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Jänner I952

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5. Jahrgang

Bürgermeister Dr. Greller in Paris I m Lanfe des Monats Dezember 1951 hatte Bürgermeister D r . Grciter zweimal Gelegenheit, in Paris mit verschiedenen Mitgliedern der M N P . ( ^ l o u v e ment repu!)Ii(.'2ln p«pu1aire — Nepliblikanische Volkspartei), welche, der Österreichischen VolksPartei vergleichbar, die konservative M i t t e in Frankreich darstellt, in Verbindung zu komincn. I m Znge dieser Besprechungeil wnrde er anch voi: ^triegsilliilister Georges Bidanlt nnd Staatssekretär im Anßenlllinisterinm Atoritz Schmnann empfangen. E r hatte Gelegenheit, init beiden Politikern über verschiedene Verhältnisse i n Österreich zn sprechen, wobei naturgemäß anch die mit der Besatzung zusammenhängenden besonderen Fragen eine Nolle spielten. E r konnte beiden Ministcrn eine Abschrift seiner Denkschrift vom 20. J u n i 1951 an die französische Mission für T i r o l nnd Vorarlberg sowie den weiteren Briefwechsel, Wohinmgsfragen betreffend, überreichen. Anch der frühere Minister für die besetzten deutschen und französischen Gebiete, M r . Alain Pohcr, der, so wie es i n Frarckrcich üblich ist, trotz seiner hohen Btellnng anch hellte noch Bürgermeister von Adlon ist, zeigte sich besonders für Tiroler und Inusbrncker Fragen sehr aufgeschlossen nnd interessiert. I m Lanfc des Monats Dezember fand auch die Iahrestagung der Bürgermeister von Frankreich nnd der Übersee Gebiete statt. Dr. Greller erhielt die E i n ladnng, an der Tagnng tcilznnehmen nnd tonnte an der Seite des Vorsitzenden dein Verlauf der Vcrhandlnngen folgen nnd die (^rüsze der österreichischen l^e meinden überbringen, ^ n Pnleanx., einer im Westen Paris' gelegeneil Stadt mit zirka -ll).l>W Einivoh ncrn, die eine sehr starlo Indnstrietäligkeit anfweisl, fand in den Nänmen des Gemeindehanses die Sitzung des Verwaltnngsansschnsses der „Internationalen Bürgermeistervereinignnq für dentsch französische Verständignng nnd die Aunähernng der Europäischen Völker" statt. Diese Vereinigung wnrde im Jahre 1918 voll Schweizer Bürgern ins Leben gerufen; bc kannt ist, daß der verstorbene Bürgermeister D r . M e l zer bei der Iahrestagnnq ! 9 l 9 am Biirgenstock in der Schweiz ein vielbeachtetem Neferat halten konnte. Die Vereinigung geht von dem Gesichtspunkte ans, daß

die Annäherung der Völker nicht von oben her dekretiert werden kann, sondern aus der Bevölkerung selbst entspringen mnß; wer wäre dazn geeigneter als die Bürgermeister, die den. engsten Kontakt mit der Bevölkerung haben nnd die in Notzeiten, wenn alle übergeordneten Ncgierungsstcllen — sei es durch Verkohrsschwierigkeiten, sei es ans sonstigen Gründen, — iil ihrer Tätigkeit stillgelegt find, Staat und Land vertreten müssen. Ob ili, Frankreich, Deutschland oder bei nns, die Gemeinde, ali der Spitze der Bürgermeister, blieb immer in solchen Notzeiten die letzte Znflncht nnd Hilfe für alle Bürger. Der Vereinigung, deren letzte Iahrestagung im September 1951 ill Locarno stattfand, gehören bereits eine große Anzahl maßgebendster Bürgermeister von Westdeutschland nnd Frankreich an. Wir branchen nur Namen aufzuzählen wie: Bürgermeister Dr. Nenter, Berlin, Bürgermeister Dr. Klc'tt, Stnttgart, Bürgermeister Dr. Kolb, Frankfurt a. M., Bürgermeister Busen, Bonn, Bürgermeister Wimmcr, München; ill Frankreich der bereits genannte M i nister Poher, derzeit Vorsitzender der Intern. Nnhrbehörde, Bürgermeister Montgascon, I^a I'löcke (Obmann der Vereinigung der M N P . Bürgermeister), Henri Vergnolle, früherer Vorsitzender des Gemeinderatcs von Paris, usw. Am Montag, den 10. Dezember 1951, beschloß der Verwallnngsansschnß dieser Internationaleil Bürgermeistervereinigung einstimmig, der Einladung der Stadtgcmcindc Innsbruck zn entsprecheil nnd die nächste Jahresversammlung im Sommer !!>5^ in Innsbruck abznhalten. Die Stadtgemeinde Innsbruck darf somit Heuer eine große Allzahl deutscher, französischer, italienischer und Schweizer Bürgeiüieislrr nnd Politiker in ihren Manern begrüßeil. Sämtliche Besprechungen in dem VerwallnngKansschnß zeigten das Bild einer erfreulichen Übereinstimmung iil allen grnndsätzlichen Fragen. Daß die

französische Gastfrenndschast sich anch 'hier wieder im bekannten Lichte zeigte, insbesondere die (Gemeinde Pnleanr. alles ansbol, nm den Anfenthalt in Paris den kästen angenehm zii gestalten, sei anch an dieser Stelle erwähnt und herzlich dafür Dank gesagt.


«Keite

Amtsblatt der Landeshauptstadt Innsbruck

Nummer

Aus dem Gemeinderat A m 20. Dezember trat dor Gemeinderal zu seiller letzten Sitzung im Jahre 1951 zusammen. Bürgermeister D r . Grcitcr eröffnete die öffentliche Sitzung mit einem Nachruf für den im Oktober im Alter voir 55 Jahren plötzlich verstorbene!: ehemaligen Gcmciudcrat Alois Stolz. Außerdem drückte Bürgermeister D r . Grcitcr feine Mückwünsche G R . Pettaner znm 50. und G R . D r . Seykora zum 30. Geburtstage aus und beglückwünschte GR. I n g . Händl, der einen: schweren Anwunsall heil entronnen war. ^)tach einem Rückblick auf die Arbeit des Gemeinderates i m Jahre 1951 gab Bürgermeister D r . Greiter bekannt, daß S t R . Äiaier in der gegenständlichen Sitzung durch Kurt Zeidlcr vertreten werde. I n einer Anfrage an den Biirgcrmeistcr nahm G N . D i p l . - I n g . Roschc gegen den' Platz Stellung, aus welchem der Friedhof in I g l s entstehen soll. I n seiner Erwiderung stellte Bürgermeister D r . Grciter fest, daß eine Besprechung mit Vertretern von I g l s stattgefunden hatte, daß aber dcr Stadtrat nach Besichtigung des Geländes eine Änderung des Vcrdannngsftlancs nicht vorschlagen könne. G N . Kaiser erinnerte an den Antrag, den sie in ei>ler früheren Gemeinderatssitznng gestellt hatte, die Wohnnngsnchcnden der Stadt statistisch zn erfassen, wobei Personcnzahl der Familien, Alter und Geschlecht der Familienmitglieder aufscheinen sollen. Bgm..Stello. Süß wies darauf hin, daß die verlangte Statistik wertvoll wäre, aber eine znsätzlichc Aufgabe des Wohnungsamtes bedeute nnd nicht unbedingt notwendig sei, weil dcr wenige Wohnraum auch aus Grnnd der vorliegenden Unterlagen vergeben werden kann. E i n Antrag der G R . Kaiser und Gen., die im Jahre 1948 vom damaligen Chef der französischen Besatzllligslliacht, General Bethouart, der Stadt für den Wiederanfban znr Verfügnug gestellte M i l l i o n Schilling für die Errichtung des Killdergartens, verbundcn mit einem Tagesheim, i n : Pechegartcn zu verwenden, wurde den: zuständigen Ausschuß zugewiesen. G R . Napoldi und Gen. beantragten Weihnachtszuwendungen für die Kinderheime Holzhain und Mariahilf, G R . Hagleitner und Gen. Weih nachtszuweuduugcu für die Insassen des ObdachlosenHeimes. E i n Antrag, darüber die Debatte zu eröffnen, fand keine Mehrheit, worauf der Bürgermeister zum erstell Antrag erklärte, daß er die Möglichkeit prüfen werde, die elleruloseu Kinder der Heime besonders zn bedenken. Bürgermeister D r . Greiter gab bekannt, daß eine Zwischenbilanz über die Tpeudeu für die Opfer der ilberschwemmuugeu in Oberitalicn mit 29. Novem der 1951 die Beträge von 203.25!;.— Schilling nnd 5'.».<>:'0 Lire ergeben, hat. Nach längeren Aussührnn gcn über den Stand der Lcbensmitlelversorgnng schlug cv vor, die Beantwortung von Anfragen, die in frü hcveu ^itzuugeu gestellt lvlirden, bis zur Gemeinde ratssitznng ilber den Voranschlag zn, verschiebeil. Auf eine feiuerzeitige Allfrage des S t N . (Camper gab Bürgermeister D r . Greiter eiile Erklärung übcr die

Pacht des Gasthauses „Bierwastl" durch die österreichische Volkspartei ab. Es folgten Anträge des Stadtrates. Ein Grundvertauf au Balline ister A. Fcllner, die Erwerbung des Wörle Grlllidstürkes ill der Roseggerstraße lourden gelichmigt, eine!» Nlickstellnugsvergleich über das Schelichcnstnel'sche Waiselchalls zngestimmt. I l l der Frage der Auflösung des Landgutes Neichenau beantragte G N . Gcyr, die freiwerdendeu Gründe, solocit sie nicht verballt werdeu, all Ballerll lorilermverpachtcu, loogegen Vglll.-Stellv. Flöckinger dafür eintrat, daß die Gründe sür Bauzwecke erhalteu bleibeil. Die Allgclegellhcit wurde zurückgestellt. E i u Vorschlag der Tiroler Gemeiunützisseu Wohllllllgsball- llild Siedlungs-Ges. m. b. ,s?. sur deil Bau von !i0 Wohuiingen wlirde gebilligt. Null den Brown-W'0veri-Wcr'kcn Ux'rdeii für städtische Wohnungen 80 Elektroherde E K W . angekauft. Der Gemeinderat genehnligte nachträglich die Platzordnung für die städtischen Sportplätze. I m Hinblick ans die noch schwebendeu Beratuugeu des Fiuauzalisschusses über den Voranschlag 1952 wnrde ein Vudgetprovisorilim bis 3 1 . Jänner 1952

beschlossen.

F ü r das J a h r 1952 wurden die Richtlinien für die Vergnügungssteuer festgesetzt. Nach längerer Aussprache wnrdc die Iahresrechuung 1949 für die HoheitOvcrwaltuug einstimmig, für die Stadtwcrke mit Mehrheit angenommen. Nach der Bcwillignng einer Reihe von Nachtragskreditcn, uuter denen jene für das Landesthcater, für die Vorarbeiten zn den O l y m pischen Spielen, die l900 in Innsbruck stattfinden sollen, und für Modelle des Stadtbauamtes eine längere Aussprache auslösten, wurde dell Vorschriften über die Nänmnilg vou Abort-, Klär uud Sicken gruben, die Beförderung von Jauche und Stallmist nnd das Ansgieszen voll Jauche im verballten Stadtgebiete zugestimmt. Ebenso wurden die Fleischüberbeschauorduung, die Hunoestenerordnuug lind die Gctränkestenerordnung beschlossen. Ein Znsatzanlrag, der eine Begünstigung für die Getränke ill Sanatorien illld Klankenhäufcru betraf, lourde dem F i nanzansschuß znr Übcrprüfnng zugewiesen. Auf Antrag des Verkehrsansschnsses wnrde das Fahrverbot in der St. N'ikolalis Gasse alifgehoben nnd der Einbahnverkehr in der Richlnng oon Westen ilach Ostell zilgelassen. F ü r das Befahren des Müllergäßchens in M ü h l a n mit lalldioirlschaftlicheil Traktoren können Ansnahmegenehlnigttngen erteilt U'erden, wenn die Anhänger eine bestimmte Höhe und Breite nicht über schreiten. Auf Antrag des ^anansschnsses wnrden die ^eil bcbauungsplä'ne für Arzl liild den Saqgcn sowie mehrere Ausnahmen vom Banverbot lind Verrin gerung der vor^eschriebeneil Vorgarlentiese beloilligt. An die öffentliche Tihnng schloß sich eiile knr;c vcr trauliche an. Beide Tihnilgeil dauerten zusammen l fiiilseill'halb Stnilden. Pz.


Nummer

Amtsblatt der Landeshauptstadt Innsbruck

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Ewffmmq dcr crstcn ^nnsbrilckcr Licdlnnqsschnlc Von Magisnat^rat D r . Hermann '!vci Wer »nl anfüiertsamen blicken die gebiete von Innsbruck dllrchstreift, wird h das; in unserer Stadt in den letzten Jahren in den Naudgebieteil die Bail nnd Siedlnngstäligleil schl stark zugelioinmeii hat. l^ailz besondere trifft dies ini Gebiete von Wilteuberg, Ivieiltlberg und Lieglaiigcr zn. Dort wurde »licht nnr der Milze Berghang ober halb des.Gasthofes Peterbrünnl Vollständig verbaut, sondern anch der Geländestreifen zuüscheil Avlbevg bahil nnd dem v^lül ist besonders i>n Jahre !'.»'>! mil vielen ileueil Hausern besiedelt worden. F ü r das Stadtschulamt entstand iiun das driligeude Bedürfnis, die i n einer während des zweiten Welt krieges erbauten Baracke untergebrachte zweitklassige Notschille weiter auszugestalten. T o Nmrde null ini Herbst 1!150 niit dcili B a n der Sieglangcrsckule begonnen. Der E n t w u r f hiefiir lehnt sich an Schweizer Porbilder an u>rd ist als sogenannte „wachsende Schule" gedacht. I n Anlchnnng ali die zicnllich niedrigen Siedlungshäuser hat man es vorgezogen, auch das Schnlgebändc der Umgebung anzupassen und die vier geplanten Klassenzimmer samt Kindergarten und den UntersnchnmM'aum für die Mütterberatungsstelle i>l ebenerdiger Bauweise herzustellen. A m lì. Dezember 195)1 sand mm die feierliche Eröfsuuug des ersten Bauabschnittes (ein großer Klasscn-

',ioei ^l'ebeinaumc nnd die Eingangshalle) >>eiv>! Bürgernieister D r . Greiter statt. I m d^v iicueu Bestrebliilgen Nnirde diese Tchnlc ü,el,r !ül! ^cljülbänten, sondetü m,! freiem gestühl, besiehend au<' tischen uud Stühlen, ausgestattet. Durch diese verschiebbaren (iinrichtnngsgegeiislände besteht nnn die Äiöglichkeit, die Anordnnng der Tische nnd Ttühle zii verändern je nach A r t der Unlevrichwstnnde. Als Schulwaudtafel wurde eine neue Type iu Vern'endnng geiiomineil, welche mit großen Zeitenklappflugelli anögestattet ist nnd sich auch in bestimmten Grenzen ails- und abschieben läßt. Die Bankosten beliefen sich ans 8 3 M.000.—, jene der Einlichtnng ans 3 29.000.—. Durch die Fertigstellung dieses ersten Bauabschnittes ist es möglich geworden, schon jetzt ini Siea.lana.er eine vierklassige Volksschule (zwei Klassen in je einem Schnlzimmer) einzurichten, so daß sich die Kinder der ersten vier Schnltlasseu in Zntnuft nicht mehr ans den weiten Weg in das Stadtinnere begeben müssen. Z u m Abschluß sei dem Wunsche Ausdruck gegeben, daß diese Schule, wie geplant, in jedem Jähre ein neues Klassenzimmer erhält, bis der vom Pädagogischen nnd technischen Standpunkt aus unerwüuschte Wcchseluntcrricht in dieser Schnle in längstens zwei bis drei Jahren unterbleiben kann.

Johannes Amberg Gründer des Taubstummeninstitutes, Bischof und Gcueralvikar Das Lebensbild dieses snr T i r o l so bedeutungsvolle!! Manues, dessen Gestalt anläßlich der Wiedertehr seines 150. Geburtstages nnd seines 70. Todestages näher gerückt zu weiden verdient, ist in turnen Zügen folgendes: Geboren ill IlMsbrnckMtariahilf, Innstraße 43, alii ätt. Jänner ll^0^ als Sohn eines Bäckermeisters, getauft auf dell Namen Johann I g n a z , besuchte er nach Vollendung seiner Gymnasialjahrc das theologische Seminar in Brixen a. E., wo er am 19. Dezeiu ber I t t ^ l von ^'ürstbischof K a r l ^ranz Grasen von Lodron znm Priester geweiht wnrde. (5r trat hieranf als Kooperator in die Teelsorge nnd machte bis znm Jahre l l ^ t t Dienst in Ar.ams und in seiner Heimat Pfarrei Mariähilf. Als überans strebsamer I n n g Priester begab er sich hierauf znr weiteren Ansbildnng iiach Wien, wo ihli gar bald der Anftrag seiires Bi fchofes erreichte, sich nebenbei anch im Tanbstnmmen Wesen gründlich vorzubereiten, um nach Abschluß der Wiener Studien die Lehrerstelle in der in Tirol ;n gründenden Tanbstummenanslalt übernehmen zn können. Amberg kehrte, nachdem er bereits im J u n i ,1830 niit großem Erfolg seine ^achprüfnng abgelegt hatte, nach B r i r e n zurück. Dort eröffnete derselbe am 2 l . Dezember eben erwähnten Jahres im sogeuami ten Auenhanse — auch Dal Niohaus genannt die

tirolischc Taubstummenanstalt mit sieben Zöglingen. Die hiefür nötigen Eiiirichtiingsgegellstäilde bettelte der mit großer Hingabe beseelte M a u u , landaus und landab ziehend, zusammen und tat als Lehrer alles für die ihn: znr Erziehung und Ausbildung anvertrauten armen Kinder. A m 12. November 1835 übersiedelte er mit seinen Tanbstummen von Brir.cn in das Solebadgebäude zu. Hall, wo er bis zum Jahre 1838 als Direktor fungierte. Wohl als Anerkennung für seine großen Verdienste um die (hründnng der Taubstummenanstalt wnrde der eifrige Priester am 25. Ailgnst 1837 zum Stadtpfarrer nnd Dekali von Hall ernannt. I n dieser Eigenschaft behielt er die Oberleitnng der Anstalt in seinen Händen. Erst nachdem er l 8 l 5 als Stadtpfarrer von S t . Jakob in Innsbrnck einzog, mnßle er, wenn anch schiverei! Her ',eii'>, von seiner Arbeitsstätte, die ihm in sozialer, eariialiver nnd schulischer Hinsicht gar viele Kräfte abverlangt hatte, scheiden. Amlberg stieg aber noch zii höheren Ehrenposten ans; er wurde k. k. Schulrat, 181'.» Ehreudomherr an der Brixner Kathedrale, 18<;3 iilsul. Dompropst nnd l8i»5> Generalvil'ar snr Vorarlberg nnd Weihbischof von Briren mit dein Titel eines Bischofs voll Enropns. B i s zii seinem Hinscheiden bewahrte Bischof Amberg das regste vantereste sur die durch ihli ins Leben gerufene Anstalt nnd nahm noch


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Amtsblatt der Landeshauptstadt Innsbruck

nut prende am 23. J u l i 1^7tt dio feierliche Weihe dos Grundsteines zum gegenwärtigen vergrößerten I n stitutsgcbäude iir Mils vor. Tor Kirchenfürst, dor sein Lobeu ganz dcr Gottes und !)iächsteuliobo goschcnkt hatte, vorschiod zn ^-oldkirch am lft. Äcärz !<^^2. Wenn dio Stadtgcmcindc Innsbruck ihrcm Sohne

Nummer 1

in nächster ^oil an soinoin Geburtshanso oino Godonttafcl auzubringcll gedenkt, so spricht sic zugleich dcu Dank des Landes Tirol aus, dem Bischof Iohauucs Ambcrg lctztcu Eudcs iu so hcrvorragcudcr Wcisc gcdionl hat. «..,,, . ,,., , . ^ Wllhclm EpPachor

Benjamino G i g l i singt am 19. Dezember 1951 in Innsbrnck Als wir am 18. Dczcmbcr nachmittags zu vicrt am Iuusbruckcr Hauptbal)ichof anftragsgculäß Vcujamiuo Gigli cnoartctcn, loarcn wir cigcntlich fohr üborrascht. Dcr Inusbruckcr Hauptbahuhof, dcr schou Empfäugc von „Größcn" verschiedenster Art erlebt hatte, war damals öde und leer, und kein Schwärm von Verehrern war da, um den großen Meister der Töuc zu empfangen. Doch dcr Schncllzug von Mün chcn kam bald an, Gigli bcgrüßte uns herzlich auf unseren Willkomm, nnd wir begleiteten ihn in seiu Hotel. Weich 'bei der ersten Aussprache fiel uns allen seine von allen nnangcnchmcn Starallürcu freie, Persönliche Liebenswürdigkeit auf. Da dcr Meister vou dcr langen Ncise aus Westdeutschland ziemlich übermüdet war, bat er, von größeren Veranstaltungen abzuschcu, da er nur den eineu Wunsch habe, sich als würdiger Sohn dcs italienifchen Vaterlandes zu zcigeu und sich ans sein Konzert vörzubcrcitcu. Nach ciucni tlcineu don Land nnd Stadt gegebenen Empfang im Hochhaus am folgenden Tage kam abends der große Augenblick heran. Beniamino Gigli saug seit scincm lchtcu Auftrctcn in Salzburg im Jahr 198^ crstmal^ wieder iu Osterreich, u. zw. iu Tirols Landeshauptstadt. Eine festlich gestimmte Menge drängte dem Theater zu, so daß die ohuehiu ziemlich verstärkte Polizei größte Mühe hatte, in dem mit Autos vollgepfropften Ncnnwcg cincn Durchgang für die Besucher freizuhalten und dcu stürmischen Andrang ans alle Eingänge dcs Thcatcrgcbäudes zu bändigen. Viele begeisterte Anhänger des großen Sänacrs mußtcn lcidcr nmkchrcn uud mit dcr Nund fnnkübcrtramma. vorlicb uchmcu. Und nuu bcgaun der große Meister fein Konzert — ich trat hinaus iu die kalte Dezcmbernacht und in die trantcn Gassen der Altstadt. Da wurde ich auf einmal gewahr, daß dcr machtvollc Zauber vou Beniamino Giglis wundervoller Stimme nicht haltmachte au den Türen

des Theaters. Gigli saug heute uicht uur drinucu im Raum ciu Daukeslicd für die vieleu Inusbrucker. und Tiroler, welche scincu durch dic Flutcu dcs Po bcdräugtcn Laudslcutcn in übcrraschcud sclbstloser Art gcholfcu hattcu, er sang hcutc auch durch dcu Rundfunk nicht auf Tonbändern und Schallplattcu, sondern mit seiuer wirklichen Stimme für arm uud reich, für jeden, der ihn hören wollte und der die Macht der Töne auch ohuc Kenntnis fremder Spracheu verstaud. Dcun lvu ich auch hinkam, aus Gasthäuseru, aus Fenstern und Türen, überall hörte ich au diesem Abend dic wuudcrvolle Stimme mit jcncr cinidringlichcn Kraft, loic sie nnr U^enigen Sängern dieser Welt zn eigen ist. Gar uiauch ärmliches Mäuulcil^ wurde ich gewahr, kas wie in Al^dacht versunken in den Gaststubeir lauschte. Eiu weinseliger Alter tastete sich vorsichtig aus einem Kaffehans und flüsterte leise voll Stolz: „Pst, Herr, heute singt bei uns dcr Gigli!" — Vor Schluß dcs Konzertes trat ich noch rasch ins Theater zurück und erle'bte die noch nie in dieser elementaren Wncht gezeigte Begeisterung eiues hingerissenen Publikums, unter welchem sich natürlich zahlreiche Landslcntc dcs Sängers befanden. Es mag jemand zur Knust stehen wie er will, dieser Abend erbrachte doch noch den Beweis, daß wirklich große Kunst auch heute noch imstande ist, ehrliche Begeisterung zu crwcckeu und den Alltagsstreit vergessen zn lassen. Wie schön war es doch, daß ein so großer Künstler wie Gigli in so rührend einfacher Art sich für die nachbarliche Hilfe uuscrcr Landslente bedankte uud versprach, mit Hilfe des italicuischcu Konsulates, wclchcs dic Aufführnug crmöglichtc, im ncncn Jahre wicdcrzukommcn und allc östcrrcichischcn Landcshanpistädtc mit scincr Knnst zu beglücken. Dr. Hcvnimm Ncitmcycr

Knnstmaler Alfons Dum Von Hngo Allein Ein ganz bcschcidcncr, in allcr Znrückgczogcnhcit schaffcndcr Künstler unserer Vaterstadt möge mit diesen Zcilcn cin N^cuig au dic ^sfcntlichkcit gcrückt wcrdcu, zninal dcr Gcnauntc gcgciNvärlig infolge cincs unheilbaren Lcidcns, das ihm bci cincin Boni bcnangriff im Dczenlber 194-1 zugcfiigt wurdc, fast gänzlich au dic Stubc fciuer im vierteu Stocklverk des Kohlegger-Hauses der Altstadt gesogenen Wob

nung gefesselt ist.

Alfonö D n m, Äca^istrats Amlsvat i.N., ist ani 4. August 1««3 iu Matrei a. Br. als Sohu des Josef nnd dcr Anna Dnm, gcb. Grabcr, zur Wclt gckoiumon, Scinc EI lorn lau ftcu bald darauf das „^cchtl^ loirlshaus" am Mart'tMibcu zu Innsbruck und bctrculcu dicscs altbckannlc Gasthaus vom Iahrc l^.>1 bis 1907. Dcr Vatcr stammte aus einer alteu Mct^ gorfamilio in Hall i.T., zum „Stubler" genannt, soino Mnttor cittsproß aus der Tchmiedfaniilie Andrà


der Tandes 14. Jahrgang

19 51

Alphabetisches Inhaltsverzeichnis lvis rĂśmischen Ziffern geben die Rlimmer, die arabischen Ziffern die Seite des Amtsblattes an>

Verleger, EigentĂźmer und Herausgeber: Die Stadtgemeinde Innsbruck Druck zelizian Rauch Innsbruck


Nmcrika, Als Gcsnndheitöpflegerin in — X, 4 Angercr Eduard, Der Frcmdcuvertclir in ^nn^bruck I!)48—1!>5N II, 2; I!!, 2 — Dir ordentliche Volkszählung am !, ^»ni I!>7>I IX, 1 : X, !l

3a»a, Lronhard, Biographie Lan'ine» in nnd nin Innsbruck Len^e Herman», Eine interessante soz. Stiftung au<' der ^<il!c des 1!>. Jahrhunderts

Va»genehn>ignngen V, !) ; VI, 7,: VII, «^ VII!, 7: IX, 7 ^ X,«l XI, 7 : XII, ? Bekanntmachnng (Aendernng der Ladenschlußzciten) V, l» Blnmcnstadt, Innsbruck cine — IV, l> Nrixen, 105U Jahre — X!, 2 Buudcsrealgymnasinin für MNdcheii, Geschichte des ^

Mangutsch Nudes', Magistintodirettor, Abschied von Bürgermeister Dr. A, Mclzer >l >. !i Marktordnung der Landeohanplsiadt Innsbruck V!, I, ü ^ , ^ . Anton, Bürgermeister, Gedciikredc für den s Buu^ desPräsidenten Dr. Karl Reuucr 1,1 ^.'^rla^chi, ^nr Vrl,n»nern!ui dc^ ^av, ^rancc^'o X I I , l>

(ssortsg. u. Schluß)

IX, .'>

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^ ' , ' l <>.<-?>—« ^ ^ <Vielrich, Pfarrer Tonnmtus — gestorben

VI « XI, 2

^ ^ ^ <-?> - ^ i .^^-^ ^ >-.< r >> c. i. Hgcrt ^ranz, .Tas Statistische Handbnch der LandesHauptstadt Eyrcnqräl'er der Stadt Innsbruck Eppachcr Nilhelin, ^eonhard Lang, ein grußer Wohltäter Innsbrucks — Lawinen in und nin ^nnsbrnck . — Innsbruck, eine Blumcnstadt — Otto Nnßbaumer, dem Erfinder des Radio — Hausgehilfeil'Veteranen in Innsbruck — ?as l^ipfeltrcuz auf dcr Hohen Warte — Wie Pradl seine erste Schule und seinen Widum erhielt — Tas Fahrradwesen in Innsbruck — XI,:;: — Innsbvncker Weihnachtsbräuche

Nenerscheiünnqen siir Innsl'riul ,» , >'

I>. 11 ^ !>!, 11 ^ IV, «I V, 10! . ' . 5

?lns;bauiner Otto, Erfinder des Radio ,, . , 1, 3 XI, 1 I, <i l i ! , tt IV, lì V, <! VI, 5 VII, 7 IX, A X, 5 XII,:i XII, 2

Fahrradwcsen in Innsbrntt ssleischnmrktordnung der Landeshauptstadt Iunsbrml , . docking« Hans, Gedenkrede für > Landeshauptmann Tr, Veißssatlcrcr — Gedentredc für den s Vnrqer.neister Dr. Mclzer. . . ^renidenverkchr in Innsbruck 1!)4«—1l)50 I I , 2; — Gedanken über nnscrex -

X, 5 IV, !) ! l, 1 III, 1 I I I , li VI, 2

G.meindcratssitznnneu I, l ! I I , I ; I>>. 1 ! IV, 2 ; V, 1 ; V I I , ^ ! VIII, 1 : X,2 '^ipfeltreu,; auf dcr Hohen Warte VII, 7 Git Greiter, D Dr. F Franz - , IInnsbrucks s b c k s nenss'wählter ählt BürgerBürg meister IV, 1 ^ ^ ^,,. „, , > ^ ^<^ « Hausgehilsen Veteranen in Innsbruck ^ ^ ^

1, s> Ill, ^

i7s i7 VI, 5

V, <ì

P m d l , Wie .^ seine erste Schule und sein Widnni evhielt

IX, 3

Napoldi Martin, Stadrat, zum «bedeuten X, I ^»allian^gcbändc. Tie Geschichte des Innsbrucker — X I , .'5 : XII, !j Nenner klarl, Vundespräsidcnt, Nekroluq 7... I, 1 Rcttüieyer Hermann, Der Wiederaufbau desstädl,^nqendhrrbergbclricbrs in Innsbruck VII, 1 Niicaboiia Theresa, Als Gesundheitc'pflegni» i» Ainerita X, 4 , ^,h^elba«er 5larl, ^nnobrucl ^>r !<><) Jahren <Stadttundlichc Beiträge) I , « : 11,10; III.K»^ IV,»^ v,7^ VII 5 ' VIII, 2 : IX 5 X, 7 ^ XI, «!^ X! l, 4 — Pfarrer Tominikus Dietrich gestorben XI, 2 ^ Innsbrucks Tchenkcnlicder ' XI!, 4 ^ ,^^. ^ , ^ , ^ ^ , ^ . ^ ^ ^ ^ram'e^o Morla.chis XII, !> ^ Cchenkenlieder Innsbrncker ^ X, I, 4 I H ^ H,>^ ^ ^ ^ ^ ^>z,^> ^ ^ , ^ . , „ ^ s ^ „ ^ Widmn erhielt IX, !j Cportehrenzeichen der Landeshauptstadt Innsbruck s^atunia) Vili 7 ^ , ^ ^^^' Sp^lplat), Vestimmnnssen, , , . . . . . . . . . . . IV, .'i — Platzordnmiss Statistisches Handbnch der Lande^hanptstadt Innsbruck Stcineggcr Fritz, Die Geschichte des Vunocsreal^mna' ^ , ' ^ ^ . ^ ^ ^ ^ ^ . ^ ^ „ Schluß)

tlntermüller ,nnns, Stadtrat Äiartin Rapoldi znm Gc> " , ' ^ " deiiken

IV, 5> !, !! II, s,

^ , X, 1

VII, 1 Voltszählung vom I, VI. 1l»5,l. licttl Dietmar, »bedanken iiber unsere» Fremdenverkehr V l , Körner Theodor, neuer Bnndespräsident VI, Kundmachnng des Amtes dcr Tiroler Landesregierung I I , 9; IV, — zur Wahl des Bundespräsidenten IV, — zur Kartoffelkäfcrbckämpfung IV, — über Speiseeis Vl, — über Parkanlagen VI!,

2 I 5 2 l> 7 «

IX, I ; X, 3

Weihnachtsbräuche, Innsbruckcr — WeihuaclMscicru in dcn städt. Heimen Wcißgattercr Alfons, Landeshauptmann, Nekrolog Wiederaufbau des städt, Jugendherbergbetricbcs Wohnlanschangcbotc V, 7 ; VI, l> : VII, 7 ; IX, ? 1 X, «'.

XII. 2 X>>, I > >, I VIl, I X I . 8; Xll, »


Nummer 1

Amtsblatt der Landeshauptstadt Innsbruck

Graber ans ^iciüml,,- ihr ^nke! N'ar der bekannte Bildhauer Andrä (Araber in ^nnsbrnck, nnd dessen Urneffe 'Alfons Graber war Professor an einer M i t telschnle in Wien und lebt heute als Kunstmaler in Steinach. Ein bereits verstorbener Binder Dnms N'.ir '1>iitglied der Sängervereiilignng „Woltenslei n e i " und als ^cnndav!di(l,!er und Bortvagsmeisler sehr bekannt und belieb«. Alfons betätigte sich nacl, abgeschlossener Schnlbil dnng eine Zeitlang ini Geschäft seines Vaters, fand aber keinen (Gefallen daran und beschloß, die Künstler lansbahn ;n betreten, da er schon von Kindheit an in größter Znrückgezogen'heit sehr viel gezeichnet — Landschaftsszenen waren es znmeist — nnd sich so als Autodidakt herangebildet hatte. Z n diesem Zlvecke suchte er den Maler Hayet in Dachau bei Äiüuchen ans nnd war ein Jahr lang bei ihm tätig. Hayek war hauptsächlich Tiermaler, er arbeitete mit seinen Schü lern meist im f r e i e n , nnd bei ihm bildete sich D u m besonders in der Landschaftsmalerei aus. Hier von Dachan ans bot sich dem jungen Knnstbeflissenen anch einmal die günstige Gelegenheit, mit dem Altmeister Dcsregger in Berührung zn konuncil. Thcrcsc P r a n t l , die berühintc Nainersängerin, die viel im Gasthaus „^echll" verkehrte, empfahl ihn Defregger, nnd so snchte D n m ihn einnial ini nahegelegenen München ans nnd legte dem Professor auch einige Zeichnungen vor, der sich sehr lobend über seine Arbeitcn ausdruckte und ihn mit folgenden aufmunternden Worten entließ: „Machen Sie nur so weiter, dann werden Sie sicher etwas erreichen!" I n I n n s brück absolvierte D n m noch ein J a h r lang einen Akt knrs bei Toni Kirchmeyr, nnd znlctzt war er zwei Jahre lang Schüler des Romantikers Hugo G r i m m , dessen S t i l nnd Methode für ihn weiterhin für sein ganzes Kunststreben richtnnggebend nnd entscheidend wnrde, und er erreichte seinen» Meister, nach dessen eigenen Worten, gar bald. 1994 mußte der junge Künstler auf drei Jahre zu deu Tiroler Kaiserjägern einrücken; aber anch in dieser Zeit rasteten Pinsel nnd ^edcr nicht, denn er wnrde einige Male von knnstbegeistertcn Offizieren seines Regimentes gebeten, sie das Zeichnen zn Ichren, welchen Wünschen er stets bereitwilligst nachkam. Ein mal mnßte er sogar für einen Offiziersball in Salzbnrg ein großes Nnndgemälde in Tempera anfertigen, das eine japanische Landschaft darstellte und allenthalben bestaunt wurde. Auch mnßte er seinem vorgesetzten Leutnant, W. Gleißenberger, Malslxnden geben, der später ein bedeutender Maler in I l a l i e n wnrde nnd im ersten Weltkrieg gefallen ist. Nach seiner Militärzeit mnßie fich D m n mii eine Anstellung nmsehen, denn,znm reinen Künstlerbernf fehlten anch ihm Une fo vielen anderen Tiroler Kunst lern die finanziellen M i t t e l , nnd so nahm er eine Stelle im Stadtmagistrate als Beamter an. Diesem diente er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 195>l), nachdem er anfangs in der ^ ( i l i l ä r f a n ^ e i , dann im

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Meldeamt ülid schließlich un Gmierbereferat tätig war. Nebenbei aber zeichnete nnd malte er nnanshörlich, verhielt sich aber der Öffentlichkeit gegenüber sehr zurückhaltend, Endlich entschloß er sich hervorzutreten und stellte einige Federzeichnungen (Stilleben) aus-, die im ^ n nnd Anstände großes Interesse fanden nnd anch gekauft wurden, l ü l ^ überreichte er eine ^ederzeichnnngskopie von Defreggers Gemälde „ A n dreas Hoferö Abschied zn M a n t u a " Erzherzog Ellgen, der das B i l d bereitwilligst entgegennahm nnd dem Künstler dafür durch seinen Adjutanten General Hönninger eine prachtvolle goldene Taschennhr überreichen ließ. Erst als D n m seinem Meister l^rimln seine ersteu Ölgemälde gezeigt halte, über welche sich dieser äußerst lobend aussprach, rückte er auch mit verschiedeneu Ölbildern an die Öffentlichkeit. G r i m m verabschiedete den Schüler nach beendeter Lehrzeit mit folgender Anßerung: „ N u n habe ich I h n e n nichts mehr zu sageu, arbeiten Sie fleißig weiter, dann werden Sie I h r Ziel erreichen." I m Jahre 1925 wnrdc D n m in den Künstlerbnnd „Heimat" aufgenommen nnd er beteiligte sich an den verschiedensten (hemäldeansstellnngen des I u und Auslandes; so sandte er im gleichen Jahre in die Ausstellung der Tiroler Künstler nach Gelsenl'irchen und andere rheinisch westfälische Städte folgende Ö l gemälde: „Dämmernng im Walde", „Der Abenteurer", „Jugeudlaud" uud „Madouna im Walde". „ I n g e n d l a n d " erregte in Düsseldorf großes Aufsehen uud wnrde daselbst fänflich erworben, nachdem es anch in Velhagen nnd Klasings Monatsheften erschienen war. Andere Werke dieser Zeit waren noch „Waldstndie" und „Waldmärchen", welch letzteres vom Dürcrbund in Nürnberg angetanst wnrdc. D n m ist ganz i m Sinne seines Lehrers nnd Vorbildes G r i m m angesprochener Nomantiker und betätigte sich hauptsächlich auf dem Gebiete der D l - , Aqnarell- und Temperamalerei sowie der Federzeichnung. Die Maltechnik hat er besonders in den verschiedenen Galerien und Knnstsalons von München herangebildet, seine Lieblingsmeister waren EagcrLienz, Defregger nnd Grützner. Dabei ging er stets seine eigenen Wege nnd hielt sich vollkommen frei von den damals viel gepriesenen Kunstströmnngen. Er drückt dies selbst aus in einem Begleitschreiben, das er einmal mit seinen Bildern zn einer Ansstellnng nach Deutschland sandte nnd welches zugleich auch als Beweis sin des Künstlers große Bescheidenheit gelten mag: es heißt da: „ I c h bitte die J u r v , meiue Bilder möglichst gnädig zn benrteilen, da sie der modernen Malerei vollends fern stehen, jedoch meine innersten Gefühle zwingen mich dam, diesen Weg zn gehen." Hoffen Nur, daß Meister D n m in seiner stillen Abgeschiedenheit doch noch trott seiner schweren Körperbeln'uderuua die Kraft ausbringt zu weiterem künstlerischen Schaffen.


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Dr.

Innsbruck vor hundert Jahren Jänner 1852: 1. wird der tägliche holzverkauf im hiesigen holzgarlen am prügolbau von den k. k. Vohörden auf ein „gewisses nicht zu überschreitendes Huantum festgestellt und >die Vostiminung des den einzelnen Parteien abzugebenden Holzbc^darfes" dem Magistrat übertragen. — gibt Bürgermeister Dr. cllemann bekannt, daft das „Anternchmon, durch Neischaffung wohlfeilen Türkens gegen übermäßiges Steigen des Getreidepreises anzukämpfen und die hiesigen klomen und Dürftigcil mit wohlfeilem Mehle zu versehen, vielseitige Teilnahme gefunden" habe. 9. findet bei überfülltem Saale eine musikalisch-deklamatorische Unterhaltung statt, lderen Ertrag zum Ankaufs von holz für die Nrmen verwendet werben soll. Der „Vote" schrieb hiezu u. a.: „ . . . die jüngsten Jahre haben auch hier die gesellige Ordnung und Verhältnisse erschüttert und manchen Zwiespalt in den Gesinnungen der Vürger erzeugt' es sind manche der guten und der bösen Tage vorübergezogen und der Wechsel der Zeiten >hat auch hier seine ßittige geschwungen- — L i n e s aber ist in Innsbruck unverändert geblieben, und ^das «line ist die B a r m h e r z i g k e i t . Sie leuchtet mild >und san,ft, gleich einem unwandelbaren Gestirne am Zenit dieser S t a d t . . . " 15. weist Kaiser grcmz Josef einen betrag von 5000 Gulden für den Reubau des Hauptschiesistandes unter der Aeldmglmg an, das; „kein Anspruch mehr auf einen Nauplah zur Schieftstätte im k. k, hofgarten gemacht werde."

— wir!d der Oberst des Kaiserjäger-Regimenles l i . v. Vurlo zum Generalmajor ernannt und nach Linz versetzt. 2L. veröffentlicht der „Vote" eine längere „Würdigung der Kuhpockonimpfung", in der der ungenannte Verfasser u. a. schreibt: „Run find seit der «Einführung der Kuhpocken--3mpfung 55 Jahre uorslosfen lind das Vertrauen darauf hat, besonders seit einigen wahren, mohr ab als zugenommen ,Ich will mein Kind nicht impfen lassen, weil Kinder dadurch krank werden', oder ,Ich halte nichts von der Impfung, »weil doch auch schon Geimpfte Vlattern bekommen haben', dies sin'd die Antworten, mit denen man Impfärzten immer öfter entgegenkommt." 21. wird der Reügionswhrer am Gymnasium Josef Greuter vom Unterrichtsministerium nach bestandener Lehramts« Prüfung aus dem Lateinischen zum wirklichen Gymnasiallehrer ernannt. — wird im Oberpostdirektionssekrelariat das ftoft» und c5isonbahn-Routon-Vuch samt Abersi6ils>karle um vierzig Kreuzer verkauft. — erscheint die Vokanntmachung des Statthalters über die Einhaltung der Polizeistunde im Druck. Nein«, Vierund Kaffeehäuser halten danach um 12 Ahr nachts zu schlieften. 22. wird die Oper „Der Prophet" von Meu,erbeer erstmals liier aufgeführt. Die Kostüme wurden nach Mustern der pariser Kostümbilder vom Garderobier Lambock sunter Direktor N i l h . Lisipert) neu gefertigt. Wegen ider groften Ankoften wurden die Eintrittspreise erhöht' ein Sperrsitz kostete 1 GI., eine Parterreloge oder eine 1. Ranges für 4 Personen 4 GI. 48 kr.

Baugenehmigungen hörtnaglsicdllmg 3, Sporer Herd., Errichtung eines Wohnhauses,, 1 Wohnung.

Nozner Platz, Stadtgemeindo Nbortanlago,

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ßarwendclstrasle 6 und 8, Nmt der Tiroler Landesregierung, Wohnhaus-Misstockung, 4 W. zifchorstrafto - zriedhofallce, kimt der Tiroler Landesrogic-

tzöttinger

Dr.

Karl

und M t u r

Kohlegger,

Nu 95, Robl ßranz, klnbau.

Dr.-6tumpf-6tlafto 8, 3ng. Kleinhans Walter, anlage.

Votrieds-

Sioglanger 145, pfarruikariat Mentlberg, ilrrichlunlg eines Kinder-Jugendheimes. Nrz! 265 a, Kolder 3osef, Nnbau. Oabclslicrgerstrcche 2?i, Renner Karl, Wiederaufbau, 4 W. Xandobhauptjchieststand Umgebung 13, Dir. Öeinz, Ambau bzw. Erweiterung. Nozner Platz 6, ßa. Scmperii, Lagerraum. Mühlonweg 9, 5)iesmal)r Hans und Inge, Wohnhaus mit Garage, 1 W. AUihlcnwog I I , Dipl.-klrch. M a ^ r Otlo, Wohichaus, 1 W, Sailorgajle 16, Hürdas Karl, Wiederaufbau-PIanänderling. ltloftergasjc 2 - 4 , Innsbrucker Verkehrsbetriebe, Lagerschuppen. Graftmaurstrafte 2 a, Math.» Ollo. Nnbau an das Werkstät tengebäude.

Innsbruck,

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rling, Wohnliausneubali, 14 W. Müllorstrasio 26, Sladlusarrkirche, vachgeschosiausbau. Ing.-6igl-6trafte 23 und 25, Köpf Nnton, Errichtung eines VerbindungÄiaues. klndroas-hojcr-Strafto 31, Stern Mma, Dachgefchoftausbau, 1 W. vogoliveiderstraste 20, Jug, Katzenderger, Wohnhausneudaii, 1 W, Vrirner Strafte 4, Geschwister Vaur, Wicderausbau p!an> änderiinq. Maria Clierozien Slrccho 11, Nummel Waller, umbau. Miichstrasze 27, oirnler ^lNidegreqieriinq. Wiederaufbau, 0 W. Marimilianstrafte 19, Inq. 5r, Sc!,,ieederger, ssu»dau einer Werkstätle. Vill 48, Jug. Sc!,olz Rud,, l5ii!>l,m!>ie„hm,s, I W. I n n r a i n 2 7 - 2 9 , c?,ro>er Grap!,ik, plananderung.


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1 Küche, Zimmer und Zubehör: !.<ur> !N^!>!, ^^,!,e>^I>^i q^! s!>^,j>e >>>, I^irt., gegen 2 Z!, Ka und Kn, ftradl, Sagge,,, 1 Zimmer, Kabinott und Küche i Ndolf ,^'ang, Innrain 17, 2, St,, gegen 3 bis 4 Zi, Ka, Kü, Zentrum oder Wüten. - Hermann Klotz, Speckbucherstrafte 49, 1, 6t,, gegen 3 Zi, Ka und Uli, Willen, i^ Zimmer, Küche und Zubehör: Berla plöderer, Menügasse d, 3, Sl,, gegen 2 Zi, Kü, Willen. i^ Zimmvr, Kabinett, Küche, Zubehör. Maria Wearer, 2iennnieg 34, hp., gegen 3 Zi, Ka, M i und Und, Saggen. — Joses Icrgousklj, Deutsclies heim 13, Part., gegen 2 bis 3 Zi, M i , Saggon. 3 Zimmer, Küche und Zubehör: Heinrich tausch!, cilaudiastrafte 14, 1. St.. gegen 2 Zi, Kü linid Zubehör, Stadtteil egal. llusmärtigc- Taulchpartncr: Dora Schwarz, Bad Ischi, Kaltenbachstrafte 4, 1. St. l4 Zi, 1 Kü'1, gegen gleichwertige Wohnung in Innsbruck leu. auch kleinere). — Hans Aaldaus, sselss, Siidliroler Strafte 34, 1. St. l4 Z>, Nu, Aad), gegen 3 uis 4 Zi, Mi und Aad, Mietzins bis 8 3 0 0 . - .

Neuerscheinungen fur Innsbruck „125 Jahre Ziegelei M a u r - 1826 bis 1951." Von Dr. Memens R(. Maur- im Seldswerlag der ßirma. Nachdem erst im vergangenen Jahre die ßamiüengeschichte der alten Innsbrucker handelssamiüe Kapserer erschienen ist, bringt gleich das beginnende heurige, ebenfalls in reichbebildeler Nusmachung, jene der Bau- und Ziininermeistersarnilie Joses klnton Nlalzr anläftlich des 125jährigen Bestandes ihrer Ziegelei. Der Verfasser, Dr. Klemens Malir, einer der besten Siegel- und Wappen-Kenner Tirols — selbst der Familie angcihörig —, hat diese die Stadtge^schichte wieder erheblich bereichernde klrbeit ne^ben seiner Berufs« tätigkeit und der recht mühsamen Vollendung des von tiustos lionr. Kischnaler hinlerlassenen letzten Vandes des Tiroler Wcipftenschlüssels zusaminengestellt. Wenn der ursprlingliche Sih der ßainiüe ancl) !v!nn war, so darf sie heute, nachdem sie seit dein hosziminermeister Hans ( I I I ) Manr l.1644-17211, der Stadl Innsbruck eine stattliche 3veihe uon Bausachlelilen geschenkt hat, wohl als reine Innöbrucker Familie gewerlet werden. M i t Matthias Man.r, der 1733 als Inwohner und Sladtziminermeister auf« genommen wurde und fich 175Z —1770 beim umbau lder Hofburg beteiligte, lieft sich die Kamille dauernd in Inns« brück nieder. Besondere Bedeutung erlangte Joses (III.) Mal>r ll?91 —1854), der 1826 an die srbauung eines Zie» gelosens schritt, 1841 das Nutzungsrecht am höttinger Steinbruch erwarb und der gröftte Bauunternehmer der Stadt war, Vermutlich ist dies auch jener I . Meijer in Mühlan, an den der berühmte Vorkampfer für den Bau des Si!0)k(!nales, Mois u. Regrelli, den im „Innsbrucker Oeschichtö'Mmanach 1948" lSeite 40 tt,j uerossenllichten Brief lwm ?. Nugust 183? über einen anfälligen Balniblui geschrieben hat. Der zweite Teil der klrbeit ist der Geschichte der Ziegelei gewidmet. Sieben ganzseitige slbbildnngen und eine Stammtafel ergänzen die fleiftiqe Arbeit,

„Orvste Kunstwerke Tirols." Von Otto u. Tullerolti- Inn» Verlag Innsbruck, 1951. 215 Seiten, preis 3 48.90. Der Verfasser bemüht sich in 1? Studien, uon denen er einige zuerst als Radiouorträge bekanntmachte, eine» grö< ßeren Kreis auch nicht kunsthistorisch geschulter ^eser mit der Schönheit und den Schicksalen grofter heimischer Kunstwerke bekannt zu machen. Dankenswerterweise hat er darunter auch mehrere ausgenommen, von denen man ge» wohnlich kaum erfährt, wie Z. B. die Burgkapelle von hocheppan, die Wandgemälde uon Schlosi Lichtenberg im obersten Vintschgau und die Monatslbilder im iidlerturm Zu 3rient. ßüns tüufsätze behandeln Innsdrucker l<unstwerke, nämlich Schloft klmbras, das Goldene Dach!, die klnna« sanie, die Wiltener Pfarrkirche und Mbrocht Dürers Stadt« ansicht. I n der letztgenannten Studie weift Lutterotti u. a. auf das Madrider Selbstbildnis Dürers von 1498 hin und wirst erstmals die interessante §rage auf, ob dessen als Hintergrund gezeigte Landschast nicht der Blick uon Mosern gegen das obere Inntcil sein konnte? Weiters meint er, dast die, links uon der Innbrücke dargestellte «Nttoburg „uielleicht aber ursprünglich doch die älteste Stadlnwlnning der Nn< dechser, die Burg dos Stadtbegründers Vtlo uon Nndcchs i!l,^>, allem Volksglauben" war. Unter Nusierachllassung liller linderen Gründe musi aber zweifellos angenommen werden, daft sich gerade Otto u, Nndechs ein ^ur Vorlei« digung des neuerworbenen, politiscl) Iiocljwichtigen Jim« Überganges wehrlechnisch mogliclisl q»nlliges Gebäude errichtete, und dies musNe slnsnnislulirls i>er Briicke liegen, denn erstens zeigt dann ein über die Brücke einsallender ßeind die schildsreie Seite gegen die B u r g , zweitens mün< dete ungefähr bei der Westecke der Burgaiilage l ^ Ann« kasernei der Zn,flust für den Wassergraben vom I n n her ein, der so uon der Burg aus überwacht lind verteidigt werden l'mmle, i,i,d drittens konnte eine durch üochwasser fortge-


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rissime Brücke einen oberhalb liegenden Vaii nicht mehr beschädigen. Das Auch ist mit zahlreichen, schönen Abbildungen bestens ausgestattet un>d es bleibt nur zu wünschen, das; unser heimischer Kunsthistoriker weitere derartige Beschreibungen tirolischer Kunstwerke verfaßt und herausgibt. 8. Schadelbauer „Vergbauornbuch". Von Aniu-Prof. Dr. Hermann Wopf ner- 1. Lieferungi „ N i e der Tiroler Bergbauer seine Heimat gewonnen hat",' Tljrolia-Verlag, 1951) preis 5 63. — . Der Verfasser, der beste Konner des Tiroler Volkslebens, will in diesem seinem Lebenswerk, das er „ i n alter Liebe Zum Bergbauorntum und im Gedenken an seine bergbäuerlichen vorfahren dem Tiroler Bauernstand zugeeignet" hat, das wirtschaftliche Leben des Tiroler Bergbauern, das ja meist besonders hart ist, in Vergangenheit und Gegenwart schildern. Er behandelt dabei mit dem deutschen auch das ladinischo Bauerntum Tirols. Das gesamte, auf zwei Bände aufgeteilte Werk soll in elf Lieferungen erscheinen, von denen die eiste hier vorliegt. Sie ^beantwortet die 5^ge nach der Entstehung der Aergbaueonhöfe in fünf Kapiteln, nämlich: Anfänge der Siedlung- deutsche Landnahme und erster Ausbau- der Ausbau des Landes bis zum 14. Jahrhundert- von M u t unld Kraft des Bergbauern bei der Eroberung der neuen Heimat und der Ausbau des Landes in der Zeit nach dem 12. Jahrhundert. Die nächste Lieferung so» von der Teilung der Güter und Äberuölkerung handeln. Besondere Anerkennung verdient das dem eigentlichen Teile vorgestellte Schrifttumsuerzeichnis, das auf 45 Seiten 831 Arbeiten aufzählt. I m Terte selbst fällt, was viele Leser vorziehen, das Kehlen langatmiger Anmerkungen auf,' diese sind auf nur vier Seiten am Ende dos Ruches angefügt.

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43 ebenso schone wie lehrreiche Abbildungen vervollständigen diese, überaus wertvolle Reuerscheinunig. Möge os dem greisen, aber ungemein rüstigen Verfasser beschieden sein, die Herausgabe aller elf Lieferungen selbst vollenden zu können! K, Schadelbauer Unterwegs. Lebenserinnerungen von Josef Weingartner 196 Seiten, in halbleinen gebunden 8 38,50, Verlag Deliziali Rauch, Innsbruck. Der Verfasser dieses hochinteressanten Buches, der nun schon über 30 Jahre als Proost in Innsbruck wirkt und sich wohl in allen Kreisen der Bevölkerung einer allgemeinen Wertschätzung erfreut, schildert hier in acht überaus an» sprechenden Abhandlungen, meist in einem gemütlichen plaudert»», die wichtigsten Kapitel seines inhaltsreichen Lebens. Nenn auch Teile davon aus anderen Veröffenlli« chnngen einigermaßen bekannt sind, so werden die Loser diese volkstümliche und in allen Teilen sehr aufschlußreiche Zusammenfassung dieser Lebenserinnerungen, die sich wie ein Roman losen, doch dankbar begrüßen. Was am Buche am meisten fesselt, ist das Offenbarwerden eines großen Lebenskünstlcrtums- aber auch das Lebenswerk des Nissen« schaftlers, Schriftstellers und Theologen übt auf den Leser starken Eindruck. Sicher ist, daft kein Tiroler unseren Erd« lei! ckuropa sausgenommen Rußland und England) auf dem Gebiete der Kunst und Kultur besser kennt als Nein« gartner, der die vielen Länder kreuz und quer, manche mehrmals, durchmanldert und bereist hat. Die einzelnen Ka< pitel behandeln: Die Jugendzeit, Üücher lgemeint sind des Verfassers Lcchr- und Lernbücherj, die Schriststellerei, Kunst« gcschichte, Wanderschaft, Bergfahrten, von Wirten und Weinen und die geistliche Laufbahn. TNit Ehrfurcht und nicht ganz neidlos blickt der Leiser, wenn er am Ende des Buches angelangt ist, zum Autor auf. W, Eppacher

Stadtwerke Innsbruck Elektrizitätswerk Gaswerk Wasserwerk Gärtnerei Nordketteubahu Illttsbrucker Hotel-A.-(H.

Verleger, Eigentümer u. Herausgeber: Die Stadtgeineinde Innvbrint ^eronlw, Schriftleiter: Innsbruck, Rathaus, Zimmer Ar. 190. Oruck: Heü^iai! Rauch, I m

l)r. Kar! Schadelbauer,


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