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www.interiorfashion.de

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[interior

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more than furniture

Sonderteil Boden: Die Basis der Raumgestaltung Orgatec 2016: Wohnst Du schon oder arbeitest Du noch? Präsentation der Zukunft: Prinzip Schauen – Sehen – Staunen Böhmler im Tal: Mit neuer WerteKampagne in die Zukunft

Interiors im Wandel: Momentaufnahmen des Wohnens

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EXPLORATIONS

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A heimtextil theme park

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Trends 2017/2018 heimtextil-theme-park.com

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[editorial ]

Danke!

Als Medienpartner der diesjährigen deutschen Ausgaben der architect@work in Berlin und Stuttgart haben sich Bianca Schmidt (r.) und Cornelia Raidel die Sonderausstellung „VOLL.HOLZ by raumProbe“ ganz genau angesehen. Foto: Horndasch

Vor Ihnen liegt die letzte Ausgabe von InteriorFashion für das Jahr 2016. Die Orgatec liegt hinter uns und schon bald machen wir uns wieder auf zum Januar-Messemarathon Domotex, Heimtextil, imm cologne und natürlich zur Bau nach München, die ja nur alle zwei Jahre stattfindet. Wir sind schon gespannt, was sich die ausstellenden Unternehmen wieder an Produktneuheiten und Marketing-Konzepten haben einfallen lassen. Und: Wir freuen uns auf das Wiedersehen mit bekannten und das Kennenlernen von neuen Gesichtern. Das vergangene Jahr war für uns ein aufregendes. Zum 1. Januar 2016 sind wir mit einem neuen Verlag gestartet und führen InteriorFashion seither in Eigenregie. In diesem einen Jahr haben wir viel erreicht. Wir haben sechs Magazine herausgebracht – in jedem einzelnen davon steckt ganz viel Herzblut. Wir konnten viele neue Kunden für unser Magazin gewinnen, bei denen wir uns an dieser Stelle einmal ganz herzlich für das entgegengebrachte Vertrauen bedanken möchten. Einen ganz besonderen Dank möchten wir auch den Unternehmen aussprechen, die uns trotz des Inhaberwechsels die Treue gehalten und an uns und unser Konzept geglaubt haben. Wir tun dies ganz bewusst an dieser Stelle. Außerdem verzichten wir auf das Versenden von Weihnachtskarten. Wir haben uns stattdessen dazu entschlossen, unseren traditionellen „Rausschmeißer“, in dem wir außergewöhnliche Projekte, Möbel oder Ausstellungen vorstellen, auf der letzten Seite des Magazins wegzulassen, um Platz zu machen für eine Anzeige von SOS-Kinderdorf – eine Einrichtung, die wir gerne unterstützen, da sie Kindern, Jugend-

lichen und Familien in schwierigen Lebenslagen in Deutschland, aber auch im Ausland eine Perspektive gibt. Für das neue Jahr haben wir uns wieder viel vorgenommen. Unserem Credo, nicht nur den Status quo aufzuzeigen, sondern vielmehr einen kleinen Blick in die Zukunft zu werfen, bleiben wir treu. Wir wollen Ihnen Hintergrundinformationen liefern und nicht nur an der Oberfläche kratzen. Dabei sind wir immer offen für Anregungen aus Ihren Reihen. Egal, ob es ein tolles Projekt ist, das Sie umgesetzt haben oder ob Sie einen Themen-Vorschlag haben – melden Sie sich einfach bei uns. Und bevor wir uns nun bis zum nächsten Heft verabschieden, möchte ich noch einen ganz persönlichen Dank loswerden – und zwar an mein Team, bestehend aus Cornelia Raidel, Steffi Helmer, Gerrith Horndasch und Jürgen Kroll. Es macht Spaß mit Euch! Wir wünschen Ihnen nun eine gute Zeit – bleiben Sie gesund! Ihre Bianca Schmidt

InteriorFashion 6|2016

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[inhalt ]

Editorial

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36 Egger: Das gewisse Plus

Danke!

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Sonderteil Boden: Die Basis der Raumgestaltung

Update

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Tretford: Metamorphose

Contract

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Neuheiten aus der Branche

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CIFF: Ganzheitliches Angebot

39 Orgatec 2016: Wohnst Du schon oder arbeitest Du noch? 43

Anker: Vielfalt im Quadrat

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Nowy Styl: 1.200 qm kreative Lösungen

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Febrü: Die Zeichen stehen auf Wachstum

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Architect@Work: Inspiration auf allen Kanälen

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Jung: Für ein stimmiges Ambiente

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Präsentation der Zukunft: Prinzip Schauen – Sehen – Staunen

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Ladenbau-News

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Bosse Design: Atmosphäre im Verkauf

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Prolicht: Im Sog des Lichts

Die Basis der Raumgestaltung

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Messe- und Ausstellungs-Design

Orgatec 2016: Wohnst Du schon oder arbeitest Du noch?

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Contract-News

12 Möbelmesse Brüssel: Gutes Ergebnis in schwierigem Umfeld Interior

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Momentaufnahmen des Wohnens

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Preview imm cologne 2017

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Wittmann: Fantasievolle Handarbeit

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Scholtissek: Eine Liebe fürs Leben

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Pode: Multikulturell –www.interiorfashion.de unverwechselbar – einfach andersSonderteil Boden:

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Heimtextil 2017: Den Forschergeist entfachen

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30 Invista: Entdeckungen für neues Design

Präsentation der Zukunft: Prinzip Schauen – Sehen – Staunen

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Hornschuch: Textiler Look und digitaler Druck more than furniture

Böhmler im Tal: Mit neuer WerteKampagne in die Zukunft

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Ambiente 2017: Wichtiger Hotspot Interiors im Wandel: Momentaufnahmen des Wohnens

6| 2016

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Böhmler: Herzlich – stilsicher – kompetent – kompromisslos – souverän

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Trade-News

Design

EXPLORATIONS

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Design-News

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Für Dich!

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Impressum | Inserentenverzeichnis

Trends 2017/2018 heimtextil-theme-park.com

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heimtextil theme park

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Trade

Titelbild –„Explorations“ lautet der Titel des kommenden „Theme Park“, in den die Heimtextil zur Erforschung der neuen Trend-Welten einlädt. Aber auch die Heimtextil selbst wird vom 10. bis 13. Januar 2017 mit spannenden Besucherprogrammen und der neuen Kampagne „Meine Heimtextil“ zum Forschungsfeld für die Textilbranche. Auf den Seiten 28 und 29 laden wir Sie schon jetzt ein zu einer Reise in die Welt der Heimtextil 2017.


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1. Think Tank Hospitality Die Hotellerie wächst weltweit. Deutschland steht bei Hotelinvestoren hoch im Kurs. Knapp 500 Hotels sind derzeit in Planung oder im Bau, und der nationalen Hotellerie wird ein stetig wachsender Umsatz bis 2020 prognostiziert. In Europa sind laut dem Informationsdienstleister Tophotelprojects aktuell knapp 1.400 Hotelprojekte in Bau oder in Planung und weltweit sind es bereits mehr als 5.000. Doch der Konkurrenzmarkt schläft nicht. Dies nahm Rolf Benz zum Anlass, um erstmals Experten der Hotellerie und des Tourismus zum 1. [ECHTZEIT] Think Tank Hospitality nach Nagold einzuladen. Im Fokus der „Tafelrunde“ standen zahlreiche Themen. So wurde die Entwicklung der Sharing Economy sowie deren Einfluss auf den Hotelmarkt von Prof. Dr. Roland Conrady, Wissenschaftlicher Leiter ITB Berlin Kongress/Fachbereich Touristik/Verkehrswesen, Hochschule Worms, beleuchtet. Das Thema Hotelstandorte – welche Kriterien und Messinstrumente sind für potenzielle Investitionen entscheidend? Warum der Schritt zum Investment in Budgethotels? – nahm Andreas Erben, Managing Partner & Head of Hotel, Colliers International Hotel GmbH, unter die Lupe. Michael Gößl, Vorstand des DJH Bayern e. V., referierte zur Effizienz und Funktionalität unter Berücksichtigung der

subjektiven Wahrnehmung von den Schülern über die Familien bis hin zu Business-Reisenden und Martin Murphy, Geschäftsführender Gesellschafter, Störmer Murphy and Partners, gab Antworten auf die Fragen: Warum trägt gute Architektur zur Erfüllung der Gästeerwartung bei? Welche Hebel setzen ein durchdachtes Hotelkonzept und ein effektives Flächenmanagement für den Erfolg eines Hotels in Bewegung? Ziel dieser Wissenstransfer-Veranstaltung bei Rolf Benz in Nagold, die von ap35 konzipiert und organisiert wurde, war die Zusammenführung von Experten, die den Hotelmarkt mit ihren Aufgaben und ihrer Expertise beeinflussen. Der Think Tank stellte aufgrund der Teilnehmer keine gewöhnliche Situation dar, da es gelang, Vertreter aus Hotellerie, Architektur sowie Investment und Tourismus an einen Tisch zu bringen, um über die Entwicklungen und Trends der Hotelbranche Wissen zu generieren und zu diskutieren. Mit dem Rolf Benz [ECHTZEIT] Think Tank Hospitality wurde eine Plattform geschaffen, auf der auch zukünftig in ausgewählter kleinerer Runde der Dialog zwischen Architekten, Innenarchitekten, Betreibern und Investoren sowie der Industrie vorangetrieben wird. www.ap35.de | www.rolf-benz.com

Finest Interior Award verliehen Zehn Preisträger in 13 Kategorien hat die hochkarätig besetzte Jury unter dem Vorsitz von Designer Sebastian Herkner aus einer Vielzahl von eingereichten Projekten ausgewählt, die sich ab sofort mit dem Finest Interior Award:private 2016 schmücken dürfen. Mit dem Award werden europaweit Architekten, Innenarchitekten und freie Ausstatter für herausragende Arbeiten bei der professionellen, ganzheitlichen Einrichtung von neuen und auch zu revitalisierenden Objekten im privaten Bereich gewürdigt. Im festlichen Ballroom des Waldorf Astoria in Berlin nahmen die Gewinner am 25. November die „Category Awards“ und die „Special Awards“ für die Bereiche Finest Kitchen, Finest Bathroom/Finest Bedroom, Finest Interior with Color und Finest Interior with Lighting entgegen. Großer Abräumer des Abends waren Landau + Kindelbacher Architekten/Innenarchitekten, die in den mit ihren eingereichten Projekten in den Kategorien Penthouse, Luxury Villa und Chalet die Jury überzeugten. Die Verleihung des Finest Interior Award:contract 2016 findet am 9. Januar 2017 statt, presented by Heimtextil im Hilton Frankfurt am Main. Einen ausführlichen Bericht lesen Sie dann in der Ausgabe 1|2017 von InteriorFashion. www.finestinterioraward.com

Marion Scholz hat zum 1. September die Projektleitung bei der Freiraum14 GmbH, die mit der E-Commerce-Küchenmarke „Tischmanier“ einen komplett neuen Ansatz in Produkt und Vertrieb wagt, übernommen. Scholz kommt von Interlübke und wird bei „Tischmanier“ federführend die Markenbekanntschaft vorantreiben. Foto: Tischmanier Klaus Schieche ist seit 1. Oktober im Außendienst der Südbund eG tätig. Er betreut und berät den Bereich Bayern-Süd, Österreich, Schweiz und Italien. „Mit Herrn Schieche konnten wir einen kompetenten Fachmann mit langjähriger Branchenerfahrung gewinnen“, heißt es bei der Südbund eG aus Backnang. Hendrik Voß, seit gut 17 Jahren für Parador tätig, hat im Zuge der Übernahme des Unternehmens durch die Nord Holding zum 1. Oktober die Verantwortung für die Technik und das Supply Chain Management als Geschäftsführer in der Parador-Gruppe übernommen. „Mit diesem Schritt unterstreichen wir unsere wachstumsausgerichteten Investitionen vor allem in unsere Produktionsstandorte“, so Lubert Winnecken, der zeitgleich als Vorsitzender der Geschäftsführung installiert wurde und weiter die Gesamtleitung der ParadorGruppe inne hat. Dr. Bernhard E. Kallrup hat zum 1. Oktober den Vorsitz der Geschäftsführung der Dauphin Office Interios GmbH & Co. KG von Firmengründer Friedrich-Wilhelm Dauphin übernommen und leitet als dessen unmittelbarer Nachfolger die Geschicke der gesamten Unternehmensgruppe. Friedrich-Wilhelm Dauphin wird zukünftig Vorsitzender des neu gegründeten Gesellschafterausschusses und zieht sich mit seiner Frau Elke Dauphin aus dem Tagesgeschäft zurück. Geplant ist weiterhin, dass Dr. Jochen Ihring, langjähriger Vertriebs-Geschäftsführer, später die Position von Dr. Kallup übernimmt und dieser dann Vorsitzender des Beirats wird. Foto: Dauphin Human Design Group Harald Wührl leitet seit 1. November als Managing Director die Bereiche Forschung, Entwicklung und Konstruktion. Er verantwortet damit alle Neuproduktentwicklungen und Produktänderungen für die zwei Marken Interstuhl und Bimos sowie für den OEM-Bereich. Als geschäftsführender Gesellschafter der Würl-Solutions und zuvor als Leiter der Entwicklung der Firma Bock sowie Dauphin hat sich Würl in den vergangenen Jahren als Entwickler und Konstrukteur, insbesondere von Büromöbeln, einen hervorragenden Namen geschaffen. Zusammen mit dem 43-köpfigen, Entwicklungsteam von Interstuhl, wird er weitere innovative und hocheffiziente Produkte auf den Markt zu bringen. Maik Jacob verstärkt seit September das Außendienst-Team der Schneeweiss AG Interior. Als Verkaufsleiter im Gebiet nördliches Nordrhein-Westfalen ist er für die Schneeweiss Tochterunternehmen Hiller Objektmöbel sowie Rosconi unterwegs. Hans Helmut Tolksdorf hat am 1. Oktober die Vertriebsleitung des Schichtstoffherstellers Homapal übernommen. Er wird zunächst an der Seite von Reinhard Henkel Homapal- und Formica-Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz betreuen. Nach dem altersbedingten Ausscheiden von Henkel aus dem Unternehmen soll Tolksdorf dann für die nötige Kontinuität im Unternehmen sorgen. Foto: Homapal

Die Gewinner des Finest Interior Award:private 2016 freuten sich über die Auszeichnung. Foto: Finest Interior Award

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InteriorFashion 6|2016

Die schwedische Kinnarps-Gruppe hat mit Robert Petersson seit 1. Dezember einen neuen CEO. Für die deutsche Kinnarps GmbH


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hat dieser Wechsel keine unmittelbaren Auswirkungen. Deutschland-Geschäftsführer Sebastian Groesslhuber: „Wir müssen unabhängig von den personellen Rahmenbedingungen in Schweden weiterhin an unserer Wachstumsstrategie in Deutschland arbeiten und jeden Tag unser Bestes geben.“ Christian Maurer ist seit 1. November Vertriebsleiter International beim Naturholzmöbelhersteller Team 7. Er tritt damit die Nachfolge von Oliver Bayerl an. Maurer verfügt über 24 Jahre Branchen-Know-how und konzentrierte sich in den vergangenen zehn Jahren auf den Möbelvertrieb in Exportmärkten. Bei Team 7 wird er die Internationalisierung der Marke vorantreiben. Foto: Team 7 Helmut Salz wird am 1. Januar 2017 neuer Gesamtvertriebsleiter von Musterring, Rheda-Wiedenbrück. Salz war in den vergangenen Jahren Vertriebsleiter für den deutschsprachigen Raum beim belgischen Polstermöbelspezialisten Rom. Seine Position bei Rom wird Jonas Roth übernehmen, der bereits seit Juni 2016 den Vertrieb gemeinsam mit Salz verantwortet hat.

Wandel als Vielfalt des Möglichen Zum zehnten Mal veranstaltets Interprint bereits seine Möbeltage. In diesem Jahr standen sie unter dem Motto „transform“ und widmeten sich der Frage „Wie beeinflussen die allgegenwärtigen Transformationen Wohnkultur, Möbel- und DekorDesign?“. Die vier Zeitgeist-Trends „de/materialised“, „non_conform“, „co-everything“ und „un_limited“ verändern laut Interprint Lebens- und Wohnbedürfnisse. Rund 230 Unternehmen der internationalen Möbel- und Holzwerkstoffindustrie nutzten die Gelegenheit und informierten sich in Arnsberg. In einer ehemaligen Fabrikhalle erlebten sie ein mulitmediales Event, das beeindruckte. Salvatore Figliuzzi, Direktor Marketing & Design, und die Designer Daniel Heitkamm und Maurizio Burrato inszenierten den Wandel als Mix aus Video-Live-Moderation, Film- und FotoMoods.

Erstmals zeigte das Unternehmen auch zu den Möbeltagen sein neues „Six-Pack“, die sechs Dekore, die das Zeug zum internationalen Markterfolg haben: drei Interpretationen des Schwerpunkt-Themas Eiche, ein Nussbaum, eine Kastanie und ein Marmor. Dabei waren die Dekore nicht nur im Dekorverbund zu sehen, sondern auch direkt am Möbel. Weiterhin wurden 18 Dekore vorgestellt, die perfekt mit den neuen InterprintUnifarben harmonieren. Das Resümee der Besucher fiel entsprechend positiv aus. Und auch Figliuzzi zeigte sich zufrieden: „Das Feedback unserer Besucher bestätigt, dass wir unsere Trend-Themen in Dekor- und Möbellösungen übersetzen konnten. In den kommenden Monaten werden die Möbeltage an allen Interprint-Produktionsstandorten gezeigt werden. www.interprint.de

Alexandra Brennenstuhl verstärkt seit 1. September als Gebietsmanagerin Deutschland/Ost das Aeris-Team. Neben der Betreuung von Bestandskunden wird sie unter anderem den Ausbau neuer Distributionskanäle sowie die Entwicklung der Marke Aeris im Gebiet Deutschland/Ost vorantreiben. Foto: Aeris Der schwedische Büromöbelspezialist Götessons hat seit Mitte November mit Anders Olsson einen neuen CEO. Er übernimmt die Position von Johann Götessons, der sich zukünftig als Creative Director der Produkt- und Marktentwicklung widmen wird. Häcker Küchen forciert das weitere Wachstum und hat zur Verstärkung des Teams zwei Leitungspositionen neu besetzt. Seit dem 1. November ist Simon Hartwich neuer Personalleiter. Zum 1. Dezember ist Gisela Rehm als Marketing-Leiterin gefolgt. Fotos: Häcker Küchen

Designer Dirk Heitkamp (l.) und Salvatore Figliuzzi, Direktor Marketing & Design, brachten in einer multimedialen Show den Besuchern die Zeitgeist-Trends näher. Foto: Interprint

Koelnmesse übernimmt ZOW Anfang November gab die Koelnmesse die Übernahme der ZOW, Zuliefermesse für Möbelindustrie und Innenausbau, vom bisherigen Veranstalter, Clarion Events, bekannt. Damit sichern die Kölner ihre Position als Global Player im Bereich Möbelfertigung und Innenausbau. Mit der Interzum und der ZOW bietet die Koelnmesse der Branche nun zwei effiziente Plattformen, um sowohl den weltweiten als auch den regionalen Markt abzudecken. Die ZOW wird in Zukunft im Zweijahres-Rhythmus, erstmals vom 6. bis 7. Februar, stattfinden. Veranstaltungsort ist, wie gewohnt, das Messezentrum in Bad Salzuflen. www.koelnmesse.de | www.zow.de

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„Strategisch wichtiger Schritt“ Mitte Oktober gab die HornschuchGruppe ihren Verkauf an den zum internationalen Technologieunternehmen Continental gehörenden Oberflächenspezialisten Benecke-Kaliko bekannt. Die deutsche Kartellbehörde hat dem Verkauf bereits im November ohne Auflagen zugestimmt. Die Freigabe durch die zuständigen Wettbewerbsbehörden weiterer Ländern steht noch aus. Für Benecke-Kaliko ist der Zukauf die größte Akquisition der Unternehmensgeschichte. „Zwei starke und international agierende Unternehmen mit jeweils einer langjährigen Tradition kommen zusammen und bündeln ihre Kräfte, um so weltweit noch individueller auf die Kundenwünsche eingehen zu können“, sagte Dr. Dirk Leiß, Vorstandsvorsitzender der Benecke-Kaliko AG. Ähnlich äußert sich Dr. Hans-Hinrich Kruse, CEO der Hornschuch-Gruppe: „Gemeinsam mit den Mitarbeitern und mithilfe unseres Finanzinvestors sind wir in den vergangenen Jahren dynamisch gewachsen. Der Zusammenschluss mit Benecke-Kaliko bietet nun eine hervorragende Chance im Hinblick auf die künftige Weiterentwicklung in unseren Märkten weltweit. Wir sind sicher, dass von dem jetzigen strategischen Schritt beide Unternehmen profitieren werden.“ Dabei agieren die beiden Unternehmen auf Augenhöhe. Während Hornschuch im Geschäftsjahr 2015 mit mehr als 1.800 Mitarbeitern an vier Produktionsstandorten in Deutschland sowie in den USA einen Um-

satz von 410 Mio. Euro erzielte, verfügt die Benecke-Kaliko AG über 16 internationale Vertriebsbüros in Nord- und Südamerika, Asien und Europa. Das Unternehmen generierte 2015 einen Umsatz von knapp 550 Mio. Euro. Welche Chancen bieten sich nun für Hornschuch und wie wird sich die Integration des Unternehmens in die Benecke-Kaliko AG gestalten? Fragen, die InteriorFashion Lothar Machule (Foto), CSO von Hornschuch, gestellt hat. IF: Die Benecke-Kaliko AG ist in erster Linie im Kfz- und Nutzfahrzeugbereich

tätig. Wie werden sich die HornschuchGeschäftsbereiche Home Decoration, Interior und Exterior in das Unternehmen einfügen? Lothar Machule: Für konkrete Aussagen zur Integration ist es derzeit noch zu früh, da bis zur Freigabe aller beteiligten Kartellbehörden beide Unternehmen selbstständig agieren. Prinzipiell ist die Akquisition der Hornschuch-Gruppe für den ContinentalKonzern ein strategisch wichtiger und folgerichtiger Schritt. Hornschuch generiert mehr als die Hälfte des Umsatzes mit nichtautomobilen Anwendungen. Damit stärkt Continental in seinem Bereich für Oberflächenmaterialien, Benecke-Kaliko, konsequent und nachhaltig das globale Geschäft außerhalb der Automobilindustrie und reduziert Abhängigkeiten von den Automobilherstellern. Darüber hinaus soll das Geschäft regional ausgebaut werden, insbesondere dort, wo man aktuell nicht so stark vertreten ist. So kann noch individueller auf Kundenwünsche eingegangen werden. Der Zukauf ist ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg. IF: In welchen Bereichen sehen Sie das größte Wachstumspotenzial und sollen weitere Märkte bzw. Geschäftsbereiche erschlossen werden? Machule: Beim Kauf der HornschuchGruppe durch Continental steht das Wachstum im Vordergrund und nicht Konsolidierung. Die Kräfte und Kompetenzen beider Unternehmen sollen gebündelt wer-

den, um Entwicklung, Design und Technologien voranzutreiben. Alle HornschuchGeschäftsbereiche sollen entsprechend den Märkten und Möglichkeiten weiter wachsen. Inwieweit einzelne Geschäftsbereiche mehr oder weniger großes Potenzial haben, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden. IF: Hornschuch wird in die BeneckeKaliko AG integriert. Wie wird sich dies auf das Unternehmen bzw. die Mitarbeiter auswirken? Machule: Grundsätzlich gilt: Beide Unternehmen sind seit vielen Jahren in ihren Branchen aktiv. Beide haben ihr Geschäft sukzessive ausgebaut. Das ist nur möglich gewesen, weil sie kontinuierlich in das Geschäft investiert haben. Die Akquisition wirkt sich grundsätzlich positiv auf die Standorte aus. Mit einer weltweit verbesserten Aufstellung wird man wirtschaftlich noch erfolgreicher agieren können. Es ist beabsichtigt, alle Mitarbeiter zu übernehmen, denn das erworbene Geschäft von Hornschuch ist eine passende Ergänzung zu dem bestehenden bei Benecke-Kaliko. Was die Schaffung neuer Stellen anbetrifft, lautet das Grundprinzip: Wir wollen stärker wachsen als die Märkte, in denen wir aktiv sind. Dazu sind entsprechend der Kundennachfrage auch zusätzliche Beschäftigte erforderlich. Wachstum kommt mit Menschen zustande – und wir wollen wachsen. Foto: Hornschuch www.hornschuch.com

Wachstum im Top-Segment

Facettenreicher

Das Garant-Modul Wohndesign, das seit zwei Jahren Modulmanager Marc Mispelkamp leitet, sieht sich weiter auf Erfolgskurs. Mit den aktuellen Zugängen von neun namhaften Hochwerteinrichtern nimmt das Modul Wohndesign mit seiner Kollektionsmarke „Aera“ kräftig Fahrt auf. Die bereits in diesem Jahr aktiven respektive 2017 und 2018 dazustoßenden Handelspartner bringen 14 Standorte mit. Zu den aktuellen Neuakquisitionen zählen die Karl Heider Einrichtungs- und Raumausstattungsges. mbH mit ihren Standorten in Rheinbach, Königswinter, Koblenz und Köln. Neu dabei ist auch die Haus der Wohnkultur GmbH + Co. KG im sauerländischen Sundern. Zu Beginn des nächsten Jahres werden außerdem das Einrichtungshaus Wagner in Hamm und das Sensá Einrichtungshaus in Münster dazustoßen. Hinzu kommen drei weitere ganz „frische“ Neuzugänge, die bereits bei Garant unterschrieben haben, jedoch aufgrund ihrer noch laufenden Verträge aktuell nicht kommuniziert werden können. Ebenfalls bei den sogenannten „verbandsfreien“ Häusern hat Wohndesign zurzeit einen guten Lauf. In den letzten drei Monaten kam die Wohnzeit Einrichtungen GmbH in Berlin hinzu. Neu dabei sind die Einrichtungen Krychowski GmbH in Würselen sowie die Möbel & Handwerk Hermann Döbber GmbH + Co. KG in Haltern am See. Einen Bericht über das Garant-Partnerforum, das am 5. und 6. November stattfand, finden Sie auf www.interiorfashion.de. www.garant-gruppe.de

Die gelebte Fusion von Küche und Wohnraum steht im Fokus des Messedoppels Küchenwohntrends und Möbel Austria, das von 10. bis 12. Mai im Messezentrum Salzburg stattfindet. Erwartet werden mehr und neue Aussteller. Erstmals mit von der Partie sind auch Hersteller von Bodenbelägen. Die Ausstellungsfläche ist entsprechend erweitert worden. Damit zeigt sich das Portfolio der ausgestellten Produkte und Dienstleistungen breiter und facettenreicher. www.kuechenwohntrends.at | www.moebel-austria.de

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InteriorFashion 6|2016

Nahezu alle der ca. 200 Aussteller der Küchenwohntrends und Möbel Austria 2015 nehmen auch 2017 an der Veranstaltung teil. Foto: Küchenwohntrends


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Ideen gesucht

Auf Wachstum ausgerichtet

Die Techtextil, internationale Leitmesse für Technische Textilien und Vliesstoffe, organisiert zum 14. Mal den Studentenwettbewerb „Textile Strukturen für neues Bauen“. Studierende der Fachrichtungen Bauingenieurwesen, Produkt-Design und verwandter Bereiche sowie Young Professionals sind eingeladen, Ideen zum Bauen mit Textilien oder textilarmierten Werkstoffen zu entwickeln. Eingereicht werden können Entwürfe zu allen textilen Bereichen des Bauens. Das Thema ist frei wählbar. Ein Schwerpunkt ist „Wiederverwertbarkeit und Recycling“. Es werden betreute und unbetreute Arbeiten angenommen. Auf die Gewinner warten Preisgelder in Höhe von insgesamt 8.000 Euro, die vom internationalen Netzwerk TensiNet gesponsert werden. Anmeldeschluss ist der 26. Februar 2017. Die fachlichwissenschaftliche Betreuung übernimmt weiterhin Prof. Dr. Dr. E.h. Dr. h.c. Werner Sobek, Leiter des Instituts für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren (ILEK) der Universität Stuttgart. Partner des Wettbewerbs ist erstmalig auch Architonic, die führende Online-Plattform für Architektur und Design. Im Rahmen der Techtextil 2017 werden die ausgezeichneten Arbeiten vom 9. bis 12. Mai 2017 während der offiziellen Preisverleihung und in einer Sonderschau den internationalen Ausstellern und Fachbesuchern präsentiert. www.techtextil-student.de

Die Nord Holding Unternehmensbeteiligungsgesellschaft mbH hat mit Wirkung zum 1. Oktober 2016 Parador samt Tochtergesellschaften von dem bisherigen Eigentümer, der Hüls-Unternehmensgruppe erworben. Damit gehen die bereits aufgesetzten und wirksamen Wachstumsprogramme in Richtung Markt weiter dynamisch voran, wie Lubert Winnecken, Vorsitzender der Geschäftsführung versichert: „Wir schmieden ein Zukunftsbündnis zur nachhaltigen Stärkung unserer Marke und unserer Partner. Dabei arbeiten wir offensiv an drei Handlungsfeldern: Erstens an der Schnittstelle zu unseren Handelspartnern und ihren Kunden, um mit den richtigen Produkten und Services den Verkauf und die Kaufentscheidung einfacher, bequemer und sicherer zu machen. Zweitens an verbesserten internen Prozessen und Abläufen und drittens an der zukunftsfähigen Weiterentwicklung unseres Produktportfolios sowie dem Ausbau zukunftsfähiger Geschäftsmodelle.“ Parador erwirtschaftete zum Ende des Jahres 2016 voraussichtlich deutlich mehr als von

140 Mio. Euro Umsatz mit 550 Mitarbeitern an zwei Standorten und erreicht damit eine Umsatzsteigerung im knapp zweistelligen Prozentbereich. „Um weiter wachsen zu können, werden wir unsere Produktionsstandorte mit weiteren Investitionen im zweistelligen Millionenbereich in den kommenden Jahren stärken“, so Winnecken. 2017 wird für Parador ein ganz besonderes Jahr werden, denn dann feiert das Unternehmen seinen 40. Geburtstag. Unter dem Motto „40 Jahre/40 Projekte“ startet das Jubiläumsjahr im März mit einer großangelegten Kampagne in ganz Deutschland und zahlreichen europäischen Ländern. Die europaweite Promotion richtet sich gleichermaßen an Handelspartner und Endkunden. Zahlreiche Werbemaßnahmen begleiten die Geburtstags-Kampagne. An diese Auftakt-Kampagne wird sich, so Dirk Nowak, Geschäftsleitung Produkt/Marke, eine mehrmonatige Veranstaltungsreihe „Parador on Tour“ anschließen. Für 2018 verspricht Parador schon heute ein spannendes Feuerwerk an neuen Produkten. www.parador.de

„Design Connects – The Smart Revolution“ Bereits zum sechsten Mal wird Bayern zum Design-Hotspot: die Munich Creative Business Week bringt vom 4. bis 12. März 2017 Kreative und Wirtschaft aus aller Welt für einen interdisziplinären Austausch zusammen. In diesem Jahr steht die Designwoche im Spotlight von „Design Connects – The Smart Revolution“. Denn Gestaltung verbindet nicht nur Menschen mit Produkten und neuen Technologien, Design revolutioniert. Es bringt disziplinübergreifende Aspekte zusammen, hinterfragt Bestehendes kritisch und ist somit wichtiger Bestandteil der Innovationspolitik. Wie bereits in den vergangenen Jahren spiegelt sich in den einzelnen Veranstaltungen die Vielfalt an Disziplinen, Themen und Formaten wider. Länderpartner der sechsten Designwoche ist die Republik Korea. MCBW „Start up – let‘s move Business“ bringt auch 2017 erneut Start-ups, Nachwuchs-Designer, Unternehmen und ihre Ideen zusammen mit dem Ziel, den Wirtschaftsstandort Bayern nachhaltig zu stärken. Natürlich fehlt auch 2017 die Verleihung des iF Design Awards in der BMW-Welt nicht. Und ebenfalls zum zweiten Mal vergibt der iF im Rahmen der MCBW den iF Public Value Award. www.mcbw.de

Die Parador-Geschäftsführung blickt positiv in die Zukunft (v.l.n.r.): Dirk Nowak, Geschäftsleitung Produkt/Marke, Lubert Winnecken, Vorsitzender der Geschäftsführung, und Hendrik Voß, Geschäftsführer Technik/Supply Chain Management. Foto: Parador

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Ganzheitliches Angebot Im kommenden Jahr findet die 39. und 40. Ausgabe der China International Furniture Fair (CIFF) statt. Traditionell im März im südchinesischen Guangzhou und im September in Shanghai-Hongqio. Die Dimensionen der Messen sind immens. Zudem bedienen sie nahezu alle Segmente der Einrichtungsbranche. Die CIFF ist nicht nur eine der größten Messen, sondern zählt zu den weltweit bedeutendsten Einkaufsquellen. Im kommenden Jahr werden rund 5.800 Aussteller in Guangzhou und Shanghai insgesamt

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InteriorFashion 6|2016

1,15 Mio. qm Ausstellungsfläche belegen. Erwartet werden dabei über 250.000 Einkäufer aus 200 Ländern. Die 39. CIFF in Guangzhou findet in zwei Phasen vom 18. bis 21. März 2017 und vom 28. bis 31. März 2017 statt. In der ersten Phase, die im China Import & Export Fair Complex ausgerichtet wird, gibt es auf 260.000 qm Wohnmöbel und auf 80.000 qm Dekoartikel und Heimtextilien zu entdecken. Im direkt an das Messegelände angrenzenden PWTC Expo sind schließlich auf 60.000 qm Garten- und Freizeitmöbel zu finden. In Phase 2 stehen Büromöbel (200.000 qm) im Mittelpunkt. Zudem wird zeitgleich auf 130.000 qm die CIFM und die Interzum Guangzhou mit Maschinen für die Möbelindustrie, Zulieferteilen und Komponenten veranstaltet. Austragungsort ist hier der China Import & Export Fair Complex. In beiden Phasen werden von 3.800 Ausstellern rund 750.000 qm Fläche belegt. Erwartet werden rund 190.000 Besucher. Die 40. Ausgabe der CIFF findet schließlich vom 11. bis 14. September 2017 im Natio-

nal Exhibition & Convention Center in Shanghai statt. 400.000 qm Fläche werden dann von rund 2.000 Ausstellern belegt. Das Angebot erstreckt sich über Wohnund Büromöbel, Dekoartikel und Heimtextilien, Garten- und Freizeitmöbel bis hin zu Maschinen und Zulieferteilen. Der Veranstalter erwartet rund 90.000 Besucher in Shanghai.

Die CIFF wird auch 2017 keine Anstrengungen scheuen, um die Qualität der Messe zu erhöhen, exzellenten Service zu bieten sowie Besucher und Aussteller noch näher zueinander zu bringen. Damit will die CIFF erneut dazu beitragen das Wachstum der Möbelindustrie in China und weltweit anzukurbeln. www.ciff.gz.com/e www.ciff.sh.com/en


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„Thinking outside the box“

Neuer Deutschland-Sitz

Am 26. und 27. Oktober 2016 fand in den Räumlichkeiten des Kölner KunstSalons die zweitägige Architecture Corporate Foresight Conference (ACFx) statt. Die Veranstaltung wurde erstmalig im Jahr 2012 durchgeführt und zur Orgatec wieder neu aufgelegt. Sie umfasste in diesem Jahr neben der Konferenz eine Partnerausstellung sowie die legendäre BlingParty. Die ACFx 2016 wurde von ap35, Agentur für Architekturkommunikation, initiiert und von Trox & Armstrong Ceiling Solutions, Bene sowie Kreon und Belux unterstützt. Diese präsentierten im Umfeld der Veranstaltung ihre Produktneuheiten. Dabei sorgte neben der ganzheitlichen Deckenlösung „TechZoneTM“, die Licht und Luft ganz einfach integriert hat, auch die Leuchte „Hello“ von Kreon und Belux für Begeisterung, da sie mit nur einem Trägerseil auskommt, aber gleichzeitig über mehrere LED-Lichtelemente verfügen kann. „Pixel“, die neueste Entwicklung des Büromöbelherstellers Bene, zeigte, wie Kreativität auf engstem Raum im Office gefördert werden kann, indem platzsparend Freiheit für neue Ideen geschaffen wird. Mittels raffinierter Boxen, die zu Tisch, Stauraum, Sitzgelegenheit u. v. m. umgebaut werden können, fördert „Pixel“ die Konzentration auf die eigentliche Arbeit und somit die Umwandlung von „Workshops in Workflow“. Bei der interdisziplinären ACFx-Konferenz drehte sich alles um das Thema „thinking outside the box“, welches von namhaften Referenten neu interpretiert wurde. Die spannenden Vorträge von Prof. Wolfram Putz (Graft), Dr. Alexander Rieck (Lava) und Prof. Holger Hoffmann (one fine day) fesselten die Besucher am ersten Veranstaltungsabend ebenso wie die Präsentationen von Christoph Eppacher (Snøhetta), Prof. Amandus Sattler (Allmann Sattler Wappner) und Marten Wassmann (Benthem Crouwel Architects) am zweiten Abend. Die während der ACFx-Konferenz generierten Denkanstöße sollen Mut machen, über die Grenzen der Architektur hinaus zu denken und zukünftige Prozesse sowie Arbeiten und Handeln in der Architektur durch Wissen anderer Branchen zu verbinden. www.ap35.de

Der Deutschlandsitz von Interface, weltweit führender Hersteller von textilem, modularem Bodenbelag, ist mit der feierlichen Eröffnung am 17. November im weltweit einzigen Industriebau von Ludwig Mies van der Rohe in Krefeld zu finden. Das ehemalige Speditionshaus am Eingang des Mies van der Rohe Business Parks ist von nun an Treffpunkt und Showroom des Unternehmens. „Die Eröffnungsfeier war der Höhepunkt einer insgesamt zweijährigen Planungs- und Umbauphase und damit der Beginn eines neuen Abschnitts in der Geschichte der Interface Deutschland GmbH“, so Anne Salditt, Marketing Managerin Deutschland bei Interface. Über 400 Architekten, Geschäftspartner und Kunden aus dem In- und Ausland waren der Einladung von Interface gefolgt. Dabei erwartete sie ein umfangreiches Rahmenprogramm, dessen Höhepunkt der Vortrag des Ehrengastes Dirk Lohan, Architekt und Enkel Mies van der Rohes. Er sprach über die Bedeutung

seines Großvaters für die Textilstadt Krefeld. Auf über 650 qm zeigt Interface in einer modernen Arbeitsumgebung konsequent seine Expertise im Bereich Biophilic Design – ein ganzheitliches Konzept, welches das instinktive Bedürfnis des Menschen nach Natur begreift und erfüllt. Über biomorphe Formen, Oberflächen und Muster wird in der Krefelder Firmenzentrale ein Bezug zur Natur geschaffen, welcher sich positiv auf das Wohlbefinden und die Kreativität auswirkt. Bewusst gewählte Elemente wie eine Wasserwand, Pflanzen und bodentiefe Fenster erwirken einen unmittelbaren Bezug zur Natur für die insgesamt 25 Mitarbeiter. Organisch geformte Funktionseinheiten und geschickte Zonierungen sorgen zusätzlich für eine angenehme Atmosphäre und einen effektiven Mix aus Arbeits- und Ruhebereichen. Elemente des „Active Office“ eröffnen Mitarbeitern darüber hinaus variable Bewegungsoptionen. www.interface.com

BUSINESS

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Beim Umbau wurde die ursprüngliche Klarheit und Struktur der Bauhaus-Architektur respektiert und, wo möglich, wieder hergestellt. Fotos: Interface

Weitere Kurzmeldungen finden Sie unter www.interiorfashion.de

As Usual!

Neben spannenden Vorträgen und Ausstellungen der Konferenzpartner

blieb den Teilnehmern noch ausreichend Zeit zum Netzwerken. Foto: ap35

Team by Wellis lebt wieder auf

Sleep | Sleep Lounge ||

|| Prime || Smart || Patrick Brunner, Möbelproduzent aus Willisau, lässt die starkeComfort Schweizer Möbelmarke „team by wellis“ aufleben. Seine neu gegründete Firma Team Global Lifestyles || by Wellis AG übernimmt sämtliche Immaterialgüterrechte aus dem NachLiving Kitchen || lass der liquidierten Wellis Möbelfabrik AG. Nachdem der Unternehmer Torsten Braun, Markus Felsch, erst im September mit seiner Zumsteg Collection AG die bekannte Business Events | Roland Greule – Lichtplanung und Möbelmanufaktur „Zumsteg Switzerland“ übernommen hat, baut er mit Lichtdesign diesem Schritt die Kompetenz weiter aus. Auch die neue Kollektion ist Kongress imm cologne 2017 | – Konzepte – Technik – Beispiele; Verlagsgesellschaft bereits geplant. Gekonntes Re-Design von Klassikern sowie neue Rudolf Müller, Köln; 188 Seiten; 79,Designs und Produktlinien führen die extravagante Marke in VIP eine Lounge vielver- || Euro; ISBN Foto: sprechende Zukunft. Und vom 16. bis 22. Januar 2017 an dieimmspired internatio- – the bloggers‘ trend978-3-481-03366-8. show Verlagsgesellschaft Rudolf Müller nale Möbelmesse imm cologne. www.willisausag.ch

Fundiertes Nachschlagewerk Ein optimales Bündel aus Fachwissen und Erfahrung bietet das Buch Lichtplanung und Lichtdesign, das die Kompetenzfelder der Autoren Prof. Dr.-Ing. R. Greule, Dipl.-Psych. T. Braun und dem Lichtplaner Dipl.-Ing. M. Felsch geschickt zusammenfasst. Es werden praktische Anleitungen für Aufgabenstellungen der alltäglichen Praxis gegeben sowie die wahrnehmungspsychologischen Funktionsweisen menschlicher Wahrnehmung erklärt. Eine umfassende Erläuterung lichttechnischer Grundlagen komplettiert das Buch. Das praxisorientierte Werk berücksichtigt Beleuchtungen durch Tages- und Kunstlicht gleichermaßen. Es unterstützt Architekten und Ingenieure in allen Planungs- und Realisierungsphasen und vermittelt das nötige Fachwissen, um lichttechnische Anforderungen und Möglichkeiten bereits früh im Entwurf berücksichtigen zu können und die Zusammenarbeit mit spezialisierten Fachplanern und Ausführenden zu erleichtern.

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> Sleep mit Sleep Lounge – Halle 9 und 5.1 >>> Matratzen- und Schlafsysteme, Boxspring-Betten und Wasserbetten sind im Segment Sleep zu Hause. Ergänzt wird dieses Angebot durch dekorative Bettwaren und Accessoires. Im Zentrum der Halle bietet die Lounge-Fläche zudem Raum für Gespräche und für die „meet@sleep“-Party am Messedienstag.

Ganzheitliches Angebot

> Comfort – Hallen 6 und 10.2 >>> Comfort ist das Segment für die vielfältige Kultur komfortablen Sitzens und entspannten Ruhens. Dazu steht die komplette Bandbreite an Polstermöbeln bereit: Sitzgarnituren, Sessel, Liegen, Einzelsofas und Funktions-Couches.

> Prime – Halle 5.1 und 10.1 >>> Prime interpretiert die klassische, familiär orientierte Wohnungsausstattung behaglich-moderner, stilvoller Ästhetik und in durchgängig hochwertiger Qualität für Im kommenden Jahr findet die in39. und 40. Ausgabe der China International Furniture Fair (CIFF) statt. alle Sortimentsbereiche rund um Tisch, Stuhl, Schrank undSeptember Bett. Traditionell im März im südchinesischen Guangzhou und im in Shanghai-Hongqio. Die Dimen-

sionen der Messen sind immens. Zudem bedienen sie nahezu alle Segmente der Einrichtungsbranche.

> Smart – Hallen 7 und 8 >>> Smart vereint die Ansprüche jungen Wohnens an Praktikabilität und Vielseitigkeit mit einem trendkonformen Design – für die Bereiche Wohnen, SB-Möbel und SchlafDie CIFF ist nicht nur eine der größten 1,15 Mio. qm Ausstellungsfläche belegen. nal Exhibition & Convention Center in Die CIFF wird auch 2017 keine Anstrengunzimmereinrichtungen. Halle 7 wird zur imm 2017 erstmals ein Smart gezeigt. Messen, sondern zählt zu den weltweit Erwartet werden In dabei über 250.000 Ein- cologne Shanghai statt. 400.000 qm FlächeHome werden genDas scheuen, um die Qualität der Messe Gemeinschaftsprojekt der imm cologne, Schwörerdann Haus und Ikea2.000 setztAusstellern das Themabelegt. erstmalszu in erhöhen, den bedeutendsten Einkaufsquellen. Im komkäufer aus 200 Ländern. von rund exzellenten Service zu bieten menden Jahr werden rund 5.800 Aussteller 39.Einrichtungswelten. CIFF in Guangzhou findet in zwei Das Angebot erstreckt sich über Wohnsowie Besucher und Aussteller noch näher KontextDie von in Guangzhou und Shanghai insgesamt

Phasen vom 18. bis 21. März 2017 und vom und Büromöbel, Dekoartikel und Heimtextizueinander zu bringen. Damit will die CIFF 28. bis 31. März 2017 statt. In der ersten lien, Garten- und Freizeitmöbel bis hin zu erneut dazu beitragen das Wachstum der > Global Lifestyles – Hallen 2.1& und 3.1Fair >>> Maschinen Einzelaussteller und Gruppenpräsentationen aus Phase, die im China Import Export und Zulieferteilen. Der VeranstalMöbelindustrie in China und weltweit anzuEuropaComplex und Asienausgerichtet präsentierten im gibt Segment Global breites, umsatzorientiertes Spektwird, es auf terLifestyles erwartet ein rund 90.000 Besucher in kurbeln. www.ciff.gz.com/e 260.000 qm Wohnmöbel und auf 80.000 Shanghai. www.ciff.sh.com/en rum vom SB-Möbelbereich über klassische Wohn- und Schlafraummöbel, Leuchten und Accessoires qm Dekoartikel und Heimtextilien zu entdebis zur ausgefallenen Wohnskulptur. cken. Im direkt an das Messegelände angrenzenden PWTC Expo sind schließlich auf Living Kitchen Hallen 4.1, 4.2zuund 5.2 >>> Die internationale Messe für Küchen, Elektro60.000>qm Gartenund– Freizeitmöbel finden.geräte In Phase 2 stehen Büromöbel und Zubehör vereint über 200 namhafte nationale und internationale Aussteller aus (200.000 qm) im Mittelpunkt. Zudem wird 22 Ländern. Diese zeigen ihre neuesten Ideen und Innovationen rund um den Lebensraum Küche. zeitgleich auf 130.000 qm die CIFM und die Interzum Guangzhou mit Maschinen für die > Business Events >>> imm cologne Möbelindustrie, Zulieferteilen und Kongress Kompo- 2017 >>> Virtuelle Welten und smarte Technologien nenten veranstaltet. Austragungsort ist hier im Einsatz für den Möbel-E-Commerce >>> 19. Januar 2017 - Koelnmesse - Congress Centrum Nord der China Import & Export Fair Complex. In >>> VIP Lounge >>> Der Business-Treffpunkt der imm cologne im Congress Centrum Nord. beiden Phasen werden von 3.800 Ausstel>>> immspired – the bloggers‘ trend show >>> Blogger-Event in der Passage zwischen den Hallen 2 lern rund 750.000 qm Fläche belegt. Erwarund 3 sowie in Halle – dreiBesucher. internationale Blogger gestalten ein Zimmer nach ihrem Geschmack tet werden rund5.2 190.000 Die 40. der CIFFund findet schließlich mit Möbeln derAusgabe imm cologneLivingKitchen-Aussteller und bloggen live von der Messe. vom 11. bis 14. September 2017 im Natio-

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„Thinking outside the box“

Neuer Deutschland-Sitz

Am 26. und 27. Oktober 2016 fand in den Räumlichkeiten des Kölner KunstSalons die zweitägige Architecture Corporate Foresight Conference (ACFx) statt. Die Veranstaltung wurde erstmalig im Jahr 2012 durchgeführt und zur Orgatec wieder neu aufgelegt. Sie umfasste in diesem Jahr neben der Konferenz eine Partnerausstellung sowie die legendäre BlingParty. Die ACFx 2016 wurde von ap35, Agentur für Architekturkommunikation, initiiert und von Trox & Armstrong Ceiling Solutions, Bene sowie Kreon und Belux unterstützt. Diese präsentierten im Umfeld der Veranstaltung ihre Produktneuheiten. Dabei sorgte neben der ganzheitlichen Deckenlösung „TechZoneTM“, die Licht und Luft ganz einfach integriert hat, auch die Leuchte „Hello“ von Kreon und Belux für Begeisterung, da sie mit nur einem Trägerseil auskommt, aber gleichzeitig über mehrere LED-Lichtelemente verfügen kann. „Pixel“, die neueste Entwicklung des Büromöbelherstellers Bene, zeigte, wie Kreativität auf engstem Raum im Office gefördert werden kann, indem platzsparend Freiheit für neue Ideen geschaffen wird. Mittels raffinierter Boxen, die zu Tisch, Stauraum, Sitzgelegenheit u. v. m. umgebaut werden können, fördert „Pixel“ die Konzentration auf die eigentliche Arbeit und somit die Umwandlung von „Workshops in Workflow“. Bei der interdisziplinären ACFx-Konferenz drehte sich alles um das Thema „thinking outside the box“, welches von namhaften Referenten neu interpretiert wurde. Die spannenden Vorträge von Prof. Wolfram Putz (Graft), Dr. Alexander Rieck (Lava) und Prof. Holger Hoffmann (one fine day) fesselten die Besucher am ersten Veranstaltungsabend ebenso wie die Präsentationen von Christoph Eppacher (Snøhetta), Prof. Amandus Sattler (Allmann Sattler Wappner) und Marten Wassmann (Benthem Crouwel Architects) am zweiten Abend. Die während der ACFx-Konferenz generierten Denkanstöße sollen Mut machen, über die Grenzen der Architektur hinaus zu denken und zukünftige Prozesse sowie Arbeiten und Handeln in der Architektur durch Wissen anderer Branchen zu verbinden. www.ap35.de

Der Deutschlandsitz von Interface, weltweit führender Hersteller von textilem, modularem Bodenbelag, ist mit der feierlichen Eröffnung am 17. November im weltweit einzigen Industriebau von Ludwig Mies van der Rohe in Krefeld zu finden. Das ehemalige Speditionshaus am Eingang des Mies van der Rohe Business Parks ist von nun an Treffpunkt und Showroom des Unternehmens. „Die Eröffnungsfeier war der Höhepunkt einer insgesamt zweijährigen Planungs- und Umbauphase und damit der Beginn eines neuen Abschnitts in der Geschichte der Interface Deutschland GmbH“, so Anne Salditt, Marketing Managerin Deutschland bei Interface. Über 400 Architekten, Geschäftspartner und Kunden aus dem In- und Ausland waren der Einladung von Interface gefolgt. Dabei erwartete sie ein umfangreiches Rahmenprogramm, dessen Höhepunkt der Vortrag des Ehrengastes Dirk Lohan, Architekt und Enkel Mies van der Rohes. Er sprach über die Bedeutung

seines Großvaters für die Textilstadt Krefeld. Auf über 650 qm zeigt Interface in einer modernen Arbeitsumgebung konsequent seine Expertise im Bereich Biophilic Design – ein ganzheitliches Konzept, welches das instinktive Bedürfnis des Menschen nach Natur begreift und erfüllt. Über biomorphe Formen, Oberflächen und Muster wird in der Krefelder Firmenzentrale ein Bezug zur Natur geschaffen, welcher sich positiv auf das Wohlbefinden und die Kreativität auswirkt. Bewusst gewählte Elemente wie eine Wasserwand, Pflanzen und bodentiefe Fenster erwirken einen unmittelbaren Bezug zur Natur für die insgesamt 25 Mitarbeiter. Organisch geformte Funktionseinheiten und geschickte Zonierungen sorgen zusätzlich für eine angenehme Atmosphäre und einen effektiven Mix aus Arbeits- und Ruhebereichen. Elemente des „Active Office“ eröffnen Mitarbeitern darüber hinaus variable Bewegungsoptionen. www.interface.com

Das „größte und ganzheitlichste Einrichtungshaus der Welt“ – das Messedoppel imm cologne und LivingKitchen – öffnet am 16. Januar 2017 seine Türen. Sieben Tage lang werden die EinrichtungsTrends von morgen zu sehen sein. 1.300 Aussteller aus 50 Ländern zeigen ihre Ideen für das Wohnen von heute und morgen. Dabei steht ganz klar der Business-Gedanke im Mittelpunkt. „In Köln handelt Beim Umbau wurde die ursprüngliche Klarheit und Struktur der Bauhaus-Architektur respektiert die Welt mit Deutschland, aber auch die Welt mit der Welt“, betont Gerald Böse, Vorsitzender der und, wo möglich, wieder hergestellt. Fotos: Interface Geschäftsführung der Koelnmesse GmbH, die Ausrichtung und Internationalität der Veranstaltung. Immerhin liegt der Auslandsanteil der Aussteller bei rund 70% und der der Besucher bei mehr als 40%. Ein Besuchermagnet der kommenden Veranstaltung wirdKurzmeldungen zweifelsohne die LivingKitchen sein. Rund Weitere finden Sie unter www.interiorfashion.de 200 Aussteller aus 20 Ländern werden in diesem speziellen Format zu finden sein. Dabei setzen die Verantwortlichen nicht nur auf eine reine Produkt-Show. Vielmehr soll der Besuch der LivingKitchen zu einem echten Erlebnis werden. Koch-Events und große Koch-Shows stehen dabei ebenso auf dem Programm wie Informationsveranstaltungen und begeistern nicht zuletzt die Endverbraucher, die sich am Messewochenende über die neuesten Trends informieren können. Neben spannenden Vorträgen und Ausstellungen der Konferenzpartner EinenZeit Überblick über dieFoto: einzelnen blieb den Teilnehmern noch ausreichend zum Netzwerken. ap35 Angebotsbereiche der imm cologne und in welchen Hallen diese angesiedelt sind, finden Sie auf der linken Seite. Ein optimales Bündel aus Fachwissen und Erfahrung

Fundiertes Nachschlagewerk

Team by Wellis lebt wieder auf Patrick Brunner, Möbelproduzent aus Willisau, lässt die starke Schweizer Möbelmarke „team by wellis“ aufleben. Seine neu gegründete Firma Team by Wellis AG übernimmt sämtliche Immaterialgüterrechte aus dem Nachlass der liquidierten Wellis Möbelfabrik AG. Nachdem der Unternehmer erst im September mit seiner Zumsteg Collection AG die bekannte Möbelmanufaktur „Zumsteg Switzerland“ übernommen hat, baut er mit diesem Schritt die Kompetenz weiter aus. Auch die neue Kollektion ist bereits geplant. Gekonntes Re-Design von Klassikern sowie neue Designs und Produktlinien führen die extravagante Marke in eine vielversprechende Zukunft. Und vom 16. bis 22. Januar 2017 an die internationale Möbelmesse imm cologne. www.willisausag.ch

Torsten Braun, Markus Felsch, Roland Greule – Lichtplanung und Lichtdesign – Konzepte – Technik – Beispiele; Verlagsgesellschaft

bietet das Buch Lichtplanung und Lichtdesign, das die Kompetenzfelder der Autoren Prof. Dr.-Ing. R. Greule, Dipl.-Psych. T. Braun und dem Lichtplaner Dipl.-Ing. M. Felsch geschickt zusammenfasst. Es werden praktische Anleitungen für Aufgabenstellungen der alltäglichen Praxis gegeben sowie die wahrnehmungspsychologischen Funktionsweisen menschlicher Wahrnehmung erklärt. Eine umfassende Erläuterung lichttechnischer Grundlagen komplettiert das Buch. Das praxisorientierte Werk berücksichtigt Beleuchtungen durch Tages- und Kunstlicht gleichermaßen. Es unterstützt Architekten und Ingenieure in allen Planungs- und Realisierungsphasen und vermittelt das nötige Fachwissen, um lichttechnische Anforderungen und Möglichkeiten bereits früh im Entwurf berücksichtigen zu können und die Zusammenarbeit mit spezialisierten Fachplanern und Ausführenden zu erleichtern.

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Euro; ISBN 978-3-481-03366-8. Foto: Verlagsgesellschaft Rudolf Müller

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imm cologne Die internationale Einrichtungsmesse 16.-22.01.2017

Im kommenden Jahr findet die 39. und 40. Ausgabe der China International Furniture Fair (CIFF) statt. Traditionell im März im südchinesischen Guangzhou und im September in Shanghai-Hongqio. Die Dimensionen der Messen sind immens. Zudem bedienen sie nahezu alle Segmente der Einrichtungsbranche. >>> Hallenplan

Die CIFF ist nicht nur eine der größten Messen, sondern zählt zu den weltweit bedeutendsten Einkaufsquellen. Im kommenden Jahr werden rund 5.800 Aussteller in Guangzhou und Shanghai insgesamt

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1,15 Mio. qm Ausstellungsfläche belegen. nal Exhibition & Convention Center in Erwartet werden dabei über 250.000 EinShanghai statt. 400.000 qm Fläche werden >>> dann visionsvon rund 2.000 Ausstellern belegt. käufer aus 200 Ländern. Die 39. CIFF in Guangzhou findet in zwei Dasder Angebot erstreckt sich über Wohn– das eMagazin Phasen vom 18. bis 21. März 2017 und vom und Büromöbel, Dekoartikel und Heimtextiimm cologne 28. bis 31. März 2017 statt. In der ersten lien, Garten- und Freizeitmöbel bis hin zu Phase, die im China Import & Export Fair Maschinen und Zulieferteilen. Der VeranstalComplex ausgerichtet wird, gibt es auf ter erwartet rund 90.000 Besucher in 260.000 qm Wohnmöbel und auf 80.000 Shanghai. qm Dekoartikel und Heimtextilien zu entdecken. Im direkt an das Messegelände animmauf cologne blog grenzenden PWTC Expo sind>>> schließlich 60.000 qm Garten- und Freizeitmöbel zu finden. In Phase 2 stehen Büromöbel (200.000 qm) im Mittelpunkt. Zudem wird zeitgleich auf 130.000 qm die CIFM und die Interzum Guangzhou mit Maschinen für die cologne news Möbelindustrie, Zulieferteilen>>> undimm Komponenten veranstaltet. Austragungsort ist hier der China Import & Export Fair Complex. In imm cologne 2017 präsentiert beiden Phasen werden von 3.800 Ausstellern rund 750.000 qm Fläche belegt.LivingKitchen® ErwarDas internationale Küchenevent tet werden rund 190.000 Besucher. Die 40. Ausgabe der CIFF findet schließlich Halle 4. + 5.2 vom 11. bis 14. September 2017 im Natio-

Die CIFF wird auch 2017 keine Anstrengungen scheuen, um die Qualität der Messe zu erhöhen, exzellenten Service zu bieten sowie Besucher und Aussteller noch näher zueinander zu bringen. Damit will die CIFF erneut dazu beitragen das Wachstum der Möbelindustrie in China und weltweit anzukurbeln. www.ciff.gz.com/e www.ciff.sh.com/en

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„Thinking outside the box“

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seines Großvaters für die Textilstadt Krefeld. Auf über 650 qm zeigt Interface in einer modernen Arbeitsumgebung konsequent seine Expertise im Bereich Biophilic Design – ein ganzheitliches Konzept, welches das instinktive Bedürfnis des Menschen nach Natur begreift und erfüllt. Über biomorphe Formen, Oberflächen und Muster wird in der Krefelder Firmenzentrale ein Bezug zur Natur geschaffen, welcher sich positiv auf das Wohlbefinden und die Kreativität auswirkt. Bewusst gewählte Elemente wie eine Wasserwand, Pflanzen und bodentiefe Fenster erwirken einen unmittelbaren Bezug zur Natur für die insgesamt 25 Mitarbeiter. Organisch geformte Funktionseinheiten und geschickte Zonierungen sorgen zusätzlich für eine angenehme Atmosphäre und einen effektiven Mix aus Arbeits- und Ruhebereichen. Elemente des „Active Office“ eröffnen Mitarbeitern darüber hinaus variable Bewegungsoptionen. www.interface.com

Beim Umbau wurde die ursprüngliche Klarheit und Struktur der Bauhaus-Architektur respektiert und, wo möglich, wieder hergestellt. Fotos: Interface

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Neben spannenden Vorträgen und Ausstellungen der Konferenzpartner blieb den Teilnehmern noch ausreichend Zeit zum Netzwerken. Foto: ap35

Team by Wellis lebt wieder auf Patrick Brunner, Möbelproduzent aus Willisau, lässt die starke Schweizer Möbelmarke „team by wellis“ aufleben. Seine neu gegründete Firma Team by Wellis AG übernimmt sämtliche Immaterialgüterrechte aus dem Nachlass der liquidierten Wellis Möbelfabrik AG. Nachdem der Unternehmer erst im September mit seiner Zumsteg Collection AG die bekannte Möbelmanufaktur „Zumsteg Switzerland“ übernommen hat, baut er mit diesem Schritt die Kompetenz weiter aus. Auch die neue Kollektion ist bereits geplant. Gekonntes Re-Design von Klassikern sowie neue Designs und Produktlinien führen die extravagante Marke in eine vielversprechende Zukunft. Und vom 16. bis 22. Januar 2017 an die internationale Möbelmesse imm cologne. www.willisausag.ch

Torsten Braun, Markus Felsch, Roland Greule – Lichtplanung und Lichtdesign – Konzepte – Technik – Beispiele; Verlagsgesellschaft Rudolf Müller, Köln; 188 Seiten; 79,Euro; ISBN 978-3-481-03366-8. Foto: Verlagsgesellschaft Rudolf Müller

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Gutes Ergebnis in schwierigem Umfeld

Die Brüsseler Möbelmesse punktet mit Qualität und Atmosphäre

Rom

LS Bedding

Karel Mintjens

Moome

Kreamat

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Unic Design

Anfang November ist traditionell MöbelmesseBrüssel-Zeit. In diesem Jahr zeigten vom 6. bis 9. November 268 Aussteller, 64,5% davon aus dem Ausland, ihre Neuheiten. Die Messe zeichnet sich seit Jahren durch ihr Angebot aus. Wer auf der Suche nach verkäuflichen Möbeln abseits des Mainstreams ist, wird in Brüssel fündig. Hier finden Möbelhändler Nischenprodukte, die es ihnen ermöglichen, sich vom Wettbewerb zu differenzieren. Erstmals hatte der Veranstalter alle Aussteller, die sich im Contract-Business engagieren und somit dessen spezielle Anforderungen erfüllen, mit einem entsprechenden Label am Stand gekennzeichnet. Damit ist eine bessere Orientierung für dieses spezielle Segment gewährleistet. Fest zum Messeangebot zählen in der Zwischenzeit die Trend-Passagen zwischen den Hallen. Hier werden die Trends für die kommende Saison präsentiert, die alljährlich von Art Director Sigrid Demyttenaere zusammengestellt werden. Möbel und Accessoires der Aussteller erwecken diese schließlich zum Leben. In diesem Jahr stand das Thema „We Care! About the planet, its peolpe & our future“ im Mittelpunkt. Ein Highlight der Messe ist sicherlich auch die Verleihung der Balthazar Awards. Ziel ist es, die Innovationskraft und das Trend-Gespür der Aussteller zu honorieren. Eine kompetente Jury nahm die eingereichten Produkte unter die Lupe und besuchte zudem alle Stände der Messe auf der Suche nach neuen, innovativen und trendgerechten Produkten. In der Bewertung kamen die Experten zu dem Ergebnis, dass die Hersteller engagiert daran arbeiten, die Produktentwicklung stärker an den Konsumenten auszurichten, Rundumkonzepte anbieten, ungewohnte Materialkombinationen zeigen und sich sowohl mit Formgebung, Materialauswahl als auch mit der Präsentation inhaltlich und umweltbewusst auseinandersetzen. Die Entscheidungen für die Gewinner der Balthazars fiel schließlich einstimmig. Und so wurden folgende Unternehmen ausgezeichnet: Kategorie „Best of Belgium“ – Joli für die Möbelkollektion „Layers“, Kategorie „Most Trendy“ – Lifetime Kidsrooms mit dem multifunktionalen Konzept „Play & Store“, Kategorie „Country Today“ – Karel Mintjens für die Kollektion Brooklyn und Kategorie „Innovation“ – Veldemann Bedding für das

D & D Furniture

Up2Date

Konzept und die Umsetzung des Bettes „Finesse“. Das Resümee vom Messechef Lieven Van den Heede fällt trotz leicht gesunkener Besucherzahlen – im Vergleich zum Vorjahr kamen 5,37% weniger – positiv aus. Der größte Rückgang ist auf die belgischen Besucher zurückzuführen. Neben den schlechten Umsätzen seit Februar 2016 sorgt auch die weiterhin anhaltende Konzentration im belgischen Möbelhandel für Zurückhaltung. Entscheidend für die gute Bewertung ist das Orderverhalten auf der Messe. „Aus den zahlreichen Gesprächen während der Messe können wir auf ein deutlich positives Ergebnis schließen“, erklärt Van den Heede. „So waren die meisten Aussteller zufrieden bis sehr zufrieden, ganz sicher auch mit der Qualität und dem Profil der Besucher. Und zahlreiche Aussteller haben bereits angekündigt, dass sie im nächsten Jahr wiederkommen werden.“ Dann öffnen sich die Türen zur Möbelmesse Brüssel vom 5. bis 8. November 2017. bs www.meubelbeurs.be In den Passagen werden die Trend-Themen für die kommende Möbelsaison mit Produkten der Aussteller inszeniert. Fotos: Messe Brüssel


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Momentaufnahmen des

WOHNENS

Was bedeutet Wohnen? Wie wollen wir wohnen? Und was brauchen wir eigentlich zum Wohnen? Fragen, die wir den Designern Todd Bracher und Alfredo Häberli sowie der jungen Architektin Alison Wang gestellt haben. Alle drei haben über das Wohnen nachgedacht und entsprechende Entwürfe gestaltet. Die Ergebnisse könnten unterschiedlicher nicht sein. Lassen Sie sich im Folgenden in die unterschiedlichen Welten entführen …

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Man darf gespannt sein auf die Umsetzung von Todd Brachers Idee von „Das Haus – Interiors on Stage“.

„Essenziell bedeutet nicht optisch einfach und leer – es könnte fantastisch und wunderbar sein …“ Todd Bracher gilt als eine der führenden Persönlichkeiten der amerikanischen Design-Szene. Er studierte Design am renommierten Pratt Institute und absolvierte seinen Master-Studiengang im Fachbereich Design an der Dänischen DesignSchule in Kopenhagen. Nach Stationen in Mailand, Paris sowie bei Tom Dixon in London kehrte Bracher 2007 nach New York zurück widmete sich seinem eigenen, 1999 gegründeten Studio. Bereits für sein erstes in Produktion gegangenes Werk, das Sofa „Freud“ für Zanotta, wurde der junge Designer mit dem I.D. Award ausgezeichnet. Weitere Preise folgten. Heute arbeitet Bracher für Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen und setzt Design als Mittel zur strategischen Differenzierung ein. Ausgangspunkt ist dabei nicht ein bestimmter Stil oder eine bestimmte Ästhetik, sondern vielmehr die Vermittlung von Ideen und für den Benutzer relevanten Informationen, die er in eine Form überträgt. Seine Person bleibt dabei stets im Hintergrund. Sein Credo ist die Reduktion auf das Wesentliche. „Für mich ist Design keine Kunst und kein persönliches Anliegen, sondern mehr ein Experiment“, beschreibt Todd Bracher seine Design-Philosophie. Als Experiment beschreibt der Designer auch das Projekt „Das Haus – Interiors on Stage“, das er für die imm cologne 2017 gestaltet. Seit 2012 nominiert die Messe ei-

ne Designer-Persönlichkeit, als Guest of Honour ein Wohnhaus zu simulieren. Dabei soll das Projekt die gegenwärtigen Einrichtungs-Trends, aber auch Publikumssehnsüchte und den gesellschaftlichen Wandel thematisieren. Ein Schlagwort ist in diesem Zusammenhang neben praktikabel und zukunftsorientiert vor allen Dingen authentisch. Damit ist „Das Haus“ nicht nur ein Designer-Porträt, sondern auch der Ausdruck der eigenen Persönlichkeit. Für Todd Bracher ist „Das Haus“ eine Gelegenheit, tradierte Vorstellungen von zeitgenössischem Wohnen zu hinterfragen. Entstanden ist eine kantige, geometrische Architektur mit einem über zwei Kuben schwebenden Dach. Bei der Gestaltung des offenen und großzügigen Innenraums hat Bracher philosophische Gedanken walten lassen. Die drei Zonen Versorgung, Erholung und Hygiene spiegeln die Bedürfnisse, Seelenzustände und Erlebnisräume wider. Unter Versorgung versteht der Designer dabei nicht nur die Ernährung im eigentlichen Sinne, sondern auch die des Geistes. Den Raum für Hygiene hat Bracher kurzerhand nach außen gelegt: „Die Vorstellung, außen in der Natur zu duschen, hat etwas sehr Schönes. Also warum sollte man reingehen, wenn das Wasser doch ein so organisches, natürliches Element ist.“ Es ist in jedem Fall eine ungewöhnliche Sicht auf das Wohnen, die Bracher im Januar vorstellen wird. Es bleiben auch einige

Fragezeichen. Einige haben wir schon im Vorfeld in einem Interview mit Todd Bracher klären können, aber letztendlich sind wir gespannt auf die Umsetzung. IF: Was bedeutet Wohnen für Sie? Todd Bracher: Wohnen, oder sozusagen das Leben zuhause, ist für mich ein Weg, die Welt um uns herum auch mal auszublenden und eine Gelegenheit, über unsere Interessen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nachzudenken. Erinnerungen und Erkenntnisse in einer greifbaren Form. Mit zwei kleinen Kindern geht es dabei jetzt ums Teilen und um Erfahrung ... Erziehung und Kreativität. Fühlbar, physisch und real ... IF: Spiegelt sich Ihr Credo „Reduktion auf das Wesentliche“ auch in Ihrem Entwurf für das Haus wider? Bracher: Ja, genau. Auf manche mag das ironisch wirken, da eine Reduktion auf das Wesentliche nicht mit Minimalismus gleichzusetzen ist. Um es klar zu sagen, das

Todd Bracher gilt als eine der führenden Persönlichkeiten der amerikanischen Design-Szene. Fotos: Bracher, Koelnmesse

Als Art Director hat Todd Bracher für die dänische Luxusmarke Georg Jensen eine neue Strategie und DNA entwickelt. Dabei wurden für alle fünf Unternehmensbereiche – Schmuck, Uhren, Wohnen, Urlaub und Silber – neue Produkte entworfen, wie die Schale „Carry“.

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ist Essenzialismus, und daran glaube ich. Wir haben in diesem Haus Hunderte von Objekten, die alle aus einem bestimmten Grund und zu einem bestimmten Zweck da sind. Ein Beispiel für den Unterschied zwischen Minimalismus und Essenzialismus finden Sie in der Natur ... ein Schmetterling wirkt auf das Auge kunstvoll und komplex ... das Tier ist absolut nicht einfach strukturiert, stattdessen ist alles an ihm essenziell ... um zu überleben und sich zu behaupten, kommt es farbenfroh und komplex daher. Essenziell bedeutet nicht „optisch einfach und leer“ ... wenn mit dem Ergebnis ein Zweck und eine Bedeutung verbunden sind, habe ich das Gefühl, dass damit etwas Essenzielles definiert wird. Und das ist es, woran ich glaube. IF: Was brauchen wir heute überhaupt noch zum Wohnen? Bracher: Wenn es heute ums Wohnen geht, habe ich das Gefühl, dass wir Lösungen und eine Plattform brauchen, die die Anforderungen unseres modernen Lebens berücksichtigen. Wenn man ein Haus kaufen soll, das vor 10, 20 oder 30 Jahren gebaut worden ist ... dann bietet es veraltete Lösungen, die

gerne leben (natürlich möchten wir, dass dies das Ergebnis ist, aber das treibt uns bei dem, was wir machen, nicht an). Wir dachten, wir müssen Loyalität als Konzept erforschen und infrage stellen, wie wir uns unser Leben vorstellen. Das Ergebnis könnte fantastisch und wunderbar sein ... vielleicht schwierig, es tatsächlich umzusetzen ... wir wissen es nicht, bis wir gemeinsam mit Ihnen im Januar 2017 den Raum betreten.

Sofa „Freud“ für Zanotta: asymmetrisch mit einer einfachen, schönen Linie. Dafür erhielt Todd Bracher einen I.D. Award. Weitere Preise, darunter der Unesco Design 21, folgten.

möglicherweise bedeutungslos geworden sind. Ich selbst brauche beispielsweise kein eigenes Speisezimmer. Das wäre für mich Platzverschwendung. Stattdessen will ich einen Raum für Ruhe ... oder Frieden ... oder Kreativität. Ich denke, wir müssen unser Heim flexibel und anpassungsfähig gestalten für das Leben, das wir führen ... es muss für unsere heutige Kultur relevant sein.

IF: Sie hatten angekündigt, die Grundlagen, die das Heim definieren, zu überdenken, und sich anzusehen, ob sie den Anforderungen der heutigen Welt entsprechend ausgelegt sind. Wie lautet Ihr Ergebnis? Sind sie der heutigen Welt entsprechend ausgelegt? Bracher: Das Haus ist eine Art Experiment. Wir haben kein Interesse daran, für Sie ein hübsches Heim zu gestalten, in dem Sie

IF: Wie lässt sich der amerikanische Traum von Wohnen definieren? Bracher: Der amerikanische Traum vom Wohnen ist natürlich ein sehr persönlicher ... bedenken Sie die ungeheure Vielfalt der Kulturen, die alle ihre eigenen Blickwinkel und ihre eigenen Anforderungen ans Wohnen haben. Ich glaube aber, dass es einen Traum gibt, der alle Kulturen gleichermaßen durchzieht. Ein Zufluchtsort. Sicherheit. Nahrung. Liebe. Das macht das perfekte Heim aus, ganz unabhängig von der Struktur. IF: Herr Bracher, vielen Dank für den Einblick in Ihre außergewöhnliche Denkweise. Wir freuen uns auf „Das Haus“! www.toddbracher.net

Momentaufnahmen des Wohnens Baubare Visionen – Objekte zwischen Architektur und Design Grenzgänger sein, Dinge neu denken und Visionen für eine neue Baukultur liefern – diesen Traum haben der Ökohaus-Spezialist Baufritz und der Designer Alfredo Häberli in dem gemeinsamen Projekt „Haussicht“ verwirklicht.

Die beiden Initiatoren und treibenden Kräfte hinter dem Projekt „Haussicht“: Alfredo Häberli und Dagmar Fritz-Kramer. Fotos: Jonas Kuhn

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Eigentlich ist er Designer – bekannt für herausragende und zeitlose Entwürfe für namhafte Firme wie Moroso, DeSede, Cappellini oder Vitra. Auch Interior Design, zuletzt für ein Aesop-Shop-in-Shop-Konzept und für das 25hours Hotel in Zürich, ist dem gebürtigen Argentinier nicht fremd. Doch auch die Architektur ist laut Alfredo Häberli „seit meiner Kindheit ein Thema in meinem täglichen Leben“. Nach der Ausbildung zum Hochbauzeichner absolvierte Häberli an der Höheren Schule für Gestaltung in Zürich das Studium zum IndustrieDesigner. Doch auch nach der eigenen Studiogründung und zahllosen DesignKooperationen mit großen Marken begleitete ihn ein Traum: Ein Haus zu entwerfen und zu bauen, das modellhaft für eine Ästhetik und eine besondere Denkweise steht. Als er dann im Jahr 2008 einen Artikel über Dagmar Fritz-Kramer, seit zwölfJahren Geschäftsführerin des Allgäuer

Ökohaus-Pioniers Baufritz, gelesen hatte, wandelte sich Häberlis Traum in ein Vorhaben. Er formulierte einen Brief an Baufritz, mit seinem konkreten Wunsch für eine Kooperation. Als sich Jahre später die Gelegenheit bot, holte Dagmar Fritz-Kramer den kreativen Schweizer an Bord und der Wunsch formte sich zu einer Idee. Aus der Idee wurde ein greifbares Projekt, das dem Spezialgebiet von Baufritz, dem Ökohaus, ein neues, modernes Image geben und die Grenzen des ökologischen Holzbaus ausloten sollte. Alfredo Häberli bekam hierfür eine sogenannte „Carte Blanche“ – sozusagen einen Freischein in puncto Gestaltung. In vielen Gesprächen, in denen die technischen Möglichkeiten immer wieder ausgereizt wurden, und nach zahllosen Skizzen des Designers formte sich dieser gemeinsame Traum zu dem GebäudeEnsemble „Haussicht“. Der Name steht hier aber nicht nur für die tatsächlich wun-

derbare Aussicht über die Allgäuer Landschaft und den Firmensitz von Baufritz. Es bedeutet auch die Aussicht, also die Antwort auf die Frage: „Wie wollen wir in Zukunft leben?“ Zwar steht die überwältigende Größe von 397 qm Wohnfläche nicht unbedingt im Einklang mit den Anforderungen, die ein knapper werdender Wohnraum und eine steigende Weltbevölkerung an die Architektur stellen. Aber dennoch gibt „Haussicht“ umsetzbare Antworten – sowohl in puncto Energieeffizienz und der Förderung einer neuen, ökologischen Baukultur als auch in puncto Design. Oder besser der Gestaltung von Lebensraum. Denn gerade der persönliche Lebensraum ist für Menschen besonders wertvoll, gibt er doch den Bewohnern einen eigenen Rückzugsort, Ruhe, aber auch Inspiration. Den Menschen in den Mittelpunkt des Designs stellen – so lautet das Credo von Alfredo Häberli, das er auch bei diesem,


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seinem maßstabsmäßig bislang größten Entwurf, konsequent verfolgte. So wundert es nicht, dass er, entgegen der Herangehensweise eines Architekten, die Räume von innen nach außen plante. Oder dass eine Wand zugleich Möbel und Tür sein kann. All das und was „Wohnen“ eigentlich ausmacht, hat uns Alfredo Häberli bei der „Jungfernfahrt“ des neuen Baufritz„Flaggschiffs“ verraten. IF: Herr Häberli, was bedeutet „Wohnen“ für Sie? Alfredo Häberli: Zeit zu verbringen – umgeben von einer Atmosphäre, die sich positiv auswirkt. IF: Wie verändern sich das Wohnverhalten und die Wohnräume mit der Veränderung der Gesellschaft? Häberli: Die Bedürfnisse von Kleinkindern, Teenagern, Eltern oder Großeltern sind sehr unterschiedlich. Je nach Mentalität und Weltgegend sind die Gewohnheiten sogar außergewöhnlich unterschiedlich! Im Falle von „Haussicht“ werden die Bereiche betrachtet, mit denen wir uns in Zentraleuropa beschäftigen: Das Älterwerden der Generationen, das schnelle Ausziehen der Kinder im Studiumsalter, das Arbeiten zuhause, das vermehrte Kochen zuhause, die Flexibilität der Räume. IF: Wie können sich Räume an neue Anforderungen, die im Laufe der Zeit entstehen, anpassen? Häberli: Indem sie möglichst flexibel gestaltet werden. Damit meine ich nicht einfach bewegliche Wände oder Teile. Die Nutzung sollte neutral und variabel sein. Dazu sind Proportionen oder Dimensionen

von Wichtigkeit. Nicht alles sollte stur und eng definiert sein in der Nutzung – Interpretation und verschiedene Betrachtungsweisen sollten möglich sein. IF: Welche Rolle spielen heutzutage Produkte im Wohnraum? In Ihrem Entwurf sind die zentralen Elemente, wie Schränke, Badewanne, Küche und sogar das Sofa, in die Architektur integriert … Häberli: Es hat richtig Spaß gemacht, Objekte zwischen Architektur und Design zu entwerfen, die eine neue Dimension haben und sich dazwischen einordnen lassen. Produkte – wie auch Accessoires und Kunst – waren und bleiben im Wohnen relevant und sind Möglichkeiten des Aus-

druckes. Auch die Material- und Farbgestaltung gehört dazu. Durch das Integrieren von gewissen Möbeln gibt es mehr Platz für freie Interpretationen und vielfältige Nutzung. Es ist wichtig, dass die integrierten Möbel (zwischen Architektur und Objekt), eine Offenheit beinhalten, die eine vielfältige Nutzung ermöglicht. Das war eine schöne, neue Herausforderung und ist Mehrwert im Projekt „Haussicht“. Es wurde auch im Außenraum zum Thema.

Ein Vorreiter in puncto Technik, Ökologie und Architektur – das Gebäude-Ensemble „Haussicht“ kombiniert eine zukunftsweisende, regenerative Energieversorgung und für die Gesundheit unbedenkliche Materialien mit höchsten DesignAnsprüchen. Bei der Formensprache wurde Häberli vom traditionellen Schiffsbau inspiriert. Er gestaltete demnach das Haupthaus als „Flaggschiff“. Das „Stöckli“ ist das Nebenhaus und steht in der Schweiz für einen „Altenteil“.

IF: Wie unterscheidet sich bei einem Entwurf die Herangehensweise eines Architekten von der eines Designers? Häberli: Für einen Architekten steht oft das äußere Bild im Vordergrund. Ich ging von

den Innenräumen heraus. Das Gefühl des Innenraums war mir sehr wichtig. Immer wieder suchte ich die Ordnung im Chaos. Oder die kontrollierte Vielfalt. Die Präzision und die Poesie, die perfekte Unvollkommenheit – im Detail, aber auch im Ganzen. Ich weiß nicht genau, wie ein Architekt entwirft: Raumprogramm? Wünsche der Bauherrschaft? Ich hatte ja eine „Carte Blanche“, also eine uneingeschränkte Handlungsfreiheit, und so entwarf ich eine „Fallstudie“ (Case Study House). IF: Welche Rolle nehmen Materialien im Wohnraum ein? Können digitale/technische Elemente und natürliche Werkstoffe harmonieren? Oder steht die digitale Revolution (bzgl. „Smart Home“) im Gegensatz zu „Öko-Design“ und wohngesundem Bauen? Häberli: Es ist wichtig, sich technologisch weiterzuentwickeln. Gerade in der technologischen Entwicklung liegt ein enormes

„Objekte zwischen Architektur und Design“ – so fasst Häberli die multifunktionalen Elemente von „Haussicht“ zusammen. So fungiert ein Schrank im Erdgeschoss gleichzeitig als Trennwand und Tür zwischen Flur und privaten Zimmern. Auch die Fensterbank im Elternschlafzimmer bietet, zu einer Nische vergrößert, Platz für eine Badewanne, Liegefläche und einen Kamin.

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Potenzial zur Verbesserung unseres Wohlbefindens. Es geht nicht darum, sich eine „Öko“-Ästhetik aufzuerlegen, sondern eine wahre, aufrichtige Haltung zur Ökologie ist essenziell. Bei vielen „Smart Homes“ ist wichtig, kritisch zu beleuchten, was eine wirkliche Verbesserung darstellt und was ein Gag ist. Ich sehe viel Unfug. Somit komme ich

wieder auf die erste Antwort zurück: Zeit zu verbringen, umgeben von einer Atmosphäre, die sich positiv auswirkt – das ist für mich Wohnen. IF: Herr Häberli, vielen Dank für die Ausführung. www.baufritz.com www.alfredo-haeberli.com

Im „Stöckli“ stehen Barrierefreiheit und funktionale, an die Bedürfnisse von älteren Menschen angepasste Möbel und Einbauten im Fokus. Dennoch verliert der kleinere, etwa 78qm umfassende Anbau nichts an Ästhetik.

Momentaufnahmen des Wohnens Individualität auf kleinstem Raum Mit einem Apartment in der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh, das auf nur 22 qm allen Bedürfnissen der Bewohnerin gerecht wird, liefert das Architekturbüro „A Little Design“ einen Vorschlag für das Wohnen der Zukunft in Millionenstädten. Schlafen, Essen und Wohnen auf nur 22 qm? Ein Szenario, das für ländliche Verhältnisse oder Lebensbedingungen in Kleinstädten – abseits von Studenten-WGs – nur schwer vorstellbar ist, ist in den Millionenstädten der Welt längst Realität. Die Bevölkerungsdichte steigt, der Wohnraum wird knapp oder schlicht unbezahlbar. In naher Zukunft bedarf es neuer Lösungen für die Vielzahl an Menschen, die in einer Großstadt nicht nur Arbeiten, sondern auch Leben wollen. Das taiwanesische Architekturbüro „A Little Design“ hat sich dieser Aufgabe gestellt und im vergangenen Jahr ein besonderes Projekt umgesetzt. Denn das 22-qm-Apartment, das im Zentrum der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh liegt, beinhaltet nicht nur die nötigsten Funktionen, die an Wohnraum gestellt werden. Es bietet außerdem einen Rückzugsort, einen Raum, in dem Wohnen als Teil der Lebensqualität zelebriert werden kann. Im Fall der Bewohnerin des 22-qm-

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Apartments, die beruflich viel unterwegs ist, sollte das eigene Heim eine Badewanne und einen Platz für erholsamen Schlaf bieten. Außerdem sollte der Wohnbereich genügend Platz für Besuch ermöglichen, ohne den verbleibenden Wohnraum mit Möbeln zu füllen. Funktionale und flexible Elemente waren die Antwort. Stauraum entstand durch passgenaue Einbauten, und eine Zwischenebene ermöglichte die Abtrennung des Schlafbereichs. „Bei der Projektentwicklung war Zuhören das Wichtigste“, erklärt Alison Wang, Architektin bei „A Little Design“. Im Gespräch mit InteriorFashion erläutert die junge Absolventin ihre Definition von „Wohnen“ und warum individuelle Lösungen in Zukunft immer wichtiger werden. IF: Frau Wang, was bedeutet „Wohnen” für Sie? Alison Wang: In meinem gegenwärtigen Arbeitsrhythmus gibt es keine klaren Grenzen zwischen Leben und beruflicher Tätigkeit.

Ich beobachte und verstehe gern die Le-

bensweisen anderer, um Klienten dabei zu

Die Raumhöhe von 3,30 m erlaubte den Einzug einer zweiten Ebene, die den „privaten“ Bereich mit Bett und Schreibtisch umfasst und vom „öffentlichen“ Bereich durch die Treppe trennt. Fotos: Hey! Cheese


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Ich beobachte und verstehe gern die Lebensweisen anderer, um Klienten dabei zu helfen, den idealen Lebensraum für sich zu entwickeln. Als ich mit meinem Studio „A Little Design“ begann, waren einige meiner Kunden auch meine Freunde. Das bedeutete, dass ich ihre Gewohnheiten und Vorlieben kannte. Die Aspekte, die für die Lebensqualität die größte Bedeutung haben, unterscheiden sich von Person zu Person. Ich setze nicht nur meine fachlichen Fertigkeiten ein, um Platz gut zu nutzen und verfügbar zu machen, es gefällt mir auch, individuell für jeden Kunden die persönliche Note zu entdecken und mit einzubringen. Diese mag funktionell oder emotional sein. „Wohnen“ stellt für mich also manchmal einen Weg dar, die Lebensweisen anderer zu verstehen. Das geschieht auf natürliche Weise und nicht „gewollt“. IF: Welchen Status hat der persönliche Wohnraum in einer dichtbesiedelten Stadt wie Taipeh? Wang: Meiner Einschätzung nach handelt es sich bei Taipeh nicht unbedingt um eine überlaufene Stadt, in der jeder nur wenig Platz zum Leben hat. Manchen Berichten zufolge gibt es dort viel mehr Leerstände als in zahlreichen anderen asiatischen Städten. Die hohen Hauspreise schließen jedoch die Mehrheit der jungen Generation und einige Immigranten von einem großen Teil des Immobilienmarkts im Zentrum von Taipeh aus. So sind sie gezwungen, in winzigen Wohnungen zu leben. Da ist beispielsweise die Eigentümerin eines 22-qm-Apartments. Sie möchte in der Innenstadt von Taipeh leben, und 22 qm sind die maximale Wohnfläche, deren Kauf sie sich leisten kann. Traditionell erwerben Taiwanesen Immobilien lieber, statt sie zu mieten. In Taipeh werden die Mieten meist von der Wohngegend bestimmt, unabhängig davon, in welchem Zustand das Innere des Gebäudes ist. Aus diesem Grund neigen Vermieter dazu, Renovierungen und Verbesserungen an ihren Häusern zu vermeiden, was eine sinkende Qualität bei Mietwohnungen zur Folge hat. Ich habe zahlreiche merkwürdige Wohnungen gesehen, mit denen sich auf dem Mietmarkt immer noch hohe Preise erzielen lassen. Unter diesem Aspekt betrachtet, ist hochwertiger persönlicher Lebensraum in dieser Stadt relativ rar. Mit hochwertigem Lebensraum meine ich Gesichtspunkte, die sich auf den reinen verfügbaren Wohnraum, Beleuchtung und Belüftung beziehen, aber kein schickes Interieur oder teure Möblierung. Ich kann mir vorstellen, dass das Leben in Taipeh für viele Menschen nur eine Durchgangsstation ist, so dass sie keinen hohen Lebensstandard erwarten, sondern einfach nur irgendwie über die Runden kommen. Die Besitzerin des 22-qm-Apartments gehört zu einer Minderheit, die keine Kompromisse bei der Lebensqualität eingehen will.

IF: Welche Art von Räumen und Produkten ist wichtig, um einen Haushalt zu definieren – besonders in einer Mega-City, in der man alles Nötige in unmittelbarer Nähe greifbar hat? Wang: Wie bereits gesagt, denke ich, dass die Antwort von Person zu Person unterschiedlich ausfallen könnte. Einige messen vielleicht der Küche oder dem Badezimmer die größte Bedeutung zu, andere wollen einfach mehr Platz. Das ist abhängig von Arbeitsgewohnheiten, Lebensstil und der jeweiligen Persönlichkeit. Manchmal spiegeln sich darin auch frühere Erfahrungen mit schlechten Lebensbedingungen wider. Taipeh ist in der Tat eine Stadt mit Vorteilen, mit der typischen gemischten Nutzung von Räumen für Wohnen und Arbeiten. Alle möglichen Dienste und Produkte sind zu jeder Zeit dort direkt um die Ecke verfügbar, wo man lebt. Man hat einen einfachen, aber akzeptablen Lebensstandard auf begrenztem Raum. Der Besitzerin des 22-qmApartments ist es beispielsweise egal, dass sie nur einen kleinen Kühlschrank hat. Sie betrachtet den Supermarkt im Erdgeschoss als ihren Kühlschrank. IF: Wie können wir auf kleinstem Raum ein Heim schaffen? Denken Sie, dass sich unsere Vorstellungen von den eigenen vier Wänden verändern, besonders wenn man bedenkt, dass Wohnraum knapp wird? Wang: Es ist nicht immer schwer, Wohnraum auf einer kleinen Fläche zu schaffen. Es erfordert genaue Beobachtung und ein tieferes Verständnis dafür, welche grundlegenden Bedürfnisse ein gutes Leben ausmachen. Wir können effiziente, flexible Räume schaffen, indem wir diese mit vielen unterschiedlichen Funktionen ausstatten. Dennoch ist es nicht gesund, für längere Zeit auf engem Raum zu leben, der nur die Grundfunktionen bietet. Das ist eine andere Erfahrung als die von Menschen, die auf Reisen nur vorübergehend eine Unterkunft suchen. Ein Heim ist so viel mehr als eine Unterkunft. Es bietet Raum, viele unterschiedliche Lebensmodelle mit Arbeit, Freizeit sowie für das Zusammensein mit Familie und Freunden zu entwerfen und zu realisie-

Ausreichend Tageslicht erreicht auch die voll ausgestatteten Funktionsbereiche Küche und Bad, die im Eingangsbereich des Apartments angesiedelt sind.

Flächeneffizienz par excellence: großzügiger Stauraum findet sich neben dem raumhohen Einbauschrank auch in der Treppe und dem typisch japanischen Tatami, das im Fenstervorsprung eingebaut wurde.

ren. Nachdem die 22-qm-Wohnung vorgegen gemeinsam genutzte oder kommunale stellt worden war, haben uns viele Klienten Räume eine Lösung bieten – nicht nur für aus Hongkong kontaktiert. Wir haben festwirtschaftlich weniger privilegierte Mengestellt, dass die Lebensbedingungen in schen, sondern auch für jene, die damit Hongkong sowohl hinsichtlich des verfügbeginnen, ein sich veränderndes Wohnkonimm cologne > noch zept neu zu denken und zu erfahren. baren Raums als auch der Qualität schlechter sind als in Taipeh. Auf der einen Pure || Pure Editions | Seite kann Taipeh aus meiner Sicht eine weiIF: Frau Wang, vielen Dank für diese Das Haus – Interiors on Stage || tere Verschlechterung durch öffentliche PoEinblicke! Pure Talents | Pure Talents litik verhindern. Auf der anderen Seite möwww.facebook.com/Design.A.Little

Contest || Pure Studios || Pure Textile || Featured Editions || The Stage || Designers Market > pure >>> design

Die flexiblen Nutzungsmöglichkeiten des individuell gefertigten Tischs ermöglichen entweder Raum für Gäste oder eine zurückhaltende Abstellfläche, die eine großzügige Freifläche im Wohnbereich preisgibt.

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Potenzial zur Verbesserung unseres Wohlbefindens. Es geht nicht darum, sich eine „Öko“-Ästhetik aufzuerlegen, sondern eine wahre, aufrichtige Haltung zur Ökologie ist essenziell. Bei vielen „Smart Homes“ ist wichtig, kritisch zu beleuchten, was eine wirkliche Verbesserung darstellt und was ein Gag ist. Ich sehe viel Unfug. Somit komme ich

wieder auf die erste Antwort zurück: Zeit zu verbringen, umgeben von einer Atmosphäre, die sich positiv auswirkt – das ist für mich Wohnen. IF: Herr Häberli, vielen Dank für die Ausführung. www.baufritz.com www.alfredo-haeberli.com

Im „Stöckli“ stehen Barrierefreiheit und funktionale, an die Bedürfnisse von älteren Menschen angepasste Möbel und Einbauten im Fokus. Dennoch verliert der kleinere, etwa 78qm umfassende Anbau nichts an Ästhetik.

Momentaufnahmen des Wohnens Individualität auf kleinstem Raum > Pure – Hallen 10.1, 11.1, 11.2, 11.3 >>> Das traditionsreichste Design-Format der imm cologne. Die Hallen 10.1 und 11 bilden die zentrale Bühne für die großen, stilprägenden Design-Marken – mit viel Freiraum zur Entfaltung ihrer eigenen Welt. Auf drei Ebenen und in guter Nachbarschaft gleichgesinnter Unternehmen bündeln sich hier richtungsweisende Innovationen, außergewöhnliche Inszenierungen und internationaler Lifestyle.

Mit einem Apartment in der taiwanesischen Haupt> Pure – Hallen 2.2 und 3.2 >>> Pure Editions zeigt innovative Interior Designs und Prostadt Taipeh, das auf nur 22Editions qm allen Bedürfnissen duktkonzepte mit Editionscharakter sowie „Das Haus – Interiors on Stage“. der Bewohnerin gerecht wird, liefert das Architek>> Das Haus – Halle 2.2 >>>Ein spektakuläres Design-Projekt, halb visionäre, begehbare Wohnturbüro „A Little Design“ einen Vorschlag für das Wohnen der Zukunft inhaus-Simulation, Millionenstädten. halb Designer-Portrait – gestaltet von Todd Bracher. Schlafen, Essen und Wohnen auf nur Apartments, die beruflich viel unterwegs ist, Ich beobachte und verstehe gern die Lebensweisen anderer, um Klienten dabei zu 22 qm? Ein Szenario, das für ländliche Verdas eigene Heim Badewanne und für junges Design bündelt die Aktivitäten der imm > Pure sollte Talents – Halle 3.1eine >>> Die Plattform hältnisse oder Lebensbedingungen in Kleineinen Platz für erholsamen Schlaf bieten. cologne zur Förderung internationaler Nachwuchs-Designer. städten – abseits von Studenten-WGs – nur Außerdem sollte der Wohnbereich genü>> Pure Talents Contest Halle 3.1 >>> schwer vorstellbar ist, ist in den Millionengend Platz für Besuch–ermöglichen, ohne International renommierter Design-Wettbewerb für junge Gestalter, die nochWohnraum im Studium gerade fertig geworden sind. städten der Welt längst Realität. Die Bevölden verbleibenden mitoder Möbeln kerungsdichte steigt, der Wohnraum wird zu füllen. Funktionale und flexible Elemente knapp oder schlicht unbezahlbar. In naher waren die Antwort. Stauraum entstand > Pure Studios – Halle 2.2 >>> Pure Studios präsentiert die Ideen junger, unabhängiger Designer Zukunft bedarf es neuer Lösungen für die durch passgenaue Einbauten, und eine und Design-Studios – die professionelle Plattform für junges Design. Vielzahl an Menschen, die in einer Großstadt Zwischenebene ermöglichte die Abtrennicht nur Arbeiten, sondern auch Leben nung des Schlafbereichs. „Bei der Projektwollen. war Zuhören > Pure entwicklung Textile – Halle 3.2 >>>das DieWichtigste“, Sonderausstellung führender Stoff-Editeure. Das taiwanesische Architekturbüro „A Little erklärt Alison Wang, Architektin bei „A Little Design“ hat sich dieser Aufgabe gestellt und Design“. Im Gespräch mit InteriorFashion > Featured Editions – Absolventin Hallen 2.2ihre und 3.2 >>> Auf zehn Podesten realisieren Designer zusammen im vergangenen Jahr ein besonderes Proerläutert die junge Definition mit denvon hier„Wohnen“ vertretenen Unternehmen kompakte, kreative Ausstellungen und Installationen. jekt umgesetzt. Denn das 22-qm-Apartund warum individuelle Löment, das im Zentrum der taiwanesischen sungen in Zukunft immer wichtiger werden. Hauptstadt Taipeh liegt, beinhaltet nicht nur > The Stage – Halle 3.1 >>> Das Trend-Forum der imm cologne in Halle 3.1 bietet einen zentralen die nötigsten Funktionen, die an Wohnraum IF: Frau Wang, was bedeutet „Wohnen” Anlaufpunkt, gestellt werden. Es bietet außerdem einen für Sie?um sich über aktuelle Interior-Design-Entwicklungen zu informieren. Die Raumhöhe von 3,30 m erlaubte den Einzug einer zweiten Ebene, die den „privaten“ Rückzugsort, einen Raum, in dem Wohnen Alison Wang: In meinem gegenwärtigen ArBereich mit Bett und vom und „öffentlichen“ Bereich durch die Treppe als Teil der Lebensqualität zelebriert werden beitsrhythmus es keine klarenDie Grenzen > Designers Marketgibt – Halle 1 >>> imm cologne bietet hierund in Schreibtisch Kooperationumfasst mit Blickfang trennt. Fotos: Hey! Cheese kann. Im Fall der Bewohnerin des 22-qmzwischen Leben und beruflicher Tätigkeit.

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Heimatliebe den Besuchern die Gelegenheit, Designerstücke zu erstehen. Möglich ist dies allerdings ausschließlich an den Endverbrauchertagen am 20./21./22. Januar.

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Ich beobachte und verstehe gern die Lebensweisen anderer, um Klienten dabei zu helfen, den idealen Lebensraum für sich zu entwickeln. Als ich mit meinem Studio „A Little Design“ begann, waren einige meiner Kunden auch meine Freunde. Das bedeutete, dass ich ihre Gewohnheiten und Vorlieben kannte. Die Aspekte, die für die Lebensqualität die größte Bedeutung haben, unterscheiden sich von Person zu Person. Ich setze nicht nur meine fachlichen Fertigkeiten ein, um Platz gut zu nutzen und verfügbar zu machen, es gefällt mir auch, individuell für jeden Kunden die persönliche Note zu entdecken und mit einzubringen. Diese mag funktionell oder emotional sein. „Wohnen“ stellt für mich also manchmal einen Weg dar, die Lebensweisen anderer zu verstehen. Das geschieht auf natürliche Weise und nicht „gewollt“.

IF: Welche Art von Räumen und Produkten ist wichtig, um einen Haushalt zu definieren – besonders in einer Mega-City, in der man alles Nötige in unmittelbarer Nähe greifbar hat? Wang: Wie bereits gesagt, denke ich, dass die Antwort von Person zu Person unterschiedlich ausfallen könnte. Einige messen vielleicht der Küche oder dem Badezimmer die größte Bedeutung zu, andere wollen einfach mehr Platz. Das ist abhängig von Arbeitsgewohnheiten, Lebensstil und der jeweiligen Persönlichkeit. Manchmal spiegeln sich darin auch frühere Erfahrungen mit schlechten Lebensbedingungen wider. Taipeh ist in der Tat eine Stadt mit Vorteilen, mit der typischen gemischten Nutzung von Räumen für Wohnen und Arbeiten. Alle möglichen Dienste und Produkte sind zu jeder Zeit dort direkt um die Ecke verfügbar, wo man lebt. Man hat einen einfachen, aber akzeptablen Lebensstandard auf begrenztem Raum. Der Besitzerin des 22-qmApartments ist es beispielsweise egal, dass sie nur einen kleinen Kühlschrank hat. Sie betrachtet den Supermarkt im Erdgeschoss als ihren Kühlschrank.

Ausreichend Tageslicht erreicht auch die voll ausgestatteten Funktionsbereiche Küche und Bad, die im Eingangsbereich des Apartments angesiedelt sind.

IF: Welchen Status hat der persönliche Wohnraum in einer dichtbesiedelten Stadt wie Taipeh? Wang: Meiner Einschätzung nach handelt es sich bei Taipeh nicht unbedingt um eine überlaufene Stadt, in der jeder nur wenig Platz zum Leben hat. Manchen Berichten zufolge gibt es dort viel mehr Leerstände als IF: Wie können wir auf kleinstem Raum in zahlreichen anderen asiatischen Städten. ein Heim schaffen? Denken Sie, dass Die hohen Hauspreise schließen jedoch die sich unsere Vorstellungen von den eigeMehrheit der jungen Generation und einige nen vier Wänden verändern, besonders Immigranten von einem großen Teil des Imwenn man bedenkt, dass Wohnraum Dem Premiumanspruch wird die imm cologne mit dem speziellen Format pure gerecht. Hier zeigen mobilienmarkts im Zentrum von Taipeh aus. knapp wird? renommierte Marken DesignWohn– und das sortimentsübergreifend. Mit Pure Talents So sind sie gezwungen, in winzigen WohWang: Es internationales ist nicht immer schwer, steht dabei Design-Talenten einezu eigene Plattform zur Verfügung, um sich und ihre Einrichraum auf einer kleinen Fläche schaffen. nungen zu leben. Da ist beispielsweise die jungen Espräsentieren. erfordert genaue und ein Eigentümerin eines 22-qm-Apartments. Sie zu tungsideen DerBeobachtung zur imm cologne 2017 bereits zum 14. Mal ausgelobte Pure Talents tieferes Verständnis dafür, welche grundlemöchte in der Innenstadt von Taipeh leben, Contest Award krönt schließlich die Teilnahme und war in der Vergangenheit nicht selten der StartFlächeneffizienz par excellence: großzügiger Stauraum findet sich neben dem raumhohen genden Bedürfnisse ein gutes Leben ausund 22 qm sind die maximale Wohnfläche, schuss für eine erfolgreichen Designer-Karriere. Einbauschrank auch in der Treppe und dem typisch japanischen Tatami, das im Fenstermachen. Wir können effiziente, flexible deren Kauf sie sich leisten kann. Traditionell Gespannt darf man auf die Umsetzung von Todd Brachers „Das Haus – Interiors on Stage“. Der vorsprung eingebaut wurde. Räume schaffen, indem wir diese mit vielen erwerben Taiwanesen Immobilien lieber, sein unterschiedlichen Funktionen ausstatten. statt sie zu mieten. In Taipeh werden die MieNew Yorker Designer ist auf sehr philosophische Art und Weise an die Gestaltung herangegangen: ren. Nachdem die 22-qm-Wohnung vorgegen gemeinsam genutzte oder kommunale Dennoch ist es nicht gesund, für längere Zeit ten meist von der Wohngegend bestimmt, „Bei diesem Projekt geht es mir darum, etwas neu zu erfinden, das wirklich von Bedeutung ist, etwas, stellt worden war, haben uns viele Klienten Räume eine Lösung bieten – nicht nur für auf engem Raum zu leben, der nur die unabhängig davon, in welchem Zustand das essenziell ist für unser Leben.“ Dabei greift Bracher Motive von Sinnlichkeit und Geselligkeit auf aus Hongkong kontaktiert. Wir haben festwirtschaftlich weniger privilegierte MenGrundfunktionen bietet. Das ist eine andere das Innere des Gebäudes ist. Aus diesem gestellt, dass die Lebensbedingungen in schen, sondern auch für jene, die damit und wandelt Erfahrung den Ansatz Wohnens als zonierten die von Menschen, die in aufeine Rei- geometrische Formgebung ab. Grund neigen Vermieter dazu, RenovierunHongkong sowohl hinsichtlich des verfügbeginnen, ein sich veränderndes Wohnkonsen nur vorübergehend eine Unterkunft sugen und Verbesserungen an ihrenEin Häusern weiterer Anlaufpunkt für Design-Interessierte wird auch 2017 „The Stage“ sein. Das Trend-Forum baren Raums als auch der Qualität noch zept neu zu denken und zu erfahren. chen. Ein Heim ist so viel mehr als eine Unzu vermeiden, was eine sinkende Qualität der imm cologne lädt zu Vorträgen und Podiumsdiskussionen ein, diealsaktuelle Strömungen in der schlechter sind in Taipeh. Auf der einen terkunft. Es bietet Raum, viele unterschiedbei Mietwohnungen zur Folge hat. Ich habe Einrichtung Das ist aber noch nicht alles, was dieTaipeh immaus cologne Design-Bereich Seite kann meinerim Sicht eine weiIF: Frau Wang, vielen Dank für diese liche Lebensmodelle mitlange Arbeit, Freizeit zahlreiche merkwürdige Wohnungen gese- aufgreifen. Verschlechterung durch öffentliche PoEinblicke! zu bieten hat.sowie EinenfürÜberblick finden Sie auf linken tere Seite. das Zusammensein mit der Familie hen, mit denen sich auf dem Mietmarkt litik verhindern. Auf der anderen Seite möwww.facebook.com/Design.A.Little und Freunden zu entwerfen und zu realisieimmer noch hohe Preise erzielen lassen. Unter diesem Aspekt betrachtet, ist hochwertiger persönlicher Lebensraum in dieser Stadt relativ rar. Mit hochwertigem Lebensraum meine ich Gesichtspunkte, die sich auf den reinen verfügbaren Wohnraum, Beleuchtung und Belüftung beziehen, aber kein schickes Interieur oder teure Möblierung. Ich kann mir vorstellen, dass das Leben in Taipeh für viele Menschen nur eine Durchgangsstation ist, so dass sie keinen hohen Lebensstandard erwarten, sondern einfach nur irgendwie über die Runden kommen. Die Besitzerin des 22-qm-Apartments gehört zu einer Minderheit, die keine Kompromisse bei der Lebensqualität eingehen will.

Die flexiblen Nutzungsmöglichkeiten des individuell gefertigten Tischs ermöglichen entweder Raum für Gäste

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Mit einem Apartment in der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh, das auf nur 22 qm allen Bedürfnissen >>> Hallenplan der Bewohnerin gerecht wird, liefert das Architekturbüro „A Little Design“ einen Vorschlag für das Wohnen der Zukunft in Millionenstädten. Schlafen, Essen und Wohnen auf nur 22 qm? Ein Szenario, das für ländliche Verhältnisse oder Lebensbedingungen in Kleinstädten – abseits von Studenten-WGs – nur schwer vorstellbar ist, ist in den Millionenstädten der Welt längst Realität. Die Bevölkerungsdichte steigt, der Wohnraum wird knapp oder schlicht unbezahlbar. In naher Zukunft bedarf es neuer Lösungen für die Vielzahl an Menschen, die in einer Großstadt nicht nur Arbeiten, sondern auch Leben wollen. Das taiwanesische Architekturbüro „A Little Design“ hat sich dieser Aufgabe gestellt und im vergangenen Jahr ein besonderes Projekt umgesetzt. Denn das 22-qm-Apartment, das im Zentrum der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh liegt, beinhaltet nicht nur die nötigsten Funktionen, die an Wohnraum gestellt werden. Es bietet außerdem einen Rückzugsort, einen Raum, in dem Wohnen als Teil der Lebensqualität zelebriert werden kann. Im Fall der Bewohnerin des 22-qm-

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>>> Ich visions Apartments, die beruflich viel unterwegs ist, beobachte und verstehe gern die Lesollte das eigene Heim eine Badewanne – dasund eMagazin der einen Platz für erholsamen Schlaf bieten. imm cologne Außerdem sollte der Wohnbereich genügend Platz für Besuch ermöglichen, ohne den verbleibenden Wohnraum mit Möbeln zu füllen. Funktionale und flexible Elemente waren die Antwort. Stauraum entstand durch passgenaue Einbauten, und eine cologne blog Zwischenebene ermöglichte>>> die imm Abtrennung des Schlafbereichs. „Bei der Projektentwicklung war Zuhören das Wichtigste“, erklärt Alison Wang, Architektin bei „A Little Design“. Im Gespräch mit InteriorFashion erläutert die junge Absolventin ihre Definition imm cologne news von „Wohnen“ und warum >>> individuelle Lösungen in Zukunft immer wichtiger werden.

bensweisen anderer, um Klienten dabei zu

imm cologne 2017 präsentiert

IF: Frau Wang, was bedeutet „Wohnen” LivingKitchen® für Sie? Das internationale Küchenevent Die Raumhöhe von 3,30 m erlaubte den Einzug einer zweiten Ebene, die den „privaten“ Alison Wang: In meinem gegenwärtigen Arbeitsrhythmus gibt es keine klaren Grenzen Halle 4.Bereich + 5.2 mit Bett und Schreibtisch umfasst und vom „öffentlichen“ Bereich durch die Treppe trennt. Fotos: Hey! Cheese zwischen Leben und beruflicher Tätigkeit.

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Ich beobachte und verstehe gern die Lebensweisen anderer, um Klienten dabei zu helfen, den idealen Lebensraum für sich zu entwickeln. Als ich mit meinem Studio „A Little Design“ begann, waren einige meiner Kunden auch meine Freunde. Das bedeutete, dass ich ihre Gewohnheiten und Vorlieben kannte. Die Aspekte, die für die Lebensqualität die größte Bedeutung haben, unterscheiden sich von Person zu Person. Ich setze nicht nur meine fachlichen Fertigkeiten ein, um Platz gut zu nutzen und verfügbar zu machen, es gefällt mir auch, individuell für jeden Kunden die persönliche Note zu entdecken und mit einzubringen. Diese mag funktionell oder emotional sein. „Wohnen“ stellt für mich also manchmal einen Weg dar, die Lebensweisen anderer zu verstehen. Das geschieht auf natürliche Weise und nicht „gewollt“. IF: Welchen Status hat der persönliche Wohnraum in einer dichtbesiedelten Stadt wie Taipeh? Wang: Meiner Einschätzung nach handelt es sich bei Taipeh nicht unbedingt um eine überlaufene Stadt, in der jeder nur wenig Platz zum Leben hat. Manchen Berichten zufolge gibt es dort viel mehr Leerstände als in zahlreichen anderen asiatischen Städten. Die hohen Hauspreise schließen jedoch die Mehrheit der jungen Generation und einige Immigranten von einem großen Teil des Immobilienmarkts im Zentrum von Taipeh aus. So sind sie gezwungen, in winzigen Wohnungen zu leben. Da ist beispielsweise die Eigentümerin eines 22-qm-Apartments. Sie möchte in der Innenstadt von Taipeh leben, und 22 qm sind die maximale Wohnfläche, deren Kauf sie sich leisten kann. Traditionell erwerben Taiwanesen Immobilien lieber, statt sie zu mieten. In Taipeh werden die Mieten meist von der Wohngegend bestimmt, unabhängig davon, in welchem Zustand das Innere des Gebäudes ist. Aus diesem Grund neigen Vermieter dazu, Renovierungen und Verbesserungen an ihren Häusern zu vermeiden, was eine sinkende Qualität bei Mietwohnungen zur Folge hat. Ich habe zahlreiche merkwürdige Wohnungen gesehen, mit denen sich auf dem Mietmarkt immer noch hohe Preise erzielen lassen. Unter diesem Aspekt betrachtet, ist hochwertiger persönlicher Lebensraum in dieser Stadt relativ rar. Mit hochwertigem Lebensraum meine ich Gesichtspunkte, die sich auf den reinen verfügbaren Wohnraum, Beleuchtung und Belüftung beziehen, aber kein schickes Interieur oder teure Möblierung. Ich kann mir vorstellen, dass das Leben in Taipeh für viele Menschen nur eine Durchgangsstation ist, so dass sie keinen hohen Lebensstandard erwarten, sondern einfach nur irgendwie über die Runden kommen. Die Besitzerin des 22-qm-Apartments gehört zu einer Minderheit, die keine Kompromisse bei der Lebensqualität eingehen will.

IF: Welche Art von Räumen und Produkten ist wichtig, um einen Haushalt zu definieren – besonders in einer Mega-City, in der man alles Nötige in unmittelbarer Nähe greifbar hat? Wang: Wie bereits gesagt, denke ich, dass die Antwort von Person zu Person unterschiedlich ausfallen könnte. Einige messen vielleicht der Küche oder dem Badezimmer die größte Bedeutung zu, andere wollen einfach mehr Platz. Das ist abhängig von Arbeitsgewohnheiten, Lebensstil und der jeweiligen Persönlichkeit. Manchmal spiegeln sich darin auch frühere Erfahrungen mit schlechten Lebensbedingungen wider. Taipeh ist in der Tat eine Stadt mit Vorteilen, mit der typischen gemischten Nutzung von Räumen für Wohnen und Arbeiten. Alle möglichen Dienste und Produkte sind zu jeder Zeit dort direkt um die Ecke verfügbar, wo man lebt. Man hat einen einfachen, aber akzeptablen Lebensstandard auf begrenztem Raum. Der Besitzerin des 22-qmApartments ist es beispielsweise egal, dass sie nur einen kleinen Kühlschrank hat. Sie betrachtet den Supermarkt im Erdgeschoss als ihren Kühlschrank. IF: Wie können wir auf kleinstem Raum ein Heim schaffen? Denken Sie, dass sich unsere Vorstellungen von den eigenen vier Wänden verändern, besonders wenn man bedenkt, dass Wohnraum knapp wird? Wang: Es ist nicht immer schwer, Wohnraum auf einer kleinen Fläche zu schaffen. Es erfordert genaue Beobachtung und ein tieferes Verständnis dafür, welche grundlegenden Bedürfnisse ein gutes Leben ausmachen. Wir können effiziente, flexible Räume schaffen, indem wir diese mit vielen unterschiedlichen Funktionen ausstatten. Dennoch ist es nicht gesund, für längere Zeit auf engem Raum zu leben, der nur die Grundfunktionen bietet. Das ist eine andere Erfahrung als die von Menschen, die auf Reisen nur vorübergehend eine Unterkunft suchen. Ein Heim ist so viel mehr als eine Unterkunft. Es bietet Raum, viele unterschiedliche Lebensmodelle mit Arbeit, Freizeit sowie für das Zusammensein mit Familie und Freunden zu entwerfen und zu realisie-

Ausreichend Tageslicht erreicht auch die voll ausgestatteten Funktionsbereiche Küche und Bad, die im Eingangsbereich des Apartments angesiedelt sind.

Flächeneffizienz par excellence: großzügiger Stauraum findet sich neben dem raumhohen Einbauschrank auch in der Treppe und dem typisch japanischen Tatami, das im Fenstervorsprung eingebaut wurde.

ren. Nachdem die 22-qm-Wohnung vorgestellt worden war, haben uns viele Klienten aus Hongkong kontaktiert. Wir haben festgestellt, dass die Lebensbedingungen in Hongkong sowohl hinsichtlich des verfügbaren Raums als auch der Qualität noch schlechter sind als in Taipeh. Auf der einen Seite kann Taipeh aus meiner Sicht eine weitere Verschlechterung durch öffentliche Politik verhindern. Auf der anderen Seite mö-

gen gemeinsam genutzte oder kommunale Räume eine Lösung bieten – nicht nur für wirtschaftlich weniger privilegierte Menschen, sondern auch für jene, die damit beginnen, ein sich veränderndes Wohnkonzept neu zu denken und zu erfahren. IF: Frau Wang, vielen Dank für diese Einblicke! www.facebook.com/Design.A.Little

Die flexiblen Nutzungsmöglichkeiten des individuell gefertigten Tischs ermöglichen entweder Raum für Gäste oder eine zurückhaltende Abstellfläche, die eine großzügige Freifläche im Wohnbereich preisgibt.

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Transparenz und Struktur Zur imm cologne 2017 präsentiert der Münchner Kastenmöbelspezialist Piure sein neues Systemmöbelkonzept „Mesh“. In Zusammenarbeit mit dem Designer Werner Aisslinger entwickelte das Unternehmen eine Art Baukasten, aus dem transparente, offene oder vitrinenartige Raumteiler und Sideboards zusammengestellt werden können. Durch filigrane Aluprofile und getöntes Glas, Lochblech-Elemente oder offene Bauteile sind der Konfigurationsvielfalt kaum Grenzen gesetzt. So entstehen – je nach Material – nahezu transparente, hohe Raumskulpturen oder klassisch niedrige Sideboards mit viel Stauraum. Für Letztere stehen Klappen, Türen und Schubsysteme in allen Modulgrößen zur Verfügung. Damit wird „Mesh“ den unterschiedlichsten Raumanforderungen gerecht und eignet sich sowohl für die Möblierung im Wohnbereich als auch zur Strukturierung von Räumen im Objekt. Foto: Piure www.piure.de | Halle 11.2, Stand H020/J021

Motiv: Kreis

Modern interpretiert 2007 von Künstler und Designer Cristian Zuzunaga gegründet, spezialisierte sich das Design-Unternehmen auf zeitlose und nachhaltige Wohn- und Mode-Accessoires. Heute steht Zuzunaga für farbenfroh verspielte, aber auch grafische Designs und liefert eine Interpretation der Gegenwart in Form von Möbeln und Accessoires. Im Januar stellt das Unternehmen, das Studios in London und Barcelona betreibt, erstmals auf der imm cologne aus. Neben hochwertig handgearbeiteten Decken und Textilien präsentiert Cristian Zuzunaga in Köln seine neue Möbelkollektion „Inca“. Teil der Kollektion ist der Beistelltisch „Inca“, der, aus Architekturbeton gefertigt, sowohl für den Einsatz im Außen- wie im Innenbereich geeignet ist. Die Musterungen, die die Kollektion auszeichnen, erinnern an eine grafisch-moderne Interpretation traditioneller Ethno-Muster. Foto: Zuzunaga zuzunaga.com | Halle 2.2, Stand M010

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Inspiriert von der Form des Kreises und der Unendlichkeit einer Endlosschleife präsentiert sich der neue Beistelltisch „S18“ von Thonet. „Bei der Gestaltung war mir von Beginn an die Form des Kreises wichtig“, erklärt Designer Uli Budde. „Das Kreismotiv bei diesem Entwurf verstehe ich als eine Ode an die Thonet-Bugholzklassiker der ersten Stunde.“ Aber auch das Linienhafte, das an die Bauhaus-typische Design-Sprache Marcel Breuers erinnert, greift Budde in seinem Entwurf auf. Denn das Untergestell aus Rundstahl ergibt sich aus einer geschlossenen und als unendlich wahrgenommenen Schleife, die aus jeder Perspektive immer neue Ansichten bietet. Mit der grafischen und poetischen Handschrift des Gestalters steht „S18“ für eine zeitgemäße Auseinandersetzung mit der Marke Thonet. Der Beistelltisch ist neben Schwarz und Weiß auch in den Farbtönen Rot, Schokobraun, Warmgrau, Graugrün und Senfgelb erhältlich. Fotos: Thonet www.thonet.de | Halle 3.2, Stand E021

Licht als Möbel Neben der Herstellung von Leuchten und Möbelleuchten steht das Unternehmen Gera Leuchten für Möbelkonzepte, die durch Kombination der beiden Funktionen Leuchten und Tragen eine neue Produktkategorie definieren. Dabei bleiben die kreativen Köpfe hinter den Produkten immer ihrem minimalistischen Stil treu und überzeugen durch zeitlose und funktionale Formen. So auch bei dem letzten Entwurf, dem Gera Lichtregal Q40. Kompakte Regal-Funktionen und und die Möglichkeit der LichtAnpassung an Tageslichtsituationen bilden hier erneut eine besondere Doppelfunktion. Besonders tageslichtabgewandte Bereiche verlangen aus innenarchitektonischer Sicht nach Aufhellung. Mit dem Lichtregal können dank einer gezielten Lichtsteuerung Raumecken, Nischen und Gänge inszeniert werden. Foto: Gera Leuchten www.gera-leuchten.de Halle 2.2, Stand N020/O027


Fantasievolle

HANDARBEIT

Wittmann feiert 120-jähriges Firmenjubiläum mit neuer Kollektion

Die Kollektion „Wittmann Hayon Workshop“ verkörpert Lebensfreude und Zuversicht wie ihre Vorbilder aus der Epoche der Wiener Moderne. Fotos: Florence Stoiber

Ulrike Wittmann und Heinz Hofer-Wittmann (r.) sowie Wittmann-Geschäftsführer Hartmut Roehrig sind stolz auf die gelunegen Zusammenarbeit mit dem spanischen Designer Jaime Hayon.

Ein 120-jähriges Firmenjubiläum zu feiern, ist leider nur wenigen Unternehmen in der Möbelbranche gegönnt. Die Wittmann Möbelwerkstätten haben es in diesem Jahr getan – und zwar im stilvollen Ambiente des Wiener Semperdepots. Die Vergangenheit spielte dabei nur eine untergeordnete Rolle. Vielmehr wurde mit der neuen Kollektion „Wittmann Hayon Workshop“ die Zukunft des Unternehmens präsentiert. Treu ist man sich insofern geblieben, als es schon immer Teil der Unternehmensphilosophie war, sich immer wieder neu zu erfinden und achtsam für Neues zu bleiben. Auf diese Weise entstanden im Laufe der Jahre gemeinsam mit großen Designern wie Paola Piva, Hannes Wettstein, Matteo Thun und Jean Noevel viele Meilensteine der Möbelgeschichte. Und bereits in den vergangenen Jahren haben das Team um die Geschäftsführer Ulrike Wittmann und Heinz Hofer-Wittmann einen Schwerpunkt auf die junge Generation österreichsicher Designer gelegt: Soda Designers, Polka und Marco Dessí zeichnen für viele erfolgreiche Modelle der aktuellen Kollektion verantwortlich. Diesen Weg setzt das Unternehmen nun mit der Kooperation mit dem spanischen

Designer Jaime Hayon fort. Die Zusammenarbeit ist wohl eher zufällig entstanden. „Wittmann musste nicht mit mir arbeiten und ich nicht mit Wittmann, aber wir haben es trotzdem getan“, erklärt Hayon in einer launigen Ansprache im Rahmen der Jubiläumsfeier. Zuträglich hierbei war sicherlich das Interesse des Spaniers für österreichisches Design und die Bewunderung für die

300 geladene Gäste fanden sich zur 120Jahr-Feier im Wiener Semperdepot ein.

Möbel der Jahrhundertwende, die OttoWagner-Periode und die Hoffmann-Zeit. Und die Wittmann Möbelwerkstätten wollten etwas Neues wagen. Damit trafen auf die Wittmann-Tugenden Handwerklichkeit und Zeitlosigkeit die Hayon-Eigenschaften Fantasie und der Mut, die Grenzen zwischen Kunst und Design zu überschreiten. „Die Produktlinie ,Wittmann Hayon Workshop‘ überzeugt durch Leichtigkeit und eine gewisse Beschwingtheit“, erklärt WittmannGeschäftsführer Hartmut Roehrig. „Dabei sind seine Entwürfe ganz erkennbar Wittmann – zeitlos elegant, handwerklich perfekt und höchst praktikabel.“ bs www.wittmann.at Eine Firmenführung durfte nicht fehlen: René Hentschke, Leiter Produktionstechnik, überzeugte mit Kompetenz und Herzblut. Foto: Heindel

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Gebündelte Kräfte Die Traditionsmarke Birkenstock steht bereits seit 1774 für langlebiges, handwerklich hergestelltes Schuhwerk aus nachhaltigen Materialien. Jetzt überträgt das Unternehmen, das als „Erfinder des Fußbetts“ gilt, die Erfahrung und den hohen Qualitätsanspruch auf Premium-Schlafsysteme und Betten. Denn diese übernehmen beim Liegen das, was tagsüber gesunde Schuhe für die Gelenke und den Rücken leisten. In Kooperation mit dem österreichischen Polstermöbelhersteller Ada hat Birkenstock die ersten Schlafsysteme und Betten entwickelt und zeigt diese erstmals auf der kommenden imm cologne. Ada steht, ebenso wie der Schuhhersteller, für erstklassige Produktqualität und nachhaltige Rohstoffe. Die Gemeinsamkeiten der beiden Unternehmen zeigen sich zudem in der Fertigung, die solide Handwerksarbeit mit moderner Technik verbindet. Das Ergebnis der Partnerschaft sind die Birkenstock Schlafsysteme, die sechs verschiedene Gestaltungsvarianten umfassen. Allen gemein ist eine speziell entwickelte Auflage aus Naturlatex und Kork, die besonders hohe Dämpfungseigenschaften aufweist. Außerdem werden weitere Naturmaterialien wie Wollfilz und Naturleder verwendet, die auch in der traditionellen Schuhproduktion eingesetzt werden. Alle Komponenten werden am Ada-Hauptsitz in der Steiermark gefertigt – bis zur Jahresmitte 2017 sollen die Birkenstock Schlafsysteme im europäischen Fachhandel erhältlich sein. Foto: Birkenstock www.birkenstock.com | www.ada.at | Halle 10.2, Stand L021

Unkonventionell In der neuen Produktlinie der Design-Manufaktur less‘n‘more verbinden sich Leuchten mit Möbeln und dem Thema Lesen. Denn Kai Steffens, Chef-Designer und Inhaber des Unternehmens, ist „der festen Überzeugung, dass Bücher durch kreative Konzepte immer einen festen Platz in Wohnungen finden werden.“ So entwickelte er die LED-Leuchten, die ursprünglichen Produkte von less‘n‘more, weiter in Entwürfe zum Thema Lesemöbel. Die Neuheiten verfügen alle über Regalflächen oder Stauraum für Bücher. Gleichzeitig sorgen hochfunktionale und festinstallierte Leuchten für optimales Leselicht. Zudem kann über einen drehbaren Leuchtenkopf der Lichtkegel stufenlos verstellt und mithilfe einer biegsamen Flexwelle punktgenau ausgerichtet werden. Neben einem neuen mobilen Bücherregal, einem Nachttisch und einer Lesekarre präsentiert less‘n‘more zur kommenden imm cologne auch die außergewöhnliche Leseleuchte „Bookowski“. Angelehnt an den berühmten Autor Charles Bukowski und seiner allgemein bekannten Freude am Trinken, kann das neuen Lesemöbel nebst Büchern auch einen edlen Tropfen Wein transportieren. Ein Edelstahltablett mit Glashalter rundet das dank Rädern und Akkuleuchte fahrbare Ensemble ab. Alle Neuheiten werden aus hochwertigen Materialien wie Eichenholz, Edelstahl und Leder aus der Region in Deutschland gefertigt. Foto: Less‘n‘more www.less-n-more.com | Halle 11.1, Stand E041

Fruchtbare Kooperation Bereits zu den Partnertagen anlässlich der Hausmesse 2016 zeigte das Unternehmen Hülsta eine auffällige Produktneuheit aus dem Studio Ballendat. Denn der Designer lieferte mit dem Modell „Cuello“ (Foto) eine völlig neue Interpretation des Ohrensessels. „Cuello“ das im Spanischen für „Kragen“ steht, ist dank der flexiblen, umklappbaren Rückenlehne vielfältig einsetzbar. Zum einen greift der Sessel das Thema „Cocooning“ auf, in dem der aufgestellte „Kragen“ wie ein Schirm wirkt. Zum anderen fügt er sich mit der umgeklappten Lehne niedrig kompakt in verschiedene Wohn- und Objektsituationen ein. Auch anlässlich der kommenden imm cologne wird es weitere Hülsta-Innovationen aus der Feder von Martin Ballendat geben. „Für den Auftritt in Köln entwickelten wir für Hülsta eine neue, außergewöhnliche Tischgruppe mit komfortablen Stühlen – selbstverständlich in sehr anspruchsvollem Design und in verschiedenen Ausführungen“, erklärt Martin Ballendat. Foto: Hülsta www.huelsta.com | Halle 10.1, Stand D010/D019

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Ist doch Wurst …

Robuste Ästhetik

Der französische Design-Editeur Petite Friture ist bekannt für außergewöhnliche Produkte, die in Zusammenarbeit mit jungen, aber auch renommierten Designern entstehen. Doch ein wenig mehr als außergewöhnlich ist die letzte Kooperation mit dem französischen Designer Sam Baron, der im Jahr 2010 von der Maison & Objet als „Designer des Jahres“ ausgezeichnet wurde. Denn Baron wurde bei der Entwicklung der Leuchte „So-Sage“ von den Würstchenketten, die in einer traditionellen Metzgerei zu finden sind, inspiriert. „So-Sage“, das mit einem Augenzwinkern an das englische Wort für Wurst „Sausage“ erinnert, greift die Formen der hängenden Wurstvariationen auf und verwandelt sie in fragile, ballonähnliche Gebilde. Aus Borosilikat hergestellt, ist jede Leuchte ein Unikat und sowohl einzeln als auch in Gruppen von drei oder fünf erhältlich. Foto: Petite Friture www.petitefriture.com | Halle 3.2, Stand F013

Pünktlich zur LivingKitchen präsentiert das Unternehmen Cosentino eine neue Farbserie für die ultrakompakte Oberfläche Dekton. Inspirationsquelle für die neue Farblinie Dekton „Xgloss Natural“ waren elegante Natur- und Edelsteine und deren natürliche Nuancen und Texturen. Besonders bezeichnend für die drei neuen Töne von Dekton, „Xgloss Natural“, „Glacier“, „Fiord“ und „Tundra“, sind unregelmäßige Maserungen und ein kristallähnlicher Glanz. So übersetzt „Fjord“ beispielsweise die Ästhetik des luxuriösen Edelsteins Onyx in Cremetöne: Gelbnuancen und Erdfarben zeichnen das Farbspektrum von „Fiord“ aus und sorgen für Wärme und einen extravaganten Look (Foto). Wie alle Oberflächen der Marke Dekton bieten auch die neue Linie Dekton „Xgloss Natural“ herausragende, technische Eigenschaften, sodass der Einsatz der Oberflächen sowohl im Küchenbereich als auch im Bad oder Außenbereich möglich ist. Foto: Cosentino www.cosentino.com | Halle 4.1, Stand C029

Neue Impulse Der niederländische Polstermöbelspezialist Leolux überrascht jedes Jahr aufs Neue mit einer besonderen Präsentation auf der imm cologne. In Kooperation mit Künstlern und Designern entwickelt das Unternehmen nicht nur das Messekonzept, sondern auch neue Kollektionen und Modifizierungen bestehender Produkte. So auch 2017, wenn Leolux mit dem Designer Edvard van Vliet (Foto) als Design-Strategy-Director zusammenarbeitet. „Mit Edvard van Vliet werden wir unsere DNA weiter schärfen und die Marke neu aufladen“, erklärt Gisella Groenewoud, Leolux Art Directorin. Dafür hat van Vliet vier Erlebniswelten entwickelt, die den Ursprung, die Geschichte, die Handwerkskunst sowie die innovativen Fertigungstechniken des Unternehmens widerspiegeln. Mit außergewöhnlichen Farbarrangements, innovativen Materialien und individuellen Mustern will der Designer spannende Akzente setzen und eine Welt von vermeintlichen Gegensätzen und Kontrasten schaffen. Foto: Leolux www.leolux.nl | Halle 11.2, Stand H031

Unverwechselbare Wohnwelten

Mehrwert durch Farbe

Mit über 35 Jahren Erfahrung als Händler mit eigenen Shops in Deutschland und Österreich sowie über 100 Franchise-Partnern und Shop-in-Shop-Flächen steht das Münchner Möbelunternehmen Kare für eine Marke mit weltweitem Erfolg. Ein besonderes Gespür für die Trends von morgen und die Bedürfnisse der Kunden zeichnet Kare aus. Und natürlich die extravaganten und außergewöhnlichen Inszenierungen von Wohnwelten. So steht auch die neue, variantenreiche Möbelkollektion „Brooklyn“ für ein gewagtes und dennoch harmonisches Interior Design. Mit dem Überbegriff Natur schafft Kare die Kohärenz zwischen raumbestimmenden Elementen wie Wand, Boden und Decke und dem Mobiliar. Massives Holz und die Farbe Grün in allen Nuancen stehen hierbei im Vordergrund. Auffällige Accessoires und Leuchten im Mid-Century-Stil verleihen der Wohnwelt einen urbanen Charakter. Foto: Kare www.kare-design.de | Halle 7.1, Stand B062/C063

Mit einer absoluten Neuheit in puncto Küchenarchitektur überrascht die Waldstettener Weltmarke Leicht die Besucher der kommenden LivingKitchen 2017. Denn das schwäbische Qualitätsunternehmen zeigt erstmals Küchen in den einzigartigen, von Le Corbusier entwickelten Farben aus dem Spektrum „Polychromie Architecturale“. Damit rundet Leicht Küchen nicht nur das Angebot im Bereich Farbe ab, sondern sorgt mit den architektonischen Nuancen für eine neue Gesamtoptik und somit auch für die Ansprache neuer, anspruchsvoller Kundengruppen. So sollen auch die Gestaltung des Messestands in Köln sowie alle ausgestellten Küchen die „Polychromie Architecturale“ aufgreifen und die Kraft der 63 naturnahen Nuancen veranschaulichen. Ein Highlight wird dabei die neue Küche Stone in einem charaktervollen, erdigen und tief leuchtenden Rot. Le Corbusier bezeichnete diese Nuance als „l’ocre rouge“ und nannte es „das Rot der antiken Architektur“. „L’ocre rouge“, das bei den Verbindungsmodulen zwischen den Kücheninseln zum Einsatz kommt, harmoniert besonders mit der Oberfläche der Küche Stone, die natürlichem Sandstein nachempfunden ist. Foto: Leicht www.leicht.com | Halle 4.2, Stand A028/B029

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Leben

Eine Liebe fürs

Ostercappeln ist ein kleiner, verträumter Ort in Niedersachsen, rund 30 km von Osnabrück entfernt. Genau dort hat der Massivholzspezialist Scholtissek seine Heimat. Renate Möller und Reinhard Scholtissek haben 1972 ihre jeweiligen Tischlereibetriebe zusammengelegt und das gemeinsame Unternehmen zum Erfolg geführt. Man kann fast sagen, dass der Kauf eines Scholtissek-Möbels eine Entscheidung fürs Leben ist. Und das nicht nur wegen des Preises, sondern vielmehr aus Wertschätzung – für das Material Holz, die Handwerkskunst und die Liebe zum Detail. Verstehen Sie nicht? Dann kommen Sie doch einfach mit auf die Reise in die Scholtissek-Welt.

Tisch „Kantara“ mit Armlehnenstuhl „Werra“.

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Der „Wamhof“ beheimatet nicht nur Ausstellung und Verwaltung, sondern ist auch Ort der Begegnung und Inspiration. Fotos: Scholtissek, Schmidt

Renate Möller und Reinhard Scholtissek sind ein erfolgreiches Gespann und zwei Menschen, die sich einfach wunderbar ergänzen. Während sich Reinhard Scholtissek, sagen wir einmal, eher zurückhaltend bis wortkarg präsentiert, erzählt Renate Möller voller Freude und Energie von ihrem Unternehmen, wie alles entstanden ist und wie es sich über die Jahre entwickelt hat. Eine Anekdote von Renate Möller zum ersten Messeauftritt des Unternehmens 1974 lässt schmunzeln: „Wissen Sie, wie viel Umsatz wir damals geschrieben haben? Keine einzige Mark.“ Kein Grund aber, den Kopf in den Sand zu stecken. Hinfallen, aufstehen, weitermachen. Er, der Künstler, ist der kreative Kopf des Unternehmens und für das Design verantwortlich. Renate Möller, sicherlich nicht weniger kreativ, managt – unterstützt von Vertriebsleiter Alexander Haas und Betriebsleiter Eduard Schleich – den Vertrieb, die Produktion und das gesamte Backoffice. 80 Mitarbeiter erwarten jeden Monat ihren Lohn. Dazu kommen noch zwei Unternehmen, die Kastenmöbel für Scholtissek fertigen. Das sind noch einmal zirka 40 Menschen, für die Renate Möller und Reinhard Scholtissek eine gewisse Verantwortung tragen. Nicht immer leicht – gerade in einer Zeit, in der Möbel nicht günstig genug sein können und zu wenig hinterfragt wird, woher kommt eigentlich mein Tisch, wer fertigt ihn und wie wird er gefertigt. Gönnt man sich das Vergnügen einer Betriebsbesichtigung bei Scholtissek in Ostercappeln – und es ist in der Tat ein Vergnügen – bekommt man all diese Fragen beantwortet. Und noch mehr: Man darf den Duft des Holzes genießen. Verarbeitet werden übrigens ausschließlich europäische Laubhölzer wie Apfel, Eibe, Nussbaum, Eiche sowie amerikanischer

Nussbaum und Kirsche. Tropenhölzer sind tabu. Dann gibt es noch Besonderheiten, wie Eichenholz von einem 600 Jahre alten Fachwerkhaus, aus dem eine ganz besondere Tischplatte gefertigt wird. Scholtissek nennt sich nicht nur Manufaktur, sondern ist auch eine. Jeder Tisch, der das Unternehmen verlässt, ist ein Unikat. Eigentlich logisch, denn kein Baum gleicht dem anderen. Aber auch das ist vielen Menschen einfach nicht bewusst. Die Mitarbeiter in der Tischlerei entscheiden, wie eine Tischplatte am Ende des Tages aussieht. Schließlich müssen die zusammengesetzten Bretter in Maserung und Verlauf ein harmonisches Bild ergeben. Hier braucht es neben einem guten Auge und jeder Menge Erfahrung vor allen Dingen eines: Liebe zum Material Holz. Diese ist im gesamten Unternehmen allgegenwärtig. So auch im „Wamhof“, der fast noch idyllischer im nur wenige Kilometer entfernten Schledehausen zu finden ist. Den Hof aus dem Jahr 1781 hat das Ehepaar liebevoll restauriert. Er dient heute als Ausstellungsraum und Verwaltungsge-

Renate Möller und Reinhard Scholtissek bilden mit Betriebsleiter Eduard Schleich und Vertriebsleiter Alexander Haas die Geschäftsleitung des Unternehmens (v.l.n.r.).

bäude. Dorthin werden Vertriebspartner eingeladen, und nicht selten suchen dort auch Endkunden die Beratung. Der „Wamhof“ ist aber auch ein Ort der Inspiration und der Besinnung. Ebenso wie der große, mit viel Liebe zum Detail angelegte Garten. Dieser bringt die Verbundenheit des Lebens und Arbeitens in und mit der Natur zum Ausdruck und bildet zudem die Kulisse für die Kollektion „Eisenzeit“ von Scholtissek. Hier kommt zwar kein Holz zum Einsatz, aber das verwendete gerostete Eisen hat eine ebenso eigene, ursprüngliche und „echte“ Ausstrahlung. Pferde, Giraffen, aber auch Kleintiere wie Fuchs und Ente werden aus diesem Material gefertigt. Im „Wamhof“ sind auch noch Relikte aus

Im Werk kann sich der Kunde auf Wunsch „seine“ Tischplatte aussuchen. Vertriebsleiter Alexander Haas simuliert durch das Besprühen mit Wasser die geölte Oberfläche.

den Anfangszeiten des Unternehmens zu finden. Damals hatte das Unternehmen mit Reproduktionen beispielsweise von Schränken im Biedermeierstil sein Geld verdient. Renate Möller und Reinhard Scholtissek wissen, wo ihre Wurzeln sind, sind aber stets in Bewegung geblieben, haben eingefahrene Bahnen des Denkens und Sehens verlassen, bereitwillig neue Impulse aufgegriffen und auch neue Chancen ergriffen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Scholtissek-Möbel nicht nur in Privat-Haushalten zu finden sind, sondern ebenso in Restaurants, Hotels und Büros. Ein Objekt, auf das das Unternehmen besonders stolz ist, ist die Rechtsanwaltssozietät Morgan Lewis im Frankfurter Opernturm. Tische, Anrichten, Regale und Rollcontainer für 60 Büros und einen Konferenzraum kommen aus Ostercappeln. Nun sind wir am Ende der Reise angekommen, obwohl es noch viel zu erzählen gäbe. Beispielsweise, dass die Möbel nicht nur schön sind, sondern auch technisch ausgereift, auf Wunsch verfügen die Tische über ein ausgeklügeltes Auszugssystem, es ganz verschiedene Tischgestelle gibt, aber irgendwie tritt das in den Hintergrund, wenn man einmal den Duft von Holz in der Produktion geschnuppert hat und sich davon überzeugen konnte, dass dort nicht nur Möbel gefertigt werden, sondern eine Liebe fürs Leben. bs www.scholtissek.de

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Geballte Farbkompetenz Auf der kommenden imm cologne 2017 präsentiert Dauphin Home das klassisch-moderne Möbelsystem „modul space“ in den einzigartigen Farbklaviaturen von Le Corbusier. Dabei ist die Dauphin Human Design Group für Dauphin Home und „Bosse modul space“ ein Lizenznehmer der Les Couleurs Suisse AG, die die weltweit exklusiven Rechte zur Verbreitung der „Polychromie Architec-

turale“ von Seiten der Fondation Le Corbusier in Paris hält. Die „Polychromie Architecturale“ umfasst 63 an der Natur orientierte Nuancen – dabei lassen sich alle Farbtöne miteinander kombinieren. So entstehen zahllose Möglichkeiten im Zusammenspiel zwischen Raum und Objekt bzw. zwischen Wandfarben, Bodenbelägen oder Möbelfronten. Bei Dauphin Home glänzt ab Januar 2017 das variable Tragrohrmöbelprogramm „modul space“ von Bosse Design mit der Kraft dieser exklusiven Töne. Auch bei der Messestand-Gestaltung will Dauphin Home auf den gesamtgestalterischen Ansatz von Le Corbusier eingehen und nicht nur die eigenen Produktneuheuit präsentieren. Im Zusammenspiel mit weiteren „Les Couleurs Le Corbusier“-Partnern aus den Bereichen Wandbekleidung und Teppichboden soll ein umfassendes Erlebnis aus der polychromen Farbwelt entstehen. Foto: Dauphin Homes www.dauphin-group.com Halle 11.3, Stand P002/Q001

Mobil und wandelbar Das Lauenförder Familienunternehmen Tecta ist bekannt für seine Bauhaus-Reeditionen und Weiterentwicklungen wie beispielsweise den Kragstuhl. Aber Tecta sucht auch den Kontakt mit Künstlern und Architekten, um neue, eigenständige Entwürfe zu entwickeln. So auch bei der aktuellen Kollaboration mit dem Architekten und Designer Wolfgang Hartauer, der bereits den Beistelltisch „K8“ für Tecta entwarf. Mit „Lot“ präsentiert das Unternehmen auf der kommenden imm cologne ein neues Tischkonzept, das Mobilität und Wandelbarkeit kombiniert. „Ich war auf der Suche nach einem Tisch, der eine ,geschmeidige‘ Seite hat – daher die runde Form“, erklärt Hartauer. „Gleichzeitig wollte ich einen Tisch, der bei Bedarf vergrößert bzw. verkleinert werden kann. Das Thema

Klappmechanismus stand im Raum.“ Bei der Formfindung spielte der Designer mit Geometrien und dem rechten Winkel: Ein Halbkreis, der um 90 Grad gedreht werden kann, bildet die Auflage für ein Klappelement. So lässt sich „Lot“ ganz intuitiv bedienen und vergrößern. Zudem kann der massive Holztisch dank eines versteckten Rollmechanismus leicht im Raum bewegt werden. Foto: Tecta www.tecta.de | Halle 11.2, Stand K001

Optik und Akustik vereint Bereits vor über 17 Jahren hat das Unternehmen Hey-Sign die natürlichen Vorteile von Wollfilz erkannt und entwickelt seitdem innenarchitektonische Lösungen aus dem traditionellen Naturmaterial. Durch die positiven raumklimatischen und akustischen Eigenschaften eignet sich das Material im Besonderen für den Einsatz im Objektbereich. Mit Produkten wie Raumteilern, Paneelen und Akustikmodulen hat sich Hey-Sign in diesem speziellen Bereich einen Namen gemacht und präsentiert auch zur kommenden imm die vielfältige Kollektion. Darunter findet sich auch die Erweiterung der Paravant-Familie „Welle“, die um drei neue neue Akustikmodule gewachsen ist und speziell für den Bürobereich weiterentwickelt wurde. Denn flexibel einsetzbare Hänge- und Tischelemente ermöglichen die optische und akustische Abtrennung von Arbeitsplätzen, während wandmontierte „Welle“-Paneele für eine gute Raumakustik sorgen. Bei dem Material für die Modelle der Serie handelt es sich um 3 mm starke und knapp 10 m lange Filzbahnen, die für jedes Einzelelement in Wellen aneinandergereiht werden. Dadurch entsteht nicht nur eine außergewöhnliche Optik, sondern auch eine besonders starke, schalldämmende Wirkung. Das honorierte auch der Rat für Formgebung und zeichnete die Wand-, Hänge- und Tischmodule der Serie „Welle“ für ihre herausragende Design-Qualität mit dem „German Design Award 2017 / Special Mention“ aus. Foto: Hey-Sign www.hey-sign.de | Halle 11.1, Stand C002

„Understatement“ So lautet das Motto von Gutmann zur imm cologne 2017. Das oberfränkische Unternehmen, das für seine außergewöhnlichen und mit viel Liebe zum Detail gestalteten Präsentationen bekannt ist, setzt dann auf dezente, frische Farben. Natürlichkeit und der nordische Stil werden im Mittelpunkt des Messeauftritts stehen. Neben gemütlichen Polstermöbeln und außergewöhnlichen Kastenmöbeln rücken auch zunehmend Solitäre in den Fokus: kleine Hingucker wie ein zierlicher Schreibtisch oder Kommode, Stühle und Sessel, deren Sitz- und Rückenfläche aus aufwändig gewickeltem Garn bestehen. Natürlich dürfen hierbei auch die entsprechenden Leuchten nicht fehlen, die für die entsprechende Atmosphäre sorgen. Foto: Gutmann www.gutmann-factory.de Halle 10.2, Stand M001/N001/O001

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MULTIKULTURELL, UNVERWECHSELBAR – EINFACH ANDERS

Die neue Pode Welt: Sofa „Fold“ und Sitzsack „Boya“ ...

Die Lifestyle-Marke Pode feiert auf der imm cologne 2017 ihre internationale Premiere

… Sessel „Sparkle“ ...

… Beistelltisch „Bottle Stool“.

Auf der imm cologne 2017 wird erstmalig die Lifestyle-Marke Pode einem internationalen Publikum vorgestellt. Die Marke präsentiert sich in Halle 2.2, Stand K19/L21, unter der kreativen Leitung von Studio Roderick Vos mit einer eigenständigen Kollektion aus Möbeln und Accessoires der Möbelwelt. Der Stil von Pode ist multikulturell, unverwechselbar und einfach anders: Vintage-Elemente, kombiniert mit einem Hauch von skandinavischer Leichtigkeit, definieren den Begriff des „Cocooning“ auf eine inspirierende Art und Weise neu. Damit trifft das Gesamtkonzept Pode nicht nur den aktuellen Zeitgeist, sondern berührt und bewegt den Kunden zur Gestaltung seines individuellen Stils. Nach dem Motto: „Entdecken Sie den Pode Lifestyle“ wird jedes Produkt

Sebastiaan Sanders, Geschäftsführer:

exklusiv und auf Kundenwunsch gefertigt. Die Anfänge von Pode liegen bereits acht Jahre zurück. Ursprünglich nur für den niederländischen Markt entwickelt, wurde die Kollektion mit der Zeit ausgebaut und verfeinert. In Mailand 2015 entstand die Idee, der Marke mit einem renommierten Art Director ein eigenständiges und internationaleres Gesicht zu geben. „Die Wahl fiel auf das im Markt für seine innovativen und kreativen Ideen bekannte Studio Roderick Vos“, erklärt Geschäftsführer Sebastiaan Sanders. „Wir hatten auf Anhieb das gleiche Verständnis, was die Positionierung der neuen Marke betraf. Claire und Roderick haben dann das bestehende Sortiment genommen, um neue Produkte ergänzt und mit Materialen und Farben ihren eigenen Stil darüber gelegt. Pode ist jetzt mehr als eine Kollektion von Möbeln, Pode inspiriert und richtet Ihr Zuhause ein. Pode ist eine Lifestyle-Marke.“ Roderick Vos sieht eine einzigartige Chance in seiner Aufgabe als Art Director. „Wir waren bei unserem ersten Besuch in den Werk-

„Pode ist mehr als eine Kollektion von Möbeln.

Claire und Roderick Vos agieren

Pode ist eine Lifestyle-

zukünftig mit ihrem Studio Roderick Vos

Marke.“

als Art Director für Pode. Fotos: Pode

stätten sehr beeindruckt von der hohen Qualität und dem Hightech-Produktionsablauf. Jetzt bauen wir eine vollständige Marke auf – etwas, wovon wir jahrelang nur träumen konnten. Ich bin auch für viele andere europäische Marken und Hersteller tätig. Aber hier arbeiten wir viel konzeptbasierter. Natürlich finden sich in der neuen Pode Kollektion auch Entwürfe von uns selbst, aber der Unterschied besteht darin, dass wir die Eier, die wir legen, auch selbst ausbrüten dürfen. Eigentlich bauen wir das gesamte Nest! Das bedeutet, dass wir auch die Fotos, den Katalog, die Website und die Präsentation in den Geschäften mitgestalten.“ Seit mehr als 30 Jahren ergänzen sich Claire und Roderick Vos als kreatives Team, aber „zum ersten Mal gehen all unsere Disziplinen so nahtlos ineinander über“, erklärt Claire Vos. „Wir wollen ganze Räume ausschließlich mit Pode-Produkten einrichten können. Das wird in der Praxis nicht so oft vorkommen, aber im Prinzip ist es möglich. Darum wurde die Kollektion erweitert, sie umfasst nun viel mehr als nur Sitzmöbel. Pode ist jetzt eine Lifestyle-Marke mit Beistelltischen, Kissen und einer Decke, Esstischen und -Stühlen, einem Sitzsack und Teppichen. Textilien und Farben sind mein Metier, während sich Roderick mehr für das Handwerkliche, die Produktion interessiert.“ Die Wahl der unterschiedlichen DesignPartner führt zu einer spannenden und internationalen Mischung aus Stil und Originalität. Ausgefallene Farben, wunderschöne Materialien und innovative Produkte prägen das Bild von Pode. Mit Stimmungen,

die aus der Welt des Künstlers Edward Hopper stammen könnten, wird der designorientierte Kunde mit einem Hauch von Vintage inspiriert. Claire: „Die Kombination von Markenbewusstsein und Vintage ist sehr attraktiv. Aber auch die Nachhaltigkeit spielt eine Rolle. Man erkennt wieder den Wert des Materials. Dieses Bewusstsein wird vorläufig wohl Bestand haben.“ Roderick: „Manchmal erscheint das ein Widerspruch zu dem zu sein, was wir tun, nämlich neue Dinge erschaffen. Aber so ist es nun einmal. Auch als Designer denkt man manchmal: Warum sollten wir den x-ten Stuhl entwerfen? Aber dann findet man plötzlich doch wieder etwas ganz Neues, etwa den ,Bottle Stool‘ von Kranen/Gille. Ich liebe ihn! Das ist wirklich ein multifunktionales Produkt.“ Pode wird in den Werkstätten von Leolux entwickelt und produziert, verfügt jedoch über einen eigenen Vertrieb, der in seiner strategischen Ausrichtung von Bernd Schellenberg, Director Marketing & Sales DACH bei Leolux, verantwortet wird. Damit ist in diesen Ländern eine selektive Vermarktung neben der Hauptmarke Leolux gewww.pode.eu währleistet.

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Anhand der vier definierten Trend-Themen 2017/2018 („Planetary Explorations“, „Virtual Explorations“, „Cultural Explorations“ und „Natural Explorations“) lädt der Heimtextil-Trendtable zur Erforschung des „Theme Park“ in Halle 6.0. Fotos: Carlin International/ Heimtextil, Messe Frankfurt


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Den Forschergeist entfachen Die kommende Ausgabe der Messe Heimtextil lädt vom 10. bis 13. Januar zur Erforschung der neuen Themenwelten, spezieller Besucherprogramme und der neuen Kampagne „Meine Heimtextil“ nach Frankfurt.

Die Heimtextil, weltgrößte Wohn- und Objekttextil-Fachmesse, bietet als erste Fachmesse des Jahres auch das erste Stimmungs- und Trend-Barometer für das ganze Geschäftsjahr. Auf diesem wichtigen Branchen-Event für Interior Textiles, Interior Design und Interior Trends zeigen internationale Hersteller, Händler und Designer ihre Produkte und Neuheiten einem breiten Fachpublikum. Unter dem Motto „Explorations“ lädt in diesem Jahr der „Theme Park“ – das zentrale Trend- und Inspirationsareal der Heimtextil

Maßgeschneiderte Führungen und Vorträge für Innenarchitekten, Architekten und Hoteliers hält auch zur Heimtextil 2017 das Programm „Interior.Architecture. Hospitality“ bereit. Als Anlaufstelle für interessierte Besucher und Treffpunkt für die geführten Messetouren gilt der „Salon Interior.Architecture.Hospitality“ im Foyer der Halle 4.0. Fotos: Messe Frankfurt Exhibition GmbH/Jean-Luc Valentin

in Halle 6.0 – zu einer Reise ins Unbekannte voller Kuriositäten und Faszinationen. Hier warten die neu erarbeiteten TrendThemen für die Saison 2017/2018 auf ihre Entdeckung und bieten Produktentwicklern, Kreativ-Teams, Einrichtern und Designern wertvolle Orientierung sowie zuverlässige Trend-Prognosen. Konzeption und Inszenierung der „Theme Parks“ auf der Messe sowie die Gestaltung des begleitenden Buchs und der Website übernimmt 2017 das französische Trend-Büro Carlin International unter der Leitung von Exalis aus Berlin. Jahr für Jahr erarbeitet ein international besetzter Trendtable, bestehend aus sechs Design-Büros das aktuelle Trend-Konzept, wobei jedes Jahr ein anderes Mitglied des Trendtable für die Umsetzung der Trend-Aussagen auf der Messe verantwortlich zeichnet. Für 2017/2018 haben die HeimtextilTrend-experten bei ihrer Analyse die Disziplinen Retail, Technology, Hospitality, Transport, Work und Home betrachtet und zahlreiche Neuentdeckungen freigelegt. Unter dem Stichwort „Marketing Decoding“ entschlüsselt das Trend-Buch, welche Neuerungen für Unternehmen und ihre Marken künftig von Vorteil sein könnten. Zudem soll die Vorstellung von gelungenen Pionierprojekten und Start-up-Ideen kreative Anregungen sowie unkonventionelle Denkanstöße geben. Bei der Entwicklung der Heimtextil-Trends 2017/2018 folgten die Trend-Forscher dem Verlangen, unbekannte Welten zu erschließen. Auch die kreative Selbstbetrachtung und das Bedürfnis, zu untersuchen und zu verstehen, wie der Mensch funktioniert, spielten eine tragende Rolle. „Ausgerichtet auf das Thema ‚Exploration‘ haben wir nach Materialien, Texturen und Elementen gesucht, die Innovationen zum Leben erwecken“, erklärt Natalie Weinmann vom Design-Büro Carlin International/Exalis. Dabei entdeckten wir Stoffe, die, mit anderen Materialien verschmolzen, überraschende Kombinationen ergeben. Es sind diese neuen Stoffe aus unbekannten Welten, die uns verzaubern. Zugleich offenbaren natürliche Aspekte eine unerwartete Sinnlichkeit.“ Sowohl das neue Trend-Buch als auch der „Theme Park“ auf der Messe laden zum eigenstän-

Der Heimtextil-Trendtable erarbeitet alljährlich die Trends für die kommende Saison. In diesem Jahr zeichnet das französische Trend-Büro Carlin International unter der Leitung von Exalis aus Berlin für die Umsetzung der Trends im „Theme Park“ verantwortlich. Foto: Messe Frankfurt Exhibition GmbH/Pietro Sutera

digen Erforschen und zum Entdecken neuer Produktions- und Marketing-Ansätze ein. Ebenfalls erforscht werden und entdeckt werden will das Angebot: „Interior. Architecture.Hospitality“, das Innenarchitekten, Hoteliers und Interior Designern ein maßgeschneidertes Besuchsprogramm liefert. Mit mehr als 350 ausstellenden Unternehmen, die das passende Portfolio für diesen Anwendungsbereich anbieten, bietet die Heimtextil die international größte Auswahl an Objekttextilien. Besucher erleben hier eine spannende Mixtur aus neuen Impulsen und finden erfahrene Partner für ihre Bau- und Interior-Projekte. Weiterhin liefern Messe-Führungen und ein Vortragsprogramm speziell für Hoteliers, Architekten und Innenarchitekten wertvollen Input. Als erste Anlaufstelle und Treffpunkt für alle Interessierten lädt der „Salon Interior.Architecture.Hospitality“ ein. Von hier aus starten auch die Messe-Führungen, bei denen bekannte Hoteliers und Branchenexperten ausgewählte Anbieter von Objekttextilien vorstellen. In den „Lectures Interior.Architecture.Hospitality“, dem speziellen Vortragsprogramm zum Objektgeschäft, sprechen international renommierte Innenarchitekten, Architekten und Hotelexperten über ihre Arbeit. Um bei dem vielfältigen Angebot den Überblick nicht zu verlieren, stellt die Heimtextil den „Guide Interior.Architecture.Hospitality“

mit allen Ausstellern zur Verfügung, die Objekttextilien bzw. Einrichtungslösungen für Hotels, Restaurants und andere Objekte anbieten. Zudem weisen Signets an den Ständen dieser speziellen Aussteller auf das besondere Angebot hin. Als kostenloser Service liegt der Guide zur Mitnahme auf der Messe aus und ist darüber hinaus per Download auf der Heimtextil-Website abrufbar. Auch in der Online-Ausstellersuche lässt sich selbstverständlich gezielt nach Ausstellern für das Objektgeschäft suchen. Mehr zu den speziellen Besucherprogrammen und alle Infos zur Heimtextil 2017 erhalten Sie unter www.heimtextil.messefrankfurt.com

Alle Highlights und News zur neuen Heimtextil-Kampagne „Meine Heimtextil“, dem erstmals ausgerichteten Programm für deutsche Fachbesucher, finden Sie in unserem exklusiven InteriorFashion-Guide. Sollte das Booklet hier nicht beigelegt sein, können Sie gerne ein Exemplar unter info@interiorfashion.de anfordern.

Telling Textile Stories EXKLUSIV FÜR INTERIOR FASHION LESER

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Inland

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Entdeckungen für neue Designs Aktuelle Strömungen für das Interior Design, kommende Farb-Trends und einen Leitfaden für die Teppichindustrie liefert der Garnhersteller Invista mit seinem jährlichen „Global Trend Forecast“. Im Gespräch mit Heike Schmidt, Produktentwicklerin bei Invista, haben wir die Hintergründe und die aktuellen Aussagen des TrendBerichts 2017/2018 erfragt. InteriorFashion: Das Unternehmen Invista liefert mit den „Antron“- Trend-Prognosen alljährlich einen Ausblick auf kommende Trend-Phänomene. Warum haben Sie sich dazu entschieden, eigene TrendForschungen zu betreiben und worauf basieren die Erkenntnisse dieses „Global Trend Forecast“? Heike Schmidt: Unser Leben ist von grundlegenden gesellschaftlichen Einflüssen geprägt. Die Identifizierung dieser “MegaTrends” kann hilfreich sein, um zukünftigen Veränderungen aufmerksam zu begegnen. Bereits zum vierten Mal hat die Marke „Antron“ in einer globalen Besetzung von Design-Experten aus Amerika, Japan und

Europa gemeinsam mit der Londoner Agentur Color Hive (ehemals Global Color Research) weltweit gesellschaftliche Entwicklungen, Design-Trends und Farbinnovationen unter die Lupe genommen und vier Trend-Welten herausgefiltert. Dieser Forecast für Farben und Trends ist für unsere Kunden in der Teppichbodenindustrie eine bekannte und hilfreiche Serviceleistung. Als aussagekräftige Trend-Prognose gibt er ihnen Sicherheit und Bestätigung bei ihrer Entwicklungsarbeit. Unsere Trend-Präsentationen haben sich zusammen mit unseren Broschüren zu den Global Color Trends in den vergangenen Jahren als zukunftsweisender Leitfaden für die Teppichboden-Branche etabliert. IF: Inwieweit sind Sie, als Produktentwicklerin, bei der Definition der „Antron“Trend-Themen involviert? Wie viel Einfluss haben die Ergebnisse auf die Entwicklung neuer Kollektionen? Schmidt: Wir sind als Entwickler in die Trend-Themen involviert, überprüfen, inwieweit diese mit unseren Erfahrungen übereinstimmen und halten uns auf dem Laufen-

den, was in den Märkten geschieht. Es ist ein Austausch der Design-Experten auf Augenhöhe, schließlich geht es ums Interior insgesamt. Das Instrument „Trend“ ist für Invista wichtig: Neben weißen Fasern, die unsere Industriekunden einfärben, bieten wir spinndüsengefärbte Garne an, bei deren Herstellung die Farbpigmente bereits während der Polymerisation hinzugegeben werden. Hierfür bevorraten wir eine breite Farbpalette, und da besteht die Notwendigkeit, unsere Farbbank den langfristigen Trends entsprechend auf dem aktuellen Stand zu halten. Zum anderen versuchen wir, unsere Kunden durch Teppichmuster zu inspirieren, indem wir selbst Teppiche fertigen, um unsere Garnideen zu demonstrieren. Diese sollten selbstverständlich auch in den jeweiligen Trend-Farben präsentiert werden, da die Produktentwicklung immer ein Zusammenspiel zwischen Struktur, Glanzgrad, Haptik und Farbe ist. IF: Wie lauten die aktuellen TrendPrognosen, bzw. welche Strömungen und Farben wurden in dem aktuellen „Global Trend Forecast 2017/2018“ definiert?

Heike Schmidt, Produktentwicklerin bei der Invista-Marke „Antron“. Foto: Invista

Schmidt: Wir haben vier Themen herausgefiltert, jedes von ihnen zeigt eigene Strömungen: von Wasser geprägte Atmosphären, sphärische Stimmungen von transparenter Anmutung, neue Formen vertrauter und stimmungsvoller Klassik sowie Interpretationen einer hyperdigitalen Welt. Das übergreifende Trend-Thema darüber heißt Exploration: Bei Teppichböden „entdecken“ wir, mit Musterungen, Strukturen, Material- und Farbkombinationen, Matt- und Glanzeffekten zu experimentieren. Aufwändigere Garnstrukturen, die Effekte erzeugen, werden wichtiger. Mehr über das Unternehmen Invista und die Marke „Antron” sowie alle Infos zur kostenlosen TrendBroschüre erhalten Sie unter www.antron.net. Eine ausführliche Vorstellung der vier Trend-Themen des aktuellen „Global Trend Forecast” finden Sie unter www.interiorfashion.de.

Auf der Heimtextil 2017 wird Hornschuch „skai Paratexa NF“ vorstellen, ein synthetisches Polstermaterial, das den Textil-Trend bedient und dazu noch B1-Flammschutz mitbringt.

Die neue „skai“-Digitaldruck-Kollektion zeigt, was bei Polsterbezugstoffen in puncto Design möglich ist. Sie soll inspirieren und dazu anregen, Kleinserien und individuelle Projekte mit digital bedrucktem „skai“ umzusetzen.

Textiler Look und Hornschuch präsentiert zur Heimtextil digitaler Druck Hornschuch sagt für 2017 ein Revival der Textiloptik voraus. Gewebe in allen Varianten ist auf dem Vormarsch, auch bei den hochwertigen „skai“-Synthetics. Brandneu, aber nicht brandgefährlich ist „skai Paratexa NF“: Das Material erfüllt die B1-Flammschutznorm und ist damit für den Objektbereich prädestiniert. Der Polsterbezugsstoff besticht durch seine neuartige, extrem authentische Textiloptik. Mit einer Lasergravur erreicht Hornschuch eine

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äußerst detailreiche Textilprägung samt passender, griffiger Haptik. Das Ergebnis ist ein hohes Maß an Natürlichkeit. Ebenfalls eine Textiloptik, aber viel feiner und dazu mit einer filigranen Prägung versehen, zeigt „skai Paduna NF“. Die Textilstruktur veredelt ein Metallic-Effekt, der Möbel oder Wände zu Hinguckern macht. Bei beiden Neuheiten geht Hornschuch gleich mit 15 trendstarken Farben an den Start. Individualität ist Trumpf: Hornschuch-

Kunden können jetzt Kleinserien und Projekte mit Designs aus der hochwertigen „skai“-Digitaldruck-Kollektion ausstatten. „skai Pandoria Plus“ und „skai Toledo EN“ dienen mit drei unterschiedlichen Prägungen – Leder- und Textilnarbe, Mikropore – als Basisqualität. Sie werden direkt digital bedruckt und anschließend mit einem Lack veredelt. Dabei weist „skai Pandoria Plus“ den höheren Flammschutz auf. Zwölf Designs und die passenden Prägungen sollen

spannende Neuheiten inspirieren und die digitalen Möglichkeiten aufzeigen. Die Designs zeigen eine intensive Farbbrillanz sowie einzigartige 3DEffekte. Digitaldruck auf „skai“ ist bereits ab einer Menge von 100 Laufmetern schnell und flexibel möglich. Diese und weitere Neuheiten sowie Farbergänzungen bei „skai“-Bestsellern wird Hornschuch auf der Heimtextil in der Halle 4.0 auf Stand D15 zeigen. www.hornschuch.com/interior/


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Wichtiger Hotspot Oftmals sind es Kleinigkeiten, die über das Wohlbefinden entscheiden. Manchmal kann man es auch gar nicht an konkreten Dingen festmachen. Im Hotel, Restaurant und auch im Flugzeug kann die Ausstattung signifikant zum Wohlfühlen beitragen. Nicht zuletzt aus diesem Grund hat das Objektgeschäft in den vergangenen Jahren mehr und mehr an Bedeutung gewonnen. Für Profis und Entscheider aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe, professionelle Einkäufer, Einrichter, Innenarchitekten und Designer ist deshalb die Ambiente ein wichtiger Hotspot für das Horeca- und Objektgeschäft. „Sie nutzen das Angebot nicht nur zur Inspiration, sondern können auf der Ambiente den passenden Partner für konkrete Objekte finden“, erklärt Nicolette Naumann, Vice President Ambiente. Beispiele, wie maßgeschneiderte Lösungen für die Einrichtung von Hotellerie und Gastronomie aussehen können, zeigen Aussteller wie Asa, Kare und Dôme Deco. Das Erfolgsrezept des Keramikunternehmens Asa ist die Ausrichtung einer konsequenten Philosophie von klaren Formen und Farben sowie modernem Design. Mit der Geschirrserie „À Table“ in Fine Bone China, die eigens für die Fluglinie Swiss Air teilweise gestalterisch modifiziert wurde, ist Asa seit 2011 an Bord der Swiss First Class. Die Kollektion überzeugt durch ihre Leichtigkeit, die keine Kompromisse bei der Beständigkeit und Qualität macht. Das zeitlose und moderne Design ist die optimale Bühne für die Gerichte der Swiss First und trägt zum luxuriösen Auftritt der kulinarischen Kreationen bei. „Für uns hat sich das Objektgeschäft zu einer wichtigen und tragenden Säule im Unternehmen entwickelt“, erzählt Nuno Gameiro, Vertriebschef bei Asa. „Wir werden daher diesen Bereich auch stärken und weiter ausbauen. Dabei spielt die Am-

270 Unternehmen zeigen auf der Ambiente individuelle Lösungen für das Objekt-Geschäft und Horeca

biente als weltweite Leitmesse für diesen Bereich eine wesentliche Rolle. Dort präsentieren wir unsere Kollektionen und unser Know-how einem breiten Publikum. Dabei werden Formen, Farben und Materialitäten, die wir grundsätzlich einmal für den Einzelhandel entwickeln, auch gerne von den Contract-Kunden übernommen. Und oftmals entstehen daraus Sonderanfertigungen.“ Auch Peter Schönhofen, CEO von Kare, bestätigt die immer größer werdende Bedeutung des Contract-Business für sein Unternehmen. „Unser Know-how, gepaart mit einem umfassenden Lieferportfolio, findet einen immer breiteren Markt. Messen sind dabei sehr wichtige Treffpunkte für Professionals, und die Ambiente ist auch hinsichtlich des Objekt-Geschäfts für uns eine Leitmesse.“ Erst vor kurzem hat Kare das Mitarbeiter-Restaurant samt relaxLounge für die Mitarbeiter des traditionsreichen Münchner Hotels Bayerischer Hof fertiggestellt. Die Contract-Business-Profis von Kare entwickelten die Idee für das Interior Design mit Farbkonzept und Materialauswahl, bauten alles komplett selbst um – vom Boden bis zur Decke – und übernahmen die Möblierung und Dekoration. Für das Design-Konzept der rund 250 qm großen Flächen wählten die Innenarchitekten Farben aus der Natur: helle Hölzer, neutrale Steintöne und Akzente in verschiedenen Grüntönen. Optische Highlights setzen

Die Inneneinrichtung des Hotels Terhills in Belgien stammt von Dôme Deco. Foto: Dôme Deco

Die Serie „À Table“ fliegt seit 2011 an Bord der Swiss First Class. Foto: Asa

Schalen in schimmerndem Metall, Grünpflanzen als Augenschmaus und ungewöhnliche Wandobjekte aus echtem Moos. Mit seinem Gesamtkonzept der Inneneinrichtung bietet das belgische Design-Unternehmen Dôme Deco eine besondere und außergewöhnliche Atmosphäre mit einem Hauch von Luxus. Eines der jüngsten Projekte ist die Ausstattung des luxuriösen VierSterne-Hotels Terhills in Belgien. Das mit viel Liebe restaurierte Gebäude beherbergte einst die Verwaltung der örtlichen Kohlemine und wirkt mit seiner Architektur wie ein Schloss mit kleinem Park. Dôme Deco hat die komplette Ausstattung des Interieurs übernommen und dem Hotel einen edlen Look-and-feel gegeben. Das Mobiliar, die Lampen und die Accessoires wurden perfekt auf das Ambiente des Hotels abgestimmt. Diese drei Unternehmen stehen nur exemplarisch für erfolgreiches Contract Business. Weiter namhafte Anbieter wie Dibbern, Hering, die Porzellanfabriken Christian

Seltmann, Rak Porcelain Europe, Steelite International oder Zieher stehen für das hochwertige und internationale HorecaAngebot auf der Ambiente. Im Bereich des Interior Designs präsentieren Unternehmen wie Deknudt, DPI, Exotica Cor Mulder, Fink, Lambert oder Rica Riebe eine Bandbreite von anspruchsvollen Produkten und Konzepten für die Gestaltung und Dekoration gewerblicher Räume. Zur besseren Orientierung der Besucher sind die Aussteller aus dem Contract-Business- und Horeca-Bereich mit einem extra Label am Messestand gekennzeichnet. Das zeigt, dass sie nachweislich Erfahrung und Expertise in der Ausstattung von gewerblichen Projekten wie Hotels oder Restaurants haben. Zusätzlich führt der Contract Business Guide alle Aussteller aus dem Bereich Objektgeschäft inklusive Kontaktdaten der Experten in den Unternehmen auf. Er ist während der Ambiente auf dem gesamten Messegelände kostenfrei verfügbar. bs www.ambiente.messefrankfurt.de

Das Mitarbeiter-Restaurant des Hotels Bayerischer Hof in München wurde von Kare geplant und umgesetzt. Foto: Kare

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Die Basis der Raumgestaltung

Kaindl hat dem Fischgrätmuster mit „FISHbone“ neues Leben eingehaucht. Foto: Kaindl

Der Boden gibt dem Raum ein Gesicht. Er bildet quasi die Basis der Raumgestaltung. Dabei sind den Möglichkeiten heutzutage kaum mehr Grenzen gesetzt. Dafür sorgen die Unternehmen mit ihren Innovationen und Weiterentwicklungen. Präsentiert werden diese im kommenden Jahr natürlich wieder auf der Domotex in Hannover, aber auch auf der Bau in München sowie auf der Euroshop in Düsseldorf. Im Folgenden haben wir Ihnen bereits heute eine Auswahl kreativer Bodenbeläge zusammengestellt.

Die Zukunft im Blick

Von Tweed-Stoffen inspiriert

Mit drei neuen „Expona“-Kollektionen startet Objectflor in das Jahr 2017. Premiere im Rahmen der Bau und der Euroshop werden die Kollektionen „Expona Simplay“, „Expona Commercial“ und „Expona Rugs“ feiern. „Expona Simplay“ entwickelt die Idee von mehr Flexibilität und mehr Möglichkeiten durch lose liegende Bodenbeläge konsequent weiter. Daneben gehören sechs selbstliegende Teppich- und vier Sauberlauf-Planken zur Kollektion. Sie können ohne störende Zwischenprofile verlegt und jederzeit einfach verändert werden. Das ist nicht nur für den Laden- und Messebau interessant, sondern auch für Hotels sowie Büros – und überall dort, wo schnelle, unkomplizierte Renovierungen und Umgestaltungen ein Thema sind. Das Portfolio der „Simplay“-Design-Beläge hat das Kölner Unternehmen auf 40 Dekore erweitert. Die zweite Neuheit, die Kollektion „Expona Commercial“ entstammt der Tatsache, dass die Nachfrage nach hochwertigen LVT-Design-Belägen mit einer Nutzschicht von 0,55 mm weiter steigt. Deshalb wurde aus der „Expona Design“ nun eine komplett eigenständige Kollektion mit 80 Dekoren geschaffen – die Hälfte davon hat Objectflors eigens für „Expona Commercial“ entwickelt. Trend-Themen sind UsedOptiken, Dekore mit einer matten Wirkung und Effekt-Designs mit speziellen Strukturen. Mit „Expona Rugs“ bietet Objectflor nun abgepasste Wollteppiche in neun Dekoren und verschiedenen Größen. Kombiniert werden können diese mit allen „Expina“Böden. Geeignet sind ist diese Kollektion sowohl für den Wohn- wie auch für den Objektbereich. www.objectflor.de | Bau 2017: Halle A5, Stand 500 Euroshop: Halle 10, Stand G19

Im Fokus des Interface-Auftritts im Rahmen der Orgatec standen die Inszenierung der neuen globalen Kollektion „World Woven“ sowie die Kernwerte, die Interface in seiner Unternehmens-DNA verankert sieht: Design, Innovation, Nachhaltigkeit und Funktionalität. „Wir verzeichnen eine hohe Akzeptanz textiler modularer Bodenbeläge, was den Dialog mit unserer Kernzielgruppe sehr angenehm gestaltet“, sagt Anne Salditt, Marketing Manager Germany bei Interface. „Interface ist Innovationstreiber. Unsere Expertise und unsere Qualitätsprodukte werden immer stärker nachgefragt. Der Boden hat sich zu einem wichtigen Bestandteil integraler Raumkonzepte entwickelt, was uns sehr freut.“ „World Woven“ wurde exklusiv von Designer David Oakey (David Oakey Designs) für Interface entwickelt. Die Teppichfliesen-Kollektion ist eine Hommage an Jahrhunderte alte Webstoffe von schottischem Tweed bis zu handgewebten Textilien im SaoriStil. Durch die Vielseitigkeit ihrer Designs und Farben eröffnet „World Woven“ eine Welt voller kreativer Möglichkeiten. Die Kollektion besteht aus sechs 25 x 100 cm Skinny Planks und drei farblich abgestimmten Fliesen im Format 50 x 50 cm und ist in acht Farbstellungen erhältlich. Die Kollektion überzeugt mit ihrer wohnlichen Anmutung und unzähligen Kombinationsmöglichkeiten nach dem „Mix-and-Match“-Prinzip. www.interface.com | Bau 2017: Halle A6, Stand 129

Besonderer Blickfang der neuen „Expona Commercial“ ist das dreidimensional wirkende Dekor „Crystal Parchment“ mit der Optik von gefaltetem Pergament. Foto: Objectflor

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„World Woven“ folgt dem globalen Trend zu handgefertigten, traditionellen Materialien. Foto: Interface


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Metallic-Faszination

Kostbare Note

Inspiriert vom Trend bei Möbeln, Innenarchitektur und Mode hin zu Metallen mit einer strukturierten Oberfläche und tiefen, komplexen Farbtönen, ist das Design „Chroma“ entstanden, das die „Signature“-Kollektion 2016 von Amtico ergänzt. „Chroma ist ein großformatiger, strukturierter Print, der mehrfarbige Metallic-Töne in drei verschiedenen Farbgebungen nutzt“, erklärt Kelly Alders, Senior Designer beim Spezialisten für LVT-Bodenbeläge. Die glänzenden Silber-Akzente von „Chroma Black“ mit komplexen Abstufungen über eine tiefschwarze Basis erzeugen eine fein verästelte Struktur und subtile, moderne Ästhetik. Die anspruchsvollen Schichten von gebranntem Bernstein, Rotgold und warmem Kupfer sorgen bei „Chroma Gold“ für eine dramatische Metallic-Fläche, die mit ihrer intensiven Struktur, Tiefe und Bewegung sehr lebendig wirkt. Lapisblau, Tintenschwarz, Gold und Silber vereinen sich in „Chroma Blue“ zu einer Metallic-Rost-Landschaft und bringen gefühlvoll fließende Schichten in einer zeitgemäßen dekorativen Oberfläche hervor. www.amtico.de | Bau 2017: Halle A5, Stand 309 | Euroshop: Halle 10, Stand E58

Die Kollektion „Fascination“ von Vorwerk flooring vereint 17 unterschiedliche Teppichqualitäten und rund 350 Farben. In diesem Jahr hat die Kollektion durch den Designer Giulio Ridolfo eine umfassende Weiterentwicklung und Ergänzung erfahren. „Viola“ ist dabei eine der acht Neuheiten. Der Velours-Frisés verfügt über eine offene, dezent gekräuselte Oberfläche, die eine prägnante, leicht bewegte Optik mit sich bringt. Lichtgrau und Taupe neben Tönen, die an Orchideen und die Isfahan-Rose erinnern, verleihen der Farbpalette einen femininen Touch, der in der weichen Haptik eine Korrespondenz findet. Klare, nordische Farben strahlen Ruhe aus, während tiefe, samtige Töne Emotionen hervorrufen und der Qualität mit einem zurückhaltenden Glanz eine kostbare Note verleihen. www.vorwerk-flooring.de

Mit „Chroma“ kann man einem Raum einen spektakulären Look verleihen. In Kombination mit einem schlichteren Produkt lassen sich aber auch spannende Akzente setzen. Foto:

Inspiriert sind die 19 Farben der „Viola“ von zeitgenössischer Architektur mit ihrem Materialmix aus Glas, Holz, Messing und farbigen Accessoires. Foto: Vorwerk flooring

Amtico

Natürlich schön Eine natürlich behandelte und optisch verbesserte Oberfläche veredelt das universell einsetzbare „HOCOwoodlink“-Parkett von HocoHolz jetzt zum „HOCOwoodlink 2.0“. Dabei kommt ausschließlich Hartwachsöl zum Einsatz. Dies dringt tief in das Holz ein und macht es elastisch und widerstandsfähig. Der Boden bleibt offenporig und atmungsaktiv – optimal für ein unbelastetes Raumklima. Gleichzeitig verleiht die kräftige Strukturierung des Holzes dem „HOCOwoodlink 2.0“ eine angenehme Haptik. Die neue Oberfläche zeichnet sich durch extreme Strapazierfähigkeit und gesundheitliche Unbedenklichkeit aus. Das Parket ist speichel- und schweißfest und erfüllt sogar die europäische Norm für Kinderspielzeug. Darüber hinaus ist der Boden mit FSCoder PEFC-Zertifizierung aus nachhaltiger Holzwirtschaft erhältlich. „HOCOwoodlink 2.0“ gibt es in fünf verschiedenen Abmessungen sowohl mit 5GKlickverbindung für die schwimmende Verlegung als auch mit Nut- und Federverbindung für die Verklebung. 19 ausdrucksvolle Trend-Farben und die neue, farblich passende Sockelleiste „Cube“ mit Echtholzummantelung lassen keine individuellen Gestaltungswünsche offen. www.hoco.de | Bau 2017: Halle A6, Stand 320 Das „HOCOwoodlink 2.0“ wirkt dank der vierseitigen Fase wie eine massive Landhausdiele. Foto: HocoHolz

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Praktisch und schön

Fliesen mixen

Der Desgin-Bodenbelag „PW1250-30“ aus der „floors@home“-Kollektion von Project Floors spielte in diesem Jahr auf dem Reisemobile-Stand von Mercedes-Benz im Rahmen des Caravan Salons in Düsseldorf eine entscheidende Rolle. Das Architekturbüro Kurz Architekten hatte 200 qm als Wege und Flächen im Wechselspiel mit einem hochflorigen Teppich verlegt und zonierte damit die Gesamtfläche von 550 qm in thematische Felder. „Wir waren von der Oberflächentextur und dem Erscheinungsbild sehr positiv beeindruckt“, betont Alexandra Kienzle, verantwortliche Architektin und Prokuristin bei Kurz Architekten. Kriterien bei der Auswahl waren die schnelle und einfache Verlegung und die Erfüllung der besonderen Anforderungen hinsichtlich Brandschutz, Rutschsicherheit und Belastbarkeit im öffentlichen Bereich auf einer Messe. Der Bodenbelag von Project Floors überzeugte aber auch aus ganz praktischer Sicht: Aufgrund der Flexibilität der Paneelen konnten diese problemlos an Übergängen von schrägen Fluchtwegrampen zum normalen, ebenen Standpodest verlegt werden. Dabei fügten sie sich aufgrund ihrer geringen eigenen Aufbauhöhe fast nahtlos an den normalen Hallenbelag an. So konnten Stolperfallen reduziert werden. www.project-floors.com | Bau 2017: Halle A5, Stand 119 Euroshop: Halle 10, Stand E22

Zusammen mit dem Architekturbüro Hadi Teherani entwickelte Carpet Concept die neuen Fliesenkollektionen „Mix Geometric“ und „Mix Organic“. Innovative Formate und freie Formen in edlen Webqualitäten greifen den GestaltungsGedanken japanischer Tatami-Matten auf. Etwa die 2 x 1 m großen Teppichfliesen oder die in Dezimalschritten abgeleiteten kleineren Rechteckformate. Ergänzt werden sie durch Fliesen in orthogonaler oder Wellenform. Dabei stehen über 40 Farben und vier Webqualitäten zur Verfügung. „Diese neue Generation an textilen Fliesen bietet Architekten fantastische Optionen, sich auf einem anderen Niveau mit Bodengestaltung, Raumatmosphäre und Proportionen auseinanderzusetzen“, so Carpet-Concept-Geschäftsführer Thomas Trenkamp. www.carpet-concept.de Bau 2017: Halle A6, Stand 121

Mit „Mix Organic“ wird der innovative Ansatz von Carpet Concept weitergeführt. Foto: Carpet Concept

Durch das Zusammenspiel von Design-Bodenbelag und Hochflorteppich und den großformatigen Landschaftsbildern entstand eine elegante Bühne für die Präsentation der hochwertigen Reisemobile. Foto: Project Floors

Großartige Inspirationsquelle Kein anderer textiler Stoff hat jemals einen größeren Kultstatus erlangt als Denim. Davon hat sich Desso, ein Unternehmen der Tarkett-Gruppe, inspirieren lassen und eine neue Teppichfliese namens „Jeans“ auf den Markt gebracht. Das Produkt ist Teil der Kollektion „Essentials“, die die Essenz von Design zum Thema hat. Das kreative und dynamische Jeans-Sortiment ermöglicht es, einen charakteristischen Look in Innenräumen zu schaffen, der ungezwungen und lässig wirkt. Das Sortiment bietet sechs unterschiedliche, von Denim inspirierte Schattierungen in der verschiedenen Strukturen, von einem dezenten Stonewash-Effekt bis hin zu einem starken DenimLook – Designer können mit drei verschiedenen Musterkombinationen spielen und Kontraste schaffen. www.desso.com | Bau 2017: Halle A5, Stand 303

Neues für den Boden Die Domotex, Weltleitmesse für Teppiche und Bodenbeläge, öffnet von 14. bis 17. Januar wieder ihre Türen. 1.350 Aussteller aus 60 Ländern werden dann in Hannover ihre Neuheiten vorstellen. Stärker denn je setzt die Messe auf die aktuellen Trends der Branche. Bereits zum vierten Mal in Folge zeigen die Innovations@Domotex-Areale in den Hallen 6, 9 und 17 von einer Jury unter dem Vorsitz von Designer Stefan Dietz ausgewählte Neuheiten der Aussteller. Sie geben einen Eindruck davon, was Trend ist oder werden kann – für das private Wohnen ebenso wie für den Objektbereich. Dabei zieht sich Nachhaltigkeit wie ein roter Faden durch die Einreichungen. Beliebt ist weiterhin Natürlichkeit bei Haptik, Rohstoff- und Motivauswahl sowie die Nachahmung natürlicher Oberflächen. Auch der Trend zur Individualität bleibt. Ein möglichst natürlicher Charakter ist auch bei Holzböden gefragt. Darüber hinaus gibt es eine Tendenz zu längeren und breiteren Maßen und zu Böden im Fischgrätmuster. Nach wie vor aktuell ist auch der Vintage-Look samt Astlöchern und Kernrissen. Auch Laminatbodenbeläge werden neben immer authentischeren Dekoren von Jahr zu Jahr technisch noch raffinierter und vielseitiger einsetzbar. Naturnahe Muster bei den Teppichböden und authentische Oberflächenstrukturen bei Design-Belägen sind weiterhin auf dem Vormarsch. Zudem gewinnen Teppichböden als Fliesen und Planken weiterhin Beachtung. Neuer Baustein von Innovation@Domotex ist in diesem Jahr der Young Designer Trendtable. Aufstrebende Designer aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den Niederlande und der Türkei zeigen in Halle 9 substanzielle Trends für die Branche. Besucher können sich dort inspirieren lassen und sich in einer Round-TableDiskussion mit den Designern austauschen. Vorträge und Diskussionsrunden mit hochkarätigen Architekten und Designern, darunter auch Alfredo Häberli, runden das Format ab. Die Talk-Runden finden täglich auf der Innovations@Domotex-Area in Halle 6 statt. Zusätzliche Informationen zu den Podiumsdiskussionen geben Führungen, die direkt im Anschluss an diese stattfinden. Das Programm richtet sich insbesondere an Architekten, Innenarchitekten und Designer, die auf der Messe konkrete Anregungen für den Einsatz von Bodenbelägen suchen. www.domotex.de

Experten aus Architektur und Design führen im Rahmen der Guided Tours zu den von Desso hat sich für Denim als großartige Inspirationsquelle entschieden und die

der Innovations@Domotex-Jury ausgewählten Produktneuheiten. Startpunkt für alle

Teppichfliese „Jeans“ entwickelt. Foto: Desso

Führungen ist die Innovations@Domotex-Area in Halle 6. Foto: Constantin Meyer

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Hochwertig, trendig, modern, vielseitig Anfang des Jahres hatte sich Best Wool Carpets, Spezialist für hochwertige Teppichböden und Teppiche aus Schurwolle, mit einem neuen Markenauftritt, einer Neugliederung der einzelnen Produktsegmente und einem generalüberholten Produktsortiment präsentiert. „Wir wollten mit unserem Relaunch zeigen, dass Wollteppichböden nicht nur Nischenprodukte sind, sondern absolut hochwertig, trendig, modern und vielseitig“, erklären Firmeninhaber Yvar Monasch und Jhon Campo, Leiter Marketing und Vertrieb. Die Kollektion „Nature“ bedient das Basis-Segment und bietet zehn Qualitäten aus ungefärbter Wolle mit raffinierten Oberflächen und Strukturen. „Pure“ ist mit seinen elf Qualitäten hochwertiger konzipiert. Alle Artikel sind zu 100% aus neuseeländischer Schurwolle gefertigt und zeigen sich mutig in Muster- und Farbgebung. Die „Pure“Serie eignet sich ideal zur Herstellung abgepasster Teppiche und bildet daher die Basis für die Teppich-Kollektion „Rugs“. Passend zum Naturprodukt Wolle, sind auch die Einfassungen ausnahmslos natürlich. Hier kann zwischen den Varianten Kettelung, Blindeinfassung, Leinen, Leder, Baumwolle und Wollfilz ausgewählt werden. Das absolute Premium-Segment bedient die Kollektion „Royal“. Sie besteht aus 13 luxuriösen, edlen Qualitäten aus feinster neuseeländischer Schurwolle. Alle Produkte sind ausnahmslos in elegantem Weiß. Last but not least bietet Best Wool Carpets die Kollektion „Hospitality“ an. Sie ist für den Einsatz in Gastronomie und Hotellerie sowie für die Ausstattung von Kreuzfahrtschiffen und Luxusyachten konzipiert. Präsentiert wird diese in zwei übersichtlichen Mappen mit jeweils 43 und 35 Strukturen, die nicht nur optisch attraktiv sind, sondern auch praktisch in der Handhabung. Nach dem Baukasten-Prinzip sind alle Strukturen in allen Farben erhältlich. Ab 100 qm Mit der „Hospitality“-Kollektion zeigt Best kann darüber hinaus jede Wunsch- und Wool Carpets, was im Objektbereich mit Sonderfarbe realisiert werden. Auch Schurwollen auf dem Boden umsetzbar Spezial-Designs sind nach Absprache und wie groß das Gestaltungsspektrum möglich. www.bestwoolcarpets.com ist. Foto: Best Wool Carpets Domotex: Halle 5, Stand C12

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20 zeitgemäße Holz- und Steinoptiken stehen bei „Design+ Flooring“ zur Auswahl.

Egger unterstreicht mit dem gewerblich nutzbaren „Design+ Flooring“ seinen Ruf als Komplettanbieter holzwerkstoffbasierender Fußbodenlösungen

Holzwerkstoffhersteller Egger ist es mit seiner 20-jährigen Erfahrung in der Fußbodenherstellung gelungen, natürliche, auf Holz basierende Böden mit den Eigenschaften kunststoffbasierter Design-Fußböden zu vereinen. Das Ergebnis: Egger „Design+ Flooring“. Er punktet überall dort, wo ein Bodenbelag viel aushalten muss und dabei optisch ansprechend aussehen soll. Die Deckschicht des Bodens besteht aus thermoplastischem Polyurethan (TPU). Einem Material, das elastisch, gesundheitlich völlig unbedenklich, geruchlos und

emissionsarm ist. Der Kern des neuen Design-Fußbodens von Egger besteht aus einer doppelt versiegelten, hochverdichteten und auf Holz basierenden Trägerplatte, dem Ultra Wood Fibre Board (UWF). Diese verspricht eine hohe Formstabilität und trotzt selbst Temperaturschwankungen. Mit einer Materialstärke von nur 5 mm, authentischen Dekoren und Oberflächen, sehr guten Pflegeeigenschaften sowie hoher Widerstandsfähigkeit ist der Fußboden besonders für den gewerblich-öffentlichen Einsatz in Bouti-

„Design+ Flooring“ verfügt über eine Memory-Funktion, die Verformungen in der Oberfläche Geschichte werden lässt. Fotos: Egger

quen, Büros, Hotels, Bars und Restaurants sowie Galerien, Arztpraxen und Apotheken geeignet. Sogar einem Einsatz in Feuchträumen steht nichts entgegen. Je nach Anwendung kann Egger „Design+ Flooring“ sowohl schwimmend verlegt als auch vollflächig verklebt werden. Der neue Fußboden zeichnet sich aber nicht nur durch seine hohe Strapazierfähigkeit und seine 20 zeitgemäßen Holz- und Steinoptiken aus, sondern ebenso durch „Design+ Flooring“ ist zu 100% frei von PVC und Weichmachern und kann sogar im Feuchtbereich eingesetzt werden.

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seine einzigartige Memory-Funktion. Der sogenannte Self-Repair-Effekt gibt Verformungen in der Oberfläche, zum Beispiel Abdrücken durch Möbelfüße, keine Chance. Die von ihrem angestammten Platz verdrängten Moleküle erinnern sich dabei an ihre Ausgangsposition und schieben sich in kürzester Zeit wieder dorthin zurück. Der Boden sieht aus wie neu. Damit müssen sich Kunden für den gewerblich-öffentlichen Raum nicht mehr länger zwischen einem extrem widerstandsfähigen Belag, einer modernen Ästhetik oder einer umweltfreundlichen Fußbodengestaltung entwww.egger.com scheiden. bs


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Workout à la carte Wie lassen sich kulinarischer Genuss und körperliche Fitness miteinander in Einklang bringen? Das Restaurant „German Gymnasium“ im Londoner Stadtteil King’s Cross schafft den Spagat: Eine historische Turnhalle bildet den Rahmen für kulinarische Spezialitäten in einem Ambiente, das an den mondänen Chic der Grand Cafés und Brasserien des frühen 20. Jahrhunderts erinnert. Das Interior-Konzept aus der Feder von Conran & Partners setzt den imposanten Raum mit erhaltener Holzdachkonstruktion gekonnt in Szene. Als Äquivalent erweist sich der hochwertige Parkettboden aus der Havwoods-Kollektion „Venture Plank“ in edler Walnussholz-Optik. Neben den ästhetischen Kriterien spielten vor allem Material- und Verarbeitungseigenschaften des Parketts eine zentrale Rolle bei der Wahl des Bodens. Die extreme Belastbarkeit und Langlebigkeit der Serie „Venture Plank“ wird den hohen Anforderungen an die Gastronomie gerecht, die nicht zuletzt durch hohe Besucherfrequenz und permanenten Pflege- und Reinigungsbedarf geprägt sind. Das im German Gymnasium eingesetzte „Venture Plank“-Modell „Salvo Primo“ erfüllt dies dank einer robusten Mehrschichtkonstruktion. Die mit Birkensperrholz hinterlegte Hartholzoberfläche aus Eichenholz ist mit einem speziellen Räucherverfahren und einem UV-gehärteten Hartwachsöl veredelt. www.havwoods.co.uk | Domotex: Halle 9, Stand C45 Bau 2017: Halle A5, Stand 530

Spezielles Produkt für spezielle Kunden Anfang des Jahres präsentierte Jutta Werner erstmals mit dem Teppich „01“ den ersten einer Reihe Designs unter ihrem eigenen Label „Nomad“. Sie hatte sich damit einen lang ersehnten Wunsch erfüllt. Sie wollte als Designerin Produkte entwerfen, die in einer größeren Stückzahl gefertigt werden. Das hat Jutta Werner uns in einem Interview erzählt, das Sie in unserer Ausgabe 3|2016 von InteriorFashion nachlesen können. Vor Kurzem konnte sie mit LUV Interior in Hamburg ihren ersten Kunden gewinnen, der von nun an die Teppiche von Jutta Werner seinem anspruchsvollem Publikum präsentiert. Für die Architektin und Designerin ist es dabei nicht wichtig, möglichst viele Händler zu finden, sondern die richtigen. In der Zwischenzeit wurde die Kollektion auch um 16 zusätzliche Farben erweitert, so dass nun insgesamt 20 zur Verfügung stehen. Zudem sind spezielle Anfertigung nach Pantone-Tönen möglich. www.nomad-studio.de

Durch seine spezielle Veredelung ist das „Venture Plank“Parkett von Havwoods extrem belastbar und widerstandsfähig. Foto: Havwoods

Bei LUV Interior in Hamburg sind seit Herbst die Teppiche von Jutta Werner erhältlich. Foto: Mark Seelen

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METAMORPHOSE Mit wenig Aufwand lässt sich ein vollkommen anderes Raumgefühl

Teppichfliesen der Marke Tretford verwandeln Räume mit wenig Aufwand

schaffen – hier am Beispiel der Kollektion „Voyage“ von Tretford.

Eben noch Hüpfekästchen gespielt und schon ein Schulkind – ein Teppichboden, der mitwächst.

Individuelle Lösungen im Wohnbereich sind heute mehr denn je gefragt. Dabei spielen vor allem Flexibilität und Veränderbarkeit eine große Rolle. Zum einen möchte sich der Kunde die Option offen lassen, das Zuhause umzugestalten und zum anderen wird der Wohnort öfter gewechselt, als dies noch in der Vergangenheit der Fall war. Aber auch

ganz praktische Überlegungen, wie sich verändernde Bedürfnisse heranwachsender Kinder oder „was mache ich, wenn Flecken entstanden sind“ spielen eine Rolle. Diesen Wünschen und Anforderungen hat sich auch die Teppichmarke Tretford angenommen und bietet mit ihren Teppichfliesen eben genau diese Wandlungsfähigkeit. Da

die Fliesen ohne Klebstoff schnell und einfach verlegt werden, können sie ebenso schnell und einfach wieder entfernt, neu arrangiert oder ausgetauscht werden. Räume lassen sich auf diese Weise mit wenig Aufwand in eine andere Gestalt verwandeln – durchleben quasi immer neu eine Metamorphose. Zur Verfügung stehen über 60 verschiedene Farbnuancen – so bunt, vielfältig und leuchtend wie die Natur. Daraus ergibt sich eine fast unerschöpfliche Kombinationsvielfalt, die der Fantasie jeden Freiraum lässt, um ein neues Ambiente zu gestalten und neue Stimmungen zu schaffen. So zum Beispiel im Kinderzimmer. Spiellandschaften lassen sich bis hin zum Teppichboden themenaffin gestalten und immer wieder verändern. So wird aus einem Bauernhof im Handumdrehen ein lernfreundliches Schulkindzimmer. Tretford-Teppichfliesen und -böden werden seit über 50 Jahren in Deutschland hergestellt. Das Flormaterial der „Eco“-Fliesen ist mit 80% Kaschmir-Ziegenhaar und zu 20% Schurwolle hergestellt. Diese Mischung sorgt für ein gutes Raumklima und reduziert Feinstaub in der Raumluft. Zudem dämmen sie den Trittschall und bieten eine höhere Rutschsicherheit als glatte Böden. Dabei sind sie langlebig, pflegeleicht und eignen sich auch für Räume mit Fußbodenheizung. www.tretford.eu

Auch der Wechsel von einem femininen hin zu einem maskulinen Raumambiente stellt für Tretford-Teppichfliesen kein Problem dar. Fotos: Tretford

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Wohnst Du schon oder arbeitest Du noch? Arbeiten kann man heutzutage überall – im Auto, im Zug, zu Hause oder im Café. Umso wichtiger wird der Ort Büro als Begegnungsstätte. Bereits in InteriorFashion 5|2016 haben wir uns dem Thema „Büro der Zukunft“ intensiv gewidmet. Als Medienpartner der diesjährigen Orgatec haben wir zudem in Köln die aktuellen Vorschläge der Industrie unter die Lupe genommen. Auffällig waren dabei die ganzheitlichen Konzepte der Aussteller. Nicht mehr allein der Einzelarbeitsplatz und ergonomisch optimierte Produkte wie Schreibtischstuhl oder höhenverstellbare Tische stehen im Vordergrund. Vielmehr geht es um flexible und mobile Produktlösungen, um Entwürfe für die sogenannte „Mittelzone“ und um wohnliche Lounge- und Meeting-Zonen für den kreativen Austausch. Ganz besonders im Fokus war auch das Thema Beleuchtung und Akustik. Denn eine gelungene, ganzheitliche Raumgestaltung bedarf auch Parameter, die in erster Linie nicht „sichtbar“ sind. Dazu gehören vor allem eine angenehme Akustik und bedürfnisgerechte Lichtsituationen. Dann fühlen sich Mitarbeiter wohl – und darum geht es im „Büro der Zukunft“. Um das Wohlgefühl am Arbeitsplatz, um individuelle und flexible Lösungen, produktive Einzel- und Zusammenarbeit und nicht zuletzt um Spaß an und besonders bei der Arbeit. Inspirationen für Ihr nächstes Projekt haben wir Ihnen aus Köln mitgebracht.

„Winea X“ ermöglicht eine flexible, wohnliche und akustisch wirksame Raumgliederung in offenen Büros. Foto: Wini Büromöbel

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Hohe Rückenmodule ergänzen den bestehenden Baukasten des Polstermöbelsystems „Affair“ um vertikale Gestaltungselemente. Foto: Cor

Flexible Konzepte In diesem Jahr wurde die Cor-Idee komfortabler Sitzmöbel, die Objektbereiche funktional und individualisiert gestalten, bewusst wohnlich präsentiert. Die Architektur aus Objektmöbeln ließ einen raumbildenden Charakter entstehen, in dessen Innerem sechs individuell möblierte Themeninseln zeigen, wie man den Workspace in ganz neue Komfortzonen verwandelt. Das modular aufgebaute Polstermöbelsystem „Affair“, das nun auch mit hohen Rückenmodulen geplant werden kann, bot in einer umlaufenden Konfiguration eine Art schützenden Kokon, der aber trotzdem Einblicke in das Standinnere gewährte. Die Themeninseln wurden schließlich mit den entsprechenden Neuheiten und bestehenden Modellen von Cor bestückt. Darunter das neue Stuhlmodell „Cordia Plus“ und das Polstermöbelprogramm „Scope“, das um einige Funktionen erweitert wurde. „Den Trend ,Verlasse die Komfortzone, um Deine Persönlichkeit zu entwickeln‘, drehen wir konsequent um“, erklärt Berthold Strüve, Marketingleiter bei Cor. „Arbeit neu denken bedeutet für uns, flexible Konzepte zu bieten, Planer und Anwender mit kreativen Gestaltungsmöglichkeiten auszustatten.“ www.cor.de

Alles aus einer Hand Unter dem Motto „Hier gestalte ich“ stellte der niedersächsische Hersteller Wini Büromöbel sein umfangreiches Produktspektrum sowie die kundenindividuelle und kreative Büroeinrichtungsplanung in den Fokus des Messeauftritts. Gemeinsam mit dem britischen Partnerunternehmen, dem Sitzmöbelhersteller Connection Seating Ltd., bildete Wini Büromöbel eine komplette Bürolandschaft ab, die nahezu alle Funktionsbereiche der modernen Arbeitswelt widerspiegelt: vom repräsentativen Empfangsbereich über ergonomische Einzel-, Team- und Beraterarbeitsplätze, die Cafeteria, Konferenz-, Besprechungs- und Lounge-Zonen bis hin zu integrierten Raum-in-Raum-Situationen und kompakten Workbench-Lösungen für das temporäre Arbeiten im Büro. Darunter auch „Winea X“, ein modulares Paneelsystem, das das Unternehmen gemeinsam mit dem Produkt-Designer Uwe Sommerlade entwickelt hat. Das Programm umfasst stoffummantelte Stellwandelemente, Tischpaneele, Aufsatzpaneele sowie freihängende Sichtpaneele, die mit charakteristischen X-Verbindern schnell, einfach und im flexiblen Winkel miteinander verkettet werden können. www.wini.de

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Klassiker in modernem Outfit Die Mauser Einrichtungssysteme haben sich seit jeher dem Bau von Möbeln aus Stahl verschrieben. Dabei hat sich das Unternehmen in seiner 120-jährigen Geschichte immer wieder neu erfunden und die erfolgreiche Entwicklung seiner Möbelsysteme fortgeführt. Unter dem Motto „Jetzt nach vorne denken – mit Mauser“ präsentierten die Korbacher neue Ideen für die Bürowelten von heute und morgen. Gleichzeitig hat man sich auf die „Mauser-DNA“ besonnen und MauserKlassiker in funktionalem, modernem Outfit relaunched. In Zusammenarbeit mit Designer Markus Bischof hat man die Bauhaus-Idee in die Firmensprache der Möbelarchitektur der heutigen Zeit transformiert. Entstanden ist auf diese Weise der Schreibtisch „rd.3“ mit einem umlaufenden Gestell aus massivem, in sich gedrehtem Rechteckprofil aus Stahl. Darunter angehängt sind eine praktische Tischschublade sowie die Unterschränke, so dass viel Freiraum für die Füße entsteht. Die Tischplatte ist bündig in das Gestell eingelegt und besitzt eine Oberfläche aus Linoleum. www.mauser-moebel.de

Patricia Urquiola zeichnete für die Gestaltung des diesjährigen HaworthMessestands verantwortlich. Aus Ihrer Feder stammt auch der Entwurf für das wohnliche Regalsystem „Be_Hold“.

Inspirierende Umgebungen „rd.3“ avanciert mit seinen gelungenen Proportionen und dem Stahlrohrgestell zu einem Klassiker: Foto: Mauser

Anregend „New Mix Days“ lautet das Motto von Brunner zur diesjährigen Orgatec. Dabei waren die verschiedenen Raum- und Arbeitssituationen der modernen Arbeitswelt wie Inseln auf dem Messestand gruppiert. Auf diese Weise präsentierte Brunner seine Produktneuheiten für Konferenzbereiche, Co-Working-Spaces und öffentliche Bereiche – flexible Objektmöbellösungen, die sich an menschlichen Bedürfnissen und wechselnden Raumsituationen orientieren. Zu den Highlight-Produkten zählte der innovative, universell einsetzbare Stuhl „Halm“, der flexible Konferenzsessel „Ray“, der wandelbare Schalenstuhl „Crona light“ sowie die modulare Work-Lounge „Cellular“. Positiv fiel das Resümee von Geschäftsführer Dr. Marc Brunner nach der Messe aus: „Die diesjährige Orgatec war eine höchst erfolgreiche Messe für uns: Wir haben eine Vielzahl an internationalen Besuchern verzeichnet und sehr inspirierende Gespräche geführt. Wir sind stolz auf die große positive Resonanz.“ www.brunner-group.com

Der Stuhl „Halm“ überzeugte durch seinen Farb- und Materialmix nicht nur Besucher, sondern auch die Fachjury des AIT-Innovationspreises 2016. Foto: Brunner/A. Körner

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InteriorFashion: Herr Figge, zur diesjährigen Orgatec haben Sie das HaworthMessekonzept unter das Motto „Explore our space, discover your place“ gestellt. Was können wir uns darunter vorstellen? Henning Figge: Uns war es wichtig zu zeigen, wie aus einer vielschichtigen Kombination von Einrichtung, Farben und Materialien, Beleuchtungs- und Akustiklösungen sowie der Integration von Technik sowohl inspirierende Arbeitsumgebungen (Space) als auch viele individuelle Wohlfühlorte zum Arbeiten (Places) werden können – zur Steigerung von Produktivität und Wohlbefinden. Wir wollten damit demonstrieren, wie eine bewusst gestaltete, holistische Umgebung den Einzelnen inspirieren und die Veränderung von Unternehmenskulturen unterstützen kann. IF: Neben „klassischen“ Büromöbeln, wie z. B. dem neuen Schreibtischstuhl „Fern“, standen auf der Orgatec auch besonders wohnliche Konzepte im Fokus. Wie wichtig wird die Verschmelzung von Wohnen und Arbeiten? Und wie reagiert Haworth als Hersteller von Büromöbeln auf diesen Wandel? Figge: Unser Messestand wurde von der spanischen Designerin Patricia Urquiola konzipiert, die auch für einige unserer neuen Produkte verantwortlich war. Wir haben uns bewusst für Urquiola entschieden, da sie als Meisterin in der Kombination von Farben, Materialien und Formen mit ihren Kreationen ganz entscheidend unseren Weg zum wohnlichen Büro begleitet. Wir sind der festen Überzeugung, dass Wissensarbeiter sich in einem solchen Umfeld wirklich wohl fühlen und ihre beste Leistung erbringen. Auch die Integration unserer

Henning Figge, Vice President Europe von Haworth. Fotos: Haworth

Schwestermarken Cassina, PoltronaFrau und insbesondere Cappellini unterstützt maßgeblich eine wohnliche Atmosphäre unserer Bürolandschaften. IF: Wie entwickelt sich der europäische und im Besonderen der deutsche Markt für Haworth? Figge: Im vergangenen Jahr haben wir mit unserer deutschen Haworth GmbH einen Umsatz von 86 Mio. Euro erzielt, im europäischen Markt waren es 185 Mio. Euro. Wir rechnen für das laufende Jahr mit einer weiteren Umsatzsteigerung. Wir führen dies – neben dem allgemeinen BranchenTrend – wesentlich auf unsere innovativen Konzepte und inspirierenden Produkte zurück, mit denen wir Haworth neu im Markt positionieren. IF: Herzlichen Dank für das Kurzinterview, Herr Figge! www.haworth.com


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Vier Marken unter einem Dach

Das neue System „spaces“ eignet sich im besonderen für Raum-in-Raum-Lösungen und Open-Space Bereiche. Die Vielfalt an bedruckbaren Textilien in Kombination mit Materialen wie Glas schafft unzählige Gestaltungsmöglichkeiten. Foto: Procedes i-d

Technik und Design Als Full-Service-Dienstleister für die Bereiche Akustiklösungen, Digitaldruck und Sonderkonstruktionen versteht sich das Unternehmen Procedes i-d. Neben der langjährigen Erfahrung im Bereich Messebau hat sich das Procedes i-d in den letzten Jahren insbesondere im Bereich Akustik weiterentwickelt. Das Angebot des Lemwerder Unternehmens umfasst daher das gesamte Spektrum – von Nachhallzeitberechnungen einzelner Räume und 3D-Simulationen kompletter Open-Space-Bereiche über Projekt- und Raumplanung mit raumakustischen Lösungsansätzen bis hin zur Montage und Unterstützung bei (teilweise saisonal bedingten) Änderungswünschen. Mit frei kombinierbaren und skalierbaren Rahmenelementen und einer großen Auswahl an digital bedruckbaren Textilien sind der Gestaltungsfreiheit keine Grenzen gesetzt. So auch bei der neuen Produktlinie „spaces“, die als modularer Baukasten eine Vielzahl an Anwendungsmöglichkeiten zulässt. Aufbauend auf einem 73 mm starken Aluminiumprofil, können neben Textilien auch Glas, transparente oder opake Materialien als Abschirmung verwendet werden. Zudem bietet das System eine einfache Integration von Media-Elementen, wie z. B. Screens oder Lautsprecher. www.procedes-i-d.de

Scandinavian Business Seating präsentierte mit seinen vier Marken – HÅG, RH, BMA und RBM – das gesamte Know-how für gesundes Sitzen unter einem Dach. Dazu haben die Designer und Architekten von Scandinavian Business Seating in enger Zusammenarbeit mit der renommierten Stockholmer Design-Agentur From Us With Love ein außergewöhnliches Standkonzept entwickelt. Pate dafür standen Blaupausen, die in der Architektur verwendet werden. Im Maßstab 1:1 wurden am Boden verschiedene Räume auf drei Ebenen skizziert: vom Empfangs- und LoungeBereich über Meeting-Räume bis hin zu Team- und Chefbüros. Das Leitthema der Messe „Collaboration“ drückte die Stärke des Unternehmens aus, für jede Gelegenheit und jeden Nutzer die passende Arbeits-

platzsituation ausstatten zu können. Neben einigen Marktneuheiten, darunter der „HÅG SoFi mesh“ mit seiner neuen Rückenbespannung und der erweiterten Farbpalette für „HÅG Capisco“, „HÅG Capisco Plus“ und „RBM Noor“, zeigte Scandinavian Business Seating mit der „Axia Smart Active App“ eine Weltneuheit. Die App verbindet das Smartphone mit den „BMA Axia Smart“-Modellen, so dass der Nutzer sein persönliches Sitzprofil überwachen und bearbeiten kann. Unter anderem zeigt ein spürbares Vibrationssignal an, wenn es Zeit wird, aufzustehen. „Ungesundes Dauersitzen gehört damit der Vergangenheit an“, ist René Sitter, Geschäftsführer bei Scandinavian Business Seating, überzeugt. www.sbseating.de

Offen und einladend präsentierten sich die vier Marken von Scandinavian Business Seating. Foto: Scandinavian Business Seating

Für Architekten entwickelt Elektrifizierung par Excellence Eine neue Generation an Elektrifizierungsmodulen hatten die Hund Möbelwerke zur Messe im Gepäck. Der Systementwurf zum Programm „Enercon“ stammt von W. Blume und wurde in Zusammenarbeit weiterentwickelt. Mit Hilfe von „Enercon“ können Räume und Arbeitsplatz-Gruppen mit elektronischer Infrastruktur erschlossen werden. Der Arbeitsplatz wird so zu einer echten Kommunikationszentrale. Das Kabel- und Komponenten-Management wird jetzt gemeinsam organisierbar, mit Schränken kombinierbar und für die IT-Verantwortlichen einfach zugänglich und abschließbar. Neben der Funktionalität und Bedienbarkeit der „Enercon“-Produkte wurden hohe Ansprüche an das Design und die GesamtÄsthetik gestellt. „Enercon“ lässt sich mit allen Tischprogrammen des Hund-Portfolios kombinieren und, beim Einsatz in den Schrankprogrammen „Qbix45“ und „Qbix space“ wird der Nutzen besonders deutlich. www.hund-moebel.de

Auch Konferenztische, hier das Konferenzprogramm

Dem wiederkehrenden Wunsch vieler Architekten nach einer fensterseitigen Platzierung von Stehleuchten ist Waldmann mit zwei neuen Varianten von „Lavigo“ nachgekommen – zur optimalen Lichtnutzung werden diese idealerweise raummittig platziert. Die neue „Lavigo“-LED-Stehleuchte

ist deshalb mit einem asymmetrischen, indirekten Lichtanteil ausgestattet. Eine besonders schöne Lichtwirkung erzeugt die neu eingesetzte Edge-Light-Technologie mit der homogen leuchtenden Lichtaustrittsfläche. Die Leuchte bietet eine starke Leistung von ca. 14.000 Lumen. Die zweite Variante (Foto) zeichnet sich durch einen langen, schmalen Leuchtenkopf aus und ist mit 16.000 Lumen die bislang leistungsstärkste Stehleuchte von Waldmann. Beide Neuheiten sind mit aktuellen LightEngines ausgestattet und stellen eine lichttechnische Evolution in der bisherigen Leuchtenfamilie dar. Ihre gesteigerte Lichtausbeute von 130 Lumen pro Watt bezeugt dabei die hohe Energieeffizienz. Beide Varianten sind mit einem „Pulse PIR“-Bewegungs- und Tageslichtsensor ausgestattet. www.waldmann.com

„Metacon“, lassen sich mit „Enercon“ datentechnisch

Die zwei neuen Varianten der Stehleuchte „Lavigo“ sind auf eine normgerechte

flexibel und leicht

Ausleuchtung zweier großer Schreibtisch-

erschließen. Foto:

flächen bis zum 1,80 m Tiefe ausgelegt.

Hund Möbelwerke

Foto: Waldmann

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[contract ] Mit „m.zone“ (Design Lucy.D) können unterschiedliche Arbeitsumgebungen geschaffen werden. Foto: Wiesner-Hager

Akustisch perfektioniert

„Büro neu denken“

Als 100-prozentige Tochter der NWI Holding ist das Unternehmen Konoa ein Teil der Zech Gruppe, die seit über 100 Jahren in den Bereichen Bau, Hotelwesen, Immobilien, Umwelttechnik und Industrie erfolgreich ist. Aufgrund der wachsenden Nachfrage nach akustisch wirksamen Produkten und Lösungen hat Konoa die Aktivitäten in diesem Bereich gebündelt und tritt seit 2014 als eigenständiges Unternehmen am Markt auf. Neben Produkten wie Wandpaneele, Deckensegel oder Besprechungsinseln liegt die Kompetenz des Unternehmens vor allem in der Planung von maßgeschneiderten Lösungen für spezielle Raumsituationen. Hierzu steht ein Team aus Architekten, Innenarchitekten und Akustikplanern zu Verfügung, die insbesondere bei komplexen Bauprojekten bereits frühzeitig akustische, gestalterische und nicht zuletzt wirtschaftliche Optimierungsmöglichkeiten ausschöpfen. Bei der Gestaltung greifen die Planer auf die KonoaProdukte zurück, die auf einem innovativen Werkstoff aus mikrokapillaren Faserplatten basieren. Dieses Material zeichnet sich durch eine extrem geringe Materialstärke und kleines Flächengewicht bei gleichzeitig hervorragender Stabilität und akustischer Wirksamkeit aus. Mit der Kombination aus Absorbern und transparenten Glasschirmen lassen sich vor allem Open-Space-Bereiche akustisch perfektionieren, was das Unternehmen auch auf der diesjährigen Orgatec unter Beweis stellen konnte. www.konoa.de

Wiesner-Hager, österreichischer Spezialist für Büromöbel, Office Consulting und Innenarchitektur, zeigte unter dem Motto „Büro neu denken“ Produktinnovationen, die Wege in die neue Arbeitswelt aufzeigen. Darunter auch „m.zone“. Dabei handelt es sich um ein System aus einzelnen Elementen wie Paravents, Kombinations- und freistehenden Polstermöbeln. Diese werden zu

modularen Möbeln zusammengefügt, aus denen sich neue Arbeitswelten kreieren lassen. So entstehen Module für temporäres Arbeiten, Meetings, Ruhezonen und Rückzugsinseln und stellen damit differenzierte, wechselnde Arbeitsumgebungen bereit, die je nach Aufgabe ein unterstützendes Umfeld bieten. www.wiesner-hager.com

Zeitgemäß und komfortabel Mit so vielen Neuheiten wie noch nie ist Assmann Büromöbel in diesem Jahr zu Orgatec angetreten. Kategorisiert werden konnten diese in Projektarbeit, Technikintegration/Arbeitsplatzorganisation und persönlicher Stauraum. Dabei hatten die Entwickler natürlich stets die aktuellen Trends moderner Arbeitswelten im Blick. So wurde mit „Canvaro Compact“ eine Lösung für zeitgemäße Projektarbeitsplätze und Benches geschaffen. Die Tischplatten sind unabhängig voneinander manuell oder

auf Wunsch elektromotorisch höhenverstellbar. Der integrierte Sichtschutz fungiert gleichzeitig als akustische Abschirmung und die am Tischgestell montierte Leuchte macht einen Standfuß überflüssig. Ein großzügiger Kabelkanal sorgt weiterhin für Ordnung unter dem Tisch. Mit „Canvaro Compact“ lassen sich ebenso Projektzonen schaffen. Diese lassen sich sowohl über die Anzahl der Workbench-Plätze als auch über deren Abmessungen gestalten. Das montagefreundliche Konstruktionsprinzip sorgt dabei für einen problemlosen Auf- und Rückbau bzw. erweist sich bei Umorganisationen oder Umzügen als sehr praktisch. www.assmann.de „Canvaro Compact“ ist in der Basisversion als Doppelarbeitsplatz konfiguriert, kann aber über die Endlosbauweise in beliebig erweiterbare Workbenches ausgebaut werden. Foto: Assmann Büromöbel

„Voller Erfolg“ Mit maßgeschneiderten Planungen für komplexe Raumsituationen und akustisch hochwirksamen Produkten bietet das Unternehmen Konoa Akustiklösungen aus einer Hand. Foto: Konoa

Flexibel versorgt Schulte Elektrotechnik zeigte mit dem „EVOline Port Push“ (Foto) und dem „EVOline Dock Square“ seine jüngsten Innovationen und erweitert damit die Produktlinie „EVOline“ um zwei modulare Anschlusslösungen. Beide Modelle zeichnen sich durch für die individuelle sowie flexible Strom- und Datenversorgung am Arbeitsplatz aus. Während das „EVOline Dock Square“ das schnell und einfach installierbare Einstiegsmodell darstellt, bietet „EVOline Port Push“ die elegante Einbaulösung, die sich bei Bedarf per Fingerdruck aus der Arbeitsoberfläche herausfahren lässt. Beiden gemein ist wiederum die Möglichkeit der individuellen Konfiguration dank innovativer Wechselmodule. www.evoline.com

„Die Orgatec war für uns ein voller Erfolg. Vor allem die beiden Marken Wagner und Topstar auf einem Stand zu präsentieren, hat sich sehr bewährt. Wir haben hiermit eine breite Zielgruppe, national wie international, angesprochen und konnten viele neue Kontakte gewinnen. Besonders erfreulich ist, dass die Marke Wagner zunehmend als Einrichtungsmarke wahrgenommen wird.“ Mit diesen Worten resümiert Peter Wagner, marken- und design-verantwortlicher Gesellschafter, die Messe Orgatec. In diesem Jahr hatte das Unternehmen aus Anlass des 40-jährigen Firmenjubiläums von Topstar erstmals alle Marken des Portfolios auf einem 600 qm großen Stand präsentiert. „Die Darstellung der verschiedenen ,Wagner Casual Office‘Welten hat unser Spektrum perfekt präsentiert: von

Der „EVOline Port Push“ sorgt für eine höchst flexible Versorgung mit Strom und Daten am

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Arbeitsplatz. Foto:

Powered by Deluxe Music liefert der „Lounge

Schulte Elektrotechnik

Sound“ entspannende Klänge. Fotos: Wagner

der alpinen Lifestyle-Welt in Kooperation mit Luis Trenker bis zum individuellen Design der Störtebeker Elbphilharmonie“, so Peter Wagner. Neben der ungewöhnlichen Präsentation machte auch eine Neuheit von sich reden: der „W5“, erster Bürostuhl aus Carbon, mit dem sich Peter Wagner einen langgehegten Wunsch erfüllte (wir berichteten in Ausgabe 5|2016). Neu war außerdem der „W3“, der erste 3D-Stuhlhocker von Wagner. Mit „Dondola“, der patentierten, dreidimensional beweglichen Sitztechnologie sorgt er sowohl am Sitz- wie auch am Steharbeitsplatz für Bewegung. Die eigentliche Neuheit befindet sich ganz weit unten. Die patentierte Sohle ist aus thermoplastischen Kunststoffen geformt und in einzelne Segmente unterteilt. Wie ein High-Tech-Sportschuh passt sie sich dem Untergrund und der Neigung optimal an. Somit entwickelt der Hocker ein einzigartiges Bewegungsverhalten, ist extrem dynamisch, aber trotzdem sicher und stabil. Beide Neuheiten wurden vom Design-Netzwerk der Wagner Design GmbH in enger Verbindung mit dem Schweizer Designer Rainer Bachschmid entwickelt. Bei den Produkten von Wagner und Topstar stehen Design, Bewegung und Gesundheit im Einklang und sorgen für natürliches Wohlbefinden. Erstmals präsentierte das Unternehmen alle Marken des Portfolios auf einem Stand. www.wagner-living.de


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Die „Cube Tiles“-Kollektion umfasst vier Einzelkarten, gegliedert in die Qualitätsbereiche „Cut“, „Loop“ „Woven“ und „Woven Perlon Rips“ – zusammengefasst im praktischen und tragbaren Würfel. Fotos: Anker

Neben bewährten Webklassikern wie „Perlon Rips“ finden auch neue Qualitäten wie „Curl“ (oben)

Bereits im Jahr 1854 hat sich das Dürener Unternehmen Anker der textilen Bodengestaltung verschrieben. Seitdem präsentiert das Unternehmen kontinuierlich neue und überraschende Webteppichböden in höchster Qualität. Besonders auf die enge Zusammenarbeit mit Architekten und Innenarchitekten legt Anker viel Wert und kann somit auf zahlreiche, weltweit umgesetzte Projekte zurückblicken. Aus dem dabei entstandenen Wissensschatz schöpfen die kreativen und technischen Entwickler bei Anker immer wieder Inspiration für neue Kollektionen. So auch im vergangenen Jahr, als das Unternehmen mit der Einführung der neuen Kollektion „Cube“ die Branche begeisterte. Denn mit „Cube“ präsentierte der ObjektteppichbodenSpezialist einen kompakten, tragbaren Würfel, der alle Velours, Struktur- und Schlingenartikel, die „Perlon Rips“-Familie, die gewebten Flachartikel sowie alle textilen Hartbeläge des Unternehmens in vier Einzelkarten gliedert. Mit dem Kubus, der diese vier Einzelkarten enthält, wird nicht nur dem Verkäufer das Verkaufsgespräch erleichtert, sondern auch dem Kunden die Entscheidungsfindung aus der fast grenzenlosen Auswahl vereinfacht. Denn mit „Cube“ kann der Berater in der ersten Phase des Gesprächs dem Kunden die Bandbreite hochwertiger Teppichböden eröffnen und in einer zweiten Phase die

Vielfalt im Quadrat

oder „Flat“ (unten) in der neuen „Cube Tiles“-Kollektion ihren Platz.

Mit „Cube Tiles“ ergänzt der Dürener ObjektteppichbodenSpezialist Anker die im vergangenen Jahr präsentierte „Cube“-Kollektion um eine attraktive, 180 Lagerpositionen umfassende TeppichfliesenKollektion.

schrittweise Selektion einleiten. Statt den Kunden mit einer zu großen Produktvielfalt zu überfordern, wird er zum eigenständigen Planen und Gestalten angeregt.

Dazu animieren die farblich abgestimmten Zusammenstellungen der gängigen Objektteppichböden, die von dichten VeloursQualitäten über Multicolor-Schlingen und

dem Webklassiker „Perlon Rips“ bis hin zu neuesten Webteppichböden wie „Curl“ reicht. Die neue Kollektion „Cube Tiles“ zeigt nun erstmals einen Teil des umfassenden Produkt-Portfolios von Anker als Fliesenware – präsentiert in dem praktischen Kubus, der auch hier als Beratungswerkzeug dient. Die Fliesenkollektion bietet mit 180 Lagerpositionen eine perfekte Ergänzung zum bestehenden Sortiment. Zudem sind die meisten der Artikel auch als Bahnenware verfügbar, sodass Fliesen und Bahnenware in Objekten sinnvoll kombiniert werden können. Damit liefert die „Cube“Serie zugleich ein einzigartiges Präsentations- und Beratungswerkzeug und definiert die klassischen Musterkoffer neu. www.anker.eu Die Einzelkarte „Cut“ vereint die Objektteppichboden-Systeme „Alba“, „Barolo“, „Delta“, „Kaschmir“ und „Pep“.

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[interior ]

Imposanter Aufritt Nicht zu viel versprochen hatte die Schneeweiss AG Interior, als sie gemeinsam mit ihren Tochterfirmen Hiller Objektmöbel, Rosconi und Braun Lockenhaus im Vorfeld der Messe einen spektakulären Messeauftritt angekündigt hatte. Die über 5 m hohe, imposante Außenhülle des rund 20 m langen Standes bestand aus 113 mit cremefarbenem Stoff umhüllten Luftkissen, die Hinweise auf das im Inneren Gezeigte gaben. Dort war der Lounge-Sessel „Baron“ zu finden, der aus der DesignFeder von „SchoeneHeileWelt Designstudio“ stammt. Für ihren Entwurf wurden die beiden Designer Christian Ohlendorf und Robin Hapelt bereits mit dem Prädikat Special Mention des German Design Awards 2016 gewürdigt. Die innere Standgestaltung war bewusst in sanften Neutralfarben gehalten. Dazu Jürgen Dreher, Inhaber der Schneeweiss AG: „Die Farbgestaltung kommt dem Bedürfnis nach Wohlbehagen und Gelassenheit im Alltag nach.“ Zudem spielten auf

diese Weise die ausgestellten Produkte die Hauptrolle. Neben der optischen Ruhe war auch die akustische Ruhe ein großes Thema des Messestandes. Neben einem hochflorigen Teppichboden fiel daher die Wahl auf eine anthrazitfarbene Akustikwand, die den Design-Wandhaken der Reihe „Iserlohner Haken“, einer Garderobenhakenserie mit Charakter und Eigenständigkeit aus der Feder zehn renommierter Designer, eine entsprechende Kulisse bot. An dieser Stelle war auch die Accessoire-Welt des Tochterunternehmens Rosconi neu inszeniert worden. Neben dem Falthocker „Akio“ des japanischen Jung-Designers Tomo Kurokawa stand eine weitere Neuheit im Mittelpunkt des Auftritts: die von Martin Ballendat kreierte Design-Studie „BLAQ chair“. Zwei Varianten hatte der Designer entworfen: eine Mesh-Version sowie einen puristischen Holzschalenstuhl, der durch die ungewöhnliche Kombination aus rund konturierter, gepolsterter Sitzschale mit ei-

Wohlfühlklima im Büro Neben dem neuen Bürostuhl „Connex2“ präsentierte Klöber seinen neuen Klimastuhl. Hier wurde in Sitz- und Rückenfläche eine Heizungs- und Lüftungsfunktion integriert, die in jeweils zwei Stufen einstellbar ist. Die Heizungsfunktion erwärmt dabei die Körperkontaktflächen auf bis zu 37° Grad und die Lüftungsfunktion führt überschüssige Wärme vom Körper ab und lässt Feuchtigkeit bis zu 95% auf der Sitzfläche und bis zu 74% auf der Rückenfläche verdunsten, was einen angenehm kühlenden Effekt hat. Damit kann jeder Mitarbeiter seine persönliche Wohlfühltemperatur und damit den Komfort am Arbeitsplatz bestimmen. Betrieben wird der Klimastuhl über einen kabellosen Akku, der mit einer Laufzeit von bis zu 16 Stunden ausgestattet ist. Zudem verfügt der Stuhl über eine intelligente „Besetzt-Erkennung“: Er schaltet automatisch ab, wenn der Benutzer aufsteht. www.kloeber.com

Eine Anspielung auf das im Inneren Gezeigte machte die imposante Standgestaltung der Schneeweiss AG Interior. Entworfen und umgesetzt wurde diese von den Rosconi Professional Interior-Spezialisten in enger Kooperation mit Entwicklung und Produktmanagement. Foto: Schneeweiss AG Interior

nem ungepolsterten Rücken besticht. Nach einem Fazit zur Orgatec gefragt, zeigte sich Dreher mehr als zufrieden: „Ich kann nur sagen, es war absolut sensationell. Innovative Produkte, engagierte Mitarbeiter, ein Denken ,outside the box‘:

Gekrönter Auftritt Die Dauphin Human Design Group nutzte den 1.000 qm großen Messestand, um durchdachte Einrichtungskonzepte für die Bereiche Welcome, Lead, Meet, Work, Learn und Relax zu präsentieren. Statt der Präsentation einzelner Produkte der Marken Bosse Design, Dauphin, Trendoffice, Züco und Dauphin Home lag das Augenmerk auf deren anwendungsorientierter Kombination zu innovativen, ganzheitlichen Lösungen. Der Messestand war dazu aufgebaut wie ein Verwaltungsgebäude, in dem Büromöbel vom Empfang über Chef- und Team-Arbeitsplatz bis hin zu Besprechungsräumen und Mittelzonen in praktischer Anwendung gezeigt wurden. Als besonderes Highlight entpuppten sich im Verlauf der Messe der „Bosse Telefon Cube“ sowie die vielfältigen Konferenzlösungen der Marke Bosse, die ideal durch den puristischen Chef- und Konferenzsessel „Züco Signo“ ergänzt wurden. Letzterer erhielt kurz nach der Orgatec mit dem Iconic Award: Interior Innovation 2017 Selection seinen ersten Design-Preis.

Die Schneeweiss AG Interior ist schlicht und ergreifend eine authentische Unternehmensgruppe – und damit für die weiterhin erfolgreiche Zukunft bestens gerüstet.“ www.atelier-schneeweiss.de

Einzigartige Oberflächen 1984 als reiner FurnierkantenherstelIer gegründet, widmet sich das Unternehmen Richter Akustik & Design GmbH heute ausschließlich der Entwicklung innovativer Produkte im Bereich Akustik, Design und Brandschutz. Im engen Austausch mit Architekten und Innenarchitekten und der eigenen Entwicklungsabteilung inklusive Labor steht das Unternehmen für außergewöhnliche Produkte, die die Bedürfnisse am Markt widerspiegeln. Damit bietet Richter Akustik & Design nicht einfach nur Materialien, sondern ganzheitliche Lösungen mit besonderem Mehrwert. So auch bei der aktuellen Innovation „MineralVeneer“, das eine haptisch angenehme, mineralische Oberfläche mit positiven Werten in puncto Brandschutz sowie eine leichte Verarbeitbarkeit auszeichnet. Dabei handelt es sich um ein homogen aufgebautes Material auf einer Basis von Glasfasern, pigmentierten Steinen und zementähnlichen Anteilen. www.richter-akustik-design.de

Das bewusst schlichte Erscheinungsbild von „Züco Signo“ wird maßgeblich von der großzügigen Rückenlehne geprägt. Foto: Züco

Wissenschaftler haben festgestellt: Zu hohe oder

www.dauphin-group.com

zu niedrige Temperaturen belasten den Körper

Mit dem neuen Werkstoff „MineralVeneer“ lässt sich

und mindern die Leistungsfähigkeit. Eine Lösung:

Funktionalität mit einer herausragenden Haptik und

der Klimastuhl von Klöber. Foto: Klöber

Optik verbinden. Foto: Richter Akustik & Design

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„Levitate“ eignet sich dank seiner großen Produktvielfalt

„Play & Work“ wurde 2016 mit dem „Red Dot Design Award

nicht nur für die Gestaltung kleinerer, häuslicherer Büros,

2016“ ausgezeichnet. Zur Orgatec wurden einige Erweiterungen

sondern auch für Großraumbüros mit allen benötigten

gezeigt.

Arbeitsbereichen.

1.200 qm kreative Lösungen Die Nowy Styl Group präsentierte zur Orgatec „Bürowelten im Kleinformat“

Ein charakteristisches Design-Element von „Panthera“ sind die Nähte an Rückenlehne und Sitzfläche. Fotos: Nowy Styl Group

Der 1.200 qm große Stand der Nowy Styl Group war nach Zonen aufgeteilt worden und gab so Antworten auf die Anforderungen der unterschiedlichen Arbeitsschwerpunkte im Büro. Gestaltet waren die einzelnen Bereiche mit bestehenden, aber vor allen Dingen durch Neuheiten der Gruppe. Premiere feierte das vom Design-Studio WertelOberfell entworfene funktionale Büromöbelsystem „Levitate“. Die Designer ließen sich dabei zum einen von der Natur inspirieren und zum anderen von dem Home-Office-Design-Trend. Ziel ist es, den Mitarbeitern ein wohnliches Gefühl im Büro zu vermitteln. „Wir setzen hier auf Konturen und Formen, die weicher sind, als es bei Büromöbeln üblich ist. Zudem kommt viel Holz – ebenfalls ein für das Büro ungewöhnlicher Werkstoff – zum Einsatz“, erklären Jan Wertel und Gernot Oberfell. So auch bei dem charakteristischen Tischgestell, das in Form eines A die Aufmerksamkeit auf sich zieht und gleichzeitig für Stabilität und eine visuell leichte Erscheinung sorgt. Ein weiteres Stilelement ist der untypisch unter der Arbeitsplatte aufgehängte Container mit abgerundetem Profil. Für volle Funktionalität sorgen die zu verschiebende Arbeitsplatte und eine darunter versteckt liegende Schublade, die eine aufgeräumte Elektrifizierung garantiert, sowie der auf der Arbeitsplatte montierte Sekretär. Viel Zeit haben die Designer in die Entwicklung der Accessoires investiert, so dass sich diese leicht hinzufü-

gen, entfernen oder verschieben lassen – passend zu den jeweiligen Bedürfnissen des Benutzers. Für eine wohnliche Atmosphäre sorgt das moderne Farbkonzept sowie eine große Auswahl an verschiedenen Farben und Materialien. Ebenfalls von WertelOberfell stammt das Möbelsystem „Play & Work“, das erstmals 2014/15 vorgestellt wurde. Das Programm wurde zur Orgatec um zusätzliche Funktionen erweitert. So verfügt „Play & Work“ nun über feste und höheneinstellbare Arbeitstische mit einem T-Fuß-Gestell sowie mit geringerem Abmaß. Darüber hinaus sind freistehende, ein- und zweiseitig nutzbare Schränke verfügbar. Zudem wurde eine dritte Ebene in trendigen Bezugsfarben und -stoffen sowie eine optionale Organisationsleiste eingeführt. Für die Marke Grammer Office hatte die Nowy Styl Group die neue Stuhllinie „Panthera“ im Gepäck. Entworfen wurde diese von Ray Carter als Quintessenz eines ergonomischen Bürodrehstuhls. Die profilierte, hohe Lehne, die den Rücken des Anwenders geführt in jeder Position stützt, zudem die breite, bequeme Sitzfläche und natürlich die technologisch fortgeschrittene Mechanik sichern ein dynamisches Sitzen. Auch für das informelle Meeting zwischendurch liefert die Nowy Styl Group das passende Mobiliar. „Tapa“ – ein von Przemyslaw „Mac“ Stopa entwickeltes Sitzsystem – stellt hierbei die Verbindung zwischen inter-

essantem Design und durchdachter Funktion her. „Ich wollte ein modulares Sitzsystem schaffen, das nicht sofort als typisches Büromöbelstück erkennbar ist, sondern vielmehr das Aussehen eines architektonischen Körpers oder einer Skulptur hat“, so der Designer. Das grundlegende Element ist dabei eine „Insel“ aus beweglichen Sitzmodulen, die sich um eine gemeinsame Achse drehen. Damit werden unterschiedliche Arrangements in einem Raum möglich, und das mit den gleichen Modulen. Ebenfalls aus der Design-Feder von Przemyslaw „Mac“ Stopa stammt die Stuhl- und Tischkollektion „Tauko“. Die Stühle verfügen über eine untypische Form des Sitzes, der aus zwei an der Unterseite unverbundenen Hälften besteht. Das Ergebnis ist ein interessanter ästhetischer Effekt und dank entsprechend profilierter Linien der Sitzschale ein voller Sitzkomfort. Die umfangreiche Abschlusslinie und die neue trendsetzende Farbgebung der Stühle und Tische bewirken, dass diese sowohl für Büros, Cafés und Hotels geeignet sind. Durch die Modularität der Tische kann „Tauko“ in Konferenz- und Schulungssälen eingesetzt werden. Die Nowy Styl Group zeigte weiterhin Eigenentwicklungen im Bereich akustisch wirksamer, raumbildender Elemente und unterstreicht damit den Anspruch, nicht nur Produkte anbieten zu wollen, sondern das Können, einen Raum optimal zu entwerfen und zu realisieren. bs

Die Stuhl- und Tischserie „Tauko“ zeichnet sich durch weiche, organische Formen und den Einsatz qualitativ hochwertiger Holzelemente aus.

www.nowystylgroup.com Hochwertige Polsterstoffe sorgen beim modularen Sitzsystem „Tapa“ für eine angenehme Haptik und laden zur Nutzung ein.

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Neue Office-Linie Mit einer neuen Office-Linie ist das Unternehmen Bordbar in diesem Jahr zur Orgatec angetreten und hat damit gezeigt, dass Bordbar mehr ist als ein solitäres Einzelmöbel. Teil der neuen Linie ist der Bordbar-Tisch, der höchste Stabilität und Langlebigkeit gewährleistet. Die Basis bildet eine formstabile Multiplexplatte mit einer matten und samtigen Oberfläche bestehend aus dem Nanotech-Material „Fentix NTM“. Dieses zeichnet sich vor allem durch seine hohe kratz-, abrieb- und scheuerfeste Beständigkeit aus. So können kleine Kratzer thermisch ausgebessert werden. Zudem ist es gegen trockene Hitze beständig, wasserabweisend und punktet mit einer geringen Lichtreflexion. Dank des Einsatzes von Rollen und auf Wunschmaß zugeschnittenen Tischplattengrößen wird der Bordbar-Tisch unterschiedlichen Anforderungen gerecht. www.bordbar.de

Ergonomie im Fokus Seit 1976 ist das Unternehmen Köhl auf die Entwicklung und Herstellung ergonomisch hochwertiger und ökologisch durchdachDank eines Komfortventils lässt sich der ter Sitzlösungen spezialisiert. Mit seinem Druck beider Luftkammern per Knopfdruck stetig erweiterten Produktportfolio, von regulieren und der Köhl „Air-Seat“ damit Büro- und Konferenzstühlen über Drehindividuell auf die Bedürfnisse des und Lounge-Sessel bis hin zu MehrzweckSitzenden anpassen. Foto: Köhl und Besucherstühlen, leistet Köhl seinen Beitrag für ergonomisch richtiges und gesundes Sitzen. Herausragend ist hier der Köhl „Air-Seat“, der eine neue Dimension für bewegtes Sitzen darstellt. Im Gegensatz zu weit verbreiteten, den Sitz bewegenden Mechanismen, die große Schaukelbewegungen zulassen, mobilisiert der „Air-Seat“ die Wirbelsäule und Muskulatur mit sanften Bewegungen nah am Sitzenden. Möglich macht dies ein 2-Kammer-Luftkissen, das im Sitzpolster integriert ist und je nach Bewegungsbedürfnis und Gewicht des Sitzenden angepasst werden kann. Die festen Armlehnen halten dabei jederzeit ihre horizontale Position und geben dem Nutzer den nötigen Halt. Der Köhl „Air-Seat“ kann dank des intelligenten „Clip-Systems“ schnell und ohne Werkzeug auf zahlreiche Stuhlreihen des Unternehmens angebracht werden. www.koehl.com

Traditionell nachhaltig Der Bordbar-Tisch eignet sich durch seinen mobilen Einsatz und seiner innovativen Oberfläche besonders für alle modernen Arbeitsbereiche, in denen Flexibilität, Kommunikation und Wohlbefinden substanziell sind. Foto: Bordbar

Ein Universum der Sitzmöglichkeiten Eine Reise auf einen anderen Stern gefällig? Dann war man am Stand von SMV Sitz- & Objektmöbel genau richtig. „Sitzen mit Visionen“ lautete das Messemotto und eben diesem wurde man gerecht. Besonders war sicherlich der filigrane Sessel „Kuan“, der je nach Bezugsart ohne tierische Bestandteile auskommt und sich deshalb auch vegan nennen darf. Sogar für Leder hat SMV eine nachhaltige Alternative parat: Kork. Die samtweiche und angenehme Haptik der Baumrinde bietet einen einzigartigen Sitzkomfort auf rein pflanzlicher Basis. Der Korkbezug bringt warmweiche lederähnliche Eigenschaften mit. Dank seiner speziellen Verarbeitung ist Kork flexibel, belastbar, antiallergisch und flammhemmend. Das schlanke Design unterstreicht zudem den weltoffenen Charakter des Sessels, der im Frank Chou Design Studio entstanden ist. www.smv-gmbh.de

„Die neuen Möbel versprechen ein Universum der Sitzmöglichkeiten“, erläutert Inge Brünger-Mylius, Geschäftsführerin bei SMV. Foto: SMV

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Der britische Textilhersteller Camira entwickelt, entwirft und produziert seit 1974 Stoffe für den Objektbereich. Anlässlich der Orgatec präsentierte sich Camira mit dem neuen Messekonzept „Crafted with Conscience“, das die unternehmenseigenen Grundsätze Nachhaltigkeit, Handwerk und Tradition in den Vordergrund stellt. Damit feierte der Textilspezialist auch gleichzeitig einen Meilenstein in der Unternehmensgeschichte: Seit 20 Jahren stellt Camira recycelte Textilien her. So auch die neue Kollektion „Rivet“, die das 22-köpfige DesignTeam rund um Design & Development Managerin Catherine Counsell erneut unter den Prämissen „Nachhaltigkeit“, „Tradition“ und „Innovation“ entwickelte. Basis für das neue „Rivet“-Gewebe ist ein Garn aus den patentierten „Repreve“-Fasern, die das Unternehmen in Kooperation mit Unifi Manufacturing Inc. aus Polyethylenterephthalat (PET) – gewonnen aus recycelten Plastikflaschen – herstellt. „Plastikflaschen, die sonst auf Mülldeponien enden, bilden das Garn für Rivet“, erklärt Counsell. „Für einen Meter Gewebe werden lediglich 22 Plastikflaschen benötigt“. Dieses neuartige Garn sorgt für höchste Leistungsfähigkeit

Catherine Counsell, Design & Development Managerin bei Camira, offenbarte im persönlichen Gespräch in Köln Einblicke in die lange Unternehmensgeschichte und spannende Details zur neuen Kollektion „Rivet“. Foto: Raidel, Camira

der „Rivet“-Gewebe und erfüllt selbstverständlich alle Anforderungen für den Einsatz im Objekt. Gleichzeitig erinnern die Stoffe durch die feine Panamabindung an luxuriöse Stoffe. Die 33 Farbvarianten von „Rivet“ in vorwiegend gedeckten Tönen ermöglichen eine harmonische Kombination mit der bestehenden Produktpalette von Camira. www.camirafabrics.com


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Allround-Talent

Wohnlich und doch funktional

Das Unternehmen Spradling steht für ein breites Produktspektrum an leistungsfähigen, beschichteten Textilien für den Objektbereich. Auch zur diesjährigen Orgatec präsentierte der Hersteller seine Expertise in diesem Bereich mit seinen vielfältigen Kollektionen. Darunter auch die neue Produktlinie „Hitch“, die mit einer feinen Gewebestruktur an hochwertige Stoffe erinnert. Leichte Schimmereffekte und -strukturen sorgen für zweifarbige Reflexe und verleihen den Textilien einen außergewöhnlichen Look. Zudem verfügt die Kollektion über die leistungsstarken „Permablok“- und „Silverguard“-Technologien, die einen antibakteriellen Schutz gegen Flecken und Abrieb garantieren. Selbstverständlich erfüllt die Kollektion „Hitch“ auch die generellen Brandschutznormen und überzeugt zudem durch eine hohe Lichtechtheit. www.spradling.eu

Seit mehr als 30 Jahren produziert das italienische Unternehmen La Palma Möbel, die sowohl im Wohn- als auch im Objektbereich funktionieren. Und auch zur diesjährigen Orgatec präsentierte sich der Hersteller mit Neuheiten, die im Wohnraum und im Büro eingesetzt werden können. Aber La Palma zeigte auch Kollektionsergänzungen – alles in allem mit dem Ziel, ein ganzheitliches Gesamtkonzept zu bieten. So entwickelte der Designer des Unternehmens, Francesco Rota, bereits 2014 das System „Add“, ein besonders flexibel veränderbares und modulares Sitzmöbelkonzept. Ergänzend dazu wurde zum Salone del Mobile 2016 das Tischsystem „Add T“ vorgestellt. Nun, anlässlich der Orgatec, wurde das Gesamtkonzept mit „Add S“, das aus Stauraumelementen besteht, erweitert und abgerundet. Mit den neue Kollektionen bietet La Palma auch neue Bezugsmaterialien an: Neben den bisher verwendeten Ledern bietet das Unternehmen jetzt auch textile Bezugsstoffe an und setzt damit auch eine Akzent auf Farbe und Wärme. So auch bei der neuesten Kollaboration mit der italienischen Marke Alcantara, für die der deutsche Designer Sebastian Herkner die aktuelle Kollektion entwarf. „Wanderlust“ heißt die neue Kollektion, die Herkner, inspiriert von seinen Reisen, ent-

Neben höchsten funktionellen Anforderungen erfüllt die Kollektion „Hitch“ mit ihrem großen Farbspektrum auch gestalterische Ansprüche. Foto: Spradling

„Voll im Trend“ Mit einer spannenden Standarchitektur, die über alle Sinne erlebbar war, und zahlreichen neuen Produkten begeisterte die Sedus Stoll AG das internationale Publikum. „Schon am ersten Messetag hatten wir im Vergleich zu 2014 über 20% mehr Besucher auf unserem Messestand. Ein deutliches Zeichen, dass wir mit unserem Thema voll im Trend liegen und für Sedus eine neue Chance, Kundenbeziehungen zu festigen und internationale Marktanteile auszubauen“, zeigt sich Holger Jahnke, Vorstand Vertrieb, begeistert. Der Messestand machte deutlich, wie Büroarbeit der Zukunft aussehen kann: In organischen Grundrissen wurden verschiedenste Lebenswelten im Büro gezeigt, die den Bedürfnissen und Anforderungen des mobilen Arbeitens gerecht werden. Produktseitig hatte das Unternehmen mit einer Vielzahl von Neuheiten aufgewartet, die direkt nach der Messe lieferbar sind. Im Einzelnen sind dies der Drehstuhl „se:do“, der Konferenzsessel „se:line“, das Akustik-Stellwand- und Screen-System „se:wall“, das Lounge-Möbel „se-works“, das Schrankprogramm „grand slam z“ und der technisch neu ausgestattete Schreibtisch „temptation ci“. Zudem wurde ein ganzheitliches Material- und Farbkonzept präsentiert. Auf einer separaten Aktionsfläche auf dem Messe-Boulevard präsentierte Sedus ferner die neu geschaffene Marke „Sedus ergo+“. Dabei handelt es sich um ein umfassendes Dienstleistungspaket, das sich ausschließlich dem Thema Gesundheitsprävention am Büroarbeitsplatz widmet. Ziel ist es, der vermehrten ungesunden statischen Haltung am Arbeitsplatz entgegenzuwirken. www.sedus.de

Eine membranartige, semitransparente Hülle rahmte den Stand ein. Die offene, zellenartige Innenstruktur bildete den Rahmen für die Themenbereiche „conference and training“, „informal working and relax“, „workplace and concentration“ und „meeting and collaboration“. Foto: Sedus Stoll AG

Sebastian Herkner und Francesco Rota, Art Director bei La Palma, präsentierten auf dem Orgatec-Messestand des italienischen Herstellers sowohl die aktuellen MöbelHighlights als auch die neue AlcantaraKollektion „Wanderlust“ – darunter auch der Artikel „telemachus“. Foto: La Palma

wickelte und erstmals auf dem La-PalmaMessestand vorstellte. Denn auf einigen Entwürfen der La-Palma-Kollektion wurden bereits die ersten Dessins von „Wanderlust“ verpolstert – der offizielle Launch der neuen Alcantara-Kollektion erfolgt jedoch erst zur Déco Off im Januar 2017. www.lapalma.it | www.alcantara.com

Neue Horizonte In einer eigenen Messehalle und nach einem Konzept von Pernilla Ohrstedt und Jonathan Olivares präsentierte der Schweizer Möbelhersteller Vitra unter dem Motto „Work“ seine Vision von heutigen Arbeitswelten. Um dabei eine ganzheitliche Perspektive auf Arbeitsumgebungen zu werfen, wurden weitere Unternehmen aus den Bereichen Architektur, Design und Technologie eingeladen. Dazu bildete ein 5 m hoher Stoff die äußere Hülle der Installation, sozusagen den Horizont, der gleichzeitig den Tagesablauf von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang darstellen sollte. Im Inneren fungierte eine Raumstruktur, die als Stadt

angelegt war, als Marktplatz für die vielen unterschiedlichen beteiligten Unternehmen. Im Zentrum der Halle stand dagegen die Inszenierung der Vitra-Konzepte, die das Thema „Collage Office“ aufgriffen. Dabei definiert Vitra Collagen als eine Mischung von Produkten, Formen, Farben und Materialien und betont mit unterschiedlichen Bürolösungen die Vielseitigkeit von Arbeitswelten. Firmen wie Bulthaup, Laufen, Samsung oder auch Mercedes-Benz rundeten das Konzept mit ihren eigenen, speziellen Ansätzen zum Thema „Work“ ab. www.vitra.com

Sichtlich angetan vom neuen, autonom fahrenden Mercedes-Benz Concept Car „F015“ zeigten sich Rudolf Pütz (l.), Vitra CEO Deutschland, und Orgatec-Projektmanager Stefan Kokkes. Als Partner in der Vitra-Halle veranschaulichte Mercedes-Benz die kommenden Möglichkeiten zum Arbeiten unterwegs. Foto: Schmidt

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Verchromte Tischbeine und Traversen akzentuieren das filigrane KonferenztischDesign. Diese können aber auch durch farbige Metalloberflächen ersetzt werden. Für die Tischplatte steht zudem eine breite Palette der Febrü-Dekore zur Auswahl. Fotos: Febrü/Schmidt

Die Module „Fashion Hang“ und „Fashion Box“ bieten genügend Raum für Garderobe

Die Zeichen stehen auf Wachstum

und Schirme oder Abfall. Das Programm „Silent“ setzt sich aus Wandelementen, Tischaufsatz- und Tischansatzelementen zusammen und kommt überall zum Einsatz, wo Ruhe und Sichtschutz gefragt sind.

Febrü sieht sich für die Zukunft gut gerüstet – umfangreiche Investitionen im Jahr des 20-jährigen Firmenjubiläums Für Febrü geht mit 2016 ein weiteres ereignisreiches Jahr zu Ende. Zum einen wurde im Juli das neue Kompetenz Center Süd im fränkischen Neuendettelsau eröffnet, das mit 400 qm Ausstellungsfläche inklusive Schulungsbereich den süddeutschen Handelspartnern einen neuen Anlaufpunkt bietet. Zum anderen wurde die Renovierung des Verwaltungsgebäudes in Herford abgeschlossen. Dieses gibt den Fachhandelspartnern ein Beispiel, wie sich der Wohlfühlfaktor in Büros durchgängig realisieren lässt. Nicht zu vergessen sind auch weitere Investitionen in die Produktion. Diese sorgen nicht nur für angenehme Arbeitsbedingungen, sondern gewährleisten mehr Produktionssicherheit und eine bessere Energieeffizienz. Zum krönenden Abschluss feierte Febrü am 4. November mit rund 500 Gästen das 20-jährige Firmenjubiläum und präsentierte im Rahmen einer zeitgleich stattfindenden Hausmesse zahlreiche Neuheiten, von denen an dieser Stelle nur einige vorgestellt werden. Ein Highlight war der Konferenztisch „Spider“. Der Name ist Programm, denn das Konstruktionsprinzip orientiert sich an der Feingliedrigkeit einer Spinne. Als Alter-

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native zum konventionellen T-Bein-Design fallen die schräg abgewinkelten, filigranen Tischbeine ins Auge. In Kombination mit den sichtbaren Verschraubungen an der grazil anmutenden Traverse entsteht ein aussagekräftiges Design. Fast schwerelos scheint die abgerundete Tischplatte über der Konstruktion zu schweben. Diese ist in unterschiedlichen Längen und Breiten erhältlich und kann mit einer „ComBox“, die

alle Daten- und Kommunikationsanschlüsse bereitstellt, versehen werden. Premiere feierten weiterhin die Wandelemente „Silent“. Sie können überall dort platziert werden, wo eine akustische und optische Abschirmung erwünscht ist. Harmonisch abgestimmte Stoffe und Farben bieten gestalterische Spielräume. Die in fünf Höhen und vier Breiten erhältlichen Elemente lassen sich schnell und einfach

In Richtung Erfolg unterwegs: Christian Stammschroer (l.) und Udo Donges, beide geschäftsführende Gesellschafter der Febrü Büromöbel Produktions- und Vertriebs GmbH.

konfigurieren, wozu sie mit Reißverschlüssen verbunden werden. Ein zu den weich gepolsterten Elementen kontrastierender Metallfuß bringt die nötige Standfestigkeit. Auch das Label Febrü „Fashion“ hat zur Hausmesse Zuwachs bekommen – und zwar um die Module „Fashion Hang“ und „Fashion Box“. Ersteres beantwortet die Frage nach dem Wohin mit der Garderobe, die sich in jedem Büro stellt. Dazu präsentierte Febrü das Garderoben-Paneel „Hang Wall“, die Doppelwand-Garderobe „Hang Room“, den Garderoben-Ständer „Hang Twin“ als Doppelsäule und „Hang Pole“ als Einzelsäule. „Fashion Box“ hingegen widmet sich einem anderen Problem: Wohin mit Müll und Schirmen? Ganz einfach: in die Box. Ungenutzter Stauraum in Pflanzsäulen erhält Funktion, indem Schirmständer und Mülleimer integriert werden. Aufgrund der umfangreichen Investitionen in Standort, Präsentation und Programm sieht sich das Unternehmen für das kommende Jahr gut gerüstet. Und zur guten Stimmung tragen zudem einige vielversprechende Objekte bei, die nicht nur für den entsprechenden Umsatz, sondern ebenfalls für ein entsprechendes Renomwww.februe.de mee sorgen. bs


[contract ]

Inspiration auf allen Kanälen Dass die Architect@Work mehr bietet als eine reine Produktschau, beweisen die Veranstalter erneut mit den beiden diesjährigen Deutschland-Editionen in Berlin und Stuttgart. Das Rahmenprogramm beinhaltete neben Fachvorträgen auch die Sonderschau „VOLL.HOLZ by Raumprobe“, das mit 150 Exponaten einen umfassenden Einblick in neueste Materialentwicklungen und Oberflächen gab.

Auch zwischen den Ausstellern wird ein intensiver Austausch gepflegt und am Ausstellerabend vertieft. Nicht selten entstehen hierbei neue Kooperationen und Projekte.

Treffpunkt für die Architekturszene, Begegnungsort für Hersteller und Inspirationsgeber für Projekte – so lässt sich die Architect@Work am besten beschreiben. Denn die Veranstaltung, die ihre Pforten ausschließlich Architekten, Innenarchitekten und Planern öffnet, unterscheidet sich von einer „gewöhnlichen“ Messe. Zum einen ermöglicht das Konzept, bei dem jedem Aussteller nur ein begrenzter und einheitlicher Platz zur Verfügung steht, Übersicht und Struktur für die Besucher. Zum anderen dürfen die ausstellenden Unternehmen aus-

schließlich Produktinnovationen präsentieren, die zuvor von einem qualifizierten, unabhängigen Beirat kuratiert werden. Dieses qualitätsorientierte Messekonzept verhilft der Architect@Work zu wachsender Beliebtheit, sodass neben Veranstaltungen in europäischen Ländern im kommenden Jahr auch erstmals eine Übersee-Ausgabe in Kanada ausgerichtet wird. Auch die dritte Edition in der deutschen Hauptstadt, die am 9. und 10. November in der Station Berlin stattfand, konnte wieder Besucherzuwächse verzeichnen. Mit 8% mehr Fachbesuchern im Vergleich zur zweiten Edition konnte die Architect@Work Berlin 2016 mit 3.171 Besuchern schließen. Aber auch auf Seiten der Aussteller ist die Resonanz auf die Veranstaltung durchweg positiv. „Der persönliche Dialog geht häufig über das eigentliche Thema hinaus“, erklärt Cordula Lübbehusen, Leitung VertriebsMarkting bei RZB Lighting. „Mittlerweile hat sich die Messe zu einem branchenübergreifenden, regelmäßigen Treffpunkt entwickelt, an dem wir uns auch gerne mit anderen Ausstellern austauschen. Durch diese persönlichen Kontakte konnten wir bereits mehrfach gemeinsame Projekte realisieren.“ Ebendiese persönlichen Kontakte in entspannter Atmosphäre machen das Konzept so besonders. Auch für die Medienpartner, zu denen InteriorFashion für die

Für einen entspannten und kreativen Austausch zwischen Ausstellern und Planern sorgen kompakte Präsentationsflächen, die durch schwarze Vorhänge begrenzt werden. Fotos: Architect@Work

deutschen Ausgaben in Berlin und Stuttgart zählt. Der Austausch zwischen Fachmedien, Lesern bzw. Planern und Ausstellern ist unverzichtbar, wenn es um die qualitative Weiterentwicklung von Inhalten, Anwendungen und Produkten geht. So stehen wir nun voller Vorfreude in den Startlöchern für die Architect@Work in Stuttgart, die pünktlich zum Drucktermin von unserer Ausgabe InteriorFashion 06/16 am 7. und 8. Dezember stattfindet. Mehr zu den inspirierenden Gesprächen und Produkten aus Stuttgart lesen Sie dann in unserer Ausgabe InteriorFashion 01/17. co www.architectatwork.de

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Für ein stimmiges Ambiente Das Schalterprogramm „LS Zero“ lässt Elektroinstallationen zum gestalterischen Element werden

Vielfalt in der Gestaltung: Mit „LS Zero“ wird eine völlig neue Dimension erreicht – egal ob auf Holz, Gipskarton oder Mauerwerk.

„LS Zero“ ist in Alpinweiß und in den matten Les Couleurs Le-Corbusier-Farben erhältlich.

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Tapeten, Möbel und Bodenbeläge sind längst nicht die einzige Möglichkeit, einem Raum ein stimmiges Ambiente zu verleihen. Für einen harmonischen Gesamteindruck sollte auch die Elektroinstallation dem Einrichtungskonzept angepasst werden. Mit dem neuen Schalterprogramm „LS Zero“ von Jung wird diese zum gestalterischen Element des Möbel-Designs. Durch den speziellen Einputzadapter und durch den schmalen Rahmen fügt sich „LS Zero“ nicht nur stilvoll, sondern auch flächenbündig in jede Umgebung ein. Das Ergebnis überzeugt: Badmöbel und Küchenfronten verbinden sich in einem nahezu fließenden Übergang mit Schalter oder Steckdose, und Einrichtungskonzepte bekommen eine stringente gestalterische Aussage. Unabhängig, ob im Möbel-, Trockenbau oder Mauerwerk. Das schafft neue Möglichkeiten in der modernen Innenarchitektur. Und auch moderne Farbtrends lassen sich mit „LS Zero“ stilsicher umsetzen: Dafür sorgen die Ausführungen Alpinweiß sowie die matten Les Couleurs Le-Corbusier-Farben.

Vielfalt in der Anwendung: Mit „LS Zero“ lassen sich über 200 verschiedene Funktionen steuern – unabhängig davon, ob konventionell oder im Bereich Smart Home. Fotos: Jung.de

„LS Zero“ überzeugt aber nicht nur optisch, sondern auch technisch. Mit dem Schalterprogramm lassen sich über 200 verschiedene Funktionen realisieren – von Licht, Temperatur, Jalousien, Musik über Multimedia und Türkommunikation bis hin zur Steuerung im Bereich des Smart Home. Gewürdigt wurde das neue Schalterprogramm aus dem Hause Jung bereits mit einigen Auszeichnungen. Die jüngste, der Iconic Award 2016 als „Best of Best“ in der Kategorie „Product/Building Technologies“, wurde erst im Oktober verliehen. Dazu erhielt „LS Zero“ für seine herausragenden Eigenschaften als „Bestes Produkt 2016/2017“ auch den Plus X Award und das Qualitätssiegel 2016 des Plus X Award für „High Quality, Design und Funktionalität“. www.jung.de/lszero


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Schauen – Sehen – Staunen Wie sich der stationäre Handel in Zukunft aufstellen muss, um überlebensfähig zu bleiben

Angela Krause, dlv – Netzwerk Ladenbau e. V. Foto: dlv

Markeninszenierung par excellence: der Mercedes Me-Shop in Hamburg.

Die 19. Euroshop steht bereits in den Startlöchern. Rund 2.500 Unternehmen werden von 5. bis 9. März 2017 in Düsseldorf ihre Angebote präsentieren. Damit ist die Anzahl der Aussteller nochmals gewachsen. Statt der bisherigen 16 Hallen füllt die Euroshop 2017 18. Der Veranstalter, die Messe Düsseldorf, sieht darin den Beweis, dass das neue Konzept greift. Dieses unterteilt das Angebot in sieben Erlebnis-Dimensionen: POP Marketing, Expo & Event Marketing, Retail Technology, Lighting, Visual Merchandising, Shop Fitting & Store Design sowie Food Tech und Energy Management. Damit erfolgt eine noch deutlichere Gliederung, die den Besuchern die Orientierung erleichtert. Komplettiert wird das Angebot durch bewährte, hochkarätig besetzte Foren mit praxisnahen Beiträgen. Als 1966 die erste Euroshop in Düsseldorf stattfand, stand die Handelslandschaft vor einem massiven Wandel. Die Selbstbedienung hielt Einzug und 1961 gingen die ersten Aldi-Discounter ans Netz. Damit musste sich auch die Ladenausstattung ändern. Heute steht der Handel vor neuen Herausforderungen, die nicht weniger einschneidend sind. Der Online-Handel hat längst seinen Siegeszug angetreten und die zunehmende Digitalisierung verlangt ein Umdenken. Damit haben sich natürlich auch Kunden und mit ihnen ihre Ansprüche geändert. Nicht ohne Folgen für die Konzeptionierung und letztendlich auch für die Ausgestaltung von Shops. InteriorFashion hat mit Angela Krause vom dlv – Netzwerk Ladenbau e. V. über die Zukunft des Handels und des Ladenbaus gesprochen.

Foto: Mercedes-Benz

IF: Frau Krause, bevor wir die Frage stellen, wie sich der Ladenbau verändert hat, würde uns interessieren, wie sich der Handel verändert hat bzw. wie er sich verändern muss? Angela Krause: Der Handel muss sein Geschäftskonzept grundlegend hinterfragen. Er muss dem Kunden das bieten, was der Online-Handel nicht kann. Der Kunde sucht das Einkaufserlebnis, er will Spaß haben, etwas anfassen, beraten werden, einen guten Service bekommen und er will eine gute Inszenierung sehen. Der Handel muss also weg von der reinen Warenverteilstation hin zum Kurator, der neue, spannende Marken, ungewöhnliche Produkte zeigt und die Ware seiner Zielgruppe entsprechend zusammenstellt. Dazu ist es notwendig, den Kunden zu kennen. Der stationäre

Handel tut sich damit schwer. Früher hatte er viele Stammkunden, die ihm bestens bekannt waren. Das ist heute nicht mehr der Fall, denn der Kunde kauft da, wo es für ihn am bequemsten ist. Allerdings gibt es kein Geheimrezept für einen erfolgreichen stationären Handel. Es gibt aber schon zahlreiche Beispiele, wie es funktionieren kann. So verkaufen in Wuppertal einige stationäre Händler auf der gemeinsamen Plattform www.atalanda.com. Unter dem Motto „Deine ganze Stadt im Blick“ erfolgt die Lieferung bestellter Ware wahlweise noch am gleichen Tag oder auch via Click & Collect. Dieses Angebot kann ein kleiner Händler alleine gar nicht erbringen. Andere wiederum veranstalten Events, integrieren ein Café oder sogar ein mit Sternen dekoriertes Restaurant im Ladenlokal. Sie räumen gar am Abend die komplette Einrichtung auf die Seite und vermieten den Store für Veranstaltungen, zum Beispiel Weihnachts- oder Betriebsfeiern. Geshoppt werden kann dann natürlich auch, und zwar während des Events. Fest steht aber: Der Handel muss sich deutlich mehr Gedanken machen, wie er sein Geschäft für Kunden attraktiv macht. Und auch die Politik kann sich nicht gänzlich aus der Verantwortung ziehen, denn der Handel ist ein Teil der Innenstadt. Und hier können die Städte auch für eine Belebung sorgen, von der der Handel wiederum profitiert. IF: Welche Auswirkungen hat dieser Wandel auf den Ladenbau? Krause: Erst einmal sind die Renovierungszyklen deutlich kürzer geworden. In der Mode liegen diese bei sieben Jahren und im Food-Bereich bei acht Jahren. Damit einher geht, dass die Ladeneinrichtung viel flexibler geworden ist. Früher gab es Festeinbauten,

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Schauen – Sehen – Staunen da die Ladeneinrichtung ja 30 Jahre halten musste. Heute muss schnell auf Änderungswünsche reagiert werden können. Die Ladeneinrichtung darf auch nicht mehr dominieren. Der Star ist die Ware. Deshalb ist der Laden die Bühne, auf der die Ware inszeniert wird. IF: Sie sprachen den Food-Bereich an. Gerade hier hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan … Krause: Das ist richtig. Viele Lebensmittelläden haben in puncto Ladendesign und Visual Merchandising immens aufgeholt. Gehen Sie heute einmal in einen neuen Edeka-Markt. Da herrscht das Prinzip Schauen, Sehen, Staunen – wie im Zirkus. Die Ware wird wie auf einem Wochenmarkt inszeniert. Es gibt Cafés, Backstationen, Wein-, Käseverkostungen, viele regionale Produkte und einiges mehr. Die Lebensmittelläden, die früher für den Bedarfskauf standen und die Ware in hohen Regalen stapelten, haben es verstanden, dass sie den Einkauf zu einem Erlebnis machen müssen. Nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass sie im starken Wettbewerb mit den Discountern stehen. Aber auch die fühlen sich mittlerweile aufgefordert, zu investieren, wie man am neuen Konzept von Aldi Süd sieht. IF: Bei großen Ketten gibt es ja oftmals einheitliche Gestaltungskonzepte. Ist das überhaupt noch zeitgemäß? Krause: Ich persönlich habe noch nie verstanden, warum beispielsweise ein EspritLaden in Konstanz genau so aussehen muss wie einer in Kiel. Kein Kunde ist heute

in Konstanz und morgen in Kiel und sucht identisch aussehende Läden. Es herrschte lange die Meinung vor, dass das Corporate Design eingehalten werden muss, um die Wiedererkennung für die Kunden zu gewährleisten. Davon ist man in der Zwischenzeit abgekommen. Heute spricht man von Regionalität und mehr Authentizität. Die australische Marke Aesop zieht das mit aller Konsequenz durch und sie ist in aller Munde mit ihren Läden. Kein Laden ist wie der andere, es wird mit regionalen Materialien gebaut, die Architektur des Ladens einbe-

zogen usw. Das ist sicher ökonomisch anspruchsvoll und bei Weitem nicht für jeden durchführbar. Zumindest kann sich aber jeder daran orientieren. Die Frage ist aber, muss man sich im Design immer an die Region anlehnen oder zieht man einen kompletten Bruch durch und tritt ganz anders auf? Ich meine, dazu muss man ganz genau wissen, für welche Zielgruppe man den Laden einrichtet und was diese erwartet. IF: Frau Krause, vielen Dank für das Gespräch!

Dr. Andreas Brettschneider hat sich mit seiner 3D Marken Agentur unter anderem der Einrichtung von Shops verschrieben – und zwar aus verhaltenspsychologischer Sicht. Seine Hypothese: Wenn die Summe der Gefühle, die aus Eindrücken entsteht, darüber entscheidet, wie man sich fühlt, kann man dieses Prinzip nicht auch umdrehen? Was muss man also an Haptik und Optik bieten, um positive Gefühle zu erzeugen. InteriorFashion sprach mit dem studierten Psychologen und promovierten Betriebswirt.

Marken. Foto: 3D Marken

IF: Herr Dr. Brettschneider, was steckt hinter der Shop-Gestaltung aus verhaltenspsychologischer Sicht? Dr. Andreas Brettschneider: Jeder Mensch wird unterbewusst von seinen Grundbedürfnissen gesteuert. Das sind der Wunsch nach Autonomie, nach Sicherheit sowie nach Erregung. Hier lassen sich weiterhin Unterfacetten unterscheiden. Beispielsweise kann der Wunsch nach Autonomie über den reinen Status erfüllt werden oder über die Anerkennung der Kompetenz. Das Bedürfnis nach Sicherheit wiederum kann über Geborgenheit oder durch Verlässlichkeit gestillt werden. Bei der Erregung können wir zwischen lebensbejahender Freude und Abenteuer unterscheiden. Diese Bedürfnisse kann der Mensch nicht ausdrücken. Sie gehen ja nicht morgens aus dem Haus und sagen, heute habe ich den Wunsch nach Autonomie oder nach Abenteuer. Das erfolgt im Unterbewusstsein. Ich

Ein Leuchtturm des stationären Handels ist das Modehaus Garhammer in Waldkirchen. 100 km von München entfernt, inmitten des Bayerischen Waldes, garantieren besondere

vergleiche dies immer gerne mit einem Eisberg. Die Spitze sind die bewussten Wahrnehmungen. Der große Teil des Eisbergs, der unter der Wasseroberfläche ist, sind die unterbewussten Wahrnehmungen, die Präferenz, Kaufwille und Verweildauer bilden und ausprägen. Und diese können unter anderem über das Store-Design angesprochen werden. IF: Wie gehen Sie dabei vor? Brettschneider: Wir haben mit einem der anerkanntesten Verhaltenspsychologen verschiedene Messmethoden entwickelt, die sicherstellen, dass wir einen Zugriff auf die unterbewussten Bedürfnisse bekommen. Wir dekodieren also die unterbewussten Kundenbedürfnisse und übersetzen diese in Farben, Formen und Materialien. Denn so, wie der Kunde diese wahrnimmt, summiert sich das in seinem Gefühlszustand: Der wiederum sorgt dafür, dass er sich in einem Raum wohlfühlt, sich dort länger aufhält, mehr Produkte anschaut, anprobiert und letztendlich auch kauft. Dabei geht es nicht um die schöne bunte Markenwelt, sondern einfach um mehr Umsatz. IF: Wie streng sind diese Vorgaben in Farben, Formen und Materialien? Brettschneider: Wir schränken den Innenarchitekten nicht in seiner Kreativität ein. Vielmehr geben wir ihm einen Baukasten an Farben, Materialien und Formensprachen an die Hand. Und in diesem Rahmen kann er vollkommen frei agieren. Nehmen wir das Beispiel Farben. Hier geben wir eine begrenzte Anzahl vor. Zudem unterscheiden wir, je nach Wirkung, zwischen Basis- und Akzentfarbe. Am Ende hat das Unternehmen die Garantie, dass das Ladenkonzept unterbewusst genau das anspricht, was der Kunde eigentlich möchte.

Services, ein gutes Produktportfolio und nicht zuletzt der gelungene Ladenbau den Erfolg. Foto: Blocher Blocher Partners, Stuttgart

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Dr. Andreas Brettschneider, Inhaber 3D

IF: Wie kann der stationäre Handel ge-

genüber dem Online-Handel bestehen? Brettschneider: Zum einen, indem er akzeptiert, dass ihm heute eine andere Funktion zukommt als früher und diese auch lebt. Das heißt, der stationäre Handel dient nicht mehr der reinen Warenversorgung. Vielmehr hat er eine soziale Funktion. Hier kommen wieder die impliziten Grundbedürfnisse, also der untere Teil des Eisbergs, ins Spiel. Wenn der stationäre Handel diese impliziten Bedürfnisse, zum Beispiel nach Entdeckung oder Abenteuer, gezielt adressiert – und das fängt schon beim „WindowShopping“ und entsprechenden Schaufensterkonzepten an – ist das aus meiner Sicht die Überlebensstrategie. Zudem muss sich der stationäre Handel parallel zum Online-Handel spezifischer darstellen. Mit der Philosophie, als Instrument zur Markenbindung zu fungieren – als Ersatz/Ergänzung für andere Werbemaßnahmen. Es gibt nicht zwangsläufig ein Entweder/Oder, sondern ein Miteinander. Zalando macht nicht umsonst auch einen stationären Store. IF: Welche Bedeutung kommt der Inszenierung im Handel zu? Brettschneider: Die Warenpräsentation ist die eigentliche Funktion des Handels. Die Ware wird so inszeniert, wie der Store bzw. die Marke wahrgenommen werden soll. Dazu gibt es nicht das eine Konzept, das für alle Marken bzw. Produkte Gültigkeit besitzt. Ein Beispiel sind Discounter. Die Präsentation der Ware ist sehr clean, sehr reduziert und gezielt „uninszeniert“. Das gibt dem Kunden die gefühlte Sicherheit, dass es hier wohl am günstigsten sein muss. IF: Bleibt bei der Inszenierung die Flächeneffizienz auf der Strecke? Brettschneider: Flächeneffizienz ist relativ. Es gibt Eckdaten, in denen muss ich mich bewegen. Es gibt aber auch Branchen, da gibt es keine zwanghafte Flächeneffizienz.


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Das E-Center Brehm bietet nicht nur ein umfassendes und wohlsortiertes Vollsortiment, sondern bringt auch ein Stück urbane Einkaufskultur an die Peripherie Berlins. Foto: Fotodesign, Sven Bauers

Zum Beispiel Autohäuser. Da geht es fast nur um die Inszenierung. Ein schönes Beispiel ist das Konzept „Mercedes me“. Das sind kleine Innenstadtboutiquen, in denen Sie die Marke Mercedes erleben können. Und da steht dann auch einmal ein Auto. Ebenso verhält es sich bei mittel- und hochpreisigen Modemarken. Wenn ich mir die Konsequenz der Wareninszenierung leiste, dann muss ich nicht alles zeigen, was ich habe. Die Frage ist aber, als was verstehe ich diese Inszenierungen? Sie müssen als Invest in die Marke gesehen werden, als Teil des Marketing-Budgets. In dem Moment, in dem intern diskutiert wird, was soll ich mit einem Café, in dem auch ein Auto steht oder dass sich ein Store-Konzept von alleine tragen muss, ist die Idee tot. IF: Herr Dr. Brettschneider, vielen Dank für das Gespräch! www.euroshop.de www.netzwerk-ladenbau.de www.3dmarken.de Anzeige

EDlEs Holz Für moDErnEn VErkauF

Holz von Danzer setzt Ihren Shop perfekt in Szene. Unsere große Auswahl bietet Ihnen das passende Material für jeden Stil und jedes Budget: von Standard-Produkten bis zu kundenindividuellen Oberflächen. Die authentische Ausstrahlung fördert den Verkauf und repräsentiert Ihre Marke. Als erfahrener Partner unterstützt und berät Danzer Sie gerne bei Ihrem Projekt. www.danzer.com | info@danzer.com


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Decke als Design-Element

Sinnlich shoppen durch Licht-Design

Mit über 100 europäischen Flughafen-Shops zählt Heinemann zu den größten Ketten von Duty-Free-Shops weltweit. Auch am Wiener Flughafen ist Heinemann vertreten. Um hier ebenfalls eine unverwechselbare Ausstrahlung zu schaffen, konzipierte man den Shop neu. Dabei sollte die Decke eine tragende Rolle als Design-Element spielen. Die Lindner Group, Europas führender Spezialist in den Bereichen Innenausbau, Fassadenbau und Isoliertechnik, erwies sich auch hier als zuverlässiger Partner für Sonderlösungen – ganz getreu der Grundausrichtung des Unternehmens, nicht nur hochwertige, zertifizierte Standardsysteme anzubieten, sondern auch jederzeit projektbezogene, innovative Lösungen je nach Kundenwunsch und gestalterischen Vorgaben realisieren zu können. Die optischen und technischen Anforderungen an die Decke konnten mithilfe eines Sondersystems der „LMD-DS“-Produktfamilie erfüllt werden. www.lindner-group.com

Raum und Licht – ohne das eine verliert das andere seine Wirkung. Erst durch Licht wird ein Raum sichtbar und erst durch räumliche Begrenzung kann Licht reflektieren. Die Beleuchtung eines Raums beeinflusst das menschliche Unterbewusstsein und damit die Gefühle und Entscheidungen. Prolicht, österreichischer Premium-Hersteller von Beleuchtungslösungen, verfügt über jahrelange Erfahrung im Retail und bietet individuell konfigurierbare Leuchten von Spots bis zu Flächenleuchten, die exakte Lichtgestaltung ermöglichen und sich leicht an verschiedene Shop-Konzepte anpassen lassen. Beispielsweise können mit den von Prolicht entwickelten Wallwashern mit „Vertical Boost“ selbst bis zu 4,50 m hohe Wandflächen absolut gleichmäßig und mit herausragendem visuellem Komfort ausgeleuchtet werden – ohne den Boden zu erhellen. Dabei fließen Erfahrung, Know-how und die technischen Möglichkeiten des eigenen Lichtlabors in die Entwicklung der Prolicht-Leuchten ein. www.prolicht.at | Euroshop: Halle 9, Stand C74

Die Decke aus dem Hause Lindner dient mit ihrem filigran anmutendem Aufbau als

Mode Fink in Innsbruck setzt freistehende Regale mit Leuchten von Prolicht

Eyecatcher und komplementiert gekonnt die Gesamtoptik des Raumes. Foto: Linder

in Szene und macht die Zonierung im Shop durch Licht erlebbar. Foto: Prolicht

Group

Moderne Loft-Atmosphäre Zwei Millionen Euro hat die Leitung des Modehauses Leffers in die Neugestaltung des Hauses in Wilhelmshaven investiert. Nach elf Wochen Umbauzeit wurde das gesamte Erd- und das 1. Obergeschoss in einem neuen, modernen Gewand wiedereröffnet. Entstanden sind Flächen, die übersichtlich nach Labels und Marken gestaltet sind. Ergänzt werden diese durch Bereiche, in denen Looks, zusammengestellt aus verschiedenen Marken, im Mittelpunkt stehen. Im Erdgeschoss sowie im Damen-Bereich im 1. Obergeschoss wurde die Decke geöffnet, um ein Ambiente zwischen Loft- und Industrie-Design zu erzeugen. Das helle Grau der Betondecke ist durchzogen mit einem Netz aus schwarzen Strahlern. Das neue Beleuchtungs-Design durch energiesparenden LEDs ist dabei ein elementarer Bestandteil der Neugestaltung. Der Farbenkanon aus Grau, Rauchblau, Weiß, Rosé und Salbeigrün sorgt für eine unaufdringliche Leichtigkeit. Das neue Raumkonzept wurde durch die Design-Bodenbeläge von Project Floors vervollständigt. Der warme Holzton des Dekors „PW3025“ aus der „floors@work“-Kollektion mit einer Nutzschicht von 0,55 mm stellt einen gekonnten Gegenpol zu den eher kühlen, industriell anmutenden Deckenkonstruktionen dar. Gegensätze sind ein grundlegendes gestalterisches Merkmal. Das Konzept spielt gekonnt mit kühlem, reduzierten Stil und wärmerer Raumstimmung. Auf diese Weise entsteht eine Einkaufsatmosphäre, in der sich der Kunde nicht nur wohlfühlt, sondern sich auch von der neuen Mode inspirieren lassen kann. www.project-floors.com | Euroshop: Halle 10, Stand E22

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Deko-Inseln und Multi-Label-Flächen helfen dem Kunden, sich zu inspirieren zu lassen. Foto: Project Floors


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Bayerisches Lebensgefühl – Duty-Free Das neue Satelliten-Terminal des Münchner Flughafens wurde im April eröffnet. Sein neuer My-Duty-Free-Bereich sowie Wartezonen wurden nun von Vitra mit Ladenbauprodukten sowie Möbeln ausgestattet – zudem werden sukzessive alle Duty-Free-Flächen am Münchner Flughafen neu gestaltet. Insgesamt 2.600 qm Verkaufsfläche, aufgeteilt in drei Outlets mit 15 Einzelhandelsgeschäften, waren zu bestücken. Diese Warenvielfalt erfordert flexible Präsentationssysteme. Dabei entschied sich der Betreiber für verschiedene Programme aus dem Hause Vitra. Darunter das Tragsystem „Xero LP/L“, „Xero Twin P/L“ und „Kado 15“. Zudem wurde eigens ein Tablet-Halter zur Unterstützung des ProduktMarketings entwickelt. Zum Einsatz kommen weiterhin 800 Plakathalter aus dem Vitra-Programm „Label“ – teilweise illuminiert. Weiterhin hat Vitra die Wartezonen mit Sitzmöbeln ausgestattet. Das für öffentliche Räume entwickelte System „Meda Gate“ von Alberto Meda bietet 8.000 Reisenden Platz. In Ruhe- und Arbeitszonen befinden sich zudem weitere Produkte von Vitra, beispielswiese „Suite Sofas“, „Grand Repos“ und „Hexagonal Tables“. www.vitra.com | Euroshop: Halle 12, Stand A35

Das gestalterische Konzept orientiert sich am bayerischen Lebensgefühl und teilt die Duty-FreeEinheiten in beliebte und belebte Münchner Plätze. Foto: Vitra

Auf eine Partie Shopping

Maßgeschneiderte LED-Lichttechnik

Im Zentrum von Recklinghausen entstand mit dem „Palais Vest“ eines der modernsten Einkaufszentren im Ruhrgebiet. Nach den Plänen von Auer + Weber + Assoziierte bietet es Shopping-Fans 120 Geschäfte, die sich auf fast 42.000 qm verteilen. Für das Innenkonzept zeichnet die Düsseldorfer Unternehmensgruppe Schwitzke & Partner verantwortlich. Die Innenraumgestaltung übernahm das Architektur-Büro Saguez & Partner aus Paris. Eine harmonische Kombination aus modernem Design und Gestaltungselementen historischer Schlösser lässt unterschiedliche Erlebnisräume entstehen. Die gesamte Farb- und Materialwelt erinnert an das Ambiente von Kaufhäusern aus den 1920er-Jahren. Als zusätzlicher Bestandteil der durchgängigen Grafiksprache zieht sich ein Schachbrett-Motiv durch das Gebäude. Wahre Hingucker sind zwei riesige Schachfiguren mit umlaufenden Sitzflächen aus Mineralwerkstoff, die vom Untergeschoss bis ins Erdgeschoss ragen. Ein begehbares Spielfeld lädt zudem zu einer Partie Schach ein. Gefertigt wurden König, Damen und Schachbrett aus „Avonite“-Mineralwerkstoff von Rosskopf + Partner, einem Verarbeitungsspezialisten für moderne Oberflächenmaterialien, im Auftrag der Möbelwerkstätte Schumann aus Altenkirchen. Mit diesem Mineralwerkstoff gelingt der Spagat zwischen Ästhetik und Funktionalität mühelos, denn aufgrund seiner Porenlosigkeit ist er äußerst hygienisch und pflegeleicht. Sogar Kratzer und Abnutzungserscheinungen können problemlos wegpoliert werden. www.rosskopf-partner.com Euroshop: Halle 10, Stand E22

Individuelle Lichtlösungen für den Ladenbau sind die Spezialität der Hera GmbH & Co. KG. Zum Beispiel mit den Hera-Linienleuchten, die mithilfe des Hera-Konfigurators nach Kundenwunsch und den räumlichen Gegebenheiten maßgenau angepasst werden können – und das ab Stückzahl 1. Die Linienleuchten bieten außerdem die Möglichkeit, die Helligkeit und Wärme des Lichts dynamisch nach den jeweiligen Bedürfnissen und Stimmungen anzupassen. Die Lichtfarben lassen sich von warmweiß (2.700 K) zu kalt-weiß (5.000 K) individuell verstellen und dimmen. www.hera-online.de Euroshop: Halle 9, Stand A12 Mit dem steckbaren LED-Power-Stick TF mit seitlicher Einspeisung können unendliche Lichtbänder ohne Dunkelzonen realisiert werden. Foto: Hera

Magnetisches Multitalent

Rosskopf + Partner fertigte die gut sieben Meter großen Figuren aus 12 mm dicken Mineralwerkstoffplatten in den „Avonite“Dekoren „Super White“ und „Eclipse“-Schwarz. Foto: Rosskopf + Partner AG

Mit den Magnethaftplatten von Homapal können Wände zum einen gestaltet, gleichzeitig aber auch mit praktischer Funktion ausgestattet werden. Dank einer in das Laminat eingebetteten Eisenfolie lassen sich nicht nur leichte Papiere und Utensilien daran befestigen, sondern auch schwere magnetische Borde für Ladenbaupräsentationen oder modular einsetzbare Relings und Ablagen für Kleingeräte. Neben der starken Magnethaftung sind die HomapalMagnethaftplatten – je nach Oberfläche – zudem mit handelsüblichen Boardmarkern oder Kreide beschreibbar. Mit einem trockenen Baumwolloder Mikrofasertuch lässt sich schließlich alles rückstandslos entfernen. Die Kollektion umfasst

Im Schuhladen „Magasin minimi“ in Bordeaux kommt die starke Magnethaftung der HomapalMagnethaftplatten zum Einsatz: Foto: Homapal

19 verschiedene Dekore, Basis- und TrendFarben und zwei Formate. www.homapal.de Euroshop: Halle 10, Stand F60

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Atmosphäre im Verkauf Die Damenboutique Glückskind setzt auf die modulare Einrichtungslösung „modul space“ von Bosse Design Zwar gewinnt der Online-Handel fast täglich an Bedeutung, das heißt aber nicht, dass die Kunden den stationären Handel weniger schätzen. Hier gilt es allerdings auf das zu setzen, was der Online-Handel per se nicht leisten kann: eine einladende Atmosphäre im Geschäft, eine attraktive Präsentation der Ware, die abseits des Mainstream liegt, und einen ausgefeilten Service. All das hat die Boutique Glückskind, ein trendiges Geschäft für Damenmode, in Oberursel zu bieten. Inhaber und Mitarbeiter sind regelmäßig auf angesagten Modemessen unterwegs. Immer auf der Suche nach besonderen Newcomer-Labels und seltenen Niche Brands. Für das besondere Shopping-Erlebnis sorgt nicht zuletzt das freundlich und einladend gestaltetete 50 qm große Ladenlokal in der Oberurseler Altstadt. Mit von der Partie: die modulare Einrichtungslösung „modul space“ von Bosse Design, eine Marke der Dauphin Human Design Group. Es bietet dem Ladenbauer unendliche Möglichkeiten und dem Händler die Chance, seine Ware individuell zu präsentieren. Die schlichte Eleganz und das zurückhaltende Design von Bosse „modul space“ setzt die Kleidungsstücke optimal in Szene, ohne sich dabei selbst in den Vordergrund zu drängen. Bosse „modul space“ besteht aus drei Elementen – Rohr, Knoten, Fläche, die systematisch aufeinander aufbauen und unbegrenzt kombinierbar sind. Seine Flexibilität lässt Veränderungen jederzeit zu, die im heutigen Ladenbau wichtiger sind denn je. Denn schließlich gilt es, dem Kunden immer wieder Neues zu bieten, und das nicht nur beim Warenangebot. bs www.dauphin-group.com www.glueckskind.de.com

Darauf kommt es an: Bosse „modul space“ bietet einen zurückhaltenden Rahmen, so dass hochwertige Kleidungsstücke und Accessoires optimal präsentiert werden können.

Der Systemaufbau von „modul space“ besteht aus nur drei Komponenten: geschlossener Knoten, verchromtes Systemrohr in verschiedenen Längen und Systempaneele aus vielen verschiedenen Materialien – Glas, Holzdekore, Melamin, Furniere und Lackoberflächen. Durch eine Vielzahl an Variationsmöglichkeiten unterstützt das flexible Möbelsystem die unterschiedlichsten Shop-Gestaltungen und Einsatzgebiete.

Der Objektstuhl „Little Perillo“ von Züco lädt zum Verweilen ein und bietet eine komfortable

Die modulare Einrichtungslösung „modul space“ ermöglicht eine durchgängige, individuelle

Sitzgelegenheit für die Shopping-Pause. Der schicke Eyecatcher passt sich optisch seiner

Gestaltung des hellen und freundlichen Verkaufsraums von Glückskind in Oberursel.

Umgebung an und fügt sich nahtlos in die Ladengestaltung ein.

Fotos: Dauphin Human Design Group

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LICHT Im Sog des Lichts

Kann ein Skiverleih gleichzeitig ein heißer Insider-Tipp für Fashion, Café, Museum und Lifestyle sein? Ja, kann er! Das beweist der Ski- und Sportshop von Strolz seit Dezember 2015 in der umgebauten AmbrosiusPassage in Lech am Arlberg. Für die Realisierung hat das österreichische Traditionsunternehmen mehrere nationale Spezialisten ihres Fachs um sich geschart, darunter das Architekturbüro Kitzmüller, die Lichtplaner von Shoup und den Leuchtenhersteller Prolicht.

Kaffeespezialitäten und frische Snacks neben gebrauchten Snowboards? Stylische Mode neben Spinden für private Skischuhe? Ein Shop als Durchgangsraum zu einem Nachtclub? Klingt schräg, aber funktioniert tatsächlich. Die innere Aufteilung des Gebäudes wurde dazu völlig aufgelöst. Sie wich einem Konzept, das funktionelle Bereiche wie Skiverleih und Skidepot nahtlos in ein edles Shop-Interieur einfügt und zudem den nächtlichen Weg zum Club für Strolz in kostenloses Marketing verwandelt. Neben dem Verleih werden auf den beiden Geschossen Hardware, Sportbekleidung, Fashion und Lifestyle-Accessoires präsentiert. Ergänzt werden die Verkaufsflächen durch ein integriertes „Baristro“-Café und ein Skischuhmuseum, das Herkunft und Tradition der Unternehmerfamilie Strolz zeigt. Die offenen Flächen der entkernten Passage gliedern sich mithilfe einer detaillierten Strukturierung in einzelne Nischen, deren Charakter durch Materialien und Beleuchtung geprägt ist. Durch das langgezogene Gebäude entstehen auf natürliche Weise eher öffentliche Flächen wie Café, Museum und Verkauf im vorderen Teil und eher private Flächen für Verleih und Depot im

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hinteren Bereich. Nach Geschäftsschluss trennen raumhohe Glasschiebewände einen Gang durch den Store ab, der die Clubbesucher automatisch durch die in Szene gesetzte Strolz-Welt leitet. Ausgangslage für den Sport- und Modehändler Strolz war die aus den 1960erJahren stammende kleinteilige, zweigeschossige Ambrosius-Passage am Fuße der Rüfikopfbahn in Lech, die obendrein der einzige Zugang zu einem Nachtclub ist. Das altehrwürdige Kaufhausunter-

nehmen nutzte die Gelegenheit, um gewohnte Erwartungen bewusst auf den Kopf zu stellen. Der Anspruch: der schönste Skiverleih der Welt. Die Zielgruppe: Snowboarder und Freerider – extrem sportliche junge Skifahrer abseits der Piste. Die Gestaltungsidee: eine Verbindung aus hartem Industrie-Look und alpinem Flair. „Wir möchten professionelle Beratung in einer Wohlfühl-Atmosphäre bieten, die zum Verweilen und Genießen einlädt“, erklärt Strolz-Geschäftsführer Stefan Maierhofer.

Wesentliches Gestaltungselement für die Atmosphäre des neuen Shops ist Licht. „Es geht darum, den Gast durch das Licht in die Räume hineinzuziehen und zu führen“, beschreibt Jürgen Kitzmüller vom Strolzerfahrenen Architekturbüro Kitzmüller seinen Entwurf. Er führt die klassischen StrolzModehäuser in ein zeitgemäßes Ambiente: „Warenpräsentation und Beleuchtung entsprechen in Grundzügen der Philosophie im Haupthaus, heben sich aber durch modernere Gestaltung ab.“ Baustoffe wie Sichtbeton, Schwarzblech und Aluminium kontrastieren mit natürlichen Materialien wie Lehmputz, Eiche und Leder. Sämtliche Teilbereiche, auch Skiverleih und Depot, sind edel gestaltet und hochwertig ausgestattet. Doch erst die Lichtplanung vollendet die Atmosphäre und verleiht den verschiedenen Funktionen des Shops einen jeweils unverwechselbaren, auserlesenen Look. „Das Licht arbeitet mit dem Material und das Material arbeitet mit dem Licht“, sagt Kitzmüller. Lichtplaner Dietmar Unger von Shoup ergänzt: „Licht muss man spüren!“ Seine Auswahl aus hochtechnisierten Leuchten unterstützt das Interior Design des Shops mit „Feingefühl“, wie er sagt. In einer


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Prolicht steht für maßgeschneiderte Shop-Beleuchtung mit einzigartiger Lichtwirkung, technisch ausgefeilter Mechanik und extrem einfacher Handhabung. Live zu sehen sind die Lösungen auf der EuroShop in Düsseldorf in der Halle 9, Stand C74 vom 5. bis 9. März 2017.

Anmutung zwischen industrieller Funktionalität und traditionellem Charme verstärken die Beleuchtungssysteme den persönlichen Charakter des jeweiligen Ambientes, in dem sie integriert sind. Sowohl in der Optik als auch in der Lichtwirkung variable Lösungen eröffnen die Möglichkeit, die Räume auf Winter- und Sommersaison anzupassen und einzelne Nischen durch wählbare Lichtszenarien und Dimm-Funktionen in ein gemütliches Lounge-Ambiente zu verwandeln. Vorgabe von Strolz an die Beleuchtung waren ein hoher ästhetischer Anspruch und saubere Deckenlösungen. Daher kamen vor allem randlose integrierte Systeme in Frage. Mit Prolicht holte Unger einen erfahrenen Shop-Spezialisten ins Boot. Der Premium-Hersteller für exklusive Beleuchtungskonzepte zeigt nicht nur stolz seine Tiroler Herkunft, sondern präsentiert durch klares Design, hochentwickelte Beleuchtungstechnik und einzigartige Lichtwirkung auch seine Offenheit, Modernität und Kompetenz. Speziell für den Shop entwickelte Prolicht in seiner High-Tech-Manufaktur ein Kanalsystem als eine von gleich mehreren maßgeschneiderten Sonderlösungen. Als innovativer Konstrukteur bietet der Leuchtenhersteller für jedes Projekt eine architektonische Beleuchtung, die perfekt auf Raumkonzept und Lichtführung abgestimmt ist und durch ihre individuelle Konfigurierbarkeit größtmögliche Gestaltungsfreiheit gewährt. Die Lichtplaner Dietmar Unger und Johannes Lückl von Shoup legten die Lichtkanäle des Systems gleich einem imaginären Raster über die gesamte Fläche. Durch

Unterbrechungen der Rasterquadrate ergeben sich flächenbegrenzende Lichtrahmen und Winkel, die wie Pfeile in die einzelnen Nischen führen. „Sie funktionieren wie ein Wegweiser“, erklärt Unger. Alle Kanäle leuchten indirekt und bieten so eine angenehme Grundausleuchtung der Räume. Zusätzlich integrierte einzelne Strahler lassen sich als Akzentbeleuchtung flexibel positionieren. Sie sind rückversetzt und damit auch in verschiedenen Stellungen optisch kaum wahrnehmbar. Beidseitige Installationsschienen ermöglichen mithilfe von Drehverschlüssen eine sehr einfache Montage der Spots. Jeder Spot besitzt einen eigenen Treiber, wird über Steckverbindungen verdrahtet und kann einzeln platziert werden. Der fünffach ver-

stellbare Gelenkarm mit MAP-System (Multi Axis Positioning System) erlaubt Positionsänderungen der Spots in Rotation, Neigung und Höhe. Der Kanal ist ein so flexibel einsetzbares und individuell konfigurierbares Produkt, dass er inzwischen als Kanalsystem „Imagine“ von Prolicht erfolgreich zur Serienreife geführt wurde. Strolz-Geschäftsführer Maierhofer ist mit dem Ergebnis außerordentlich zufrieden: „Die Lichtlösungen von Prolicht fügen sich ausgezeichnet in das Shop-Design und bringen eine wunderbare Atmosphäre in die Räume.“ Unger fasst den Kern des neuen Shops so zusammen: „Dieses Konzept wirkt nur an diesem Ort, das lässt sich nicht auf eine Großstadt transferieren.“ Die geographische Nähe aller Beteiligten und

das gemeinsame Bewusstsein, naturverbundene Herkunft und hohen Kompetenzanspruch mit einer industriellen, modernen Urbanität zu inszenieren, ließ ein außergewöhnliches Projekt entstehen. Prolicht-Communication-Manager Thomas Bonora kennt als routinierter Snowboarder die Ansprüche an Ausrüstungs-Shops und Verleihstationen: „Im Sog des Lichts durch einen Shop geführt zu werden, der das alltägliche Verleihgeschäft in ein faszinierendes Erlebnis verwandelt, ist eine fantastische Idee!“ Fotos: Prolicht

www.prolicht.at www.strolz.at | www.shoup.at www.kitzmueller-architektur.at

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Nicht nur beim Thema Ladenbau

geht es um die aufmerksamkeitsstarke Gestaltung von Räumen und Inszenierung von Produkten. Auch die Konzeption von temporären Bauten wie Messeständen, Ausstellungen oder Pop-Up-Shops zielt darauf ab, das Interesse der Besucher zu wecken. Ebenso wie beim Shopdesign steht also der Kunde im Fokus und das Wissen um die Bedürfnisse der Zielgruppe. Für meist kurze Zeit muss ein besonderes Erlebnis geschaffen werden – hinzu kommen erschwerende Faktoren wie eine begrenzte Auf- und Abbauzeit, Transport, Gewicht, etc. … Unterstützung für diese besonderen Anforderungen bieten spezialisierte Messebauunternehmen, unter anderem mac, oder auch Anbieter von außergewöhnlichen Produktlösungen wie beispielsweise das Unternehmen Pixlip.

„Bring das Staunen zurück“

Mit der Ausstellung „Open Air“, konzipiert von Spek Design, zelebrierte Mercedes-Benz das Jahr der Cabrios und Roadster. Foto: Andreas Keller Fotografie

Das Jahr 2016 stand bei Mercedes-Benz ganz im Zeichen der neuen Cabriolets und Roadster. Gleich vier neue Modelle feierten ihre Premiere. Unter dem Claim „Bring das Staunen zurück“ fand eine modular aufgebaute Dachkampagne mit Marketing- und Werbeaktivitäten auf allen digitalen und klassischen Kanälen stattfand. Bestandteil war hierbei auch die Wanderausstellung „Open Air“. Entworfen wurde diese von Spek Design aus Stuttgart. Sie stellt das Erlebnis des offenen Fahrens in den Mittelpunkt. Und obwohl die Ausstellung im Innenraum stand, bewegte sie sich, als ob sie von einer sanften Meeresbrise in Schwingung versetzt werden würde. Segelskulpturen schwangen wie Blätter über ihr, wobei mit betontem Blick nach oben die Eindrücke von urbanen Citylights und Architektureindrücken miteinander verschmolzen. Begleitend zu den Fahrzeugen konnte der Besucher auf Entdeckerreise gehen und sich anhand der Fragen- und Antwortboxen Informationen zu diesem Fahrzeugsegment abholen. Ein weiteres Exponat erlaubte, mithilfe eines Fernrohrs jeden Winkel eines speziellen 360°-Grad-Films selbst zu bestimmen. Dabei konnte der Besucher den Genuss des offenen Fahrens erleben. Er konnte aber auch ganz entspannt in einem der beiden Mediensessel Platz nehmen und sich interaktiv in der musikalischen Sound-Atmosphäre sein persönliches Lieblingsfahrzeug aussuchen. Im Zentrum der Ausstellung war die „she‘s mercedes“-Lounge zu finden, in der sich Interessierte über dieses neue Netzwerk für Frauen informieren und den neuen Mercedes-Benz Lifestyle Fahrzeug-Konfigurator online testen konnten. ww.spek-design.de

Hell, individuell, flexibel Die Pixlip GmbH wurde 2008 in Düsseldorf von Lars Backhaus und Karl Lang gegründet. Spezialisiert war das Unternehmen seit Beginn an auf das Textilspannrahmensystem mit Kedertechnik, das nach kurzer Zeit um LED-Beleuchtung ergänzt wurde. Zudem war Pixlip der erste Produzent, der die seitliche LED-Einstrahlung für Leuchtrahmen entwickelte. Seit der Premiere im Rahmen der Euroshop 2011 konnte das Unternehmen ein jährliches Wachstum von über 60% verzeichnen. Im Herbst 2015 bezog Pixlip daher neue Räumlichkeiten, die mit 1.000 qm Bürofläche inkl. Showroom und 2.000 qm Produktionsfläche den aktuell 30 Mitarbeitern ausreichend Platz bietet. Mit seiner klaren Formensprache repräsentiert das System eine neue Generation der integrierten Lichtlösungen und ermöglicht ein breites und variables Spektrum an Anwendungs- und Gestaltungsmöglichkeiten. Während anfangs hauptsächlich Leuchtkästen und Displays nachgefragt wurden, werden in der Zwischenzeit komplette Messestände produziert. Mit Hilfe entsprechender Verbinder können die Leuchtkästen zu einem vollständigen Messestand kombiniert und an individuelle Gestaltungsideen angepasst werden. Die beiden Geschäftsführer ruhen sich aber nicht auf ihrem Erfolg aus, sondern entwickeln das Pixlip „Light Wall“-System ständig weiter. Ende 2015 wurde ein neues LED-Modul eingeführt, das nicht nur durch seine Leuchtkraft brilliert, sondern auch einfach per Klickmechanismus zu montieren ist. Ganz neu ist zudem das Konzept von „Pixlip Facade“. Hier werden Leuchtkästen zu einer gigantischen Leuchtfassade und verkleiden ganze Gebäude. www.pixlip.de

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Im Pixlip-Showroom in Langenfeld sind alle Einsatzmöglichkeiten des Systems dargestellt. Hier abgebildet eine Messelichtwand mit Magnethalter. 2017 wird das Unternehmen wieder auf der Euroshop vertreten sein (Halle 5, C 17). Foto: Pixlip


Die nächste Weltausstellung im kasachischen Astana (10. Juni bis 10. September 2017) steht unter dem Motto „Energie der Zukunft“. Die Besucher des Deutschen Pavillons können dann in einer attraktiven Mischung aus Informationen und Unterhaltung die Potenziale erneuerbarer Energien erfahren, Einblicke in die Stadt der Zukunft erhalten und Teil eines intensiven Gemeinschaftserlebnisses in einer faszinierenden Energy-Show sein. Verantwortlich für die Gesamtkonzeption und Umsetzung ist im Auftrag des BMWi die Arbeitsgemeinschaft insglück, Berlin, gtp2 Architekten, Düsseldorf, und der Messebauspezialist mac, Langenlonsheim. Diese haben in einem EU-weiten Vergabeverfahren den Zuschlag erhalten. InteriorFashion sprach mit RalfThomas Becker, Prokurist und Leiter Vertrieb und Projektmanagement bei mac Messe- und Ausstellungscenter Service GmbH, über das ganz besondere Projekt und die Herausforderungen für sein Unternehmen. IF: Gemeinsam mit der Agentur insglück und dem Architekturbüro gtp2 Architekten werden Sie den Deutschen Pavillon

Expo 2017

Ein Blick hinter die Kulissen auf der Expo 2017 in Kasachstan realisieren. Arbeiten Sie zum ersten Mal in dieser Konstellation zusammen? Ralf-Thomas Becker: In dieser Konstellation arbeiten wir tatsächlich das erste Mal zusammen. Aber wir kennen uns seit Jahren, da wir alle drei Mitglieder im Branchenverband FAMAB e. V. sind. Wir haben mit gtp2 auch bereits erfolgreich zusammengearbeitet und deshalb nicht lange gezögert, als gtp2-Geschäftsführer Antony de Taranto angefragt hat, ob wir uns an der Ausschreibung für den Deutschen Pavillon beteiligen wollen. IF: Inwieweit waren Sie in die Gesamtkonzeption eingebunden? Becker: Der Pavillon steht bereits. Wir sind für die Fassadengestaltung und den Innenausbau verantwortlich – also die bauliche Realisierung des Projekts. Dabei werden wir die grafischen Elemente im Pavillon als auch an der Außenfassade umsetzen. Außerdem werden wir bauliche Eingriffe in die bestehende Gebäudestruktur vornehmen: Wir werden die Fassade nach außen und nach innen hin partiell öffnen, um den

Ralf-Thomas Becker, Prokurist und Leiter Vertrieb und Projektmanagement bei mac Messe- und Ausstellungscenter Service GmbH. Fotos: mac, insglück/gtp2/mac

Verlauf der Besucherströme zu optimieren. Darüber hinaus wird die technische Gebäudeausrüstung (Brandmeldeanlagen, Klimaanlagen, Sanitäranlagen, Sprinkler) von mac geplant und koordiniert. Und wir installieren einen Personenaufzug, um den Pavillon barrierefrei zu gestalten. IF: Welchen speziellen Herausforderungen stehen Sie als Messebauer bei diesem Projekt gegenüber? Becker: Dieser Expo-Auftritt ist überhaupt nicht vergleichbar mit einem Messebau. Bei einer Messe kennen wir die räumlichen und technischen Bedingungen. In Astana ist dagegen alles anders. Die Bauvorschriften unterscheiden sich in wichtigen Punkten von den europäischen. Außerdem liegt Astana über 4.300 km vom mac-Hauptsitz im rheinland-pfälzischen Langenlonsheim entfernt und hat keinen Meereszugang. Der logistische Aufwand ist deshalb immens. Die Lkw werden rund eine Woche lang unterwegs sein. Auch das Klima ist eine Herausforderung: Wenn wir Anfang nächsten Jahres mit dem Aufbau beginnen, kann es in Kasachstan bis zu -40 Grad kalt sein. IF: Und wie gehen Sie diese an? Becker: Wir haben uns erst einmal mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut gemacht: Welche Zoll- und Einfuhrbestimmungen gibt es, wie lauten die örtlichen Gesetze zum Brandschutz und der Statik etc. Dazu arbeiten wir mit ortsansässigen Beratern zusammen, einer unserer Kontaktarchitekten kommt aus Astana. Außerdem stammt einer unserer mac-Mitarbeiter aus Kasachstan. Auch das ist ein großer Vorteil.

In der Stadt der Zukunft lenkt der Deutsche Pavillon den Blick auf die Lebenswelt der Besucher.

Bezüglich der Logistik werden einige Teile bei uns in Langenlonsheim gefertigt, andere Teile direkt in Kasachstan vor Ort. Wir verfügen außerdem über ein weltweit aktives Partnernetzwerk, beispielsweise in der Türkei und in Russland. Auch auf deren Hilfe können wir zurückgreifen. IF: Messebauer-Unternehmen gibt es ja einige. Welchen USP nehmen Sie für sich in Anspruch? Becker: Speziell für dieses Projekt ist unser Alleinstellungsmerkmal sicherlich unsere Erfahrung im zentralasiatischen Raum und unser bereits erwähntes gutes Netzwerk. Seit 2000 haben wir eine eigene Niederlassung in Shanghai. Wir kennen die Gepflogenheiten und Mentalitäten vor Ort entsprechend sehr gut und wissen, welche interkulturellen Unterschiede es gibt und wie wir mit ihnen umgehen können. Außerdem haben wir als eines der führenden internationalen Messebauunternehmen in Deutschland viel Erfahrung mit Großprojekten. Die gesamte Werksplanung, also das Engineering, machen wir vor Ort in Langenlonsheim und können dank eigener Fertigung auch auf spontane Änderungen und Engpässe flexibel reagieren. Es ist übrigens nicht unser erstes ExpoProjekt: Bei der Weltausstellung 2000 in Hannover haben wir unter anderem den Stand von Mazedonien und Slowenien gebaut sowie den deutschen Weingarten. IF: Herr Becker, vielen Dank für diese Einblicke. www.mac.de www.expo2017astana.com/en

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Design und Genuss Bereits Mitte Oktober 2013 eröffnete im Dortmunder Dula-Center das Restaurant „Cielo“. Die Vision von einem Ort, der außergewöhnliches Design mit kulinarischem Genuss vereint, bewog Heinz-Herbert Dustmann, Geschäftsführer des Laden- und Innenausbau-Spezialisten Dula, dazu, auf der siebten Etage des Gebäudes ein Restaurant zu eröffnen. Für die Namensgebung – „Cielo“ bedeutet im Spanischen Himmel – war im Besonderen die extravagante Lage in der siebten Etage des Dula-Centers über den Dächern von Dortmund Inspirationsquelle. So stellte die Dula-Architektin Ulrike Dinand zu Beginn der Planung die Frage „Wie ist der Himmel?“ Hell und klar, aber auch dunkel, abwechslungsreich und bewegt sollte das Design-Konzept demnach sein. Individualität und Natürlichkeit sollte die gesamte Gestaltung des Restaurants auszeichnen, und neben der Gustatorik sollten auch alle anderen Sinne angesprochen werden. Dementsprechend wählte sie natürliche Materialien wie Eiche, Nussbaum, Echtleder und Holzparkett und akzentuierte die Räume mit einem kräftigen Türkis. Im Herbst 2016, also rund drei Jahre nach der Eröffnung, wurde das „Cielo“ um den neuen Lounge-Bereich „Esfera“ ergänzt. Als bewusster Kontrast zum exklusiven Ambiente des Restaurantbereichs wurde mit der „Esfera“-Lounge eine lockere und gemütliche Atmosphäre geschaffen. „Kleinere Tische lassen einen näher zusammenrücken. Natürliches Licht und eine gemütliche Dekoration schaffen eine angenehme Atmosphäre“, erklärt Dustmann das neue Lounge-Konzept. Prägend für die Gestaltung des neuen Bereichs sind edle Stoffe, ein hochwertiges Lounge-Mobiliar und ein eigenes und dennoch harmonisches Farbkonzept. www.dula.de | www.cielo-restaurant.de

Struktur im Raum sowie eine optimierte Akustik, Beleuchtung und Flächeneffizienz ermöglicht das Trennwandsystem von Quint-it Raumsysteme. Fotos: Roland Troll

Kreative Ruhe im Raum

Wohlfühlen und Genießen über den Dächern von Dortmund: Im Restaurant „Cielo“ und der neuen „Esfera“-Lounge verschmelzen Design und Esskultur. Foto: Dula

Exotik in Berlin Im Juni 2016 eröffnete in der Potsdamer Straße in Berlin ein neues Restaurant mit Bar namens „Panama“ – inspiriert von Janoschs Kinderbuch „Oh, wie schön ist Panama“. Auf eindrucksvolle Weise wurden die Themen des Buches wie Nähe und Ferne, Vertrautes und Exotik aufgegriffen und in die Raumgestaltung integriert. Natürliche Materialien, exotische Pflanzen, farbenfrohe Details und eine Auswahl zeitgenössischer Kunst sorgen für ein wohnliches, freundliches Ambiente. Mit dem Interior-Konzept aus der Feder von Nora Witzigmann und Karoline Butzert wurde so der Charme der hohen Decken, Säulen und Backsteinwände des historischen Fabrik-Komplexes erhalten und in die Gegenwart transportiert. Passend dazu laden im Restaurantbereich die Bugholzstühle von Thonet in hell geölter Esche zum Sitzen ein. Abgerundet wurde das Sitzmöbelkonzept mit dem Thonet-Klassiker „Kaffeehausstuhl 214“ und dem „Armlehnensessel 209“. www. oh-panama.com | www.thonet.de Helles Holz und weiße Wände bestückt mit zeitgenössischer Kunst – Exotik und Vertrautes treffen im Berliner Restaurant Panama aufeinander. Foto: Philipp Langenheim

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Der EUREF-Campus in Berlin am historischen Gasometer ist Stadtquartier für renommierte Unternehmen aus den Bereichen Energie, Nachhaltigkeit und Mobilität. Der Campus sieht sich als Forum und Informations-Hub für Themen rund um die Energiewende. Die energieeffizienten Gebäude führen mit einem intelligenten Lösungsansatz zu einer klimaneutralen Energieversorgung auf dem Campus. Neu eingezogen ist Wilo, der weltweit führende Hersteller von Pumpen und Pumpensystemen im Hightech-Bereich. Für die 30 Arbeitsplätze, mehrere Besprechungszonen und zwei Konferenzräume hat die Firma Kaefer Construction eine detaillierte Raumakustikplanung erstellt und in der Umsetzung eine offene Kommunikationswelt für die Vertriebsleitung und Geschäftsführung von Wilo in Berlin erschaffen. Das ganzheitliche Einrichtungskonzept wurde mit dem Ganzglassystem von Quint-it Raumsysteme realisiert. Das Trennwandsystem strukturiert den Raum und erfüllt die Anforderungen an Akustik, Beleuchtung und Flächeneffizienz. Während die Firma Kaefer die Absorbertechnik für Decke und Wand sowie die passenden Rahmen lieferte, wurden die Glaswände von Bartelt Glas Berlin eingebaut. www.quint-it.de | www.kaeferabsorber.com | www.barteltglas.berlin


[contract ]

(Ess-)Kultur auf höchstem Niveau Anfang November 2016 eröffneten die gastronomischen Betriebe der Störtebeker Elbphilharmonie GmbH in der neuen Hamburger Elbphilharmonie. Auf vier Ebenen und einer Gesamtfläche von 1.000 qm entstanden die drei Gastronomiebereiche „Beer&Dine“ (230 Sitzplätze), das Bistro „Shop&Taste“ (36 Sitzplätze) und der Snackbereich „Deck&Deli“ nach den Entwürfen des Lüneburger Büros formwaende. Angelehnt an das Design der Elbphilharmonie sowie an die Corporate Brand der Störtebeker Braumanufaktur aus Stralsund entwickelten die Interior Designer ein Gestaltungskonzept, welches das nordische Lebensgefühl mit seiner Rauheit, Einfachheit und Konsequenz widerspiegelt. Inspiration hierfür holten sich Florian Kienast, Geschäftsführer von formwaende, und sein Team unter anderem in Stockholm und Kopenhagen. Entstanden ist eine warme, kontraststarke und intime Atmosphäre mit ausgewählten, ausdrucksstarken Materialen, Formen und Farben sowie einer szenischen Beleuchtung. Einige wenige authentische Materialien wie roher brünierter Stahl, echter Beton, massives Eichenholz sowie naturbelassenes Leder dominieren das Erscheinungsbild. Unterstrichen wird das Design-Konzept von schwarzgrauen, betongrauen und naturholzfarbenen Tönen, die nur durch Akzente im typischen Störtebeker-Rot unterbrochen werden. Dieser nordisch reduzierte Materialeinsatz ist auch bei allen technischen und funktionalen Einrichtungen und Bereichen konsequent fortgeführt. Überall sind die Oberflächenreflektionen auf das Minimalste reduziert worden. Grundlegendes Merkmal des Lichtkonzeptes ist die szenische, blendungsfreie und fokussierte Beleuchtung der Raumobjekte und Tischflächen in durchgehend verwendeter LED-Technik. Das gesamte Möbelinventar aus Stühlen, Tischen, Tresenanlagen und Wandverkleidungen ist einmalig für die Störtebeker Elbphilharmonie GmbH angefertigt worden. Hierfür holte man die Möbelmanufaktur Wagner Living an Bord, die bestehende Modelle aus dem eigenen Sortiment anpasste und exklusiv für die Störtebeker Elbphilharmonie produzierte. Neben dem Störtebeker-Stuhl mit der markanten Rückenform und der dreidimensionalen Dondola-Technik findet man Barhocker und Stühle, die an den Wagner-Klassiker, den Wirtshausstuhl „W-1960“ erinnern. Die Polsteroberfläche der gesamten Sitzmöglichkeiten – inklusive der umlaufenden Bänke – ist aus offenporigem und naturbelassenem Leder, dessen roher Charakter das Störtebeker-Konzept perfekt ergänzt. Ebenfalls aus der Wagner-Produktion in Langenneufnach stammen die Tische in den drei Gastronomiebereichen, darunter der „Captain‘s Table“ und ein zwölf Meter langer Tisch im sogenannten „Channel“. www.wagner-living.de | www.formwaende.de | www.stoertebeker-eph.com

Ein einzigartiges Gebäude wie die neue Elbphilharmonie verlangt auch nach einem einzigartigen Gastronomie- und Design-Konzept. Das Büro Formwaende und die Möbelmanufaktur Wagner Living gestalteten die drei Gastronomiebereiche der „Störtebeker Elbphilharmonie“. Fotos: Formwaende

Alte Materialien neu interpretiert Die Modernisierung des traditionsreichen Stuttgarter Gasthauses „Fässle“ stellte Innenarchitektin Irina Badaczewski und ihr Studio IB vor eine besondere Herausforderung. Denn es galt, den Charme, die Geschichte und zu großen Teilen auch das Erscheinungsbild des traditionellen, bürgerlichen Wirtshauses beizubehalten. Mit den Stammgästen aus der Umgebung im Blick, sollte dennoch ein Ambiente geschaffen werden, das auch eine junge Zielgruppe anspricht. Angelehnt an die Geradlinigkeit des neuen Pächters, Sternekoch Patrick Giboin, sollte auch das neue Interior-Konzept die Ornamenthaftigkeit und Materialvielfalt des Gebäudes aus dem Jahr 1905 zurücknehmen. Mit Fingerspitzengefühl entwickelte Badaczewski einen Entwurf, der die Tradition des Hauses mit zeitgemäßer Gestaltung vereint. So versetzte die Innenarchitektin einzelne Elemente wie die Decke wieder in den Urzustand und betonte durch einen Kalkputz die ursprünglichen architektonischen Elemente. Weiterhin verzichtete sie auf abgependelte Leuchten, um die Decke mit weißen Deckenzylindern und Goldreflektoren in Szene zu setzen. Nachdem die historische Holzvertäfelung erhalten bleiben sollte, trug Irina Badaczewski die verschiedenen vorhandenen Farbanstriche ab und brachte die Holzflächen der Räume auf einen chromatischen Nenner. Abschließend verleihen Wandflächen und Bezugsstoffe in einem dezenten blaugrauen Farbton den Räumlichkeiten Eleganz und ein modernes Flair. www.studioib.de | www.restaurant-faessle.de

Studio IB hat bei der Modernisierung des Stuttgarter Restaurants „Fässle“ minimalistisches Design mit dem Charme des ursprünglichen Wirtshauses vereint. Foto: Studio IB

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HERZLICH – STILSICHER – KOMPETENT – KOMPROMISSLOS – SOUVERÄN –

Erstklassig ist nicht nur der Service bei

Böhmler – auch die Architektur des

Hauses in München ist beeindruckend.

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[trade ]

Die einzelnen Motive der Kampagne wurden mit Mitarbeitern des Unternehmens produziert.

Das neue Dachmarkenmotiv von Böhmler visualisiert das Markenversprechen: „böhmler. erstklassig.seit 1875“.

Bis in das Jahr 1875 reicht die Geschichte des Einrichtungshauses Böhmler zurück. Damals gründete Johann Georg Böhmler das Unternehmen. Schon kurze Zeit später konnte sich Böhmler „Königlich Bayerischer Hoflieferant“ nennen. Bis heute ist das Haus in Familienhand und wird in vierter Generation von den Cousins Georg, Stephan und Thomas Böhmler geführt. Der Anspruch auf Erstklassigkeit ist dabei immer der gleiche geblieben. Heute beschäftigt das Unternehmen 180 Mitarbeiter und zählt sowohl im Privatkunden- wie auch im Objektgeschäft zu den führenden Einrichtungshäusern in Bayern und Deutschland. Am 8. Dezember präsentierte Böhmler nun seinen neuen Markenauftritt. IF: Herr Böhmler, für was steht Ihr Unternehmen? Georg Böhmler: Böhmler steht seit 140 Jahren für erstklassige Qualität, erstklassigen Service, profunde Produktkenntnisse und Planungskompetenz. Oder anders ausgedrückt, wir stehen für Interior Solutions auf höchstem Niveau – als Trendsetter und als Dienstleistungsweltmeister. IF: Das klingt ja ausgezeichnet und nach wenig Bedarf für Veränderung. Warum haben Sie dann einen Marken-Relaunch vollzogen? G. Böhmler: Es war einfach an der Zeit, das zu hinterfragen, was wir seit vielen Jahren tun. Wir haben das vor einigen Jahren in Bezug auf die Designalliance, dem Möbelverbund der führenden Einrichtungshäuser in Deutschland und Österreich, dem wir angehören, getan. Dieser Prozess hat mich fasziniert. Wir haben uns viele Jahre mit der beliebten und von uns sehr geschätzten Kampagne „Böhmler im Tal – eine Münchner Einrichtung“ stark auf München konzentriert und den Bereich Inneneinrichtung in den Mittelpunkt unserer Außendarstellung gestellt. Tatsächlich haben wir ein viel breiteres Leistungsspektrum. Neben der Inneneinrichtung gibt es gleich gewichtet die erfolg-

reichen Bereiche Bodenbelag und Parkett, Büro- und Objekt sowie den neu geschaffenen Bereich Innenausbau. Von daher war es an der Zeit, unsere Kompetenz in Gänze darzustellen und alle Bereiche unter der Dachmarke Böhmler zu bündeln. IF: Wie lässt sich der neue Markenauftritt beschreiben? G. Böhmler: Ab sofort wird es nur noch ein Logo für alle Bereiche geben. Wir haben uns von unserer Kampagne „Böhmler im Tal – eine Münchner Einrichtung“ verabschiedet und geben nun mit „böhmler.erstklassig.seit 1875.“ ein neues Markenversprechen. Daran angelehnt, wurde auch die alte visuelle Identität überarbeitet. Das Logo, die etablierte Böhmler-Kachel, erstrahlt nun in edlem Gold mit schwarzer Schrift. Entsprechend werden auch alle Werbeträger, die nach außen gehen, angefangen beim Briefpapier bis hin zu den Montagefahrzeugen, umgerüstet. Und auch unsere Website wurde entsprechend angepasst. Neben dem übergeordneten Dachmarkenmotiv und dem Slogan „Ihre Räume haben Erstklassiges verdient“ haben wir außerdem eine Wertekampagne entwickelt, die als dominante Gestaltungsmerkmale zentrale Wertebegriffe des neuen Markenverständnisses nutzt: „herzlich“, „stilsicher“, „kom-

Georg Böhmler führt gemeinsam mit seinen Cousins Stephan und Thomas Böhmler das Unternehmen. Fotos: Böhmler/Marcus Hassler

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[trade ]

HERZLICH – STILSICHER – KOMPETENT – KOMPROMISSLOS – SOUVERÄN – petent“, „kompromisslos“ und „souverän“. Das sind die Werte, für die Böhmler künftig steht und die Böhmler-Mitarbeiter in der neuen Kampagne verkörpern.

Mitte November wurden die Neugestaltung der Giorgetti-Suite (oben) und der Baxter-Ausstellung abgeschlossen. Böhmler verfügt damit über das größte Baxter-Sortiment in Süddeutschland.

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IF: Apropos Mitarbeiter. Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei dem MarkenRelaunch? G. Böhmler: Unsere Mitarbeiter sind unser wichtigstes Kapital. Wer könnte mehr für herausragende Qualität stehen als die Mitarbeiter von Böhmler selbst. Deshalb haben wir sie auch in die Entwicklung des neuen Markenauftritts einbezogen. Zudem stehen sie auch, erstklassig fotografiert, im Mittelpunkt der neuen Kampagne. Wir haben insgesamt fünf Motive mit Mitarbeitern aller Geschäftsbereiche produziert. Das ist auch sehr authentisch. Konzipiert wurde die Kampagne von der Münchener Agentur Wunderhaus in Kooperation mit Markenberater Karsten Klepper von der Klepper-Markenberatung, der die Entwicklung des neuen Markenauftritts als externer Berater leitete.

IF: Der neue Markenauftritt beschränkt sich ja aber nicht nur auf das Visuelle … G. Böhmler: Das ist richtig. Wir wollten aber nicht nur einfach unser Logo und unsere Farben verändern, sondern mit dem neuen Auftritt unsere Marke, unser Leistungsversprechen und damit unsere Werte besser erlebbar machen. Dazu haben wir mit unseren Mitarbeitern, die ja Botschafter unserer Erstklassigkeit sind, einen Böhmler-Verhaltens-Kodex erarbeitet. Dieser umfasst neben grundsätzlichen Verhaltensformen auch ganz profane Dinge, wie zum Beispiel Ordnung am Arbeitsplatz, Kleidung oder wie spreche ich jemanden an. Hier sind unsere Mitarbeiter schon sehr, sehr gut, und es gib eigentlich nur Kleinigkeiten zu verbessern. Wenn wir aber den Anspruch haben, erstklassig sein zu wollen, dann müssen eben auch die Kleinigkeiten stimmen. Erst dann wird das Gesamtergebnis rund. Dazu wird es im kommenden Jahr einige Workshops geben. Was wir schon eingeführt haben, ist ein Concierge am Eingang. Er öffnet unseren

Kunden die Türe, begrüßt diese herzlich und führt sie zu dem entsprechenden Berater. Weiterhin haben wir unseren hinteren Eingang geschlossen. Damit wollen wir verhindern, dass die Leute unser Haus als Abkürzung bei schlechtem Wetter nutzen. Das kam immer wieder vor. Und auch das passt einfach nicht zu unserem Anspruch. Wir wollen uns auf unsere Kunden und unseren erstklassigen Service konzentrieren. Dazu haben wir zum Beispiel vor Kurzem die neue Abteilung Interior Design Solutions gegründet. Auf diese Weise stellen wir sicher, dass dem Kunden die Aufmerksamkeit geschenkt werden kann, die er verdient. Sie sehen, es sind in der Tat nur kleine Stellschrauben, an denen wir drehen, aber in der Gesamtheit führen sie dann doch zu etwas Großem. IF: Herr Böhmler, herzlichen Dank für das Gespräch! www.boehmler.de


[trade ]

Neues Licht- und Markenerlebnis Am 10. November eröffnete das Münchner Licht- und Design-Unternehmen Occhio seinen neuen Flagship-Store in Köln. Gemeinsam mit dem Architekturbüro eins:33 arbeitete Occhio fast 18 Monate an der Planung und Realisation des neuen Standortes und präsentierte nun die gelungene Mischung aus Architektur, Lichtgestaltung und Produkt auf über 330 qm. Während im Eingangsbereich des Erdgeschosses sogenannte „space stations“ die Besucher zum interaktiven Kennenlernen verschiedener Leuchten- und Strahlerserien einladen, hält der hintere Teil

des Stores einen großen, multifunktionalen Bereich für Schulungen, Vorträge und Sonderausstellungen bereit. Im Obergeschoss erwartet den Kunden ein inspirierender Wohnbereich, in dem die reale Anwendung der Occhio-Produkte sowie die Wirkung von Licht wie im eigenen Zuhause erlebt wird. Neben dem ersten Occhio-Flagship-Store in München stehen die neuen Räumlichkeiten in Köln als Pilot für das neue „Store by“-Konzept, das gemeinsam mit einem ausgewählten Kreis von Handelspartnern europaweit umgesetzt werden soll. www.occhio.de

Foto: Louis Poulsen

Erster Showroom in Deutschland Der dänische Leuchtenhersteller Louis Poulsen hat am 30. November in Düsseldorf seinen ersten Showroom in Deutschland eröffnet. Angrenzend an den deutschen Firmensitz, der bereits seit zehn Jahren im Medienhafen angesiedelt ist, eröffnet sich nun ein Areal für Design-Liebhaber, Architekten, Interior Designer und Händler, auf dem die umfangreichen Leuchtenkollektionen live zu erleben sind. Mit dem Showroom soll im Besonderen die enge Verbindung mit den Planern im deutschen Raum verstärkt werden, denn die Marke Louis Poulsen und die Entstehungsgeschichten der Leuchten sind untrennbar mit den Ideen und Visionen von Architekten und Designern verbunden. So stehen neben den bekannten Leuchten-Klassikern von Poul Henningsen oder Arne Jacobsen auch neue Kollektionen wie Cirque, Skyline oder die NJP-Serie im Rampenlicht. Als Special Guest bereicherte der junge, dänische Designer Øivind Slaatto (Foto) das Eröffnungs-Event und stellte seinen neuen Entwurf, die Pendelleuchte „Patera“, vor. www.louispoulsen.com

Showroom und Informationsplattform vereint zu einem besonderen Licht- und Markenerlebnis – Occhio bietet mit dem neuen Flagship-Store in Köln seit dem 10. November einen neuen Anlaufpunkt für Endverbraucher, Planer und Handelspartner. Foto: Occhio

Schlüssiges Gesamtkonzept Seit dem 15. September ist die Stuttgarter Innenstadt um einen Hotspot für Architekten, Innenarchitekten und Badliebhaber reicher. Denn mit Agape20 eröffnete der italienische Badhersteller aus Mantua einen neuen Anlaufpunkt für Planer und Endkunden. Design, Exklusivität und Qualität der Marke haben die beiden Gründer des Geschäfts, Simone Kilian und Dennis Lieberwirth, dazu bewogen, den Store ins Leben zu rufen. „Manchmal kommt alles auf wundersame Art zu einem facettenreichen, stimmungsvollen Gesamtbild zusammen“, erklären Kilian und Lieberwirth, die beide ihren beruflichen Hintergrund im Bereich Architektur und Design haben. „Mit Engagement, Geduld und Hingabe, verlässlichen Partnern und Nachbarn konnten wir etwas Besonderes verwirklichen.“ Als Partner bieten der Leuchtenhersteller und Lichtplaner PSLab sowie der Naturstein-Spezialist Klaus Maier Steinkonzepte ihre Produkte im Innenhof des Stores an. Auch im Ausstellungsbereich ergänzen

Neueröffnung nach Umbau Eines der größten Design-Einrichtungshäuser der Metropolregion RheinNeckar, das Traditionshaus Weckesser, öffnete nach zweimonatiger Umbauphase Ende September erneut die Türen. „Alles ist komplett neu“, erklärt Geschäftsführer Peter Weckesser. „Unsere Kunden erwartet nun eine komplett neu gestaltete Verkaufsfläche, die um 500 qm angewachsen ist, und ein ebenfalls neu gestaltetes Außengelände, das sogar um 750 qm vergrößert wurde.“ Insgesamt können die Kunden nun auf mehr als 7.000 qm die neuen Kollektionen von über 240 Hochwert-Marken aus den Bereichen Wohnen, Schlafen, Küche, Speisen, Büro und Garten erleben. Ziel der Umgestaltung war, das Haus „stabil an die Jugend zu übergeben“. Denn 2018 soll die Geschäftsführung des Betriebs an die vierte Generation, Peter Weckessers Söhne Kai und Christian Weckesser zusammen mit Schwiegertochter Hannah Weckesser, übergeben werden. www.weckesser.de

Herausragende Badaustattung im harmonischen Zusammenspiel mit besonderen Natursteinen offenbart der neue Agape-Store im Herzen Stuttgarts. Foto: Agape Auf die lange Planungszeit für das neue Erscheinungsbild des Design-Möbel-

die Fliesen und Natursteine von Klaus Maier Steinkonzepte perfekt die architektonischen Produkte der Firma Agape. agape20.de

hauses Weckesser folgten drei Monate Räumungsverkauf und zwei Monate Komplettumbau. Seit Ende September erstrahlen die über 7.000 qm Verkaufsfläche in neuem Glanz. Foto: Weckesser

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[design ]

Klang und Klassiker

Einfach, ehrlich, zeitlos

Anlässlich des 80. Geburtstags von Peter Maly zeigt das Hamburger Ausstellungsund Veranstaltungszentrum für aktuelles Design, designxport, die Werkschau mit dem Titel „Arbeiten aus vier Jahrzehnten“. Der Designer und Innenarchitekt Peter Maly begann vor 40 Jahren seine internationale Karriere in der Hansemetropole und freut sich, dass seine zwischenzeitlich elfte Einzelausstellung wieder in Hamburg stattfindet: „Es ist mir eine Ehre, diese Ausstellung im Designzentrum meiner Heimatstadt zu gestalten.“ Und auch die Nähe zur Elbphilharmonie ist kein Zufall, denn Maly ist einer der wenigen Designer, der auch Musikinstrumente gestaltet. So sind auch bei der aktuellen Ausstellung bereits im Schaufenster zwei seiner Musikinstrumente zu sehen – das Piano „Pure“ und der Flügel „Ambiente“, die er für die Firma Sauter gestaltete. Aber natürlich finden auch die Maly-Klassiker und wichtigsten Möbelentwürfe des Designers in der Ausstellung Beachtung. So reiht sich auf einem 16m langen Posest der Stahlrohrsessel „Zyklus“ neben die „Menos“-Kommoden, den runden „Circo“-Sessel und die quadratischen „Lines“-Regale. Kombiniert werden die Designklassiker mit neuen Arbeiten, wie dem Massivholztisch „Spirit of Forest“ und dem Sitzmöbel „Pit“. Im Zentrum der Ausstellung erwarten die Besucher zudem drei verschiedene, abstrahiert dargestellte Wohnszenarien. Dabei thematisiert eines der Ausstellungsquadrate die Ästhetik Japans und rückt die Exponate der „Tonsai“Kollektion und den Esstisch Hakama in den Fokus. Die Ausstellung „Peter Maly – Arbeiten aus vier Jahrzehnten ist noch bis zum 21. Januar 2017 im Designxport in Hamburg zu sehen. www.designxport.de

Dieter Rams zählt zu den einflussreichsten deutschen Designern der letzten Jahrzehnte. Neben seinen legendären Entwürfen für die Firma Braun und seinen „Zehn Thesen zum Design“ zählen auch Möbelklassiker wie das Regalsystem 606 und der Sessel 620 zu seinen Konzepten. Diesen und vielen weiteren Möbelentwürfen sowie seinen Elektro-

Ein wenig bekannter Entwurf von Dieter Rams, das System 740, basiert auf runden, stapelbaren Elementen, die von japanischen Sitzmatten inspiriert sind. Foto: Christoph Sagel

geräten widmet sich die Ausstellung „Dieter Rams. Modular World“, die bis zum 12. März 2017 im neueröffneten Vitra Schaudepot zu sehen ist. Wie wichtig Dieter Rams seine Möbel waren, erläuterte Rams so: „Vielleicht noch unmittelbarer als die Braun Geräte sind die Möble entstanden aus einer Vorstellung davon, wie die Welt ,eingerichtet‘ sein und wie die Menschen in dieser offiziellen Umwelt leben sollten. Jedes Möbelstück ist in diesem Sinne auch ein Welt- und Lebensentwurf.“ Dementsprechend sind Rams‘ Entwürfe gekennzeichnet durch Reduktion und Schlichtheit und folgen seiner Maxime „Gutes Design ist so wenig Design wie möglich“. Herausragende Beispiele hierfür sind z. B. das Regalsystem 606, das seit 1962 hergestellt wird und auch heute noch mit Modulen aus der aktuellen Produktion kombiniert werden kann. www.design-museum.de

Voller Kreativität ins neue Jahr

Das kreativen Schaffen von Peter Maly umfasst neben Entwürfen für Möbel auch das Design von Musikinstrumenten – die Einzelausstellung „Arbeiten in vier Jahrzehnten“ ehrt den Designer und Innenarchitekten anlässlich seines 80. Geburtstags. Fotos: Designxport

Nachwuchs für Mailand Mit dem internationalen Wettbewerb „ein&zwanzig“ ermöglicht der Rat für Formgebung 21 Nachwuchsdesignern im Rahmen der Tortona Design Week 2017 ihre Prototypen auszustellen. Die Gewinner dürfen dann ihre ausgezeichneten Produkte vom 4. bis 9. April 2017 auf der Tortona Design Week, die anlässlich des Salone del Mobile in Mailand

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stattfindet, ausstellen und somit einem internationalen Publikum präsentieren. Neben der finanziellen Unterstützung profitieren alle Gewinner von den umfassenden Marketingmaßnahmen und dem Netzwerk, das der Rat für Formgebung bietet. Der Wettbewerb richtet sich an Designstudenten und Absolventen mit innovativen und richtungsweisenden Arbeiten aus dem Bereich Möbel, Wohnaccessoires, Leuchten, Bodenbeläge, Tapeten, Textilien und Lifestyle – die Teilnahme ist kostenfrei. Anmeldeschluss ist der 3. Februar 2017. Weitere Informationen zum Wettbewerb finden Sie unter: www.ein-und-zwanzig.com

Bereits zum 28. Mal heißt es Ende Januar 2017 wieder „Bühne frei“ für die Passagen in Köln, dem besonderen Programm aus Veranstaltungen, Vernissagen, Happenings und Shows rund um das Thema Design. Parallel zur imm cologne, von 16. bis 22. Januar, lockt dazu erneut ein dicht gestaffelter Parcours das designbegeisterte Publikum in die Museen, Showrooms, Hochschulen und Galerien der Kölner Innenstadt. Einer der Hotspots, der design parcours ehrenfeld, feiert in diesem Jahr sein 10-jähriges Jubiläum, unter anderem mit spannenden Neuzugängen aus der jungen Designszene. Aber auch das belgische Viertel verspricht mit einer gekonnten Mischung aus High-End-Herstellern und Jungdesignern eine kreative Inszenierung und Inspiration für die Besucher. Eines der Highlights für die kommende Ausgabe der Passagen verheißt jedoch die Kooperation zwischen Dutch Design Exchange und den Passagen, die sich dem Design-Transfer zwischen Köln, Eindhoven und Maastricht verschrieben haben. Unter dem Titel „Maken/Machen“ zeigen hier junge niederländische Designer ihre Arbeiten. Vom Newcomer zu einem der bedeutendsten deutschen Designer hat sich Stefan Diez in den letzten 15 Jahren entwickelt. Um das Schaffen von Diez zu würdigen, präsentiert das Museum für angewandte Kunst Köln (MAKK) während der Passagen die Werkschau „FULL HOUSE: Design by Stefan Diez“ – eine umfassende Werkschau des Münchner Designer in einer außergewöhnlichen Ausstellungsszenographie. Und natürlich vergibt der Rat für Formgebung auch wieder die begehrten „Iconic Awards: Interior Innovation“, deren Preisträger „Best of Best 2017“ im Kölnischen Kunstverein präsentiert werden. www.voggenreiter.com

Erstklassige Designveranstaltungen in ungewöhnlichen Locations zeichnen die Passagen, Kölns Interior Design Week, aus. Foto: Wolfgang Burat


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Geballtes Kreativ-Potenzial Anfang November öffneten die fünf Schweizer Unternehmen Creation Baumann, Girsberger, Glas Trösch, Hector Egger Holzbau und Ruckstuhl ihre Produktionshallen in Langenthal, um gemeinsam mit anderen, renommierten Herstellern, Newcomern und Hochschulen den 16. Designers‘ Saturday zu feiern. Rund 15.000 Besucher feierten mit und lieferten erneut den Beleg, dass die Veranstaltung im November das Zentrum der Schweizer Architektur- und Designszene abliefert. Denn einzigartig ist nicht nur der Ort der Präsentation, sonder auch die Inszenierung selbst. Die Projekte der Aussteller werden im Vorfeld der Veranstaltung bewertet und ausgewählt. Während des Events werden dann die besten Ideen von einer Fachjur mit Preisen ausgezeichnet. „Wir sind stolz, dass die Aussteller es auch dieses Jahr verstanden haben, den Unterschied zwischen einer Inszenierung ihrer Visionen und einer normalen Messe aufzuzeigen“, erklärt Paul Schär, Präsident des Designers‘ Saturday. Für die diesjährige Ausgabe wurde ein neues Jurierungssystem eingeführt, das die Aussteller – je nach Unternehmensgröße – in die vier Kategorien XL, L, M und Carte Blanches aufteilt. Für jede Kategorie wurden die Auszeichnungen Gold, Silber und Bronze vergeben. www.designerssaturday.ch

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KONTRASTREICHE RAUMKUNST Großzügige Massivholzflächen kombinier t mit EdelGewinner der Kategorie XL ist die Firma Dietiker, einer der führenden Hersteller für Sitzmöbel in der Schweiz. Direkt an den Stahlträgern der Produktionshalle von Girsberger wurden verschiedene Stühle zu Schaukeln umfunktioniert und sorgten so für einen spielerischen Kontakt zwischen Möbel und Besucher. Foto: Designers‘ Saturday by Anne Morgenstern, Daniel Sutter

stahl bilden den Kontrast zu unserer neuen Leichtigkeit des Wohnens - den eleganten Ausziehtischen, filigranen Korpusmöbeln und feinen Design-Kleinmöbeln, den edlen, lederbezogenen Sesseln und großzügigen, weißen

Inspirationen in Silber Ihren 25. Geburtstag feierte im Oktober 2016 die Designveranstaltung Biennale Interieur im belgischen Kortrijk. Bereits seit 1968 holt die außergewöhnliche Ausstellungsplattform im zweijährigen Rhythmus eine beeindruckende Auswahl an Akteuren und Marken des zeitgenössischen Interior Designs nach Belgien. Und auch zur Jubiläumsausgabe 2016 inszenierten renommierte Unternehmen neben jungen Nachwuchsdesignern und Hochschulen die Fläche der Kortrijk Xpo sowie verschiedene Veranstaltungsorte im Zentrum der Stadt. Eine herausragende Installation lieferte auch das diesjährige Kuratoren-Team, bestehend aus den Architekten Office Kersten Geers David Van Severen, dem Künstler Richard Venlet und dem Graphikdesigner Joris Kritis, ab. Sie setzten das Motto „Silver Linigs“ in einer begehbaren, räumlichen Inszenierung um, die einen Entwurf des Architektenduos aufgriff und mit Werken des Künstlers kombinierte . In das Zentrum Kortrijks lockte unter anderem das Texture Museum, das vom Brüsseler Büro noAarchitecten umgebaut wurde und mit der Ausstellung „Wild Things“ die Aussagen der Trendforscher Li Edelkoort und Pilip Fimmano veranschaulichte. Insgesamt 70.000 Besucher, darunter 35% Fachbesucher, überzeugten sich von der Qualität der Veranstaltung und deklarierten die 25. Ausgabe als „Frischer“, „Jünger“ und „Zeitgenössischer“. www.interieur.be

Mehr Informationen und Bilderstrecken zur Biennale Interieur, dem Designers‘ Saturday und weiteren Designhighlights wie dem London Design Festival und der Vienna Design Week finden Sie unter www.interiorfashion.de

Glasflächen an Schränken, Anrichten und Kommoden. Ein deutlicher Materialkontrast und die Präsentation der natürlichen Holzmaserung macht unsere Passion aus.

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Für Dich! Ein Kinderlächeln. Was gibt es Schöneres? Mit Ihrer Hilfe können noch mehr Kinder eine unbeschwerte Kindheit erleben. Ihre Zuwendung an die SOS-Kinderdorf-Stiftung bewirkt mehr Freude. Mehr Glück. Mehr Kindheit. Und das nachhaltig! Petra Träg 089 12606-109 petra.traeg@sos-kinderdorf.de sos-kinderdorf-stiftung.de

Anzeigenschluss ist jeweils sechs Wochen vor Erscheinen. Nachdruck (auch auszugsweise), Vervielfältigungen jeder Art bedürfen der schriftlichen Genehmigung des Verlages. Fremdbeiträge, die mit Namen des Verfassers gezeichnet sind, geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Bezugspreis: Einzelpreis 7,50 Euro zuzüglich Porto und 7% MwSt., im Abonnement Euro 42,– zuzüglich Porto und 7% MwSt. Bei höherer Gewalt kein Anspruch auf Lieferung. Kündigung 3 Monate vor Ablauf des Abonnement-Jahres. Erscheinungsweise: InteriorFashion erscheint 6-mal jährlich.

Inserentenverzeichnis |Index of Advertisers Architonic, Zürich (Schweiz) . ..................................................................................... Seite 5 CIFF China International Furniture Fair, Guangzhou, Shanghai (China).... 3. Umschlagseite contract professionals, Ertingen............................................................................... Seite 9 Danzer Holding AG, Dornbirn (Österreich) . ........................................................... Seite 53 Heimtextil, Messe Frankfurt Exhibitions GmbH, Frankfurt ...................................... Beilage imm cologne, Köln Messe GmbH, Köln................................................... 2. Umschlagseite LCK GmbH, Ubstadt-Weiher..................................................................................... Seite 7 PROJECT-FLOORS GmbH, Hürth ......................................................................... Seite 35 Scholtissek GmbH & Co. KG, Ostercappeln . ........................................................ Seite 69 Senosan GmbH, Piesendorf (Österreich)................................................................. Seite 11 objectflor Art und Design Belags GmbH, Köln . .................................................... Seite 37 Wagner, Langenneufnach.......................................................................... 4. Umschlagseite


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Interiorfashion 6|2016  

Special-Interest-Titel zum Themenkreis Interior, Contract, Trade & Design.

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