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G R AT I S www.festivalguide.de F E S T I VA L G U I D E S O M M E R 2 0 1 8

ALLE INFOS FÃœR DIE SAISON 2018

ARCTIC MONKEYS Die Headliner des Sommers

E I N E S O N D E R AUS GA B E VO N


KOLLEKTION FS 18

DISCOVER THE NEW TEVA’S www.teva.tatonka.com


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G ET READY

AUGUST

In den Sonnenuntergang Festivalguide macht sich auf die Reise und lässt 21 Jahre intensiver Begleitung der Festivalkultur hinter sich. 04 Bereit? Festivalmomente 2017, Checkliste, Psychotest – Bereit für die Saison? Dann nix wie rein in den Sommer 2018!

07

Indie-Festivals in Europa

112

A Summer’s Tale

68

Elektro-Festivals in Europa

114

Wacken

69

Appletree Garden, Sound Of The Forrest, Mini-Rock-Festival

70

Besuchen Sie die Datenbank – Die Festivalwelt ist groß: Young Classic und noch viel mehr

116

Trosse Kult

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Watt En Schlick

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75

Rocco del Schlacko

76

Haldern Pop

77

Int. Sommerfest. Kampnagel, Burning Eagle, Flow

78

Open Flair

80

Taubertal

82

M’era Luna

83

Sziget

84

Smukfest, Alínæ Lumr, Mind on Fire

86

Green Juice, Acoustic Summer Düsseldorf, Hütte Rockt

88

Graspop Metal Meeting, Kosmonaut 42

Highfield

89

JULI

Jamel rockt den Förster, Spack!, c/o pop

90

New Horizons

92

Reload

94

30

JUNI With Full Force

32

Rock im Park

34

Rock am Ring

35

Puls Open Air, Pinkpop

36

Maifeld Derby

37

Hellfest, Traumzeit, Jera on Air

38

Mission Ready, Vainstream

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Southside

40

Hurricane

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Roskilde

46

Pohoda, Ruhr-in-Love, Balaton Sound 48

110

66

Rocken am Brocken, Punk Rock Holiday, Øyafestivalen

Wie finde ich mein Festival? Tipps zum Gebrauch der Festivalstrecke.

Metal-Festivals in Europa

Nature One

Jenseits v. Millionen, Reggae Jam, Off 74

HIG H LIG HTS

G E T R E A DY

I N H A LT

Rudolstadt, Rock Werchter, Ruhrpott Rodeo

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SEPTEMBER & OKTOBER

Splash!

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Lollapalooza Berlin

Summerjam

53

Feel, Open Source, Talge Open Air

54

Müssen alle mit, Golden Leaves, SWR3 New Pop

Dour, Exit, Sacred Ground

55

Melt

56

Oben Ohne, Benicàssim

58

Rock im Wald, Helene Beach

59

Tomorrowland, Parookaville

60

Deichbrand Juicy Beats

98 100

Wasted in Jarmen, Way Back When, Kaltern Pop 102

BACKSTAG E Arctic Monkeys »Glastonbury ist das Größte« – Die Headliner des Sommers über Festivalerlebnisse und Iggy Pop.

122

Es reicht! Mit dem Bråvalla begann der Ausstieg: Sexuelle Übergriffe auf Festivals und was wir dagegen tun können. 126 Sehnsuchtsort Fusion Interview mit Fotograf und Fusion-Stammgast Jewgeni Roppel über Gewinne und Verluste in der Herotopie. 130 Von Prio bis Platinum Entwickeln sich Festivals und Konzerte zur Klassengesellschaft? 138 Das Line-up Geschacher Warum Tickets immer mehr kosten und Headliner gefühlt immer weniger werden. 142 Lord of the Lollapaloozas Ein Gespräch mit einem der neuen Könige des Musicbiz: Charles Attal. 148

TIPPS U N D TRICKS Der Ratgeber im Heft Wir geben Tipps für verschiedenste Festival-Reisen, streiten uns über Glitzer und Blumenkränze, variieren Bier Pong, reden über Fußball, mehr oder minder sinnvolle Apps und testen unsere Abreise. ab 153

Reeperbahn Festival

103

Umsonst & Draußen (Olgas Rock, Obstwiesenfestival u.a.)

104

62

Sonnig & Live (Norden, Zeltival, Schlachthof Wiesbaden)

106

Festivalindex, Impressum

176

63

Reggae-Festivals in Europa

108

Das MAD Festivalguide Faltbild

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Editorial

IN DEN SONNENUNTERGANG »Wir machen uns auf die Reise.« Das war nicht nur von Beginn an Thema dieser Ausgabe des Festivalguide, das war eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Eigentlich hatten wir wie gewohnt von der erlebnisreichen Welt der Festivals erzählen wollen, die uns allen offen steht und die wir selbst an den entlegentsten Orten entdecken können. Doch nun ist die Reise unsere eigene geworden. Nach 21 Jahren ist dieses Heft unser letztes. 21 Jahre lang waren wir an eurer Seite auf den Festivals, haben die Anarchie des Zeltplatzes mit Tüten eingefangen, haben die emotionalen Momente tief eingesogen und als etwas Unauslöschliches und Kostbares in unseren Herzen bewahrt. Das waren die Momente, für die wir in diesem Game waren, von denen wir erzählt haben, die uns mit allen anderen in dieser Festivalwelt verbunden haben, auch mit denen, mit denen wir gestritten haben. Diese Momente waren größer als wir alle. Natürlich wollte all das finanziert werden, natürlich mussten auch wir der Entwicklung nachgeben, die mittlerweile Journalismus durch »Public Relation« ersetzt. Natürlich haben auch wir diejenigen unterstützt, die uns unterstützten. Und dennoch haben wir uns bis zum Schluss nie den Mund verbieten lassen, wenn es darum ging, die Entwicklungen in der Festivalkultur kritisch zu hinterfragen. Das haben wir als selbstverständliche Aufgabe des ältesten und einflussreichsten Festivalmediums in Deutschland gesehen. Wir hatten das Privileg, davon leben zu können und sahen darin die Verpflichtung, unsere Erfahrung und unser Herzblut einzusetzen, um Partei zu ergreifen.

Dass das alles jetzt vorbei sein soll, können wir immer noch nicht fassen, aber wen die Reise ruft, der macht sich besser reisefertig. »Follow your bliss!«, wir alle sind gerufen, unserem Weg des Herzens bedingungslos zu folgen. Achtet auf diese Festivalkultur und bleibt nicht leise, wenn man sie zu ruinieren droht. Achtet auf euch und auf die Leute um euch herum. Bleibt festivalfanatics und haltet die Festivalwelt lebendig. »Es geht nicht darum, den Sturm abzuwarten, sondern darum, im Regen zu tanzen.« Don’t stop believin’! Euer Festivalguide-Team

ILLUSTRATION: JOHANNA WALDERDORF F

Wir sind in unseren Festivalguide-Kutten losgezogen, haben backstage auf klapprigen Stühlen an klapprigen Tischen von der Stimmung auf den Festivals geschrieben. Wir haben den unabhängigen Festival Award Der Helga!® ins Leben gerufen und zu einem Treffpunkt des ehrlichen Austauschs und des ehrlichen Trinkens gemacht. Wir haben immer neue Freundinnen und Freunde für unser Team gefunden, die mit uns bis heute in Verbindung sind, mit denen wir auf den Festivals in seelischer Verwandtschaft Blutsbrüder- und -schwesternschaft getrunken haben. Das alles hat uns unfassbar stolz und unfassbar dankbar gemacht.


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Abfahrt! Wenn der Körper sich verformt, weil ein Zelt in die Niere drückt, der Gaskocher am Schienbein schubbert und der Schlafsack andauernd ins Gesicht fällt, da der Kleinwagen die drei Tonnen Hausrat nicht aushält, dann ist wieder Open Air Saison! Foto: Magdalena Gruber

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We travel the world and the seven seas for a good festival


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Erlösung! Der Fahrer kriegt immer erst bei der Ankunft sein Bier, das schmeckt dafür wie ein Gottesgeschenk. Beim Open Air Gampel in der Schweiz konnte das endlich mal adäquat festgehalten werden. Foto: Diana Pfammatter


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Platz da! Zum Balaton Sound in Ungarn zieht sich die Strecke. Hat das Anreisemittel keine Klimaanlage, hilft am Ende nur der Sprung in den Plattensee (in solchen Fällen unbedingt Wassertiefe beachten!). Foto: Rockstar Photographers


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Panorama! Ist man erstmal in Bulgarien beim Meadows in the Mountains angekommen und hat die Erste-Hilfe-Erfrischung hinter sich, drängelt schon der Ausblick, und alles hat sich gelohnt. Foto: Jack Pasco


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12 Nachti! Beim Plötzlich am Meer in Polen will der Himmel dem Wasser keinesfalls die Show überlassen. Wenn’s dann ruhig wird auf dem Campingplatz, werden die besten Gespräche geführt. Foto: GoodBy


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Queen einer jeden Trophäen-Sammlung:

DER HELGA!® 2018 ... und du bestimmst, wer ihn bekommt!

Der Helga!® ist der unabhängige FestivalAward von Reeperbahn Festival und Festivalguide. In sechs Kategorien entscheidet eine unbestechliche Fachjury räumlich getrennt voneinander in Einzelabstimmungen, doch in der Königsdisziplin »Bestes Festival« entscheidest allein du.

Stimm ab für dein Festival des Jahres unter reeperbahnfestival.com/derhelga ... und gewinne zwei Tickets für das Reeperbahn Festival, sowie zwei Gästelistenplätze bei der Verleihung des Helga!® am 20. 9. 2018 im Imperial Theater, Hamburg.


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Psychotest

BIST DU REISEFERTIG? Ferienzeit, Festivalzeit – die perfekte Gelegenheit, um den eigenen Horizont zu erweitern, neue Erfahrungen zu machen und coole Musik und tolle Menschen kennenzulernen. Weil aber nur die wenigsten unvergesslichen Großevents in der eigenen Wohnung stattfinden, muss man hierfür in der Regel an die frische Luft und auf die Reise gehen. Doch bist du in der freien Wildbahn ein Marco Polo oder eher der Typ Badewannenkapitän? Mach diesen Psychotest und finde heraus, ob du bereit für deine ganz persönliche Weltumseglung bist! Wie lange im Voraus planst du eine Urlaubsreise?

Meistens sehr spontan. Nach einem Bankraub zum Beispiel. Oder wenn mal wieder dieser lästige Gerichtsvollzieher mit seiner öden Alimentenstory vor der Tür steht. (10 Punkte) Mindestens sechs Monate. Wobei mit Reise meistens ein Fallschirmsprung und mit Urlaub meistens harte Söldneraction in einem vergessenen Krieg gemeint sind. (7 Punkte) Ich plane nicht, ich lasse planen. Wozu hat man schließlich Freunde, wenn man die nicht die ganze Arbeit machen lässt und unterwegs dann trotzdem permanent rumnörgelt? (0 Punkte)

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Ab wann ist für dich weit weg zu weit weg?

Als Gangster-Rapperin verlasse ich ungern meinen Postleitzahlbezirk. Wie: warum? Weil alle anderen Postleitzahlbezirke schwule Opfer sind, die weggefickt gehören! (1 Punkt)

Ich muss zugeben, dass ich exotische Ziele mag. Bayern würde mich reizen, aber da gibt’s natürlich die Sprachbarriere, die komische Religion und die instabile politische Lage. Ich fang erstmal mit Burkina Faso an. (3 Punkte) So gern ich Alpha Centauri mal während der Kirschblüte sehen würde – 20 Jahre Hinfahrt sind mir dann doch zu krass. Außerdem ist am Brenner immer so ein Stau. (10 Punkte)

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Bist du schon mal deinem Schwarm hinterher gereist?

Nee. Im Urlaub hat die Partnerschaft Pause. Wenn ich einen festen Freund/feste Freundin hätte, würde der/die meine schmetterlingshafte Liebe total akzeptieren. (10 Punkte) Klar. Auswärtsspiele sind schließlich alle zwei Wochen, und die Chance, fremde Fankulturen wie die von RB Leipzig kennenzulernen, möchte ich mir nicht entgehen lassen. (4 Punkte) Früher schon. Doch seit Helene Fischer eine einstweilige Verfügung gegen mich

erwirkt hat, kriselt es in unserer Beziehung ein bisschen. Das wird aber wieder. (0 Punkte)

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Sind deine Haustiere in der Zwischenzeit eigentlich gut versorgt?

Jein. Ich habe gerade eh zu viele davon, da ist dann während meiner Abwesenheit ein bisschen Survival of the Fittest angesagt. Die Tüpfelhyäne hat wohl die besten Karten. (6 Punkte) Fipsi und Brangelina dürfen mich gerne auf Reisen begleiten. Zumindest auf der ersten Etappe bis zur Autobahnauffahrt, wo ich die blöden Tölen überhaupt erst her habe. (2 Punkte) Das will ich hoffen. Meine Katzensitterin hat mir gerade erst ein schweinisches Schweigegeld abgepresst, damit sie meine illegale Plumplori-Zucht nicht auffliegen lässt. (10 Punkte)

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Wie viele Sprachen sprichst du?

Zählen Klingonisch, Hochelbisch und C++? Dann insgesamt drei. Hoch

ILLUSTRATION: CAROLINA TIDELSKI

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Auswertung

Als küssender Bandit spreche ich vor allem die Sprache der Liebe. Deswegen kann meine Zunge auch jeden Quadratzentimeter deiner Haut wie ein offenes Buch lesen. (10 Punkte)

sicht mittlerweile ein bisschen sicherer geworden ist. (3 Punkte) Kommt darauf an, ob sie auf Mallorca auch das Wappen von Dynamo Dresden, die Billardkugel Nr. 8 und die Zeile »Death before Dishonor« in der Vorlagenfibel haben. (10 Punkte)

Leider bloß meine Muttersprache. Hier in Nordkorea reicht das aber auch völlig aus, du volksverräterischer Minenhund des imperialistischen Großkapitals! (0 Punkte)

Kommt darauf an, ob meine Hepatitis bis dahin abgeklungen ist und ich noch eine leere Stelle an meinem Körper finde, die mir bisher noch nicht aufgefallen ist. (1 Punkt)

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Wie experimentierfreudig ist dein Gaumen?

Sind deine Vorurteile auf dem neuesten Stand?

Nicht so sehr, wie ich immer dachte. Kann aber auch daran liegen, dass ich den Masochisten aus dem Menschenfresser-Forum einfach nicht lang genug im Ofen hatte. (4 Punkte)

Als glutäugiger Italiener, der gerne ohne Führerschein fährt und Tomatensoße nach Familienrezept für blonde Touristinnen kocht, finde ich diese Frage unfassbar diskriminierend! (5 Punkte)

Sehr. Wer noch nie ein delikates, leicht entzündetes Affenhirn aus dem warmen Schädel gelöffelt hat, schmeißt meiner Meinung nach sein Leben weg. (10 Punkte)

Nicht wirklich. Bei diesen dauernden EUErweiterungen kommt ja schon keiner mehr mit, und gleichzeitig gibt’s immer weniger Flüge nach Rhodesien und Siam. (0 Punkte)

Was soll ich sagen? Als echtem Patrioten und Imbissexperten schmeckt mir die deutsche Küche einfach am besten. Pommes, Ketchup, Wienerschnitzel 4 life! (1 Punkt)

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Welche Reiseutensilien müssen für dich unbedingt mit?

Ich reise gerne mit leichtem Gepäck, also reichen mir Zahnbürste, Kontaktlinsenetui und frische Unterwäsche. Und halt meine Hanteln. Und natürlich meine Glücksbowlingkugel. (8 Punkte) Ich lege Wert auf ausreichend gute Literatur, mit der man nebenbei auch Urlaubsbekanntschaften neugierig machen kann. »Ich, Satan« etwa wirkt wahre Wunder. (10 Punkte) Geodreieck und Wasserwaage. Irgend so ein Trottel hat mir neulich erzählt, die Erde wäre eine Kugel. Eine Kugel! Haha, dem Spinner werde ich’s zeigen! (0 Punkte)

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Planst du, dir im Urlaub ein Tattoo stechen zu lassen?

Kommt darauf an, ob ich Sträflingen, Matrosen oder marodierenden Maori in die Hände falle oder ob Kärnten in dieser Hin-

Fremde sind nur Freunde, die man noch nicht kennengelernt hat. Dass Papst Franziskus z. B. so eine formidable Black-Metal-Sammlung besitzen würde, hätte ich vorher ja auch nicht gedacht. (10 Punkte)

10

Worauf freust du dich bei deiner Rückkehr nach Hause am meisten? Auf den Anblick meiner Straße, die von Schlingpflanzen überwuchert und von giftigen tropischen Vögeln bewohnt ist. Ist bis jetzt leider aber noch nie so gewesen. (6 Punkte) Auf den Moment, in dem ich nach all der Rechnerei mit diversen Esperanto-Währungen endlich wieder einen ehrlichen Eisbecher mit einer harten deutschen Mark bezahlen kann. (1 Punkt) Auf die Erkenntnis, dass das, wonach ich überall gesucht habe, die ganze Zeit vor meiner eigenen Tür zu finden war: mein alter Kinderschlitten und der neue Festivalguide! (10 Punkte)

0 – 10 Punkte Ganz ehrlich? Reisen ist nichts für dich. Tatsächlich stehen die Chancen nicht schlecht, dass du langweilige Lusche in deinem eigenen Saft am besten aufgehoben bist. Neugier und Abenteuerlust sind Fremdwörter für dich, das zeigen ja schon dein durchgefurzter Fernsehsessel und das Pizzataxi auf der Kurzwahltaste. Insgeheim sehnst du dich nach einem immerwährenden Allinclusive-Urlaub in der Fruchtblase, aber deine Mutter hat schon dreimal nein gesagt.

11 – 25 Punkte Beim Thema Reisen bist du eher der vorsichtige Typ. Ein 20-Kilometer-Radius um deinen Heimatort herum definiert deinen Horizont, der dafür aber umso gründlicher erforscht ist. Du hast bereits alle Kneipen, Kiesgruben und Kegelbahnen in der Region besucht und bist dabei sogar einem kleinen Skandal auf die Spur gekommen. Wie sich herausstellt, werden offenbar alle Gelsenkirchener Postkartenmotive in Wirklichkeit in Oberhausen aufgenommen!

26 – 50 Punkte Auch wenn du noch kein wahrer Kosmopolit bist, stehst du doch schon ziemlich mittig in der Schlange beim Weltbürgeramt. Sitten und Gebräuche fremder Ländern bereichern dich eher, als dass sie dich einschüchtern, außerdem hast du ein gesundes Empfinden für gutes Benehmen im Ausland. Als du dich an der belgischen Nordseeküste einmal als Engländer ausgegeben hast, hat das trotzdem jeder sofort durchschaut. Positiv: Mit steigendem Alter nimmt deine Reisefertigkeit nur noch zu!

51 – 75 Punkte Du bist ein geübter Global Native, der diesen beknackten Begriff dann auch gleich in mehreren Sprachen problematisieren kann. Respekt und Sensibilität kennzeichnen dein touristisches Auftreten, wenn man von der peinlichen AyahuascaEpisode damals in Peru absieht. Nach der Reise ist in deinem Fall immer auch vor der Reise, denn selbst wenn du mal zuhause bist, bist du im Kopf schon wieder auf dem Weg zum nächsten Ziel. Meld dich mal wieder bei deinen Eltern!

76 – 99 Punkte Dein Reisepass hat mehr Stempel als ein Briefmarkenalbum, denn für Globetrotter wie dich sind selbst die strengsten Zollbeamten auch bloß glorifizierte Türsteher. Ähnlich wie bei einem Hai gibt es für dich weder Schlaf noch Stillstand, nur das endlose Meer, die Sonne und eine zunehmend rauere Hautoberfläche. Bei all deinen reichen Erfahrungen und aufregenden Bekanntschaften hast du nur zwei Dinge vergessen: die Rentenzahlungen und deine ursprüngliche Heimatadresse.

100 Punkte Glückwunsch! Du bist Hardy Krüger.

G E T R E A DY

jaghpu’Daj HoHbogh SuvwI’ yIvup. Bedaure den Krieger, der all seine Feinde tötet. (5 Punkte)


MEIN TICKETPORTAL

loveweek festival 7 days of sea, sun, music & fun

Fritz Kalkbrenner Neelix Alan Walker Klangkünstler sigala Marika Rossa zonderling Zrce Beach - pag island - croatia 21-27 th july 2018

DAVID GUETTA

DIMITRI VEGAS & LIKE MIKE MARTIN GARRIX / ERIC PRYDZ SVEN VÄTH / ADRIATIQUE ELLEN ALLIEN / KÖLSCH STEPHAN BODZIN / AGORIA JULIEN JEWEIL / BUTCH u.v.a.

04. - 08.07. Zamárdi, Ungarn

FIND YOUR ANIMAL

GREGOR TRESHER | FLORIAN MEINDL SPARTAQUE | SIMINA GRIGORIU | KLANGLOS THE YELLOWHEADS | MARTIN EYERER | u.v.m 25.08. Lechbruck, See-Zunge

Tickets auf www.ADticket.de


MEIN TICKETPORTAL

JAM ES BLU NT / CRO ALLIGATOAH / SDP KONTRA K / BAUSA INNER CIRCLE / ANDREW TOSH CHEFKET / BSMG / RAS MUHAMAD FYAH T / MARVIN GAME / WEEKEND EES / QUEEN OMEGA / IFY KNOWS

U.V.M.*

AFRIKA-KARIBIK-FLAIR, WELTBASAR, KUNSTHANDWERK, KIDS-AREA, AKROBATIK, FEUERZAUBER, BEACH-CLUB U.V.M.*

ASCHAFFENBURG

16. - 19. AUGUST TICKETS:

WWW.ONE-RACE-HUMAN-FESTIVAL .DE

AUCH TAGESTICKETS ERHÄLTLICH

11-15 july 2018

N° 30

DOUR (BELGIEN)

FESTIVAL IM LANDSCHAFTSPARK

alt-J • Âme II Âme Beth Ditto • Diplo Boys Noize • Modeselektor MHD • Mura Masa Paul Kalkbrennerlive Pan-Pot • DJ Premier The Chemical Brothers Wizkid

DUISBURG NORD

2 2 . – 2 4 . 0 6 . 2 0 18 MOGWAI. LUCKY CHOPS. MIGHTY OAKS FABER. THE JESUS AND MARY CHAIN GISBERT ZU KNYPHAUSEN. SLOWDIVE BLUMFELD. PARCELS. MOGLI. LOT TE

und viele andere ...

MARTIN KOHLSTEDT. LOW. LILLY AMONG CLOUDS. LÙISA WOMAN. MATT GRESHAM. HUGO HELMIG. SAM FENDER. JAGUWAR

11. - 15.07. Dour, Belgien

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27.04.18 16:33

Tickets auf www.ADticket.de


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Die ultimative Checkliste

Über 21 Jahre hinweg hat der Festivalguide Erfahrungen im Mitnehmen und Vergessen. Den Jägerzaun plus Satz junger Fichten nehmen wir nicht mehr mit auf Festivals, dafür aber seit neuestem Unterwäsche. So hat sich eine Liste ausgemendelt, die nicht komplett abgehakt werden muss, aber an jeden Scheiß erinnert. KLAMOTTEN

Unterwäsche Socken Jacke Lange Hose Kurze Hose Hemd T-Shirts Longsleeve (Kapu-)Sweater Regenjacke Feste Schuhe/Gummistiefel Flip-Flops/Badelatschen Badehose/Bikini Hut/Kappe/Mütze (Helden–)Strumpfhose H YG I E N E

Handtuch Bürste/Kamm Deo (Roll-on) Reiseapotheke (individuell ausrüstbar, z.B. Aspirin, Kohletabletten, Magnesium, Zeckenzange) Zahnbürste/Zahnpasta Duschgel/Shampoo (gut: biologisch abbaubar) Kondome Binden/Tampons Handspiegel Toilettenpapier Taschentücher/Küchenrolle Feuchttücher Duschhaube Vaseline (Schmelzbereich ab 38°)

C A M P I N G B E DA R F

Zelt Plastikplane (unter das Zelt) Heringe (ggf. Hammer)/Abspannleinen Schlafsack Iso-Matte Picknickdecke Besteck/Geschirr Kochset Kaffeekocher/Espressokanne Spülmittel (gut: biologisch abbaubar)/ Spülschwamm Campingstühle Campingtisch Pavillon Lebensmittel: z.B. Dosen/Kekse/JunkFood/Brot/Thüringer Bratwürste/ Fleisch/Tofu/Obst/Bier/Kaffee/Tee/ Salz/Pfeffer etc. Getränke: Bier/Wein/Gin/Tonic/Cola/ Limo Schneidebrett/–messer Aufbewahrungsbehälter Campingkocher/Grill/Anzünder/Kohle Dosenöffner/Flaschenöffner/Korkenzieher Feuerzeug/Streichhölzer Müllbeutel S U R V I VA L

(Dynamo-)Taschenlampe (ggf. mit ausreichend Batterien/Akkus) Taschenmesser Wasser/Wasserkanister/Tetrapak (Sonnen)creme/Après Lotion Ohrenstöpsel Sonnenbrille (+Etui) Mücken-/Zeckenschutzspray

A U F K E I N E N FA L L V E R G E S S E N

Ticket 1. Hilfe-Set EC-Karte/Bargeld Handy (+ Ladegerät/Powerbank) Gaffa-Tape OPTIONAL

Rauchwaren/ Zigaretten Brustbeutel/Bauchtasche/Gürteltasche Kontaktlinsen(lösung) Selfie-Stick Edding Lady–Gaga–Kostüm Kerzen Schere & Tesafilm (Bändchen kleben) Cocktail-Shaker Lampions Ukulele Kamera Kopfkissen Nähzeug Luft–/Penispumpe Bücher/Musik/Film–Projektor Zeltbeleuchtung Kuscheltier Vorhängeschloss Konfetti/Glitter Ball (für Flunkyball) Seifenblasen Fahnenmast Luftsofa Wasserspielzeug Badetuch/Bademantel (gestreift)


PROMOTION

BERLIN IM #ABSOLUTLOLLA FIEBER LOLLAPALOOZA BERLIN UND ABSOLUT FEIERN DEN FESTIVALSOMMER

Die Zutaten für das perfekte Festival-Erlebnis? Coole Livemusik, verrückte Aktionen, Kunst-Spektakel und natürlich das passende Getränk – der weltweit erste Drink, der für ein Festival kreiert wurde:

Der spannendste Wanderzirkus unter den Festivals zieht in diesem Sommer weiter zur nächsten Location. Anfang September verwandelt das Lollapalooza Berlin das Gelände des Olympiastadions in eine spannende Erlebniswelt mit Konzerten, Künstlern und Urban Art. Dabei erstreckt sich die »Lolla Berlin«-Welt über mehrere Bereiche: Der Grüne Kiez bietet Informationen zu Umweltschutz und Nachhaltigkeit und mit der Lolla Fun Fair wird alles höher, bunter, weiter: Hier wirbeln Akrobaten zwischen Straßenmusikern und einem bunten Riesenrad umher.

Mitten in dem bunten Getümmel der Lolla Fun Fair entsteht Absolut Lolla: Als Treffpunkt für kreative Ideen und ausgelassene Partystimmung verspricht #absolutlolla die längsten und verrücktesten Nächte des Sommers. In Schweden weiß man schließlich wie man die Nacht zum Tag werden lässt. Mit der Midsommar-Feier als Vorbild, kann man hier schwedische Blumenkränze stecken, mit den besten Freunden entspannen und, den exklusiven Festival-Drink von Absolut in der Hand, ausgelassen feiern.

Absolut Lolla Drink 4cl Absolut, 3cl frische Zitrone, 1,5cl Melonensirup und 1cl Vanillesirup in einem Longdrinkglas mit Eis und Tonic mischen. Für das echte Lolla-Gefühl blauen Regenbogenstaub* dazugeben. Skål! *essbarer Dekoglitzer


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Neben den verschiedenen Acts und Musikrichtungen unterscheiden sich die meisten Festivals auch in den Outfits ihrer Besucher. Welcher ist euer Look fürs Hurricane, Summerjam oder Lollapalooza? Wir hätten da ein paar Vorschläge. Fotos: Viktoria Grünwald, Assistenz: Pia Henkel, Styling: Chiara Baluch

TOP: H &M, STYLIST’S OWN, SHORTS: WRANGLER, SONNENBRI LLE: ORGREEN, OHRRI NG: STYLIST’S OWN, TATTOOS: PULL&BEAR

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ICH PACKE MEINEN RUCKSACK…


T- SH IRT: HAFEND IEB, LATZHOSE: CH EAP MONDAY, RU CKSACK: H ERSCHEL, MÃœTZE: H AF ENDIEB, SONNENBRILLE: RAY-BAN

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SHIRT: CHAMPION, STYLIST’S OWN, SH ORTS: BJÖRN BORG , TASCHE: HERSCH EL, H UT: HERSCHEL, SCHUHE: MELITTA

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SHIRT: ASOS, SH ORTS: CARHARTT, SWEATER: HAFENDI EB, TRINKHORN: EMP, TURNBEUT EL: GEORGE GINA & LUCY

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JACKE: ELLESSE, BODY: CALZED ONIA, H OSE: LEVI’ S, G UMMISTIEFEL: EMP, H UT: HERSCHEL, SONNENBRILLE: ST.EILEN, KOPFHÖRER: URBANEARS

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28 PRESENTED BY

MITMACHEN & GEWINNEN

MIT DEM GOLDEN FESTIVAL TICKET ZU DEN BESTEN FESTIVALS DES SOMMERS Ab dem 28. Mai verlosen wir gemeinsam mit Coleman zehn Wochen lang jeweils 1×2 Golden Festival Tickets für das besondere VIP-Erlebnis. Ein Teammitglied vom Festivalguide wird schon vor dem Gewinner vor Ort sein und ihn mit einem bereits aufgebauten Zelt von Coleman – inklusive Equipment aus der »Festival Collection« – und einem eiskalten Bier in Empfang nehmen. Gemeinsam seid ihr dann auf dem Festival als Reporter unterwegs und erzählt unter dem Hashtag #GFT2018 eure ganz persönliche Festivalgeschichte. Um diese angemessen zu dokumentieren werdet ihr außerdem von Google mit Google Pixel 2 Smartphones ausgestattet.

SO KÖNNT IHR GEWINNEN:

FÜR DIESE FESTIVALS VERLOSEN WIR TICKETS:

Am 28. Mai um 12:00 Uhr mittags beginnen wir online mit der Verlosung für das Summerjam, eine Woche später startet zur gleichen Zeit die nächste Verlosungsrunde für das darauffolgende Festival, usw. Alle weiteren Infos findet ihr auf

SPLASH! SUMMERJAM MELT PAROOKAVILLE JUICY BEATS A SUMMER’S TALE APPLETREE GARDEN WATT EN SCHLICK TAUBERTAL SPACK!

festivalguide.de/goldenfestivalticket

a p l e r e

p t e


PROMOTION

Durch den Sommer mit der Festival Collection von Coleman® Brennende Sonnenstrahlen, endlos prasselnder Regen und haufenweise Matsch: beim Festival müssen nicht nur die Besucher, sondern auch die Campingausrüstung einiges aushalten. Der Outdoor-Ausstatter Coleman® setzt deswegen auf Bequemlichkeit und Belastbarkeit. So lassen sich mit der Festival Collection alle meteorologisch Widrigkeiten überstehen. Das Blackout3-Zelt der Kollektion ist mit der namensgebenden »Blackout-Technologie«, die 99% des Tageslichtes aus dem Zelt fernhält, ausgestattet – nach einer durchgefeierten Nacht lässt sich so nun auch am Tag die nötige Nachtruhe finden. Dafür sorgt auch ein Luftbett, sowie der Schlafsack der Festival Collection: großzügig geschnitten, mit kuscheliger Kapuze, verfügt er über eine Innentasche, in der man die wichtigsten Habseligkeiten verstauen kann. Mittags aus dem Zelt gekrochen,

sorgen die bequemen und robusten Kickback Stühle für Entspannung. Diese Produkte können in diesem Jahr auch die Gewinner des Golden Festival Tickets erleben! Und für alle anderen gibt es diese und viele weitere Festival-taugliche Produkte in der Coleman® Festival Collection zu entdecken! Coleman® schickt Euch zu zehn großartigen Festivals 2018: inklusive An-, Abreise und Campingausrüstung vor Ort.


JUNI

HIGHLIGHTS

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FINDE DEIN FESTIVAL #festivalfanatics sind unterschiedlich. Die einen mögen viele Menschen, die anderen lieben es intim. Einige wollen nur ein Genre, andere alles auf einmal. Es gibt so viele Festivals zu entdecken. Achtet einfach nur auf die Symbole und findet das für euch passende Open Air. MUSIKGENRE

E Elektro

R

J

Rock/ Punk/Metal

H

Rap

P

Techno/ House/EDM

A

Pop

D

S

Indie/Alternative Reggae/Dub Singer/Songwriter/ Folk

A N Z A H L D E R E RWA RT E T E N B E S U C H E R

W W W W W W W W W W W W W W W W W W W W W W W W W 5.000 —10.000

bis 5.000

10.000 —30.000 30.000 —80.000 mehr als 80.000

ANZAHL DER AUFTRETENDEN ACTS

Z Z Z Z Z Z Z Z Z Z Z Z Z Z Z Z Z Z Z Z Z Z Z Z Z bis 10

11 — 20

21 — 50

51 — 100

mehr als 100

P R E I S D E S F E S T I VA LT I C K E T S ( A L L E TA G E )

eeeee eeeee eeeee eeeee eeeee eeeee umsonst

bis 25 €

26 — 75 €

76 — 150 €

151 — 250 €

WEITERE INFO

C

B

CampingBadestrand möglichkeit

U Urban

L besonders schöne Lage

mehr als 250 €


JUNI

31 HIGHLIGHTS

FOTO: JEWG ENI ROPPEL

HIGHLIGHTS JUNI


JUNI

HIGHLIGHTS

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14.–16.06.

WITH FULL FORCE Das zweite Mal zu Gast in der »Stadt aus Eisen«. Die perfekte Kulisse für ein außergewöhnliches Jubiläum. Was mit 2.500 Besuchern begann, ist heute eines der größten deutschen Festivals für Metal und Hardcore, das in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubiläum feiert. Nach dem Auszug aus Roitzschjora folgt nun die zweite Ausgabe am neuen Standort »Ferropolis«. Der anfängliche Unmut über den Umzug ist längst verflogen, die meisten der 18.000 Besucher waren von der Kulisse des ehemaligen Tagebaus Golpa-Nord begeistert. Wie könnte es anders sein, wirken die riesigen Industrierelikte doch geradezu ikonisch für Metal und Verwandtes. Neben der Möglichkeit, direkt neben dem Auto zu campen, bietet das Gelände Vorzüge wie einen Badesee und befestigte Wege und Asphalt vor den Bühnen, wodurch es nicht zu Schlammschlachten kommen muss, falls sich die schöne Gremminer Seegöttin zum WFF ausnahmsweise Dauerregen im Kalender eingetragen haben sollte. (MG) Live: Apocalyptica, Belphegor, Benediction, Body Count Feat. Ice-T, Bullet For My Valentine, Caliban, Cradle Of Filth, Eskimo Callboy, Hatebreed, Judas Priest, Kanzler & Söhne, Kataklysm, Life Of Agony, Lionheart, Madball, Mambo Kurt, Marduk, Megaherz, Parkway Drive, Pro-Pain, Soulfly, Tankard, The Hirsch Effekt, Thy Art Is Murder, Unleashed, We Butter The Bread With Butter, Wolves In The Throne Room u. v. a. Gräfenhainichen, Ferropolis

FOTO: DIRK BEHLAU

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33 JUNI

HIGHLIGHTS


JUNI

01.–03.06.

ROCK IM PARK Die kleine Schwester des Rock am Ring wird immer größer und beliebter. Noch ist Rock im Park der kleine Ableger des Eifler TraditionsOpen-Airs, aber wie lange noch? Die Besucherzahlen liegen mittlerweile fast gleichauf, zudem hatten die Fans auf dem Zeppelinfeld von Nürnberg 2017 den großen Vorteil, dass bei ihnen keine Terrorgefahr ausgerufen wurde – wie an der Rennstrecke vom Nürburgring. Nürnberg konnte Rammstein sehen, was Nürburg verwehrt blieb. Doch das war natürlich unkalkulierbar und soll daher nicht auf der Habenseite notiert werden. Allerdings: Das Stadionbad nebenan bietet eine Bademöglichkeit und die Sehenswürdigkeiten der schönen Frankenmetropole sind innerhalb von zehn Minuten zu erreichen. Für die Fans aus Süddeutschland mehr als überzeugend, das Line-up ist ohnehin mit dem vom Ring (nahezu) identisch. Ob Rock im Park bald zur großen Schwester wird? (MG) Live: 30 Seconds To Mars, Antilopen Gang, Alt-J, A Perfect Circle, Alexisonfire, Alma, Bad Religion, Bausa, Beth Ditto, Bilderbuch, Body Count, Chase & Status, Enter Shikari, Foo Fighters, Giant Rooks, Good Charlotte, Gorillaz, Jimmy Eat World, Kreator, Marilyn Manson, Milky Chance, Muse, RAF Camora, Rise Against, Snow Patrol, Stone Sour, Taking Back Sunday, Thursday, Thy Art is Murder, Trailerpark, Ufo361, Vitalic, Walking On Cars, Yung Hurn u. v. a. Nürnberg, Zeppelinfeld

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FOTO: PIA H ENKEL

HIGHLIGHTS

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01.–03.06.

ROCK AM RING Der Big Player unter den Festivals bringt die Open Air Saison diesmal hoffentlich ohne Gewitter und Terrorwarnung in Gang. Veranstalter Marek Lieberberg hatte es die letzten Jahre nicht leicht. Erst der unfreiwillige Exodus nach Mendig, dann Blitzeinschläge, der Festivalabbruch und schließlich die Räumung wegen Terrorgefahr im letzten Jahr. Seit 1985 macht Lieberberg Rambazamba in der Eifel, aber was ihm hier zuletzt die Nerven zerrüttete, geht über alles hinaus, was ihm Axl W. Rose je hätte antun können. Nach allen Gesetzen der Wahrscheinlichkeit müsste Rock am Ring 2018 in sonniger Ruhe ungestört über die Bühne gehen – wir drücken selbstverständlich die Daumen, fahren aber vorsichtshalber auch wieder hin. Am Ende sind es doch immer die Fans, die die Situation retten, das war die gute Botschaft vom Ring. (CS) Live: 30 Seconds To Mars, Alt-J, Antilopen Gang, A Perfect Circle, Alexisonfire, Alma, Bad Religion, Bausa, Beth Ditto, Bilderbuch, Body Count, Bullet For My Valentine, Caliban, Chase & Status, Foo Fighters, Good Charlotte, Gorillaz, Heisskalt, Jimmy Eat World, Kettcar, Kreator, Marilyn Manson, Milky Chance, Muse, Parkway Drive, RAF Camora, Rise Against, Snow Patrol, Stone Sour, Taking Back Sunday, Thursday, Trailerpark, Ufo361, Yung Hurn u.v.a. Nürburg, Nürburgring

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JUNI

HIGHLIGHTS

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V+Grapefruit Deine Erfrischung. Dein Festivalsommer. 08.–09.06.

15.–17.06.

PULS OPEN AIR

PINKPOP

Zum dritten Mal wird die Zugbrücke auf Schloss Kaltenberg für ein »unvergessliches Partywochenende« heruntergelassen. Das Schloss Kaltenberg, in der Nähe des schönen Ammersees gelegen, beherbergt seit drei Jahren auch das Puls Open Air. Einmal im Jahr finden sich hier Musikliebhaber aus Bayern und ganz Deutschland ein, um deutschen und internationalen Künstlern inmitten einer idyllischen Kulisse und im Angesicht »pulsierender Kugeln und glühender Dreiecke« (br.de) zu lauschen. Das vom Jugendsender des Bayrischen Rundfunks veranstaltete Festival bietet ein Line-up mit bis zu 60 Bands und Künstlern, welches neben bekannten Acts auch Newcomern eine Bühne bietet. Wer mit zehn Freunden anreist, hat zudem die Möglichkeit, ein Freundeskreis-Ticket zu erwerben. Damit wird der Gruppe ein 100 m2 großer Bereich auf dem Campingplatz reserviert. (MG)

Mitte Juni beehrt das Who is Who der populären Musikwelt die Landgraafer Trabrennbahn. Ein Spektakel für die ganze Familie. Musikfans aus der ganzen Welt steuern jedes Jahr die kleine Gemeinde Landgraaf in den Niederlanden an, um dort den Weltstars der internationalen popmusikalischen Landschaft zu lauschen. Die bunte Mischung aus über 50 nationalen und internationalen Künstlern lässt den 70.000 Besuchern des seit 1970 stattfindenden und somit ältesten jährlich veranstalteten Festivals Europas keine Wünsche offen. Übrigens ist das Spektakel in den Niederlanden auch für Familien geeignet, da der Alkoholkonsum der Besucher meist nicht so exzessiv ausfällt, wie man es sonst von Großveranstaltungen dieser Art gewohnt ist. Der Niederländer bevorzugt da bekanntermaßen Anderes. Trotz des enormen Ausmaßes des Events ist das Festivalgelände noch recht übersichtlich und zudem gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Auto zu erreichen. (MG)

Live: Antilopen Gang, Av Av Av, Blond, Die Höchste Eisenbahn, Dillon, Drangsal, Ebow, Faber, Gurr, Hodini, Kraftklub, Nilüfer Yanya, Noga Erez, RIN, Sløtface, Sofi Tukker, The Wombats, Trettmann, Wildes, Zugezogen Maskulin u. v. a.

Live: Alan Walker, Brian Fallon & The Howling Weather, Bruno Mars, Don Diablo, Editors, Foo Fighters, Jessie J, Noel Gallagher’s High Flying Birds, Pearl Jam, Sigrid, Snow Patrol, The Script, The Kooks, The Offspring, Years & Years u. v. a.

Geltendorf, Schloss Kaltenberg

NL-Landgraaf, Megaland

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FOTOS: STEFFI RETTINGER, CHRISTOPH EISENMENGER

Die Anreise zum Festival war schweißtreibender als erwartet? Du möchtest gerade das Zelt aufbauen aber hast die Heringe zuhause vergessen? Auch wenn es die schönste Zeit des Jahres ist, läuft nicht immer alles nach Plan. Für alle, die das Beste aus ihrem Festivalsommer herausholen, ist das trendige Biermixgetränk genau die richtige Dosis gute Laune. Mit dem erfrischenden Durstlöscher von Veltins V+Grapefruit, der mit fruchtig-spritzigen Nuancen absolutes Urlaubs-Feeling heraufbeschwört, ist sogar das letzte bisschen Stress vergessen und du kannst den Sommer wieder durch die rosarote Brille sehen!


JUNI

37 HIGHLIGHTS

15.–17.06.

MAIFELD DERBY Müssen wir die Steckenpferddressur noch mal erwähnen? Na gut. Die gibt es und sie ist toll. Aber das Maifeld Derby kann noch einiges mehr.

FOTO: FLORIAN TRYKOWSKI

Hier ein Insider-Tipp: Wer beim Maifeld Derby campen möchte, sollte auf jeden Fall einen Gummihammer für die Zeltheringe mitbringen. Ansonsten bereitet dieses Festival einem aber keine Probleme und positiv ausgedrückt, strotzt es nur so vor Liebe zum Detail. Bei Regen ist man hier sicher, denn die Konzerte finden in Zirkuszelten statt. Oder auf dem »Parcours d’amour«, einer kleinen Bühne unten auf der Trabrennbahn, aber selbst da ist man auf der Tribüne gut geschützt. Hier gibt’s auch mal eine Lesung oder Zaubershow zu sehen. Das musikalische Booking beschrieb Veranstalter Timo Kumpf mal als »von Nerds für Nerds«, und das passt ganz gut. Hier gibt es besondere und neue Acts zu sehen, die das Entdeckerherz höher schlagen lassen. (JB) Live: Alex Cameron, All Them Witches, Ätna, Austro Fred, Black Rebel Motorcycle Club, Cocaine Piss, Deerhunter, Editors, Eels, Fenne Lily, George Fitzgerald, Golden Dawn Arkestra, Goldroger, Ibeyi, Ilgen-Nur, Jon Hopkins, Kat Frankie, Kid Simius, Klangstof, Kreisky, Lasse Matthiesen, Leyya, Nils Frahm, Phantom Winter, Rhye, Sind, Sudan Archives, Tamino, The Kills, The Wombats, This Is The Kit, Tristan Brusch, Warmduscher, Young Fathers u. v. a. Mannheim, MVV Reitstadion

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JUNI

22.–24.06.

22.–24.06.

28.-30.06.

HELLFEST

TRAUMZEIT

JERA ON AIR

Frankreichs Hauptstadt des Metal hat nicht nur ein sagenhaftes Line-up, sondern auch ein sehr angenehmes Klima.

Das Traumzeit punktet mit seiner herausragenden Location und einem exquisiten Line-up aus Indie und Gitarren-Pop.

2006 erhob sich aus der Asche des Furyfestes ein neuer Gigant unter den Metal Festivals. Das ist noch gar nicht so lange her, doch es gibt kaum eine legendäre Band des Genres, die hier seither nicht gespielt hätte. Jahr für Jahr überbieten sich die Line-ups, es ist schon zur Gewohnheit geworden. Dabei lohnt die Reise zu den sechs Bühnen und über 160 Bands allein schon wegen des angenehmen Klimas im Pays de la Loire, das, kurz vor der Bretagne gelegen, nicht zuletzt über eine 450 km lange Küste mit Sandstränden und urigen Buchten verfügt. Vom Festivalgelände kann man bequem ins Zentrum des mittelalterlichen Städtchens Clisson spazieren, um ein paar Croissants zu kaufen oder sich fernab der anderen Waldschrate in ein Straßencafé zu setzen. Danach geht’s dann zurück vor die Temple, Altar oder Valley Stage – jede Subströmung von Doom bis Grind hat hier so ihr Plätzchen. (CS)

Einen fantastischen Veranstaltungsort hatte das Traumzeit Festival mit den in verschiedene Gebäude eines alten Hüttenwerks eingelassenen Bühnen des Landschaftsparks Nord in Duisburg schon immer – in diesem Jahr gesellt sich dazu ein Line-up, das in den Maßstäben des altehrwürdigen Indie-Rock keinen nationalen Vergleich zu scheuen braucht: Mit Mogwai, The Jesus And Mary Chain, Blumfeld und Slowdive kommen Acts für teilweise exklusive Auftritte, die den Stil in den vergangenen Jahrzehnten bestimmten und auch heute noch Relevanz besitzen. Dazu kommen mit den Mighty Oaks, Faber und Gisbert zu Knyphausen junge Helden und Künstler, die eine stilistische Spannbreite abbilden, die für jeden Festivalgänger etwas bereithält. Über allem thronen die Spitzen der Hochöfen, die am Abend von einer Lichtinstallation eingefasst sind, an der man sich auch nach Stunden kaum sattsehen kann. (CSt)

Wer glaubt, das sei ein Schreibfehler und es gäbe Punk, Hardcore und Metalcore vom Feinsten in Thüringen … Nee, nee, waarde vriend!

Live: Alice In Chains, , Body Count, Deftones, Hollywood Vampires, Iron Maiden, Judas Priest, L7, Limp Bizkit, Marilyn Manson, Megadeath, Neurosis, Nightwish, Rise Against, Stone Sour, Turbonegro u. v. a. F-Clisson, Rue du Champ Louet

Live: Faber, Gisbert zu Knyphausen, Lilly Among Clouds, Lotte, Luke Noa, Lùisa, Martin Kohlstedt, Mighty Oaks, Mogli, Parcels, Woman u. v. a. Duisburg, Landschaftspark Nord

Das Jera findet in Süd-Tulpenland statt, zwischen Eindhoven und Venlo, in – und auch das ist kein Schreibfehler – Ysselsteyn. Das Line-up entspringt den oben erwähnten Gitarren- und Hüpf-Hochburgen und ist sensationell. Billy Talent muss genannt werden, und umringt ist die Band von manifesten Helden bis noch Mekonium-beschmierten Frischgeborenen der Szene. Die kurze Reise über die Grenze lohnt sich vor allem für Puristen, der »Impericon-Kiddie-Faktor« sei nicht so hoch, wie ein begeisterter Besucher kommentiert. Trotz der harten Kost ist es chillig allemal hier, kein Wunder, dass 2018 bereits die 26. Ausgabe hochgeht. Das Ganze startet am Donnerstag mit einer Pre-Party und steigt so in die vollen zwei Festival-Tage ein. Camping, auch in Luxusvarianten, gibt es selbstverständlich. Ein Blick vorab in die strengen Hausregeln sei hiermit empfohlen. (SH) Live: Anti-Flag, Billy Talent, Enter Shikari, Iron Reagan, Frank Carter & The Rattlesnakes, Less Than Jake, Modern Life Is War, NOFX, No Fun At All, Sick Of It All, u. v. a. NL-Ysselsteyn

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FOTOS: CLÉMENT THIÉRY, THOMAS BERNS

HIGHLIGHTS

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FOTOS: DANIEL PETER, BENJAMIN D ONATH

»Yes, We are Nuts!«

30.06.

30.06.

MISSION READY

VAINSTREAM

»Vielversprechendes Debüt« nannten wir das im letzten Jahr. Und hatten nicht zu viel versprochen.

Als Punk- und Hardcorefestival gestartet, öffnet sich das Vainstream mittlerweile für HipHop und andere Genres.

Endlich mal wieder ein neues Festival, das kompetent und konsequent eine Szene bedient. Oder besser gesagt: Szenen, die sich so nahe stehen, dass sie nicht selten in einem Atemzug genannt werden. Punkrock, Ska und Hardcore gibt es in Süddeutschland, nahe Würzburg, nun zum zweiten Mal zu sehen und zu hören. Das Line-up bedient sowohl den Wunsch nach den Besten des Genres als auch nach spannenden Nachrückern. Anreise zum Camping mit Vorab-Sause am Freitagabend sowie Abreise bis Sonntagmittag nach der Aftershow-Party sind empfohlen. Nach den vielen Unwettern des letzten Festival-Sommers scheint das komplett befestigte Konzertgelände wie eine Versicherung gegen Land-unterSzenarien. Hat man die Stimmung im letzten Jahr miterlebt, ist man sich allerdings sicher, dass die auch massive Wolkenbrüche überstehen würde. (SH)

Mit K.I.Z und der 187 Straßenbande waren schon in den letzten Jahren ein paar HipHop-Acts zu Gast, diesmal ist Casper einer der Headliner. Wieso das so besonders ist? Na, weil das Vainstream eigentlich 2006 mit einem klaren Schwerpunkt auf Punk, Hardcore und Metal an den Start gegangen ist. Aber keine Sorge, auch weiterhin ist und bleibt dieses Festival am schönen Hawerkamp in Münster ordentlich gitarrenlastig. Mit Clubs wie dem Tryptichon oder der Sputnikhalle ist das Festivalgelände des Vainstream das ganze Jahr über eine feste Adresse für ausgehfreudige Münsteranerinnen und Münsteraner. Wer vor den Shows noch Zeit zu verbummeln hat, dem sei ein Besuch im Plattenladen Green Hell wärmstens empfohlen. Der wunderbare Ort ist auch nicht so weit weg vom Bahnhof. (JB)

Live: All For Nothing, Anti-Flag, Awesome Grey, First Blood, Get The Shot, H2O, Mad Caddies, Mr. Irish Bastard, Pennywise, Rogers, Sick Of It All, Slapshot, Stray From The Path, The Prosecution, WIZO u. v. a.

Live: Any Given Day, Asking Alexandria, Beatsteaks, Blessthefall, Boysetsfire, Bullet For My Valentine, Bury Tomorrow, Casper, Enter Shikari, Knocked Loose, Silverstein, Sondaschule, Stick To Your Guns, Stray From The Path, Touché Amoré u. v. a.

Giebelstadt, Flugplatz

Münster, Am Hawerkamp

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Mit Frangelico und Oma Helga zum splash! »Helgaaaa!« schallt es endlich wieder über die deutschen Festivalgelände. Eine wird da direkt hellhörig: Lady in Grey und Frangelico-It-Granny Helga. Schon im vergangenen Jahr war sie der Star beim splash! und auch diesen Sommer wird gebührend mit Shot, Schuss und Haselnuss beim Lieblingsfestival der Deutschen HipHop-Fans gefeiert. Mit eisgekühlten Frangelico-Shots im Bauchtäschchen ist Oma Helga bereit für neue Nusskapaden und dabei nicht allein unterwegs: Die Queen of Shots wird von den Kings of Rap, Kool Savas und Sido, begleitet. Nach der Royal Bunker Tour im Winter sind die beiden heiß auf den Festivalsommer und verwandeln gemeinsam mit Oma Helga Ferropolis in Nutsopolis! Wer diese spannende Mischung nicht verpassen möchte, sollte den InstagramKanal von Frangelico im Auge behalten. Stay nuts!


JUNI

HIGHLIGHTS

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22.–24.06.

SOUTHSIDE Die kleine Schwester vom Hurricane wird 20 Jahre alt! Das Festival auf dem alten Militärflugplatz in Neuhausen ob Eck feiert dieses Jahr Jubiläum. Anders als das parallele Hurricane, das 1997 zum ersten Mal an den Start ging, wurde das Southside erst zwei Jahre später ins Leben gerufen. Grundsätzlich unterscheiden sich die beiden Schwesterfestivals nur durch Austragungsort und Besucheranzahl. Das Southside ist mit ein paar tausend Anwesenden weniger zwar ein Stückchen kleiner als das Hurricane, trotzdem gehört es zu den größten Festivals in Deutschland und ist fast jedes Jahr ausverkauft. Ein besonderes Ereignis bietet die alte Landebahn des Flugplatzes, wo sich jedes Jahr Hobbymusiker, Artisten, Akrobaten und die gewohnt heiteren Festivalbesucher treffen. So entsteht eine besondere Atmosphäre zwischen Jahrmarkt, Zirkus, Karneval und Woodstock. Wer darauf steht, kann durchaus die kleine der großen Schwester vorziehen. (MG) Live: Angus & Julia Stone, Arcade Fire, Arctic Monkeys, Beginner, Biffy Clyro, Billy Talent, Bonez MC & RAF Camora, Brian Fallon & The Howling Weather, Broilers, Chvrches, Dendemann, Drangsal, Feine Sahne Fischfilet, Franz Ferdinand, Haiyti, Justice, Kraftklub, London Grammar, Madsen, Marteria, Mø, Portugal. The Man, Prinz Pi, RIN, SXTN, The Kooks, The Offspring, The Prodigy, Trettmann, Two Door Cinema Club, Underøath, Wanda u. v. a. Neuhausen ob Eck, Take-off-Gewerbepark

FOTO: IRIS ED ING ER

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JUNI

HURRICANE Rund 75.000 Menschen, Headliner von Weltrang und trotzdem eine familiäre Stimmung – diese Kombination bekommt wohl nur das Hurricane so hin. Wer in Norddeutschland aufwächst und gute Musik hört, muss eigentlich mindestens einmal in seiner Jugend auf dem Hurricane gewesen sein. Das Großfestival eignet sich perfekt für den Initiationsritus angehender Festivaljünger: Das Campingleben ist legendär, das Gelände hat trotz der schieren Größe genug Wiedererkennungswert, um heile nach Hause zu finden, und das Line-up hat für alle Altersklassen etwas zu bieten, so dass auch die große Schwester, Mama oder Papa nur zu gerne mitkommen und sich dabei gut selbst zu beschäftigen wissen. Die beste Visitenkarte des Hurricane bleibt aber das geile Publikum, das ist hart im Nehmen und lässt sich auch durch Wetterkapriolen wie sintflutartigen Regen nicht die Laune verderben. Ja #HurricaneSwimTeam, ihr seid gemeint! Auch, wenn wir euch dieses Jahr einen Sonnenbrand an den Hals wünschen … (DK) Live: Arcade Fire, Arctic Monkeys, Audio88 & Yassin, Beginner, Biffy Clyro, Billy Talent, Bonaparte, Bonez MC & RAF Camora, Booka Shade, Boysetsfire, Broilers, Chvrches, Dendemann, Donots, Drangsal, Egotronic, Feine Sahne Fischfilet, Fjørt, Frank Carter & The Rattlesnakes, Franz Ferdinand, Haiyti, Juse Ju, Justice, Kraftklub, London Grammar, Marteria, Mø, Portugal. The Man, Prinz Pi, RIN, SXTN, The Kooks, The Prodigy, u. v. a. Scheeßel, Eichenring

FOTO: CHRISTOPH EISENMENGER

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HIGHLIGHTS

22.–24.06.

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JUNI

21.–24.06.

29.–30.06.

GRASPOP METAL MEETING

KOSMONAUT

Im nördlichen Flandern hat sich ein für Metal-Fans unfassbares Line-up angestaut.

Es ist schon ein wenig so, als würden Kraftklub hier ihr ganz persönliches Sommerfest feiern. Ein zugegebenermaßen recht großes Sommerfest.

Das Graspop Metal Meeting war ein erfolgloses Pop-/RockFestival, das zu einem erfolgreichen Metal-Festival avancierte. 60 km von Antwerpen entfernt spielen nun vier Tage lang über 100 Bands. Groß ist das Festivalgelände nicht, aber alles ist auf die Zielgruppe zugeschnitten. Auf der Festival Fair und im Metal Market gibt es Platten, Patches und trockene Socken, auf dem Metal Boulevard kann man sich einen schönen Totenkopf stechen lassen und in der Food Truck Zone wird mit dem Vorurteil aufgeräumt, dass Belgier alles zwanghaft frittieren müssen. Wenn dann die Lieblingsband doch nicht zur Signing Session erscheint, kann man Pfand sammeln gehen und ein Ticket für den Autoscooter gewinnen. (CS)

Man möchte Kraftklub zuprosten, denn mit diesem Festival machen sie seit 2013 vieles richtig. Es ist so groß, dass man sich keine Sorgen um ausbleibende Festivalstimmung machen muss, aber auch so klein, dass es familiär bleibt. Traditionell lädt sich die Band befreundete Acts ein. Das klingt nach Klüngelwirtschaft, sorgt aber vor allem dafür, dass die hier Auftretenden richtig Bock auf Musikmachen haben. Und da Kraftklub mit ziemlich bekannten Musikerinnen und Musikerin befreundet sind, ist das Line-up aller Ehren wert. Dass man hier auf den geheimen Headliner wetten und an einem offiziellen Flunkyball-Turnier teilnehmen kann, sind nur weitere Details, die aufs CharmeKonto des Kosmonaut Festivals einzahlen. (JB)

Live: A Perfect Circle, Anti-Flag, Avenged Sevenfold, Billy Talent, Body Count Feat. Ice-T, Ghost, Guns N' Roses, Iron Maiden, Judas Priest, Kreator, L7, Limp Bizkit, Megadeth, Neurosis, Ozzy Osbourne, Parkway Drive, Wolves In The Throne Room u. v. a.

Live: Decibelles, Drangsal, Faber, Feine Sahne Fischfilet, Goldroger, Idles, Jace, Juse Ju, Käptn Peng und die Tentakel von Delphi, Kraftklub, Mavi Phoenix, Meute, Milky Chance, Milliarden, Noga Erez, Olli Schulz, RAF Camora, Rikas, Sind, Trettmann, Ufo 361, Yukno, Yung Hurn u. v. a.

B-Dessel, Festivalgelände

Chemnitz, Stausee Rabenstein

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FOTO: STEPHAN FLAD

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FOTO: JEWG ENI ROPPEL

HIGHLIGHTS JULI


JULI

HIGHLIGHTS

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30.06.–07.07.

ROSKILDE Wenn der Hippie-Spirit noch irgendwo weiterlebt, dann auf dem Roskilde – aber nicht als muffige, sondern als coole, zeitgemäße Version. Wer zu viel Zeit in den Kommentarspalten der großen Medienseiten verbringt, glaubt ja mittlerweile, dass die Welt nur noch aus Futterneid, Hass, Egoismus und Idiotie besteht. Wem das so geht oder wer generell am Guten im Menschen zweifelt, der sollte auf dem dänischen Roskilde Hoffnung tanken. Das seit 1971 bestehende, gemeinnützige Festival schafft nämlich den Spagat, einerseits ein riesiges, perfekt organisiertes Spektakel zu sein und zugleich ein großes Herz zu haben. Alle Gewinne werden gespendet, das Line-up besteht nicht nur aus weißen Männern mit Rockgitarren, man schreibt Nachhaltigkeit groß – und trotzdem akzeptiert man auch all jene, denen das scheißegal ist und die einfach nur die Festivalparty ihres Lebens feiern wollen. (DK) Live: Albin Lee Meldau, Alex Vargas, Anderson .Paak & The Free Nationals, Ben Frost, Bruno Mars, Cardi B, Charlotte Gainsbourg, David Byrne, Dua Lipa, Ellis May, Eminem, Fever Ray, First Aid Kit, Fleet Foxes, Four Tet, Gorillaz, Interpol, John Maus, Kakkmaddafakka, Massive Attack, Mike Skinner & Murkage Present Tonga, Mogwai, Nick Cave & The Bad Seeds, Nine Inch Nails, Odesza, Sampha, Sigma, St. Vincent, Stormzy, Superorganism, Tune-Yards, Vince Staples, Young Fathers u. v. a. DK-Roskilde, Festivalpladsen

FOTO: SIMON F RØSIG CHRISTENSEN

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HIGHLIGHTS


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HIGHLIGHTS

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04.–08.07.

05.–07.07.

07.07.

BALATON SOUND

POHODA

RUHR-INLOVE

Strandurlaub, Jahrmarktbesuch, kulinarischer Trip und Festivalerlebnis.

Das Pohoda in der Slowakei vereint Newcomer und große Namen. Für Fans von Indie, Elektro und Alternative ist das Festival sicher eine Reise wert.

Das Balaton Sound sorgt als schillernde LED-Hochburg im Herzen Ungarns systematisch dafür, dass es den Besuchern aus allen Poren tropft. Wem das Minimum von schweißtreibenden 120 BPM, die hier drei Tage lang permanent über den Plattensee preschen, nicht ausreicht, den verflüssigt am Ende die Nähe zu den Feuerfontänen. Der kleine Bruder des Sziget (gleiche Veranstalter-Eltern) ist mit seinem Fokus auf elektronische Tanzmusik eines der größten Festivals seiner Art in Europa. Auf dem knallbunt gestylten Gelände tut sich an jeder Ecke eine neue Attraktion auf. Hinter der Food-Messe ragt schon das Riesenrad in die Luft oder ein Schaumbecken lädt zum Diven ein. Erfrischung bieten zudem das kühle Nass des bedeutendsten Steppensees Mitteleuropas oder auch die Wasserpistolen, die sich hier als unabdingbares Utensil durchgesetzt haben. (LP)

Es gibt wohl keine Übersetzung, die das slowakische Wort »Pohoda« genau beschreibt. Es ist dieser schwebende Zustand zwischen Glückseligkeit, Ruhe und Ausgelassenheit. Wer schon mal auf dem Pohoda Festival in der Slowakei war, kennt dieses Gefühl. Seit 1997 findet es auf einem Flughafen in Trenčín, einer Stadt an der Grenze zu Tschechien, statt. Dabei setzen die Veranstalter nicht auf weltberühmte Namen, sondern auf eine ausgewogene Mischung unterschiedlicher Genres. Dieses Jahr wurde es bei den European Festival Awards zum ökologischsten Festival Europas ausgezeichnet. Das betrifft einerseits Nachhaltigkeit und innovative Lösungen, andererseits soziale Aspekte wie Familienfreundlichkeit und gute Bedingungen für Menschen mit Behinderung. All das macht es zu einer Perle osteuropäischer Festivalkultur. (AK)

Live: Live: Axwell & Ingrosso, Big Sean, Charlotte de Witte, Claptone, Craig David, David Guetta, Dimitri Vegas & Like Mike, Ella Eyre, Eric Prydz, Martin Garrix, Martin Solveig, Princess Nokia, Rita Ora, Sven Väth, The Chainsmokers u. v. a.

Live: Aurora, BadBadNotGood, Calexico, Everything Everything, Fink, Glass Animals, Helena Hauff, Jessie Ware, Little Dragon, Scouting For Girls, St. Vincent, The Chemical Brothers, Tune-Yards, Ziggy Marley u. v. a.

Live: Sylvain Armand, Cuebrick, Da Hool, DJ Quicksilver, DJ Taucher, Klaudia Gawlas, Gut Druck, Moonbootica, Pappenheimer, Party Favor, Plastik Funk, Rotterdam Terror Corps, Sorgenkint, Trippbegleiter, Wanja & Crotekk u. v. a.

H-Zamárdi, Szabadstrand

SK-Trenčín, Airport

Oberhausen, Olga-Park

Wer am siebten Juli den Olga Park im nordrhein-westfälischen Oberhausen besucht, hat im wahrsten Sinne des Wortes die Qual der Wahl. Die Veranstalter der Nature One bringen an diesem Samstag auf 40 Floors ganze 400 DJs in den Ruhrpott, die mit ihren Platten und Dateien die komplette Bandbreite der elektronischen Musik abdecken. Bei diesem vielfältigen Aufgebot lassen sich Überschneidungen nicht verhindern, was der guten Stimmung aber sicherlich keinen Abbruch tut. Bei nur einem Festivaltag bleibt auch keine Zeit für schlechte Laune, denn um 22 Uhr ertönen im Park schon die Schlussfanfaren. Wer dann noch genug Energie hat, um weiter zu feiern, kann auf den offiziellen Aftershowpartys die ganze Nacht durchmachen. (MG)

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FOTOS: ROCKSTAR PHOTOGRAPH ERS, FREDERIKE WETZELS

400 DJs auf insgesamt 40 Floors an einem einzigen Tag – das große Familienfest der elektronischen Tanzmusik findet im Pott statt.


FEST

Fat Freddy’s Drop Tocotronic Parcels Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi Gisbert zu Knyphausen Joan As Police Woman Kid Simius Dan Croll Erobique Kat Frankie Martin Kohlstedt Ahzumjot Jade Bird Marlon Williams Unter meinem Bett $ick: Shore, Stein, Papier Manuel Möglich u.v.m.

SCHLICK

3.—5.8.

EN 3.—5.8.

WATT

Kurhaus Dangast Strand wattenschlick.de


JULI

HIGHLIGHTS

50

05.–08.07.

05.-08.07.

06.–08.07.

RUDOLSTADT

ROCK WERCHTER

RUHRPOTT RODEO

Sturm und Drang im Freistaat Thüringen: 230 Jahre nach Schillers Eskapaden lädt Rudolstadt zu Roots, Folk und Weltmusik ein.

Ausgezeichnetes Line-up. Immer wieder ausgezeichnet. Das belgische Major-Event zeichnet sich in jeder Hinsicht aus.

Wenn der Festival­ veranstalter Ex-Drummer bei Bands wie Slime, Knochenfabrik, Hass und Eisenpimmel ist, weiß man schon, wo der Hase hinläuft.

Wie viele Besucher der ersten Rock Werchters mögen schon unter der Erde sein oder als begeisterte Geister mit den Stars auf der Bühne rocken? Keine Frage, um dem belgischen Großereignis irgendeine Altertümlichkeit unterschieben zu wollen. Im Gegenteil. Wer 1974 mit einem Ein-Tages-Fest beginnt und dann weitere 43 Mal erfolgreich Gäste aus aller Welt einlädt, muss vieles, wenn nicht alles, richtig machen. Auch dieses Jahr ist das Booking gigantisch. Kaum ein Genre kommt zu kurz, die Besten aus Rock, Pop, HipHop, Elektro sind hier. Vier Tage, vier Bühnen, besser kann man es kaum zusammenfassen. Denn das Werchter ist trotz seiner Größe belgisch-charmant und offenherzig geblieben. Dass das Drumherum von Food bis Camping sowieso jede Erwartung erfüllt, braucht kaum erwähnt zu werden. (SH)

Zum Ruhrpott Rodeo auf den Flugplatz Schwarze Heide in Hünxe bei Bottrop. Hier versammeln sich seit 2008 um die 7000 punkbegeisterte Besucher. Dass das Ruhrpott Rodeo mittlerweile das größte Punkfestival Deutschlands ist, verwundert nicht, schließlich haut die Crew jedes Jahr hammermäßige Meldungen heraus. Zum Beispiel haben Black Flag 2013 hier ihre einzige Deutschlandshow seit 26 Jahren gespielt. Und auch wenn es vor der Bühne mal etwas rauer zugehen mag, ist der Ton unter den Festivalbesuchern super angenehm und sehr familiär. Das liegt zum einen sicher an der hohen Toleranzgrenze, die im Genre Punk nun mal vorherrscht, zum anderen aber auch an der überschaubaren Zuschaueranzahl. (SB)

Live: Ahmad-Knecht-Trio, Bella Ciao, Faber, Fatoumata Diawara, Graham Nash, Mashrou’Leila, Munadjat Yulchieva, Oddisee, Omar Sosa & Seckou Keita, Salukat, Steve Earle & The Dukes, Trickster Sound Kollektiv, Txarango u. v. a.

Live: Alice In Chains, Arctic Monkeys, Chvrches, Fever Ray, Franz Ferdinand, Gorillaz, London Grammar, MGMT, Nick Cave & The Bad Seeds, Noel Gallagher's High Flying Birds, Pearl Jam, Queens Of The Stoneage, The Kooks u. v. a.

Live: Anti-Flag, Antilopen Gang, Booze & Glory, Dead Kennedys, Dritte Wahl, Eisenpimmel, Feine Sahne Fischfilet, Götz Widmann, No Fun At All, Pascow, Pennywise, Sick Of It All, Turbostaat, WIZO, ZSK u. v. a.

Rudolstadt, Innenstadt

B-Rotselaar, Festivalpark

Hünxe, Flugplatz Schwarze Heide

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FOTOS: MICHAEL POHL, LENA WILLEMS

In einem Rudolstädter Sommer kann viel passieren. Das durfte bereits Friedrich Schiller erleben. Während seiner Arbeiten am »Lied von der Glocke« entwickelte sich im Sommer 1788 eine Ménage-à-trois zwischen ihm und den beiden Schwestern Charlotte und Caroline. Zwei Jahre später heiratete er erstere. Caroline war bereits verheiratet. Seit 1991 findet in diesem Thüringer Sündenpfuhl das größte Folk-Roots-Weltmusik-Festival Deutschlands statt, mit einer weltumspannenden Mischung aus Musikstilen, Instrumenten und Tänzen – dieses Jahr mit einem Schwerpunkt auf Estland. Dabei nimmt es die komplette Stadt – die Heidecksburg, Stadtbibliothek, Rathaus, Theater und Kirche – in Beschlag. Nur die Glockengießerei von einst gehört leider nicht zum Event-Portfolio. (HS)


JULI

HIGHLIGHTS

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06.–08.07.

SPLASH! Wer auch nur im Entferntesten etwas für HipHop übrig hat, kommt um dieses Festival nicht herum. Machen wir uns nichts vor: Als eingefleischter HipHop-Fan gibt es nicht viele Termine, die rot im Festival-Kalender angestrichen werden müssen. Das Splash Festival gehört seit Jahren ausnahmslos dazu, handelt es sich dabei streng genommen doch um das Stelldichein der gesamten Szene. Dass sich dazu auch noch große Headliner aus den USA gesellen, macht die Party nur noch besser. Dicke Pluspunkte gibt es hier zudem für die großzügige Definition von HipHop-Kultur, die auch spannende Experimente und ungewöhnliche Gastspiele an den Grenzen des Genres zulässt. Eine angenehme Offenheit, die sich auch im Publikum widerspiegelt und für eine ganz besondere Atmosphäre sorgt. (PF) Live: 6LACK, Action Bronson, Afrob & Tribes Of Jizu, Antilopen Gang, Azad, Casper, Chefket, Cro, Dendemann, Denzel Curry, Dexter, Goldlink, GZUZ, Haftbefehl, Haze, J. Cole, Jace & Die Flavour Gang, Karate Andi, Lil Uzi Vert, Lil Xan, Night Lovell, Prinz Pi, Raf Camora, Rejjie Snow, Rich Brian, RIN, Sido & Savas, Sierra Kidd, Skepta, Smokepurpp, T9, Trettmann, Tyler, The Creator, Ufo361, Veedel Kaztro, Vega, Vince Staples, Zugezogen Maskulin u. v. a.

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FOTO: STEPH AN FLAD

Gräfenhainichen, Ferropolis


JULI

53 HIGHLIGHTS

06.–08.07.

SUMMERJAM Ein Fest für alle Altersklassen. Das Summerjam als Urlaubsersatz. Ein Wochenendtrip in die Karibik? Wieso nicht einfach an den Fühlinger See nach Köln? Wer sich nach der Utopie von Sonne, Musik und friedlichem Miteinander sehnt, muss nicht in den eigenen vier Wänden traurig aus dem Fenster blicken, weil er sich den Flug nach Jamaika nicht leisten kann. Das Summerjam bietet noch viel mehr als »nur« Musik, Frieden und Sonnenschein. Der direkte Zugang zum See und der umfangreiche Bazar ermöglichen Entspannung und Kurzweil am Tag, welcher dann vor den Bühnen mit den besten Acts aus Dancehall, Reggae und HipHop seinen Höhepunkt erreicht. Im Line-up ist meist für jeden Geschmack etwas dabei. Wenn dies einmal nicht der Fall sein sollte, wird auf dem Campingplatz eben selber Musik gemacht. Das zeichnet das Summerjam und seine Besucher seit 33 Jahren aus. (MG) Live: Afrob Feat. Tribes Of Jizu, Alkaline, Bausa, Charly Black, Chefket, Christopher Martin, Chronixx, Dendemann, DJ Cem / Beatpackers, Gentleman, I Salute, Inner Circle, Jahmiel, Jesse Royal, Jugglerz, Kelvyn Colt, Konshens, Marteria, Memoria, Mhd, Milky Chance, Miwata, Naâman, RIN, Soja, Stonebwoy, Tarrus Riley, The Skints, Trettmann, Ty Dolla $ign, Warrior Sound, Ziggy Marley, Nugat, Pow Pow Movement, Richie Stephens & Ska Nation u. v. a. Köln, Fühlinger See

FOTO: LEA FRANKE

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JULI

HIGHLIGHTS

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05.–09.07.

14.07.

13.–14.07.

FEEL

OPEN SOURCE

TALGE OPEN AIR

Es hat Zeit und auch Rückschläge gebraucht, bis das Open Source die richtige Strategie als geschmackvolles urbanes Open Air gefunden hat.

Wenn als Location eines Festivals lapidar »Sportplatz« ausgewiesen ist, lässt das schon ahnen, wohin die Kugel rollt.

Was könnte einladender sein, als eine überdimensionale, gepolsterte Schatztruhe neben dem Dancefloor, um sich vom Schwindel zu erholen, den das Kettenkarussell entfacht hat? Die Sternwarte vielleicht? Eine Wasserrutsche? Oder doch ein Trip zum PappmachéAmphitheater? Das Feel lässt vor allem für detailverliebte Deko-Schwärmer keine Wünsche offen und führt seine Besucher fünf Tage lang von einer Traumwelt in die nächste. Beim Helga! Award wurde es im letzten Jahr in der Kategorie »Malerischste Festival-Umgebung« ausgezeichnet. Abwechslung ist hier Devise: Auch das Programm speist sich nicht nur aus musikalischen Elektro- und Indie-Acts, sondern packt auf seine 22 Bühnen alles, was eben so geht: Theaterperformances, Kino und Workshops rund ums Thema Nachhaltigkeit. Glitzer gehört beim Feel allerdings zur Grundausstattung. So macht man im »Zauberwald« eine besonders attraktive Figur. (LB) Live: Das Line-up wird erst vor Ort bekannt gegeben.

Lichterfeld-Schacksdorf, Bergheider See

Mittlerweile brummt das Eintages-Event in der NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf. Es wird von seinem Publikum gut angenommen und kann sein seit jeher hohes Niveau halten. Schauplatz ist seit einigen Jahren das mondäne Gelände der Galopprennbahn auf dem Düsseldorfer Grafenberg, das Programm setzt sich aus avanciertem Pop und Elektro, afrikanischer Folklore und lokalen Entdeckungen zusammen. Das Open Source ist das perfekte Festival für Leute, die entweder Kinder oder wenig Zeit haben, oder nur ungern Nächte außerhalb der eigenen vier Wände verbringen: Es bietet Open-Air-Feeling innerhalb von nur zwölf Stunden, mit toller, neuer Musik und in reizender Atmosphäre. Und am nächsten Tag muss auch niemand vollkommen zerstört aufwachen. (CSt)

Zum einen ist das hier kein Massenmoshen und zum anderen können Mann und Frau sich hier tatsächlich sportlich betätigen. So um die 1000 Besucher empfängt das lauschige Fest, das sich musikalisch dem Rock, vor allem in den Varianten Indie und Punk verschrieben hat. Alles überschaubar und niedersächsisch schlicht und gastfreundlich. Konsequent, dass es nach wie vor keinen Busservice für die 5 km vom Bahnhof zum Festivalgelände gibt. Fitness ist nämlich gefragt, findet doch erneut, zum 22. Male, das Kleinhirn-Fußballturnier im Stadion des FC Talge 72 e.V. statt. Vorher anmelden ist Pflicht, weitere Qualifikationshürden nicht vorgesehen. Das Startgeld gibt es zu großen Teilen als Getränkebons zurück, die Eintrittspreise zum Festival sind wohltuend. Da könnten sich unsere Buli-Vereine mal was abgucken. (WP)

Live: Blackberries, Cigarettes After Sex, Die Wilde Jagd, Joan As Police Woman, Laurel Halo, Max Graef, Mdou Moctar, Mykki Blanco, Normal 4 & Bufiman, Tocotronic, Zozo, Zugezogen Maskulin, Pony, Rory Bowens, Rearview Radio, Swan Meat u. v. a.

Live: Adam Angst, Fibel, Fjørt, From Willows, Kann Karate, Love A, Milliarden, Paul, Shoreline, Toni Trash u. v. a.

Düsseldorf, Galopprennbahn

Bersenbrück, Sportplatz

H HEAP Z Z Z Z Z C B U L

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FOTOS: SEBASTIAN WOLF

Wo sind all die Großstadtfeen? Irgendwo rund um den Bergheider See.


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FOTOS: QU ENTIN MORY, JORIS FELIX PATZSCH KE

HIGHLIGHTS

11.–15.07.

12.–15.07.

13.–15.07.

DOUR

EXIT

Auch beim 30. Jubiläum behält das belgische Dour seinen Charakter des charmanten Titanen unter den europäischen Musikfestivals bei.

Aus Protest gegen die Diktatur zu einem der besten Festivals Europas – das Open-AirHighlight in Serbien

SACRED GROUND

Wer zum Dour Festival aufbricht, sollte etwas Gelassenheit im Gepäck mit sich tragen. Der Publikumsmagnet ist mittlerweile das größte Musikfestival im frankophonen Teil Belgiens und Sicherheitskontrollen sowie längere Wege zwischen den Bühnen erfordern einiges an Zeit. Doch schon beim Erreichen der Stadt und einem netten »Schönes Wochenende«, wohlfeil geboten von lächelnden Ortsanwohnern, verliert das Vorhaben an Schwere. Diese Warmherzigkeit findet sich überall auf dem Festivalgelände wieder, sowohl beim Security-Guard als auch beim Besucher. Sieben Bühnen beherbergen internationale HipHop-, Elektro-, Rock- und Dub-Stars, erlauben aber auch Newcomern und Underground-Helden, sich zu präsentieren. Lust auf Bier? Bekanntlich verstehen sich die Belgier auch aufs Brauen gut. (LB) Live: Action Bronson, Alt-J, Atari Teenage Riot, Beth Ditto, Boys Noize, Diplo, Jon Hopkins, Modeselektor, Mogwai, Mr. Oizo, Mø, Nils Frahm, Odesza, Son Lux, Soulwax, The Chemical Brothers, Tyler, The Creator, Zeal & Ardor u. v. a. B-Dour, La Plaine de la Machine á Feu

Eine Festung mit Blick auf die Donau. Auf dieser Festung: zehn Bühnen mit Rock-, Indie- und Elektro-Acts. Am anderen Ufer: eine der Kulturhauptstädte Europas. Das alles erlebt man, wenn man das Exit im serbischen Novi Sad besucht. Die Veranstaltung entstand im Jahr 2000 aus Protest gegen den damaligen Diktator Milošević und steht heute immer noch als kosmopolitisches Gegenüber zum patriotisch-gefärbten Trompetenfestival in Guča, dem größten serbischen Kulturereignis. Das mittlerweile weit über die Grenzen hinaus bekannte Exit überzeugt Jahr für Jahr mit einem hervorragenden Mix aus Künstlern verschiedener Genres. Bei ganzen zehn Bühnen ist eben für jeden etwas dabei, und wer sich müde gesehen hat, genießt vom über 300 Jahre alten Veranstaltungsort den spektakulären Blick über die Donau Richtung Novi Sad, bekannt für seine vielen Museen, Galerien, Bars und Cafés. (MG)

Der australische Songwriter und Kurator des Festivals, Ry X, feiert in ländlicher Idylle ein groß geratenes Familienfest. So leicht lässt sich dem Berliner Großstadt-Dschungel entfliehen: Man nehme Auto, Fahrrad, Skateboard oder Pferd, lege 50 km zurück, und schon erreicht man Trampe, wo es sonst gefühlt mehr Schafe als Menschen gibt. Auf einem idyllischen Gutshof bringt das Sacred Ground all jene zusammen, die echtes Gemeinschaftsgefühl anstelle von ausartenden Raves suchen und Naturverbundenheit über 24/7 Dauerbeschallung stellen. Eine Bühne steht da, mitten im Nirgendwo, und hofft auf ein Publikum, das unvoreingenommen annimmt, was auch immer gerade aus den Boxen erklingt. Bislang erwies sich Ry X mit seiner Künstler-Selektion immer als überaus treffsicher – ob weiche Indieund Elektro-Sounds am Tag oder technogetriebenes Nachtprogramm in einem Zelt. (LB)

Live: Adam Beyer & Ida Engberg, Alice Merton, Ben Klock, Brujeria, Carl Craig, Dog Eat Dog, Fever Ray, David Guetta, Richie Hawtin, Grace Jones, Nina Kraviz, LP, Madball, Ziggy Marley, Midland, Migos, Slaves, Solomun u. v. a.

Live: Ätna, Bearcubs, Dapayk & Padberg, Gerd Janson, Hans-Joachim Roedelius, Jalen N’Gonda, Jennifer Cardini, Marsmobil, Roman Flügel, RY X, Sebastian Mullaert, Tired Eyes Kingdom, Trikk u. v. a.

YU-Novi Sad, Festung Petrovaradin

Brüssow, Trampe 9

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13.–15.07.

MELT Das Melt Festival eignet sich auch in seinem zwölften Jahr immer noch hervorragend, um einen Blick über den eigenen Tellerrand zu werfen – menschlich wie musikalisch. Genremischungen mögen mittlerweile recht verbreitet sein, trotzdem wird das Melt immer das Festival bleiben, dass unserem eklektischen Hörverhalten verlässlich mit einem amtlichen Line-up begegnet. Bis heute dürfen hier musikalische Spielarten wie Industrial-Techno, Queer-Rap und oder klassischer IndieRock völlig ohne Widersprüche koexistieren. Das färbt natürlich auch positiv aufs Publikum ab. Denn während man anderenorts oft eher unter sich ist, treffen beim Melt gerne mal Welten aufeinander – und sitzen im besten Fall irgendwann knutschend am See. Ein Umstand, der das Festival ganz nebenbei auch noch zum Hotspot für Entdecker und Entdeckerinnen werden lässt, die gerne mal ganz spontan ihren musikalischen Horizont erweitern möchten. (PF) Live: Adana Twins, Alma, Andhim, BadBadNotGood, Ben Klock, Cigarettes After Sex, Ellen Allien, Fever Ray, Florence + The Machine, George Fitzgerald, Hundreds, IAMDDB, Jon Hopkins, Little Dragon, Modeselektor B2B Apparat, Moses Sumney, Mount Kimbie, Mura Masa, Nina Kraviz, Orson Wells, Odesza, Parcels, Princess Nokia, RIN, Roman Flügel, The Black Madonna, The Internet, The xx, Tommy Cash, Tyler, The Creator, Westbam, WhoMadeWho u. v. a. Gräfenhainichen, Ferropolis

EEARP W W W W W Z Z Z Z Z eeeee C B U L

FOTO: STEPH AN FLAD

HIGHLIGHTS

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JULI

HIGHLIGHTS

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Bilderbuch • Alle Farben Kygo • Bastille • Milky Chance Parov Stelar • Liam Gallagher Lykke Li • The War On Drugs Nick Murphy fka Chet Faker Asaf Avidan • Borgore FEVER RAy • Stormzy • MØ Above & Beyond • Gogol Bordello Kaleo • Fink • Clean Bandit Seasick Steve • Little Dragon Goo Goo Dolls • BØRNS Nothing But Thieves • Shame Cigarettes After Sex • Slaves Wolf Alice • Desiigner Lianne La Havas • The Living End KSHMR • WhoMadeWho • u.v.m.

Tickets sind bei Reservix erhältlich

21.07.

19.–22.07.

OBEN OHNE

BENI­ CÀSSIM

Gute Laune, friedliche Stimmung und hervorragende Inklusion – ein Festival von Jugendlichen.

Welche Gastgeber können ihr Programm schon am Montag mit einer BeachParty ausklingen lassen? Die Spanier können es.

Auf dem Königsplatz findet an einem Tag im Juli ein Musikfestival der besonderen Art statt. Für einen geringen Unkostenbeitrag bekommen die Besucher Bands aus den Genres HipHop, Rock und Indie zu sehen. Die Kreisjugendringe München-Stadt und München-Land machen dieses Non-Profit-Ereignis möglich. Doch damit nicht genug. Egal, ob Sehschwäche, Gehbehinderung oder sogar Gehörlosigkeit: für jeden besteht durch Angebote wie Gebärdensprachdolmetscher oder Blindenführer die Möglichkeit, das Festival zu genießen. Es bereitet allein schon Freude zu sehen, dass hier alle Menschen gemeinsam feiern und es keinerlei Anzeichen von Ausgrenzung gibt. Die älteren Bewohner Münchens, die ihre Freizeit im Biergarten verbringen, mögen den Namen Oben Ohne als anstößig empfinden. Dabei weist der nur darauf hin, dass das Festival ohne Dach auskommt. (MG)

Die schöne Lage an der Küste der iberischen Halbinsel hat das Festival zu einem der beliebtesten im Süden Europas werden lassen. Viele Kilometer Sandstrand und im Rücken die sanften Berge, die bereits dem Bettelorden der Karmeliter, dem Zweig der Unbeschuhten, Rückzug gewährten. Unbeschuht mag man auch auf dem FIB das 90.000 m2 große Areal begehen, doch Rückzug ist an den heißen Partytagen mit dem tollen Line-up und den vielen Rahmenereignissen aus Film, Tanz und Performance keinesfalls angesagt. Rad- und Wanderwege in den Bergen, die feinen Strände, historische Orte und nicht zuletzt eine alte Brennerei, in der die Karmelitinnen aus den Aromapflanzen der Gegend einen besonderen Likör herstellten, ermöglichen eine bunte Mischung aus Natur- und Kulturerlebnis mit hohem Spaßfaktor. (SH)

Live: Ace Tee & Kwam.E, Dirty Old Spice, Leoniden, Liquid & Maniac, Marvin Game, Romano, Samt, SXTN u. v. a.

Live: Bastille, Belle and Sebastian, Eric Prydz, Jessie Ware, Justice, Liam Gallagher, Madness, Metronomy, Pet Shop Boys, Rag’n’Bone Man, Sleaford Mods, The Killers, The Kooks, Tune-Yards, Two Door Cinema Club, Wolf Alice, u. v. a.

München, Königsplatz

E-Benicàssim, Costa Azahar

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JULI

59 28 BLACK - DER ENERGY DRINK

27.–28.07.

26.–29.07.

ROCK IM WALD

HELENE BEACH

Vor Waldbrandgefahr bei unachtsamem Kippenflug wird gewarnt. Ansonsten brennt hier durchaus schon mal der Baum.

Wer das Meer nicht vor der Haustür hat, fährt im Sommer am liebsten an den See. Praktisch, wenn da direkt auch ein paar Lieblingsbands spielen.

Will heißen: Nicht bei allen Festivals, auf denen »Rock« draufsteht, ist auch Rock drin. Zumindest nicht ordentlich und erst recht nicht ausschließlich. Doch beim Rock im Wald ist das anders. Hier gibt es Feinstes für das Stoner-, Alternative- und Heavy-Rock-Herz. Doch wer meint, dass sich deshalb hier nur finstere Waldrocker rumtreiben, ist schief gewickelt. Die fränkischen Veranstalter werben mit familienfreundlicher Wohlfühlatmosphäre. Die stellt sich Jahr für Jahr ein, sonst hätte das aus einer Geburtstagsfeier entstandene Open Air wohl kaum bis zu seinem 19. Jahrestag überlebt. Wie familiär das Ganze ist, bewies auch im letzten Jahr die Neuenseer Dorfjugend, die, weil Parken in der Nähe des Zeltplatzeinganges nicht erlaubt ist, mit Bollerwägen das Gepäck zum Zeltstandort karrte. (SH)

Der längste Binnenseestrand in Europa! Der sauberste See Brandenburgs! Der beliebteste See in Deutschland 2016! Der Helenesee kann sich bereits mit ziemlich vielen Superlativen schmücken, das schönste Kompliment machen ihm aber wahrscheinlich die Einheimischen, die ihn liebevoll als »Kleine Ostsee« bezeichnen. Neben dem klassischen Naherholungsgebietspipapo gibt es hier in diesem Jahr bereits zum achten Mal das Helene Beach Festival. Da kann man den Blick ruhig mal vom idyllischen See auf eine der acht Bühnen wenden. Das Helene Beach lädt rund 150 Acts unterschiedlichster Genres ein, womit das Festival zum perfekten Ausflugsziel für den großen Freundeskreis wird. Die perfekte Sommerurlaubsatmosphäre ist garantiert. One Beach, one Love. (JB)

Live: 1000Mods, Blacksmoker, Church of the Cosmic Skull, Midnight Steamer, Mustasch, Orange Goblin, Spidergawd, Stoned Jesus, The Go Faster Nuns, The Vintage Caravan, Thundermother, Troubled Horse, Turbowolf, Willow Child u. v. a.

Live: 187 Straßenbande, Bausa, B-Tight, Calypso, Chefboss, Drunken Masters, Frauenarzt, Karate Andi, Mia., Oliver Huntemann, Paul Kalkbrenner, Savas & Sido, SDP, Sven Väth, SXTN, Westbam, Wincent Weiss u. v. a.

Michelau, Waldstadion in Neuensee

Frankfurt (Oder), Helenesee

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HIGHLIGHTS

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HIGHLIGHTS

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20.–22.07. + 27.–29.07.

20.–22.07.

TOMORROWLAND

PAROOKAVILLE

Angefangen beim VIP-Ticket, das in einer verwunschenen Schachtel (mitsamt Schlüssel) kommt, lässt das Tomorrowland jede Märchenwelt vor Neid erblassen.

Passkontrolle, wer war schon mal hier!? Das EDM-Städtchen begeistert jetzt schon im vierten Jahr. Die Reise zum Parookaville ist spätestens an der Gabelung grotesk, an der es rechts zu den Billig-Fliegern des Flughafens Weeze und links in eine völlig verrückte Steampunk-Parallelwelt geht, über der der Sound von Steve Aoki schwebt. Das Städtchen wurde seit 2015 jedes Mal erweitert und bekommt 2018 Holzboden und Lichterketten auf allen Hauptwegen, Marktplätze, 30 % mehr Toiletten und Duschen und eine Pre-Party im Desert Valley dazu. Wenn man all das abgecheckt hat, schlendert man noch kurz zur Town Hall und lässt sich (sofern man schon mal da war) einen neuen Stempel in den Pass drücken. Irgendwann kann man so zum Vize-Bürgermeister aufsteigen, aber bis es soweit ist, feiert man erstmal vor der Mainstage mit Timmy Trumpet und den anderen, dass es nur so staubt. (CS)

Live: 2manydjs, Afrojack, Alesso, Alle Farben, Armand van Helden, Armin van Buuren, Axwell Ingrosso, Blasterjaxx, Carl Cox, Claptone, Craig David presents TS5, Danny Avila, Dimitri Vegas & Like Mike, Don Diablo, Dua Lipa, Fatboy Slim, Martin Solveig, Monika Kruse, Nina Kraviz, Paul Kalkbrenner, Paul Oakenfold, Paul van Dyk, Pendulum, Ricardo Villalobos, Richie Hawtin, Robin Schulz, Steve Aoki, Sven Väth, Sylvain Armand, Tiësto, Tiga, Underworld u. v. a.

Live: Adam Beyer, AKA AKA, Alle Farben, Angerfist, Boris Brejcha, Butch, Chris Rocka, Da Hool, Darren Styles, Dixon, Don Diablo, Felix Jeahn, Felix Kröcher, Headhunterz, Hosh, Jauz, Jax Jones, Jonas Blue, Junge Junge, Klaudia Gawlas, Krewella, Kris Kross Amsterdam, Lost Frequencies, Martin Solveig, Mesto, Moguai, Moksi, Neelix, Oliver Schories, Ostblockschlampen, Pappenheimer, Showtek, Sigala, The Disco Boys, Timmy Trumpet, Tocadisco, Villain u. v. a.

B-Boom, Schommellei

Weeze, Flughafen

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FOTO: SIMON METELING

Es passt vorzüglich, dass der belgische Festival-Titan im Städtchen Boom angesiedelt ist. Explosiv geht es beim Mekka für Fans der elektronischen Tanzmusik allemal zu – und das nicht bloß soundtechnisch. Rund um die 16 Bühnen erstreckt sich die utopisch-schillernde Landschaft, die hier eine Pyroshow, dort einen Basar mit Schaustellern, die in schwindelerregender Höhe Kunststücke vollbringen, zu bieten hat. Mittlerweile eines der größten Festivals weltweit, zählt das Disneyland für Erwachsene zu den Events, die binnen Minuten ausverkauft sind – was wohl teilweise der Tatsache zu verschulden ist, dass es nicht nur Menschen aus 200 Nationen zu seinen treuen Besuchern zählt, sondern auch Genre-Pioniere wie David Guetta. (LB)


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HIGHLIGHTS


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HIGHLIGHTS

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19.–22.07.

DEICHBRAND Oben an der Küste, wo man zur Begrüßung »Moin« ruft, hört man neben Gitarrenrock vor allem Wellenrauschen.

Live: 257ers, Ace Tee & Kwam.E, Alligatoah, Amy Macdonald, Bausa, Bilderbuch, Bosse, Boys Noize, Casper, Chefboss, Clueso, Die Toten Hosen, Digitalism, Editors, Freundeskreis, Fünf Sterne Deluxe, Gloria, Heisskalt, Itchy, Joris, Kettcar, Kid Simius, Kontra K, Maeckes & Die Katastrophen, Mando Diao, Milky Chance, Moguai, Ok Kid, SDP, SSIO, The Hives, The Killers, Ufo361, Von Wegen Lisbeth, Wolfmother, You Me At Six, Yung Hurn, Zebrahead u. v. a. Nordholz, Seeflughafen

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FOTO: CHRIS ZIELECKI

Klug ist, wer zu jedem Festival grundsätzlich Gummistiefel einpackt. Bei diesem hier ist sogar sehr dumm, wer keine mitnimmt, denn das Deichbrand liegt direkt am Meer. Die nahe gelegenen Strände tragen so schöne Namen wie das Festival selbst: An Döse, Duhnen und Sahlenburg kann man im Meer baden oder Watt wandern gehen, je nach Tiede. In der Beach-Area des Deichbrand stehen Strandkörbe bereit – zu ruhig? Keine Sorge, dort kann man auch Beachvolleyball spielen. Dass die Festivalstimmung nicht von der Urlaubsatmosphäre ausgestochen wird, dafür sorgt das Programm auf den Bühnen. Das Deichbrand setzt auf große Namen aus Deutschland, lädt aber auch internationale Rock-Acts ein. (JB)


JULI

63 HIGHLIGHTS

600 Konzerte · Bear's Den · David August · Graveyard · Shacke One · Tank and the Bangas · Sigrid · KID SIMIUS · Heisskalt · WhoMadeWho · Ace Tee · Ibeyi · Lewis Capaldi · Okkervil River · Susanne Sundfør · Hugo Helmig · Darwin Deez · Alexis Taylor · Liniker e os Caramelows · S. Carey · BRETT · Theo Lawrence & The Hearts · Tender Games · Goat Girl · Her · Anna Burch · Lxandra · Black Foxxes · Jamie Lenman · DeWolff · Princess Chelsea · Tamino · Karies · uvm. Kunst · Film · Lesungen · Education · Konferenz Tickets inkl. Konzert in der Elbphilharmonie ab 45,00 € inkl. Gebühren (solange der Vorrat reicht).

reeperbahnfestival.com

Organiser: Reeperbahn Festival GbR & Inferno Events GmbH & Co. KG

27.–28.07.

JUICY BEATS Entspannt feiern zwischen Früchten und verschiedenen Genres mitten im Grünbereich des Ruhrgebiets.

FOTO: TAMARA REUTER

Das Dortmunder Juicy Beats lockt bis zu 25.000 Zuschauer für zwei Tage in den großflächigen Westfalenpark. Bis zu 3.000 von ihnen können dort auch campen. Auf 20 Floors und sechs Bühnen wird bis tief in die Nacht zu verschiedensten Arten elektronischer Musik getanzt oder bei Künstlern aus Indie, HipHop und Reggae mitgesungen. Zwischen den Auftritten lässt sich herrlich entspannen: Das grüne Herz Dortmunds ist an diesem Wochenende Treffpunkt für Menschen aller Couleur. Fans und Familien aus ganz NRW finden sich hier jedes Jahr ein, um Festivalfeeling zu erleben, ohne dafür auf einen Acker raus zu müssen. Wer im eigenen Bett schlafen möchte, kann das Ticket auch als Fahrschein für den öffentlichen Nahverkehr nutzen. (MG) Live: 257ers, Ante Perry, Boys Noize, Bukahara, Drunken Masters, Editors, Eskei83, Feine Sahne Fischfilet, Fil Bo Riva, Format:B, Grossstadtgeflüster, Gurr, Haiyti, Killason, Klaus Fiehe, Kontra K, Kraftklub, Lakmann, Larissa Riess, LovRa, Mavi Phoenix, Monotunes, Nepomuk, Otzeki, Papooz, Querbeat, Rhys Lewis, RIN, SXTN, Team Rhythmusgymnastik, Trettmann, Tube & Berger, Von Wegen Lisbeth, Walking On Rivers, Weekend, Yung Hurn, P. Hightower u. v. a. Dortmund, Westfalenpark

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Ihr fahrt zum Hurricane, Parookaville oder Highfield? Dann spart Euch im Vorfeld den Run zum Supermarkt und die Schlepperei, denn die PENNY Stores vor Ort sind Euer ultimativer Festivalversorger. Neben einer großen Auswahl fürs Katerfrühstück und zahlreicher Hygieneartikel gibt’s auch jede Menge gekühlte Getränke und alles, was Ihr für die perfekte Grillparty braucht. Und für alle, die dieses Jahr auf einem anderen Festival unterwegs sind, liefert der PENNY Onlineshop das Festival-Equipment ganz bequem direkt nach Hause. Mehr Infos findet ihr unter pennygoesparty.de


LIEBE FESTIVALGUIDE CREW, jahrelang sind wir gemeinsam

durch Glitzerregen und Konfettikanonenhagel gegangen und haben bis in die frühen Morgenstunden unter Diskokugeln geravet, gerockt, gekuschelt und auch viele Schnäpse getrunken. Wir sind mit Björk abgegangen wie Schmidts Katze, haben mit Kylie 99 Luftballons steigen lassen, mit Deichkind die Mainstage auseinandergenommen … und so vieles mehr! Wir sagen Danke für so viel Professionalität, Lust, Liebe, Leidenschaft ... einfach corazón! All das werden wir im Herzen tragen und Euch unendlich missen. Und auch in diesem Jahr kommt Ihr nicht drum herum: den Sleepless Floor machen wir im Juli gemeinsam zu! Und das ist eine Ansage! Euer Melt Team

13—15 JULY 2018 FERROPOLIS GERMANY THE XX ▂ FLORENCE + THE MACHINE FEVER RAY ▥ TYLER, THE CREATOR ▁ NINA KRAVIZ ▀ MURA MASA ▂ ODESZA ▃ JON HOPKINS LIVE ▄ BEN KLOCK ▌ MODESELEKTOR DJ ~ APPARAT DJ ▂ CIGARETTES AFTER SEX ◊ LITTLE DRAGON ▄ THE INTERNET ▃ BADBADNOTGOOD ▄ PRINCESS NOKIA ▀ THE BLACK MADONNA ▂ ELLEN ALLIEN ▥ MOUNT KIMBIE ~ RIN ▁ ALMA ▀

KALI UCHIS ▁ ZHU ▃ FATIMA YAMAHA ▥ PARCELS ▄ FISCHERSPOONER ▃ THE BLAZE ◊ WESTBAM ▀ WHOMADEWHO ▂ AMELIE LENS ~ SEVDALIZA ▄ IAMDDB ▥ REX ORANGE COUNTY ∞ ANDHIM ▁ ADANA TWINS ▥ ADRIATIQUE ▃ HUNDREDS ▄ GEORGE FITZGERALD LIVE ◊ TUNE-YARDS ▄ EROBIQUE ▀ ROMAN FLÜGEL ◊ ROBAG WRUHME ▂ NASTIA ▁ HONEY DIJON ▥ THE HACKER PRESENTS AMATO LIVE

ANNA HALETA ▂ ANSWER CODE REQUEST LIVE ▥ ANTIGONE ~ BINH ▀ CARLOS VALDES ▁ CEM ◊ CLAIRE MORGAN ▂ CLEVELAND ▄ COELY ~ CORMAC ∞ DANA RUH ▂ DJ SEINFELD ◊ EFDEMIN ▁ FAKA LIVE ▃ FATIMA AL QADIRI ▥ GURR ▁ HAAI ▃ INGA MAUER ▀ JAYDA G ◊ JON HESTER ▂ JUNGLEPUSSY ▃ KEDR LIVANSKIY ◊ KID SIMIUS ▁ KIM ANN FOXMAN ▥ KLEE ▄ KUSO GVKI ▂ LA FLEUR ▃ LANARK ARTEFAX LIVE ▀ LAYTON GIORDANI ~ LEO POL LIVE ◊ LUCY ▁ MARC MIROIR ▥ MAVI PHOENIX ∞ MIRELLA KROES ◊ MOSCOMAN ▁ MOSES SUMNEY ~ OLIVER HAFENBAUER ▀ OR:LA ∞ ORSON WELLS ▥ Ø [PHASE] LIVE ▂ PROJECT PABLO ▄ RONE ▂ SEDEF ADASI ◊ SIRIUSMO ▃ SMERZ ~ SOMEWHEN ▀ SUPERORGANISM ▂ TIJANA T ▄ TOMMY CASH ~ VICTOR ▥ VINCENT NEUMANN ▀ YELLOW DAYS ▂ ZENKER BROTHERS ∞ AND MORE GET YOUR TICKETS NOW: WWW.MELTFESTIVAL.DE

#melt2018


AUGUST

65 HIGHLIGHTS

FOTO: JEWG ENI ROPPEL

HIGHLIGHTS AUGUST


AUGUST

HIGHLIGHTS

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03.–05.08.

NATURE ONE Das EDM-Festival auf der ehemaligen Militärbasis lässt seit über 20 Jahren die 90er im Stroboskoplicht aufflackern. Hier wird auf geschichtsträchtigem Boden geravet: Kaum war der Zweite Weltkrieg rum, sollte schon wieder aufgerüstet werden. Trotz Protesten wurden auf der Militärbasis Pydna fast 100 Atomraketen stationiert. 1990 zogen die Amerikaner samt Raketen wieder ab. Sechs Jahre später fand hier das erste Mal die Nature One statt. Seitdem nimmt das elektronische Festival die Bunkertunnel, u. a. mit 100.000 m2 Camping-Village, fest in Beschlag, lässt Century Circus und die vielen Bühnen und Floors im Lasergewitter und Stroboskopzauber aufblitzen. Dabei hat es das grellbunte Neon-Gewand der 90er nie abgelegt. Warum auch? Modesünden des Jahrzehnts – wie Tattoo-Ketten und Plateau-Sneaker – mögen ein Comeback erfahren, die blumige Techno-Ästhetik der Nature One hat kein Revival nötig. Sie war nie weg. (HS) Live: Aka Aka, Sylvain Armand, Boris Brejcha, The Czap, Dirty Doering, DJ Dag, Dúné, Paul van Dyk, Kerstin Eden, Dominik Eulberg, Plastik Funk, The Glitch Mob, Thomas Hoffknecht, Felix Kröcher, Karotte, Klaudia Gawlas, Len Faki, Lexer, Lexy & K-Paul, Mijk van Dijk, Moguai, Moonbootica, NatureOne Inc., Neelix, Niereich, Nina Kraviz, Ostblockschlampen, Pappenheimer b2b Sam Feldt, Standerwick, Talla vs. Taucher, Tube & Berger, Sven Väth u. v. a. Kastellaun, Raketenbasis Pydna

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01.–04.08.

A SUMMER’S TALE Für kreative Leute mit gewissem kulturellen Anspruch: neben Musik gibt es Lesungen, Comedy, Workshops und mehr. Wunderschön gelegen in der Westergellerser Heide in der Nähe von Hamburg, hat das A Summer’s Tale außer einladender Umgebung überdurchschnittlich viel zu bieten. Abends werden Waldbühne, Grüner Salon und ZeltRaum zu KonzertLocations für fantastische Indiemusik. Das Tagesprogramm umfasst Kunstausstellungen im Atelier, Fotografie- und Kochworkshops, Lesungen bekannter Autoren, Poetry Slams und Vinyasa Yoga, sogar Kinderbetreuung wird angeboten. Neu dabei ist ein »Wissenszelt«, ein Ort zum Philosophieren und Diskutieren. Wem das alles noch nicht vielfältig genug ist, der kann mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Lüneburg fahren und das legendäre Rathaus besuchen, mit mehr Zeit durch Hamburg flanieren oder ist ruckzuck in der Lüneburger Heide, die mit etwas Glück schon lila blüht. (JL) Live: Andy Strauss, Belle & Sebastian, Editors, Fury In The Slaughterhouse, Gisbert zu Knyphausen, Grizzly Bear, Gurr, Hamburger Kneipenchor, Hothouse Flowers, Intergalactic Lovers, Isolation Berlin, Jon Flemming Olsen, Kat Frankie, Kettcar, KT Tunstall, Lisa Kreissler, Madness, Mando Diao, New Model Army, Oh Wonder, Passenger, Riley Pearce, Rob Lynch, Robert Alan, Siegfried & Joy, Tocotronic, Torpus & The Art Directors, Wallis Bird, Warhaus u. v. a.

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FOTO: F RANK EMBACHER

Westergellersen, Eventpark Luhmühlen


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02.–04.08.

WACKEN Hier pustet nicht nur die gute Landluft die Ohren durch: Wacken ist das Szenetreffen des Metal in Deutschland. Ob Bierpipeline oder Glasfaserkabel – das seit Jahren erfolgreiche Wacken Open Air hat seine Infrastruktur immer weiter verfeinert und alles mögliche verbuddelt. Archäologen der Zukunft werden hier eine Menge zu tun haben und sich bisweilen sicherlich stark wundern. Denn für die Metalfans von heute ist das an ein kleines Dorf in Schleswig-Holstein angeflanschte Riesenfestival ein Spielplatz, der keine Wünsche offen lässt: Wackinger Village, Metal Market, Soccer Field (neben den Bühnen natürlich). Entstanden als Open Air in einer Kiesgrube nach einem Werner-Rennen als Kneipen-Idee, sind das heute die Weltmetaltage. Und wer nach all dem wieder Ruhe sucht, ist schnell an der nordfriesischen Nordseeküste. Und wer zu beichten hat, geht zum Metalgottesdienst in die Metal Church im Ort. (CS) Live: 2Cellos, Amorphis, Arch Enemy, Behemoth, Belphegor, Blues Pills, Cannibal Corpse, Children Of Bodom, Clawfinger, Converge, Danzig, Destruction, Diablo Blvd, Die Apokalyptischen Reiter, Die Happy, Dimmu Borgir, Doro, Ensiferum, Enslaved, Extrabreit, Gaahl’s Wyrd, Ghost, Gojira, Hatebreed, Helloween, Helmet, In Extremo, In Flames, Judas Priest, Nightwish, Oomph!, Running Wild, Sepultura, Steel Panther, Vince Neil, Zeal & Ardor u. v. a.

FOTO: FREDERIKE WETZELS

Wacken, Hauptstraße

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HIGHLIGHTS

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02.–04.08.

02.–05.08.

02.–04.08.

APPLETREE GARDEN

SOUND OF THE FOREST

MINI ROCK FESTIVAL

Bevor sich Indie- und Folkbands die Gitarre in die Hand geben, fährt die Bimmelbahn ins Schwimmbad.

Lust auf eine Auszeit im Grünen? Am Marbachstausee findet man sich in einem idyllischen Biotop wieder.

Von Jugendlichen gemacht: Die perfekte Alternative zu den ganz großen Festivals.

Knorke Südfrucht, Fruchtfleisch und Des Wahnsinns Fette Beute hießen Bands, die in den ersten fünf Jahren auf der Apfelbaumwiese von Familie Binnewies in Cornau spielten. Mit dem Umzug ins Nachbardorf Diepholz ließ das Festival zwar die namensgebenden Apfelbäume hinter sich, erweiterte das musikalische Angebot jedoch stetig. Mittlerweile eilt dem charmanten Indie-Festival in der niedersächsischen Provinz sein Ruf​ voraus: Es ist einfach herzlich nett hier – zwischen Apfeldiskokugel, Lichterkette und Konfetti schmeißenden Securities. Das »Helga« des Appletree Garden ist übrigens »Torben« – etabliert durch die Garage-Girls Gurr, in Anlehnung an Torben Eils, Mitglied des Vereins zur Förderung der Jugendkultur e. V., welcher das Festival auf die Beine stellt. »Tooooorbeeen!« (HS)

Tagsüber kann man hier dem Vogelgezwitscher lauschen oder auch mal einen Poetry Slam besuchen, die versteckte Akustikbühne aufsuchen oder Yoga machen. Auch Bötchen fahren und Standup-Paddling auf dem See ist ein beliebter Zeitvertreib zwischen den Acts. Hauptsache, alles bleibt entspannt. Abends dann beben die Bühnen, die märchenhafte Namen wie Fuchsbau und Waldbühne tragen. Es wird die Nacht durchgefeiert, um den nächsten Tag umso relaxter anzugehen. Kleine und größere Acts aus Indie, Electronica und HipHop beschallen die pittoreske Umgebung; wer naturverbunden und weltoffen ist, kommt hier auf seinen Geschmack. Und das Ganze funktioniert mit möglichst gutem Gewissen oder anders gesagt, es gibt solarbetriebene Steckdosen und ausschließlich Bio-Plastikbecher. (JL)

AASEE

Als sich im Jahr 2005 eine Gruppe Jugendlicher zusammenschloss und das Mini Rock Festival ins Leben rief, ahnte noch niemand, dass dieses einmal bis zu 12.000 Besucher ins Neckartal locken würde. Das größtenteils von Ehrenamtlern organisierte Festival im Süden der Republik lockt sowohl mit bekannten nationalen als auch internationalen Bands. Auf den zwei Bühnen, welche abwechselnd bespielt werden, gibt es verschiedenste Klänge aus den Bereichen Rock, Punk und HipHop zu hören. Die Veranstalter bieten neben den Konzerten noch weitere Unterhaltungsmöglichkeiten. Flunkyball-Felder, ein Biergarten oder auch ein Skate-Contest sorgen für eine ausgelassene Stimmung. Wer lieber etwas gediegener feiert, hat zudem die Möglichkeit, statt auf dem normalen Campingplatz auf einem separaten Platz an einer idyllischen Waldlichtung zu nächtigen. (MG)

Live: Acid Arab, Bukahara, Glass Animals, Grandbrothers, Grizzly Bear, Her, Ilgen-Nur, Isolation Berlin, Jade Bird, Leoniden, Noga Erez, Olli Schulz, Parcels, Swutscher, The Notwist, Vök, Von Wegen Lisbeth, WhoMadeWho, Yellow Days u. v. a.

Live: Amber Run, Astronautalis, Avec, Haux, Impala Ray, Kat Frankie, Leoniden, Matija, Onk Lou, Sion Hill, Skip&Die, Vök, Von Wegen Lisbeth u. v. a.

Live: An Early Cascade, Audio88 & Yassin, Basii, Faber, Großstadtgeflüster, Itchy, Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi, Kind Kaputt, Le Fly, Mad Caddies, Montreal, Northlane, Prinz Pi, To The Rats And Wolves, Trettmann, Watch Out Stampede u. v. a.

Diepholz, Bürgerpark

Odenwald, Marbach-Stausee

Horb am Neckar, Festplatz

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FRIEDE, FREUDE, BEATS & BOHNE DIE MELITTA FESTIVALTOUR!

Auf fünf deutschen Festivals – dem Hurricane, Happiness, Wacken, Highfield und Lollapalooza Berlin – sorgt Melitta in diesem Sommer für entspannte Kaffeeauszeiten im wilden Festivalgetümmel. Da eine ausreichende Ladung Schlaf bei Festivals eher Mangelware ist, versorgt Melitta alle Kaffeelover und Bohnenanhänger mit leckerem Kaffee – egal, ob als schneller Wachmacher am Morgen oder als lockerer Latte am Abend. Doch nicht nur in dem zweistöckigen, gemütlichen Wohnzimmer direkt auf dem Festivalgelände bietet Melitta frisch aufgebrühte Kaffeespezialitäten an. Alle, die sich nicht von den Stages lösen können, bekommen ihren »hug in a mug«, selbst bei Regen, von mobilen »Coffee Angels and -Angelos« und in den Melitta CoffeeBars. Bei Melitta geht es allerdings nicht nur um die Bohne! Für Gänsehautfeeling im Festival-Wohnzimmer sorgt vor allem Singer/Songwriter Jesper Munk mit seiner einzigartigen, smoothen Soulstimme. Zum Auftakt der Melitta Festivaltour sorgt Jesper bereits morgens mit seiner Gitarre und frisch aufgebrühtem Kaffee im Gepäck für einen entspannten, Kater-freien Morgen. Denn jeder weiß, nach der Party ist vor der Party! Zur Einstimmung könnt ihr bereits jetzt das neue Album von Jesper Munk hören. Es trägt den Namen »Favourite Stranger« und ist überall erhältlich.


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FEIERE DEN FESTIVALSOMMER MIT JACK DANIEL’S BEI ROCK IM PARK, HURRICANE UND DOCKVILLE.

04.08.

TROSSE KULT Getreu dem münsterländischen Motto füllt das Trosse Kult den ländlichen Raum mit musikalischen Perspektiven. »Raum für neue Perspektiven« schreibt sich das Münsterland auf seine rapsgelbe Fahne und wirbt mit Reitvergnügen und Radreisen durch das platte, weidenreiche Land und entlang malerischer Flussläufe. An Raum scheint es wirklich nicht zu mangeln. Kulturelle Perspektiven liefert der – mittlerweile über 200 Mitglieder umfassende – Trosse Kult Mesum e.V. seit 2005 mit dem hauseigenen Open Air. Als bestes Beispiel dafür, dass sich selbst in der münsterländischen Provinz etwas auf die Beine stellen lässt, sorgen viele fleißige, ehrenamtliche Hände für ein musikalisch rocklastiges Festival. Dabei wird vor allem jungen, einheimischen Nachwuchskünstlern Plattform und Perspektive geboten. Und falls dann jemand fragt: Alles begann in Rheine … (HS) Live: Dÿse, Goodbye, Graveyard, Henning Wehland, Monsters Of Liedermaching, Murphy's Dojo Clan, Old Me, Talco u. v. a.

Rheine, Beckmann Hohe Heide

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FOTOS: JÖRG EVERDING

JACK DANIEL’S gehört mittlerweile zur Festivallandschaft, wie die »Strat« zu Jimi Hendrix. Von Lynchburg aus – wo auch heute noch jeder Tropfen JACK DANIEL’S in selbstgefertigten Fässern hergestellt wird – geht es diesen Sommer wieder raus auf die Festivals. Anfang Juni startet die Tour bei Rock im Park, drei Wochen danach geht’s weiter zum Hurricane und im August zum Dockville nach Hamburg. Auf den Festivals können die Fans mittels VR-Brille in der Destillerie in Lynchburg die Herstellung des Old No. 7 nach der 150 Jahre alten Rezeptur interaktiv miterleben. Und direkt vor Ort auch selbst Hand anlegen: Ricks stapeln, Fässer bauen und Filtern durch Holzkohle ist angesagt. Wer tatkräftig anpackt und die Fässer ins Rollen bringt, hat die Chance, beliebte JACK DANIEL’S Festival-Items, wie Jack-Bags, Bauchtaschen und Trinkbeutel, Caps, T-Shirts und Sonnenbrillen zu gewinnen. Dazu eine »Jack & Cola« oder »Lynchburg Lemonade«, und die Festival-Ausstattung ist komplett.


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x-why-z Konzertagentur GmbH & Co. KG

03.–05.08.

WATT EN SCHLICK Wo Indie auf HipHop trifft und Festivalbesuch auf Nordseeurlaub.

FOTOS: U LF D UDA

Sand zwischen den Zehen, ein Matjesbrötchen in der einen Hand, frisch gezapftes Jever in der anderen – das allein würde reichen, um die meisten von uns glücklich zu machen. Dann wären da allerdings noch die vier Bühnen mit Live-Musik und auch Lesungen und Filmvorführungen, die ihren Platz im Programm finden. Das Watt En Schlick ist wahrhaftig ein Indie-Festival wie es im Buche steht und heimste deswegen 2017 den vom Publikum gewählten Helga! Award als »Bestes Festival« ein. Abgehalten direkt am Strand von Dangast, wo auch im tiefsten Sommer ein laues Lüftchen weht, glänzt es mit familiärem Flair, musikalischen Delikatessen und dem Watt-rutsch-Wettbewerb. Und wer sich eher dem Urlaubsaspekt als der Feierei hingeben möchte, kann seinen Tag mit einer Yoga-Stunde und selbstgemachtem Kuchen beginnen. (LB) Live: Ahzumjot, Ätna, BSMG, Cassia, Dan Croll, Erobique, Fat Freddy's Drop, Gisbert zu Knyphausen, Helgen, Isolation Berlin, Jade Bird, Joan As Police Woman, Johnny Rakete, Käptn Peng, Kat Frankie, KillASon, Martin Kohlstedt, Noga Erez, Parcels, Siegfried & Joy, Tocotronic, Unter meinem Bett u. v. a. Varel, Kurhaus Dangast

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20.08. BERLIN 21.08. HAMBURG 28.08. KÖLN 01.09. MÜNCHEN

07.08. HAMBURG 11.08. BERLIN 12.08. KÖLN 14.08. FRANKFURT 30.09. MÜNCHEN 01.10. DRESDEN 08.10. HANNOVER

04.11. HAMBURG 02.11. KÖLN 08.11. MÜNCHEN 03.11. BERLIN 09.11. FRANKFURT


AUGUST

03.–04.08.

03.–05.08.

03.–05.08.

JENSEITS VON MILLIONEN

REGGAE JAM

OFF FESTIVAL

Die kulturelle Einöde im niedersächsischen Niemandsland verwandelt sich zur Reggae-Hochburg.

Frühbucher konnten die drei Off-Festival-Tage für umgerechnet schlappe 60 Euronen ergattern. Ein Schnäppchen.

Die schöne Burg in der Niederlausitz öffnet erneut ihr Tor für die Indie-In-Crowd. Die Burg in Friedland wirkt bisweilen wie die größere Ausgabe einer Playmobil Ritterburg – was bitte ausdrücklich als Kompliment gemeint ist. Nur laufen hier keine Plastikkameraden mit Helmen rum, sondern junge Indie-Fans, die vor allem wegen des guten Line-ups und diesem spürbaren Gefühl der Nähe kommen. Denn das Jenseits von Millionen heißt nicht umsonst so: Es ist nun mal eher klein – und stellt genau das als große Stärke heraus. Am Ende kennt man sich, nickt sich vor der Hauptbühne zu und geht vielleicht noch gemeinsam zur Aftershowparty in die ebenfalls kleine Turnhalle. In diesem Jahr gibt’s auch wieder Props für das Line-up: Während Großfestivals oft einen Frauenanteil von 10% auf der Bühne haben, sind hier schon Gurr, Blond und Zimt bestätigt. (DK)

Bersenbrück verbindet man normalerweise nicht mit Reggae-Musik und Großveranstaltungen. Eigentlich verbindet man das 8.000 Einwohner-Dorf an der Hase mit absolut gar nichts. Völlig zu Unrecht! Zum 25-jährigen Jubiläum pilgern Anfang August wieder bis zu 20.000 Fans in den Klostergarten der Stadt und erleben dort drei Tage lang das komplette Reggae-Paket. Es ist alles wie auf den großen Festivals in Europa, es mangelt an nichts. Der einzige Unterschied: die Größe. Genau da liegt der Charme. Die Wege sind kurz, ein kleiner See lädt zum Baden ein und die Distanz zwischen Bühne und Publikum ist minimal gehalten. Begegnung ist angesagt: Das Publikum besteht Jahr für Jahr aus einer bunten Mischung, von Familien-Clans bis hin zu Reggae-Fans aus der ganzen Welt und die Stimmung ist entsprechend friedlich und ausgelassen. (MG)

Umgerechnet, weil die Polen, trotz florierender EU-orientierter Wirtschaft, noch auf Zloty und Groszy setzen. Schnäppchen, weil das Off eine Veranstaltung ist, die, nicht zuletzt wegen ihrer besonderen, grünen Lage am südöstlichen Rand von Kattowitz, höchst besuchenswert ist. »Tal der drei Teiche« lautet die Übersetzung des Veranstaltungsortes Dolina Trzech Stawów: Wald, Wiesen und Wasser verwöhnen Auge und Seele. Das Line-up erstrahlt nicht durch Big Names, ist aber äußerst liebevoll für Musikliebhaber aller Genres gestaltet. Wer die charmante Charlotte Gainsbourg hören und sehen will, hat hier Gelegenheit dazu. Das unmittelbar angrenzende oberschlesische Kattowitz, mit Bus und Bahn gut zu erreichen, bietet mit seiner, statistisch gesehen, jungen Bevölkerungsstruktur jede Menge Freizeitvergnügen. (SH)

Live: Belgrad, Blond, Cassia, Fibel, Gurr, Levanter, Das Paradies, Postcards, Zimt u. v. a.

Live: Bitty Mc Lean, Capleton, Cocoa Tea, Johnny Osbourne, Klub Kartell, Konshens, New Kingston, Nkulee Dube, Samory I u. v. a.

Live: Aldous Harding, Aurora, Bishop Nehru, Charlotte Gainsbourg, Chastity Belt, Grizzly Bear, John Maus, Jon Hopkins, Oxbow, The Brian Jonestown Massacre, The Mystery Lights, Turbonegro, Yasuaki Shimizu, Zola Jesus u. v. a.

Friedland, Burg

Bersenbrück, Klosterpark

PL-Katowice, Dolina Trzech Stawów

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FOTOS: D ENNIS SCHNIEBER RUNE FLEITER

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02.–04.08.

ROCKEN AM BROCKEN Das Event am Harzer Blocksberg zählt zu den landschaftlich schönsten Festivals in ganz Deutschland.

FOTO: SRIPE SURAC

Bewaldetes Mittelgebirge lädt in Elend bei Sorge zu einem dreitägigen SommerUrlaub mit Musik ein. Die Bühnen heißen hier passend zur Naturkulisse Jägerzirkus oder Zauberwald. Bei welchem anderen Festival können Besucher schon mit einer Schmalspurbahn anreisen? Beim Rocken am Brocken ist man um die Verständigung von Mensch und Natur bemüht. Während einer geführten Wanderung auf dem Akustikpfad, kann man Wald und Musik im Einklang erleben, oder man kühlt sich zwischen den Konzerten im Waldbad ab. Bereits zum elften Mal findet das Festival statt und damit auch das traditionelle Fußballturnier. Musikalisch setzen die Festivalmacher auch 2018 auf eine abwechslungsreiche Mischung aus Indie und Alternative, aufgelockert von einigen ausgewählten, elektronischen Acts. (BK)

07.–10.08.

07.–11.08.

PUNK ROCK ØYAFESTIVALEN HOLIDAY Zwischen den saftig grünen Bäumen, neben dem weißen Sandstrand mit dem kristallklaren Wasser findet man sie: glückliche Punkrock-Fans.

Regelmäßige Besucher des Øyafestivalen sind in den vergangenen Jahren mit dem Open Air quer durch die gesamte norwegische Hauptstadt Oslo gezogen.

Gleich zwei Flüsse schmiegen sich um das Festivalgelände. Beide führen Wasser, das türkis schimmert und an Sandstrände plätschert, die zum Verweilen einladen. Drumherum: Grün bewachsene Berge. Herzlich Willkommen im Paradies. Das Punk Rock Holiday hat aber nicht nur in der Wahl seiner Heimat ein gutes Händchen gehabt – das günstige Bier wurde noch nicht erwähnt, oder? – auch das Line-up sollte Festivalbesucherinnen und -besucher mit einem Herz für Punkrock eine Freude machen. Hier lassen sich Jahr für Jahr die ganz Großen des Genres die Sonne auf die tätowierten Bäuche scheinen. Wer hier mit seiner Newcomer-Band spielen will, muss sich allerdings im Jahr vorher persönlich vor Ort bewerben. Die Aussicht auf einen Gig sollte das doch wert sein (JB)

Einige sehenswerte Parks dieser Metropole haben sie dabei durchaus kennengelernt. Doch damit ist mittlerweile Schluss, denn mit dem Tøyenparken hat das Øya seinen perfekten Schauplatz gefunden: Ein Parkgelände, dass verwinkelt und auf mehreren Ebenen Raum für sechs Bühnen bietet und nie das Gefühl vermittelt, es sei überfüllt oder sorge für Stress. Wie bei vielen skandinavischen Festivals bietet es Entspannung und einen Komfort, der für mitteleuropäische Open Airs nahezu undenkbar ist. Angesichts dessen bräuchte es noch nicht einmal das namhafte Line-up ohne geschmackliche Aussetzer oder die wunderschöne Stadt Oslo als Kulisse. Nur eines sollte man bedenken: Zelten kann man hier nicht und Übernachtungen sind nicht gerade billig. (CSt)

Live: Blackout Problems, Blond, Das Paradies, Die Höchste Eisenbahn, Faber, Isolation Berlin, Juse Ju, Lion Sphere, Love A, Massendefekt, Mighty Oaks, Noga Erez, Olli Schulz, Swiss & Die Andern, Von Wegen Lisbeth, Zugezogen Maskulin u. v. a.

Live: Bad Cop / Bad Cop, Bad Religion, Beatsteaks, Comeback Kid, Dog Eat Dog, H2O, Irish Handcuffs, Lagwagon, Lawrence Arms, Mad Caddies, No Fun At All, Nothington, Satanic Surfers, Voodoo Glow Skulls u. v. a.

Live: Arcade Fire, Arctic Monkeys, Behemoth, Charlotte Gainsbourg, Fever Ray, Grizzly Bear, Kendrick Lamar, Lykke Li, Moses Sumney, Patti Smith, Sleaford Mods, Sløtface, St. Vincent, Superorganism u. v. a.

Elend, Braunlagerstraße

SLO-Tolmin, Sotočje

N-Oslo, Middelalderparken

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09.–11.08.

ROCCO DEL SCHLACKO Das größte Festival im Saarland feiert seinen 20. Geburtstag. Die diesjährige Auflage des Rocco del Schlacko ist gleichzeitig eine Jubiläumsausgabe. Seit 20 Jahren locken die Veranstalter bis zu 24.000 Besucher auf den Sauwasen von Püttlingen. Für die meisten Besucher, die nicht aus dem Saarland stammen, bleibt das Festival der erste und oft auch einzige Kontakt mit dem kleinsten Bundesland der Republik und macht es zum womöglich zweitwichtigsten Tourismusbotschafter nach der Saarschleife. Die überzeugenden Line-ups und das freundliche Miteinander lassen sie jedoch jedes Jahr wiederkehren. Durch die Überschaubarkeit des Festivalgeländes und die kurzen Wege zwischen den Orten des Geschehens fühlt man sich rundum wohl, auch wenn man sich erst an die saarländischen Eigenheiten wie einen ungewöhnlichen Akzent und exzessives Trinkverhalten gewöhnen muss. Letzteres geht schnell. (MG) Live: Audio88 & Yassin, Bad Religion, Beatsteaks, Broilers, Creeper, Drangsal, Feine Sahne Fischfilet, Gloria, Gogol Bordello, Hot Water Music, Idles, In Flames, INVSN, Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi, Kraftklub, Leoniden, Mad Caddies, Marteria, Massendefekt, Silverstein, Swmrs, SXTN, The Menzingers, The T.C.H.I.K., WIZO, Zeal & Ardor u. v. a. Püttlingen, Sauwasen

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FOTO: IRIS ED ING ER

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09.–11.08.

HALDERN POP Das Indie-Festival-Goldstück vom Niederrhein bleibt wunderbar unaufgeregt. Das Line-up ist noch blank, die Tickets sind trotzdem schon weg. Das beruht vor allem auf der Tatsache, dass sich die Booker des Haldern in den letzten 35 Jahren als Profis ihres Segments erwiesen haben. Von Reue nach dem Ticketkauf wurde bislang noch nie berichtet. Im Gegenteil: Wer einmal beim Haldern war, will nur noch dorthin zurück – ob alteingesessener Hippie oder von der netten Dorfjugend. Denn sind die Verstärker erst einmal angeschlossen und die handverlesenen Klänge schweben aus den Boxen der Mainstage oder des inkubatorgleichen Spiegelzeltes, wird jedes Vertrauen belohnt. Trotz langer Lebenszeit setzt das Haldern weiterhin auf eine begrenzte Ticketanzahl von 7.000 und tauscht alltägliche Reizüberflutung und Branding-Wahnsinn gegen ländliche Idylle ein – mit einem versteckten Badesee und Kirchen-Konzerten inklusive. (LB) Live: Adam French, Alabasta DePlume, Aquilo, Ariel Pink, Curtis Harding, Dirty Projectors, Fink, Hope, Housewives, Jade Bird, Jake Bugg, Jenny Lewis, John Maus, Kettcar, Kevin Morby, King Gizzard & The Lizard Wizard, Nils Frahm, Nilüfer Yanya, Philipp Poisel, Protomartyr, Seun Kuti & Egypt 80, Sleaford Mods, The Inspector Cluzo, The Lemon Twigs, Tristan Brusch u. v. a. Rees-Haldern

FOTO: CHRISTOPH BUCKSTEGEN

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08.–26.08.

10.–11.08.

10.–12.08.

KAMPNAGEL

BURNING EAGLE

FLOW

Das Internationale Sommerfestival auf Kampnagel hat nur wenig zu tun mit der sonst üblichen Festivallandschaft. Hier spielen zwar auch Bands, aber mindestens ebenso wichtig sind die vielen anderen Performances, die man hier zu sehen bekommt. Mehr als 50 Arbeiten aus den Bereichen Theater, Bildende Kunst, Tanz und Film gibt es hier neben der Musik zu erleben. Das Kampnagel Sommerfestival legt großen Wert darauf, dass alle Kunstformen hier gleichwertig behandelt werden und fließend ineinander übergehen. Austragungsort des Spektakels ist das Gelände auf Kampnagel, eine ehemalige Kranfabrik, die in den Achtzigern zum Bühnenkomplex mit Kino und Restaurant umgebaut wurde. Seit 1985 gibt es das Internationale Sommerfestival – ein Event mit Geschichte also, das sich perfekt dazu eignet, seinen Horizont zu erweitern. (JB)

Lust, Lebensqualität und Sinnenfreude im Rahmen von Natur und Nachhaltigkeit. »Besuch im Krabbeltierhaus«, »Rund um den Holunder«: so und ähnlich lauten für gewöhnlich die Angebote auf dem Gelände des Umweltbildungszentrums Listhof bei Reutlingen. So verwundert es nicht, wenn hier jährlich auch ein brennender Adler gefeiert wird. Wie sein Veranstaltungsort ist das Burning Eagle ein Festival der besonderen Art. Hier wird, neben Indie-, Folk- und Pop-Wohlklängen, ein Raum bereitgestellt, der auf Möglichkeiten des Zusammenlebens von Individuum, Gemeinschaft und Planet verweist. Ohne missionarischen Eifer, ohne Spaßbremse, sondern ganz selbstverständlich und liebevoll. FairtradeFoodkonzepte, Eigenverantwortlichkeit im Umgang mit Müll und die Einbindung an das schöne Naturschutzgebiet Listhof lassen die Festivaltage zum gelungenen Zusammenspiel von Lust und Lebensqualität gedeihen. Geheim(?)tipp(!). (WP)

Die typischen Utensilien eines jeden Festivalbesuchers – Wurfzelt und Kleinwagen – helfen auf dem Weg zum finnischen Flow leider nur wenig. Tatsächlich sind Festivalreisen nach Skandinavien ein etwas teureres Vergnügen – aber es lohnt sich trotzdem, wie das Open Air in Finnlands Hauptstadt Helsinki seit 14 Jahren eindrucksvoll unter Beweis stellt. Schließlich gibt es nirgendwo sonst ein derart namhaftes Line-up quer durch alle Stile in einer so entspannten Atmosphäre zu sehen. Das liegt daran, dass nordische Festivals, verglichen mit westeuropäischen Verhältnissen, höchstens mittelgroß sind, sie aber trotzdem Headliner der A-Liga verpflichten können. Die Spezialität des Flow, das auf dem Gelände des ehemaligen Kraftwerks Suvilahti stattfindet, ist seine Verschränkung von Kunst und Musik, die seinesgleichen sucht und dem Besucher neben herausragenden Konzerten einen weiteren echten Mehrwert liefert. (CSt)

Live: Arturo O'Farrill and The Afro Latin Jazz Octet, Blumfeld, Chelsea Wolfe, Get Well Soon, John Maus, Rafi Malkiel, Sun Ra Arkestra u. v. a.

Live: Line-up stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

Live: Alma, Arctic Monkeys, Bonobo, Brockhampton, Charlotte Gainsbourg, Fever Ray, Fleet Foxes, Grizzly Bear, Helena Hauff, Kamasi Washington, Kendrick Lamar, Lykke Li, Moses Sumney, Patti Smith, Sigrid, St. Vincent u. v. a.

Hamburg, Kampnagel

Reutlingen, Listhof

FIN-Helsinki, Suvilahden Vanha …

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FOTOS: PETER H ÖNNEMANN, LEONIE CUJE, J USSI HELLSTEN

Drei Wochen lang im August gibt es auf dem Kampnagel-Gelände und an anderen Orten in Hamburg so viel zu gucken, dass Urlaub überflüssig wird.


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HIGHLIGHTS

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08.–12.08.

OPEN FLAIR Kinderprogramm, Kleinkunst, krachende Akkorde: In Eschwege wird seit über 30 Jahren gerockt.

Live: Antilopen Gang, Bad Religion, Beatsteaks, Betontod, Blackout Problems, Drangsal, Dritte Wahl, Dÿse, Faber, Fatoni, Feine Sahne Fischfilet, Gloria, Gogol Bordello, Götz Widmann, Graveyard, Gurr, Henning Wehland, Hilltop Hoods, Hot Water Music, Impala Ray, In Flames, Kraftklub, Marteria, Massendefekt, Monsters Of Liedermaching, Mr. Hurley & Die Pulveraffen, Pascow, Schandmaul, Silverstein, Skindred, Tocotronic, Trailerpark, Wanda u. v. a. Eschwege, Festplatz am Werdchen

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FOTO: MANUEL QUARTA

Die Gegend ist nicht gerade angesagt. Ehemaliges Grenzgebiet, strukturschwach, viele leerstehende Gebäude auf dem Land, Bevölkerungsschwund, Städte Mangelware. Doch die Gegend ist schön. Wälder, Seen, Berge. Der Hohe Meißner, Sitz von Frau Holle, die thront über den Tälern der Werra. Das Open Flair ist seit mehr als dreißig Jahren ein kultureller Segen für die ganze Gegend. Es zieht mittlerweile Jahr für Jahr 20.000 Besucher pro Tag an. Viele, die immer wiederkommen, weil es neben dem bunten, guten Line-up aus Indie, Rock, Punk und HipHop-Spurenelementen auch eine Menge Drumherum gibt. Familien fühlen sich hier wegen des umfangreichen Kinderprogrammes wohl, Nicht-nur-Musik-Interessierte können sich so mancher Kleinkunst-Performance erfreuen. Gezeltet werden darf natürlich auch. Vom bekannt-beliebten Allesselbst-mitbringen-Zeltplatz bis hin zur poshen Festival-Lodge sind alle Varianten möglich. (WP)


Alle Farben // Armin van Buuren Dillon Francis // Felix Jaehn // Hardwell Jauz B2B Netsky B2B Slushii KSHMR // Marshmello // R3HAB SECRET HEADLINER // SHOWTEK // Steve Aoki HPalinerovi Timmy Trumpet // Yellow Claw Angerfist // AtmoZfearS // B-Front // Bass Modulators // Bassjackers Brennan Heart // Cheat Codes // Claptone // CMC$ // Coone // Crankdat // Cyber D-Block & S-Te-Fan // Da Tweekaz // Droeloe // Drunken Masters // EDX Flux Pavillion // Ghastly // Grandtheft // GTA // Headhunterz // Hugel // Le Shuuk Lost Identity // Malaa // Martin Jensen // Mental Theo // Mike Williams // Moksi Noisecontrollers // Ofenbach // Ookay // Party Favor // Quintino // Radical Redemption Ran-D // Salvatore Ganacci // SAYMYNAME // Sick Individuals // SKisM // Snails // Tchami The Jillionaire // Throttle // Tony Junior // Troyboi //Ummet Ozcan // Valentino Khan Wasted Penguinz // WhatSoNot // Will Sparks // Yves V // Zonderling UND VIELE MEHR! alphabetical order

NÃœRBURGRING . 24./25. AUGUST 2018 Tickets UNTEr: www.newhorizons-festival.com


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HIGHLIGHTS

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10.–12.08.

TAUBERTAL Zwischen Fluss und Wald sorgt das Taubertal für entspanntes und naturverträgliches Gitarrenwummern.

Live: Beatsteaks, Broilers, Creeper, Faber, Feine Sahne Fischfilet, Gogol Bordello, Hilltop Hoods, Hot Water Music, In Flames, Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi, Kraftklub, Marteria, Silverstein, Swiss und Die Andern, SWMRS, Talco, The Baboon Show, The Menzingers u. v. a. Rothenburg ob der Tauber, Eiswiese

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FOTO: F LORIAN TRYKOWSKI

Mit dem Prädikat »Fränkisch gut« betitelt der Tourismusverband »Liebliches Taubertal« die grüne Kulisse des gleichnamigen Festivals, die nicht nur für die entspannte Atmosphäre verantwortlich ist, sondern der »Sounds for Nature«-Bühne ihren Namen verlieh: 2003 wurde das Taubertal vom Bund für Naturschutz für seine naturverträgliche Gestaltung ausgezeichnet. Eingerahmt von einem steilen, bewaldeten Hang und der zäh fließenden Tauber, fügt sich das Taubertal somit hervorragend in die Gegend ein, die ansonsten eher Grünkernkönig und –königin, Weinfeste und Dampfzugsonderfahrten feiert. Für die vorwiegend gitarrenlastige Musik wird sogar der nahe gelegene Steinbruch als Location für die Warm-up- und Aftershow-Party mit eingeschlossen. (HS)


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11.–12.08.

M’ERA LUNA Ausgefallene Styles und düster hallende Musik in Hildesheim: Die Farbe Schwarz hat hier nach wie vor Symbolcharakter.

FOTO: FLORIAN POSCHENRIEDER

Der Flugplatz verwandelt sich einmal im Jahr zu einer Anlaufstelle für alle Fans der Schwarzen Szene. So vielfältig, wie die Szene in ihren Ausprägungen und Musikvorlieben ist, so auch das Line-up zwischen Elektro, Gothik und Metal. Darüber hinaus ist das M’era Luna vor allem für seine Nebenattraktionen bekannt. Zwischen den Auftritten schlendert man über einen Mittelaltermarkt oder kleidet sich in der Gothic Fashion Town neu ein. Die unzähligen Imbissstände bieten die komplette Bandbreite an mittelalterlicher und moderner Kost. Den Höhepunkt stellt das Publikum selbst dar. Nicht selten komplett in Schwarz gehüllt, eine Stahlkonstruktion als Kopfschmuck, dazu farbige Kontaktlinsen und reichlich Schminke ums Auge: Auf dem Festival mit dem kunstvollen Namen nichts Ungewöhnliches. (MG) Live: Apoptygma Berzerk, Atari Teenage Riot, Bahnkreis, Cephalgy, Clan Of Xymox, Das Ich, Die Kammer, Eisbrecher, Eisfabrik, Front 242, Frozen Plasma, In Extremo, In Strict Confidence, L'Âme Immortelle, Lacrimas Profundere, London After Midnight, Lord Of The Lost, Massive Ego, Ministry, Nachtmahr, Peter Heppner, Saltatio Mortis, Tanzwut, The 69 Eyes, The Prodigy, Too Dead To Die, Torul, Welle:Erdball, Zeraphine, Heimataerde, Torul u. v. a. Hildesheim, Flugplatz Drispenstedt

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08.–15.08.

SZIGET Aus gutem Grund ist das gigantische Festival in Budapest auch als »Island Of Freedom« bekannt. Kaum die Fähre verlassen und den »Szitizen-Personenpass« erhalten, sind die Freunde vermutlich schon im schrillen Gewusel verloren gegangen. Neue finden sich an jeder Ecke: Das Mega-Festival im Herzen Budapests schafft es seit 1993 trotz seiner immensen Besucheranzahl das Kernanliegen von Frieden, Toleranz und Internationalität erfolgreich umzusetzen. Zunächst von den vielen Musikernamen, die das Line-up anführen, gelockt, stellt man oftmals überrascht fest, dass klassische Konzerte oder Theater- und Zirkusvorstellungen die wahren Höhepunkte bilden. Um alles auf der Insel Óbudai zu erforschen, reichen allerdings nicht mal die sieben Veranstaltungstage. Also, einfach treiben lassen und in herrliche Kuriositäten reinplatzen, wie in das Heiratszelt, in dem sich vielleicht gerade jemand mit seinen Zigaretten vermählen lässt. (LB) Live: Arctic Monkeys, Asaf Avidan, Aurora, Bastille, Bilderbuch, Chefboss, Cigarettes After Sex, Clean Bandit, Desiigner, Don Diablo, Dua Lipa, Everything Everything, Fever Ray, Fink, Gogol Bordello, Goo Goo Dolls, Gorgon City, Gorillaz, Kendrick Lamar, Kettcar, King Gizzard & The Lizard Wizard, Kygo, Lana Del Rey, Liam Gallagher, Lianne La Havas, Little Dragon, Lykke Li, Mumford & Sons, Mø, Nick Murphy FKA Chet Faker, Stormzy, The Kooks u. v. a. H-Budapest, Óbudai-Insel

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FOTO: BENED EK VARG A

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08.–12.08.

17.–19.08.

08.–11.08.

SMUKFEST

ALÍNÆ LUMR

MIND ON FIRE

Vorurteile adé: Indie, Kultur, Stadtflüchtige und Entdeckungsfreudige sind hier willkommen.

Genügend Musik und jede Menge Kultur aus aller Welt, um Seele, Herz und Verstand in Mittelhessen zu entzünden.

Ein Schmuckstück, das sich selbst als »Dänemarks malerischstes Musikfestival« bezeichnet. Eigenlob ist so eine Sache. Doch da ist da was dran, am »schönsten Musikfestival«. In einem wundervollen, kleinen Buchenwald gelegen, kann das Festival in der Nähe von Skanderborg Höchstwertungen in Sachen Atmosphäre erzielen. Hier kommt jeder auf seine Kosten: Kunst, Sport, Essen, Lesungen, Spiele, Shoppen, Beauty – die ausgesprochen kommunikative, mitunter magische Stimmung unter den 55.000 Besucher (an 8 Tagen) kennt kaum Grenzen. Kein Wunder, dass das smukke Fest schon in die 39. Runde geht. Da passt es, dass das gemeinnützige Unternehmen – mit 13.000 freiwilligen Helfern – 20 % seiner Gewinne zur Unterstützung von »Smukfonden« sowie lokalen Kulturinitiativen verwendet. Viele angesagte dänische Bands bekommen hier ihre internationale Bühne. Berührungsängste beim prall gefüllten Line-up gibt es kaum. Dieses Jahr ist Britney Spears ganz oben auf dem Plakat. (SH)

In Teilen Brandenburgs ist, laut jüngster Umfragen, die AFD stärkste Partei, rechtsextreme Gewalt nimmt seit Jahren zu. Wer volljährig ist, zieht schnell nach Berlin. Die brandenburgische Kleinstadt Storkow tritt seit vier Jahren die Flucht nach vorne an: Beim Alínæ Lumr öffnet sich die Stadt allen Vorurteilen, Musikentdeckern und Stadtflüchtigen, um ein Zeichen für die Willkommenskultur der Region zu setzen. Burg, Altstadtkirche und Marktplatz dienen als Locations für Konzerte von bekannten Indie-Acts und Newcomern. Außerdem gibt es ein umfangreiches Workshop- und Kulturprogramm sowie Wald- und Wiesenrundgänge und Führungen mit dem Storkower Nachtwächter. Taschenlampen sind überflüssig: Eine Autostunde von Berlin entfernt, leuchten hier die Sterne heller als die Lichter der Großstadt. Außer man wagt sich ins Maislabyrinth. (HS)

Stockkampf, Körperkultur, Contact Impro, Heilchanten, Kinder-Jazz-Dance, Qi Gong, Tai Chi, Lachyoga, eine VulkanTherme in der Nähe, Wanderung durch ein Naturschutzgebiet, Kletterwald, ein Markt für Mode, Design und Kunsthandwerk: das klingt nicht wie ein Musikfestival. Ist es auch nicht. Das Mind On Fire in Herbstein an der Deutschen Märchenstrasse ist viel mehr. Es steht »für einen friedlichen, respektvollen Austausch aller Kulturen, unabhängig von Herkunft oder Religion der Menschen«. Und hat dazu natürlich auch ganz viel Musik im Rucksack. Projekte, Bands und Musiker aus aller Welt sind zu Gast, eine illustre, aufregende Mischung aus Namen, die überwiegend Genre-Spezialisten geläufig sind. Und für Freunde des alten und neuen Krautrocks geben die schon 1969 gegründeten Embryo ihr Bestes. (WP)

Live: Line-up stand bei Redaktionsschluß noch nicht fest.

Live: Ätna, Baths, Helen Fry, Ilgen-Nur, Jan Roth, KUF, Kraków Loves Adana, Mammal Hands, Noga Erez, Slowdive, Tapes u. v. a.

Live: Anna-Lea Weiands, Awa, Berge, Damahi, Farafi, Habama, Jamaram, Orange, Mainfelt, Mr. Shirazy & the Exile Orchestra, Rev. Stomp, Shishko, Skolka u. v. a.

DK-Skanderborg, Festivalgelände

Storkow, verschiedene Locations

Herbstein, Ernst-Klotz-Weg 1

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17.–18.08.

18.08.

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GREEN JUICE

ACOUSTIC SUMMER

HÜTTE ROCKT

Das mittlerweile nicht mehr ganz so familiäre Festival im Rheinland bietet in diesem Jahr viele Neuerungen.

Der »Schreibtisch des Ruhrgebiets« räumt auf, schmeißt alle Verstärker raus bis nur noch akustische Klänge bleiben.

Wo einst Römer und Germanen kämpften, reichen sich heute Punk-Bands und Rapper die Hand.

Süße 13 Jahre alt war der Geschäftsführer Julian Reininger, als er 2007 mit seinem Bruder und Freunden das erste Green Juice Festival auf die Beine stellte. Schauplatz war der Park hinter seinem Elternhaus und das Publikum bestand aus 200 Nachbarn. 11 Jahre später sind es knapp 7.500 Besucher, aber das Festivalgelände bleibt das gleiche. Beweis genug, dass die Nachbarschaft das Festival unterstützt und ein Zeichen gegen die restriktive Bonner Kulturpolitik setzt. Neu in diesem Jahr sind allerdings die zwei Tage Programm, das Camping und erstmals internationale Headliner aus dem Indie- und Rock-Bereich. Wer Festivalwochenende und Stadtbesichtigung unter einen Hut bekommen möchte, kann sich im Vorfeld des Festivals das Warm-upProgramm in verschiedenen Locations der Bonner Innenstadt ansehen. (AK)

Gegen Düsseldorf zu spötteln fällt generell nicht schwer. Wem man zynisch den Spitznamen »Schreibtisch des Ruhrgebiets« aufdrückt, kann ja nur verlieren. In Städten wie Bochum und Essen wird noch ordentlich malocht, in Düsseldorf hingegen zählt nur das große Geld und Modenschauen auf der Königsallee – schenkt man Herbert Grönemeyer Glauben. Inmitten dieses dekadenten Müßiggangs wird im interdisziplinären Kulturzentrum Weltkunstzimmer beim Acoustic Summer in heimeliger Atmosphäre andächtig akustischer Musik gelauscht. Anderswo wird sich beim Festival womöglich hemmungslos im Schlamm gewälzt, nicht so in Düsseldorf. Das ohrenbetäubende Geschrammel elektrischer Gitarren hört man vielleicht in Bochum oder Köln. Das Acoustic Summer setzt auf leise Töne. (HS)

Live: 8Kids, Abramowicz, An Early Cascade, Attic, Donots, Elia, Fjørt, KMPFSPRT, Leoniden, The Subways, Van Holzen, Von Wegen Lisbeth, Zebrahead u. v. a. Bonn, Park Neu-Vilich

Flugkosten sparen und, um Kultur und Geschichte zu erleben, einfach mal das Osnabrücker Land genauer unter die Lupe nehmen! Die Gegend hat etliche Relikte aus vergangenen Epochen aufzuweisen, wie den Ort des Westfälischen Friedens (Osnabrück), wo 1648 der dreißigjährige Krieg beendet wurde, oder Klöster und Schlösser entlang der sich insgesamt 2800 Kilometer erstreckenden Fahrradrouten im Umland. Das wohl aktuellste Stückchen Geschichte schrieb der Verein Hütte rockt e. V., als er 2007 ein Festival aus der Taufe hob. Um die lokale Bandszene zu unterstützen und die Region mit einem Spektakel der LiveMusik zu beschenken, wird in Georgsmarienhütte seitdem jeden Sommer ein Standort errichtet, an dem Punk, Rock und Metal zum Tanz aufspielen. Solange lokal, wird auch mal einem MC das Mikrofon in die Hand gedrückt. (LB)

Live: All The Luck In The World, Kim Janssen, Ushti Baba, Charlie House, Karyn Ellis, Hello Piedpiper, Tinpan Orange, Old Baby Mackerel, Jake Martin, Nadine Beneke, JIP u. v. a.

Line-up: Alles von Ed, AOP, A Place To Fall, Betontod, Boppin’B, B-Tight, Drens, Dritte Wahl, Frantic Age, From Willows, Henning Wehland, Hi! Spencer, Iron Walrus, Jolle, Lässing, Madsen, Maré, Moin, Montreal, Schöne Frau mit Geld, Watch Out Stampede, Weckörhead

Düsseldorf, Weltkunstzimmer

Georgsmarienhütte, Bielefelder Str. 11

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FOTOS: RAINER KEUENH OF, ANDRE HAVERG O

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HIGHFIELD Großpösna entwickelt sich immer mehr zum Festival-Hotspot des Spätsommers. Wenige Kilometer vor den Toren Leipzigs befindet sich die Magdeborner Halbinsel, die an einem Augustwochenende Platz für zwei große Bühnen und 35.000 Besucher bietet. Neben all den Stages voll namhafter Bands bietet das Highfield dem Besucher noch weitere Attraktionen wie das Schwimmen im Störmthaler See, Beach-Volleyball oder Bananaboat-Riding. Nach dem Aufenthalt am oder im See geht’s noch schnell zu einem der vielen Foodtrucks, bevor auch schon wieder die nächste Band spielt. Durch die bunte Mischung aus Bands und Künstlern, die vielen Attraktionen und die routinierte Organisation kann das Highfield längst mit den ganz großen Festivals mithalten. Aufgrund der geringeren Besucherzahl hat das Festival dennoch seinen familiären Charakter behalten. Recht so. (MG) Live: 257ers, Adam Angst, Alex Mofa Gang, Alligatoah, Antilopen Gang, Bad Religion, Bausa, Bilderbuch, Billy Talent, Bosse, Broilers, Clueso, Dendemann, Die Fantastischen Vier, Dropkick Murphys, Editors, Fjørt, Flogging Molly, Fünf Sterne Deluxe, Gloria, Gogol Bordello, Itchy, Kettcar, Kontra K, Madsen, Mando Diao, Marteria, Maxïmo Park, Prinz Pi, Sondaschule, Swiss und Die Andern, The Hives, The Subways, The Wombats, ZSK, Zugezogen Maskulin u. v. a. Großpösna, Störmthaler See

FOTOS: ALEXANDER SCHLIEPH AKE

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24.–25.08.

24.–25.08.

29.08.–02.09.

JAMEL ROCKT DEN FÖRSTER

SPACK!

C/O POP

Spacken, kommt in den Westerwald, hier gibt’s guten HipHop, urige Traditionen und schöne Menschen.

Du lässt dich musikalisch nicht nur berieseln, sondern entdeckst gerne selbst was Neues? Dann auf zur c/o pop nach Köln!

Während des Konzerts der 257ers musste im letzten Jahr bereits am ersten Abend das Festivalgelände geräumt werden. Ein Gewitter zog auf, kurze Zeit später schlug neben dem Campingplatz der Blitz ein, das Festival wurde für den Tag abgebrochen. Den wetterbedingten Rückschlag längst verkraftet, feiert das Open Air dieses Jahr seinen 15. Geburtstag – mit einem Line-up, das mit seiner Liebe zum HipHop nicht hinter dem Wirgeser Hausberg, dem Steimel, hält. Laut eigener Aussage werden sich hier »tausend schöne Menschen« im satten Grün des Westerwalds treffen. Um im staatlich anerkannten Fremdenverkehrsort Wirges nicht als Tourist aufzufallen, einfach auf den überschwänglichen Gruß »Hui! Wäller« ganz seriös »Allemol« entgegnen und voller Inbrunst »Oh, du schöner Westerwald, über deine Höhen pfeift der Wind so kalt …« anstimmen! Schon gehörst du dazu. (HS)

In unzähligen putzigen Locations – vom Frisör über Kneipe und Restaurant bis hin zum Klamottengeschäft – treten in der schönsten Stadt am Rhein im Spätsommer Bands und Künstler aus allen möglichen Musikrichtungen auf. Dabei legt die Festivalcrew sowohl Wert auf Künstlerinnen und Künstler aus Köln und Umgebung als auch auf international bekannte Acts. Neben zahlreichen Showcases und Open-Air-Konzerten können sich Festivalbesucher hier auch komplette Clubnächte um die Ohren schlagen. Fünf Tage lang kann man in Köln quasi rund um die Uhr von einem Konzert zum nächsten tingeln. Und wer die Kölner Gastfreundschaft schon mal kennengelernt hat, weiß, dass dabei nicht nur sorgsam ausgewählte Musik, sondern auch recht viel Kölsch gereicht wird. In diesem Jahr lohnt sich ein Besuch doppelt: Das Festival am Rhein feiert seinen 15. Geburtstag. (SB)

Live: Das Line-up wird erst vor Ort bekannt gegeben.

Live: 187 Straßenbande, Blackout Problems, Curse, Dame, Effair, Face, Fullax, Greeen, Haftbefehl, Parallel, Ruff Diamond, Smile And Burn, Stunnah, SXTN, Thilo Distelkamp, Vega, Yaw Herra & Flüffl u. v. a.

Live: Aivery, Beginner, Blond, Cocaine Piss, Gurr, Haiyti, Hulk Hodn aka Hodini, Jenny Hval, Julien Baker, KiNK, L'Imperatrice, Sam Vance-Law, Samy Deluxe, The Notwist, William Fitzsimmons, Willikens & Ivkovic, Yellow Days, Zimt, Zulu Zulu u. v. a.

Jamel, Forststraße

Wirges, Festivalpark

Köln, verschiedene Locations

Ein Festival für Demokratie und Toleranz: Das mecklenburgische Jamel setzt zum 12. Mal ein Zeichen gegen Rechtsextremismus. Seit 2007 wehrt sich das Dorf Jamel lautstark gegen die dortige Neonazi-Szene und richtet im Jamelner Forst das Festival aus, das jedes Jahr von namhaften Künstlern der deutschen Pop- und RockSzene unterstützt wird. Das Line-up wird vorab nicht bekannt gegeben, um vor allem denjenigen Tickets zu garantieren, die wegen der politischen Botschaft teilnehmen wollen. Eins ist sicher: Musikalisch hat Jamel noch nie enttäuscht, darüber hinaus gibt es ein Schachcafé, politische Plan- und Theaterspiele, Möglichkeiten, sich über verschiedene demokratiefördernde Initiativen zu informieren und natürlich mit Gleichgesinnten ins Gespräch zu kommen und zu feiern. Nach Boltenhagen an die Ostsee ist es mit dem Auto nur eine halbe Stunde. (JL)

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FOTOS: NICLAS WEBER

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24.–25.08.

NEW HORIZONS Nach dem großen Erfolg beim Debüt im letzten Jahr, startet das Elektronik-Event erneut durch. 55.000 friedliche, ausgelassene Besucher feierten im letzten Jahr im Kingdom of New Horizons. Kein Wunder, dass es 2018 die Neuauflage gibt. Das Line-up erfüllt wieder alle Erwartungen an so unterschiedliche Elektronikspielarten wie Hardstyle, EDM, Electro House, Bigroom, Trance und viele mehr. Wieder bilden unterschiedliche Themenareale und -bühnen das passende Ambiente zum E-Style: Capital Park, Urban Circus, Dark District, Trancetonia – nomen est omen. Den Garden of Goa gibt es nicht mehr, dafür den Royal Garden, einen VIP-Campingplatz, der unter anderem den Marsch zur Mukke eindeutig verkürzt. Das vielfältige Foodprogramm steht dann natürlich wieder allen zur Verfügung und kann sich schmecken lassen. Alles ist somit bereitet für die große Elektro-Sause am Ring, wo sonst eher Motoren und Gitarren dröhnen. (SH) Live: Alle Farben, Armin van Buuren, Bassjackers, Brennan Heart, Claptone, David Gravell, Dillon Francis, Drunken Masters, Felix Jaehn, Flux Pavilion, Galactixx, GTA, Hardwell, Headhunterz, Hugel, Jordan Suckley, Jorn van Deynhoven, Marshmello, Martin Jensen, Mike Cervello, Moksi, Netsky, Ofenbach, Pretty Pink, Ruben de Ronde, Salvatore Ganacci, Sick Individuals, Steve Aoki, Steve Brian, Timmy Trumpet, Ummet Ozcan, Will Sparks, Yellow Claw u. v. a.

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FOTO: RUD GRCOM

Nürburg, Nürburgring


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24.–25.08.

RELOAD Ein entspanntes Festivalerlebnis trotz härtester Klänge. Das beschauliche Sulingen ist auch 2018 wieder Treffpunkt für bis zu 10.000 Fans der härteren Musikgenres. Was man zunächst nicht erwartet: Kaum ein anderes Festival zieht so hilfsbereites und freundliches Publikum an, wie das Reload. Kurze Wege und die Möglichkeit, das Zelt direkt neben dem Auto aufzustellen, begrenzen den Stressfaktor schon mal auf ein Minimum. Da nur eine Bühne bespielt wird, besteht außerdem zu keiner Zeit die Gefahr, seine Lieblingsband zu verpassen. Während auf dem Festivalgelände Punk-, Metal- und Hardcorebands die Fans komplett am Rad drehen lassen, hört man auf dem Campingplatz die üblichen Festivalklassiker. Ob die legendäre Cantinaband in einer Hardcorevariante oder eine zweistündige Dauerschleife von Karl Dalls »Heute schütte ich mich zu«. Das Publikum ist für jeden Spaß zu haben. (MG) Live: A Traitor Like Judas, Annisokay, Beartooth, Booze & Glory, Deez Nuts, DevilDriver, DragonForce, Eskimo Callboy, In Flames, Kaiser Franz Josef, Madball, Papa Roach, Pro-Pain, Prong, Ryker's, Sepultura, Sick Of It All, Street Dogs, Torfrock, Walking Dead On Broadway, Watch Out Stampede, Kreator, Flogging Molly, Mantar, ZSK, Powerslave, Counterparts u. v. a. Sulingen, Im langen Lande

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FOTO: JESSIKA WOLLSTEIN

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FOTO: FELIX STROSETZKI

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08.–09.09.

LOLLAPALOOZA Ein Seifenblasen pustendes Einhorn fährt auf einem Hochrad an dir vorbei, während vor dir ein Holzkarussell seine Runden dreht. Eigentlich willst du doch einfach nur wissen, wo zum Geier die Bühne ist, auf der in 20 Minuten Scooter spielen? Willkommen auf dem Lollapalooza! In diesem Jahr wird der Festival-Ableger aus den USA zwar erst zum vierten Mal in Deutschland ausgerichtet, trotzdem war das Lolla schon im letzten Jahr mit über 85.000 Besuchern hierzulande eines der größten Festivals. Das Geheimnis ist nicht nur die bunte Mischung von hochkarätigen Bands aus der ganzen Welt, sondern auch eine Menge liebevoll ausgewählte Specials wie begehbare Open-Air-Galerien mit Installationen, ganz viel grellbuntes Straßentheater und spektakuläre Artisten. Die Festivalcrew schmückt das jährlich wechselnde Gelände mit stilsicherer Liebe zum Detail, um den Besuchern ein absolutes Supererlebnis zu bieten. (SB) Live: Alexis Taylor, Armin van Buuren, Ben Howard, Bonez MC & RAF Camora, Casper, David Guetta, Dua Lipa, DVBBS, Ferg, Fink, Fil Bo Riva, Freundeskreis, Friendly Fires, Giant Rooks, Gurr, Imagine Dragons, Kat Frankie, K.I.Z, Kraftwerk 3D, Kygo, Lewis Capaldi, Liam Gallagher, Oliver Koletzki, Rag’n’Bone Man, RIN, San Holo, Scooter, Showtek, Sofi Tukker, SXTN, The National, The Weeknd, The Wombats, Von Wegen Lisbeth, Wolf Alice, Years & Years u. v. a. Berlin, Olympiastadion & Olympiapark

FOTO: JOHANNES RI GGELSEN

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01.09.

01.–02.09.

13.–15.09.

MÜSSEN ALLE MIT

GOLDEN LEAVES

SWR3 NEW POP

Die heimelige Atmosphäre und Bodenständigkeit sind jede schweißtreibende Anreise wert.

Wenn der Herbst schon an die Türe klopft, wird die Wissenschaftsbastion Darmstadt zum Hotspot für Musikliebhaber.

Im 19. Jh. trieb Baden-Baden Dostojewski und Tolstoi in die Spielsucht. Heute verhilft es Künstlern nicht selten zu einer glänzenden Karriere.

Allein wegen der malerischen Umgebung, nahe der Elbe und des Alten Landes gelegen, lohnt sich ein Ausflug zum Müssen alle mit. 2013 ließ sich das Hamburger Label Tapete Records erstmals in Stade, an den Toren seiner Heimatstadt, mit dem eintägigen Festival nieder und hatte den örtlichen Bürgerpark im Handumdrehen gefüllt. Ob Ortsanwohner oder mit der hauseigenen Fahrradtour »Tour de MAMF« aus der naheliegenden Metropole angereist: beim Gelände angekommen wird erstmal die Picknickdecke zwischen Obstbäumen aufgeschlagen, ein Handbrot verdrückt und frische Brause gibt’s auch auf die Hand. Geheimtipps und die üblichen Verdächtigen aus den Bereichen Indie, Pop und Elektro übergeben einander das Mikrofon und können zumindest auditiv auch beim Paddeln im nahegelegenen Burggraben miterlebt werden. (LB)

Während man sich bereits einige Monate vorher auf das fein selektierte Indie-Line-up des Golden Leaves freuen kann, sorgt die Location bis kurz vor dem Event für ordentlich Spannung. Besucher erfahren erst (spätestens) zwei Tage vor Beginn des Festivals, wo genau in Darmstadt es stattfindet. Letztendlich sorgen die Veranstalter Live at Bedroomdisco e.V. jedes Jahr dafür, dass sich das Festival mit einer geradezu reizenden Nonchalance von seinen regionalen Mitstreitern abhebt. Ein tiefenentspanntes Publikum lässt sich tagsüber vor den beiden Bühnen mit wohligen Gitarrenklängen besprenkeln. Bei Nachteinfall, wenn die Kinderwägen und Jungeltern verschwunden sind, werden Bands gegen DJs ausgetauscht und die handgemachten Lichtkörper in Szene gesetzt. Wunderkerzen inklusive. (LB)

»Das Weltbad im Schwarzwald« – wie es auf der Internetseite der TouristInformation Baden-Baden heißt – ist als »elegante internationale Bäder- und Kulturstadt ein Paradies für alle, die Genuss auf hohem Niveau schätzen.« Und um die Scharen an SchwarzwaldTouristen nicht zu enttäuschen, fügt sich auch das SWR3 New Pop Festival in diesen Kulturgenuss der Spitzenklasse ein. Statt auf’m Acker finden die Konzerte unter anderem im Kurhaus (in dem Dostojewski und Tolstoi einst am Roulettetisch ihr Vermögen verzockten) und unter dem aufwendig veredelten Kronleuchter des historischen Theaters statt. In diese prunkvolle Kulisse werden beim New Pop die vielversprechendsten Newcomer geworfen, die nicht selten danach eine außergewöhnliche Karriere erwartet. (HS)

Live: Goldroger, Swutscher, The Notwist, Zimt, 2Raumwohnung, Die Nerven u. v. a.

Live: Ceschi, Das Paradies, Dillon, Faber, Fil Bo Riva, Giant Rooks, Henry Green, Ilgen-Nur, Mammal Hands, Rue Royal, Sam Vance-Law, The Notwist, Wildes, William Fitzsimmons u. v. a.

Stade, Bürgerpark

Darmstadt, Secret Location

Live: Line-up stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

Baden-Baden, verschiedene Locations

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FOTOS: THOMAS ERTMER, STEFAN HOLTZEM

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08. & 09.09.2018 OLY MPIASTADION & OLY MPIAPARK BERLIN

THE WEEKND • KRAFTWERK 3D IMAGINE DRAGONS • K.I.Z • THE NATIONAL D AV I D G U E T T A • K Y G O • C A S P E R ARMIN VAN BUUREN • LIAM GALLAGHER BEN HOWARD • DUA LIPA • FREUNDESKREIS RAF CAMORA & BONEZ MC • SCOOTER RAG ’N’BONE MAN • YEARS & YEARS • FERG VON WEGEN LISBETH • TRETTMANN • SXTN RIN • THE WOMBATS • FINK • DVBBS SHOWTEK • NERVO • JONAS BLUE • FRIENDLY FIRES SOFI TUKKER • J O R J A S M I T H • L E W I S C A P A L D I WOLF ALICE • KAT FRANKIE • FIL BO RIVA OLIVER KOLETZKI • SAN HOLO • ALISON WONDERLAND OFENBACH • DANNY AVILA • ALEXIS TAYLOR • DHANI HARRISON GURR• GIANT ROOKS • THE NIGHT GAME • SMIIE • MOKOOMBA W EI N GARTEN: HELGEN • MANUEL MÖGLICH • THORSTEN NAGELSCHMIDT • L.A. SALAMI HAK BAKER • BERLINER KNEIPENCHOR • CLAUDIO DONZELLI • LAURA CARBONE DAVID KEENAN • BERANGER • KENDY GABLE • THE EVERETTES • APEY

JET ZT T ICKET S SICHERN: LOLLAPALOOZADE.COM #LOLLABERLIN • DANKE FÜR ALLES, FESTIVALGUIDE!


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19.–22.09.

REEPERBAHN FESTIVAL Wenn auch so ziemlich jedes Festival von sich behauptet, etwas ganz Besonderes zu sein – das Reeperbahn Festival ist es wirklich. Wie der Name schon sagt, finden die meisten der über 600 Konzerte auf und um die berühmte Hamburger Amüsiermeile statt. Um die 40.000 Besucher verteilen sich hier auf circa 90 Spielstätten. Rund um das musikalische Festivalprogramm finden Konferenzen zum Thema Musikbusiness statt. Wer zwischendurch die Schnauze voll hat von Musik, kann sich auch Kunst, Filme oder Lesungen ansehen, im Programm steht schließlich nicht ausschließlich Musikalisches. Alternativ setzt man sich zwischendurch einfach in eine der vielen kleinen Kneipen und beobachtet das Hamburger Nachtleben – samt seiner liebenswürdig-schroffen Kiezoriginale. Denn auch die sind etwas ganz Besonderes. Und wer einmal hier war, kommt in jedem Fall wieder! (SB)

FOTO: ANATOL GOTTFRIED

Live: Alexis Taylor, Anna Burch, Bear's Den, Black Foxxes, Brett, Das Paradies, David August, Decibelles, Dream State, Freya Ridings, Gewalt, Heisskalt, Her, Hugar, Ibeyi, Ilgen-Nur, Jaguwar, Karies, Kid Simius, L'Imperatrice, Lewis Capaldi, Lxandra, Lysistrata, Neufundland, Pom Poko, Princess Chelsea, Queen Zee, Rikas, S.Carey, Shacke One, Sind, Stereo Honey, Tamino, Tender Games, Theo Lawrence & The Hearts, Who Made Who, Yukno, Zach Said u. v. a. Hamburg, Locations rund um die Reeperbahn und St. Pauli

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FOTOS: TAMARA REUTER, SABINE MICHALAK, CH RISTOPH B UCKSTEGEN

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04.08.

28.–30.09.

26.–28.10.

WASTED IN JARMEN

WAY BACK WHEN

KALTERN POP

Feine Sahne Fischfilet beweisen mit ihrem Dorffest zum dritten Mal, dass MecklenburgVorpommern »nicht komplett im Arsch« ist.

Das Way Back When in Dortmunds Innenstadt hat sich als EntdeckerFestival längst einen Namen gemacht.

Zwei Leidenschaften, die sich verbinden: Südtirol im goldenen Herbst und handverlesene Indie-Klänge.

Es ist ein wenig wie bei »Asterix und Obelix«. Mecklenburg-Vorpommern wird bedroht, nicht von Römern, sondern von Nazis. Die AfD holte bei den letzten Landtagswahlen 20,6 Prozent der Stimmen. Eine Band jedoch stellt sich dem Rechtsruck seit Jahren erfolgreich entgegen: Feine Sahne Fischfilet. Die Band kämpft wie die Gallier gegen Caesar gegen den Rechtsruck – mit kleinen aber wichtigen Aktionen, die Strahlkraft haben. Eine davon ist dieses sympathische Festival, das nicht zuletzt von dem vielfältigen Engagement der Menschen vor Ort lebt. Kais Opa lässt die Gäste in der eigenen Kutsche mitfahren, es gibt ein Fußballturnier und einen Badesee. Und Konzerte, natürlich. Denn Lärm ist noch immer eines der besten Mittel gegen den braunen Dreck. (JB)

Um neue, lohnenswerte Live-Musik zu entdecken, gibt es nichts Besseres als ein Club-Festival. Das Way Back When ist seit vier Jahren das beste Beispiel für solch ein Event, bei dem man sich durch diverse Locations treiben lassen kann und überall Acts vorgesetzt bekommt, die man möglicherweise noch nicht kennt, denen man aber umstandslos verfällt. Dortmund bietet dafür die passenden Rahmenbedingungen rund um das städtische Wahrzeichen, das Dortmunder U, ein Hochhaus der ehemaligen Union-Brauerei. Von hier aus ist es nie weit zu einer der vier Venues, auf deren Bühnen das Festival stets eine Fülle von hoffnungsvollen Vertretern der neuen Indie-, Elektro- und Pop-Szene stellt. Das Way Back When hat in den vergangenen Jahren verlässlich bewiesen, dass es weiß, was gut ist. (CSt)

Live: Line-up stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

Live: All The Luck In The World, Cold Years, Crimer, Das Paradies, Die Höchste Eisenbahn, Dillon, Fenne Lily, Fjørt, Her, Kat Frankie, Martin Kohlstedt, Pabst, Rikas, Sam Vance-Law, Selah Sue, Waling On Rivers u. v. a.

Jarmen, Motoball MSC

Dortmund, FZW, Das U, Pauluskirche

Es sind allerdings nicht nur die Geheimtipps, die das Team des für sein Booking immer wieder gelobten Haldern Pop Festivals hier in die südlichen Alpenausläufer trägt, es sind die Kombinationen. Einerseits musikalisch, wenn Bands oder Solo-Künstler mit Chor und/oder Orchester ihren Songs einmalige Neuinterpretationen schenken, andererseits räumlich, wenn dafür die Franziskanerkirche oder der Festsaal des Grandhotel gewählt wurden. Die meisten Spielstätten liegen direkt im Ortskern, man sieht die Festivalbesucher deshalb auch immer durch das pittoreske Dörfchen schlendern, wenn die Klänge im Weinmuseum verhallt und im katholischen Vereinshaus noch nicht begonnen haben. Auf dem Weg trifft man vielleicht auch schon die Künstler des nächsten Tages beim Einchecken. Es ist halt ein Dorf. (CS) Live: All The Luck In The World, And The Golden Choir, Cantus Domus, Kat Frankie, Labrassbanda, Marius Bear, Me + Marie, The Lytics u. v. a. I-Kaltern am See, verschiedene Locations

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UMSONST & DRAUSSEN

FOTOS: MAXIM ABROSSIMOV, CHRISTIAN-RIPKENS, 2TENATU RMANU FAKTUR

HIGHLIGHTS

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10.–11.08.

16.–18.08.

OLGAS ROCK

OBSTWIESEN FESTIVAL

Gartenparty auf dem ehemaligen Zeche-Gelände: Für umme gibt’s Rock, Punk und Newcomer aus’m Ruhrpott.

Interessante Newcomer und bekannte, internationale Rockbands für den schmalen Geldbeutel. Gibt’s in Dornstadt!

Leider wurde der Olga Park nicht nach der schrulligen Tante des Landschaftsarchitekten benannt. Stattdessen ergibt sich der Name aus einer Abkürzung für die Oberhausener Landesgartenschau 1999. Einst Gelände mit Zeche und Kokerei, wurde auf dem Fundament in den 90ern die neue, grüne Mitte von Oberhausen hochgezogen. Einzelne Fragmente der alten Zeche wurden integriert: Spannungsfeld zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Heute dient der Landschaftspark als Veranstaltungsort für Olgas Rock: ein Umsonst & Draußen Festival mit musikalischem Fokus auf Rock und Punk, das seit 2008 beständig überzeugt. Das Beste aus der Talentschmiede Ruhrpott wird hier mit dem »Best Of Unsigned«-Contest ermittelt: Im Vorfeld des Festivals konkurrieren die besten Nachwuchsbands um einen Slot auf der großen Bühne. (HS)

Als eines der ältesten Umsonst & Draußen Festivals Deutschlands weiß das Obstwiesenfestival mittlerweile, wie man auch bekannte Acts nach Dornstadt holt. Man krallt sie sich einfach bereits vor ihrem Durchbruch: So geschehen 2000 mit Sportfreunde Stiller und den Donots und zwei Jahre später mit Tomte und den Beatsteaks. Das Festival am Südrand der Schwäbischen Alb beginnt jedoch seit Jahren traditionell nicht mit Musik: Am Donnerstagabend werden bei Einbruch der Dunkelheit zur geselligen Einstimmung zwei Filme gezeigt. An den folgenden Tagen können sich Besucher dann auf ein gitarrenlastiges Line-up freuen – und das lediglich gegen eine übersichtliche Park- und Campinggebühr. Und wird einem der Trubel zu viel, kann man in Ulm auf dem höchsten Kirchturm der Welt die Ruhe genießen. (HS)

Live: Caliban, Captain Disko, Flash Forward, Mr. Irish Bastard, Smile And Burn, Swiss & Die Andern u. v. a.

Live: Av Av Av, Die Sauna, Granada, Goldroger, Gudrun von Laxenburg, Häxxan, Hinds, Kosm, Oum Shatt, The Bongo Club, Tocotronic u. v. a.

Oberhausen, Olga-Park

Dornstadt, Lerchenberg

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UMSONST & DRAUSSEN

31.05.–03.06. SCHLOSSGRABENFEST

Darmstadt, Residenzschloss Live: Nena, J.B.O., Blackout Problems, Smile And Burn, Nico Santos, Lions Head, Jeden Tag Silvester, Boppin’B, Radioactive

21.–24.06 U&D WÜRZBURG

Talavera Mainwiesen Live: Fuck Art, Let’s Dance!, The Attic Sleepers, Mosaik, The Busters, Bosca, The Whiskey Foundation, Ian Fisher

O8.–09.06 ESELROCK

Wesel, Heubergpark Live: Selig, Le Fly, Rogers, Das Lumpenpack, Tonbandgerät, The Tips, Captain Disko, Louder Than Wolves

22.–24.06. DONAUINSELFEST

A-Wien, Donauinsel Live: Antilopen Gang, Portugal. The Man, Konstantin Wecker, Münchener Freiheit, Möwe, Fedde le Grand, Wiener Blond

19.–21.07. KURT-FESTIVAL

Reutlingen, Kulturplatz im Bürgerpark Live: Ahzumjot, Johnny Rakete, Parallel, Vizediktator, The Story of March

28.07 U&D LINDAU

Lindau, Hintere Insel Live: Jaya The Cat, Los Fastidos, Rogers, Fatoni, No Fun At All

03.–05.08. FESTIVALKULT

Porta Westfalica, Veltheim Live: Dj Don Limpio

17.–18.08. STEMWEDER OPEN AIR

Stemwede, Hörstenweg Live: Fehlfarben, Useless ID, Nosliv, Razz, Waving the Guns, King Hiss, Nitrogods, NH3, Nihiling

14.–15.09. ROCK AM PFERDEMARKT Lingen, Alter Pferdemarkt

Weitere Termine Ract!: 08.–09.06. Rage Against Racism: 01.–02.06. Wies’n Rock: 23.06. Bochum Total: 19.–22.07. Flörsheimer Open Air: 20.–22.07. Wutzrock: 10.–12.08. Teichrock: 07.07. Open Doors: 20.–22.07. Südwinsen-Festival: 20.–21.07. U&D Karlstadt: 20.–22.07. U&D Mössingen: 27.–28.07. U&D Stuttgart: 03.–05.08. Rock den Deich: 18.08. Holter Meeting: 24.–25.08. Easy Am Hang: 31.08.–01.09. Essen Original: 31.08.–02.09. Bochumer Musiksommer: 07.–09.09. Dettenrockt: 08.09.

HIGHLIGHTS

UMSONST & DRAUSSEN

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HIGHLIGHTS

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SONNIG & LIVE

SONNIG & LIVE

16.06.–18.09. KULTURPARK SCHLACHTHOF

Beim Angebot des Kulturpark am alten Schlachthof bleibt kaum ein Wunsch offen. Flohmärkte, Wiesendinner, Pump Track, Fässerwerfen, Queens Of The Stone Age: Fast jede Zielgruppe wird hier angesprochen. Und natürlich finden hier jede Menge Konzerte mit angesagten, exquisiten Bands und Gästen statt. Die Stimmung im lebendigsten Kulturbereich von Wiesbaden ist urban, friedlich und entspannt.

16.06. QUEENS OF THE STONE AGE Wiesbaden, Kulturpark Schlachthof Live: Queens Of The Stone Age

23.06. PUNK IN DRUBLIC Wiesbaden, Kulturpark Schlachthof Live: NOFX, Boysetfire, Bronx, Mad Caddies, Bad Cop Bad Cop

04.08 . BEGINNER OPEN AIR Wiesbaden, Kulturpark Schlachthof Live: Beginner, Samy Deluxe + weitere Gäste

25.08. CITY RIOT FEST Wiesbaden, Kulturpark Schlachthof Live: Broilers, Flogging Molly, Booze & Glory, The Selecter, Drangsal, Emscherkurve 77

08.09. FREUNDESKREIS OPEN AIR

FOTOS: STEFF I RETTING ER, MAXIM ABROSSIMOV, P IA HENKEL

Wiesbaden, Kulturpark Schlachthof Live: Freundeskreis, Afrob, Joy Denalane, Megaloh


SONNIG & LIVE

107 HIGHLIGHTS

28.06.–21.08.

30.08.–16.09.

29.06.–05.08.

NORDEN

ZELTIVAL

Die Atmosphäre der Bonner Event-Reihe kann am besten als idyllisch-urban beschrieben werden.

Kultureller Abenteuerspielplatz und Schaufenster für junge Kunstformen aus dem Ostseeraum.

In der Nähe des Rhein gelegen, ist beim städtischen Freiluftereignis, Kunst!rasen, nicht nur der Rasen grün. Die Enten und Schwäne ziehen im großen Teich am Eingang ihre Bahnen, die Rheinauen locken mit Spazierwegen und innerhalb des baumumsäumten Veranstaltungsovals spielen den ganzen Sommer lang Helden und Heldinnen der 60er-, 70er-, 80er-, 90er- und jüngeren Jahre. Die friedliche, ausgelassene Stimmung ruft geradezu nach Alt und Jung. Für erstere ist mit 77 Jahren Lebensalter Tom Jones am Start, letztere freuen sich nicht nur auf das Nebeneinander der Münchener Brassband Moop Mama mit den Kölner BalkanFolkern Bukahara. (SH)

Bei der Premiere des Norden Festivals werden die Scheinwerfer auf junge Musik- und Kunstformen europäischer Länder gerichtet. Insgesamt zehn Nationen präsentieren im Spätsommer über zweieinhalb Wochen hinweg von donnerstags bis sonntags kleine Kostproben ihres kulturellen Tableaus und schicken Besucher auf eine Schnitzeljagd durch die Holsteiner Königswiesen, rund um das Luisenbad. Wer sich nicht zu lange von den vielen Freizeitaktivitäten ablenken lässt, findet seine Belohnung dann auf zwei Bühnen oder im Kulturzelt in Form von Singer-/Songwriter-Konzerten, furiosem finnischen Tango, Lesungen oder Filmvorstellungen. (LB)

Im badischen Sommer, meist sonnenverwöhnt, übernimmt die beliebte Konzertreihe das Gelände des ehemaligen Schlachthofs im Ostauepark. Im Kulturzentrum Tollhaus findet das ganze Jahr über ein tolles Kulturprogramm statt: Straßentheater, Kinderzirkus, Zaubershows und mehr. Der Sommer steht hier allerdings im Zeichen des Zeltival. Seit 1984 gibt es das Festival, bei dem damals, noch an anderem Ort, die legendären Ton, Steine, Scherben gastierten. 1992 wurde dann das Tollhaus eröffnet und beherbergte das Zeltival zum ersten Mal 1998. In diesem Jahr gibt es wieder ein durchweg erlesenes Programm: von Comedy bis Bucovina, von Kabarett bis World. Manche Perlen, wie der Gig der britischen Gitarrenlegende Jeff Beck, sind bereits ausverkauft. (SH)

Live: Alanis Morissette, Bukahara, Die Fantastischen Vier, Fischer-Z, Freundeskreis, Johannes Oerding, Joy Denalane, Labrassbanda, Limp Bizkit, Moop Mama, Roger Hodgson, Simple Minds, Tom Gregory, Tom Jones, Querbeat, Wincent Weiss u. v. a.

Live: Buslav, Carnival Youth, D/troit, Ea Kaja, Echo Me, Fjarill, Girls in Airports, Go Go Berlin, Mats Wawa, Miu, Norma, Poems for Jamiro, Songs of Boda, Torpus & The Art Directors, The Bongo Club, The Notes, Tom Klose, Two Year Vacation u.v.a.

Live: Avishai Cohen, Calexico, Chico Trujillo, Daara J Family feat. Faada Freddy, Das Lumpenpack, Fatoumata Diawara, Gisbert zu Knyphausen, Hudson, Imarhan, Jeff Beck, Morcheeba, Shantal & Bucovina Club Orkestar, Ziggy Marley u. v. a.

Bonn, Charles-de-Gaulle-Straße

Schleswig, Königswiesen

Karlsruhe, Tollhaus

KUNST!­ RASEN

THE NORDIC ARTS FESTIVAL

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HIGHLIGHTS

108 LOVE, PEACE & REGGAE Europa steckt voller Überraschungen, was richtig gute Festivals angeht. Nicht alle haben das Geld, um über alle Grenzen von sich reden zu machen, aber dafür habt ihr ja uns!

England, Chestfield 04.–05.08.

Vorhang auf, ein Festival feiert Premiere! Dafür muss die englische Region Kent herhalten, wo Tourismus sonst aufgrund des Leeds Castle oder den White Cliffs of Dover boomt.

10 Geheimtipps

REGGAE FESTIVALS

LA FEE ESTIVAL Frankreich, Chatelneuf 18.–20.05.

Das umweltbewusste Festival in der französischen Kleinstadt erwartet seine Besucher mit gesellig-familiärer Atmosphäre, Graffiti-Künstlern und einem ausgewählten Line-up.

ILLUSTRATIONEN: JOH ANNA WALDERDORFF

ARRIFANA SUNSET FEST Portugal, Portinho de Arrifana 29.–30.07.

Gaumenschaus trifft auf musikalische Genüsse: Im Fischerdorf Portinho de Arrifana wird der Tagesfang genauso zelebriert wie rhythmische Klänge.

LAKESPLASH Schweiz, Twann 13.–14.07.

Auf der einen Seite erheben sich die Rebberge, auf der anderen breitet sich der tiefblaue Bielersee aus. »Jamaican Holiday Feeling« ist hier Motto!


109 ÖLAND ROOTS

Deutschland, Tüchersfeld 31.08.-01.09.

Schweden, Öland 12.–14.07.

Wären die Bühnen, Musiker und Essenstände nicht dort, würde es sich bei dem Gelände um einen ganz normalen Wald-Campingplatz in der friedvollen fränkischen Schweiz handeln.

Wer braucht schon brütende Hitze, um den Vibe zu spüren? Die Insel Öland verlegt die Roots nach Skandinavien, in Lampion verhangene Wälder und das Wasser des Kalmar Straits.

EASTROCK Österreich, Lienz 20.–21.07.

Das Reggae-, HipHop- und Dancehall-Festival vom Wiener Label Irievibrations hat nicht nur eine BoulderWand, sondern ein ganzes Rafting Center mit diversen Freizeitaktivitäten zu bieten.

LB27 REGGAE CAMP Ungarn, Cegled 24.–28.07.

Malworkshops, Slacklining, Nacht-Bazars: Fünf Tage lang wird das Gelände eines öffentlichen Schwimmbads von Reggae- und Ska-Fans erobert.

NATURAL MYSTIC MANDREA MUSIC

Serbien, Zdreban 27.04.-01.05.

Italien, Trentino 14.–20.08.

»There’s a natural mystic« beginnt der namensgebende Song von Bob Marley. Eingekesselt zwischen zwei Bergen ist die Location selber bereits ein Highlight.

Jamaikanischer Reggae und Afro-Beats hallen durch das Vorgebirge der Dolomiten, und der Gardasee ist um die Ecke. Wanderausflug irgendwer?

HIGHLIGHTS

REGGAE CAMP


HIGHLIGHTS

110 EISTNAFLUG Island (Neskaupstaður) 11.–14.07.

Die Einöde ist so schmucklos, hier könnten Horrorfilme gedreht werden. Aber hey, das ist Island, der nächste pittoreske Fjord ist nicht weit und wirklich alle hier tragen Metal im Herzen. Wer weder Tod noch Teufel fürchtet, kann sogar campen!

FREAK VALLEY Deutschland (Netphen) 30.05.-02.06.

Wenn sich die Freaks ins Siegerland aufmachen, haben sie sich die Tickets schon lange vorher besorgt. Das Freak Valley ist klein, aber begehrt und das liegt an der familiären Atmosphäre und dem guten Booking toll groovender Waldschrat-Bands.

10 Geheimtipps für Europa

METAL IST EINE REISE WERT

DESERTFEST England (London) 04.-06.05.

Stoner, Doom, Sludge und mehr wabert durch die Straßen von Camden, wenn wieder das Desertfest in London ist. Man könnte die Bands auch bequem auf dem Berliner Schwesterfestival abgreifen, aber Camden ist schon eine Reise wert.

OUTCH! Frankreich (Longeau-Percey) 26.-27.05.

Das Outch! ist ein noch sehr junges Festival an einem See im Osten Frankreichs auf dem platten Land. Es gibt veganes Essen, Craft Bier und ein geschmackvolles Billing. Und sollte man doch mal ein Würstchen finden, aber keinen Senf dabei haben: Dijon ist nicht weit!


111 STEELFEST

Norwegen (Bergen) 23.-25.08.

Finnland (Hyvinkää) 18.-19.05.

Drei Tage Metal Mayhem im Herzen der Hauptstadt des Black Metal (auch wenn deswegen weiter mit Oslo gestritten wird). Wahrscheinlich der beste Ort, um Satyricon, Enslaved und Mysticum zu sehen, auch wenn sich die Norweger beharrlich verbitten, weiter an ihren Kirchen herumzuzündeln.

Auf dem Gelände einer alten Wollfabrik in Hyvinkää gibt es Indoor- und Outdoor-Bühnen, auf denen maßgeblich der Black Metal tobt. Helsinki ist von hier aus nicht weit, vielleicht befindet sich deshalb in dieser Pendlerstadt auch das Finnische Eisenbahnmuseum.

HIGHLIGHTS

BEYOND THE GATES

ZOBENS UN LEMESS Lettland (Bauskas) 15.-17.06.

Moderne Ethno-Sounds, traditionelles Handwerk und natürlich Metal. All das am Fuße des Schlosses Bauska bzw. der Burg des livländischen Ordens, die heute freundlicherweise als Ruine für Stimmung sorgt.

KILKIM ŽAIBU Litauen (Varniai) 28.-30.06.

METAL DAYS

KALTENBACH OPEN AIR

Slowenien (Tolmin) 22.-28.07.

Österreich (Spital am Semmering) 23.-25.08.

»Hell over Paradise« lautet das Motto der Metal Days in der Nähe der slowenischen Stadt Tolmin im Nationalpark Julische Alpen an den Flüssen Soča und Tolminka. Entspannt ist es hier und in nur 65 Kilometern ist man sogar am Mittelmeer.

»Österreichs renommiertestes Extreme Metal Festival« findet vor der Kulisse des Kaltenbachgrabens in der Steiermark statt. Von der kleinen Bühne aus betrachtet hören hinter einer überschaubaren Menge Menschen direkt die großen Nadelbäume zu.

ILLUSTRATIONEN: JOH ANNA WALDERDORFF

Das Kilkim Žaibu gilt als das größte baltische Folk Pagan Extreme Metal Festival und findet in diesem Jahr zum 19. Mal statt. Aber keine Sorge, neben dunklen Künsten, großen Feuern und allerlei vorchristlichem Radau gibt’s auch noch Beachvolleyball.


HIGHLIGHTS

112

Geheimtipps für Europa

INDIE IST EINE REISE WERT

SEEWIESENFEST Österreich (Weyer) 01.-02.06.

Nach einjähriger Pause erstmals zweitägig, aber trotzdem ohne »-ival«: Die umgebenden Wälder, die sanften Hügel und der Badeteich, in den ein langer Holzsteg ragt – alles schreit hier nach »Ferienlager«. Wo hat man das sonst mit Indie?

WILDERNESS FESTIVAL England (Oxfordshire) 02.-05.08.

Dekadent gestaltete Banketts, güldene Girlanden, ein Spa-Bereich und politische Diskussionen – das Programm des Wilderness wird nicht umsonst als »posh« bezeichnet. Genauso exquisit ist jedoch auch das Line-up.

B-SIDES Schweiz (Luzern) 14.-16.06.

Hier wird nicht nur viel Liebe in die sponsorenfreie Geländegestaltung, sondern auch in die Verköstigung investiert: Lätschige Pommes und Pizza weichen einer aufwändig betriebenen Küche.

FESTIVAL NO. 6 Wales (Portmeirion) 06.-09.09.

ILLUSTRATIONEN: JOH ANNA WALDERDORFF

Einmal im Jahr folgt Portmeirion scheinbar seiner Bestimmung: Der künstliche, nach mediterranem Vorbild errichtete Küstenort verwandelt sich in eine surreale Festival-Utopie, dessen Magie auch der britische Regen nichts anhaben kann.

PRESTOSO FEST Spanien (Gédrez, Asturias) 28.06.-01.07.

Nicht nur der Jakobsweg durchquert die zerklüftete Berglandschaft Asturiens, auch das Prestoso Fest ließ sich hier nieder und stellt vor allem lokale Acts auf die Bühne. Nebelmaschine überflüssig – den schafft das bergige Klima selber.

THIS IS NOT A LOVE SONG Frankreich (Nîmes) 01.-03.06.

Ein gigantischer Zinn-Polyeder demonstriert bereits die Bedeutung populärer Musik für Nîmes. Mit dem Veranstaltungszentrum für zeitgenössische Musik im Rücken bringt This Is Not A Love Song spannende Indie-Acts auf die Bühne.


113 TRÆNAFESTIVALEN Norwegen (Træna) 05.-08.07.

Auf einer entlegenen norwegischen Inselgruppe am Polarkreis spielen die Künstler in einer rauen Felshöhle, mit Blick auf den A tlantischen Ozean, ganz nach ihrem Motto: »Paradise doesn’t have to be in the tropics.«

POSITIVUS Lettland (Salacgrīva) 20.-22.07.

Hierzulande noch ein Geheimtipp, ist das Positivus das größte Festival der baltischen Staaten. Trotzdem ist es weniger ein exzessives Partywochenende als ein unbeschwertes Familienfest – kostenlose Kaffee-Refills auf dem Campingplatz inklusive.

Dinner for one.

COLOURS OF OSTRAVA Tschechische Republik (Ostrava) 18.-21.07.

Das Gewirr an Eisentürmen und Rohren der ehemaligen Eisenwerke erhebt sich inmitten Ostravas wie eine dystopische Science-Fiction-Stadt. Für das Colours of Ostrava werden die über zwanzig Bühnen zwischen Hochöfen und Minen verteilt.

YPSIGROCK Italien (Castelbuono, Sizilien) 09.-12.08.

Vor der imposanten Kulisse eines historischen Kastells kann man gleichermaßen die sizilianische Stadt Castelbuono überblicken und spannende Indie-Acts erleben. Und die Mittelmeerküste ist nur 15 km entfernt.

Dinner for all. Teilen Sie Ihre Freude über das neue Jahr und spenden Sie Saatgut. Denn wer sich selbst versorgen kann, führt ein Leben in Würde. brot-fuer-die-welt.de/ernaehrung IBAN: DE10100610060500500500


TIPPS & TRICKS

114 DEKMANTEL Niederlande (Amsterdam) 01.–05.08.

10 Geheimtipps für Europa

ELEKTRO IST EINE REISE WERT PARADISE CITY Belgien (Steenokkerzeel) 29.06.–01.07

Mittelalter trifft auf Moderne: Nur 15 Minuten außerhalb Brüssels findet sich vor dem pittoresken Gebäude, der aus dem 12. Jahrhundert stammenden Burg Ribaucourt Castle, das versteckte Paradies.

TERRAFORMA Italien (Mailand) 29.06.–01.07.

Bis zum 19. Jahrhundert war die pompöse Villa Acronati außerhalb Mailands gefüllt mit Gold und Kostbarkeiten. Jetzt findet sich im hauseigenen Wald des BarockGebäudes ein Kleinod für musikalische Schatzgräber.

ABODE ON THE ROCK Malta (Gozo) 08.–10.06.

Das Londoner Label Abode übernimmt die Insel Gozo! Bei strahlendem Sonnenschein auf dem Deck eines Party-Boots tanzen und nach mediterranen Gourmet-Exkursionen den Schlafsack direkt am Strand auspacken.

Ein Gewächshaus, der Wald Amsterdam Bos, legendäre Clubs der Metropole: Auf dem Thron der Techno- und House-Festivals sitzt das Dekmantel und jagt seine Besucher nebenbei durch die halbe Stadt.


115 INTO THE VALLEY

Deutschland (Freudenberg) 08.–10.06.

Estland (Rummu) Datum bislang unbekannt

Einmal durch den Kiefernwald schlagen, Stahltor durchqueren, schon erreicht man die DDR-Bunkeranlage Freudenberg. Freunde verliert man hier nicht nur im Wald, sondern auch im 250 m langen TunnelLabyrinth.

Überflutete Ruinen eines verlassenen Gefängnisses, platziert inmitten eines ehemaligen Kalksteinbruchs: Vor türkisfarbenem Wasser und auf weißem Sand birgt das Festival-Line-up die Crème de la Crème der elektronischen Musikwelt.

HIGHLIGHTS

HER DAMIT

UNDER FESTIVAL Lettland (Riga) 25.–27.05.

In schönster Industrieidylle feiert das BoutiqueFestival Under in Riga dieses Jahr seine zweite Ausgabe. Tagsüber kann der Betonbau von baltischer Provinz oder Altstadtflanieren abgelöst werden.

INSTYTUT Polen (Warschau) 22.–24.06.

Kroatien (Pula) 29.08.–02.09.

Die über 150 Jahre alten Wände der Fort Punta Christo in buntes Licht getaucht: Im Turm bummert feinster House, im Burggraben hemmungsloser Techno. Danach den Schweiß im Meer abwaschen.

MEADOWS IN THE MOUNTAINS Bulgarien (Smolian) 07.–10.06.

Auf 850 Metern Höhe, mit Blick über das Tal und die in Dunst getauchten Rhodopes Berge, lassen sich warme elektronische Klänge besonders gut genießen. Anreise empfiehlt sich mit Kutsche oder Esel!

ILLUSTRATIONEN: JOH ANNA WALDERDORFF

DIMENSIONS

Am Fuße des zweitlängsten Gebäudes der Welt, der Modlin Garrison Festung, treffen sich die Flüsse Narew, Bug und Vistula. Wo sonst Stromspannungen getestet werden, elektrisieren im Mai Techno und audiovisuelle Installationen.


D AT E N B A N K

HIGHLIGHTS

116

15.–17.08.

Das alles & noch viel mehr

Die Festivals, die wir bis hierhin auf unseren Seiten präsentiert haben, stellen nur einen kleinen, wenn auch wichtigen Querschnitt der europäischen Festivallandschaft dar. Lasst euch gesagt sein: Es gibt noch viele Open Airs mehr! Den kompletten Überblick erhaltet ihr durch unsere Datenbank auf www.festivalguide.de Dort findet ihr alles, sortiert nach Genre, Zeitraum, Region und Größe. Hier eine empfehlenswerte Kostprobe:

HAMBURGER KULTUR­ SOMMER Mitten in der Stadt die ganz großen Acts sehen? Das geht alljährlich beim Hamburger Kultursommer. Unweit des Volksparkstadions, wo der Hamburger SV seine Fußballspiele austrägt, befindet sich die Trabrennbahn Bahrenfeld. Auf der extra für den Hamburger Kultursommer hergerichteten Bühne spielen dort zum neunten Mal in Folge ausgewählte Künstler vor großem Publikum. Neben bekannten internationalen Acts treten vor allem große nationale Künstler aus unterschiedlichsten Genres auf. Genau so abwechslungsreich wie das Line-up ist auch die kulinarische Auswahl des Festivals. Auf der erhöhten Holzterrasse der weitläufigen Trabrennbahn befinden sich zwei Gastronomie-Bereiche, wodurch es die Veranstaltung schafft, mit Komfort und dem ungewöhnlich großen kulinarischen Angebot, viele andere Festivals alt aussehen zu lassen. Durch die zentrale Lage können die Besucher zudem einen entspannten Festivaltag erleben und den Abend in der Stadt ausklingen lassen. (MG))

FOTO: VIKTORIA GRÜ NWALD

Live: Die Toten Hosen, Royal Republic, Scooter, The Living End

Hamburg, Trabrennbahn Bahrenfeld

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117 HIGHLIGHTS

Spoon

07.06.18 Schorndorf, Manufaktur 08.06.18 Berlin, Funkhaus 09.06.18 Leipzig, Täubchenthal

Low

23.06.18 DU, Traumzeitfestival 25.06.18 München, Ampere 26.06.18 Dresden, Beatpol

Albert Hammond Jr.

11 JAHRE

03.07.18 München, Ampere 05.07.18 Berlin, Musik & Frieden

16.07.18 Köln, Gebäude 9 17.07.18 Dresden, Beatpol

ZEBRAHEAD • VON WEGEN LISBETH

Wovenhand

20.07.18 Frankfurt, Zoom

LEONIDEN • FJORT • VAN HOLZEN • KMPFSPRT

Fazerdaze

ABRAMOWICZ • AN EARLY CASCADE • 8KIDS • ELIA • ATTIC

31.07.18 München, Unter Deck 01.08.18 Düsseldorf, Zakk

Ariel Pink

MIT CAMPING & WARM-UP!

06.08.18 Berlin, Festsaal 07.08.18 HH, Uebel & Gefährlich 29.08.18 Schorndorf, Manufaktur

17. - 18. AUGUST 2018 | BONN

12.08.18 Wiesbaden, Schlachthof

The Wood Brothers

11.09.18 Köln, Studio 672 15.09.18 Berlin, Privatclub 17.09.18 München, Strom

Energie und Wasser Starke Partner. Bonn/Rhein-Sieg.

José James

13.09.18 Berlin, Heimathafen

The Tallest Man On Earth NUR NOCH TAGESTICKETS

16.-18. AUG

The War On Drugs 21.08.18 Hannover 05.12.18 Hamburg 10.12.18 Berlin 11.12.18 Köln

Biffy Clyro MTV unplugged

29.09.18 Frankfurt, Alte Oper

(AU)

GUDRUN VON LAXENBURG (AT) JONATHAN BREE (NZ) DIE SAUNA (DE) OUM SHATT (DE) GOLDROGER (DE) HÄXXAN (ISR) THE BONGO CLUB (SE) KOSMO (DE) GO GO GAZELLE (DE) LiFFEY LOOMS (DE) u.v.m.

Dornstadt/Ulm

21.09.18 Berlin, Privatclub 24.09.18 München, Ampere 26.09.18 Köln, Gebäude 9

26.09.18 Berlin, Lido 27.09.18 Köln, Gebäude 9

(AT)

DENGUE DENGUE DENGUE! (PE)

S. Carey

Okkervil River

VON WEGEN LISBETH (DE) HINDS (ES) AV AV AV (DK) VOODOO JÜRGENS NAKED LUNCH (AT)

21.09.18 Dortmund, Konzerthaus

25.09.18 Köln, Blue Shell 26.09.18 Berlin, Kantine Berghain 27.09.18 Hamburg, Molotow

TOCOTRONIC (DE)

DZ DEATHRAYS

Calexico

05.07.18 Ulm 06.07.18 Leipzig 18.07.18 Karlsruhe 10.08.18 Hannover 14.08.18 Wiesbaden 15.08.18 Erlangen

Holy Esque

umsonst & draussen

(AT)

Reggie Watts

28.06.18 München 29.06.18 Hamburg

Idles

FR: 14:30 | SA: 11:30 UHR | FESTIVALGELÄNDE NEU-VILICH KARTEN AUF WWW.GREEN-JUICE.DE UND

GRANADA

09.06.18 Münster 10.06.18 Hamburg 11.06.18 Berlin 12.06.18 München 13.06.18 Köln

Clap Your Hands Say Yeah

THE SUBWAYS • DONOTS

WWW.GREEN-JUICE.DE

And You Will Know Us By The Trail Of Dead

ORANGE GOBLIN

MUSTASCH TURBOWOLF SPIDERGAWD STONED JESUS

GO FASTER NUNS 1000MODS VINTAGE CARAVAN TROUBLED HORSE THUNDERMOTHER CHURCH OF THE COSMIC SKULL BEEHOOVER WILLOW CHILD MIDNIGHT STEAMER BLACKSMOKER

27. - 28. JULI NEUENSEE

www.rockimwald.de

Sam Vance-Law 22.10.18 23.10.18 26.10.18 27.10.18

Leipzig, Naumanns München, Milla Berlin, Lido HH, Nochtspeicher

Novo Amor

25.10.18 Heidelberg, Karlstorbhf. 01.11.18 Hamburg, Gruenspan 02.11.18 Berlin, Funkhaus

Shakey Graves 30.10.18 Köln 04.11.18 Berlin 05.11.18 Hamburg 08.11.18 München

Stephen Malkmus & The Jicks 29.10.18 Berlin, Lido 30.10.18 Köln, Stadtgarten

Tunng

03.11.18 Köln, Artheater 04.11.18 Berlin, Lido

Syml

10.11.18 15.11.18 16.11.18 17.11.18

Get Well Soon Big Band Köln, Artheater Hamburg, Nochtwache Berlin, Privatclub München, Milla

01.10.18 Berlin 12.10.18 Leipzig 17.10.18 Köln 28.10.18 Stuttgart 08.11.18 München

Tickets & Infos: www.schoneberg.de


HIGHLIGHTS

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2018 Fr. 15.06. 19:00 Uhr

MESHUGGAH IN THIS MOMENT THE DEAD DAISIES DOYLE Di. 26.06. 19:00 Uhr

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»GLASTONBURY IST DAS GRÖSSTE!«

Das neue Album ist fertig, die Festivalsaison geplant: Während die Band für Headliner-Auftritte auf Mega-Festivals wie Hurricane/Southside, Sziget und Primavera Sound probt, nahm sich Matt Helders die Zeit für ein Interview. Der Arctic-Monkeys-Schlagzeuger über die Zusammenarbeit mit Iggy Pop, sein bestes Festivalerlebnis und über das neue und bislang ambitionierteste Arctic-Monkeys-Album »Tranquility Base Hotel & Casino«. INTERVIEW: TORSTEN GROSS, FOTO: ZACKERY MICHAEL

Matt Helders, wie oft hast du euren Bandnamen schon bereut? Jeden einzelnen Tag. (lacht) Im Grunde ist das ja ein Quatschname, den man mit einer langen Karriere im Blick eventuell nicht gewählt hätte, oder? Natürlich nicht. Den Namen gab es schon, bevor wir überhaupt eine Band wurden. Unser Gitarrist Jamie Cook hat sich damals einen Spaß daraus gemacht, in der Schule zu erzählen, er spiele in einer Band namens Arctic Monkeys. Wir hatten bis dahin nur ein paar unserer Lieblingssongs in der Garage gecovert, aber den Namen sind wir nicht mehr losgeworden. Diesen Sommer wird der Name Arctic Monkeys wieder auf zahlreichen Festivalplakaten und -Ankündigungen zu lesen sein. Habt ihr darüber nachgedacht, ihn zu ändern? Aus der Nummer kommen wir nicht mehr raus. Aber es ist schon so: Jedes Mal, wenn wir uns an ein neues Artwork machen oder Plakate freigeben, werden wir automatisch daran erinnert, dass wir einen ziemlich affigen Namen haben. Eigentlich ist es aber

auch egal: Der Name hat sich etabliert. Ich denke nicht, dass die Leute noch ernsthaft über seine eigentliche Bedeutung sinnieren. Immerhin ein schöner Beleg dafür, dass eure Karriere nicht geplant war und euch der Erfolg selbst am meisten überrascht hat. Seitdem ging es immer weiter bergauf. Wie hat sich euer Verhältnis dabei entwickelt? Unsere Freundschaft verändert sich mit wachsendem Alter ständig, weil wir natürlich unterschiedliche Erfahrungen machen. Ich habe Familie, einige von den anderen auch, da verschieben sich ein paar Prioritäten. Aber wir sind immer noch Freunde, und wenn wir im Studio und bei Touren mehrere Monate zusammen unter einem Dach sind, ist alles wie immer. Fahrradfahren verlernt man ja auch nicht. Das neue Album, »Tranquility Base Hotel & Casino«, klingt anders als alles, was ihr bislang gemacht habt. Was hast du gedacht, als Alex dir die neuen Songs zum ersten Mal vorgespielt hat?

Er hat mir die Sachen schon sehr früh vorgespielt, als sie noch ganz anders klangen. Natürlich war das untypische Musik für uns, aber sie hat mir gleich gefallen und ich konnte mich gut einbringen. Die Entstehungsgeschichte dieser Songs war ein bisschen anders als bei unseren früheren Platten, weil Alex zunächst ganz alleine an ihnen gearbeitet hat. Das lag aber an der langen Pause zwischen den beiden Alben. Da hat er schon mal alleine losgelegt, weil wir noch mit anderen Dingen beschäftigt waren. Du bist für präzises Power-Drumming bekannt, nun spielst du im Stile eines Jazz-Schlagzeugers. Hart in die Felle prügeln kann jeder, das ist wirklich nichts Besonderes. Es ist viel schwieriger, die richtige Balance zu finden. Letztlich geht es hier sowieso nicht um mich, sondern darum, den Stil zu finden, der am besten zur Musik passt. In vielerlei Hinsicht sind die neuen Songs und das, was ich spiele, viel komplexer und anspruchsvoller. Wie sehr hat euch die Tatsache bei den Aufnahmen beschäftigt,

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Die Arctic Monkeys über Festivalerlebnisse und mehr


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124 dass dieses Album vermutlich das Gegenteil von dem ist, was die meisten Leute von euch erwarten würden? Wir haben natürlich darüber gesprochen, aber eine große Rolle hat es nicht gespielt. Zumal wir uns noch nie nach Erwartungshaltungen gerichtet haben. Wir versuchen jedes Mal, etwas Neues einzubringen. »Humbug« war nicht unbedingt unser beliebtestes Album, aber für uns das wichtigste, weil wir damit definieren konnten, was für eine Band wir sein wollen. Hätten wir uns damals von der öffentlichen Meinung beeinflussen lassen, würde es das Album nicht geben.

»Du »Du kannst kannst den den prominentesten prominentesten SlotSlot auf dem aufgrößten dem größten MegaFestival Mega-Festival haben, aber das haben, beutetet abernoch das beutetet lange nicht, noch dass lange du auch nicht, einen dassvernünftidu auch gen einen Soundcheck vernünftigen beSoundcheck kommst.« bekommst.«

Wie lief das eigentlich, Josh Homme hat dich für die Band vorgeschlagen – und dann? Er hat mich angerufen, als ich gerade im Supermarkt war. Natürlich war dieser Anruf so ziemlich das Letzte, womit ich gerechnet hätte. Das war lange Zeit bevor wir wirklich angefangen haben, er meinte nur: »Iggy Pop hat mich gefragt, ob ich sein nächstes Album produzieren will. Dich hätte ich gerne als Schlagzeuger dabei.« Besonders schwer ist mir die Entscheidung nicht gefallen. Wie war es, mit einer Legende wie Iggy Pop zu arbeiten? Wir haben sehr viel Zeit mit ihm verbracht, wohnten alle im selben Haus, haben ihn richtig kennengelernt. Das war

Genießt ihr die Festivalauftritte trotzdem noch? Es ist immer eine besondere Herausforderung, auf Festivals zu spielen, weil nicht nur die eigenen Fans da sind. Man muss also versuchen, die Leute auf seine Seite zu ziehen, das gefällt mir. Gibt es irgendetwas, das ihr überhaupt nicht an Festivals mögt? Du kannst den prominentesten Slot auf dem größten Mega-Festival haben, aber das beutetet noch lange nicht, dass du auch einen vernünftigen Soundcheck bekommst. Das finde ich irritierend. Man muss sich immer wieder auf eine neue Umgebung einstellen und ohne Soundcheck ist der Klang dann leider oft unbefriedigend. Es kommt durchaus vor, dass man die Bühne zum ersten Mal sieht, wenn die Show beginnt.

Alex Turner hat mir erzählt, dass er sehr aufgeregt war, bevor er euch die neuen Sachen vorgespielt hat. Weil er unsicher war, was ihr dazu sagen würdet … Songs zu schreiben ist eine sehr persönliche Sache, das gilt insbesondere für die Texte. Wenn man das jemand anderem vorspielt, gibt man immer auch ein Stück von sich selbst preis. Immerhin hattest du die Möglichkeit, vorher bei Iggy Pop noch mal alles zu geben. Du hast sowohl auf Iggys aktuellem Album »Post Pop Depression« gespielt als auch auf der folgenden Tour – gemeinsam mit einer von Josh Homme zusammengestellten AllstarBand. Das war eine besondere Erfahrung, zumal es auf unterschiedliche Dinge ankam. Auf dem Album konnte ich mich musikalisch einbringen und ausdrücken, auf der Tour ging es um Interpretationen von Iggy Songs, die wir bewusst so originalgetreu rüberbringen wollten wie möglich. Klassiker wie »Lust for Life« zu spielen, war für mich eine unglaubliche Erfahrung.

und habt inzwischen HeadlinerStatus. Würdest du euch generell als Festivalband bezeichnen? An einem gewissen Punkt in unserer Karriere, vor allem am Anfang, waren wir auf jeden Fall eine Festivalband. Aber das hat sich ein bisschen geändert.

also nicht so eine Superstarnummer, wo man ein paarmal ins Studio bestellt wird und irgendwas einspielt, ohne die fertigen Songs zu kennen oder die Auftraggeber überhaupt zu treffen. Was hast du gelernt? Sehr interessant fand ich, wie Iggy an Texten arbeitet: Wenn ihm noch eine Zeile fehlt, füllt er sie mit irgendeinem Quatsch aus und schreibt den Text später fertig. Und manchmal lässt er den Quatsch einfach stehen. Ich selbst schreibe keine Texte. Aber wenn, dann würde ich es so machen. Für die Arctic Monkeys wird die Herausforderung nun insbesondere auf den großen Sommerfestivals darin bestehen, den Lounge-Charakter der neuen Songs ins Set zu integrieren. Gibt es dazu schon Ideen? Wir proben bereits. Einige unserer älteren Songs, wie »Cornerstone« oder »No. 1 Party Anthem«, passen sehr gut zu den neuen Sachen. Insofern mache ich mir keine großen Sorgen. Wir werden eine gute, vielseitige Show auf die Beine stellen. Durch eure generelle Popularität seid ihr in den letzten Jahren in den Billings immer weiter hochgerutscht

Habt ihr ein Lieblingsfestival? Auf jeden Fall Glastonbury! Es gibt nichts Größeres, als dort zu spielen. Sprichst du nur aus der Perspektive des auftretenden Künstlers oder auch als Besucher? Die in Glastonbury üblichen Bierduschen und der Schlamm sind nicht jedermanns Sache. Ach ja, meine Güte. Da muss man durch. Dieses Festival ist einfach so vielseitig, es passiert wahnsinnig viel gleichzeitig. Allerdings kenne ich Glastonbury gar nicht als Besucher, ich war immer nur mit der Band dort. Wann und wo warst du auf deinem ersten Festival überhaupt? Leeds. Wir waren 16 Jahre alt und mit einer großen Gruppe von Freunden dort. Haben gecampt, komisches Zeug auf Gaskochern erwärmt, viel Bier getrunken, waren ständig blau – das ganze Programm. Das werde ich nie vergessen. Im Jahr danach waren wir noch mal da – und ein weiteres Jahr später haben wir schon zum ersten Mal mit der Band dort gespielt. Was war der lustigste Festivalmoment mit den Arctic Monkeys? Diesen einen Moment gibt es nicht. Das Lustigste bei Festivals ist eigentlich immer der ganze Kram, den sich das Publikum einfallen lässt. Was da teilweise an Klamotten getragen wird, die irgenwel-


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Mythos Tour-Rider: Was darf bei euch backstage auf keinen Fall fehlen? Ich glaube, dieser ganze Quatsch mit den nach Farben sortierten M&Ms und so weiter wurde auch schon früher vor allem deshalb auf die Rider gesetzt, damit die Bands überprüfen konnten, ob diese

Listen vom Veranstalter auch richtig gelesen wurden. Am Anfang haben wir manchmal auch bewusst aus Spaß irgendeinen Schwachsinn auf den Rider gesetzt. Inzwischen hat sich das geändert, wir sind nicht besonders anspruchsvoll. Normale Basics, ein bisschen Abwechslung ist wichtig, man kann nicht jeden Tag dasselbe essen. Bei den Getränken sind wir pflegeleicht. Seid ihr auf einem Festival schon mal in eine Schlägerei mit Musikern geraten? Bis jetzt noch nicht, aber man weiß nie, was passiert. Ich bin jedenfalls bereit. (lacht) Hast du eine Idee, welcher Künstler in diesem Festivalsommer seinen Durchbruch erleben könnte? Überhaupt keine Ahnung. Es gibt so viel Musik! Ich habe in letzter Zeit leider komplett den Überblick verloren. Aber wenn ich die Zeit habe, schaue ich mir immer ein paar andere Bands an. Worauf freust du dich in diesem Festivalsommer am meisten? Bei den Festivals in den USA, aber auch bei einigen europäischen sind wir nicht der Headliner, sondern treten am Nachmittag auf. Man kann diese Auftritte mehr genießen, weil die Anspannung nicht so hoch ist.

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In den zwölf Jahren, die ihr bereits dabei seid, sind Festivals immer wichtiger und größer geworden. Welche Veränderungen sind dir im internationalen Festivalzirkus aufgefallen? Zunächst einmal die unfassbare Menge an Festivals, es kommen immer neue hinzu, das ist in allen Ländern so. Bei vielen von ihnen sind die Nebenaspekte immer wichtiger geworden. Auch die großen Festivals wirken inzwischen in Teilen beinahe wie Food-, nicht wie Musikfestivals. Das ist ein Zeichen dafür, dass nicht mehr nur Kids kommen, sondern auch Ältere. Außerdem haben die meisten Festivals heute eine viel größere stilistische Bandbreite. Früher waren das überwiegend reine Rockfestivals. Das gefällt mir gut.

»Am Anfang haben wirwir manchmal manchmal ebenfalls auch bewusst bewusst ausaus Spaß irgendeinen Spaß irgendeinen SchwachSchwachsinn sinn auf denauf Rider den Rider gesetzt.« gesetzt.«

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ES REICHT! SEXUELLE ÜBERGRIFFE AUF FESTIVALS UND WAS WIR DAGEGEN TUN KÖNNEN


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TEXT: HENRIKE SCHRÖDER, ILLUSTRATIONEN: JOHANNA WALDERDORFF

eim schwedischen Bråvalla Festival 2017 steht am Samstag gerade der britische Singer/Songwriter James TW auf der Bühne, da wird die nächste Ausgabe bereits abgesagt. Um 14:41 Uhr heißt es auf Facebook: »Wir haben beschlossen, dass Bråvalla 2018 nicht stattfinden wird. Uns wurde am gestrigen Freitag auf dem Festivalgelände eine Vergewaltigung gemeldet. Nun untersucht die Polizei, was passiert ist. Außerdem wurden uns mehrere sexuelle Übergriffe gemeldet. Es gibt keine Worte dafür, wie unglaublich traurig wir darüber sind. Wir bedauern und verurteilen das zutiefst.« Insgesamt werden fünf Fälle von sexuellen Übergriffen angezeigt – drei davon als Vergewaltigung. In einem Fall soll eine 15-Jährige sogar während eines Konzerts in der Zuschauermenge misshandelt worden sein. Hinzu kommen 23 Anzeigen wegen sexueller Belästigung. Trotzdem spricht die Polizei, laut Berichten der Zeitung Die Welt, nicht von einer ungewöhnlich hohen Anzahl an Anzeigen. Schon im Jahr zuvor wurden beim Bråvalla fünf Vergewaltigungen und zwölf sexuelle Übergriffe angezeigt. In Deutschland scheint es bei Festivals weniger entsprechende Fälle zu geben: 2017 wurden beim Hurricane laut Polizei 300 Straftaten gezählt, darunter 28 Schlägereien, 96 Drogendelikte, 140 Diebstähle, aber »nur« vier Sexualdelikte. 2015 kamen laut der FAZ zwei Fälle von sexueller Belästigung zur Anzeige, 2016 keiner. Ähnlich sieht es bei Rock im Park aus. Dort werden

laut Polizei jedes Jahr ein bis zwei Fälle von sexueller Belästigung angezeigt. Und in einem Interview mit dem Online-Magazin Refinery29 erklärte Veranstalter Tommy Nick 2016, dass es weder beim Melt noch beim Splash in den letzten 15 Jahren zu Anzeigen wegen Sexualdelikten kam. Die Zahlen klingen zunächst nicht sehr alarmierend. Trotzdem reichen diese Einzelfälle, um Festivals als Utopien der uneingeschränkten Freiheit, des alkoholtrunkenen Eskapismus in Frage zu stellen. »Nimmt sexuelle Gewalt auf Festivals zu?«, fragt jetzt.de und auch Edition F beginnt den Artikel »Festivals: Wie sicher ist man hier als Frau?« mit der Einleitung »Die Festivalzeit gilt als die Zeit im Jahr, in der man sich einfach mal fallen lassen kann. Doch manche Menschen missbrauchen eben diese Freiheit. Denn leider ist sexuelle Belästigung für Frauen auf Festivals ein großes Thema.« Jein. »Festivals waren schon immer explizit auf ein friedliches Miteinander aus. Das Problem liegt nicht bei den Festivals, sondern bei Einzeltätern, die bewusst Grenzen überschreiten und das auch in anderen Kontexten tun«, erklärt Stefan Thanscheidt, CEO von FKP Scorpio, dem Veranstalter von Festivals wie Hurricane, Southside und auch des schwedischen Bråvalla Festivals. »Sexualisierte Gewalt ist kein festivalspezifisches, sondern ein gesamtgesellschaftliches Problem.« Auf die Frage, ob er das Gefühl habe, sexuelle Übergriffe würden auf Festivals zunehmen, lenkt er schnell ein. »Die Antwort auf diese Frage sollte nicht auf meinem Gefühl, sondern auf Zahlen der Polizei basieren. Wir selbst stellen keine Erhöhung fest.« Dunkelfeldstudien ziehen das jedoch in Zweifel. Gerade bei Sexualdelikten sind Kriminalstatistiken oft lediglich ein Anhaltspunkt, denn sie können nur

erfassen, was auch angezeigt wird. Erst mit Studien zu Dunkelziffern, also nicht angezeigten Fällen, lässt sich die tatsächliche Zahl genauer eingrenzen – und die ist bei Sexualdelikten besonders hoch. Eine Studie des LKA Niedersachsen verdeutlicht die Relationen: 2016 wurden in Niedersachen nur etwa sechs Prozent der Sexualdelikte angezeigt, dafür 95 Prozent der Autodiebstähle.

»Schämen sollten sich die Täter, nicht die Opfer.« Deshalb spielt es eine erhebliche Rolle, wie leicht es Opfern gemacht wird, auf Festivals Anzeige zu erstatten. »Für Prävention und Schutz muss die Hemmschwelle für Betroffene möglichst niedrig sein, sich jemandem anzuvertrauen«, meint auch Thanscheidt. »Schämen sollten sich die Täter, nicht die Opfer. Auch wird sich doch nur etwas ändern, wenn das Thema öffentlich angesprochen und nicht unter den Tisch gekehrt wird.« Um genau das zu tun, startete FKP Scorpio 2017 das Projekt »Panama«. Ohne sich erklären zu müssen, können sich Besucherinnen und Besucher mit der Frage »Wo geht’s nach Panama?« an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Festivals wenden und Hilfe – praktisch einen persönlichen Safe Space – erhalten. Beim Hurricane meldeten sich so 56 Menschen, beim Southside nutzten zwölf das Angebot. »Die Anlässe waren ganz verschieden und reichten von Frauen, die Abstand zu bestimmten Personen gesucht haben, bis hin zu Gästen, denen der Festival-Trubel einfach nur zu viel geworden ist«, erklärt Jasper Barendregt, zuständig für die Festivalproduktion bei FKP Scorpio. Dabei richtet sich die Aktion nicht nur an Frauen,

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#metoo war noch kein Thema, da knallte es in der Festivalwelt und das Bråvalla schmiss hin. Ein Festival, auf dem zunehmend sexuelle Übergriffe gemeldet wurden, wollten die Veranstalter nicht mehr organisieren. Im Anschluss wird nun eine längst überfällige Debatte über ein Problem geführt, das viel zu lange unter den Teppich gekehrt wurde.


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erklärt Thanscheidt: »Davon abgesehen, dass ›Panama‹ ganz bewusst für jede erdenkliche Situation eingerichtet wurde, in der sich Gäste unwohl oder überfordert fühlen, wollen wir auch klarmachen, dass Männer nicht automatisch Täter sind.« »Nicht alle Männer sind Vergewaltiger«, erklärt auch die schwedische Radio-Moderatorin und Komikerin Emma Knyckare, »aber fast alle Vergewaltigungen gehen von Männern aus.« Ihr Ansatz, gegen sexuelle Übergriffe vorzugehen, ist drastischer – sie schließt die potenzielle Gefahrenquelle ganz einfach komplett aus. Einen Tag nach der Absage vom Bråvalla twittert sie: »Was haltet ihr davon, wenn wir ein großartiges Festival organisieren, auf dem ausschließlich Nicht-Männer willkommen sind und wir das so lange veranstalten, bis Männer gelernt haben, sich zu benehmen?« Der Tweet kam als spontane, zornige Reaktion auf die Vergewaltigungsfälle, trotzdem löste er direkt eine Lawine aus. »Als die Medien anfingen, mich anzurufen, erklärte ich ihnen, dass es nur ein Tweet war«, erzählt Knyckare. »Bei einem Glas Wein dachte ich schließlich ›verdammt, vielleicht sollten wir es wirklich machen‹ und trommelte eine Gruppe von 25 Personen zusammen, die mir im Vorfeld Hilfe angeboten hatten.« Dann folgte ein Kickstarter-Projekt, um die Finanzierung zu sichern und Mitte Oktober 2017 – kurz bevor sich durch den Weinstein-Skandal der Hashtag #metoo in den sozialen Medien verselbstständigte – folgte die Bestätigung: Das Statement Festival wird stattfinden, um – wie der Name bereits sagt – ein Statement zu setzen. Doch was die Meldung auslöste, war vor allem eine Diskussion darüber, ob die Geschlechtertrennung zur Gewaltprävention nicht Rückschritt und Kapitulation vor dem eigentlichen Problem bedeute. »Wenn

Frauen unter sich sind, wird die Stimmung natürlich genauso großartig sein wie auf jedem anderen Festival auch«, meint Thanscheidt. »Wir sind uns aber nicht sicher, ob ein solches Modell zu einer nachhaltigen Lösung des Problems beiträgt. Wollen wir wirklich nach Geschlechtern getrennte Veranstaltungen oder wollen wir Wege finden, wie wir alle zusammen eine gute Zeit haben können?« Nein, eine nachhaltige Lösung ist das nicht – will es aber auch gar nicht sein. Es ist ein Statement, das genau das bewirkt, was es soll: eine Auseinandersetzung mit einem Problem, das mit Kriminalstatistiken nicht zu fassen ist, und sich auch nicht auf »einige Männer, die sich scheinbar nicht benehmen können« beschränkt, wie es das Bråvalla in seiner Absage formulierte. Die Festivalidee ist eine Reaktion, die mehr bewirkt als ein stures »Es muss doch wohl möglich sein, dass Männer und Frauen unbeschwert miteinander feiern können.« Ja, natürlich muss es. Aber dafür muss etwas getan werden. »Vor allem Männer müssen anfangen, wirklich miteinander über das Problem zu reden, ohne es direkt persönlich zu nehmen – weil es das einfach nicht ist. Es wird von den gesellschaftlichen Strukturen bedingt, die für uns alle beschissen sind«, meint Knyckare. Und diese Auseinandersetzung, die seit Mitte Oktober immer wieder auf den Hashtag #metoo heruntergebrochen wird, beginnt schon bei der Schwierigkeit, »sexuelle Belästigung« überhaupt zu definieren. Im Zuge der Reformen des deutschen Sexualstrafrechts im ersten Halbjahr 2017 wurde der Tatbestand der sexuellen Belästigung zwar erstmals ins Strafgesetzbuch integriert, dieser verlangt jedoch eindeutig eine körperliche Berührung. Verbale Belästigungen gelten weiterhin nicht als Straftat. Trotzdem beginnt sexuelle Belästigung erfahrungsgemäß woanders – nämlich in dem Moment, in dem sich jemand belästigt fühlt. »Wir haben festgestellt, dass unser Panama-Projekt nicht nur den Betroffenen hilft. Der offene Umgang mit dem Thema hat viele andere Festivalbesucher gestärkt,

in dem Fall ihre Hilfe anzubieten und unkompliziert demjenigen zu helfen, der gerade Schutz gesucht hat«, begründet Thanscheidt FKPs Auseinandersetzung mit sexueller Belästigung. »Wir haben einen größeren Anstieg von Zivilcourage auf dem Festival wahrgenommen, weil auch für Unbeteiligte die Hemmschwelle, jemandem zu helfen, deutlich gesunken ist.«

»Ich glaube, Männer veranstalten Festivals für Männer« Dieses Ziel verfolgt auch die Kampagne »Safer Spaces at Festivals« der AIF (Association of Independent Festivals). Statt für einen räumlich abgegrenzten Safe Space, wie etwa die »Sisterhood« beim Glastonbury, setzt sie sich für Festivals als Safe Spaces ein, indem sie das Bewusstsein für sexuelle Übergriffe auf allen Ebenen schärft – vom Publikum über die Acts bis zum Personal und den Volunteers. Visuell unterstützten im Mai 2017 gleich 25 Festivals die Kampagne mit einem kompletten »Blackout«: Für 24 Stunden wurde statt der eigentlichen Website der Festivals eine schwarze Seite mit dem Hashtag #saferspacesatfestivals angezeigt. Im Vorfeld der Aktion unterschrieben insgesamt 60 britische Festivals einen Vertrag, keine Toleranz gegenüber sexueller Belästigung zu zeigen. Ob in Form von Hashtags, Blackouts oder gar kompletten Festivalkonzepten – Statements gegen sexuelle Übergriffe auf Festivals werden gesetzt. Um nachhaltig etwas zu verändern, muss man aber neben den gesellschaftlichen Strukturen auch innerhalb der Musikbranche etwas ändern: »Ich glaube, Männer veranstalten Festivals für Männer«, erklärt Knyckare. »Dabei vergessen sie oft wichtige Dinge, wie etwa: Wie und wo stelle ich Toiletten auf, damit sich die Benutzung sicher anfühlt? Wo und wie viele Lichtquellen bringe ich an? Wie gestalte ich die Abreise? Schon bei der Planung muss an alle Besucherinnen und Besucher gedacht werden.« Doch nicht nur auf dieser Ebene müssen alle eingeschlossen werden. Das Statement Festival ist außerdem eine Chance, das Thema Gleichberechtigung auch in anderen Bereichen des Musikgeschäfts anzusprechen. »Indem es keine Cis-Männer* auf unserem Festival geben wird, in keinem Bereich, zeigen wir, dass es in der Musikbranche möglich wäre, Gleichberechtigung der Geschlechter herzustellen – auch auf der Bühne. Veranstalter wollen das nicht, das ist das Problem. Nicht, dass sie es nicht könnten!«

*Cis bezeichnet jene, die sich mit dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde, identifizieren und dieses Geschlecht auch ausagieren.


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SEHNSUCHTSORT FUSION Interview mit Fotograf Jewgeni Roppel über Gewinne und Verluste in der Heterotopie


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Jewgeni Roppel liebt die Fusion, war schon häufig auf dem 170 Hektar großen Gelände des ehemaligen Militärflughafens von Lärz und hat Besucher und Suchende des Festivals fotografiert. 65.000 FeierAktivisten werden dort in diesem Jahr wieder eine Parallelgesellschaft des »Ferienkommunismus« bilden. Als der in Kasachstan geborene Roppel vor elf Jahren zum ersten Mal hinfuhr, waren es noch die Hälfte.


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Jewgeni, wie oft und wann warst du schon auf der Fusion? Von 2007 bis 2016 war ich, bis auf 2014 bei jeder Fusion dabei. Ist die Fusion für dich eine Gesellschaftsutopie oder was macht für dich den Reiz aus? Wenn wir von Gesellschaftsräumen sprechen, dann passt der Begriff »Heterotopie«, geprägt von dem französischen Philosophen Michel Foucault, ganz gut auf die Fusion. Heterotopie (hetero = anders und topos = Ort) beschreibt Räume, die nach eigenen Regeln funktionieren und gesellschaftliche Verhältnisse von einer anderen Seite reflektieren. Das bedeutet erstmal, dass die Fusion ein Raum, ein Ort ist, der keinen gesellschaftlichen Normen folgt. Er erschafft durch die vielfältige Kreativität der Künstler, die ihn gestalten und einer alternativen und pazifistischen Haltung der Organisatoren, die nicht einem reinen kommerziellen Interessen folgen, eine große Spielwiese. Auf ihr wird man als Besucher inspiriert und kann ein Gefühl von Freiheit in der Selbstdarstellung erleben. Ich denke schon, dass die Fusion ein kleiner Sehnsuchtsort ist und sich als eine reale bezeichnen kann, was für viele neben dem musikalischen Programm den Reiz ausmacht. Wie hast du versucht, genau das mit der Kamera einzufangen? Mich haben die Räume, Objekte und die Menschen interessiert, wie sie sich im Fusion-Kosmos und Fusion -Alltag bewegen, wie sie agieren oder selbstdarstellen, neben der Feierei. Es ging mir immer um den Spirit. Ich habe mich nicht nur auf die Acts, DJs oder die Lichtinstallationen fokussiert. 


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War das überhaupt erlaubt? Eigentlich ist filmen und fotografieren dort doch verboten! Fotografie-Verbot kann man bei einem Festival mit fast 70.000 Menschen schwer erteilen. Die Organisatoren haben natürlich von Beginn an darauf hingewiesen, dass man mit seinen Fotografien, die dort entstehen, nicht zu sehr in die Öffentlichkeit gehen sollte, um die Fusion und die Freiheit, die man dort ausleben kann, zu schützen. Die meisten Besucher, die mit ihren Kameras oder Smartphones dort fotografieren, teilen allerdings die Bilder seit Jahren auf Flickr, Facebook, Instagram und anderen Plattformen. Ich begleite die Fusion schon seit knapp zehn Jahren mit der Kamera. Für mich ist es ein künstlerisch-dokumentarisches Langzeitprojekt, das mit einem persönlichen Interesse und einer gesellschaftlichen Reflexion verbunden ist.


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Kennst du andere Festivals, mit denen die Fusion vergleichbar wäre oder würdest du die Fusion lieber mit etwas anderem als Festivals vergleichen? Die Fusion hat in sich einen ganz eigenen Kosmos erschaffen, der vielschichtig ist und weit über ein normales Musikfestival hinausgeht. Da gibt es hunderte kleiner Erlebnisstationen wie Theater, Kino, Performance und Workshops neben den 30 Bühnen. Die französische Zirkuscrew Kashba ist fester Bestandteil der Fusion und einzigartig in der Konstellation. Es sind in den letzten Jahren kleine Festivals entstanden, die sich der alternativen und improvisierten Ästhetik der Fusion annähern, allerdings ist die Fusion mit ihrem Programm einzigartig. Festivals, die sich in ihrer besonderen Art, Haltung und Kreativität von anderen Musikfestivals abheben, sind für mich neben der Fusion das Boom Festival in Portugal, das Burning Man in den USA und Mid Burn in Israel.  Was war die schönste Begegnung, die du als Fotograf auf der Fusion hattest? Es gab einige tolle Begegnungen und unvergessliche, teils verschollene Erlebnisse, die ich auf der Fusion in den letzten Jahren hatte. Jede Fusion war für mich durch das Zusammentreffen von Menschen, mit denen ich da war oder die ich dort kennengelernt habe, einzigartig. Einmal bin ich alleine hingefahren und habe wegen eines Funklochs einen Freund die ganze Zeit nicht erreichen können, weil er später kam. Er hatte unser Zelt dabei. Ich bin dann bei Leuten gestrandet, die ich davor nicht kannte und habe mit denen eine gute Zeit verbracht. Ein anderes Mal habe ich mich auf Magic Mushrooms in eine Frau an der Bar verliebt und hatte den totalen Liebesfilm und das Gefühl, dass alle darin mitspielen. Die letzte Fusion war eine der besten, weil ich endlich meine »Gypsie Crew« aus Hamburg zusammen hatte. Aber alle Erlebnisse aufzuzählen, würde den Platz hier sprengen.


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Was war dir in deiner Bildsprache wichtig, als du die Fotos gemacht hast? Dadurch, dass ich verschiedene Kameras benutzt habe, gibt es Unterschiede in der Bildsprache, die mir aber wichtig waren. Mit der Mittelformat-Kamera habe ich konzentrierte und dokumentarische Aufnahmen gemacht, meist tagsüber. Mit der Olympus habe ich eher subjektiv und spontan gehandelt, um meine persönlichen Erlebnisse, das Chaos oder Zwischenmomente mit oder ohne Blitz zu fotografieren.

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Wie bist du dort überhaupt rumgerannt? Hattest du viel Equipment zur Inszenierung dabei? Ich habe immer versucht, wenig mitzunehmen, weil ich oft Sachen verloren habe. Dabei hatte ich dann entweder mein iPhone, eine Mittelformat- oder eine kompakte Kleinbildkamera von Olympus. Nach der Fusion musste ich mir immer eine neue kaufen. Oft habe ich auch Filme verloren. Jede Fusion war auch mit einem Verlust verbunden.

11. & 12.10.19 FRANKFURT • 13. & 14.10.19 HAMBURG 16.10.19 DORTMUND • 17.10.19 MANNHEIM 18.10.19 STUTTGART • 19.10.19 LEIPZIG • 22.10.19 KÖLN 23.10.19 BREMEN • 25.10.19 ESCH/ALZETTE 26.10.19 KEMPTEN • 28.10.19 ZÜRICH 30.10.19 MÜNCHEN • 01.11.19 WIEN • 02.11.19 LINZ 04.11.19 NÜRNBERG • 05.11.19 HANNOVER 06. & 07.11.19 BERLIN

13.07. VÖLKLINGEN 17.08. HAMBURG • 18.08. DRESDEN 04.08. GIESSEN • 25.08. BEVERUNGEN 09.09. LOLLAPALOOZA • 30.11. NÜRNBERG 01.12. ERFURT • 03.12. MANNHEIM 04.12. HANNOVER • 06.12. DORTMUND 07.12. AMSTERDAM • 08.12. BREMEN

06.07. STUTTGART 07.07. MÜNCHEN 19.-22.07. DEICHBRAND 17.08. - 19.08. HIGHFIELD 18.08. MAINZ 19.08. ULM-WIBLINGEN 01.09. BERLIN 02.09. DRESDEN 03.09. AACHEN 09.09. DORTMUND

20.05. ORANGE BLOSSOM SPECIAL 26.05. IMMERGUT FESTIVAL 30.05. WIEN - ARENA 31.05. MODULAR FESTIVAL 29.06. DACHAUER MUSIKSOMMER 30.06. KOSMONAUT FESTIVAL 14.07. NAH AM WASSER FESTIVAL 19.07. ZELT-MUSIK-FESTIVAL 20.07. KASSEL - KULTURZELT 21.07. JENA - KULTURARENA 23.07. HAFENSOMMER 03.08. ROCKEN AM BROCKEN 04.08. APPLETREEGARDEN 17.08. MAINZ - ZITADELLE 18.08. LUXEMBURG - DEN ATELIER 19.08. DOCKVILLE FESTIVAL 30.08. IFA SOMMERGARTEN

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136 Was geschieht weiterhin mit deinem Fusion-Projekt? Ich habe vor ein paar Jahren zusammen mit Sylvia Lundschien, einer sehr kreativen Kulturwissenschaftlerin aus Berlin, einen tollen Text über das Phänomen Fusion erarbeitet. Geplant ist eine Ausstellung und ein Buch, das Bilder der letzten zehn Jahre beinhaltet. Mittlerweile stellst du in den Deichtorhallen aus und das GoetheInstitut gehört zu deinen Auftraggebern. Kehrst du nochmal zu einer Fusion zurück? Ja, derzeit steht einiges auf dem Plan. Neben meinem Beitrag zur aktuellen »Gute Aussichten Deluxe«–Ausstellung in den Deichtorhallen und der Repräsentation des »Gute Aussichten Award 2017/18« im Goethe-Institut in Hanoi, Vietnam, geht es als nächstes zu einem Fotofestival nach Georgien. Dort werden zwei Arbeiten von mir gezeigt. Anschließend reise ich nach Paxos, Griechenland, wo wir mit acht internationalen Künstlern ein neues Kunstfestival kreieren werden. Dazwischen mache ich Editorial-Jobs. Die Fusion hat sich natürlich mit der Zeit etwas gewandelt und viele Freunde, die zu Beginn dabei waren, haben keine Lust mehr auf die große Masse und die neue Generation. Ich weiß aber, dass jede Fusion eine neue Erfahrung mit sich bringt und jedes Mal aufs Neue inspiriert, auch wenn es ständig voller wird. Deshalb freue ich mich immer noch auf die Fusion und fahre auch dieses Jahr wieder hin.


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Entwickeln sich Festivals und Konzerte zur Klassengesellschaft?

VON PRIO BIS PLATINUM

Festivals sind beliebt bei Jung und Alt, klagen aber über immer höhere Kosten. Ein Weg, dieser Entwicklung zu begegnen, ist ein bunt aufgefächertes Angebot der Annehmlichkeiten. Niemand muss mehr im Zelt schlafen oder auf einem Dixi sitzen, wenn er oder sie nicht will. Die Ticketpreise für gut­ situierte Besucher können so schon mal in Gebrauchtwagenregionen vorstoßen. Das Tourneegeschäft hat’s vorgemacht: Erlaubt ist, was sich verkaufen lässt. TEXT: MANFRED TARI, ILLUSTRATION: JOHANNA WALDERDORFF

I

n der Luftfahrt wie in Fußballstadien ein alter Hut: mehr Service für mehr Geld. Ob in der First Class auf Langstreckenflügen oder bei Heimspielen in der Bundesliga, für ein paar Scheine mehr gibt es nicht nur mehr Beinfreiheit, sondern gleich ein ganzes Füllhorn an

Annehmlichkeiten, um jene Klientel, die es sich leisten kann, bei Laune zu halten. Nicht erst seit gestern, aber immer konsequenter haben nun auch Festivalveranstalter diese Zielgruppe für sich entdeckt. Besucher, die geneigt sind, für eine gewisse Leistungssteigerung beim Freizeitspaß ungleich mehr als der Rest zu zahlen. Ohnehin werden Festivalveranstalter in ihrer Eigenschaft als Gastgeber jedes Jahr aufs Neue gefordert, wenn es darum geht, den Sonderwünschen ihrer Topstars und Headliner bestmöglich zu entsprechen. Im Vergleich zum vertraglich manifestierten Anspruchsdenken gemäß der im Rider festgehaltenen Absprachen bei den Stars, samt Jahrgangsschampus und Solo-Klo, wird auch der anspruchsvollste VIPBesucher-Bereich für die Veranstalter eher zu einer Fingerübung. VIP-

Bereiche gehören mittlerweile ohnehin zur Grundausstattung einer jeden größeren Freiluftveranstaltung. Insofern ist naheliegend, sie entsprechend zu monetarisieren, zumal die immer höheren Gagenforderungen der Headliner unbezahlbar zu werden drohen. »Leistung muss sich wieder lohnen«, propagierte die CDU 1982 in einem ihrer Wahlkampfslogans. Ein Leitspruch, der seitdem Generationen von Politikern motivierte, Unterschiede als quasi gottgegeben nicht nur zu akzeptieren, sondern leistungsbezogen für richtig zu befinden. Alles andere gilt als Neiddebatte. Eine der wesentlichen Folgen dieser Politik ist, dass der Wohlstand nicht nur in Deutschland, sondern auch andernorts seitdem ausgesprochen ungleich verteilt wurde. »Leistung« kann dabei auch durchaus eine finanzielle sein. Kurzum: Wer hat, der kann. Eine Erkenntnis, die auch in der Konzertbranche altbekannt ist und nun endlich zielgruppengerecht mit ansprechenden Arrangements verschärft in die Tat umgesetzt wird.


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VON »GLLAMPING BASIC« BIS »GLLAMPING DELLUXE« »Das Interesse ist groß und wir könnten ohne Weiteres mehr Luxus-Pakete verkaufen, allerdings wollen wir unseren Wurzeln treu bleiben«, bekundet Martin Hjorth Frederiksen, Pressesprecher des ansonsten für seine Gemeinnützigkeit und Nachhaltigkeit bekannten Roskilde Festivals. Ähnlich äußert sich Jasper Barendregt, »Director Festival Production« bei FKP Scorpio: »Die Nachfrage nach mehr Komfort und speziellen Angeboten ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Darum haben wir die Resorts eingeführt und damit offensichtlich direkt einen Nerv getroffen.« Besucherumfragen hätten zudem ergeben, dass »auf allen unseren Festivals der Wunsch nach Angeboten mit mehr Komfort für die Gäste da ist. Und dem tragen wir auch Rechnung«. Dennoch, so Barendregt, »möchten wir ausdrücklich keine Zweiklassengesellschaft auf unseren Festivals. Wir sehen die Resorts einfach als ein zusätzliches Angebot für diejenigen Besucher, die zwar Festivalfeeling wollen, aber auf ein paar Annehmlichkeiten nicht verzichten mögen«. »Wir hatten in den letzten Jahren immer wieder Anfragen nach VIP-Tickets, zudem haben wir auch den allgemeinen Trend dazu beobachtet, auf den immer mehr Festivals aufgesprungen sind«, so Steffi Schmidt vom Juicy Beats in Dortmund,

das in diesem Jahr erstmalig VIP-Tickets offeriert. Auch in der Schweiz mangelt es nicht an Nachfragen. Bei Festivals wie dem Summerdays, dem Seaside oder Unique Moments »haben wir eine große Nachfrage und könnten wohl sogar noch mehr Tickets anbieten. Bei einem jüngeren Festival wie dem OpenAir St.Gallen ist es leicht steigend. Wir haben am St.Gallen z. B. das Bloom im Angebot, ein tolles Restaurant-/Bar-Erlebnis mit einem eigenen Terrassenbereich, das unglaublich gut ankommt, aber das ist eher für Firmen und Gruppen«, räumt Christof Huber, Chef von Incognito Productions, auf Nachfrage ein. Beim Lowlands Festival in den Niederlanden stellte man sich frühzeitig auf zahlungskräftigere Festival-Fans ein. Um genau zu sein seit 2004, mit gerade mal »20 Podpads« (kleine Schlafhütten), erinnert sich Festival-Chef Eric van Eerdenburg. »Seit 2014 nennen wir das Ganze ›Gllamcamp‹ und haben diesen Bereich viel näher ans eigentliche Festivalgelände gelegt.« Seit dem steige die Nachfrage »explosionsartig«, von ehedem 400 auf 1600 in 2017 und in diesem Jahr sogar auf 2100 »Gllamcamper«. Das äußerst vielfältig gestaltete Angebot geht von »Gllamping Basic« bis »Gllamping Delluxe«, letzteres in der

Preisspanne von 159,59 pro Person (im 9 Personen-Tipi auf der Luftmatratze) bis zu 425 Euro pro Person (in der Holzhütte mit Bett). Selbstredend mit ansprechenden zusätzlichen gastronomischen Angeboten, Lounge Areas und Lagerfeuern. Spätestens, wenn eine Gruppe von Festivalbesuchern unterschiedliche Kategorien gekauft hat, man spät noch ein gemeinsames Bier trinken will und die eine Hälfte in den Exklusiv-Bereich nicht mitkommen kann, wird die Zwei- oder Mehrklassengesellschaft deutlich.

RUHE AUF DEN BILLIGEN PLÄTZEN! Ob nun »Gllamping«, »X-Treatment«, »Platinum« oder »Experience Camping« – in Sachen Namensgebung für höherpreisige


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Angebote lassen Festivalveranstalter ihren Fantasien freien Lauf. In der Abteilung für Geschäftskunden rangieren die Ticketpreise beim Roskilde Festival pro Person zwischen 330 und 720 Euro. »Beide, sowohl die preiswerteren als auch die teureren Tickets sind sehr beliebt«, erklärt der Roskilde-Sprecher. »Einige Firmen gönnen ihren Mitarbeitern das komplette Festivalerlebnis, andere finden wiederum tagesbezogene Angebote besser. Gerade, wenn Firmen Mitarbeiter zum Roskilde einladen, die nicht unbedingt festivalerprobt sind, ist die Ein-Tages-Variante mitunter die bessere Wahl.« Ähnlich ausdifferenziert sind die Beherbergungsangebote und die damit verbundenen Pakete. Geboten werden ein Begrüßungs-Cocktail im »Backstage Village«, gefolgt von einer zweistündigen Rundtour durchs Gelände sowie hinter die Kulissen des Festivals, einem Zwischenstopp in der »X Treatment Lounge« mit einer Zwischenmahlzeit aus der Künstlerkantine. Auf Wunsch gewährt anschließend entweder ein Vertreter des RoskildeManagements ei-

nen Einblick in die Philosophie des Festivals oder der spendierfreudige Firmenchef darf selbst ran und zu seinen Gästen sprechen. Zum Dinner gibt es dann Speisen und Getränke vom Roskilde Food Court, dessen Angebotspalette in der Vergangenheit aufgrund einer deutlich besseren CO2-Bilanz im Vergleich zu Rindfleisch kulinarische Raffinessen wie »Horse Of Course« oder Insekten-Burger beinhaltete. Die Mindestbuchung ist auf 60 Personen veranschlagt, die maximale Buchungskapazität für die »X Treatment Lounge« auf 120 Personen begrenzt. »Das Experience Camping ist ein exklusives Camp mit einer Kapazität von etwa 1200 Leuten direkt neben der Rockam-Ring-Hauptbühne«, beschreibt Okan Tombulca, Geschäftsführer von der EPS Holding GmbH die Größenordnung dieses Bereichs bei Rock am Ring. Mal abgesehen von »bezugsfertigen, komfortablen Übernachtungsmöglichkeiten« gibt es für komfortorientierte Besucher neben hochwertigen Sanitäranlagen und befestigten Wegen obendrein eine eigene Lounge, Whirlpools, eine Bar, Catering und Self-Service-Grill-Stationen, eine WifiGrundversorgung sowie Fast-Lane-Zugang zu den vorderen Bereichen vor der Bühne. Los geht’s ab 349 Euro pro Person im Zelt inklusive Grundausstattung und kleinerer Annehmlichkeiten, etwas mondäner wird’s ab 599 Euro mit richtigen Betten und Bettzeug im Tiny-Reihenhäuschen, welches, gebucht mit allen Extras (Kühlschrank, vorgekühltes Bier, Pavillon, Frühstück etc.) sowie der eigentlichen Festivalkarte, sich in der Einzelbelegung auf

1.637,55 Euro summiert. Im Preis enthalten ist ferner eine Goodie-Bag sowie ein laminierter Festivalpass. Selbstredend formiert sich in klassenbewussten Kreisen immer wieder mal Kritik an der stetig wachsenden Angebotspalette für Besserverdiener, gleichwohl wissen Festivalveranstalter snobistischveranlagte Festivalbesucher durchaus zu schätzen. »Die Experience-Besucher sind eher noch entspannter als die normalen Festivalbesucher«, beschreibt Tombulca jenen neuen Typus unter den Festivalgängern, allerdings legen sie Wert auf mehr Komfort und vor allem auf den persönlichen Kontakt mit dem ServiceTeam vor Ort. Nette Menschen sollen es sein, weiß auch van Erdenburg über »Gllamcamper« des Lowland Festival zu berichten und bescheinigt ihnen, es handele sich um »echte Musik- und Festivalliebhaber«. Sie hätten mehr Geld und seien auch nicht mehr die Jüngsten, schätzten es, ausgiebig bis spät in die Nacht zu feiern, bevorzugten es aber, auf dem Festival zu bleiben, anstatt ins Hotel zu gehen. Überhaupt sei die Stimmung gut und entspannt, zudem gehe es beim »Gllamping« weniger laut zur Sache als auf den billigeren Plätzen.

VOM SELFIE BIS ZUM BESUCH IM NIGHTLINER IST ALLES MÖGLICH Für manche Veranstalter ist diese Entwicklung existenzsichernd, für andere dient sie schlicht der Profitmaximierung. Auf der alljährlichen Fachtagung ILMC (International Live Music Conference) in London werden jene Trends behandelt, die die Branche geschäftlich faszinieren. Die Verlängerung der Wertschöpfungskette ist selbstverständlich ein äußerst beliebtes Thema. Nicht wenige dieser Produktlösungen basieren auf Erkenntnissen, die sich bereits im Tourneegeschäft bewährt haben. Dazu Ben Mitha, Geschäftsführer bei der Karsten Jahnke Konzertdirektion: »VIP- oder sogenannte Hospitality-Angebote gibt es auf Arena-Level schon


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von Konzertveranstaltern, die für eine Selfie-Session mit seinen Schützlingen schon mal bis zu 20.000 Euro offerieren, absagen zu müssen. Beim Konzertriesen Live Nation hingegen, dem Unternehmen, welches 2017 erstmalig einen Umsatz von 10,3 Milliarden US-Dollar einfuhr, wird die Frage nach dem Sinn und Nutzen unterschiedlicher Produktkategorien weitaus weniger programmatisch betrachtet. Hier gehört das sogenannte Prio-Ticketing längst zum Standard. Kunden bestimmter Firmen können hier schon 24 oder 48 Stunden vor dem offiziellen Start des Vorverkaufs Tickets erwerben. Bei internationalen Superstars ist das Ganze sogar gestaffelt: erst die Kunden einer bestimmten Kreditkarte, dann die eines besonderen Telekommunikationstarifes und zum Schluss der offizielle Fanclub. Rechtzeitig vor Redaktionsschluss veröffentlichte der Globalplayer eine Presserklärung, wonach nun Festival-Enthusiasten für 5.000 US-Dollar erstmalig einen »VIP Festival Passport« erwerben können, der ihnen weltweit Zugang zu mehr als 100 konzerneigenen Festivals und deren VIP-Bereichen verschafft.

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Ein Schnäppchen, gemessen an dem, was auf dem US-Festivalmarkt mittlerweile so angeboten wird. Die Preise für bestimmte Kategorien gehen hier längst in die Tausende, die meisten allerdings auf Anfrage beim Veranstalter, man möchte ja diskret sein. Am Niederrhein verhält man sich indes bewusst antizyklisch. Beim Haldern Pop Festival wurde der VIP-Bereich gerade abgeschafft. Das Festival sei relativ übersichtlich, aber »in seinem Umfang sehr lebendig und somit genau das, was eigentlich alle wollen, Teilhabe«, argumentiert Veranstalter Reichmann. »Es ist kein Klassenkampf-Statement, aber der gesunde Menschenverstand sagt uns, dass es ein Teil der Magie eines guten Festivals ist, sich zu begegnen, auszutauschen und gemeinsam zu feiern.«

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BLUMFELD 24.08._Halle (Saale ) – LATERNENFEST 26.08._INTERNATIO NALES SOMMERFES T KAMPNAGEL 22.09._Berlin – Fe stsaal Kreuzberg LENKI BALBO A 16.05._Braunschwe ig – THEATERFORME N 10.08._Ostfrieslan d - WATT FÜR JEDE* N DIE SAUNA 20.07._Gautingen – KULTURSPEKTAKE L 21.07._Dillingen – DONAUSIDE 16.08. -18.08._Do rnstadt - OBSTWIES ENFESTIVAL JAN DELAY & DISKO NO.1 21.06._CH-ROCK TH E RING 07.07._Eckernförd e –STRAND Open Air 18.08._Münster – MÜNSTER MITTEND RIN 08.09._Bremerhave n – Open Air DENDEMAN N 22.06.-24.06._SO UTHSIDE 22.06.-24.06._HU RRICANE 07.07._SUMMERJA M 08.07._SPLASH! Fe stival / ausverkauft 26.07._STIMMEN Fe stival 17.–19.08._HIGHF IELD Festival

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lange und werden zumeist von den Arenen selber angeboten. Sie beinhalten zumeist einen separaten VIP-Eingang und ein wie auch immer geartetes Cateringangebot.« Zudem, so Mitha, böten immer mehr Künstler verschiedenste Arten von VIP-, Early Entry- oder Meet & Greet-Paketen an. Diese könnten besondere Plätze auf und vor der Bühne, Meet & Greet- und Foto-Möglichkeiten bis hin zu besonderen Merchandise-Artikeln oder Zugang zu speziellen Bereichen (z. B. eine Backstage-Führung, bei Tokio Hotel durfte man sogar in den Nightliner) beinhalten. Der Fantasie und der Kreativität der Managements und Künstler sind hier keine Grenzen gesetzt. »Vermehrt werden derartige Pakete und Angebote bei Künstlern mit einer starken Zielgruppe unter 30 Jahren angeboten und bei Megastars auf Arena-Niveau, wo man sonst eigentlich keinerlei Möglichkeit mehr hat, an den Künstler heranzukommen«, sagt Mitha. Wissend um das theoretische AbsatzPotenzial, klagte ein britischer Konzertagent einer namhaften Indie-Rockband auf der diesjährigen ILMC sein Leid über die Mehrarbeit, immer mehr Anfragen


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THE BEST THE BEST FESTIVAL ON EARTH FESTIVAL ON EARTH

30 MILLIONS FOR MARS PLATINICA

R.A.F. GIER

THE HEDGES

THE VALUTAS

MC BIG BUSINESS A$AP MONEY

THE V EYE PEAS POO FIGHTERS DJ GOLDFINGER DOLLAR MOUSE DAVID MONETTA TRESORRAUM

MATE R I E LL TH E WAR R E N B U F F ETS GESTÖRT, ABER REICH BIC & THE IBANS ARMIN VAN BILLION PAUL GELDBRENNER TAYLOR SWIFT-CODE DIE TOTEN AKTIEN

14.07.2018

FINANZARENA FRANKFURT T I C K E T S & I N F O A T S T E U E R O A S E M I T T E O R W W W . B I G M O N E Y F O R G I G S . C O M / B E S T F E S T I VA L E V E R PRESENTED BY KAPITAL, FINANZMARKT, BUSINESS FUNK, CHEFETAGE & ROBERT ZWERGER UNTERNEHMENSBERATUNG


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DAS LINE-UP GESCHACHER

Veranstalter sind immer wieder die vermeintlichen Schuldigen, wenn das Ticket teurer wird und das Line-up enttäuscht. Dass die Organisatoren oftmals in den Schwitzkasten genommen werden und sich ihre Vorstellungen sehr wohl mit denen der Fans decken, ahnen die wenigsten. Was läuft denn nun schief in der Festivalwelt? INTERVIEW: CARSTEN SCHUMACHER Sie veranstalten Festivals mit Kapazitäten von 3.500 bis 85.000 Besuchern – Stefan Lehmkuhl (Melt, Lollapalooza Berlin), Stefan Reichmann (Haldern Pop, Kaltern Pop), Stephan Thanscheidt (Hurricane, Highfield) und Volker Hirsch (Bergfest, Taubertal). Alle haben jahrelange Erfahrung und kennen das Business gut, sie bilden die beste Runde, um einen Blick hinter die Kulissen des deutschen Festivalgeschäfts zu werfen. Könnt ihr uns kurz mal skizzieren, wie Booking funktioniert? Lehmkuhl: Uff. Das Berufsbild des Bookers ist schwammig. Daher will das auch keiner machen. In erster Linie musst du die richtigen Leute kennen. Oder deren Mittelsmänner, die auf Provisionsbasis dann wie ein Immobilienmakler fungieren. Der direkteste Kontakt ist der sogenannte Agent, der spricht mit dem Manager,

Manchmal hätten die Bands das Doppelte verdient oder auch anderes herum. Man weiß das immer erst hinterher.

der mit der Band (es sei denn, der Band ist alles egal und sie lässt den Manager entscheiden). Alles in allem ist das wie an der Börse oder am Pferdemarkt. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis, Schnelligkeit ist auch wichtig, ein guter Riecher, Vertrauen und so weiter. Der Preis entsteht dann wie auf dem Flohmarkt. Sagt man einen Preis, kommt in der Regel das Doppelte zurück und man trifft sich irgendwo in der Mitte. Reichmann: Alles startet mit einer kleinen Idee und das erzählt man dem Agenten. Sehen sich das Management und der Agent in diesem Rahmen, wird weiter gesprochen. Es geht um Orte und Geld. Manchmal kann das eine mehr bewirken als das andere und diese Prioritäten setzt letztendlich der mündige Künstler. Thanscheidt: Generell beobachten wir den Markt und überlegen uns sehr genau, welche Acts wir wo im Folgejahr präsentieren wollen. Hirsch: Ich buche für zwei sehr spezielle Festivals, zum einen für das Bergfestival in Saalbach, ein Open Air im Winter mitten im Skigebiet, und das Taubertal Festival. Bei beiden Festivals erwarten die Besucher trotz sehr überschaubaren und limitierten Besucherkapazitäten ein überproportional prominentes Programm. Daher müssen wir viel Überzeugungsarbeit leisten. Es ist wichtig, Agenten, Künstler und Management von der Besonderheit der Locations zu überzeugen und für die Festivalidee zu begeistern. Nur so ist es möglich, die Künstler zu einer budgetverträglichen Gage zu engagieren. Dies beinhaltet auch,

dem Künstler, neben der Gage, mit allen möglichen Annehmlichkeiten einen nachhaltig positiven Eindruck mitzugeben, der sich in der Branche dann herumspricht. Vom Wellnesshotel, über Hüttenabend, Stadtführung, Skipässen bis hin zu einer penibel erfüllten Cateringanweisung versuchen wir alles zu geben. Wie hoch schätzt ihr den Anstieg der Gagen in den letzten zehn Jahren? Lehmkuhl: Ungelogen mindestens 50 %, aber im Schnitt wohl doch sogar um 100 %. Thanscheidt: In den vergangenen zehn Jahren kann man auf internationaler Ebene ganz sicher von einer Verdopplung der Gagen sprechen, was für die Konzeption einer wirtschaftlichen Veranstaltung natürlich eine Herausforderung ist. Was war die höchste Gage, die ihr je habt zahlen müssen? Lehmkuhl: Mehr als ich und manche meiner Booker-Kollegen bis jetzt in unserem Leben verdient haben. Reichmann: Ist relativ, würde ich auch immer vom Ergebnis abhängig machen. Manchmal hätten die Bands das Doppelte verdient oder auch anderes herum. Man weiß das immer erst hinterher. Thanscheidt: Nur so viel: Die Gage war siebenstellig – und deutlich zu hoch. Hirsch: Nicht siebenstellig, aber trotzdem zu hoch. Wie oft seid ihr in dieser Zeit ausgebootet worden, obwohl ihr eigentlich eine mündliche Zusage vorliegen hattet? Geschieht das häufiger?

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Warum die Tickets immer mehr kosten und die Headliner gefühlt immer weniger werden


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144 Lehmkuhl: Das ist mir ehrlich gesagt selten passiert. Zusage ist eigentlich Zusage. Verträge kommen in der Regel erst super spät. Da vertraut man sich schon. Aber klar, wir als Veranstalter haben niemals das Recht, von unseren Zusagen zurückzutreten. Je nach Zeitpunkt wird dann von uns verlangt, die ganze oder Teile der Gage zu zahlen. Künstler können immer mal wieder Gründe finden, am Ende doch abzusagen. Kurzfristig, aus Krankheit, ist ja noch höhere Gewalt und kann passieren. Kurz nach Zusage kann auch mal sein, wenn aber am Ende was Besseres reinkommt und man erfindet irgendeinen anderen Grund: das ist dann wirklich unseriös und würde mich sehr sauer machen. Ich streiche zum Beispiel aus Verträgen immer gern, dass »TV Auftritte« ein Absagegrund für einen Künstler sind. Warum sollten die wichtiger sein, als vor meinem Festivalpublikum zu spielen? Reichmann: Das weiß ich ja nicht immer, aber meistens ist man unserem Konzept und unseren Festivals recht wohl gesonnen. Unsere Festivals stehen nicht für temporären Reichtum, aber manchmal sind sie ein entscheidender Schritt dorthin. Thanscheidt: Im Headline-Bereich ist es in den vergangenen Jahren nur ein einziges Mal vorgekommen, dass eine mündliche Zusage nicht eingehalten wurde, weil wir letztendlich überboten wurden. Grundsätzlich kommen wir als Partner in unserer Branche gut zurecht und können uns auf das Wort der Menschen, mit denen wir arbeiten, verlassen. Ausgebootet werden wir in aller Regel also nicht – nicht zuletzt, da wir in Europa ein großes Festivalnetzwerk haben, das uns im Markt auch eine gewisse Stärke verleiht. Mich freut außerdem, dass unsere Festivalmarken bei den Bands sehr beliebt sind, auch daher können wir uns auf Zusagen verlassen. Hirsch: In 22 Jahren glücklicherweise nur drei Mal. Mein Eindruck ist jedoch, dass in den letzten Jahren vor allem internationale Agenten höher pokern als früher. Somit steigt auch das Risiko. Wer sind die härtesten Gegner beim Wettbieten um die größten Namen? Hirsch: Veranstalter bei denen »kostendeckendes Arbeiten« auf der Prioritätenliste hinter Marktanteilen und Aktienkursen steht. Reichmann: Öffentlich subventionierte Mitstreiter. Festivals, die mit Steuergeldern die Preise treiben. Thanscheidt: Die Konkurrenz nimmt zu. Festivalveranstalter müssen sich mit internationalen Mitstreitern messen, die Spiel-

möglichkeiten und Plattformen für Bands haben um ein Vielfaches zugenommen, während die Zahl der geeigneten Sommerwochenenden natürlich nicht mitwächst. Das lässt den Druck merklich steigen. Lehmkuhl: An jedem Festivalwochenende finden mindestens zehn Festivals mit über 20.000 Besuchern in zehn verschiedenen Ländern in Europa, neuerdings im selben Zeitraum auch in den USA, statt. In der Regel spielen Acts nicht drei Shows in einem Land, sondern dann eher vier Shows in vier Ländern an einem Wochenende. Von daher hat jedes Wochenende andere Kandidaten, die einen überbieten. Am aggressivsten am Markt sind und die meisten finanziellen Möglichkeiten haben sicherlich, global gesehen, Konzerne wie Live Nation und AEG/Golden Voice. Dennoch: Es geht zwar sehr viel um Geld, aber auch nicht nur. Gibt es unlautere Mittel, um den Zuschlag zu bekommen? Was ist die lustigste Geschichte, die euch in dem Kontext zu Ohren gekommen ist? Lehmkuhl: Ich hab da aus den älteren Veranstalterzeiten ein paar Geschichten gehört. Ich hab das immer nur halb geglaubt, in meiner etwas jüngeren »Generation« kam das eher nicht so vor, bis dann tatsächlich ein jüngerer Agent mit einem sehr aufstrebenden Act mir plötzlich eine Band gegen eine Art Ablöse »verkaufen« wollte, da gab es so Andeutungen, ob nicht für ihn privat auch was drin sei. Ich bin da aber ehrlich gesagt gar nicht erst drauf eingegangen, hat trotzdem geklappt. Sollte das jemals Tradition im Business gewesen sein, brauche ich die nicht zu übernehmen. Thanscheidt: Die Zeiten von solchen Geschäften sind glücklicherweise lange vorbei. Krude Deals passen nicht zu unseren eigenen Werten, an denen wir auch unsere Geschäftspartner messen. Hirsch: Hier blieb ich glücklicherweise all die Jahre verschont. Reichmann: Die beste Geschichte diesbezüglich war sicherlich die Verpflichtung von Jamie Lidell. Im Frühjahr 2008 fragte mich der Schlagzeuger von Jamie Lidell vor einem Hotel in London nach einem Blättchen. Im Verlauf des Gesprächs outete er sich als Trommler von Herrn Lidell und sagte, dass sein Künstler in London gerade ein Gesangs-StudioMikrofon suchen würde. Ich sagte ihm, dass ich gerade zufälligerweise mit einem Freund in London wäre, der sehr gute Studio-Mikrofone selber bauen würde, Brauner Microphones. Er, ein Trommler, kannte Brauner nicht. Ich schrieb es ihm auf meine Karte und gab sie ihm. Drei Tage

Ich streiche aus Verträgen immer gern, dass »TV Auftritte« ein Absagegrund für einen Künstler sind. Warum sollten die wichtiger sein, als vor meinem Festivalpublikum zu spielen?

später meldete sich das Management und vier Monate später spielte Jamie Lidell bei uns auf dem Festival. Er kannte Brauner Microphones sehr gut und der Deal war perfekt. Stimmt es, dass der Pool der Headliner in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren unverändert geblieben ist? Warum tauschen sich die Namen nicht schneller durch? Lehmkuhl: Darüber müsste man einen eigenen Artikel schreiben. Das wäre ein Abriss über die Musikindustrie, hat ja nicht nur mit Konzerten und Festivals zu tun. Die Branche hat auf jeden Fall ein ernsthaftes Headliner-Problem. Die Leute wollen große Namen, es gibt aber nicht genug und es sind immer dieselben. Die Neuen, die ja durchaus nachkommen, akzeptieren die Leute dann aber auch erst nach Jahren und wollen am Ende offenbar auch immer denselben Brei wieder sehen. Warum sollte das im Rock auch anders sein als im Schlager? Natürlich ist es im Moment so, dass urbane Acts die neuen temporären Headliner sind. Für einen Moment waren es die Dance-Acts, vielleicht sind es bald auch wieder neue Rock-Acts. Durch Streaming und Verfügbarkeit von Musik ist die Auswahl einfach viel viel größer und es filtern sich dann aber auch weniger ganz Große heraus. Und wenn, sind das Radio-Blasen mit Milliarden Streams, was nicht mal zwangsläufig heißt, dass die am Ende überhaupt 10.000 Tickets verkaufen,


MUSIC PLAYS FOREVER. Danke für alles.


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146 geschweige denn eine atemberaubende Live-Show haben. Schon nicht so einfach. Ich wünschte, die Leute würden sich überhaupt mal wieder mehr für Musik in der Breite und Tiefe interessieren, statt nur nach Headlinern zu rufen, die sie am Ende selbst zu solchen machen müssten. Thanscheidt: Das nächste große Ding ist damit meist nur ein Klick entfernt, was sich auf Loyalitäten der Hörer zu den Künstlern auswirkt. Diese Entwicklung muss natürlich nicht schlecht sein, denn sie stärkt letztlich auch die musikalische Diversität. Gleichzeitig bedeutet es aber, dass »unbestrittene« Headliner mit wirklich schwergewichtigen Namen weniger oft entstehen. Das ändert natürlich nichts daran, dass man bei einem guten Festival nach wie vor musikalisch auf seine Kosten kommt – ein Umdenken der Fans scheint mir daher auch für den Konsum von Livemusik wünschenswert und wahrscheinlich. Hirsch: Festivals der Zukunft dürfen nicht nur eine Aneinanderreihung von prominent besetzten Warm-up-Shows sein, bis der Abend mit dem großen Headline-Slot endet. Das Gesamtbild muss passen. Ideen und Konzepte müssen besser auf den Zuschauer abgestimmt sein. Die Hauptaufgabe besteht darin, das Festival als Gesamterlebnis an den Besucher zu bringen. Der einzelne Künstler wird dabei sicher weiterhin eine tragende Rolle spielen, jedoch darf er nicht der einzige Beweggrund sein, ein Festival zu besuchen. Inwiefern hat das Wettbieten, haben die Gagenforderungen den Ton im Business verändert? Fühlt sich das Geschäft rauer an? Lehmkuhl: Ich will das nicht romantisieren. Das Geschäft ist durch eine Professionalisierung auch sehr viel unleidenschaft-

Festivals der Zukunft dürfen nicht nur eine Aneinanderreihung von prominent besetzten Warm-up-Shows sein, bis der Abend mit dem großen Headline-Slot endet.

licher, geldgetriebener, profitorientierter, rauer geworden. Eine Zentralisierung ist zu beobachten. Nicht nur durch Großkonzerne wie Live Nation und AEG. Auch die Künstler-Agenturen lassen sich aufkaufen von Investoren, werden zusammengelegt, sind inzwischen fast ausschließlich in amerikanischer Hand (man bedenke, das Business war mal sehr britisch) und auch dort ändern sich die Arbeitsweisen. Letztlich werden sie professioneller, unpersönlicher, das »peoples business« soll aufgebrochen werden. Das kann letztlich auch gut sein für Berufseinsteiger. Ich denke, der Einstieg könnte bei Agenturen z. B. leichter sein. Man muss nicht mehr den alten Agenten kennen, an den man nicht rankommt oder nur beim Puffbesuch in London. Da springen jetzt junge Amerikaner in London rum, die mit jedem reden, den auschecken, sich die Schufa-Auskunft ansehen und immer mal gucken, wer in Zukunft evtl. noch mehr Geld bezahlen kann. Aber es wird aus meiner Sicht auch immer zwei Seiten des Business geben. Das funktioniert weder für jeden Künstler noch für jeden Veranstalter noch für jeden Besucher. Reichmann: Nein, ich persönlich empfinde das nicht so, aber es soll nicht heißen, dass in anderen Gewichtsklassen die Rahmenbedingungen andere sind, somit auch rauer. Thanscheidt: Ich würde sagen, dass die Zusammenarbeit nicht unbedingt rauer, aber doch weniger emotional geworden ist. Durch die fortschreitende und vor allem wirtschaftlich motivierte Professionalisierung werden Loyalitäten schneller aufgebrochen und auch gute Argumente häufiger durch hohe Summen vom Tisch gewischt. Hirsch: Die Gagenhöhe nimmt gegenüber anderen Argumenten an Gewichtung zu. Schwierig finde ich, dass teilweise Gagen bezahlt werden, die in ihrer Höhe jeglicher Grundlage entbehren.  Glaubt ihr, dass die Fans euch die Schuld für die höheren Ticketpreise geben oder denkt ihr, dass die Fans sehr wohl wissen, wie der Preis zustande kommt? Lehmkuhl: Ich fürchte schon, dass der Fan meist eine recht romantische Vorstellung vom Künstler hat und denkt, der Veranstalter ist immer der Böse. Aber der Fan soll sich bitte damit auch nicht belasten, das soll alles nicht sein Problem sein. Wenn er bereit ist, den erforderlichen Eintrittspreis zu bezahlen, dann ist es unser Job, ihm das bestmögliche, sichere Erlebnis zu

In den vergangenen zehn Jahren kann man auf internationaler Ebene ganz sicher von einer Verdopplung der Gagen sprechen, was für die Konzeption einer wirtschaftlichen Veranstaltung natürlich eine Herausforderung ist.

bieten, so dass das Geld auch im Verhältnis zum Erlebten steht. Als Veranstalter muss man sich daran gewöhnen, immer eher die schlechten als die guten Dinge um die Ohren gehauen zu bekommen. Umso schöner und belohnender ist es dann, wenn alles glatt läuft und man die ganzen fröhlichen, teils vor Freude weinenden Gesichter und tanzenden Menschen sieht und man ernsthaft den Eindruck hat, dass jemand da vielleicht gerade die beste Zeit seines Lebens hat und man dazu einen Teil beigetragen hat. Reichmann: Das Verständnis für unseren Ticketpreis ist und bleibt relativ, weil bei »Geld« die eigene Perspektive Vorrang hat, man sich nicht gerne in andere Positionen versetzt und der erste Impuls meistens Unverständnis bedeutet. Es bedarf ausdrücklicher Erklärungen, derer man nicht müde werden sollte, um die Zusammenhänge offenzulegen, dann sehe ich die positiven Tendenzen von Verständnis. Hirsch: Ich glaube auch, dass den meisten Fans die Kostenerhöhungen an Punkten, die man weder greifen noch sehen kann, in diesem Maße nicht bewusst sind. Für mich ist es wichtig, weiter an Service und Ambiente zu arbeiten um dem Besucher auch sichtbare Weiterentwicklungen zu bieten. Viel wichtiger ist aber doch die Frage: Wie weit geht der Fan auf der Preisspirale mit?


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Ein Gespräch mit einem der neuen Könige des Musicbiz: Charles Attal

Lord Of The Lollapaloozas Als Madonna 2007 ihre Plattenfirma verließ, um beim Veranstaltungsriesen Live Nation zu unterschreiben, war das wie ein Putsch, eine Erschütterung der Macht in der Musikwelt. Es begann der bis heute ungebremste Aufstieg der Live-Entertainment-Konzerne. Charles Attal hat die ganze Geschichte miterlebt, seine Firma C3 Presents veranstaltet heute die beliebte Lollapalooza-Reihe rund um den Globus. INTERVIEW: ANNELI BOTZ


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In den vergangenen 20 Jahren musste sich das Machtgefüge der Musikindustrie vollkommen neu sortieren. Lange Zeit spielten Plattenfirmen die Gewinne ein, heute verdienen Musiker und Bands ihren Lebensunterhalt vor allem über Konzertauftritte. Ich erinnere mich noch gut daran, wie die Plattenfirmen den gesamten Markt dominierten. Das war eine Szene, in der viele Leute ihre Machtposition ausspielten. Dann kam der Wandel der Industrie und alles ging recht schnell. Plötzlich wurde der Live-Event-Bereich zur größten Einkommensquelle für Musiker, die Plattenbosse mussten sich auf einmal umgucken. Das klingt so, als hätte die Plattenindustrie diesen Umschwung nicht kommen sehen. Genauso wenig wie wir. Nur hatten wir das Glück, zu einem frühen Zeitpunkt Teil der neuen Marktordnung zu sein. Aber ich habe den Eindruck, dass sich die Branche nun nach und nach stabilisiert hat und anfängt, wirklich Gelder über das Online Streaming zu verdienen. Dennoch bestimmt sich die Einkommensquelle einer Band aktuell zu 80 Prozent aus Live-Musik.

»Wenn man es als Musiker wirklich schaffen will, dann muss man aggressiv vorgehen.«

Erhöht sich da nicht der Druck auf die Bands, die so dauerhaft touren oder produzieren müssen? Für die Bands in der Mitte ist es hart. Sie sind immer unterwegs auf Tour und müssen noch schauen, dass sie ihre Songs in der Werbung, im Radio, Kino oder in TVSerien platzieren. Das war lange out. Das war früher ein großes Tabu. Als ernstzunehmender Musiker wollte niemand etwas mit der Werbung zu tun haben, aber heutzutage müssen auch andere Einkommensquellen gefunden werden. Und dann heißt es touren, was wiederum sehr effizient gestaltet sein will. Ansonsten wird alles Geld, was auf der Tour gemacht wird, gleich wieder verbraten. Viele Bands bestehen ja aus drei, fünf oder sieben Mitgliedern, unter denen der Verdienst erstmal aufgeteilt werden muss. Sich davon einen soliden Lebensstandard zu ermöglichen, ist ganz schön schwer. Wenn man es als Musiker wirklich schaffen will, dann muss man aggressiv vorgehen. Solange einen keiner kennt, kann man sich auch nicht zwei Jahre lang Zeit nehmen, um ein Album zu produzieren. Erschwert die Geschwindigkeit der Industrie die Entstehung und Entfaltung wahrer Talente? Hätte ein Bob Dylan heute die Chance von damals? Natürlich ist es nach wie vor möglich, dass sich solche Talente entwickeln, aber es ist definitiv schwerer geworden. Auf der anderen Seite vertrete ich die Meinung, dass ein Musiker, der Talent hat und es schafft, die Menschen emotional zu packen, auch eine nachhaltige Karriere haben kann. Die Musik bleibt bestehen, auch wenn sich die Parameter ändern. Und den Typus Singer/ Songwriter wird es immer geben. Wie wirken sich Digitalisierung und Beschleunigung der Branche auf den Konsumenten aus? Ich sehe eine große Veränderung, was die Aufmerksamkeitsspanne von Jugendlichen angeht. Während ich mir auf meinem Plattenspieler ein ganzes Album anhöre, macht sich der Teenager von heute eine Playlist oder will den Song nur antesten, um dann gleich zum nächsten zu wechseln. Viele Jugendlichen schaffen es gar nicht mehr, ein ganzes Album lang still zu sitzen und zuzuhören. Wie überträgt sich das auf die Festivalwelt? Da kann man ja nun nicht mitten im Song weiter klicken. Nein, aber man kann von Bühne zu Bühne gehen. Gerade deswegen funktionieren

Festivals so gut, denn dort müssen die Leute eben nicht sitzen bleiben und sich nur die eine Band angucken. Stattdessen schauen sie sich 20 Verschiedene an, nehmen soviel auf, wie sie können und gehen am Abend zufrieden nach Hause. In Zeiten von sozialen Medien scheint das Bedürfnis, auch Teil einer leibhaftigen Masse zu sein, so groß wie noch nie. Zweifellos, ja.

»Willst du Konzertveranstalter sein, musst du jederzeit dazu bereit sein, einen Koffer voller Bargeld von einem Hochhausdach zu schmeißen.« Deine Festivals sind heutzutage auf der ganzen Welt verteilt, die Lollapalooza-Serie gehört zu einer deiner großen Erfolgsgeschichten. Und das, obwohl alles mit einem Festival begann, das pleite war. Bis 2004 gehörte das Lollapalooza Festival Perry Farrell, dem Sänger der Rock-Band Jane’s Addiction. Ursprünglich war es als eine Art Wanderfestival gedacht, das mit unterschiedlichen Musikern in verschiedenen Städten stattfinden sollte. Dieses Konzept ging aber nicht auf und das Festival war recht schnell bankrott. Daraufhin kauften wir den Großteil der Rechte, verloren aber gleich im ersten Jahr selbst ein paar Millionen Dollar. Sind diese Spekulationen mit hohen Verlustgeschäften nicht wahnsinnig nervenaufreibend? Damit muss man immer rechnen. In Austin gibt es einen Veranstalter, der einmal gesagt hat: »Willst du Konzertveranstalter sein, musst du jederzeit dazu bereit sein, einen Koffer voller Bargeld von einem Hochhausdach zu schmeißen und auf einen Schlag alles zu verlieren.« Das beschreibt ganz treffend das Risiko, mit dem man in dieser Branche leben muss. Um Erfolg zu haben, braucht man vor allem Glück. Glück mit den ersten Konzerten, mit den Ticketverkäufen und dem richtigen Line-up. Darüber hinaus muss man finanziell in der Lage sein, einigen Rückschläge einzustecken. Denn die gibt es immer wieder.

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Vor zehn Jahren ging es der Musikbranche schlecht. Im Zuge der digitalen Umstellung verloren die Plattenfirmen ihre Monopolstellung im Markt, Einkünfte der Musiker wurden plötzlich nicht mehr über verkaufte Plattenträger generiert, eine gesamte Industrie musste sich neu konstituieren. Erfolgreich aus diesem Wandel gingen die Festivalveranstalter hervor, die den digitalen Datenträgern, den Online Streaming- und Download-Diensten die Musikerfahrung des Live Events gegenüberstellten. Charles Attal ist einer von ihnen. Seine Eventagentur C3 Presents aus Austin, Texas, ist ein Big Player und veranstaltet jährlich an die 1000 Konzerte, darunter die erfolgreiche Festivalreihe Lollapalooza, mit Ausgaben in den USA, Chile, Argentinien, Brasilien, Deutschland und Frankreich. Ein Gespräch über den Paradigmenwechsel einer gesamten Branche und über die Mittel und Wege, nachhaltig in ihr zu bestehen.


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150 Trotz jahrelanger Erfahrung? Als wir 2007 unsere Firma C3 Presents gründeten, waren meine beiden Geschäftspartner und ich schon über ein Jahrzehnt in der Branche tätig. Unsere Hauptfestivals spielten Rekordeinnahmen ein. Wir hielten uns für unfehlbar. In dieser Zeit erhielten wir den Auftrag, ein Country Festival in Texas zu veranstalten. »Kein Problem«, dachten wir, obwohl wir von Country Musik eigentlich wenig Ahnung hatten. Ein großer Irrtum. Innerhalb von einem Wochenende verloren wir fünf Millionen Dollar, mangels ausreichendem Ticketverkauf. Zu allem Übel gingen noch dazu zwei Dutzend Autos in Flammen auf. Angesteckt von wütenden Festivalbesuchern? Ein Abgaskatalysator hatte Feuer gefangen und das Gras in der Parkzone angesteckt. Na ja, das war das erste Jahr unserer Firmengründung. Recht niederschmetternd. Wie erholt man sich von so einem Schock? Schnellstmöglich die nächstgrößere Show veranstalten und ausverkaufen. Kein Gedanke ans Aufgeben? Nein. Wir haben einfach weiter gemacht, immer mit dem Kopf durch die Wand. Um in dieser Branche zu bestehen, darf man nicht zurückblicken.

»Mein Rat an jemandem, der sich in dieser Branche versuchen möchte, wäre, stets mit einer Obergrenze von 5.000 Leuten zu beginnen.« 2014 lag der geschätzte Unternehmenswert von C3 Presents bei über 250 Millionen US- Dollar. Es waren sehr bewegte Jahre. Eigentlich haben wir nonstop gearbeitet, Tag und Nacht. Dieses Pensum, verbunden mit einem sehr ungesunden Lifestyle, führte aber schlussendlich dazu, dass wir nach zehn Jahren völlig am Ende waren. Daraufhin stellten wir einen CEO ein. Immer alles selber regeln zu wollen, macht einen auf Dauer fertig. 2014 ist dein Unternehmen zudem mit Live Nation, dem weltweit größten Medienunternehmen im Veranstal-

tungsbereich fusioniert. Live Nation hält nun 51 Prozent der Firmenanteile. Bringt man sich dadurch nicht in ein ganz unproblematisches Abhängigkeitsverhältnis? Es war der nächste logische Schritt, da wir so schnell expandiert sind und Unterstützung beim Wachstum brauchten. Um ein Festival dieser Größenordnung in Ländern aufzuziehen, in denen man nicht zu Hause ist, wie Argentinien oder Brasilien, braucht es eine lokale Infrastruktur und Veranstalter vor Ort, die die Szene kennen. Dieses Netzwerk konnte Live Nation bieten. Der Rest ist dann relativ einfach, wir buchen die Bands aus den Staaten heraus und finalisieren alles andere vor Ort. Hast du nicht das Gefühl, dass die großen Festivals kleinere, weniger kommerzielle verdrängen? Nein. Sofern man ein schönes Gelände, eine tolle Idee und eine gute Produktion hat, ist das kein Problem. Es sind die unorganisierten Festivals, die scheitern. Jene, die ohne vernünftiges Motto und Konzept aus dem Boden gestampft werden und ein reines Durcheinander an Veranstaltungen offerieren. Manch ein Veranstalter geht einfach hin, steckt eine Fahne in den Boden und gibt 20 Millionen Dollar aus, um ein Festival aufzuziehen, bei dem sich keiner den Basics gewidmet hat. Meistens stimmt dann schon das Line-up nicht und sofort ist Schluss. Mein Rat an jemandem, der sich in dieser Branche versuchen möchte, wäre, stets mit einer Obergrenze von 5000 Leuten zu beginnen, damit plus minus null abzuschließen und dann weiter zu gehen. Innerhalb deiner Firma gibt es eine Abteilung, die sich dem Künstlermanagement widmet. Wen deiner Zöglinge mochtest du besonders? Es gibt viele Bands, die wir von Anfang an begleitet haben. Die Killers habe ich schon gebucht, als sie noch 5000 Dollar pro Auftritt verdient haben. Und Lady Gagas Durchbruch fand auf dem Lollapalooza in Chicago statt. Sie stand auf einer ganz kleinen Bühne, es war eine sehr intime Atmosphäre. Das Publikum war gleich vom ersten Moment an wie in einen Bann gezogen. Danach ging ihre Karriere durch die Decke. Sind solche Musiker dann auf Lebenszeit dankbar? Manche schon. Andere meinen, ihre Anwesenheit allein sei das eigentliche Geschenk. Ich urteile da nicht. Mit den Netten freunde ich mich an, von den weniger Netten halte ich mich fern.

Genießen die Bands den Auftritt auf euren Festivals? Wir kriegen sehr gutes Feedback und sind auch privat mit vielen Bands eng befreundet. Mumford and Sons, King of Leon, Cage the Elephant. Das sind alles Bands, mit denen man sehr gerne Zeit verbringt. Paolo Nutini habe ich beigebracht, Auto zu fahren. Backstage in einem 86er Camaro Cabrio von Schauspieler Luke Wilson. Den hätten wir um ein Haar gegen die Wand gesetzt. Ist es schon mal vorgekommen, dass man dich nicht in dein eigenes Festival gelassen hat? Das ist sogar schon häufig vorgekommen, besonders Backstage. Entweder man hat die entsprechenden Pässe dabei oder man kommt nicht rein, selbst, wenn einem das Festival gehört. Erst kürzlich sollte bei einer George Jone’s Show ein randalierender Typ aus dem Backstage-Bereich geschmissen werden. Weil ich einen ähnlichen Cowboyhut trug, wurden wir verwechselt und eh ich mich versah, saß ich im Polizeiwagen auf dem Weg zur Wache. Eigentlich passiert ständig etwas. Die Leute trinken, feiern und es herrscht Ausnahmezustand. Am Ende sind es eben doch immer Festivals. Über die Jahre hinweg hast du Konzerte mit den Rolling Stones veranstaltet, Größen wie Depeche Mode, Radiohead, Metallica, Paul McCartney, Stevie Wonder oder Björk haben sich auf deinen Bühnen die Ehre gegeben. Als du vor zwanzig Jahren dein erstes Konzert veranstaltetest, hattest du von der Branche gar keine Ahnung. Ich habe sehr viel Glück gehabt. Mitte der neunziger Jahre wollte ich in Austin, Texas ein kleines Konzert veranstalten. Ich hatte den Hinterhof eines BBQ Restaurants aufgetan. Durch einen Zufall geriet ich an den Manager der Fugees und buchte die Band. Dabei kannte ich sie nicht einmal; ich dachte, sie hießen die »Fadschies«. Mir war nicht bewusst gewesen, dass die Band kurz vor ihrem Durchbruch stand und ich war etwas überrascht, als sich der Hinterhof mit immer mehr Menschen füllte – am Ende waren es 5000. Es regnete in Strömen, die Bühne war nicht überdacht und eigentlich herrschte totales Chaos. Dennoch feierte das Publikum wie wild. Als die Show vorbei war, saß ich hinter der Bühne und dachte bei mir: »Das ist sowas von toll, das willst du dein Leben lang machen.«


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TIPPS & TRICKS


TIPPS & TRICKS

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SHOWER BEER Was kommt dabei heraus, wenn sich eine schwedische Kreativagentur mit einer Craft-Beer-Brauerei zusammentut? Ein BierConditioner mit InstagramTrend: Unter #showerbeer fotografieren sich Menschen mit Bier in der Hand unter der Dusche. Das 10 % starke, süßliche Pale Ale mit

Der zivilisations­müde Urtyp

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Die vermeintlich gesetzlose Festivalatmosphäre weckt seine Sehnsucht nach einer ursprünglicheren Zeit, in der klare Regeln galten. Sonne? Anbeten! Fleisch? Essen! Feinde? Vernichten! Die Postapokalypse ist schon jetzt seine Nachsendeadresse. Erkennt man an: Staub auf den Handrücken, Blutspuren in den Mundwinkeln und Lust auf Mayonnaise, solange es noch Mayonnaise gibt. Lieblingsmusik: Solche, bei der die Schlaginstrumente alle Blas-, Tasten- und Saiteninstrumente getötet haben. Typische Äußerung: »Was ist schon das Schlimmste, das passieren kann?« Schämfaktor: 1. Genau wie die sanften Augen eines Gorillas spiegelt auch sein Blick die Kreatürlichkeit in ihrer unschuldigsten Form. Selbst seine dornige Keule symbolisiert lediglich die Sehnsucht des Individuums nach einer naturbelassenen, reinen und – hey! Stopp!! AUA!!! Natürliche Feinde: Seife, Kleidung, Becherpfand und andere Zivilisationserrungenschaften. Wörter mit mehr als einer Silbe. Traditionelle Verbündete: Alpha-Männchen mit Omega-Hirnen. Dornige Keulen.

fruchtigen Zitrus- und EarlGrey-Tee- und BergamotteNoten lässt einen nicht nur besser riechen als die anderen Alkoholiker und sorgt für Insta-Fame, sondern ist gleichzeitig prädestiniert für die Campingplatz-Dusche. Je nach Zustand kann man entweder selber dran nuckeln oder es den Haaren gönnen.

DINGE, DIE

HELGA HEISSEN

• Westdeutscher Aufklärungsfilm von 1967 • Algen-Erfrischungsgetränk aus Österreich Award mit Seele und Bier in • Festival Hamburg (seit 2013) IPA Craft Beer (8,2 %) aus • Double Schottland von Hägar dem Schrecklichen • Frau (seit 1973) • Asteroid des Hauptgürtels (entdeckt 1904) Ruf auf Open Airs, seit • Erratischer Generationen voreilig für tot erklärt


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7 FESTIVAL-HACKS Ob Festival-Newbie oder erfahrener Überlebenskünstler, mit fast jedem Festival-Besuch lernt man einen neuen Trick, um das nächste Open Air noch besser zu überstehen …

1. Zeltschnüre mit Alufolie sichtbar machen Das Zelt ist gerade aufgebaut und keine Minute später stolpert der Erste über die schnell zu übersehenden Zeltschnüre. Dem kann man vorbeugen, indem man Aluminiumfolie um die Zeltschnüre wickelt. Die Alufolie reflektiert jegliches Licht, wodurch die Schnüre besser zu erkennen sind. Auch im Mondlicht! 2. Kopflampe + Wasserkanister Um nachts im eigenen Camp oder Zelt noch irgendetwas sehen zu können (sofern wünschenswert), bieten sich Kopflampe und Wasserkanister als hervorragende Lichtquelle an. Dazu einfach den Kanister mit Wasser füllen und die Kopflampe um den Kanister spannen, so dass die Lampe in den Kanister leuchtet. 3. Kaffeebeutel Wer auf Festivals nicht auf frischen Kaffee verzichten will, kann auf die Teebeutel-Methode zurückgreifen. Einfach Kaffeepulver in Papier-Muffinförmchen füllen und mit Zahnseide zuschnüren. Und ab damit ins heiße Wasser! 4. Strohhalm-Aufbewahrung Da Glasflaschen meist verboten sind und manche Flüssigkeiten wie Öl nur in geringen Mengen gebraucht werden, braucht es eine Verpackung für

kleine Einheiten. Dafür einfach einen dicken Strohhalm an einem Ende falten und mit einem Feuerzeug »verschweißen«. Durch die andere Öffnung die gewünschte Flüssigkeit einfüllen und ebenfalls mit dem Feuerzeug versiegeln. 5. Einmal-Seife Um nicht immer mit einem ganzen Stück Seife zum Festivalgelände gehen zu müssen, gibt es eine einfache Lösung: Zuhause mit einem Sparschäler kleine Seifen-Portionen abschneiden und in einer Plastiktüte aufbewahren. 6. Gefrierbeutel als GummistiefelErsatz Wenn man die Gummistiefel vergessen hat, aber keine nassen Füße bekommen will, gibt es einen Trick: Bevor man die Schuhe anzieht mit den Füßen in Gefrierbeutel steigen. So werden die Schuhe nass, aber die Füße bleiben trocken. 7. Wodka-Deo Nach mehreren Tagen Festival ist es üblich, dass das Zelt genauso übel riecht wie du dich fühlst. Wodka ist hier das Zaubermittel! Fülle den Wodka vermischt mit Wasser in eine Sprühflasche und sprühe dieses Gemisch auf deine Kleidung. Danach riecht sie wieder neutral und du kannst in Ruhe den restlichen Wodka trinken.

MOGWAI. LUCKY CHOPS MIGHT Y OAKS. FABER THE JESUS AND MARY CHAIN

GISBERT ZU KNYPHAUSEN

SLOWDIVE. BLUMFELD. PARCELS MOGLI. LOTTE. MARTIN KOHLSTEDT LOW. LILLY AMONG CLOUDS. LÙISA MATT GRESHAM. HUGO HELMIG. SAM FENDER. JAGUWAR THE WHOLLS. NORDMANN. THE GREAT FAULTS. LUKE NOA. U.V.A.

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TIPPS & TRICKS

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Wer erinnert sich noch an die spektakuläre Szene aus »Asterix erobert Rom«, in der Asterix beim Ehrwürdigen des Gipfels den Wäschestapel erkennt, der mit Olympia – dem Weichmacher der Götter – gewaschen wurde? »Oh ihr Götter, habt ihr das eben gehört?«, fragt der Ehrwürdige gen Himmel, in dem die Götter, gequetscht auf einer Wolke, hitzig diskutieren – abgesehen von einem: Bacchus. Der Gott für Wein und Ekstase fläzt sich auf seiner eigenen Wolke, mit rosigem Gesicht, roter Nase und in der einen Hand ’nen Vino, fällt beim Hicksen zwar fast von seiner flauschigen Wolke, aber trägt dabei ganz lässig einen Blumenkranz aus Weinreben. Es wäre also regelrecht vermessen, den Blumenkranz als bloßes Festival-It-Piece (#flowercrown), als billigen Modeschmuck der H&M-Coachella-Kollektion abzutun. Vielmehr steht er für die Loslösung von Regeln, für Freiheit, Müßiggang – für all das, was sich in dem selig-betrunkenen Lächeln auf Bacchus’ Gesicht widerspiegelt.

Pah, Bacchus! Der Schutzpatron des Dionysischen hatte sich die Weinblätter als Trophäen um den Kopf gewickelt, das war der sichtbare Vorsatz zur entgrenzten Eskalation! Blumenkränze sind dagegen die Julia Engelmanns der Festivalkultur, das wohlgetrimmte Dekor einer Vermarktungsindustrie, die spöttisch irgendwas mit Flowerpower murmelt, während sie uns mit dem gekühlten Chardonnay aus dem Platinum-Bereich zuprostet. Bacchus! Betet zu Gott Fleurop, ihr Opfer des süßlichen Katalog-Klischees! Der Blumenkranz ist das verniedlichte Symbol der wohlriechenden Anpassung, ein Spott-Utensil in Richtung der Gegenkultur von einst, die heute auf einen Scott-McKenzie-Song in der Playlist reduziert wird. Flowerpower, das Duschgel, Flowerpower, der Kunstdünger. Wer Blumenkränze trägt, der duscht auch! Wer Blumenkränze trägt, hält Einhörner für subversiv! Kein Blumenkränzler ist wirklich liederlich, niemand ernsthaft an Orgien interessiert.

FOTO: FERDERIKE WETZTELS

Schmuck oder Kitsch? Die je nach Genre häufig auftauchenden Blumenkränze sorgen in der Festivalwelt für Kontroversen. Die Festivalguide Redaktion ist ähnlich geteilt und ruft zur Inventur der jüngeren Gegenwartskultur: hot or not?


A T T N I L E TE M ET L 157

TIPPS & TRICKS

TYPEN, DIE NERVEN II

Die Instagram-Diva

ILLUSTRATION: JOHANNA WALDERDORF F

Zuuufällig hat sie gerade 600 Beweisfotos davon gemacht, wie sehr sie sich im Moment amüsiert. Im Ernst: Warum können eigentlich nicht alle Menschen einfach tun und lassen was sie wollen, sich dabei selbst verwirklichen und nebenbei einen ersten Modelvertrag abschließen? Hashtag #danceyourlife Erkennt man an: Selfiesticks, Glitzerwangen, Daisychains, dezenten Tattoos. Einer ungesunden Beziehung zu Menschen, deren Beruf offenbar »Follower« ist. Lieblingsmusik: Alles. Vor allem die jeweils ersten 40 Sekunden der ersten Single vom Debütalbum neuer Bands namens Habichvergessen. Typische Äußerung: »Oh. My. God! Berlin is my favourite country!« Schämfaktor: 4. Unsere Kindheit war ebenfalls glücklich. Sie dauerte nur eben nicht 28 Jahre und 75.000 Terabyte. Natürliche Feinde: Defekte Ladekabel, schlechter Empfang. Hässliche Menschen und unpopuläre Tiere. Ironie und Sarkasmus. Vergangenheit und Zukunft. Traditionelle Verbündete: Schmetterlinge, Einhörner, Meerjungfrauen, niedliche Kätzchen. Gefühle insgesamt. Trust-Funds. Der kleine Prinz.

DIE HEISSESTEN TRETER FÜR DIE FESTIVALSAISON

Badelatschen haben mittlerweile ihren altbackenen Ruf abgelegt und sind nicht nur Streetwear- sondern vor allem auch Festival-tauglich. Daher sollten sie in diesem Sommer in jedem Festivalgepäck zu finden sein. Egal, ob für den morgendlichen Gang zum Dixi, für abgefahrene Dance Moves vor der Bühne oder zum Chillen auf dem Zeltplatz – das absolute It-Piece sind in diesem Jahr die lässigen Treter. Für alle, denen das schlichte Design jedoch zu langweilig ist, gibt’s die Melittaletten! Die feuerroten Treter sind für jede Festivalsituation und jedes Wetter die idealen Begleiter und tragen die sommerliche Festivaleuphorie auch über die Saison hinaus.


TIPPS & TRICKS

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5 FESTIVALS FÜR STÄDTEREISEN Warum immer dieser Schlamm-Fetischismus?! Europas Metropolen haben tolle Festivals, die Entgrenzung und Kultur formidabel verheiraten.

AMSTERDAM DANCE EVENT Amsterdam, Niederlande 17.–21.10. Von den gefühlt 50 Hauptattraktionen der niederländischen Hauptstadt steht das Amsterdam Dance Event im Oktober an erster Stelle. Coffeshops? Museen? Altstadt? Meer? Wer kann sich da bloß entscheiden? Praktischerweise jagen einen die insgesamt 2200 DJs, die beim ADE in 120 verschiedenen Locations auftreten, auch in die abgelegeneren Teile der Stadt, wodurch Amsterdams Charme sich besonders gut offenbart.

FLOW FESTIVAL

LOLLAPALOOZA BERLIN

Inmitten der Metropole finden sich überall Ruhepole, das Flow ist keiner davon. Vom pittoresken Kaivopuisto Park kann mit der Fähre ein Abstecher auf die verwilderte Vallisaari Insel eingelegt werden, die erst seit zwei Jahren für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Flora und Fauna sagt man beim Flow adé und tanzt dafür in prachtvollster Industriekulisse, der Suvilahti Kraftanlage – inklusive Blick aufs Meer!

Das Lollapalooza Berlin ist erneut umgezogen, das Stadtzentrum verlässt es dabei nur knapp. Beim Lollapalooza finden im Olympiapark und Olympiastadion Shows eines bunten Line-ups in bunter Umgebung statt. Nachts stehen die Straßen der Hauptstadt für Erkundungstouren bereit – Genesung vom Trubel findet sich hier allerdings bestimmt nicht.

SZIGET

PRIMAVERA SOUND

Es ist bloß ein Katzensprung von der »Island of Freedom« ins Herz von Budapest. Mit dem »Budapest City Pass« der festivaleigenen Reiseagentur können Gäste alle öffentlichen Verkehrsmittel der ungarischen Hauptstadt benutzen und zwischen den Konzerten der Megastars kostenfrei in Bädern (wie dem Széchenyi) entspannen. Zum äußerst sehenswerten jüdischen Viertel, der St.-Stephans-Basilika und der Altstadt Vaci Street ist es dann auch nicht mehr weit.

Der König unter den europäischen Musikfestivals hat seinen Sitz in Spaniens kulturellem Hotspot. An architektonischen Meisterwerken von Gaudí, dem Park Güell sowie der Flaniermeile La Rambla kann sich bei den dortigen Tiefsttemperaturen von 10 Grad sogar im Winter erfreut werden. Wenn das Primavera mit seinem sagenumwobenen Line-up im Sommer zum Tanz bittet, ist sogar der Stadtstrand unweit der Location im Parc del Fòrum genießbar.

Helsinki, Finnland 10.–12.08.

Budapest, Ungarn 08.-15.08.

Berlin, Deutschland 08.–09.09.

Barcelona, Spanien 30.05.-03.06.


159 TIPPS & TRICKS

25.-27. Oktober18 Kaltern am See

La Brass Banda / Heisskalt (DE) All The Luck In The World (IRL) Spinvis (NL) / Kat Frankie (AUS) Alabaster DePlume (GB) / Charles Watson (GB) Lisa Morgenstern (DE) / Marius Bear (CH) stargaze (EU) / Cantus Domus (DE) The Lytics (CAN) / Ferbeg y? (IT) Me + Marie (IT/CH) / And The Golden Choir (DE) Nele Needs A Holiday (BE) / Postcards (LBN) DJ St. Paul (NL) and some more ... (DE)

k a lternpop.com

Our 35 th Edition

BIER PONG VARIANTEN Immer auf der Suche nach Trinkspiel-Innovationen haben wir natürlich auch bei Bier Pong unseren Finger stets am Puls der Zeit. Während andere noch ihre roten Plastikbecher zu fantasielosen Dreiecken formieren, befestigen wir selbige bereits an Saugrobotern. Ihr wollt als Trinkspiel-Trendsetter in die Festivalgeschichte eingehen? Wir haben vier Alternativen zum klassischen Bier Pong zusammengestellt.

RUSSISCH ROULETTE PONG

TEA PONG

Jeweils sechs Becher werden kreisförmig aufgestellt. Fünf davon werden mit Wasser gefüllt und einer mit Wodka – ohne, dass die gegnerische Mannschaft die Aufteilung mitbekommt. Eine kühle Erfrischung oder eine mögliche Alkoholvergiftung? Viel Glück.

Bier Pong British Style: Zur Vorbereitung einfach mehrere Kannen feinsten Earl Grey kochen, Teetassen – natürlich stilecht mit Untertassen – aufstellen und mit Tee befüllen. Einen Schuss Milch dazu?! Dann beginnt das Spiel wie gewohnt. Alkoholhaltige Alternativen: Gin Pong oder Champagner Pong.

QUIDDITCH PONG

SAUGROBOTER PONG

Vergiss Harry Potter, jetzt bist du selber Zauberer und stehst auf dem QuidditchFeld. Doch statt den Schnatz zu fangen, reicht eine ausgeklügelte Technik, um den Tischtennisball entweder mit einmaligem Aufprallen oder direkt durch eine der drei Miniatur-Quidditch-Ringe in einen der Becher zu werfen.

Nur für Fortgeschrittene des Bier-PongGames mit einem Faible für Roboter! Die Plastikbecher werden jeweils auf einem schnuckeligen Saugroboter (ist nicht ganz kostengünstig, aber die Investition lohnt sich) befestigt. Und während dieser auf dem Tisch ebenso emsig wie lustig hin und her rollt, wird geworfen.

King Gizzard &The Lizard Wizard (AUS) Lisa Hannigan (IRL) & stargaze (DE) Wood River & Cantus Domus (US/DE) Gisbert zu Knyphausen (DE) Hannah Williams & The Affirmations (GB) Mario Batkovic and friends (CH) Public Service Broadcasting (GB) Reverend Beat-Man and the New Wave (CH) Rolling Blackouts Coastal Fever (AUS) Schnellertollermeier (CH) Seun Kuti & Egypt 80 (NG) stargaze & guests: Hip Hop Orchestral The Barr Brothers special appearance (CAN) Adam French (GB) Jordan Mackampa (GB) Alabaster dePlume (GB) Julian Sartorius (CH) Aquilo (GB) Kettcar (DE) Ariel Pink (US) Kevin Morby (US) Astronautalis (US) Landlady (US) Big Thief (US) Lewsberg (NL) Broen (NOR) Love A (DE) Bruno Major (GB) Marius Bear (CH) Canshaker Pi (NL) Marlon Williams (NZ) Cantus Domus (DE) Matteo Myderwyk (NL) Chad Lawson (US) Moncrieff (GB) Curtis Harding (US) Nilüfer Yanya (GB) Das Paradies (DE) Nils Frahm (DE) Deerhoof (US) Philipp Poisel (DE) De Staat (NL) Phoebe Bridgers (US) Dirty Projectors (US) Protomartyr (US) DJ St. Paul (NL) Rival Consoles (GB) Fabrizio Cammarata (IT) Sampa the Great (AUS) Fink (GB) Seamus Fogarty (IRL) Fortuna Ehrenfeld (DE) Sleaford Mods (GB) Hatis Noit ( JP) Someday Jacob (DE) Hope (DE) Terra Profonda (HU) Housewives (GB) The Inspector Cluzo (FR) Infidelix (US) The Lemon Twigs (US) Jade Bird (GB) The Lytics (CAN) Jake Bugg acoustic (GB) Tinpan Orange (AUS) Jenny Lewis (US) Tristan Brusch (DE) John Maus (US) Villagers (IRL) Jonas David (DE) White Wine (US/DE)

#hpf18

grafik: martina liebig

FOTO: COOLSTUFF.DE

9 . - 11 . A u g u st 2 018 Re e s - Ha ld e r n a m Nie d e r rhein G e r ma ny

H A L D E R N P O P. C O M


TIPPS & TRICKS

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TYPEN, DIE NERVEN III

21.07.18 LINGEN EMSLANDARENA

07.10.18 LINGEN EMSLANDARENA

03.11.18 LINGEN EMSLANDARENA

FRANK turner 10.11.18 LINGEN

EMSLANDARENA

17.11.18 LINGEN EMSLANDARENA

14.12.18 LINGEN EMSLANDARENA Tickets an allen bekannten Vorverkaufsstellen, unter der Ticket-Hotline 0591 912950 oder 0591 9144144 sowie auf www.eventim.de und www.emslandarena.com

Der Cliquenführer Na gut: Er hat die Reise zum Festival organisiert, er hat an Sonnenmilch, Müsliriegel und Toilettenpapier gedacht. Aber ist das ein Grund dafür, sich jetzt permanent als Gouvernante mit Feldherrenkomplex aufzuspielen? Er findet ja, wir denken an Cäsarenmord. Erkennt man an: Zweckdienlicher Kleidung, aufreizender Nüchternheit, unflexiblen Hygieneansichten, starrer Planung und angeberisch verantwortungsvoller Grundeinstellung. Lieblingsmusik: Die jeweils schlechteste Musik des Festivals. Dafür aber von möglichst weit vorn, damit man auch alles mitkriegt. Typische Äußerung: »Bockstarke Combo!«, »Endgeile Session!«, »YOLO!«, »Gerstensaft!« Schämfaktor: 6. Autorität muss man sich verdienen. In ihrer Abwesenheit gedeihen furchtbare Gestalten. Deine politische Radikalisierung beginnt hier. Natürliche Feinde: Der Rest der Clique. Alle Bands bis auf eine. Rock’n’Roll, Hip-Hop und angeschlossene Genres. Traditionelle Verbündete: Der Rest der Clique (denkt er!). Deine Eltern.

ILLUSTRATION: JOHANNA WALDERDORF F

& the sleeping souls


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5 URLAUBSFESTIVALS FÜR DEN SCHMALEN GELDBEUTEL

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BEACHES BREW

Italien, Marina di Ravenna 04.–07.06. Das kostenlose Festival bringt die aufregendsten Underground-Charaktere aus Indie, R’n’B und World auf dem örtlichen Strand des 3500-Seelen-Dorfs zusammen.

Wasser

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39 ,-

KOLORÁDÓ

Ungarn, Nagykovácsi 13.–16.06. Urlaub im grünen Dickicht unweit Budapests, mit Hinds, Kelela und Wavves verantwortlich für den musikalischen Proviant. Dafür kann man getrost mal 39 Euro springen lassen.

0,-

POL’AND’ROCK

Polen, Kostrzyn nad Odrą 02.–04.08. Mit ca. 750.000 Besuchern, Genossen des Rock-, Metal- und Punk-Segments und nach wie vor kostenfreiem Eintritt sind Vergleiche zum legendären Woodstock Festival mehr als berechtigt.

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35 ,-

AWAKE FESTIVAL

Rumänien, Gornesti 17.–19.08. Lokalen Wein bekommt man in Rumänien ab 1 Euro pro Liter – da schreckt nicht mal die dabei oft verwendete Plastikflasche ab. Auf dem transsilvanischen Schloss nahe des Flusses Mureș ist Glas wahrscheinlich eh nicht erlaubt.

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GEM FEST

Georgien, Anaklia 09.–12.08. Hand aufs Herz: Wer war schon mal in Georgien? Vermutlich die wenigsten. Dabei hat das Land mit Bilderbuch-Stränden, großartigen Wanderrouten und dreitägigen EDM-Festivals für läppische 40 Euro viel zu bieten.

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TIPPS & TRICKS

Sei auf Festivals ganz in deinem Element!


Musik & Fußball

BEZIEHUNGSSTATUS: KOMPLIZIERT Andrea Berg, Xavier Naidoo, David Guetta – alle Profifußballer haben einen bescheidenen Musikgeschmack? Stimmt nicht! Einer der teuersten Spieler aller Zeiten hat sogar mal bei einem großen spanischen Festival aufgelegt, erklärt uns Andreas Bock vom Magazin 11Freunde.

Fußball und Musik pflegen eine seltsame Beziehung. Das ahnt man bereits, wenn man zum ersten Mal in seinem Leben ein Stadion betritt und feststellt, dass der DJ immer noch die alte Fetenhits-Compilation aus den Neunzigern auflegt. Vor Anpfiff Scooter, in der Halbzeit Captain Jack und dann »die Hände zum Himmel, komm lass uns fröhlich sein«. Dauerbeschallung aus der Vorhölle. Auch die Musikvorlieben der Profis waren nie sonderlich exquisit. In den Achtzigern wussten wir dank des Hanuta-Sammelalbums, dass Lothar Matthäus auf Nicole (»Ein bisschen Frieden«) stand und Eike Immel auf Modern Talking (»Cheri, Cheri Lady«). Im Sommermärchenrausch 2006 tanzten die Nationalspieler zum Eso-Barden Xavier Naidoo, bei der WM 2014 zu Andreas Bourani. Matthias Sammer schwärmte einst von Udo Jürgens und Ex-Coach Holger Stanislawski, den man aufgrund seiner St.Pauli-Sozialisation eher zwischen Black Flag und Slime verortet hatte, gab zu, dass er gerne Lieder von Andrea Berg höre. Als 11Freunde vor einigen Jahren zahlreiche Bundesligaspieler fragte, was ihre Lieblingsmusik sei, schloss fast jede Antwort mit dem Satz: »… und alles von David Guetta.« Fußballprofis haben halt keinen Geschmack, lautet die landläufige These. Aber stimmt das wirklich?

FOTO: WALTER GLÖCKLE

TIPPS & TRICKS

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163 Dabei hätte man zu gerne mal erfahren, wie Jerome Boateng und Arturo Vidal zu »Start Choppin« tanzen. Und kennt jemand noch Gaizka Mendieta? 2001 wechselte er für eine damals astronomische Ablösesumme von 48 Millionen Euro vom FC Valencia zu Lazio Rom. Nach seiner Ankunft in Rom ging er als erstes in einen Plattenladen und kaufte sich Alben von Pavement, The Jam und Aretha Franklin und übte an seinen Plattenspielern seine DJ-Skills. Ein Jahr nach seinem Karriereende rief ihn ein alter Freund an und fragte, ob er Lust hätte, bei einem Festival aufzulegen. Mendieta sagte zu, denn er dachte, es würde sich um ein kleines Picknick für Bekannte handeln. Wenige Wochen später stand er vor 15.000 Zuschauern auf einer Bühne des Benicàssim-Festivals. Das Beste allerdings: DJ Mendieta käme mit seinem Programm vermutlich auch bei der heutigen Spielergeneration an. Er sieht zumindest aus wie ein Doppelgänger von David Guetta.

Während dieser Festivals könnte die deutsche Nationalmannschaft spielen (Auswahl) Deutschland – Mexiko Sonntag, 17.06 Daughterville, Maifeld Derby, Nova Rock, Pinkpop

Deutschland – Schweden Samstag, 23.06. Donauinselfest, Hellfest, Hurricane, Isle Of Wight, Secret Soltice, Southside, Traumzeit

Viertelfinale Sonntag, 07.07. (bei Gruppensieg, ansonsten Sa., 06. 07.) Balaton Sound, Feel, Openair Frauenfeld, Open’er, Pohoda, Rockharz, Rock Werchter, Rudolstadt-Festival, Ruhrpott Rodeo, Splash!, Summerjam

Spiel um Platz 3 Samstag, 14.07. Bang Your Head, Dour, Exit, Melt, Open Source, Tag am Meer, Talge Open Air, Sacred Ground

Finale Sonntag, 15.07. Dour, Exit, Melt, Sacred Ground

TIPPS & TRICKS

Tatsächlich kann man die Geschichte auch anders erzählen. Über die HSVLegende Charly Dörfel etwa, der in den sechziger Jahren von der französischen L’Équipe zum besten Linksaußen der Welt gekürt wurde. In seiner Freizeit sammelte er Schallplatten von Beatbands. Heute hat er 23.000 LPs und 6000 Singles zu Hause stehen. »Wenn ich auflege, spiele ich nur rare Beatsachen aus den Sechzigern«, sagt er. »Ich bin ja kein Dudelradio.« In den späten Neunzigern galt Mehmet Scholl als eine Art John Peel unter den deutschen Fußballern. Er gründete ein Label, legte im Radio auf und brachte gelegentlich Compilations mit seinen Lieblingssongs heraus. Während Oliver Kahn durch die Kabine wütete und Stefan Effenberg sich mit Claudia in Oktoberfestzelten vergnügte, ging Scholl zu Konzerten von Teenage Fanclub und Oasis. Sein spanisches Pendant ist Xabi Alonso, der bei Twitter von Bands wie Dinosaur Jr. und My Bloody Valentine schwärmt. Der Süddeutschen Zeitung gab er vor zwei Jahren ein Interview zum Thema Stil, Geschmack und Neunziger-Jahre-Indie-Musik. »Offensichtlich bin ich hoffnungslos altmodisch«, sagte er. »In der Kabine würden mich die Jungs nie auflegen lassen.«


TIPPS & TRICKS

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DAS FESTIVALGUIDE QUIZ Was wäre der Festivalsommer ohne ein anständiges Quiz für die Umbaupausen? Los geht’s!

DIE PREISE Google Pixel 2 XL

g.co/pixel2 Damit ihr für das nächste Festival bestens ausgestattet seid, verlosen wir ein Pixel 2 XL. Mit der intelligenten Kamera könnt ihr atemberaubende Fotos machen und all diese Fotos im unbegrenzten Speicher behalten. Und sollte es mal nass werden, ist es durch das wasserabweisende Gehäuse per-

fekt geschützt.

Dockin »D MATE« Bluetooth-Speaker

dockin.de/d-mate/ Der perfekte Begleiter fürs Open Air: Wassergeschützt, für den Outdoor-Gebrauch optimierter Sound, bis zu 16 Stunden Akkulaufzeit und Powerbank-Funktion zum Smartphone-Aufladen. Da kann man auch auf dem Camping-Platz bleiben. Wir verlosen 3 × 2 Stück.

SAMSTAG, 21. JULI 2018

LINGEN EMSLANDARENA

Polaroid Pop Kameras

meetpolaroid.com Das Konzert des Jahres oder die Zelplatz–Crew: Mit der Polaroid »Pop« Sofortbildkamera knippst du die besten Festivalmomente und kannst sie direkt als Polaroid Foto in der Hand halten. Das Highlight: Per WLAN kannst du Bilder vom Smartphone über die »Pop« drucken! Wir verlosen sechs Kameras.

About You Gutschein

aboutyou.de Die Festival–Tickets sind gebucht, aber du weißt nicht, was du anziehen sollst? Lass dich einfach auf ABOUT YOU inspirieren und finde dein perfektes Festival-Outfit in einer riesigen Produktauswahl von über 1000 Top–Marken. Wir verlosen einen 200 Euro Gutschein, der dir Deinen Einkauf zusätzlich versüßt.

LONG LOST SUITCASE. . .

TICKETS AN ALLEN BEKANNTEN VORVERKAUFSSTELLEN sowie unter: www.eventim.de und www.ticketmaster.de The musical soundtrack to the book Over The Top And Back The new album, out now

Die Buchstaben der richtigen Antworten ergeben das Lösungswort, das ihr bitte mit dem Betreff »Festivalguide Quiz« an verlosung@festivalguide.de schickt. Teilnahme ab 18 Jahren. Einsendeschluss ist der 15. Juli 2018. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.


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P) W-Festival B) Statement L) Putte i Parken 2. Wohin zieht das Lollapalooza Berlin dieses Jahr?

3. Welches ist Deutschlands größtes EDM-Festival? S) Parookaville K) Nature One R) SonneMondSterne 4. Welche Frucht war auf dem Reading und Leeds Festival 2017 wegen des Auftritts der Glass Animals verboten?

I) Treptower Park E) Flughafen Tempelhof A) Olympiastadion & Olympiapark

N) Melone P) Banane S) Ananas

Gaffel Fässer

Bull’s Eye BBQSaucen × Landmann Kugelgrill

gaffel.de Wenn eines auf dem Festival nicht fehlen darf, dann ist das Bier! Ob nun abends, nachmittags oder morgens um vier: Bier ist essentiell auf jedem Zeltplatz. In Köln bevorzugen wir da leckeres GAFFEL Kölsch. Wir verlosen 11 × 5l von den feinherben Fässchen to go für dein nächstes Festival Highlight.

Herschel Supply »Fifteen«

herschel.com Die Sonne scheint, die Musik geht ab und deine Lieblingsband ruft „Put your hands up!“. Leider sind deine Hände voll. Verdammt. Den perfekten Moment verpasst. Damit dir das nicht noch einmal passiert, verlosen wir drei mal den super praktischen Hip Bag »Fifteen« von Herschel Supply in schwarz.

OBI Festival Outfit

machwasausdeinem sommer.at Dir fehlt noch ein echter Hingucker in deiner Garderobe? Gewinne jetzt Dein exklusives Sommeroutfit! Zur Feier des 35. Wiener Donauinselfestes verlosen wir 10 × 1 Hawaii Hemd & 1 Gartensackerl im Erdbeer-Rhabarber Look. Ein Fashion-Highlight für Deinen Sommermoment am See, Festival oder am Gartengrill.

bullseyebbq.de Bald ist es wieder soweit: Die Grillsaison steht vor der Tür! Was darf nicht fehlen? Die perfekte Sauce! Ob Original, Steakhouse, Hot Chipotle oder Honey BBQ – die Bull’s Eye BBQ-Saucen bringen Feuer in euren Grillabend. Wir verlosen einen Landmann Kugelgrill inkl. aller Bull’s Eye Saucen.

28 BLACK Energy Drink

28black.com Damit ihr für das nächste Festival mit ausreichend Energie versorgt seid, könnt ihr eine von fünf exklusiven 24er-Boxen des 28 BLACK Energy Drinks gewinnen. Die coolen 250 ml Dosen im Festival-Look, gefüllt mit der beliebten Sorte Açaí, könnt ihr nicht im Handel kaufen, sondern nur bei uns gewinnen.

Sonnenbrille von St.Eilen

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W W W. O P E N - F L A I R . D E • T I C K E T- H O T L I N E 0 5 6 5 1 - 9 6 1 6 3

TIPPS & TRICKS

1. Wie heißt das schwedische Festival, das 2018 anstelle des Bråvalla Festivals ohne Männer stattfindet?


TIPPS & TRICKS

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TYPEN, DIE NERVEN IV

Die wandelnde Midlife-Krise

Über 80.000 Schallplatten auf Lager Hip Hop, Rock/Pop, Funk/Soul, Electro Schnelle Lieferung, weltweiter Versand hhv.de/records

Erkennt man an: Geliehenem Selbstbewusstsein, geschenkten Getränkebons und einer selbst erworbenen Vinyl-Kollektion, die genau wie sein Liebesleben near mint ist. Lieblingsmusik: Teenage Fanclub, The Feelies und alles, was DU gerade gut findest. Typische Äußerung: »Das Line-up vom Hurricane 1999 war sensationell! Erinnert mich stark an das gerade hier! Bist du eigentlich ein Riot-Grrrl?« Schämfaktor: 5, da man sich ihm gegenüber leicht überlegen fühlen kann. Außer, es handelt sich um einen Verwandten (Schämfaktor 7) oder den eigenen Vater (Schämfaktor 10). Natürliche Feinde: Die meisten attraktiven jungen Mädchen. Traditionelle Verbündete: Vereinzelte ebenso attraktive junge Mädchen.

ILLUSTRATION: JOHANNA WALDERDORF F

Während sich seine Altersgenossen brav für Craft Beer und Panzerdokus interessieren, möchte er noch einmal enge Hosen tragen, Wörter wie »cool« falsch verwenden und attraktive junge Mädchen anbaggern, die halb so alt sind wie er.


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Seit letztem Jahr erreichen uns wöchentlich immer noch Dutzende Zuschriften, die uns von euren Sorgen und Problemen bei Liebe, Sex und Zärtlichkeit berichten. Das Dr. Backstage-Team ist natürlich nach wie vor bei der Sache und leiht euch ein offenes Ohr, wo andere möglicherweise einfach weghören. Damit es auch 2018 mit der Festivalromantik hinhaut, stehen euch unsere Experten mit Rat und Tat zur Seite. Seid also versichert: Es gibt keine dummen Fragen. Nur dumme Antworten. LEILA (16): Lieber Dr. Backstage! Ich bin sexuell bereits ziemlich aktiv und habe festgestellt, dass mir dabei ein großer Penis besonders wichtig ist. Leider kann man das den Jungs ja von außen erst einmal nicht ansehen und wenn es dann so weit ist, ist es oft schon zu spät. Daher die Frage: Stimmt es, dass Nasen, Lippen oder die Form des Kinns Aufschlüsse über die Schwanzgröße geben? Und könnte jemand da irgendwie schnell ne praktische App zu machen, bevor das Lollapalooza losgeht? DR. BACKSTAGE: Liebe Leila! Das mit den aussagekräftigen Körperteilen ist leider totaler Quatsch, wie wir gerade noch mal bei internen Recherchen festgestellt haben. Statt dubioser Hilfsmittel empfehlen wir ohnehin immer die direkte Ansprache. Wer auf die Frage »Hast du eigentlich einen großen Penis?« mit einem unverkrampften »Ja!« antwortet, wird höchstwahrscheinlich etwas für dich sein. Oder du schaltest einfach mal den Buschfunk ein: Mädchen empfehlen anderen Mädchen gerne große Penisse und warnen vor allzu kleinen. #girlpower FELIX (17): Hey, Dr. Backstage! Weil meine Freundin und ich keinen Bock auf die verklemmte bürgerliche Sexualmoral haben, leben wir in einer offenen Beziehung. Ihre Beziehung war in letzter Zeit sogar noch wesentlich offener als meine, weshalb ich auf dem diesjährigen Haldern ein bisschen in die Offensive zu gehen gedenke. Andererseits war ein ganz ähnlicher Plan letztes Jahr schon nicht von Erfolg gekrönt. Warum gerate ich in meinem Liebesleben so oft an rückständige Spießer und sie nicht? DR. BACKSTAGE: Hallo Felix! Zunächst einmal musst du einsehen, dass Liebe und Sex keine Wettkämpfe sind und auch keine politischen Positionen. Wenn

Clique zum Hurricane fahren und ich hab das Gefühl, nur eine von uns wird zurückkommen! DR. BACKSTAGE: Liebe Alina, diese Rollenspiele sind in der Pubertät etwas völlig Normales, denn auch durch Nachahmung lernt man. Tatsächlich haben Experten errechnet, dass sich die Anzahl der Teenager durch Identitätsdiebstahl weltweit jedes Jahr etwa halbiert. Dieses möglicherweise beklagenswerte Phänomen entbindet dich auf der anderen Seite natürlich auch von einem Großteil persönlicher Verantwortung. Hast du schon mal mit dem Gedanken gespielt, Alkohol aus Plastikeimern zu trinken oder dir ein Gesichtstattoo stechen zu lassen?

dem so wäre, wären AfD-Wähler schließlich längst ausgestorben und die von der HipHop-Partei »Die Urbane« die derbsten Checker überhaupt. Ist ja nun leider nicht so. Vielleicht bist du im Gegensatz zu deiner sagenhaft gutaussehenden, mega-interessanten und sexuell ultra-magnetischen Freundin mit den süßen Grübchen einfach auch noch nicht reif genug für eine offene Beziehung? ALINA (15): OMG, Dr. Backstage! Ich hab gerade echt ein bisschen Schiss! In meiner Klasse ist dieses Mädchen Emily, das mir alles nachmacht. Zuerst hat sie beim Shoppen immer das gleiche gekauft, dann hat sie meine Frisur und meine Handyhülle kopiert. Inzwischen schläft sie mit meinem Freund und geht bei meinen Eltern ein und aus. Jetzt will sie mit meiner

YANNICK (18): Hilfe, Dr. Backstage! Mein neuer Freund ist eigentlich ein echter Schatz: sensibel, humorvoll, sexy behaart und toll im Bett. Außerdem kann er exzellente türkische Gerichte zubereiten und hat diesen mediterranen Akzent. Gleichzeitig ist er in seinem Berufsleben ein ziemlich bekannter Rapper und manche von den Sachen, die er auf der Bühne so von sich gibt, irritieren mich schon. Wieso benutzt er zum Beispiel »schwul« immer wie ein Schimpfwort? Will er etwa unsere Liebe verleugnen? DR. BACKSTAGE: Lieber Yannick! Hier sitzt du vermutlich einem alten Missverständnis auf. Tatsächlich ist es so, dass die kreativen Wortakrobaten des HipHop immer neue einfallsreiche Wege finden, lexikalische Bedeutungen spielerisch umzuformen und neu zu besetzen. Deine Dünnhäutigkeit ist hier fehl am Platze, denn dass »schwul« anstelle von »schwach« benutzt wird, ist reiner Zufall. Wenn man stattdessen beispielsweise »weibisch« oder »moslemmäßig« sagen würde, würde sich ja auch niemand darüber aufregen.

TIPPS & TRICKS

FRAGEN SIE DR. BACKSTAGE


TIPPS & TRICKS

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KIEZCLUB UNTERWEGS Bis jetzt wurden vor allem Körperteile mit Glitzer überzogen: #glitterboobs, #glitterass und, auf Festivals besonders beliebt, #glitterroots – um den fettigen Ansatz Instagram-tauglich zu kaschieren. Doch nachdem auch das letzte bisschen Haut mit dem funkelnden Plastik planiert wurde, musste was Neues her. So verfeinert die Kaffeerösterei DiBella ihre Cappuccinos mit schimmerndem Glitzer und Two Birds Brewing mischt, in Gedenken an David Bowie, feine Glitzerpartikel in die altbewährte Braurezeptur zu einem goldfunkelnden Stardust IPA. Aber keine Angst: der Lebensmittel-Glitzer enthält kein gesundheits- und umweltschädigendes Mikroplastik. Ob dafür die Körperausscheidungen glitzern, konnte bis Redaktionsschluss nicht geklärt werden.

Der FC St. Pauli ist das, was für viele Anhänger des Kiez-Clubs die oft betonte »einzige Möglichkeit« in der Fußballwelt darstellt. Kein anderer Profiverein setzt sich so stark gegen Diskriminierung und Rassismus ein – sowohl im Fußballgeschehen als auch darüber hinaus in der Gesellschaft. Durch sein Engagement ist der Verein nicht nur unter Fußballfans populär, sondern erfreut sich auch in der Musikwelt großer Beliebtheit. T-Shirts und Pullover mit dem Schriftzug »St. Pauli« und dem dazugehörigen Piratenlogo genießen Kultstatus in ganz Deutschland. An den Merchandise-Ständen des Bundesliga-Vereins können sich Festivalbesucher mit St. Pauli-Artikeln eindecken oder mit den Verkäufern über Fußball und Musik quatschen. Auf folgenden Festivals habt ihr die Gelegenheit dazu: 01.–03.06. ROCK AM RING 14.–17.06. ROCK AM BERG 22.–24.06. HURRICANE 22.–24.06. SOUTHSIDE

30.06.–07.07. ROSKILDE 02.–04.08. WACKEN 09.–12.08. TAUBERTAL 17.–19.08. HIGHFIELD


169 TIPPS & TRICKS

Dir gefällt nicht, was du siehst? Streu einfach Glitzer drüber! In der Festivalwelt glitzern nun schon ganze Äcker, man wird sie vom Weltraum sehen können. Ist das die Glitter-Revolution? Die Festivalguide Redaktion ist sich uneins.

Wie bereits »Bibi & Tina«-Darstellerin Lina vergnüglich singend feststellte: »If the world is bitter, put on some glitter!« Klingt vielleicht etwas abgedroschen, ein bisschen nach Julia Engelmanns Poesiealbum-Sprüchen. Denn natürlich wird die gemeine Welt mit Glitzer nicht unbedingt besser – aber wenigstens glitzert sie. Ein Beispiel: Rock am Ring am Sonntag. Dreck? Mach Glitzer drauf. Kotzlache? Immer drauf mit dem funkelnden Wunderzeug. Ja gut, umweltfreundlich ist es nicht, wenn am Ende 5,0-Bierlachen, Ja!-Bockwurstverpackungen und einzelne Ravioli mit einem bunt schimmernden Glitzerfilter bedeckt sind, doch die Glitter-Revolution wurde bereits ausgerufen und hält umweltfreundliche Alternativen bereit. Und einen Vorteil bietet selbst die umweltunfreundliche Variante – gerade wegen ihrer Mikroplastikpartikel: Du wirst ihn nicht mehr los. Und während Kater, Dreck und Schweiß spätestens zwei Tage nach dem Festival vergessen sind, bleibt Glitzer hartnäckig und sorgt mit jedem neuen Fund für flimmernde Erinnerungsschübe mit Glitzerfilter. Post-Festival-Blues, nimm das!

Menschen und Elstern eint, dass beide alles unendlich attraktiv finden, was schimmert und glitzert. Und das Zeug haftet an allem. Nicht umsonst lautet ein bekanntes Sprichwort: »Haste Glitter am Schuh, haste Glitter am Schuh!« (später von Fußballern leicht abgewandelt benutzt). In den 70er Jahren blieb Glitter dann am Disco-Phänomen und am exzessiv ausgelebten Hedonismus kleben, wo es die meisten von uns heute noch verorten. Man bekommt ihn halt nicht mehr ab. Und wenn Wasser ins Spiel kommt, ist er super, um das Phänomen der Gremlins zu erläutern, denn er scheint sich damit zu vervielfachen, plötzlich ist er überall. Am Ende geht er den Weg des Irdischen und »verschwindet« in Waschmaschine oder Spülbecken. Aber Glitter ist kein von Feen geernteter Sternenstaub, es ist Mikroplastik, wird von Tieren und damit letztlich auch von uns verspeist oder ist Teil unseres massiven Mikroplastik-Problems in den Ozeanen. Mag sein, dass Öko-Glitter im Kommen ist, aber bislang ist Glitter überwiegend konventionell produzierter, gefährlicher Müll.


TIPPS & TRICKS

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Der Große Festivalguide-Test

Abreise

Reise ist das große Thema dieser Ausgabe. Reisen zu Festivals, dachten wir. Erst kürzlich stellte sich heraus, dass damit unsere eigene Reise gemeint ist. Nach 21 Jahren bricht Festivalguide seine Zelte ab und macht sich wieder auf. Aus eigener Erfahrung wissen wir allerdings, dass die Abreise immer auch eine Stilfrage ist. Wir haben uns also sechs beliebte Formen des Aufbruchs vorgenommen, um sie auf Tränenvase und Winkehand zu testen. FOTOS: PIA HENKEL

EMOTIONALE ABREISE

ÜBERHASTETE ABREISE

Drama wird oft negativ konnotiert, unterschwellig aber klassenübergreifend gesucht. Wichtig ist, dem Schmerz über die große Klaviatur des Klagens hinweg die Freiheit zu schenken. Da der Ausbruch am Ende reinigende Wirkung haben soll, ist alles erlaubt, einschließlich Zerreißen der eigenen Kleidung. Sollte diese zu teuer gewesen sein, geht auch die des Nachbarn. Profis haben für derlei Exzesse eine Tränenvase dabei, andere arbeiten mit Taschentuch, Ohnmacht oder Megafon, um auch zartes Schluchzen nicht untergehen zu lassen. Empfohlen zur Unterhaltung empathischer Campingplätze.

Völlig frei von jeder Vorhersehbarkeit begibt sich der Proband in den sportlich unterfütterten Abschied. Ohne Spontaneität läuft hier nix, der feste Blick auf das am Horizont verschwindende Reise-Vehikel lässt zum Glück keinen Platz für gelallte Schwüre eines wünschenswerten Wiedersehens. Man muss in dieser Form des Aufbruchs aber auch loslassen können: Die Erleichterung vom Materiellen erfolgt dabei wie von Geisterhand (Foto: links oben), das Spirituelle (Foto: links unten) bleibt, wie so oft, auf der Strecke. Herzkranken raten wir von diesem Modell ab, es stehen genügend andere zur Verfügung.


171 TIPPS & TRICKS

ERZWUNGENE ABREISE

UNBEWUSSTE ABREISE

Die EA ist quasi vom beherzten Einwirken fremder Kräfte abhängig, lässt sich bei den meisten kommerziellen Festivals allerdings schnell herbeiführen. Alternativlos ist sie in ihrem positiven Einfluss auf submissive Bindungsstörungen. Zeiten mangelnder Aufmerksamkeit durch die doofe Umwelt sind spätestens im Augenblick, da sich die Patellasehne durch den Tritt der Security mit lautem Knall verabschiedet, Vergangenheit. Der innige Körperkontakt therapierte im Testbetrieb beim Probanden spielend sowohl pränatalen Fruchtwasser- als auch postnatalen Bonding-Mangel.

Eine weitläufig unterschätzte Abschiedsform ist die Abreise im wohlmeinenden Zustand der Bewusstlosigkeit. War die FestivalEkstase überwältigend, kann im Anschluss die Selbstabschaltung des Körpers erfolgen, der den Rausch zu verarbeiten gedenkt. Diese Exodusvariante sollte nur im Gruppenkontext erfolgen, da nur so gewährleistet ist, dass jemand den Abtransport übernimmt. Keine Tränen, kein Aufräumen, kein Zusammenpacken, kein Muskeltonus: Die UA fällt in die Klassifikation der äußerst bequemen Abreiseformen (ÄBA) – und hält später auch noch lustige Anekdoten für die Daheimgebliebenen bereit.

PENIBLE ABREISE

FIKTIVE ABREISE

In den anspruchsvollen Kategorien »Feng-Shui« und »Saugbürsten« kann allein die PA Höchstwerte erzielen. Die durch 3 Tage aktive Amnesieförderung derangierte Gehirnsubstanz kann sich im elementargeometrisch geordneten Festival-Rückzug wieder reorganisieren. Zusätzlich empfehlen wir eine mindestens 2-stündige Meditation im rückkoppelnden morphogenetischen Feld. Der obstipante Gesichtsausdruck der in Versenkung befindlichen Testperson sollte nicht täuschen: Der monotone Staubsaugerklang richtete im Testverlauf zuverlässig die synaptischen Verknüpfungen formbildend neu aus. Mantel: C&A.

Im Test erwies sich die FA als äußerst beliebte Abreisevariante. Gedanklich in die Ferne schweifen, über Zelte und Line-ups fliegen, sich Gespräche mit interessanten Menschen an exotischen Orten voller kreativer Energie vorstellend – auf diese Weise sparen sich die Anhänger der fiktiven Abreise jede Menge Stress und Geld. Der Festivalguide zieht diese Form dem realen Erleben nicht unbedingt vor, fördert sie allerdings durch blumigen Schreibstil und allerlei haltlose Versprechen. Merke: Ohne eine gelungene VA (Verpasste Anreise) bleibt eine FA nicht mehr als ein Hirngespinst.


PÜTTLINGEN / SAAR

TYPEN, DIE NERVEN V UST

9.-11. AUG

DONNERSTAG, 09.08.18

Kraftklub In Flames

Feine Sahne Fischfilet SXTN Silverstein | The Menzingers Leoniden | Gloria Zeal & Ardor | uvm. FREITAG, 10.08.18

Marteria Broilers

Gogol Bordello Hot Water Music

Audio88 & Yassin | Drangsal SWMRS | Killerpilze | INVSN | uvm. SAMSTAG, 11.08.18

Beatsteaks Bad Religion

Wizo die Tentakel Käpt‘n Peng &VON Delphi

Mad Caddies | Massendefekt The T.C.H.I.K | Creeper Tiavo | Idles | uvm. Infos Tickets + cko.de c s el- hla rocco-d

Die Freundin der Stars Ihr Job im Veranstaltungsgewerbe bringt eben einfach mit sich, dass sie die ganze Zeit backstage rumhängt, bunte Cocktails, hochwertiges Essen und saubere Toiletten vorgesetzt bekommt und vermutlich gerade zwei oder drei supersüße Leadsänger zu hitverdächtigen Lovesongs inspiriert hat. Erkennt man an: 1.) der Angewohnheit, internationale Musikstars lediglich mit Vornamen zu erwähnen. 2.) ständigem Liebeskummer, weil Simon, Trent und Khalid sich abseits der Saison so selten melden. Lieblingsmusik: Größtenteils Indierock. Vor allem dieser tolle unveröffentlichte Song, den MGMT neulich nach dem Schwimmen im See am Lagerfeuer unplugged gespielt haben. Kennste den? Ach nee, kannste ja gar nicht kennen. Typische Äußerung: »Weiche Drogen kosten Geld? So ein Quatsch! Ich musste noch nie dafür bezahlen!« Schämfaktor: 0. Neid ist etwas ganz anderes als Scham. Gerade du musst das unbedingt lernen, Deutschland! Natürliche Feinde: Die echten Freundinnen der Stars Traditionelle Verbündete: Nassauernde Musikjournalisten, verzweifelte Feuilletonisten, bewundernde Roadies.

ILLUSTRATION: JOHANNA WALDERDORF F

TIPPS & TRICKS

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173 TIPPS & TRICKS

ROADMOVIE Man stelle sich eine Route vor, die einen geradewegs zum Summerjam in Köln, zum französischen Biarritz en Été, dem Bilboa Festival und zu guter Letzt auch zum Primavera Sound in Porto bringen würde – ein toller Trip! Tatsächlich sind Jule und ihr Wohnmobil 303 allerdings nicht wegen Festivals auf dem Weg nach Portugal, sondern um ihrem Freund mitzuteilen, dass sie schwanger ist. Ihr Mitfahrer Jan möchte ebenso gen Atlantik, in der Hoffnung, seinen leiblichen Vater ausfindig zu machen. Das Roadmovie von Hans Weingärtner erzählt eine sehr nahbare Geschichte von den Sorgen junger, zugleich geplagter und geistreicher Existenzen und einer Zuneigung, die ganz unzeitgemäß nicht dadurch entsteht, dass zwei Leute nach rechts geswiped haben. »303« (Hans-Weingärtner-Film, Kinostart: 19.07.2018)

Ein Duschgel namens »Festival Love« Wir waren reichlich irritiert, als wir beim Durchkriechen des Drogeriemarktes mit der Nasenspitze plötzlich im untersten Regal auf dieses Artefakt stießen, das wir zunächst für ein Gleitgel hielten. Festival Love duftet nach Vorfreude und Jasmin? Deckt sich nicht mit unseren Erfahrungen. Der Geruch bei Liebe im Zelt fragt bei gängigen Festivals eigentlich nach dem dringendem Mantel der Betäubung. Wenn allerdings »Vorfreude« eine noch zu definierende Duftvariante zwischen Acker, Schweiß und Turnschuh mit einem Hauch Dixi oder Speiserest wäre und Jasmin der Name der zufälligen Bekanntschaft, wollen wir nichts gesagt haben, uns aber auch nicht damit einreiben.

BEATSTEAKS • BROILERS KRAFTKLUB • MARTERIA IN FLAMES • EDITORS FEINE SAHNE FISCHFILET • GOGOL BORDELLO HOT WATER MUSIC • HILLTOP HOODS • TALCO KÄPTN PENG UND DIE TENTAKEL VON DELPHI FABER • JORIS • THE BABOON SHOW HENNING WEHLAND • IDLES • SILVERSTEIN THE MENZINGERS • INVSN • DICHT & ERGREIFEND KILLERPILZE • MONTREAL • DRANGSAL SWISS UND DIE ANDERN • SWMRS CREEPER • GRANADA MONSTERS OF LIEDERMACHING • ZEAL & ARDOR CONCLUSION OF AN AGE UND VIELE ANDERE...

ROTHENBURG OB DER TAUBER 09. BIS 12. AUGUST 2018

WWW.TAUBERTAL-FESTIVAL.DE


TIPPS & TRICKS

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5 Apps fürs Festival

16.06. SA

QUEENS OF THE STONE AGE SPECIAL GUEST: CRX Rock Konzert

23.06. SA

PUNK IN DRUBLIC FEAT. NOFX / SPECIAL GUEST / BOYSETSFIRE / THE BRONX / MAD CADDIES / BAD COP/BAD COP Punk / HC Festival

04.08. SA

BEGINNER / SAMY DELUXE & DLX BND / + SPECIAL GUESTS Beginner & Friends HipHop / Rap Konzert

25.08. SA

BROILERS CITY RIOT FEST SPECIAL GUESTS: FLOGGING MOLLY / BOOZE & GLORY / THE SELECTER / DRANGSAL / EMSCHERKURVE 77 Punkrock Open Air Festival

08.09. SA

FREUNDESKREIS FEAT. AFROB / JOY DENALANE / MEGALOH HipHop / Conscious Rap Konzert

www.schlachthof-wiesbaden.de

»BOI THIS APP IS LITTTT.«

Du weißt, wo Zelt und Auto stehen. Man braucht dir nicht den Vorteil von Shazam erklären und auch wetterprognostisch bist du gerüstet. Was du bis jetzt jedoch noch nicht auf dem Radar hattest, ist die Anzahl der Geister in unmittelbarer Umgebung deines Zeltes. Dafür gibt’s allerdings die praktische App »Ghost Radar«. Brauchst du nicht? Au contraire.

BIEBER STYLE Ein Standard-Problem beim Festival: Die Frisur ist im Arsch. Da können selbst eine Sprühflasche Trockenshampoo, tonnenweise Glitzer oder ein voluminöser Blumenkranz nichts mehr richten. Trotzdem will man noch etwas #instafame abgreifen oder den Lieben zuhause ein Neid provozierendes Foto schicken. Aber mit der fett- und glitzertriefenden Frisur?! Anstatt jetzt verzweifelt die Mütze über das Elend zu ziehen, einfach die App »Bieber Style« herunterladen. Denn die zaubert jedem den perfekt fluffigen Haarschnitt von Justin Bieber (zu Beginn seiner Karriere).

DIE WITH ME »Ich brauche ein Ladegerät! Jetzt!« – »Ich brauche eine Umarmung!«: Mit »Die With Me« wird das zu einer ganz normalen Unterhaltung. Denn die Smartphone-App begleitet einen in den schwersten Minuten – wenn der Akku fast leer und keine Steckdose in Sicht ist. Also Tag Eins auf dem Festival. Erst, wenn die Akkulaufzeit unter 5 Prozent sinkt, kann man die App überhaupt verwenden. Dann öffnet sich ein Chat, in dem man sich mit Leidensgenossen austauschen, das heißt, mit einem letzten »Helgaaaaa« gemeinsam sterben kann.


175 TIPPS & TRICKS

GHOST RADAR »If there’s something strange in your neighborhood. Who you gonna call?« Nein, nicht die Ghostbusters. Mit »Ghost Radar« werden die nämlich absolut redundant. Die App nimmt übersinnliche Ereignisse mithilfe verschiedener Sensoren wahr und ist damit – laut Erklärungstext – viel effektiver als traditionelles Equipment. Du warst dir immer sicher, auf Festivals gäbe es keine Geister? Dann lade die App. Selbst Rezensent Idiot Dog lol schreibt: »Boi this app is litttt.«

LLAMA OR DUCK? Eine App, wie gemacht für die DixiKlo-Schlange! Die Regeln scheinen simpel. Man muss lediglich anhand von Bildern entscheiden, ob ein Lama oder eine Ente abgebildet ist. Aber Obacht! »Als ich mir das erste Mal die App anschaute, dachte ich ›pfff, warum sollte jemand diese App runterladen? Es ist so einfach.‹ Glaub mir, wenn ich dir das sage: Es ist NICHT einfach. Dein Gehirn wird dich täuschen«, schreibt ein Rezensent. »Dafür sind die Bilder urkomisch.«

MOOD SCANNER Wer erinnert sich noch an die Stimmungsringe, die es früher auf jedem Rummel zu kaufen gab? Die komplette Farbpalette des Regenbogens hat es geschafft, alle Emotionen von »nervös«, über »cool« bis »romantisch« abzubilden. Am Ende blieb es jedoch einfach schwarz. Stimmung: gestresst. Immer. Zwar ohne ansprechendes Delfin- oder Pferde-Design, aber mit Sicherheit um einiges präziser, ersetzt der »Mood Scanner« jetzt den Ring. Morgens kopflos verkatert aus dem Zelt gekrochen, muss man sich nicht mehr selber über seinen Gemütszustand klarwerden. Die über 80 möglichen Emotionen erledigen das – mit passenden Emojis.

a division of FKP Scorpio

SOLD OUT

HOCHVERLEGT

HOCHVERLEGT


TIPPS & TRICKS

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FESTIVALINDEX A

Acoustic Summer Düsseldorf Alínæ Lumr Appletree Garden A Summer’s Tale

B

88 86 70 68

Balaton Sound Benicàssim Burning Eagle

48 58 78

c/o pop

90

C

D

Highfield Hütte Rockt Hurricane

I

Int. Sommerfest. Kampnagel

J

89 88 41

78

Jamel rockt den Förster 90 Jera on Air 38 Jenseits von Millionen 74 Juicy Beats 63

K

Deichbrand Dour

62 55

Kaltern Pop Kosmonaut Kunst!rasen Bonn

Exit

55

Lollapalooza Berlin

98

Feel Flow

54 78

Golden Leaves 100 Green Juice 88 Graspop Metal Meeting 42

Maifeld Derby Melt M’era Luna Mini-Rock-Festival Mind on Fire Mission Ready Müssen alle mit

37 56 83 70 86 39 100

Haldern Pop Helene Beach Hellfest

Nature One New Horizons Norden

66 92 106

E F

G

H

77 59 38

L

M

N

102 42 106

O

Oben Ohne Obstwiesenfestival Off Olgas Rock Open Flair Open Source Øyafestivalen

P

Parookaville Pinkpop Pohoda Puls Open Air Punk Rock Holiday

R

Reeperbahn Festival Reggae Jam Reload Rocco del Schlacko Rock am Ring Rocken am Brocken Rock im Park Rock im Wald Rock Werchter Roskilde Rudolstadt Ruhr-in-Love Ruhrpott Rodeo

S

Sacred Ground

58 104 74 104 80 54 75 60 36 48 36 75 103 74 94 76 35 75 34 59 50 46 50 48 50 55

Smukfest

86

Sound of the Forest Southside

70

Spack!

90

Splash!

52

Summerjam

53

40

SWR3 New Pop Sziget

100

Talge Open Air Taubertal

54

Tomorrowland Traumzeit

60

Trosse Kult

72

Vainstream

39

84

T

82 38

V

W

Wacken

69

Wasted In Jarmen Watt En Schlick

102

Way Back When With Full Force

102

Zeltival

106

Z

73 32

IMPRESSUM Der Festivalguide erscheint einmal jährlich zum Start der Open-Air-Saison als Sonderausgabe von Intro im Mai. Termin-Updates gibt es stets aktuell auf www.festivalguide.de VERLAGSANSCHRIFT Intro GmbH & Co. KG Oppenheimstraße 7 50668 Köln Fon: (0221) 949930 Fax: (0221) 9499399 E-Mail: info@festivalguide.de Internet: www.festivalguide.de

R E DA K T I O N HERAUSGEBER Matthias Hörstmann CHEFREDAKTEUR Carsten Schumacher (V. i. S. d. P.) CVD Werner Pilz REDAKTION Leonie Becker, Mika Gehlen, Henrike Schröder, Chiara Baluch (Modestrecke) E-Mail: redaktion@festivalguide.de FOTOREDAKTION Pia Henkel, Frederike Wetzels (Ltg.)

ART DIRECTOR Holger Risse LAYOUT Holger Risse, Carolina Tidelski TEXTE Senta Best (SB), Julia Brummert (JB), Alexander Dahas, Philip Fassing (PF), Sabine Hambrinker (SH), Daniel Koch (DK), Anna Kravcikova (AK), Johanna Lübke (JL), Christian Steinbrink (CSt), Manfred Tari FOTOS Maxim Abrossimow, Christoph Eisenmenger, Iris Edinger, Lea Franke, Anatol Gottfried, Magdalena Gruber, Viktoria Grünwald, Jean-Paul Pastor Guzmán, Pia Henkel, Diana Pfammatter, Manuel Quarta, Steffi Rettinger, Tamara Reuter, Jewgeni Roppel, Felix Strosetzki, Frederike Wetzels, Lena Willems und Pressebildfreigaben ILLUSTRATIONEN Johanna Walderdorff, Holger Risse, Carolina Tidelski TITEL Johanna Walderdorff, Zackery Michael (Foto)

BRAND & MEDIA DIRECTOR SALES & OPERATIONS Matthias Fricke TEAM Josipa Balić, Simon Cappell, Sebastian F. Dudey, Sabrina Esser, Martin Lippert, Michael Petersen, Géraldine Schleder E-Mail: werbung@festivalguide.de AUFTRAGSANNAHME UND ADMINISTRATION Florian Schuster, Eva Sieger (Ltg.) E-Mail: anzeigen@festivalguide.de

V E R L AG GESCHÄFTSFÜHRER Matthias Hörstmann DIRECTOR PUBLISHING Martin Lippert PROJEKTLEITUNG FESTIVALGUIDE Sabrina Esser PERSONAL & ORGANISATION Rebecca Wast (Ltg.), Svenja Bender LEGAL & BUSINESS AFFAIRS Björn Bäurle (Ltg.), Kristin Kreyer WEB- UND MOBILE-ENTWICKLUNG Anna Gazke (Ltg.), Johannes Däuber

VERTRIEB Dominik Raulf (Ltg.), Sebastian F. Dudey E-Mail: vertrieb@intro.de DRUCKEINKAUF Clemens Köhler (ext.) DRUCK Konradin Druck, Leinfelden-Echterdingen Alle Veranstaltungsdaten ohne Gewähr. Nachdruck von redaktionellen und grafischen Inhalten nur mit Genehmigung des Verlages. Mit Namen gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Keine Haftung für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos.


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TIPPS & TRICKS

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TIPPS & TRICKS

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ILLUSTRATION: JOHANNA WALDERDORFF

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Am Ende eines Festivals heißt es aufräumen und Abschied nehmen – manchmal brechen auch die Gefühle durch.

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Festivalguide 2018  

Last issue of Germanys leading music festival magazine (1997-2018) including the most important festivals in Germany and Europe, background-...

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