Fokus
Engagement, Ehrenamt und Zusammenleben
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ob bei Waldbränden oder Notfällen am Berg: Ehrenamtliche sind in Österreich rasch zur stelle.
Ein Hochwasser wie im Juni käme für die Österreicher ohne freiwillige Helfer noch viel teurer.
Z a hle n und Fakt e n
Ehrenamt: Wer profitiert davon?
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Die Freiwilligen in Österreich leisten 720.000.000 freiwillige Arbeitsstunden pro Jahr. Das entspricht rund 425.000 Vollzeit-Jobs. 4.700.000.000 Euro pro Jahr ersparen sich die Österreicher dank der Ehrenamtlichen in Organisationen, etwa der Feuerwehr oder im Kultur- und Sportbereich. So viel würde die freiwillige Arbeit kosten, wenn sie mit dem Durchschnittslohn bezahlt würde.
Fast jeder Zweite in Österreich engagiert sich in der Freizeit.Wer tut was – und wer hat etwas davon? text
Valentin Schwarz
die GesellschaFt
Österreich ist ein Land des ehrenamts: 46 Prozent der über 15-Jährigen engagieren sich freiwillig. Damit liegt Österreich doppelt so hoch wie der eUSchnitt (23 Prozent) und auf Platz 1 in europa. 58 Prozent geben in Wien an, freiwillig zu arbeiten. Die Hauptstadt liegt damit im Bundesländervergleich ganz vorne. Das ist auf den hohen Anteil an informellem engagement zurückzuführen, etwa bei der Pflege von Angehörigen, Reparaturen oder privater, unbezahlter Nachhilfe. Platz 1 in der formellen Freiwilligenarbeit geht an Salzburg. 39 Prozent sind dort in Organisationen und Vereinen aktiv. Auf Platz 2 folgt tirol mit 33 Prozent, Schlusslicht ist Niederösterreich mit 17 Prozent. 256.000 aktive Mitglieder hat die Feuerwehr als größte Freiwilligenorganisation. Die Caritas kann auf 27.000 und das Rote Kreuz auf 56.000 ehrenamtliche zurückgreifen. Sie und die zahlreichen engagierten in anderen Sozial- und Rettungsorganisationen sorgen für eine hochwertige und dichte Versorgung der Bevölkerung.
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Zusammen:Österreich
03 Fotos: picturedesk.com; imago/milestone media; istockphoto.com
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Die Volkswirtschaft
Sportvereine sind zugleich Orte der Freizeit und der Begegnung.
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JeDe unD JeDer einzelne
Ein großes Freizeitangebot bieten die 117.000 österreichischen Vereine, von Sport über Musik hin zu Tierschutz. Heute gibt es knapp dreimal so viele Vereine wie noch vor 50 Jahren. Auch die Freiwilligen selbst profitieren: Als Grund für ihr Engagement geben je 90 Prozent an, dass sie anderen helfen möchten und dass die Arbeit Spaß mache. Ehrenamtliche mit Migrationshintergrund nennen neben dem Bedürfnis zu helfen besonders häufig den Wunsch, neue Freunde und Kontakte zu finden. Vereinzelt hoffen sie auch darauf, auf diese Art einen Job zu finden.
Quellen:
BMASK/Freiwilligenbericht 2009, BMASK/ Freiwilliges Engagement in Österreich 2012, FH Salzburg, Caritas Österreich, Rotes Kreuz, Bundesfeuerwehrverband, NPO-Kompetenzzentrum der WU Wien
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