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S T A D T N A C H R I C H T E N

OFFIZIELLES

MITTEILUNGSBLATT

DER

LANDESHAUPTSTADT

An einenHaushalt P.b.b. D Erscheinungsort Innsbruck D Verlagspostamt 6020 Innsbruck

17.Julil985/Nr.7

Das Grün in der Stadt breitet sich aus Zunahme der bepflanzten Verkehrsinseln, der Bäume sowie der Kinderspiel- und Ruheplätze (Th) Wer offenen Auges durch Innsbruck geht, dem wird nicht verborgen bleiben, wie stark die innerstädtischen Grünanlagen im Zunehmen sind. Zwar sind es viele kleine Schritte, die in den verschiedenen Stadtteilen erfolgen — nicht alljährlich kann ein neuer Stadtpark Rapoldi eröffnet werden —, aber auch oder gerade sie führen zum angestrebten Ziel einer wohnlichen Stadt. Bäume, schattige Sitzplätze, Areale für Mütter und Kinder sind unverzichtbar im unmittelbaren Wohnbereich. Nicht weniger wichtig scheinen jedoch

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jene grünen Beete zu sein, die inmitten oder entlang von Straßen das Grau des Asphalts vergessen lassen. So mancher Autofahrer mag an ihnen Freude an der Natur tanken! Rund 860 m2 dieses sogenannten Verkehrsgrüns wurden heuer im ersten Halbjahr angelegt. Dazu Ing. Dendl von der städtischen Grünabteilung: „Wo immer eine Bepflanzung räumlich möglich ist, wird die Gelegenheit ergriffen." Beispiele sind am Innrain, am Mitterweg, bei der Wohnanlage Ulfiswiese, an der Reichenauer Straße und der Arzler Straße zu sehen; dort wurden insgesamt neben 27 Bäumen 2500 Sträucher und Bodendecker gesetzt. Auch am Inn, und zwar in Mariahilf, läßt es sich nun wieder gut rasten. Neu sind hier der

erfreut und labt die hier RastenSein sprudelndes Wasser beruhigt, den: der „Schwänebrunnen" aus Bronze des Bildhauers Michael Defner in einem Ruhebereich des Reichenauer Grüngürtels. jetzt auf einer Länge von 300 Metern getrennt geführte Radund Fußweg, der gut ausgestattete Kinderspielplatz und die völlig umgestaltete Parkanlage.

Zehn Bäume, 200 Rosenstöcke und 2400 Sträucher erfreuen Herz und Gemüt. Kostenpunkt: 1,6 Millionen Schilling. Die Zahl der Areale für Kinder wird weiter steigen; noch heuer am Programm stehen z. B. die Freizeitanlage Angergasse und der Spielplatz am Mitterweg. Über weitere „grüne Baustellen" oder bereits fertige Anlagen berichten wir in unserer nächsten Ausgabe.

engerer Koni Stadt—Universität Seite 5

er Luftbrücke über die Nordkette Seite 9

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Sich unnötigen Lärm ersparen Schnell Besitz ergriffen haben die Kinder vom neu gestalteten Spielplatz an der Innpromenade in feSeite 12 Mariahilf. (Fotos: Murauer)

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Wieder Badespaß im Tivoli Tivoli-Schwimmbad — der Sommerhit des Jahres (We) Am 14. Juni um 9 Uhr öffnete das Tivoli-Schwimmbad nach umfangreichen Umbauund Sanierungsarbeiten wieder seine Tore, und als am Nachmittag die offizielle Eröffnung

stattfand, hatten schon zahlreiche Badefreunde das „neue" Tivoli wieder in Beschlag genommen. Zahlreiche Prominenz war gekommen, so u. a. Bürgermeister Romuald Niescher, Stadtwerke-Stadtrat Dr. Wilhelm Steidl, die Mitglieder des Verwaltungsausschusses der Stadtwerke, Altbürgermeister DDr. Alois Lugger, Magistratsdirektor OSR Dr. Wammes und Stadtwerke-Generaldirektor Dipl.Kfm. Lackner. Bürgermeister Romuald Niescher konnte nach seiner Eröffnungsansprache nicht widerstehen und probierte gleich die neue Attraktion, die 50 Meter lange Wasserrutsche, aus. Der Nach 24 Jahren war eine Sanie- für die Stadtwerke und damit rung dringend notwendig. Bür- auch für die Bäder zuständige germeister Romuald Niescher Stadtrat Dr. Steidl zeigte sich und Stadtwerke-Stadtrat Dr. stolz über das gelungene Werk Wilhelm Steidl bei der Wiederer- und dankte allen, die mit der öffnung des Tivoli-Schwimm- Sanierung des Bades befaßt bades. waren.

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Großer Andrang herrscht auf der neuen Wasserrutsche. (Fotos: Birbaumer) zu können, wird, so der Vorsitzende, eine Steuerung in Form der finanziellen Zuteilungen für Wohnbauförderung oder Raumordnung unerläßlich werden. Stadt und Umlandgemein-

KURZ GEMELDET

• Rund 500 Experten aus dem Gas- und Wasserfach trafen sich vom 19. bis 21. Juni in Innsbruck zur 95. Jahrestagung der ÖVGW. Ein Thema war dabei u. a. die Frage der Erdgasversorgung Tirols. Der Kongreß Städtebundausschuß befaßt sich mit Stadtflucht wurde von einer großen Fachausstellung begleitet. (Th) Die Frage, wie die starke Kosten unverbauter Flächen Abwanderung der Städter in erst geschaffen werden. die Umlandgemeinden ge- Wie Baudirektor-Stellvertreter • Die Unteroffiziersgesellschaft stoppt werden könnte, stand im Dr. Klotz mitteilte, ist Inns- Tirol feierte dieser Tage ihr Mittelpunkt einer gemeinsa- bruck in den letzten dreißig 20jähriges Jubiläum. Ein gromen Sitzung des Raumord- Jahren um 24 Prozent gewach- ßes Bataillonsfest wurde aus nungs- und Verkehrsausschus- sen, die Umlandgemeinden je- diesem Grund abgehalten, eine ses des Österreichischen Städ- doch um 60 Prozent. Diese neue Fahne geweiht, und Gäste tebundes unter dem erstmali- Entwicklung spiegelt sich der mit der UOGT befreundegen Vorsitz von Stadtrat Dr. auch im Verbrauch der Sied- ten deutschen Bundesmarine in Wallnöfer in Innsbruck. lungsflächen: die Stadt benö- Wilhelmshaven konnten in Die „Stadtflucht", die alle grö- tigte 26 Prozent zusätzlichen Innsbruck begrüßt werden. ßeren österreichischen Städte Areals, während das Umland Bürgermeister Romuald Niebetrifft und zu ihrem Substanz- 89 Prozent verbaute. Ein Blick scher überbrachte die Glückverlust führt, läßt die Frage auf die vergangenen zehn Jahre wünsche der Stadt gemeinde. nach der Attraktivität der Städ- hinsichtlich der Zahl der Bete auftauchen. Diese zu erhalten schäftigten bestätigt den Trend: • Der langjährige frühere Dibzw. — so Baureferent Vizebür- in der Tiroler Landeshaupt- rektor und Geschäftsführer des germeister Krebs — wieder da- stadt sank ihre Zahl um sieben Kongreßhauses Innsbruck, Otdurch zu erhöhen, daß z. B. den Prozent, in den Randgemein- to Zwicker, ist durch den BunBewohnern und nicht dem Ver- den stieg sie um 28 Prozent. despräsidenten mit dem Bekehr der Vorrang eingeräumt Hält diese Entwicklung an, so rufstitel „Professor" ausgewird, ist eine der dringlichen wird die Stadt bis zum Jahre zeichnet worden. Aufgaben. Der Zustrom aus der 2000 um 16 Prozent und das Stadt stellt aber auch die Rand- Umland um 62 Prozent mehr • Das Bundesgymnasium und gemeinden vor große Probleme Siedlungsfläche verbrauchen. Bundesrealgymnasium Innshinsichtlich Entsorgung und Um hier eingreifen und dadurch bruck- Sillgasse, dessen ErrichZersiedelung. Auch muß jene Innsbruck und den umliegen- tung seinerzeit vom InnsbrukInfrastruktur, die ja in der Stadt den Gemeinden einen ausge- ker Gemeinderat beschlossen bereits besteht, am Land auf wogenen Lebensraum erhalten wurde und für das die Stadtge-

Bürger und Betriebe wandern ab

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den sollten sich als Einheit sehen, sollten gemeinsam planen. Die Organisationsstruktur dafür muß, darin waren sich die Teilnehmer einig, gefunden werden.

meinde damals auch das Schulgebäude errichtet hat, feierte in den ersten Julitagen mit einer Reihe von Veranstaltungen das Jubiläum seines 75jährigen Bestehens. • Die Sparkasse InnsbruckHall hat mit der Turnerschaft Innsbruck einen Sponsorvertrag abgeschlossen und damit im Rahmen ihrer Förderung des Spitzen- wie auch des Breitensportes einen neuen Partner erhalten. • Vom 30. Juni bis 6. Juli fand im Dr.-Stumpf-Heim am Achensee ein Violinseminar des Konservatoriums der Stadt Innsbruck unter Leitung von Frau Ursula Voigt, Geigenlehrerin am Konservatorium, statt. 21 Kinder im Alter zwischen 7 und 15 Jahren nahmen daran teil. Hauptziel der Veranstaltung war es, die Freude am Instrument zu wecken und das Zusammenspiel zu perfektionieren. INNSBRUCKER STADTNACHRICHTEN — Offizielles Mitteilungsblatt der Landeshauptstadt. Herausgeber, Eigentümer und Verleger: die Stadtgemeinde Innsbruck. Chefredakteur und für den Inhalt verantwortlich: Paul Gruber, in der Redaktion: Ulla Ehringhaus-Thien und Wolfgang Weger. Alle Innsbruck, Rathaus, Maria-Theresien-Straße 18, Tel. 324 66. Druck: Wagner'sche Univ.Buchdruckerei Buchroithner & Co.

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Zwanzig Jahre Städtepartnerschaft Offizielle Grenobler Delegation kam zu diesem Jubiläum nach Innsbruck

Liebe Mitbürger! Die künftige Verwertung des Areals der Fennerkaserne wurde anläßlich der letzten Sitzung des Gemeinderates diskutiert, auch die kommenden Beratungen am 25. Juli sind diesem Thema gewidmet. Zunächst zu den Fakten: Am 17. Juli 1980 hat der Innsbrucker Gemeinderat einstimmig dem Tauschvertrag mit der Republik zugestimmt, wonach der Bund Grundflächen in Kranebitten für die Errichtung der nunmehr bald fertiggestellten Landwehrkaserne erhält, hinsichtlich des Areals der Fennerkaserne wurde eine Art „Dreiteilung" vereinbart. 1. Die Stadt erhält bestimmte Grundflächen, auf denen Teile der Kaserne stehen, in geräumtem Zustand (also Abbruch der Kaserne), um im Bereich der Kreuzung Universitäts- und Kaiserjägerstraße sowie Sillgasse Verbesserungen zu erzielen. Verkehrsexperten und Stadtplaner werden dem Gemeinderat entsprechende Vorschläge zu unterbreiten haben. 2. Die Stadt erhält den bisherigen Sportplatz (Exerzierplatz), laut Punkt V. des Tauschvertrages ist dieser Platz als Grünfläche zu gestalten, über die Art dieser Gestaltung ist noch nicht entschieden, es gibt u. a. Überlegungen für eine Erweiterung des Hofgartens, für einen Spiel- oder Sportplatz sowie eines begrünten Omnibus-Parkplatzes, die Meinungen sind geteilt. Die

(Th) Aus Anlaß des 20jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft zwischen Grenoble und Innsbruck weilte Mitte Juni eine Delegation von Grenobler Stadt- und Gemeinderäten mit Bürgermeister Alain Carignon an der Spitze in Innsbruck. Im Rahmen eines Festaktes im Bürgersaal des Altstadtrathauses, an dem mit Bürgermeister Romuald Niescher und Vizebürgermeister Ing. Artur Krasovic auch Stadt- und Gemeinderäte, Magistratsdirektor OSR Dr. Wammes, Magistratsdirektor-Stellvertreter SR Dr. Scherl sowie der französische Generalkonsul Michel Guillin und der

Leiter des Französischen Kulturinstitutes, Dominique Paillarse, teilnahmen, bekannte sich Bürgermeister Niescher zur Pflege der europäischen Städtepartnerschaften. „Ich bin überzeugt davon, daß eine europäische Verständigung, wenn sie zustande kommen soll, vielleicht nicht nur, wohl aber vor allem und in erster Linie über die Gemeinden erfolgen muß." Er erinnerte sodann an das Zustandekommen der Partnerschaft am 6. Juli 1963 und hob hervor, daß dieser Schritt nicht der Auftakt zu einem „kommunalen Reisefieber" geworden ist, sondern zu

einem echten bürgerschaftlichen Austausch geführt hat. Dies bedeutet nicht nur Begegnungen zwischen der sportlichen und der an der französischen Sprache interessierten Jugend, sondern dies bedeutet auch, daß sich die Universitäten der beiden Städte, die Orchesterensembles, die Vertreter der Wirtschaft und Industrie, der Messe und des Fremdenverkehrs, um nur einige zu nennen, nähergekommen sind und im Erfahrungsaustausch voneinander gelernt haben. Auch Bürgermeister Alain Carignon stellte die in den zwanzig Jahren gewachsenen vielfältigen Verbindungen der beiden Partnerstädte in den Mittelpunkt seiner Ansprache und betonte, daß sich die Freundschaft zwischen Grenoble und Innsbruck, die von den Bürgermeistern Dr. Albert Michallon und Dr. Alois Lugger begründet worden ist, im Laufe der Jahre noch verstärkt habe. „Als europäischer Abgeordneter wünsche ich, daß wir den Weg weitergehen, den unsere Vorgänger eingeschlagen haben, denn diese humane Verständigung über Grenzen, Meinungen und Bekenntnisse hinweg ist besonders hoffnungsvoll." Im Anschluß an den Festakt Herzlich willkommen hieß Bürgermeister Romuald Niescher die trugen sich die Teilnehmer der Grenobler Delegation mit Bürgermeister Alain Carignon am Inns-Delegation in das „Goldene brucker Flughafen. (Foto: Murauer) Buch der Stadt Innsbruck" ein. Die Gäste aus Grenoble, die mit einer Privatmaschine am FlugStadt erhält diesen Platz in der sehen würde, habe ich nie ein hafen Innsbruck gelandet waHehl gemacht. Mir ist auch be2. Hälfte des Jahres 1986. ren, lernten in den folgenden 3. Der Republik verbleibt der wußt, daß es andere VorstellunTagen in einem vom Referat größte Teil jener Fläche, auf gen gibt, in einer Demokratie — für Städtepartnerschaft erstelldem die Kaserne einschließlich und nur in einer Demokratie — ten Besuchsprogramm nicht des Innenhofes steht. Hier kann eine normale Situation. Der nur Innsbruck und seine Umgeder Bund ein Objekt errichten, Gemeinderat wird in der kombung kennen, sondern wurden das in Höhe und Dichte die Ma- menden Sitzung den Flächenauch Zeuge der Herz-Jesuße der Kaserne nicht überstei- widmungsplan zu beschließen Feuer, was die Besucher aus gen darf, der Gemeinderat hat und die Weichen zu stellen haGrenoble in besonderem Maße daher in seiner letzten Sitzung ben, dies im Bewußtsein, daß es begeisterte. einen derartigen Bebauungs- sich um eine wunderbare Fläche im Herzen unserer Stadt hanplan beschlossen. Ich habe die Fakten geschildert, delt. • Im Kongreßzentrum Igls finaus meiner persönlichen Meidet vom 31. Juli bis 9. August nung, daß ich gerne in der Nähe die II. Internationale Sommerdes Kongreßhauses und der schule für Sonnenenergie statt, Altstadt ein erstklassiges Hotel für die bereits ein reges Teilnehmerinteresse besteht.

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Verkehrsschulung im Garten Anlage in Wüten wieder in Betrieb genommen (Th) Die Verkehrserziehung der Innsbrucker Schüler wird in Zukunft an Praxisnähe gewinnen. Ermöglicht werden soll dies ab Herbst durch den Unterricht im Schulverkehrs-

Bald auch Fluglinie Innsbruck—London Die britische Fluggesellschaft DAN-AIR hat bekanntgegeben, daß sie ab Dezember 1985 London — Innsbruck—London im Liniendienst fliegen wird. Die Flüge erfolgen dreimal wöchentlich, sind ganzjährig vorgesehen und werden mit vierstrahligen Leise-Jets BAe 146, die 88 Sitzplätze aufweisen, bedient. Neben den-bestehenden linienmäßigen Verbindungen Innsbrucks mit den Großflughäfen Wien, Frankfurt und Zürich wird durch die neue Linie, die auch London auf dem Luftweg in nur 90 Minuten erreichbar macht, ein weiteres Tor zum Weltflugnetz aufgestoßen, was auch neue Möglichkeiten für den Tourismus mit sich bringt.

garten in der Speckbacherstraße in Wilten, der kürzlich durch das Stadtbauamt in Zusammenarbeit mit dem Schulamt eine umfassende Erneuerung erfuhr. Eröffnet wurde die Anlage am 2. Juli von Vizebürgermeister Ing. Krasovic, der diese Gelegenheit auch dazu wahrnahm, um den Vertretern der Bundespolizeidirektion, an der Spitze Oberstleutnant Jaglitsch, für die bisherige Verkehrserziehung der Schuljugend zu danken und um weitere Unterstützung zu ersuchen. Die Kosten für die Neugestaltung des Areals beliefen sich auf über 400.000 Schilling. Der Schulverkehrsgarten, dessen Ampelanlage täglich von 8 bis 18 Uhr auch während der Sommerferien eingeschaltet ist, kann zu Übungszwecken auch von Eltern mit ihren Kindern aufgesucht werden. Zu beachten ist jedoch, daß wohl Fahrräder, aber keine Mopeds benützt werden dürfen. Zudem sollte Rücksicht auf die im angrenzenden Teil weilenden Parkbesucher genommen werden.

Dr. Mitterstiller - 100 Jahre

Richtiges Verhalten im Straßenverkehr zu lernen ist das Ziel der Übungen im Schulverkehrsgarten. (Foto: Frischauf)

Über fünf Millionen Besucher Eisstadion Innsbruck besteht seit zwanzig Jahren (Th) In den vergangenen zwanzig Jahren wurden, so Direktor Berti Neumann anläßlich der Präsentation der Broschüre „Olympische Eissportanlagen Innsbruck", im Eisstadion rund fünf Millionen Besucher gezählt. Davon sind den Eishokkeyspielen 1,2 Millionen und den allgemeinen Veranstaltungen 1,5 Millionen zuzurechnen. Der Publikumseislauf, der sich in zunehmendem Maße entwickelt, schlug sich mit

1,5 Millionen Eintritten nieder. Erstaunlich ist mit bisher über 500.000 die immer noch große Anzahl der Personen, die die Halle nur besichtigen. Das Eisstadion hat sich über den sportlichen Sektor hinaus auch als Mehrzweckhalle für Veranstaltungen, wie Musicals, Revuen, Popkonzerte oder Fernsehsendungen, bewährt. Neu in die Palette der Veranstaltungen aufgenommen werden soll das Hallen-Moto-Cross.

Jubilar wirkte 40 Jahre als Facharzt in Innsbruck (Th) In erstaunlicher geistiger und körperlicher Frische feierte am 18. Juni Dr. Sepp Mitterstiller in seiner Wohnung in der Sonnenstraße seinen 100. Geburtstag. Der Jubilar gehört zu den großen Arztpersönlichkeiten, die mit Hingabe zum Wohle ihrer Patien-

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ten gewirkt haben. Über 40 Jahre war Dr. Mitterstiller, ein gebürtiger Südtiroler, der diesem Landesteil immer besonders verbunden blieb, als Facharzt für Chirurgie in Innsbruck tätig. Der Jubilar, der zeit seines Lebens Alkohol und Nikotin ablehnte, aber noch heute über einen gesunden Humor verfügt, wird von seiner Familie betreut. Trotz seiner starken Sehschwäche nimmt er noch regen Anteil am Tagesgeschehen, wobei sein besonderes Interesse natürlich den Fortschritten in der Medizin gehört. Bürgermeister Romuald Niescher besuchte in Begleitung von Stadtrat Dr. Kummer den Jubilar und überbrachte die Glückwünsche der Stadt. Als Gratulant aus Südtirol war der Vizebürgermeister von Bozen, Johannes Egger, gekommen. (F. : Murauer)

Anregungen für einen Aktivurlaub in Tirol Die Sommerausstellung in der Tiroler Handelskammer, die in den letzten Jahren vorwiegend kulturelle Themen zum Inhalt hatte, wendet sich heuer dem aktiven sportlichen Urlauber zu. Anhand von Großformatbildern, erläuternden Texten und Exponaten erfährt der Interessierte, wo er im Sommer rodeln, dem Schieß- oder Flugsport huldigen kann, wo es Gelegenheiten zum Segeln, Surfen oder für Hobbykurse usw. gibt. Die als Wanderschau konzipierte Ausstellung kann bis 29. September täglich von 9 bis 19 Uhr bei freiem Eintritt besichtigt werden. (Foto: Birbaumer)

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UNIVERSITÄTSSTADT INNSBRUCK

Engerer Kontakt Stadt— Universität Akademischer Senat und Stadtsenat bilden einen permanenten Ausschuß Am 11. Juni fand in der Weiherburg ein Kontaktgespräch zwischen dem Stadtsenat der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck und dem Akademischen Senat der Universität unter dem Vorsitz von Bürgermeister Romuald Niescher und Rektor Universitätsprofessor Dr. Josef Rothleitner statt. In einer dreistündigen Diskussion wurden dabei eingehend offene Fragen und Möglichkeiten für eine intensivere Zusammenarbeit erörtert. Breiten Raum nahmen zunächst anstehende Verkehrsfragen ein. Bekanntlich sind die Pläne für einen Ausbau des Innrains von der Kreuzung Blasius-HueberStraße in Richtung Westen, der eine Landesstraße ist, auf Widerstände seitens der Universität gestoßen. Die Einwände und Vorstellungen der Universität waren dem Verfasser des Generalverkehrsplanes für die Stadt Innsbruck, Univ.-Prof. Dipl.Ing. Dr. Knoflacher, mit dem Ersuchen übermittelt worden, dazu Stellung zu beziehen und Anregungen möglichst aufzunehmen. Die erst vor kurzem fertiggestellte Überarbeitung des Generalverkehrsplanes lag nunmehr beim Kontaktgespräch zur Diskussion auf, wobei darüber informiert wurde, welche Anregungen aufgenommen, welche Änderungen ins Auge gefaßt und warum einzelne Vorschläge nicht berücksichtigt wurden. Die anschließende rege und teilweise auch sehr engagierte Diskussion zeigte, wie vielfältig verwoben die Verkehrsprobleme durch die starke Zunahme des Verkehrs in der Stadt geworden sind, wie verschieden und gegensätzlich die Meinungen sein können und daß die Handhabung eines Generalverkehrsplanes als Instrument, „um den Verkehr von dort wegzubringen, wo man ihn nicht haben möchte", immer auch mit der Konsequenz verbunden ist, dann eben andere Bereiche der Stadt um so mehr zu belasten. Eine Konsequenz, der jedenfalls seitens der Stadtführung

auch Rechnung zu tragen ist. Im Hinblick auf das Ausmaß und die Vielfalt der Probleme der Verkehrslösung für den Bereich Innrain — Innerkoflerstraße fand der Vorschlag der Vorsitzenden, ein Gremium von je drei Vertretern der Stadt und der Universität zur weiteren Detailberatung dieses Fragenkomplexes und zur Erarbeitung von Vorschlägen für das Plenum zu bilden, allgemeine Zustimmung. Weitere Anliegen seitens der Universität waren eine bessere Bedienung der Technischen Fakultät durch öffentliche Verkehrsmittel, einerseits, damit vor allem Studierende auch in den späten Abendstunden noch von der Technischen Fakultät in die Stadt kommen können, andererseits, um auch solche, die vom Westen her zur Fakultät kommen, die Zufahrt zu erleichtern. Diesbezügliche Überlegungen, die Bürgermeister Niescher zugesagt hat, werden noch dringlicher im Hinblick darauf, daß auch die Naturwissenschaften in den Bereich der Technischen Fakultät übersiedeln werden. Unter den Problemen, auf die der Studierende in Innsbruck stößt, nimmt die Frage des Wohnens einen vordringlichen Rang ein. Der Frage der Studentenvertreter, was die Stadt, in welcher die Studenten jährlich über eine Milliarde Schilling umsetzen, für Studentenwohnraum tun könne, mußte Bürgermeister Niescher neben dem Hinweis, daß es in die Kompetenz des Bundes falle, den Studentenwohnraum zu schaffen, die besondere Situation der Stadt entgegensetzen: 1834 Familien sind auf Wohnungsuche, es gebe für sie Wartezeiten bis zu 8 Jahren, es gibt kaum mehr Bauland in Innsbruck, das Neubebauen der wenigen Baulücken liegt im Ermessen der Eigentümer, durch Aufstocken wären höchstens 500 Wohnungen insgesamt zu schaffen, und weil im Krieg so viel zerstört wurde, gebe es auch kaum Substandardwohnungen,

die instand gesetzt werden könnten. Vielleicht aber könnte in aufgelassenen Pensionen oder Gasthäusern Studentenwohnraum geschaffen werden, und die Stadtplanung soll überlegen, wo im Stadtgebiet allenfalls noch, gemeinsam mit dem Bund, ein größeres Studentenheim geschaffen werden könnte. Für die Verfügbarkeit von Wohnungen im allgemeinen und damit auch von Studentenwohnraum wirke sich, worauf in der Diskussion auch hingewiesen wurde, der in Österreich bestehende Mieterschutz negativ aus. Krabbelstube und Kindergarten für die Kinder studierender Eltern werden von der Stadt subventioniert, ob Zusätzliches möglich ist, werde die Stadt überprüfen. Zur Förderung, welche die Universität durch die Stadt erfährt, konnte Bürgermeister Niescher feststellen, daß der Forschungspreis der Stadt ab diesem Jahr besser dotiert wurde, der Stadtsenat auch seine Bereitschaft erklärt hat, jährlich einen finanziellen Beitrag zu einem Forschungsinstitut für vergleichendes Studium USA — Österreich zu leisten, und daß die Stadt mit Interesse der Durchführung von Sommerkursen an der Universität, die in mehrfacher Hinsicht

auch für die Stadt interessant seien, gegenüberstehe und, eventuell in Form einer Ausfallshai'tung, ihr Zustandekommen fördern möchte. Andererseits müsse die Stadt, die in guten Zeiten, beispielsweise durch einen Beitrag von über 100 Millionen Schilling für die Technische Fakultät, die hohe Schule kräftig unterstützt habe, nunmehr in einer für sie wie auch für andere Gemeinden prekär gewordenen finanziellen Situation um Verständnis für ihre stark reduzierten Möglichkeiten werben. Schließlich wurden auch noch Erfahrungen mit gemeinsamen internationalen Partnerschaften ausgetauscht und Möglichkeiten gegenseitiger Hilfe oder gemeinsamer Aktionen in diesem Bereich besprochen. Die Zusammenarbeit Stadt — Universität, die nicht einfach nach dem beurteilt werden könne und dürfe, was die Stadt an finanziellen Mitteln bereitstelle, und die, wie das Beispiel anderer Universitätsstädte zeigt, sicher noch intensiver und mit mehr Gemeinsamkeit gepflegt werden könne, wurde allgemein bei diesem Kontaktgespräch so hoch bewertet, daß die bisherige Form nur gelegentlicher Kontaktgespräche als unzureichend bezeichnet und daher der Beschluß gefaßt wurde, nunmehr einen permanenten Ausschuß, bestehend aus je vier Vertretern der Stadt und der Universität, zur Intensivierung der gegenseitigen Kontakte einzusetzen.

Die Mitglieder des Akademischen Senates der Universität und die Mitglieder des Innsbrucker Stadtsenates diskutierten ausführlich anstehende Probleme und Anliegen, welche die Universität wie auch die Stadt betreffen. (Foto: Birbaumer)

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pian, Jaques Mauduìt, Didier le Nr. 82 „Ich habe genug", Motetline) — Ulrich Winzberger (CelBlanc, Jean Planson te „Lobet den Herrn, alle Heilo) - Hans Erhardt (Orgel) (Beginn: 20 Uhr — wenn nicht anden", Tedeum in D-Dur Vokal- und Instrumentalwerke Do., 15. August, Pfarrkirche Igls ders angegeben) von Schütz, Corelli, J. S. Bach, Mo., 5. August, Basilika Wüten (Beginn: 20.30 Uhr): OrgelkonSa., 20. Juli, und So., 21. Juli, KonHändel zert — Roman Cantieni — J. S. (Beginn: 20.30 Uhr): Geistliche greßhaus (Beginn: 20.30 Uhr): So., 28. Juli, Tiroler LandesmuBach: Präludium und Fuge Abendmusik — Programm wie Musik und Tanz der Nationen — D-Dur, 2 Duette in F- und Kirchenmusikalische Weiheseum Ferdinandeum (Beginn: 10 Kunitachi-Ballett, Tokio — JapaG-Dur, Fantasia in G-Dur, 3 stunde am 4. August Uhr): 5. Sonntagsmatinee mit nisches Märchen — Europäische Choralvorspiele über „Allein dem Hammerflügel des Innsbruk- Di., 6. August, Spanischer Saal, Klassik Gott in der Höh sei Ehr", Präluker Klavierbauers Johann Georg Schloß Ambras: 7. Ambraser Sa., 21. Juli, Pfarrkirche Igls (Bedium und Fuge Es-Dur Gröber — Osttiroler Viergesang Schloßkonzert — Ensemble Cleginn: 20.30 Uhr): Kirchenmusi— Wolfgang Praxmarer (Gitarre) ment, Janequin, Paris, Domini- Sa., 17. August, Hofkirche: Konkalische Weihestunde — Soli— Armin Kölbl (Klavier) zert auf der Ebert-Orgel que Visse (Countertenor), Mistenkonzert — Anne-Kristin Mai So., 28. Juli, Kongreßhaus (Beginn: chel Laplénie (Tenor), Philippe So., 18. August, Pfarrkirche Igls (Alt) — Raimund Jahn (Violine) Cantor (Bariton), Antoine Sicot 20.30 Uhr): Sonntagsmelodie (Beginn: 20.30 Uhr): Kirchen— Raimund Jahn jun. (Blockflö(Baß), Claude Debòves (Laute) Swing zum Wochenende mit der musikalische Weihestunde — Sote) - Hans Erhardt (Orgel) — Werke von Pierre De La Rue, Big Band „Bösel" listenkonzert — Irmtraud HubatVokal- und Instrumentalwerke Mo., 29. Juli, Basilika Wüten (BeClaude de Sermisy, Guillaume schek (Barockcello) — Christine von Schütz, Händel, J. S. Bach, Morlaye, Pascal de l'Estocart, Neier (Orgel) — Instrumentalginn: 20.30 Uhr): Geistliche Telemann, Quanty Clement Janequin, Pierre Sanwerke von Frescobaldi, SalvatoAbendmusik — Programm wie Mo., 22., und Di., 23. Juli, Kondrin, Antoine de Bertrand re, Hellendaal, J. S. Bach, Vivaldi Kirchenmusikalische Weihegreßhaus (Beginn: 20.30 Uhr): Mi., 7. August, Hofburg, Silberne So., 18. August, Tiroler Landesmustunde am 28. Juli Chor und Konzert — The singing Mo., 29. Juli, Kongreßhaus (BeKapelle: Orgelkonzert — Michaseum Ferdinandeum (Beginn: 10 Girls of Kyoto el Mayr — Werke alter Meister Uhr): 6. Sonntagsmatinee mit ginn: 20.30): Sommerserenade des 16. und 17. Jahrhunderts Mo., 22. Juli, Basilika Wüten: dem Hammerflügel des Inns— San Antonio Youth PhilharGeistliche Abendmusik — Pro- monie Orchestra brucker Klavierbauers Johann Do., 8. August, Pfarrkirche Igls gramm wie Kirchenmusikalische Di., 30. Juli, Schloß Ambras, SpaGeorg Gröbner — Peter Lefor (Beginn: 20.30 Uhr): OrgelkonWeihestunde am 21. Juli zert — Annerös Hulliger — Wer- (Violine) — Gertrud Spat (Klanischer Saal: 6. Ambraser Di., 23. Juli, Spanischer Saal, vier) — Werke von Mozart, Ignaz ke von Händel, Pachelbel, J. S. Schloßkonzert — Early Music Schloß Ambras: 5. Ambraser Anton Ladurner und L. v. BeetBach, Walther Scarlatti, Krebs Ensemble of San Diego — ConSchloßkonzert — Vokal- und Inhoven stance Lawthers (Sopran), Elisa- Fr., 9. August, Jesuitenkirche: Orstrumentalmusik des Hochbabeth Marti (Sopran), Victoria gelkonzert — Christoph Albrecht rock — Michael Schopper (Baß) Heins (Cembalo, Alt), John Pee— Werke von Schütz, Händel, — Mitglieder des Ensembles ling (Tenor), Philip Larson (Baß) Bach, Homilius Weitere Veranstaltungen „Armonico tributo", Istvän Ker— Werke von C. Monteverdi, Fr., 9. August, Kongreßhaus (Betész (Barockvioline) — Peter Jacopo da Balogna, Francesco ginn: 20.30 Uhr): Musik in Uni- Volksbühne Blaas im Breinößl, Szüts (Barockvioline), Marc PeWienerwald: „Die Gangsterjagd Landini, Josquin Desprez,Gioform — Militärmusik Tirol ters (Barockcello), Reinhard am Mooserhof" — bäuerliches van D. Da Noia, John Blow, Pas- So., 11. August, Pfarrkirche Igls Jaud (Cembalo, Orgelpositiv) — Lustspiel (Regie: Pepi Grießer) serau, Clement Janequin, Guil(Beginn: 20.30 Uhr): KirchenWerke von H. Schütz, J. Frober— bis 17. August (Di. bis Sa., Belaume Dufay, Jan Peterszoon musikalische Weihestunde — ger, D. Buxtehude, G. F. Händel, ginn: 20.30 Uhr) Sweenlinck, Thomas Tomkins, Kompositionen des 17. und 20. G. Ph. Telemann, N. Bruhns Ashmole Manuskript, Francis Jahrhunderts, Wiener Horn- Innsbrucker Bauerntheater, RitterMi., 24. Juli, Hofburg, Silberne Kaspiele, Gasthaus Bierstindl: „Die Pilikington, John Wilbye quartett — Clemens Gottfried, pelle: Orgelkonzert — Gustav Mi., 31. Juli, Kongreßhaus (Beginn: pfiffige Urschl" — bis Ende AuGerhard Greutter, Egmont Auzinger — Werke von B. Stora20.30 Uhr): Chor und Konzert Fuchs und Martin Reiter — Or- gust (jeden Fr. und Sa., Beginn ce, J. Froberger, G. Frescobaldi, 20 Uhr) Glee Club of Waseda University gel: Hans Erhardt — Werke von J. S. Bach Do., 1. August, Pfarrkirche Igls Diabelli, Händel, J. S. Bach, Bar- Kongreßhaus, Rennweg 3: „Jedermann" — Das Spiel vom Leben Do., 25. Juli, Pfarrkirche Igls (Be(Beginn: 20.30 Uhr): Orgelkontók und Bozza und Sterben des reichen Mannes ginn: 20.30 Uhr): Orgelkonzert zert — Gerhard Weinberger — Mo., 12. August, Basilika Wüten — von Hugo von Hofmannsthal — Michael Mayr — Werke von J. S. Bach: Präludium und Fuge (Beginn: 20.30 Uhr): Geistliche — Tiroler Mysterienspiele (19. Hindemith, Scheidt, J. S. Bach e-Moll, Triosonate d-Moll, TocAbendmusik — Programm wie und 26. Juli, Beginn 20.30 Uhr); Fr., 26. Juli, Kongreßhaus (Beginn: cata, Adagio und Fuge C—Dur, Kirchenmusikalische WeiheFive O'Clock Disco — Dancing 20.30 Uhr): Musik und Tanz der Präludium und Fuge F-Dur stunde am 11. August Show mit „Cesar's Bronx" (21. Nationen — Sommerserenade — Fr., 2. August, Kongreßhaus (Be- Mo., 12. August, Kongreßhaus Juli und 4. August, Beginn 17 American Youth Symphonie Orginn: 20.30 Uhr): Post-Stücke (Beginn: 20.30 Uhr): Ausklang Uhr); Dixie Brunch — Frühchester Musikalische Urlaubsgrüße der des Sommerprogramms mit der schoppen mit der Dixieland CorSa., 27. Juli, Kongreßhaus (Beginn: Postmusikkapelle Innsbruck Orginal Tiroler Kaiserjägermuporation, Innsbruck (28. Juli, 16 Uhr): Chornachmittag — Ne- Sa. 3. August, Hofkirche: Konzert sikkapelle Beginn 10.30 Uhr); Tiroler rima Mixed Chorus, Tokyo young auf der Ebert-Orgel Di., 13. August, Spanischer Saal, Frühschoppen — TrachtenmuChorus Schloß Ambras: 8. Ambraser So., 4. August, Pfarrkirche Igls (Besikgruppen aus Mutters (4. AuSa., 27. Juli, Kongreßhaus (Beginn: Schloßkonzert: Englische und ginn: 20.30 Uhr): Kirchenmusigust, Beginn 10.30 Uhr); „Jesus 20.30 Uhr): Sommerserenade — kalische Weihestunde — Kir- französische Lautenlieder — Christ Superstar" — Rockoper Tokyo Youth Ensemble OrcheJohn Elves (Tenor) — Timothy chenmusik der Barockzeit — Ru(10. und 11. August, Beginn ster Davies (Laute) — Werke von dolf Senn (Baß) - Ernst Kubit20.30 Uhr); Tiroler FrühschopJohn Robert Johnson, Philip schek (Orgel) — Kirchenchor So., 28. Juli, Pfarrkirche Igls (Bepen — Musikkapelle und TrachIgls-Lans — Kammerorchester — Rosseter, Gabriel Bataille, Anginn: 20.30 Uhr): Kirchenmusitenverein Amras (11. August, onymus Estienne Moulinié, PierLeitung: Hans Erhardt — G. F. kalische Weihestunde — SoliBeginn 10.30 Uhr) re Guédron, Antoine Boèsset, Händel: Orgelkonzert Nr. 2 in stenkonzert — Rudolf Senn (Fortsetzungauf Seite 15) John Dowland, Thomas CamB-Dur - J. S. Bach: Kantate (Baß) - Waldo Gottardi (Vio-

Konzerte

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Ein Forum der Begegnung Universitätsclub — derzeit rund 80 Mitglieder (We) Eine Idee, die auf das Rektorat von Univ.-Prof. Dr. Andreae zurückgeht, ist auf fruchtbaren Boden -gefallen. Der Universitätsclub, im Sommersemester 1981 als Forum der Begegnung ins Leben gerufen, ist äußerst aktiv und zog dieser Tage eine erste Bilanz über seine Tätigkeit. Ziel des Universitätsclubs ist es, die Verbundenheit mit der Universität zu fördern. Im Vordergrund stehen interdisziplinäre Veranstaltungen, die den Gedankenaustausch zwischen den Fakultäten bezwecken. Der Club sucht aber auch den Kontakt mit außeruniversitären Institutionen und mit den Absolventen der Universität. Darüber hinaus gehören aber auch kulturelle und gesellschaftliche Aktivitäten zu seinem Programm. • Bis 29. Juli findet auf verschiedenen Plätzen der Stadt wieder das Straßentheater („Die Geizhalskomödie" von Plautius) statt.

Zweifellos besteht an einer Universität in der Größenordnung von Innsbruck mit ca. 18.000 Studenten die Gefahr des Auseinanderlebens. Gerade dies will der Club verhindern und ein zwangloses Forum schaffen, wo man sich trifft, sich kennenlernt und den Gedankenaustausch pflegt. Anläßlich des ZeitgeschichteJahres startet der Club das Wintersemester 1985/86 mit einem Vortrag von Prof. Karl Dietrich Bracher (Bonn) zum Thema „Zeit der Ideologien". Ferner sind ein interdisziplinäres Gespräch über das Thema „Die Universität und ihr Umland" sowie ein Vortrag über den „PEN-Club" geplant. Wer sich näher über den Universitätsclub informieren möchte, ist bei Frau Mag. Sabine Pichler, Neubau der Geisteswissenschaftlichen Fakultät, Innrain 52., VI, Telefon 724/33 80 Durchwahl, an der richtigen Adresse.

600 Kinder beim Schlußkonzert der Singschule Ein voller Erfolg wurde wieder das traditionelle Schlußkonzert der Singschule der Konservatoriums der Stadt Innsbruck. Großeltern, Eltern, Geschwister und Freunde der Kinder füllten den Saal Tirol des Kongreßhauses bis auf den letzten Platz und lauschten aufmerksam den Darbietungen der kleinen Sängerinnen und Sänger. (Foto: Murauer)

Auch am Sonntag ins Museum Tiroler Landesmuseum unter neuer Leitung (We) Das Tiroler Landesmuseum präsentiert sich nicht nur mit einer erneuerten Fassade, auch intern gibt es Neuigkeiten. Mit 1. Juni dieses Jahres wurde der bisherige Kustos, Univ.-Dozent Dr. Gert Amann, zum neuen Direktor bestellt, nachdem der bisherige Direktor, Hofrat Dr. Egg, in den Ruhestand getreten war. Größtes Anliegen von Dr. Amann ist es, das Museum der heimischen Bevölkerung näherzubringen. Ab sofort lädt

das Museum auch sonntags zu einem Besuch ein, und jeden Donnerstag ist eine Besichtigung der Sammlungen auch abends möglich. Auch die beliebten Kinderführungen werden wieder aufgenommen, und neu ist auch das Wirken eines Museumspädagogen, der sich des Bereiches Schule — Museum annehmen wird. Um die Aktualität des Museums zu fördern, werden in der Neuen Studiogalerie Werke zeitgenössischer Künstler vorgestellt.

Gut und leicht verständlich Neue Formulare für Strom- und Gasrechnungen (Th) Seit 1. Juli fällt es den Nach wochenlangen Proben und Vorbereitungen der beiden Kunden der Innsbrucker Stadt4. Klassen der Volksschule Hötting hat der Eltern verein (unter sei-werke wesentlich leichter, festnem Obmann Dipl.-lng. Gelmini), von dem die Initiative dazu zustellen, wieviel Energie sie verbraucht haben bzw. wie der ausgegangen war, gemeinsam mit der Schule (Direktor Walter Unterberger) für den 29. Juni zu einem Theatervormittag in das Ver-vorgeschriebene Rechnungseinshaus Hötting eingeladen, unter der Leitung von Frau Pichler betrag zustande kommt. Die neuen von den Stadtwerken hat die Klasse 4a bühnenreif dargestellt, „ Wie die Tiroler erschaffen ausgearbeiteten Strom- und wurden ", wobei die Schüler die Texte selbst nach einer Sage erarbeitet hatten. Die Klasse 4b hat unter Anleitung ihrer Lehrerin Frau Gasrechnungsformulare sind Schenck das historische Stück „Die Entstehung Innsbrucks" mit nicht nur größer, sondern vor großem Einsatz aufgeführt. Die Pausen überbrückte der Schulchorallem übersichtlicher gestaltet und mit gut verständlichen Erunter der Leitung von Frau Bernhard. Ein gelungener Theatervormittag, ein nachahmenswertes Beispiel der Anleitung zur Eigen- läuterungen versehen. So wird darstellung der Schüler und der Zusammenarbeit von Schule und zum Beispiel leicht leserlich der Eltern. (Foto: Birbaumer) Verbrauchszeitraum, die Art

Volksschüler gestalteten einen Tiroler Theatervormittag

der Energie sowie der alte und der neue Zählerstand aufscheinen. Bei der Gestaltung berücksichtigt wurden auch Empfehlungen des Bundesministeriums für Familie, Jugend und Konsumentenschutz. Anlaß zu dieser den Interessen der Kunden dienenden Neuerung waren die häufigen Rückfragen der Strom- und Gasabnehmer, die darauf schließen ließen, daß die bisher verwendeten Formulare öfter Mißverständnisse ermöglichten.

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Europas größte US-SommerschuIe Jubiläumsprogramm der Universität New Orleans (Gr) Am 1. Juli sind wieder nahezu dreihundert Studenten, die von insgesamt 48 Universitäten aus 23 US-Staaten kommen und in Innsbruck an der Internationalen Sommerakademie der Universität von New Orleans (UNO) teilnehmen, mit ihren Professoren unter den Klängen einer Tiroler Trachtenmusikkapelle in die Universität am Innrain zur feierlichen Er-

Sparkasse: 10 Jahre Fusion mit Hall Ihre ordentliche Vereinsversammlung mit dem Geschäftsbericht 1984 verband die Sparkasse Innsbruck-Hall mit einer Festversammlung zum Jubiläum „ 10 Jahre Fusion Sparkasse Innsbruck-Hall" am 25. Juni im Veranstaltungszentrum Kurhaus der Stadt Hall. In Anwesenheit zahlreicher prominenter Gäste würdigte Gen.-Dir. Dkfm. Dr. Klingan nach der Begrüßung durch Vereinsvorsteher KR Dr. Seykora die österreichischen Sparkassen im allgemeinen und in besonderer Weise die überaus positiven Auswirkungen der Fusion der Sparkassen Innsbruck und Hall.

Öffnung des diesjährigen Sommerprogrammes eingezogen. Besondere Akzente erhielt die Eröffnung durch den Umstand, daß die Sommerschule, die sich zur größten aller amerikanischen Sommerschulen in Europa entwickelt hat, heuer zum 10. Mal durchgeführt wird. So waren bei der Eröffnung, musikalisch umrahmt vom Innsbrukker Streichquartett, auch der Gründungsrektor Homer Hitt, der derzeitige Rektor Cooper R. Mackin, der Initiator und Mentor des Sommerprogrammes, Dekan Dr. Gordon Mueller, sowie unter den Professoren auch der frühere amerikanische Präsidentschaftskandidat Senator George McGovern anwesend, wurde die wachsende Freundschaft zwischen den Universitäten wie auch mit der Stadt Innsbruck, für die Vizebürgermeister Ing. Artur Krasovic Willkommensgrüße aussprach, gewürdigt und auf Anliegen und Erfolg der Sommerschule hingewiesen. Von beiden Universitäten gemeinsam werden Symposien durchgeführt, deren achtes zum Thema „Religion und Politik" im Rahmen dieser Sommerschule in Innsbruck stattfand, und als Aufmerksamkeit zum

Jubiläum war die „New Orle- der berühmten „Dirty Dozen ans-Ballnacht" im Kongreß- Brass Band" aus New Orleans haus und ein Sondergastspiel geboten worden. (F.: Murauer)

Musiklehrer für AHS-Schulen Jubiläumsfeier: 20 Jahre Schulmusik in Innsbruck

(Gr) Ein überzeugendes, ge- ter, o. Prof. Dr. Josef Sulz, winnendes und kräftiges Le- zeichnete kurz die Entwicklung benszeichen gab die „Abtei- und schließliche Lösung der lung X (Musikerziehung in Inns- Verwicklungen, die mit dem bruck) der Hochschule für Mu- Entstehen und der Tätigkeit sik und Darstellende Kunst dieser seit 1965 von 133 Absol,Mozarteum' in Salzburg" am venten besuchten Ausbildungs14. Juni im Raiffeisensaal am stätte für Musiklehrer an den Marktplatz mit einem Jubi- allgemeinbildenden höheren läumskonzert anläßlich ihres Schulen verbunden waren, und zwanzigjährigen Bestehens. dankte allen Initiatoren und Der Rektor des Mozarteums, Förderern bei Stadt und Land. o. Prof. Dr. Günther Bauer, Für die Stadt nahmen der Obüberbrachte die Grüße der mann des gemeinderätlichen Hauptanstalt, würdigte die Be- Kulturausschusses, Stadtrat Dr. deutung der Abteilung X für Hummel, sowie MagistratsdiInnsbruck und die westlichen rektor OSR Dr. Wammes mit Bundesländer und sprach den leitenden Beamten am JubiWunsch aus, Land und Stadt läumskonzert teil. sollten diese wertvolle Ausbildungsstätte mehr und mehr zur PragmatisierungsKenntnis nehmen und mit ihSchulentlaßfeier: Mitwirkung aller Hauptschulen rem Abteilungschor und ihren dekrete für Lehrer Ensembles mehr integrieren, Am 26. Juni überreichte Bür(Th) Die Schulentlaßfeier, in spektor Steinlechner zu der Fei- was sicher ein berechtigtes An- germeister Romuald Niescher deren Rahmen alljährlich jene er gekommen war, an die 200 liegen ist. an neun Vertragslehrer an Schülerinnen und Schüler aus- Klassenbesten Buchgeschenke. Der Innsbrucker Abteilungslei- städtischen Pflichtschulen die gezeichnet werden, die ihre Pragmatisierungsdekrete: BerPflichtschuljahre mit ausgenadette Ecker, Sonderschule zeichnetem oder gutem Erfolg für Schwerstbehinderte Kinder; abgeschlossen haben, fand Maria Hießböck, Knabenheuer am 27. Juni in den hauptschule Reichenau; IngeRäumlichkeiten der Hauptborg Lindpaintner, Volksschuschule Olympisches Dorf statt. le am Fürstenweg; Helmut Am bunten Programm dieser Polt, Hauptschule Olympisches unter der Leitung von Direktor Dorf I; Ursula Pruner, HauptAnton Reitmeir stehenden Verschule Hötting; Ingrid Schenk, anstaltung wirkten heuer erstVolksschule Allerheiligen; Hemals auch Schülergruppen aus lene Schmoltner, Volksschule den sieben Hauptschulen andeSt. Nikolaus; Beata Spiß, Blinrer Stadtteile mit. denschule; Leonhard TomeIm Anschluß daran überreichte di, Hauptschule Olympisches Bürgermeister Niescher, der Dorf II. Vom Volksschul- zum mit Vizebürgermeister Ing. Kra- Im Rahmen der Schulentlaßfeier gab auch die Fechtklasse der Sonderschullehrer ernannt wursovic, Gemeinderat Hofrat Hauptschule Leopoldstraße eine Probe ihres beachtlichen Kön- de Helga Schletterer, AllgemeiGirstmair und Stadtschulin- nens. (Foto: Murauer) ne Sonderschule II.

200 Klassenbeste ausgezeichnet

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Eine Luftbrücke über die Nordkette Katastrophenübung: Waldbrandbekämpfung im Karwendel (We) „Waldbrand im Bereich der Möslalm am 2000 Meter hoch gelegenen Widdersberg", so lautete die Meldung, die am 28. Juni um 8 Uhr früh in der Nachrichtenzentrale der Berufsfeuerwehr einging. Gott sei Dank, diese Meldung war nur eine Übungsannahme, doch könnte ein Waldbrand im Bereich der Stadtgrenzen jederzeit Wirklichkeit werden. Übungen gehören zum täglichen Brot der Feuerwehren. Auch bei der Waldbrandbekämpfung hängt der Erfolg mit der Raschheit des Einsatzes und mit der Koordination aller Einsatzkräfte zusammen, und diese Voraussetzungen können nur durch regelmäßige Übungseinsätze optimal erreicht werden. Auch bei dieser Übung waren die Hubschrauber des Bundesheeres, der Flugrettung, der Heli-Air und Christophorus I mit von der Partie. Ihnen oblag es, die ersten Abwehrmaßnahmen durchzuführen. Wertvolles Naturschutzgebiet war bedroht. Trotz starker Bewölkung wurde eine Luftbrücke über die Nordkette hinweg mittels Hub-

schrauber riskiert. Gleichzeitig liefen die Bodenaktivitäten auf Hochtouren. Männer der Berufsfeuerwehr und aller zehn freiwilligen Feuerwehren wurden zum Teil mit Hubschraubern in Rettungsnetzen und zum Teil mit Kraftfahrzeugen zum Brandort gebracht. Auch die Feuerwehren Scharnitz und Seefeld sowie die Hundestaffel des Katastrophendienstes kamen angerückt. Auf dem Hafelekar war eine Funkstation eingerichtet. Vizebürgermeister Rudolf

Krebs, für das Feuerwehrwesen in Innsbruck zuständig, beobachtete bis zum Schluß die Katastrophenübung. Vom Übungsverlauf beeindruckt, dankte er im Namen der Stadt allen Teilnehmern für ihren Einsatz. (Foto: Birbaumer)

HISTA 15 sucht neue Mitarbeiter (We) Innsbruck ist ein Modell für den Aufbau eines modernen Katastrophenschutzes. Rund 2000 Männer, Frauen und Jugendliche sind in 17 Hilfestationen organisiert und stellen sich so freiwillig und unentgeltlich für die Mitarbeit im Katastrophenschutz zur Verfügung. Ein Hilferuf kommt derzeit von der HISTA 15 in Mühlau, die dringend neue Mitarbeiter sucht. Besonders gefragt wären Mitbürger, die vom Beruf her über spezielle Fähigkeiten verfügen, wie zum Beispiel Ärzte, Krankenschwestern, Funker sowie Professionisten aus dem Bau- und Transportgewerbe. Interessenten wenden sich bitte an den Leiter der Hista 15, Helmut Schlögl, Telefon 36 7 57 (ab 18 Uhr), oder an die Feuerwehr Mühlau. Alle Mitarbeiter genießen in Übung und Einsatz den vollen Versicherungsschutz.

Den Stadtpark vor der Haustür Schlüsselübergabe für Wohnhaus Pradler Platz 7b (We) Daß auch kleinste Baulükken wert sind, ausgenützt zu werden, ist am Beispiel des eben fertiggestellten Wohnhauses Pradler Platz 7 b ersichtlich. Das Haus, welches unter Leitung des Stadtbauamtes Innsbruck als Anbau an ein bestehendes Objekt in knapp einem Jahr errichtet wurde und sich nun harmonisch in den Altbestand einfügt, umfaßt acht Wohneinheiten in der Größe zwischen 67 und 82,5 Quadratmetern, einen Schutzraum sowie Garagen. Außerdem hat auch die Hilfe-

station Pradl (HISTA II) in diesem Neubau ihr lang ersehntes Domizil gefunden. Die acht Familien, die am 21. Juni aus der Hand von Wohnungsreferent Stadtrat Dr. Bruno Wallnöfer die Schlüssel für ihre neue Wohnung entgegennehmen konnten, zeigten sich erfreut über die zentrale Lage und vor allem über die unmittelbare Nähe des Stadtparks. Die Baukosten beliefen sich auf 7,3 Millionen Schilling, der Anteil der Wohnbauförderung beträgt 4,2 Millionen Schilling.

Die „Neue Heimat" lud wieder zu einer Firstfeier Im Geviert Ampfererstraße I Unterbergerstraße errichtet derzeit die Neue Heimat für die Stadt Innsbruck eine Wohnanlage, bestehend aus neun Häusern mit insgesamt 139 Wohneinheiten. Am 13. Juni konnte für den ersten Bauabschnitt das Richtfest begangen werden, wozu der Direktor der Neuen Heimat, Landtagspräsident Dir. Thoman, u. a. Vizebürgermeister Rudolf Krebs, den Wohnungsreferenten der Stadt, Stadtrat Dr. Bruno Wallnöfer, den Obmann des gemeinder ätlichen Wohnungsausschusses, Gemeinderat Ing. Barent, und dessen Stellvertreter, Gemeinderat Warzilek, sowie Vertreter der Beamtenschaft und der bauausführenden Firmen begrüßen Gemeinderat Kritzinger, OAR Wohlgemut und Stadtrat Dr. Wallkonnte. (Fotos: Eliskases) nöfer bei der Schlüsselübergabe (von links nach rechts). Innsbrucker Stadtnachrichten — Offizielles Mitteilungsblatt der Landeshauptstadt. Jahrgang 1985, Nr. 7

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Nochmals zur Höttinger Saalschlacht am 27. Mai 1932 Zu den vielfältigen Aufgaben des Innsbrucker Stadtarchivs und seiner drei Mitarbeiter gehört es, jeweils auf der letzten Seite der offiziellen „Stadtnachrichten" — und nur auf dieser Seite, das sind nicht ganz lV2 Maschinschreibseiten! — ein Kapitel aus der Geschichte unserer Stadt kurz in Erinnerung zu bringen. In der April-Nummer d. J. wandte sich eine Mitarbeiterin des Stadtarchivs, Frau J. Justic, aus Anlaß der vom Stadtarchiv gezeigten zeitgeschichtlichen Ausstellung über die Jahre 1932-1938 dem Thema der unseligen „Höttinger Saalschlacht" vom 27. Mai 1932 zu. Nach dem Prinzip der Darstellungsweise des Stadtarchivs, möglichst Stimmen der betreffenden Zeit selbst sprechen zu lassen, brachte Frau Justic dabei Zitate aus den „Innsbrucker Nachrichten" vom 28. Mai 1932.

Quellenmaterials und unter be- meindewahlen statt, die Rücksonderer Bedachtnahme auf die schlüsse auf die in den VormoAusgaben der „Volks-Zeitung" naten ablaufenden politischen vom 28. und 30. Mai 1932 im Veränderungen gestatten. Im Sinne einer ausgewogenen Be- Vergleich mit den Nationalratsrichterstattung eine Ergänzung. wahlen 1930 verlor dort die SoZu diesem Zweck wird zunächst zialdemokratie 373 Stimmen auf eine Darstellung zurück- von ihren früheren 2706, zum gegriffen, welche der gewiß kleineren Teil an die Kommuninicht dem NS-Gedankengut sten, zum größeren Teil an die nahestehende Zeitgeschichtler Nationalsozialisten, behielten Univ.- Prof. Dr. Gerhard Botz jedoch knapp die absolute in seinem Buche „Gewalt in der Mehrheit. Während die ChristPolitik" (2. Auflage, München lichsozialen, die zweitstärkste 1983, S. 196 f. und Anhang XI. Partei (25 %) dieses Ortes, inS. 420 ff.) gegeben hat. Botz folge Wählerzugangs von dem schreibt dort: nicht mehr kandidierenden Heimatblock leichte Stimmen„Die Saalschlacht von Hötting gewinne verzeichnen konnte, am 27. Mai 1932. wurde die Großdeutsche VolksDie räumliche und teilweise partei, wie nicht anders zu erauch die soziale Nähe — keines- warten, von den Nationalsoziawegs aber Identität — der bei- listen fast gänzlich aufgesogen. den schärfsten politischen Geg- Die NSDAP erreichte 1285 ner und ihre oben dargestellten Stimmen oder 24 Prozent. Daunterschiedlichen und doch neben gab es insgesamt 148 teilweise ähnlichen Gewaltstra- Kommunisten.

Da nun die genannte Saalschlacht eine blutige Auseinandersetzung zwischen Anhängern der NSDAP und solchen der politischen Linken war und die damaligen „Innsbrucker Nachrichten" dem NS-Gedankengut nahestanden, erfolgt nunmehr unter teilweiser Verwendung des vorhandenen

tegien waren die eigentliche Ursache der blutigen Saalschlacht, die sich am 27. Mai 1932 in dem Innsbrucker Vorort Hötting ereignete. In dieser überwiegend von Arbeitern bewohnten Gemeinde, in der die sozialdemokratische Partei traditionell den Bürgermeister stellte, fanden am 25. September 1932 Ge-

In diesem noch immer „roten" Ort kündigte die Innsbrucker „Nationalsozialistische Arbeiterpartei (Hitlerbewegung)" für den 27. Mai 1932,8 Uhr abends im Gasthof „Goldener Bär", wo sonst auch sozialdemokratische Veranstaltungen stattfanden, eine öffentlich zugängliche Versammlung — jedoch mit dem Einladungsvermerk „Juden bleiben zuhause" — an. Als Redner über das Thema „Gebt Arbeit statt Almosen!" war ein Parteigenosse Theo Stadler aus Salzburg ausersehen. Wie die Sicherheitsbehörden feststellten, planten Sozialdemokraten und Kommunisten eine gewaltsame Störung der Versammlung. Der Republikanische Schutzbund 3>tefe Sorben«« ©trtrtti <P<xrteige«»flt habe in einer Versammlung im sozialdemokratischen Gewerkschaftshaus in Innsbruck über i« btt «M {frettai, »ts 17 » • ! itti, ha die Entsendung einer Abteilung nach Hötting beraten. Tatsächlich rief auch der „Sozialdemof!attflnb«nbeti «Berfammlnnfl. Besinn 8 IH>T. ttbttrtli ft* kratische Parteiausschuß Hötaallo»o!f03laltfll|d>t »CMtfftc «rt*Merj«r!rt («llertt»!»••«> ting" auf Flugblättern die Arbeiter und Angestellten zu einer Sirie« Meilen a**«»!e „Demonstration gegen den Hackenkreuzfaschismus" (sie!) Der Text des Flugblattes, mit dem zum Besuch der von der „ Hitlerauf, die als Volksversammlung bewegung" veranstalteten Versammlung im Gasthof „Goldener vor dem Gasthaus „Reiter" in Bär" eingeladen wurde.

Stadler, &al5f>nrg

Qaftyo? „©old. Bär'S ätftiist,

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dem wenigen hundert Meter von Hötting entfernten, damals schon zu Innsbruck gehörenden Ortsteil Mariahilf stattfinden sollte. Der Text war jedoch so abgefaßt, daß leicht eine Verwechslung der beiden Versammlungsorte entstehen konnte. Im Gasthof „Goldener Bär" fanden sich am angekündigten Abend, schon vor Beginn der nationalsozialistischen Versammlung, „eine Anzahl gegnerischer Gruppen (Sozialdemokraten und Kommunisten)" ein. Zur selben Zeit sammelten sich vor dem Gasthaus „Reiter" Schutzbündler und Sozialdemokraten. Dort wurden Reden folgenden Tenors gehalten: „Wir lassen uns von diesem reichsdeutschen Gesindel nicht länger provozieren. Die rote Fahne, die durch das Hackenkreuz verunglimpft worden ist, muß heruntergeholt werden." Während die verstärkte Gendarmerie, die einen Sturm der „Marxisten" von InnsbruckMariahilf auf das nationalsozialistische Versammlungslokal befürchtete, alle Zufahrtswege nach Hötting abriegelte, marschierte eine etwa 80 Mann starke uniformierte SA-Truppe mit einer Hakenkreuzfahne zum „Goldenen Bären". „Gleich darauf begann ein großer Tumult im Versammlungslokal. Die gegnerischen Gruppen gingen aufeinander los. Im Verlaufe dieser nur einige Minuten dauernden, aber umso heftigeren, mit Biergläsern, Stühlen, Haselnußknüppeln, Messern und einzelnen Pistolenschüssen geführten Saalschlacht wurden die etwa 250 Gegner der Nationalsozialisten von diesen und einigen Gendarmen aus dem Saal gedrängt. Insgesamt wurden dabei 16 Sozialdemokraten und Kommunisten und 19 Nationalsozialisten „erheblich" verletzt, 18 Verletzte so schwer, daß sie in klinischer Behandlung bleiben mußten. Der 56jährige Fleischhauergehilfe Sylvester Fink, Mitglied der SA, starb nach wenigen Stunden an den Folgen von

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Messerstichen und Fußtritten in den Unterleib. Nur mit Mühe konnten die Gendarmen und ein größeres Militäraufgebot die Umgebung des Gebäudes abriegeln und die eingeschlossenen Nationalsozialisten vor der sich nach der Schlägerei in Hötting binnen kurzem ansammelnden großen Menschenmenge schützen. Die Erregung der Arbeiterschaft von Hötting und Innsbruck war jedoch so stark, daß sich die Rettungstransporte kaum und nicht unbeschädigt den Weg durch die Menge bahnen konnten. Bis spät nachts kam es in den beiden Orten zu bedrohlichen Ansammlungen und vereinzelten Ausschreitungen zwischen Anhängern der Arbeiterpartei einerseits und Nationalsozialisten und Exekutivbeamten andererseits. Auch der Heimwehrführer Steidle wurde in einem Straßenbahnwagen durch Steinwürfe bedroht. Sogar in der chirurgischen Klinik gerieten in der Nacht die schwerverletzten Gegner noch in einen heftigen Streit." Weiters wird nachstehend jene Darstellung wiedergegeben, welche die „Volks-Zeitung", das damalige sozialdemokratische Tagblatt für Tirol, am 28. Mai 1932 über die Ereignisse im Goldenen Bären in Hötting am Abend zuvor gegeben hat. Dort steht auf Seite 1 zu lesen: „In Hötting ist gestern Blut geflossen. Zahlreiche Menschen sind verletzt, ein Verletzter starb noch nachts im Krankenhaus, die gesamte Bevölkerung in größte Unruhe und Aufregung versetzt worden. Polizei, Gendarmerie und Militär mußten aufgeboten werden. Die Rettungsabteilung mußte mindestens ein ganzes Dutzend Mal Hilfsfahrten nach Hötting machen, mehrere Dutzend Verletzte in die Klinik überführen, während eine ebenfalls nicht kleine Anzahl leichter Verletzter sich in häuslicher Pflege befinden. Die verbrecherischen Urheber aller dieser Vorgänge sind — darüber kann es wohl keine Meinungsverschiedenheiten geben — die aus Deutschland nach Tirol importierten Strolche im braunen Hitlerhemd, die auf Geheiß des Braunen Hauses

in München in Tirol, besonders in den letzten Wochen, landauf, landab die Bevölkerung zu terrorisieren versuchen, das Evangelium der Gewalt predigen, nach dem Muster der Nazi in Deutschland auch bei uns der Bevölkerung einen Vorgeschmack der Dritten-Reich Methode gebend. Gestern wurde nun der Höttinger Bevölkerung vordemonstriert, was sie zu erwarten hätte, wenn die braune Pest auch bei uns „Heimatsrecht" bekäme, wie die Hitlerstrolche den Kampf mit „geistigen Waffen" verstehen, wie die Legalität der Horden aussieht, die nach Innsbruck kommandiert wurden, um hier der Bevölkerung die „Segnungen" des mit den Millionen der deutschen Großkapitalisten ausgehaltenen deutschen Faschismus zu vermitteln! Die braunen Mordgesellen wollten gestern in Hötting beim „Bären" eine ihrer üblichen Schimpforgien veranstalten und luden die Höttinger Bevölkerung ein, ihre öffentliche Versammlung zu besuchen, zu der sie sich eine ihrer rethorischen Dreckschleudern, diesmal aus Salzburg, verschrieben. Da die Versammlung, wie erwähnt, öffentlich war, kamen natürlich auch Arbeiter in den „Bären", um sich den Naziredner anzuhören. Es sollte aber nicht dazu kommen! Als um 8 Uhr abends die uniformierten Hakinger in den Saal einmarschierten, war die erste Tat der Hitlerhalunken, sofort über die anwesenden Arbeiter herzufallen, eine blutige Saalschlacht zu entfesseln, die zahlreiche Opfer forderte! Daß dieser Überfall wohl vorbereitet und organisiert war, daß die Südtirolverräter die Angreifer und nicht die Überfallenen waren, geht daraus hervor, daß sie dem „Bären"-Wirt eine Kaution für entstehende Schäden stellten, daß sie bei ihrem Marsch durch Hötting von keinem Arbeiter (!) behelligt wurden. Am Kampfplatz Um 8 Uhr marschierten etwa 80 bis 100 uniformierte Hakinger zum Gasthof „Goldener Bär". Sie „sangen" in ungemein frecher Weise ein „antimarxistisches" Spottlied. Und als die

A r b e i t e r s c h a f t

von

Wir rufen Euch zur Demonstration gegec den K a c k e n k r e u z f a s c h l s c u Die Nationalsozialisten haben far

s. Freitag, den 27.

-ai-1932, in dencGas-shof "Goldener Bär " in'Hött;Ing eine Versammlung einberufen. Wir aber fordern Arbeiter und Angestellte auf,

an

diesem Freitag abends halb 9 Uhr im Hofe vor dem Gasthaus "Reiter" in Mariafr>lf

sich einzufinden, um dort in der

Volksversammlung; flammenden Protest gegen den Hacxenkreuzfaschisxus zu erheben. Jeder werbe und konroe ! Soz.den.Parteiausschuss Hötting.

Der Sozialdemokratische Parteiausschuß Hötting hatte mit obenstehenden Worten zu einer Volksversammlung im Gasthaus „Reiter" eingeladen. Braunhemden in den Gasthof marsch der Hakinger kamen einzogen, brüllten sie — india- bereits nermäßig wie immer — ihr fa- die ersten Verwundeten schistisches „Heil Hitler!" Ob- aus dem „Bären", manche wohl die Mehrzahl der Saalbe- mußten hinausgetragen wersucher Sozialdemokraten und den, wurden zum Teil zur GenNichtfaschisten waren, wagten darmeriestation gebracht, anes die Hitlerianer, mit dem wel- dere lagen im Gang, der vom schen Faschistengruß die Tiro- Saal herausführte. U. a. sah man ler zu „grüßen". Auf all diese eine F r a u aus dem Gasthof Provozierungen erwiderten die herauswanken, das ganze GeAnwesenden mit Pfuirufen. Die sicht blutüberströmt... So hatHitlerfaschisten griffen nun — ten sie die viehischen Burschen wie es die Arbeitermörder ja zugerichtet. Gendarmerie ging immer tun — sogleich zu den schließlich — nicht gegen die mitgebrachten Totschlägern Nazi, sondern und Waffen. Da die von den Hakingern Angegriffenen sich gegen die Arbeiter mit gefällnatürlich kräftig zur Wehr setz- tem Bajonett vor und sperrte die Umgebung ten, kam es nun zu einer des „Bären" ab. Besondere Emgroßen Saalschlacht, pörung löste es unter der Bevöldie meist mit Sesseln ausgefoch- kerung aus, daß ein alkoholiten wurde. Die Hakinger (SA.) sierter Gendarm sich besonders benahmen sich wie Tiere und gegen die Arbeiter hervortat, hieben in der brutalsten Art los. mit dem Bajonett herumfuchIm Saal wurde fast alles zer- telte und dadurch auch ein paar schlagen. In Innsbruck sah man Menschen verletzte. Auf Einnoch selten einen Saal, der der- schreiten einiger Genossen art demoliert war. Die Fahne mußte der Mensch schließlich der braunen Mordgesellen wur- vom Schauplatz seiner „Helde so übel zugerichtet wie der dentaten" abgezogen werden. große Saal. Von der Gendarme- Es muß festgestellt werden, rie muß hier gesagt sein, daß daß von sozialdemokratischer einige der Gendarmen in einer Seite keinerlei Störungsversuaufreizenden „forschen" Wei- che der Hakingerversammlung se gegen die Arbeiter losgin- beabsichtigt waren, die ungegen. Dadurch wurde die Empö- heure Empörung der Bevölkerung der Bevölkerung noch viel rung über das Wüten der Nazi größer. Eine große Menschen- eine spontane und durchaus menge — fast ganz Hötting — begreifliche war, eine Empöwar auf den Beinen. Die Ver- rung, die sich in den stürmisammlung der Hakinger konnte schen, bis in die späten Nachtalso nicht stattfinden. Fast alle stunden andauernden Protesthatten ja etwas abbekommen. kundgebungen in Hötting draFünf Minuten nach dem Ein- matisch offenbarte.

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Das feige Hakingergesindel, das unbewaffnete Arbeiter überfiel, verkroch sich dann in den verwüsteten Bärensaal und wagte sich lange Zeit nicht mehr heraus. Nach und nach versuchten die Nazi in kleineren Trupps den „Bären" unter dem Schütze der Gendarmerie möglichst unauffällig zu verlassen; zum Teil in Privatautos, zum Teil in den Autobussen der Höttinger Linie. Dabei kam es natürlich jedesmal zu stürmischen Entrüstungskundgebungen der Menschenmassen. Erst als gegen halb 11 Uhr von Innsbruck aus zwei Kompanien der Alpenjäger nach Hötting aufgeboten wurden, trauten sich die im Saal noch anwesenden Nazi unter dem Schütze von Polizei, Gendarmerie und Militär nach Innsbruck herunterzumarschieren, um schließlich vor dem „Braunen Haus" in der Müllerstraße mit einem dreimaligen „Rache"-Geschrei wider die Marxisten ihren blutigen Ausflug nach Hötting abzuschließen. Ein Vergleich des Inhalts und der Form der Berichterstattung zwischen diesem Parteiorgan, der zeitgeschichtlichen Darstellung von G. Botz und der Berichterstattung in den „Innsbrucker Nachrichten" wird empfohlen. Schließlich soll noch die „Volks-Zeitung" vom 30. Mai 1932 zitiert werden („Die Schuldigen am Höttinger Blutbad!"); bei deren Ausführungen es sich nicht um eine Schilderung der Vorgänge am 27. Mai, sondern um einen politischen Kommentar handelt, dessen Tenor es ist: „Die organisierte Arbeiterschaft hat es seit jeher verschmäht, bei politischen Auseinandersetzungen mit ihren Feinden an die Mittel der Gewalt zu appellieren, die Arbeiter haben es noch immer vorgezogen, mit geistigen Argumenten zu kämpfen. Es ist eine alte und bewährte Tradition der Arbeiterklasse, daß sie selbst zu Zeiten, wenn die Wogen des politischen Kampfes hoch gingen und alle politischen Leidenschaften entfesselt waren, in vorbildlicher Disziplin, beseelt von höchstem Verantwortungsbewußtsein, jede physische AustraSeite 12

gung der Gegensätze vermied." „Zur Schuldfrage zitiert die gleiche Ausgabe der „VolksZeitung" unter anderem einen Augenzeugenbericht: „Nach der bekannten gegenseitigen „Begrüßung" der Nazi und Kommunisten war es der dritte uniformierte Nazi hinter der Fahne, der den ersten Sessel gegen die Kommunisten warf. Das war das Zeichen, und schon flogen gegen 30 Bierflaschen von der Bühne, die die Nazi dort hinter dem Vorhang bereit hatten." Andererseits liegen über den Verlauf der Auseinandersetzungen Berichte vor, denen zu entnehmen ist, daß bereits vorsorglich von den Sozialdemokraten ein Stafettendienst eingerichtet worden war, um zwischen den im Gasthaus „Reiter", Mariahilf, versammelten Sozialdemokraten und ihren Gesinnungsgenossen im „Goldenen Bären" Kontakt zu halten und notfalls für Verstärkung sorgen zu können. Kurz gefaßt kann festgestellt werden: Eine öffentliche Veranstaltung der NSDAP im Höttinger Gasthof „Goldener Bär" war amtlich angemeldet und vom sozialdemokratischen Bürgermeister der damals selbständigen Gemeinde Hötting zur Kenntnis genommen worden. Der Bürgermeister hat, wie die „Volks-Zeitung" berichtet, gegenüber den zuständigen Behörden auf Sicherheitsmaßnahmen gedrängt, die ihm in diesem Zusammenhang als notwendig erschienen waren, was bei der Bezirkshauptmannschaft zu einer Verstärkung des vorgesehenen Gendarmeriekontingentes von 20 auf 40 Gendarmen geführt hat. Die Versammlung der NSDAP wurde vom politischen Gegner gesprengt. Dabei gab es einen Toten und auf beiden Seiten Verletzte. Schon dieses Ergebnis allein sollte jeden davor warnen, wiederum „schlagende" Argumente zu gebrauchen, und jedem, der sich mit der Zeitgeschichte befaßt, bewußt werden lassen, daß eine solche Befassung nur mit persönlicher Distanz und nur dann positiv möglich ist, wenn man sich nicht mit den handelnden Personen und Ideologien von damals identifiziert.

Sich unnötigen Lärm ersparen Hilfe durch Beachten der Lärmschutzverordnung (Gr) Sich störenden Lärm zu ersparen ist in hohem Maß in das Ermessen und die Möglichkeit jedes einzelnen Bewohners unserer Stadt gelegt. Wenn sich jeder an die Bestimmungen der „Verordnung zur Lärmbekämpfung" hält, die vom Gemeinderat 1976 erlassen wurde, ist damit vielen geholfen, die da und dort durch besonderen Lärm gestört sind. Es wird daher nachstehend auf die wichtigsten Bestimmungen dieser Verordnung hingewiesen. Die Verrichtung lärmerregender Haus- und Gartenarbeiten, die Hausnachbarn oder in der Nachbarschaft wohnende Personen stören, ist an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen überhaupt, an Werktagen in der Zeit von 12 bis 15 Uhr und von 20 bis 6 Uhr verboten (insbesondere die Benützung von Garten- und Arbeitsgeräten, die mit Verbrennungsmotoren betrieben werden, und das Ausklopfen von Teppichen, Decken, Matratzen u. dgl.). Mit Verbrennungsmotoren ausgestattete Modellflugkörper dürfen in Teilen der Stadt, die mit Wohngebäuden verbaut sind, nicht in Betrieb genommen werden. Rundfunk- und Fernsehgeräte, Plattenspieler, Tonbandbzw. Kassettengeräte, Lautsprecher u. dgl. dürfen in den

öffentlichen Anlagen der Stadt und den von ihr betriebenen Sport-, Spiel- und Campingplätzen sowie Badeanstalten nicht benützt werden. Zwischen 22 Uhr und 6 Uhr dürfen solche Geräte nur in geschlossenen Räumen und nur in solcher Lautstärke betrieben werden, daß sie außerhalb des Raumes, in dem sie benützt werden, nicht gehört werden können.

Ehrungen an der Universität Im Rahmen eines Festaktes wurde am 15. Juni an der Universität an Univ.-Prof. Dr. Johannes Erben, Bonn, und den em. Univ.-Prof. Dr. Heinrich Kuen, Erlangen, das Ehrendoktorat der Philosophie verliehen. Der Titel eines Ehrensenators der Universität Innsbruck wurde an Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. h. c. Martin Hilti, Liechtenstein, und Landeshauptmannstellvertreter i. R. Dr. Karl Kunst, Innsbruck, verliehen. Das Ehrenzeichen der Universität Innsbruck wurde verliehen an Komm.-Rat Dkfm. Gerhard Bielowski, Innsbruck, Dr. Walter Lingenhöle, Bregenz, Landeskonservator Hofrat Dipl.-Ing. Josef Menardi, Innsbruck, und Vizekonsul Erich Sautter, Innsbruck.

Wieder gute Freunde zu Besuch Gäste aus Partnerstädten Aalborg und Freiburg (Th) Wieder führt die sommerliche Reisezeit auch zu einem zunehmenden Besuch aus den Partnerstädten. Das Referat für Städtepartnerschaft begrüßte im Juni insgesamt vier Delegationen aus Freiburg und eine Delegation aus Aalborg. Den Beginn machte eine Klasse der Staudinger Gesamtschule, gefolgt vom Gehörlosenbund „Breisgau-Perle", der vom Tiroler Gehörlosenverband betreut wurde. Ein eher seltenes Treffen im Zeichen der Partnerschaft stellte die Anreise von

Priestern aus Freiburg dar, die hier unter der Führung der Pfarre Petrus Canisius ihre „Kollegen" in der Partnerstadt Innsbruck aufsuchten. Als Gegenbesuch auf den Aufenthalt einer Klasse der Hauptschule Hötting-West im Vorjahr in Dänemark weilten Schüler aus Aalborg eine Woche in Innsbruck. Einen künstlerischen Akzent setzte Freiburg Ende Juni mit einem Gastspiel der „nick-haberstich dance-company", die ein schwungvolles Jazztanzprogramm darbot.

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DER BÜRGERMEISTER GRATULIERTE Zur Eisernen Hochzeit Frau Anna und Herrn Josef Hörmann (5. 7.)

Zur Vollendung des 98. Lebensjahres Frau Elsa Sowa (14. 6.)

Zur Goldenen Hochzeit Frau Emilia und I lerrn Hans Wieser (15. 6.) Frau Rosa und Herrn Albert Berktold (17. 6.) Frau Theresia und Herrn Josef Weiss (17. 6.) Frau Theresia und Herrn Alois IImer sen. (25. 6.) Frau Maria und Herrn Friedrich Erhart (29. 6) Frau Elisabeth und Herrn Dr. Dkfm. Richard Frank (1. 7.) Frau Anna und Herrn Karl Hauser (1. 7.) Frau Christiane und Herrn Emil Angerer (9. 7.)

Zur Vollendung des 96. Lebensjahres Frau Dr. Adelheid Kofier (24. 6.) Frau Anna Hörmann (25. 6.) Frau Thekla Lamprecht (2. 7.)

Zur Vollendung des 100. Lebensjahres Herrn Dr. Josef Mitterstiller (18.6.)

Frau Amalia Graiss (28. 6.) Frau Maria Niedrist (29. 6.) Frau Maria Fink (6. 7.) Zur Vollendung des 92. Lebensjahres Frau Elisabeth Langer (12. 6.) Herrn Alois Egg (15. 6.) Frau Marianne Betta (18. 6.) Frau Marie Mcy (27. 6.) Herrn Alois Küster (29. 6.) Frau Maria Waschnig (1. 7.) Frau Marie Thaler (2. 7.) Frau Margarete Kapsch (3. 7.) Frau Martha Heis (4. 7.)

Zur Vollendung des Zur Vollendung des 95. Lebensjahres 91. Lebensjahres Frau Franziska Mittellehner (10. 7.) Herrn Heinrich Pomaroli (4. 7.) Frau Maria Scarton (6. 7.) Zur Vollendung des Frau Barbara Stummer (7. 7.) 94. Lebensjahres Frau Anna Wisiol (8. 7.) Frau Paula Tichy (18. 6.) Frau Eleonora Köllensperger Zur Vollendung des (28. 6.) 90. Lebensjahres Frau Anna Teutsch (30. 6.) Herrn Anton Brankovsky (11. 6.) Frau Anna Feuersinger (12. 6.) Zur Vollendung des Frau Theresia Winkler (15. 6.) 93. Lebensjahres Frau Charlotte Adam (16. 6.) Frau Paula Palla (18. 6.) Frau Luise Jedlitschka (11. 6.) Herrn Dr. Fritz Münster (19. 6.) Frau Maria Berchtold (21. 6.) Frau Aloisia Schraffl (21.6.) Herrn Paul Costa (28.6.)

Frau Anna Konzctt (22. 6.) Herrn Viktor Tabarelli (27. 6.) Frau Maria Dampf (29. 6.) Herrn Ferdinand Riedl (29. 6.) Frau Johanna Hohn (30. 6.) Frau Rosa Knapp (9. 7.) Herrn Karl Schärferer (9. 7.)

„Jedermann" in Innsbruck zu sehen (Th) Mit dem „Jedermann" von Hugo von Hofmannsthal treten die Tiroler Mysterienspiele heuer zum ersten Mal an die Öffentlichkeit. Gerhard Riedmann, zugleich Hauptdarsteller und Regisseur des Stückes, strebt mit seinem aus Berufsund Laienschauspielern aller Altersgruppen bestehenden Ensemble keinen „Jedermann" à la Salzburg an; in seiner Inszenierung wurden z. B. Längen des Stückes gestrichen und durch Lieder von Haydn, Mozart und Schubert ersetzt. In Innsbruck wird das Stück in der Dogana des Kongreßhauses am 19. und 22. Juli aufgeführt.

LESERSERYICE DER INN§BRUCKER STADTNACHRICHTEN Wochenend-, Sonnund Feiertagsdienste

Solstein-Apotheke, Ampfererstraße 18, Telefon 85 7 77.

Zahnärzte (Samstag und Sonntag von 9 bis 20./21. Juli: Apotheke „Zum hl. 11 Uhr) Konrad", Bozner Blatz 7, Telefon 25 817, Apotheke „Zur 20./21. Juli: Dr. Heinz Bosch, Ibk., Erlerstraße 15, Telefon 22 8 95, Universität", Innrain 47, TeleDr. Rainer Bracco, Hall, Pfannfon 33 5 85, Saggen-Apotheke, hauserstraße 1, Telefon 0 52 23/ Claudiastraße Nr. 4, Telefon 75 20; 280 92; 27./28. Juli: Dr. Martin Brock, 27./28. Juli: „Zum Tiroler Adler", Ibk., Müllerstraße 30, Telefon Museumstraße 18, Telefon 24 0 74, Dr. Günther Crepaz, 24 3 29, Löwen-Apotheke, InnHall, Stadtgraben 25, Telefon rain 103, Telefon 290 74, Lin05223/3171; den-Apotheke, Amraser Straße 106a, Telefon 414 91, Apotheke 3./4. August: Dr. Helmuth Dellemann, Ibk., Wilhelm-Greil„Zum Großen Gott", SchneeStraße 12/1, Telefon 27 3 71, Dr. burggasse 71b, Telefon 87 6 60; Hansjörg Duftner, Lans Nr. 154, 3./4. August: St.-Anna-Apotheke, Telefon 77 4 76; Maria-Theresien-Straße 4, Tele- 10./11. August: Dr. Reinhold fon 25 8 47, Reichenauer ApoDrack, Ibk., Anichstraße 3, Teletheke, Gutshofweg 2, Telefon fon 24 4 08, Dent. Ludwig Ditt44 2 93, Stamser Apotheke, mer, Seefeld, Münchner Straße Höttinger Gasse 45, Telefon 38, Telefon 0 52 12/24 42. 83 5 21, Kur-Apotheke Igls, Igler Straße 50, Telefon 771 17; Weitere Angebote 10./11. August: Zentral-Apotheke, Anichstraße 2a, Telefon Ärztlicher Sonntagsdienst und kinderärztl. Bereitschaftsdienst 22 3 87, Burggrafen-Apotheke, (Notfälle): Telefon 35 5 44 Gumppstraße 45, Telefon 415 17, Nordketten-Apotheke, Innsbrucker Frauenhaus, Telefon Haller Straße 1, Telefon 37 1 37, 42112 Apotheken

Frauen helfen Frauen, Telefon Abschleppdienste 20 9 77 Frauenselbsthilfe nach Krebs, 20./21. Juli: Hans Graber, Steinach a. Br., Brennerstraße 5, TeAuskünfte täglich von 8 bis 9 lefon 0 52 72/62 58, Helmut Uhr, Telefon 43 72 94 Kroh GmbH, Innsbruck, SchuJohanniter-Unfallhilfe (Spezialsterbergweg 26a, Telefon 0 5222/ wagen für Rollstuhlfahrer): Tele63183; fon 44402 27./28. Juli: Hansjörg Holleis, Telefonseelsorge, täglich von 8 bis Völs, Bahnhofstraße 33, Telefon 23 Uhr, Telefon 17 70 0 52 22/27 0 91, 30 3134, Peter Kinder- und Jugendtelefon, Montag bis Freitag von 13 bis 19 Uhr: Telefon 27 0 10 Die nächste Ausgabe der Rettet das Leben, Montag bis Frei„Innsbrucker Stadtnachrichtag von 9 bis 12 Uhr und von 15 ten" erscheint am 14. Aubis 19 Uhr, Telefon 28 8 75 gust 1985 in einer Auflage Pollenwarndienst Tirol: Telefon von 56.300 Stück und wird 19 54 kostenlos jedem InnsbrukSchulpsYchologischer Dienst, ker Haushalt zugestellt. Montag bis Freitag von 8 bis 16 Wenn Sie schon am nächsten Uhr und nach Vereinbarung, TeTag in den Besitz der „Innslefon 314 24. brucker Stadtnachrichten" kommen, ist dies ein VerTierärzte dienst Ihres Postzustellers. 21. Juli: Dr. Josef Stolz, EgerdachSollten Sie die „Innsbrucker straße 8, Telefon 42 2 12; Stadtnachrichten" einmal 28. Juli: Dr. Peter Wesscly, Pradler nicht erhalten, bitten wir Sie Straße 30, Telefon 44 1 63; um eine kurze Nachricht an 4. August: Tzt. Walter Mayr, Inndas Pressereferat im Ratrain 33, Telefon 20 27 83; haus, Maria-Theresien-Stra11. August: Dr. Arne Messner, ße 18, Telefon 324 66. Schidlachstraßc Nr. 8, Telefon 24 0 86.

Innsbrucker Stadtnachrichten — Offizielles Mitteilungsblatt der Landeshauptstadt. Jahrgang 1985, Nr. 7

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Perterer, Innsbruck, Salurner Straße 15, Telefon 052 22/ 22 8 35, Hans Pletzer, Hall i. T., Gerbergasse 8a, Telefon 0 52 23/6177,25 40; 3./4. August: Hans Graber, Steinach a. Br., Brennerstraße 5, Telefon 0 52 72/62 58, Helmut Kroh GmbH, Innsbruck, Schuster-

bergweg 26a; Telefon 0 52 22/ Bestattungsunternehmen 3./4. August: Platzer Bestattungs63183; ges.m.b.H., Reichenauer Straße 21. Juli: Platzer Bestattungs95, Telefon 42 3 04, H. Flossges.m.b.H., Reichenauer Straße 10./11. August: Hansjörg Holleis, mann, Marktgraben 2, Telefon 95, Telefon 42 3 04, H. FlossVöls, Bahnhofstraße 33, Telefon 243 81; mann, Marktgraben 2, Telefon 0 52 22/27 0 91, 30 3134, Peter 24381; Perterer, Innsbruck, Salurner Straße 15, Telefon 0 52 22/ 27./28. Juli: J. Neumair, Schöpf- 10./11. August: J. Neumair, 22 8 35, Hans Pletzer, Hall i. T., straße 37, Telefon 22 0 74, Schöpfstraße 37, Telefon Gerbergasse 8a, Telefon 22013, C. Müller, Pradler Stra22 0 74,22 0 13, C. Müller, Prad0 52 23/6177, 25 40. ße 3, Telefon 45 151; ler Straße 3, Telefon 45 151.

AMTLICHE MITTEILUNGEN UND NACHRICHTEN

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(8. 6.) • Gerhard Sumper und Ingeborg Krimbacher (8. 6.) • Robert Lechner und Sieglinde Wallner (8.6.) • Günter Kappelmüller und Johann Reichl und Hannelore Va- Christine Ofer (8. 6.) • Helmut lentini geb. Schipflinger (5. 6.) • Rofner und Elisabeth Schreiner Romed Bucher, Rum, und Erika (8.6.) • Harald Schatz und AngeliDemetz (5. 6.) • Gerd Haas und ka Poller (8. 6.) • Adolf Cejka und Ursula Neururer, Arzl(5.6.) • An- Astrid Hawrylio (12. 6.) • Dipl.ton Hack und Helga Thaler (5. 6.) Vw. Gerhard Kirchmair und Evi • Dr. med. univ. Momen Radi und Krismer (14. 6.) • Ing. Manfred Maria-Luise Bayer (7. 6.) • Dr. Winkler und Beate Agreiter, Völs phil. Daryusch Khaschabi und (14. 6.) • Dr. jur. Markus Skarics Waltraud Norz (7. 6.) • Dr. jur. und Andrea Mooslechner (14. 6.) Bernhard Schön und Brigitte Wurm • Gerhard Eder und Ines Pienz (7.6) • Horst Pöschl und Daniela (15. 6.) • Alfred Petralia, Brenner, Haslacher (8. 6.) • Hubert Braun- und Siegrid Häupl (15. 6.) • Dr. hofer und Erika Mark geb. Aben- med. univ. Klaus Drexler und Silvia tung (8. 6.) • Markus Ebner und Penz (15. 6.) • Franz Stöllner und Barbara Inmann (8. 6.) • Manfred Angelika Aßmann( 15. 6.) • WolfUrbanetz und Elisabeth Müller gang Hagleitner und Daniela Pich-

EHESCHLIESSUNGEN

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Die Stadtplanung informiert + Die Stadtplanung informiert + ENTWÜRFE: Flächenwidmungsplan Nr. 80/ gc, Innsbruck, Bereich Innrain zwischen Tankstelle (Nr. 44) und Johanneskirche: Auf Grund geänderter städtebauli-

fy, Wilten, Geviert Müllerstraße — Speckbacherstraße — Schöpfstraße — Peter-MayrStraße, Bebauungsplan Nr. 77/n, Innsbruck, nordwestlicher Be-

Änderung von Bebauungsplänen eher Zielvorstellungen wird die seit dem Jahre 1956 unter Abbruch stehende inselförmige 2—4geschoßige Bebauung im Bereich zwischen der Johanneskirche und der Kreuzung Innrain und Blasius-HueberStraße entsprechend der heutigen Nutzung als Mischgebiet festgelegt. Bebauungsplan Nr. 112/g, Kranebitten, Kranebitterbodenweg im östlichen Bereich: Auf Grund eines Einspruches bzw. nach Besichtigung durch den Bauausschuß wird im vorliegenden Entwurf in einem Teilbereich die Baufluchtlinie bis auf 1 m an die Straßenfluchtlinie herangeführt. BESCHLÜSSE: Es wurden der Flächenwidmungsplan Nr. 80/

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reich zwischen Universitätsstraße und Kaiserjägerstraße (Areal Fennerkaserne), beschlossen. Die Entwürfe, bestehend aus zeichnerischer Darstellung, Wortlaut und Planzeichenerklärung, sind während der Amtsstunden in den Schaukästen des Stadtplanungsamtes, Fallmerayerstraße 1, 4. Stock, für den Flächenwidmungsplan Nr. 80/gc vom 2. Juli bis 7. August 1985 und für den Bebauungsplan Nr. 112/g vom 2. Juli bis 24. Juli 1985 einsehbar. Darüber hinaus können weitere Informationen zu den aufgelegten Entwürfen während der Parteienverkehrszeit von 8 bis 10 Uhr von den zuständigen Sachbearbeitern eingeholt werden.

ler (15. 6.) • Hubert Thurner und Monika Martini (15. 6.) • Markus Rauthund Ursula Supper (15.6.) • Herbert Schmid und Elisabeth Kapferer(15.6.) • ElmarZehenter und Astrid Kummer, Treffen (15. 6.) • Walter Todeschini, Keniaten, und Brigitte Müller (15. 6.) • Heribert Ecker, Lans, und Andrea Erler (15. 6.) • Johann Schnesl und Irmgard Maxi geb. Zirkel (17. 6.)

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GEBURTEN

Michael Kugler (25. 5.) • Sabrina Schwarzenbach (6. 3.) • Daniela Trukic(14. 5.) • Pratic Pramstaller (23. 5.) • Mirjam Walch (30. 5) • Julia Raschenberger (28. 5.) • Christopher Schieferer (1.6.) • Rene Pallhuber (2. 6.) • Daniela Janek(2. 6.) • Natalia Palfner (2. 6.) • Matthias Mairbäurl (3. 6.) • Andre Holzknecht (8.6.) • Johannes Rücklauf (10. 6.) • Daniel Senn (8.6.) • Claudia Melmer (5. 6.) • Markus Mair (7.6.) • Daniel Jaud (8. 6.) • Iris Eiselt (1. 6.) • Leonhard Zecha (6.6.) • Stefan Haslacher (11. 6.) • Christoph Engl (13. 6.) • Corinna Fritz (4. 6.) • Dominik Mallaun (9. 6.) • Christian Lantschner (13.6.) • Thomas Karpitschka (17. 6.)

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STERBEFÄLLE

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Friederike Parducci (3. 6.) • Katharina Haselwanner (3.6.) • Rudolf Gröschl (4.6.) • PaulaSmrcek (4.6.) • Anna Güttier (4. 6.) • JosefGrießl(5.6.) • IngeborgRimml (5.6.) • JosefaOrtner(5.6.) • Josef Harrasser (5. 6.) • Herbert Prantl (6.6.) • Dr. med. univ. Kornelius Kryspin-Exner (6. 6.) • Amalia Guger (6. 6.) • Alice Neumann (6.6.) • ViktorKöll(7.6.) • Alois Volderauer (7. 6.) • Paula Zuchristian (7. 6) • Herbert Bartl (8. 6.) • Johann Ciacomuzzi (8. 6.) • Johann Weigert (9. 6.) • Anton Wechselberger (9. 6.) • Dr. med. univ. Walter Oberguggenberger (10. 6.) • Renate Stolz (10. 6.) • Theresia Rissbacher (7.6.) • Olga Janisch (11. 6.) • Helene Schliefsteiner (11. 6.) • Georg Kaufmann (11.6.) • Aloisia Suppes (11. 6.) • Walter Kerl (11. 6.) • Felix Ronacher (11. 6.) • Erwin Karrer (12. 6.) • Rosa Riedl (13. 6.) • Martha Christoph (13. 6.) • Anna Kahlhammer(14.6.) • JosefaNogler (14. 6.) • Basilius Andreaus (16.6.) • Lukas Bichler (12. 6.) • Ottilia Schödl (15. 6.) • Gottfried Beer (17. 6.) • Andreas Kopf (17. 6.) • Angela Schwarzmüller (17. 6)

STADTBAUAMT

Öffentliche Ausschreibung Die Stadtgemeinde Innsbruck schreibt hiermit 2 Pkw öffentlich zum Verkauf aus: Gegenstand: 1 Pkw Mercedes-Benz, Type 280 E, Baujahr 1979, 224.000 km, 2 Pkw Mercedes-Benz, Type 280 E, Baujahr 1977, 150.000 km. Besichtigungsmöglichkeit: Montag bis Freitag von 7 bis 12 Uhr, Montag bis Donnerstag von 13.15 bis 17 Uhr, vorhergehende telefonische Anmeldung erbeten unter Tel. 45 5 75. Abgabetermin: Die Angebote sind in einem verschlossenen Kuvert mit der Aufschrift „ Abverkauf Pkw" bis spätestens Montag, den 29. Juli 1985, 11 Uhr im Stadtbauamt Innsbruck, neues Rathaus, Fallmerayerstraße 1, 3. Stock, Zimmer 402, abzugeben oder zeitgerecht einzusenden, wobei Angebote unter dem Schätzwert keine Berücksichtigung finden. DER ABTEILUNGSLEITER: Dipl.-Ing. Angerer, Obersenatsrat

Innsbrucker Stadtnachrichten — Offizielles Mitteilungsblatt der Landeshauptstadt. Jahrgang 1985, Nr. 7


deum, Museumstraße 15: Veldidena — Römisches Militärlager und Zivilsicdlung Nordtirol und die Invasion aus dem Süden vor Dr. Traute Pontiller, Haspinger2000 Jahren - bis 29. September straße 9 (Mo. bis So. von 10 bis 17 Uhr, Stützmauern, Eggenwaldweg 22, Do. von 19 bis 21 Uhr) 24 u. 26, M. Schreiner, Arzlcr Tiroler landeskundliches Museum Straße 198, H. Wechselbcrger, im Zeughaus, Zeughausgasse: Gumppstraße 1, Dr. W. SchulKein Leben ohne Pilze — bis lian, Eggenwaldweg 26 29. September (Mo. bis Sa. von Büro-, Geschäfts- u. Wohnhaus, 10 bis 17 Uhr, Sonn- und FeiertaResselstraße 18, Wiener Allianz ge von 9 bis 12 Uhr) Versicherungs-AG, Hietzinger Museum der Tiroler KaiserschütKai 101-105, 1130 Wien zen, Leuthaus in Wüten (neben Fassadenänderung, Amthorstraße dem Stift Wüten), Tiroler Stand10, Hermann u. Günther Erhart, schützen 1915-1918 - bis Amthorstraße 10, 6020 Inns30. September (Mo. bis Sa. von bruck 10 bis 16 Uhr, Sonn- und FeiertaUmwidmung, Haller Straße 35b, ge von 9 bis 12 Uhr) Beatrix Weißbriacher, Haller Galeothek, Herzog-FriedrichStraße 35b, 6020 Innsbruck Straße 3: Brigitte Hess — AquaAnbau, Fischerhäuslweg 42, Rurelle als Spuren — bis 27. Juli dolf Winkler (Mo. bis Fr. von 9 bis 12, 15 bis 18 Uhr, Sa. 9 bis 12 Uhr)

ERTEILTE BAUGENEHMIGUNGEN Abbruch, Anton-Rauch-Straßc 30, Stadtgemeinde Innsbruck, Fallmerayerstraße 1 Kleingaragc, Heiligwasserwiese 10, Friedrich u. Helga Breitier, Patscher Straße 20,6080 InnsbruckIgls Fensteraustausch, Schulgasse 8, Hermann Mairhofer, Hofwaldweg 14 Baul. Änderungen, Brennerstraße 5d—g, Eichberger Ges.m.b.H., Andreas-Hofer-Straße 4 Umbaumaßnahmen, Maria-Theresien-Straße 47, Kleider Bauer Ges.m.b.H., Zwingenstraße 5, 2380 Perchtoldsdorf Aufstockung, Fürstenweg 17—21, Fischnalerstraße 1—11, Stadtgemeinde Innsbruck, Fallmerayerstraße 1 Zubauten, Klammstraße 26, Christine u. Manfred Taurer Einfamilienwohnhaus, Allerheiligenhofweg 28, Ges. zur Schaffung von Wohnungseigentum, z. Hd. H. Dir. Wurnig, Siemensstraße 43 Einfamilienwohnhaus, JosefStapf-Straße 15, Ernst Heiss, Dr.-Stumpf-Straße 50 Um- und Zubau, Oppolzerstraße 6, Johann Weithas, Kaufmannstraße 26 Dachbodenausbau, Pacherstraße 32, Dkfm. Dr. Nogler & Bmstr. Ing. Daum, Speckbacherstraße Nr. 29 Baul. Änderungen, Mentlgasse 2, Textil Rauscher Ges.m.b.H., Leopoldstraße 30 Abbruch, Innrain 23, Karl Mair, Richardsweg 19 Gartenhäuschen, Pasubiostraße 6, Prof. Hans Franz Einfamilienwohnhaus, Höhenstraße 42, Ing. Dietmar Berauer Abänderung, Haspingerstraße 7,

Galerie im Taxispalais, Maria-Theresien-Straße 45: Eine Sammlung von Zeichnungen aus den letzten 100 Jahren — bis 11. August (Mo. bis Sa. von 10 bis 12 und von 14 bis 19 Uhr, So. von 10 bis 12 Uhr) Andechsgalerie — Möbel Textilhof, Andechsstraße 48—52: AnneMarie Julien Klimbacher — Malerei und Collagen — Stina Strickner — Wandteppiche — bis ca. Mitte Juli (geöffnet während der Geschäftszeiten) Kongreßhaus, Rennweg 3: Volkskunst aus Aserbeidschan — 18. Juli bis 11. August (täglich von 16 bis 19 Uhr) Galerie Annasäule, Adamgasse 7a: Künstler der Galerie — Ölbilder, Aquarelle und Zeichnungen — bis 2. August (Di. bis Fr. von 10 bis 12.30 Uhr und von 15 bis 18.30 Uhr, Sa. von 10 bis 12.30 Uhr)

Ausstellungen (Fortsetzung von Seite 6)

STADTBAUAMT

Öffentliche Ausschreibung

Stadtarchiv, Badgasse 2: Materialien zur Innsbrucker Zeitgeschichte II: 1932-1938 - bis 27. Ausschreibende Stelle: Stadtbauamt Innsbruck, Fallmerayerstraße 1, September (Mo. bis Do. von 8 bis 6020 Innsbruck. 12 und von 14 bis 18 Uhr, Fr. von Gegenstand: Jahresbedarf an 60-1-Kunststoffmüllsäcken. Ausführung ge8 bis 13 Uhr) mäß ÖNORM S 2010 (MS 2). Tiroler Kunstpavillon, Rennweg Die Ausschreibungsunterlagen können ab sofort beim städt. Zentralhof 8a: Otto Eder — Bildhauerei — Reichenau, Roßaugasse 4, 6020 Innsbruck, behoben oder angefordert bis 28. Juli; Antonia Mayr-Gol- werden. derer — Malerei — 1. August bis 1. September (Di. bis Sa. von 9 Abgabetermin: Die Angebote sind bis spätestens Montag, den 26. Februbis 12 und von 15 bis 18 Uhr, So. ar 1985, 11 Uhr im Stadtbauamt Innsbruck, neues Rathaus, Fallmerayerstraße 1, Zimmer 403, abzugeben oder zeitgerecht an dieses einzusenden. von 10 bis 12 Uhr) Angebote, die bis zu diesem Zeitpunkt nicht eingelangt sind, können, auch Stadtturmgalerie, Herzog-Fried- wenn das Datum des Poststempels vor diesem Termin liegt, nicht mehr berich-Straße 21: Peter Paul Wip- rücksichtigt werden. linger — Fotos — bis 4. August; Brita Richter — Emailarbeiten — Angebotseröffnung: Diese findet am Montag, den 26. August 1985, um 7. August bis 8. September (Di. 11 Uhr im Stadtbauamt Innsbruck, Fallmerayerstraße 1,3. Stock, Zimmer bis Fr. von 14 bis 18 Uhr, Sa. von 416, statt. DER ABTEILUNGSLEITER: 10 bis 12 und von 14 bis 18 Uhr, Dipl.-Ing. Angerer, Obersenatsrat Sonn- und Feiertage von 10 bis 12 Uhr) Tiroler Landesmuseum FerdinanSTADTWERKE INNSBRUCK

STADTWERKE INNSBRUCK

Öffentliche Ausschreibung

Öffentliche Ausschreibung

Ausschreibende Stelle: Stadtwerke Innsbruck, Elektrizitätswerk, Salurner Straße 11, 6020 Innsbruck. Gegenstand: Lieferung der elektronischen Ausrüstung zur Stahlwasserbauausrüstung für den Umbau der Schleuse Matrei, des Stollenspeicherschützes, des Wasserschlosses und des Unterwasserkanales. Die Ausschreibungsunterlagen können ab sofort bei den Stadtwerken Innsbruck, Salurner Straße 11,1. Stock, Zimmer Nr. 10, gegen einen Unkostenbeitrag von S 500.— behoben oder als Nachnahmesendung angefordert werden. Abgabetermin: Die Angebote sind bis spätestens Dienstag, den 6. August 1985,11 Uhr in der Generaldirektion der Stadtwerke Innsbruck, Salurner Straße 11,2. Stock, Zimmer 4, abzugeben oder zeitgerecht an diese einzusenden. Angebote, die bis zu diesem Zeitpunkt nicht eingelangt sind, können, auch wenn das Datum des Poststempels vor diesem Termin liegt, nicht mehr berücksichtigt werden. Angebotseröffnung: Diese findet am Dienstag, den 6. August 1985, um 11 Uhr bei den Stadtwerken Innsbruck, Salurner Straße 11,6. Stock, Sitzungszimmer, statt. Den Offertstellern steht es frei, derselben beizuwohnen. GENERALDIREKTION

Ausschreibende Stelle: Stadtwerke Innsbruck, Elektrizitätswerk, Salurner Straße 11, 6020 Innsbruck. Gegenstand: Lieferung einer Drehmaschine für das Kraftwerk Mühlau. Die Ausschreibungsunterlagen können ab sofort bei den Stadtwerken Innsbruck, Salurner Straße 11, 1. Stock, Zimmer 10, gegen einen Unkostenbeitrag von S 300.— behoben oder als Nachnahmesendung angefordert werden. Abgabetermin: Die Angebote sind bis spätestens Montag, den 26. August 1985,11 Uhr in der Generaldirektion der Stadtwerke Innsbruck, Salurner Straße 11, 2. Stock, Zimmer 4, abzugeben oder zeitgerecht an diese einzusenden. Angebote, die bis zu diesem Zeitpunkt nicht eingelangt sind, können, auch wenn das Datum des Poststempels vor diesem Termin liegt, nicht mehr berücksichtigt werden. Angebotseröffnung: Diese findet am Montag, den 26. August 1985, um 11 Uhr bei den Stadtwerken Innsbruck, Salurner Straße 11, 6. Stock, Sitzungszimmer, statt. Den Offertstellern steht es frei, derselben beizuwohnen. GENERALDIREKTION

Innsbrucker Stadtnachrichten — Offizielles Mitteilungsblatt der Landeshauptstadt. Jahrgang 1985, Nr. 7

Seite 15


Der Bau des Spanischen Saales Kraft Urkunde vom 3. März 1564 schenkte Erzherzog Ferdinand II. von Tirol (1529 — 1594) seiner schönen Frau Philippine Welser (1527-1580) das Schloß Ambras und ließ durch den italienischen ArchiVon Dr. Herbert Woditschka

tekten und Baumeister Alberto Lucchese in den Jahren 1564 —1567 die mittelalterliche Burganlage in ein Lustschloß der Renaissance (= das Hochschloß) umbauen. In einem zweiten Bauabschnitt folgte 1569—1571 die Errichtung des Spanischen Saales, dem 1572 der Bau des Unterschlosses — unter anderem bestehend aus dem ehemaligen Ballspielhaus, Bibliothek (Kornschütt) und Rüstkammer — folgte. Der seit dem 19. Jahrhundert so benannte Spanische Saal — früher hieß er einfach „der große Saal" - ist 43 Meter lang, 10 Meter breit und 5 Meter hoch und wurde nach Plänen des Hofbaumeisters Giovanni Lucchese (f 1581) gebaut. Dieser mußte vorerst den Burgfelsen von Haller Bergknappen abmeißeln und den Hohlraum zwischen dem Felsen und der Nordwand des Saales zum Schutz gegen Feuchtigkeit mit

Holzkohle füllen lassen. Der Saal wurde über Treppen vom Hochschloß aus durch das sogenannte Kaiserzimmer als Vorraum (= Antecamera) erreicht. Der Zugang von Westen wurde erst am Ende des 18. Jahrhunderts geschaffen, als die vom Vorschloß zur Südwestecke des Spanischen Saales verlaufende, von Strebepfeilern gestützte Mauer entfernt wurde. Die heutige Gestaltung der Westfassade geht auf einen Entwurf von Prof. Oswald Haller aus dem Jahre 1954 zurück. Der Saal befindet sich über einem Kellergeschoß und erhält durch 15 große, rechteckige Fenster und darüber befindliche Rundfenster Licht. Sein ursprüngliches Dach wurde bei einer Restaurierung unter Erzherzog Franz Ferdinand 1911-1913 wiederhergestellt. Der Boden aus rotem, schwarzem und weißem Marmor wurde vom Steinmetz Thomas Scalabrin verlegt. Vom Hoftischler Conrad Gottfried stammen die Holzdecke und die mit Intarsien gezierte Osttüre, welche an ihrer Innenseite die Initialen C G trägt. Das benötigte Holz wurde 1570 in Augsburg und Partenkirchen bestellt. Die Stuckarbeiten wurden an den Niederländer Antonis van Brackh ver-

geben, während die Vergoldungen von Konrad Leitgeb durchgeführt wurden. Für die dekorative Bemalung des Saales mit Grotesken konnte — durch Vermittlung von Alexander Colin — der Künstler Denis van Hallaert verpflichtet werden, der neben der Jahreszahl 1571 im westlichsten Rundfenster der Südwand signierte. Die Südwand wurde in der Sockelzone vom Hofmaler Giovanni Battista Fontana mit Szenen aus der Geschichte des Romulus geschmückt, die Nordwand zeigt die Geschichte des Herkules, die Ostwand die sieben Tugenden und die Westwand die Freien Künste. Den Höhepunkt des künstlerischen Schmuckes des Spanischen Saales bilden die 27 ganzfigurigen Porträts der Tiroler Landesfürsten, welche seit David Schönherr (Gesammelte Schriften, Band 2, S. 599 ff.)

dem Hofmaler Pietro Rosa aus Brescia, einem Schüler Tizians, zugeschrieben werden. Das Programm der Porträts ist von Osten nach Westen orientiert und enthält unter anderem Darstellungen von Graf Albert I. von Tirol, Meinhard II., Rudolf IV. dem Stifter, Margarethe Maultasch, Friedl mit der leeren Tasche, Sigmund dem Münzreichen, Kaiser Maximilian I. und abschließend Ferdinand II. als dem Erbauer des Saales. Der Innsbrucker Hans Georg Ernstlinger schrieb in seinem um 1608/10 entstandenen „Raisbuch" über den Spanischen Saal: „Weiter ist allda zu sehen der schöne, lange und breite Saal mit viler Fürsten von Oesterreich Conterfeturen und mancherlay schönen großen Hirschgestiern geziert." Der Spanische Saal wurde nach der Vollendung des Hochschlosses als Festsaal für die glücklichen Tage der Liebenden — Ferdinand und Philippine — in ihrer Sommerresidenz geschaffen und dient nun seit 1963 als Rahmen für die Ambraser Schloßkonzerte.

VOR HUNDERT JAHREN 18. Juli: Die Rubrik „Alpines" des Boten für Tirol macht aufmerksam: „Wie bekannt, steht auf dem Piniser Joche, wohin die Wege von Gschnitz und von

der Kahralpe im Piniser-Thale ... neu hergestellt worden sind, eine Unterkunftshütte, und zwar die voriges Jahr erbaute Innsbrucker Hütte der Section Innsbruck-Wüten des „Oest. T. C." angehörig, die für jedermann gegen Entrichtung der tarifmäßigen Gebühr zugänglich ist, und die jedem Habicht-Bergsteiger, besonders dem schwächeren, willkommene Unterkunft und bequemes Übernachten auf Matratzen gestattet." 4. August: „Laut Gemeinderaths-Beschlusses muß eine beständige bezahlte Feuerwehr zur Nachtszeit im alten Magistratsgebäude gehalten werden." 5. August: „Bei dem gestern abends über unserer Gegend niedergegangenen ziemlich heftigen Gewitter hat der Blitz in den Blitzableiter auf dem nördlichen Thurm der Stadtpfarrkirche eingeschlagen, fuhr demselben entlang in die Erde und zerstörte die in der Nähe vorbeiDas Schloß Ambras mit dem Spanischen Saal (A). Kupferstich von Matthäus Merian, 1649. (Original: Stadtarchiv, Repro: Murauer)führende Brunnenleitung. " J.

Innsbrucker Stadtnachrichten  

Ausgabe Juli 1985

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