer von Kabeln und schafft Freiheit, ohne Kompromisse in der Klangqualität einzugehen. MOMENTUM Wireless und MOMENTUM On-Ear Wireless sind kabellose Varianten mit extra leistungsstarken Akkus speziell für unterwegs. Ausgestattet mit der aktiven Geräuschunterdrückung NoiseGard™ filtern sie Umgebungsgeräusche zu- verlässig heraus und sorgen auch in lauter Umgebung für perfekten Hörgenuss. Dabei sind die Kopfhörer robust und minimalistisch im Design, um sich nahtlos in die individuellen Sound-Geschichten jedes einzelnen Musikliebhabers einzuordnen.


JUNI

23.–25.06.

SOUTHSIDE Neues Jahr, neues Glück: Das Southside feiert in diesem Sommer mit bombastischem Line‑up seine Rückkehr. Als sich am frühen Abend des 24. Junis 2016 der Himmel über Neuhausen ob Eck verdunkelte, ahnte niemand, was geschehen würde. Wenige Stunden später musste das Festival aufgrund heftiger Unwetter abgebrochen werden – Gewitter und Starkregen forderten ihren Tribut. Mit Petrus wohl wieder im Reinen glänzt das Southside dieses Jahr mit einem besonders strahlenden Line‑up internationaler Genregrößen von Punk bis Folk, House bis HipHop. Wie immer bietet die Landebahn des Flugplatzgeländes kurzweiligen Unterhaltungswert mit Akrobaten, Sportlern, Selfmade‑Künstlern und jeder Menge humorvoller Betrunkener. Für Umweltbewusste gibtʼs beim Southside wie schon seit einigen Jahren den Grüner‑Wohnen‑Campingplatz, auf dem sauber und ruhig übernachtet werden kann, bevor es wieder zum Feiern geht. (NiS) Live: 257ers, A Day To Remember, Alt-J, Axwell & Ingrosso, Bilderbuch, Blink-182, BOY, Casper, Clueso, Danko Jones, Die Antwoord, Editors, Flogging Molly, Frank Turner & The Sleeping Souls, Fritz Kalkbrenner, Future Islands, Gogol Bordello, Green Day, Halsey, Imagine Dragons, Jennifer Rostock, Jimmy Eat World, Kontra K, Linkin Park, Lorde, Mando Diao, Maxïmo Park, Milky Chance, Passenger, Rancid, Royal Blood, SDP, Wolfmother, Xavier Rudd u. v. a. Neuhausen ob Eck, Take-off-Gewerbepark

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FOTO: MATTHIAS RHOMBERG

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JUNI

43 HIGHLIGHTS

23.–25.06.

HURRICANE Scheeßel versinkt zwar manchmal im Regen, trotzdem bleibt man dem großen Bruder unter den Festivals treu. Zurecht. Wer 2016 beim Hurricane war, hat es noch im Ohr: »Am sichersten seid ihr im Auto«. Die Hymne ist ein prima Beispiel dafür, wie das Hurricane mit Ärgernissen wie schlechtem Wetter umgeht: Neben perfekt ausgeklügelter Organisation darf der Humor nicht fehlen. THW, Feuerwehr, alle packten mit an und am Ende wurde fast alles gut. Auf das Hurricane kann man sich eben seit mittlerweile 21 Jahren verlassen. Das Festival ist zwar über die Jahre deutlich gewachsen, sowohl was den Campingplatz als auch das Festivalgelände angeht, sein Händchen für eine herausragende, vielfältige Line‑up-Mischung hat es nicht verloren. Neben den fetten Headlinern legt das Hurricane einem auch kleine Perlen ans Herz. Ganz so wie ein großes Geschwisterkind, das einem seine Lieblingsplatten vorspielt. (JB)

FOTO: MALTE SCHMIDT

Live: 257ers, A Day To Remember, Alt-J, Axwell & Ingrosso, Bilderbuch, Blink-182, BOY, Casper, Clueso, Danko Jones, Die Antwoord, Editors, Flogging Molly, Frank Turner & The Sleeping Souls, Fritz Kalkbrenner, Future Islands, Gogol Bordello, Green Day, Imagine Dragons, Jennifer Rostock, Jimmy Eat World, Kontra K, Linkin Park, Lorde, Mando Diao, Maxïmo Park, Milky Chance, Passenger, Rancid, Royal Blood, SDP, Wolfmother, Xavier Rudd u. v. a.. Scheeßel, Eichenring

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HIGHLIGHTS

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29.06.–02.07.

WITH FULL FORCE

ROCK WERCHTER

Endlich wird die rostige BaggerStadt Ferropolis ihrer Bestimmung zugeführt: dem Metal zu huldigen!

Ein Oldie, but ein Goldie – AusnahmeEvent in der Nähe von Brüssel.

Bislang kannte man das von Berlin aus bestens erreichbare Ferropolis ja hauptsächlich durch das elektronisch geprägte Melt oder die HipHop-Sause Splash. Auf ersterem werden die Bagger bunt angestrahlt, auf zweiterem eher geduldet. Doch mit dem Umzug des With Full Force von Roitzschjora nach Gräfenhainichen und damit in die Stadt aus Eisen, bekommt das Festival eine mächtige Kulisse, die zu seinem Sound passt wie keine zweite. Und die Veranstalter wären mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn sie das nicht voll auskosten würden. Denn seien es die Schmieden der Industriestadt Birmingham oder die Hochöfen des Ruhrpotts: Der Heavy Metal kam schon immer hierher und bleibt damit verbunden. Und ein Ort wie Ferropolis hat den Metal schon immer vermisst. (CS)

Womit verbindet man Belgien? Bier, Waffeln und dem Rock Werchter! Das Traditions-Musikfestival besteht seit Mitte der 1970er und ist damit deutlich älter als so manch ein Festivalbesucher. Seit seiner Gründung findet es jährlich in der belgischen Provinz Flämisch-Brabant statt. Neben dem Sziget, Glastonbury und Roskilde gehört es zu den vier größten Musikfestivals Europas. Es hat den Anspruch neben Festivalatmosphäre auch Komfort und neben gutem Essen und Trinken auch technische Innovation zu bieten. Vier Mal erhielt es den Arthur Award als bestes Festival der Welt. In diesem Jahr spielen 77 internationale Acts zwischen Donnerstag und Sonntag eine breitgefächerte Mischung aus allen musikalischen Genres. Auf drei Bühnen werden neben den Foo Fighters oder Radiohead auch junge Nachwuchsmusiker auftreten. (HvD)

Live: Aborted, Airbourne, Apocalyptica, Architects, Atari Teenage Riot, Betraying The Martyrs, Callejon, Comeback Kid, Cryptopsy, D.R.I., Dark Funeral, Deez Nuts, Die Kassierer, Dropkick Murphys, Emil Bulls, Four Year Strong, In Flames, Knorkator, Kreator, Kvelertak, Madball, Ministry, Motionless In White, Napalm Death, Northlane, Of Mice & Men, Royal Republic, Sepultura, Soilwork, Suicide Silence, Terror, The Black Dahlia Murder u. v. a.

Live: Above & Beyond, Agnes Obel, Alt-J, Arcade Fire, Beth Ditto, Birdy, Blink-182, Bonobo, Dropkick Murphys, Dua Lipa, Foo Fighters, Future Islands, G-Eazy, Imagine Dragons, James Blake, Jimmy Eat World, Kings Of Leon, Kodaline, Linkin Park, Lorde, Milky Chance, Oscar & The Wolf, Passenger, Prophets Of Rage, Radiohead, Royal Blood, Seasick Steve, Soulwax, System Of A Down, The Avalanches, The Chainsmokers, The Kills, The Lumineers u. v. a.

Gräfenhainichen, Ferropolis

B-Rotselaar, Festivalpark

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FOTOS: D IRK BEHLAU, JORIS BULCKENS

22.–24.06.


FOTO: STIIG HOU GESEN

HIGHLIGHTS

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JUNI

47 HIGHLIGHTS

24.06.–01.07.

ROSKILDE Tradition trifft Moderne: Das Roskilde eröffnet mit außergewöhnlichen Acts und Aktionen den Festivalsommer. Roskilde bleibt der Festival-Maßstab auf dem »Festland«. Auf den sieben Bühnen sind in diesem Jahr erneut hochkarätige Bands und DJs neben Newcomern und Geheimtipps vertreten. Daneben finden Besucher eine kaum überschaubare Bandbreite an Events, exotischen Streetfood-Ständen und Workshops, die von Kunst über Handwerk bis hin zur Aufarbeitung von gesellschaftlichen Themen reichen. Insgesamt acht Tage lang – davon die ersten vier als Warm-up – können Fans von Rocklegenden die Köpfe kreisen lassen, während Tanzwütige Beine und Arme verausgaben. Im Line-up ist dabei die typische Mischung aus neu und alt, experimentell und verspielt, laut und leise vertreten, für die das Roskilde weltweit berühmt ist. Alle Gewinne des Festivals kommen wie gewohnt dänischen und internationalen Hilfsorganisatonen zugute. (NiS) Live: A Tribe Called Quest, Anthrax, Arcade Fire, Blink-182, Bonobo, Bryson Tiller, Erasure, Father John Misty, Foo Fighters, Future Islands, G-Eazy, Gucci Mane, Halsey, Icona Pop, Justice, Lil Uzi Vert, Lorde, Moderat/Modeselektor, Møme, Nas, Neurosis, Nicolas Jaar, Popcaan, Royal Blood, Seun Kuti & Egypt 80 feat. Yasiin Bey, Slowdive, Solange, The Avalanches, The Jesus And Mary Chain, The Lumineers, The Weeknd, The xx, Trentemøller u. v. a. DK-Roskilde, Festivalpladsen

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PRESENTED BY

DIE ANTWOORD ▃ BONOBO LIVE ◊ M.I.A. ▀ PHOENIX ▂ THE KILLS ◊ BILDERBUCH ≈ FATBOY SLIM* ▁ RICHIE HAWTIN CLOSE ▄ MODESELEKTOR DJ ▥ DIXON ▁ TALE OF US ◊ SAMPHA ▃ SOHN ▀ MØ ▥ WARPAINT ▃ GLASS ANIMALS ◊ SOULWAX ▂ CLAPTONE ▃ KÖLSCH DJ ≈ KATE TEMPEST ▁ KAMASI WASHINGTON ◊ MARCEL DETTMANN ▥ ADAM BEYER ▂ RECONDITE LIVE ▌▌ ÂME B2B RØDHÅD ▂ MACEO PLEX ▃ HERCULES & LOVE AFFAIR ▃ JON HOPKINS DJ ◊ ELLEN ALLIEN ▥ HVOB & WINSTON MARSHALL AGENTS OF TIME ▃ AGORIA ▁ ANDY BUTLER DJ ▀ AURORA HALAL LIVE ▥ B.TRAITS* ▃ BASSDEE ▂ BARKER & BAUMECKER ◊ BEN FROST LIVE ▃ BICEP LIVE ▁ BJARKI LIVE ▀ CINTHIE ≈ CATZ ’N DOGZ ▂ COURTESY ▁ DAN BEAUMONT ≈ DANIEL AVERY ▥ DAVE ▌▌ DAVIS ▄ DEKMANTEL SOUNDSYSTEM ◊ DENIS HORVAT ≈ DENIS SULTA ◊ DENGUE DENGUE DENGUE ▀ DJ DEEP ▃ DOLAN BERGIN ▁ ED ED* ▂ EGYPTIAN LOVER ◊ ELISABETH ▥ FJAAK ▁ FRANCOIS X ▀ GUSGUS ≈ HAIYTI ▌▌ HONNE ▁ JENNIFER CARDINI ▁ JIMI JULES ▃ JOB JOBSE ▁ JONAS RATHSMAN* ▀ JP ENFANT ≈ JULIA GOVOR ▥ KIDDY SMILE ▂ KONSTANTIN ▁ KONSTANTIN SIBOLD ▃ LAKUTI ▌▌ LIL SILVA ▁ LORENZO SENNI LIVE ▥ MAGGIE ROGERS ▂ MALL GRAB ◊ MARIE DAVIDSON LIVE ▃ MASSIMILIANO PAGLIARA ◊ MICHAEL MAYER ▁ MK ≈ MONOLOC ▥ MUTINY ON THE BOUNTY ▂ NAO ▁ NOGA EREZ LIVE ▀ RADIO SLAVE ≈ RAMPUE LIVE ◊ RED AXES ▥ RED RACK’EM ◊ RROXYMORE ▁ SKATEBÅRD ▃ SONJA MOONEAR ▂ SOULECTION SHOWCASE ▀ SYLVAN ESSO ◊ TEREZA ▄ THE LEMON TWIGS ▀ TIJANA T ▃ TINI ▁ TOM MISCH LIVE ▥ TONY HUMPHRIES ▂ TRIKK ▥ VOLVOX ▃ VON WEGEN LISBETH ▄▌ WHOMADEWHO DJ ▀ ZEBRA KATZ LIVE ▁ ZOPELAR * PRE-PARTY WITH FATBOY SLIM & MORE ON 13 JULY

14—16 JULY 2017 FERROPOLIS GERMANY

#melt2017

#20yearsofmelt

www.meltfestival.de


HIGHLIGHTS

FOTO: ANATOL G OTTFRIED

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HIGHLIGHTS JULI 49


FOTO: MELIH AKYAZILILAR

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51 HIGHLIGHTS

30.06.–02.07.

SUMMERJAM Karibik‑Feeling am Rande einer pulsierenden Großstadt? Das schafft das Summerjam seit 32 Jahren. Sich fühlen, als habe man eine Reise an das Ende der Welt gemacht, ohne die Tore der Rhein‑Metropole Köln auch nur zu verlassen, klingt nur für diejenigen utopisch, die es bisher noch nicht auf das legendäre Summerjam geschafft haben. Für die Fans des sonnigen Festivals hingegen ist dieses Urlaubsgefühl Teil ihrer alljährlichen Festivalroutine. Sobald die Temperaturen pünktlich zum ersten Juli‑Wochenende ihren Zenit erreicht haben, wird auch das Gelände rund um den Fühlinger See karibisch. Auf dem familienfreundlichen Festival, mit direktem Zugang zum See und einem wunderschönen Bazar, stimmen seit 1986 nicht nur die sommerlichen Vibes, auch die Auswahl der Acts auf der Bühne treffen mit Reggae‑, Dancehall‑ , Worldbeat- und HipHop‑Größen den Geschmack von Traditionalisten und Modernisten. (SU) Live: Alpha Blondy, Bilderbuch, Bukahara, Damian Marley, Danakil, Drunken Masters, Dub FX, Dubioza Kolektiv, Faada Freddy, G-Eazy, Irie Révoltés, Jah9, Jeremy Loops, Joy Denalane, Jugglerz, Kabaka Pyramid, Meta & The Cornerstones, Nas, Nattali Rize, OK KID, Patrice, Protoje, Runkus, Sido, Systema Solar, Teesy, The Skatalites, Toots & The Maytals, Umse, Volodia, Xavier Rudd, Yaniss Odua u. v. a. Köln, Fühlinger See

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JULI

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01.07.

04.–06.07.

MISSION READY

RUHR-INLOVE

ROCK FOR PEOPLE

Vielversprechendes Debüt: Das Mission Ready bringt Punkrock und Skateboarding nach Süddeutschland.

Rave in der Sonne: Technofans und Tanzliebhaber im Herzen des Ruhrgebiets.

Die Festivallandschaft in Osteuropa ist vielfältig, einladend und mehr als einen Besuch wert.

Einen Sommertag lang verwandelt sich Ruhrgebietsperle Oberhausen in eine tanzende Stadt. Das Technofestival wird vom gleichen Veranstalter wie die Nature One organisiert und ist ein großes, selbsternanntes »Familienfest« inmitten des grünen Olga-Parks, einem ehemaligen Zechengelände. Hier wird aber nicht wie in früheren Zeiten malocht, sondern auf etwa 40 Floors bis in die Nacht gefeiert. Die elektronische Bandbreite ist groß: von Hardcore über Acid bis House ist für jeden etwas dabei. Um der Lokalität auch gerecht zu werden, ist das Flair bodenständig und entspannt, so wie man im Pott eben drauf ist. Deshalb spricht das Elektro-Open-Air wohl auch Ortsansässige an, die sich sonst nicht besonders für elektronische Tanzmusik interessieren. Das wiederum macht die Publikumsmischung angenehm bunt. Anschließend wird im ganzen Ruhrgebiet auf vielen Afterpartys weitergefeiert. (EH)

Das Rock For People ist dabei tschechisches Aushängeschild in Sachen Rockmusik. Heavy Metal, Hardrock, Nu-Metal, Punk und sämtliche Spielformen werden hier auch von den ganz Vorderen des Genres zelebriert. Darüber hinaus sind hier tschechische Gastfreundschaft und rockfestivaltypische Atmosphäre gleichermaßen groß geschrieben. Wer sich ins Böhmische aufmacht, sollte allerdings in jedem Falle ein paar Tage mehr Zeit mitbringen. Das Festivalgelände, ein ausrangierter Flughafen, ist nur drei Kilometer von der, auf der historischen Goldenen Handelsstraße gelegenen, Stadt Hradec Králové entfernt. Hier fließen Elbe und Orlice auf lauschige Weise zusammen, im Sommer am Flußufer, vor großartiger, historischer Kulisse lustzuwandeln, ist ein Vergnügen. Und auch die höchsten tschechischen Berge, die Krkonoše, mit ihren umgebenden, wilden Nationalparks sind nicht weit. (WG)

Die hiesige Punk‑ und Hardcore‑Szene darf sich über einen ganz besonderen Festival‑Neuzugang im Süden Deutschlands freuen. Das Mission Ready feiert seine Premiere auf dem Flugplatz in Würzburg‑Giebelstadt, auf dem nicht nur ein überzeugendes, musikalisches Line‑up auf die Besucher wartet, sondern auch alles andere bestens vorbereitet ist: Kurze Wege, ein befestigtes (lies: matschfreies) Konzertgelände und lockere An‑ und Abreise‑Möglichkeiten bieten ideale Bedingungen für das neue bayerische Punkrock‑Vergnügen. Austoben darf man sich hier nicht nur im Moshpit, sondern auch bei Kickflips, Boardslides und Frontside Airs auf der angeschlossenen Skate‑Anlage. Wer nach Adrenalinschüben mit Halfpipe und Headlinern noch nicht genug hat, sollte das Festival gepflegt auf der After‑Show‑Party ausklingen lassen. (PF) Live: Agnostic Front, Cock Riot, Deez Nuts, Flogging Molly, Madball, Massendefekt, Rantanplan, Sam Alone & The Gravediggers, Sondaschule, Terror, The Baboon Show, Trust In Random, Wisdom In Chains, Wolf Down u. v. a.

Live: Boogie Pimps, Cuebrick, Danielle Diaz, DBN, DJ Quicksilver, Drumcomplex, Flug, Frdy, Hanna Hansen, Lexy & K-Paul, LovRa, Man At Arms, Mani Tehrani, Mark Reeve, Moksi, Ostblockschlampen, Pappenheimer, The Disco Boys, Zahni u. v. a.

Live: Deez Nuts, Die Antwoord, Dub FX, Eskimo Callboy, Evanescence, Foster The People, Idles, Imminence, Kontrust, Kraftklub, Lenny, The Bloody Beetroots, Thurston Moore Group, You Me At Six u. v. a.

Giebelstadt, Flugplatz

Oberhausen, Olga-Park

CZ-Hradec Králové, Festivalpark

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FOTOS: F REDERIKE WETZELS, PETR KLAPPER

01.07.


seat.de/ibiza

Die besten Momente kann man nicht planen. Aber feiern. Start moving. Der neue Ibiza.

Abbildung zeigt Sonderausstattung.

20 Jahre Party unter freiem Himmel: Wer das durchsteht und dabei noch so frisch aussieht wie ihr, der macht offenbar vieles richtig. Wir sagen: weiter so und immer hoch die Hände – lasst uns gemeinsam feiern, so wie es sich gehört. Also, worauf warten? Start moving.


JULI

HIGHLIGHTS

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06.–09.07.

06.–08.07.

VAINSTREAM ROCKFEST

RUDOLSTADTFESTIVAL

POHODA

Bei der »Faculty of Punk, Metal & Hardcore« spielen bereits die 10-Uhr-Bands vor vollem Publikum.

Es gibt außergewöhnliche Festivals, die sind irgendwie anders. Das Rudolstadt ist ganz anders.

Treu sind sie, die Anhänger des Münsteraner Vorzeigefestivals, das an einem Tag mehr als 30 Bands auf vier Bühnen verarztet. Die üblichen Auflösungserscheinungen fallen hier weg, denn auf dem Vainstream will man möglichst viel mitkriegen, dabei die veganen Angebote nutzen und das kostenlose Trinkwasser trinken. Das ist auch regelmäßig nötig, denn bei diesem Festival kommt kaum ein Auftritt ohne Circle Pit und Wall Of Death aus, und Pogo und Crowdsurfing sind anders als anderswo ausdrücklich erlaubt. Da man sich jederzeit auf das intensive aber rücksichtsvolle Publikum verlassen kann, zeigt sich die tätowierte Seite der Macht hier von ihrer Schokoladenseite. Early Birds können auch dieses Jahr zum Ticket die schicken Festival-TShirts erstehen. (AD)

Hier ist das pittoreske Städtchen mit Altstadtkolorit, ehemals fürstliche Residenz, komplett im Einsatz. Altes Rathaus, Heidecksburg, Säulensäle, Handwerkerhof: so klingen nur einige der vielen schönen Veranstaltungsorte draußen wie drinnen. All diese Locations braucht es, ist das Rudolstadt doch das »größte FolkRoots-Weltmusikfestival« Deutschlands. Das Programmheft (zum Preis von 8,00 Euro) gönnt sich gar 200 Seiten, um Infos über Künstler, Konzerte, Workshops, Talks, Filme und mehr an die Familie zu bringen. Die ist gern gesehen und wird mit Kinderfest und freiem Eintritt für die ganz Kleinen nicht links liegen gelassen. Länderschwerpunkt ist in diesem Jahr das charmante, Brexit‑renitente Schottland. Kein Wunder, dass da der Opening‑Act heißt: Amy Macdonald. (WP)

Live: 187 Strassenbande, A Day To Remember, Against Me!, Callejon, Chelsea Grin, Comeback Kid, Dropkick Murphys, Feine Sahne Fischfilet, First Blood, Nasty, Northlane, Obey The Brave, Of Mice & Men, Rogers, Tim Vantol u. v. a.

Live: Amy Macdonald, Ani DiFranco, Asaf Avidan, Emicida, Fred Morrison, Imarhan, Krar Collective, La Mambanegra, Nishtiman, Osei Korankye, Ringsgwandl, Rupa & The April Fish, Toots & The Maytals, Yorkston Thorne Khan, Zhou Family Band u. v. a.

Live: Acid Arab, Alt-J, Boys Noize, Dillon, Elektro Guzzi, Jake Bugg, M.I.A., Machinedrum, Mark Lanegan Band, Salut C’est Cool, Shobaleader One, Slaves, Squarepusher, The Jesus And Mary Chain, Thurston Moore Group u. v. a.

Münster, Am Hawerkamp

Rudolstadt, Innenstadt

SK-Trenčín, Airport

Der Name des wichtigsten slowakischen Festivals bedeutet so viel wie »Wohlbefinden«. Das passt. Genrevielfalt ist angesagt, beim Pohoda wird grundsätzlich keine Musikrichtung bevorzugt. Seit 1997 wird jede Facette von Musik und Kunst zelebriert. Die Vielseitigkeit des Festes auf dem weiten Flughafengelände bei Trenčín, nahe der Grenze zu Tschechien, ist herausragend: Abgesehen von den neun Musikbühnen wird es hier niemandem zwischen zeitgenössischen Theateraufführungen, Film‑Screenings, Poetry‑Slams und Tanzwettbewerben langweilig. Beim Pohoda ist schon eine Vielzahl bekannter internationaler Künstler aufgetreten und auch dieses Jahr sind wieder einige große Namen angesagt. Nichtsdestotrotz werden bei einem derart kunstverliebten Publikum auch die weniger bekannten Acts kaum zu kurz kommen. Wenn es mal nicht genug ist, auf der Startbahn in den slowakischen Sonnenuntergang zu tanzen, können die hübsche Stadt Trenčín und ihre Umgebung touristische Abhilfe schaffen. (EH)

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FOTOS: MARIUS PIERENKEMPER, FRANK SZAFINSKI, CTIBOR BACHRATÝ

01.07.


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HIGHLIGHTS

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07.–09.07.

SPLASH! 20 km von Dessau entfernt, feiert Europas größtes HipHop‑Fest in diesem Jahr sein 20‑jähriges Jubiläum. Hood und Heimat sind Worte, die im HipHop schon immer eine große Rolle gespielt haben. Beim Splash scheint dieser Gedanke in den letzten 20 Jahren für eine ganze Szene Wirklichkeit geworden zu sein. Jedes Jahr aufs Neue bietet Ferropolis 25.000 HipHop‑Heads die Chance, vier Tage lang in eine Parallelwelt aus Beats und Rhymes, Breakdance und Graffiti einzutauchen. Ob international angesagte Acts, das Who is Who des Deutschrap oder Sternchen des Untergrunds – das Splash bietet ihnen allen im wahrsten Sinne eine Bühne. Die in diesem Jahr brandneue Playground‑Bühne wird beispielsweise von drei verschiedenen Kollektiven bespielt. Den Anfang macht am Freitag mit Air Force Luna das jüngste der drei Movements. Auch nach zwanzig Jahren im Business bleibt das Splash ein Erfolgsprojekt, das allen – außer Nazis – ganz sicher ein Zuhause bietet. (SU) Live: 102 Boyz, 3Plusss, 67, Ahzumjot, AJ Tracey, Audio88 & Yassin, Bartek, Bonez MC & RAF Camora, Crack Ignaz, DCVDNS, Desiigner, G-Eazy, Genetikk, Gucci Mane, Haiyti, Hamza, K.I.Z, Kano, Kollegah, Kool Savas, LGoony, Lil Yachty, Loyle Carner, Mac Miller, Machine Gun Kelly, Marteria, Megaloh, Plusmacher, Popcaan, Post Malone, Pusha T, Rae Sremmurd, RIN, Sido, Smino, $uicideboy$, SXTN, Travi$ Scott, Trettmann, Ufo361 u. v. a. Gräfenhainichen, Ferropolis

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HIGHLIGHTS

FOTO: STEPH AN FLAD

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TALGE OPEN AIR

08.07.

MADVILLE

Festivalperle mit Kleinhirn und Großspaß.

Das MAD in Madville steht für »Music, Art, Dance«. Der Festival-Newcomer plant auch sonst groß.

In Bessenbrügge, wie Eingesessene es auch nennen, wird es dieses Jahr erneut an zwei Tagen lauter als gewohnt. Das Talge Open Air in der Gemeinde Bersenbrück ist ein kleines Festival in Niedersachsen, bei dem der musikalische Fokus auf Rock, Indie und Alternative liegt. Es treten allesamt deutsche Bands, wie die umgetauften Itchy, auf. Außerdem wird am Freitag auf dem Gelände des Warnefeldstadions des Fußballvereins FC Talge 72 e. V. der Fußball‑Spaß »Kleinhirnturnier« abgehalten, bei dem sich bis zu 40 Freizeit-Mannschaften beackern können, um die Wartezeit zum ersten Konzert zu überbrücken. Ein charmantes Festival mit entspannter Atmosphäre, bei dem sich Musikinteressierte in familiärer Runde –‒ rund 1.000 Menschen werden erwartet –‒ treffen: Da sind die 5 km, die es vom Bahnhof zum Festivalgelände braucht, locker als körperliches Investment für die Kleinhirnfitness wegzustecken. (HD)

Zumindest für einen Tag soll sich der Flugplatz Giebelstadt bei Würzburg in einen souveränen Fantasiestaat verwandeln, in dem andere Dinge zählen als im schnöden Alltag. Glück und Liebe stehen ganz oben auf der Liste, jeweils umrahmt von verschiedenen Facetten moderner Elektro- und Techno-Musik. 20 nationale und internationale DJs legen auf zwei Bühnen auf, während ein Künstlerdorf und ein alternativer Foodcourt den Rest der Realität für eine Weile außen vor halten. Die Philosophie zwischen freiheitlicher Begegnung und kompletter Hingabe verspricht einen intensiven Samstag unter Gleichgesinnten. »Music, Art, Dance«, das verbindet, wenn die kreative Energie im Fluss ist, dann verschwimmen Grenzen und Körper und Geist können sich frei entfalten. Und einmal vor Ort, bietet sich für den nächsten Tag mit einem Besuch des UNESCO-Weltkulturerbes Würzburger Residenz ein interessantes Kontrastprogramm an. (AD)

08.07.

OBEN OHNE Schlüpfriger Name? Quatsch. Friedlich, achtsam, jung und inkludiert geht’s am Münchener Königsplatz zu. Dazu passt, dass die veranstaltenden Kreisjugendringe im letzten Jahr nach dem Amoklauf am Olympia-Einkaufszentrum die Reißleine zogen und das Festival verständlicherweise kurzfristig aussetzten. Dieses Jahr kann wieder ausgelassen gefeiert werden. Ein Festival von Jugendlichen für Jugendliche. Bereits ab 12 Jahren ist hier Eintritt ohne erwachsene Begleitperson möglich, die Preise sind angemessen moderat. Kleiner Wermutstropfen daher: um 22 Uhr ist bereits Curfew. Viel HipHop und auch Rock und Folk und Indie finden hier statt. Die Stimmung ist genial. Die gelebte Inklusion ebenso. Allein, wie die Musikgebärdensprachdolmetscher auf der Bühne zur Musik abgehen, ist erlebenswert. Und »Oben Ohne«? Nun, ja, ein Open Air hat schließlich nun mal kein Dach. (WG)

Live: Civil Courage, Hi! Spencer, Itchy, Kenso, Lygo, Schrottgrenze, Val Sinestra u. v. a.

Live: Bebetta, Ben Dust, Dominik Eulberg, Ellen Allien, Kerstin Eden, Kollektiv Turmstrasse, Marc Miroir, Mark Tourneur, Markus Kavka, Mat Muss, Mike More, Monika Kruse, Monkey Safari, Niereich, Pappenheimer, Sven Schaller, Tobi Neubauer u. v. a.

Live: Dicht & Ergreifend, Die Orsons, Die Rakede, El Rancho, Estikay, iLLBiLLY HiTEC, Impala Ray, The Black Submarines u. v. a.

Bersenbrück, Sportplatz

Giebelstadt, Flugplatz

München, Königsplatz

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FOTOS: MATTHIAS H ASLAU ER F LORIAN SCH ÜPPEL

07.–08.07.


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06.–09.07.

TAURON NOWA MUZYKA

FOTOS: RADOSLAW KAZMIERCZAK, BERNARD BODO, RAVI SEIK

Freunde innovativer Genres finden beim Tauron die Erfüllung ihrer elektronischen Musikträume. Im polnischen Kattowitz findet vor der spektakulären Kulisse eines stillgelegten Kohlebergwerks, dort wo mittlerweile das Schlesische Museum seine Heimat gefunden hat, das viertägige Musikfestival Tauron statt: dreifach ausgezeichnet als bestes kleines europäisches Festival (European Festival Award). Sein Schwerpunkt liegt, wie der Name verspricht, auf elektronischer, neuer Musik jenseits des Mainstreams, nah am Clubleben orientiert, dabei offen für zahlreiche Genres wie Jazz und Dance. Liebhaber solcher Sounds kommen voll auf ihre Kosten. Neben der Förderung von regionalen Künstlern setzt sich das Programm überwiegend aus internationalen Acts zusammen, darunter waren in den vergangenen Jahren Künstler wie Moderat, Jamie Lidell oder Bonobo. (HD)

05.–09.07.

EXIT

Geschichtsträchtiger Boden, Party‑People aus aller Welt, cooles Camping‑Dorf und ein Veranstalter mit Vision. Der »State of Exit« steht für die Gründungszeit des Festivals als Ausdruck des Widerstandes gegen den einstigen serbischen Präsidenten und Kriegsverbrecher Milošević. Das Exit hoch oben über Novi Sad in der Petrovaradiner Festung mit der »betrunkenen Uhr« im Glockenturm war im Jahr 2001 mit seinen internationalen Künstlern ein erstes Tor zur Welt des in den Neunzigern kulturell isolierten Landes. Längst ist das außergewöhnliche Festival mit vielen Auszeichnungen im Reigen der großen Open Airs angekommen. Zahlreiche Rock‑, Pop‑, Punk‑ und Elektro‑Größen bevölkern seine Plakate und Bühnen. Bunt gemischte Fans aus mehr als 5o Nationen tummeln sich dann auf den belebten Gassen der zweitgrößten Stadt Serbiens, dem wunderbaren Donau‑Strand und natürlich dem Exit Village, dem coolen CampingDorf,‒wieder am Štrand Beach gelegen und vom 4. bis zum 11. Juli geöffnet. (WG)

08.07.

OPEN SOURCE Ein Festival mit herausragendem Line‑up, das seine Besucher nicht dreckig und abgewrackt in die Realität entlässt. Man kann das Open Source für vieles loben: Sein aufregend zusammengestelltes musikalisches Programm zwischen ambitionierter Elektronik, HipHop und avancierten Indie‑Spielarten, für sein stets angenehmes Publikum oder die entspannte Atmosphäre auf dem Gelände einer Galopprennbahn. Es ist vor allem der von‑Anfang‑bis‑Ende‑ relaxte‑Vibe, der dieses Festival besonders macht: Man fährt morgens mit der Bahn an den schicken Stadtrand Düsseldorfs, macht sich am Abend auf den Heimweg und hat dazwischen einen wunderbaren Festival‑Tag verbracht, ohne verschlammt zu werden oder in sonstige Notdurft‑Lagen zu geraten. Es muss ja nicht immer das Fünf‑Tage‑Camping im eigenen Dreck sein. Das Open Source bietet dazu die perfekte, ungezwungene Alternative. (CSt)

Live: Clark, Fabio & Grooverider feat. MC Five, Gang Gang Dance, Gold Panda, Ho99o9, I-F, Kenny Larkin, Lucy, Luke Vibert, Mall Grab, Michael Mayer, Porter Ricks, Róisín Murphy, RY X, SOHN, The Cinematic Orchestra, Thomas Brinkmann u. v. a.

Live: Alan Walker, Arkona, Black Coffee, Discharge, Jake Bugg, Jamie Jones, Kungs, Liam Gallagher, Lost Frequencies, Noisia, Paul Kalkbrenner, Rag’n’Bone Man, Recondite, Robin Schulz, Rüfüs, Dixon, The Damned, The Killers u. v. a.

Live: Antilopen Gang, Austra, Bar, Chogori, Eiger Nordwand, Gaika, Die Sterne, Illa J, Love Machine, Mount Kimbie, The Temper Trap, Trentemoeller u. v. a.

PL-Kattowiz

YU-Novi Sad, Festung Petrovaradin

Düsseldorf, Galopprennbahn

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DOUR Punk, Indie, Techno, HipHop, Experimental: Das Dour bedient jeden Geschmack auf seine Weise. Seit über 25 Jahren zieht das imposante Dour Besucher aus der ganzen Welt an. Auf den neun Bühnen können Fans von Techno, Rock, Reggae und HipHop angesagte internationale Künstler ebenso wie Newcomer und Untergrundlegenden erleben. Da ist die Qual der Wahl groß. Doch auch abseits der klingenden Bühnen setzt das belgische Highlight eigene Noten im mitunter konventionellen Festivaltreiben. An der »Bar im Hölzchen« und der »Spezialbier-Bar« kann man es sich zwischen den Auftritten mit bestem, belgischem Bier und ausgefallenen Cocktails gut gehen lassen. Im saftigen Grün des Festivalgeländes warten zudem überall ausgefallene Imbiss‑ und Aktionsstände, wie das NGO‑Dorf oder die 3D‑Konvention, die dafür sorgen, dass es in ruhigen Momenten nicht langweilig wird und darüber hinaus eine notwendige Sensibilisierung für gesellschaftliche Themen stattfinden kann. (NiS)

13.–16.07.

14.07.

FIB BENICÀSSIM

URBANART! HIPHOP

Zwei Fliegen, eine Klappe: Wer nach dem Festival urlaubsreif ist, kann gleich in Benicàssim bleiben.

Das HipHop–Festival zeigt urbane Kunst im UNESCO Weltkulturerbe Völklinger Hütte.

Oder umgekehrt seine Ferien mit fünf Tagen Musik in Folge abschließen. Seit 12 Jahren bringt das Indie- und Elektro-lastige Festival an der spanischen Ostküste den Strand und das Meer unter die Füße seines Publikums, ganz nach dem Motto: Natur und Musik gehören zusammen wie Bauchnabel und Sand. Trotz der 35.000 Besucher herrscht eine weitestgehend familiäre Atmosphäre zwischen Innenstadt und Beach-Party, zwischen Festivalspaß und Fachsimpelei. Und auch fürs grüne Gewissen ist gesorgt: Was an Kohlendioxid auf der Bühne verpulvert wird, wird gleich wieder an heimischen Baumarten angepflanzt – und zwar direkt vor Ort. Dort gibt es neuerdings auch den Regionalflughafen Castellón, der die Anreise noch einfacher macht. Hotelbuchungen empfehlen sich früh, denn zum Stichtag ist im 60km-Radius alles ausgebucht. (AD)

Hier trifft HipHop auf Industriekultur. Bereits zum dritten Mal versammelt das Festival die großen und kleinen Namen der hiesigen HipHop-Szene im unterschätztesten aller Bundesländer: im Saarland. Neben dem Line-up wird hier auch die Location zum Highlight: Die Völklinger Hütte gehört als stillgelegte Eisenhütte zum UNESCO Weltkulturerbe und schafft mit Millionen Tonnen aus Stahl eine beeindruckende Kulisse für die Konzerte der über 20 Rapper. Zwischen Hochöfen, Sinteranlage und Erzhalle entsteht so aus Industriekultur und urbanem HipHop ein einzigartiges Live-Kunstwerk. Gleich neben dem Gelände fließt die Saar in Richtung Landeshauptstadt Saarbrücken, wo man die provinziell-urbane Idylle am besten bei einer sportlichen Tretbootfahrt im Deutsch-Französischen Garten genießen kann. (HS)

Live: Carl Craig, De La Soul, Die Antwoord, Earl Sweatshirt, Jon Hopkins, Justice, Kate Tempest, M.I.A., Metronomy, Nas, Nina Kraviz, Phoenix, Talib Kweli, Temples, The Kills, Trentemøller, Two Door Cinema Club u. v. a.

Live: Biffy Clyro, Blossoms, Bonobo, Crystal Fighters, Foals, Kasabian, Liam Gallagher, Mura Masa, Peter Doherty, Red Hot Chili Peppers, The Jesus And Mary Chain, The Weeknd, Tiga, Twin Peaks u. v. a.

Live: 3Plusss, Ace Tee & Kwam.e, Audio88 & Yassin, Bausa, Bonez MC & RAF Camora, Edgar Wasser, Nimo, Sido, Ufo361 u. v. a.

B-Dour, La Plaine de la Machine …

E-Benicàssim, Costa Azahar

Völklingen, Völklinger Hütte

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FOTOS: OXMO PUCCINO, PAUBELLIDO

12.–16.07.


FOTO: CHRISTIAN HEDEL

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14.–16.07.

MELT Die Ost‑Idylle trügt, denn einmal im Jahr funkeln hier die verrosteten Bagger und über den See schallen Elektronisches und mehr. Mitten im Osten Deutschlands döst eine unwirkliche Szenerie zwischen verrotteten Baggern und einem idyllischen See vor sich hin. Doch wenn im Juli hier das Melt loslegt, werden die Bagger knallbunt angestrahlt, der See quillt über und alles ist neu. Tagsüber kann man es hier gut aushalten, und sollte mal kein Seewetter sein, fährt man ins nahegelegene Dessau und schaut sich im alten Bauhaus‑Museum um. Doch ab abends bis zum nächsten Morgen hat man weder Zeit für Seen noch für Kultur: das stets geschmackssichere Line‑up von Elektro bis Indie‑Rock und natürlich der legendäre Sleepless‑Floor sorgen für mindestens drei grandiose, schlaflose Nächte. In diesem Jahr gibt es noch einen weiteren Grund, sich die Nächte um die Ohren zu schlagen: Das Melt feiert 20‑jähriges Jubiläum. (SB) Live: Adam Beyer, Âme b2b Rødhåd, Bilderbuch, Bonobo, Claptone, Die Antwoord, Dixon, Ellen Allien, Fatboy Slim, Glass Animals, GusGus, Hercules & Love Affair, Kamasi Washington, Kate Tempest, Kölsch, M.I.A., Maceo Plex, Marcel Dettmann, Modeselektor, Mutiny On The Bounty, Mø, Phoenix, Radio Slave, Recondite, Richie Hawtin, Sampha, SOHN, Soulwax, Sylvan Esso, Tale Of Us, The Kills, The Lemon Twigs, Von Wegen Lisbeth, Warpaint, WhoMadeWho u. v. a. Gräfenhainichen, Ferropolis

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JULI

21.–23.07. + 28.–30.07.

TOMORROWLAND Der Elektro-Goliath aus Belgien hat den Standort mit dem perfekten Namen: ein Städtchen namens Boom. Hier geben sich jedes Jahr Raver aus über 200 Nationen einer Musik gewordenen Märchenwelt hin, die optimistische Technobeats mit opulenter Hüpfburgenkulisse paart. 2017 wurden zum zweiten Mal zwei Wochenenden für das Festival geblockt, um gleich 360.000 Besuchern den Urlaub von der Realität zu ermöglichen. Ausverkauft waren die Tickets wie immer binnen einer Stunde, Reisefaule haben aber die Gelegenheit, dem Tomorrowland von acht weiteren Stationen aus per Live-Übertragung beizuwohnen. Um in Deutschland, Dubai, Libanon, Malta, Spanien, Israel, Taiwan und Südkorea gleichzeitig zu landen, wählte man ein Motto auf Latein. »Amicorum Spectaculum« bedeutet so viel wie »Zeig’s deinen Freunden« und stimmte noch nie so sehr wie in diesem Jahr. (AD) Live: Afrojack, Alesso, Alok, Armin van Buuren, Art Department, Axwell & Ingrosso, Carl Cox, Claptone, Dave Clarke, Deadmau5, Dimitri Vegas & Like Mike, Don Diablo, Eats Everything, Eric Prydz, Ferry Corsten, Jamie Jones, Kölsch, Krewella, Mark Knight, Martin Garrix, Martin Solveig, Marshmello, Nervo, Netsky, Paul Kalkbrenner, Paul van Dyk, Robin Schulz, Solomun, Sunnery James & Ryan Marciano, Sven Väth, Tiësto, Yellow Claw u. v. a. B-Boom, Schommelleiw

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FOTO: ©TOMORROWLAND

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21.–23.07.

PAROOKAVILLE Oh Parookaville, du Steampunk‑City mit dem EDM‑ , in der Bill Parooka über dem Tanz der Bürger wacht. Der Flughafen Weeze liegt ganz nah an der niederländischen Grenze. Schon bei der Ankunft weist einem freundliches, im Nachbarland angeheuertes Personal den Weg. Und dann geht es ab in die Boomtown Parookaville mit ihrer stetig wachsenden EDM-Bürgerschaft, die per Visum (Ticket) einreist oder auch noch vom letzten Mal ihren Pass mitgebracht hat, um ihn erneut abstempeln zu lassen. Die Story von Parookaville ist wirklich gut durchdacht. Es gibt Kirche, Bank und Postamt, ein Rathaus und natürlich auch Gesetze zum Wohl der Einwohner. Und all das regiert Bürgermeister Bill Parooka, der sich anscheinend nie zur Wahl stellen muss und auch eigentlich nur als Statue in Erscheinung tritt. Vor ihr muss eigentlich jeder mindestens ein Selfie gemacht haben, wenn der Weg zwischen den zahlreichen Bühnen mal wieder daran vorbeiführt. (CS) Live: Afrojack, Armin van Buuren, Axwell & Ingrosso, Bassjackers, Brennan Heart, Carnage, Coone, Danny Avila, David Guetta, DJ Snake, Don Diablo, Dubfire, DVBBS, Galantis, Headhunterz, Krewella, Kshmr, Laidback Luke, Marshmello, Martin Solveig, Moguai, Nervo, Oliver Heldens, Paul Kalkbrenner, Robin Schulz, Showtek, Steve Aoki, Sunnery James & Ryan Marciano, Sven Väth, Tiësto, Tujamo, Ummet Ozcan, W&W, Will Sparks, Yellow Claw u. v. a. Weeze, Airport

FOTO: TREMARK

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HIGHLIGHTS

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21.–23.07.

RUHRPOTT RODEO

SACRED GROUND

Der Veranstalter hat selber mal in zig Punk-Bands gespielt. Keine Frage, dass er weiß, wie ein gutes Punkrock‑Festival auszusehen hat.

Mitten in der Natur trifft feinster Elektro auf einen 100-jährigen Bauernhof und ausgewählte Gäste.

Wenn das Ruhrpott Rodeo eine Sache wirklich draufhat, dann ist es, die großen, alten Punkrock-Helden zu buchen. Veranstalter Alex Schwers – einst bei Eisenpimmel, Slime, Rasta Knast und allerlei anderen Deutschpunk‑Bands getrommelt – hat ein Händchen dafür, mindestens einen Headliner einzuladen, der auf der »Die muss ich unbedingt mal gesehen haben«-Liste von Fans des Genres steht. Doch was wäre ein Rodeo ohne wilde Reiterei? Nichts, und deshalb steht ein nicht ganz leibhaftiger Rodeo-Bulle für rumpelige Runden bereit. Wem das harte Durchgeschüttele auf der elektrischen Kuh nicht reicht, versuchtʼs im Movie Park mit der Achterbahn. Oder einfach nur auf dem Campingplatz Dosenbier trinken! Davon gibt es hier noch mehr als gute Punk‑Bands. (JB)

Nirgendwo hat man auf eine solch in bestem Sinne einfache und selbstverständliche Art und Weise den Eindruck, Teil von etwas Neuem zu sein, wie auf diesem Feinschmeckerfestival mitten in der Uckermark. Die Idee der Kuratoren Ry X und Frank Wiedemann ist so simpel wie verführerisch: Limitierte Tickets für wenige Hundert Besucher, die sich drei Tage lang von horizontweiter Natur und intimer Gemeinschaftsatmosphäre umgeben lassen wollen. Dazu Kunst, Kultur und ganz viel Freiheit. Es gibt keine Timetables, keine Werbeattacken und auch kein klassisches Festivalgelände. Dafür das unbezahlbare Gefühl, einer Community anzugehören, die neben ihrer Lust an elektronischen Klängen auch die stadtferne Idylle sucht. Abseits des Massenappeals ist das Sacred Ground genau der richtige Ort, um gefühlt für eine Woche zu verreisen. (AD)

22.–23.07.

LOLLA­ PALOOZA PARIS Das Lolla‑Universum dehnt sich aus und bereichert die französische Hauptstadt. Paris ist bekanntlich immer eine Reise wert. Mit dem Besuch eines großen Festivals verbunden, wird der Ausflug erst recht zu einem absoluten Highlight. Direkt an der Seine, in der Trabrennbahn Longchamp, hat der sechste Ableger der Lollapalooza‑Serie sein Zuhause gefunden. Das Festivalgelände grenzt nicht nur an die Pariser grüne Lunge, Bois de Boulogne, sondern ist auch strategisch clever am einzigen stadtnahen Campingplatz gelegen. Bei der Premiere gibt es neben hochkarätigen Major‑Acts und dem familienfreundlichen Kidzapalooza neue Programmangebote: Neben Lolla Chef, einem speziellen Areal für Kochkünste unter der Leitung eines französischen Starkochs, gibt es mit Lolla Club die Möglichkeit, nach der geregelten Nachtruhe in den angesagtesten Clubs der Metropole weiter zu feiern. (AS)

Live: Acidez, Bad Religion, Cheetah Chrome, D.O.A., Die Kassierer, Götz Widmann, Ignite, Irie Révoltés, Jaya The Cat, Rantanplan, Rawside, Reno Divorce, Samiam, Slime, Snuff, Terrorgruppe, The Adicts, Souls, The Locos, The Queers, ZSK u. v. a.

Live: Gigi Masin, Howling, Jono McCleery, Karyyn, Schwarzmann, The Legendary Lightness u. v. a.

Live: Alt-J, Crystal Fighters, DJ Snake, Editors, Imagine Dragons, Kaleo, Lana Del Rey, Liam Gallagher, Martin Solveig, Milky Chance, Pixies, Red Hot Chili Peppers, Slushii, The Hives, The Roots, The Weeknd, Walk Of The Earth u. v. a.

Hünxe, Flugplatz Schwarze Heide

Brüssow, Trampe 9

Paris, Hippodrome de Longchamp

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FOTOS: MARC GÄRTNER, OLIVER VALENTE, GREG NOIRE

21.–23.07.


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FOTOS: JESSIKA WOLLSTEIN, U LF DUDA

20.–23.07.

21.–23.07.

DEICHBRAND

WATT EN SCHLICK

Im Norden brennt’s. Unweit von Cuxhaven trifft sich die Festivalgemeinde wieder zum Rocken am Deich.

Das Plakat ziert ein Flamingo – auf dem nordischen Festival selbst findet man jedoch vor allem Wattwürmer.

»Das Festival von jungen Menschen für junge Menschen« könnte der Slogan lauten, denn ursprünglich wurde es von jungen Cuxhavenern gegründet, um der Veranstaltungswüste in der Region Leben einzuhauchen. Dies ist gelungen – seit 2005 findet das immer größer werdende Festival, das bis zu 45.000 Besucher anzieht, statt. Die zwei Hauptbühnen, die Fire und die Water Stage, stehen im 90° Winkel und werden abwechselnd mit Rock, Metal, Alternative und HipHop bespielt. Videowalls lassen einen von nirgendwo nichts verpassen. Auch das Camping‑Konzept ist mit dem Green Camping Bereich und der Luxusvariante des Comfort Village ausgeklügelt. Dazu Beach‑Volleyball, Infoleuchtturm und Wattschwein‑Warnung. Alles stilecht hinterm Deich! (HD)

Schuhe aus und rein ins Watt. Watt‑Engel, irgendjemand? In der friesischen Wüste aus Schlick treffen zum vierten Mal Konzerte auf Lesungen, Filmvorführungen auf Yoga und Fischbrötchen. Gemäß der selbst verliehenen Auszeichnung als »feinstes Festival aller (Ge)Zeiten« zeigt sich das Festival entspannt: Nachmittags trinkt man hier neben 5,0 Bier einen Pott Filterkaffee zu frischem Rhabarberkuchen im Kurhaus Dangast, gleich oberhalb des Festivalgeländes. Auch ein Matjesbrötchen am »Fischturm« ist beliebt und stärkt für den Kampf beim traditionellen Wattschlittenrennen im dichten schwarzen Schlick. Abends – noch im Schein der über dem Wattenmeer untergehenden Sonne –­ beginnen die Konzerte. Fazit: Am Watt kommt keiner vorbei. (HS)

Live: 187 Strassenbande, AnnenMayKantereit, Apocalyptica, Apoptygma Berzerk, Biffy Clyro, Billy Talent, Broilers, Chefket, Christian Steiffen, Claire, Cro, Dellé, Die Krupps, Donots, Egotronic, Emil Bulls, Fjørt, Frida Gold, In Extremo, Kraftklub, Marteria, Nasty, Parov Stelar, Patrice, Placebo, Schnipo Schranke, The Bouncing Souls, Trailerpark, Turbostaat, Wanda, Young Guns, Zugezogen Maskulin u. v. a.

Live: Ace Tee & Kwam.e, Alice Phoebe Lou, Bartek, Christiane Rösinger, De fofftig Penns, Deine Freunde, Die Heiterkeit, Die Höchste Eisenbahn, Giant Rooks, J. Palminger & 440Hz Trio, Jamie Lidell, Jordan Prince, Joy Denalane, Julian Philipp David, Keshavara, Maeckes, Main Concept, Megaloh, Moop Mama, Neufundland, Oum Shatt, Parcels, Saint, Schorsch Kamerun, Studio Braun, Suff Daddy, Super Flu, The Ruffcats, Theatre du Pain, Wigald Boning u. v. a.

Nordholz, Seeflughafen

Varel, Kurhaus Dangast

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JULI

P R O M OT I O N

JACK DANIEL’S Tennessee Whiskey rockt 2017 bei Rock im Park, Hurricane und MS Dockville

27.–31.07.

Guter Whiskey lässt sich am besten in guter Gesellschaft genießen. Deswegen rollt JACK DANIEL’S Tennessee Whiskey schon seit über zehn Jahren die Whiskeyfässer durch die Festivallandschaft und ist dieses Jahr neben Rock im Park und Hurricane auch beim MS Dockville am Start. Hier können Festivalbesucher durch eine VR-Brille interaktiv die Herstellung des Old No. 7 in Lynchburg, Tennessee miterleben und dabei beliebte JACK DANIEL’S Tennessee Whiskey Festival-Items wie JackBags, Caps, T-Shirts und Sonnenbrillen gewinnen. Dazu einen Jack on the Rocks und die Festival-Ausstattung ist komplett.

28.–29.07.

HELENE BEACH

ROCK IM WALD

Mit Sommer, Sonne, See und Strand liegt das musikalisch clever gemischte Festival voll im Trend.

»Grüß Gott«, sagt man in Oberfranken – »Grüß Rock« beim Rock im Wald.

»Helenensee« – das klingt verführerisch, so ein bisschen wie »Sirenensee«. Lassen wir die letzte Metapher auf uns wirken, so wird ein Schuh draus. Das Helene Beach lockt mit seiner Schönheit und Außergewöhnlichkeit und, nähern wir uns entzückt, verschlingt es uns mit Haut und Haaren. Der ewig lange Strand macht bei Sonnenschein geradezu süchtig, die Menschen sind gut gelaunt, das Line‑up ist vielfältig, doch nicht beliebig (clever eben) und die Hauptstadt mit ihren unendlichen Möglichkeiten nur eine gute Autostunde entfernt. Acht Bühnen werden bespielt, doch Megalomanie fühlt sich trotz 25.000 Besuchern und 100 Acts anders an. Betörender Holidaycharme: das trifft den Geist, der hier durch die Sonnentage und Seenächte weht. Dass also keiner den Fehler mache und – wie einst Odysseus – an diesem Festival‑Eiland vorbei segele! (WG)

Sie ist eine der Sehenswürdigkeiten im Landkreis Lichtenfels: die barocke Basilika Vierzehnheiligen neben dem gleichnamigen Kloster. Sie ist ein häufig besuchter Wallfahrtsort und eine Stätte für Pilgerer, um Schutz am Gnadenaltar zu erbitten. Im selben Landkreis findet das Rock im Wald statt, das ebenfalls Pilger anzieht – allerdings solche, die sich den Göttern der Rockmusik verschrieben haben. Stoner Rock, Hard Rock, Alternative Rock, RockʼnʼRoll – Rock in allen Variationen ist das Thema beim zweitägigen Festival in Michelau am Neuensee. Die Musik dazu kommt von Bands, die aus Schweden, Belgien, Island, Norwegen und auch aus Deutschland anreisen und von den Zuschauern teilweise selbst ausgewählt wurden. Zwischen Bäumen und Wald wird auch in diesem Jahr erneut in familiärer Atmosphäre der RockLifestyle gelebt. (HD)

Live: 257ers, Alle Farben, Antilopen Gang, Die Orsons, Drunken Masters, Format:B, Gestört aber GeiL, Gregor Tresher, Haftbefehl, HGich.T, K.I.Z, Kool Savas, Megaloh, Ostblockschlampen, Pan-Pot, Plan B, Swiss & Die Andern, Thomas Lizzara, Weekend u. v. a.

Live: 1000Mods, Bloodlights, Brutus, Captain Duff, Deadheads, Death Alley, Deviltrain, DeWolff, Dool, Horisont, Kadavar, Scumbag Millionaire, Skraeckoedlan, Sólstafir, Truckfighters u. v. a.

Frankfurt (Oder), Helenesee

Michelau, Waldstadion in Neuensee

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FOTO: DANIEL FRANZ

HIGHLIGHTS

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WATT EN SCHLICK FEST

28.–29.07.

JUICY BEATS Eine Supermarktauslage voller Früchte, gemixt mit unterschiedlichsten Groove‑ und Elektro-Stilen.

FOTOS: H &H PHOTOGRAPH ICS

Dortmund, Westfalenpark

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21. — 23. 07.

Live: Ace Tee & Kwam.e, Alle Farben, Bilderbuch, Bonez MC & RAF Camora, Christian Steiffen, Cro, Dat Adam, Dirty Doering, Drunken Masters, Faber, Frittenbude, Fünf Sterne Deluxe, Giant Rooks, Gold Roger, Joy Wellboy, Kid OK, Klaus Fiehe, KMN Gang, Megaloh, Mighty Oaks, Moonbootica, OK KID, Pat Thomas, Pins, Pretty Pink, Ryan O’Reilly, SDP, Sinkane, SSIO, Swiss & Die Andern, Tinariwen, Trailerpark, Trettmann, Tube & Berger, Younotus u. v. a.

Kurhaus Dangast Strand

Nachdem das Juicy Beats 2015 sein Waterloo erlebte und der gerade aus der Taufe gehobene zweite Festivaltag wegen einer Unwetterwarnung abgesagt werden musste, geriet die zweitägige Version des Dortmunder Traditionsfestivals im letzten Jahr zu einem vollen Erfolg. Jeweils 25.000 Besucher tummelten sich täglich im wunderschön verschachtelten Westfalenpark und bevölkerten die 20 Open‑Air‑Bühnen, die sich zeitgenössisch der ganzen Bandbreite grooveorientierter, elektronischer Musik widmeten. Mit seinem Stilmix liegt das Festival auch 2017 im Trend, es stellt Genre‑Stars neben die vitalsten Underground‑Szenen. Dazu die jüngste Neuerung: ein Rap‑Contest im nahegelegenen Club FZW als Warm‑up am Tag vor dem Festival. (CSt)

Jamie Lidell & The Royal Pharaohs Joy Denalane Moop Mama Megaloh Die Höchste Eisenbahn Super Flu Maeckes Studio Braun Alice Phoebe Lou Wigald Boning Saint Giant Rooks Parcels Ace Tee & Kwam.e Schorsch Kamerun Main Concept Jacques Palminger & 440 Hz Trio Deine Freunde Theatre du Pain The Ruffcats Flowin Immo Christiane Rösinger Oum Shatt u.v.m. wattenschlick.de


AUGUST

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FOTO: ANATOL G OTTFRIED

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HIGHLIGHTS

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AUGUST

73 HIGHLIGHTS

03.–05.08.

WACKEN Wacken passiert nach wie vor genau da, wo der Übergang vom Festival zur Lebensanschauung liegt. Billig ist das Wacken inzwischen nicht mehr. Die 220 Ocken, die man mittlerweile löhnt, sind mehr als doppelt so viel wie noch vor zehn Jahren. Dafür gibt es laut Veranstalter ab jetzt alle Toiletten und Duschen umsonst und auch die Camping-Gebühr für Frühanreisende entfällt. Und dann ist Wacken natürlich immer noch für solche Meldungen gut: »Metal-Festival verlegt unterirdische Bier-Pipeline«, frohlockte die Lokalpresse im Frühjahr und präsentierte beeindruckende Beweisfotos. Die friedliche Horde in der humorvollen Provinz – wenn man sich einen Metal-Mythos basteln könnte, würde man wohl diesen als Vorlage nehmen. Der Wahnsinn hat hier eben seinen ganz eigenen Geschmack, nachzuprüfen unter anderem im WackenRadio und auf Judas Priests aktuellem Live-Album. (AD) Live: Aborted, Accept, Alice Cooper, Amon Amarth, Annihilator, Apocalyptica, Avantasia, Candlemass, Clawfinger, Dog Eat Dog, Emperor, Europe, Heaven Shall Burn, J.B.O., Kreator, Lacuna Coil, Marilyn Manson, Max & Iggor Cavalera, Mayhem, Megadeth, Memoriam, Morbid Angel, Napalm Death, Nile, Paradise Lost, Possessed, Powerwolf, Primal Fear, Rage, Ross The Boss, Sacred Reich, Saltatio Mortis, Soilwork, Status Quo, Trivium, Turbonegro, Volbeat u. v. a. Wacken, Hauptstraße

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HIGHLIGHTS

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02.–05.08.

A SUMMER’S TALE Festivalerlebnis de luxe samt IndieKünstlern, Teezeremonien und Yoga in der Lüneburger Heide. In seiner dritten Ausgabe startet das entspannte Festival sein kunterbuntes Programm bereits am Mittwochnachmittag. Neben ausgewählten Indie-Acts bietet das A Summer’s Tale auch dieses Jahr allerlei Workshops, Performances und Lesungen für Jung und Alt an: Wer sich nicht mit einer japanischen Teezeremonie zufriedengibt, kann seine Kommunikation mit Bäumen verbessern, erfahren, wie man am besten in Russland Couchsurfing betreibt, ein Glas des Bio-Festivalweins – natürlich vegan –‒ genießen oder sich von Rocko Schamoni was vorlesen lassen. Mehr Outdoor-Projekte, ein breiteres Kinderprogramm sowie komfortable Übernachtungsmöglichkeiten durch eine Kooperation mit verschiedenen Hotels in der Lüneburger Heide: Das charmante Festival wächst in puncto Niveau und Kreativität immer weiter. (AS) Live: Albrecht Schrader, Bear’s Den, Bernd Begemann, Birdy, Blaudzun, Cigarettes After Sex, Conor Oberst, Dan Croll, Dear Reader, Die Höchste Eisenbahn, Die Sterne, Electric Swing Circus, Element Of Crime, Feist, Franz Ferdinand, Get Well Soon, Judith Holofernes, Locas In Love, Nagel, Pixies, PJ Harvey, Rhonda, Rocko Schamoni, Rocky Votolato, Stereo MCs, The Common Linnets, The Notwist, Von Brücken, William McCarthy u. v. a. Westergellersen, Eventpark Luhmühlen

FOTO: CHRISTOPH EISENMENGER

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04.–06.08.

NATURE ONE Der Rave auf der Raketenbasis ist seit 1995 eines der wichtigsten Festivals der elektronischen Tanzmusik. Die blumige Techno-Ästhetik der Plakate lügt nicht: Die 90er waren nie weg, sie sind auf der Nature One mehr als lebendig. Mitten im ländlichen Hunsrück kommen die überzeugtesten Raver zusammen und feiern unter freiem Himmel und in Bunkertunneln. Kreative Verkleidungen sind hier an der Tagesordnung. Es gibt vier Bühnen und verschiedene Clubs wie das niederländische »Masters of Hardcore«-Zelt. Schlaf ist unwahrscheinlich, schließlich sind die Partys auf dem Zeltplatz ein eigenes Festival für sich, und nachts erschaffen die roten Leuchten der umliegenden Windräder ein besonders schönes Funkelpanorama. Dass hier im Kalten Krieg noch Nato-Raketen stationiert waren, macht die friedliebende Technoparty und das diesjährige Motto »We Call It Home« umso symbolträchtiger. (EH) Live: Above & Beyond, Aka Aka feat. Thalstroem, Ben Klock, Cuebrick, Dax J, Dominik Eulberg, Drumcomplex, Fatima Hajji, Felix Kröcher, Ferry Corsten, Frdy, Hugel, Joseph Capriati, Klaudia Gawlas, Len Faki, LovRa, Man At Arms, Mark’Oh, Markus Schulz, Moguai, Moonbootica, Neelix, Netsky & Script MC, Ostblockschlampen, Pappenheimer b2b Kerstin Eden, Paul van Dyk, Rebekah, Sam Paganini, Sven Väth, Tujamo, Wankelmut, Worakls u. v. a. Kastellaun, Raketenbasis Pydna

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03.–06.08.

03.–05.08.

APPLETREE GARDEN

SOUND OF THE FOREST

MINI-ROCKFESTIVAL

Pommes rot‑weiß im Freibad und Musik zwischen alten Bäumen: Fühlt sich an wie nach-Hause‑kommen.

Im Hochsommer wird der Odenwald wieder zu einem kleinen Woodstock mit Erholungswert – Kultbands inklusive.

HipHop, Weißwurst­ frühstück, Strandbar: Alles was man am Neckar braucht.

Benannt nach der saftigen Apfelbaumwiese von Familie Binnewies, strotzt das Appletree Garden in der niedersächsischen Einöde nur so vor ländlicher Klischee‑Idylle. Und obwohl es damit schon seit ein paar Jahren kein Geheimtipp mehr ist, schafft es das Festival, sich seine durchweg positive familiäre Ferienlager‑Atmosphäre zu bewahren: Tagsüber fährt die Bimmelbahn die Besucher in das nächstgelegene Freibad zu Körperfreuden wie Yoga und Pommes rot‑weiß. Und abends treten auf zwei Bühnen abwechselnd Indie‑, Folk‑ und zuweilen auch elektronische Acts auf, sodass keinerlei Entscheidungsdruck aufkommt. Eine Neuerung hat im letzten Jahr ziemlich gut eingeschlagen: Mainstage und Waldbühne werden noch durch eine Zirkusbühne ergänzt, auf der neben Akrobatik und Magie auch Lesungen stattfinden. (HS)

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Viele Festivals finden mittlerweile naturnah an Talsperren oder in Waldnähe statt. Doch kaum eines ist so idyllisch und ruhig gelegen wie das Sound Of The Forest. Tiefes Grün umgibt den Marbach‑Stausee und lässt die drei Tage an seinen Ufern zu einer Wohltat für die Sinne geraten. Ein ebenso übersichtliches wie liebevoll kompiliertes Line‑up zwischen Folk, Indie, Elektro und Pop ist auch dieses Jahr wieder zu erwarten. Daneben gibtʼs allerlei Leckereien und natürlich die Möglichkeit, zwischen den Auftritten der Künstler ausgiebig ins kühle Nass des Stausees einzutauchen oder einfach die sonnige Seifenblasenstimmung zu genießen. Klare Lüfte, liebliche Düfte und jede Menge Musik für Beine und Hüfte: Das Souns of the Forest ist schlicht ein Gedicht unter den Wald- und Wasser-Festivals. (NiS)

Mini ist das Mini‑Rock‑Festival schon lange nicht mehr – weder in seiner Größe, noch in seinem Ruf, noch in der Qualität des Line‑ups. Das größtenteils von Ehrenamtlern organisierte Festival im tiefsten Süden lockt nicht nur mit HipHop‑, Punk‑ und rockigen Acts, sondern auch mit Angeboten wie etwa Flunkyball‑Feldern, Biergarten und Karaoke‑Areas und sogar Exoten wie Weißwurstfrühstück oder Skate‑Contests. Das Programmkonzept wird sowohl den unentschlossenen als auch den nimmersatten Besucher freuen: Die Acts spielen abwechselnd auf zwei Bühnen, sodass man sich keine Sorgen machen braucht, welchen seiner Lieblingskünstler man potenziell verpassen könnte. Ein weiterer Pluspunkt: Wer es etwas ruhiger mag, kann auf dem an einer Waldlichtung gelegenen Campingplatz auf der anderen Seite des Neckars friedlich entspannen. (AS)

Live: Aurora, Coma, Drangsal, Elektro Guzzi, Erobique, Faber, Fil Bo Riva, Gurr, Heinz Strunk, Jake Isaac, Kid Simius, Klangstof, L.A. Salami, Let’s Eat Grandma, Martin Kohlstedt, Otzeki, Rikas, Seafret, Sinkane, Voodoo Jürgens, Warhaus u. v. a.

Live: Astronautalis, Bukahara, Dicht & Ergreifend, Enno Bunger, Hundreds, KUF, Lotte, Me + Marie, Mighty Oaks, Mogli, The Gardener & The Tree u. v. a.

Live: 257ers, Alex Mofa Gang, Ali As, Brett, Captain Capa, Dame, Delirious Mob Crew, Enter Shikari, Eskimo Callboy, Feine Sahne Fischfilet, Megaloh, Milliarden, Mother’s Cake, MoTrip, Rogers, Schmutzki, Smile And Burn, Val Sinestra, Weekend, Yakuzi u. v. a.

Diepholz, Bürgerpark

Beerfelden, Marbach

Horb am Neckar, Festplatz

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FOTOS: MAX HARTMANN, MAXIM ABROSSIMOW, MARTINA WÖRZ

03.–05.08.


20.-23. SEPT. 2017

FESTIVALTICKET VON 30,00 € BIS 95,00 € INKL. GEBÜHREN KONFERENZTICKET AB 142,00 € INKL. GEBÜHREN

REEPERBAHNFESTIVAL.COM

Organiser: Reeperbahn Festival GbR and Inferno Events GmbH & Co. KG

03.–05.08.

04.–05.08.

ROCKEN AM BROCKEN

BURNING EAGLE

Mitten im Harzer Wald werden Besucher mit Musik und allerlei kulturellen Angeboten verzaubert.

»Ordnung im Zimmer, ist Ordnung im Kopf«, so wird Großmutters Weisheit auf der Website des feinen Indie‑Festivals zitiert.

Der Name des Harzer Örtchens Elend bei Sorge bietet eine unerschöpfliche Quelle an Flachwitzen, aus welcher sich sogar Goethe schon bedient hat. Das Rocken am Brocken poliert dieses Image auf und nutzt dafür die Harzer Wälder, gepaart mit geballter Festivalkompetenz: Mit sorgfältig ausgewählten Musik‑Acts, einem bunten Rahmenprogramm samt Workshops, Lesungen, Sportangeboten und dem überaus beliebten Akustikpfad, auf welchem man die Harzer Natur sowie musikalische Perlen entdecken kann, entführt das Festival seine Besucher in eine kleine Märchenwelt. Anreisen kann man nicht nur mit den üblichen Transportmitteln, sondern auch mit der Dampflok. Wem die sprichwörtlich sagenhafte Festivalatmosphäre nicht ausreicht, kann sich im angrenzenden Harzer Nationalpark auf weitere Abenteuer begeben. (AS)

Ja, Credits an Großmutter, es sind nicht die Hirnlosen, die das lauschige, freundliche Fest im Schwabenland besuchen. Hier wird kein Müllpfand erhoben, sondern die Verantwortung des Einzelnen aufgerufen. Zurecht. Das Gesamtbild stimmt. Angefangen beim Naturambiente am Umweltbildungszentrum Listhof, über die entspannenden, überschaubaren Besucherzahlen, Bio‑ und Fairtrade‑Foodkonzepten bis hin zu den eher leisen, intensiven Indie‑Pop‑, Folk‑ und Song‑Tönen. Lebensqualität nennt sich sowas, wenn das Erleben die Sinne nachhaltig anregt, Wahrnehmung erweitert und im rasenden Stillstand des Alltags verlustig gegangene Beziehungsfäden wieder erneuert. Toll, dass solche Festivalräume im brausenden Musikzirkus möglich sind und verdiente Beachtung finden. (WP)

Live: Adam Angst, Bosse, Brett, Drangsal, Eau Rouge, Feine Sahne Fischfilet, Gurr, Jake Isaac, Le Fly, Leoniden, Milliarden, Neonschwarz, Razz, Rikas, Sea Moya, Van Holzen u. v. a.

Live:Live: Golden Dawn Arkestra, Hannah Epperson, Josin, Lambchop, L.A. Salami, Mammal Hands, Me and Oceans, Sons of Noel and Adrian u. v. a.

Elend, Braunlagerstraße

Reutlingen, Listhof

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FOTOS: BLACKWORK, LEONIE CUJ E

500 KONZERTE · BETH DITTO · MAXÏMO PARK · FABER · LOVE A · DISPATCH · TUA · DILLON · ALL THEM WITCHES · ALICE MERTON · OWEN PALLETT & S T A R G A Z E · ZEAL & ARDOR · SONGHOY BLUES · THE DRUMS · CHARLIE CUNNINGHAM · DANIEL BRANDT & ETERNAL SOMETHING · THE AMAZONS · THE DISTRICTS · TOM GRENNAN · WAXAHATCHEE · LÙISA · ISOLATION BERLIN · MEUTE · CLAP YOUR HANDS SAY YEAH · SUFF DADDY & THE LUNCH BIRDS · CANDELILLA · ARY · SOL HEILO · NEWTON FAULKNER · LYGO · SLØTFACE · WHITE WINE · LEONIDEN · BRUTUS · DREAM WIFE · SLØTFACE · LYGO · FRIENDS OF GAS · SWMRS · FAST ROMANTICS · DANGERS OF THE SEA · HEIM · INHEAVEN · UVM. ARTS · FILM · WORD · WORKSHOPS & MORE · KONFERENZ · 260 PROGRAMME ZUR MUSIK- UND DIGITALWIRTSCHAFT


King of

Pop-up Zelt Funster Art.Nr.: 072/189

Metal Meets

Bottle TrinkflascheN Klean Kanteen Edelstahl Pint

Cup

Hard as

04.–05.08.

BIG DAY OUT Alle (zwei) Jahre wieder! Lautstark und kultig in Westfalen.

FOTOS: RAINER MASCH KE

Mitte April letzten Jahres war es so weit: Die Gemeinde Anröchte gab grünes Licht für den Big Day Out 9.0 und so kann zwischen Paderborn und Dortmund am Südring, im Waldfreibad und vor den zwei Bühnen wieder gemosht, gecampt und relaxt werden. Stolz ist man zurecht, Billy Talent mit einem seiner wenigen Deutschlandgigs als Headliner verpflichtet zu haben. Auch für die weitere musikalische Besetzung haben die Veranstalter, der JZI‑Anröchte e. V., eine tolle Mischung aus Indie, Pop, Rock und HipHop zusammengestellt. Kein Schnickschnack im Kreise Soest, der Westfale ist als nüchtern bekannt, doch wenn hier die ersten Bratakkorde durch die Luft hämmern, geht die Post ab. Alle zwei Jahre. (WG) Live: Alligatoah, Billy Talent, Bosse, BRKN, Donots, Emil Bulls, Heisskalt, Joris, Kyle Gass Band, Liedfett, Marathonmann, Monsters Of Liedermaching, The Amity Affliction, The Intersphere u. v. a.

Anröchte, Bürgerhausvorplatz

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Rock KofferGrill Art.Nr.: 350/504

camping-ist-bunt. camping- ist de Caravan Camping Freizeit


P R O M OT I O N

MACH’ DIR DEN SOMMER AUF… mit dem neuen V+Grapefruit

04.–05.08.

JENSEITS VON MILLIONEN Unvergessliche Festivalmomente – mit einem humanitären Gedanken verknüpft.

Nicht nur der Start der Festivalsaison ist ein unverkennbares Zeichen dafür, dass der Sommer naht. Spätestens wenn auch die letzte Eisdiele oder das heimische Freibad öffnet, weiß jeder: Die warme Jahreszeit ist zurück, und damit auch der trendige Biermix V+Grapefruit. Mit einem Anteil von 62% Grapefruit lässt der erfrischende Durstlöscher uns bereits jetzt die Leichtigkeit der warmen Tage spüren und begleitet uns auch durch den Festivalsommer. Damit ihr bei den Festivals so richtig durchstarten könnt, verlost V+Grapefruit auf festivalguide.de Tickets für das Summer Sensation Festival!

Das Jenseits ist in dieser Angelegenheit ganz weit vorn. Es unterstützt das Muzanga Education Project der Kinderhilfsorganisation Raise a Smile e. V. im ländlichen Osten Sambias mit 2 Euro jedes verkauften Tickets und allem Geld, das am Ende auf der Haben‑Seite steht. Daraus werden Lehrmaterialien und Ausbildungen bereit gestellt, die direkt an die betroffenen Schulen gebracht werden. Da versandet nichts. Und: Das kleine Festival in der Niederlausitz ist schon für sich ein charmantes Ereignis. IndiePop, Garage, Singer/Songwriter, Postpunk‑ und Rock, hier hört man, was das Herz begehrt. Dazu kostenloses Camping und Möglichkeiten in den nahen Seen zu baden. Praktisch für Dauerbedröhnte: der Schwielochsee ist so flach, dass man nicht untergehen kann. (WG)

05.08.

TROSSE KULT Seit 2004 holt der Trosse Kult namhafte Bands ins Münsterland. Grund genug für einen Ausflug an die Ems. Nach Rheine kommen die Menschen für gewöhnlich, um an der Ems auszuspannen, den Natur‑Zoo zu besuchen oder in der Villa Reni etwas über die Stadtgeschichte zu lernen. Lediglich im Spätsommer zieht es eine andere Klientel in die Nähe der westfälischen Stadt, bieten doch dann beherzte Gitarrenklänge den unwiderstehlichen Anreiz für einen Trip in die münsterländische Provinz. Zum 13. Mal jährt sich im August das Trosse Kult Open Air – eine Beständigkeit, die für Festivals dieser Größenordnung alles andere als selbstverständlich ist. Dass der gleichnamige Verein auch über das alljährliche Festival hinaus mit vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern für kulturelle Vielfalt in der Region sorgt, verdient so oder so Respekt. Dafür winken Mitgliedern des Vereins zurecht Sonder‑Eintrittspreise. (PF)

Live: Botschaft, Fun Fare, Hanna Leess, Ilgen-Nur, Isolation Berlin, Karies, Odd Couple, Oum Shatt, Wilga u. v. a.

Live: Adam Angst, Cassandra Call, Dampfmaschine, Kyle Gass Band, Pennywise, Tim Vantol, Corner Case u. v. a.

Friedland, Burg

Rheine, Beckmann Hohe Heide

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AUGUST

81 HIGHLIGHTS

08.–11.08.

PUNK ROCK HOLIDAY

FOTOS: MARCO MAZGON, MARKU S THORSEN, TONY GÜ NTHER

Festival oder lieber mal Urlaub? Beim Punk Rock Holiday in Slowenien müsst ihr euch nicht entscheiden.

08.–12.08.

ØYA FESTIVALEN Das norwegische Festival wurde bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet – 2011 mit dem Osloer Kulturpreis

11.–13.08.

SONNEMONDSTERNE Elektronische Exzesse an der Bleilochtalsperre machen das SMS zum Geheimtipp für Raver.

Nur einen Kilometer von der slowenischen Kleinstadt Tolmin entfernt, findet eines der schönsten Festivals Europas statt. Eins steht fest: Wer einmal beim Punk Rock Holiday war, will im nächsten Jahr garantiert wieder hin. Morgens geht es von der Camping Area im Wald direkt zum Strand. Der glasklare Fluss mit Blick auf die Julischen Alpen vertreibt mit Sicherheit jeden noch so schlimmen Kater. Und spätestens nach dem ersten Bier – was man auf dem Gelände übrigens für einen Euro bekommt – ist man auch wieder startklar, um sich nachmittags auf der Beach Stage Newcomer aus aller Welt reinzuziehen und abends die punkrockenden Headliner zu feiern. Für alle Frühankommer: Dieses Jahr wird die Warm‑up‑Show mit The Offspring sogar auf die Main Stage verlagert. (MS)

Das Musikfestival findet nach einem Ortswechsel vor drei Jahren nun erneut im Tøyenparken in Oslo statt und rückt damit wieder mehr ins Zentrum der Stadt. Es gehört zu den größten Norwegens und ist ein Nachfolger des Kalvøyafestivals, das zwischen 1971 und 1997 Künstler wie Nirvana und Frank Zappa zu Gast hatte. Für seine visuellen‑ und Umwelt-Konzepte wurde das Øya kontinuierlich ausgezeichnet. Diese Diversität zeichnet das Festival aus, das ökologische Aspekte mit einem grafischen und illustrativen Anspruch vereint. Jährlich werden internationale und heimische Musiker eingeladen, die auf einer von drei Bühnen auftreten. Auch Künstler aus dem HipHop‑ und Soulbereich werden wieder spielen und damit das Line‑up des im Schwerpunkt Pop und Rock liegenden Festivals ergänzen. (HvD)

Egal ob Techno‑Veteran oder House‑ Jüngling: Wer nach einem gepflegten Live‑Erlebnis mit jeder Menge Bass und Botanik sucht, kommt beim SonneMondSterne voll auf seine Kosten. Das Elektronik‑Festival im Süden Thüringens findet 2017 zum 21. Mal statt und hat dafür erneut die Crème de la Crème internationaler DJs geladen. Abkühlung gibt‘s zwischen den Auftritten am Strand der Talsperre, auf der auch ein Partyboot schwimmt, das mit eigenen DJ‑Sets für Stimmung sorgt. Highlight ist neben der idyllischen Landschaft eine enorme Buddha‑Statue, die direkt am Strand im Wasser sitzt und abends spektakulär beleuchtet wird. Zum Verschnaufen lädt noch ein Ruhebereich auf dem Campingplatz ein, in dem auch tagsüber Erholung möglich ist. (NiS)

Live: 69 Enfermos, 88 Fingers Louie, Chixdiggit, Clowns, Darko, Deadends, Face To Face, Flag, Higher Power, Ignite, Jaya The Cat, Less Than Jake, Madball, Pennywise, The Offspring, The Real McKenzies, The Toy Dolls u. v. a.

Live: Angel Olson, Chance The Rapper, Feist, Gabrielle, Lana Del Rey, Lykke Li, Mø, Peter Bjorn And John, Pixies, Spiritualized & Oslo-Filharmonien, Strange Hellos, The Hellacopters, The Shins, The xx, Vince Staples u. v. a.

Live: Alle Farben, Boys Noize, Claptone, Ellen Allien, Felix Jaehn, Fritz Kalkbrenner, Gestört aber GeiL, Kölsch, Lexy & K-Paul, Major Lazer, Marek Hemmann, Marteria, Netsky, Nina Kraviz, Pan-Pot, Roni Size feat. Dynamite MC, Steve Aoki, Sven Väth u. v. a.

SLO-Tolmin, Sotočje

N-Oslo, Middelalderparken

Saalburg, Bleilochtalsperre

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FOTO: CHRISTIAN WALTER

HIGHLIGHTS

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83 HIGHLIGHTS

10.–12.08.

ROCCO DEL SCHLACKO Das Volk kann’s bis heute nicht glauben: So friedfertig wie auf den Sauwasen geht kein Stadtfest zu Ende. »Die Polizei hat bei uns nur als Verkehrsordner was zu tun.« Veranstalter Thilo Ziegler kann seine Freude über diese Aussage kaum verbergen, und wer Blogs oder Vlogs von Besuchern des saarländischen Festivals auf der grünen Waldlichtung verfolgt, sieht sie bestätigt. Das stete Wachstum der Veranstaltung veranlasste zu Beginn auch die Exekutive mitzuwachsen. Heute weiß man, dass man trotz rund 24.000 Besuchern mit einer Handvoll Beamten auskommt. Die Normalbevölkerung aus der Region schüttelt dazu ungläubig den Kopf. Am Stadtbrunnen gibt’s jedes Mal Klopperei und bei den Hottentotten auf der Wiese herrschen der Friede, »glückliche Rebellen« auf Abschiedstour und eine auch 2017 erneut breiter bespielte Zweitbühne namens Ponyhof. So geht Irritation. (OU) Live: Adam Angst, Alligatoah, Anti-Flag, Antilopen Gang, Billy Talent, BRKN, Casper, Emil Bulls, Evil Jared & Q-Ball, Faber, Gurr, Heaven Shall Burn, Irie Révoltés, July Talk, Madsen, Pennywise, Rise Against, SDP, The Amity Affliction, Von Wegen Lisbeth, Zugezogen Maskulin u. v. a. Püttlingen, Sauwasen

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AUGUST

HIGHLIGHTS

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09.–13.08.

OPEN FLAIR Müßiggang ist aller Freuden Anfang. Im hessischen Norden kann man sich austoben oder einfach dem Fluss folgen. Eine schöne Irritation wäre eine Weste. Wie aus einem bürgerlichen Roman. Am besten mit Uhrkette. Dazu Lederschuhe, Leinenhose, Hut. Das Open Flair ist schließlich eine Veranstaltung für Flaneure. Der Flaneur lässt sich nicht von Bühnenzeiten hetzen. Er arbeitet keine Pläne ab. Wenn ihm danach ist, schaut er sich Kleinkunst im Schlosspark an oder szenische Lyrik im E‑Werk statt Punk, HipHop oder Rock’n’Roll auf den großen Bühnen. Oder er führt seine Liebste in der Fachwerkstadt zum Italiener aus. Vom gedeckten Tisch zurück zum Camping sind es nur wenige Minuten. Dort zieht er sich am nächsten Tag um. Weste aus, T-Shirt an, die Sneakers geschnürt. Pennywise knüppeln sich 2017 nicht oft durchs Land. Und jeder blaue Fleck heilt bestens, wird danach wieder gelassen flaniert. (OU)

Eschwege, Festplatz am Werdchen

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FOTO: ALICE EPP

Live: Adam Angst, Alligatoah, Anti- Flag, Antilopen Gang, Biffy Clyro, Billy Talent, Blues Pills, Broilers, Counterfeit, Danko Jones, Django 3000, Heaven Shall Burn, Heisskalt, In Extremo, Itchy, Joris, July Talk, Kyle Gass Band, Madsen, Maeckes & Die Katastrophen, Moose Blood, Pennywise, Rise Against, SDP, Shantel & Bucovina Club Orkestar, Shawn James & The Shapeshifters, Skinny Lister, SSIO, The Amity Affliction, Von Wegen Lisbeth, Watsky u. v. a.


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7–9 juli 2017  ferropolis

sold out


AUGUST

HIGHLIGHTS

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09.–16.08.

SZIGET Ein multikultureller Festivalgigant an der Donau – zwischen Städtetrip und Partyrausch. Einmal im Jahr wird die »Island of Freedom« inmitten der Donau zu einem multikulturellen Schmelztigel mit Musik, Kunst und Theater. Hier ist alles etwas größer, weiter, höher. In Zahlen: Eine Woche, über 50 Bühnen, etwa 200 Programmpunkte, knapp 500.000 Besucher. Früher warb man mit den – ganz festivaluntypisch – niedrigen Bierpreisen. Heute reicht ein Blick auf das Plakat, um zu wissen, dass ein Besuch beim genrevielfältigen Festival, das sich trotz des Gigantismus einen Hauch von Hippietum bewahrt hat, lohnt. Etwas flussabwärts der Insel fließt die Donau durch das Zentrum der ungarischen Hauptstadt Budapest, deren Besuch ein unbedingtes Muss darstellt. Hier sollte man sich bei einem Spaziergang unbedingt in eine der »Ruinen Bars« niederlassen: Die Kneipen wurden einst in alten, leerstehenden Gebäuden mit Möbeln vom Sperrmüll eröffnet und sind aus der Stadt nicht mehr wegzudenken. (HS) Live: Alt-J, Bad Religion, Biffy Clyro, Billy Talent, Birdy, Charli XCX, Clean Bandit, Dimitri Vegas & Like Mike, Flume, George Ezra, Interpol, Jamie Cullum, Kasabian, Macklemore & Ryan Lewis, Major Lazer, Mando Diao, Metronomy, Nervo, P!nk, PJ Harvey, Rita Ora, Rudimental, Steve Aoki, The Chainsmokers, The Kills, The Naked And Famous, The Pretty Reckless, The Vaccines, Tom Odell, Two Door Cinema Club, Tycho, White Lies, Wiz Khalifa u. v. a. H-Budapest, Óbudai-Insel

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AUGUST

12.–13.08.

M’ERA LUNA Für Fans düsterer Klänge und extravaganter Auftritte gibt es keinen Weg am M’Era Luna vorbei. Hildesheim wird am zweiten Augustwochenende wieder zum Zentrum der europäischen schwarzen Musik‑Szene. Auf einem Flugplatz und seinem Hangar werden bis zu 25.000 Fans von Mittelalter‑ sowie Alternative‑Rock, Elektro und Gothic einem hochkarätigen Line‑up lauschen. Daneben sorgen wieder zahlreiche Imbissstände für Gaumenfreuden der Extraklasse – ob vegetarische Kreationen oder Krustenbraten. Besonderes Flair versprüht der traditionelle Mittelaltermarkt, der von Feuershows und Goldschmieden bis hin zu Brauereien und Badehäusern jede Gaukelei für den Zeitvertreib zwischen den Auftritten zu bieten hat. Modeinteressierte können sich darüber hinaus in der Gothic Fashion Town mit handgefertigten Accessoires und Kostümen direkt vom Designer eindecken. Ein Schaulaufen der besonderen Art. (NiS) Live: .com/kill, Absurd Minds, Ambassador21, And One, Ashbury Heights, ASP, Blutengel, Covenant, DAF, Darkhaus, De/Vision, Eden weint im Grab, Faderhead, Feuerschwanz, Front Line Assembly, Haujobb, KMFDM, Korn, Leæther Strip, Megaherz, Mesh, Mono Inc., Namnambulu, Ost+Front, Project Pitchfork, Schandmaul, Schwarzer Engel, She Past Away, Solar Fake, Subway To Sally, The Arch, The Crüxshadows, Tyske Ludder, Unzucht, Versengold, White Lies u. v. a. Hildesheim, Flugplatz Drispenstedt

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FOTO: FRANK EMBACHER

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10.–12.08.

HALDERN POP Niederrhein, Kauzigkeit, Landlust – und nach wie vor eines der besten und leidenschaftlichsten Bookings auf deutschen Festivals.

FOTO: CHRISTOPH BUCKSTEGEN

1984 entstand in Rees–Haldern ein Festival, das im nächsten Jahr auch wieder hätte verschwinden können. Es war eine fixe Idee und eigentlich mag der Niederrhein keine fixen Ideen. Aber über die Jahre wurde klar, dass es das Festival ernst meint mit dem, was es da tut und dass es nicht um die schnelle Mark geht und vor allem nicht auf dem Rücken des Dorfes. Das Dorf, die Landschaft und seine Bewohner wurden eingebunden. Kein Vertrauen über Nacht, sondern über Jahre gewachsen. Und nicht nur im Dorf, sondern auch bei all den vielen Besuchern, die jedes Jahr wiederkehren, nachdem sie sich quasi blind ein Ticket gekauft haben, denn bis das Line-up steht, ist alles längst ausverkauft. Das kann das Haldern Pop nur, weil es nicht weiter wachsen, sondern klein und fein bleiben will. Großes Vertrauen statt großem Geschäft. (CS) Live: Anna Meredith, BadBadNotGood, Bear’s Den, Benjamin Clementine, Bergfilm, Bilderbuch, Blaudzun, Charlie Cunningham, Clueso, Conor Oberst, Die Höchste Eisenbahn, Faber, Get Well Soon, Julia Jacklin, Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi, Kate Tempest, Let’s Eat Grandma, Lisa Hannigan, Loyle Carner, Mammút, Martin Kohlstedt, Matthew And The Atlas, Radical Face, The Afghan Whigs, The Inspector Cluzo, Von Wegen Lisbeth, Voodoo Jürgens u. v. a. Rees, Alter Reitplatz

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HIGHLIGHTS

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10.–13.08.

TAUBERTAL Trinkfestigkeit ist keine schlechte Voraussetzung für ein Festival. In Mittelfranken rettete sie einst Leben. 1631 wurde das protestantische Rothenburg ob der Tauber von Katholiken überrollt. Devot und eingeschüchtert, überreichten die Besiegten dem Heerführer der feindlichen Macht im Ratssaal einen Willkommenstrunk in Form eines 3 ¼-Liter-Pokals, gefüllt mit Wein. Da bot der Mann an, die Stadt in Frieden zu lassen, schüfe es jemand, das Ding zu exen. Die Geschichte wird seither als Volksstück gespielt und passt zum Geist eines Open Airs von heute. Das Taubertal ist allerdings von vornherein friedlich. Kein Gemetzel geht dem gepflegten Gelage voraus. Sein einzigartiges Momentum besteht dabei in »dem Blick«. Dem Gefühl, mitten im Moshpit den Kopf zu heben und sich in den bewaldeten, Grimm’schen Hängen des Tals zu verlieren. Eine Romantik, die selbst nüchtern berauscht. (OU) Live: Alligatoah, Anti-Flag, Antilopen Gang, Biffy Clyro, Billy Talent, Blues Pills, BRKN, Bukahara, Casper, Counterfeit, Die Rakede, Django 3000, Emil Bulls, Fiddler’s Green, Heisskalt, In Extremo, Itchy, Jennifer Rostock, Kyle Gass Band, Liedfett, Marathonmann, Rise Against, Rogers, Skinny Lister, The Amazons, The Amity Affliction, Tim Vantol, Von Wegen Lisbeth, Watsky u. v. a. Rothenburg ob der Tauber, Eiswiese

FOTO: ALICE EPP

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11.–12.08.

11.–13.08.

UTOPIA ISLAND

KINKERLITZCHEN

FLOW

Nicht nur genießen die Besucher einen Kurzurlaub, lokale Künstler können ihre Plattform erweitern.

Das ehemalige »Rock an der Mühle« jetzt in neuem Gewand. Die Gemütlichkeit ist geblieben.

Mit seinen Kunstausstellungen und der stilistischen Bandbreite ist das Flow das Festival‑Goldstück des Nordens.

Ursprünglich von einem regionalen Fußballclub gegründet, feiert das Utopia Island dieses Jahr seine fünfjährige Residenz am Aquapark in Moosburg, knapp eine Stunde von München entfernt. Irgendwo zwischen Kirmes, Strandurlaub und Open Air erbaut sich das Festival gemeinsam mit seinen Besuchern eine Wunschwelt, die nicht mit verlockenden Angeboten spart: Nach dem Frühstück am Foodmarkt kann im türkisblauen Badesee geplanscht und am Sandstrand entspannt werden. Das EDM‑trächtige Line‑up, samt einigen poppigen und auch lokalen Acts, lädt auf vier Bühnen im Zeichen der vier Elemente zum Mittanzen ein. Wem das an Inspiration nicht reicht, kann sich das Gelände mal von oben angucken – entweder auf dem Riesenrad oder bei einem Helikopter‑Rundflug. Beide Aktivitäten sind in nüchternem Zustand zu empfehlen. (AS)

Mit neuem Namen und Konzept geht das »schönste Dorffest der Welt« in diesem Jahr an den Start. Der Verein »Klangkultur«, der das Festival organisiert, weitet das sympathische Programm auf zwei Tage aus und wird ab sofort spannende, cineastische Beiträge integrieren. So gerät das neu orientierte Musikfest an der Mühle zum Kulturevent, das auch für Filmfreunde einiges zu bieten hat. Für gerade einmal zwölf Euro ist Anwesenheit an beiden Tagen zu erwerben. Das klingt im Vergleich zu Preisen von Festivals ähnlicher Größe tatsächlich wie Kinkerlitzchen. Der flimmernde Kinoabend findet freitags statt, während die insgesamt acht Bands wie gewohnt den Samstag unter freiem Himmel einnehmen werden. Trotz des begrenzten Kontingentes können Indie‑Liebhaber auch an der Abendkasse noch günstig an Karten kommen. (NiS)

Es braucht eine weite Reise in den Norden, doch es gibt wohl kein europäisches Festival, das Kunst und eingängige Popmusik so gelungen und organisch zusammenbringt wie das Flow in Helsinki. Dabei hilft auf besondere Weise das Gelände des Open Airs, ein ehemaliges Gaskraftwerk. Seine Gebäude wurden erhalten und bilden nun die außergewöhnliche Kulisse für kleine und große Konzertbühnen, Ausstellungsräume und eine breite Vielfalt an gastronomischen Angeboten, oft mit lokalen Bezügen. Stilistisch setzt sich das Flow in seinem Line‑up ebenfalls keine Grenzen: Popstars spielen neben nischigen Neuentdeckungen, Elektro und HipHop gehen genauso wie Indie‑Rock und Hardcore. Aus der Innenstadt sind es nur ein paar Straßenbahnstationen zum Festivalgelände – ein urbaneres Flair findet man bei Großfestivals eigentlich nirgendwo. (CSt)

Live: Adana Twins, ATB, Brennan Heart, Chefket, Claptone, DJ Bl3nd, Dominik Eulberg, Drunken Masters, Gabriel Ananda, Granada, Joel Mull, JP Cooper, K.I.Z, Le Shuuk, Marteria, Martin Garrix, Monkey Safari, Netsky, Pretty Pink, Sam Feldt, Tchami u. v. a.

Live: Bergfilm, Goldroger, Kat Frankie, Milliarden, Woman u. v. a.

Live: Aphex Twin, Fatoumata Diawara & Hindi Zahra, Flume, Frank Ocean, Front 242, Goldfrapp, Joshua Redman, Lana Del Rey, Lena Willikens, Milo & Moses, Moderat, Roy Ayers, Sparks, The Afghan Whigs, The xx, Young Thug u. v. a.

Moosburg, Festivalgelände

Metelen, Mühlentor

FIN-Helsinki, Suvilahden Vanha …

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FOTOS: FREDERIKE WETZELS, KIMMO METSÄRANTA / FLOW FESTIVAL

10.–12.08.


Mehr Informationen und Tickets unter fourartists.com

30.11. HAMBURG • 01.12. BREMEN 02.12. KÖLN • 04.12. MÜNSTER 05.12. MÜNCHEN • 06.12. STUTTGART 08.12. WIEN • 09.12. ZÜRICH 12.12. NÜRNBERG •13.12. DRESDEN 15.12. HANNOVER • 16.12. SCHWERIN AUS VER KAU FT! 19.12. ROSTOCK • 20.12. ROSTOCK

TOUR 2017/18

26.11. KÖLN | PALLADIUM 28.11. NEU ISENBURG | HUGENOTTENHALLE 29.11. SAARBRÜCKEN | GARAGE 02.12. BERN | BIERHÜBELI 05.12. WIEN | ARENA 06.12. LINZ | POSTHOF 08.12.2017 INNSBRUCK | HAFEN 10.12. NÜRNBERG | LÖWENSAAL 14.12. DRESDEN | BALLSPORT ARENA 15.12. ERFURT | THÜRINGENHALLE 16.12. LEIPZIG | HAUS AUENSEE 24.02.2018 BERLIN | MAX SCHMELING HALLE

AUSV ERKAUFT! 24.09. BIELEFELD - RINGLOKSCHUPPEN 25.09. BIELEFELD - RINGLOKSCHUPPEN 27.09. FRANKFURT - JAHRHUNDERTHALLE 28.09. STUTTGART - BEETHOVENSAAL 30.09. WÜRZBURG - POSTHALLE 01.10. HANNOVER - SWISS LIFE HALL 02.10. MÜNCHEN - ZENITH 04.10. BERLIN - TEMPODROM AUSV ERKAUFT! 05.10. BERLIN - TEMPODROM ERKAUFT! AUSVAUENSEE 06.10. LEIPZIG - HAUS AUSV ERKAUFT! 09.10. KÖLN - PALLADIUM 10.10. KÖLN - PALLADIUM 12.10. SAARBRÜCKEN - E-WERK 13.10. BREMEN - PIER 2 14.10. HAMBURG - SPORTHALLE

31.10. LUDWIGSHAFEN ENJOY JAZZ FESTIVAL@DAS HAUS

06.11. KÖLN BÜRGERHAUS STOLLWERCK

07.11. HAMBURG MOJO CLUB

12.11. BERLIN ASTRA


AUGUST

HIGHLIGHTS

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16.–20.08.

FUCHSBAU

C/O POP

Auf der Website rotiert als Erstes eine 3-D-Banane. Selbstadelung oder Holzweg?

Konzert im Plattenladen, dann Cornern vorm Büdchen und ab in die Philharmonie.

In jedem Falle zeigt das Fuchsbau mehr programmatische Kunstnähe als die meisten anderen Festivals. Nicht nur im ästhetischen, sondern vor allem auch intellektuellen Sinne: Kunst, die nach der (erzwungenen) Trennung vom Spirituellen und der (berechtigten) Krise von Religion, die Verbindung des Teils mit dem Ganzen wieder herstellen kann und sollte. Und siehe da: Fuchsbau goes Cyberfetischismus, so das paradox anmutende Leitmotiv (»splitter, faser ...«). Man widmet sich also »zeitgenössischen Fragen, Formaten, künstlerischen Arbeiten, Musik und Abenteuern«. Neben Performances, Workshops und Talks ist selbstverständlich auch hochprozentig Musikalisches aus Elektro und Progressive Pop am Start. Ein gemeinnütziges Kollektiv aus Kunstschaffenden, Kulturund Sozialforschenden steht hinter dem Konzept. Also, Vollverkabelte aller Länder, auf inʼs Kaninchenloch …, ähh, den Fuchsbau! (WP)

Secondhand-Plattenläden, Cafés, Kneipen, die ansonsten vor allem der klassischen Musik vorbehaltene Philharmonie: Eine Woche lang zieht sich die c/o pop durch alle Räume und Zeiten des trubelnden Kölns. Bühnen sind dabei fast schon überflüssig. Sobald irgendwo Platz für Künstler und Instrument ist, gibt’s Musik. Das kommt der kölschen Seele entgegen, die sich bei wohlfeilen Temperaturen sofort gesellig zeigt und den Aufenthalt im Freien bevorzugt. Und bei der Gelegenheit stellt sich Köln eben auch gerne selber mit seiner starken und vielfältigen Szene lokaler Musikartisten vor – deren Karrieren nicht selten auf diesem Festival beginnen. So hört man hier nicht nur Musik von gefeierten, internationalen Acts, sondern auch viele Gratiskonzerte von jungen, deutschen Künstlern und Bands. Und ist zwischen den Konzerten etwas Zeit, geht’s zum nächstgelegenen Büdchen – Kölsch und Cornern. (HS)

17.–19.08.

OBSTWIESEN­ FESTIVAL Eines der größten U&D feiert Jubiläum – mit alten Weggefährten, Newcomern und liebgewonnenen Traditionen. Auf einer weiten Wiese zwischen Feldweg und dichtem Wald findet das Obstwiesenfestival in der Nähe von Ulm dieses Jahr zum 25. Mal statt: ein guter Anlass um neben vielversprechenden Newcomern auch Bands und Künstler einzuladen, die jenen Feldweg schon zuvor entlang gestapft sind. Das Umsonst & Draußen am Südrand der Schwäbischen Alb zählt mittlerweile zu den größten Deutschlands. Gegen eine kleine Camping‑ bzw. Parkgebühr gibt es hier zwei Tage lang Konzerte, eingeleitet durch einen Filmabend, der traditionell am Donnerstag bei Einbruch der Dunkelheit stattfindet. Und wird einem die Landluft irgendwann zu fad, dann kann man in Ulm den höchsten Kirchturm der Welt erklimmen, oder sich das – laut Guinness Buch der Rekorde – schiefste Hotel der Welt anschauen. (HS)

Live: Line-up zum Redaktionsschluss noch nicht bekannt

Live: Acid Arab, Cologne Tape, Der Ringer, DJ Seinfeld, Her, Jadu Heart, Jordan Rakei, Josin, Mall Grab, Martin Kohlstedt, Matias Aguayo, Moderat, Motor City Drum Ensemble, Oum Shatt, Roman Flügel, Tristan Brusch, Voodoo Jürgens u. v. a.

Live: Av Av Av, Bambooze Bros., Der Ringer, Die Autos, Golden Dawn Arkestra, Granada, Gurr, Johnossi, Meute, Pub Cerenkov, San Antonio Kid, Sekuoia, Siegfried & Joy, Steaming Satellites, Talisco, Teksti-TV 666, The Crispies, White Wine u. v. a.

Springe

Köln, verschiedene Locations

Dornstadt, Lerchenberg

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FOTOS: ISABEL MACHADO RIOS, ANA LU KENDA, DIANA MÜ HLBERG ER

11.–13.08.


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18.–20.08.

HIGHFIELD Am Störmthaler See geht es mit der A‑Klasse aus Indie und HipHop auch in diesem Jahr wieder hoch hinaus.

FOTO: MALTE SCHMIDT

Mittlerweile ist das Highfield zur Institution der Indie‑Festivals in Deutschland geworden. Den größeren Geschwistern läuft es mit jedem Jahr und Line‑up zunehmend den Rang ab und setzt auch in puncto Komfort neue Maßstäbe. Neben dem Searassic Park stehen wieder diverse Highviech‑Varianten auf dem Campingplatz zur Verfügung, die für erstklassige Unterbringung sorgen. Wasserratten können am Strand des Sees planschen, Beach‑Volleyball spielen oder auf Banana‑Boats die Schallmauer durchbrechen, bevor es wieder für einen exquisiten Streetfood‑Schmaus zwischen Hackbaron und Vincent Vegan Richtung Bühne geht. Luxusbedürftige finden am Südufer des Sees zudem das Ferienresort Lagovida, in dem man sich auch als Festivalbesucher einquartieren kann. (NiS) Live: 257ers, Alligatoah, Antilopen Gang, Beginner, Biffy Clyro, Billy Talent, Bonez MC & RAF Camora, Bosse, Casper, Clueso, Die Toten Hosen, Donots, Fatoni, Feine Sahne Fischfilet, Frittenbude, Heisskalt, Irie Révoltés, Kraftklub, Less Than Jake, Love A, Mad Caddies, Milky Chance, Milliarden, Montreal, OK KID, Placebo, Rogers, SDP, Silbermond, SSIO, The Offspring, Thees Uhlmann, Turbostaat, Von Brücken, Von Wegen Lisbeth, Zebrahead u. v. a. Großpösna, Störmthaler See

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HIGHLIGHTS

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18.–20.08.

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GREEN JUICE

MS DOCKVILLE

SPRINGINSFELD

Erschwinglicher Festivalurlaub im Herzen von Bonn? Nichts ist unmöglich.

Bunt, bunter, MS Dockvi in diesem Jahr verspricht das Festival eine Oase des Glücks zu werden.

Ein Springinsfeld ist ein unbekümmerter Mensch. Das neue EDM‑Festival lädt zum Seele‑baumeln ein.

Kaum zu glauben, dass das Green Juice Festival tatsächlich mal als ein ganz netter, unspektakulärer Nachmittag mit beschaulicher Live‑Musik, Grillwurst und viel Nachbarschaftshilfe im kleinen Kreis begonnen hat. Zehn Jahre später ist der faire Ticketpreis nämlich das Einzige, was wirklich klein geblieben ist. Aus den anfänglichen 200 Besuchern sind inzwischen mehrere tausend Gäste geworden, die sich für das abwechslungsreiche Line‑up und das entspannte Park‑Flair im beschaulichen Bonn Vilich einfinden. Zum runden Jubiläum gibt es in diesem Jahr nicht nur ein bemerkenswertes Programm, sondern auch einen vollen Festivaltag dazu. So geht das Green Juice 2017 erstmals fast über das komplette Wochenende. Die zusätzliche Übernachtung ist dank der Zusammenarbeit mit örtlichen Hotels nicht viel mehr als Formsache. (PF)

Keine Ermüdungserscheinungen beim MS Dockville – das Festival legt in der elften Runde wieder ordentlich einen drauf. Neben gewohnt viel, viel Kunst wird es erneut ein reichhaltiges Line-up zwischen Elektro, Techno, Indie und Cloud Rap geben. Die Besucher erwartet ein abwechslungsreiches Programm mit Headlinern wie Flume, Moderat und Sohn. Mit dem diesjährigen Oberthema »Oases« verspricht die Parallelveranstaltung, das MS Artville, eine künstlerisch-räumliche Gestaltung des Festivalgeländes – und das auf eine gleichzeitig gesellschaftskritische und romantische Weise. Diese Verbindung verspricht Spannung, denndie Vereinigung von Musik und Kunst findet hier auf einzigartige Weise statt und bietet die Möglichkeit, in dem einzigartigen Mikrokosmos des liebevoll gestalteten Festivals direkt an der Elbe ganz abzutauchen. (HvD

Vertreter der Früher‑war‑alles‑besser‑Theorie dürfen sich vermeintlich freuen: In Köln feiert ein EDM‑Festival Premiere, das genau auf dieser, zugegeben schnarrchigen, Ansicht zu beruhen scheint. Doch keine Angst, im Gegenteil: Das Springinsfeld möchte zurück in die Zeit, wo jeder Moment einem Abenteuer, jede Entdeckung im Erdboden einem Sensationsfund glich, sprich zurück in die unbekümmerte Kindheit, ohne gekünstelte virtuelle Welt und Verantwortungen. Dazu haben die Veranstalter – niemand geringeres als die Manager des Kölner Kult-Clubs Bootshaus – den Fühlinger See als Oase der Natur und Ruhe gepickt, hippiehaft und doch modern. Auf drei Genre‑Bühnen, bespielt von nationalen und internationalen DJ‑Stars, wird aufgedrehter EDM geboten, der mit dieser Entspanntheit harmoniert und sich ihr zugleich entgegenstellt. (AS)

Live: Adam Angst, Alex Mofa Gang, Betamensch, Blackout Problems, Captain Planet, Emma6, Itchy, Lygo, Madsen, Millennia, Royal Republic, Smile And Burn, The Prosecution u. v. a.

Live: Alex Vargas, AnnenMayKantereit, Audio88 & Yassin, Bobby Analog, Crack Ignaz, Flume, Glass Animals, King Krule, L’aupaire, LaBrassBanda, Mighty Oaks, Moderat, Mount Kimbie, SOHN, SSIO, Von Wegen Lisbeth, What So Not, Yung Hurn u. v. a.

Live: Alle Farben, Andhim, Bankewitz, Borgore, Cesqeaux, Dolf, Don Diablo, Flobu, Fritz Kalkbrenner, Ghastly, Martin Jensen, Martin Solveig, Mike Perry, Moksi, Oliver Heldens, Oliver Schories, Sekula, Sir OJ, Solomun, Stoltenhoff, Tchami, Yellow Claw u. v. a.

Bonn, Park Neu-Vilich

Hamburg, Reiherstieg-Hauptdeich

Köln, Fühlinger See

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FOTOS: RAINER KEUENH OF, F REDERIKE WETZELS

18.–19.08.


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16.–19.08.

CHIEMSEE SUMMER Ein Festivalerlebnis voller Sommer, Sonne, Party und Musik. Inklusive Badestrand. Die Berge oder ein See als Szenarien für ein Festival sind schon etwas Besonderes. Das Chiemsee Summer in Übersee bietet gleich beides. Das ist naturgemäß nicht alles, was die Besucher erwartet: zu dem fünftägigen Spektakel gehört ein erlesenes, internationales Line‑up, das sich zwischen Reggae, HipHop, Elektro und Alternative Rock bewegt. Musikalische Abwechslung ist somit das Steckenpferd des auf 25.000 Besucher ausgelegten Events. Der Open Decks Bandcontest fördert zudem seit einem Jahrzehnt erfolgreich junge, talentierte Bands. Der Gewinner darf auf dem Festival auftreten. Neben der Möglichkeit klassisch zu campen, kann auch dieses Jahr wieder in einer der Almhütten mit Blick auf das Festivalgelände abgestiegen werden. Und Shuttle‑Busse fahren für schlappe 2 Euro zum längsten Naturbadestrand Süddeutschlands. (HvD)

Übersee, Festivalgelände

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FOTO: KAI MARKS

Live: 257ers, Ace Tee & Kwam.e, Antilopen Gang, Beginner, Biffy Clyro, Billy Talent, Casper, Clueso, Deaf Havana, Django 3000, Drunken Masters, Feine Sahne Fischfilet, Fiva x JRBB, Frittenbude, Heisskalt, Irie Révoltés, Jennifer Rostock, Kontra K, Less Than Jake, Mad Caddies, Neonschwarz, Ohrbooten, OK KID, Radio Havanna, Royal Republic, Schmutzki, Scooter, SDP, SSIO, The Lytics, The Offspring, Tonbandgerät, Turbostaat, Wanda, Zebrahead u. v. a.


AUGUST

NEW HORIZONS Beim neuen Festival am Nürburgring entfalten sich einzelne EDM‑Musikstile zu kompletten, phantasievollen Landschaften. Nicht nur der Rock ist in diesem Jahr zurück am Ring. Ausgerechnet ein EDM‑Festival macht sich neben dem Platzhirsch am Nürburgring breit und verwandelt – in typischer EDM‑Festival‑Manier – die Rennstrecke in ein eigenständiges Reich: das »Kingdom of New Horizons«. Mit sieben verschiedenen Areas – geprägt durch unterschiedliche elektronische Richtungen – baut sich das Festival seine eigene futuristische Landschaft zusammen. Das unaufhörliche Zahnräder‑Rattern von Maschinen bildet beispielsweise die Geräuschkulisse der Steampunk‑Area »Capital Park«, die sich so von anderen Bereichen, wie dem hypnotischen, neon-bunt gestalteten »Goa Garden« oder der festlich leuchtenden Manege des »Urban Circus« abgrenzt. Eine spannende Kulisse für mehr als 150 DJs. (HS) Live: Afrojack, Alan Walker, Alesso, Armin van Buuren, ATB, Axwell & Ingrosso, Chris Liebing, Claptone, Coone, Cosmic Gate, Dimitri Vegas & Like Mike, Don Diablo, Dubfire, DVBBS, Felix Jaehn, Gestört aber GeiL, Jauz, Joris Voorn, Lost Frequencies, Marshmello, Martin Solveig, Monika Kruse, Nghtmre, Nicole Moudaber, Oliver Schories, Pan-Pot, Paul Oakenfold, Robin Schulz, Sander van Doorn, Showtek, Sunnery James & Ryan Marciano, Tiësto, W&W u. v. a. Nürburg, Nürburgring

FOTO: BARTOSZ LUDWINSKY

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25.–26.08.

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26.08.

ACOUSTIC SUMMER

ROCK IM POTT

Nomen est omen. Das Festival der leiseren Töne.

Mit einer hochkarätigen Besetzung wagt das Rock im Pott sein sehnlich erwartetes Comeback.

Natürlich sieht und hört man hier auch schon mal einen E-Bass, doch die Gitarren sind allesamt akustischer Natur. Hier wird Musik zwischen Folk, NuFolk, Pop, Rock, Country und Singer/ Songwriter handgemacht. Auf dem Gelände des Düsseldorfer Weltkunstzimmer, einem interdisziplinären Kunstzentrum in den zweigeschossigen Ausstellungsflächen der ehemaligen Backfabrik, findet der akustische Sommer statt. Zunächst Open Air unter einem Glasdach und später, ab 22 Uhr, aus Lärmschutzgründen, im Innenbereich. Die schöne Stimmung beim beschaulichen Event ist jederzeit von Neugier und Interesse geprägt. Zelten geht natürlich nicht, parken in der Umgebung schon. Doch am besten kommt man mit der U75 und bringt außer sich selbst nichts weiter mit, denn Speisen und Getränke gibtʼs zu korrekten Preisen vor Ort und die finanzieren das Ganze natürlich mit. (WG)

AAEES

Das Rock im Pott hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich: Bei seinem Debüt 2012 wurde das in der Arena auf Schalke beheimatete Open Air noch als neues Festival‑Glanzlicht Westdeutschlands gehandelt, zwölf Monate später galt es plötzlich als Ladenhüter, bevor es in den darauffolgenden Jahren gar nicht mehr stattfand. Nun gibt es recht unvermittelt ein Comeback mit Star‑Besetzung, schließlich sind die Rahmenbedingungen für ein Open Air im Herzen des Ruhrgebiets nach wie vor zu verlockend. Mit Headlinern wie Die Toten Hosen, Kraftklub oder K.I.Z sollte es schon mit dem Teufel zugehen, wenn das Eintagesfestival nicht endgültig zu einem Erfolg wird: Die Anfahrtswege sind komfortabel wie sonst selten, und mit ausreichend Routine der Veranstalter dürften auch die letzten Kinderkrankheiten abgestellt worden sein. (CSt)

25.–26.08.

SPACK! Im Westerwald gibt es nicht nur viele Bäume, sondern dank des Spack Festivals auch gute Musik. Eigentlich fährt man doch nur in den Westerwald, um mit Mutti sonntags wandern zu gehen und Spießbraten zu futtern, oder? Nicht ganz! Auch dieses Jahr öffnet das beliebte Spack! Festival wieder seine Pforten und holt das Beste, was deutscher HipHop, Indie‑Pop und Elektro zu bieten haben, auf die Bühne. Zusammen mit rund 8000 Fans wird dann im sonst so beschaulichen Wirges bei Montabaur getanzt und Flunkyball gespielt, was das Zeug hält. Die Festivalgemeinde kennt sich mittlerweile über Jahre, Anwärmzeiten braucht es hier nicht. Über das Wetter kann man sich meist auch nicht beklagen. Wem es allerdings zu heiß wird, nimmt einfach den nächsten Shuttlebus und fährt zum Duschen ins Schwimmbad oder lässt sich vom Campnachbarn mit der Super Soaker abspritzen. All den naturnahen Festivalästheten sei außerdem gesagt, dass sich die Baumkulisse vom Spack! wirklich sehen lassen kann. (MS)

Live: Anna Katt, Honig, Ilka Lancelle, Jagular, Ove, Raoky, The Lion & The Wolf, Torpus & The Art Directors, Walking On Rivers, Wallis Bird u. v. a.

Live: Die Toten Hosen, K.I.Z, Kraftklub u. v. a.

Live: 257ers, B-Tight, Babor, Bausa, Damion Davis, Dardan, Estikay, Frittenbude, Grossstadtgeflüster, Maeckes & Die Katastrophen, Meezy, Mortel, MoTrip, Rene Tholey, Sero, Sido, Bosca, Vona, Weekend, Wild & Kins u. v. a.

Düsseldorf, Weltkunstzimmer

Gelsenkirchen, Veltins-Arena

Wirges

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FOTO: CHRISTOPH VOY

19.08.


AUGUST

25.–27.08.

ALÍNÆ LUMR

FOTO: JANA WERNICKE, GEORG HUNDT, JANO DJASSI

Kleiner Festival-Urlaub zwischen den Wäldern und Seen Brandenburgs. Hinter dem Alínæ lumr steht keine große Booking‑Firma, sondern die gesamte Kleinstadt Storkow – die Veranstalter sind dort geboren und Oma Helga liest traditionell unter respektvollem Applaus die auftretenden Bands vor. In der ganzen 10.000‑Einwohner‑Gemeinde, inmitten eines herrlichen Seengebiets gelegen, spielen Indie‑Acts in Locations wie etwa der Burg, aber auch in Hinterhöfen und Gärten, die man nicht immer auf den ersten Blick entdeckt. Dazu will man mit einem bunten Kulturprogramm einen offenen Austausch zwischen Besuchern und Bewohnern erzielen. Mit einem Abenteuer‑Mitmachpark, der 69 m hohen Binnendüne Waltersberg, erfrischenden Badeausflügen sowie dem angrenzenden Naturpark samt seltenen Tierarten bieten sich weitere, vielfältige Ausflugsmöglichkeiten an. Noch ein Vorteil: Zelten samt Hygieneanlagen ist kostenlos. (AS)

25.–26.08.

JAMEL ROCKT DEN FÖRSTER In dem kleinen Ort bei Wismar wird jedes Jahr unbeirrt gegen Rechts gerockt, trotz Schikane von außen. Die Organisatoren dieses kleinen Festivals müssen einiges über sich ergehen lassen, denn der Ort Jamel zeichnet sich durch beinahe flächendeckenden Rechtsextremismus aus. 2015 wurde ein Brandanschlag auf eine Scheune der Veranstalter verübt. Doch die geben nicht auf und haben gerade den Luther‑Preis für ihre Arbeit gegen Radikalismus bekommen. In Jamel wird jedes Jahr in ländlicher Atmosphäre und gemütlich kleinem Rahmen gegen Rechts gefeiert, gesungen und geschrammelt. Um die Bedeutung des politischen Programms zu wahren, wird das Line‑up vorerst nicht bekannt gegeben – das Festival gilt somit als unkommerzielles Statement für eine offene demokratische Gesellschaft. Hier traten Acts wie Die Ärzte, Feine Sahne Fischfilet und Die Toten Hosen auf. (EH)

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23.–25.08.

POP KULTUR Happening: welch’ wohlklingendes Wort. Das Ganze dazu noch in Berlin. Zum dritten Mal verschafft sich die Pop-Kultur in Berlin angemessene Aufmerksamkeit. Diesmal auf dem 25.000 m² großen Bauensemble der KulturBrauerei, eines der wenigen gut erhaltenen Industrie-Architekturdenkmäler aus dem Berlin Ende des 19. Jahrhunderts. Das Programm des Berliner Events ist einzigartig: Talks, Workshops, Konzerte, DJ-Sets und Dinge, die »so interdisziplinär sind, dass sie kaum kategorisiert werden können.« Literatur und Pop, Ost Underground, Label-Geburtstage, Zeitgeist, Künstler und Künstlerinnen aus dem Nahen Osten, Kollaborationen, Auftragsarbeiten unterschiedlichster Kunstschaffender, hierarchiefreier Austausch, mehr als 70 Konzerte sind nur einige der Stichworte, die als Platzhalter für den Geist und die Inhalte des Berliner Happenings stehen. Live-Musik, Diskurs und Vernetzung: Hier ist der Ort, das alles zu leben und erleben. (WG)

Live: Arms & Sleepers, Children, Coals, Deerhoof, F.S. Blumm, Halo Maud, Klez.e, Lowly, Martin Kohlstedt, Oum Shatt, Quentin Sirjacq, Sea Moya, Ten Fé, The Notwist, White Wine u. v. a.

Live: Das Line-up wird erst vor Ort bekannt gegeben.

Live: All diese Gewalt, Andreas Dorau, Anna Meredith, Arab Strap, Erobique, Evvol, Friends Of Gas, Grandbrothers, La Femme, Lady Leshurr, Romano, Sophia Kennedy, Steven Warwick, Tasseomancy, Young Fathers u. v. a.

Storkow, Burg Storkow

Jamel, Forststraße

Berlin, Kulturbrauerei

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AUGUST

HIGHLIGHTS

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26.–27.08.

RELOAD

PURE& CRAFTED

Harte Bands und familiäres Feeling. Wer eine Pause von den großen Festivals braucht, ist beim Reload genau richtig.

Motorrad‑ und Popkultur gehen nicht zusammen? Das Pure & Crafted beweist seit zwei Jahren das Gegenteil.

Auch dieses Jahr suchen rund 10.000 Metal‑, Punk‑ und Hardcorefans das Reload im idyllischen Sulingen auf, um gemeinsam zu moshen, zu shouten, oder sich mit Freudentränen in den Armen zu liegen. Dort angekommen muss man Bierkästen und Pavillon zum Glück nicht erst kilometerweit schleppen! Gecampt wird nämlich neben dem Auto und alle anderen Wege sind kurz. Bei gutem Wetter kann man sogar gegen einen geringen Betrag im örtlichen Freibad vorbeischauen – quasi ein Erholungstauchbad für hartgesottene Festivalgänger! Danach geht es fix um das Maisfeld herum zum Gelände. Da es nur eine Bühne gibt, läuft man auch nicht Gefahr, einen seiner Lieblingsacts zu verpassen. Vorausgesetzt, man vergisst beim Mexikaner‑Trinken mit den Zeltnachbarn nicht die Zeit. (MS)

Für musikbegeisterte Biker ist das Pure&Crafted ein Eldorado, für alle anderen Rockfans zumindest ein guter Ort, um schlicht zu feiern und Vorurteile abzubauen: Die Zweiradszene ist weitaus vielfältiger, als Klischees von Schmerbäuchen in Krachleder auszusagen vermögen. Das zeigt nicht nur das »New Heritage«Areal des zweitägigen Festivals, sondern auch das erstaunlich breitgefächerte Line‑up: Altbackenen Hardrock sucht man hier vergebens, stattdessen regieren fein zusammengestellte Indie‑ und Rock‑Acts. Mit dem alten Kraftwerk Rummelsburg in Berlin hat das Festival die perfekte Location gefunden, um außer über Reiseanekdoten aus Wüsten und Gebirgen und technischer Fachsimpelei auch über den klaren Sound des Postpunk‑Geheimtipps aus den Staaten zu reden. (HH)

Live: Amon Amarth, Anti-Flag, Antillectual, Any Given Day, As We Arise, August Burns Red, Betontod, Bullet For My Valentine, Bury Tomorrow, Caliban, Heaven Shall Burn, Hundredth, Jasta, Knorkator, Life Of Agony, Massendefekt, Max Raptor, Mr. Irish Bastard, Prong, Rogers, Skindred, Terror, The Charm The Fury, Trivium, tuXedoo, While She Sleeps, Whitechapel u. v. a.

Live: Abay, Car Seat Headrest, Giant Rooks, Gurr, Interpol, Kytes, Pictures, Razz, The Dead Lovers, The Rob Ryan Roadshow u. v. a.

Sulingen, Im langen Lande

Berlin, Altes Kraftwerk Rummelsburg

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FOTOS: JESSIKA WOLLSTEIN, STEPHAN FLAD

25.–26.08.


P R O M OT I O N

Die längsten Partys des Jahres mit Absolut Vom Midsommar Weekender in Schweden bis nach Berlin zum Lollapalooza Die Nacht zum Tag werden lassen, mit Freunden, Familie und Nachbarn zusammen die Blumenwiese zum Tanzbereich machen, gemeinsam schlemmen und trinken – das ist Midsommar. Absolut greift diese einzigartige Tradition auf und gestaltet mit dem Midsommar Weekender ein Festival, das die unvergleichliche Atmosphäre des Midsommarfestes mit Festivalfeeling verbindet: Mit Konzerten von schwedischen, aber auch internationalen Acts wie dem Elektro-Künstler Floating Points und der Alternative-Pop-Band Flyte und den passenden Drinks, wird die kürzeste Nacht des Jahres eine Absolut Night.

Wichtiger Bestandteil beim Midsommar sind außerdem seit jeher selbstgeflochtene Blumenkränze in allen Formen und Farben – auch bei Festivaloutfits in Deutschland mittlerweile nicht mehr wegzudenken! Neben einem Kranz im Haar und einer Sonnenbrille auf der Nase gehört auch ein Drink zur Erfrischung in die Hand. Beim Lollapalooza Berlin ist Absolut deshalb auch dieses Jahr wieder dabei, um mit besonderen Drinks das einzigartige Lolla-Feeling zu feiern. Mit kreativen Menschen aus der ganzen Welt, verrückten Ideen und den eigens für das Lollapalooza kreierten Festivaldrinks werden die Nächte zu Tagen.


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FOTO: FREDERIKE WETZELS

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09.–10.09.

LOLLAPALOOZA BERLIN Hier gehören Streetart, Umweltschutz und Zauberei genauso selbstverständlich zum Festival wie Konzerte. Das dritte Mal findet das Lollapalooza Berlin dieses Jahr statt: Nach Flughafen Tempelhof und Treptower Park findet es nun auf der Rennbahn Hoppegarten statt. Für zwei Tage verwandelt sich die Galopprennbahn in eine schillernde Open‑Air‑Manege mit schillernder Urban Art, magischen Straßenkünstlern und – selbstverständlich – Konzerten. Für die jüngsten Festivalbesucher gibt es mit dem Kidzapalooza einen eigenen Abenteuerspielplatz mit Zauberern, Livemusik und riesigen Seifenblasen. Und der Grüne Kiez räumt erneut Platz für Themen wie Umweltschutz und Nachhaltigkeit ein. Wem das irgendwann zu bunt wird, ist mit der S5 innerhalb von 30 Minuten im Zentrum von Berlin. Verpasst aber hoffentlich nicht den in Deutschland exklusiven Festivalauftritt der Foo Fighters. (HS) Live: Aminé, Anne-Marie, AnnenMayKantereit, Bear’s Den, Beatsteaks, Bomba Estéreo, Cro, Django Django, Drunken Masters, Fighters, Galantis, George Ezra, Hardwell, Kungs, London Grammar, Marshmello, Marteria, Martin Jensen, Metronomy, Meute, Michael Kiwanuka, Mike Perry, Mumford & Sons, Nghtmre, Oliver Heldens, Phantogram, Rudimental, The Head And The Heart, The Vaccines, The xx, Two Door Cinema Club, Wanda, Westbam u. v. a. Hoppegarten, Rennbahn

FOTO: JOHANNES RI GGELSEN

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SEPTEMBER

HIGHLIGHTS

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02.–03.09.

02.09.

MUSIKSCHUTZGEBIET

ANGST MACHT KEINEN LÄRM

Nach kurzer Auszeit bewahrt das Scheunenfestival die hessische Musikszene weiterhin vorm Aussterben.

Der Name stammt von Jens Rachuts alter Band Angeschissen. Hier sprüht alles vor Punkrock‑Charme.

Das Festival mit der schönsten Abkürzung der Welt – »MamF« – findet auch noch in einem der schönsten Städtchen Norddeutschlands statt.

Südlich von Kassel hatte ein Student vor 13 Jahren die Idee, ein Festival auf dem Bauernhof seiner Eltern zu veranstalten und somit die hessische Kultur zu bereichern. Die Familie willigte glücklicherweise ein und so entstand das überwiegend von Freiwilligen aufgestellte Musikschutzgebiet, welches in seiner Geschichte etliche Künstler kurz vor ihrem Durchbruch im intimen Rahmen präsentieren konnte. Zudem wurde ein unterstützender gemeinnütziger Verein gegründet, der sich um die Förderung von regionaler Kunst und Musik bemüht. Nach einjähriger Pause öffnet das Gut wieder seine Tore und lockt erneut mit musikalischer Bandbreite, Kunstausstellungen, nationalen und lokalen Acts sowie einem nahegelegenem Naturschutzgebiet in die hessische Tundra. (AS)

Dresden kann gute Publicity gebrauchen. Ist doch bedauerlich, wenn man ständig mit diesen Pegidas in Verbindung gebracht wird. Die Stadt hat so viel Schönes: Die Frauenkirche, die Semperoper … und in diesem Herbst auch ein tolles, kleines Festival. Die Herren Pascow und Turbostaat laden zu ihrem alljährlichen Punkrock‑Klassentreffen ein. Das Konzept ist recht einfach: Die Gastgeber spielen, außerdem kommen andere, zu ihnen passende Bands vorbei. Das Festival ist ein Nomade, im vergangenen Jahr war’s in Potsdam, davor in Leipzig. Viel Tamtam gibt es nicht, aber wer deutschsprachigen Punkrock mag, ist hier eh im Paradies. Und nebenbei eben Dresden angucken und vielleicht noch mit ein paar Pegida‑Leuten freundlich über den Irr‑Sinn in ihrem Kopf diskutieren. (JB)

Es muss ja nicht immer ein ganzes Wochenende sein, manchmal reicht auch ein einziger Tag, um den Festivalakku wieder aufzuladen. Dazu eignet sich das MamF im norddeutschen Stade ganz vorzüglich. Der beherbergende Bürgerpark glänzt nicht nur durch seine schönen alten Bäume und der picknickgeeigneten Wiese, sondern auch durch die Nähe zum Bahnhof und zum Wasser. Wer tatsächlich mal eine Pause vom Line‑up braucht, kann außerdem in die nahe gelegene Innenstadt bummeln, denn die ist mit ihren alten Fachwerkhäusern wirklich wunderschön. Das Stichwort beim MamF ist ganz klar Gelassenheit. Mit seiner überschaubaren Größe, der hübschen Umgebung und dem kleinen, feinen Line‑up werden hier auch Festivalanfänger glücklich. (JB)

MÜSSEN ALLE MIT.

Live: Audio88 & Yassin, Birth Of Joy, Blackberries, Captain Planet, Chima Ede, Der Ringer, Leoniden, Mädness & Döll, Meadows, Schnipo Schranke, Sea Moya, Tremaire u. v. a.

Live: Pascow, Turbostaat u. v. a.

Live: Die Sterne, Lake, Locas In Love, Madsen, Pollyester, Schnipo Schranke, Sookee, Tex u. v. a.

Homberg (Efze), Grünhof

Dresden, Tante Ju

Stade, Bürgerpark

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FOTOS: ANDREAS H ORNOF F, TH OMAS ERTMER

01.–03.09.


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SEPTEMBER

HIGHLIGHTS

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16.–17.09.

29.09.–01.10.

SWR3 NEW POP

GOLDEN LEAVES

WAY BACK WHEN

Das Newcomer‑Festival präsentiert nationale und internationale Künstler bei festlicher Kurstadtkulisse.

Darmstadt ist Wissenschaftsstadt, das Golden Leaves eine Wissenschaft für sich.

Zwischen Kioskbier und Musik für’s Indie-Herz erblüht in Dortmund die Ruhrpottliebe.

Das Festival des Radiosenders SWR3 hat schon so manchen Künstlern einen gehörigen, vielleicht sogar unerwarteten Karriereschub verschafft. Das spricht für das Händchen der Veranstalter. Im schönen Baden‑Baden findet es dieses Jahr zum 23. Mal statt: Das Ambiente ist festlich bis ausgelassen, im Kurhaus etwa kommt der Pop unterm Kronleuchter besonders gut zur Geltung. Tagsüber gibt es Interviews und kleine Unplugged‑Konzerte auf der Bühne vor dem Kurhaus – die Distanz zwischen den Newcomern und den Fans wird verschwindend gering, die Künstler sind zum Anfassen nah. Nachts wird dann auf diversen Partys bei familiärer Atmosphäre weiter gefeiert. Publikum und Altersklassen sind bunt gemischt, die meisten Besucher kommen aus dem Umland. Man braucht nicht unbedingt eine Karte für jedes Konzert, da manche per Leinwand übertragen werden. (EH)

Am Arheilger Mühlchen, einem wunderschönen Badesee in Darmstadt, finden im Sommer Vollmondyoga, Kräuterveranstaltungen oder Mühlchen‑Taufe statt. Im letzten Jahr gastierte dort das Golden Leaves. Doch das heimelige Festival wird wieder weiterziehen. Wohin, wird traditionell erst 10 Tage vor Beginn verraten. Das Wo? spielt nicht so eine Rolle wie das Wie?: Eine besondere Mischung aus intimer Bedroom-Disco-Atmosphäre und friedlicher Festivalromantik. Die Macher sind alle ehrenamtlich. Es gibt nur eine begrenzte Anzahl an Tickets zu kaufen. Man kann sich auch in einer Anmeldephase für die Gästeliste eintragen, um im Losverfahren ausgewählt zu werden. Die Bands werden durch Spenden der Besucher entlohnt. Wer nebenbei noch neugierig ist aufʼs Mühlchen: Eine Woche vor dem Leaves findet da das beliebte Abschwimmen statt. (WG)

Für bestes Festivalfeeling muss man nicht unbedingt ein Zelt besitzen oder Matsch an den Schuhen haben. Hier geht es auch ohne. Dieses familiäre Indoor‑Musikfest bringt ortsansässige sowie angereiste Indie‑Fans und Pop‑Liebhaber zusammen. Alle Venues sind in der Innenstadt und fußläufig vom Hauptbahnhof zu erreichen. Wer eine Pause braucht, kann sich den Abend unterm Sternenhimmel mit bestem Regionalbier oder Imbissbuden‑Kreationen vertreiben. So manch einer soll bei dieser intimen und gleichzeitig urbanen Atmosphäre schon die bis dato unbekannte Liebe zum Ruhrgebiet entdeckt haben. Alle Spielorte haben ihre einzigartigen Vorzüge, besonders die Pauluskirche bietet ruhigeren Acts eine perfekte Bühne. Dieses Jahr ist außerdem mit dem »Dortmunder U« ein Pott-Wahrzeichen als neue Location angekündigt. (EH)

Live: Kaleo, Wincent Weiss u. v. a.

Baden-Baden, Festspielhaus, Kurhaus & Theater

Live: Astronautalis, Gold Panda, Gurr, Hello Piedpiper, Isolation Berlin, Keston Cobblers’ Club, Kim Janssen, Laurel, Palace, Sekuoia, Shout Out Louds, Siegfried & Joy, The Districts, The Head And The Heart u. v. a.

Live: Adna, Drangsal, Gurr, Portugal. The Man, The Amazons, The Districts, The Veils, Val Sinestra, Van Holzen, Voodoo Jürgens, Warhaus, Waxahatchee u. v. a.

Darmstadt, geheime Örtlichkeit

Dortmund, FZW, Das U, Pauluskirche

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FOTOS: SWR3 NEW POP, DANIEL DEMMLER

14.–16.09.


SEPTEMBER

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20.–23.09.

REEPERBAHNFESTIVAL Es wartet am Ende des Sommers und trägt die Feiermeute mit Charme hinein in die Indoor‑Saison. Die Gummistiefel können getrost zu Hause bleiben, aber ein paar bequeme Schuhe sollten in den Koffer wandern, denn hier wird man sehr viel von Venue zu Venue laufen, um ja keine der vielen tollen Bands zu verpassen. Neben den großen Acts, die schon den Sommer ein bisschen schöner gemacht haben, gibt es Neues zu entdecken, denn das Festival ist auch ein Schaulaufen der Musikbranche. Und die bringt viele Newcomer mit. Während man so vom Molotow zur großen Freiheit und dann rüber zum Uebel und Gefährlich bummelt, bekommt man die volle Ladung Kiez‑Charme gratis dazu. Nach den Shows könnte man den Abend bei einem Bier an den Landungsbrücken ausklingen lassen oder morgens direkt zum Fischmarkt gehen, beides ist nicht weit. So fällt der Abschied vom Sommer gar nicht mehr so schwer. (JB) Live: Adana Twins, André Hommen, Art Department, ATB, Brennan Heart, Chefket, Claptone, DJ Bl3nd, Dominik Eulberg, Drunken Masters, Gabriel Ananda, Granada, Grandtheft, Hito, HouseKaspeR, Hucci, Jax Jones, Joel Mull, JP Cooper, K.I.Z, Le Shuuk, LovRa, Marteria, Martin Garrix, Martin Jensen, MK, Monkey Safari, Netsky, Nicole Moudaber, Paul Ritch, Pig & Dan, Pretty Pink, Re.you, Route 94, Sam Feldt, Tchami, Tinie Tempah, What So Not u. v. a. Hamburg, Locations rund um die Reeperbahn und St. Pauli

FOTO: LENA MEYER

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SEPTEMBER

HIGHLIGHTS

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16.–19.11.

KALTERN POP

NEW FALL

Es ist schon ein Ritt bis runter nach Kaltern am See, doch das Festival entschädigt mit seiner Liebenswürdigkeit.

In Sachen herausragender Konzerterlebnisse in erlesenen Venues macht dem New Fall kein anderes Festival etwas vor.

Die Veranstalter des Haldern Pop am Niederrhein wissen ganz genau, wie man ein Festival atmosphärisch gestaltet und viel wichtiger: wie man es optimal in die Umgebung einbettet, wie man ein Dorf zum Klingen bringt. In Kaltern an der Weinstraße zieht die Festivalgemeinde immerfort von Konzerten im Vereinshaus zum Weinkeller, zur Kirche oder auf den Marktplatz. Und immer kann man darauf vertrauen, auf etwas kleines, feines, musikalisch Besonderes zu stoßen. Und sollte ein Act schon etablierter sein, sucht das Festival nach einer tollen Kombination mit Chor oder Orchester oder eine Interaktion mit dem Ort selbst. Das Dorf ist ohnehin so klein, dass sich die Künstler und das Publikum oft mehrfach über den Weg laufen und am Ende in der gleichen Weinstube landen. (CS)

Mit seinem Konzept, geschmackvolle Acts in exquisiten Venues auftreten zu lassen, hat sich das New Fall Festival in gerade mal sechs Jahren einen sehr guten Namen gemacht. Die Heimat Düsseldorf bietet dafür genügend außergewöhnliche Lokalitäten, genauso wie Stuttgart, wo das Festival seit 2016 (mit alternierenden Auftrittsterminen) ebenfalls residiert. Spielstätten wie die Johanniskirche und der Robert‑Schumann‑Saal sind sowohl im Sound als auch von der Atmosphäre her herausragend. 2017 soll zudem die Tonhalle, eine der bestklingenden Konzertsäle des Landes, nach einer Pause wieder zum Festival gehören. Im Vergleich zum Vorjahr rückt das New Fall zwei Wochen weiter in die kalte Jahreszeit, was aber der ebenso heimeligen wie majestätischen Stimmung des Festivals keinen Abbruch tun wird. (CSt)

Live: Ajimal, Ben E. Blame & Sugar Shame, Birthh, Cantus Domus, Gewalt, Hope, Intergalactic Lovers, Loney Dear, Mario Batkovic, Stargaze & André Dde Ridder, The Rad Trads, Tom Schilling & The Jazz Kids, Voodoo Jürgens u. v. a.

Live: Anna Ternheim, Destroyer, Die Höchste Eisenbahn, Die Nerven, Glen Hansard, Gurr, Isolation Berlin, Julien Baker, Kensington, Little Dragon, Megaloh, Sophia, William Fitzsimmons u. v. a.

I-Kaltern am See

Stuttgart, Neues Schloss, Mozart-Saal, Hegel-Saal, Beethoven-Saal

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Düsseldorf, NRW-Forum, Capitol Club, Johanneskirche, Capitol Theater, CCD-Stadthalle, Robert-Schumann-Saal

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FOTOS: CHRISTOPH BUCKSTEGEN, REINER PFI STERER

26.–28.10.


FOO FIGHTERS • MUMFORD & SONS THE XX • HARDWELL • BEATSTEAKS

MARTERIA • ANNENMAYKANTEREIT • CRO MARSHMELLO • TWO DOOR CINEMA CLUB LONDON GRAMMAR • GEORGE EZRA GALANTIS • RUDIMENTAL • METRONOMY MICHAEL KIWANUKA • OLIVER HELDENS • WANDA YELLOW CLAW • DJANGO DJANGO • KUNGS

WESTBAM • BOMBA ESTÉREO • THE VACCINES • BEAR’S DEN THE HEAD AND THE HEART • ROOSEVELT • MARTIN JENSEN ANNE-MARIE • THOMAS JACK • LGOONY & CRACK IGNAZ PHANTOGRAM • AMINÉ • ALMA • SIGRID • MIKE PERRY FILOUS • NGHTMRE • DRUNKEN MASTERS • BETSY ALICE MERTON • THE HIM • SAINT WKND • MEUTE INFO & TICKETS: LOLLAPALOOZADE.COM VISIT US:

#LOLLABERLIN


UMSONST & DRAUSSEN

HIGHLIGHTS

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UMSONST & DRAUSSEN

11.–12.08.

OLGAS ROCK In den neun Jahren seiner Existenz hat sich Olgas Rock zu einem der besten Umsonst & Draußen‑Events des Landes gemausert. Als urbanes Umsonst & Draußen erfreut sich das in Oberhausen beheimatete Olgas Rock seit seiner Gründung im Jahr 2008 größter Beliebtheit. Vor allem, da nicht nur der Preis günstig, sondern auch das Line‑up oftmals äußerst namhaft ist. Darüber hinaus kann das zweitägige Open Air mit seinem im wunderschönen Olga Park gelegenen Gelände, dem Schauplatz der Landesgartenschau 1999, punkten. Dementsprechend groß sind die Massen, die dorthin strömen und bei Acts aus Punk und Hardcore mit gelegentlichen HipHop‑ und Elektro‑Sprengseln nicht nur abhängen, sondern tatsächlich rocken. Dem Festival konnten weder erhöhte Sicherheitsaufwände noch verknappte öffentliche Zuschüsse bislang etwas anhaben. Hoffen wir, dass das auch so bleibt! (CSt) Live: Any Given Day, Der Butterwegge, Face To Face, Good Riddance, Itchy, Keine Zähne im Maul aber La Paloma pfeifen, Los Placebos, Neufundland u. v. a.

Oberhausen, Olga-Park

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UMSONST & DRAUSSEN

115 HIGHLIGHTS

Darmstadt, Karolinenplatz Live: Boppin’B, Concrete Jungle, Cris Cosmo, Django S., Glasperlenspiel, Impala Ray, Julian Philipp David, Mädnesss & Döll, Max Giesinger, OK KID, Razz u. v. a.

05.06. PFINGST OPEN AIR WERDEN

Essen, Ehemaliges Strandbad Essen-Werden Live: Audio88 & Yassin, Chai Khat, Chefboss, Coma, Cosanne, Die Orsons, Elwood Stray, Enola, Frankey, Manuel Tur, Roosevelt, Timboletti, Van Holzen u. v. a.

15.–18.06. U&D WÜRZBURG

Würzburg, Talavera Mainwiesen Live: Astrid North, Blues Pills, Breakdown Suicide, Captain Capa, Lea, Mundwerk Crew, Paperplanes, Psychic Torture, Rising End, Sophie Halmen, Zulu u. v. a.

16.–17.06. ESELROCK

Wesel, Heubergpark Live: Alex Mofa Gang, Blackout Problems, Call It Off, Jupiter Jones, Kasalla, Killerpilze, Mia., The Great Crusades u. v. a.

30.06.–01.07. ABIFESTIVAL LINGEN

Lingen, Am alten AKW Live: Ali As, Audio88 & Yassin, Bausa, Brass Rave Unit, Kenso, Leoniden, Liebe 3000, Maeckes, Mambo Schinki, MoTrip, Nugat, Sauropod, Smile And Burn, Sons Of Settlers u. v. a.

23.–25.06. DONAUINSELFEST

A-Wien, Donauinsel Live: Dean Martin, Der Nino Aus Wien, Fettes Brot, Julian le Play, Hansi Hinterseer, Mando Diao, Moop Mama u. v. a.

13.–15.07. KURT-FESTIVAL

Reutlingen, Kulturplatz im Bürgerpark Live: Audio88 & Yassin, Bartek, Blackout Problems, Egotronic, Eko Fresh, Neweva, Panteón Rococó, Snow White Alice D, Talk u. v. a.

22.07. U&D LINDAU

Lindau, Hintere Insel Live: Deez Nuts , Ignite , Jamaram , Swiss & Die Andern , Turbobier u. v. a.

04.–06.08. FESTIVALKULT!

Porta Westfalica, Veltheim Live: Atoa, Catfish, F*cking Angry, Findlay, Hovercraft Hammerfist, Kommando Ukulele, Leoniden, Max Raptor, Oferta Especial, Watch Out Stampede, Wolf Maahn, Zugezogen Maskulin u. v. a.

17.–19.08. OBSTWIESENFESTIVAL Dornstadt, Lerchenberg Live: Av Av Av, Der Ringer, Ebbot Lundberg & The Indigo Children, Faber, Gurr, Johnossi, Meute, Sekuoia, Siegfried & Joy, Steaming Satellites, Talisco, Teksti-TV 666, White Wine u. v. a.

18.–19.08. STEMWEDER OPEN AIR FESTIVAL Stemwede, Hörstenweg Live: Hi! Spencer, Mantar, Nitrogods, Nosliw, Passepartout, Peter And The Test Tube Babies, Razz, Useless ID, Waving The Guns u. v. a.

15.–17.09. ROCK AM PFERDEMARKT Lingen, Alter Pferdemarkt Live: Acoustic Steel, Brett, Gurr, Liebe 3000, Razz, Russkaja, Van Holzen u. v. a.

WEITERE TERMINE OPEN SEE 02.–04.06. RACT! 02.–04.06. RAGE AGAINST RACISM 16.–17.06. WIES’N ROCK 24.06. BOCHUM TOTAL 06.–09.07. FREE FOR ALL 08.07. FLÖRSHEIMER OPEN AIR 14.–16.07. WUTZROCK 14.–16.07. PHUNK DEPARTMENT 15.07. TEICHROCK 15.07. KLÜPFEL OPEN AIR 21.–22.07. OPEN DOORS 21.–23.07. SÜDWINSEN-FESTIVAL 21.–22.07. U&D KARLSTADT 21.–23.07. STAATSFORSTEN OPEN AIR 28.–29.07. U&D MÖSSINGEN 28.–29.07. U&D STUTTGART 04.–06.08. RINK FESTIVAL 11.–12.08. ROCK DEN DEICH 19.08. HOLTER MEETING 25.–26.08. EASY AM HANG 01.–02.09. ESSEN ORIGINAL 08.–10.09. BOCHUMER MUSIKSOMMER 08.–10.09. DETTENROCKT 09.09.

FOTO: MAXIM ABROSSIMOW

25.–28.05. SCHLOSSGRABENFEST


SONNIG & LIVE

HIGHLIGHTS

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SONNIG & LIVE 01.-02.12.

ARAG BIG AIR FREESTYLE Das Freestyle‑Event wird immer mehr zur Party der Superlative. Auch im Winter scheint die Sonne: Sport, Musik und Lifestyle so lautet das Motto im Sparkassenpark in Mönchengladbach. Damit ist nicht zu viel versprochen. 1000 Kubikmeter Schnee und 300 Tonnen Stahl werden verbaut, um eine Rampe zu schaffen, die 120 der weltbesten Schneesport‑Athleten perfekte Bedingungen bie-

tet, um in gleich 4 FIS‑Snowboard‑ und wahl sollte Verlass sein: Im letzten Jahr Ski‑Weltcup-Disziplinen mit atembe- performten die Sportfreunde und die Beginraubenden Sprüngen und coolen Tricks ner lieferten eine sensationelle die Besten zu ermitteln. Darüber hinaus Show ab. (WG) steht die Qualifikation im Snowboarden für Olympia 2018 in Südkorea auf dem Programm. Doch was wäre ein Festival ohne Mönchengladbach, Sparkassenpark Musik. Auf die noch zu benennende Aus-

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18.08.‑30.09.

RUHRTRIENNALE Die Ruhrtriennale verbindet im romantischen Rahmen der Montanindustrie Avantgarde mit Hoch‑ und Popkultur. Die Ruhrtriennale ist auch in diesem Jahr nicht nur für Besucher, die sich ausschließlich zu Pop hingezogen fühlen, eine Reise wert: Von Mitte August bis Ende September finden in einigen der schönsten Spielstätten des von Industriekultur geprägten Ruhrgebiets Installationen, Tanz, Theater und

herausragend besetzte klassische Konzerte Timbre, Michaela Melián, Ben Frost und statt. Auch mit poppigeren Themen setzt zum Abschluss Arca. (CSt) die Veranstaltungsreihe Glanzlichter: Die Live: Arca, Mykki Blanco, Ben Frost, Nicolas Ritournelle ist mit Acts wie Nicolas Jaar, Jaar, Michaela Melián, SOHN, Demdike Stare, Timber Timbre u. v. a.. SOHN oder Mykki Blanco hochkarätig geBochum, Dinslaken, Dortmund, Duisbucht, in außerordentlichen Venues gibt burg, Essen, Gladbeck, Mülheim (Ruhr) es Auftritte von Lambchop und Timber

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22.06.–25.07.

KUNST!RASEN Richtige Fußballspiele werden auf echtem Rasen ausgetragen, gute Konzerte lieben auch die künstliche Version. Ursprünglich Veranstaltungsort der Bundesgartenschau, ist der Bonner Kunstrasen gerade bei schönem Wetter eine extrem entspannende und angenehme Location –‒ nah an Zentrum und Rhein. Lauschig im Entrée am Teich ein

Kölsch schlürfen und dann ein paar Meter nicht an Kultur reicht, kann zur nahegelegeweiter ausgesuchte Konzerte in relaxter nen Musemsmeile flanieren. Inspirierende und doch konzentrierter Atmosphäre ge- Kunst-Idylle im Urbanen. (WG) nießen. Wer es etwas klassischer mag, wird Live: 257ers, Amy Macdonald, Andreas Bourani, Freude am KlassikPicknick finden. Zudem Brings, Jean-Michel Jarre, Karate Andi, Passenger, Sarah Connor, Wincent Weiss, Zucchero bieten Kleinkünstler aus allerlei Sparten u. v. a. im Rahmen des Kunstgartens vielfältige Bonn, Charles-de-Gaulle-Straße Unterhaltung. Und wem das immer noch

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FOTO: MICH AEL GREIN

Kunst macht nicht vor dem Rasen Halt.


SONNIG & LIVE

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05.–23.07. ZELT-MUSIK-FESTIVAL

Freiburg, Mundenhof-Gelände Live: Amy Macdonald, Anastacia, Dieter Thomas Kuhn, Frightened Rabbit, Georg Ringsgwandl, Gregor Meyle, Helge Schneider, Herbie Hancock, Irie Révoltés, Jeremy Loops, Jesper Munk, José González, Julian Philipp David, Kadavar, Kofelgschroa, Konstantin Wecker, Kris Kristofferson, Kyle Gass Band, LaBrassBanda, Manfred Mann's Earth Band, Megaloh, Mighty Oaks, Mine, New Model Army, Patricia Kaas, RY X, Sportfreunde Stiller, Teesy, The Toy Doll u. v. a.

06.–09.07. RESIDENZSCHLOSS OPEN AIR

Rastatt, Residenzschloss Live: Die Fantastischen Vier, Dieter Thomas Kuhn, Nena, Yann Tiersen u. v. a.

15.–20.07. HOHENTWIELFESTIVAL Singen, Festungsruine Hohentwiel Live: u. v. a.

21.–22.07. TÜBINGEN CARRÉ OPEN AIR Tübingen, Sparkassen-Carré Live: Die Fantastischen Vier, Zucchero u. v. a.

27.–30.07. TETTNANG OPEN AIR

Tettnang, Schlossgarten Live: Andreas Bourani, Beginner, Helge Schneider, Mark Forster u. v. a.

02.–03.08. MEERSBURG OPEN AIR Meersburg, Schlossplatz Live: Runrig, Tom Jones u. v. a.

31.08.–03.09. ROTTENBURG OPEN AIR

FOTO: HARRY H ORSTMANN

Rottenburg am Neckar, Eugen-Bolz-Platz Live: Cypress Hill, Nena, Status Quo u. v. a.


HIGHLIGHTS

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Das alles & noch viel mehr

Die Festivals, die wir bis hierhin auf unseren Seiten präsentiert haben, stellen nur einen kleinen, wenn auch wichtigen Querschnitt der europäischen Festivallandschaft dar. Lasst euch gesagt sein: Es gibt noch viele Open Airs mehr! Den kompletten Überblick erhaltet ihr durch unsere Datenbank auf www.festivalguide.de Dort findet ihr alles, sortiert nach Genre, Zeitraum, Region und Größe. Hier ein paar empfehlenswerte Kostproben:

06.–10.07.

FEEL

Bei den Helga!‑Awards im letzten Jahr hat das Brandenburger Wohlfühlereignis richtig abgeräumt. Gleich zwei Preise gingen an das Hauptstadt nahe und doch so remote anmutende Feel: in den festivalrelevanten Kategorien »Wundervollstes Entleerungserlebnis« und »Anmutigstes Campinggelände«. Wohl wahr, das Feel ist ein Event der besonderen Art, nicht nur die Komposttoiletten und die Lage am Bergheider See sind dafür verantwortlich. Floors, Bühnen, Installationen, Workshops, Lesungen, wunderbare Natur, Strand und »kulinarische Verzückungen« lauten die Zutaten des fünftägigen Festivals, das sein Line‑up erst kurz vor Beginn bekannt gibt. Anreisen mit Bus oder Bahn oder gar mit geführter Radtour von Berlin aus sind möglich und auch erwünscht, erst recht, da das Kontingent an Autopässen, die zum Parken mit dem Wagen oder Wohnmobil berechtigen, bereits ausverkauft ist. (WG) Live: Das Line-up wird erst vor Ort bekannt gegeben.

Lichterfeld-Schacksdorf, Bergheider See

E E AAA W W W W W Z Z Z Z Z eeeee C B U L

14.–16.07.

KATZENSPRUNG Beim zweiten Katzensprung kann man zwischen abwechslungsreicher Musik und Yoga-Workshops relaxen. Auf den grünen Wiesen zwischen Bergischem Land und Märkischem Kreis lässt es sich vielleicht am entspanntesten tanzen. Das Katzensprung ist für relaxte Festivalgänger gedacht, die mit Stress und Gedränge nicht viel am Hut haben. Der alternative bis familiäre Ton unterstreicht das hohe Ökobewusstsein seitens der Organisatoren, was Versorgung und Aufbau angeht. Insgesamt finden sich hier wenig Kommerz und kaum große Namen, dafür aber rheinische Frohnaturen, die mit Herz und Verstand bei der Sache sind. Entspannung, Loslassen und Entschleunigung stehen auf der Tagesordnung. Es gibt sogar Graffiti‑Workshops, Kräuterwanderungen und gemeinsame Kinderbetreuung. Neben Kunst‑Performances, DJ-Sets und Reggae-Bands zählt hier insbesondere der achtsame Naturgenuss. (EH)

09.09.

WASTED IN JARMEN »Ich hab mich noch nie so scheiße benomm’«, heißt es in den »Geschichten aus Jarmen«. Einen Tag vor der Landtagswahl in Meckpomm (die den Rückwärtsgewandten satte 20 % bescherte) rockten Feine Sahne Fischfilets im letzten Jahr das erste Wasted in Jarmen. Als Ableger ihrer Kampagne »Noch nicht komplett im Arsch – Zusammenhalten gegen den Rechtsruck« findet das Wasted absolut begrüßenswerterweise auch dieses Jahr wieder statt. Das (positive) Urteil des Publikums ist längst gefällt. »Nette Menschen, geile Stimmung, geile Musik, gutes Wetter und ein schöner Platz zum Veranstalten«, schreibt Besucherin Laura auf ihrer Website. Ein couragierter Farbfleck in brauner Umgebung. Hingehn und gut benehmʼ! (WG)

Live: Commander Love, Craig Morrison, Dave Dinger, Frankey & Sandrino, Heimlich Knüller, Holger Hecler, Jamaram, Just Emma, Konfetti Klub Ensemble, Madmotormiquel, Martha van Straaten, Mimi Love, Miyagi, Monolink, Rampue, Rico Loop, Tim Engelhardt, Timboletti u. v. a.

Live: Captain Gips & Johnny Mauser, Feine Sahne Fischfilet, Thees Uhlmann & Band, Stage Bottles u. v. a.

Kierspe, Gut Haarbecke

Jarmen, Motoball MSC

EEE H D W W W W W Z Z Z Z Z eeeee C B U L

R R R R R W W W W W Z Z Z Z Z eeeee C B U L


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T

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Di. 13.06.2017 | König-Pilsener-Arena, Oberhausen

6—9 J U L I 17

R O O T S FO L K W E LT M U S I K special guests: A Day To Remember

Ani DiFranco // USA  Asaf Avidan // ISR  Rebel Babel // POL Toots & The Maytals // JAM  Hurray for the Riff Raff // USA Sven Helbig // D  Helgi Jonssón // ISL  Bears of Legend // CAN El Gusto // ALG  Jupiter & Okwess // CON  Ringsgwandl // D Humanophones // FRA  Alma // AUT  Dreiviertelblut // D /… /

Mi. 14.06.2017 | Essigfabrik, Köln

special guest: Dinosaur Pile-Up

10 JAHRE

Sa. 17.06.2017 | Gloria, Köln

MADSEN

LÄNDERSCHWERPUNKT SCHOTTLAND

Amy Macdonald  Breabach  Fred Morrison  Niteworks /…/

Mo. 19.06.2017 | Matrix, Bochum

KVELERTAK

ROYAL REPUBLIC

RUTH 2017  Tanz  Straßenmusiker  Kinderfest  Workshops /… /

Mi. 21.06.2017 | Palladium, Köln

ITCHY • ADAM ANGST

CAPTAIN PLANET • BLACKOUT PROBLEMS SMILE AND BURN • ALEX MOFA GANG EMMA6 • LYGO • THE PROSECUTION

So. 25.06.2017 | Live Music Hall, Köln Mi. 28.06.2017 | Zeche, Bochum

Di. 27.06.2017 | Live Music Hall, Köln

BETAMENSCH • MILLENNIA

So. 02.07.2017 | E-Werk, Köln

www.GREEN-JUICE.DE

GREENjUICEFESTIVAL

18. - 19. AUGUST 2017 | BONN FR: 14:30 | SA: 11:30 UHR | FESTIVALGELÄNDE NEU-VILICH AB 25€ OPEN AIR FESTIVAL | KARTEN AUF BONNTICKET.DE & AN ALLEN VVK-STELLEN ZUZÜGLICH GEBÜHREN

Mo. 03.07.2017 | Bürgerhaus Stollwerck, Köln

THE AVALANCHES So. 09.07.2017 | E-Werk, Köln

Mo. 07.08.2017 | Westfalenhalle 1, Dortmund

Energie und Wasser Starke Partner. Bonn/Rhein-Sieg.

Dauerticket 80/erm. 40 € // Tickets + Infos: rudolstadt-festival.de

17 19 AUG

umsonst+ draussen

Dornstadt/Ulm

#Hundreds #TALISCO

#MEUTE #FABER #AV AV AV

#EBBOT LUNDBERG AND THE INDIGO CHILDREN #SEKUOIA #GRANADA #STEAMING SATELLITES #GOLDEN DAWN ARKESTRA #GURR #DER RINGER #TEKSTI-TV 666

#THE CRISPIES #SIEGFRIED AND JOY #WHITE WINE #FOREIGN DIPLOMATS #DIE AUTOS

www.kinkerlitzchen-festival.de

#JOHNOSSI

11. &12. August 2017

MILLIARDEN KAT FRANKIE GOLDROGER BERGFILM WOMAN UVM.

Film- & Musikfestival Film- & Musikfestival Film- & Musikfestival Film- & Musikfestival

OBST WIESEN FESTIVAL.de

Mo. 25.09.2017 | Palladium, Köln

Mo. 25.09.2017 | Live Music Hall, Köln

MAXIMO PARK Di. 26.09.2017 | E-Werk, Köln

So. 08.10.2017 | Palladium, Köln

Do. 12.10.2017 | E-Werk, Köln

VON WEGEN LISBETH

Sa. 21.10.2017 | Palladium, Köln

Di. 07.11.2017 | Palladium, Köln

Do. 09.11.2017 | Palladium, Köln

BONOBO

Di. 21.11.2017 | Phoenixhalle, Dortmund Fr. 24.11.2017 | Palladium

Sa. 02.12.2017 | Lanxess Arena, Köln

prime entertainment www.prime-entertainment.de

HIGHLIGHTS

U


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HIP HOP Festival �

Tickets ab 32,zzgl. Gebühren

SIDO

MADSEN

THE WHISKEY FOUNDATION RAINER VON VIELEN THE PROSECUTION TSSHO HUCK BLUES

BONEZ MC & RAF CAMORA NIMO | UFO361 | AUDIO88 & YASSIN EDGAR WASSER | BAUSA | 3PLUSSS TIAVO | ACE TEE & KWAM.E | u.v.m.

PAWN PAINTERS

SchrobenhauSen LenbachpLatz

FR., 14. JULI 2017

einLaSS 15.00 uhr beginn: 15.30 uhr

Völklingen | Saarland urbanart-festival.de | fb.com/urbanartfestival.de

infoS & ticketS:

www.noiSehauSen.de

Unterstützer:

Veranstalter

POPversammlung präsentiert

BEDROOMDISCO PRESENTS

GOLDEN LEAVES FESTIVAL SHOUT OUT LOUDS THE HEAD AND THE HEART GOLD PANDA THE DISTRICTS ASTRONAUTALIS ISOLATION BERLIN PALACE GURR SEKUOIA KIM JANSSEN LAUREL

16. & 17.09.2017 | DARMSTADT

W W W . G O L D E N L E AV E S F E S T I VA L . D E

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DAS STADTSTRAND FESTIVAL IM TREIBGUT VOL.4

29.8.

ANDREAS KÜMMERT 30.8. MAXIM 31.8. MAECKES 1.9. JUDITH HOLOFERNES 6.9. WINCENT WEISS 8.9. ALIN COEN BAND

UND DIE KATASTROPHEN

TREIBGUT

RONSDORFER STR. 134 40233 DÜSSELDORF

www.popversammlung.de


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Royal Trux

06.06.17 Köln, Blue Shell

The Kills

07.06.17 Leipzig, Täubchenthal

J. Bernardt

15.06.17 B, Kantine am Berghain

BEBETTA DOMINIK EULBERG ELLEN ALLIEN KOLLEKTIV TURMSTRASSE MARC MIROIR MONIKA KRUSE MONKEY SAFARI PAPPENHEIMER KERSTIN EDEN NIEREICH BEN DUST I MARKUS KAVKA I MATT MUS SVEN SCHALLER I ECKOTRONIC JONAS RECH I MARCEL NIVEAU MARK TOURNEUR I MIKE MORE TOBI NEUBAUER I

Thurston Moore Group 18.06.17 20.06.17 21.06.17 30.06.17 04.07.17

MA, Maifeld Derby HH, Uebel & Gefährlich Köln, Stadtgarten München, Strom Dresden, Beatpol

Dinosaur Jr.

06.06.17 Stuttgart 07.06.17 Wiesbaden 12.06.17 Hamburg 13.06.17 Bochum

Kaleo

19.06.17 Köln, Tanzbrunnen 11.11.17 Berlin, Tempodrom 17.11.17 Offenbach, Stadthalle

Algiers

23.06.17 Berlin, Musik & Frieden

Moddi

28.06.17 München, Ampere

Spoon

17.06.17 Berlin 18.06.17 Mannheim 19.06.17 München 20.06.17 Hamburg 03.07.17 Köln

Ryan Adams

JETZT TICKETS SICHERN UNTER: #WEAREMAD

15.07.17 München, Muffathalle 16.07.17 Berlin, Tempodrom

Daniel Lanois 12.08.17 14.08.17 15.08.17 16.08.17 19.08.17

Berlin, Heimathafen Hamburg, Kampnagel Köln, Kulturkirche München, Ampere Frankfurt, Zoom

Interpol

16.08.17 München, Muffathalle

Devendra Banhart 20.06.17 Berlin 16.07.17 München

Perfume Genius

16.08.17 Schorndorf, Manufaktur

Courtney Marie Andrews 12.09.17 Berlin, Privatclub

Girlpool 14.09.17 15.09.17 16.09.17 18.09.17

Köln, Artheater Hamburg, Golem B, Kantine am Berghain Frankfurt, Zoom

Clap Your Hands Say Yeah

The Shins

14.08.17 Hamburg 15.08.17 Berlin 16.08.17 Köln

25.09.17 B, Kantine am Berghain

Mt. Wolf

28.09.17 Berlin, Privatclub 29.09.17 Hamburg, Nochtspeicher

The Amazons WISDOM IN CHAINS · MASSENDEFEKT WOLF DOWN · THE BABOON SHOW · RANTANPLAN SAM ALONE & THE GRAVEDIGGERS TRUST IN RANDOM · COCK RIOT

15 BANDS - 2 STAGES - CAMPINGVILLAGE CAMPINGPLATZ AB DEM 30.06.2017 GEÖFFNET + PREPARTY

SA, 01.07.17

29.09.17 Berlin, Privatclub 15.11.17 Frankfurt, Zoom 20.11.17 Schorndorf, Manufaktur

Shout Out Louds 09.10.17 10.10.17 11.10.17 12.10.17 13.10.17 14.10.17

München, Muffathalle Erlangen, E-Werk Leipzig, Täubchenthal Köln, Live Music Hall HH, Uebel & Gefährlich Berlin, Astra

WÜRZBURG / GIEBELSTADT FLUGPLATZ

The Dream Syndicate

JETZT TICKETS SICHERN UNTER: WWW.RESERVIX.DE HOTLINE: 01806 - 700 733* SOWIE AN ALLEN BEKANNTEN VVK-STELLEN BUNDESWEIT

Jason Isbell + Tift Merritt

WWW.MISSIONREADY-FESTIVAL.COM

19.10.17 HH, Uebel & Gefährlich 21.10.17 B, Festsaal Kreuzberg

07.11.17 HH, Uebel & Gefährlich 08.11.17 B, Columbia Theater

Novo Amor King Creosote Fenne Lily 20.09.17 Berlin 21.09.17 Köln

The War On Drugs

03.11.17 Köln 20.11.17 München 21.11.17 Hamburg 22.11.17 Berlin

Tickets & Infos: www.schoneberg.de


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DIE ORSONS

DICHT & ERGREIFEND

RAKEDE ESTIKAY

ILLBILLY HITEC IMPALA RAY

EL RANCHO THE BLACK SUBMARINES

Tickets 3€

Flash Forward 27.05. Rock am Töschen 18.06. Traumzeit Festival 14.07. Youth Brigade Festival 24.07. Free & Easy München 05.08. Big Day Out 22.09. M-Pire Strikes Back Münster

Gloria 22.06. Campusfest Darmstadt 23.–25.06. Hurricane Festival 23.–25.06. Southside Festival

Judith Holofernes

08. JULI 2017 13 - 22 UHR

KÖNIGSPLATZ MÜNCHEN

www.oben-air.de facebook/OBENOHNEOpenAir

24.06. Donauinselfest Wien 22.07. Kulturfestival St. Gallen 23.07. Heimspiel Knyphausen 04.08. Kulturbastion Torgau 05.08. A Summer’s Tale 18.08. Kulturzelt Kassel 19.08. Kulturarena Jena 01.09. Fuchs & Hase 02.09. Zeltfestival Ruhr

Malky 26.05. Leinewebermarkt Bielefeld 10.06. Puls Open Air 18.06. Jazz and Joy Worms 24.06. Altstadtfest Saarbrücken 10.08. Sommer in Altona

Pohlmann

OPEN AIR 2017 PASSENGER + KENSINGTON

26.05. Schlossgrabenfest Darmstadt 10.06. Lebenshilfe Haldern 17.06. NDR1 Sommertour Wittenburg 08.07. Bochum Total 23.07. Hafenfest Heiligenhafen 30.07. Hallig Langeness 28.07. Rostock Rockt 05.08. Gröpelinger Stadtfest Bremen 19.08. Kitesurf WM Fehmarn

22.06.2017 257ers + KARATE ANDI 24.06.2017 ANDREAS BOURANI

+ WINCENT WEISS

06.07.2017 JEAN-MICHEL JARRE 12.07.2017 ZUCCHERO 13.07.2017 AMY MACDONALD 25.07.2017

16.12. KöLN PALLADIUM

PANGEA-FESTIVAL.DE

20.03.2018 ESSEN LICHTBURG Ticket-Hotline: 01806 – 999 0000 Mo-Fr 8-22 Uhr/Sa, So & feiertags 9-20 Uhr (0,20 €/Anruf aus dt. Festnetz/max. 0,60 €/Anruf aus dt. Mobilfunknetz)

INFOS: NOISENOW.DE · KUNSTRASEN-BONN.DE

06.07. ZELTIVAL-ERÖFFNUNG BANDA INTERNATIONALE 07.07. XAVIER RUDD 08.07. LOCOMONDO 09.07. HELGE SCHNEIDER 12.07. ASAF AVIDAN & BAND 13.07. SHANTEL & BUCOVINA CLUB ORKESTAR 14.07. ROBERT GLASPER EXPERIMENT 15.07. SCOTT BRADLEE'S POSTMODERN JUKEBOX 16.07. BABYLON CIRCUS 18.07. YOUSSOU N'DOUR & LE SUPER ETOILE DE DAKAR 19.07. JOHN SCOFIELD ÜBERJAM BAND 20.07. MAX UTHOFF 25.07. DELGRES ZELTIVAL TOP 10 26.07. KENNY WAYNE SHEPHERD 27.07. ELECTRO DELUXE 28.07. MIGHTY OAKS 29.07. THE UKULELE ORCHESTRA OF GREAT BRITAIN 30.07. NILS LANDGREN FUNK UNIT 31.07. BLICK BASSY ZELTIVAL TOP 10 01.08. THE JAZZ EPISTLES feat. ABDULLAH IBRAHIM & EKAYA & HUGH MASEKELA 02.08. DIE HÖCHSTE EISENBAHN 03.08. LUCKY CHOPS 04.08. JASPER VAN'T HOF'S PILI PILI 05.08. LAMBCHOP + GET WELL SOON 06.08. NUBIYAN TWIST + NN … und einige mehr!

ZELTIVAL VORFREUDE 04.07. DUB FX

+ LOUKA

30.06.2017 SARAH CONNOR

SOMMERFESTIVAL DES TOLLHAUS KARLSRUHE 06 Ι 07 - 06 Ι 08 Ι 2017

Die Höchste Eisenbahn Wer bringt mich jetzt zu den Festivals          In Kooperation mit 26.05. Immergut Festival 27.05. Cest La Mü Festival 28.05. Donaukanaltreiben 29.05. Postgarage Graz 30.05. Spielboden Dornbirn 13.06. ColosSaal Aschaffenburg 14.06. MUZclub 15.06. Modular Festival 16.06. Jazz&Joy Worms 17.06. Kosmonaut Festival 22.06. Campusfestival Dresden 23.06. Kulturfestival X 21.07. Acoustic Lakeside 22.07. Parkbühne Geyserhaus 23.07. Watt En Schlick Fest 03.–05.08. Appletree Garden Festival 05.08. Open R Festival 09.08. Kulturzelt Kassel 10.08. Musikfestwochen Winterthur 11.08. Haldern Pop 12.08. Kulturarena Jena 18.–20.08. Dockville

www. zeltival.de


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FOTO: FRANK MEISSNER

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BACKSTAGE


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» MITTLERWEILE KÖNNEN DIE LEUTE TANZEN « Als Festivalveteran auf beiden Seiten der Bühne kennt Marteria sowohl den Matsch auf dem Zeltplatz als auch das Catering hinter den Kulissen. Auch wenn er seit zwei Jahren dem Alkohol abgeschworen hat, sind seine Erinnerungen an die letzen 20 Live-Jahre sehr lebendig. Ein Gespräch über neugierige Nazis, zugekokste Vierzigjährige und den Moment, in dem er einmal fast Nummer Eins in Uganda geworden wäre. INTERVIEW: ALEXANDER DAHAS, FOTO: PATRICK DESBROSSES

Marteria, warst du früher ein großer Festivalgänger? Ich war sogar ein sehr großer Festivalgänger. Als Sechzehnjähriger war ich zum ersten Mal beim Splash, das damals in einem Zelt vor 2.000 Leuten in Oberrabenstein stattfand. Ich weiß auch noch, dass zwischendurch ein paar Nazis den Zeltplatz überfallen haben, was aber nicht so dramatisch war, wie das jetzt klingt. Damals gab’s eben noch Leute, die wissen wollten, was die bescheuerten HipHopper da nebenan machten. Die haben ein paar Zelte eingerissen und ein bisschen Scheiße gebaut, wurden aber schnell wieder vertrieben. Ein Jahr später kamen schon 5.000 Leute zum Festival, und seitdem war ich immer, bis auf einmal, dabei! Zuerst

als Besucher und ab 2001 als Performer, beim ersten Mal als Back-up-Rapper bei Underdog Cru, zweiter Slot am Freitag, nach Lenny aus Köln. Letztes Jahr war ich nicht mit von der Partie, aber ansonsten war ich immer Mr. Splash! Vor drei Jahren hast du einen Secret Gig auf einer winzigen Bühne gespielt. War das deine persönliche Nostalgie-Aktion? Nee, gar nicht. Da war ich halt nicht gebucht, wollte aber trotzdem hin. Also haben wir kurzerhand auf der BlockpartyStage gespielt. Damals war ich mit Paul Ripke unterwegs bei irgendeinem anderen Festival, wir haben uns spontan ein kleines Soundsystem organisiert und sind dann da

reingeritten. So etwas plant man nicht, so etwas macht man einfach. Was hat sich in den letzten 20 Jahren auf den Festivals, wie du sie kennst, verändert? Mittlerweile können die Leute tanzen (lacht). Früher haben sich die Leute bei HipHop-Shows einfach hingestellt und im Rhythmus mit den Armen gewackelt, aber inzwischen bewegen sie sich ganz anders. Auch die Musik ist in ständiger Bewegung. Ich habe immer alles gehört. Die wichtigsten Künstler in meinem Leben und für meine Musik sind neben ein, zwei Rappern nach wie vor Björk und The Prodigy. Musik aus England habe ich immer bewundert, weil man sich dort etwas Neues einfallen

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Marteria über die Veränderungen in seinem Leben und auf HipHop-Festivals


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»Die wichtigsten Künstler in meinem Leben und für meine Musik sind neben ein, zwei Rappern nach wie vor Björk und The Prodigy.«

ließ, wenn der Rest der Welt zu lange auf einem Thema rumzureiten drohte. Garage, Drum and Bass, Two Step, Dubstep, Grime – da war Bewegung drin, und das sieht man im HipHop jetzt eben auch. Früher hatte man den Eindruck, dass die Leute im HipHop eher gefangen waren und sich nicht richtig bewegen konnten, dabei ist HipHop eine Bewegungsmusik und steht für eine offene Kultur. Es gibt schließlich keine Musik, in der man Dinge so gradlinig aussprechen kann. Andere Dinge verändern sich dagegen nie, wenn man an Festivals denkt. Klar ist es geil, jetzt mal ein Foto mehr zu posten als früher, aber nach wie vor geht es nicht darum, auf sein Handy zu gucken, sondern sich die Kanne zu geben, bescheuerte Spiele zu spielen und möglichst viele Acts zu sehen. Du kennst ja inzwischen beide Welten. Ist es hinter der Bühne tatsächlich so interessant, wie man sich das vor der Bühne so vorstellt? Nein. Backstage gibt es meistens auch nur zwei vollgeschissene Toiletten und mehr oder weniger gutes Essen, aber ansonsten hängt man da nur rum. Da ist die Fanseite schon aufregender, denn da ist man quasi auf einer Mission: Reinkommen, was erleben, abfeiern, Frauen kennenlernen, essen und trinken und in den See springen. Auch als Künstler bin ich später immer auf den Zeltplatz gegangen und hab mich da mit Jungs getroffen, die ich kannte. Nicht, weil ich so bodenständig bin, sondern weil ich lieber dahin gehe, wo es Spaß macht. Es ist einfach geiler, draußen zu sein, als mit irgendwelchen Künstlern abzuhängen. Klar, unterhalte ich mich auch gerne mit Kollegen, aber das ist nicht das, was man als Spaß bezeichnen würde. Du selbst hast vor zweieinhalb Jahren dem Alkohol abgeschworen. Bedeu-

tet das, dass die wilden Zeiten für dich vorbei sind? Genau, ich bin jetzt raus. Ich bin jetzt Anfang 30 und will nicht meiner Jugend nachrennen. Früher hätte ich mir nicht vorstellen können, nicht besoffen auf ein Festival zu gehen. Ich bin ja auch immer gerne in irgendwelchen Clubs gewesen, was genauso mit einem exzessiven Leben zu tun gehabt hat. Wenn ich feiern war, war ich richtig feiern. Ich war nie der DreiBier-Typ, sondern war eher mal drei Tage am Stück weg und bin montags völlig zerstört aus dem Berghain gekommen. Aber irgendwann ist mir halt klar geworden, dass mir das meinen Weg kaputt macht und ich deshalb lieber ganz aufhöre. Ich will mein Leben ja noch genießen und geile Sachen erleben und Spaß haben, und da ist Saufen im Moment keine Alternative mehr für mich. Die Energie stecke ich jetzt lieber ins Reisen. Mit der Band unterwegs sein, verrückte Dinge machen, angeln gehen. Ich find das nicht geil, die hart zugekoksten Vierzigjährigen zu sehen, die es anders gar nicht mehr aushalten im Club, weil sie sonst viel zu schnell viel zu müde wären. Das ist schon ein sehr erniedrigendes Bild. Tua hat zu dem Thema mal etwas sehr richtiges gesagt: »Du verlierst die Nacht, aber du gewinnst den Tag.« Und so ist es auch. Wenn ich jetzt um sechs Uhr morgens auf meinem Boot bin, ist das ein ganz besonderer Flash. Und außerdem sieht man etwas von der Welt.

»Ich war nie der DreiBier-Typ, sondern war eher mal drei Tage am Stück weg und bin montags völlig zerstört aus dem Berghain gekommen.«

In deinem Fall besonders viel von Afrika. Vor ein paar Jahren warst du in Uganda, neulich in Südafrika. Was hast du da gemacht? In Südafrika waren wir einen Monat lang und haben ein paar Videos und einen Film gedreht. Die Wahl fiel auf Südafrika, weil es da die entsprechende Technik und eine tolle Kulisse gibt. Wir waren vor allem in Kapstadt, das, anders als Johannesburg, eher so der hübsche Ort am Meer ist. Wie überall in Afrika ist HipHop dort am Kommen, wobei Südafrika immer ein bisschen suspekt und seltsam ist im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern. Man bekommt dieses Rassending immer noch irgendwie mit, alles ist krass geschützt und jeder hat Angst vor jedem. Alles, was an Südafrika komisch ist, fällt einem schon in dem Moment auf, in dem man auf dem Tafelberg steht und auf Robben Island guckt, wo Nelson Mandela gefangen gehalten wurde. Da wurde den Menschen quasi der wichtigste Mann in ihrem Leben und der wahre Held des Landes, der für Freiheit und Frieden gekämpft hat, in Sichtweite von zwei Kilometern Entfernung eingeknastet vor die Augen gesetzt. Das war eine 35-jährige Provokation. Wie kann man sich HipHop in Afrika vorstellen? Auch dort gibt es eine Community und eine Szene, zumindest überall, wo ich schon gewesen bin. Vor drei Jahren war ich in Uganda unterwegs und habe dort Musik gemacht, und letzten Dezember habe ich Angola besucht, wo ich mit zwei Rappern von dort zwei Songs aufgenommen habe. In Angola gibt es eine eigene Musikrichtung, die auf einem Tanz basiert: Kuduro. Den meisten Menschen außerhalb Afrikas ist das nicht geläufig, aber wer sich dafür interessiert, der kennt das auch. In Berlin gab es früher ein, zwei Kuduro-Partys, und auch M.I.A., die ich sehr schätze, ist davon beeinflusst. In den entsprechenden Netzwerken lernt man schnell Leute kennen, eigentlich braucht man auch nur zu fragen. Als ich in Südafrika vom Flughafen abgeholt wurde, habe ich mich gleich erkundigt, welche Jungs dort im HipHop das Sagen haben. Dann einfach auf Facebook gehen, anschreiben, treffen, Musik machen. In Südafrika gibt es ganz reguläre Hitparaden, genauso in Uganda. Wobei: In Uganda


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Dich zieht es offenbar immer wieder nach Afrika. Was gefällt dir dort neben der Musik besonders? Für mich ist Afrika als Kontinent einfach am interessantesten zu bereisen. Die Kultur und die Vielfalt geben einem unheimlich viel. Man kommt nicht von einem Uganda-Trip zurück und denkt, man sei bloß im Urlaub gewesen. Da gibt es immer wieder intime Momente und neue Erfahrungen. Als ich letztes Jahr in Angola war, bin ich aus dem Flughafengebäude gekommen, direkt hinten auf einen Van gesprungen, der mich fünf Stunden lang durch die Gegend bis zu einem Flusssystem gefahren hat, wo ich dann fünf Tage lang mit drei Angolanern angeln war. Niemand sprach ein Wort Englisch, aber wir haben trotzdem tagelang miteinander gequatscht.

BEGINNER

In solchen Momenten merkt man: das System Mensch funktioniert auch ohne Sprache. Das ist eine Erfahrung, die man mal machen muss, und die macht man an ganz vielen Orten eben nicht. Länder zu bereisen, die nicht bei allen Leuten auf der A-Liste stehen, bringt einem in jeder Hinsicht viel mehr. In Angola gibt es zum Beispiel so etwas wie den Grand Canyon, nur dass man da keine Touristen sieht, beziehungsweise gefühlt zehn pro Monat.

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2 7. 0 5 . N - J O Y S TA R S H O W 02 . 06 . R O C K I M PA R K 03 .0 6 . R O C K A M R I N G 1 6 . 0 6 . A - N O VA R O C K 1 7. 0 6 . B E R L I N - P X P F E S T I VA L 25 .06. F R A N K F U R T - W I R E L E S S F E S T I VA L O B E N F E S T I VA L 1 7. 0 6 . K A S S E L 0 1 . 07. C H - S T. G A L L E N O P E N A I R AND 22 .0 7. D E I C H B R T I VA L K U LT 1 5 . 0 7. C H - G U R T E N F E S T I VA L E STFALICA - FE S W TA POR 8. 4.0 0 2 1 . 0 7. T R I E R - A M P H I T H E AT E R EL SCHLACKO 1 2 . 08 . R O C C O D 2 2 . 0 7. W I N T E R B A C H - Z E LT S P E K TA K E L 2 3 . 0 7. L Ö R R A C H - S T I M M E N F E S T I VA L 2 8 . 0 7. T E T T N A N G - S C H L O S S G A R T E N O P E N A I R 2 9 . 0 7. R O S T O C K R O C K T 05 .08 . O S N A B R Ü C K - S C H L O S S G A R T E N O P E N A I R 2 4 . 0 6 . H U R R I C A N E F E S T I VA L 1 7. 0 8 . C H I E M S E E S U M M E R 2 5 . 0 6 . S O U T H S I D E F E S T I VA L 1 8 . 0 8 . H I G H F I E L D F E S T I VA L 0 1 . 0 7. S U M M E R J A M 0 2 . 09 . D O R T M U N D - W E S T F A L E N PA R K 0 7. 0 7. H A P P I N E S S F E S T I VA L 1 4 . 0 7. C H - G U R T E N F E S T I VA L 1 5 . 0 7. F R E I B U R G - Z M F 2 3 . 0 7. R U H R P O T T R O D E O 2 7. 0 5 . N - J O Y S TA R S H O W 2 8 . 0 7. A LT H E I M E R O P E N A I R 0 2 .0 6 . S P U T N I K S P R I N G B R E A K 2 9 . 0 7. B U R G H E R Z B E R G F E S T I VA L 0 3 . 0 6 . R O C K I M PA R K 05.08. R O C K E N A M B R O C K E N 04.06. ROCK AM RING 12.08. ROCCO DEL SCHLACKO 05.06. PFINGST OPEN AIR ESSEN WERDEN 16.08. CHIEMSEE SUMMER 1 7 . 0 6 . M U N I C H S U M M E R B E AT S 1 7. 0 8 . I - F E S T D I R A D I O 2 6 . 0 6. K I E L E R W O C H E - N D R B Ü H N E 18. 08 . H I G H F I E L D F E S T I VA L 0 7. 0 7. B R E M I N A L E 25.08. C Z- R O C K F O R C H U R C H I L L 2 1 . 0 7. D E I C H B R A N D F E S T I VA L 26 . 08 . S K- U P R I S I N G R E G G A E F E S T I VA L 2 2 . 0 7. B L A N K I T O P E N A I R 0 1 . 09. R É V O LT É S O P E N A I R 1 1.08. SONNEMONDSTERNE 0 2 .09. R É V O LT É S O P E N A I R

Z U G E Z O GI EN N MASKUL

IRIE R É V O LT É S

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Es ist ein wunderschönes Land, und die Menschen sind ausgesprochen nett.

B A C K S TA G E

kann man sich den Platz Eins der Charts auch kaufen, für ungefähr 1.500 Euro. Das haben wir uns mal kurz überlegt, haben’s aber dann sein lassen (lacht).

»Ich war fünf Tage lang mit drei Angolanern angeln. Niemand sprach ein Wort Englisch, aber wir haben trotzdem tagelang miteinander gequatscht. «

Bist du in Afrika schon mal auf einem Festival aufgetreten? Wir haben durch das Goethe-Institut tatsächlich auch schon Konzerte in Uganda gespielt. Da kamen dann 300 Leute aus Uganda und 300, die da arbeiten. Dabei fiel mir immer wieder auf, wie offen die da sind und was die alle für ein geiles Zeug quatschen, auch schon mit 18, 19 Jahren. Wenn die dann nach ein, zwei Jahren nach Deutschland zurück gehen, labern die nicht nur irgendeine Scheiße. Es wäre schön, wenn der kulturelle Austausch vorangetrieben würde und das mehr Leute machen würden, denn das sind im Nachhinein die geilsten Erinnerungen überhaupt. Ich finde, dass es gut für die Menschen und für die allgemeine Bildung wäre, wenn man sein soziales Jahr nach der Schule in Afrika verbringt. Ich glaube, dann wäre die Welt eine ganz andere.

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J A N D E LOA YN O . 1 & DISK 2 9 . 06 . C H - B L U E S ` N ` J A Z Z 1 3 . 0 7. J A Z Z O P E N S T U T T G A R T 09 .0 9. N D R 2 PA P E N B U R G F E S T I VA L

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»DAS RISIKO IST GRÖSSER GEWORDEN« Mit dem Splash! und dem Melt feiern dieses Jahr die beiden berühmten Festivals von Ferropolis ihren 20. Geburtstag. Dabei blicken sie auch auf jene Jahre zurück, in denen es für beide um die nackte Existenz ging. Die Veranstalter Stefan Lehmkuhl (Melt) und Thomas Resch (Splash!) berichten von zwei Jahrzehnten im Einsatz hinter den Kulissen und von den Lektionen, die man dabei zwangsläufig lernt. Eine davon lautet: Niemand trennt Snoop Dogg von seiner Fritteuse. INTERVIEW: ALEXANDER DAHAS, FOTO: STEPHAN FLAD


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Stefan, Thomas, was muss man als Veranstalter heutzutage beherzigen, damit ein Festival sein Zwanzigjähriges erlebt und nicht vorher von einem Schicksal à la Bizarre, Rheinkultur oder Omas Teich ereilt wird? Stefan Lehmkuhl: Pauschal kann man das nicht beantworten, weil es viele Gründe für ein Scheitern geben kann. Beim Bizarre war es hinterher so, dass die alle total zerstritten waren, und dass unklar war, wer da überhaupt den Hut auf hat. Bei der Rheinkultur gab es irgendeinen behördlichen Ärger. Und Omas Teich ist verkauft worden, so dass dann irgendwann die Luft raus war, weil es keine richtige Kontinuität gab. Ich würde sagen: Man muss den Festivalkunden gegenüber kontinuierlich eine gute Leistung erbringen und hoffen, dass es ihnen gefällt, so dass sie im nächsten Jahr wiederkommen. Sowohl das Splash! als auch das Melt sind ja auch angetreten, um Dinge anders zu machen als die anderen Festivals. Das Hurricane und das Bizarre zum Beispiel bestanden damals im Grunde nur aus einer grünen Wiese mit einer Bühne drauf und ein paar Sponsoren drum herum, dazu Essen und Trinken in relativ schlechter Qualität. Okay: Nicht, dass wir das in den ersten Jahren viel besser gemacht hätten, aber wir haben uns zumindest vorgenommen, es anders zu machen. Thomas Resch: Wobei wir da durchaus wie die Jungfrau zum Kind gekommen sind. Das erste Splash! haben wir vom Grundsatz her noch für einen Verein organisiert, der sich hinterher wieder zurückgezogen hat, als ihm bewusst wurde, dass so ein Unternehmen auch mit Risiken behaftet ist. Nur, weil wir der Meinung waren, dass wir die ganze Arbeit nicht umsonst gemacht haben wollten, sind wir da reingeschlittert und haben gesagt: Dann machen wirʼs halt alleine. Was hat sich für euch als Veranstalter seit 1997 in diesem Geschäft verändert? SL: Der Kunde ist auf jeden Fall anspruchsvoller geworden. Beziehungsweise: Die Fes-

Thomas Resch

tivals sind mehr auf die Lebensbedürfnisse der Menschen eingegangen. Die absolute Grundversorgung mit Zeltplatz, Konservenbüchsen und Dosenbier spricht heutzutage vielleicht noch die Schulabgänger an, die ihr erstes Festival besuchen. Aber der 20-jährige Großstädter oder anspruchsvollere Musikhörer fragen sich schon, warum sie etwa auf die veganen Imbissangebote verzichten sollen, die sie von zuhause gewöhnt sind. TR: Beim Splash! beobachten wir, dass es da den Festivalisten gibt, der all den Neuerungen und dem vermeintlichen Luxus eher ablehnend gegenübersteht und sich fragt, was das noch mit Festival zu tun haben soll. Bei dem Publikum, das wir ansprechen, ist das aber auch ein Mythos. Das sind nicht mehr die, die Festivals noch so urtümlich kennengelernt haben, das ist mittlerweile eine ganz neue Generation. Dazu muss man sagen, dass wir früher auch schon Anrufe auf unserer Tickethotline hatten, in denen sich die Leute erkundigen wollten, wie das denn alles so funktioniert auf einem Zeltplatz. Da kamen Fragen wie: »Und wie viele Leute schlafen dann in so einem Zelt?« Die haben das so verstanden, als sei da schon alles hergerichtet, so wie es das inzwischen vermehrt ja wirklich gibt. Aber 1998 war das Splash! für 95% der Besucher das erste Festival, das sie überhaupt besucht haben, weil es vorher keine HipHop-Festivals gab. Mit all der fehlenden Erfahrung, die wir hatten, sind auch die Besucher da aufgeschlagen, von daher gab es nicht allzu große Aufschreie. Alle waren von der Gemeinschaftserfahrung so geflasht, dass andere Dinge ausgeblendet wurden. Trifft das von Veranstalterseite auch auf den finanziellen Aspekt zu? Da gab es zwischendurch ja eine besorgniserregende Schieflage.

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»1998 war das Splash! für 95% der Besucher das erste Festival, das sie überhaupt besucht haben, weil es vorher keine HipHopFestivals gab.« TR: Wir haben auf jeden Fall viel zu lange gebraucht, um das Festival zu professionalisieren, was uns neben dem Wetterchaos zwischenzeitlich sicher auch zum temporären Scheitern gebracht hat. Wir konnten mit diesen widrigen Umständen damals nicht aktiv umgehen, und es hat uns finanziell in eine extreme Lage gebracht. Wir hatten im vorigen Zeitraum keine Rücklagen gebildet und konnten das, was durch die Schäden entstanden ist, deshalb nicht regulieren. Wir sind dann ganz klassisch in einen Insolvenzplan gegangen, mit einem Verwalter, der berechnet hat, wie wir über sieben Jahre unsere Schulden tilgen konnten. SL: Neben dem Wetter und den Finanzen kam da doch noch die Genrekrise dazu, oder? TR: Ja, da kam vieles zusammen. Mitte der 2000er war der HipHop in Deutschland mal wieder auf einem Tiefpunkt angelangt, der von außerhalb gerne als »Aggro‑Berlin‑Ära« bezeichnet wird. HipHop wurde damals ganz weit weggeschoben, nach dem Motto: Damit will man nichts zu tun haben, das sind ja ganz merkwürdige Menschen, das kann man sich nicht anhören, was die da wollen. Auch in der Szene gab es eine Bereinigung, und viele haben sich abgewandt, weil sie zu wenig daran gut fanden. Bis irgendwann wieder eine Erneuerung stattgefunden hat, rechtzeitig zum Wiederaufstieg des Splash!. Auch beim Melt gab es zwischendurch eine Pause und einen Relaunch. Was war da passiert? SL: Das Melt hat sehr klein als Tagesrave angefangen und dann 2004 den Veranstalter gewechselt. Das Festival war damals erst noch auf dem Weg zu seiner Größe, aber es hatte die Vision, Genres zu vermengen, vom reinen Technorave zum Multi‑Genre‑Festival. Zunächst gab es einen Techno- und einen Rocktag, was auch gut ankam, aber die Reputation des Festivals war dabei immer größer als das Festival selbst, das nur drei- oder viertausend Leute anzog. Den Veranstaltern ist dann finanziell die Puste ausgegangen,


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weil sie ebenfalls drei Jahre hintereinander Pech mit dem Wetter hatten und weniger Leute kamen als angenommen. 2004 ist Intro eingestiegen, was auch musikalisch passte, weil sich auf deren Seiten eben auch über elektronische Musik unterhalten wurde und die Zeitschrift eh ein eigenes Festival ins Leben rufen wollte. Seitdem ist das Melt eigentlich nur noch gewachsen. Geht der Trend bei den Festivalveranstaltern weg von den klassischen Impresarios und Szeneliebhabern und hin zum Großkonzern und zur Aktiengesellschaft? SL: Die ganze Branche ist auf jeden Fall professioneller geworden. Viele Leute haben die Veranstalterei ursprünglich nebenher gemacht, bis sie gemerkt haben, dass man sich auch ein ganzes Jahr lang mit einem Festival befassen kann. Ab einer bestimmten Größenordnung bleibt einem auch gar nichts anderes mehr übrig, als Angestellte einzustellen. Es gibt natürlich immer noch Festivals, die von irgendwelchen Kumpels organisiert werden, aber vor allem gibt es heute zehnmal so viele wie vor 20 Jahren. Und das ist eben auch für Konzerne interessant. TR: Ich glaube, dass es heute viel schwieriger geworden ist, ein neues Festival zu etablieren. In dem Moment, wo man von der Größenordnung in professionelle Strukturen gezwungen wird, hat man am Markt Schwierigkeiten, weil das mittlerweile ein sehr großes Geschäftsfeld geworden ist. Viele Veranstalter gründen aus ihren Festivals heraus andere Geschäfte, und andersrum wünschen sich viele Veranstalter eigene Festivals, um Bands besser an sich zu binden. Auch für Konzerne wird das als Geschäftsmodell interessant, denn wenn ein Festival richtig läuft, ist das durchaus eine wirtschaftliche Größe. Andererseits: Wenn’s dann schiefgeht, streckt’s einen ordentlich dahin, wie ich aus Erfahrung sagen kann. Das Risiko ist größer geworden. Was sind die denkwürdigsten Erfahrungen, die sich euch in den 20 Jahren eingeprägt haben? SL: Einer meiner tollsten Momente war, bei meiner Lieblingsband Oasis mit auf der Bühne stehen zu müssen. Wie man sich

»Einer meiner tollsten Momente war, bei meiner Lieblingsband Oasis mit auf der Bühne stehen zu müssen.« Stefan Lehmkuhl

das von Superstars wie Oasis so vorstellt, wollten die damals eine Polizeieskorte und zehnmal so viel Security wie die anderen. Da sollte unbedingt ein Verantwortlicher mit auf die Bühne, falls irgendetwas schiefgeht oder ein verrückter Fan Noel abstechen will. Da habe ich mich aber gerne zur Verfügung gestellt. Statt Backstagepässen gab es bei denen Jacken, davon habe ich dann auch eine bekommen, die ich am Schluss behalten durfte. Umso schöner, weil das die vorletzte Oasis‑Show überhaupt war.

TR: Die skurrilen Erfahrungen macht man ja oft an Künstlern fest. Und gerade, wenn man wie wir auch Künstler aus dem Ausland vorstellen will, prallen teilweise zwei Welten aufeinander. Da holt man zum Beispiel Leute vom Flughafen ab, und da kommt einem ein Typ mit einer Fritteuse entgegen und sagt: »Ich bin der Koch von Snoop Dogg.« Den muss man dann durch die Sicherheitsschleuse bringen, ohne dass sich jemand daneben benimmt und die Polizei einfach sagt: »So, wir haben jetzt keine Lust mehr, jetzt bleibt ihr einfach hier.« Dann bringt man die alle ins Fünf-SterneHotel, der Typ mit der Fritteuse checkt ein und bekommt erst mal zu hören, dass man nicht auf dem Zimmer kochen darf. Dann muss man dem irgendwie einen Platz in der Küche organisieren. Klingt nach einem Job als Diplomat und Kindergärtner. TR: Genau. Das Schlimmste ist eigentlich, wenn die über mehrere Tage da sind. Dann haben die so viel Zeit, um Quatsch zu machen, dass garantiert immer etwas schiefgeht. Die schaffen es, zu spät zum Festivalgelände zu kommen, obwohl sie bereits seit zwei Tagen vor Ort sind. Oder sie gehen ihrem Kiffer‑Hobby so exzessiv nach, dass irgendwann der Anruf kommt: »Wir brauchen einen Arzt, Snoop Dogg sieht nichts mehr!« Solche Sachen haben wir schon relativ oft gehabt, und bei einigen Künstlern ist auch schon ein Extragefolge dabei, das weiß, wie sie auf ihren Typen am besten aufpassen können. Für den Veranstalter wiederum ist das eigentlich noch viel anstrengender, weil die dann alles in alle möglichen Richtungen absichern wollen, und wir dann so was sagen müssen wie: »Sorry, aber in Deutschland gibt es keine Polizeieskorte für Künstler.« Da haben wir vom Melt aber anderes gehört. SL: Es stimmt, dass wir in Gräfenhainichen einmal mit dem Präsidium geredet und die den Spaß ausnahmsweise mitgemacht haben. Bei Oasis haben wir es damals geschafft, dass die Polizei sie vom Festivalgelände begleitet hat. Zumindest noch bis zur Bundesstraße.


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Tomorrowland, Parookaville und immer weiter

WANN PLATZT DIE EDM-BLASE?

Das belgische EDM-Festival Tomorrowland konnte bereits 2012 insgesamt 185.000 Tickets verkaufen und hat das Kontingent mittlerweile verdoppelt. Das deutsche Parookaville begann 2015 mit 25.000 Besuchern, verdoppelte sich im darauf folgenden Jahr und erwartet 2017 nunmehr 80.000 Fans. Parallel startet am Nürburgring das New Horizons und steigt direkt bei 70.000 erwarteten Gästen ein. Wie lang geht das noch weiter? Was bedeutet das für andere Festivals? Wir fragen sowohl Oliver Vordemvenne, Veranstalter der seit 1995 stattfindenden Nature One, als auch U Lee vom Club Bootshaus in Köln, seit diesem Jahr Partner des neuen Festivals Springinsfeld, zur Entwicklung im EDM-Bereich. INTERVIEW: CARSTEN SCHUMACHER EDM-Boom und kein Ende – wie lange wird das noch gut gehen? U Lee: Das kann man nicht so vereinfachen. Es handelt sich hier eher um kommerzielle Elektronik, die sich jetzt schon ständig ändert. Man kann aber davon ausgehen, dass es für eine sehr lange Zeit kommerzielle Elektronik geben wird. Ob man sie dann am Ende des Tages EDM oder MDE nennen will, ist sekundär. Letztendlich wird immer das gleiche Publikum davon angesprochen. Oliver Vordemvenne: Ich verstehe darunter mainstreamige Popmusik, die von Künstlern produziert bzw. vermarktet wird, die sich selbst als DJs bezeichnen. Daher der

Bezug zur elektronischen Musikszene, obwohl es nicht wirklich viel mit der elektronischen Musikkultur zu tun hat. Die elektronische Musikkultur ist eine Jugendkultur, die mittlerweile seit über 20 Jahren besteht. Ich denke nicht, dass sich EDM zu einer solchen beständigen Subkultur entwickeln wird. Erste Anzeichen einer Übersättigung gibt es bereits. Wo waren all die neuen Festivalbesucher bisher? Bekommen andere Elektronik-Festivals durch EDM existenzgefährdende Konkurrenz? UL: Diese »Szene« (man kann es eigentlich nicht so nennen, denn es ist kommerzielle Elektronik) ist halbwegs neu, denn die

großen Labels pushen heutzutage DanceMusik, weil sie sich gut verkauft. Die Popstars von heute kommen zu 50 % aus der Dance-Szene. Diese ganze Entwicklung ist neu. OV: Die neuen Festivalbesucher sind entweder bis dato gar nicht auf Festivals gegangen oder sie kommen aus allen Bereichen, da EDM Mainstream bzw. Pop-Musik ist. Jedes große Festival zieht auch Leute aus dem Mainstream. Daher führt das deutlich gestiegene Angebot an Festivals sicher zu einer verschärften Wettbewerbssituation und kann genreübergreifend allen etablierten Festivals Besucher kosten. Ich befürchte, dass vor allem die kleineren


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INTERPOL

hat diese Szene wenig mit Champagner zu tun. OV: EDM-Festivals sind konzeptionell ein Hybrid aus Rock-Festival und ElektronikFestival. Auf der einen Seite die riesige (Rock’n’Roll-)Mainstage mit Pop-Stars, dem damit verbundenen Starkult und dem ganzen VIP-Schnick-Schnack. Auf der anderen Seite aber auch »echte« elektronische Musik und entsprechende Bühnen und Künstler. Ob dies auf Dauer zusammenpasst und funktioniert, wird man sehen. Und ob EDM nun eine Erweiterung der elektronischen Musikkultur ist oder die totale kommerzielle Ausschlachtung eines Teilbereichs oder ob es überhaupt nichts mehr mit der ursprünglichen Idee dahinter zu tun hat – da kann sich jeder selbst seine Meinung bilden. Amüsant finde ich in dem Zusammenhang, dass uns vor einigen Jahren immer wieder vorgeworfen wurde, Nature One sei »voll der Kommerz«. Im Vergleich zu den heutigen sogenannten EDM-Festivals war und ist Nature One der absolute Underground, bei der die Musik und das Gemeinschaftserlebnis im Vordergrund stehen. Und nicht die Anzahl der verbrauchten CO2-Flaschen oder die

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Tonnen an Konfetti, die im Special-EffectInferno in die Luft geblasen werden. Wer ist bei dieser Entwicklung am Ende der Verlierer? Das klassische Techno-Festival? Die Rock-Festivals? Die Clubs? UL: Wenn, dann die Dance-Clubs, denn hier läuft teilweise genau diese Art Musik. OV: Für die Clubs ist es sicher extrem schwierig, da die exorbitante Gageninflation an der Spitze auch immer die Gagen an der Basis mit hochzieht. Sicher wird es auch einige Festivals wieder aus dem Markt kegeln. Genauso wie das aktuell im Rock’n’Roll-Bereich der Fall ist (Stichwort DEAG*). Mehr Wettbewerb führt aber auch dazu, dass sich alle noch mehr anstrengen (müssen), um erfolgreich zu sein. Davon profitieren die Festivalbesucher. Wollen wir nur hoffen, dass es nicht zu kurzfristigen Festivalabsagen aufgrund schlechter Ticketverkäufe kommt und dem damit verbundenen Frust bei den Besuchern. So was wirft schnell ein schlechtes Licht auf eine ganze Branche. *Die Deutsche Entertainment Aktiengesellschaft versucht seit 2015 mit Rock im Revier, Rock in Vienna und Rockavaria auf dem Markt der großen Rockfestivals Fuß zu fassen.

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Festivals unter Druck geraten könnten, was sehr schade wäre. Was bedeutet der Boom für Gagen und Ticketpreise? UL: Kommerzielle Acts wollen mehr Geld, denn sie verkaufen nun mal mehr Tickets. Egal ob Rock, Rap oder Dance. OV: Was im EDM-Bereich an Gagen gezahlt wird, ist einfach irrwitzig. Das wird auch dazu führen, dass es einige Festivals in dem Bereich mittelfristig nicht mehr geben wird, weil sie sich nicht finanzieren lassen. Wir machen bei diesem Gagen-Wahnsinn nicht mit, da wir auch die Ticketpreise nicht exorbitant steigen lassen wollen. Jeder soll es sich leisten können, unsere Veranstaltungen zu besuchen und eine gute Zeit zu haben. Wir machen Rave mit Leidenschaft und kein Disneyland für Erwachsene. Sind EDM-Festivals wirklich nur bunte Fassade und Luxus-Logen mit Champagner-Yakuzi? Welche Art von Kultur steht hinter diesem Boom? UL: Die große Masse sind junge Menschen, die einfach nur Spaß haben wollen und etwas Besonderes erleben wollen, das ihre Jugend definiert. Vor allem in Deutschland


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FRONT ROW ACTION … like you just don’t care


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Ein Interview mit Sandy Carson, dem Fotograf der ersten Reihe Sandy Carson ist ein Schotte, den es nach Texas verschlagen hat. Dort, in Austin, fotografiert er seit zehn Jahren die Fans aus der ersten Reihe. In der »Welthauptstadt der Live-Musik«, wie er sagt. Seine Bilder zeigen Leidenschaft und Hingabe, Entfesselung und Schwelgen. Sein per Crowdfunding finanzierter Fotoband erscheint im Herbst. Sandy, wie fühlt sich das an, wenn man als Fotograf vor der ersten Reihe steht und von einer Flut aus Gefühlen überschwemmt wird? Das ist zu manchen Zeiten überwältigend und sehr ansteckend, da mittendrin zu sein. Besonders, wenn du die Band und die Songs kennst, dann wirst du selber zur ersten Reihe. Du kannst die Energie spüren in diesem engen Fotograben und bist selber manchmal genauso viel Fan wie Fotograf. Hast du manchmal Angst, den Leuten in der ersten Reihe die Magie des Momentes zu zerstören, wenn sie voller Emotionen sind und die Musik ruhig wird? Manchmal schon. Ich versuche, das zu erspüren und bei einem leisen Moment die Gesichter zu lesen, damit ich die emotionale Anteilnahme im Konzerterlebnis nicht ruiniere. Wenn es


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138 so kommt, versuche ich eher von weiter weg reinzuzoomen, um unauffällig zu sein und zu vermeiden, dass ich den Vibe ruiniere. Wird es manchmal auch furchteinflößend? Nicht wirklich. Ich komme von einem BMX- und Skateboard-Background und habe Wettbewerbe fotografiert, bei denen man jederzeit von einem fliegenden Fahrrad oder Board getroffen werden konnte, ha! Ich bin mir immer sehr bewusst, worauf ich mich im Fotograben einlasse. Wenn es bei Punk Gigs Stagediver gibt, kann es aber etwas haarig werden, weil man einen Tritt gegen den Kopf abbekommen oder das Objektiv beschädigt werden kann. Sowas ist dann furchteinflößend kostspielig. Erntest du wirklich nur die reine Emotion in der ersten Reihe oder spielen dir manche nur was vor, um deine Aufmerksamkeit zu bekommen? Und was ist interessanter? Ich bin mehr an unverfälschten Gefühlen interessiert und ernte die natürlichen Reaktionen auf die Musik von den Fans, die voll drin sind. Ich beziehe mich auf die organische Antwort auf die Musik und nicht darauf, wie Fans meinen, sich zu einer bestimmten Art von Musik in einer bestimmten Weise verhalten zu müssen.


139 B A C K S TA G E Du kannst das direkt an Körpersprache und Gesichtsausdruck erkennen. Posen manche rum, wenn sie merken, dass du fotografierst? Manchmal bestimmt. Aber ich versuche sie in einem möglichst natürlichen Zustand zu erwischen, bevor sie überhaupt merken, dass ich da bin. Du hast mit dem Projekt schon vor einer Dekade begonnen – würdest du sagen, dass sich die Menschen in der ersten Reihe in dieser Zeit verändert haben? Ich würde sagen, die größte Veränderung sind die Mobiltelefone, mit denen alle festzuhalten versuchen, was vorne geschieht. Jeder will einen Teil des Geschehens mitnehmen, ein Foto oder ein Video als Souvenir des Konzerterlebnisses. Ich habe zum Teil dieselben Leute immer wieder in der ersten Reihe gesehen. Die-Hard-Fans, die den Bands hinterher reisen. Und so habe ich beobachten können, wie sie sich persönlich verändert haben – mit einem neuen Look oder Haarschnitt. Was macht die Fans besonders? Ist der Charakter der ersten Reihe abhängig von der Musik, die gehört wird? Absolut. Ich würde sagen, jedes Genre hat seinen eigenen Look, Charakter, Stereotyp und


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P R O M OT I O N

YES, WE ARE NUTS! Das Frangelico FestivalWohnzimmer

20 Umdrehungen hat die Haselnuss mit Schuss – 20 Jahre alt wird der Festivalguide. Beide haben ein gemeinsames Anliegen: das beste Festivalerlebnis für Feierwütige! Deswegen lässt es sich Frangelico in dieser Festivalzeit nicht nehmen, bei Puls Open Air, Maifeld Derby, splash!, Melt, Juicy Beats und MS Dockville sein heimeliges Wohnzimmer einzurichten. Beim Punchline Bingo treten dort HipHop-Experten in den Ring, um mit ihrem Knowhow anzugeben. Zu gewinnen gibt es ein exklusives Frangelico Festival-Package und obendrauf natürlich HaselnussLikör für alle. Denn »Frangelico feiert, bis die Nüsse wieder flüssig sind«. Das ist aber noch lange nicht alles: Frangelico-Oma Helga macht sich gemeinsam mit Blogger Dead Stock auf die Suche nach tauglichen Sneakers für die Festival-Saison (Video auf yeswearenuts.de)! Ausgestattet mit den neuen Tretern wird sie höchstpersönlich das splash! besuchen, dort in ihrem Wohnzimmer feiern und dabei den Clash der Generationen auf die Spitze treiben.

Art der Reaktion auf die Musik. Manche sind lebhafter, andere ruhiger. Manche sind sich charakterlich ähnlich, abhängig vom Genre. Im Punk und im Heavy Metal beispielsweise gibt es jede Menge schwarzer T-Shirts, Band-Gespür, Lederjacken und wildes Gebaren zur Musik wie Headbanging, Moshpits oder Stage Diving. Wenn man dagegen HipHop, Indie Rock, Elektronik und Soul betrachtet, haben alle ihre bestimmten Fans, aber auch eine Menge Durchmischung. Sowas hängt auch vom Festival und der Location ab. Austin hat Festivals, die auf Genres abgestimmt sind, aber nicht zu streng. Das Levitation Fest beherbergt die Psychedelic Szene, beim Sound On Sound gibt es verschiedene Bühnen und Zelte von Punk über Metal, Comedy, HipHop bis Elektronik oder Dance und das ACL Fest ist eine Mischung aus Mainstream, Indie und Pop. Jedes Festival und jedes Konzert hat besondere Fans und ich würde sagen, Austin eine besondere Magie – auch zwischen Musik und Fans – als Welthauptstadt der Live Musik. Was war denn das gefährlichste Erlebnis, das du mit einer ersten Reihe hattest? Wahrscheinlich, Slayer beim Fun Fun Fun Fest 2013 spielen zu sehen. Die Absperrgitter vorne gaben nach und Leute wurden wegen Erschöpfung oder weil sie erdrückt wurden, rausgezogen. Sehr beängstigend. Es ist kein gutes Zeichen, wenn du Sanitäter siehst, die bewusstlose Menschen aus jedweder Publikumssituation heraus ziehen müssen. Bei dieser Show gab es auch Fotografen, die headbangend im Fotograben standen, weil sie eben selber totale Slayer-Fans waren. Ist die erste Reihe bei einem Festival anders als die erste Reihe bei einem Konzert? Ich denke schon, allein weil Festivals gewöhnlich draußen stattfinden und die meisten Konzerte drinnen. Das ist dann schon eine unterschiedliche Energie. Es ist einfach anders, wenn die gesamte Energie in einem Gebäude gefangen ist. Außerdem ist der Sound völlig anders. Gleichzeitig hängt es wirklich von dem Konzert selber ab. Einige Venues haben keinen Fotograben, so dass du dir den Weg nach vorn freikämpfen musst, um entweder die Band oder die Fans zu fotografieren, was ich gar nicht mag. Ich hasse es, dieser Typ zu sein. Ich mag die Venues, wo die Band auf der selben Höhe wie das Publikum steht und nicht drei Meter höher, etwas intimere Konzerte eben. Die letzte Frage an dich als passionierten Festivalgänger: Was hat die Festivalkultur in den letzten 20 Jahren am meisten verändert? Ganz sicher die sozialen Medien. Es gibt Apps, die dich während des Festivals durch alles durchlotsen, von den Bands zum Essen und zu anderen Aktivitäten. Ich kann jetzt wenig über andere Festivals als über die in Austin sagen, aber dort wird das Essen jedes Jahr besser. Mehr Buden und mehr Auswahl für die hungrigen Festivalgänger. Interview: Carsten Schumacher »We Were There« von Sandy Carson erscheint im Herbst bei Daylight Books und ist ebenso erhältlich über sandycarson.com – inkl. einer 7inch Flexi-Disk mit Songs von The Black Angels und The Sword.


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Wie Eintrittspreise künstlich in die Höhe getrieben werden

GUTES TICKET BÖSES TICKET

Eine Geschichte mit allen Zutaten: Bots und Bundesjustizministerium, Steffi Graf und Barack Obama, Verbraucherschützern und Whistleblowern. Kurzum, es geht um den Wiederverkauf von Eintrittskarten im Internet, einem Thema, welchem der Festivalguide bereits vor sechs Jahren einen Artikel widmete. Seitdem hat sich viel getan, technologisch und in Bezug auf die Anzahl und die Tragweite von Skandalen. Und das nicht zu Gunsten der Fans … VON MANFRED TARI


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durch den Weiterverkauf an Live Nation »rückvergütete«. Konfrontiert mit Lieferschein und Rechnungen, bemühte sich der Filialleiter des Unternehmens gegenüber dem TV-Team den Vorgang kleinzureden, was allerdings die Guardia Finanza im folgenden November nicht von umfangreichen Hausdurchsuchungen abhielt. Und das Problem ist ein weltweites: In Spanien verkauften Viagogo & Co. Karten für ein angekündigtes Konzert von Joaquín Sabina für das noch gar keine Karten im Vorverkauf waren. Die gleiche Verkaufsmasche ereilte den populären Barden Vasco Rossi in Italien. In Australien verklagen Verbraucherschützer zeitgleich Viagogo und Ticketmaster Resale für Wucherpreise für Konzerte von den Avalanches und Justin Bieber.

HANDARBEIT WAR GESTERN Längst ist klar, dass es keineswegs wieselflinke Fans sind, die es schaffen, ganze Ticketkontingente von Großveranstaltungen binnen Minuten aufzukaufen. Neuerdings erfolgt der An- und Verkauf von Eintrittskarten vollautomatisiert, wird von Algorithmen und Bots, also selbständig operierenden Computerprogrammen, erledigt. Aufgrund dieser Erkenntnis erließ die Obama-Administration kurz vor Ende ihrer Amtszeit den »BOTS-Act«, ein Gesetz, das den Einsatz von Bots beim Ticketkauf verbietet. So berichtete die New York Times am 8. Dezember, dass ein einzelner Käufer 1.000 Karten für ein Konzert von U2 in weniger als einer Minute erwarb. Auch verwies das Blatt auf politische Anstrengungen in Italien und England, diesem unlauteren Treiben gesetzlich beizukommen. Der italienische Kulturminister Dario Franceschini sprach sich nach dem »Coldplay-Gate« für die Einführung eines Gesetzes gegen den unautorisierten Wiederverkauf, ähnlich wie dem in Frankreich, aus. Dort erließ die französische Regierung unmittelbar vor den Wahlen im Frühjahr 2012, u. a. auf Druck des Konzertveranstalter-Verbands Prodiss, das bislang wirksamste Gesetz gegen den unerlaubten Wiederverkauf von Eintrittskarten. Verankert im Strafgesetz behalten Veranstalter vom Beginn des Vorverkaufs bis zum Veranstaltungsbeginn die Kontrolle über den Verkauf der Karten. Zuwiderhandlungen

werden im Erstfall mit einer Geldstrafe von 15.000 Euro, im Wiederholungsfall von 30.000 Euro geahndet. In England sorgte Anfang des Jahres der Weiterverkauf von Tickets eines CharityKonzerts von Ed Sheeran zugunsten des Teenage Cancer Trust in der Royal Albert Hall für den Gesinnungswandel in Politik und Verwaltung. Allen voran war es wieder einmal Viagogo, die, gemäß einem Artikel im Guardian, Karten mit einem Originalpreis von 75 £ schamlos für 500 bis 2300 £ anboten – selbstverständlich ohne die Absicht, den Mehrerlös dem Teenage Cancer Trust zu spenden. Im März diesen Jahres berichtete The Guardian, dass die britische Regierung an einem Gesetz arbeite, das, ähnlich wie in den USA, ein Verbot von Bots vorsehe, aber zugleich auch Verbraucher sowie Veranstalter besser schützen solle, als dies bislang der Fall sei. In England ist zwar der Wiederverkauf von Eintrittskarten für die Fußballspiele der Premier League aus Sicherheitsgründen gesetzlich untersagt, nicht aber für Konzerte oder Festivals.

WIE KONNTE ES SOWEIT KOMMEN? Das Thema ›Betrug auf dem Zweitmarkt‹ an sich ist nicht neu, die Industrialisierung des Schwarzmarkts hingegen schon. Binnen fünfzehn Jahren hat sich dieser Teil des Ticketgeschäfts verselbstständigt und profitiert von technologischen und medialen Entwicklungen sowie der Trägheit von Politik und Branche, die derartigem Geschäftsgebaren bislang nur punktuell entgegenwirken. Hinzu kommt, dass die Profitmargen in diesem Geschäft derart groß sind, dass sie das rasante Wachstum mitfinanziert haben. US-Konzerne wie Ebay und Live Nation konnten der Versuchung daher nicht widerstehen und verleibten sich die eine oder andere Börse ein. Eric Baker, ein ehemaliger Investment Banker, gründete 2000 mit Partnern Stubhub und verkaufte 2007 das Unternehmen für 310 Millionen US-Dollar an Ebay. Geschäftstüchtig wie Baker es an der Elite-Uni Stanford gelernt hat, gründete er parallel bereits 2006 in London Viagogo, unter anderem mit illustren Investoren wie den einstigen Tennis-Größen Steffi Graf und Andre Agassi; so berichtete das Handelsblatt im Februar 2009.

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er kennt es nicht: Festivals und Konzerte sind manchmal in Rekordzeiten ausverkauft. Man hofft und klickt, aber nichts ist zu machen. Anscheinend sind Eintrittskarten online zum regulären Eintrittspreis oftmals bereits Minuten nach Beginn des Vorverkaufs nicht mehr zu haben. Aber der Schein trügt, denn es gibt diesen feinen Unterschied zwischen Ticketportalen wie Eventim.de oder Ticketmaster.de und sogenannten Ticketbörsen wie Seatwave, Stubhub oder Viagogo. In den Ticketbörsen finden sich erfahrungsgemäß Restkarten oder Karten von mutmaßlich verhinderten Kartenbesitzern, die dort teils mit gehörigen Aufschlägen und absurd hohen Gebühren feil geboten werden. Trotzdem boomt der Wiederverkauf von Eintrittskarten über solche Ticketbörsen sogar und soll weltweit nach Medienberichten einen Jahresumsatz von rund 8 Milliarden US-Dollar generieren. Aber es sind nicht nur wirtschaftliche Erfolgsmeldungen, die Schlagzeilen machen. Immer wieder sind es Verbraucherschützer oder Whistleblower, die in steter Regelmäßigkeit die fragwürdigen Geschäftsmethoden dieser Branche anprangern und offen legen. In Deutschland zeugen davon aktuell TV-Reportagen, wie die des ZDF-Magazins Frontal21 unter der Überschrift »An der Ticketbörse abgezockt, überhöhte Preise, unzufriedene Kunden« vom 14. März oder »Viagogo – Verbraucherschützer warnen vor Abzocke« von Stern TV am 29. März. Im internationalen Vergleich nehmen sich diese Berichte eher harmlos aus. Im Oktober letzten Jahres sorgte das italienische TV-Magazin Le Iene mit einem Beitrag weltweit für Aufregung, der vor Ort nun Staatsanwälte und Regierung beschäftigt. Dank eines Whistleblowers konnten Journalisten anhand von Dokumenten und Abrechnungen belegen, dass der örtliche Ableger von Live Nation, dem weltgrößten Konzertkonzern, Karten für einen Auftritt von Coldplay noch vor Vorverkaufsbeginn direkt an Viagogo und andere Ticketbörsen lieferte, über die sie anschließend mit gewohnt deftigen Aufschlägen verkauft wurden. Abgesehen davon belegte die den Journalisten vorgelegte geschäftliche Korrespondenz, dass Viagogo im Gegenzug für die Tickets des Mailand-Konzertes der Band im Juli 2017 bis zu 90 Prozent der Gewinne


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Live Nation gönnte sich im November 2014 Seatwave, das ebenfalls im Jahre 2006 mit großen Mengen Geldes diverser Investoren in London aus der Taufe gehoben wurde. Angedockt an Ticketmaster, einem Tochterunternehmen von Live Nation, expandiert Seatwave derzeit in Europa und startete zu Beginn des Jahres Ableger in Finnland und Schweden. Kurz bevor Ticketmaster 2009 von Live Nation übernommen wurde, erwarb das Unternehmen 2008 in England noch die Ticketbörse Get Me In.com, die nun ebenso im Portfolio des US-amerikanischen VeranstaltungsGiganten aufging. Aktuell besitzt Viagogo Filialen in 60 Ländern und gilt als der Marktführer, während Stubhub in 48 Ländern seinen Geschäften nachgeht. Dementsprechend lang ist die Liste von Medienberichten über Gerichtsverfahren, Skandalen und sonstigen Missetaten im Bereich der regulären Presse, während in Wirtschaftsmedien über Wachstum und Gewinnaussichten berichtet wird. Im Geschäftsbericht für 2016 verkündete Live Nation, dass ihr Secondary Ticketing-Geschäft nochmals um 26 Prozent zulegte, während Ebay für Stubhub in 2016 einen Rekord von 167 Millionen Ticketverkäufen mit einem Umsatzvolumen von 1,2 Milliarden US-Dollar meldete. Dagegen wirkt das in Deutschland börsennotierte Unternehmen CTS Eventim mit seiner Börse Fansale.de nun wirklich wie ein kleiner Fisch.

UND DEUTSCH­L AND SO? Dass der Schwarzmarkt hierzulande prosperiert, bestätigt auch Stephan Thanscheidt, Geschäftsführer bei FKP Scorpio, Marktführer für Festivals in Europa darunter Hurricane und Southside: »Nicht nur die Zahl der angebotenen Karten, sondern auch die Vielzahl der entsprechenden Plattformen und deren Professionalität hat enorm zugenommen und ist längst zu einem ernst zunehmenden Problem geworden.« Doch Medienberichte über derartige Geschäftsmodelle sind in Deutschland seit Jahren nicht nur zahllos, sondern vor allem folgenlos. Egal ob Bundesliga, Konzerte oder Festivals: Hierzulande versteht sich der Gesetzgeber immer noch als Gralshüter der freien Marktwirtschaft und räumt dies auf Anfrage auch gerne ein.

Festivalguide konsultierte das Bundesjustizministerium unter Leitung von Heiko Maas (SPD), das auch für den Verbraucherschutz zuständig ist und fragte nach den Gründen. Dazu äußerte ein Sprecher des Ministeriums wie folgt: »Veranstalter können sich gegen das Erwerben ihrer Eintrittskarten, mit der Absicht die Eintrittskarten gewinnbringend an Dritte weiter zu verkaufen, ausreichend selbst schützen, indem sie ihre Preise so kalkulieren, dass Dritte mit dem Weiterverkauf von Karten keine zusätzlichen Gewinne erzielen können, weil schon die Veranstalter den Markt ausgeschöpft haben.« Im Ernst? Heißt das nicht, dass die Veranstalter selbst schon mal 500 Euro verlangen sollen, damit es für Viagogos nicht mehr attraktiv wird? Auch in Sachen Bot-Einsatz ist man im Ministerium sehr freizügig mit lapidarer Hilfe zur Selbsthilfe (sofern man nicht gemeinsame Sache mit Ticketbörsen machen möchte): »Wenn der Veranstalter mit seinen Kartenpreisen den Markt selbst nicht ausschöpfen will, weil er seine Veranstaltung einem breiten Publikum zugänglich machen will, dann kann er die Eintrittskarten auf den Namen des jeweiligen Erwerbers ausstellen und die Abtretung des Anspruchs auf Teilnahme an der Veranstaltung grundsätzlich an seine Zustimmung binden. So lässt sich auch der Einsatz von Bots wirksam ausschließen.« Nun ja, theoretisch könnten personalisierte Tickets ein Mittel gegen den Wiederverkauf sein. Praktisch wird trotzdem verkauft und der Käufer trägt dabei das Risiko, sollten die Personalien überprüft werden. Abgesehen von einer deutlich erkennbaren Praxisferne innerhalb des Ministeriums, lautet die Botschaft hier: Möge der Markt dieses Problem doch selber lösen. Generell ist man offensichtlich dort der Ansicht, dass »ein strafrechtliches Verbot des gewerblichen Weiterverkaufs von Eintrittskarten für Veranstaltungen, wie dies Artikel 313-6-2 des französischen Code Penal vorsieht, mit Blick auf die Schutzmöglichkeiten, die schon das Zivilrecht den Veranstaltern bietet, nicht erforderlich ist.« Scumeck Sabottka, Geschäftsführer der Konzertagentur MCT (u.a. Rammstein, Kraftwerk, Robbie Williams, sowie Mitveranstalter des Hurricane) kommentiert die Haltung des Ministeriums so: »Nicht gerade solidarisch für einkommensschwächere oder jüngere Konzertbesucher/innen diese Stellungnahme des Amtes. Ebenso schade,

Beschwerden

bei der Verbraucherzentrale Bayern über Secondary-TicketingPlattformen nach Häufigkeit

1. Überhöhte Bearbeitungsgebühren, erst nachträglich ersichtlich 2. Tickets werden überteuert weiterverkauft 3. Ungültige Tickets 4. Tickets nicht erhalten, Rechnung schon 5. Karten werden kurzfristig (3 Tage vor Event) zugestellt 6. Kein Kauf, trotzdem Forderungen 7. Falsche Tickets erhalten 8. Aggressive Werbung 9. Identitätsdiebstahl

dass ein vom Gesetzgeber vorgegebenes Verbot wie in Frankreich hier nicht als Schutz der Fans vor Abzockern à la Viagogo und Seatwave verstanden wird – da muss den Damen und Herren vom Amt nochmal etwas erklärt werden.« Auch Kiki Ressler, Chef der Konzertagentur KKT, findet: »Diese Aussage ist ein Schlag ins Gesicht für all jene Bands, die sich seit Jahrzehnten bei der Gestaltung der Eintrittspreise eben nicht an dem Marktwert orientieren, sondern versuchen, einen möglichst sozialen, von allen ihren Fans finanzierbaren, Eintrittspreis vorzugeben. Das betrifft im besonderen, aber nicht ausschließlich, die von uns vertretenen Gruppen Die Ärzte und Die Toten Hosen.« Hinzu kommt, »dass alle genannten Schutzmaßnahmen, die wir gegen einen Schwarzmarkt erheben sollen, nicht unerhebliche Kosten erzeugen und letztlich aus unserer Erfahrung her nicht wirklich wirksam, bzw. bei Großveranstaltungen auch nicht mal zu 60% durchzusetzen sind. Das ist wirklich kein Argument gegen eine gesetzliche Regelung.« Auch Karsten Jahnke (Elbjazz Festival, Reeperbahn Festival, Way Back When) merkt an: »Allein die Tatsache, dass sich alle großen Ticketanbieter mittlerweile


einen ›eigenen Zweitmarkt‹ zugelegt haben, zeigt, wie schwierig es ist, hier seine Rechte als Veranstalter durchzusetzen und im Sinne des Verbrauchers zu agieren. Wenn sich rechtlich nichts ändert, dann müsste sich das Verhalten der Kunden in dem Sinne wandeln, dass ein Bewusstsein dafür entsteht, sich nicht an einer kriminellen Handlung beteiligen zu wollen.« Zudem findet er, »den Hinweis des Bundesministeriums zur besseren Kalkulation der Eintrittspreise durch den Veranstalter als nahezu zynisch.« Mit Verweis auf die zuvor genannten Erfolgsmeldungen des industrialisierten Anund Verkaufs von Eintrittskarten, führen die Folgen dieser Entwicklung indes in der Verbraucherzentrale Bayern erstmal zu jeder Menge Mehrarbeit. »Wir werten die bei den Verbraucherzentralen eingehenden, besonders bemerkenswerten Fälle aus«, berichtet Susanne Bäumer, dort Teamleiterin Digitale Dienstleistungen. Hier habe »in 2017 die Zahl der Fälle drastisch zugenommen, wir hatten in den drei ersten Monaten fast so viele Meldungen wie

in 2016 insgesamt. Dabei wurde Viagogo in gut 50 Prozent der Fälle genannt, aber auch zu anderen Ticket-Wiederverkäufern wie Ticketbande, Eventim-Fansale und Tickettube liegen uns Beschwerden vor.« Entsprechend der gegenwärtigen Gesetzeslage in Deutschland sind Verbraucher sowie Veranstalter im Vergleich zu Frankreich immer noch auf sich selbst gestellt. Das weiß Viagogo sicherlich auch zu schätzen, denn wie Bäumer schildert, haben die Verbraucherschützer Viagogo im Januar 2017 eine Abmahnung geschickt und das Unternehmen aufgefordert, »transparent darzustellen, dass es eine Ticketbörse und kein offizieller Tickethändler ist. Dann haben wir noch deren Gebührenpolitik bemängelt, da der Verbraucher viel zu spät über die sehr hohen Gebühren informiert wird. Viagogo hat unsere Abmahnung ignoriert, ein Verhalten, das wir nur von sehr wenigen Anbietern kennen.« Fakt ist, so der FKP-Geschäftsführer Thanscheidt: »In Deutschland fehlt momentan eine klare gesetzliche Grundlage, um juristisch wirkungsvoll gegen gewerb-

liche Wiederverkäufer vorzugehen. Hier besteht nicht nur der Wunsch, sondern die Notwendigkeit, die momentanen Grauzonen und Gesetzeslücken im Hinblick auf ein unautorisiertes Secondary Ticketing einzudämmen bzw. zu schließen.« Nur wer oder was sollte das auslösen? In England nahmen die Bemühungen, ein entsprechendes Gesetz zu verabschieden, bereits vor dem besagten Charity Gig von Ed Sheeran Fahrt auf, da einige Politiker in unfreiwilligen Selbstversuchen beim Kartenkauf auf Ticketbörsen böse überrascht wurden. Sofern also die Ticketkäufer sich nicht vor der nächsten Bundestagswahl als mündige Konsumenten und Wähler zu erkennen geben, bliebe nur zu hoffen, dass bis dahin die entsprechenden Politiker selber schlechte Erfahrungen auf dem Zweitmarkt machen. Bis dahin bleibt der Fan ein Spielball betrügerischer Machenschaften auf der einen und eines falsch verstandenen Liberalismus auf der anderen Seite.


WELCOME 2017

DAMIAN MARLEY Y PATRICE Y NAS SIDO Y BEENIE MAN Y G-EAZY Y BILDERBUCH Y DUB FX Y JOY DENALANE PROTOJE Y TOOTS & THE MAYTALS ALPHA BLONDY Y DANAKIL Y IRIE RÉVOLTÉS KABAKA PYRAMID Y SKATALITES XAVIER RUDD Y YANISS ODUA Y TEESY META & THE CORNERSTONES Y JAH9 OK KID Y DUBIOZA KOLEKTIV Y NATTALI RIZE Y UMSE Y BUKAHARA Y CALI P SYSTEMA SOLAR Y VOLODIA Y RUNKUS JAHCOUSTIX Y FAADA FREDDY Y JAMARAM Y JEREMY LOOPS SENTINEL Y POW POW MOVEMENT Y JUGGLERZ DRUNKEN MASTERS Y TRETTMANN

RANDY VALENTINE Y MIWATA Y KAAS Y KINGSEYES KAREN FIRLEJ & FRANKY KUBRICK Y JAH SUN

T W O O P E N A I R S TA G ES Y B A Z A R DANCEHALL ARENA Y CHI L L O UT ZO NE

30. JUNI - 2. JULI Y KÖLN FÜHLINGER SEE

INFO & TICKETS: SUMMERJAM.DE


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Love, Peace & Populismus? Noch vor 20 Jahren sah die europäische Festivallandschaft anders aus, aber das galt genauso für Europa selbst. Die Schritte der jungen Demokratien im Osten wurden sicherer, der Krieg auf dem Balkan näherte sich seinem Ende. Nach und nach sah man Festivals aus einem friedlichen Boden sprießen wie Krokusse im Frühjahr. Und heute? Teile der Gesellschaft rutschen nach rechts, Extremisten und Populisten finden immer mehr Zuhörer und der Kontinent hält den Atem an. Was bedeutet das für Festivals und ihre Macher, stehen sie doch eindeutig für einen völlig anderen Lebensstil. VON HOLGER JAN SCHMIDT

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Europas Festivals in Zeiten von Erdogan, Wilders & Co.


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ie in Düsseldorf ansässige Veranstaltungsagentur SSC Group hat im Frühjahr Zuwachs bekommen. Baris Basaran arbeitet neuerdings als »Head of Booking« im Tournee‑ und Festivalbereich für das Unternehmen. Er ist kein unbeschriebenes Blatt, seit Jahren ein hervorragend vernetzter Fachmann der internationalen Livemusikbranche. Basaran ist in der Türkei geboren und war dort bis vor gar nicht langer Zeit beim größten Konzertveranstalter des Landes in Istanbul beschäftigt. Ins Musikgeschäft kam er erst über Umwege und doch ist es kein Zufall. »Musik hatte immer einen besonderen Platz in meinem Herzen«, erklärt er. »Neben meinen Dayjobs organisierte ich Raves und Partys. Ich habe gefühlt und bin immer noch überzeugt, dass wir die Welt mit Musik verändern können.« Basaran fand seine Bestimmung 2004, als ein Jobangebot aus der Veranstaltungsbranche kam, das er annahm. Fortan war er über zehn Jahre erfolgreich von Istanbul aus für die bedeutendsten Konzertbüros der Türkei vor allem vor Ort, aber auch in ganz Osteuropa, tätig. Baris arbeitete ebenso an den populärsten türkischen Festivals wie bspw. dem Rockʼn Coke mit über 30.000 Besuchern wie auch für die internationalen Majorevents Sziget und Exit. Es lief super – bis sich das Klima in der Türkei langsam, aber sicher veränderte und damit auch die Basis für das Geschäft, von dem und für das Basaran lebte. Werte, die auch in bester Tradition seiner internationalen Auftraggeber stehen, waren zuhause plötzlich nicht mehr selbstverständlich. »Wir waren die Flaggenträger der freien Rede, Glaubensfreiheit und Gleichheit von Rasse und Geschlechtern«, sagt Basaran. »Wir haben Kultur und alle Formen der Kunst gefördert. Unsere Existenz, unsere Werte, Philosophien – diese Dinge waren die Top‑Werte der Türkei bevor die aktuell vorherrschende Mentalität unglücklicherweise das Land verändert hat.« Veränderungen, die nicht ausschließlich im Livemusikund Veranstaltungsbereich geschahen, sondern in weite Teile der türkischen Gesellschaft reichten. Deren säkularer,

aufgeschlossener und liberaler Teil lehnte dies ab und doch konnte das Verschwinden der vormals guten Dinge nicht verhindert werden. »Für mich war der offensichtliche Wendepunkt, als in der Nacht vor unserer Show

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duzierte sich die Anzahl der Mitarbeiter von Basarans Arbeitgeber um mehr als die Hälfte: von gut 140 auf etwa 60, die es heute noch sind. Die großen Festivals des Landes, über Jahre Fixpunkte im internationalen Veranstaltungskalender, haben seit 2013 nicht mehr stattgefunden. Im Sommer 2015 strich auch Basaran enttäuscht und resigniert die Segel. Die politisch‑gesellschaftliche Entwicklung in der Türkei hatte ihm und seinem Schaffen die Grundlage entzogen. Dabei sieht Basaran aber auch Schuld auf internationaler Ebene. Die Entwicklung wurde dadurch begünstigt, dass zu Beginn viele heute kritische Europäer Ankara unterstützten und naiv genug waren zu glauben, eine vergleichsweise zahme, gemäßigt-islamische Türkei käme dabei heraus. »Nun, das ist das Ergebnis, das du bekommst, wenn du versuchst, etwas zu tuen, von dem du keine Ahnung hast«, gibt sich Basaran desillusioniert. Entwicklungen starten langsam, selten mit einem Knall. Vor zwanzig Jahren war weder in der Türkei noch in Europa erkennbar, was wir heute weltweit vorfinden: scheinbar wählbare rechte oder ultra-konservative Parteien, postfaktische Diskussionsführung mit gefühlten Wahrheiten und instrumentalisierte Angst. Die Resultate begegnen uns allenthalben – Ausgrenzung, Intoleranz, fehlende Solidarität, Protektionismus und gesunkene Hemmschwellen für Hass und Gewalt. Dies sind Phänomene, die sich mit der fröhlich‑bunten Festivalwelt nicht vertragen. Die Vermutung liegt nahe, dass es in der europäischen Festivalszene gemeinsame gelebte Werte gibt. Doch ist dem wirklich so? Fruzsina Szép, Festivaldirektorin des Lollapalooza Berlin mit ungarischen Wurzeln, ist sich dessen sicher: »Die Festivalszene, die ich kenne, und die Leute hinter diesen erstaunlichen Festivals, wir haben eine gemeinsame Utopie. Respekt, Toleranz, Zusammengehörigkeit, Offenheit, Neugier, Leidenschaft, Inklusion, andere unterstützen und ihnen helfen – und Liebe.« Ein Festival sei ein Platz, an dem Dinge erschaffen

Ich habe im Sommer 2013 insgesamt 36 internationale Shows absagen müssen und wir waren uns bewusst, dass es wohl leider zu spät für unser Land ist.

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mit Pulp im Jahr 2012 das Alkoholverbot in Kraft trat«, erinnert sich Basaran. Während andere dies an sich nicht ganz so schlimm fanden, erkannte er, dass Aktionen wie diese Puzzlestücke sind, die am Ende das ganze Bild verändern. »Im nächsten Sommer war es dann, als die Ereignisse im Gezi‑Park geschahen. Mit Straßenkämpfen und Aufständen. Ich habe im Sommer 2013 insgesamt 36 internationale Shows absagen müssen und wir waren uns bewusst, dass es wohl leider zu spät für unser Land ist.« Er hatte gehofft, dass sich die Branche in der Folgezeit würde erholen können, jedoch ohne Erfolg. Ein Wandel in der Kultur war eingetreten. Weit weniger neue, richtungsweisende Künstler jenseits des Mainstream – jene, für die Basaran mit Leidenschaft arbeitet – kamen in die Türkei. Und selbst Besucherzahlen für weltweit spielende Majoracts gingen signifikant zurück. Istanbuls bedeutendste Klassische Konzerthalle AKM ist seit fünf Jahren geschlossen und der Stadtteil Beyoglu, vormals das kulturelle Herz der Stadt, ist ein Schatten seiner selbst. In den Jahren seit 2013 re-


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Veränderungen.« Vulcu hat Erfahrungen damit, Veränderungen herbeizuführen und Krusten aufzubrechen. Sie war zu Jahresbeginn mit vielen Tausend gleichgesinnten Demonstranten gegen Korruption und Amtsmissbrauch auf den Straßen Rumäniens. Vor zwölf Jahren startete sie

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niederländischen Lowlands Festivals (richtiger Name: A Campingflight To Lowlands Paradise), Eric van Eerdenburg, hat nicht vergessen, dass die Kultur auch in den Niederlanden von der PVV, der populistischen Partei von Geert Wilders (seit den Wahlen im März die zweitstärkste Partei des Landes) nach dem Motto »Kultur ist ein Hobby der Linken!« Alle Subventionen streichen und für niederländische Folklore-Events verwenden!‹ angegriffen wurde. Auf dem Lowlands Festival bewegt sich etwa ein Viertel des Programms außerhalb von Musik. Es gibt Platz für Tanz, Theater und Comedy, aber auch Programme für Literatur, Philosophie sowie für politische Debatten und Gesellschaftsthemen. »Ich habe auch den Vorsitzenden der populistischen Partei eingeladen«, so van Eerdenburg. »Er hat die Einladung nicht angenommen.« Und doch fand die Thematik ihren Platz im Festival. Van Eerdenburg lud einen Philosophen zum Festival ein, der ein Essay über die Zusammenhänge zwischen dem aufkommenden Faschismus der 1930er Jahre und der populistischen Bewegung, die sich derzeit in Europa ausbreitet, schrieb. Dies erregte große Aufmerksamkeit und wurde heftig in den Medien diskutiert – sicherlich auch ein Verdienst der Popularität des Festivals mit 55.000 Besuchern und seiner medialen Strahlkraft. Doch ist Politik tatsächlich die Aufgabe von Festivals, deren Kernkompetenzen seit jeher Unterhaltung und Eskapismus sind? Christof Huber, Geschäftsführer der europäischen Festivalvereinigung Yourope und Veranstalter des Open Air St. Gallen in der Schweiz, ist sich da sicher: »Europa ist in der wohl schwierigsten Krise seiner Geschichte seit dem Zweiten Weltkrieg. Es gibt leider bereits einige Länder in Europa, wo gewisse Festivals Angst haben müssen, sich politisch zu äußern, und Folgen fürchten müssen«, berichtet er und fährt fort: »Wir können das Sprachrohr sein von Generationen, erreichen Millionen von jungen Leuten bei unseren Events in ganz Europa. Wir können, nein, wir müssen heute unsere Besucher zur aktiven Arbeit in der Gesellschaft aufrufen.

Die Festivalszene, die ich kenne, und die Leute hinter diesen erstaunlichen Festivals: Wir haben eine gemeinsame Utopie. Respekt, Toleranz, Zusammengehörigkeit, Offenheit, Neugier, Leidenschaft, Inklusion, andere zu unterstützen und ihnen zu helfen und Liebe.

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als junge 25-jährige Frau und unabhängige Veranstalterin ihre Festivallaufbahn in einer postkommunistischen Gesellschaft, in welcher immer noch Männer für alles verantwortlich waren. Ihre gesamte Kreativität sei gefragt gewesen und das habe auch großen Spaß gemacht, erinnert sie sich. »Ich musste mit einer sehr veralteten Mentalität kämpfen, Überbleibsel der kommunistischen Zeiten, in welchen jeder, der Rock, Punk oder Metal hörte, als Problem für die Gesellschaft angesehen wurde.« Man ist versucht den Kopf über derlei antiquierte Ressentiments zu schütteln und doch scheinen sie heute ob der rückgewandten Gesellschaftsströmungen eben gar nicht mehr so weit weg. Der Chef des

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werden, der Menschen verbindet und an dem man sich umeinander kümmert. Natürlich definieren die Festivalmacher ihre Ziele und Werte unterschiedlich. »Festivals sind wie Menschen: voneinander verschieden«, sagt Mauro Valenti, seit über dreißig Jahren verantwortlich für Italiens Arezzo Wave Love Festival mit bis zu 20.000 Besuchern am Tag. »In meinen Augen ist mein Fest wie ein Zug, der Musik als seine Lokomotive hat und seine Waggons sind Räume, die mit positiven Botschaften für das Publikum gefüllt werden.« Das klingt 1500 km weiter nördlich gar nicht so anders, wenn Thomas Jensen, einer der Veranstalter des Wacken Open Airs, über das bedeutendste Metalfestival der Welt sagt: »Für mich persönlich haben Musikfestivals immer den Geist von Freiheit und Austausch. Auf Wacken bezogen ist es immer unser Ziel, die dazu erforderlichen Rahmenbedingungen zu schaffen. Also einen Ort mit möglichst wenig Einschränkungen und Verboten, wo jeder sein Ding machen kann.« In diesem Fall ist der Ort eben ein inzwischen weltbekanntes Dorf in Norddeutschland, in dem 80.000 Gleichgesinnte aus aller Herren Länder zusammenkommen, um unter dem Banner ihrer Musik vereint zu feiern. Denn »Musik bedeutet für mich schon immer Freiheit und sein Ding zu machen! Das war vor 28 Jahren so, ist jetzt so und wird auch in 15 Jahren so sein«, ist sich Jensen sicher. Offene Gesellschaft, Toleranz und Freiheit, durch Kultur und Musik verändern – die Schnittmenge der Festivalwerte ist groß und doch muss man weiter und über das Event hinaus denken, will man mit diesen Werten tatsächlich etwas Handfestes erreichen: »Ich glaube, dass eine wirkliche Veränderung in der Gesellschaft nur dann geschehen kann, wenn das Gefühl und die Werte, welche wir innerhalb der Festivalgemeinschaft teilen, in unsere alltäglichen Handlungen, die kleinen und großen, übersetzt werden«, meint Codruta Vulcu, Veranstalterin des ARTmania Festivals, dem bedeutendsten seiner Art in Rumänien. »Diese Alltagshandlungen sind die eigentlichen Auslöser für positive


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Wir müssen heute wieder eine Meinung haben, können uns nicht verstecken. Wir als private Personen – aber wir haben auch eine Verpflichtung als Veranstalter.« Yourope hat zu diesem Zweck mit Take A Stand (www.take-a-stand.eu) eine internationale Kampagne gestartet, die es Festivals und der gesamten Musikbranche ermöglicht, aktiv zu werden und sich individuell zu gemeinsamen Zielen zu bekennen. Sie gibt auch Festivals, die bereits Probleme fürchten müssen, die Möglichkeit, mitzumachen und die Solidarität der anderen Partner zu nutzen. Die Initiative stößt auf fruchtbaren Boden. »Populismus und Fremdenfeindlichkeit gefährden die Werte des Lebens im Allgemeinen, nicht nur Werte von Festivals«, ist Arezzo Waveʼs Mauro Valenti überzeugt. »Jeder, der im gesellschaftlichen Bereich arbeitet, hat eine Verantwortung für das Publikum. Festivals sollten Sprachrohr sein, positive Werte verbreiten und integrativ handeln.« Musik habe eben keine Farbe und keine sexuelle Orientierung, sie ist das perfekte Instrument, um diese Message zu unterstreichen – ob nun vor zwanzig Jahren oder in der aktuellen Situation. »Es war immer wichtig, seine Stimme zu erheben, jetzt mehr denn je. Aber jede historische Periode hat ihre Themen und Prioritäten. Gegen Trump, Brexit, LePen oder Orban einzustehen, ist für mich von grundlegender Bedeutung«, bekennt Valenti. Codruta Vulcu, die von Rumänien aus als international erfolgreiche bildende Künstlerin startete und doch mit vollem Herzen im Livemusikbereich landete und diesen heute mit der Kunst verbindet, stößt ins selbe Horn: »Ich bin keine Person, die notwendigerweise eine politische Position vertreten muss, aber ich denke, dass es mehr denn je ein Muss ist, für universelle, gesunde Werte einzustehen. Ohne einen respektvollen, toleranten und integrativen Ansatz für andere Wesen und einen nachhaltigen und ganzheitlichen Umgang mit der Umwelt sehe ich keine gute Zukunft für unsere Gesellschaft.« Und so werde sie ihre Stimme unbedingt bei jeder Form von Ungerechtigkeit oder Machtmissbrauch erheben, selbst wenn ihr persönlicher

Standpunkt einen scheinbaren Nachteil für das Festival bedeuten sollte. Das Wacken Open Air und alle anderen Veranstaltungen aus ihrem Hause seien grundsätzlich unpolitisch, sagt Thomas Jensen. Doch auch in Wacken gilt: »Unsere

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großer Luxus«, ist sie sicher. »Viele von uns sprechen in der Öffentlichkeit, in Diskussionsrunden, im Radio, im Fernsehen. Das ist schon politisch.« Ihr Job sei es nicht, eine Politikerin zu sein, aber ihre Aufgabe sei es, gute Beispiele und tolle Lösungen zu zeigen, wie man die Welt zu einem besseren Ort machen kann, ohne dabei eine politische Partei hinter sich zu haben. Da unterscheidet Szép auch nicht zwischen ihrer privaten Position und ihrer Arbeit, die sie im dritten Jahr für Lollapalooza Berlin und zuvor für das Sziget in Budapest leistet: »In allem, was ich tue und woran ich glaube, werde ich alle Türen, alle Fenster und alle Tore für Populismus, Postfakt, Xenophobie geschlossen halten. Und ja, Festivals haben eine große Verantwortung und jedes Festival sollte für sich selbst entscheiden, was und wie sie etwas tun können, um die positive Energie, die Utopie der Gemeinsamkeit und Buntheit auf ihrem Festival am Leben zu halten.« Gemeinsam könne man Veränderungen bewirken, Geist und Herzen öffnen und falsche, schlechte, negative Gedanken und Meinungen in eine gute Richtung lenken. »Festivals haben die Macht, das zu tun«, ist Szép überzeugt. Zurück nach Düsseldorf, wo Baris Basaran nach fast anderthalb schwierigen Jahren wieder dort eine Heimat fand, wo er sich auskennt, in der Arbeit mit Musik, mit relevanten, innovativen Künstlern und Bands. Ermöglicht hat ihm dies nicht zuletzt sein Netzwerk von Freunden, und gleichgesinnten Kollegen aus der ganzen Welt, die denken wie Basaran selbst. »Die extreme Rechte, die in Westeuropa stärker und stärker wird, die Situation mit Trump in den USA – das sind alles absolut besorgniserregende Themen«, stellt er fest und nennt es die Pflicht von Akteuren der Musik und der Kunst, ihr Bestes zu tun, um das Bewusstsein für diese Themen zu stärken. Basaran weiß, wovon er spricht. Er hat seine Erfahrungen gemacht und ergänzt: »Lasst uns nicht vergessen, dass Musik die Menschen verbindet. Und lasst uns diese Kraft für das Gute nutzen.«

Europa ist in der wohl schwierigsten Krise seiner Geschichte seit dem zweiten Weltkrieg. Es gibt leider bereits einige Länder in Europa, wo gewisse Festivals Angst haben müssen, sich politisch zu äußern, und Folgen fürchten müssen.

«

Aufgabe ist es, Räume zu schaffen, in denen sich Menschen frei ausleben können. Solange dies im Einklang mit den Menschenrechten geschieht, die ich vollends vertrete, sehe ich da kein Problem.« Die Frage ist, wie man politisch definiert – zumal, wenn man für Werte wie Freiheit, Offenheit, Toleranz und internationale Gemeinschaft steht. Denn auch Jensen ist sich sicher, dass das Erheben der Stimme, um politische Positionen zu vertreten, in einer funktionierenden Demokratie zu jeder Zeit wichtig ist. Das habe auch die Vergangenheit gezeigt. Fruzsina Szép erkennt die politische Dimension ihres Handelns und das ihrer Festivalkollegen bereits sehr deutlich. »Wir sind perfekte Diplomaten für Musik und Kultur, unsere eigenen Visionen und Missionen. Wir können träumen und Träume wahr werden lassen. Das ist ein


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Summerjam-Gründer Klaus Maack über den Profit-Wahn im Festivalgeschäft

»Ich glaube, dass sich das alles rächen wird«


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INTERVIEW: CARSTEN SCHUMACHER, ILLUSTRATION: SARAH VON DER HEIDE Klaus, Summerjam gibt es seit 1986 – wie sah die Geburtsstunde des Festivals aus? Klaus Maack: ʼ86 war das ein reines Liebhaber-Projekt. Diese Musik war damals neu, wir hatten ein reines Reggae-Programm. Es gab Bob Marley, Peter Tosh, Dennis Brown und dann hatʼs auch schon aufgehört, es gab nicht diese Vielfalt wie heute. Es gab keine Plattform, kein Forum, wenig Konzerte, kein Festival. Ich hab dann auf Jamaica dieses Reggae Sunsplash Festival erlebt und kam – hauptsächlich wegen der Stimmung – auf die Idee, das auch in Europa zu machen, bin einfach hinter die Bühne gegangen und habe Kontakt mit den Veranstaltern aufgenommen, denn die hatten Kontakt zu den ganzen Bands, die kannte ich damals alle noch gar nicht. Und später hab ich sie dann von Deutschland aus angerufen, allerdings ohne die Kommunikationsmittel von heute. Das war wie ein Blindflug, wir hatten nicht mal Fax, sondern nur Telefone mit Drehscheibe oder Telex. Das war ein Handschlaggeschäft auf Vertrauensbasis. Zur Erstausgabe auf der Lorelei kamen dann 8.500 Leute. Wäre ein solcher Anfang heute noch möglich? Das ist ja bei diesen ganzen ElektroFestivals so passiert. Das war damals für die Generation der gleiche Spirit. So wie beispielsweise das SonneMondSterne im ehemaligen Osten ganz ohne überregionale Werbung angefangen hat. Das war wie damals die Entwicklung im Reggae, nur, dass die Elektro-Szene explodiert ist und Reggae heute mehr denn je in der Nische existiert. Was hat sich auf Festivals in den letzten 20 Jahren grundlegend geändert? Am Anfang waren Festivals eine Möglichkeit, aus sich raus zu gehen, um ein Un-

derground-Feeling zu leben. Das ist zwar weiter die Urmotivation geblieben, mal richtig die Sau raus zu lassen, aber nach und nach kam die Kommerzialisierung hinzu. Die Industrie, deren Produkte für die entsprechende Generation interessant sind, hat das erkannt und die Festivals zu einem gewissen Maße abhängig gemacht. Und diese Entwicklung ist sehr ungesund. Wenn du heute auf eine Großveranstaltung gehst, wirst du zugeballert. Es geht nicht mehr hauptsächlich um Musik, das Publikum wurde zur Feiergesellschaft erklärt. Du hast vier oder fünf Bühnen und wenn irgendwo mal nix läuft, läuft ein Werbespot und das hat es früher eben nicht gegeben. Beim Summerjam ist diese Form des Sponsorings nirgends zu spüren. Wie habt ihr es geschafft, euch da raus zu halten? Wir haben auch ein paar Sponsoren, aber bei uns wird direkt in den ersten Gesprächen klar gemacht: Offensiv gibt’s bei uns nicht! Und dann springen viele schon ab. Wir müssen uns über Eintrittsgelder und Gastro‑Einnahmen finanzieren, aber wir lassen die Verträge mit großen Brauereien aus, weil wir ansonsten an den Sidewings links und rechts der Bühne riesengroß Bierwerbung hätten. Wir müssen uns natürlich dazu überwinden, denn das Geld ist schon dringend notwendig, alles wird so wahnsinnig teuer. Es wäre schön, wenn man es hätte, aber es würde dem Charakter des Festivals wahnsinnig schaden, wenn wir es mit Werbung überfrachten würden. Es ist ein Vabanquespiel, denn wir müssen eine gewisse Zuschauerzahl erreichen, damit wir schwarze Zahlen schreiben und übers Jahr davon leben können. Wie viel hat das Summerjam 1986 gekostet?

Na, vielleicht 150.000 DM. Und wie viel hat damals das Ticket gekostet? 24 DM, aber das war damals noch ein EinTages-Festival. Und 2017? 125 Euro inklusive Gebühren und Camping. Und was hat sich von den Kosten für den Veranstalter am meisten erhöht? Einerseits die Infrastruktur, also Ordnungsdienst, gesetzliche Auflagen, Personal. Aber was sich in den letzten fünf Jahren potenziert hat, sind die Gagen. Denn natürlich hat sich herumgesprochen, dass Festivals laufen und man gutes Geld verlangen kann und besonders die großen Festivals mit mehr als 60.000 Besuchern treiben die Gagen in astronomische Höhen. Gerade bei den Agenturen der großen HipHop-Acts gibt es da gar kein Verhandeln mehr. Die rufen die Preise auf und entweder du zahlst oder die spielen woanders. Früher haben sich die Künstler mehr Gedanken gemacht, ob sie ins Line-up passen, heute ist das scheißegal. Zuerst spielen Rammstein und dann eine Band mit einem total anderen Anspruch, Hauptsache die Kohle stimmt.

»Das Publikum wurde zur Feiergesellschaft erklärt.«

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Während das große Festivalgeschäft mittlerweile überwiegend in den Händen börsennotierter Unternehmen liegt, leben in den Nischen immer noch die alten Impresarios der Open-Air-Kultur. Einer von ihnen ist Klaus Maack, Gründer und seit 32 Jahren Veranstalter des Summerjam, eines der größten Reggae-Festivals Europas. Einer der wenigen, der auf eine solche Erfahrung zurückblicken und als unabhängig agierender Veranstalter offen sprechen kann.


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Dafür mag es viele Gründe wie den Niedergang der Plattenverkäufe oder die Konkurrenzsituation der Festivals geben, aber warum gibt es nur so wenige Headliner? Das hat sicherlich was mit dem Niedergang der Plattenindustrie und den parallelen Entwicklungen im Internet zu tun. Die junge Generation der 20-jährigen, welche die heutigen Headliner bestimmen müsste, ist ganz anders drauf. Früher war man Fan, ging auf die Suche nach Platten, hat sie in die Hand genommen, das war eine Sammler-Geschichte. Heute hast du die Sachen zwei Wochen auf dem iPhone, bis was Geileres kommt, und »klick« ist es weg, man muss ja an den Speicherplatz denken. Und dadurch bekommen Bands eine geringere Halbwertszeit. Und der ganze Tour-Zirkus funktioniert nicht mehr. Früher haben so Bands wie Uriah Heep oder Wishbone Ash jahrelang in 200erClubs gespielt und als sich der Zeitgeist in ihre Richtung gedreht hat oder sie in Richtung Zeitgeist – wumm, waren die da. Heute ist es gerade im Reggae- oder HipHop-Business so, dass die Bands international gar nicht touren können. Weil die finanziellen Ansprüche auf der einen Seite zu hoch sind und auf der anderen Seite das Risiko zu groß, weil gar nicht genügend Leute kommen. Nimm einen Act wie G-Eazy, der zieht in den USA 5000 plus, für den müsstest du hier 2000er‑Läden buchen und da würde er nicht spielen, weil er auf anderen Märkten mehr verdienen kann. Das ist alles money driven heute. Headliner wurden früher mitunter über die Verkaufszahlen ihrer Platten gefunden, warum geht das nicht auch mit den Zahlen von Spotify? Manche Bands haben ja Klicks bis zum Abwinken, Millionen, aber wenn du die live präsentierst, brechen die ein. Es fehlt die Fankultur dahinter, die Bindung, und die Leute sind auch oft enttäuscht worden. Nimm gerade die neuen HipHop-Acts mit ihren ausgefeilten Studio‑Produktionen. Wenn du die dann live siehst, dann funktioniert das nicht, weil die ganze Atmosphäre weg ist. Sie versuchen das über Animationen zu kompensieren, aber das klappt dann auch wieder überhaupt nicht. Von daher ist es sehr schwierig geworden, diese neue urbane Musik live umzusetzen, es sei

»Manche Bands haben ja Klicks bis zum Abwinken, Millionen, aber wenn du die live präsentierst, brechen die ein.«

denn auf Festivals, wo die geballte Ladung da ist und die Feierkultur dazu kommt. Heute gibt es ja Aktiengesellschaften, die große Festivals betreiben und ein Publikum, das der zunehmenden Kommerzialisierung offen gegenübersteht. Aber würde ein Publikum von 1986 bei einem solchen Festival von heute mitmachen? Nee, nie. Werbung war damals richtiggehend verpönt. Ich bin ja auch ein alter Hippie, Werbung war Babylon. Das Publikum von damals hätte revoltiert. Es sollten mal Jefferson Airplane auf der Lorelei spielen, haben aber nicht gespielt und das Publikum hat die PA angezündet. Heute werden auf Festivals ganze Tage abgesagt – gut, es hat etwas mit dem Wetter zu tun – aber ich glaube dennoch, dass die Leute gleichgültiger geworden sind. Das Publikum war früher dominanter. Wo wird die Entwicklung deiner Meinung nach hingehen? Ich glaube, dass sich das alles rächen wird. Aus England hört man gerade, dass einige Festivals schon kämpfen müssen, weil die Vorverkäufe nicht so laufen wie in den letzten Jahren. Diese Entwicklung kann gar nicht so weitergehen, wenn man sich mal die Preise anschaut. Früher konntest du als Schüler, Student oder Normalverdiener vielleicht auf zwei oder auch drei Festivals gehen, aber wenn du die heutigen Preise und Zusatzkosten betrachtest, kannst du eigentlich nur noch auf ein Festival gehen. Und andererseits ist es auch ein Naturgesetz, dass sich ein Geschäft, das sich so in die Höhe geschraubt hat, eines Tages selbst zerstört. Lass den Zeitgeist einfach in eine leicht andere Richtung gehen. Nehmen wir an, durch wirtschaftliche Repressalien geht’s wieder in Richtung Lagerfeuer-Romantik, dann können beispielsweise diese EDM-Festivals, die wie potemkinsche Dörfer arbeiten, innerhalb

eines Jahres zusammenbrechen, weil ein gewisser Anteil von Leuten fehlt, die dann nicht mehr dahin gehen. Es wird nicht ewig so weitergehen, der Musikgeschmack wird sich wieder ändern und es ist auch keine Steigerung mehr möglich. Es funktioniert alles nur noch über Effekte, wie beispielsweise bei den Shows der großen Bands. Wie wird dann ein Festival in 20 Jahren aussehen? Meiner Meinung nach wird es diese Mega‑Events dann nicht mehr geben. Irgendwann wird der Besucher einer 80.000er Veranstaltung merken, dass er nur ein ganz kleiner Teil des Ganzen ist. Dass man das, was man erleben wollte, gar nicht erleben kann, weil 79.999 andere auch schon auf die Idee gekommen sind. Hast du je daran gedacht, das Summerjam zu verkaufen? Ich hab viele Angebote gehabt. Was hat dich abgehalten? Ich wüsste nicht, welche einzelne Person das machen könnte. Ich mach das jetzt 32 Jahre und bin noch länger in der Musikszene aktiv. Es müsste ja jemand sein, der diesen musikalischen Background und die ganzen Kontakte hat, die ja von einer legendären Band bis zu völlig neuen reichen. Würde ich das Festival an eine börsenorientierte Firma abgeben, dann würde es mit Werbung überfrachtet werden und es würde viel teurer werden, weil ihnen die Gewinn-Marge nicht ausreichen würde und sie mehr, mehr, mehr wollten. Nimm als Beispiel Live Nation, ein Moloch von Firma. Wie das regiert wird, weiß ich nicht. Da wird nur knallhart nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten kalkuliert und dort wollen sie nicht auf den Zeitgeist hören, sie wollen Trends kreieren. Und das geht nur, wenn du die Macht hast, wenn du Bands unter Vertrag hast und weißt, diese Band kriege weltweit nur ich. Und das ist ja das Prinzip von Live Nation, dass sie die Rechte einkaufen, Künstler weltweit vermarkten und nach Möglichkeit Dependancen in den verschiedenen Ländern gründen, damit die Wertschöpfungskette gleich bleibt. Die würden so ein Festival wie das Summerjam nicht zuwege bringen.


COSMO


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Øyafestivalen 8-12 August 2017

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TIPPS & TRICKS

FOTO: FLORIAN SCHÜ PPEL

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TIPPS & TRICKS


158 TIPPS & TRICKS

Festivalurlaub in Europa

DIESE 10 GEHEIMTIPPS SIND EINE REISE WERT SECRET SOLSTICE

NATÜRLICH IRRE

Island 16.06.–18.06.

Beim isländischen Pendant zum Midsommar wird die kürzeste Nacht typisch isländisch zwischen Gletschern und Wasserfällen mit einem beeindruckenden, internationalen Line-up gefeiert.

Deutschland 21.07.–23.07.

Elektronische Tanzmusik, Kunst, Kultur, Natur: Das alles gibt es am Domjüchsee, einem Teil der Mecklenburger Seenplatte. Dort liegt die alte Landesirrenanstalt, die zum Festivalhort umfunktioniert wurde.

DONOSTIA KUTXA KULTUR FESTIBALA Spanien 15.09.–16.09.

Unweit der baskischen Küste am Atlantischen Ozean liegt das Hipódromo de Donostia, in dem das Kultur‑ und Musikfestival seine Kulisse findet und man nebenbei die baskische Kultur kennenlernen kann.

NORDKETTE WETTERLEUCHTEN Österreich 15.07.–16.07.

Zwei Tage lang elektronische Klänge auf dem höchstgelegenen Festival Europas. Bei Lagerfeuerromantik inmitten von Natur und Musik auf der Innsbrucker Nordkette kann man in den Bergen besonders gut feiern.

MADEIRADIG Portugal Dezember

Mit dem Experimental-MusikFestival soll frischer Wind über die Rentner-Insel Madeira fegen: Unterbringung im Designhotel direkt am Meer und Konzerte zwischen Zerstörungswut und musikalischen Pflanzen.

YPSIGROCK Italien 10.08.–13.08.

Am historischen Ort eines imposanten Kastells aus dem 14.Jahrhundert findet bei bestem Wetter und guter Musik das Festival in der mittelalterlichen Stadt Castelbuono auf Sizilien statt.


159 TIPPS & TRICKS

TRÆNA­F ESTIVALEN Norwegen 06.07.–09.07.

Das paradiesische Festival findet zwar nicht in der Karibik statt, aber umgeben von anderen Inselgruppen auf einer Insel, 65 km weit draußen im Atlantik. Kulinarische Verköstigungen kommen direkt aus dem Meer, Musik von nationalen Künstlern.

Freitag, 18. AUGUST 2017

LINGEN Open-Air-Platz EmslandArena Beginn: 19.00 Uhr, Einlass: 17.00 Uhr

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INTO THE VALLEY

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20.10.17 LINGEN

Ein familiäres Festival, mitten im Wald, oberhalb der Wolkendecke. Bei atemberaubender Aussicht und elektronischer Musik muss man hier nur eins tun: Tanzen bis die Sonne über dem Tal aufgeht. s o

MÁTALA BEACH FESTIVAL

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2 017

D E S I G N : TA PA S & T WA I N B E R L I N F OTO : O L A F H E I N E

Bulgarien 09.06.–11.06.

D E S I G N : TA PA S & T WA I N B E R L I N F OTO : O L A F H E I N E

MEADOWS IN THE MOUNTAINS

D E S I G N : TA PA S & T WA I N B E R L I N D E S I G: NO: LTA F OTO A FPA H SE I & N ET WA I N B E R L I N F OTO : O L A F H E I N E

D E S I G N : TA PA S & T WA I N B E R L I N F OTO : O L A F H E I N E

Gebäuderuinen, die aus einem türkisblauen See ragen, umringt von weißen Felsen: Das Gelände eines ehemaligen Gefängnisses bringt das elektronische Festival in die estnische Provinz.

D E S I G N : TA PA S & T WA I N B E R L I N F OTO : O L A F H E I N E

Estland 29.06.–01.07.

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2 017

Griechenland 16.06.–18.06.

Von der Pilgerstätte für Hippies V EN T I M.D E W W W.E V EN T I M.D E – die sich in den 60ern WinW W.E den Höhlen am Strand niederließen – zum Hippiefestival: Konzerte am Meer und schlafen direkt am Strand.

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TIPPS & TRICKS

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HANFBLUMENKRANZ Eigentlich verkauft die organische Hanf-Farm Lowell Herb Zigaretten, Marihuana und – als stilvolles Mitbringsel – Bouquets mit frischen Frühlingsblumen. Inklusive Hanfblüten! Zum Coachella haben sie ihr Tätigkeitsgebiet noch weiter in Richtung Floristik ausgebaut: Aus dem Sträußchen wird der fast schon festivaltypische Blumenkranz. Dabei wird natürlich nicht irgendein Hanf verwendet. In den Kranz kommt nur der »Coachella Blend« – eine Mischung aus ganz passend klingenden Hanfsorten wie etwa »Single White Girl« und »Chocolate Hashberry«. Stylish und praktisch zugleich, kann während des Festivals immer mal wieder geerntet werden. Endlich mal ein Trend, der gerne vom Coachella zu uns rüber schwappen könnte.

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161 TIPPS & TRICKS

PLUS SPECIAL GUESTS

»Kanye West ist in zwanzig Jahren ein eigenes Festival, genau genommen das einzige noch existierende Festival. Das Publikum darf dann nur noch aus Hologrammen bestehen, was letzten Endes eine Klimakatastrophe abwenden wird: Da es keine vergammelten Festival­armbänderSammlungen an den Armen der Zuschauer mehr gibt, werden die darin enthaltenen Bakterienkulturen doch nicht auf Schäferhundgröße heranwachsen und die Welt überrennen, weil sie eben nur noch digital sind. Zack, Kanye West rettet die Welt und darf sich zu guter Letzt wirklich Yeezus nennen. Danke, Herr West!« Ingo Donot (Donots) zur Frage, wie Festivals in 20 Jahren aussehen.

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TIPPS & TRICKS

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Erkläre mir … Fragen vom Festivalfrischling

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Man hat es nicht leicht als Festivalfrischling. Wenn man angeblich doofe Fragen stellt und als Antwort »höhö, daran merkt man, dass du noch nie auf nem Festival warst« bekommt, nett weiterlächeln und auf die eigene Festivalpremiere warten. Aber wenn ihr doch so schlau seid, liebe Festivalgänger, und euch bestens mit allerlei Festivalproblemchen und -wehwehchen auskennt, erklärt mir doch mal …

… wie verstecke ich mein Bier vor anderen geizigen Besuchern? Erfahrung: Zunächst die wichtige

Frage: Ist es kalt? Denn kaltes Bier ist so gut wie unschützbar. Von Hitze ausgedörrte Festivalbesucher wittern kaltes Bier wie Kreditkarten-Vertreter deinen schwachen Moment. Unterhalb des Zeltes vergraben, würde im Zweifel sogar noch kühlen. Aber richtig sicher gehen kann man eigentlich nur, wenn man das Bier vorsätzlich in der Sonne erhitzt bis es vollkommen unattraktiv geworden ist. Oder gib einen aus und finde Freunde.

BIERPARADIES MAIFELD DERBY Im siebten Jahr setzt das Maifeld Derby neben der Musik endlich einen zweiten vernünftigen Schwerpunkt: Bier. Gleich fünf Brauereien werden dieses Jahr auf dem Festival präsentiert – ganz zur Freude von Veranstalter Timo Kumpf: »Wir arbeiten schon seit dem ersten Jahr mit der Woinemer Hausbrauerei zusammen, die für jeden Spaß zu haben ist. Deren Slogan ist übrigens ›BIER… sonst nix.‹ Die waren schon letztes Jahr fein damit, dass wir eine zweite Brauerei hinzugenommen haben.

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Und das kam so gut an, dass wir das jetzt weiter ausbauen. Egal ob als Musiker oder als Gast, ich habe es schon immer gehasst, dass es auf Festivals immer nur eine exklusive Brauerei gibt – zumal ich die beiden großen Platzhirsche überhaupt nicht mag.« Und so kommen mit Palmbräu, Eichbaum, Weschnitztaler Brauerei und Meckatzer vier lokale Brauereien hinzu. Doch auch beim Hausbier mischt Kumpf mittlerweile mit. In den Anfangsjahren wurden die Biere bereits mit eigenen Etikette gedruckt, nun folgt das eigene Bier – ganz nach den Wünschen der Gäste gebraut: »Alle Käufer eines Frühbucher Tickets können anhand von fünf Parametern ihr Wunschbier zusammenstellen und aus dem Gesamtergebnis braut die Woinemer Brauerei dann das ›Early Horse‹ Bier. Da bin ich schon sehr gespannt auf das Testfässchen, weil ich dann bald anstechen darf.«


163 TIPPS & TRICKS

FESTIVAL-ZUHAUSE AUS PAPPE Gehörst du zu den Asis, die ihr Zelt nach einem Festivalbesuch einfach stehen lassen? Glaubst du, deine Umwelt sagt dann »Danke für den Müll«? Wie wäre es mit »wieder mitnehmen« oder sogar »nochmal verwenden«? Jetzt lautet eine weitere Option: »Ein

Zelt aus Pappe«. Das Ding ist gegen die schlimmsten Regenfälle geschützt und wird nach dem Event recycelt. Wieder mitnehmen ist auch möglich. Aber nicht im lila Twingo: Packmaß gefaltet 2,40 × 1,60 m. kartent.com

KLEINE PFLANZENKUNDE 2

Schwarzes Bilsenkraut

Hyoscyamus niger »Wer mit Mühe kaum / geklettert ist auf einen Baum / schon meint, dass er ein Vogel wär’ /so irrt sich der«, so reimte einst Wilhelm Busch und zeichnete zu der allgemeingültigen Formel einen Frosch, der, von einem hohen Baum hüpfend, jämmerlich auf dem Boden zerplatschte. Ob Meister Busch persönliche Erfahrungen mit dem Bilsenkraut zu diesem Reim veranlassten, ist nicht erwiesen. Vom verlockenden Verzehr des recht seltenen, jedoch in ganz Europa verbreiteten Krautes sei jedoch abgeraten. Rauschzustände, die Tierverwandlungen nebst Flugfähigkeit vorgaukeln, sind bei Einnahme der zottigen, klebrig behaarten Blätter verbrieft. Selbst nachweislich angeborene Flugfähigkeit verhindert letztlich nicht den Absturz, wie eine mittelalterliche Beschreibung weiß: »Die Hüner auff den balcken fallen heraber / wann sie den rauch von Bülsen gewar werden.« Nicht nur die Hühner.

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TIPPS & TRICKS

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Verhaltensratgeber für Unwetter auf Festivals

WA S TU N B E I G E WIT TE R?

Die Sturm- und Gewitter-Warnungen auf Festivals nehmen zu. Blitzeinschläge führen immer wieder zu zahlreichen Verletzten. Was sollte man also beachten? Festivals haben immer wieder mit schweren Unwettern zu kämpfen, 2016 musste Rock am Ring zum ersten Mal in seiner Geschichte abgebrochen werden, Besucher wurden verletzt. Auch andere Festivals wie Hurricane oder Southside waren in der jüngsten Vergangenheit betroffen. Da wir nicht davon ausgehen können, dass sich diese Entwicklung wieder umkehrt oder Unwetter berechenbarer werden, müssen wir damit rechnen, dass Open Airs weiterhin davon betroffen sein werden. Da die Gefahr durch Blitzeinschläge immer wieder unterschätzt wird und gleichzeitig viele Fans nicht wissen, was in solch einer Situation ratsam ist, hier ein paar Tipps:

1

Gewitter können in großer Geschwindigkeit heranziehen. Oberste Regel daher: Schutz suchen. Wenn kein feststehendes Gebäude (inkl. Blitzableiter) in der Nähe ist, sollte man sich möglichst in ein Auto setzen und die Fenster schließen. Vorsichtshalber den Metallrahmen nicht berühren! Macht dort auch Platz für andere Festivalbesucher, die kein Auto haben oder es nicht bis dorthin schaffen würden.

2

Hoch aufragende Dinge wie Bäume (Sorte egal), Masten, Türme – und natürlich alle Dinge aus Metall wie Zäune, Gerüste, PavillonGestänge – unbedingt weiträumig (!) meiden. Wir sprechen hier von 100 Metern mindestens! Und: Nein, Zelte bieten keinen sicheren Schutz.

3

Raus aus dem Wasser! Schwimmen darf man während eines Gewitters ohnehin nicht, aber auch große Pfützen oder über weite Strecken von Wasser durchzogener Boden sind absolut zu meiden.

4

Nicht hinlegen, nicht breitbeinig stehen – sonst entsteht noch Spannung zwischen den Gliedmaßen. Ein Blitz breitet sich beim Einschlag kreisförmig aus (nach außen nimmt die Spannung natürlich ab). Wird man davon erfasst und macht beispielsweise einen Schritt, kommt es zu einem Spannungsunterschied und es fließt Strom. Kein Witz: Bei Gewitter sollte man mit geschlossenen Beinen hüpfen.

5

Wenn gar nichts mehr hilft (z. B. auf freiem Feld vom Gewitter überrascht), sucht eine Kuhle und macht euch klein, berührt mit möglichst wenig Körperfläche den Boden. Faustformel für die Entfernung des Gewitters: Abstand zwischen Blitz und Donner in Sekunden zählen und durch drei teilen damit erhält man den Abstand zum Gewitter in Kilometer. Die Laufwege vom Festivalgelände zum Parkplatz des Autos oder zum nächsten festen Gebäude können mitunter sehr lang sein, seid von daher bitte achtsam, was Wetterentwicklungen angeht und leistet den Warnungen der Veranstalter immer umgehend Folge.


Das neue Electronic Music Festival

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Trance

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TIPPS & TRICKS

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Festival-Horoskop 2017 Zwillinge

21. Mai – 21. Juni

Dein 19. Geburtstag bringt nicht nur viel Spaß, sondern auch überraschende Erkenntnisse. Und zwar: Wahre Liebe gibt es nur unter Männern, somalische Piraten hassen den Sound von Morbid Angel und Skorbut lässt sich prima mit Kristallweizen bekämpfen. Deine erste Heavy-Metal-Kreuzfahrt wird nicht deine letzte sein.

Krebs

(22. Juni – 22. Juli)

Um auf alle klimatischen Fährnisse vorbereitet zu sein, umfasst deine Festivalausrüstung dieses Jahr unter anderem wasserdichte Moonboots, luftdurchlässige Unterhöschen und brennbare Zeltplatzfahnen. Für den Fall, dass Deutschland zwischendurch die Frauenfußball-EM gewinnt, hast du alles natürlich auch noch in Schwarzrotgold dabei.

Löwe

(23. Juli – 23. August)

Als junger Vater ist es dir besonders wichtig, dass deine Kinder spielerisch die Festivalregeln erlernen. Drei Tage Cola und Salzstangen ohne Zähneputzen und Vollbad sind genau nach ihrem Geschmack, und auch auf der Heimfahrt kann man sich auf die Selbständigkeit der Kleinen verlassen. Genial: Wer keinen Führerschein hat, dem kann man ihn auch nicht wegnehmen.

Jungfrau

(24. August – 23. September)

Deine vorbildliche Öko-Wokeness lässt nicht länger zu, dass du dich zwischen Müll und Fastfood an beispielloser Stromverschwendung beteiligst. Das Climate Cannibal Festival ist die ideale Alternative: Nach drei Tagen Bongotrommeln im Fackelschein hat sich das Publikum aufs Appetitlichste selbst halbiert und schont so wertvolle Ressourcen.

Waage

(24. September – 23. Oktober)

Weil du gerne unverbindlichen Sex mit vielen Partnerinnen hast, kommst du auf dem Haldern kaum dazu, dir deine Lieblings-Indiebands anzusehen. Dass deine Freundin deswegen immer total ausrastet, zeigt dir als überzeugtem Feministen, wie aktuell die Slut-Shaming-Problematik immer noch ist.

Skorpion

(24. Oktober – 22. November)

Weil du masochistisch veranlagt bist, folgst du deiner Clique auch dieses Jahr zum Hurricane, obwohl du Rockmusik nicht ausstehen kannst. Als Gegenleistung müssen sie dir dafür anschließend einzeln aus »50 Shades of Grey« vorlesen, während du gemütlich auf dem Nagelbrett liegst und heimlich deine eigene Gerissenheit feierst.

Schütze

(23. November – 21. Dezember)

Als alternder Hippie ahnst du, dass deine Enkel deinen Lebenslügen auf der Spur sind. Udo Jürgens ist in Wahrheit nie bei Woodstock aufgetreten, freie Liebe war für dich trotz allem Bemühen unerschwinglich, und deinen rechten Zeigefinger hast du auch nicht im Vietnamkrieg verloren, sondern beim Popeln auf Kopfsteinpflaster.

Steinbock

(22. Dezember – 20. Januar)

Bei einem Abendspaziergang durch ein frisch verunstaltetes Kornfeld wirst du von Außerirdischen entführt und auf einem intergalaktischen Musikfestival ausgestellt wie ein Tier. Als du anfängst, dein trauriges Schicksal zu besingen, verstummt die Menge und kniet demütig nieder. Du beginnst zu lächeln und stellst im Kopf eine Liste all deiner Feinde auf.


167 TIPPS & TRICKS

Wassermann

(21. Jan. – 19. Februar)

In einem kryokonservierenden Behälter unter einem verlassenen Schallplattengeschäft findest du einen eingefrorenen Musikjournalisten aus dem Jahre 1984. Nachdem du ihn aufgetaut hast, geht ihr zusammen aufs With Full Force, wo sich dein neuer Freund bei dir erkundigt, ob »die gierige Starkstrom-Combo mit dem steilen Axtmann eine neue Langrille am Start« hat.

Fische

(20. Februar – 20. März)

Für deine Masterarbeit in Anthropologie hast du dir eine Studie zum Sozialverhalten habituell anti-intellektueller Dipsomaniepatienten im Kontext des Rock-am-Ring-Festivals vorgenommen. Nach zweitägigen Feldstudien sattelst du auf ein leichteres Thema um und erforschst die Ursachen des internationalen Terrorismus.

Widder

(21. März – 20. April)

Kommerzielle Musikfestivals sind unangepassten Querdenkern wie dir und deinen Freunden ein Graus. Auf eurem selbst veranstalteten Spontankonzertmarathon in Omas Schrebergarten brecht ihr eine Lanze für lokale Bands, die dem Schweinesystem zeigen, wie weit man ohne Organisation, Talent und Publikum kommen kann, wenn die Eltern erst einmal in Urlaub sind.

Stier

(21. April – 20. Mai)

Als reiselustiges Individuum besuchst du gerne unbekanntere Musikfestivals rund um den Globus. Auf dem mongolischen Jurtenfestival bist du inzwischen genauso gerne gesehen wie auf dem Aztec Sunrise und dem Tschernobyl Trance. Bis dein deutscher Haftbefehl verjährt ist, sind es auch höchstens noch 22 Jahre.

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TIPPS & TRICKS

168

DEM IMMERGUT ZUM 18TEN Das Immergut Festival feiert in diesem Jahr seine Volljährigkeit. Sein Motto in diesem Jahr lautet daher »18 für immer!«. Diesen Geburtstag hat sich der Festivalguide zum Anlass genommen, um ein paar Fragen über das Älterwerden, den ultimativen Geburtstagssong und über das, was auf keinen Fall auf der Party fehlen darf, zu stellen.

Liebe Immergut-Crew, erst einmal herzlichen Glückwunsch! Was ist das größte Geschenk für euch zum Geburtstag? Danke! Unser größtes Geschenk? Dass wir immer noch feiern. 18 muss man erstmal werden! Aber Gäste stimmen, Musik sowieso und meist kommt auch die Sonne raus.

Wie fühlt es sich an, endlich erwachsen zu sein – fühlt ihr euch schon erwachsen? Wir sind älter geworden, aber jung geblieben. Ein Festival machen, ist auch eine Art Jungbrunnen. Vielleicht zwickt es mal im Rücken, aber jung fühlen – das geht auf jeden Fall noch.

Was darf auf eurem 18. Geburtstag auf keinen Fall fehlen? Zum 18. gönnen wir unseren Besuchern (aber natürlich auch uns) ein Extraprogramm am Festivaldonnerstag mit liebsten Immergut-Wegbegleitern (Shout Out Louds, Bernd Begemann, Die Sterne). Etwas mehr Luftballons und Konfetti sowieso. Drei Tage Immergut, damit wir uns alle zusammen wieder ein bisschen so wie damals mit 18 fühlen können. Was ist der ultimative Song zum 18. Geburtstag für euch? In Vorbereitung auf die Geburtstagssause lief »New Estate« von Giant Rooks rauf und runter. Das klingt eben wieder nach Indie, Röhrenhose und verträumtem Blick im Sonnenschein. Denk ich also an das Immergut Festival 2017, dann läuft der Song. Darüber hinaus gibt es in unserer IndieDisko am Freitag und Samstag einen Song, der immer geht. »Wonderwall« – das löst schon was aus. Hör ich »I Said Maybe« ist auch automatisch das Immergut im Kopf.


169 TIPPS & TRICKS

FRAGEN VOM FESTIVALFRISCHLING

Was haben unter 10-Jährige auf Festivals zu suchen? Die bekommen doch einen Schock für den Rest ihres Lebens …

CRAFTBIER-COCKTAIL #1

DIRRRTY CHERRY 1/3 Kirschbier (Kriek) 1/3 Ginger Ale 1/3 Gin

Erfahrung: Im Gegenteil! Sich allenthalben zu über-

geben oder in Pfützen zu werfen liegt gerade dieser Altersgruppe noch näher als anderen. Gerade die Gruppe der unter 10-Jährigen bringt dafür maximales Verständnis auf. Das kulinarische Angebot mit Pommes und Pizza scheint ebenso exakt auf diese Zielgruppe abgestimmt. Die Frage sollte also eigentlich umgekehrt lauten: Was machen die über 10-Jährigen dort?

Vitaminbombe! Kirsche, Ingwer und Wacholder vereint! Das fruchtige Kirschbier trifft auf die herbe Süße des Ginger Ales und findet seine Abrundung im hochprozentigen Gin. Ein gutes Kriek findet man bei www.bierlager.de

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ADVANCED CHEMISTRY LIVE 2017

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UND JOEL BRANDENSTEIN

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Kaleo und Mighty Oaks

Herbie Hancock

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DI 18|07|2017

UND

MAX GIESINGER VIER UND JETZT

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TIPPS & TRICKS

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MYKKI BLANCO ARCA LAMBCHOP

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DAS FESTIVALGUIDE QUIZ Was wäre der Festivalsommer ohne ein anständiges Quiz für die Umbaupausen? Los geht’s!

1 Welches Festival findet dieses Jahr erstmals am Nürburgring statt? A Rock am Ring L New Horizons H With Full Force

3 Welches Festival wird dieses Jahr zum ersten Mal stattfinden? V Festival ohne Bands D Festival ohne Zelten U Festival ohne Bier

2 Wohin zieht das Lollapalooza Berlin dieses Jahr? M Treptower Park I Rennbahn Hoppegarten T Flughafen Tempelhof

4 Welcher Gegenstand befindet sich nicht auf unserer ultimativen Festival-Checkliste? P Kerzen G Lady-Gaga-Kostüm E Blumenkranz

Die Buchstaben der richtigen Antworten ergeben das Lösungswort, das ihr bitte mit dem Betreff »Festivalguide Quiz« an verlosung@festivalguide.de schickt.

DIE PREISE

DENOVALI SHOWCASE AND MANY MORE …

Pop-Musik bei der Ruhrtriennale 18. August bis 30. September 2017

Cheap Monday Outfits

Mirácoli Koch-Set

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Euch fehlt noch das passende Outfit für euer Lieblingsfestival? Cheap Monday hilft! Wir verlosen jeweils ein Frauen- und ein Herren-Outfit (jeweils Bomberjacke, T-Shirt & Jeans) der neuen Herbst/Winter-Kollektion 2017, die zu 100% nachhaltig hergestellt wurde.

Statt »Helga« einfach mal »Mirácoli ist fertig« übern Campingplatz rufen? Die Spaghetti mit Tomatensauce sind der Pasta-Klassiker von Mirácoli und lassen sich im Handumdrehen auf jedem Festival-Camping zubereiten – viel besser als Dosen-Ravioli! Wir verlosen drei Koch-Sets.

Sennheiser »Momentum Wireless«

Kapten & Son »Campus Olive Canvas«

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kapten-son.com

Du willst mal kurz abschalten und dich in deinem Zelt entspannen? Die »Momentum Wireless«-Modelle sind mit der aktiven Geräuschunterdrückung NoiseGard™ ausgestattet, die mit vier Mikrofonen die Umgebungsgeräusche zuverlässig herausfiltern. Wir verlosen einen Kopfhörer.

Minimalistische Uhren mit wechselbaren Bändern. Das ist das Konzept von Kapten & Son. In ihrer Vielseitigkeit passen sie zu jedem Anlass und sind so der ideale Begleiter für alle Abenteuer. Wir verlosen eine »Campus Olive Canvas« und ein zusätzliches Lederband in schwarz.

Havana Club × »BarrelQ« Grillfass

Hafendieb Shirts

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hafendieb.de

Havana Club launcht den neuen Ready-to-Drink »Havana Club Cane Sugar & Lime« und präsentiert auch den Klassiker »Havana Club Cola« in neuem Design. Passend dazu spendiert Havana Club zwei exklusive »BarrelQ«-Grillfässer, dazu Strandhandtücher und einen Schwung der Ready-to-Drinks.

Die Küste bedeutet für Hafendieb ein Stück Heimat: Salzige Meeresluft, das obligatorische Moin und eine lecker Tasse Tee. Dazu eine gute Prise Hamburger Roughness und die dreckige und ehrliche Atmosphäre des Hafens. Wir verlosen zwei schicke Shirts des Hamburger Labels.

Festival der Künste Teilnahme ab 18 Jahren. Einsendeschluss ist der 22. September 2017. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.


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t talen billy ria e mart emore & l k mac ewis l s ryan oker m hains The C o r y l c e biffy ian / flum b kasa lare C Alex on dyk v paul alifa h K z i m W cullu jamie oki a steve

ZELT-JACKEN UND SCHLAFSACK-MÄNTEL

»MAKE ADIFFERENCE!« Als Reaktion auf die Flüchtlingsdebatte stellt die Designerin Angela Luna mit ihrer Kampagne ADIFF multifunktionelle Jacken her: wasserdicht, nachhaltig, reflektierend und anwendungsbezogen – was bedeutet, dass jedes Design eine weitere Funktion über die Jacke hinaus erfüllt. Die eine wird mit ein paar Handgriffen zum Zelt, die nächste zum Schlafsack, eine weitere zum Rucksack. Bestellt man eine der Jacken, wird eine

u.v.m.

weitere automatisch an einen Flüchtling gespendet! Und obwohl Luna selber nur einmal in ihrem Leben campen war, eignen sich die Jacken natürlich auch für den Festivalbesuch: Mit dem reflektierenden Material ist es unmöglich übersehen zu werden, die wasserdichte Oberfläche schützt vor Regen und die Vorteile der Schlafsack- und Zelt-Jacken verstehen sich von selbst. www.adiff.com

TIPPS & TRICKS

MEIN TICKETPORTAL

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ust 2 9-16 Aug ST BUDAPE UNGARN

10+ Commissioned Works by ABRA / Abu Hajar & Jemek Jemowit / Andreas Dorau Balbina / Circuit des Yeux / Darkstar & Cieron Magat Evvol / Fishbach & Lou de Bètoly / Grandbrothers Hendrik Otremba / Romano / Steven Warwick 70+ Concerts, DJ-Sets, Talks and Movies by Alexis Taylor / All diese Gewalt / Anna Meredith Arab Strap / Boiband / Emel Mathlouthi / Erobique Friends of Gas / Islam Chipsy & EEK Lady Leshurr / La Femme / Let’s Eat Grandma Noveller / Riff Cohen / Sophia Kennedy Tasseomancy / Young Fathers 23 – 25 August 2017 Kulturbrauerei Berlin www.pop-kultur.berlin

CRAFTBIER-COCKTAIL #2

KALTBIERINHA 1 ½ Limetten (gern Bio), gevierteilt und gestoßen 1 Teelöffel feiner Zucker (ach komm, mach zwei!) 20 ml Zuckerrübenschnaps (oder Doppelkorn geht auch) 80 ml IPA (z.B. »Strammer Max«) Mit Zitronenlimo und crushed Ice auffüllen. Dieser herrlich fruchtige Brasil-o-spaß wurde von uns warmherzig mit den Zutaten der heimischen Trinkolore gepimpt. Fast alles lässt sich an Tankstellen am Rande der Leitkulturplanken einkaufen, der Rest bei www.bierlager.de

Tickets auf www.ADticket.de


TIPPS & TRICKS

172 FRAGEN VOM FESTIVALFRISCHLING

Was haben SeitanBurger, Festivalweine und Reh-Ragout auf Festivals zu suchen?

FG-RATGEBER GESUNDHEIT

Erfahrung:

Geht’s um ein Streetfood-Festival? Wahrscheinlich nicht. In ihrem Ansinnen, die eigene Jugend zu verlängern, möchten heute immer mehr Menschen auf Festivals, die eigentlich das Geld hätten, feisten Urlaub zu begehen. Das wurde als Nachfrage verstanden und bedient. Entsprechend gibt es mittlerweile schon einigen Luxus auf Festivals, der weniger auf Entgrenzung als auf erlesenen Lebensstil rückschließen lässt. Aber keine Angst, es gibt auch noch jede Menge Festivals mit Siedewurst im Brötchen.

DIE STABILE SEITENLAGE Vor 37 Jahren starb Bon Scott, Frontman von AC/DC. Er erstickte nach einer durchzechten Nacht an der eigenen Kotze. 2009 machte es ihm Boyzone-Sänger Stephen Gately nach. Das muss nicht sein. Unser Tipp: Bei einer drohenden Alkoholvergiftung sofort in die stabile Seitenlage begeben, vorsichtig weiteratmen und Rausch ausschlafen.

Vorbildlich: Sanitätsgefreiter Kalle (links unten) hilft Friseur-Azubi Lasse auf dem Bämm! in die stabile Seitenlage


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Einbeere

Paris Quadrifolia L. Das in schattigen Laubwäldern oder auf feuchten Felsen wachsende Liliengewächs schützt, so verlässliche Überlieferungen aus dem Mittelalter, am Körper getragen oder in Kleider eingenäht, vor ansteckenden Krankheiten. Dies gilt für Quadrifolien, die zwischen dem 15.8. und dem 8.9. gepflückt werden. Mit einem Säckchen Beeren in der Tasche können beispielsweise Besucher/innen des Pixxen-Festivals (26.8.) bedenkenlos herumpixxpimpern. Achtung: Der Verzehr jeglicher Pflanzenteile kann tödlich sein.

»Sicherheit wird riesengroß geschrieben und teilweise so groß, dass der Spaß zu kurz kommt – kein Stagediving erlaubt etc. Heutʼ isses wohl wichtiger, wie man aussieht und ob die Haare schön sind.« Torsten Scholz (Beatsteaks) zur Frage, was sich in den letzten 20 Jahren auf Festivals am meisten verändert hat.

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TIPPS & TRICKS

KLEINE PFLANZENKUNDE 3


Das Kreuzworträtsel

SENKRECHT 1S Legendäre Tex-Mex-Band: Los … 2S Ex-Sängerin von Labelle: Vorname 3S Ex-Sänger von Urge Overkill 4S Art-Rock-Band der 70er: 1. und 3. Wort

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5S Legendäres Grunge-Album 6S Leader der Psycho Crawdads: Nachname 7S Zustand von Jimi Hendrix 8S Top-20-Hit (71) von Leslie West’s Mountain: 1. Wort 9S Deutscher Fussballmeister 1977: Autokz. 11S Berühmte Girl Group aus Entenhausen

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12S DJ-Duo. Labelmates von Coldcut 13S Ehemaliger Staatsfeind 14S Erfolglose Nation beim Grand Prix (frz.)

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18S skand. Pop-Ikonen. Letzte Buchstaben

A

12S

19S Klagelaut einer BSE-Infizierten 20S Protagonist im Film „Matrix“ 21S Dt. Prog-Rock-Band. Vorname

15S

WAAGERECHT

K

2W Kürzel für „Filmmusik“ (engl.) 3W Frühe Band von J. Tweedy: Initialen

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16S

5W Kosename für Bin Laden 6W Gesellschaft für volkstümliche Astronomie (Abkz.) 7W Berühmter Polizist: Namensbeginn 8W Britische Popband: »Burn Baby Burn« 9W Sängerin: verkaufte über 100 Mio. Platten »Little Miss Dynamite« (Vorname)

D

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10W Automodell von Ford, seit 1996

T

11W Vorsitzender der Tafelrunde (/s) 12W unbeliebter Musikstil

T

21W

22W

19S

20S

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13W englisch – deutsches Schimpfwort

L

14W Multistilistiker aus New York 15W eine der ersten Boygroups

T

16W Erfolgreichste Metal-Band: Initial

E

17W zahllose weiße Reggaegruppe 18W Blues Variante

FÜR NOTIZEN

24W

T

19W Zirkusunternehmen: rückwärts

R

20W Verhaltensänderung beim Pokerspiel 21W Gewürz NOTIZEN

E

25W

RAUM

FÜR

27W

16S Baumwollstoff von Ikea

4W Notdurftanstalt aus Süddfrüchten

17S

26W

15S Hersteller des ersten AluminiumFahrrads (1977) 17S Tanzstil

D

A

20W

23W 18S

A

7W

1W Schottischer Songwriter der 60er

A

RAUM

TIPPS & TRICKS

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22W Jap. Musiker von Deee-Lite: Nachname 23W skandinavische Glam-Rockband 24W Sang 1962 „Lets dance“: Nachname (e=r) 25W Mitglied einer erfolgr. HipHop-Band

28W

26W häufige Endstation für geliebte Autos 27W Berühmteste Band der Welt: Vorname 28W Slacker-Hymne

»Ich denke, dass sich die Qualität der sanitären Anlagen auf jeden Fall noch verbessern wird. Dixie-Klos auf Festivals sind Krieg!« Mille Petrozza (Kreator) zur Frage, wie Festivals in 20 Jahren aussehen.


DAS URBAN-FESTIVAL DES JAHRES!175

Als Trinkgefäß wurden Hörner bereits seit dem Altertum verwendet: naturbelassen, mit Bronze und Gold beschlagen oder aus Glas nachgebaut. Tausende Jahre später wird das Trinkhorn auf Festivals zu seinem Ursprung zurückgeführt – aufbewahrt im Ledergürtel, in bierseliger Runde jederzeit zum Zuprosten bereit. Und mit der Einführung in den Festivalmarkt kam auch die Erweiterung des Sortiments: Neben den Hörnern von Bisons und Auerochsen werden nun auch Einhorn-Hörner verwendet, die durch ihre Größe ein ganz neues Gebiet erschließen: Schnaps. Für Bier zu klein, bietet das Einhorn-Trinkhorn genügend Platz für eine großzügige Portion Hochprozentiges. Außerdem kommt das Trinkhorn in einem sehr wertigen, goldenen Ständer, der das Einschütten um einiges vereinfacht.

FRAGEN VOM FESTIVALFRISCHLING

Und zum Schluss erklärt am besten gleich noch den Kapitalismus, denn davon gibt es anscheinend genug auf Festivals.

Erfahrung:

Das ist eigentlich ganz einfach. Kapitalismus ist das Ringen des Angebots mit der Nachfrage. Und wem es gefällt, aktiviert zu werden, der geht auf Festivals mit vielen Promotion-Aufritten. Wer gern viel quietschbunte Werbung und dreizeilige Bühnennamen unter Nennung von ein bis drei Sponsorenfirmen sieht, geht dorthin. Und wer auf seinen Frappuccino von der Röster-Kette und Döner mit Kobe-Rind nicht verzichten kann, sucht sich ebenfalls eins der Festivals für vermarktbare Zielgruppen. Und wer all das nicht mag, findet genügend kleine Festivals, die einen in Ruhe Musik hören lassen. Es muss ja nicht immer Metallica sein.

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Das EinhornTrinkhorn

TIPPS & TRICKS

Auch das letzte Einhorn muss sterben!


TIPPS & TRICKS

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FESTIVAL OHNE BANDS? Es klang wie ein Aprilscherz, doch es war ernst gemeint: Im Mai fand in Oberschwaben das erste »Festival ohne Bands« statt. Die Reaktionen darauf gingen in alle Richtungen und deckten alle uns bekannten Emotionsformen ab. D I E R E D A K T I O N WÄ G T A B CONTRA: In einem Interview erklärte Veranstalter David Lüke, dass es für ihn keinen Unterschied mache, ob nun »vier Kasper auf der Bühne rumhüpfen« oder ob an deren Stelle eine Anlage steht. Doch was sagt das über Festivals aus? Dass Konzerte nur ein unwesentlicher Bestandteil (von vielen) sind, gleichgestellt mit Flunkyball und Trichtersaufen? Dass es keinen Unterschied macht, wenn man sie aus dem Programm streicht. Doch genau diese Haltung, die Festivals ohne Bands suggerieren wollen, ist das Problem. Konzerte sind nicht irgendein Element, sie sind das Element auf Festivals, das Menschen zusammenbringt. Dieses Aufeinandertreffen verschiedenster Menschen, Kulturen und Lebensentwürfe – angelockt von der körperlichen Präsenz und livehaftigen Leidenschaft ihrer Lieblinge – bietet allein die Möglichkeit, Vorurteile aufzubrechen und gesellschaftliche Veränderungen anzustoßen. Natürlich könnt ihr jedes Wochenende eure Zelte auf irgendeinem Acker aufschlagen. Ein Festival ist das nicht – also nennt es auch nicht so.

EURE MEINUNG

PRO: Festival mit ohne Bands? Ja, warum denn nicht? Wahrscheinlich irritiert hier der Begriff »Festival«, weil dann immer an eine Kulturveranstaltung gedacht wird, bei der Künstlerinnen und Künstler auftreten. Das kostet ne Menge Geld. Und da ja selbst bei teuren Festivals Menschen nie vom Campingplatz weg kommen, weil ihnen Anarchie und Entgrenzung dort im Kontrast zum sonstigen Leben so gut gefallen, muss man sagen: Das geht billiger! (Siehe auch die Anleitung zur Gartenparty auf Seite 178!). Beschränkt man sich also auf die Unterabteilung »Zeltplatzkultur«, bei der man sich selbst mit »Freunden« dem gepflegten Abriss hingibt, kann man sich Gagen, Security, Bühnenbau, jede Menge Infrastruktur sparen und genau das sind ja die Dinge, die Festivals in den letzten Jahren immer teurer gemacht haben. Eigentlich wäre es eine Back-to-theroots-Entwicklung, hätte man die ganze Geschichte nur nicht ursprünglich mal wegen der Musik überhaupt ange-fangen. Schwamm drüber, wird das Beiboot halt zum Kreuzfahrtschiff. 8

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Was für ein Quatsch, Festivals definieren sich über die Musik, alles andere ist Oktoberfest.

Was, auf Festivals spielen Bands??? Kein Wunder, dass die Karten so teuer sind!!!

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Billig feiern ist schon super, aber schon mal davon gehört, dass es kleinere Festivals als Rock am Ring gibt, bei denen das Ticket nur einen Bruchteil kostet?!?

Geil, endlich können wir selber entscheiden, welche Musik auf‘m Festival läuft!

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Ich finde den Vorschlag genauso skandalös wie realistisch. Ehrlich gesagt fahr ich wegen der Musik auf’s Festival, aber hänge trotzdem hauptsächlich auf dem Campingplatz ab.

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Wir fragten auf festivalguide.de: Was haltet ihr vom Festival ohne Bands?

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SCHNELLE ABHILFE FÜR ALLE, DIE AUF DEM FESTIVAL IHRE PLATTENSAMMLUNG VERMISSEN.

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»Endlich die längst überfällige Trennung zwischen denen, die Musik genießen wollen und denen, die Dixies umschubsen und Niveaulimbo spielen wollen. Perfekt, wenn sich das durchsetzt!«

»Geil, dann gibt‘s auch kein Genöhle mehr welches Festival die besten Bands hat « RockCamping! Eine Ganze »Bin dabei Woche!!! Wuhuuuu!!! Ach was, gleich zwei «

»Das wäre doch auch mal was! Dann kann auch trotzdem ein Gewitter kommen und man verpasst nix an Bands «

»GEIL! Das ist wie der Donnerstag bei RAR - und das ein ganzes Wochenende «

»Klasse Plan! Fast so, wie bereits geschälte Orangen in Plastikdosen zu verkaufen. Nicht.«

»Endlich keine Bands mehr verpassen!! «

»Son Scheiss. Könnt ihr ja mal gerne auf Hipster Festivals probieren. Ansonsten ist das der grösste Müll den ich je gelesen hab.« »Endlich stressfrei Flunkyball spielen« »Geht einfach campen und saufen...aber nennt sowas bitte nicht Festival!« »Leiiiiider wird das nicht funktionieren. Dafür gibts viel zu viele idioten die sich bands anschauen wollen -.- «

D A S I N T E R V I E W M I T D E M V E R A N S TA LT E R David Lüke, wie bist du auf die Idee gekommen ein Festival ohne Bands zu veranstalten? Wir waren 2008 oder 2009 bei Rock im Park. Da hatten wir so eine gute Zeit auf dem Campingplatz, wir haben immer gesagt: »Ach, wir gehen zur nächsten Band, und zur nächsten …«. Am Ende des Festivals hatten wir drei Bands gesehen. Der enorme Ticketpreis hat uns dann so aufgeregt, da wir auf dem Campinplatz alles hatten: geile Nachbarn, super Grundversorgung, bequeme Stühle, Musik, einfach alles, was man für eine geile DreiTages-Nonstop-Feier braucht. Da haben wir uns vorgenommen: »Nächstes Jahr gehen wir auf ein Festival ohne Bands!« Die Idee geriet erst einmal in Vergessenheit.

eine Veranstaltung, bei der Kulturproduktionen vorgestellt werden: Was bleibt also übrig, wenn man die Live-Musik vom Musikfestival abzieht? Kulturproduktionen sind doch auch die Musikstücke dieser Künstler, die diese im Studio aufgenommen haben. Wir geben diese Stücke bei uns ja wieder. Es ist ein Festival ohne Bands, kein Festival ohne Musik. Die Gäste eines Festivals tragen extrem zum Festivalfeeling, das es nur dort gibt, bei. Wir wollten mal den Hauptblickpunkt auf diesen Aspekt werfen, wie man sieht, mit Erfolg. Wir sind mit fast 2.000 Tickets fast ausverkauft. Worauf kommt es bei einem Musikfestival an? Ich finde die nicht ausgesprochene Massenverrücktheit am schönsten. Man macht mit vielen Gleichgesinnten extreme Sa-

Wenn man nach der Definition von »Festival« geht, handelt es sich um

09.06.2017 OBERHAUSEN FREIGELÄNDE KÖPI-ARENA 10.06.2017 SPARKASSENPARK M‘GLADBACH

23.06.2017 SPARKASSENPARK M‘GLADBACH 24.06.2017 FREILICHTBÜHNE LORELEY

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24.06.2017 SPARKASSENPARK M‘GLADBACH

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08.07.2017 SPARKASSENPARK M‘GLADBACH

chen, jeder hat das gleiche Ziel, kann sich frei entfalten, kann Mensch sein. Diese Freiheit zu zelebrieren, wird durch die Musik unterstrichen. Was auch geil ist an einem Musikfestival: Man kann sich mehreren Bands hingeben und ist nicht auf eine »beschränkt« wie bei einem Konzert. Wobei ein Konzert auch seine Reize hat. Wie immer machts der gesunde Mix! Wird das Festival ohne Bands als ein Festival neben anderen, wie Southside und weiteren, oder eher als Kirmes bzw. Dorffest aufgenommen? Es wird als Festival aufgenommen, da es ein Festival ist. Es gibt eine Bühne, Fressmeile, Bauzäune, Dixies, FoH, Security und 2.000 begeisterte Camper! Hätten wir ein Dorffest machen wollen, hätten wir ein Zelt aufgestellt und ein Dorffest gemacht. Rock on, wir werden eine so geniale Zeit haben!

09.07.2017 FREILICHTBÜHNE LORELEY 12.07.2017 SPARKASSENPARK M‘GLADBACH

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15.07.2017 SPARKASSENPARK M‘GLADBACH

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24.6. MÖNCHENGLADBACH SPARKASSENPARK TICKETS: TICKETMASTER.DE | EVENTIM.DE PROMOTED BY LIVE NATION GLOBAL TOURING, PRODUCED BY R ZO ENTERTAINMENT, PRESENTED BY LIVE NATION

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29.07.2017 SPARKASSENPARK M‘GLADBACH

05.08.2017 SPARKASSENPARK M‘GLADBACH

W EINZIGESENNR OP AIR

06.08.2017 SPARKASSENPARK M‘GLADBACH

W EINZIGESENNR OP AIR

28.08.2017 SPARKASSENPARK M‘GLADBACH

TICKETS UNTER: TICKETMASTER.DE & SPARKASSENPARK.DE

W EINZIGESENNR OP AIR

30.08.2017 SPARKASSENPARK M‘GLADBACH

TIPPS & TRICKS

D I E K O M M E N TA R E A U F F A C E B O O K


TIPPS & TRICKS

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10 + Commissioned Works by ABRA Abu Hajar & Jemek Jemowit Andreas Dorau Balbina Circuit des Yeux Darkstar & Cieron Magat Evvol Fishbach & Lou de Bètoly Grandbrothers Hendrik Otremba Romano Steven Warwick 70 + Concerts, DJ-Sets, Talks and Movies by Alexis Taylor All diese Gewalt Anna Meredith Arab Strap Boiband Emel Mathlouthi Erobique Friends of Gas Islam Chipsy & EEK Lady Leshurr La Femme Let’s Eat Grandma Noveller Riff Cohen Sophia Kennedy Tasseomancy Young Fathers

23 – 25 August Kulturbrauerei Berlin pop-kultur.berlin

Tipps für Daheimgebliebene

GARTENPARTY STATT FESTIVAL Wer aus guten oder schlechten Gründen – kein Geld, kein Auto, kein Bock – auf einen Festivalbesuch verzichten muss, kann im heimischen Garten für Ersatz sorgen und ein adäquates Open Air auf die Beine stellen. Wir sagen wie! Für ein hausgemachtes Festival braucht es nicht viel. Einen Namen vielleicht. Deshalb also erst einmal im Kreise der Familie brainstormen. Opa schlägt »Kesselschlacht« vor, Mutti kommt mit »Veranstaltung Des Himmlischen Friedens«, und die kleine Schwester Gitte möchte es »Viel Spaß Auf Dem Ponyhof« nennen. Geeinigt wird sich schlussendlich auf »Rock Gegen Reihenhaus«. Jetzt sind nur noch ein paar Kleinigkeiten zu beachten. ANREISE: Ein paar örtliche Verkehrsschilder mit Pfeilen zu versehen, reicht völlig. Wenn nötig, die Halteverbotshinweise in der näheren Umgebung mit lustigen Aufklebern verdecken. EINLASS: Damit nicht die Jugendbanden aus der örtlichen Bronx antanzen, muss rigoros gesiebt werden. Eine gute Tür ist das A & O einer gelungenen Veranstaltung. Deshalb mit Reizgas und Schäferhund (aus dem Tierheim besorgen!) die Gäste in Empfang nehmen und gründlich filzen. Wer Turnschuhe trägt, kann eh gleich wieder heim. SECURITY: Jede volle Stunde wird Mutti rumgeschickt. Die hat ein gehöriges Eigeninteresse, dass das Festivalgelände sauber bleibt, und wird das Einschüchterungspotential einer 100-köpfigen Bomberjacken-Crew weit übertreffen. ABLAUFPLAN (RUNNING ORDER): Die Bierkästen der Reihe nach von oben links nach rechts unten leeren. Merke: Die letzte Viererreihe ist immer die schwerste. LINE-UP: Ein paar Einschränkungen sind nötig. Arrogante Wichser wie die Stones haben schon längst den Kontakt zur Basis verloren und spielen nicht mehr für umme in Mückenloch oder Eberbach. Daher kommen eher ortsan-

sässige Gruppen in Frage: dilletierende Crossover-Kapellen, DJ Karl-Heinz, die debile Fäkal-HipHop-Crew und natürlich die preisgünstigen Punkbands Tonnensturz und Arschgeburt. Ist der Vorgarten zu klein für eine Bühne und will Papi partout das Gartenhäuschen nicht opfern, schaffen eine Videoleinwand und eine Auswahl korrekter LiveDVDs vollwertigen Ersatz. TOILETTEN: Auf jeden Fall alle Bäder abschließen und Schlüssel nur an engste Familienmitglieder austeilen. Ein Festival ist nur dann authentisch, wenn demütigende sanitäre Umstände gewährleistet sind. Eine Dixi-Toilette mit nicht mehr als drei Wänden ziemlich zentral im Geschehen platzieren. Und wer in die Rabatten pinkelt, muss hinterher aufräumen. DROGEN: Bringen das Spektakel nur in Verruf. Besonders die Pennerdroge Hasch und die Aggression schürenden Aufputschmittel. Allerdings regt erstes den Sandwich-Verkauf an und zweites den Umsatz an der Getränketheke in der Küche. Insofern sollte holländische Gelassenheit regieren. SEX: Festival ist eigentlich nur ein anderer Begriff für Wolllust. Insofern sollten zwischen den einzelnen Acts immer wieder Pfänderspiele, Flaschendrehen und Süß-sauer-bitter angekurbelt werden. Zum Schluss spielen Arschgeburt dann noch einen Blues für die frisch Verliebten. ABREISE: Am Ende dieses gelungenen Ereignisses steht die Abreise – oder, wie der Vermieter sagt: der Auszug. Die Kumpels und die Urinsünder (s. o.) helfen beim Staubsaugen, Aufpolieren der Möbel und Verputzen der Einschusslöcher und in Nullkommanix ist die Bude wieder klar für den nächsten Mieter.


In jahrelanger Arbeit trainiert sich das andere Geschlecht mitunter einen Bierbauch an, die Frau kann mit dem Wein- oder wahlweise Bier-Busen nun mitziehen. Wie groß war der Neid stets auf die TrinkhelmBesitzer, die sich zack! ohne große Mühe ihren Schlauch in den Mund einführen konnten, um schnell an die richtige Erfrischung zu kommen! Frauen können sich ab jetzt in modisch einwandfreier Manier den Schlauch aus dem Dekolleté ziehen, um den Pegel wieder auf das richtige Level zu bringen. Nicht unbedingt mit einem weißen T-Shirt zu empfehlen – aber das sollte man ja generell nicht in die Outfitwahl fürs nächste Festival mit einbeziehen. Befüllt werden kann der BH mit jeder Liquidität der Wahl. Und ist der Beutel mal leer, kann er praktischerweise mit Luft aufgepumpt werden – für alle Beteiligten ein Spaß. Na, dann Prost!

9.-16. August 2017 BUDAPEST / UNGARN

PJ HARVEY • DIMITRI VEGAS & LIKE MIKE BIRDY • ALT-J • Wiz Khalifa • Rita Ora • Paul Van Dyk ALMA • THE NAKED AND FAMOUS • MAC DEMARCO INTERPOL • JAMIE CULLUM • HVOB • TYCHO CRYSTAL FIGHTERS • FRITZ KALKBRENNER • FLUME BAD RELIGION • DJ SHADOW • CHARLI XCX TWO DOOR CINEMA CLUB • WHITE LIES KÄPTN PENG & DIE TENTAKEL VON DELPHI • ROOSEVELT • VAN HOLZEN • VINCE STAPLES NERVO • OLIVER HELDENS GEORGE EZRA • RUDIMENTAL • DANNY BROWN • ANDY C BEAR‘S DEN • SUNNERY JAMES & RYAN MARCIANO • METRONOMY • TOM ODELL BREAKING BENJAMIN • DUBIOZA KOLEKTIV • WATSKY • THE KILLS • ALLAH-LAS • JAGWAR MA GUSGUS • KENSINGTON • ANNE-MARIE • THE PRETTY RECKLESS • CLEAN BANDIT • DE STAAT DON DIABLO • BassjackerS • Alex Clare • The Vaccines • The Courteeners • U.V.M.

szigetfest.De

Tickets sind bei ADticket erhältlich.

CRAFTBIER-COCKTAIL #3

EULENBESEN 1 scrotumgroßes Stück reife Mango, gewürfelt Saft einer ganzen Limette Ein Zweig Minze 1 EL Rohrzucker 40 ml Wodka 20 ml Cointreau 40 ml Ginger Ale Kölsch (Böll-Bier oder Bevog Deetz) Mit Crushed Ice auffüllen und kleinem Finger sanft umrühren Der erfrischend‑erotisierende Eulenbesen wurde früher zu frischem Bilsenkraut gereicht. Davon ist dringend abzuraten. Fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker. Böll-Bier nur in der Kaschemme ihres Vertrauens, Bevog Deetz bei www.bierlager.de

PJ HARVEY DIMITRI VEGAS & LIKE MIKE BIRDY • ALT-J • Wiz Khalifa Rita Ora • Paul Van Dyk ALMA • THE NAKED AND FAMOUS MAC DEMARCO • INTERPOL JAMIE CULLUM • HVOB TYCHO • CRYSTAL FIGHTERS FRITZ KALKBRENNER • FLUME BAD RELIGION • DJ SHADOW CHARLI XCX TWO DOOR CINEMA CLUB WHITE LIES U.V.M.

szigetfest.De

Tickets sind bei ADticket erhältlich.

TIPPS & TRICKS

Der Wein-BH

9.-16. 179 August 2017 BUDAPEST • UNGARN


TIPPS & TRICKS

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Der Große Festivalguide-Test

Zeit

Festivalguide wird 20 Jahre alt. Eine lange Zeit. Kommt uns gar nicht so vor. Ist auch immer so eine Sache mit dieser Zeit. Wo wird sie verschwendet, wo ist sie eine geile, warum vergeht sie nicht immer gleich und warum macht sie nur vor dem Teufel halt? Wir fühlen uns zeitlos, aber manchmal gibt’s auch Wartezeit und manchmal möchten wir am liebsten aus dem Zeitfenster springen. Auf Festivals erlebt man all das in komprimierter Zeit und deshalb wurde es selbige für den Festivalguide, um die wichtigsten Erscheinungsformen einmal auf Ziffer und Blatt zu testen.

BRUNFTZEIT

KAFFEE-UNDKUCHEN-ZEIT

Auf Festivals häufig zu beobachten: der dezent alkoholisierte Brünftige, der zusätzlich berauscht wird durch die ausgesendeten körpereigenen Botenstoffe der Open-Air-Weibchen. Gibt es sie wirklich, die so genannten Festivalbabys? Die Frage konnte vor Redaktionsschluss noch nicht beantwortet werden. Die B-Probe lag uns noch nicht vor. Die von Boris Fust (Chefredakteur des FG von 1997–2000) manisch propagierte These »Sex auf Festivals – ein Mythos!« konnte sich unter unseren harten Testbedingungen jedenfalls nicht behaupten.

Trotz des starken Geltungsbedürfnisses der Brunftzeit, bleibt naturgemäß die wichtigste aller Zeiten die Kaffee-und-KuchenZeit: Zuhause in Omas Stube mit Meißner Porzellan auf selbst gehäkelten Spitzendeckchen, genauso wie auf dem Festival – vorausgesetzt man tauscht dort den Kaffee gegen ein lauwarm, süffiges Bier und die Schwarzwälder Kirschtorte gegen eine kalte Dose Ravioli. Der klare Testsieg der überaus beliebten Kaffee-und-Kuchen-Zeit wurde nur verhindert, weil wir keinen Dosenöffner finden konnten.


181 TIPPS & TRICKS

INKUBATIONSZEIT

UNZEIT

Bei der Inkubationszeit hängt die erlebte Dehnung der Zeit nach unseren Labortests ganz stark mit dem Wissen um den Prozess zusammen. Hat man keine Ahnung, verläuft die Zeit ganz normal bis zum Ausbruch – die im Festivalkontext wohl häufigste Form. Ist man sich der Zeit jedoch als Inkubation bewusst, streckt sich die Zeit plötzlich in quälende Länge und wird als höchst unangenehm wahrgenommen. Wir empfehlen daher, sich auf alles einzulassen, ohne sich die Folgen bewusst zu machen. So hat man zumindest eine kleine Zeit der Sorglosigkeit für sich gewonnen.

Die Unzeit wird völlig zu Unrecht als eine der unbeliebtesten Zeitformen ungesehen. Beim Test konnte sie lediglich in der Kategorie »Vorhersehbarkeit« nicht überzeugen. Bei »Volatilität« lieferte sie dagegen Spitzenwerte. Unerreicht ist die Unzeit bei der »Potentialentfaltung«. Treten Ereignisse zur Unzeit auf, ist die gesamte kreativ-intellektuelle sowie emo-intelligente Persönlichkeit gefragt, um den augenblicklich auftretenden Zustand von Chaos und Krise zu transformieren und bisher nicht gekannte Lösungswege zu beschreiten.

ZEITLOCH

ENDZEIT

Im Gegensatz zum Wurmloch stellt das Zeitloch keinen Dimensionstransfer bereit. Im Gegenteil: Der Übergang ins andersweltlich-schwarze Bewusstseinskontinuum ist hier bereits erfolgt. Das synaptische Stadium der Testperson zeigte sich mit dem Teilchenzustand im Quark-Gluon-Plasma identisch: Das Confinement der Erinnerungen wurde vollständig gelöst. Im FG-Test verdiente sich das Zeitloch so die Bestwertung »Helga Plus«: Als Tool zur vollständigen Ausradierung höchstnotpeinlichster Augenblicke ist es im Festivalalltag geradezu unersetzlich.

Mit die schönste Zeit auf dem Metalfestival ist, wenn wieder alle oben auf den gigantischen Müllcontainer sitzen und mit den Zeltstangen aufs Metall schlagen, während um sie herum alles lodert und raucht, als stünde Rom wieder eine Christenverfolgung bevor. Scheiden tut angeblich weh, wird aber in manchen Kulturen zur Königsdisziplin. Tests an Fans anderer Musikrichtungen haben allerdings zu bleibenden Schäden geführt. Endzeit ist einfach nicht jedem zu empfehlen, erst recht keinen Anfängern.


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FOTO: YVA N T RAVE RT / P IC T URE A L L IA N C E

TIPPS & TRICKS

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Nicht immer nur Flunkyball und Wikinger Schach?

VERSUCH DOCH MAL KABADDI! Diese Sportart vereint all das, was ein Festivalspiel braucht: leichtfüßiges Taktieren, die Bollywood-Dramatik eines Shahrukh Khan, simple Regeln und entblößte (Bier)bäuche. Aber alles der Reihe nach: Der südasiatische Mannschaftssport Kabaddi – der aussieht, wie eine Mischung aus Ringen und Fangspiel – ist vor allem in Indien beliebt, wo er neben Cricket die zweiterfolgreichste Sportart darstellt: So schart die 2014 gegründete ProKabaddi-Liga pro Turnier etwa 435 Millionen Zuschauer um die Fernseher. Der Sport selber braucht nicht viel mehr als willige Spieler und ein wenig Spielfläche – ideal für den Festival-Campingplatz! Zum Ablauf: In zwei Teams stehen sich jeweils sieben Spieler auf einem rechteckigen Feld – aufgeteilt in zwei Hälften – gegenüber. Abwechselnd schicken die Mannschaften jeweils einen Spieler (den Raider) in die gegnerische Hälfte, mit dem Ziel einen der Gegenspieler abzuschlagen (gemeint: eine simple Berührung, kein Fausthieb) und ohne weiteren Kontakt in die eigene Hälfte zurückzukehren. Ist der Angriff erfolgreich, so erhält die angreifende Mannschaft einen Punkt. Gelingt es der gegnerischen Mannschaft wiederum den Angriff zu vereiteln, indem die Spieler den Raider zu Boden reißen und festhalten, erhalten sie einen Punkt. Ein abgeschlagener Verteidiger muss das Spielfeld verlassen, ebenso ein Raider, dessen Angriff vereitelt wurde. Ist auch der letzte Spieler einer Mannschaft ausgeschieden, ist das Spiel vorbei. So weit, so simpel. Die versprochene Dramatik bekommt das Spiel vor allem mit dieser Sonderheit: Während sich der Raider


183 TIPPS & TRICKS

in der gegnerischen Hälfte befindet, darf er nicht atmen und muss, um das zu beweisen, permanent »Kabaddi, Kabaddi, Kabaddi, …« rufen – ein Begriff der sich aus den tamilischen Begriffen kai (Hand) und pidi (Riegel) zusammensetzt. Aus dem Hindi entlehnt, bedeutet er gleichzeitig »Luft anhalten«. Das Spiel selber kommt zwar ohne Alkohol aus, wir haben uns jedoch zwei Variationen überlegt, um ihn zu integrieren: 1. Immer wenn ein Spieler das Spiel verlassen muss, muss er »zur Strafe« einen Kurzen trinken. 2. Während der Angriff vom Raider erfolgt, muss sein Team so schnell es geht (wie bei Flunkyball) Bier exen – bis der Angreifer zurück im eigenen Feld ist. Außerdem wichtig – der richtige Dresscode: Kurze Hose, nackter Oberkörper. So soll selbst Buddha gerne Kabaddi gespielt haben, um potentiellen Ehefrauen seine Stärke zu demonstrieren. Also Bauch raus und Luft anhalten.

KLEINE PFLANZENKUNDE 4

Königskerze

Verbascurn thapisforrne Schrad Campen, baden, feiern, menstruieren. Das passt manchmal nicht zusammen. Laut Hildegard von Bingen sollen auf die Genitalien gelegte Blätter der Königskerze die weiblichen Beschwerden beseitigen. Die Flavonoidglykoside der Pflanzenteile wirken allerdings auch harntreibend. Hier muss frau abwägen. Alternativ deshalb für daheim zu empfehlen: Neun Teile Preiselbeeren, drei Teile Schafgarbe, ein Teil Raute und zwölf Teile Osterluzei in Wein kochen. Weißer Pfeffer, Gewürznelken und Honig hinzugeben. Vor und nach dem Frühstück trinken.

14.–16.09. VORVER KAU F: 26.06. – 09.07.

I N F O S U N T E R : 07221 300 300 · SW R 3. D E


TIPPS & TRICKS

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KLEINE PFLANZENKUNDE 5

Gänsef ingerkraut

Potentilla anserina l. Wenn Wiederkäuer unter Magenverstimmung leiden, gibt man ihnen schon mal lauwarmen Gänsefingerkrautaufguß. Was für die Mehrweg-Säuger mit ihrem komplizierten Magen-Darm-Trakt gut ist, hilft auch dem von akutem Durchfall heimgesuchten Festivalbesucher. Man übergießt zwei Handvoll getrocknetes Kraut der weitverbreiteten Pflanze mit zwei Liter Wasser, erhitzt bis zum Kochen, seiht ab und trinkt: Kühe den ganzen Eimer, Menschen entsprechend weniger.

UNTER DER PIRATENFLAGGE Es gibt Bundesliga-Vereine, die fallen durch ihren Sponsor auf, andere durch ihre superteuren Spieler und wieder andere durch ihre Haltung. Zu letzteren zählt der FC St. Pauli, der sich dadurch nicht nur im Stadion, sondern auch in der Musikszene Respekt verdient hat. Der Verein, der so deutlich wie kaum ein zweiter gegen Diskriminierung und Rassismus Flagge zeigt, hat viele Freunde unter Musikern und fühlt sich daher auch auf Festivals heimisch. An seinem Festival-Stand verkauft der FC St. Pauli nicht nur Vereins-Merchandise, sondern plaudert auch gern über Fußball oder Musik mit allen, die vorbeischauen. Die Gelegenheit dazu gibt’s auf folgenden Festivals: 02.–04.06. Rock am Ring

28.06.–01.07. Roskilde

15.–17.06. Rock am Berg

03.–05.08. Wacken

23.–25.06. Hurricane

11.–13.08. Taubertal

23.–25.06. Southside

18.–20.08. Highfield


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Seit letztem Jahr erreichen uns wöchentlich immer noch Dutzende Zuschriften, die uns von euren Sorgen und Problemen bei Liebe, Sex und Zärtlichkeit berichten. Das Dr. BackstageTeam leiht euch nach wie vor ein offenes Ohr, wo andere einfach weghören. Damit es auch 2017 mit der Festivalromantik hinhaut, stehen euch unsere Experten Tag und Nacht mit Rat und Tat zur Seite. Seid also versichert: Es gibt keine dummen Fragen. Nur dumme Antworten. LIZZY (17): Hallo, Dr. Backstage! Ich habe gestern herausgefunden, dass mein Mathelehrer, in den ich schon seit Jahren verknallt bin, genau wie ich privat zum Wacken fährt. Nach anfänglicher Freude bin ich jetzt total nervös: Ich würde unheimlich gerne mit ihm schlafen, aber was kann ich als blutjunge Schönheit mit meinen langen Wimpern, meiner straffen Porzellanhaut und meiner verspielten sexuellen Neugier schon anstellen, um die Aufmerksamkeit eines übergewichtigen Metalfans mit Halbglatze und Hygienedefiziten zu erregen? DR. BACKSTAGE: Liebe Lizzy! Du weist hier auf eine gesamtgesellschaftliche Problematik hin, die von einer unverantwortlichen Laissez‑Faire‑Pädagogik erst möglich gemacht wurde. Statt einfach ungeniert dem Lustprinzip zu folgen, ist es im Interesse der gesellschaftlichen Ordnung dringend notwendig, sich vor dem Geschlechtsverkehr ein Bild von seinem sexuellen Marktwert zu machen. Hier reichen einfache Vergleiche, um zu merken, dass du dich nur blamieren kannst, wenn du einem so selbstbewussten erfahrenen Sexgott weit außerhalb deiner eigenen Liga nachstellst. ROBIN (17): Hilfe, Dr. Backstage! Seit wir letztes Jahr auf dem Hurricane Biffy Clyro live gesehen haben, findet meine Freundin, dass ich dem Sänger total ähnlich sehe. Jetzt fragt sie mich die ganze

Zeit, ob sie Nacktfotos von mir machen kann, wie ich hingebungsvoll E-Gitarre spiele. So ganz wohl ist mir dabei aber nicht, zumal sie genau solche Fotos noch von ihrem Exfreund hat, der aussah wie Conor Oberst. Will sie wirklich mich oder in Wahrheit einen prominenten Rockstar? DR. BACKSTAGE: Hallo, Robin! Dazu musst du folgendes wissen: Wenn Mädchen in die Pubertät kommen, schwärmen sie oft für unerreichbare Popidole als Statthalter für spätere Partner. Das ist eine ungefährliche Methode, eigene emotionale Bedürfnisse zu erforschen, bei der du sie unbedingt unterstützen solltest. Vielleicht könnt ihr die Fotos ja gemeinsam ins Netz stellen, um Biffy Clyro oder zumindest ihren Anwälten noch näher zu sein! KIM (15): Hey, Dr. Backstage, ich komm grad nicht klar. Wie unter anderem René, Dennis, Sven, Birkan, Yannick, Mirko, Julian, Marvin und die Jahrgangsstufen 9 und 10 der Hans-Böckler-Gesamtschule bestätigen können, stehe ich nur auf Boys. Auf dem letztjährigen Splash! war da aber diese Bitch Nadja, kurze Haare, geile Grinse, Summersprossen ohne Ende. Hatte die Hände in den Hosentaschen und meinte: »Nächstes Jahr fick ich dich!« Will die mich jetzt bloß ficken oder etwa ficken-ficken? DR. BACKSTAGE: Hallo, Kim! Es sind genau diese Ambivalenzen in der Jugendsprache, die in der

Pubertät nicht nur für vage Bedrohungsgefühle, sondern auch für knisternde Erotik sorgen können. Vielleicht hättest du etwas tiefer in ihre schönen grünen Augen gucken müssen, um ihre genauen Absichten zu erfahren. Um sicherzugehen, was sie im Schilde führt, frag sie dieses Jahr doch einfach, ob sie sich bei diesem »Ficken« Zeugen wünscht oder nicht. Ihre Antwort wirst du dann hoffentlich richtig zu deuten wissen. NILS (16): Weil ich politisch eher links eingestellt bin, habe ich bisher immer sehr darauf geachtet, keinen Sex mit Nazis zu haben. Seit dem Rechtsrock-Festival auf der Festwiese neulich bei uns im Ort gerät mein Vorsatz allerdings zunehmend ins Wanken. Da waren nämlich definitiv ein paar strunzgeile Skinheads dabei, mit denen ich gerne mal das Fronterlebnis verherrlichen würde. Was jetzt? DR. BACKSTAGE: Lieber Nils, dein Leserbrief steht sinnbildlich für viele andere Zuschriften mit einem ähnlichen Dilemma. Während das politische Klima auf dem Summerjam beispielsweise generell als angenehm eingestuft wird, finden viele Besucher »Reggae doof« und »Rastafrisuren ungeil«. Umgekehrt weiß man, dass etwa 70% aller »völkischen Musik« von und für Schwule mit Uniformfetisch gemacht wird. Es ist hart, aber vielleicht wartest du einfach noch zwei Jahre und gehst dann zur Bundeswehr.

TIPPS & TRICKS

FRAGEN SIE DR. BACKSTAGE


186 TIPPS & TRICKS

5 Apps für die Festivalsaison

BILLY TALENT RISE AGAINST BIFFY CLYRO BROILERS ALLIGATOAH HEAVEN SHALL BURN IN EXTREMO SDP MADSEN PENNYWISE SSIO DANKO JONES BLUES PILLS THE AMITY AFFLICTION ANTI-FLAG JORIS ANTILOPEN GANG JULY TALK SKINNY LISTER KYLE GASS BAND WATSKY HEISSKALT SHANTEL & BUCOVINA CLUB ORKESTAR MAECKES & DIE KATASTROPHEN MOOSE BLOOD DJANGO 3000 VON WEGEN LISBETH ITCHY COUNTERFEIT ADAM ANGST BUKAHARA SHAWN JAMES AND THE SHAPESHIFTERS THE BABOON SHOW EGOTRONIC B-TIGHT VERSENGOLD MARATHONMANN LIEDFETT THE INTERSPHERE THE HIRSCH EFFEKT ABSTÜRZENDE BRIEFTAUBEN TIM VANTOL GIANT ROOKS THE PROSECUTION RAZZ RAKEDE BRKN VAN HOLZEN SMILE AND BURN JAMES KAKANDE WATCH OUT STAMPEDE DER FALL BÖSE BRETT

... UND KLEINKUNST & WALKACTS

WWW.OPEN-FLAIR.DE • Ticket-Hotline 05651-96163

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BIG

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9.0

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TICKET unter:

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4. + 5.8.

2017

ANRÖCHTE

Wie finde ich mein Zelt, meine Freunde und mein Auto wieder? Welches Lied ist das noch mal? Und wie wird das Wetter morgen? All diese Fragen wurden mittlerweile mithilfe der passenden Festival-Apps zur Genüge beantwortet. Zeit sich mit Apps zu beschäftigen, die Probleme lösen, die niemand auf einem Festival hat: »Verdammt, schon wieder die Bibel zuhause vergessen!« Oder: »Wo bekomme ich jetzt Luftpolsterfolie her?«

BIBEL »Schwör auf die Bibel!« – was einem im Alltag so schnell über die Lippen geht, stellt einen auf Festivals jedes Jahr erneut vor Probleme: Alles Wichtige hat man dabei, nur die Bibel liegt neben Taschentüchern und Kondomen im heimischen Nachtschränkchen. Die Bibel-App schafft Abhilfe. Sie lädt zum Schmökern ein, dient als Grundlage für glühende Schwüre und bietet jeden Tag ein neues, aufmunterndes Bibelzitat. Am sichersten ist man nämlich nicht im Auto, sondern mit Gott. Alternativen: Beten Mobil, myGebet – Das schnelle Gebet, Confession: A Roman Catholic App und Muslim Pro

LIE

THE

» ZU NIX ZU GEBRAUCHEN «

(NRW)

KAMIN HD Für die lauschigen Stunden im Zelt – zwischen verschwitztverschlammten Klamotten und warmen Biervorräten – braucht es manchmal etwas Hilfe, damit Romantik aufkommt. Sei es ein knisternder Kamin oder flackernde Kerzen, mit Kamin HD ist für die richtige Stimmung gesorgt. Für die optimale Knister-Stärke kann man zwischen sieben verschiedenen Kaminklängen wählen; oder gleich die eigene »Boyz II Men«Playlist dazu laufen lassen.


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HARMONICA »Spiel mir das Lied vom Tod«, jetzt! Oder »The Times They Are A-Changin’« von Bob Dylan. Die Akustikgitarre ist eingepackt, aber leider keine Mundharmonika? Au contraire! Mit Harmonica wird das Smartphone zur Mundharmonika und man selber zum poetischen Zeltplatz-Folkmusiker. Die einzige Frage, die in der App-Store-Bewertung noch übrigbleibt ist: »Aber wie puste ich das iPhone wieder trocken?« Vielleicht hilft die lauschige Wärme des HDKamins.

ファック

KAWAII ASSISTANT Soll ich mir lieber Casper angucken oder Green Day? Oder ein Handbrot essen? Nicht weiter drüber nachdenken: Suki Yamamoto entscheidet. Die Beine kultiviert übereinandergeschlagen, sitzt Suki vor einem und wartet höflich lächelnd auf die nächste Frage. »Sollte ich noch ein Bier trinken?« – »Absolut!« Sie antwortet zwar auf Japanisch, doch die App übersetzt. So trifft sie Entscheidungen innerhalb von Sekunden und beseitigt jede Form von Zweifel. Großer Pluspunkt: In Wartezeiten kann man Suki auch zu Schnick Schnack Schnuck herausfordern.

TIPPS & TRICKS

BUBBLE WRAP FREE Ja, wir sind doch alle erwachsen, bis … na ja, bis jemand Luftpolsterfolie rausholt. Ob um den Kopf gewickelt als lebendiger Punchingball, wie Joey in »Friends« oder als einsamer Zeitvertreib – Bubble Wrap dabei zu haben, ist nie verkehrt, erst Recht nicht beim Festival. Nie mehr Langeweile in Dixie-Schlangen, vor Konzerten oder im Stau. Eine Rezension bringt den Sinn der App besonders treffend auf den Punkt: »Also es ist einfach nur n App. Zu nix zu gebrauchen.«


TIPPS & TRICKS

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Festivals früher und heute

WAS LIEF BESSER? WAS WAR SCHLECHTER?

Bilderbuch • Moderat SOHN • Mighty Oaks HONNE • Mura Masa

Von Wegen Lisbeth • Dan Croll • Tua • Claire Fatoni • FIL BO RIVA • Rampue • James Hersey KYTES • Malky • Milliarden • Liquid & Maniac Shout Out Louds • FUCK ART, LET'S DANCE! Voodoo Jürgens • Pomrad • Lilly Among Clouds dePresno • Golf • Neufundland • WOMAN Mavi Phoenix • Julian Stetter • JOSIN • Banfi C.O.W. 牛 • Roger Rekless • Luisa Babarro • u.v.a.

8.-10.06.2017 Schloss Kaltenberg Tickets auf pulsopenair.de

Man sagt ja immer, Festivalbesucher seien blutjung und flüchtig. Dabei zeigt das Sittengemälde bereits seit Jahren, dass hier mittlerweile ein Treffen der Generationen stattfindet. Nicht nur der Festivalguide geht seit nunmehr 20 Jahren regelmäßig auf Open Airs, sondern auch viele Leser und User. Warum auf diesen Erkenntnisschatz verzichten? Wir fragten nach, was sich in diesen 20 Jahren am meisten verändert hat … »Super finden wir, dass sich insbesondere die Toilettensituation verbessert hat: Früher gab’s oft nur Dixis, heutzutage sind Wassertoiletten fast überall (zusätzlich) Standard. Auch hinsichtlich Sicherheit (Nachtbeleuchtung, Security) hat sich Vieles verbessert. Bei unseren ersten Festivals gab’s auch noch keine Wellenbrecher und das Gedränge war viel größer und gefährlicher (i Roskilde). Die Wellenbrecher finden wir daher grundsätzlich gut. Blöd nur, dass man deswegen mitunter Stunden vor seiner Lieblingsband nach vorne muss, da man sonst nicht mehr reinkommt …« Steffi Scholz »Festivals – ein Ort an dem alle gleich sind – das war einmal. Wo früher gleiches Recht für alle galt, gibt es heute eine 2 (oder mehr) Klassengesellschaft. Wer Geld hat, braucht noch nicht mal mehr sein eigenes Zelt zum Camping zu schleppen, sondern es steht schon – im vom Pöbel abgetrennten Bereich – parat. Man verkauft Bequemlichkeit als ›Experience‹, wobei die wahre Festival-›Experience‹ eigentlich immer darin bestand, auf einem gemeinsamen Campingplatz gemeinsam zu feiern, egal mit welchem Hintergrund.« Sophie T. »Das gemischte Line-up bei den ›großen‹ wie Rock im Park, Novarock und Frequency macht mir nichts aus, hier wird den Veranstaltern oft ›fehlende Konsequenz‹ vorgeworfen, dabei gibt es wohl für jeden Musikgeschmack das passende Festival. Ich gehe nach wie vor gerne auf Festivals, mit dem Alter kommt vor allem der Wunsch nach ›Normalität‹. Heutzutage endet alles im Exzess und der Selbstdarstellung. Ich bin da simpler gestrickt: Zelt, Bier, Musik, vielleicht ein lustiger Hut.« Elisabeth Monai »Was mir auf den Sack geht, ist die Kommerzialisierung der Festivals. Klar, Bier und Bandshirts haben schon immer Geld gekostet. Aber brauchtʼs ein H&M? Braucht’s ein Riesenrad? Und ʼne Wasserrutsche? Hauptsache der Hintergrund fürʼs Instagram Selfie im H&M Hippieoutfit für 49,99 sitzt. Festivalgefühl ist #hurricaneswimteam, nicht Coachella mit Paul Ripke Bildern! #isso« Jan Bügel »Früher haben wir auf Heuballen geschlafen und unsere Kacke im Wald verbuddelt. Heute heult jeder rum, wenn es kein gratis Wasser gibt und das Dixi etwas voll ist.« Sven Vlao »Hat sich nichts geändert, gleiche Kapellen wie vor 20 Jahren.« Gromit Kooperative


189 TIPPS & TRICKS

ugust 2017

10. - 12. A Püttlingen

| Saarland

Donnerstag

Stilvoll zum Hingucker im Campingbereich werden – das ist mit dem Lego-Camper möglich! Geeks aufgepasst! Kein Bock auf Zelten dieses Jahr und der Wunsch nach Extravaganz ist besonders ausgeprägt? Wie wäre es dann mit dem Lego-Camper? Es braucht nur 215.518 Einzelteile und fertig ist die neue Übernachtungsmöglichkeit! Ausgedacht haben sich das ein paar zertifizierte Legobauer aus England, die damit sogleich einen Guinness-Weltrekord aufgestellt haben. Der Typ Teardrop Caravan gehört zu den Mini-Campern und beinhaltet, neben fließendem Wasser, einen zum Bett umbaubaren Tisch. Mit ʼner Blumenvase aus Lego vorm Gesicht aufzuwachen, war schon immer dein Traum? Dann erfülle ihn dir jetzt!

Casper

heaven shall burn anti-flag

emil bulls The Amity Affliction Antilopen gang faber adam angst

Freitag

SDP MADSEN Pennywise weekend blackeyed blonde von wegen lisbeth Evil jared & Q-Ball gurr

July Talk

Samstag

Rise Against

grossstadtgeflüster

alligatoah iriE révoltés

Zugezogen maskulin monsters of liedermaching

abstürzende brieftauben

rogers BRKN

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CRAFTBIER-COCKTAIL #4

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10.-13. AUGUST 2017

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TIPPS & TRICKS

190

FESTIVALS IN 20 JAHREN

ILLUSTRATI ON: ALEX RU PPERT

E

Als wir neulich hinter einer Komposttoilette ein anscheinend frisch gerauchtes, noch dampfendes Erdloch fanden, haben wir die Situation genutzt, um darin kaffeesatzgleich die Zukunft zu lesen. So sahen wir die Festivals in 20 Jahren vor uns …

s ist 2037. Gerade wirft eine amazon-Drone kaltes Bier über unserem Zelt ab, das wir mit einem Blinzeln quittieren. Bezahlt wird per implantiertem RFID-Chip im Auge. Das Einsetzen ist fast schmerzfrei. Wir sagen den anderen Bescheid. Rufen ist unnötig, dafür gibt es jetzt die Hirnsonden, die direkt mit Thinkbook connected sind. Denken wir an das Festival selber, werden unsere Gedanken direkt gepostet und gescannt. Die positiven werden automatisch vom Veranstalter geboostet, die negativen direkt aus den Timelines gespült. Da der Headliner-Pool über die letzten 20 Jahre praktisch unverändert blieb, aber die Gagen weiter in astronomische Höhen gestiegen sind, kommen nur noch die superreichen Infield-Ticket-Besitzer in Sichtweite der Bühne, vor der eine riesige Rollator-Area abgesperrt ist. Die normalen Besucher zahlen ein Schweinegeld dafür, mit VR-Brillen im Zelt zu liegen, virtuell zu onanieren und Bio-MacFood per Dronenservice zu ordern. Für VIP-Ticket-

Besitzer kommen die Bands zum Meet & Greet – als Hologramm –, was gar nicht als Illusion auffällt, denn auf der Bühne stehen schließlich auch nur Hologramme. Wie auch sonst, da die Bands auf 20 Festivals rund um den Globus zeitgleich spielen. Manche davon sind schon tot, aber da die Meldung nie geboostet wurde, hat niemand davon erfahren und schwärmt weiter für die Hologramme. Manche haben sich rechtzeitig klonen lassen. Mick Jagger soll gleich mehrfach als 70-Jähriger auf die Welt gekommen sein. Wer einen Campingplatz in Hörweite der Bühne haben möchte, zahlt extra, die anderen liegen in den äußeren Randbereichen ihrer Heimatstadt auf einem der Franchise-Plätze oder streamen das Ereignis direkt auf die heimische Wohnzimmerwand. Im Zelt hat man den Vorteil, dass oben ein Trichter angebracht ist, über den man sich Synthohol-Blasen abwerfen lassen kann, die dann über einen Schlauch direkt ins Innere fließen und entsprechend schnell getrunken werden müssen. Die Mode kam auf, weil Oma und Opa

doch immer von diesem »Dosenstechen« von früher geschwärmt haben. Toll ist auch, dass der Campingplatzboden weich und bewachsen erscheint, in Wirklichkeit aber durchlässig ist und je Zelt verschiedene Anschlüsse bietet. Einen davon kann man direkt an die Spezialhose von Unilever anschließen, die man hier trägt. Der Dixitronic 3000 saugt alles rückstandslos ab. Doch keine Panik: die virtuelle Dixi-ZApp mit Gestanks-Rezeptor und UglyUmkippHallu garantiert dabei die (un)getrübte Vintage-Erfahrung. Zumindest, wenn man rechtzeitig geblinzelt hat. Und das ist nicht der einzige Vorteil von Festivals im Jahr 2037: Wenn alles vorbei ist, steigt man ins Google-Auto und muss nichts sagen. Das Auto weiß mehr über dich als du selbst und weiß selbstverständlich auch viel besser, wohin die Fahrt geht. Der Bioscan entscheidet: Entweder zum Vitamin-Drive-In, ins Oxydrome oder direkt nach Hause, wo die Wanne schon per Google Nest informiert wurde, sich genauso volllaufen zu lassen wie du selbst.


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TIPPS & TRICKS

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FESTIVALINDEX A

H

Acoustic Summer Alinæ Lumr

100

Appletree Garden Arag Big Air

76

101 Angst macht keinen Lärm 108

A Summer’s Tale

116 74

Haldern Pop Helene Beach Hellfest Highfield Hurricane

O 89 68 39 95 43

J

Benicàssim Big Day Out

60

Jamel rockt den Förster 101 Jenseits von Millionen 80 Juicy Beats 69

79

K

Burning Eagle

78

B

C Chiemsee Summer c/o pop

98 94

D 67

Dour

60

40

E 59

F Feel

118

Flow

92

Fuchsbau

94

G Glastonbury Golden Leaves Green Juice

112 118 92 40 116

L

Deichbrand Docklands

Exit

Kaltern Pop Katzensprung Kinkerlitzchen Kosmonaut Kunst!Rasen Bonn

34 110 96

Lollapalooza Berlin Lollapalooza Paris

106 66

M

MADville Melt M’Era Luna Mini-Rock-Festival Mission Ready MS Dockville Musikschutzfestival Müssen Alle Mit

58 62 88 76 52 96 108 108

N

Nature One New Fall New Horizons

75 112 99

Oben Ohne Obstwiesenfestival Olgas Rock Open Flair Open Source Øya Festivalen

S 58 94 114 84 59 81

P

Parookaville Pinkpop Pohoda Pop-Kultur Festival Puls Punk Rock Holiday Pure & Crafted P×P

65 38 54 101 39 81 102 41

R

Reeperbahn Festival Reload Rocco del Schlacko Rock am Ring Rocken am Brocken Rock For People Rock im Park Rock im Pott Rock im Wald Rock Werchter Roskilde Rudolstadt Ruhr in Love Ruhrpott Rodeo Ruhrtriennale

111 102 82 37 78 52 36 100 68 44 46 54 52 66 116

Sacred Ground SonneMondSterne Sound of the Forest Southside Spack! Splash! Springinsfeld Summerjam SWR3 New Pop Sziget

66 81 76 42 100 56 96 50 110 86

T Talge Open Air Taubertal Tauron Nowa Tomorrowland Traumzeit Trosse Kult

58 90 59 64 39 80

U UrbanArt! HipHop Utopia Island

60 92

V Vainstream

54

W Wacken Wasted in Jarmen Watt en Schlick Way Back When Wireless With Full Force

72 118 67 110 41 44

IMPRESSUM Der Festivalguide erscheint einmal jährlich zum Start der Open-Air-Saison als Sonderausgabe von Intro im Mai. Termin-Updates gibt es stets aktuell auf www.festivalguide.de VERLAGSANSCHRIFT Intro GmbH & Co. KG Oppenheimstraße 7 50668 Köln Fon: (0221) 949930 Fax: (0221) 9499399 E-Mail: info@festivalguide.de Internet: www.festivalguide.de

R E DA K T I O N HERAUSGEBER Matthias Hörstmann CHEFREDAKTEUR Carsten Schumacher (V. i. S. d. P.) CVD Werner Pilz REDAKTION Helen von Daacke, Henrike Schröder E-Mail: redaktion@festivalguide.de FOTOREDAKTION Lea Franke, Nadine Schwickart, Frederike Wetzels (Ltg.) TERMINREDAKTION Thomas Lorber (termine@festivalguide.de)

ART DIRECTOR Holger Risse LAYOUT Holger Risse, Alex Ruppert (Illustration), Svenja Teitge TEXTE Senta Best (SB), Julia Brummert (JB), Alexander Dahas (AD), Philip Fassing (PF), Werner Grossehambrinker (WG), Elisabeth Haefs (EH), Holger Jan Schmidt, Nils Schlechtriemen (NiS), Madeleine Schrader (MS), Christian Steinbrink (CSt), Alena Struzh (AS), Manfred Tari, Oliver Uschmann (OU), Sermin Usta (SU) FOTOS Melih Akyazililar, Christian Albrecht, Christoph Buckstegen, Sandy Carson, Patrick Desbrosses, Alice Epp, Anatol Gottfried, Matthias Haslauer, Harry Horstmann, Bartosz Ludwinski, Stefan Malzkorn, Frank Meißner, Steffi Rettinger, Florian Schüppel, Nadine Schwickart, Christoph Voy, picture alliance und Pressebildfreigaben ILLUSTRATIONEN Alexandra Ruppert, Sarah von der Heide TITEL Patrick Desbrosses (Foto), Alexandra Ruppert ( Illustration)

BRAND & MEDIA DIRECTOR BRAND & MEDIA COOPERATIONS David Winter TEAM Sebastian F. Dudey, Sabrina Esser, Kathrin Marion Fischer, Natascha Lehnen (ext.), Martin Lippert, Steffen Methner, Geraldine Schleder E-Mail: werbung@festivalguide.de AUFTRAGSANNAHME UND ADMINISTRATION Florian Schuster, Eva Sieger (Ltg.) E-Mail: anzeigen@festivalguide.de

LEGAL & BUSINESS AFFAIRS Björn Bäurle (Ltg.), Kristin Kreyer WEB- UND MOBILE-ENTWICKLUNG Anna Gazke (Ltg.), Johannes Däuber VERTRIEB Dominik Raulf E-Mail: vertrieb@intro.de DRUCKEINKAUF Clemens Köhler (ext.) DRUCK Konradin Druck, Leinfelden-Echterdingen PRAKTIKANTEN Viviane Philipps, Nils Schlechtriemen, Felix Schönberger

V E R L AG GESCHÄFTSFÜHRER Matthias Hörstmann

Festivalguide ist Mitglied der IVW (Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V.) Unsere ASSISTENZ DER GESCHÄFTSLEITUNG Auflagen finden Sie auf www.ivw.de Sibylle Kratzke Alle Veranstaltungsdaten ohne Gewähr. DIRECTOR PUBLISHING Nachdruck von redaktionellen und grafischen Inhalten nur mit Genehmigung Martin Lippert des Verlages. Mit Namen gekennzeichnete PROJEKTLEITUNG FESTIVALGUIDE Artikel geben nicht unbedingt die Meinung Sabrina Esser der Redaktion wieder. Keine Haftung für unverlangt eingesandte Manuskripte PERSONAL & ORGANISATION und Fotos. Rebecca Wast (Ltg.), Anika Winter COO Thomas Peckruhn


ABER FELS DAS GANZ

u 1. Hier falten

BITTE NICHT DRÄNGELN: DAS NEUE GEILE FESTIVAL UNTER FLASHT NICHT NUR MIT LAZER-EFFEKTEN UND LOCATION, SONDERN GRÖSSTE NEUE KONZEPT-EVENT IM GANZEN LAND. NATÜRLICH IST TEUER, WEGEN DER HEADLINER. WIE ’NE REISE ZU ’NER STERN

FE ST IV A FO LG U LD ID E -I N E ID GU FESTIVALGUIDE AL N T IVL D -I -IN SFOLD F E FO Av

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Merke: Die Wahrnehmung des Weges vom Zelt zur Bühne ist tagesabhängig.

19

4

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A

Hier

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DER LÖBL ZUR LIEB ICHE AM LING ANSA NACH SONN SBAN TZ, JETZ ALL TAG D DEM SPIEL ANZ T DAS BIER T, HAT UTRE ZELT KOM VÖLL TEN, ZU M ICH IG DIE VERL ANDE BALD ASSE KAUM RE N, HOCH DIME HIER UM DEN G AUF WE UND NSIONEN DER WEG NE WIR BÜHITAG ALSDEN BÜHN HABE AM FRE E . , UM DER FREIT SEN N ERST AM MITTAG AG LAS R AUF ALS T MITTAG. VER HIE EN ERS D ION EN T ZUBAL ENS HAB DER LÖBLICHE ANSATZ, JETZT DAS ZEL ZELT UM DEN WEG DIE ZU DIM VERLASSEN, WIR DAS N, ERE DIEUND BALD HIER AUF DER BÜHNE ZUR LIEBLINGSBAND ANZUTRETEN, ZT ETE AND H DIMENSIONEN ALS AM FREITAG VÖLLIG AM SONNTAG SPIELT, HAT , JET UTRLIG ANDERE HOC ATZANZ M HOCH UND WIR HABEN ERST MITTAG. ICH KAUM NACH ALL DEM BIER KOMM VÖL KAU E ANS D HAT BAN ICH LICH LT, M LÖB NGSSPIE KOM BLI G DER LIE NTA BIER ZUR SON DEM AM ALL H NAC

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DEM IST ALLES SCHNUPPE

ILLUSTRATION: ALEXANDRA RUPPERT

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FESTIVALGUIDE FOLD -IN

Merk e: Die des Wahr Bühn Weges nehm e ist vom ung tages Zelt abhä zur ngig.

194 TIPPS & TRICKS

Die Wahrnehmung eines Events durch den Festival­ besucher steht oft im reziprokem Verhältnis zur Rezeption der Landschaft.

TIPPS & TRICKS

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TIPPS & TRICKS

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Festivalguide online lesen: Alle Infos zur Open Air Saison 2017.

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