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Anngbruck E r s c h e i n t c i « in a I i in M » n a l B e z u g s p r e i s 5 '>. jährl. E i n z e l n u m m e r 5 . (> 5

Nummer

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S ch r i f t l e i t u n g - R a t h a u s ^ . Stock Z i m m e r N r . 1 9 0 Fernsprecker N r . 0^71/190

Oktober 1950

13. Jahrgang

Prof. Josef Pembaur ö. I . gestorben. Der siebente Shrenringträger der Stadt Innsbruck, der bekannte Pianist und MusikProfessor ^ o s e f P e m b a u r d. >^., ist am 13. Oktober 1950 in seinem Münchner lf)eim, Olimstraße 13, verschieden. Die Bedeutung der Familie P em b a u r ist in Innsbruck' längst allbekannt, il)re Verdienste sind mehrfach gewürdigt worden. Sine Straße erinnert an ^osef Pembaur d. Zl., der ein I?dealtgplls des vielseitig gebildeten Musikers, dem ?nns^ brucpe'r Musikverein 43 salire vorstand) der Shrenring der Stadt wurde bereits vor 17 fahren dem Sohne verliehen, der zumeist ferne seiner Heimat lebend, ein gefeierter Interpret Qiszt'scher Musik war. Schon als Zwanzigjähriger gab er im ^ahre 1895 ,in Innsbruck sein erstes /Konzert, ^ahr für ^ahr kehrte er in den Serien in seine Vaterstadt zurült und erfreute sie immer wieder durch Proben seiner Meisterschaft. Srwähnt sei einzig das große Konzert anläßlich der Eröffnung des Musikvereinshauses im ^lpril 1912, das der Künstler mit Beethovens spassionata einleitete. Seit 1921 führte ^osef Pembaur eine Iusbildungsklasse an der Akademie der Tonkunst in München, nachdem er zuvor ein Jahrzehnt lang am leipziger Konservatorium gelehrt hatte. 3lm Nachmittag des 17. Ok-tober wurde der ^ünfundsiebzigjährige im Münchner Mordfriedhof zur letzten I5uhe gebettet. Das Begräbnis des Meisters, woran besonders seine Schüler rege Teilnahme zeigten, vollzog sich in würdevollem Rahmen. Sin Dertreter des bairischen Kultusminister riums und der «Vürgermeister der Stadt München, v. Miller, sowie eine Vertretung der 'Münchner Philharmoniker waren erschienen. Unter den ^rauerciästen befanden sich auch l!.andeaamtsdircktor l!>ofrat Dr. Stoll für das ll.and Hirol und Magistratadirektor Dr. 7Nan gutsch, der für den Bürgermeister der Stadt Innsbruck einen mit den Darbender Vaterstadt geschmückien /5ranz nllf das frische Grab legte. Auch das Rektorat der Universität ^nnobrucl-' hat seinem Ehrenmitglied die lekte (Fhre erwiesen. Sine größere ^ahl von ^imo brllckcr freunden, Schülerinnen und Schülern war eigens zum -Begräbnis nach /München gekommen. Der <?rauergottcodienst von Seite der Stadtgemcinde I?nnsbrucl-' fand am 2?. Oktober in der St.-Jakobs-Pfarrkirche in I?nnsbrucl-' statt. ^oscf Pelnbaur d. ?., der im lieben unzähligen Menschen durch seine Musik Freude spendete, wird in ^nnobrucl-' ebenso unvergeßlich bleiben, wie sein Wahlspruch gültig i ^ S rst d i e S e e I c, d a n n d i c /5 u n st. " _. ^. .^ . ^ „ ,^ Dr. Anton Melzer/ Vurgermelster.


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Schwimmunterricht fur Volks und Hauptschuler. Dr. Wilhelm Trentinaglia Erstmals im Schuljahr 1948/49 wurde vom Stadt schulamt in größerem Umfang der Versuch untcrnom men, den Nichtschwimmern in den Volks- und Hauptschulen Gelegenheit zu bieten, unter fachkundiger Anleitung die Grundbegriffe des Schwimmcns zu erlernen. Erstklassige Fachkräfte der beiden großen I n n s bruckcr Schwimmvcreine (Tiroler Wasscrsportverein 1919 und Schwimmklub Innsbruck) stellten sich iu den letzten Schulwochen in uneigennütziger Weise Zur Verfügung, um das immer noch zu große Heer der Nichtschwimmer Zu verringern und auf diese Weise den nassen Tod, der leider alljährlich immer wieder zahlreiche Opfer fordert, zu bekämpfen. I m Schwimmbad „Höttingeran" wurde an Tagen mit entsprechender Witterung in großen Gruppen Schwimmunterricht erteilt, ohne daß damals im Einzelnen festgehalten wurden 'wäre, wer den Unterricht mit Erfolg besucht hat, das heißt, wer tatsächlich das Schwimmen erlerut hatte. Gestützt aus die hiebci gewonnenen Erfahrungen, wurde in Entsprechimg einer im Gemeinderat gege benen Anregung die Idee des Schwimmunterrichtes auch im Schuljahr 1949/50 wiederum ansgegriffen und zunächst durch Rundfrage einmal festgestellt, ob in Elternkreisen überhaupt ausreichendes Interesse hicfür bestehe. Die Tatsache, daß sich insgesamt 3200 Volks- und Hauptschülcr für die Teilnahme am Schwimmunterricht mit Wissen ihrer Eltern gemeldet hatten, bestätigte das Bedürfnis und die Notwendigkeit dieses Unterrichtes. Um einen intensiveren und damit erfolgreicheren Unterricht zu gewährleisten, wurde dieser im Gegensatz zu 1949 iu die Sommerserien verlegt. Diese Maßnahme bot den unschätzbaren Vorteil, daß die Schulkinder nicht tagelang von einem Unterrichtstag aus den anderen warten mußten und so der Gefahr ausgesetzt wurden, das einmal Gelernte bis Zum nächsten Male wieder zu vergessen, sondern jeden Tag auf dem am vorhergehenden Tag Gelernten ausbauen konnten. Die Organisation des Schwimmunterrichtes zeigte nun folgendes Bild: Da es von vornherein ausgeschlossen erschien, !^200 Kindern in der verhältnismäßig kurzcu znr Verfügung stehenden Zeit das Schwimmen beizubringen und ein Massennnterricht, der eine Einzclbetreuung von schwä chercn Schülern verhindert hätte, als nicht zweckmäßig erachtet wurde, beschloß man, zunächst einmal die grö ßeren Kinder des Unterrichtes teilhaftig werden zu lassen. Entgegenkonuncnderweisc stellten die Besitzer der Schwimmbäder Hö'ttingerau, Schönruh und Büchsenhausen ihre Anstalten zu günstigen Bedingungen zur Verfügung, während als viertes Bad noch das Schwimmbecken im städtischen Iugcndhort Kaisergarten cinbczogen wurde. Wiederum trat das Stadtschulamt au den „Tiroler Wasscrsportverein 1919" und dru „Schwimmklub Innsbruck" mit dem Ersuchen heran, dnrch Mitarbeit von geprüften Schwimmlehrern den Unterricht überhanpt zu ermöglichen. Ohne Zögern

erklärten sich die beiden Vereine bereit, ihren Teil zum Gelingen des im Interesse der Gesundheit unserer Schuljugend liegenden Vorhabens beizutragen. So nahmen sich denn zwei staatlich geprüfte Schwimm lehrer des Tiroler Wassersportvercins im Schwimmbad Höttingcrau, je zwei Schwimmlehrer des Schwimmklubs Iunsbrnck in den Bädern Schöuruh und Büchscnhauscn und ein Schwimmlehrer desselben Vereines im Kaisergarten den ganzen Sommer hindurch mit unermüdlicher Geduld und großem Eiser der schwimmunknndigen Schuljugend an. Da von Seiten der beiden Schwimmvereiue ausdrücklich die Bedingung gestellt worden war, daß eigene Lehrkräfte die Organisation und disziplinärc Aufsicht des Unterrichtes übernehmen müßten, damit die Schwimmlehrer beim Unterricht selbst nicht abge lenkt würden, meldeten sich nach Nundfrage unter der Inusbruckcr Lehrerschaft vier sportbegeisterte Junglehrer, die mit größter Gewissenhaftigkeit ihrer gewiß nicht immer leichten Aufgabe oblageu. Doch der Erfolg rechtfertigte die Mühen: Vs ereignete sich während der ganzeir Dauer der Schwimmkurse nicht ein ciu ziger Unfall. Um eine möglichst gleichmäßige Teilnahme des Schwimmunterrichtes zu gewährleisten, ließ das Stadtschulamt iu deu letzten, Schultageu für die vier vorgesehenen Schwimmkurse Teilnehmerkarten an die Schülerinnen und Schüler, die sich sür den Schwimm Unterricht gemeldet hatten, verteile::, wobei als Nor malbeteiligung 50 Kinder Pro Schwimmbad nnd Kurs angenommen wurden. Es sei hier gleich ver merkt, daß diese Zahl in den Bädern Höttingerau uud Schöuruh teilweise stark erhöht werden konnte. Die Inhaber dieser Karten hatten sich dann nur jeweils nach Aufruf der betreffenden ^arbe in dei: Tageszeitungen in dei: gleichfalls für die einzelnen Schulen bestimmten Schwimmanstalten zu melden. Es wurden abwechselnd Kurse für Knaben uud Mädchen geführt uud zwar! 1. Kurs vom 13. bis 24. J u l i für Knaben der Hauptschule Pradl uud der Volksschulen Dreiheiligen, Mariahilf, Haspingerstraße und St. Nikolaus ; 2. .Airs vom 25. J u l i bis 5. August für Mädcheu der Hauptschulc Wilteu uud der Volksschulen Höt ting, Fischcrstraßc, Pradl und Mühlau; Z.Kurs vom 7. August bis l9. Angnst für Knaben der Hauptschulen Leopoldstraße und Hötting sowie der Volksschulen Gismstraße, Pradl und Hötting; 4. Kurs vom 21. August bis 2. September für Mädchen der Hauplschuleu Höttiug und Pradl sowie der Volksschulen Dreiheiligeu, Maria hilf und St. Nikolaus. I n der Praxis ergab sich dauu eine leichte Ver schiebung unter den einzelnen Schulen und schwimm austalteu, da v^vschu'drin' >iindcr infolge von >


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heit, Abwesenheit in der Sommerfrische oder aus sonstigen l^rüudeu an dein fiir sie bestimmten Kurs nicht teilnehmen tonnten, Doch bewährte sich hiebet wieder die Organisationsgabe der init der Betrennng beauftragtell vier Lehrer, die dafür sorgten, das; die vorgesehenen Teilnehmerzahlen trotzdem erreicht, teil weise sogar überschritten werden tonnten. Der Unterricht fand an allen Wochentagen vormit tags in der Zeit von ft bis l 1 Uhr stall. Das zn Beginn der Knrse änßcrst günstige Bade Wetter verschlechterte sich im Lanfe des Angnst etwas, was sich in einem gewissen ^lachlassen der Besucherzahl an den kühleren Tagen auswirkte. Doch tonnten trot) dem sämtliche Kurse programmgemäß nnd erfolgreich geführt werden. D a die Möglichkeit schwererer Unfälle von v o r n herein nicht ausgeschlossen werden tonnte, wnrden alle Eltern, die ihre Kinder zum Schwimmunterricht cnt sandten, in einem Merkblatt ans das Bestehen einer Nnfallverfichcrnng aufmerksam gemacht, es jedoch vollkommen freigestellt, sich dieser anzuschließen. Wie groß das Vertrauen ill die einwandfreie Fnhrnng der Schwimmknrse war, beweist die Tatsache, daß sich nur insgesamt 70 Schülerinnen und Schüler der mit der „Ersten allgemeinen Unfall und Schadensvcrsicherungsanstalt" abgeschlossenen Unfallversicherung anschlössen. Über den Erfolg des Schwimmunterrichtes sollen nachstehende Zahlen Aufschluß geben: Von insgesamt 708 Teilnehmern konnte 655 Knaben und Mädchen, das sind ca. 80 Prozent, auf der Teilnehmerkarte bestätigt werden, daß sie die abschlie ßende Schwimmftrüfung m i t E r f o l g bestanden hatten. 132 Teilnehmer erreichten das Lehrziel nicht, wobei aber betont werden muh, daß am Mißerfolg teilweise mangelnde Teilnahme, Wasserscheu und I n teresselosigkeit der Kinder eine nicht geringe Rolle, spielten, da bei einigermaßen gntem Willen das Schwimmen fast von jedermann erlernt werden kann. E i n nachahmenswertes Beispiel hiefür lieferte ein Mädchen schwächlicher Konstitntion, das ursprünglich als ziemlich hoffnungsloser Fall angeschen wurde.

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'»lach eifrigem Besuch von insgesamt d r e i Kursen tonnte es stolz die Teilnehmerkarte, ans der der Schwimmlehrer das Bestehen der Schwimmprüfung bestätigt hatte, nach Hanse tragen. Zehn Teilnehmer schieden vor Beendigung der Kurse wegen Krankheit, Abreise und dergleichen ans. Vorstehende Zahlen beweisen einerseits die Notwendigkeit eines geregelten Schwimmnnterrichles, andererseits berechtigt der Erfolg zum weiteren Ausbau dieser (Kiurichtnng in den folgenden Jahren. Als Endziel besteht der Wnnsch, daß kein Kind die Volks- oder Hauptschule verläßt, das des Tchwimmens unkundig ist. Z n m Schlnß noch einige Worte über die finanzielle Seite: AnsgelMd von der Erwägnng, daß es allen Schnlkindern ohne Rücksicht auf die wirtschaftliche Lage der Eltern ermöglicht werden soll, am Schwimm. nnterricht teilzunehmen, erfolgte der gesamte Unterricht vollkommen kostenlos, das heißt, die gesamten Anslagcn wnrdcn von der Stadtgemcindc Innsbruck getragen. Lediglich den Versicherungsbeitrag von 4.30 Schilling bezahlten die E l t e r n , die ihr Kind für die Versicherung anmeldeten, selbst. Die gesamten Kosten, die die Vergütung für die Benützung der Schwimmbäder, die Entlohnung der Schwimmlehrer und der aufsichtführcndcn Lehrer umfaßt, beliefen sich auf 9723.90 Schilling. Faßt man nnr die Schulkinder ins Ange, die das Schwimmen erlernt hatten, ergibt sich ein Betrag von ca. 17.— Schilling pro Kind, den die Stadtgcmeinde Innsbruck auswarf, um einem ihrer heranwachsenden Bürger die Kunst des Schwimmcns beizubringen. Wenn man bedenkt, daß mit diesen 17.— Schilling ein Mensch vor der Gefahr des Ertrinkungstodes bewahrt erscheint, darf diese Ausgabe Wohl als vollauf gerechtfertigt angesehen werden. Es darf noch der sicheren E r w a r t u n g R a u m gegeben wcrdcm^ daß cmch i n den folgenden Jahren die Stadtgemcinde Innsbruck für einen weiteren Ausbau des Schwimmunterrichtes die nötigen M i t t e l bereitstellen werde.

Gemeinderatssitzung. I n einer Sitzung des Gcmeinderates am 22. September 1950 berichtete der Vorsitzende Bgm. D r . M e l zcr znnächst über die weitere Behandlung von Auträ gen, die i n früheren Sitzungen eingebracht wurden: Z u einem Antrage der GR. Oberhammer nnd Gen. erklärte das städtische Gesundheitsamt in einer Stellungnahme, daß nnter den gegenwärtigen Verhältnissen ein Haltungsturnen für die Schulkinder nicht eingeführt werden kann. Das Bnndesministerinm für Verkehr und staatliche Betriebe hatte anf einen Antrag des S t R . Thoma nnd 'Gen. mitgeteilt, daß die Ban arbeiten am Innsbrncker Hanptbahnhofe weitestge hcnd gefördert werden, ohne daß für das nächste Jahr eine bestimmte Znsage gemacht werden kann. Die Direktion der Innsbrucker Verkehrsbetriebe hatte ans einen Antrag der G N . Obcrhammer und ^öen. erklärt, daß es in der nächsten Zeil ans technischen nnd sinan

zicllen Erwägungen nicht möglich ist, den AutobusVerkehr vom Wittenberg bis zur Sia/angcrsicdlüug auszudehnen. E s folgten Anträge der Gemeinderäte: G R . Schöpf und Geu. stellten den Dringlichkeitsantrag, den Nest von 1.5 Millionen Schilling der im ordentlichen Haushaltsplan vorgesehenen Summe vou 3 Millionen Schilling znr Erweiterung der Volksloohnnngsbanlen in der Nordketteustraße ;n verwenden. Der Gemeindcrat stimmte der Dringlichkeit zn, der Antrag wnrdc dem Finanzansschuß zngewiesen. Anf Grnnd eines Antrages des B g m . Stellvertreters Flockinger und Gen. wnrde beschlossen, für die E r richtung einer gedeckten Tribüne ein vom Tiroler Fnß ballverband angebotenes Darlehen von 300.000.- Schilling anzunehmen. Einen Antrag des S l R . GamPer nnd Gen., bei der


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Französischen Mission erneut Schritte um Freigabe Sie betrafen den Daucrmietvertrag für das Iunsbrncker Wohnrecht nnd eine Schlachtviehmarkt- nnd von Wohnungen zu unternahmen, nahm der Bürger Fleischmarktordnung der Landeshauptstadt Innsbruck. meister selbst in Bearbeitung. Der Gemeindcrat stimmte ferner auf Verlangen der Der Direktion der Stadtwerte wurde ein Antrag des S M . Kotter und Gen. zugewiesen, die Direktion Landesregierung einer geringfügigen Änderung der auf die mangelhafte Beleuchtung des westlichen Teiles am 9. J u n i 1950 beschlossenen Verkehrsregelung für des linken Innufers aufmerksam zu machen und zn die Anichstraße zu, die nun in beiden Fahrtrichtungen beauftragen, daß dort eine den Fricdensverhältnissen für den Verkehr mit Krafträdern und Lastkraftwagen, diese mit mehr als 2 to Gesamtgewicht, gesperrt wird. entsprechende Beleuchtung geschaffen werde. Den Beschluß des Gemcinderates vom 9. I n n i 1950 Ein Antrag des S M . Kotier und Gen. um eine stärkere Polizeiüberwachung des Gebietes von Ost- i'lber die Vergnügungssteuer hatte die Landesregiehötting und St. Nikolaus wurde der Magistratsdiret- rung nnr bis 31. August genehmigt. Es wnrde betion, ein weiterer Antrag des S M . Kotter und Gen. schlossen, die Genehmigung der Verlängerung über der eiue Rattenvertilgung großen Umfanges in St. diese Zeit bei der Landesregierung einzuholen. Der Gemeinderat stimmte dem Vertrage über die Nikolaus zum Ziele hatte, dem Finanzausschuß zugeVerpachtung der Villa Blanka an das Land sowie wiesen. Auf eine Anfrage des GR. Obenseldner umriß einer Grundüberlassung zur Errichtung einer LandesBgm.-Stello. Flöckinger den bereits ausgearbeiteten fcnerwehrschule zu. Einem Minderheitsantrag des S M . Kotter, fiir die Plan für ciu großes Freischwimmbad, das 4000 PerInstandsetzung des Daches der Kirche in St. Nikolaus sonen fassen soll. S M . Dipl.-iIng. Rauch beantragte mehrere Nach- eine Subvention zu bewilligen, wurde mit knapper tragskreditc, von denen einer in der Höhe von 1 M i l l . Mehrheit zugestimmt. Der Gemeindcrat faßte einen Beschluß über den Schilling, die dein Lande vertraglich für das Landcstheater gezahlt werden müssen, eine längere Aus- Verkauf eines Grundstückes an die Ercditanftalt-Banksprache über die Dheatcrfrage in: allgemeinen auslöste. vcreiu. Es folgte eiuc längere Aussprache über den Bericht S M . Kotter schlug vor, nnr über den Teilbetrag von 600.000 Schilling für die abgelaufene Spielzeit 1948 des Obersten Rechnungshofes. S M . Gamper 1949/50 abzustimmen, die übrigen 400.000 Schilling nahm ausführlich Stellung zum Hochhaus-Cafe, zum aber in den Haushaltsplan 1951 aufzunehmen, weil Tausch der Häuser Adamgasse 18 — Muscumstr. 16 sowie zum Personalaufwand und erklärte im Namen, der diese Summe die Spielzeit 1950/51 betrifft. Schließlich wurden alle Nachtragskredite mit Mehr- WdU.-Fraktion, daß diese die vom Obersten Rechheit bewilligt. Fiir das Theater wurde den: Betrag von nungshofe gemachten Beanstandungen und Ausset000.000 Schilling ebenfalls mit Mehrheit, dem Be- zungen über die Gebarung und Verwaltung der Ho^ trag von 400.000 Schilling gegen die Stimmen des heitsverwaltung und der Stadtwcrke als völlig begründet ansehe und die dazu abgegebenen StellungS M . Kotier und der WdÜ.-Fraktion zugestimmt. Ein weiterer Beschluß betraf einen Überbrückungs- nahmen ablehne. Die S M . Dr. (breiter und Klappkredit des Wiener Dorotheunis für die Fortsetzung der ,holz nahmen zu den Ausführungen des S M . Gamper Bauten des Mühlaucr Wasser- und Elektrizitätswer- Stellung und erklärten, für die seinerzeit gefaßten Beschlüsse die volle Verantwortung zu tragen. kes. Die Sitzung schloß nach sechsstündiger Dauer. Bgm.-Stellv. Flöckinger trug eine Reihe von AnI n einer weiteren Sitzung am 5. Oktober 1950 trägen des Bauausschusses, welche Ansuchen in Bauangelcgenhciten betrasen, vor, die zustimmend erledigt beschloß der Gemcindcrat einstimmig, bei der Ersten Österreichischen Sparkasse ein Darlehen von 4 M i l l . wurden. Anträge des Nechtsausschusses wurden durch GR. Schilling sür die Fortsetzung des Baues des Mühlauer Dr. Angerer erläutert uud ebenfalls angenommen. Werkes aufzunehmen.

Dokumente unserer Zeit im Riesensaal der Hofburg meine ersten Begrüßungsworte richten konnte. Ich habe damals daraus hingewiesen, daß Innsbruck der historische Boden ist, der durch die Ausrufung der Volisabslimmuug Hitler bewog, iu Österreich einzumarschieren. Ich habe daraus hingewiesen, daß hier in Innsbruck das letzte Kapitel Herr General! des Dramas Osterreich geschrieben und das erste KaEs liegt nuu mehr als fünf Jahre zurück, daß ich pitel eines neuen Dramas, des Dramas Europa be an Sie, Herr General, an dem Tage, als Sie im gouneu wurde. Ich habe damals meiner Überzeugung Namen der französischen Republik das Oberkommando Ausdruck gegeben, daß es ein steiler uud beschwerlicher über die französischen Vesatzuugstruppcn in Osterreich Weg sei, der uns dorthin führen sollte, wohin wir sire und die Leitung der Militärregierung in den österrei- ben. Aber ich konnte mit berechtigtem Selbstvertraueu chischen Ländern Tirol und Vorarlberg übernahmen, darauf hinweisen, d^ß wir Tiroler, ein Volk nullen in Bei der feierlichen Verabschiedung des französischen Hochkommissars für Österreich S. Exe. General Em. Bcthonart in der Innsbrucker Hofburg hielt Bürgermeister Dr. A. Melzer am 25. September 1950 sollende Ansprache:


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den Bergen, steile und beschwerliche Wege gewohnt sind.

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der französische!! Mission Wolmnngen geschaffen hat, nm die Zahl der beschlagnahmten Wohnnngen zn verWenn ich ini Geiste auf diese 5 vergangenen Jahre mindern. Nicht die Höhe des Geldbetrages ist hier wichtig nnd nicht die Zahl der Wohnnngen, die geschaffen zurückblicke, nud meine damaligen Worte iu Eriniu' rnng rufe, so darf ich mit Befriedigung feststellen, das; wurden, so sehr sie uns eine Erleichterung boten, wichmein damaliges Selbstvertrauen und dav Vertrauen tig nnd von unverfänglicher Bedeutung ist vor ans nnser Volk gerechtfertigt war. Ich denke zurück an allein, daß dies das erste Beispiel einer konstruktiven die Berge von Schult nnd von Trümmern, an die nud fruchtbaren Idee in ganz Osterreich war. Diese übermenschliche Anstrengung, die oft nötig war, nur Art, die Lasten der Besatzung zu verringeru, ist wohl nm das tägliche Brot zu beschaffen, an die Stnrzflntcn die einzige, die erfolgversprechend ist, weil sie uus vor von Schwierigkeiten, in deren Strndel wir oft zu ver- allem das l^efühl und die Überzeugung der Gleichbesinken drohten. Ich möchte beinahe die Worte aus dem rechtigung gibt, lind wenn Nur nnn, Herr General, Alten Testament zitieren, das; Nur mit der einen Hand Abschied nehmen, so bin ich überzeugt, daß uus I h r e das Schwert, mit der anderen die Kelle halten muß- Erfahrung, Ihre Kenntnis nnd das Wissen um unsere Anstrengungen und nnserc Nöte in schwerster Zeit ten. anch in Znkunft Ihre Hilfe und Ihre Unterstützung Dies alles liegt nun hinter nns. Stein auf Stein für den Fortschritt unserer gleichberechtigten Mitarbeit wurde wieder neu gelegt, heute gehört Innsbruck un- sichern werden. Kein Wort ist von solcher Vcdentung bestritten zu jenen Städten, die im Wiederaufbau, am als das Ihre, Herr General, wenn Sie in Ihrer Heiweitesten fortgeschritten sind. Aber wir haben nicht nur mat, sagen werden, daß Frankreichsichselbst und dem nncrmüdlich anfgebaut, wir haben auch die fünf Frieden der ganzen Menschheit dient, wenn es unsere schwersten Jahre lang den Frieden im Innern be- Interessen, die ihm derzeit anvertraut sind, mit der wahrt. I n all diesen 5) Jahren war kein Streik, keine Kraft und Würde einer wahrhaft großen Nation anUnrnhe in unserer Stadt oder in unserem Lande zu erkennt nnd schützt. Vor allem können Sie darauf hinverzeichnen. Wenn Sie nun scheiden, Herr General, so weisen, daß für die vielen Probleme, die die Welt im können Sie mit dem Bewußtsein scheiden, daß aus Großen so unfruchtbar beschäftigen, hier in einem der Wüste, die Sie iu unserer Stadt betraten, frucht- kleinen Kreis eine fruchtbare Lösung begonnen wurde. bares Land geworden ist. Zum Andenken an diese Stnnde und an den langDies ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, daß das jährigen Aufenthalt in Innsbruck bitte ich Sie, einen Verständnis der französischen Besatzung 'für unsere silbernen Wappcncngcl der Stadt Innsbruck entgeBorgen und Nöten immer mehr zugenommen hat und gegen zunehmen. Er ist nicht nur ein Sinnbild der daß die französische Besatzung immer mehr den Willen Hauptstadt der französischen Zone in Österreich, er ist und das Bedürfnis zeigte, uns Zu helfen und unsere anch in Frankreich kein Unbekannter, er wnrde mit Beschwerden zn mildern, wenn sie schon wegen der dem großen Preis in Paris ausgezeichnet. Nnd so allgemeinen Weltlage nicht beseitigt werden konnten. möchte ich wünschen, daß der Engel, der nnser altes, Ich möchte keineswegs verhehlen, daß ich oft vor ver- ehrwürdiges Wappen hält und schützt, in Ihrer Heizweifelten Situationen stand, wenn ich die Interessen mat die Erinnerung an Österreich, an Tirol nnd an der mir anvertrautcu Bevölkerung nnd die Wünsche Innsbruck wachrufen möge. nnd Befehle der Besatzungstrichven in gleicher Weise Und wenn ich meine Abschicdsworte schließe, möchte berücksichtigen sollte. Aber hentc können Sie, Herr ich dieselben Worte gebrauchen, und Awar heute mit (General, mit dem Bewußtsein scheiden, daß die fran- mehr Berechtigung als vor fünf Jahren, die ich bei zösische Besatzung von den vier Besatzungen in Öster- Ihrer Ankunft an Sie, Herr General, richtete. Ich reich als die loyalste bezeichnet wird. Wenn ich auch habe damals gesagt: „Ich bin überzeugt, daß wir mit nicht verschweigen kann, daß die Lasten, die uns die Ihrer Hilfe und dnrch unsere Arbeit das wieder erBesatzung bringt, noch immer nncndlich drücken und reichen werden, was wir alle ersehnen und erstreben: daß dieser Drnck ans den einzelnen nm so größer und eine freundliche, gastfreie Stadt Innsbruck, die wie ein empfindlicher wird, je geringer die Zahl derer ist, die Edelstein zwischen den Bergen eingebettet liegt, ein noch davon betroffen werden, so darf ich doch auch glückliches Land Tirol und ein freies, glückliches, selbnicht verschweigen, von welch aufrichtiger Gesinnung ständiges Österreich!" nnter Ihrer obersten Lcitnng die Versuche getragen waren, unsere Bedürfnisse zn berücksichtigen. Die fran zösische Besatzung, die Ihrem Befehle unterstand, ist die einzige in Österreich, die seit mehr als vier I a h nocli rcn, seit dein 2l>. Jänner 194l>, grnndsätzlich und konsequent keine neueu Beschlagnahmnngen vorge. 5<c!i nommen hat. Aber die Stadt Innsbrnck hat noch eine c! anßerdem den Dan? dafür zn sagen, daß Sie, Herr General, schon vor zwei Jalireu l Million Schilling cl^»es izl !iei c! als Weihnachtsgabe zum Wiederaufbau und zur V!., l"1as>alii!les5»><,Le 29. Schaffung von Wohnnngen widmeten nnd wenn Sie, Olücl(5 Herr General, nnn in Ihre Heimat ziehen, so bleibt meisl Ideili !.«5 — c^ a li n iz! ex ?u zpäl. ein steinerner Zenge hier znrück, ein gewaltiger Hän ein serblock in unserer Stadt, der in gemeinschaftlicher ^Inseres !ieu Zusammenarbeit zwischen der Stadt Innsbruck und 5cnäll55lel!o ie chiose


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Die Wasenmeisterei in Innsbruck Aon Wilhelm Eppacher Draußen am Stadtrande lGeneral-Lcker-Straße Rr. 1j befindet sich die allgemein wenig deachtete jedoch wicht uninteressante städtische Anstalt der Wasenmeisterei. Organisatorisch untersteht sie der Magistratsabteilung V I I I , Veterinäramt, die Durchführung der Geschäfte obliegt einem eigenen Wasenmeister. Aber das Wesen der Wasenmeisterei oder Abdeckerei in alten Zeiten erzählt uns Bruno pokornu, einiges in einem sehr ansprechenden Aufsah, erschienen im Tiroler Anzeiger 1936 Rr. 44, unter dem Titel „Abdecker und Abtreiber im alten Innsbruck". Auch Konrad ßischnaler überliefert uns in seiner Innsbrucker Chronik, Rand I V , Seite 142 mehrere historische Daten über das Wesen und Werden der Anstalt. Hast unbekannt dürfte den meisten Innsbruckern jedoch die Geschichte der Wasenmeifterei-Anstalt, wie sie gegenwärtig besteht, sein. Vor dem 12. März 1842 stand das Abdeckerhaus — im Volksmlmd auch hundsmsisterei oder kurzwegs Schinterei benannt — in der Innstraße. M i t diesem Zeitpunkt mußte sie wegen Straßenerweiterung, die im Gebiete von St. Nikolaus durchgeführt wurde, verschwinden. I n der ßolgezeit wurde das Häuschen, das wir heute als Rummer 29 der Sebastian-Scheel-Straße bezeichnen sehemals Kapuzinergas>e42), für die „6chinter"-Zwecke verwendet. Seine Einrichtung muß mehr als primitiv gewesen sein, denn es wurden in veterinär-polizeilicher Hinsicht wiederholt Klagen über Mängel geführt- aber der Kamin spie meistens Rauch aus, so daß in der Innsbrucker Bevölkerung die Bezeichnung „Rauchhäusl" dafür in Verwendung kam. Erstmcils öffentliche Mehrbeachtung erfuhr die Wasenmeisterei im Jahre 1890, als vom Gemeinderat eine sorgfältig ausgearbeitete W a se n m e i st e r e i - O r d n u n g beschlossen wurde, wodurch die Anstalt endlich eine rechtliche Begründung erfuhr. M i t Beschluß des Gemeinderates vom 12. Oktober 1900 wurde auch die Besorgung des Wasenmeister-Dienstes in Willen, das damals noch eine selbständige Gemeinde war, durch den städtischen Wasenmeister gegen eine jährliche Entschädigung von 400 Kronen übernommen. Dm Jahre 1902 schritt die Stadtgemeinde zum Baue des Landhauses Reichenali Rr. 2, heute General-EcckerStraße Rr. 1. Die Wasenmeisterei fand darinnen ihr heim. Ende Juli 1902 konnte der damalige Wasenmeister Alm einziehen und den Betrieb zeitgemäß erneuern. Beachtenswert erscheint sin, auch heute noch vorhandenes, in deutscher und italienischer Sprache am 13. März 190? abgefaßtes Rundschreiben der k. k. Statthalter«! für Tirol und Vorarlberg, worin die früher gehandhabten Methoden zum Hangen, zum Transport und zur Tötung der Tiere als nicht entsprechend hingestellt und neue Richtlinien für die Behandlung der Tiere, vom Standpunkt des Tierschutzes ausgehend, aufgestellt wurden. I n der Gemeinderatsihung vom 22. März 1912 wurde mitgeteilt, daß die bisherige Wasenmeisterei der haubitzendiuision als Abikation für Militär» schlächterci zu überlassen sei. c5s wurden sofort 25,000 Kronen für die Errichtung einer neuen Wasenmeisterei am Sillspitz, heute Matthias-Schmid-Straße Rr. 14, genehmigt. An dieser Stelle verblieb sie bis 1918. Aber Antrag der Schlachthofkommission beschloß der Gemeindorat am 11. April letztgenannten Jahres, die bisherige Art der Kadaververtilgung durch V e r g r a b e n aufzulassen und dadurch die Tätigkeit des Wasenmeisters zum größten Teil einzustellen. Er selbst wurde der eben

nouerrichleten Tierkörper-Verwertungsstelle im Rahmen des städtischen Schlachthofes zur Dienstleistung zugeteilt. Erst 1927, also neun Jahre nach Auflassung, schritt die Stadt« gemeinde doch wieder zur Wiedererrichtung einer eigenen Wasenmeisterei, wie sich eine solche in früheren Zeiten ja auch bewährt hatte. Es erfolgte die Bestellung eines neuen Meisters, der den Netrieb nun wieder in dem eigens für diesen Zweck erbauten Objekt einzurichten hatte. I n den letzten 23 Jahren kamen Veränderungen nicht mehr vor. Am dem Leser zur furzen geschichtlichen Darlegung auch einen Einblick in das Tätigkeitsfeld der Wasenmeisterei zu geben, werden hier noch Auszüge aus zwei zeitlich ziem« lich auseinander liegenden Jahresberichten vorgelegt. I m J a h r e 1909 wurden vom Wasenmeister vernichtet beziehungsweise verscharrt' die Kadaver von 12 Stück Großvieh, 108 Hunde, 5 Katzen, 1 Hirsch, 10 Gemsen, 89 Stück Geflügel sowie ein §aß Gurken, 60 I<^ Käse und 5500 !<x zieischteile. Lingefangen wurden 100 Hunde, da« von 64 nach erfolgter Versteuerung wieder frei gegeben. I m J a h r e 1946 wurden 140 Hunde und 2? Katzen vertilgt- von den K a d a v e r n 11 Rinder, 20 Kälber, 8 Schafe, 2 Merkel' Rindsinnereien 5208 Stück' Pferde« innereien 21 Stück' ferner 50 Schafslebern, 2 Kalbslebern, 1 Schweinsdarm- 3354 Stück Rindsfleisch sdavon 700 kx Surfleisch, 2580 K3 Rindsfleisch und 74 K3 Rindsknochen), 58 K3 Kalbfleisch, 28 I<8 Pferdefleisch, 8 kx Ziegen« fleisch, 220 kx Würste und 9315 I<si Trächtigkeiten und Ab< fälle,' von K o n f i s k a t e n durch das städtische Marktamt 47.843 Stück amerikanische Konserven (davon 39.037 Stück Fleischkonserven, 7399 Stock Sojabohnen, 1407 Stück zischkonseruenj, 3098 lxz? Salzheringe, 2425 I<3 Kürbismark, 562 kx Eierpuluer und 9 Kx Schokolade. Von diesen Kada« uern und Konfiskaten wurden, da nicht infektiös, abgegeben! 9910 !<x für Hundefutter' an die §ischzucht-Ansta!t in Leutasch 30.528 Stück Konserven, 2739 kx Hutterfleisch und 544 K^ Salzherings) an die ßuchsfarm in Laus 4263 1 ^ §utterf!eisch, 1004 Stück Konserven und 200 K^ Salzherings' an das Landgut Reichenau 2425 I<^ Kürbismark, 208 kx Eierpulver und 98 Stück Konserven- schließlich wurde der Zirkus Krone mit 461 I<8 Hutterfleifch beliefert. Es dürfte auch die Mitteilung von Interesse sein, wo die Verscharrungen erfolgen. Zufolge Erklärung des derzeit!« gen Wasenmeisters wurden die Verscharrungen in den rund 70 Jahren vor 1942 in der Rahe der Reichenauer-Siedlung vorgenommen. I n der Zeit zwischen 1942 und 1945 wurde der Sillspih als Verscharrungsplatz verwendet lind seither werden die Verscharrungen ciuf dem Mullplatz in der Roß« au vorgenommen. Jedwede Tötung der anfallenden Tiere wird bereits seit Jahren mittels Bolzenschußapparat durchgeführt, ein Ver« fahren, das den modernen Grundfähen des Tierschutzes Rechnung trägt. Wer die Wasenmoisterei gesucht, wird zur Aberzeugung gelangen, daß der Betrieb, wie er derzeit besteht, einiger Erweiterung bedarf, ja vielmehr dringend nötig hat, denn auch für den Menschen gefahrdrohende Infektionskrank« heiten, wie Milzbrand, Rauschbrund oder Rotz bei Rin< dorn beziehungsweise Pferden können, wie uns die nicht allzu ferne Vergangenheit lehrt, in irgendeinem Winke! des umfangreichen Stadtgebietes jederzeit auftreten, und da» her soll die Wasenmcisterei voll einsatzfähig sein.


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I),-. Illll<<l'r»lsf v l ' r liulldcrt Oktober 1850: 2. bcri(!>le< der „vote" über Proben von Seide ans dem Sternbachischen Besitz in Miihlan: „Diese Seide wurde im Baron v. Oleriüiach scheu Gurten in Mühlau nnr uer> suchsweise gezogen, du sich dort noch ein paar sehr große und hübsche Maulbeerbäume befinden. Von 600 bis 700 Raupen wurden sechzehn niedliche Strähne schmukker Seide gewonnen, non denen sich bereits ein Muster im ßerdinandeum befindet. Anstreitig mlisi in früheren Jahren der Seidenbau in Mühlau im größeren Maststabe betrieben worden sein, da sich daselbst noch mehrere, einige Kuß im Umfange messende Wurzelstöcke des weiften Maulbeerbaumes befinden, aus denen zahlreiche Wurzelgeschosso wuchern, die als hocken den Dienst eines sogenannten lebendigen Zaunes vertreten. Räch Aussage älterer Dorfbewohner sollen die Seidenbäume im Jahre 1809 non den Bauern zu Lagerholz umgehauen worden sein) ein paar davon weiter vom Wege stehende blieben verschont, mit deren Laub obenbesagter Seidenbauuerstich norgonommen wurde. Da der Seidenbau an das gute Fortkommen der Maulbeerbäume als einzige Bedingung gebunden ist, die Bäume aber in der Gegend von Mühlau üppig gedeihen, so würde der Versuch des Seidenbaues in größerem Amfange in unserer Gegend gewist interessant sein und bei grösterem betriebe sicher lohnend werden. 6s freut uns daher ungemein zu erfahren, das; mehrere gröstere Güterbesiher sich bereits an die Anpflanzung von Seidenbäumen machen, um so manche Bodenstrecke, die sonst wegen Unfruchtbarkeit tot und verloren liegt, mit der Zeit recht einträglich zu machen,' durch Versuche im grösieren Maßstäbe wird der Ruhen des Seidenbaumes erst recht ersichtlich, und dieser dann zur weiteren Ausdehnung dieses in unserer Gegend neuen srwerbszweiges die geeignete Aneiferung werden." 3. zeigt Dr. Tschan im „Voten" an, daß er „im Oktober Staroperationen vornehme und für die Unterkunft auswärtiger Patienten gesorgt habe." Cr wohnte in der Museumstraste im Crhard'schen Backhause. Z. trifft Kaiser ßranz Joses mittags ein Uhr in Innsbruck ein. Die Strecke von St. Johann nach Innsbruck hatte er in der unglaublich kurzen Zeit von sechs Stunden zurückgelegt. I n Mühlau und bei der Kettenbrücke waren Ehrenpforten errichtet, bei denen die Wiltener Schüt» zenkompanie unter Hauptmann R. v. Mör! aufgestellt war. Der Bürgermeister und Bürgeruusschust empfingen den Kaiser an der Studlgrenze. „Als der Kanonendonner der auf dem Suggen aufgestellten Batterie die Ankunft 6 r . Majestät verkündete, maren die Schützenkompcmien von Rum, Arzl, Mühlau, pradl. Mutters und Ratters noch im Anmärsche begriffen. Rur der höttinger Kchützenkompanie und jenen beiden, welche sich ans den im Jahre 1tt46 >wohl 1tt4tt!j an die italienische Grenze gezogenen, noch hier befindlichen Schützen der Innsbrucker Kompanien gebildet hatten, gelang es vom jenseitigen Innufer herüber mit ^h^onschwingen und Vivatruf unter dem sich der Donner der Mnhlschedl'schen Bergkanonen aus den höhe» von Büchsenhuule» mischte, Se. Majestät zu begrüsten, als höchstdemjelbeii an der Grenze des Stadtgebietes vom Bürgermeister in kurzer Anrede die Gefühle der Bürgerschuft ausgesprochen wur» den. 6e. Majestät erwiderten dieselben mit gnädigen Worten und fuhren unter Kanonendonner und Glocken»

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gelante dui'ch das nun von allen Seiten zuströmende Volk nach der Hosburg, in deren Rahe die in Parade ausgerückte Division des städtischen Schützenkorps mit ihrer glänzenden Musikbande und die Schuljugend mit ihren ßnhnen sich zum Empfange aufgestellt hatten. Dio Ehrenkompanie am Burgtor gab das Kaiserjägerregi. ment." Später begab sich der Kaiser nochmals auf den Rennplatz, um dort das Defilee der Schützenkoinpanien abzunehmen. Anschüestond besuchte er den Erzherzog Rainer im Gasthof zur goldenen Sonne. Abends ging er in das festlich beleuchtete Cheater, worauf die Stadt» gemeinde durch eine Abteilung des städtischen Schützen» korps und der Wiltener Schützen einen Fackelzug mit Serenade veranstaltete. 6. sindet bei schlechtem Netter eine ßeldmesse und Revue auf der Alfiswieso statt'- das vorgesehene taktische Ria» növer unterbleibt des starken Regens wegen. Bei der Rückkehr besuchte der Kaiser die städtische Schieststätte und besah sich die Beste des ßreischießens, das die Stadt anlästlich seiner Anwesenheit gab. Räch dem großen Empfang der Behörden am Mittag besuchte der Kaiser die beiden Militärspitäler, deren Reinlichkeit er lobte. „ M i t herzlicher Teilnahme befragte er mehrere Kranke um ihren Zustand und es war überraschend, den jugendlichen Monarchen fließend böhmisch, polnisch, italienisch und ungarisch sprechen Zu hören." Das Fest auf dem Berg Isel mußte des Regens wegen unterbleiben. Abends fand eine große Tafel statt und nachher erschien der Kaiser wieder im Theater, wo der Zauberschleier gegeben wurde. 7. besucht der Kaiser vormittags die Militär- und Gendarmeriekasernen und läßt einzelne Züge exerzieren und bajonettfechten. I m Strafarbeitshause Mirnusvereinshaus) wurden neun Häftlinge zur Begnadigung empfohlen) der Kaiser befiehlt dem Oberlandesgericht unverzüglich Bericht darüber zu erstatten. Anschließend besah sich der Kaiser alle Krankensäle nnd Lokalitäten des Stadtspitales, wo er „mit der unserm Kaiserhause angestammten Leutseligkeit mit den Kranken sprach und die Reinlichkeit und Einrichtung dieser Anstalt belobte". Räch einem Gang durch das Rationalmuseum wurde die Ssiinnfabrik von Ganah! und Rhomberg besichtigt, wo der Kaiser in der mit der Spinnerei vereinten Gewehr» sabrik Probeschüsse mit Pistolen dieser Fabrik abgab. Ruch einer Reihe von Audienzen und einer großen Tafel, zu der auch die Deputierten der Stadt Trient zugezogen wurden, fuhr der Kaiser auf den Berg-Isel, wo das Kuiserjüger-Regiment ein großes ßost verunstultete. Er beteiligte sich dort auch am ßestschießen. „Als die Däm» merung einbrach, begannen allmählich die farbigen La» lernen in den Bauingruppen zu schimmern und vor den ßenstern dos Schützenhanses leuchtete der Wahlspruch: ..Viriku5 nnitiV. I n der Mitte .der Schioßstälto am dunklen Bergrande erschien der Ramenszug des Kaisers in Brillantfeuer und zugleich begann von drei Seiten auf den Hügeln lind im Walde ein lang andauerndes plänklerfeuer. Griechische Heuer verbreiteten eine magische Belenchtung über das Ganze, die VolkshlMne ertönte lind der stürmische Jubel der Menge währte noch lange fort, als sich Ke. Majestät schon in den schön dekorierten Saal des Schlitzenhauses begeben hatten. Allmählich sai) man von der höhe unten in Nilten und in der Stadt lange Reihen von ßenstern sich erhellen


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und die Menschen masse, dio das ßest auf dem Vergase! versammelt hatte, strömte nun der Stadt Zu, in welche SZ. Majestät durch die nun festlich beleuchteten Straften und unter dem Vivatrufe des Volkes in die Hofburg zurückfuhren." begibt sich der Kaiser morgens zur Landeshauptschießstätte, wo er vom Bürgermeister, der Schützennorstehung und dem Magistrat empfangen wird,' nachdem er selbst mehrere Schüsse abgegeben hatte, verließ er „die alte schlechtgebaute Schießstätte mit der huldvollen Zusicherung eines namhaften Beitrages zum Bau einer neuen der Landeshauptstadt würdigen Schießstätte". Am neun Ahr hielt der Kaiser große Revue über die am Saggen aufgestellten Truppen und um zwölf Ahr sehte er seine Reise nach Reutte fort. amnestiert der Kaiser mit einem aus Reutte an das Oberlandesgerichts-Präsidium erlassenen Handbillet die neun zur Begnadigung vorgeschlagenen Sträflinge. wird die Ernennung des Assessors des Brünner 3andesgevichtes, Dr. Karl Beidtl, zum ordentlichen Professor des gerichtlichen Verfahrens des Handels- und Wechselrechtes an der Innsbrucker Aniversität bekannt. wird der Dekanats-Pfarrverwefer B. Kometer vom Bürgerausschuß zum Stadtpfarrer ernannt. Lrster Magistratsrat wird der Bezirksgerichts-Adjunkt in Schwaz, Nallnöfer, Sekretär der bisherige Magistratsaktuar Wierer und Aktuar der Konzeptpraktikant Kahung.

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15. beginnt das Studienjahr an der Aniversität. Die ersten drei Tage waren zur Aufnahme der Studenten be» stimmt. Räch dieser ßrist konnte der akademische Senat die Aufnahme aus besonders rücksichtswürdigen Grün» den noch binnen acht Tagen bewilligen. -

erhält Aniu.-Prof. Dr. Josef Böhm Mathematik! die Erlaubnis zur kinnahme und zum Tragen der königl. dänischen Verdienst-Medaille. 16. meldet der „Bote", daß der seit 182« berühmte Inns« brucksr Athlet Karl Rappo labgebildet in K. ßischnalers, Innsbrucker Chronik, I V , 344) auf der Michaelismesse in Leipzig im „ I k c l l t r c ac^a^mi^uc von Charles und Francois Rappo" mit seiner zahlreichen Gesellschaft unter großem Zudrange des Publikums seine Produktionen, „eine wahre Hochschule gumnastischer Kunst, in welcher alle Branchen vertreten sind", ausführe.

(I?2,<:nß6NäL6 Ksplli-aturen vverclku prompt auL^esullrt,)

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Verleger, Eigentümer u. Herausgeber i Die Stadtgemeinde Innsbruck. — Verantw. Schriftleiter ! Vr. «arl ^chndelbaner, Innsbruck Rathaus, Zimmer Nr. 190. — Anzeigenverwalwng: Annoncen-Expcdition „Älouitas", Innsbruck, Anichslrasze «/I. — Druck und Vertriebsverwaltung: Felizian Rauch, Innsbruck. — Druckgenehmigung Nr. 106 vom 21, Ottober 194«


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