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derLandesnauMM Innsbruck ! t I c i t n » ^ !

N a t l> a u

,vcrnspreckcr N r . 6 3 7 1 / 1 l ) 0 Juni

Nummer 6

14. Jahrgang

l95l

Nachfolger des verewigten Bundespräsidenten Di-. K a r l Renner ging in der Stichwahl vom 37. Alai d. I . der Bürgermeister der Bundeshauptstadt Wien l)i-. I». o. Theodor K ö r n e r als neuer Bundespräsident hervor. Lin freund seines Vorgängers, wird der neugewählte Bundespräsident den verdienstvollen Weg, den ! > . Renner in schwerster Nachkriegszeit sicheren Schrittes begangen hat, unbeirrbar weiterversolgen. N i r wünschen ihm eine segensreiche Tätigkeit zum Wohle Österreichs und seines schwer bedrängten Volkes.

Die Ergebnisse der beiden Präsidentenwahlen für die Stadt Innsbruck lauten: 1. M a h l g a n g am 6. M a i 1951: Gesamtsumme der abgegebenen gültigen und ungültigen Stimmen Summe der ungültigen Stimmen: Summe der gültigen Stimmen:

. 57.903 1.334 56.569

Di-, Burghard Breitner

30.1 I I

Gottlieb ßiala I),-. s)einrich Gleiftner Luoovica hainisch Dr. l^. c, General Theodor Körner

2.232 17 060 43 17,088

Dr. Johannes Ade

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2. W«lilc,ang am 27. M a i l951i Gesamtsumme der abgegebenen gültigeu und ungültigen Stimmen Summe der ungültigen Stimmen! Summe der gültigen Stimmen: Di-. Heinrich Oleihner D i . Ii. c. General Theodor Körner

, 57.460 5 192 52.268 25.23? 27.031


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Amtsblatt der Landeshauptstadt Innsbruck

Gedanken über nnseren Fremdenverkeht: Von Dr. Dictiiiar Kettl Jedes Freilldcllvcrkehrsgebiet kallll lliit einem Gar ten, verglichen werden, der, wenn er i n den Erntewo chcn reiche Frncht tragen soll, gut bestellt gehört. Groß ist die Mühe und Sorge, die die private I n i t i a t i v e ulid die öffentliche Hand für die Ausgestaltung des Stadtbildes und der Betriebe, mit denen der Reisegast zu, tun hat, aufwenden, und w i r alle können uns an dei: ans dieser Aufbauarbeit sichtbaren Formen laufend erfreuen. Dies allein aber genügt nicht; es gilt immer wieder, den Reiselustigen i n dell vielen Ländern diesseits und jenseits der großen Wasser die landschaftlichen Schönheiten, die Zeugen hoher K u l t u r und inhaltsreicher Geschichte sowie die Annehmlichkeiten, die sie hier erwarten, aufzuzeigen Es ist dies die Aufgabe der Propaganda — eine Arbeit, die am Platze, gleich dem in die Erde eindringenden Dünger, nicht i n Erscheinung tritt. Nachdem ich schon des öfteren Gelegenheit hatte, ausführlich über den Ausbau, die Struktur uud das Volumen unserer Propagandalnaßnahmen zu sprechen, so möchte ich heute das Angcnmcrt der Leser auf das spezielle Kapitel der Werbung, die Propagandareife, lenken. Meine erste Propagandarcife im Anftrage des Vertchrsvercines I n n s b r n c k — I g l s und Umgebnng führte vor Beginn der Wintersaison 1950/1951 zum Besuche von 84 Reisebüros in Zürich, Paris, London, Brüssel nnd Luxemburg. I m Verlause der zweiten Propagandarcisc hatte ich vom 19. A p r i l bis 13. M a i 1951 142 Büros in Vtnttgart, Frankfurt, Brüssel, Antwerpen, den Haag, Amsterdam, Hamburg, Bremcu, Hannover, Düsseldorf nnd Köln zn bearbeiten. Welchen Zweck haben eigentlich diese Propagandareifen? Öfters wurde diese Frage an mich gerichtet nnd, nachdem sie anch in dell Rahmen dieser Ausführungen fällt, möchte ich darauf folgendermaßen antworten: Es erweist sich als zweckdienlich, dell persönlichen Kontakt zn den bedeutenden Büros herzustellen und dnrch Vorträge und Aussprachen i n deli Direktionen der Reisebüros und mit den Bnchungsbcamten, die Wirkung des übersandten Propagandamatcri'als zu untermauern und ihn:,, wenn ich es so nennen darf, eben dnrch das Wort mehr Leben zn geben. Wiederholt konnte Managern, die für die Reisebüros die Rciseprogramme auszuarbeiten haben, für nnsereu Nanm nützliche Anregungen gegeben werden, die in der Form der Bclebnng der Vor uud Nachsaison einen Niederschlag fanden nnd finden werden. Die Reisebüros der für unseren Ranm wichtigsten Msendcländer von Reisegästen dürfen w i r nach den abgelaufenen Taisonen wohl als gute Kunden bezeichneil lind es entspricht nnr einer alteil GeschäftsÜbung, wenn man diese besucht, um ihnen Gelegen heit zn geben, ihre Wünsche lind gegebenenfalls auch Klagen persönlich vortrageil zn tonnen. Aber nicht das Genügen einer leeren Forni ist das Entscheidende, son dern die gereinigte Atmosphäre, die solche Aussprachen

erfrenlicherweise znr Folge haben, lind die Fülle von (Lrfahruugell, die mall dabei sammeln t'ann, Propagandamaterial ist durch die laufend anstei genden Herstellungskosten ein kostbares Gut geworden, dessen durchdachte Vorbereitung ebenso wichtig ist wie dessen Verleilnng. Liegt es da nicht nahe, einmal nach der Verwertung desselben zn sehen,, die Anfordern!! gen von Propagandamaterial durch die Reisebüros, die kaum mehr zu erfüllen find, aus cigeuer Anschauung abzustimmen und vor allem zu prüfen, wie ist unsere Werbnng i m Vergleich zu der anderer Länder und Orte lind trägt sie anch dell absehbaren Gegebenheiten Rechnung? Z n diesem letzten Punkte einige Feststellungen und Überlegungen: Unsere Oitsprospckte und Plakate haben ill ihrer Gestaltung allgemein großen Anklang gcfuudeu. Der letzte Innsbruck-Prospekt wurde oft als ciuer der besten Prospekte der letzteil Jahre überhaupt angesprochen. Damit können w i r sehr zufrieden sein. Wenn w i r zwar im Ausmaß der Belieferung uutcr dcu österreichischeil Orten all der Spitze stehen, so mnßtc allgemein festgestellt werden, daß weit größere Mengen benötigt würden, wenn auch der Bedarf uie ganz zn decken sein wird. Es g i l t also, eine andere Art der Gestaltung der Prospekte zu findeil, um trotz der laufend steigenden Druckkosten höhere Auflagen erreichen zu können. Versuche ill dieser Richtung sind bereits allgestellt und unsere Wintcrwerbuug w i r d schon daranf ausgerichtet

sein. Die Grundfäulen der Werbung waren und sind vor allem die Prospekte und dann — d i e Plakate. Wenn man lllln bei den vielen Reisebüros ein- und ausgeht, so verfolgt einen trotz aller Zusagen immer mehr das Rechencxcmvel, welche Chance, aufgehängt zu werden, haben deine Plakate? Nehmen wir an, ein gntes Reisebüro hat die Möglichkeit, 20 Plakate gleichzeitig zn bringen. Zehn Platatrahmen sind dann von Hans auö für F l u g - und Schiffspassagen so wie Eiseu'dahurcklame ständig vergeben. Einige Rahmen finden Verwendung für die Ankündi giliig von Gesellschafts-iNeiscprograllimcll, verblei beil also ca. noch sechs, und Hwar für die Hochsaison im Winter (drei Monate) und im Sommer (vier Monate), denn für die Zeit unserer Zwischen saisoncn ist ans rein tanfinäunischen Überlegungen anderes aktueller, z. B. Spätherbstsonne in Spanien, Frühling i n Nordafrika, nsw. Die Plakate werden nnn in den fraglichen Rahmen dnrchschnittlich alle tt- 14 Tage alisgelvechsolt, so daß also für dell Sommer höchstens «0 Orte znm Zuge kommen können. Stellen wir dieser Z a h l das Zehnfache des (Linlanfs an P l a taten bei den Reisebüros ans den verschiedenen Reise ländern gegenüber, so muß dies schon sehr nachdenklich stillimeli, wenn anch bisher einerseits ans Grnnd des Reiseinteresses für Miseren Ranm nnd anderer seits i n f o l d der aufgenommenen persönlichen Bezie hnugen noch eine befriedigende, zumindest zeitweise Plaeiernng unserer Plakate erreicht werden tonnte.


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der Landeshauptstadt Innsbruck

D i somit bei den Plakaten da^ für deren Herstel !nng anfgeu'endete Geld in rellamemäßiger Hinsicht oft als sehr zweifelhafte Investition angesprochen wer den kann, wird man für die nächste ^eit zu Priifen haben, ob nicht an Stelle des Plakates die Stau;e (kleine bühuenniäßige Attrappe) treten soll, die dein Plakat in der Werbewirknng uahefomm! und anderer seits bei gefälliger Ausgestaltung !oegen ihres Selten heitswerles iin Vergleieli zum Plakat, wegen der Mög lichkeit, überall aufgestellt werden ;n können, nnd nicht zuletzt wegen des geringen Raumbedarfes die nächsten Saisonen bestimm! Ansflellnug finden N'ird.

W i r stehen am Beginn der Sommersaison 1951. lebhaft ist in uns noch das bewegte B i l d des abgelaufenen Tommers, der eine alle Erwartungen übersteigende (Lnlwicklnmi des Fremdenverkehrs gebracht hat nnd die gesamte Wirtschaft, sei es im direkten oder indirekten Wege, günstig beeinflußte. Was w i r d der Sommer 1951 bringen, der ja nicht mehr im Zeichen des Heiligen Jahres und der Passionsfpiele in Obcrammergan 'steht? Darauf kann auf l^rund der bereits eingelaufenen Anfragen nnd Be stelluugeu sowie der Feststellungen im Anstände ohne allzugroßem Optimismus gesagt werden, daß er dein abgelaufenen kanm nachstehen w i r d , vorausgesetzt, daß durch die weltpolitische Entwicklung oder ausgespro chene Schlechtwetterperioden keine Ttörungen eiutrcten. Ver starke Reiseverkehr im allgemeinen liegt darin begründet, daß einerseits ein durch die Kriegsjahre aufgespeichertes Reisebedürfnis vorhanden ist uud am dererseits in den uus umgebendeu Ländern insbesondere die Zahl der Reiselustigen ans der breiten Masse herans in einem nie erwarteten Ansmaß ständig ansteigt. Das größte Interesse als Reiseland genießt da^ mit zwangsläufig das billigste Land. Das war Österreich und damit wurde es zum Mode Reiseland. Dazu kommt der Reiz der Landschaft, die vcrkehrspolitischc Lage im Herzen Europas, die im Verhältnis zu audcreu Gebieten für die Anreise aus dcu Großstädten geradem optimale Entfernungen aufzuweisen hat, nnd die Gastfrenndlichkeit iu der Form, daß Fremdenverkehr hier noch nicht zur reinen Industrie wurde. So wenig schön es klingen mag, das Entscheidende ist und bleibt aber der Preis. Worauf ist nun iu T i r o l und Innsbruck zu achten, um Weiler Mode "Reiseland zu bleiben nnd die füh vende Rolle unter den österreichischen Bundesländern zu hallen^ <, Auf eine vernünftige Preisgestaltung. I m all gemeinen kann gesagt werden, daß misere Preise im Ausland noch als günstig bezeichnet werden. Es darf aber nicht übersehen bleiben, daß eine Reihe von Kon knrrenzländern m i t immer größeren» Erfolg Preise anbietet, die gerade in den einfacheren Betrieben uu sereu sehr nahe, wenn nicht gleich sind. Der Fremden stroin der breiten Masse, der zu uus kommt, kann für volle Pension einschließlich Bedienung ll> bis höch^ steus l',s) Schillinge ausgebeu. Wenn nuu in kleineu, uichl besonders qualifizierten Orten nm Innsbruck, die für verschiedene l^rnppenreisen als Stützpunkte ausgewählt wurden, den Reisebüros höhere Offerten

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gemacht wurden, so könnte das bald eine Abwanderung woandershin znr Folg>e haben. I c h habe z. B. in Amsterdam einen Abschlnß in dem eben geschilderten Verhältnis mit einem Tages Pensionspreis feststellen können, der mir mit folgendem Bemerken gezeigt wurde- „ W i r haben nn^ nnter dem Drucke der heurigen Überfüllnng dam entschlossen, ini nächsten Jahre werden unsere Programme ein anderem ^and anlaufen." Die Preise der wirklich qualifizierten Däuser sind nach den Stimmen des Auslandes als besonders günstig zn bezeichnen. Es gilt allerdings zu bedenken, ob es in Innsbruck eines Tages nicht als gan; empfind liche Lücke spürbar werden wird, daß die Zahl der Gasthöfe gegenüber deu Hänsern, die sich als erstklassig bezeichnen, im Verhältnis stark zurückgeblieben ist. Die Ansprüche der Reisenden sind gewachsen. Fließwasser, unbedingte Sauberkeit nnd gnte Küche werden verlangt. Nach dieser Nichtnng ist jede Verbesserung erwünscht, ja sie mnß sogar dringend empfohlen werden, aber es soll aus keinem Gasthaus mehr ein Hotel gemacht werden, wollen w i r nicht eine gan«; falsche Strnktnr erhalten. Eine gewisse Gesundung wäre rasch dadurch herbeizuführen, das; endlich einmal die Einstufuug der Häuser uach streugeu objektiven Gesichtspunkten durchgeführt würde. Abschließend zu diesem Pnnkt sei noch auf die Gefahr der Nichteinhaltung bekauutgegebeuer Preise hingewiesen. I m Falle von Verschiebungen von Preisen in bestimmten Grenzen Prüfe man, welcher Schaden größer ist, der Verzicht auf einen Teil des Gewinnes oder die Verärgerung von Reisebüros, ohne die im allgemeinen anf Daner nicht ersprießlich gearbeitet werden kann. 2. Auf eine intensivere Werbnng. Unsere Prospekte nnd Plakate werden allgemein als geschmackvoll bezeichnet. T i r o l stellt auch mengenmäßig am meisten von Österreich. Trotzdem liegt von unserem Orten viel zu wenig auf im Verhältnis zur ungeheuren Nachfrage. Jede Prospektauflage findet in den znr Verfügung stehenden M i t t e l n ihre Grenzen. Es sollte aber doch allgemein ein Weg gefunden werden, denn betrüblich ist es, zu sehen, weuu iu dei: Reisebüros auf Airfragen über T i r o l Schweizer Prospekte abgegeben werden, weil an unseren der Vorrat erschöpft ist. Die Werbung mit Broschüren bedarf allerdings noch der Nntermauernng durch Filme, die durch die Auslandsvertretungen der österreichischen Perkehrswerbung an Abenden, die für die Reisebüro Augestellten veranstaltet werden sollten, uud bei großen Ausstellungen nnd internationalen Messen mit großem Erfolg anfgefi'chrt werden könnten. (5in gulev F i l m lostet viel l^eld. Es kann aber auf ihn im Hinblick anf den Einsät' anderer Länder nicht länger vernichtet werden, !i. Ans eine rasche nnd gefällige Erledigung der A m fragen, l^noßen Uumnl hat im abgelaufenen J a h r die häufige Nichlbeanlwortnug oder oft eine sehr ver spätele der Post hervorgerufen, Anch für das laufende Jahr nehmen in dieser Richtnng die Klagen ständig zu. D i e Erledigung der Post kostet einerseits viel Geld und stellt andererseits die Beherbergnngsbetriebc oft vor arbeitsmäßige Merbeauspruchuug. —- Prompte Posterledignng ist aber eine unabsehbare zusätzliche Werbuug und unbedingte Notwendigkeit, deren Ver-


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nachlässignng, abgesehen vom nngehenren Schaden, den sic zur Folge hat, auch einen Akt der Unkollegial^ tat gegenüber den Berufskollegen darstellt, denn all znrasch wird verallgemeinert nnd man spricht im Ans lande darüber schon als von einein österreichischen Ilbcl. Es ist ans diesem Gebiete sehr vieles gntznma chen und daher größte Mühe bestimmt am Platze. 4. Auf die Einhaltung der im Verkehr mit Rei>> büros üblichen Gepflogenheiten. Die Reisebürokom mission ist der Lebensnerv jedes Reisebüros nnd man wird, wenn man sich in die Lage eines Reisebüros versetzt, verstehen, daß es darin überempfindlich ist. Ans der anderen Seite ist es 'klar, daß ein Gastwirt, wenn er infolge einer ausgezeichneten Saison die M ö g ' lichkeit hat, zwischen einen: Gast zu wählen, bei dem ihm die 10 Prozent Bedienung verbleiben oder für den er die Ncisebürokommission zu bezahlen hat, sich lieber für den crstercn entscheiden wird. Diese beiden Gegebenheiten müssen einem klar vor Augen stehen, wenn man die zahlreichen Klagen der Reisebüros bezüglich Ncisebürokommission anhören muß, Zwei Fälle, mit denen unsere Auslandsvertretungen auch immer befaßt sind, sollen jedoch aufgezeigt werden, damit sie künftig besser vermieden werden können. Den Reisebüros wird, um die 1t) Prozent Bedienung, bzw. Neiscbürokommission nicht zu verlieren, vorgeschlagen, die Kommission den: Preis einschließlich Bedienung hinznznschlagen. Damit wird der international übliche Grundsatz unmöglich gemacht, nachdem die Unterbringung i n einem Hotel für einen Reisenden gleich tener zn sein hat, ganz gleichgültig, ob er sie selbst direkt oder über ein Reisebüro bestellt hat. Ans Neisebüroanfragen wird abgeschrieben, während ans Einzclanfragen Zusagen erfolgen, eben nm die ll) Prozent Neisebürokommission einzusparen. I s t nun der Einzelanfragendc, wie es hänfig vorgekommen ist, jemand, der vorher über ein Reisebüro nntcrznkommen versuchte, so gelangt dies öfters zur Kenntnis des Neisebüros nnd verursacht erheblichen Ärger. Solch? Handhabungen würden zwar im Augenblick bei der starke« Nachfrage fcheiubar gut gehen, aber die Reisebüros ziehen Warans Konsequenzen, die ungerechterweisc leicht verallgemeinert werden nnd dann oft gleich einen ganzen O r t treffen können. So wurden z. V . im abgelaufenen Winter von zwei Reisebüros in Holland bei Anfragen für einen O r t in Tirol er klärt, daß er voll besetzt sei, obwohl das nicht der Fall war, nnd begründeten dies damit, daß man dnrch die oben aufgezeigte A r t und Weise umsonst bemüht sei, nnd das könne man sich als Reisebüro eben nicht öfters leisten. 5. Ans die Pflege der Küche. Die Küche unseres Landes w i r d im allgemeinen gelobt. Die Klagen, die lant geworden sind nnd denen man aber immer wie der begegnet, haben ihren Grnnd in Landes>gcwohn heiten nnd könnten ohne besondere Schwierigkeiten bc seitigt werden. Die westlichen Länder sind an gemischtes Gemüse gewöhnt nnd dnrch Verabreichung vou grünem 3ala! allein nicht znfrieden. Frühkartoffeln, und die reichlich, wünscht man sich. Nach der Mehlspeise Obst und wenn es nur ciu Avfcl ist. Der Bereitung des „rolen

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Fleisches" nnd der Pflege der I^orz cl'ocuvre^ sei das besondere Augenmerk zugewendet. Es ist eigentlich gar nicht so viel, was man immer wieder vorgetragen hört; gehe man auf diese Wünsche des Gastes ein, berechne man das Brot zn den Mahlzeiten künftig nicht mehr extra nnd gebe man ihm anch bei stärkstem Andrang ein sanberes Gedeck, dann sind wir, soweit dies in den verschiedenen Hänsern nicht sowieso schon der Fall ist, einen großen Schritt weiter.

Abschließend soll noch ein tnr;er Blick auf den Rei severkehr Deutschland—Österreich geworfen werden. Das deutsche Bnndeswirtschaftsministerinm Hal für das Sommerhalbjahr 1951 für den Reiseverkehr nach den Marshallplan-Ländcrn einen Betrag von 2.7 M i l lionen Dollar für den nichtgeschäftlichen Reiseverkehr znr Versügnng gestellt. 7W.l>00 Dollar sind davon für gewerbliche Grnppenreisen bestimmt und auch bereits zur Verteilung gekommen. Die restlichen 2 Millionen werden dnrch die Wirtschaftsministerien der einzelnen Länder für Einzelreisen aus gesundheitlichen oder kulturellen Gründen, für Reisen von IugendgruPPen nnd Volkshochschuleu, für Pilgerfahrten und für Rei sen, die von sogenannten freieil Reisebüros dnrchge führt werden, zur Verfügung gestellt. Die freigaben erfolgen grundsätzlich auf Basis Dollar, so daß die Entscheidung, für welches Land der Betrag Verwen dung findet, dem Empfänger der Devisen freigestellt ist. Soweit nun mit den znr Verfügung stehenden Devisen GrnpPenrcisen durchgeführt werden, kann mau feststellen, daß die Reisebüros bestrebt sind, cine mög lichst große Zahl von Neisegästen abzufertigen, was zwangsläufig bei der Auswahl der Quartiere das Interesse ans die besonders billigen lenkt, uud andererseits ihren Gästen möglichst viel zu zeigen, was die bekannten „Tonren" znr Folge hat. Es sind daneben in den Programmen anch selbstverständlich Erho lungsaufeuthaltc in der Dauer vou 8—14 Tagcu zu finden. Das größte Interesse kounte für Reisen nach I t a lien festgestellt werden, in sehr vielen Büros rangier ten aber vor den Dsterreich-Programmen noch Fahr^ ten in die Schweiz, nach Frankreich und nach Spanien. Für die Wintersaison w i r d sich das Interesse wieder ans unseren Ranm konzentrieren nnd dafür wird es notwendig sein, daß in der Werbung dem deutschen Raum ein besonderes Augenmerk zugewendet wird. l^'s gilt, den Boden, der zum Teil durch die Einreise schwierigkeiten durch Jahre hindurch und znm andern Teil durch Geschäftsverbindungen, die sich nach ande ren Ländern angebahnt haben, teilweise verlorenge gangen ist, ^u Pflegen und dies umsomchr, als der deutsche Gast der heute iu der Lage ist, Anslandsrei sen an;nlre!en, ein sehr gnter uud somit sehr begehrler Gast is!, der mit dem Rncksacktonrislen nichts mehr gemein ha!. Die Bemühungen, die unsere ^'onlnrrcn; laudar in Tenlschland werbemäßig nnlernelmien, sind ausfallend slark nnd nur dürfen hier nicht nachstehen. Wenn die Devisenzuteilungen für den Tommer l!!5>1 äußerst knapp sind und die Programme der Reisebüros für Gesellschaflsfahrteu meist Ziele haben, die nicht in nnserem Lande liegen, so wird der


Nummer 6 auv Teutschland ini wmmcndcn ^ Straßcirbild dl.ich sclion siavl^v a!'> nnd di^'v ninsonn'lir, al>> an(' dcn >i

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Seite 5 '',alil v0n Personen über und nns^r^n Ranni als

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ill Innsbruck Wieviele Allsoinandelsehllugeu werden >ieulzulage in don Kreisen der s)ai!sfrauei! innerer Stadt über das 5)alisge' hilfoilproblem un'd die Dienstbotonnot geführt! Käst möchte es scheinen, "!s od cs kaum mehr einen hausgehilson gäbe, der eine längere Rciho non Jahren dei ein und derselben Kamilio ausharren, sich durch sittliches betragen, Gewissenhaftigkeit, vieiistelfci', Chrlichkeit imd Troue auszeichnen und dadurch sich Achtung und Zufricldeuheil seitens des vienstgcbers ermerbcn wollte, i^ausgehüsen sprechen heute mit Vorliebe nur mehr von hohen un,d Höchstlöhnen, uon Freizeit lind anderen Ansprüchen. Ja, es scheint gar, ldas; ein treues Aushalten im Dienst, sowie die Dionstboflissenheit, woraus man uor alters einigermaßen stolz war, veraltert und unzeitgemäß, öfter Wechsel hingegen Zur Regel und modern wird. Wer dioser Krage, einige Aeacht.lMg schenkt, wird allerdings auch Zur Aberzougling gelangen, das; der Grun,d der heutigen kurzlobigon Arbeitsvorhältnisse nicht immer bloß beim Dionftnehmer, sondern nicht selten auch beim Dienstgeber zu suchen uwd Zu finden ist, I n unserer Zeit — so sieht es wenigstens der stille Beobachter ^ miod, im Gegensatz zu sriihcr, cillzuviel Distanz zwischen dem einen lmd dem anderen Arbeitsuertragspartner bewahrt. Wenn man überlegt, daft es unter den hausgehilfon sehr viole Flüchtlinge oder elternlose Jugendliche, die kaum der Schule entwachsen sind, gibt, so wäre es angebracht, wenn die Herrin als Vienstgeberin etwas weniger ans ihre Wüode nn>d Stellung pochen unid sich unter anderem auch lim die Leiden und Sorgen, ßreuden und Bedürfnisse dos Dienstboten kümmern wimde. Wie hart werden ßeihler gerügt, mie scharf Vergehen ganz geringfügiger Ratur oft getadelt! Gemisi, getadelt, gerügt must bisweilen werden, Tllcm weis; auch, das; mancher Mensch sich nicht nere^cln läftt und daher Maßnahmen böser klrt herausfordert' ader !)and aufs tzerz, einmal die eigenen ßehler in die Wagschale gelegt oder ein einziges M a l nachgedacht, wie schwer das Joch der steten Dienstdarkeit ist, liivd der Dienstgeber wird mit mehr Liebe un,d Güte rügen, nicht mit jener adweiisendon Kälte, die Zu sagen scheint' „Zehn Schritt vom Leib." Unsere Zeit mürde vielleicht über bessere s>misgehilsen verfügen, wenn sie mehr Rücksicht auf das Denken unid tinpfinden des Antergebenen üben nnH ein größeres Mas; Wärme unid uor allem melhr Nnteilnalnne alisbrincien würde, Man sagt, die Löhne seien hoch und die Kreizeil sei zu lang. Was die Herrschaft aber an Treue, ikrgebenlieit, Ehrlichkeit und Selbstlosigkeit uon einem guten z,')ausHclii!sen fordert, das kann mit Geld un>d Freizeit nicht bezahlt werden. Wenn im Nachfolgenden eine Reihe wahrhafter Hausa.ehilfen<Veleranen ncrzeichnet ist, Dienstboten, die nicht nur ^0, 30 oder -lO, sondern noch mehr Jahre in der gleichen ßamilie treu ausharrten, so wird daraus zu enlnehmen sein, das; es damals nicht nur besonders braue Dienstboten, sondern auch ausgezeichnete Dienstgeber Familien gab. Neide Teile uerdienen Nnol"?en»ung, I n Mühlau uerschicd im iipril ltt?^ eine Dienst,nagd, na> mens Magdalena I n n e r k o f! e r, welche 54 Jahre un unterbrochen im gleichen Dienste stand. Diese treue Dienerin wurde 72 Jahre alt niüd hatte noch uior Tags uor ihrem Tode auf dem §elde «gearbeitet, Nm 21. Oktober IU76 wurden die indischen Überreste der

Iungsrau Margarellie !,') u b e r, Köchin im Gaslhos „ ) l ! M Goldenen Slern" in Innsbruck, auf dem Kriedhos in St. Ni« kolaus zur Lrde bestattet. Von ihrem ^0. Lebensjahre an versah die Verstorbene uminterbrochen durch nolle 5t^ Jahre Iu derselben Familie unid im selben Haufe treu den Dienst der Köchin, So kam der seltene ßcil! ^or, das; sie einem Iu« bcüiochzeitspaare, dem sie 50 Jahre früher das Hochzeitsmahl zugerichtet hatte, wiederum das ßestmahl bereiten konnte. Von ihren Ersparnissen war sie eine gros;e Wohltäterin der Minen. Ihre Leiche wurde in einem Zimmer innerhalb der ßamilienräume aufgebahrt. So wurde eine Ehrenschuld an dem treuen Dienstboten seitens der Arbeitgeber abgetragen. Der treuen Dienerin Katharina K n a b l aus Innsbruck übergab ihre Dienstherrin, Krau Gräfin M . Lodron auf dem Schlosse Stum im Zillertale, anläßlich der Vollendung des 50. Dienstjahres im Jahre 1879 ein nicht unerhebliches Kapital und viele andere- Geschenke. I m gleichen Jahre wurden uon der Suarkasse der Stadt Innsbruck mit Dienftbotenprämien beschenkt: Theresia G r u o H o f e r, 76 Jahre alt, wegen 46jähriger Diensttreue in der Kamille des kaiserlichen Rates u. Wörz- Arsula 6 ch m i b i ch e r, 70 Jahre alt, wegen 47jährigen treuen Diensten bei der ßamilie des Grafen uon Cnzenberg- Mina h i ! d, 62 Jahre alt, für 43 Dienftjahre bei der Kamille von Sammern- Theres h u b e r, 72 Jahre alt, für 42jcihrigss Dienen in der Kamilie S c h ö p f e r ) Elisabeth V o i d e r a u e r, 6? Jahre alt, für 4! Jahre treue Dienste in der §amilie ßischnaller in Innsdruck, Am Weihnachten desseiden Jahres haben von der Sparkasse der Stadt Innsbruck 64 treue Dienstboten Prämien zugesprochen erhalten, davon fünf mit einer Dienstzeit von 5 0 - 5 6 , 13 non 4 0 - 5 0 , 24 von 3 0 - 4 0 Jahren bei ein unid derselben Kamilie. folgende Ramen sind uns von der damaligen presse überliefert: Arsula Of er uon hotting, 68V2 Jahre alt, mit einer ununterbrochenen Dienstzeit von 56 Jahren bei Kamille Dafer- Magdalena W a l s e r uon Miemmgen, 80 Jahre alt, mit einer ununterbrochenen Dienstzeit von 51 Jahren in der Kamilie v. Gilm- Rotburga h 0 I z h a m m e r von Innsbruck, 68 Jahre alt, mit einer ununterbrochenen Dienstzeit uon 51 Jahren in der Kamilie Straßer- Theresia O b e r h a u s e r von hall, 60 Jahre alt, mit einer ununteribrochenen Dienstzeit von 45 Jahren in der grafi. Spciur'schen Kamilie: Maria U a ch m a lj r uon Uruneck, 73 Jahre all, mit einer ununterbrochenen Dienst, zeit von 44 Jahren in der Kamilio Ortner' Maria h ü b e r von Innsbruck, 56'^ Jahre alt, mit einer ununterbrochenen Dienstzeit uon 41 Jahren in der Kamilie pusch: Johaun S a a l uon Stilses, 71 Jahre alt, mit einer ununterbroche« nen Dienstzeit von 40 Jahren und 11 Monaten im Arsuli' nenkloster iu Innsbruck, Mario Nntouia ü ch m u <; e r, 7^ Jul^re a>t, diente volle 45 Jahre in der Kcimilie dos Gasthausbositzers Tschau, klls Ehrengabe erhielt sie im Jahre 1882 von der Sparkasse der Stadt Innsbruck eine Dionstbotonprämie. fluch ihre Schwester, Katharina K ch m 0 t; e r, wurde beschenkt, da sie 40 Jahre im solben Haus gedient hatte. klm 18. Mai 1883 wurde aus dem St. Nikolausor Kriedhos die Leiche der Vienstboten'Veteranin Anna G a u n e r be<


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stattet. Geboren am 16. Mai 1795 zu Villanders bei Klausen, nahm sie als dreizehnjähriges Mädchen an dem Freiheitskamps bei Mausen teil, wo die Weiber mit den Männern um die Palme der Tapferkeit rangen. 1822 kam Anna als Kindsmädchen in das Jaus des Freiherrn Josef non Gio« nanelli in Vozen und trat dann später in den Dienst des Freiherrn non Mol), der die baronesse Maria von GiovaneIli zur Gemahlin genommen halte, kluna Ganner ist während ihrer in einer Familie vollendeten 60jährigcn Dienstzeit jederzeit ein Muster von Arbeitsamkeit, Treue und Ausopferung gewesen, hat Freud' und Leid mit ihrer Dienstherrschaft geteilt und ist seinerzeit vom Innsbrucker Stadtmagistrate in Anerkennung ihrer bemährten, vorzüglichen Eigenschaften mit der ersten Dienslpostenprämie ausgezeichnet worden. Lin gewisser Joses W a c k e r l e aus Innsbruck verblieb durch volle 54 Jahre als Anstreichergehilse in derselben Firma. Cr wurde für seine treue Dienstleistung im Jahre 1888 vom Kaiser mit ^dem silbernen Verdienstkreuz ausgezeichnet.

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heil lind Genügsamkeit mit mahrer Arbeilsfrende ihre Dienste gewidmet. Die Lhronmedaille sür 40jährige Dienslleislimg ist 1902 auch der in hotting wohnhaft gewesenen Maria G r e i e r verliehen worden, die nahezu 50 Jahre als Fabriksarbeilerin bei Herrn Rhomberg tätig war. Am 20. November 1902 erhielt die shrenmedaille „für 40jährige treue Dienste" Marianne W a l d h a r t aus Mühlau. Der nahezu 80jährige Fabriksarbeiler Johann S t e s f a n, gebürtig aus hotting, wurde lim Neujahr 1906 durch die Überreichung der vom Kaiser gestifteten ckhrenmedaille „für 40jährige treue Dienste" geehrt. Der Gefeierte trat im Jahre 1845 in die Firma Ierburger und Rhomberg als Arbeiter ein und diente somit lieber 60 Jahre lang treu seinem Vrotherrn. Der Jungfrau Maria D a n g I, geboren 1854 im Mühlau, wunde am 6. Jänner 1911 in der Lodenfabrik des Franz Vaur eine herzliche Feier für ihre 40 Jahre treueu Dienste zuteil.

I m April 1888 wurde dem in der hiesigen Schaswollfabrik Frang Vaurs Söhne seit 42 Jahren beschäftigten Arbeiter Johann «3 r g I e r, dann den daselbst seit 42 beziehungsweise 48 und 2? Jahren in Verwendung stehenden Arbeiterinnen Elisabeth D a u m , Rotburg S c h o b e r und Gertrud G r i l l die Anerkennung des k. k. österreichischen Handellsministeriums ausgesprochen.

Mitte Februar 1913 wurde in Innsbruck die ?2jährige Mag'd Franziska L e t n a r zur ewigen Ruhe bestattet' dieselbe diente 42 Jahre bei der Familie des Oberstleutnants Frizzi, mit dieser von einer Garnison der Monarchie in die andere wandernd, stets anhänglich, redlich und brav. Sie war mit der Chrenmedaille ,/für 40 Jahre treue Dienste" ausgezeichnet.

I n einem angesehenen Vlatte vom Jahre 1900 steht, leider ohne Ramensangabe, zu lesen-. Vor 50 Jahren zog ein Dienstmädchen als Köchin bei einer sehr geachteten Familie in Innsbruck ein. Vei diesem Anlasse stellte das Mädchen den »durch das Auspacken entleerten Koffer auf »den Dachboden. Die Köchin diente nun mit musterhafter Treue ihrer Herrschaft eine lange Reihe von Jahren. Als nach dem Tode der Dienstfrali deren Gatte sich nochmals verehelichte lmd nach einigen Jahren stcwb, verblieb sie auch bei der zweiten Gattin im Dienst, bis auch letztere verschied, so daft sie sich nunmehr, von ihrer Herrschaft völlig verwaist, veranlaßt sah, um eiu «Iuartier umzusehen. Unterdessen hat die Köchin das 78. Lebensjahr erreicht lind zudem anläßlich des Wohnungswechsels zum erstenmal seit 50 Jahren den Koffer von der Stelle gerückt, auf welche er vor einem halben Iaihvhundort von ihr gestellt worden war.

Line selten treue Dienerin war auch das Fräulein Marie D e n i f I e , die Schwester des großen Kirchenschriststellers Heinrich Suso Denifle, die seit ihrem 14. Lebensjahr an einem und demselben Dienstplatze ausharrte. Der Schule entwachsen, kam sie in das Haus des 'damaligen Statthai« terei-Veamten Dr. Josef pembaur. Räch dessen Tode verblieb sie in den Diensten der Witwe, um dann auch noch in ihrem späteren Alter die treue husgehilfin der Tochter, Witwe Kolp, geb. pembcnlr zu bleiben. Durch volle 66 Jahre verbrachte diese pflichttrc'lie Person, zuerst als Zimmermäd» chen und später als Köchin, ihr Leben an demselben Posten und erfreute sich der Anhänglichkeit und der Dankbarkeil ihrer Dienstgeber, die ihren Lebensabend so angenehm wie möglich zu gestalten trachteten. Sie starb anfangs März 1926 im 80 Lebensjahr.

Cnide September 1901 verlieh der Kaiser >der Aloisia L i n e r aus Innsbruck die Jubiläumsmedaille, das „Zeichen für 40 Jahre treuer Arbeit". Genannte hatte ,durch vier Jahrzehnte ihrer Dienstgcberin, Frau LIise Witwe von «3ttenthal, in wirklicher Anhänglichkeit, in seltener Vcscheiden-

I n ArZI bei Innsbruck verschied <3nde Jänner 192? philomena W e r n e r im 97. Lebensjahr als älteste Person der Gemeinde. Die „Krcnit-Mena", wie sie im allgemeinen genannt muvde, war durch 82 Jahrs bei der Familie Wach in Arzl bedienstet. I n dieser Eigenschaft ging sie 70 Jahre hindurch auf den Innsbrncker Marktplatz und verkaufte für ihren Dienstgeber bägilich Kraut, Rüben und Gemüse.

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gen 2 Zi, M i kln, Innrain - Dr, lxarl ßink, Viktor-VanflOtraste 4 IV gegen 2 Zi, M i , Rad. Auswärts. ßoüe 3osef, Ratters 57, 3 Zi, Kü, Sp, Valkon gegen 1 Zi, Kü — Vodem Cduard, SchwaZ, Innsbrncker Strafte 14, 3 Zi, M i , valkon gegen 2 Zi, M i , auch Amgcbling.

Baugenehmigungen Ndamgasse 8, Sailer 3osef, köldcreistrafte 5, holzner 5)einrich, Crrichtuwg eines Wohnund 3agerliausl,'s, 1 Wohnung, pastorstrafte 6, Nögeobauer Karoline, Errichtung eines Wohnhauses mit Garage, 2 W. Graftmayrstrafte 4 - 6 , Vr. Lrich Krizan, Wiederaufbau des Wohnhauses, 10 W. I g l s , Igler Schilijt-Gej., Schilift, klrgl 172, Winkler Karl, lileingarage. Nl,ton-Rauch^6traste 37, Götsch Otto, Meingarage. Mentlbergsiedlung 84, kluer Karl un>d Crich, LinifamilienHaus, 1 W. Rilkcstiafte 1, Vr. Otto Lorenz, Mi- und Umbauten. Nrirnor Strafte 4, «Seschmister vaur, Aufstockung, 1 W. Schöpjstrafte 45, Areinier Lduard, Wiederaufbau un^d kinbau, 3 W. kranewitterstrafte 49, Pohl Hermann, Wohnhaus, I W. Oraftmaljrstraste 2 3, NIathe Otto, kinbau an das Werkstättengebände. Stiftgajje 12, Strickner Hans, Wiederaufbau des Stöckigebäudes, huiiqerburg 2, Uiichlincnui 3oscf, Errichtung eines gemauer3linstras>e (»l, Dielricl, ü,, Dachqesdiosunisbn», I Viadiiktdoqoii 113, Mi)>k Clierese, Nusbau, Nlitlerme.q 4 ^ , v r , Karl Wolf, Errichtung eiin'ö >,r„>,lii!s^., I W, 4, ^ollodore ^ ' l ' i a n , Wiedell!ii>buu

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3 g l s 26, Skardarasii

Hl^gdalena,

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ftension. Ouleiibcrqslrafte 14, Obruschfa Dorothea, <5r!er Straszo 5, 3gls 146,

des f)olel°

Nrandjochstraste 1, Konrath klnton, Errichtung einer Garage. llndreas-tzojer-Strafte 35, ^orber I r m a , Wiederaufbau, ? W. höttmgergasso 12 a, Obermg. Gesipert Vinzenz, Errichtung eines Wohnhauses, 2 W. Richard-Wagner-Strafte 4, presbu,terium der Luang, pfarrgcmeinde, Dachgeschostausbau, 1 W. St. Nikolausgasse 25, Schaffer Margarete, Einrichtung einer optischen Werkstatt. Viaduktbogen 18, Meisinger Nlois jun., cirweiterung der i^utokarosseriewerkst citte. Sternwartestrafte 38, Gin^gl Karl und Kamilla, Errichtung eines Wohnhauses, 2 W. klmrajer Strafte 69, Rasner Ro,sa, Wiederaufbau, ? W. klmrajer-Sce-Strafte 20, Nberer Emilie und 3osef, Errichtung eines Wohn- und Geschäftshauses, 1 W. Stadtmagistrat Innsbruck

Kundmachung betreffend Steuer für Gefrorenes ^Speiseeis). Der Gemeinderat der Tanldeshauplstadt Innsbruck be« schiosi in seiner Sitzung vom 12. Juni 1951 die Gefrorenes« steuerordnung, Sie tritt mit dem 1. Juli 1951 in Kraft, Zur Entrichtung der Steuer ist verpflichtet, wer Gefröre« nes entgeltlich an ^ehwerbraucher abgibt. Sie beträgt 10 u. h. des Entgeltes lMeinhandelspreisesi einschliesiüch üblicher beigaben, die nicht gesondert in Rechnung gestellt merde», jedoch ausschlieft!ich der Steuer. Wer Gefrorenes an ^etzluerbraucher entgeltlich abgibt, >>at dies bis 9. Juli 1951 dem Stadlmagistral ISladtsteuer« amlj, ^alhaus, Maria»<5heresie» Strafte Itt, lll, Stock, an»

und ?v

22, pliijr ^ojef, sludou, 2 W. Nmras 15 u, Steirin'r Moderi, i5r houses, I W, klmraser Strafte 15, „O.uick", Nutomatenwascheiei u,id lerei, Lrrichlung einer ^iitomatenmäscherei.

Der 6<euerpf!ic>ililie hat bis zum 10. 3age eines jeden Monats das Gefrorene samt beigaben, soweit dafür im Vor« xwmil eine Steuerschuld entstanden ist, beim Stadtsteuer«int nach klrt, Menge lind Kleinhandelspreis abzurechnen und die Steuer zu entrichten. Der genaue Wortlaut der Gefrorenessteuerordnung ist an


Seite 8

Amtsblatt der Landeshauptstadt Innsbruck

Nummer 6

Stadtwerke Innsbruck Elektrizitätswerk Gaswerk Wasserwerk Gärtnerei Nordkettenbahu Innsbrucker Hotel-A.-w.

der Anschlagtafel des Stadtmagistrates Zu ersehen, eine Abschrift hievon beim Stadtsteueraint erhältlich. Innsbruck, am 14. 3uni 1951. Magistratsabteilung III Der Abteilungsleiter: Dr. Vöckle

Neuerscheinungen für Innsbruck Reiseland Tyrol, eine Aildkarte mit Erläuterungen von ßranz S t u m m u o l l ' Inn-Aerlag 1951. Der Herausgeber will mit die,ser ^Uildkarte den Hreinden den Weg Zu ,den Schönheiten des Landes weisen, dessen alte Kultur aufzeigen un>d auch „Äbermittler mancher histo« rischer Ereignisse" sein. Den Mittelpunkt der Karte bildet die Landeshauptstadt Innsbruck, die durch mehrere bildliche Darstellungen recht trefflich gekennzeichnet ist. Man sieht du neben dem Stadtwappen die Annasaule mit einem Ulick durch die Maria Theresienstraste Zur Rordkette, das Stift Willen, das Andreas-Hofer-Denkmcil am Aerg Isel, das Schlos; Ambras, Zgls mit der ai^gedenteten patscherkofolbahn und einem Golfspieler, schließlich einen in den Martinswandtunnel einfahrenden Zug der Mittenwaldbahn. Kaum erkennbar ist die SkiZzierung des ßlugplahes mil einem darüberfliegenden ßlugZeug. Das Ortsmappen wuode jeweils bei den Ortschaften eingezeichnet, die Sitz einer UeZirkshauptmannschaft sind. Der erläuternde Cert s108 Punkte! ist in vier Sprachen ^deutsch, englisch, französisch und italienisch) beigegeben, Vei der offensichtlich angestrebten älchersten Knappheit der Angaben Zu den einZelnen Ortschaften hätte man Zweifellos die ständig wiederkehrenden Worte „Sommerfrische und Wintersportort" abknrZen können. Das auffallende destre« ben, möglichst alte historische Daten aufzutischen, wenn diese auch unsicher sind, ist nicht zu begrüsten (Z. U. bei Vreilenmang „wohl älteste Ansioblung im ganzen Gebiet" und gleich

danach bei der ßeste Ehrenberg^ „Die Gründung der ^ stung wird noch in der VorZcit, möglicherweise unter «den Römern vermutet", oder bei §ügen: „als Dorf schon vor die Zeit Karls des Großen zurückreichend"). Die ständigen Hinmeise auf einen mutmasilichon römischen Ursprung lz. V. bei Schiost Laudeck' ,,könnte jedoch schon römischen Ursprungs sein", oder bei Schiost Ambras! „ursprünglich wohl Schuhkastell der Römer" usw.) lassen die Zur neuesten §or« sch'ung im Widerspruch stehende Anschauung aufkommen, als ob Tirol unter der Römerherrschaft dicht besiedelt und mit festen Kastellen reich bebaut gewesen wäre. I r r tümer, wie beim Schiost Ambras: „1563 Aesitz Kaiser §erdinand I,, dann Kaiser — sstalt Erzherzog!) — Ferdinand >>, des Gemahls der Philippine Welser" sind bei einer Reu. aufläge unbedingt Zu uerbessern. Dr. Schadelbalior

Verleger, Eigentümer n. Herausgeber: Die Stadtgemeinde Innsbruck. — Verantm. Schriftleiteri Dr. Karl Schade!« bauer, Innsbruck, Rathaus, Zimmer Rr. 190. — Anzeigen« Verwaltung: Annoncc>i,°Erpedi<ion „Ronitas", Innsbruck, Anichstraste 8 1. Druck: Kolizian Rauch, Innsbruck.

Amtsblatt Innsbruck  

Ausgabe Juni 1951

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