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MnZbruck S ch r i f t l c i t n n g : R a t h 3. S t o c k , Z i m m e r N r . 1 9 0 Fernsprecher N r . 6371/190

(5 r sch e l n l c l u ln a l i m M o n a t Iahrcsabonn. ^> t5>.—, E r h ä l t l i c h beim N a t h a n o - P o r t i e r Nummer 2

Februar 1954

17. Jahrgang

Aus dem Gemeinderat Programmatische Rede des Bürgermeisters und Parteienerklärungen Die erste Gemeinderatssitzung im Jahre 1954 fand als Geschäftssitzung am 7. Jänner d. I . i m Sitzungssaal des alten Rathauses statt. Den einzigen Tagesordnungspunkt bildete die Wahl der gemeinderätlichen Ausschüsse, deren Ergebnis bereits i n der vorigen Nummer dieses Blattes bekanntgegeben wurde. Eine ordentliche Sitzung des Gemeinderates wurde auf 21. Jänner d. I . i n den Musikuereinssaal einberufen, weil der Adlersaal im Stadtsaalgebäude, wo die Sitzungen bisher stattgefunden hatten, wegen der Nmbauarbeiten bis auf weiteres nicht verwendet werden kann. Vor Beginn der eigentlichen Sitzung sprach Bürgermeister Dr. Greiter folgende Gedenkworte für die Opfer der Bombenangriffe auf Innsbruck und die aus dem Kriege nicht heimgekehrten Mitbürger: „Verehrte Mitglieder des Gemeinderates! Am 15. Dezember, anläßlich der zehnten Wiederkehr des Tages, an dem der für Innsbruck so verlustreiche erste Bombenangriff stattgefunden hat, dem noch eine Reihe weiterer folgte, haben w i r der Bürger von Innsbruck, die damals ihr Leben lassen mußten, mit einem Requiem gedacht, Heute, in der ersten Sitzung des Gemeiuderates nach diesem Zeitpunkt, geziemt es uns, ebenfalls dieser Opfer zu gedenken. Zehn Jahre sind seither vergangen. Das Stadtbild gewinnt mit jedem Jahr mehr sein früheres Ansehen zurück. Aber die Erinnerung und die Lücken in den Familien. das Leid und die Trauer werden erst in Generationen verschwinden. Vei dieser Gelegenheit gedenken wir auch der mehr als 2000 Pürier, die non Innsbruck ausgezogen, nicht mehr in die Stadt heimgekehrt sind und im .^uge der geschichtlichen Ereignisse des zweiten Weltkrieges vorzeitig ihr Leben lassen mußten. Möge uns diese Trauerfeier eine Mahnung sein, alles beizutragen, um den Frieden zn erhalten, und blicken wir mit Hoffnung in diesen Tagen auf jene Zusammenkunft, bei der die Großen der Welt gemeinsam über den Frieden beraten sollen. Hoffen mir.

daß diese Veratungen ein günstiges Ergebnis bringen." Bürgermeister Dr. Greiter gedachte auch der Opfer der letzten Lawinenkatastrophen sowie des kürzlich verstorbenen ehemaligen Direktors des städtischen Gaswerkes I n g . M a x Söllner, der 1925 bis 1929 als Vertreter der Großdeutschen Partei dem I n n s brucker Gemeinderat angehört hatte, und des ebenfalls verstorbenen sozialistischen Ersatzmitgliedes des Gemeinderates W i l l i Graßl. Nach Eröffnung der ordentlichen Sitzung nahm Bürgermeister Dr. Greiter die Angelobung des für den beurlaubten Gemeinderat Hans Egger (SPÖ.) einberufenen Ersatzmannes Rudolf Rainer vor. Er teilte mit, daß Prof. K a r l Senn, Inhaber des Ehrenringes der Stadt Innsbruck, der Stadt eine „Sinfonietta", Werk 164, gewidmet hat, und ergriff sodann zu folgenden richtungweisenden Ausführungen, i n denen er die Ziele, die er sich als erneut gewählter Funktionär der Gemeinde gesetzt hatte, darlegte, das Wort.Sehr geehrter Gemeinderat! Es ist eine wohlbegrnndete Gewohnheit, daß ciu ueugewählter Funktionär bei Antritt seines Amtes sein Programm darlege. Teilweise möchte ich mich auf die Erklärungen begehen, die ich bereits am!!, April 195,1 hier abgegeben habe. Ich wurde auf der Liste der OVP,, Allgemeine Liste, gewählt, deren Programm für mich maßgebend war nicht etwa, weil es das Programm dieser Partei war, sondern weil ich es als mein eigenes Programm betrachte: die christliche Weltanschauung, die bürgerliche Wirtschaftsordnung und den Schuh aller Schwachen, Damit ist in keiner Weise etwa Verachtung oder Geringschähnng anderer Ansichten oder gar anderer Persönlichkeiten Verbünden, noch weniger soll damit angedrückt sein, daß es für mich in dieser Stellung iu der Gemeinde irgendwelche Bürger verschiedenen Rechtes gibt. Ich will in dieser Bczichnng, so gnt es mir möglich ist, anch weiterhin jenen Weg einschlagen, den ich mich bisher zu halten bemüht habe. Das Amt bringt mauche Verantwortung mit sich, aber auch hier gilt der Spruch, den der verstorbene Minister


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Spitzmüller i n seinen Memoiren schrieb! „daß die größte moralische Verantwortung mit dem Ablehnen der Übernahme einer Verantwortung verknüpft sein könne". T i e Entscheidung, eine Verantwortung nicht zn übernehmen, kann ebenso schwerwiegend sein wie eine entgegengesetzte Entscheidung, Drei große Fragen lasten derzeit auf unserem Volk und lasseir sich nicht trennen. Die schlimmste Belastung der Bevölkerung ist Wohl die moralische Not der Familie; wo das Eheband von der unzertrennlichen Lebensgemeinschaft zu einem jederzeit lösbaren Zivilvertrag sinkt, wird die J u gend, die Kindheit, des Heiligsten beraubt, das ihr auf Erden znr Verfügung steht: der Schutz ihres Heimes. Wissenschaftliche Forschungen haben ergeben, daß die Mutterliebe durch nichts zu ersetzen ist, daß das Los des uuehelichcu Kindes deshalb so beklagenswert ist, weil es diese Mutterliebe infolge der Verhältnisse nur sehr beschränkt genießen kann. Daß die „soziale I n d i k a t i o n " für die Tötung des keimenden Lebens i n manchen Fällen mit scheinbarem Recht einen Vorwand bietet, ist die schwerste Anklage, die gegen unsere Gemeinschaft erhoben werden kann. Hand i n Hand mit dieser moralischen Not geht die w i r t schaftliche Not der Familien, besonders der kinderreichen. Das Wort „Proletarier" (von „Proles") gewinnt wieder seinen ursprünglichen S i n n . Nicht mehr Stand und Rang sind maßgebend, sondern die Frage, ob die Familie groß oder klein ist. W i r hoffen, daß Heuer i n diesem Punkte i n Osterreich eine Besserung eintritt. Wie notwendig es ist, können w i r den statistischen Nachrichten entnehmen, denen Infolge 18NN Schilling im Monat das Existenzminimum einer vierköftfigen Arbeiterfamilie darstellen. Stellen w i r uns bor, wie weit w i r entfernt find. Die Stadtgemcinde Innsbruck kann stolz sein, daß sie dnrch das einträchtige Zusammenwirken der Parteien ans diesem Wege den anderen Gemeinwesen dnrch die Festsetzung sozialer Mietzinse und eines Minderbemitteltentarifes ein lenchtcndes Beispiel gegeben hat. Hand i n Hand geht die dritte große Plage unseres Volkes, die Wohnungsnot. Die bitterste Anfgabe meines Amtes ist es, einige hundert Familien und Einzclsteheude zn kennen, die i n den elendsten Wohnverhältnissen (der Ausdruck Wohnverhältnis ist i n vielen Fällen nicht einmal mehr angebracht) leben. M a n kann diesen Familien, auch Ledigen und Kinderlosen, wenn sie zur Gemeinde kommen, leider Gottes nur wenig wirklichen Trost geben, weil w i r wissen, daß w i r J a h r für Jahr immer nnr einen geringen Brnchteil all dieses Elends beseitigen können. I c h gebe der Hoffnung Ausdruck, daß die Gesetzgebung alles tnn wird, nm i n möglichst weitem Umfang auch die freiwillige Zurverfügungstellung von Wohnraum zn veranlassen nnd Wohnbau aller A r t zn fördern, so daß anch kinderreiche Familien in die Lage versetzt werden, entsprechende Wohnnngcn zu erhalten. Welche Aufgaben hat die Gemeinde i n den nächsten drei Jahren? Eine der wichtigsten Fragen, die nns noch vor drei Jahren zeitlich unbegrenzt erschien, hat i n der Zwischenzeit i n den letzten Monaten eine überraschend günstige Lösung gefunden. Damals war noch die Beschlagnahme von mehr als 5W Wohnungen eine unserer Hauptsorgen. I u kurzer Zeit wird diese Periode der Vergangenheit angehören. Wohnbauten sind für uns notwendig, um jeweils die allerschlimmsteu Elendsfälle beseitigen zu köunen. Die starken Kebnrtenjahraänge nnd das gesteigerte berechtigte Bedürfnis der Bevölkerung, nicht nur einzelner Kreise, sondern der breiten Massen, nach eiuer besseren Ausbildung der Jugend müssen uns veranlassen, für Schnlbauteu größere Aufwendungen zu machen. Allein die von der Besatzung freigegebenen Häuser des Siebererschen Waisenhauses und der Mandelsbergerschule werden eine Summe

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für Wiederinstandsetzung bzw. Fertigstellung erfordern, die von 11) Milliouen Schilling nicht weit weg sein wird. Die neue Vradler Schule ist ein dringendes Bedürfnis, am Sicglanger nnd i n den Allerheiligcuhöfcn sind kleinere Schulen im B a n , auch für die Hungerburg erhoffen w i r uns eiuc Lösuug. I n Hötting ist vielleicht eine Aufstockung möglich. Die wichtigsten sonstigen Bauten sind: die Vollendung des Stadtsaalcs, der Ausbau des Rathauses (um im Gebäude am Haydnftlatz Wohnraum freizubekommen), im Laufe des nächsten Jahrzehntes soll auf deu Gründen der Dogana ein Kongreßgebäude entstehen. Die Fraktion I g l s fordert eine Wasserleitung. Weitere Aufgaben sind Verhandlungen mit dem Land T i r o l über die Aktien der Tiwag, die Regulierung der Schweizerfranken-Anleihe. Letzten Endes dürfen w i r der Volksgcsundhcit nicht vergessen, es muß ein Freischwimmbad errichtet werden. A m Schlüsse dieses großen Wunschzettels werden w i r Wohl in einigen Jahren auch mit dem Ausbau der unteren Sillstnfe rechnen können. A m Schlüsse möchte ich noch ein Zitat aus ciucr Zeitung verlesen, weil ich glanbe, daß die darin anfgcsteNten Forderungen w i r restlos unterschreiben und zu uuscrcr Überzeugung machen werden: „Daß einer sein Metier verstehe, ist eine Forderung auf jedem Gebiet und für jede Stellung; aber von demjenigen, dessen Entscheidungen das Schicksal vieler beeinflussen, verlangen w i r mehr: daß er zu seiner Uberzeuguug stehe, auch wenn die Mode ihr einmal widerspricht; daß er nichts verspreche, wovon er in Kenntnis der Verhältnisse wissen kann, daß er es nicht wird halten können; daß er bestimmt sei vou einem Verantwortuugsbcwußtsciu nicht nnr gegenüber einer Partei oder einem ,Volkswillen' oder einer momentanen Volksgnnst, sondern gegenüber einer größeren nnd höheren Macht. Denn nnr dann wagen w i r zn vertrauen, daß er i m entscheidenden Augenblick auch entgegen der O p p o r t u n i s t noch im wirklichen Interesse der Menschen handelt, deren Wohl nnd Wehe er mitzubestimmen hat," Es folgten die grundsätzlichen Erklärungen der Parteien. Stadtrat D i p l . - I n g . Hradetzky, der für die Ö V P . und die mit ihr gekoppelten Listen sprach, führte u. a. aus, es erfülle mit Genugtuung, daß die Wähler die schwere Arbeit der Gemeindeverwaltung seit 1N45 durch ihre erneute Zustimmung anerkannt hätten. Arbeit und Verantwortung i n der Gemeinde hätten eine andere politische Bedeutung, als gemeinhin angenommen würde. Bei den in den letzten Wochen geführten Besprechungen und Verhandlungen hätte man sich aufrichtig bemüht, die Grundlage für eine gedeihliche Zusammenarbeit zu finden, ohne der grundsätzlichen Haltung und dem Unternehmungsgeist Bindungen aufzuerlegen. Jeder brauchbare Vorschlag, auch von politisch anders Gesinnten, verdiene geprüft und behandelt zu werden. Dies werde in der Öffentlichkeit oft falsch «erstanden und als „Packelei" abgetan, womit man der Demokratie einen schlechten Dienst erweise. Gemeinsame Lösungen zu suchen und zu finden entspringe hochherziger Geisteshaliung. welche ein „Packeln" von uornherein unmöglich mache. Die ungeteilte Ganzheit des Lebens, in dem kein Zweck die M i t t e l heilige, verpflichte, auch im politischen Handeln jene Grundsätze einzuhalten, zu deren Einhaltung sich im Privaten jeder anständige Mensch verpflichtet fühlt, in der Überzeugung, das; es in allen Parteien aufrechte Charaktere, ehrliche Haltung und


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MlNinhafle Gesinnung gibl, die loenigslen^ gegenseitiger Hochachtung wert sind. I n so manchem trenne nur der Weg, nicht das Ziel. Die (besetze von Treu und Glauben wären niil'errückbar auferlegt, der Geist und iiillu die Demagogie formten danach die Materie. I n einer Entwicklung, in der sich die Verhältnisse stabilisiert hliben. wäre es eine Richtschnur, nicht von der Substanz zu leben. Die Sorge gelle der langianien Verinehlling des städtischen Besitzes und des Eigentnms aller Bürger, denn die Bevölkerung wachse, und da mil vermehre sich deren jeweiliger Anteil. Die wirtschaftlichen Unternehmungen, die nicht Ausgabe der „öffentlichen Hand" sind, sollen nicht uermehrt werden' es ginge nicht darum, nene Monopole oder Konkurrenzen zu schaffen, die den stamen „öffentliche Faust" Heraussordern. Stadtrat D i p l . - I n g . Hradetzkn würdigte die Verdienste der bisherigen Finanzreferenten Dr. Greiter und Dipl.-Ing. Ranch und sprach die Hoffnung aus, daß Bundesfinanzminister Dr. Kamitz den städtischen Aufgaben Verständnis entgegenbringe. Das Jahr 1954 und die nächsten Jahre brächten die Ausführung großer Bauvorhaben, der die Bemühung um die Schaffung von Wohnraum an die Seite gestellt werden soll, wobei Eigentumswohnungen und Siedlungen im Vordergrund stünden. Auch dem Fremdenverkehr ist der gebührende Platz einzuräumen, der Sport, besonders der Bergsport, soll gefördert, ein Strandbad gebaut werden. Die Stadt Innsbruck als Universitätsstadt setze eine nachhaltige Unterstützung des Schulwesens, der Wissenschaft, der Kunst und aller sonstigen Kulturbestrebungen voraus. Die soziale Fürsorge sollte nicht allein der amtlichen Einrichtung vorbehalten bleiben, darüber hinaus wären die privaten Bemühungen weitgehend zu unterstützen. Eine seriöse und unparteiische Verwaltung bliebe stets der oberste Grundsatz, jede Verpolitisierung der Verwaltung bedeute einen schlechten Dienst an der Demokratie. Die vorbildliche Überlieferung einer unparteilichen, verläßlichen und pflichtbewußten Beamtenschaft, wie sie im Stadtmagistrat stets anzutreffen gewesen sei, bleibe unangetastet. Die Österreichische Voltspartei umfasse alle Berufe und Bevölterungstreise, sie lafse sich das Wohl der ganzen Bevölkerung angelegen sein. Der Sprecher der Sozialistischen Fraktion, GR. Obenfeldner, erinnerte daran, das; seine Partei im Herbst des vergangenen Jahres eine Änderung der Gemeindewahlordnung angestrebt hätte, wobei sie bei den entscheidenden Beratungen im (Gemeinderat in den wesentlichen Pnnklen eine Mehrheit finden tonnte. Vor allein sollten die Koppelniigsbeslimmungen fallen, die eine Täuschung der Wähler bedeuten. Die Konstituierung des Gemeinderates habe gezeigt, das; die Sozialisten als einzige Partei ein Mandat gewonnen hätten und verstärkt in die Gemeindestube einziehen konnten. Dieser Erfolg stelle eine Anertennung der von den Sozialisten in der Zeit des Wiederaufbaues geleisteten Arbeit dar. Die Tat«

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fache, daf; die Sozialisten mit 15 Gemeinderäten die stärkste geschlossene Fraktion stellten, berechtige zum Auspruch auf den Posten des Bürgermeisters. Die ü V P . Halle sich für die Wiederwahl des Bürgermeisters die Stimmen des VdU. gesichert, der dafür mehr Einfluß auf die Gemeindeiührnng erhalten have, indem ihm ein zweiter Stadtrat und mehr Sitze in den größeren Ausschüssen zugestanden wurden. Die Sozialisten würden ihre bisherige Haltung nicht ändern und mit allen zusammenarbeiten, die im Gemeinderat ihre Tätigkeit nicht nach den Sonderinteressen einzelner Gruppen ausrichten, sondern dem Interesse aller dienen. Seit 1!14ii habe der Gemeinderat durch das Zusammenwirten der beiden großen Parteien viel geleistet. GR. Obenfeldner kündigte an, die EPÖ. würde bei den Verhandlungen über den Voranschlag für den Wohnungsbau bedeutend höhere Beträge als bisher verlangen. A l s dringend betrachte sie auch die Beseitigung der Schulraumnot, den Ausbau der Fürsorge und des Gesundheitswesens, die Schaffung von Kindergärten, Matznahmen zur Linderung der J u gendarbeitslosigkeit und die Errichtung eines Freischwimmbades. Die Sozialisten würden sich weiterhin für die Interessen der Gemeindebediensteten einsetzen, weil sie für das reibungslose Arbeiten der Gemeindeverwaltung einen wesentlichen Veitrag zu leisten hätten. Außerdem würden die Sozialisten trachten, die Voraussetzungen für einen sozialen Frieden zu schaffen, der allein die Existenz aller sichern könne. Räch einem Hinweis des Bürgermeisters, daß die letzte Wahl von keiner Seite angefochten wurde, gab Stadtrat Gamper für den VdU. eine Erklärung ab. Seine Partei habe sich immer für eine nichtmarxistische Stadtführung eingesetzt und trotz verständlicher Hemmungen dem von der Ö V P . vorgeschlagenen Bürgermeister und dem Bürgermeister-Stellvertreter ihre Stimme gegeben. Damit verfolge der V d U . als weiteres Ziel die Brechung der Koalition, welche i n ihrer achtjährigen Tätigkeit vor allem durch das mit ihr verbundene Proporzsystem sich weder zum Wohl der Stadt noch zurHeraushebung der Fähigsten an leitenden Stellen der Verwaltung ausgewirkt hätte. Die Brechung der Koalition sollte es ermöglichen, den Gemeinderat und den Stadtrat künftig in ihren Entscheidungen von Koalitionsvereinbarungen frei zu machen. Das würde den VdU. in die Lage versetzen, die bisherige oppositionelle Haltung aufzugeben und bei voller Währung der Grundsätze sich an positiver Aufbauarbeit zu beteiligen. Um die Arbeit der Stadtfiihrung erfolgreich zu gestalten, sollte die Leistung maßgebend sein' verantwortliche Posten sollte man nicht dnrch Ersitzung, sondern nur durch Leistung erwerben können. I n Personalfragen sollte unbedingte Gerechtigkeit herrscheil, es sollte ausgeschlossen sein, daß Posten oder Beförderung ans parteipolitischen Beziehungen und nicht auf Leistung beruheu. Den Abteilungsleitern wäre eine größere Verantwortung einzuräumen. Eiue höhere Einsatzfreuoigteit werde die unerläßliche Vereinfachung der Verwaltung erleichtern.


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Z u den wichtigsten Aufgaben der Stadt gehöre die Errichtung von Reubauten, um die Wohnungsnot zu lindern. Dazu sollte auch Priuatkapital herangezogen werden, den privaten Wohnungsbau und das Wohnungseigentum sollte man nach Kräften fördern. Auch das Schulwesen, das Gesundheitswesen, die Fürsorge, K u l t u r und Sport, besonders der attive, würden die Unterstützung des VdU. finden. Freischwimmdäder sollten sowohl im Osten als auch im Westen der Stadt errichtet werden. Die M i t t e l für solche Aufgaben sollten vor allem durch Sparsamkeit bei allen Ausgaben, also aus den laufenden Einnahmen, beschafft werden. Den ständigen Überschreitungen der Haushaltsposten, die vorgenommen werden, ohne daß vorher eine Genehmigung des Gemeinderates, des Stadtrates oder des Finanzausschusses eingeholt wurde, müßte ein Ende gesetzt, die Handhabung des Notrechtes durch den Bürgermeister eingeschränkt werden. Kurz- oder langfristige Kredite wären wegen der hohen Zinsen mit Vorsicht aufzunehmen. Eine besondere Aufgabe hatte die Stadt i m Rahmen des Fremdenverkehrs, der Charakter der Stadt als Kongreßstadt müßte betont werden. Damit hänge die Notwendigkeit zusammen, Veranstaltungsräume zu schaffen und das Dogana-Vorhaben auszuführen. Eine besonders dringende Aufgabe wäre die Erneuerung der Innsbrucker Verkehrsmittel. Alle Vertehrsunternehmen sollten zusammengefaßt, das Verkehrsnetz der Ausdehnung der Stadt angepaßt, die I g l e r Bahn und die Stubaitalbahn bis zur Stadtmitte geführt werden. M i t Strom sollte die Stadt künftig aus eigenen Werken versorgt werden, um nicht in fremde Abhängigkeit zu geraten. M i t den Vorarbeiten für den Van neuer Kraftwerke sollte sofort begonnen werden. Die Frage einer Beteiligung der Stadt an der Tiwag sollte so gelöst werden, daß die berechtigten Forderungen der Stadt voll erfüllt werden. Wichtig wäre auch die Kanalisierung des linken Innufers. Die Gemeindestube wäre nicht der Boden zur Austragung parteipolitischer Kämpfe und persönlicher Polemiken. Der VdU. würde auf solche Polemiken nicht eingehen. Er wäre zur konstruktiven Mitarbeit bereit, sein Streben gelte dem Gedeihen der Stadt und dem Wohl ihrer Bürger. Für die Österreichische Volksopposition sprach GR. Pettauer, der sich als der Vertreter der einzigen Opposition im Gemeinderat bezeichnete. Die Österreichische Volksopposition hätte zwar ein Mandat verloren, doch wirke sich dies weniger im Gemeinderat als darin aus, daß die werktätige Bevölkerung Innsbrucks einen Vertreter weniger besitze. Die Volksopposition betrachte es als ihre Aufgabe, die Ö V P . und die SPÖ. immer an die vor den Wahlen abgegebenen Versprechen zu erinnern. Er schloß mit einem Aufruf für ein nach jeder Richtung unabhängiges Österreich und eine friedliche Zukunft des Volkes. Stadtrat Maier wies auf den Wahlerfolg des Österreichischen Arbeiter-, Angestellten- und Beamten-

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dundes hin, den dieser errungen hätte. Der A A B B . ließe sich von einer tiefen sozialen Einstellung nnd von der christlichen Weltanschauung leiten. Er verfolge die Absicht, Innsbruck zu einem Mittelpunkt des alpenländischen Fremdenverkehrs zu machen und den Ruf der Stadt als Kongreßstadt zu fördern. Auch die kulturelle Sendung der Stadt müsse gewahrt werden. Die öffentlichen Dienste und Verkehrsmittel sollten der Bevölkerung zu angemessenen Tarifen zur Verfügung stehen. Die Auflockerung des Wohnungsmarktes hätte nicht die versprochene Erleichterung geschaffen, sondern dem Wohnungswucher T ü r und Tor geöffnet. I n dieser Hinsicht müsse ein Gesetz Wandel schaffen. Die Bemühungen der Gemeinde, ihren Bediensteten zu Eigentumswohnungen zu verhelfen, müßten fortgesetzt und auf die Lehrerschaft ausgedehnt werden, denen die Wohnung vielfach nicht nur Wohnraum, sondern teilweise auch Arbeitsraum bedeute. Um den Halbtagsunterricht beseitigen zu können, sollte mehr Schulraum geschaffen werden. Gesundheitspflege, Iugendhilfe, das Wohlfahrts- und das Fürsorgewesen würde der A A V V . stets mit Rachdruck fördern. M i t diesen Ausführungen des Stadtrates Maier waren die Parteienertlärungen beendet, nnd es folgten Anfragen. Anregungen und Anträge der Gemeinderäte. Die Gemeinderätin Kaiser (SPÖ.) wies darauf hin, daß Wohnungen mit mehr als drei Zimmern, die von der Besatzungsmacht zurückgestellt wurden und die die früheren Mieter nicht mehr beanspruchen, nicht angefordert werden können, was dazu geführt hätte, daß solche Wohnungen laufend zu sehr hohen Preisen Amerikanern aus dem Camp Rum angeboten werden. Der Bürgermeister möge einen Aufruf erlassen, damit die Besitzer der Wohnungen ihrer patriotischen Pflichten eingedenk seien und die Wohnungen nicht zu einem Gegenstand des Schachers machten, sondern an Innsbrucker Familien vermieteten und nicht an jene, die sie bereits zurückgestellt haben. Die Gemeinderätin Oberhammer (ÖVP.) unterstützte die Ausführungen der Vorrednerin und trat dafür ein, daß an die Hausbesitzer ein Aufruf erlassen werde, kinderreiche Familien bei der Vergebung von Wohnungen besonders zu berücksichtigen. Gemeinderat Obenfeldner (SPÖ.) regte im Ramcn dos Sportausschusses an. daß der Bürgermeister mit der Bezirtshauptmannschaft und der Bundespolizei in Fühlung trete, damit die Schiabfahrlsstrecken stärker überwacht werden, um Schiwildlinge, die häufig Unfälle verschulden, besser im panine hallen zu tonnen. Für die Aufforstung auf der Rordtette und den Ausbau des Lawinenschutzes trat Gemeinderat Pettauer (VO.) ein, Stadtrat Dipl.-Ing. Kummer (SPÖ.) würdigte die bisherigen Lliwinonschutzinaßnahmcn der Stadt lind schlug vor, cine Aussprmhc zu voranstalten, bei der alle Möglichkeiten der Lawinenbetämpfung in dem zur Stadt gehörenden Gebiet erörtert werden sollen. Bei den Forstlagsatzungen der lotzlen Jahre wäre großer Rnchoruck darauf gelegt


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morden, oasi unr im forstwirtschaftlich notwendigen Ausmaß geschlägerl werde und nur dort, wo es leine Gefahr bedeute, uud daß vor allein Kahlschlägerungen aufgeforstet werden. Den Besitzern wurde aufgetragen, leine Schlägerungen zu bewilligen, ehe der Pflicht zur Aufforstung uicht uachgetommen wurde, Stadtrat Dipl.-?ng. Kummer nahm gegen eilten kürzlich in der „Tiroler Tageszeitung" erschienenen Aufsatz Stellung, in welchem die Befürchtung ausgedrückt war. das; eine Lawine über dieHnngerburg in das Tal stürzen tonne. Er bezeichnete dieseu Artikel als leichtfertig und sprach die Befürchtung aus. das; solche Veröffentlichungen sowohl im Ausland als cinch im I n l a n d , auf dessen Urlauber man ebenfalls zähle, einen schlechten Eindruck hervorrufe, den man dadurch verwischen könne, daß man anf Grund der beantragten Untersuchung eine klare Darstellung der wirtlichen Verhältnisse ausgibt. Gemeinderat Dr. Eeykoro. (ÖVP.) stellte den Antrag. Straßenbenennungcn und Hausnummern i n den Randgebieten der Stadt nachzutragen, in denen es

noch nicht geschehen ist. Stadtrat (hamper (VdU.) regte an. die für die Vefatzungsbetroffenen vorgesehenen M i t t e l sofort vorzuschießen, weil das Geld dringend benötigt würde und zu befürchten wäre, daß durch die Erfüllung der Formalitäten Zsit verlorengehe. Bürgermeister Dr. Greiter sagte zu, daft man sich bemühen werde, die Sache schnell zu erledigen, doch wäre damit zu rechnen, daß es längere Zeit dauere, weil eine neue Regelung eine große Anzahl Fragen und eine bis ins kleinste gehende Bestandsaufnahme vorschreibe. Gemeinderat Dr. Knoll sÖVP.) wies darauf hin, daß die „Dienstordnung ftir die Bediensteten des Stndtmagistrates und der Unternehmungen der Landeshauptstadt Innsbruck" auf Grund einer Entscheidung des Verfafsnngsgerichtshofes nicht dem Gesetze entspräche. Dem Gemeinderat wäre daher ein neuer Entwurf vorzulegen, der dem Landtag zur Beschlußfassung übermittelt wird. Bürgermeister Dr. Greiter erwiderte, daß das Landesgefetz über das Stadtrecht der Stadt Innsbruck die Befugnis zur Regelung der Dienst- und Vesoldungsuerhältnisse ausdrücklich dem Gemeinderat einräume. Der Versassungsgerichtshof könne also nicht die Regelung, sondern nur den betreffenden Puukt des Landesgesetzes aufheben. Stadtrat Dr. Winter lSPÖ.) nahm dagegen Stellung, daß die Tiroler Landesregierung die Innsbrucker Vergnügungssteuer für Lichtspieltheater von ,'l« Prozent auf 32 Prozent herabsetzte, ohne sich mit der Stadtverwaltung ins Einvernehmen zu setzen. Der Stadt würden dadurch 350,000. Schilling entzogen, was so viel wäre, wie die Stadt für die Tuberknlosenfürsorge, und mehr als das. was sie für die Mütter- uud Säuglingsfürsorge aufwende. Auch könnte die Stadt mit diesem Betrag zwei zusätzliche Kindergärten betreuen, Für die allgemeine Kunstpflege gäbe die Stadt jährlich ungefähr 1^0.MX». Schilling aus. verliere aber diesen Betrag nuu zu Gunsten der Kinobesitzer. Die Entscheidung der Landesregierung komme kaum den Kinobesuchern zugute, da der Kartenpreis nur um 1s) bis 15 Groschen er-

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mäßigt werden könne. Bürgermeister Dr. Greiter lündigte an. daß er den Standpunkt der Stadt nach wie vor vertreten werde. Ein Antrag des Stadtrates, private Grundstücke zwischen der Mühsauer Brücke und der Bnndesbahnbrücke entlang der Waller Straße zur Schaffung einer öffentlichen Grünanlage zu enteignen, wurde zurückgestellt, um zuuächst mit den Besitzern wegen eines freihäildigen Verkaufes der Gründe zu verhandeln. Ein Antrag des Bürgermeister-Stellvertreters Süß. vom Bundes-Wohn- und Siedlungsfonds znr Errichtung von insgesamt 24 Wohnungen in der Premstrnße Nr. 2 und 2 <i und in der Lönsstraße 1 c nnd 1 d ein Darlehen von 1,440.000.— Schilling auszunehmen, wurde augenommen. Der Darmgroßhandlung Rudolf Richter, die im Sanitätsschlachthof Räume gemietet hatte, wurde ein Darlehen von 30.000.— Schilling unter der Bedingung gewährt, daß die Räume bis 31. M a i 1954 wieder der Stadt übergeben werden. Auf Antrag des Vorfitzenden beschloß der Gemeinderat ein Vudgetvrovisorium bis 31. März d. I . , das den Bürgermeister ermächtigt, die notwendigen Ausgaben vorzunehmen, um die Gemeindeverwaltung in geordnetem Zustand zu erhalten und den Verpflichtungen der Stadt nachzukommen, weiters die im Vorjahr erhobenen Abgaben gegen nachträgliche Abrechnung mit den künftigen Abgaben weiter einzuheben. Auf Antrag des Finanzausschusses bewilligte der Gemeinderat eine Reihe Nachtragskredite, darunter 325.000.— Schilling für das Landestheater, 55.000.— Schilling zusatzliche Kosten für die Gemcinderatswahl, 75.000.— Schilling für die Brückenwaage i n der Weinhartstraße. 121.300.— Schilling für Zwecke der Fürforge. I m Sinne von Anträgen des Vauausfchufses wurden Ansuchen um Ausnahme von der Vausperre. um Verringerung des vorgeschriebenen Vorgartenabftandes und wegen Überschreitung der vorgeschriebenen Gebäudehöhe teils abgewiesen, teils mit Einschränkuugen aufrecht erledigt. Ein Ansuchen um die Bewilligung zum Ausbau des Dachgeschosses im Hause Templstraße Nr. 10, dessen Abweisung der Vauausschuß beantragt hatte, löste eine längere Aussprache aus. Vemeindcrat Zschiegner sBürgerliste) führte aus. daß das Haus nicht unmittelbar an der Straße stünde, weshalb der Ausbau des Dachgeschosses nicht störe. Der Gemeinderat hätte auch andere Ausnahmen bewilligt, die von der Bauordnung abwichen. Gemeinderat Dipl.-Ing. Rösche sVdll.) erklärte, daß eine gesetzliche Bestimmung zugrunde liege, die nicht übertreten werden könne. Bürgermeister Dr. Gleiter wies darauf hin. daß die Ausnahmen, die der Gemeinderat beivilligen kann, in der Ballordnung vorgesehen wären. I n diesem Falle müßte bei der Tiroler Landesregiernng eine Minderung des Bebauungsplanes beantragt werden. Damit schloß die öffentliche Sitzung, auf die eine vertrauliche folgte, iu welcher Grundstiicksaugelegenheilen und Fragen der Innsbrncker Messe beraten wurden. Pz.


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Bürgermeister D r . Greifer berichtet über Amerika Die Verbreitung des Flugzeuges geht über nnscre Vorstellungen. Ich glaube nicht zu übertreiben, wenn ich sage, daß drüben täglich tausende Landungen nnd Abflüge erfolgen. Schon jede mittlere Stadt besitzt einen technisch einwandfreien Flugplatz, Die Ausdehnung mancher Flugplätze erinnert an den Londoner Flughafen, wo man vom Flngzeuss mit dem Autobus zum Restaurationsgebände geführt wird. Ich habe von den öffentlichen Unternehmungen gesprochen. F ü r den Kampf zwischen Privat- und Staatskapital sahen w i r ein interessantes Beispiel, Zwischen Kauada und den Vereinigten Staaten wnrde über die Niagarafälle ein neues Abkommen getroffen, das eine gesteigerte Ansnütznng dieser Fälle für die Erzeugung von Wasserkraft ermöglicht. Ein Elektrizitätswerk heißt dort durch einen großen Anschlag die Besucher willkommen. Bereitwillig wnrde nns alles gezeigt. A m Schlnsse wnrden nns Broschüren übergeben, in denen ausgeführt war, daß es viel zweckmäßiger wäre, wenn fünf große Unternehmungen die Fälle ausbauen würden, statt daß der Steuerzahler sein Geld dazn hergeben müsse. (Dieser Streit wurde übrigens im Herbst 1953 zn Gunsten der Privatwirtschaft erledigt.) Wie lebt der Amerikaner in der Familie? W i r hatten, wenn auch unr in bescheidenem Maße, Gelegenheit, in typisch amerikanische Familien zn kommen. Beim Verhältnis zwischen Kindern nnd Eltern zeigte sich, was nns auch von allen Answandcrerfamilicn bestätigt wurde, daß die Kinder viel früher als bei nns selbständig werden, daß aber die Eltern diese Entwicklung gewohnt sind, nichts daran finden nnd die Sclbständigkeitsbestrcbungcn der I n g c n d unterstützen. Mitteilungen ausgewanderter Familien znfolgc geht es häufig wie bei der Henne, welche Enteneier ausbrütet; die Küchlein werden schnell flügge nnd verlassen das Nest. Überraschend schnell entfremden sich die Kinder dem Elternhaus, um ihr eigenes Leben zn beginnen. Schon bei der Sprache fängt es an. Die Kinder unserer Auswandererfamilien sprechen mit den Eltern deutsch, weil es die erste Sprache war, die sie gelernt haben, aber anch weil es die Eltern wünschen. Untereinander Planschen sie aber schon lnstig englisch. I h r e Kinder werden höchstens noch i n der Schnle Dentsch lernen. F ü r unsere Verhältnisse vollkommen fremd mnten zwei Erscheinungen an, die mit dem E i n t r i t t jnngcr Erdenbürger in das Leben verbunden sind. Seit Jahrzehnten ist znmindest in den mittleren nnd besser gestellten Bevölkcrnngsschichtcn die schmerzlose Geburt die Regel. Eine Österreicherin erzählte mir, wenn die Geburt bevorstehe, gehe man in die Klinik nnd wache sozusagen erst wieder auf, wenn das Kind da ist. Die Wissenschaft hat aber doch Bedenken nnd empfiehlt nnn wieder die natürliche Geburt. Ich habe bei mir allein zwei Magazine, in denen Propaganda für „natural k i r t k " gemacht wird. Anch wenn w i r nicht über die gnte Lcbcnsmittelindnstrie verfügen, ist es für nns doch unvorstellbar, daß das Stillen der Kinder als etwas Überflüssiges betrachtet und daher so rasch wie möglich beendet wird. Bei uns gibt es Plakate, auf denen eine Kuh abgebildet ist, die zum Kinde mit der Milchflasche sagt: „Geh znr Mutter, sie kann besser für dich sorgen." Was die Einstellung des Staates zur Jugend anlangt, werden nahczn alle Filme freigegeben. Manche Filmwerbungen enthalten sogar den Hinweis: „Kinder bis 12 Jahre gratis." Andererseits habe ich Tanzlokalc gesehen, an deren Außenseite ein Anschlag mitteilte, daß Minderjährige nntcr 21 Jahren nicht zugelassen und sofort verhaftet werden würden. Ob die Jugendkriminalität wirklich so verbreitet ist, wie

es manchen hiesigen Zeitnngsmeldnngen einspricht, konnte ich nicht feststellen. Persönlich möchte ich den Eindruck haben, daß das, was die Zeitungen hie nnd da bringen, Einzelfälle sind; nnd wenn w i r an die letzten Ereignisse in Salzburg nnd München denken dürfen w i r hier nicht gerade stolz sein; in einer amerikanischen Stadt klagte die Polizei sehr über den Marihnanaschmuggel. Interessant nnd in mancher Hinsicht abweichend von nns ist das Verhältnis der arbeitenden Bevölkerung zn den Unternehmern. Wenn w i r von den Gewerkschaften lesen, wird nns nicht bewußt, daß nur ein Drittel der gesamten Arbeiter nnd Angestellten organisiert ist. Die Lage für den Arbeitswilligen ist derzeit sehr gnt, jedes fünfte Geschäft zeigt einen Änschlaa, daß ein M a n n oder cine Fran gesucht wird, wobei gewöhnlich angegeben ist, ob Weißer oder Farbiger. Es gibt eine obligate Unfalls- nnd Altersversicherung für den Dieustnchmcr, aber die Krankenversicherung wird ihm überlassen. Die Vcrdicnstvcrhältnisse sind besser als bei uns, ich schätze den Reallohn mindestens dreimal so hoch wie bei nns, Anch das Streben nach Erwerb und Anlaae von Kapital ist sehr groß. M i r wnrdc erzählt, daß W Prozent der Aktien des größten Versandhauses, Sears Roerbuck, das jedes Jahr zweimal einen Katalog in mehr als 10 Millionen Anflaae aussendet, im Besitze der Angestellten dieser Firma sind. Vielleicht ist das anch für nns ein Fingerzeig. Der Durchschnittslohn des gelernten Facharbeiters beträgt ungefähr 3 Dollar für die Stnnde; der Monat hat ungefähr 180 Arbeitsstunden, weil restlos die Fünftagewoche ein» geführt ist; Samstag nnd Sonntag sind frei. Die geistige Arbeit wird ein wenig unterbewertet. I c h habe in einer bekannten Bnchhandlnng eine Angestellte angetroffen, die sich mit 40 Dollar in der Woche znfriedcn geben mnßte. Besonders aufgefallen ist mir das Verhältnis zwischen Vorgesetzten nnd Untergebenen im Arbeitsbctrieb. Bevor man Amerika verläßt, mnß man ein „«^ilinss perinit" erwerben, d . i . eine Bcstätignng, daß man alle Stcncrn gezahlt hat. I m betreffenden Büro war beim Eingang ein Beamter, welcher sich nm die Eintretenden kümmerte. Es stellte sich schließlich herans, daß es der Chef dieser Abteilung war. Bei einer Filiale einer Großbank arbeiten 70 bis 80 A n gestellte in einer großen Halle. Der Direktor arbeitet in einem kleinen Zimmer, aber schon sein Stellvertreter sitzt mitten nnter den Arbeitskräften i n der Halle. Bei einer Zeitnng saß die gesamte Redaktion in einem Riesenranm; 30 Redakteure mit Fernschreibern, Telefon, Schreibmaschinen nnd Besuchen waren beisammen; nnter ihnen war der Ehcfredaktenr. Dort habe ich begriffen, daß manche menschlichen Beziehungen viel cnaer sind als bei nns, wo es das erste Bestreben jedes Angestellten ist, eigene Wände — nnd sei das Zimmer noch so klein — für fich zu haben nnd nicht in einem größeren Nanm nntcr anderen zu arbeiten. Es ist schwer, über Amerika zu sprechen, ohne eine Frage zn hören, die Wohl an jeden, der znrücklehrt, gestellt w i r d : Wie steht es mit der Ncgcrfragc? Das, was am meisten auffällt, ist, daß die Verhältnisse im Norden nnd im Süden gänzlich verschieden sind. I m Norden kommt man im Hotel, in der Straßenbahn, im Restanrant mit Farbigen zusammen, aber je weiter man nach Südeu kommt, desto stärker wird die Rassenschcidnng. Letzthin hat das Oberste Bundesgericht es für ungesetzlich erklärt, daß die Züge, die von Norden nach Süden fahren, vom Eintritt in einen Staat von einer bestimmten Station an getrennte Wagen für Weiße nnd für „ c e l e r y people" führen. I n den Süd-


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slaalen sitzeu in den Slraßeubalineu die Neger vorne und die Veißeu rücklvärls oder umgekehrt, es gibt gelrcnule Kinos, die Protestanten haben eigene Negerlircheu. Auch die katholische Kirche macht Kouzessioueu; die Neger gehe» ans die Empore, während die Weißen nn!en bleiben oder umgekehrt. I n Savannah habe ich vom Bürgermeister die M i t t e i lung erhalten, daß 30 Prozent der Bevölkerung Neger sind, daß die Neger aber >0 Prozent der Sclmlkiuder stellen. Wer durch die Negerviertel geht, lann feststellen, lvas auch jede Staüstik ergibt, daß die Geburtenzahl der Neger bedenlend höher ist als die der Weißen. W i r dürfen aber bei der Negerfragc uic übersehen, daß sich alles im Übergang befindet. Die Väter nnd Mütter der heutigen älteren Generation, ob weiß oder farbig, haben als .Binder noch die alten Zeiten der Sklaverei miterlebt. Diese Eindrücke in den Familien verschwinden nicht ohne weiteres. Die Staatspolitik zielt aber daranf hin, die Unterschiede zn beseitigen. Neger finden sich in allen Stellungen der Armee und der Luftwaffe, die auf freiwilliger Grundlage aufgebaut ist. Ich bin überzeugt, daß nach zwei Geucratioucu die Ncgerfrage ein anderes B i l d wie heute bietet. Nach dicseu allgcmciueu Ausführungen knrz etwas über nuscre Neise. Uuscr Neiseplan war eigentlich einfach. Die erste Woche verbrachten w i r in Washington. Dort frng man uns im (Government aklairg institute nach unseren Wünschen, die Rundfahrt betreffend. I c h zog im Einvernehmen mit meinem Begleiter auf der Landkarte einen großen Strich, nnd genau so wurde unsere Reiseroute bestimmt. Bürgermeister Pacher von Salzburg, mein Neiscgeuosse, kouute kciu Englisch uud auch meine Sprachkenntnissc waren uicht groß. Der Dritte im Buude, Bczirkshauptmauu von Linz-Land D r . I n n g w i r t h , machte sich auf Grund seiner besseren Sftrachkenntnisse selbständig. Das 3tatc Department teilte uus Hcrru D r . Hermann Spitzer, einen dort vertraglich angestellten Österreicher, der seit 15 Jahren i n den Vereinigten Staaten war, als Begleiter zu. Er stellte den Tyftns des kultivierten Österreichers dar, und w i r verstanden nns

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mit ilnu ausgezeichnet. W i r suchten uus auch vor der Gefahr zu hüleu, die Amcrikafahrcrn droht, daß man durch die große Gastsreuudschast, die die gauze Bevölleruug — uicht e<wa uur die Österreicher erweist, übermüdet uud übersättigt wird. Jeder Konsul und jeder Bürgermeister hat das Bestreben, für seine Besuche einen Tagesplan von der ersten bis zur letzten Stunde auszustellen, F ü r uus war es aber sehr wertvoll, wenn w i r in jeder Stadt, mit ciuem Plan und einem .Kompaß bewaffuct, einen halben Tag allein auch in die schlechteren Viertel spazieren konnten. Da fuhren w i r mit dem Aulobus uud mit der Straßeubahu, besorgten Einkäufe, besuchtcu Kinos ». dgl. uud saheu manches außer dem Rahmen der offiziellen Besichtigungen. So gab es anch uuaugeuehme Ersahruugcn. I n New ?)ork wußte ich nicht, daß es bei der Untergrundbahn auch Erprcßzüge gibt, uud fuhr vier Stationen über mciu Ziel hinaus. Auf dein Rückweg ins Hotel war mir ungemütlich zumute. Es war uach 12 Uhr nachts, bei jedem Häuserblock war durchschnittlich nur ein Mensch auf der Straße; ich bin oft in großem Bogen um ihn hernmgegaugen. Die vorbeifahrenden Autos hätten m i r ja nichts genützt. So war es auf uuscrcr Neise sehr augeuehm, daß w i r vieles nach eigenen Wüuschen sehen konnten. Es war von vornehcrciu uuscr Grundsatz, nicht eine Vielheit von Elektrizitätswerken, Gemeinden n. dgl. zn sehen, sondern von jeder Gattnng ein Beispiel, nnd deshalb haben w i r viel gesehen: Kirchen wie die St,-Patrik-Kathcdrale im Herzen von New 3)ork bis znr Indiancrkirche ans Lehm in Albuquerque, in welcher eine Klosterfran Indiancrkindern Unterricht erteilte, Mount Vernon, den Wohnsitz von George Washington, Mittclschnle, Hochschule, Clubs, Elektrizitätswerk, Banken, die größte Getreidemühle, Musceu, Kouzert, Feuerwehr, eine Traktorenfabrik, große, mittlere nnd kleine Gemeinden, Polizei nnd Gefängnis mit Lügendetektor, FordWerke, Trinkwasserversorgung, Abwässcraulagc, eiucu Geuosseuschaftsladen, eine Effektenbörse, ein Reisebüro. AN dies konnten w i r ohne Überanstrengung in sechs Wochen besichtigen. (Fortsetzung folgt)

Bevölkerungsbewegung Jänner 1954 nnd Iahresübersicht. Beim Standesamt der Landeshauptstadt Innsbruck wurde im Jänner 1954 bzw. im Jahre 1953 folgende Bevölkerungsbewegung verzeichnet: In

Ort s n nsnssig e '

5 s! e s n i n t -

1953

1954

Eheschließungen

30

34

1953

— 4

920

1954

1952 910

^ahresiibersicht

^anncr

^ahresliberficht

> 4

24

1953

1953 25

1952

— 1

070

701

92

— 12

1020

1039

13

— 31

142

149

7

1«09

17«3

^ 20

«0

davon Knaben

73

72

-!-

1

934

912

^ 22

37

40

— 9

515

517

2

davon Mädchen

09

7?

«

«75,

«71

^

4

43

40

- 3

511

522

II

I

Geburten

ehelich

I!?

!!<!

unehelich

25

33

Totgeburten

5

10

Stcrbcfällc Kriegsstcrbcsällc nachträglich bcurlundM

III

,7«;

-

-

III 5

1431

> 14

05

72

— 7

«23

«32

«

304

352

^ 12

15

20

— 5

203

207

4

5

33

45

— 12

2

4

— 2

13

23

>0

02

1320

1239

4- «7

«9

150

— 01

9«5

«91

35

40

2

35

40

— 1 1

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-»- 100 -

Stat. flmt b. Stadt Innsbruck


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Auszeichnung der Stadt Innsbruck fur Hermann Buhl Der erste Träqcr des uun der Stadt Innsbruck neu geschaffenen Sportchrcnzeichcns ist der Nan.qa-Parbat-Bezwinqer Hermann Buhl. Die Nbcra,abc dieser mir selten zn vergebenden Auszeichnung erfolgte vor dein vollzählig erschienenen Innsbruckcr Gcmcinderat am 21. Jänner d. I . in einer durch Darbietungen des städtischen Fanfarcnqnartcttcs nmrahmtcn Feierstunde im eigens dafür geschmückten Mnsikvereinssaale. M i t der Plakette des (Lhrcnabzcichcnö und der Ehrenurkunde überreichte Bürgermeister Dr. Greiter an Hermann Vnhl als besonderen Dank für seine alfti-

nistische (^rosttat, die in dem übermenschlichen Alleingaug auf die Spitze des bisher nnbezwnngcncn Clanga Parbal beruht, eine Armbanduhr mit Widmung uud eiu Ölgemälde, den Hcimatbcrg Series darstellend. Anschliesteud erhielt .Uuno Rainer, der Gefährte Hermann Buhls, als Ehren geschcnk vom Innsbrncker Gemeinderat eine Uhr und eiue» Geschentkorb. Den Gattinnen der beiden Nanga-ParbalStampfer, die mit anderen Gästen ebenfalls zur ^-eier er schienen waren, wnrdcn Blnmen überreicht, ,,,> .f

Die Innbrücken in Innsbruck Von Wilhelm Eppacher D e r W e i h e r b u r g st e g : Anläßlich der Voll cndung der Weiherbnrg,anlage sprach man in der Geincinderatssitzung voiu 1. Mai 1912 von der Absicht, in der Nähe 'des Löwenhanses einen Steg zum Hohen Weg zn bauen. Obwohl im Jahre 1914 dafür ein Kredit von 64.000 Kronen bewilligt wurde, kam die Ausführung nicht zustande. Wohl aber schritten uuter Aufsicht der Bauuutcrnchmnngcn Inncrcbner H Mayr nnd Pümpel 65 Söhne in Innsbruck stationierte Pioniere im Jahre 1944 an die Vcrwirklichnng eines einfachen Stegbaucs aus Holz mit einer Ge samtlängc von 93.50 Meter einschließlich der Laud anflager. Am Frühjahr 1953 wurden mit einein Kostenanswand von über 232.000 Schilling über Auftrag nnd nach Planung des Stadtbau ani t es durch die Fa. Wayß & Frcytag A. G. und Meinong der Gchbahnbelag, das 'Geländer und die Träger ausgewechselt und die Hebung des Steges am linken I n n user um 1.26 Meter dllrchgcführt sowie gegen die schädlichen Wittcrnngseinslüsse die Überdachung vorgcnomlnen. Seither beträgt die Gesamtbreite des ans vier Jochen ruhenden Steges 5.20, die Nutzbreite 3.28 Meter. Der Umbau des Stiegenansganges mit einer künstlerischen Ausschmückung des Steges ist für 1954 geplant. D i e H u n g e r b u r gb a h n - Brück c, mit ihren 156 Metern die längste aller Innsbrucker Brücken, wurde nu Februar 1906 begonnen. Noch im gleichen Jahr rollten, ^gemächlich ansteigend, die ersten Ver snchZwagcn der Huugerburgbahu darüber. Von den drei Stützen stehen zwei im Wasser des Innslnsses uud eine am Straßenrand des Hohen Weges. D i e M ü h l a n c r B r ü c k e : Die erste Brücke au dieser Stelle ließ Erzherzog Ferdinand I I . nm l581 erbauen, die damals als Saageubrücke bezeichnet wurde. I h r Zweck war hauptsächlich, die Wasserlei lungsrohre zur Versorgung des fürstlichen Schlosses, der sogenannten „Nuhelsut , über den I n n zu füh ren. Ihre weitere vielgestaltige Geschichte wurde iu aussührlichcu Aufsätzen von den Heimatforschern Hans Hörtnagl nnd Rudolf Tinwel geschildert. I m März l809 wollte das bayrische Geueralkommissariat die Brücke wegen Alter und Brüchigkeit abtragen. Der

(2. Fortsetzung)

Aufstand der Tiroler kam der Durchführung aber zn vor. Am 14. Dezember 1838 wnrden nnter Leitung des Südtiroler Ingenieurs Josef Dnile die Arbeiten zum Baue der Kettenbrücke begonnen, deren Vollen dung in das Jahr 1843 fiel. Die riesigen Ketten hiczn ließ man in der Amtsschmicde zu Hall anfertigen. Die Pfähle der 'früheren Holzbrücke wnrden erst 1870 weggeräumt. Beinahe ciu Jahrhundert lang gehörte die Kettenbrücke, die einzige ihrer Art im ganzen Lande, zu deu Wahrzeicheu der tirolischen Landes Hauptstadt. I h r Name ist auch heute uoch im Munde vieler Innsbrucker, obwohl ihre Eutferuuug bereits im Jahre 1938 erfolgte, nachdem der mit Mitteln der Bnndesstraßcnl0erlloaltnng, der Gemeinden Inns^ brück uud Mühlau sowie mit Mitteln der Lokalbahn A. G. Innsbruck-Hall durch die BauunternehmnnO der Wiener Brückenbau- urid Eisenkonstruktioua-A.G. zn errichtende Ban der jetzt bestehenden Mühlauer Brücke in der Innsbruckcr Ocmeiuderatssitznng vom 23. Oktober 1936 nnd in jener vom 20. J u l i 1937 beschlosscu wordeu war. Die aus zwei gemauerten Flußpscilern zur Flußrichtung etwas schräg geführte Brücke ist ein Stahlblech-Durchlanfträgcrban mit einer Gcsamtläuge vou l 06.50 und einer Breite von 17 Me ter. Davon nimmt die Fahrbahn, über die anch die Geleise der Straßenbahn führen, 11 Meter nud beide Gehsteige je drei Meter ein. Eigentümerin der Brücke ist die Vundesstraßeuverwaltuug, erhaltungspflichtig die Stadt Innsbruck. M ü h l a u e r E i s e u b a h n b r ü ct e ! Die erste Arbeit beim Eiseubahnban der Strecke Junsbruck Hall lvar die Inangriffnahme des Baues der l^iseu bahubrücke iu Ntühlau, wozu die Steine (sogenannter Hageuaucr Marmor) ans Kramsach herbeigeführt wurdeu. Die 'Grundsteinlegung zu diesem Duader sse'ivölbebau mit drei massiven Bögen erfolgte am 4. April 1851; am 23. Dezember des Jahres 1858 fuhr der erste Eiseubahuzug, ans Kussteiu kommend, darüber. Die Bauarbeilen standen nnler der Leitung des berühmteu Bahnerbaners K. v. Gliega, der anch der Vrbaner der Semmeriugbahn war. Durch 100 Jahre — iu Krieg und Frieden ^ hat seitdem die Eisenbahnbrücke allen Anforderungen entsprochen. (Fortsetzung folgt)


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I) ^ 5 vnn l)>, Karl

Innsbrurt vor liu«dert Iahrcu Februar l«5>l: !l. U'ird , v v, Einjanl, jübil, l,l, Renlmeisler, l'i» Velerai! der Freiheitskampfe von 1797 »nd 1809, der zu S t . vii kolans im Aller von 93 Jahren verstorben unir, in ( ^ genloarl des F M ^ . R, v. Roßbach begraben, ?. wird im Ferdinanden»! ein großes historischem (Gemälde des Tiroler .Nnnstmalers A I . v. Gillarduz^i in Wien ausgestellt. Dieser jugendliche Maler studierte mit einen, ständischen Stipendium, Das B i l d zeigte den Dogen Francesco Foscari. l». berichtet der „Bote", daß die Frage der Friedhofsvcrgrößernng „ini Sinne der Majorität hiesiger Vürgcrschasl" nnnniehr erledigt sei, „indem das westlich an die Artaden stoßende Feld unnmchr mit hohen Bretterwänden eingefangcn, nnd die Verbindung mit dein alten Friedhof mittelst Tnrchbrnch der Arkadenwände au zN)ei Stellen hergestellt worden ist". l:l. wird die Ernennung der ehemaligen Professoren der Universität Krakau D r . Iosefat v. Zielouacti und D r , Auton Malccki für römisches Recht uud klassische P h i lologie au die Inusbrucker Universität bekannt, bedankt sich die Armen-Direktion öffentlich f ü r die „klassische Darstellung der Hermannsschlacht i m Tcutoburger Walde in 4 Bildern" bei der l . Armeuredoute. 35. überläset der .Uoruvcrsorgungsvcrcin von seinem angekauften Getreide einen Teil der Armen-Kommission, damit sie Brot und Türkengrieß zu billigem Preis verkaufe» tauu. Deu Verschleiß besorgten drei Geschäfte ohne Entgelt.

Kurzbiographie eines wenig Stadt verdienten Bürgers.

bekannten, um die

2. Georg Ttrahguet A m Ausschuß-Landtag der gesamten österreichischen Erblande zu Innsbruck vom Jahre 1518 beschwerten

sich die Ausschüsse beim Kaiser u.a. über die Apotheker, die zum großen Schaden für die t r a n k e n alle, verlegene Arzneiilofje verlausen und dafür noch überspannte Preise fordern; sie verlangten die Anstellung kontrollierender Beschauer und festgesetzte Taxen. Wenig später diirfte der Apolheter Jörg Straßgnel aus Naittenpuch — drei Orte dieses Namens gibt es in Bayern und einen i n Baden — nach Innsbruck gekommen sein, wo er am 1^. M a i 1524 als Bürger aufgenommen wurde. Sein Geschäft muß ebenfalls gut gegangen sein, denn bereits am ?. März 1534 erwirbt er von dem königlichen Nat Äiilhelm Putsch um den ansehnlichen Preis von 24(10 Gulden dessen schöne Eckbehausung am Platz dem „Neuenhof über" (also gegenüber dem Goldenen Dachl). Auch die Apotheke war darin untergebracht, bis sie, die heutige Wintlerapotheke, 1683 an ihren jetzigen Standort übertragen wurde. Z u Weihnachten 1538 vermachte Straßguet der Stadt i m Namen des „heilig und würdig Almuesen" einen unablö'slichen Z i n s aus seinem Besitz i n der Silbergassen ( ^ Universitätsstraße). 1553 verzichtet er dann sogar auf die Steuerfreiheit seiner vorgenannten Eckbehausung und macht sie „der Steuer gemeiner Stadt unterwürfig". Diese Urkunde erschien so wichtig, daß sie sogar i m Vü'rgerbuch vermerkt wurde und der Schreiber beifügte, daß man sie im T u r m bei den anderen brieflichen Gerechtigkeiten hinterlegt habe. A l s Georg Straßguet gestorben w a r und dessen W i t w e Anna geb. Auer vermutlich Geld benötigte, verkaufte sie der Stadttammer Grundzinse aus ihrem Hause. Sie heiratete dann den David Negulus Vyllinger aus SchwäbischHall, der jedoch als Anhänger der reformierten Religion 1569 die Stadt verlassen mußte. K. Sch.

Verzeichnis der im Monat Jänner 1954 durchgeführten Gewerbelöschungen Hermann Franz, Pradler Straße 76, Kleidermachcrgewerbe, 2«. 8. 1920, Z l . 'I8«5>5. — Seiftt Franz, Kavnzinergasse :i:i, Werbebüro, beschränkt anf die Anzeigenucrmittlnng nnd Nnndfnnlrcklamc, 28. 9. 1949, Z l . 10799. — Prohasla Johanna, Iahnstraßc 11, Sviclzcngherstcllerhand' werk, W. 9. l9.'>2, Z l . 8.',:l8. — Meist Albert, Univcrsitätsstrafte 28, Graphologie, 22. <;. !9l9, Z l . 7228. Müller Alois, Amraö !2<l, Handel mit ^üromaschinen, !2, l<». 19M, (>)l. UM)'». Willauer Anrelia, Gnmppslrasze 17, Kleidermachergewcrbe, 4. «;, 19:l0, Z l . N0lU. - Banr Josef, A n dreas.Hoser-Straftc 1, Handel mit Schreibwaren, Nauchreqnisiten nnd Ansichtskarten, <i. l2. 19!9, Z l . 717l. — Stillebacher Margarete geb. Heine, Blasins-Hucbcr-Ttraße 8, Agcntnrgewcrbr, l.i, 8, I'.».'!«!, Z l . l ^ M l . — Wähler Fran^ I . , .Uap»;i»ergassc !!2, .^leidermachergeloerbe, 7. 5>. l9!l0, ^ l . 895,0, Wegschcider >tlara, Niedgasse !i9, Damcnschneidcrei, 17, l<>. 1922, >'>l. :i291/:l. — Hochapfcl Josef, Slamserseid, >tleidermachergewerbc, 4. 9. 1<>24, Z l . 178!i/:i. ^ Plattner Wilhelm, Pradler Straße !i5>, Handel niit allen im freien Verlehr gestatteten Waren, jedoch mit Ansschlnß der im 5 ü« Abs. 5 (H,O. aufgeführten Artikel, 2!i. 12. I9l:l,

Zl. 89495. — Diechtl Hermann, Hauptbahnhof, PlatzdieustgeU'erbe, 15>. 2, 1937, Z l . 2147. — N b l Michael, Hauptbahuhof, Platzdicuftgcwcrbe, 2 1 . 6. 1938, Z l . 7884.— Oradischuig Rudolf, ^angstraße 84, Handclsagcntnrgewerbe, 27. 1. 1948, Z l . 376. — Leitner M a r i a , ^ r a m a r t 6, Repassieren von Strümpfen, 30. 6. 195,2, Z l , 5,70l!. - Willcit M a r i a , Nenhanscrslraße 6, (^cmischtwarenhandel, !9. 8 l!»32, Z l . 1l260. — D r . Adolf Pötsch'ö Erben, Pfarraassc 2, ftiasl- nnd Schanlgewerbe, 3 l . 12. 1 9 l l , Z,l, 40172. De Marchi pilotano, Fischcrslraßc 39, .^leidermacherge» werbe, 27. 3. 1920, Z l . 492. - - Fa, „Vinzenz Langer, ^asel» glas-(>iroßhandlnng, Innsbruck" o. H. G., Müllerstraße I I , Großhandel ,nit Tafelglas, 21. 4. 1942, Z l . 15,77. — Schubert Franz, I n n r a i n 86, Tischlcrgcwcrbc, 6. 9. 1923, Zl. 11746, ^ Dampf Emmerich, Pradler Straße 5,0, Handel mit kinh- nnd Ziegenhaaren sowie Absallwolle von (Berbern, 2 l . 3. 195,0, Z l . 25,64. — Wagner Margarcthe, Sternwarteslraße 15», Damcnschneidcrci, 12. 11. 1924, Z l . 5,884/2 Ä, H. Andrä Franz, Höltinger (^asse 10, Pseifenschneider« gewerbe, 5,. 8. 1921, Z l . 15,695). - Schnntncr Josef, I n g , 6 9 - 7 1 , SchlosserhandU'erk, 5,, 1, 1946, Z l , 5)05,2/


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45. — Etschmann Erich, Höttinger Gasse 12, Haudelsgärtnerei, 11. 11. 194«, Z l . 8561. — Amor Franz, Hunoldjtraße 22, Tischlcrgcwerbe, 2. 8. 1929, Z l . 2244. — M i l l i n ger Barbara, Breilnerstraßc 2, Stickerei- nnd Vordrnckcrei. gcwerbe jowie Herstellung voll Tambourier- nnd Handarbeiten, 14. 11. 1912, Z l . 87997. — Millingcr Barbara, Brcnnerstraße 2, Krawattcnerzcngnng, 27. 10. 1930, Z l . 20498. — Scharrer Franz, Tcmp'lstraße 17, Maler- und Lackicrcrgcwerbe, 25. 1. 1905, Z l . 2829. — Neimrohr K a r l , Kirschcmalgasse 26, Einzelhandel mit Lebens- und Gcnußmittcln, Wa>ch- nud Putzartitcln sowie mit Büudclholz, 4. 8. 1953, Z l . 7383. — Schweuuubergcr Rudolf, Gumppstraße 74, Majchiucnbaucrhalldwert, 20. 6. 1947, Z l . 3000. — Pezze Sofie, Lcopolostraße 53, Gemischtwarenhandel, 29. 10. 1920, Z l . 23774. — „ A n t o n Lorenz' Söhne" o. H. G., Maria-Thcresien-Straße 6, Drechslerhandwerk, 27. 9. 1941, Z l . 7015. — Melichar Josef, Fi>cherstraße 19, Großhandel mit Verbrauchszuckcr, 17. 1. 1941, Z l . 13793. — Plaickner Josef, Ing.-Fijchler-Stratze 4, Gemischtwarenhandel, 31. 8. 1930, Z l . 0202/1. — Werner Anna, Pradler Platz 2, Kleidcrmachcrgcwcrbe, 11. 12. 1922, Z l . 20184. — Plauk Elisabeth, Höttingcr Gasse 10, Handel mit allen im freien Verkehr gestalteten Waren, jedoch mit Ausschluß der im § 38 Abs. 5 G. O. aufgeführten Artikel, 18. 12. 1928, Z l . 23695. — Widuhofer Engelbert«, Langstraße 23/3, Wirkerhandwerk, 23. 4. 1940, Z l . 7050. — Petrowitsch Josef, Höttingcr Gasse 17, Tischlcrgcwerbe, 6. 10. 1981, Z l . 16435. Mayrcggcr Rudolf, I g l s , Klcmpncrhandwcrk, 20. 7. 1942, Z l . 3927. — Mayrcgger Rndolf, I g l s , Glascrhandwerk, 20. 7. 1942, Z l . 3927. — Florian K a r l , Wiesengasse 6, Großhandel einschließlich I m p o r t - und Exporthandel gem. § l a Abs. 1 lit. 2 der G, O., 22. 11. 1949, Z l . 8846. — Köll Iosefa, Hauptbahnhof, Pserdcdroschkentonzcsfion für Einspänner Nr. 30, 20. 4. 1897, Z l . 9025. — Patfcifcr Theodor, Dreihciligenstraße 1, Tapeziercrgcwerbe, 22. 4. 1920, Z l . 9759. — Fa. „Zahnlaboratorium Untcrthiner & Menninger", Salurner Straße 7, Zahntechniterhandwerl,

Nummer X

17. 10. 1952, Z l . 9241. — Pichler Adolf, Hauptbahnhof, Kon« zession nach tz 15, Pkt. 4, G.O. zur Anbictung pcrs. Dienste als Packträger, 3. 10. 1936, Z l . 15517, - Klanjer Anna, Schnceburggasse 1, Handel ohlle Bcschräuluug ans destini in le Waren, 20^9. 1940, Z l . 13009. — Vanzo E m i l , Eolingasse 3, Hcricnschneidcrhandwert, 1. 10. 1942, Z l . 1470. — Sparer August, I n n r a i n 30, Handel mit Kühlmaschiuen usw., 7. 8. 1941, Z l . 5469. — Sparer August, I u u r a i u 30, Agentnrgewcrbc, 5. 8. 1931, Z l . 14097. — Sparer Roland, Egcrdachstraße 25, Kühlanlagcnherstellcrgc>ucrbc, 18. 12. 1952, Z l . 11030. — Volgger Andrä, Spcckbachcrstrahe 8, Klcidcrmachcrgewerbe, 22.' 4. 1924, Z l . 5660. — Fritz W i l helmine, Gutcnbcrgstraßc 10, Damcnschucidercigcwcrbe, 11. 1. 1951, Z l . 196. — Vuembcrger Joses, Eggc'r-LicnzStraße 94, Gcrüstleihanstalt, 28. 7. 1948, Z l . 5600. —Winter Franz, Dreiheiligcnstraße 36, Agcnturgewcrbc, 13. 10. 1921, Z l . 19771. — Vederla Wenzel, Roseggcrstraßc 19, Kleidermachergewerbe, 1. 2. 1922, Z l . 1948. — Tschmclitsch J o hanna, Völser Straße 9, Agcntnrgewerbe, 25. 10. 1932, Z l . 13821. — Hefel K a r l , I n g . , Schöpfstraßc 27, Handel mit allen im freien Verkehr gestatteten Waren, jedoch mit Ausschluß der im § 38 Abs. 5 Gew.-O. aufgcsührlcu Artikel, 21. 5. 1931, Z l . 8398. — Hefel K a r l , J u g . , Schöpsslraßc 27, Agcuturgcwerbe, 21. 5. 1931, Z l . 9371. ^ Mang Johann, Deutsches Heim 7, Vermittlung des Kaufes, Verkaufes uud Tausches, Pachtung, Vcrwaltnng von Gebäuden, Verpachtung von Realitäten nnd Vermittlung vou Hypothekardarlehen, 6. 8. 1936, Z l . 1194/4. — „Gebrüder M i l l e r G. m. b.H.", Kochstraße 6, Metall- und Stahlschlcifer- nnd Galvaniseurgcwcrbe, 29. 3. 1938, Z l , 3666. — Liener Adalbert, Goethestraße 2, Zimmcrmcistcrgcwcrbe, 23. 6. 1906, Z l . 33099. — Zahn Fritz, Hcrzog-Fricdrich-Straße 19, Handel mit allen im freien Verkehr gestatteten Waren mit Ausschluß vou Lebeus- und Futtermitteln, 30. 12. 1919, Z l . 34204. — Kästner K a r l , J u g . , Auichstraße 4, Vanmcistergcwcrbe, 2. 8. 1949, Z l . 9261. — Oberegger Ioscfinc geb, Habichcr, Mariahilf 7, Wäschereigewerbe, 30. 4. 1917, Z l . 6778.

Verzeichnis über die beim Stadtmagistrat Innsbruck im Jänner 1954 ausgestellten Gewerbescheine bzw. Konzessionsurkunden Schenkel Hildegard geb. Lackner, Schöpfstraße 21, Danicntleidermacherhandwerk, Z l . 1-11716/53 vom 4. 1. 1854. — Dipl.-Ing. Arch. Achammer Alfred, Blasius-HueberStraße 6, Handel mit Möbeln, die nach seinen eigenen Entwürfen von befugten Gewerbcunternchmnngcn hergestellt wurden, 1-6943/1953 vom 4. 1. 1954. — Hasclwanter J o hann, Erzh,-Eugeu-Straße 39, Haudclsagcutnrgcwerbe, 1-10863/1953 vom 4. 1. 1954. — Holzkuccht Rolaud, A u drcas-Hufer-Straße 16, Tischlergewerbe, beschräutt auf Fußbodcuschlcifcn, 1-11546/1953 vom 4. 1. 1954. — Horuich Emmerich, Höttiuger Gasse 21a, Landmaschinenbaueihaudwcrk, 1-46/1954 vom 7. 1. 1954. — Knausedcr Ludwig, Wilhelm-Greil-Strahe 12, Einzelhandel mit Obst, Süßwaren, Gemüse, Flaschenweinen sowie Obst- uud Gemüsekonserven, 1-12169/1953 vom 7. 1. 1954. — Stillebachcr Franz, Vlasius-Hucucr-Straße 8, Handclsagcntnrgcwerbc, 1-12234/1953 vom 7. 1. 1954. — Slillebacher Franz, BlasiusHuebcr-Straßc 8, Kommissiouswarcnhanocl, beschränkt auf wärmetcchnischc Apparate uud Maschinen uutcr Ausschluß von elektrischen Gcbrauchsgcrätcu, 1-12234/1953 vo,n 7. 1. 1954. — D i p l . - I n g . Heinrich Schuster, Bruckncrslraße 9, Handelsagcntnrgcwcrbe, I-I0778/1953 vom 7. 1. 1954. — Kehle Anna, Riedgasse 23, Großhandel mit Reiseandenken und Vijoutcriewarcn, 1-11963/1953 vom 7. 1. 1954. - Gänzer Audreas, Hungerburg Nr. 20, Haudel mit Häuleu und Fellen, I-I2373/53 vom 11. 1, 1954. — Papck

Josef, Gabelsbergerstraße 37, Handelsagentnrgewerbe, 1-12133/1953 vom 11. 1. 1954. — Langer Hermann, Müllerstraße 11, Großhandel mit Tafelglas, 1-106/1954 vom 11. 1. 1954. — „Milchhof Innsbruck, reg. Gen. m. b. H." D i p l . - I n g . M a r t i n Haidl, Innsbruck, Straßcuparzcllc 3028, KG. Pradl (Leipziger Platz), Gast- uud Schant'gcwerde in der Betriebsform ciucr „Milchgaststätte", 1-11486/1953 vom 11. 1. 1954. — Fa. „Igler-Stilift-Gcs. m. b. H.", Josef Gstrcin, Innsbrnck-Igls, Talstation des „Hlg-WasserSkilifts", Gast- und Schankgewcrbc iu der Bctricböform eines „Buffets" § 16 lit. d), c), 6) uud l) der Gcw.-O., 1-11920/1953 vom 12. 1. 1954. — Trübl Naimuud, Haller Straße 105, Spcditionsgcwerbe, Zweiguicdcrlassuug vou Wicu V., Anzeugrubcrgasse 19,2, I-1236<»/l953 vom 12. I. 1954. — Dciseubcrger Harald, Gutenbergstraßc 7, Einzelhandel mit Süß- nnd Kondiloreiwarcn, Honig, Brot, sowie N e i n jeder Sorte uud gebraunten geistigen Getränken in handelsüblich verschlossenen Gefäßen, I-12371/I953 vom 12. 1. 1954. — Grubcr Heinrich, Lcopoldstraßc 32, Fabrils. mäßige Erzeugung von Lederwaren (Vcrkaufönicdcrlage von Salzburg, Wciscrslraßc 6 c), 1-10139 1953 vom 12. 1. 1954. — Haas Klara, Kirschcntalgassc 26, Eiuzclhandcl mit Lebeus- uud Geunßniittelu, Wasch- uud Putzarlilclu sowie mit Büudclholz, 1-226 1954 vom 12. I ä u u c r 1954. — Scharrcr Johalni, Tcmplstraßc 17, Maler« (Zimmermalernnd Ansireicher-) nnd Lactiererhandwcrk, 1-12172/1953 vom


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dcr V'audcol'auplftadt 12. l. 1954. „Kraftwagcu-Vertriebs-Gcs. m . b . H . " , Steiner Andreas, Adamgasse 3, Handel mit Kraftfahrzeug qen, deren Ersatzteilen und Z,ubehör, I-I33 1951 .ici vom l!l. l, 1954. Waldhör Ru!h, Maximilianstraße 3, EinzelHandel »lit textile,, Nohstoffeu, Textilwaren uud Bekleidung sZweiguiederlassung von Neutte/Tirol), 1-12170 1953 vom 18. 1. !954. - - Obcregger Josefiue neb, Habichcr, Innsbruck, Schießangergasse 2 niit einer weiteren Vetriebsslätle im Standort Innsoruck, Mariahilf 7, Wäscher- nnd Wäschebnglrrhandwcrk, 1-318/1954 vom 19. I. 1954. - Höllwöger Albert, Karmelitergasse 9, Handel mit Stahlrohr- und Garteumöbeln sowie Drahlwareu, 1-11192/1958 von, 19. 1. 1954. Vraua Ludwig, Pfarrplatz 11, Einzelhandel mit Büromaschinen, 1-107/1954 vom 19. 1. 1954. — Falschluugcr Ludwig, Iunsbrnck-Igls 20, Tapeziererhandwerk, I.K,l/1954 vom 19. 1. 1954. — Kocher K a r l , Muscumstraße 28, Herrenkleidermachergewerbe, 1-345/1954 vom 19. l. 1954. — Knauer Anton, Ing,-Etzel-Straße (Bogen Nr. 31), Landmaschinenbauergewerbe, I-388/I954 vom l9. 1. 1954. — Baumgartl Edgar, Anzengruberstraße 5, Haudclsageutnrgcwerbe, 1-11575/1953 vom 19. Jänner 1954. — Palfcifer Arthur, Trciheiligenstr. 1, Tapeziererhandwerk, 1-480/1954 vom 21. 1. 1954. — Pölzl Christine, Schöpfstrafte 25, Weberhandwerk, 1-6362/1953 vom 21. 1. 1954. — Tusch Emma geb. Hancl, Innsbrnck-Mnhlau, Hauptplatz, Friseurhandwerk, 1-109/1954 vom 21. 1. 1954. — Hetzenancr Josef, Prinz-Eugen-Straße 72, Großhandel mit Kurzwaren, Wolle, Wirk- nnd Galanteriewaren, 1-247/1954 vom 21. 1. 1954. — Unterthiner E m i l , Salnrner Straße 7, Zahntcchnikerhandwerk, 1-483 vom 21. 1. 1954. — Fa. „August Sparer, Kommanditgesellschaft", Edmund Sparer, Gnmppstraße 36, Handel mit Kühlmaschinen, Kühlschränken, Waagen, Küchen-, Schneid- nnd Hanshaltsmaschinen sowie deren Bestandteilen nnd Zubehör, 1-443/1954 vom 23. 1. 1954. — Fa. „Augnst Sparer, Kommanditgesellschaft", Nolano Sparer, Egerdachstraßc 25, Herstellung von Kühlanlagen (Kühlmaschiucnmechanikergewerbe gem. 3 16 Abs. 2 Pkt. 24 der Gew.-O.), 1-443 36/1954 vom 23. 1. 1954. — Fa. „Angust Sparer, Kommanditgesellschaft", Edmund Sparer, Gumppstraße 36, Handelsagentnrgewerbe, 1-443 all/1954 vom 23 1. 1954. — Noßmeier Johann, Höttiuger A n 26, Verkauf von Giften und den znr arzneilichen Verwendung bestimmten Stoffen und Präparaten, insofern«: dies nicht ausschließlich den Apothekern vorbehalten oder hiefür nicht eiue Konzession nach § 15 Abs. 1 Pkt. 14 a der Gew.-O. erforderlich ist, 1-12236/1953 vom 25. 1. 1954. — Noßmeier Johann, Höttinger A n 26, Gemischtwarcn-Einzelhandrl, beschränkt auf die i n einer Drogerie üblicherweise geführten Artikel, 1-12236 aä/53 vom 25. 1. 1954. — Fa, „Stabilo-Transportbehälter Ges. m . b . H . " , D r . Roland Zarwasch, Grillparzcrstraßc 8, Verleih von Verpackuugsmaterial, 1-44^1954 vom 26. 1. 1954. — Ebner Simon, Ing.«Etzel°Straße sViadnltbogcn 157), Landmaschinenbauerhaudwerk, 1-678/195! vom 27. 1. 1954. — Tcrschinzen.za M a r i a geb, Prem, Krauebitten 6 .1, Gemischtwarenhaudcl, 1-706/1954 vom 27. 1. 1954. - Ostermaun Johann, B»rggrabcn 31, I m - und Exporthandel ohne Beschränkung ans bestnmnte Waren, 1-484/1954 vom 27. 1, 1954. — Lchner Johann, Maria-Theresien^Straße 42, Einzelhandel mit Pelzwaren, 1-635/1954 vom 27. 1. 1954. — Stibernitz Karl, A m Noßsprnug 12, Uhrmachcrhandwerk, 1-251/1954 vom 27. !. 195!. - Lössler Arthur, Wilhelm-Greil-Straßc 16, Privalgeschäfl^vermilllung, 1-11958/1953 vom 27. 1. 1954. - Nllmauil Ernst, Annas 7, Waguerhaudwerk, 1-638/1954 vom 27. 1. 1954. — Gratzer Manfred, Lindcugasse 10. Handel mit Einrichtnngsgegcnständen, Apparaten und incdizinisch-chirllrgischcn Geräten, die speziell bei Zahn» ärzten und Dentisten Verwendung finden, sowie mit zahnärztlichen Materialien, insoweit dies nicht an den großen

Befähigungsnachweis gebunden ist, 1-384/1954 vom 27. 1, 195l. Pichler K a r l , Langstraße 17, Schnhmachergewerlie, l-12008'53 von, '_",', l, 1954.

Abkürzungen: Ä - Bad, >i>, Sft - Tpei<', ^

>la!_'inetl, Kü Zimmer.

Küche,

l Zimmer, Küche, Zulichör: Brnnner Karl, Schneeburggasse l/II. gegen 2 Z i , 1 Ka, 1 Kü. - Fröhlich Hcrinann, Gramartstraße 16 K, kleines Hänschen, gegen 1 Zi, 1 Ka, 1 Kü. — Hampcl Friedrich, Erzherzog-Eugcn-Straße 46/11. gcgeu 2 Zi, 1 Kü. - - Kaiuberger-Santner,^) Schlachthofgassc 12/IV. gegen 3 Z i , 1 Kü. — Schaggl Roman, Amthorstraße 53/P. gegen 2 Z i , 1 Kü, SV, N. — Schrcmpf Iosefine, Schnlgasse 12/1. gegen 2 Z i , 1 Kü, Sp. B. 2 Kabinette, Küche, Zubehör: Ertl Franz, Premstraße 22/P. gegen 2 Zi, ,1 'Ka, 1 Kü, Bad, 1 Zimmer, 1 Kabinett, Küche, Zubehör: Matzl Ewald, Grillvarzerstraße 6/IV. gegen 2 Z i , 1 Ka, 1 Kü, SP, Bad. — Nuctz Erwin, Sebastian-Scheel-Strasze Nr. 6/P. gegen 2 Zi oder 2 Ka, Kü, Sp, Bad. - - Watzdorf Ekkehard, Amthorstraße 42/P. gegen 2 Zi, 1 Ka, Kü, Bnd. 2 Zimmer, 5tüche, Zubehör: Nanth Heinrich, Pradler Straße 25/1. gegen 2 Z i , 1 Ka, Kü, — Leitner Alois, Pfarrgasse 1/1. gegen 1 Z i , 1 Ka, Kü, B. — Bär Maria, Amraser-See-Straße 21/P. gegen 2- -3 Zi, Kü, B, ruhige Lage, oberstes Stockwerk.

Baugenehmigungen Mariahilfstraße 50, Alois Höfer, Errichtung eines M a l e r ateliers. Kravoglstrake 19 c, I n g . Josef Hoftpichler, Wohnhaus m i t 2 Garagen, 3 Wohnnngen. Leopoldstrahe 57, Fa. Elbak, Elektrobedarf, Akkn-Laderauin. Freisingstrahe 3, Anton Andratschke, Errichtung eines A n baues. Vauerugasse 1, M a r i a Bauer, Betriebsanlagegenehmigung. Herzog-Friedrich-Strahe 31, M a r i a nnd Josef Ortner, Umban. Krauewitterstrake 24, Anton Rudolf, Unibauarbeiteu. Inustraße IN und 10 a, Johann Schweiger, Wiederanfbau, 8 W. Leopoldstraße 18/St., Ednard Linser, Gefolgschaftsraunl. Lcopoldstraße tt2, Hubert Prachcusky, Kleingarage. Eadrach 5, D r . Georg Mayrhofcr, Dachkapfers. Allcrhciligenliöfe 11m, Leo Fasser, Einfamilienhaus, 1 W . Ichullcruslras;e 11, Verta Matzler, Errichtung eines A n baues. I«a,.-Tia.l-2tras;c !l<», Nudulf Hauer, Ebenerdiger Anbau. Faltslrcchc : l l . Mag. Adolf Brcncr, Kleingarage. Lcupoldslraße 5>l, Geschio. Hinller, Wiederaufbau des Woftnl,a»seö, 10 W. Anichstraste 9, D r . Erna Tauschinsly, Autobox.cn. Fürslenwcss I i cl, Joses Hutler, Fabrikgebäude mit Wohnhaus, 2 W. Leopoldstraslc 5>2, Hermann Eheri, Wohnhauswiederanfbc», Kl W, Halter Strafte <Nl, Österr. Armatureugcs., Anbauerrichtung, aße 23, F. M . Tarbuk, Einfriedung.

") Zusätzlich zur Wohnung in Innsbruck würde noch eine Wohnung in Taalscldcn, Lcogangstraße 2W/P., bestehend ans 1 Zi, 1 Ka nnd 1 Kü, geboten.


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Nummer

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Verleger, Eigentümer und Herausgeber: Die Stadtgemeinde Innsbruck. — Verantwortl. Schriftleiter: Dr. Karl Schadelbauer, Innsbruck. Rathaus, Zimmer Nr. 190. — Druck: Felizian Nauch, Innsbruck.

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Ausgabe Feber 1954

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