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Iunqbinqcrftier fur den Iahrqang 1946 Über Ii»li!» Iungbürgerinnen und Iuugbürger dos Geburtsjahrganges 1946 hatten sich in diesem Jahr M r Iungbürgerfeier am Ä>. Februar angemeldet. I m schon traditionell gewordenen Nahmen fand am Sonntagvormittag im Großen Stadtsaal die Angelobung statt. Die Feierlichkeiten begannen am 25. Februar mit einem evangelischen Gottesdienst in der Ehristuskirche und am Sonntag mit einem Gottesdienst in der Hoftirche. den Dompropst Prälat Dr. Huber zelebrierte. Vor dem Stadtsaal entbot die Höttinger Musikkapelle den politisch mündig gewordenen Innsbruckern einen musikalischen Gruß. Um IN Uhr war der Große Sladtsanl bis auf den letzten Platz gefüllt. M i t dem festlichen Einzug des Stadtsenats und des Geirwinderates begann der eigentliche Festakt. Vizebürgermeister Obenfeldner wies i n seiner Begrüßungsansprache darauf hin, daß ein großer Teil des Lebens und Wirkens der jungen Bürger sich in der Gemeinschaft vollziehe. Von nun an seien alle aufgerufen, verantwortungsvoll mitzuwirken und mitzugestalten, den guten Ruf der Stadt zu erhalten und weiterzuführen, eine Aufgabe, die nicht immer leicht, aber stets groß und schön sei. Die Festrede hielt Bürgermeister Dr. Lugger, der unter anderein sagte, daß die Jugend mit der Gemeinde als kleinste Zelle der staatlichen Gemeinschaft schon von Kindheit an verbunden sei. Nun erwachsen den mündig Gewordenen neue Rechte und Pflichten. Richts in unserem Geineinwesen ist selbstverständlich. Mitverantwortlich für Pflege und Erhaltung dessen zu sorgen, was wir unser eigen nennen, ist nunmehr aucl» eine der Lebensaufgaben der Iungbürger. Die persönliche Freiheit ist nur dann gesichert, wenn jeder die Rechte des anderen respektiert. Denn Demokratie verpflichtet zur Toleranz. Ohne die Gemeinschaft kann der Mensch nicht Mensch werden. W i r brauchen inimer wieder den Staat und die Gemeinde. Die Formung dieser Gemeinschaft ist nmimelir auch in die Hände jedes einzelnen gelegt. Immer wieder wird Gelegenheit sein, milznlielfen. den Weg Innsbrucks und Tirols, ja ganz Österreichs vorzuzeichnen. Und daraus wird sich weiter ergeben, getreu der Geschichte unserer Stadt, auch an der Formung Europas mitzuwirken. Slimbolisch für alle legten daini eine Inngbürge!'in und ein Iungbürger das Gelöbnis ab. der Republik Österreich, dem Heimalland T i r o l und der Vaterstadt Innsbruck die Treue zu hallen, die Rechte als Bürger eines demokratischen Staates zu wahren, die

staatsbürgerlichen Pflichten zn erfüllen und den M i t menschen in Not beizustehen. Als Dankesworte sagte vie I u n g b ü r g e r i n : „Sehr geehrter Herr Bürgermeister, verehrte Damen und Herren des Stadt- und Gemeinderates! Als Sprecherin der hier anwesenden Jungbürgermnen möchte ich Ihnen, sehr verehrter Herr Bürgermeister, sowie den Mitgliedern des Gemeinderates für diese eindrucksvolle Feier danken. Sie hat uns gezeigt, daß für uns als nunmehr voll verantwortliche Bürger unseres Staates ein neuer Lebensabschnitt beginnt. W i r haben das Glück, unsere neuen Rechte und Pflichten in einer Zeit des inneren und äußeren Friedens und in voller Freiheit übernehmen zu dürfen. Dies alles verdanken wir unseren Eltern und den verantwortlichen Männern und Frauen, die unser Vaterland aus der Zerstörung des Krieges herausgeführt und zu einem geachteten Land dieser Erde gemacht haben. Die meisten von uns stehen wohl schon im Beruf, einige können noch studieren, und wieder andere von uns werden schon Frau und vielleicht auch schon M u t ter sein. W i r Jungbürgerinnen wollen uns in dieser feierlichen Stunde aber insbesondere auf unser ureigenstes Wesen als Frau besinnen und froh und zuversichtlich geloben, das zu bewahren und lebendig zu erhalten, was unsere Mütter seit Jahrhunderten den Vätern nnd Kindern dieser herrlichen Heimat gegeben haben: Treue und Liebe!" Und der I u n a M r g e r „Sehr geehrter Herr Bürgermeister! Verehrte Stadt- und Gemeinderäle! W i r Innsbrucker Iungbürger begehen heule in feierlicher Forni unsereii ^.'1, Gelnirlstag als Staatsbürger. Die Stadlgemeinde Innsdrucl Inu >>!i>> diese Feier zu einem eindrucksvollen Erlebnis gestaltet. I m Namen der anwesenden Iungbürger darf ich Ihnen, sehr geehrter Herr Bürgermeister, und Ihren Mitarbeitern dafür herzlich danken. Sie haben nns heute in de» .Nreis der Erwachsenen aufgenommen und uns ül'^r unsere znlünsligen Rechle nnd Pflichten belehrt. W i r Jungen wollen milardeilen nnd Veranlwor-


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tung übernehmen, jeder nach seinen Kräften und auf seinem Platz. Dabei wollen w i r uns gerne uon den Älteren und Erfahrenen beraten und lenken lassen. Ich darf Ihnen allen am Schluß versprechen, daß w i r jungen Innsbrucker alles tun wollen, was dem Wohle unseres Vaterlandes Österreich, unseres Heimatlandes T i r o l und unserer schönen Stadt I n n s bruck dient." Wie schon in früheren Jahren hat auch Heuer das Iungbürgerbuch, das die Teilnehmer am Festakt zum

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Schluß erhielten, alle begeistert. Für die musitalische Umrahmung der würdigen Feier sorgte das Symphonieorchester der Stadt Innsbruck unter Musitdirellur K a r l Nandolf, Sunna Abram an der Orgel und Hermann Schmid vom Tiroler üandestheater mit dem Vortrag des Preisliedes auf Österreich aus König Ottokars Glück und Ende uon Franz Grillparzer. Den festlichen Tag beschloß ein auserlesenes Eymphoniekonzert für die I u n o M r g e r am Abend im Großen Stadtsaal, das für alle zu einem bleibenden Erlebnis wurde.

Professor Monsignore Karl Koch wurde achtzig Jahre alt Am 29. Jänner 1967 vollendete Prof. Msgr. K a r l Koch sein achtzigstes Lebensjahr. Mehr als die Hälfte dieser Lebensjahre verbrachte >der Jubilar als Chordirettor uon St. Jakob in unserer Stadt. Heute kann er auf ein arbeitsreiches Leben als erfolgreicher Tondichter, als bewährter Chorleiter, als hervorragender Organist und Orgelfachmann und als geschätzter Lehrer an unserer Universität und an der Städtischen Musikschule zurückblicken. Schon in seiner Kindheit — er wurde am 29. Jänner 188? zu Viberwier im Außerfern geboren — zeigte sich seine musikalische Begabung, und sein Vater, der Lehrer und Organist Johann Koch, selbst ein guter Musiker, förderte die Talente seines Sohnes nach seinen besten Kräften. So kam K a r l Koch schon als guter Sänger und Musikus ans Gymnasium nach Vrixen. Dort entwarf er schon als Mittelschüler und anschließend als Theologiestudent kleine Kompositionen. Neben seinen Studien bemühte er sich mit Fleiß und Ausdauer, auch seine theoretischen und praktischen Kenntnisse auf musikalischem Gebiete zu erweitern und zu vertiefen. Die Vischofsstadt am Eisack und der mustergültige Domchor boten hiezu genug Gelegenheit. A l s junger Kooperator i n Tux und St. NikolausInnsbruck schuf er die ersten bekanntgewordenen kirchenmusikalischen Werke. 1915 eröffnete sich ihm als Ehordirettor an der Pfarrkirche in Bozen ein neues Wirlungsfeld. Es war für den jungen Priester nicht leicht, dort Fuß zu fassen, denn er erachtete es als seine Aufgabe, nach Josef Schöpf die Kirchenmusik in neue Bahnen zu lenken. Diese Aufgabe war damals nicht nur sehr schwer, sondern geradezu reformatorisch. Doch seine eigenen, dort geschaffenen Werke wurde bald verstanden, beachtet und richtig gewertet. I n wenigen Jahren führte er den Vozner Pfarrchor zu Hochleistungen. M a n kann noch heute von alten Voznern hören, daß es damals dem bescheidenen Könner Koch zu danken war, daß viele uon damaligen freiheitlichen Bozner Bürgern wieder zum Gottesdienst kamen. Um die an der Kirchenmusikschule in Negensburg erworbenen Kenntnisse weiterzuentmickeln. besuchte er 1921/22 die Musitakademie in Wien. Ehe sich aber sein in Wien erworbenes Können und Wissen in Bozen nachher voll entfallen konnte, berief ihn sein Freund Propst Dr. I . Weingartner an die Hauptpfarre Sankt Jakob nach Innsbruck (1924). Hier übernahm er von seinem Vorgänger L. Streiter einen gut geschulten

Chor, den er dann später durch jüngere, aus der eigenen Pfarrsingschule hervorgegangene Kräfte erweiterte. M i t diesem Ehor konnte er die größten tirchenmusikalischen Werke der Vergangenheit und Gegenwart, Werke der verschiedensten Stilrichtungen aufführen. Natürlich bediente er sich des Ehores auch, um seine eigenen Schöpfungen, deren Opuszahl sich in Innsbruck stark vermehrte, aus der Taufe zu heben. W i r Sänger freuten uns jedesmal, wenn wir ihm dabei helfen konnten. Es war für uns aber auch ehrend und auch irgendwie anerkennend, wenn er bei der ersten Probe einer neuen Messe unser Urteil hören wollte. Und auf dieses Urteil hörte er. Mohr als einmal hat er nach einer solchen Beurteilung durch den Ehor die eine oder andere Stelle umgearbeitet. Zu den großen Orchesteraufführungen holte sich der Meister das Städtische Symphonieorchester, das sich gern und erfolgreich seiner Stabführung anvertraute. An solchen hohen Festtagen verschmolzen das barockfreudige Gotteshaus, der feierliche Gottesdienst und die festliche Kirchenmusik zu einer künstlerischen Einheit, zu einem gemeinsamen Lob- und Dankgrbet mit den Gläubigen. Das aufgeschlossene Herz erkannte bei solchen Gelegenheiten, daß Prof. Kochs Musik nicht nur allein ein künstlerisches, sondern vielmehr ein tiefreligiöses Bekenntnis ist. W i r können beruhigt die Beurteilung Kochs als Tonschöpfer für heute den vielen Kirchenbesuchern, für später den Musikhistorikern überlassen. Erfolgreich war anch die Lehrtätigkeit, die Msgr, Koch an der Universität Innsbruck und am hiesigen Konservatorium entfaltete. Die ersten Erfolge als Lehrer tonnte er schon in Vrixen und Bozen erringen. Dort als jnnger Praktiker im Seminarchor, hier als beliebter, wenn auch strenger Musitlehrer an der l. t. Lehrerbildungsanstalt. Es gibt noch genug Ehorloiler und Organisten aus dem Lehrerstande diesseits und jenseits des Brenners, die dem Jubilar ihre musi talischen Kenntnisse, vor allem aber die Freude an der Ivl^ic^i ^lcicl verdanken. Prof. Msgr. K a r l Koch ist als Mensch einfach, leutselig und deshalb auch ein gern gesehener und belieb ter Gesellschafter. I n einer Erholnngsstunde u»Ier gleichgesinnlen Menschen fühlt er sich froh und los gelöst von allen Mißinhleilen ^'-' Alltags. Da kann er dann ano sich herausgehen, und gern hört man ilim zu. wenn er aus seinem langen, mehr als dreiuierlel Jahrhundert währenden Leben erzählt. Dabei bleib!


Amtsblatt der Llindcshauptstadt Innsbruck er stets bescheiden lind immer grnndgülig in seinem Urteil. Professor .^och ist ein jugendlicher Achtziger, Teine Chorinitglieder sind mit ihm älter, viele ebenfalls all geworden. Zum Geburtstag haben sich aber alle wieder zusammengefunden, nm mil ihm sein Geburtsfest zu feiern, Am vormittag griff der Altmeister selbst zum Taktstock lind führte seine Weihnachlsmesse für Chor und großes Orchester auf. Propst Dr. Huder zelebrierte das Hochamt. I n seiner Festansprache bezeichnete er diesen Geburtstag als Fannlienfestlag der Pfarrgemeinde. Dabei dankte er dem Jubilar für seine Arbeil als Sämann des Herrn und verwies auf die reiche Ernte, die er nunmehr einbringen kann und die der Herr ihm lohnen möge. Am Abend trafeil sich alle Sänger mit den kirchlichen Behörden zu einer Feierstunde in den mit B l u men festlich geschmückten Stiftssälen. Neben den vielen Teilnehmern konnte OSR. Toni M a r a n den hochwürdigsten Diözesanbischof Dr. Paulus Rusch, den Provitar Prälat Dr. Hammerl, den Pfarrherrn von St. Jakob, Prälat Dr. Hnber, dann den Vorstand des Choruereines, Msgr. Dr. Stark, den neuen Chordircktor Dr. Webho'fer und den Vetter des Jubilars Geistl. Rat Wötzer, Imst, begrüßen. Als Vertreter der unterstützenden Mitglieder des Domchores war Gen.-Dir. I n g . Egger erschienen. Die Vläsergruppe des Städtischen Orchesters unter Leitung des Prof. V. Weber umrahmte die Feier mit musikalischen Vorträgen mit ihrem bekannt meisterhaften Können. M i t fehr anerkennenden Worten gedachte unser Oberhirte der verdienstvollen Arbeit, die Koch geleistet hat. Er wies darauf hin, daß dies nicht nur die tuustuolle Arbeit des Musikers, sondern daß sie auch Arbeit edlen Priestertums ist. Sein Geburtstagsgeschenk — eine kunstvoll gearbeitete Stola — sollte die

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Verbindung zwischen Kirchenmnsil und Priesterlum symbolisieren. Die Festrede übernahm HL. Wilhelm Isser. Er ist unseres Wissens der erste Biograph Prof. K. Kochs. Als Thema wählte er sich die Bedeutung 5tochs als Kirchentomponist außerhalb Tirols. Der Redner sprach einfach und schlicht. W i r Zuhörer »erspurten aber, wie eingehend er sich mit dem Leben lind Wert des Gefeierleu befaßt hat. wieviel M a t e r i a l er zusammengetragen und wie er selbst um eine gerechte Beurteilung des Komponisten gerungen hat. Alle waren von der Rode tief beeindruckt. Und alle, die Msgr. Koch im Leben einmal begegnet sind. alle, die sich mit Kirchenmusik abgeben, dürfen sich mit Recht auf das Erscheineil der von HL. Isser verfaßten Biographie freuen. M i t einfachen, natürlichen Worten dankte der Jubilar für die ihm erwiesene Ehrung. E r sprach von den Wandlungen und Kämpfen in der Kirchenmusik seit seiner Jugend und wie er selbst zu sich und zu seiner ihm eigenen Künstlerschaft fand. Scine Rede gipfelte i n der Bitte, die Kirchenmusik möge so weitergepflegt und wciterentwickelt werden, wie er es Zeit seines Lebens getan und vorgezeigt habe. Der Senior des Domchores, Schulrat Prof. E. P l a n kensteiner, hat zu dem Anlaß ein Festgedicht geschrieben. Er selbst trug das Gedicht vor, und damit hat er wohl auch die Glückwünsche des ganzen Chores i n sinnvoller A r t übermittelt. Möge der Herrgott dem Jubilar noch viele gesunde Jahre schenken, ihm einen sonnigen Lebensabend geben! Der Chronist w i l l nun als Mitglied des Chores an dieser Stelle allen kirchlichen Behörden und den privaten Gönnern des Chores herzlich danken. Sie haben durch ihre große Opferbereitschaft diese familiäre Feierstunde erst ermöglicht. Vergelt'ts N o t i ! Toni M a r a n

Ehrenringträqer Univ. Prof. Dr. Theodor Rittler Ein großer Tiroler Wissenschaftler hat sein reiches Leben beschlossen. Univ.-Prof. Dr. Dr. b.c. Theodor Rittler ist am l. März 1!)li? im gesegneten Alter von über W Jahren in Trins bei Steinach a. Vr., wohin er sich für seinen Lebensabend zurückgezogen hatte, von dieser Welt geschieden. Die schwarze Fahne, die auf die Todesnachricht hin vom Rathaus niederwehte, kündigte der Stadtbevölkerung das Erlöschen der hochangesehenen Persönlichkeit an. der am !», A p r i l 1l>57 von der Stadt I n n s bruck für hervorragende Leistungen auf dem Gebiete des Rechtes der Ehrenring verliehen wurde. Univ.Prof. Dr. Rittler war Ehrensenalor der Universität Innsbruck. Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Träger des Ritterkreuzes des FranzJoseph-Ordens. des Ehrenzeichens für Wissenschaft und .^unst sowie des Ehrenzeichens des Landes T i r o l . Über Leben und Werk des großen Toten hat die T i roler Presse anläßlich der Vollendung seines !><». Lebensjahres am > >. Dezember 1!Ml> ausführlich berichtet. Unter zahlreicher Beteilignng der Beuöltcrnng. vor

allem aber vieler Persönlichkeiten des geistigen und kulturellen Lebens, uahm T i r o l am 8. März im malerischen Friedhof von Trins vom berühmten Strafrechtler Abschied. Die Ansprache Bürgermeister Doktor Luggers am offenen Grabe hatte folgenden Wortlaut: „Die Ttädtgemeinde Innsbruck nimmt Abschied von ihrem Ehrenringträger Univ.-Prof. Dr. Theodor Rittler. Seil 1!»12 wirkte Professor R i t l l e r an unserer Universität, über 7l) hervorragende wissenschaftliche Publikationen entstammen seiner Feder, der Feder eines Mannes, der durch sein Fachwissen europäische Bedeutung erlangt Halle, der weilgehend die gesamte Strafrechtspflege im deutschen Sprachraum beeinflußt hat und der immer nnd zu jeder Zeit und zu jeder politischen Periode den Menschen in seiner Gott gegebenen Willensfreiheit geseben und diesen Menschen hineingestellt hat in die objektive Taldeslandsumwelt. Entscheidend für ihn blieb immer das Wissen und Wollen des einzelnen Menschen. Seine Grundsätze, ohne Gesetz keine Strafe und kein Mensch habe das Recht, die Todesstrafe auszusprechen, haben weitge-


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heild das Rechlsbewnßlsein der europäischen Staateil beeinflußt. W i r verlieren in Professor Nittler nicht nnr einen Freund nnserer Stadt, einen Pionier deutscher Zunge auf dein (Gebiete der Strafrechtspflege, sondern auch einen Menschen, der nichts anderes sein wollte als Bürger unter Mitbürgern, als gerechter Lehrer unter

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seinen Schülern. W i r werden ihm immer ein ehrendes Andenken bewahren." Einen tiefempfundenen Nachruf widmete dem großen Rechtsgelehrten Univ.-Prof. Dr. Franz Gschnitzer, Die Tiroler Tageszeitungen brachte» diese bede» tnngsuolle Grabrede in ihren Ausgaben vom 9. März 1967. W. E.

Zum Hinscheiden des Gemeinderates Franz Kelderer Ani 2tt. Febrnar d. I . verschied der in Hötting und in bäuerlichen Kreisen der Landeshauptstadt bekannte und beliebte Landwirt Franz Kelderer. Der Entschlafene war Mitglied des Innsbrucker Gemeinderates, ein viel beanspruchter Funktionär des Tiroler Vauernbundes und ein eifriger Förderer gemeinnütziger Einrichtungen. Kelderer, geboren am 1. J u l i 1903, wuchs in Hotting auf. Der Heimatgemeinde widmete er all sein Interesse, seine ganze Sorge und Liebe. Bereits in den Jugendjahren trat er dem Tiroler Vauernbund bei, in dessen Reihen er dann durch 38 Jahre als Funktionär und durch viele Jahre als Ortsobmann wirkte. Ebenso verdienstvoll war sein Bemühen für die örtliche Milchgenossenschaft und den Almausschuß, Höttinger Einrichtungen, denen er lange Zeit hindurch als Obmann nnd verantwortungsbewußter Berater vorstand. I m Ausschuß für die Höttinger Wassergenossenschaft arbeitete er schon lange darauf hin, daß zum Schutz des Höttinger Gebietes längs des linken Innufers ein Hochwasserdamm errichtet werde. Schon das bisher angelegte Teilstück dieses Dammes in Kranebitten hat in den Jahren 1965 und 1966 sich bestens bewahrt. Niemals abseits stand Kelderer, wenn es einer Förderung eines sakralen Baues bedurfte. So trug er noch in seinen letzten Lebensjahren bei der Renovierung der alten Höttinger Kirche und der Wallfahrtskirche beim Höttinger B i l d das Seine bei. Ebenso zählte er bei der Wiedererrichtung der Kapelle zum Großen Gott und beim Neubau der Kapelle auf der Höttinger Alm zu den edlen Spendern. A l s echtes Original am linken Innufer hielt Franz Kelderer nnr wenig auf Etikette. Doch sein gesunder bäuerlicher Hausuerftand und seine vielbewiesene Hilfsbereitsschaft verschafften ihm das Vertrauen der Landsleute. So nahm es auch nicht wunder, daß er von ihnen am 8. November 1962 in den Innsbrucker Gemeinderat gewählt wurde, dem er bis zu seinem

Tode als eifriges Mitglied angehörte. Begreiflicherweise war es der Landwirtschaftsausschuß. dem er mit besonderer Hingabe diente. Er gehörte aber auch dem Finanztontrollausschuß an und war gleichzeitig als Ersatzmann im Bau-, Rechts- Wohlfnhrts- und Wohnungsausschuß tätig. Nach seinem Tode waren Nachreden folgender A r t zu hören! Kelderer war zu allen, die zu ihm kamen, stets hilfreich lind gut' er hat immer vermittelt und keinen Weg gescheut' er war ein Höttinger von der ruhigeren Art. So wie er gelebt, starb er. Die Ortsbewohner bereiteten ihm einen würdigen Abschied, zu dem auch Bauernbund-. Schützen- und Feuerwehrabordnungen mit Fahnen ausgerückt waren. Das Geschehen nm Kirche und Friedhof ließ den Beobachter erkennen, daß in Hotting anch hente noch Dorfgemeinschaft und Znsammenhalt bestehen. Die Einsegnung erfolgte am 4. März bei frühlinghaftem Sonnenschein vor der Pfarrkirche, worauf der große Trauerzug sich durch die Ortschaft entfaltete. Vorzugsweise hatte man dem lieben Toten ein besonders beschauliches Plätzchen im alten Höttinger Friedhof bereitet, ein Trost auch für die Hinterbliebenen, für seine Frau Johanna geb, Jabinger und die fünf Kinder. „Zeit seines Lebens hat sich Kelderer öffentlichen Aufgaben verpflichtet. Immer ist er eingetreten für seine Höttinger Mitbürger und den Bauernstand im Räume Innsbruck. Der Ausgleich Stadt - Land war für ihn eine Herzenssache. Durch Taten hat er dies bewiesen und dafür viel Undank ertragen müssen. Er hat das öffentliche Leben dieser Stadt entscheidend mitbestimmt und damit auch das Schicksal unseres Landes T i r o l . " M i t diesen Worten nahm Bürgermeister Dr. Lugger, der mit mehreren Stadt- und Gemoinderäten sowie mit einer Reihe von Magistralsbeamten der Vegräbniöfeierlichkeit beiwohnte, von seinem geschätzten Mitarbeiter und Freund Abschied, W, E pi'acher

Innsbruck als Orgelstadt Philips-Schallplatte.' K a r l Benesch an der Renaissanceorgel der Silbernen Kapelle. Die altitalicnische Orgel in der Silbernen Kapelle genießt unter Kennern nnd Orgelfreunden berechtigtes Ansehen. Aberlausende hörten sie seit ihrer 19',l) bis 1952 vorgenommenen Restaurierung, behielten jenen unverwechselbaren Ton im Ohr, der das Klangbild ihrer Erbauungs- nnd Erweiternngszeit des 16. und 17. Jahrhunderts getreulich wiedergibt. Lang er-

wartet, lieg! nun endlich cino ^challplaüc lm>', fen, den Musilpilger in seine molleichl jeri zu begleiten, geeignel. einmaliqcn Eindruck in dan ernde Erinnerung zu wandeln, mie cdcn >.'>ii d,^ nio derne Anszeichnungslechuit imstande ist, dem Transi lorischen jeder tünsllerischen Reproduktive mil Erfolg entgegenzutreten. K a r l Benesch als Gestaller dieser Schallplalle de gnügt sich nicht mil der einfachen Wiedergabe


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seiner zahlreichen .^onzerlprogmmme, sondali! b r i n g ! zwölf ausgewählte 5; li in lw ni sten in einer geschinacklich viel vermitworlung^freudigeren ^'lnorduung. al^> ,.".' eine rein chronologische geiuesen uni re. T^ibei stös;< cr duiiliau^ oerlretbar über die ursprünglich dein I n strument gezogenen stilistischen (Grenzen, wobei vielleicht nuisM'l'Iich der berechtigte Wunsch beteiligt gelvesen sein inochte, einer so bedenlsamen alustischen

s unserer S l a d l die Nainen auch zweier Österreicher. Älozart und Rechter, nutzugeben. 2 o befriedigt die P i n t l e in mehrfacher >)>>lsichl und stellt »licht nur eine D o l u i n e n l n l i o n der u n e r m ü d l i chen lunstpslegerischen und lünstlerischen A r b e i t P r o f . Veuesch'.'dar, sondern zeugt in ihrer tlingenden S p r a che auch oon der I,ol,en ^unstsinnigteil unserer Stadt dull!, die ?>aln'lnindene, P r o f . D l . >>an^ >')öpfel

Natürliche Bc Statis>>sckr AnU ocr Stadi

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Innsbruck vor hundert Jahren l«<!7:

l.U'crdeu die Vortchrunssen ssegcn die Hundswut luieder anfssclasscn. I n Kaffeehäuser dürfen Hunde anch weiterhin nnr init Maulkörben mitsscnonimen werden. — wird der Preis für ein Pfund Ochsenfleisch mit 28 Neukreil^cr festa,elca,t. >. wird im Ferdinanden»! eine 2aloncinrichtunss der Kunsttischler Möslein nnd ^ton^ert für die Pariser Wcltansstellunq gezeigt, 3ie Möbel a»i< schönstem Nnßbaiimhul^ im ^ienaissaneestil hatte der Bildhauer I o h . Zamarsky mit Ornamenten a»H der Tagen-, Tier- nnd Pflanzenwelt geschmückt, 2X. wird die ^'lbsul,! der Miiseumvvorstehnng bekannt, das

(Gebäude uin ein Stockwerk ^u erhöhen, um für die kleinen Bilder paffende Kabinette zu schaffen. . veranstaltet die Mnsikkaftelle des Infanterieregiments Erzh. Rainer ein Konzert zugunsten des k. k. M i l i t ä r kaftcllmeistcr-Pcnsionsfonds. . wcilt der Schrcibmcister Leopold Freiwirth in Innsbruck, >un hier seinen achtstündigen Schreibnnlerricht in: Schönnnd Schnellschrciben „für deutsche und lateinische Schrift nach einem höchst sinnreichen und einfachen Grnppcnnnd Linien-System" vorzuführen. wird der neue Pfarrer von S t . Nikolaus. 1'l, Mayer, feierlich installiert, dieser fährt in Begleitung des Dekans v. Lciß nnd der beiden Kouperatoren von St. Nikolails unter Böllertnall ans der beflaggten ^ährc über den I n n .

Vac, Wichtigste vom letzten Monat

: l . furbi der alad, Maler Prof, ^-ran^ >töberl im 77. ^ahr.

feiert der Verein für Heünatpflrge in Hölling seinen »Ojährigen Bestand. stirbt Alt-Landesrat Direktor Alois Heinz. Geschäftsführer der „Neuen Heimat", im 78. Lebensjahr, begeht Hofrat Hermann Niffcser seinen 90. (Geburtstag, inspiziert Berkehrsminisler D i f t l . . I n g . LndN'ig Weiß den Anöban der Wrslstrecke.

I l . w i r d in Anwesenheit der Bnndcsministcr für Finanzen, Dr. Schmitz, uud für Justiz. Uuiv.'Prof. Dr. Klecatsky. fuwic des deutscheu Fiuaniminislers Fr. Josef Ttraich das Universitätsinsütu! sür Finan^oissenschasl im (slandiasaal eröffnet. 13. beginn! in der „Valerie der jungen (Generation" (Sa« lurner Straße -') eine Keramifan^slellnng von Kurt Ohusorg. ^ siudet der Tt.-Valeutins-Blnmeittm'sl,' siatl. l-1. stirbt der Präsident des Obcrlandrsgerichtes Innvbrnck, Dr. Herbert (^rans. 6< Jahre alt.


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wird Univ.-Prof. D r . Bruno Sander (Geologe), Ehrenringträger der Stadt Innsbruck, mit dem Ehrenzeichen des Landes ausgezeichnet. stirbt der ehem. Regens des Inusbrucker Pricstcrsrmi-

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nars. Prälat Dr. Adolf Ammaini, dzt. Dekan und SladtPfarrer von Blndcnz, ?U Jahre alt. begeht Bildhauer Prof. Haus Pontillcr seinen 80. Geburtstag.

klusstellungen im Monat März Galerie im Taxispalais: Werner Scholz. O l - und Pastellbilder. Werner Scholz wurde 1898 in Berlin geboren. Schon, als Siebzehnjähriger mußte er in den ersten Weltkrieg ziehen, in dem er durch eine Granate seinen linken A r m verlor. Nach Beendigung der Stndien an der Akademie für bildende Künste in B e r l i n lebte und malte der Künstler weiter in seiner Heimatstadt. Seine Arbeiten fanden in Küustlcrkrcisen, vor allein beim berühmten E m i l Nolde, nnd bei Kunstkritikern große Anerkennuug. Die NS-Zeit jedoch, die erbarmungslos gegen die ncne Kunstrichtung kämpfte, traf auch Scholz mit besonderer Schärfe. Als während des Krieges sein Berliner Atelier zerstört wurde, übersiedelte der Künstler nach Alftbach in T i r o l , wo er seither lebt nud arbeitet. Nach 1945 haben ihn in Gemälden wie, in großen Pastcllfulgen Themen wie die „Apokalypse" (48 Blätter, Wien, Albertina), das Alte Testament nnd die griechische Mythologie beschäftigt. Scholz hat bereits in vielen Städten Deutschlands ausgestellt, und zahlreiche Museen, n. a. auch die Nationalgalcric in Berlin nnd das Wallraf-Richartz-Musenm in Köln, besitzen Werke des Künstlers. Die Ausstellung im Tax.ispalais zeigt Ölgemälde nnd Aquarelle. Tiroler Kunstpavillon, Rennweg 8 2 : Rainer Schicstl, Graphit und Malerei. R. Schicstl wurde am 10. März 1939 in Knfstein geboren. Von 1959 bis 1964 studierte er au der Akademie der bildenden Künste in Wien bei den Professoren Elsner und Boeckl. Der junge änßcrst talentierte Künstler, der bereits mehrmals mit Ausstelluugcu an die Öffentlichkeit getreten ist (Wien 1962, Landeck/Innsbruck 1963, Rum 1965, Galerie Welz. Salzburg 1966) lebt und arbeitet i n Innsbruck. S t u dienreisen führten ihn nach Holland, England, Frankreich, in die Tschechoslowakei, die Vereinigten Staaten von Nordamerika und nach I t a l i e n . Die Arbeiten Schicstls wurden durch die Verleihung zahlreicher Preise gewürdigt: Fügcr-Mcdaillc, Fördcrungspreis

der Thcodor-Körner-Stiftnng 1966, Preis der Kärntner Landsrcgieruug beim Gcsamtöstcrrcichischen Graphilwetlbewcrb 1966. Die Ausstellung zeigt 6? Blätter verschiedensten I n h a l t s . Die besondere Vorliebe des Künstlers gilt der Graphik und dem Aquarell. Galerie im Uptown-Iazz-Saloo«: Karin Laimböck, Malerei und kunstgewerbliche Arbrileu. K. Laimböck kam im November 1940 in Solbad Hall in T i r o l zur Welt. I h r e künstlerische Ausbildung begaun im Jahre 1959 an der Akademie für augcwaudtc Kunst in Wien, wo sie zwei Semester bei Frau Professor Iesser studierte. 1960 wechselte die Küustlcrin iu die Metallwerkstätte zu Professor Mayer über. Nach Innsbruck Furückgclehrt, absolvierte Kariu Laimböck die Gcsellcnprüsuug für Goldund Silberschmicde. 1962 erwarb sie bei Professor Hagenauer in Wien das Diplom für Mctallplastik. F ü r ihre Diplomarbeit erhielt Kariu Laimböck den Ancrkennungsprcis des Unterrichtsministeriums. I h r e r Ausbildung entsprechend, beschäftigt sich die Künstlerin in der Hauptsache mit der Gestaltung von Modeschmuck. Die großen Pariser Modehäuser Pierre Cardin nnd ^onis Fcrrot sowie Adelinüllcr in Wien besitzen Entwürfe nnd Kollektionen von ihr. Auch auf der diesjährigen Wcltausstclluug iu Montreal sind zwei Entwürfe von Modeschmuck, für die sie den Preis des W i r t schaftsfördcruugsiustitutes erhielt, zu scheu. K a r i n Laimböck ist zur Zeit als Knustcrzwherin an zwei Innvbrucker Mittelschulen tätig. Galerie Junge Generation, Salurner Straße 2 (4. Stock): Gerd Ticfncr, Zentrum IN?, Innstraße: Ostcrvcrkaufsauvstclluug vou Volkskuustarbciten mit M o tiven aus den ostcnropäischcn Ländern. Tiroler Handelskammer: „Grauer Edelstein" —Betonsteinausstclluun. (23. März bis 16. April).

Unser Beitrag zur internationalen Verständigung Das American Field Service bittet Familien in ganz Osterreich, einen amerikanischen Mittelschüler oder eine Mittelschülcriu über die Sommermonate Juli/August („Sommerprogramm") oder auf ein Schuljahr („Schulprogramm") als ucues Familienmitglied aufzunehmen uud so in Kontakt mit Menschen aus einer anderen Welt zu treten. Die zirka 17jährigcn amerikanischen Gastkinder sind sorgfältig ausgewählt, wobei vor allem Wert auf Anpassungsfähigkeit uud Aufgeschlosscuhcit gelegt wird. Die Auswahl wird unter Berücksichtiguug der Iuteressen nnd der besonderen Wünsche der Familien vorgenommen. Das American Field Service achtet besonders darauf, daß die amerikanischen Gastkinder zur österreichischen Familie Passen. Die Gastfamilicn sollen den Nuusch habcu. das amerika-

nische Kind als eines der ihren anfzunehmcn. Materielle Giuer spielen keine Rolle. Nicht ans der Basis internationaler Touristik, sondcru auf familiärem Wcgc durch das Erlcbuis des täglichcu Familiculebeus sollen die Gast« kinder Österreich und unsere Lebensweise kennenlernen. Nicht zuletzt bietet sich den österreichischen Geschwistern Gelegen^ hcit, die Englischkenntnisse zu vertiefen sowie Freundschaft^ bande für die Zukunft zu schließe!!, D e Kosten für Reise, Versicherung mid ^ascheuqeld über nimmt das American Field Service, Maria-Thcrcsicw Str. Nr. 9/3.. 1M0 Wien lTel. 0222/34 76 ,',s>). wohin auch alle Anfragen erbeten sind. Anmcldcschlnß: für Sommerprogramm 15>. ^ l p r i l I'.»67: für Schulprogramm 1. J u n i !967.


Nummer3

Amtsblatt der Landeshauptstadt Innsbruck

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Von der Normalhauptschnle zur Bundes Lehrerblldunqsanstalt Innsbrucker Schulgeschichtc Kaum eine zweite Inusbrucker Bildunqsanstalt besitzt bis^ her eine derart ausführliche Monographie wir die soeben im Universitälsverlag Wagner als 244. Band der SchlcrnSchriflcn erschienene der Buudes-Lehrerbildllugsanstalt. M i t jahrelangem Sammelslciß hat ihr ehemaliger Direktor Huf. rat Alois Lechthaler das Material hiczn znsannnengetragcn, um nun zur Zweihundertjahrfeier das vollendete Werk vorlegen zu können. Ter Verfasser betitelte es- „ V o n Lchrerbildnrrn, Zöglinge» und Lehrern des Inu^brllcker Pädagogiums und seiner Vorgänger." (452 Seiten und !<> dasein. broschiert ^ 276.- .) Ausgehend von der Schillrcforin der Kaiserin M a r i a Theresia, ^eigt Lechthalcr, Une sich in T i r o l in der Person des LandeSgonverncnrs Kassian Ignaz Graf Enzcnbcrg ein verständnisvoller Mitarbeiter der Kaiserin fand, dem die Verbesserung der Schulvcrhältnissc sehr am Herzen lag. Den entscheidenden Anstoß gab der Weltpricster K a r l Ngsthofer, der, als Seelsorger im Stubaital, dem Grafen eine B i t t schrift vorlegte, ein Haus für deutsche Schulen bauen zu dürfen. Agsthofer wies daranf hin, daß von 10(!l) schulfähigen Kindern lanm 300 öffentliche Schulen besucht hatten. E i n Gnbcrnialdekrct vom 7. J u l i 1767 genehmigte und lobte bereits den „Vorschlag und Entwurf der deutschen Schulen und Unterweisung der Jugend". Die rasche Weiterentwicklung der folgenden Jahre erfährt eine erste Unterbrechung durch die Abtretung Tirols an das Königreich Bayern nach dein frieden von Preßburg (26. Dezember 1805). Das am 11. J u n i 1809 für ganz Bayern erlassene „Allgemeine Re-

gulativ für die Ordnung der Schullehrersemiuaricn" kam min zur Geltung. Bald wareu aber die Umwälzungen der ^'apoleouischen Zeit überwunden, und seit 181!» hieß die Schule in der Kuchpachgasse ^.>ir. 10 „Mustrrhauplschulc". Vehrplau und Einrichtnngcn dieser Schule blieben in den nächsten Jahrzehnten beinahe nnverändert. Erst im Jahre 1868 brachte das Neichsvollsschulgcsctz eine neue Form der Lehrerbildung. Der Verfasser widmet dem Lehrkörper, den Unterrichtsgegcnständcn uud Schülcrzahlcu dieser Zeitspanne allein fast 5,0 Seiten. Der nächste Abschnitt behandelt die Geschichte der k. k. Lehrer- uud Lehrcrinncn-Bilduugsaustalt von l868 bis 1918 auf 119 Seiten. Einen gntcu Teil uimmt dariu die Aufzählung der gute» Schüler ein. I n gleicher Weise wird dann der Zeitabschnitt 1918 bis 1959 behandelt. Eine nmfangrcichc Übersicht über die Reifeprüfungen von 1859 bis 1959 gibt hiczn noch weitere Ergänzungen. Die eingehendste Darstellung erfährt die Zeit seit 1945. Sie wird noch dnrch die Chronik der Anstaltsgeschichtc von 1954—59 bereichert. Den Schlnß des Tertteiles bildet ein Verzeichnis aller Lehrkräfte von 1766 bis 1959. 16 Tafeln zeigen zahlreiche Abbildungen des Lehrkörpers wie auch einzelner Klassen. M i t diesem dein „Lchrerstand T i r o l s " gewidmeten Werk hat Hofrat Lcchthalcr nicht allein seiner Lehranstalt ein bleibendes Denkmal gesetzt, sondern darüber hinaus ein Qnellenwcrk für alle Schuleu des Landes geschaffen. Es wird in keiner Schnlbibliothck fehlen dürfen! D r . K a r l Schadelbaucr

Verzeichnis über die im Monat Februar 1967 ausgestellten Gewerbescheine bzw. Konzessionsurkunden bei der Stadtgemeinde Innsbruck Soller Günter» Holzgafse 15, Güterbeförderung mit Kfz., (beschränkt auf maximal 8 Lkw's). — Morawetz Georg, Adamgasse 5, Einzelhandel mit Papier- und Schreibwaren. Lehller Franz, Amrascr Straße 6, Webcrgcwcrbe (Zweigniederlassung von Weidcuholz Nr. 45). — I n t e r g r a f i k Engel, Österreicher O H G . " , Dr.-Glatz-Straßc 2, Wcrbegrafik. — Franziska Dablander, Wilhclm-Grcil-Straße 21, Gast- und Schanlgcwerbe (Hotcl-garni). — „Schildermalerei Albrccht O H G . " , Lcopoldstraße 2, Schilder- und Schriftcnmalcrgewcrbe. — I o f c f Larcher, Hcrzog-Fricdrich-Straße 27, Großnnd Einzelhandel mit Eisenwaren sowie Belciichtuugskörpcrn. „Kcsselreiuigungsanstalt Bertoldi K G " , I u n r a i n 79, Groß- und Einzelhandel mit allen Sanitär- nud Zcntralhcizuugönrtilelu sowie Ware» für die Kanalisation. —- H i l pold Helga geb. ^wiefelhofer, Aiuraser Straße l'>, Handel mit Spielwaren und Aiiloiinilen, Margot Schlug!, Gumppstraße 5.'i, Ein',eII>andeI mil Eisenwaren, Ha»"', »nd Küchen geraten. ^ „Banner Attl,lNlllatorc»f«l»rit slitor Bawart K G " . An',engrnl'erstraße 6 a. sabrilsm. Erzeuguug vou Akkumulatoren und Batterien (hier beschränkt aus Reparatur uud Verlauf (^weiguiederlassnnn. von Hart). Gugler Helmut, ^ranz-^ischer Straße 22. Nauchfaugfchrergewerbe (Kehrbczirl 4). - Franz Vlcuner, Weingarlilerstraßc 141, Planung uud Aufstellung von Zentralheizung^-, Warmwafscrbcreituugs- uud Lüftuugsaulagcn. Joses Hofer, I g l e r Straße (Kiosk), Fotografengelveroe, Adamel Fran;, ^angstraße. 25, Handclsagenturgelverbe. - Helmut ^tcun, Ander-^au-Slraßc 41, Haudelsageuturgcweroc. Koteschoweh Helmut, Kaiscrjägerstraßr !<2, Handel niit ^lfeuerungsaggregaten. - Aloio sicuuer (Tolliad Hall i. T., Agramgasse 7- !»), Arzlcr Straße IM», ^leischhailcr uud

Fleischselchcrgewcrbc, hier beschränkt: Verkaufsstelle (Zweigniederlassung von Solbad Hall i. T.). - ^ Alois Spornberger, ^licdgasse 31, Vichhandel. — Josef Eder, Schützenstraße i'ir. 5<I/52, Möbclhandel. — Beatrix Schlosser, Mcinhardstraße 4, Detailhandel mit Damenobcrbckleidnng nnd Stoffen hicfür sowie w i t Futterstoffen nnd Echneiderznbehör. — Ernst Peter Fink, Wtw. Franziska Fink, Südtiroler Platz 10, Handel mit Tapeten. — Steiol Ludwig, Gnmpvstrasze 21, Handel mit Fleisch nnd Schlachtvieh. ^ Lehuer Nudolf, Haller Straße 2^5, Servicestation für Kfz.. — Estcrcr Dieter, Holzgasse 2 a, Herstellung des Znsatzmittels „Kristol" für schnelltrocknenden Beton und Handel. — „ W l i W A Feinstrumpf Gesellschaft m. b. H." Amrascr Straße 46, Großhandel mit Wirk-, Strick- nnd Textilwaren insbesondere mit Strümpfen. Katharina Kofler geb. Pnnicr, Tadrach 20, Damenkleidermachergewerbe. Giiilllicr Baumgartncr, Amraser Straße 72. Planuug uud Aufstellung von ZenlralIiei;uugs-, Warmwasserbercitungs- uud Vüftuugsaulagen. Helena Eckel, ^ m n a i n '.>!. Gast- und SchaukgeN'erbe („Espresso"), Edda Körting geb. Nasom, ^adehlnstraße 14, Vcrtauf von Giften nnd znr arzncilichen Berwendnng bestimiN' ten Stoffen nnd Präparaten. M a r i a Tchnecdcrger geb. Mayrhofer, Archenweg 50. Hnndepslegeanstalt. Alfred Ttenico, Pradler Straße 45, NadiomechanilrrgcN'erbe uud Einzelhandel mit Elektrowaren, Radio- und Fernsehgeräten nnd deren Ersatzteilen. — Reinhard Piccolruaz, Köldcrcrslraße 7, Bäckergewerbe. — Huber Harald, Neichcnauer Straße 15, Einzelhandel mit Fenerwerl'st'mperu und Pyrolechnischen Ccherzartileln. — Heinrich Staub, Eilbögen 24, Hauptbahnhof. Anbietung persönlicher Dienste an öffentlichen Orten als „Träger". — Kaiser Max., Leopoldstraße 34,


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Ämtsblatt der Landeshauptstadt Innsbruck

Malergewerbc. M i n a t t i Günter Werner. Anton-Rauch Strafe 19, Echiverleih, Ludwig Obcrladstätter, Jahnstrafte 35. gewerbsmäßige l^iiterbesorderung <> Lk!v,>>. Giinter Adalbert Holzmann, Iahustraße 35. gewerbsmäßige Giüerbcsördcruug (! Lkw), Haslwanter Lydia geb. Stolz. ,>ug.-EhcI-Straßc 49, Rciuigcu vou Kcssclu sowie von Etagen- und Warmwasserbcreitungsanlagen. — Habichcr Ruth geb. Stolz. Ing.-Etzcl-Ttraßc 49, Reinigen vou .Kesseln sowie von Etagcu- und Warmwasscrhcizungsanlagen, ^ Kam-

Nummer 3

lnerbaucr Anton, Lohbachsiedlnng 35, Handel^agenlurge »verbc, ^ Hildegard Leucr, Obcrkoflerweg ! , I I , l^asl und Schankgcwcrbe („Fremdenheim"). „Ballgesellschaft Erich A. Senn Ges. m. b. H.", Äiaximilianslraße 9, Baumeister qewerbc. - ^ Edda Körting geb. Rasom. Radchlvslraße l l . Einzelhandel mit Gemischtwarcn. Wenisch Gcrtralld geb. B r a i t o , Dr.-Glatz-Straßc 22, Einzelhandel mi! Nahriiugsund Gcnnßmitteln.

Nachweisung über die im Monat Februar 1967 durchgeführten Gewerbelöschungeu beim Ttadtmagistrat Innsbruck Ludwig Gcrner, Anton-Rauch-Straße 22, Güterbeförderung mit ilfz. — Josef Albrecht. Lcopoldstrafte, Ichriftcuuud Schildcrmalcrgcwcrbc. Walter Ncbernik. Liebeneggstras^e 7. >touimissionswarcnhandel uud Asscntnrsscwcrbc. — Robert Mitterhofer, Weina,artncrstraße7<i. Einzelhandel ohne Beschränkung. ^ Franz Schwammenhöfer, Herzog-FriedrichStraßc ^4, .^illschnergewcrbe, - „Vona chcm. Fabrik Ges. m. b. H. in Liqn.", Leovoldstraßc <>.">, Erzeugnng von Lcderkouscrvierungömittclu. — Josef Guglcr, (^utcnbcrssstrasic 1, Rauchfaugkchrer. — D r . Hans Vlaas, Hofgassc 2, GebäudeVerwaltung. — Franz Epechtcnliauscr, Iahnstraße 25, .^tommissionswarcnhandcl. — Rudolf Agreitcr. Roscggcrstraßc (Kiosk), Gcmischtwarcnhandcl. - ^ Fiegl Johann. Tchulgassc Nr. 6, Aufstcllcu vou Wiegeautomaten. - Gcrhart (3benbichler, Bilrgcrstraste <>. Großhandel mit knnstgelucrblichcn (5rzenguissen. ^^ Margarethc Lorcnzi, Äiaria-T'licrcsicnI t r a ß c 42, Handel mit Radio- und Fernsehgeräten. — J o hann Markt, Wilhclm-Greil-Straße 2, Einzelhandel mit

fleisch- und Fischkonscrvcn. - Maria Völllnaun, Holzgassc 2a, Handel mit ^)Nsatzmiltcln (Bristol), „Monopol" Kunst- und Ansichtskartcnvcrlag Schöllhorn l<- (5o.. (soll!! gasse ss, Handel mit Ansichtskarten. — Dcmarti» Hclcnc, Bergiselwcg 2, Haudelsageutur. — „ I . G. Holzer OHG.", Radctztystratze 14, Verkauf vou Giftcu. Adolf Schenke. Höttingcr Gasse 17. Erzeugung vou Fil^- und Zirohtaschcu, — Ludwig Obcrladstätter, Iahustraße !i,">, Gewerbsmäßige Gütcrocfördcruug mit Kfz. — Franz Löffler, Schöpsstraßc 8, ssriseurgewcrbe und Handel. — T i p l . - I n g . Johann Smetana, Sillgasse 15 Ä Handelsagentur uud Handel. Klaus Tchartner, Roßbachstratze 7, Malergewcrbe. — Heinrich Kremser, Adamgasse 5, Fotografcngcwcrbc, Einzelhandel uiit Papier- nnd Schreibwaren sowie Lichtpauscanstalt. Josef Tlnnccko, Fnrstcnwcg 109, Vulkaniseurgewcrbe. — Leopold Pöchhacker, Schottcrgrilbe in Nrzl, Sand- uud Schottcrgcwinuuug. — Stefanie Kmmnerbauer, Lohbachsicdluug 35, Handelsllgenturgewcrbc.

Baugenehmigungen (Wenn nicht anders angeführt, entspricht die Anschrift für das Bauobjekt auch jener des Bauherrn.) Strafaustalt/Wcrkstätte, Völser Straße 63, Tiroler Laudcsregicrung, Neues Laudhaus. Betonwanne mit Alu-Tauk, Bachlechnerstraße 46, Kurt Schwarzkopf Ges m. b. H. Klcingaragc, Sicglangerufcr 141, „Heim", z. H. Hein. Schaidrcitcr, Pradlcr Saggcn 13. ^ Kleingarage, Fischcrhäuslwcg 48, Herbert Goldmann. Umspannstcllc „Sonnpark", Amrascr Straße 56, Stadtwcrkc, Betrieb E W I , Salnrncr Straße 11. Umban, Adolf-Pichlcr-Platz 12, Fides-Immobilien, Fallmcraycrstraßc 14, Eiubait eiucs Bades, Reichenauer Straße 17, Hciurich Dialer. Dopftelgarage, Haller Straße 191, David Oberauer. Wohnhaus mit Kleingarage, Krauebitten Umgeb. 9 l, Gustav Stock, Amraser-See-Straße 26, l Wohnnng. Schlosscrwcrkstätte. Innstraße 51, Fa. Grcil ^ Lang. Umspauuwerk Nord, Rcnnweg 29 a, Stadtwcrke Innsbruck, E W I , Salnrncr Straße 11. Bürohaus mit Garagcu, Frih-Kouzcrt-Straßc 5, KrankenVcrs.-Anstalt der Bauern. Südtiroler Platz 8, 1 Wohnnng,

Aufstockung nnd Erw., Amrascr Straße 1 !»><-,. Alois Moßmer OHG., 1 Wohnnng. Flugdach, Halter Straße 109, Fa. J u l i u s M e i u l AG., Postfach. Garagenanlagc, Schneebnrggassc 45, Alois Colle. Nohnhans/Garage. Eauisiusweg 130, Rudolf Holzer, Seuustraßc 18, 1 Wohnnng. Propangaöfencruugsaulage gew.-Pol. Gcu., Lohbachsicdlung Nr. 145, Edmund Birkl. Klcingaragc, Einfriedung, Kloslerangerstraße !',>, Oswald Ostenuauu. Werkstättenauban gew.-Pol. Gen., Trienllgasse 1, Oskar Uuger. Wohnhans mit Kleiugaragc, Kranebitten Umgebung >,'!,. K a r l »lud J u l i a Scharmer, Arzl 21, 1 Wohuuug. Gew.-Pol. Gen. Klcidcrfabrikatiouswcrkstätte, Muscumstraße Nr. l, M a r t i u Stapf. Kouradstraße 1. Gew.«Pol. Gen. Kaffeerostmaschine, Dr.-Glatz-Straße 29, Fa. Harry K. Bcimrohr, Schühcnstraßc 52, Bmipoliz. Gen. Lackierlucrkstatt, Innslraße 9 l , Gerhard

?chühcnhofer.

Jeder Nachdruck, auch auszugsweise, ist mir unter genauer Onellenangaoe geslallet! Erscheint einmal im Monat. Jahresabonnement 8 20.—, Einzeln 3 2.—. Erhältlich beim Rathaus-Portier. — Verleger. Eigentümer und Herausgeber: Die Stadtgemeinde Innsbruck. — Verautw. Schriftleiter: Dr. K. Schadclbaucr, Stadtarchiv. Iuusbruck, Badgasse 2, Telefou 27 3 80. - - Druck: Fcliziau Rauch. Iuusbruck

Amtsblatt Innsbruck  

Ausgabe März 1967

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