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Das Wichtigste in Kürze zum Gesundheitsmonitor 2012

Gesundheitspolitik im veränderten Umfeld

Projektteam Claude Longchamp, Politikwissenschafter, Lehrbeauftragter der Universitäten Bern, Zürich und St. Gallen Jonas Ph. Kocher, Politikwissenschafter Stephan Tschöpe, Politikwissenschafter Sarah Deller, Administration Annette Portmann, Administration

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Der Gesundheitsmonitor will die Einstellung der Schweizer Stimmberechtigten zum Gesundheitswesen zuverlässig ermitteln. Er besteht aus einem Aktualitäts- und einem Trendteil. Die dahinterliegende Repräsentativbefragung wird seit 1996 einmal jährlich erstellt. 2012 wurden 1200 Stimmberechtigte in allen Sprachregionen hierfür in Face-to-Face-Interviews befragt. Nachfolgend berichten wir über die Hauptergebnisse.

Interpharma Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz Petersgraben 35 Postfach 4003 Basel Telefon 061 264 34 00 E-Mail info@interpharma.ch www.interpharma.ch Redaktionsteam Interpharma: Natalia P. Aeple, Roland Schlumpf

Disponible en traduction française © Interpharma, 2012 Basel Abdruck mit Quellenangabe erwünscht

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Inhaltsverzeichnis

Die Thesen ........................................................................................... 2 Finanzielle Belastungen durch Gesundheitskosten ................................. 4 Verzichtsbereitschaften.......................................................................... 6 Sparw端nsche ........................................................................................ 8 Werthaltungen f端r die Gesundheitspolitik ............................................... 8 Bilanz zum KVG ...................................................................................14 Ausgew辰hlte Reformbereiche .............................................................. 16 Die eigene Krankenversicherung ...........................................................18 Die Pharmaindustrie in der Wahrnehmung ........................................... 20 Zugeschriebene Kompetenzen der Akteure.......................................... 22 Die Datenbasis der aktuellen Welle ...................................................... 24 Anhang................................................................................................ 25 Das Team von gfs.bern ........................................................................ 25

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Die Thesen Gesundheitskosten nicht mit Leistungsabbau senken Das Jahr 2010 ist in vielerlei Hinsicht ein Wendepunkt gewesen in den gesundheitspolitischen Einstellungen. So sind die Hoffnungen auf eine Stabilisierung der Gesundheitskosten stark gesunken; entsprechend erwartet man weiter steigende Krankenkassenprämien. Die Bereitschaft, durch eigenen Verzicht zur Reduktion der Gesundheitskosten etwas beizutragen, entwickelt sich zurück. Gezielte Mittelallokation im Gesundheitswesen Erwartet wird zunehmend eine gezielte Mittelallokation im Gesundheitswesen, vor allem Richtung Spitex, Naturheilmedizin und öffentliche Spitäler, zulasten der Verwaltungskosten für Versicherungen, der Privatspitäler, der SpezialistInnen und der Medikamente. Qualitätserwartungen bleiben zentral Qualitätserwartungen bleiben im Gesundheitswesen zentral. Sie werden auch sehr verbreitet als eingelöst angesehen. Eigenverantwortung ist ein stark anwachsender Wunsch an die Ausrichtung des Gesundheitswesens. Diese zeigt sich auch in der Bereitschaft, die Krankenversicherung von der Bezahlung von Medikamenten für Bagatellen zu entlasten. Im Gegenzug erwartet man ein Bonussystem für gesundheitsförderndes Verhalten. Hohe Akzeptanz für KVG Das KVG erfreut sich unverändert einer mehrheitlichen Zustimmung. Für richtig erachtet wird der Leistungskatalog. Entsprechend ist die Zustimmung zu Alternativen nicht gegeben; das trifft auf die Einheitskasse im Zahlungsbereich und auf die Aufhebung des Obligatoriums im Versicherungsbereich zu. Befürwortet wird dagegen eine Pflegeversicherung im Alter.

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Zufriedenheit mit Krankenkassen Die eigene Krankenversicherung schneidet bei Professionalität und Kostenvergütung mehrheitlich gut ab. Veränderungen bei der Franchise oder auch der Kassenwechsel bleiben indessen Sache von Minderheiten. Sie sind in erster Linie kostengetrieben, in zweiter von Erwartungen und Leistungsangeboten bestimmt. Managed-Care-ähnliche Modelle sind Sache von Minderheiten. Pharmaindustrie ist ein Motor des Exports An Medikamenten sollen Pharmaindustrie und Apotheken verdienen dürfen. Mehr oder weniger umstritten ist alles andere. Die Pharmaindustrie gilt unverändert als wichtiger Arbeitgeber und als Motor des Exports. Kritisch betrachtet wird dagegen die Transparenz der Informationsarbeit. Ohnmacht gegenüber komplexem Gesundheitswesen Ärzte sind unverändert die glaubwürdigsten Akteure im Gesundheitswesen bei der Sachkompetenz, gefolgt von Apotheken und Pharmaindustrie. An Zustimmung verloren haben vor allem Krankenkassen und der Bundesrat. Selbst fühlt man sich in zunehmendem Masse überfordert.

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Finanzielle Belastungen durch Gesundheitskosten Für 22 Prozent der StimmbürgerInnen (+3 Prozentpunkte gegenüber 2011) stellen die Krankenkassenprämien in der Selbstbeurteilung ein dauerhaftes Problem dar. Weitere 24 Prozent (–9 Prozentpunkte) bezeichnen es als gelegentliches Problem. Damit bekundet fast die Hälfte der Stimmberechtigten, Schwierigkeiten mit dem Begleichen von Kassenprämien zu haben. Die Klagen sind dabei direkt abhängig vom Haushaltseinkommen. Sie sind zudem verbreiteter als bei den Steuern oder beim eigenen Begleichen von Arztrechnungen und bei Ausgaben für Medikamente. (Grafik 1, 2)

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1 | Dauerhaftes oder gelegentliches Problem: Krankenkassenprämien «Sagen Sie mir bitte für jeden der folgenden Ausgabenbereiche Ihres Haushalts, ob er für Sie ein dauerhaftes oder ein gelegentliches Problem ist; welche Ausgaben halten Sie für hoch, aber tragbar, und welche Ausgaben sind für Sie gar kein Problem?» In % Stimmberechtigter 60 50 40 30 20 10 0

1997

2000

2002

2004

n Gelegentliches Problem

2006

2008

2010

2012

n Dauerhaftes Problem

Quelle: gfs.bern, Gesundheitsmonitor 2012 (N = ab 2003 jeweils ca. 1200, vorher ca. 1000)

2 | Dauerhaftes oder gelegentliches Problem: Arztrechnungen und Ausgaben für Medikamente «Sagen Sie mir bitte für jeden der folgenden Ausgabenbereiche Ihres Haushalts, ob er für Sie ein dauerhaftes oder ein gelegentliches Problem ist; welche Ausgaben halten Sie für hoch, aber tragbar, und welche Ausgaben sind für Sie gar kein Problem?» In % Stimmberechtigter 35 30 25 20 15 10 5 0

2002

2004

2006

n Gelegentliches Problem

2008

2010

2012

n Dauerhaftes Problem

Quelle: gfs.bern, Gesundheitsmonitor 2012 (N = ab 2003 jeweils ca. 1200, vorher ca. 1000)

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Subventionen an die Grundversicherung für tiefe Einkommen sollen nach Ansicht der StimmbürgerInnen in erster Linie vom Bund kommen, in zweiter durch eine Reichensteuer. Der Wert hierfür hat sich innert zweier Jahre fast verdoppelt; er bleibt aber weiterhin nur minderheitlich, was die Erstnennung betrifft. An dritter Stelle folgen die Kantone. (Grafik 3) Die Hoffnung der Stimmberechtigten auf sinkende Krankenkassenprämien hat 2012 weiter abgenommen. Wendepunkt war das Jahr 2010. Damals glaubten 45 Prozent, die Prämien könnten zumindest stabilisiert werden. Heute ist dies mit 28 Prozent deutlich weniger stark verbreitet. Demgegenüber halten heute 65 Prozent einen Rückgang der Prämienlast für das unwahrscheinlichste Zukunftsszenario. Hauptgrund ist, dass man mit weiter steigenden Kosten im Gesundheitswesen rechnet, die sich auf die PrämienzahlerInnen auswirken werden. Verzichtsbereitschaften Die kritische Haltung zur Prämienentwicklung hat Konsequenzen in verschiedensten Bereichen. Zunehmend sichtbar wird das bei der ablehnenden Haltung der Stimmberechtigten, selber Beiträge zum Sparen im Gesundheitswesen zu leisten. Von fünf getesteten Massnahmen, selber Verzicht zu üben, wenn dadurch die Kosten im Gesundheitswesen gesenkt werden könnten, findet 2012 keine Zustimmungsmehrheit. Das gilt neuerdings selbst für den Verzicht auf Therapiefreiheit (Rückgang von 58 auf 46%) und die freie Spitalwahl (Rückgang von 50 auf 45%). Keine Mehrheit gibt es wie in den Vorjahren, bei der Einschränkung der freien Arztwahl (40% bei hoher Kostengutschrift), der Reduktion des Leistungskatalogs in der Grundversicherung und beim allgemeinen Medikamentenzugang (37 resp. 36%). (Grafik 4)

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3 | Haltung Subventionen Grundversicherungsprämie «Die Prämien für die Grundversicherung sind innerhalb einer Prämienregion für alle Personen gleich. Sie werden aber für tiefere Einkommen verbilligt. Wie sollten diese Subventionen Ihrer Meinung nach finanziert werden? Was steht für Sie an erster Stelle?» In % Stimmberechtigter

1. Stelle

60 50 40 30 20 10 0

2002

2003

2004

n Bund n Kantone n Reichtumssteuer

2005

2006

2007

2008

n Mehrwertsteuerprozente n Erbschaftssteuer

2009

2010

2011

2012

n Lohnprozente n Ökologische Steuer

Quelle: gfs.bern, Gesundheitsmonitor 2012 (N = ab 2003 jeweils ca. 1200, vorher ca. 1000)

4 | Haltung zu Massnahmen zur Kostensenkung «Welche der folgenden Massnahmen wären Sie selbst bereit, für sich in Kauf zu nehmen, wenn dadurch die Kosten im Gesundheitswesen sinken würden? Sagen Sie mir bitte jeweils, ob Sie auf jeden Fall bereit wären, ob Sie dazu bereit wären, je nachdem wie hoch die Kostensenkung wäre, oder ob Sie auf keinen Fall dazu bereit wären.» In % Stimmberechtigter

«auf jeden Fall» und «je nach Höhe Kostensenkung»

60 50 40 30 20

2010

n Keine Therapiefreiheit n Keine freie Spitalwahl n Keine freie Arztwahl

2011

2012

n Kürzung Leistungskatalog n Eingeschränkter Zugang zu neuen Medikamenten oder Behandlungsformen

Quelle: gfs.bern, Gesundheitsmonitor 2012 (N = ab 2003 jeweils ca. 1200, vorher ca. 1000)

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Sparwünsche Sparen würde man in erster Linie bei den Verwaltungskosten der Krankenversicherer (67%). Wachsend sind die Anteile, die bei den Privatspitälern (47%; +9 Prozentpunkte), SpezialistInnen (41%; +12) respektive den Medikamenten (36%; +11) weniger ausgeben möchten. (Grafik 5) Erstmals seit mehr als 10 Jahren gibt es auch Bereiche, die man vom Sparen ausnehmen möchte. Das gilt in erster Linie für die Spitex (48% mehr Ausgeben), die Naturheilmedizin (34%) und die öffentlichen Spitäler (29%). Werthaltungen für die Gesundheitspolitik Die veränderte Wahrnehmung in der Kostenfrage hat zu verschiedenen Erschütterungen des Wertgefüges der Stimmberechtigten im Gesundheitswesen geführt. 2012 bevorzugt man erstmals die Eigenverantwortung im Gesundheitswesen. Ganz generell gesprochen geben 58 Prozent dieser Werthaltung den Vorrang, während 39 Prozent die Gemeinschaftsverantwortung ins Zentrum rücken. 2010 war das Verhältnis mit 66 zu 32 Prozent zugunsten der Gemeinschaftsverantwortung noch genau umgekehrt. (Grafik 6)

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5 | Trend Verteilung der Finanzen «Nehmen wir an, Sie könnten im Gesundheitswesen selbst über die Verteilung der Finanzen entscheiden. Allerdings müssten Sie dabei mit den vorhandenen Mitteln auskommen. Wo würden Sie weniger, wo etwa gleich viel wie heute, wo mehr einsetzen? Wenn Sie einen der folgenden Bereiche nicht kennen, sagen Sie mir das bitte.» In % Stimmberechtigter

Sortiert nach «weniger»

80 70 60 50 40 30 20 10

2010

2011

n Verwaltung Krankenkassen n Apotheken n Privatspitäler n SpezialärztInnen n Suchtprävention n Medikamente

2012 n Leistungsangebot Krankenkassen n AllgemeinärztInnen

Quelle: gfs.bern, Gesundheitsmonitor 2012 (N = ab 2003 jeweils ca. 1200, vorher ca. 1000)

6 | Wunschvorstellung Gesundheitswesen in der Schweiz «Bitte sagen Sie mir, welch ein Gesundheitswesen Sie sich in der Schweiz wünschen. Wenn Sie mit dem ersten Teil der Vorgabe übereinstimmen, wählen Sie die Zahl ‹1› oder eine Zahl nahe bei ‹1›. Wenn Sie mit dem zweiten Teil der Vorgabe übereinstimmen, wählen Sie die Zahl ‹6› oder eine Zahl nahe bei ‹6›.» «Möchten Sie ein Gesundheitswesen in der Schweiz, wo die gemeinschaftliche Verantwortung wichtiger ist als die Eigenverantwortung oder wo die Eigenverantwortung wichtiger ist als die Gemeinschaftsverantwortung?» In % Stimmberechtigter

100 80 60 40 20 0

2010

2011

2012

n Eigenverantwortung n 5 n 4 n Weder noch n 3 n 2 n Gemeinschaftsverantwortung Quelle: gfs.bern, Gesundheitsmonitor 2012 (N = jeweils ca. 1200)

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Parallel dazu beurteilt eine knappe Mehrheit die Medikamentenabgabe beim Arztbesuch neu: 51 Prozent finden, der Arzt solle auch auf die Kosten achten, für 48 Prozent ist nur das Beste das Richtige. In den letzten 10 Jahren waren die Mehrheiten stets umgekehrt gewesen. (Grafik 7) 2012 wächst der Anteil Stimmberechtigter wieder, die individuelle Vergütungssysteme gemäss Verhalten befürworten: 72 Prozent finden, auf nichtbeanspruchten KVG-Leistungen sollte ein Bonus ausbezahlt werden (+13 Prozentpunkte). 61 Prozent (+17) sind der Ansicht, dass auch gesundheitsförderndes Verhalten beim Essen und bei der Bewegung finanziell belohnt werden solle. Verhaltensunabhängige Modelle bleiben zwar immer noch beliebt, verlieren aber an Zustimmung. Knapp mehrheitlich ist die Bereitschaft, die Krankenkassen von der Bezahlung von Medikamenten für Bagatellen zu entlasten. 50 Prozent sind damit sehr oder eher einverstanden. (Grafik 8)

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7 | Haltung Medikamentenabgabe «Für die meisten Beschwerden gibt es eine Auswahl von mehreren Medikamenten zur Behandlung. Wenn Sie zum Arzt gehen, sollte dieser in jedem Fall das medizinisch geeignetste Medikament verschreiben, ohne auf die Kosten zu achten, sollte er vor allem darauf achten, dass die Medikamente, die er verschreibt, nicht zu teuer sind, oder sollte er in jedem Fall die beiden Punkte abwägen?» In % Stimmberechtigter 100 80 60 40 20 0

2009

2010

n Weiss nicht / keine Antwort n Nicht zu teure Medikamente

2011

2012

n In jedem Fall abwägen n Das geeignetste Medikament

Quelle: gfs.bern, Gesundheitsmonitor 2012 (N = ab 2003 jeweils ca. 1200, vorher ca. 1000)

8 | Verhaltensabhängige Prämienmodelle «Wir haben hier einige allgemeine Forderungen zu den Krankenkassen gesammelt, die man immer wieder hören kann. Sagen Sie mir bitte jeweils, ob Sie damit sehr einverstanden, eher, eher nicht oder gar nicht einverstanden sind.» In % Stimmberechtigter

Sehr und eher einverstanden

80 70 60 50 40 30

2010

2011

2012

n «Die Krankenkassenprämien sollten unabhängig vom Verhalten der versicherten Person sein.» n «Bei Nichtbeanspruchung von KVG-Leistungen sollte ein Bonus auf die Krankenkassenprämie bezahlt werden.» n «Gesundheitsförderndes Verhalten (regelmässige Bewegung, gesundes Essen) sollte mit einem Bonus belohnt werden.» n «Medikamente für Bagatellen sollen von den Krankenkassen nicht mehr bezahlt werden.» Quelle: gfs.bern, Gesundheitsmonitor 2012 (N = jeweils ca. 1200)

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In der Übersicht zu allen Werthaltungen kann man über die Zeit verschiedene Konstanten ausmachen: Sie betreffen die Qualitäts- und Quantitätsorientierungen, die vor Kostenüberlegungen stehen. Leicht schwankend sind die Anteile für freie Arztwahl, mehr Markt und stärkere Risikoausrichtung der Krankenversicherung: Dennoch gibt es hier überall Mehrheiten in die genannte Richtung. Das gilt auch für die Stärkung der Kantone als Träger des Gesundheitswesens. (Grafik 9) Unverändert hoch erfüllt ist der wichtigste Wunsch an das Gesundheitswesen, die Erwartung hoher Qualität. 76 Prozent der StimmbürgerInnen finden es «sehr gut» oder «gut». Weitere 20 Prozent stufen sie als eher gut ein. Nicht überzeugt vom Angebot sind nur kleinste Minderheiten. Zeitlich gesehen dominiert der Eindruck der Stabilität, mit kleinen Schwankungen beim Prädikat «sehr gut». (Grafik 10)

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9 | Wunschvorstellung Gesundheitswesen in der Schweiz «Bitte sagen Sie mir, was für ein Gesundheitswesen in der Schweiz Sie sich wünschen. Wenn Sie mit dem ersten Teil der Vorgabe übereinstimmen, wählen Sie die Zahl ‹1› oder eine Zahl nahe bei ‹1›. Wenn Sie mit dem zweiten Teil der Vorgabe übereinstimmen, wählen Sie die Zahl ‹6› oder eine Zahl nahe bei ‹6›.» In Mittelwerten 4.0 3.5 3.0 2.5 2.0 1.5

2003

2004

2005

2006

2007

n Risiko versus sämtliche Leistungen n Eigenverantwortung versus Gemeinschaftsverantwortung n Kantone versus Bund

2008 n n n n

2009

2010

2011

2012

Markt versus Staat Menge Leistungen versus Kosten Freie versus vorgegebene Arztwahl Qualität Leistungen versus Kosten

Quelle: gfs.bern, Gesundheitsmonitor 2012 (N = jeweils ca. 1200)

10 | Qualität Gesundheitswesen «Wie schätzen Sie ganz allgemein die Qualität des schweizerischen Gesundheitswesens ein? Glauben Sie, es ist qualitativ sehr gut, gut, eher gut, eher schlecht, schlecht oder sehr schlecht?» In % Stimmberechtigter

100 80 60 40 20 0

2004

2005

2006

n Weiss nicht / keine Antwort n Sehr schlecht

2007

2008

n Schlecht n Eher schlecht

2009 n Eher gut n Gut

2010

2011

2012

n Sehr gut

Quelle: gfs.bern, Gesundheitsmonitor 2012 (N = jeweils ca. 1200)

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Bilanz zum KVG Trotz Veränderungen in den Werthaltungen ist eine fundamentale Trendumkehr in der Bewertung des KVG durch die Stimmberechtigten auch in diesem Jahr nicht festzustellen. 64 Prozent beurteilen die geltende Gesetzesgrundlage als sehr oder eher positiv. Für 27 Prozent ist sie sehr oder eher negativ. Damit überwiegt nicht nur die Zustimmung, im Zeitvergleich ist das aktuelle Ergebnis gar der dritthöchste Wert seit Einführung des KVG. (Grafik 11) Wie häufig in Fragen des Gesundheitswesens, hat dies wenig mit Parteipolitik zu tun: Die positivste Beurteilung kommt aus dem FDP-Lager (77% vorteilhaft), die negativste von SP-Seiten (39% nachteilig). Das spiegelt die parteipolitischen Diskussionen nur sehr bedingt, denn die artikulierte Kritik kommt eher von rechts als von links. Für 57 Prozent ist der jetzige Leistungskatalog in der Grundversicherung gerade richtig. 30 Prozent möchten mehr für ihr Geld bekommen, 7 Prozent würden auch weniger akzeptieren. Der Kurzfristtrend geht wieder zu «mehr bekommen». Dazu passt, dass verschiedene Alternativen zum KVG eher abgelehnt werden. Die Diskussionen zur Einführung einer Einheitskasse werden breit wahrgenommen. 69 Prozent (+15 Prozentpunkte) habe davon gehört oder gelesen. Mit der stark erhöhten Involvierung via Medien und Politik sind die Meinungen aber nicht klarer geworden; gewachsen ist die Unschlüssigkeit; sie nahm von 9 auf 15 Prozent zu. 45 Prozent ziehen den Status quo vor, 40 Prozent hätten lieber eine Einheitskasse. (Grafik 12) Für das jetzige System spricht in erster Linie die Hoffnung, dass Wettbewerb die Qualität fördert, die Zustimmung bleibt mehrheitlich (54%), ist allerdings rückläufig (–11 Prozentpunkte innert Jahresfrist). Für 76 Prozent (+14) hat das aber den Nachteil, dass die Wettbewerber auf geringe Risiken aus sind und mit der Werbung unnötige Ausgaben tätigen. Letztgenanntes unterstützen 72 Prozent (+20). Die Meinungsbildung in dieser Sache ist bei Weitem nicht abgeschlossen. Generelles Hauptproblem der Krankenversicherer ist, dass ihre Kommunikation für 73 Prozent intransparent ist. Die Befürworter einer Reform müssen aber noch den Beweis antreten, dass eine Neuerung auch besser wäre; da bleibt man skeptisch.

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11 | Bilanz KVG «Wenn Sie einmal Bilanz ziehen zum Stand des Gesundheitswesens nach 16 Jahren KVG, ist Ihr Eindruck vom Gesundheitswesen in der Schweiz …?» In % Stimmberechtigter

100 80 60 40 20 0

2003

n Sehr negativ n Eher negativ

2006

2009

n Weiss nicht / keine Antwort

2012

n Eher positiv n Sehr positiv

Quelle: gfs.bern, Gesundheitsmonitor 2012 (N = jeweils ca. 1200)

12 | Beurteilung Einheitskrankenkasse «Sollen Ihrer Meinung nach in Zukunft alle Personen bei derselben Einheitskrankenkasse versichert sein oder soll der Wettbewerb zwischen den Krankenkassen wie heute beibehalten werden?» In % Stimmberechtigter

100 80 60 40 20 0

2011

n Belassen auf dem heutigen Stand n Weiss nicht / keine Antwort

2012 n Für eine Einheitskrankenkasse

Quelle: gfs.bern, Gesundheitsmonitor 2012 (N = jeweils ca. 1200)

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Auf das Obligatorium der Krankenversicherung für alle würde eine Mehrheit der Stimmberechtigten nicht verzichten wollen. Die erstmalige Überprüfung solcher Forderung zeigt, dass für drei Viertel der Status quo der richtige Weg ist; 17 Prozent könnten sich eine Einschränkung auf Kinder und Rentner vorstellen. 4 Prozent befürworten eine generelle Abschaffung des Obligatoriums. (Grafik 13) Ausgewählte Reformbereiche Mehrheitlich befürwortet wird eine Pflegeversicherung im Alter, die umfassend die Kosten von HeimbewohnerInnen übernimmt. Knapp zwei Drittel befürworten dies. Nur 19 Prozent finden, die Heimbewohnerschaft sollte das selber bezahlen müssen. (Grafik 14) Seltene Krankheiten sollten nach Ansicht einer Mehrheit von 94 Prozent der StimmbürgerInnen bestimmt oder eher von der Versicherung übernommen werden. Neu ist eine Mehrheit von 57 Prozent der Meinung, dass die Überlebenschancen mitberücksichtigt werden sollten. Den Entscheid sollten gemäss Mehrheitsmeinung Ärzte und PatientInnen alleine oder im Verbund treffen. Neu würde auch eine Kommission aus VertreterInnen aller Beteiligten von 54 Prozent befürwortet.

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13 | Obligatorium Grundversicherung «Zum Obligatorium in der Grundversicherung kann man immer wieder verschiedene Meinungen hören. Was ist Ihre Meinung? Sollte man das Obligatorium in der Grundversicherung …» In % Stimmberechtigter

n So beibehalten, wie es ist? n Auf spezifische Gruppen beschränken (z.B. Kinder oder alte Menschen)? n Ganz abschaffen? n Weiss nicht / keine Antwort

75%

17% 4% 4%

Quelle: gfs.bern, Gesundheitsmonitor 2012 (N = jeweils ca. 1200)

14 | Pflegekosten im Alter «Sprechen wir nun von den Pflegekosten im Alter. Heimbewohner zahlen die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Betreuung selber. Der Anteil der Krankenkassen ist schweizweit einheitlich geregelt, Mehrkosten übernehmen Kantone und Gemeinden. Bitte sagen Sie mir, ob Sie mit den folgenden Aussagen zu den Pflegekosten jeweils sehr einverstanden, eher einverstanden, eher nicht einverstanden, gar nicht einverstanden sind.» In % Stimmberechtigter

«Aufgrund der zunehmend älter werdenden Bevölkerung sollte es auch für die Kosten von Unterkunft, Verpflegung und Betreuung eine obligatorische Pflegeversicherung geben.»

«Die Krankenkassen sollen alle Kosten der Heimbewohner bezahlen.»

«Die Mehrkosten sollten nicht von Kanton und Gemeinde, sondern von den Krankenkassen bezahlt werden.»

«Die Mehrkosten sollten nicht von Kanton und Gemeinde, sondern von den Heimbewohnern selber bezahlt werden.» 0%

20%

n Voll einverstanden n Eher einverstanden

40%

60%

n Weiss nicht / keine Antwort n Eher nicht einverstanden

80%

100%

n Gar nicht einverstanden

Quelle: gfs.bern, Gesundheitsmonitor 2012 (N = jeweils ca. 1200)

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Die eigene Krankenversicherung Die eigene Krankenkasse wird besser beurteilt als die Krankenkassen als System. Für 90 Prozent ist die Professionalität ganz oder eher gegeben. 79 Prozent sind sehr oder eher zufrieden mit der Frist der Kostenrückerstattung. (Grafik 15) Ihre Franchise erhöht haben im Berichtsjahr nur fünf Prozent der Stimmberechtigten; gesenkt haben sie zwei Prozent. Hauptgründe sind finanzieller Natur, das Alter und der Gesundheitszustand. Mit 26 Prozent unter den erwachsenen SchweizerInnen ist der Anteil, der eine Franchise von mindestens 1500 CHF hat, so hoch wie noch nie. Ähnliches zeigt sich beim Kassenwechsel: Praktisch unveränderte 3 Prozent der Stimmberechtigten planen in diesem Herbst einen Kassenwechsel. 17 Prozent geben an, in den letzten Jahren einen solchen Schritt getan zu haben. Auch hier sind Prämienfragen das zentrale Motiv der Veränderungen. Unverändert bleibt, dass Spezialversicherungen, die in Richtung Managed Care verweisen, nur minderheitlich genutzt werden. 41 Prozent der Befragten geben an, via ein Hausarztmodell zusatzversichert zu sein. Der Trend ist hier sinkend (–5 Prozentpunkte). Mit 28 Prozent liegt der Wert für eine HMO-Versicherung unter SchweizerInnen noch tiefer. Der Trend ist hier einigermassen stabil.

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15 | Beurteilung Freundlichkeit / Professionalität Krankenkasse «Wie bewerten Sie die Freundlichkeit und die Professionalität der Mitarbeitenden Ihrer Krankenkasse?» In % Stimmberechtigter

n n n n

Sehr gut Eher gut Weniger gut Weiss nicht / keine Antwort

44% 46% 4% 6%

Quelle: gfs.bern, Gesundheitsmonitor 2012 (N = jeweils ca. 1200)

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Die Pharmaindustrie in der Wahrnehmung Mehrheitlich akzeptiert bleibt, dass die Hersteller von Pharmaprodukten und die Apotheken vom Verkauf profitieren dürfen. Umstritten ist, ob dies auch bei Grossisten der Fall sein darf. Mehrheitlich abgelehnt werden Ärzte als Verdienende am Medikamentenverkauf. (Grafik 16) Die Pharmaindustrie gilt praktisch unverändert grossmehrheitlich als wichtige Arbeitgeberin in der Schweiz und als Motor der Exportwirtschaft. Ihr wahrgenommener Ruf im Ausland ist auf hohem Niveau stabil. Das Interesse der Pharmafirmen an der Schweiz ist für zwei Drittel gegeben. Leicht sinkend, aber weit verbreitet, ist, dass man Gewinne akzeptiert, die für die Forschung angewendet werden. (Grafik 17)

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16 | Haltung Verdienst an Medikamenten «Wer sollte Ihrer Meinung nach an Medikamenten verdienen und wer nicht? Wenn Sie eine Gruppe nicht kennen, sagen Sie mir das bitte.» In % Stimmberechtigter

Sollte verdienen

100 80 60 40 20

2010

2011

n HerstellerInnen von Pharmaprodukten n ApothekerInnen n PharmagrossistInnen

2012

n ÄrztInnen n MedikamentenversenderInnen (per Post)

Quelle: gfs.bern, Gesundheitsmonitor 2012 (N = ab 2003 jeweils ca. 1200, vorher ca. 1000)

17 | Aussagen zur Pharmaindustrie «Hier sind einige allgemeine Aussagen zur Pharmaindustrie in der Schweiz. Sagen Sie mir bitte zu jeder Aussage, wie stark sie aufgrund von dem, was Sie wissen, für die Pharmaindustrie zutrifft.» In % Stimmberechtigter

Voll und eher zutreffend

100

80

60

40 n n n n n n

2010

2011

2012

«Die Pharmaindustrie ist eine wichtige Arbeitgeberin in der Schweiz.» «Die Pharmaindustrie ist über den Export ein Motor der schweizerischen Wirtschaft.» «Grosse Gewinne der Pharmaindustrie sind nötig, um die Forschung zu finanzieren.» «Die Pharmaindustrie in der Schweiz geniesst einen guten professionellen Ruf im Ausland.» «Die Pharmaindustrie interessiert sich für den Standort Schweiz.» «Die Pharmaindustrie in der Schweiz informiert transparent über ihre Tätigkeiten.»

Quelle: gfs.bern, Gesundheitsmonitor 2012 (N = ab 2003 jeweils ca. 1200, vorher ca. 1000)

Das Wichtigste in Kürze zum Gesundheitsmonitor 2012

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Zugeschriebene Kompetenzen der Akteure Die Ärzteschaft bleibt der zentrale Akteur im Gesundheitswesen. Ihr wird am häufigsten Sachkompetenz attestiert. Auf dieser Skala folgen Apotheken, Pharmaindustrie und Gesundheitsbehörden. Sie rangieren alle vor PatientInnenorganisationen, Wissenschaftern, Krankversicherern, dem Bundesrat, den GesundheitspolitikerInnen und den Konsumentenorganisationen. (Grafik 18)

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18 | Kompetenz Akteure Gesundheitswesen «Sagen Sie mir anhand dieser Skala, wie hoch Sie in Fragen des Gesundheitswesens die Kompetenz bei den nachfolgenden Organisationen einschätzen. ‹0› bedeutet ‹keine Kompetenz›, ‹10› bedeutet ‹hohe Kompetenz›. Mit den Werten dazwischen können Sie Ihre Meinung abstufen. Wenn Sie eine der folgenden Organisationen nicht kennen, sagen Sie mir das bitte.» (Mittelwerte) 9 8 7 6 5 4

1997 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012

n PatientInnenorganisationen n WissenschafterInnen n ÄrztInnen

n ApothekerInnen n Pharmaindustrie n Bundesämter

(Mittelwerte) 9 8 7 6 5 4

1997 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012

n KonsumentInnenorganisationen n GesundheitspolitikerInnen n Leute wie Sie und ich

n Krankenkassen n Bundesrat

Quelle: gfs.bern, Gesundheitsmonitor 2012 (N = ab 2003 jeweils ca. 1200, vorher ca. 1000)

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Die Datenbasis der aktuellen Welle Die Ergebnisse der Befragung zum Gesundheitsmonitor 2012 basieren auf einer repräsentativen Befragung von 1200 Stimmberechtigten aus der ganzen Schweiz, welche gfs.bern im Auftrag der Interpharma durchgeführt hat. Die Befragung wurde zwischen dem 1. April und dem 14. Mai 2012 mittels persönlicher Face-to-Face-Interviews realisiert. Der jeweilige statistische Fehler für die Stichprobengrösse bei den ausgewiesenen Gruppen beträgt: Tabelle 1

Stichprobenfehler Ausgewählte statistische Stichprobenfehler nach Stichprobengrösse und Basisverteilung Stichprobengrösse

Fehlerquote Basisverteilung 50% zu 50%

20% zu 80%

N= 1000

± 3.2 Prozentpunkte

± 2.5 Prozentpunkte

N= 600

± 4.1 Prozentpunkte

± 3.3 Prozentpunkte

N= 100

± 10.0 Prozentpunkte

± 8.1 Prozentpunkte

N=

± 14.0 Prozentpunkte

± 11.5 Prozentpunkte

50

Lesebeispiel: Bei rund 1000 Befragten und einem ausgewiesen Wert von 50 Prozent liegt der effektive Wert zwischen 50 Prozent ± 3.2 Prozentpunkte, bei einem Basiswert von 20 Prozent zwischen 20 Prozent ± 2.5 Prozentpunkte. Dabei setzt man in der Umfrageforschung zumeist ein Sicherheitsmass von 95 Prozent, das heisst, man akzeptiert eine Irrtumswahrscheinlichkeit von 5 Prozent, dass der nachgewiesene statistische Zusammenhang so in der Bevölkerung nicht vorhanden ist.

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Das Team von gfs.bern Claude Longchamp Verwaltungsratspräsident und Vorsitzender der Geschäftsleitung gfs.bern, Verwaltungsrat gfs-bd, Politikwissenschafter und Historiker, Lehrbeauftragter der Universitäten Bern, Zürich und St. Gallen und an der Zürcher Hochschule Winterthur Schwerpunkte: Abstimmungen, Wahlen, Parteien, politische Kultur, politische Kommunikation, Lobbying, öffentliche Meinung, Rassismus, Gesundheits- und Finanzpolitik. Zahlreiche Publikationen in Buchform, in Sammelbänden, wissenschaftlichen Zeitschriften Jonas Philippe Kocher Projektleiter, Politikwissenschafter Schwerpunkte: Analyse politischer Themen und Issues, kantonale / städtische Abstimmungen, Kampagnenvorbereitung und -begleitung, Ad-hoc-Studien, Abstimmungen und Wahlen, Gesellschaftsthemen, E-Government, Medieninhaltsanalyse, Hochrechnungen

Stephan Tschöpe Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Politikwissenschafter Schwerpunkte: komplexe Datenanalytik, EDV- und BefragungsProgrammierungen, Hochrechnungen, Parteienbarometer, Visualisierung

Sarah Deller Administration, eidg. dipl. Marketingfachfrau Schwerpunkte: Desktop-Publishing, Visualisierungen, Projektadministration, Vortragsadministration

Annette Portmann Administration Schwerpunkte: Desktop-Publishing, Visualisierungen, Projektadministration, Vortragsadministration

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Interpharma Petersgraben 35, Postfach CH-4003 Basel Telefon +41 (0)61 264 34 00 Telefax +41 (0)61 264 34 01 info@interpharma.ch www.interpharma.ch

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Gesundheitsmonitor 2012