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. Jahrgang

Die und das neue Kraftwerk Mühlau der Stadt Innsbruck Dir. Dipl.-Ing. A. C r o c e nnd T i r . I n g . E. M a aß. Wer je eininal die Südhängc der Nordkette durchwandert nnd sich an einein heißen Föhntag vom Dnrst gequält nach einer Quelle gesehnt hat, den» ist vielleicht zum Bewußtsein gekommen, »vie wasserarm nuserc Nordkettc ist. Nnr an einer einzigen Stelle macht sie eine Ausnahme: im Mühlauer Graben, der zur Arzler Scharte hinaufzieht und über welche das Gebiet der Pfeisalpe erreicht loerden kann. Dort stürzt ein wildes Bergwasser zn Tal, das von einer Anzahl großer und einigen kleineren Quellen gespeist -wird. Wer für diese nicht gerade selbstverständliche Erscheinung eine Erklärung sncht, der muß einen Geologen fragen, der ihm etwa folgendes antworten wird: Die Nordkctte, als die südlichste der vier Karweudeltetten, besteht ans einem sogenannten Grundgebirge, über das sich einmal vor Iahrmillionen vom Süden her eine zweite Gebirgsmasse, die sogenannte Inntaldecke geschoben hat. Das Grundgebirge ist znfolge sei ner geologischen Znsammensetzung im wesentlichen wasserundurchlässig^ „während das mächtige Kalksvstem der Inntaldecke mit seinen zahllosen Schichtsugen und klüfteu einen riesigeil Wasserspeicher darstellt", wie Hofrat Dr. Qlto Ampferer nachwies, dessen Lebensarbeit die Erforschung des geologischen Aufdanes des Karwendelgebirges war. Da die Schichten des aufgelagerten Kalkgesteins nach Norden falle», wird die Nordkette iu ihrer ganzen ^ängserslreckung auch nach Norden entwässert. Nur in der Mülilauer Klainm treten mächtige Quellen nach Süden aus, so daß es nach Ampferer „für jeden Kenner des geologischen Gebirgsbanes von vornherein klar ist, daß diese schö neu Quelleu für die Nordtette eine Ausuahmserschei uung sind, der eine besondere Bananlage des Gebir ges an dieser stelle zngruirde liegen muß. Man mnß da ans eine große Querstörung schließen, welche iu der Nichtuug ^iühlauer >tlamm — Ar;ler Scharte — Samertal das ganze befuge der ^nnlaldecke zerrissen hat. Diese Quellen enlwässern niclil nur den Hinter

grnnd der Mühlauer Klamm bis znr Kammhöhe, sondern sie führen große Wassermassen unterirdisch aus dem Bereiche der Pfeisalve vom Norden her dem ^nntal zu". So ist es auch verständlich, daß das auf Grnnd der Wassermengen anzunehmende Einzugsgebiet etwa 35^Qnadratkilomcter groß ist. Aus diesen mächtigen Qnellen haben schon unsere Vorfahren Nutzen gezogen nnd am Unterlanfc des Mühlaner Baches in alten Zeiten durch Wasserräder angetriebene Mühlen errichtet, von, denen ja auch Mühlan seinen Namen hat. Am Ausgange des Mit-telalters wnrden vom Oberlauf des Baches Frischwasserlcitungcn abgezlvcigt und ans diesen das Trinkwasser für die Stadt bezogen. Ein Plan ans der Zeit der Kaiserin Maria Theresia zeigt dann bereits ein sogenanntes „Brunncngeleitc", das ans nicht weniger als acht Holzrohren bestand nnd von einer etwas oberhalb der Tchweinsbrücke gelegenen ^assnng bis in die Stadt reichte. Da diese Holzrohre keinem nennenswerten Wasserdruck widerstehen konnten, mnßten in die Leitung Druckunterbrechnngen eingebaut werden nnd floß das Wasser schließlich in öffentliche Brnnnen frei ans. Wer also iu höheren Stockwerken wohnte, mußte sein Wasser erst voll nnten holen. Aber bereits nm das Jahr 1880 befaßte sich der Gemeinderat mit den Stndien für die Errichtung einer modernen Trinkluasserversorgnngsanlage. die dann in den wahren 1888 18W auch tatsächlich ausgeführt wurde. Es war dies die erste Trintwasseranlage nach dem Hochdrucksystem mit Speichernng. Unweit der Cchweinsbrücke beim Schillerhof wurde ein Trinkwasserreservoir errichtet, das die tageszeitlichen ^chwaut'uugeu des Wasserbedarfes ausglich und gleichzeitig dafür sorgte, daß sich Schwcbstoffe absetzen tonnten. Von den Quellen wurden dabei nur "die Wnrmbachquelle nnd die Quelleu des sogenannten Klammbachstollens eingeleitet. Etwa ',uv selben ^eit trat anch die Elektrizität ans


Amtsblatt der Landeshauptstadt Innsbruck den P l a n . 1879 fabrizierte Edison die ersten Glüh lampeu nnd ab 188t) wurden in Europa nnd in der ueueu Welt die ersten kleinen Ttromerzengungsanla gen errichtet, die noch mit Gleichstrom arbeiteten nnd daher, mn den Spannungsabfall in erträglichen Grenzen zn halten, in nächster Nähe der Verbraucher angestellt werden mnßtcn. I n i Jahre 1887 begab es sich nnn, daß Ingenieure der damaligen F i r m a Ganz n. Co. in Bltdapest, die bei der Nanch-Mühle eine Wasserturbine aufstellten, auf die Wasserkräfte der Mühlaucr .Klamm anfmerksam wurden. Die F i r m a erkannte die dadurch gegebenen Möglichkeiten und arbeitete ein Projekt ans, das am 4. M a i 1888 kommissioniert wnrde und am 20. August desselben Jahres die Baubewilligung erhielt. Damit entstand in Innsbruck eines der ersten Elektrizitätswerke, das, wenn auch inzwischen mehrmals erweitert nnd umgebaut, noch heute besteht und Dienst tnt. Wie sehr auch die Stadtväter von I n n s brnck die Zeichen der Zeit verstanden, beweist am besten, daß der damalige Bürgermeister, D r . Heinrich Falk, sich als Konzessionsbedingung außer dell sonstigen notwendigen Sicherheiten das Necht vorbehielt, das Elektrizitätswerk samt den Leitungsanlagen, wann immer es der Gemeindcrat beschließen sollte, käuflich zu erwerben. Die damalige Leistung des Werkes von.50N ? 3 wnrde über eine Hochspanunngsfreileitnng bis zur Stadtgrenze bei der Kettenbrücke übertragen und von dort mittels mehrerer Hochspannnngskabel in das Stadtinnere weitcrgelcitet, wo kleine Transformatoren den einzelnen Stromabnehmern den S t r o m mit einer Spannung von 100 Volt lieferten. Als im Jahre 189l) die neue TrinAvasservcrsorgungsanlagc in Betrieb genommen wurde, hatte die Stadt rund 23.000 Einwohner. Die Anlagen waren aber, dank der voransschanenden Planung der Stadtverwaltung, für die doppelte Leistnngsfähigkeit, das ist also für 45.000 Einwohner ausgelegt. S o war es möglich, daß diese Anlage bis zum ersten Weltkrieg allen Anforderungen nachkommen konnte. Mit Kriegsende war aber die obere Grenze der Leistungsfähigkeit erreicht und mußte die Stadt an eine Erweiterung denken. Die ungünstigen Nachkriegsverhältnisse verhinderten aber immer wieder die Ausführung dieses Planes nnd selbst eine im Jahre 1930 eigens für diesen Zweck aufgenommene Anleihe mnßte schließlich für noch dringendere Erfordernisse verweil dct werden. So kam es, daß anch zn Beginn des zwei ten Weltkrieges die nunmehr 50 Jahre alte Anlage allein Dienst tnn mnßte. Endlich im Jahre 1942 ge lang es, das vorliegende Projekt in Angriff zu nehmen, wobei gleichzeitig die Ausnntzung der gesamten i m Quellgcbiete zn Tage tretenden Wasser znr Stromerzeugung iu einem neuen Kraftwerk vorge sehen war. Ehe a>l den Ausbau einer Wasserkrastanlage ge schritten werden kann, ist immer zuerst der Geologe zu befragen. I n diesen! Falle war dies nm so not wendiger, als, wie schon eingangs erwähnt, das Qnellgebict in einer geologischen Ttörnngszone liegt und besonders verwickelte Verhältnisse vorlagen nnd außerdem die Quellen nicht in einem Horizont, son

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dern verteilt zwischen 1050 und 1l<>0 Meter ^eehöhe austraten, es also mit Rücksicht auf einen möglichst großen Kraftgewinn nicht gleichgültig war, ob die Wasser im nnteren oder im oberen Niveau gefaßt, oder sogar zwei Kraftstufen errichtet werden mußten. Die eingehenden geologischen Stndien führten schließ lich dazn, in Seehöhe 1140 Meter einen Atollen iu das Gebirge zu treiben, der sämtliche Wasser, also auch jene, die tiefer zu Tage treten, erschließen sollte. Der Stollen, der heute fast fertiggestellt ist, beginnt auf der westlichen Seite des Mühlaner Grabens, nn weit der ehemaligen Wnrmbachqnelle nnd führt in einem dnrch die geologischen Gegebenheiten bestimmten Abstand von der Oberfläche im Berginncrn bis znr östlichen Seite des Grabens. Er wnrde dnrch drei Fensterstollen erschlossen und waren die Bauarbeiten deshalb besonders schwierig, weil anch während der Ballzeit die Trinkwasserversorgung nicht gestört werden nnd auch keine Verunreinigung des Wassers durch die Bauarbciteu erfolgen durfte. Es mnßte immer wieder die Trinkwasscranlage sorgfältig von jenem Stollenteil, an dem jeweils geballt wnrde, abgetrennt werden. Die Güte des Wassers ist, loie länqst bekannt, ganz hervorragend; es hat eine Praktisch gleichbleibende Temperatur vou zirka ^ 5 Grad Celsius und ist völlig keimfrei, was die immer wieder durchgeführten Untersuchungen durch das Hygienische I n s t i t u t der Universität Innsbruck beweisen. Es ist dies erklärlich, wenn man bedenkt, daß das Wasser von der Pfeisalpe kommt nnd dabei einen Filter voll rnnd 800 Meter Dicke dnrchsickern mnß, ehe es im Stollen anstritt. Es gelang mit dein Stollen tatsächlich alle die verschiedenen Quellen emzufangen und sind w i r derzeit dabei, noch den lehten freien Quellaustritteu nachzuspüren nnd sie ebenfalls einznleiten. Damit werden im Winter mindestens 700, im Sommer bis zu 1600 und mehr Liter je Sekunde znr Verfügung stcheu. D a der heutige Bedarf des Wasserwerkes rnnd 850 Liter je Seknnde beträgt, könnte also die Einwohnerzahl des versorgten Stadtgebietes sich etwa verdoppeln, das heißt,' es ist Wasser für 200.000 Menschen vorhanden. Dabei sind aber die kleinen Qnellen in Hötting nnd im Süden der Stadt nicht miteinbezogen. Die durch dell Stollen erschrotetcn Wasser werden einem kleinen Wasserschloß zugeleitet, von welchem zwei eiserne Drnckrohrleitungen mit je <»00 M i l l i meter Lichtweitc nnd 1500 Meter Länge znm nenen Kraftwerk führen, das derzeit 450 Meter tiefer auf einer Knppe westlich des Schillerhofes errichtet wird. Das Wasser wird dort zwei Turbinen antreibeil, die mit je einem Stromerzellger von 5<',00 ? 5 Leistnng gcknppelt sind. Ein Teil des Wassers wird dann einem Trilitlnasserbehälter zugeleitet, der restliche Teil in deli Mlchlaner Bach abgeführt. Der Trinkwasserbehalter besteht alls zwei Kammern, die zusammen ciu Fassungsvermögen von 25.000 Kubitmeler aufweisen nnd imstande wären, anch ohne den danernden Z u fluß etwa zwanzig Stunden lang die Stadt mit Wasser zn versorgen. Vom Speicher führen drei Tveiseleitlingen über M i i h l a n zum Druckrohrnet) der Stadt. Da es vorkommen kann, daß die Turbinen des Kraft Werkes einmal durch längere Zeit stehen, ist ein söge nannler Energieverilichter vorgesehen, über den das


Amtsblatt der Landeshauptstadt Innsbruck Trintloasser dann dem Behälter ',ugeleilet >oird, loenn die Turbinenschieber geschlossen sind. An das straft Haus ist ini rechten Winkel dazu ein Schalthalls auge baut, in dell« sich eine Schaltanlage für '»OlK» Voll nnd eine ;lveile fiir ^5>.<)<><> Voll befinden. Eiii l^roß teil des er;ellgleii Stromes fließt dirett über das 5000 Volt Kabelnei) in die ^tadt, der bliest lvird durch einen regelbaren Transforiliator umgespannt und über ein >tabe^ dell, bestehenden ^'»,<><»<> Volt ^tetz zu geführt. T i c jährliche Stromerzeugung lvird !>5>,<><»<».l»l>l) Kilowattstnnden betraßen, das ist gerade ein Drittel des heutigen Verbraliches der Stadt. Dnrch die gün stige jahreszeitliche Verteilnlig der Wasserspende wird mindestens die Hälfte des Stromes ini Winter zur Verfüglllig stehen. Nenn dieses Banvorhaben voraussichtlich ini Jahre N»5>1 vollendet sein wird, ist die Stadt nin ein Werk reicher geworden, liin das sie mit Recht manch andere

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«Gemeinde beneiden loird. Das von der Natnr in so verschwenderischer Fülle gebotene l^eschenk an köstlichem Wasser in nächster Nähe der ^ l a d t , une es ein zweites M a l nicht mehr zn finden ist, erfährt dabei eine Anvni'iNnnq, wie sie besser nnd wirtschaftlicher nicht mehr gedacht werden kann. Der gleiche Atollen nnd dieselben Leitungen dienen ^leichzeitili der TrinkU'asserversorqnnq nnd der Ttromerzenqnnq. Ans^er^ deni sind Boeder lanqe Hochcinellenleitnnqen, noch 1'lbertral'lnnq^leitnnqen für den elektrischen T l r o m notioendil'z. ^)! a ch s a h d e r Z ch r i f t l e i t n n q: Über das vorstehende Thema haben die Ttadtwerte jünqst ein sehr lehrreiches, mit ausgezeichneten Plänen ausgestattetes Provaqandaheft ans,qcqeben, das den Titel träqt: „ B a n der Trinkwasscr-Qnellfassnngs- nnd Stollenanlaqc in Vcrbindnnq mit dem neilen M ü h l aner Kraftlverk, sowie Trinkwassersveichcr für die Stadt Innsbruck."

Bericht über Gemeinderatssihunqen Am l<». '.vtai l!14!) fand ;nm ersten ^lale eine meinderatvsitzunq im loiederinstandqesetzten '' saal der Ttadtsäle statt. Ans der Taqcsordnnnq dieser Cöeschäftssihniiq stand der Anspruch des Konvents znm Hl. Josef der Patres Terviten l^eqen die Stadt I n n s brück cmf "linckstellnlui seiner ehenlaliqen l^riinde nn ^vestlichen Teil von Höttinq. Der Genieinderat stimmte dein Abschluß eines Vergleiches einhellig zii. Der zweite Punkt der Taqesordnnnq betraf eine Ge sehesvorlaqe für ein Ttadtrecht der Landeshauptstadt Innsbrnck. Nach einführenden Worten des Obman^ lies des Nechtsansschnsses, 3 t N . D r . Greiter, sprachen in der allgemeinen Wechselrcdc Bgm. Stellv. Kottcr für die O V P . nnd S t N . D r . Kilnst für die S P Ö . I l i der besolidereii Wechselrcdc wurde eine Stelle des Stadtrechtes, für die der Nechtsansfchnß drei Va rianten ziir Eiitfcheidniig offengelassen hatte, geklärt nnd eine weitere ergänzt. Hierauf wurde der Vnt wnrf einhellig angenommen, nm dem Tiroler Land tag als der gesetzgebenden Körperschaft Vorgele at zii werden. Die Sihllug schloß nach ',>veiei>ihalbstündiger Daner. Ans deii 27. M a i 1Ü l'.» berief der Bürgermeister eine l^enieinderatssilmng ',nr Behandlnug der lan sendeii Aiigelegenheileii ein. Der Bürgermeister berichtete über Maßnahmen, die auf <^rund von Anträgen, welche in früheren Sit Gingen gestellt worden waren, ergriffen wnrdeiu ^ n einem Alitrag des 3 t N . Thoma, die Pembanrslraße ;>vischen der ^'gerdach nnd der Amthorstraße zu v.r brcitern, hatte das Stadtbanallit geäußert, daß die Zeit dafür noch nicht reif ist. Kindergärtnerinnen nnd Kindergartenhelferinnen werden anf l^rnnd eines Antrages der l ^ i i . Obcrhammer in Erster Hilfe ge schlllt. Eilien Antrag des ( M . Zschieguer, die ^ohn slliliilielisteuer für l!>4!> allf 1.5> Prozent zn belassen, hatte der ^'inanzansschnß lvegeii der Nurtschaftlicheii Lage der (Hemeiude abgelehnt. Äiit einem Antrage

des ( M . Pettalier hatten sich der Wohlfahrtsausschuß nnd der Stadtrat befaßt; dabei wurde festgestellt, daß wegen einer Erhöhung her Fürsorgerichtsähe Verhandlungen bereits laufen, nn>d der Wnnsch ansgcsprochen, daß die znr Verbilligulig von Lebensmitteln Vorgesehelle Tnmmc in erster Linie für Härtefälle verlvendet werden möge. Es folgteii Alifragen nnd Anträge der Gcmeiuderäte: E i n Antrag des S t N . S i g l nnd Gen. wegen einer Stenerermäßignng für Sportveranstaltungen wnrde dein Sportalisschnß nnd dem Finanzansschnß, ein Antrag der GR. Oberhammer lind Gen. wegen« Eröffnnng einer dritten Volksfchulklasse in dcr S i g l angcrschulc dcni Stadtschulral, dcill ^inanzansschuß lliid deili Bauausschuß zngcwicscn. Z n cincr Anfrage der bäuerlichen Gemeinderäte wegen der Grnndenteignnngcn, die in Arzl für eine Besahungslnacht vorgenonimen wnrdon, nahnicn der Bürgerineister ulid S t N . Sigl Stellung. E i n Antrag des G N , Loreck nnd Gen., die städt. Pfandleihanstalt wieder zn errichten, wnrde dem Stadtrat, ein weiterer des S t N . Klappholz und Gen. über Pflege lind Beleuchtung der S t r a ße,! dem Stadtbanamte., dem Banansschnß nnd dem ^inanzansschnß zugewiesen. Einen Alitrag der G N . Kaiser nnd Gen. über die Anwendung des ^ 1^ des Wohnnngsanfordernngsgesehes im ^-alle von Woh nnnc^srä'nmungen nahm der Bürgermeister selbst in Bearbeitnng. E i n weiterer Antrag des G N . Schöpf nnd Gen. über die Vrrichtnng von Baracken als Not Wohnungen wnrde dem Stadtbanamte nnd dem Ban ansschnß, eine Anfrage des Bgm. ^tellv. Kotler nnd Gen. über den Prokuristen der Stadtwerke im Z u sammenhange mit der Einladnng zn einem Disknssionsabend über die Volksmission dem Verwaltnngsansschnß für die ^tadtwerke ',ngewiesen. G N , Pett aner waiidte sich gegeii die Belastung der Gelneilideii durch das Lohn'Preis^lbkommen, worallf der B ü r germeister über die bezüglichen Verhandlnng>cn im Städtebnnde berichtete. Ans eine Anfrage des G N .


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Tissuer über die Mullablagernng a»i Sillspitz vor sprach der Biirgerilieister, der Eiilhaltnilg des Ablage rllllgsverbotes ein erhöhtes Angenmerk uiznivenden. Hierauf ivlirde in die Tagesordnung eiligegangeii. E i n Gesetzelltlvlirf für ein Gebrancksgebührengesetz der Lalideshallptstadt Innsbruck wnrde dein Finanz alisschuß, dein Rechtsausschnß nnd dein Verioaltnngs ansschnß für die Stadtwerke zligelvieseii. F ü r die Berg-Ifel-Sprnnczschanzc lonrden die Ve ilützniigsgebühren festgesetzt, der Kreis landwirtschaftlicher Wachhunde, für die eine ermäßigte Steuer vor gesehen ist, wnrde erweitert. E i n Angebot des Amtes der Tiroler Landesregie, rung, die Baracken des ehemaligen Auffanglagers in der Ncichcnau zu kaufen, wurde wegen des baufälligen Zustandes abgelehnt. GR. Pettauer lvar dafür einge treten, die Baracken Wohuungslosen zniu Selbstansban znr Verfügung zu stellen. Eine längere Ausspräche löste im Zusammenhange mit der Überlassung von Teilen der sogenannten „Nrsnlinengründe" für Sicdlnngszwecke ein Antrag des Stadtrates über die Griinderwerbstenerfreiheit der Bauträger und die Parzellierung aus. wobei anch ein Ergänzungsantrag des G R . Hackl angenommen wurde, der die Bcrücksichtiguug vou Einzelwerbern bezweckte. Der 'Gemeinderat beschloß, von der Fa. I n n e r ebner u. Mayer die Bürobaracke Innitraße ^<» auzilkanfen. F ü r den Fall, daß die Erbauung eines „Hauses der Jugend" aus M i t t e l n des Kinderhilfsappells der Vereinten Nationen in Innsbrnck finanziell gesichert ist, wird städtischer Grund kostenlos beigestellt. Z u r Wiederherstellung des früheren Zustandes auf dem Osterfelde, wo der während des Krieges augelegte Friedhof aufgelassen werden mußte, wnrden 8700 8 bewilligt.

Es wurde beschlossen, das Schnlgebäude S i l l gasse Nr. i n d e m Mädchenrealgymnasium zur Verwendung zlrrückzn geben. F ü r die Erweiteruug des Urnenhaines am West frie'dhofe wurden l0.000 5 beivilligt. Die Übertraguiig der Spitalskirche, die in der nationalfozialistischcn Zeit zusammen mit dem Spitalsfonds der Stadt übergeben worden war, in das Eigentum der Propsteipfarre St. Jakob wurde ge uchmigt. Der Gemeinderat stimmte einem Grnndtansch mit I n g . Max. Riedle sowie einem Grundvcrkauf an Anna Gottardi zll. Der für Bürgschaften zur Wohnbauhilfe vorgesehene Betrag wurde uni 500.000 5 erhöht, der Haftung für mehrere Wiederaufbaudarlehen, darunter eiucm für das Laudesmuseum Ferdiuandeum, wurde gegen die Stimme des G R . Pcttaner zugestimmt, der einwandte, daß die Stadt Haftnngen übernehme, anch wenn es nicht in ihrem Interesse liege. A n der Tiroler Gemeinnützigen Wohnnngsban nnd Sicdlnngsgcnossenschaft m. b. H. beteiligt sich die Stadt mit einem Kapital von 120.000 S. 'Der Anflassnng des Sillkanals von der Kammera» bis znr Mündnng in die S i l l sowie der Regelung dei sich daraus ergebenden Einzelfragen wnrde znge stimmt.

Nnmmcv

Z n r Schaffung eines Kinderspielplatzes beim ^an deshanptschießstande wnrde der Betrag von K',.000 l> bewilligt. Der Ansfallshaftnng für drei Millionen Schilling zllr Schaffnng eines neuen Messe und Ver gnügnngsparkgeläudes wurde gegen die Stimme des (HR. Pettaner ^gestimmt, der vorschlug, mit der Übernahme dieser Haftung zu warten, bis die Auge legenheit spruchreif werde. Der Bürgermeister wnrde ermächtigt, für zwei Hänser, die nach dein Innsbrucker Wohnrecht in der Egger ^ienz'Straße errichtet werden, ein weiteres Darlehen aufzunehmen. Um mehr Prospekte für die Fremdenverlehrswcr bung auflegen zll können, wnrde die bezügliche Hans Haltsstelle imi 5>0.000 8 erhöht. 05.000 8 wnrden zur kostenlosen Beistellnng von Schnlbüchern nnd Lernbehelfen an Binder minder bemittelter Eltern bewilligt. Die Genehmigung einer Reihe voli Nachtragskre diteli hatte.eine Ansfvrache über das Landestheater znr Folge, ili deren Verlanf sich die G R . D r . Dielrick und D i p l . - I n g . Kummer dafür einsetzten, daß die Eintrittspreise ermäßigt werden, lim anch Minderbemittelten nnd damit einem größeren Kreise der Bc völkernng den Theaterbesnch zn ermöglichen. Es wurde beschlossen den Abgang der dritten I n t e r nationalen Innsbrncker Sportwoche ans Gemeinde Mitteln zii decken. Für das Mnttererholnngshei'in in Froneben wurden <;0.000 8 bewilligt. Der 'Gemeinderal beschloß, das Vorhabell des Baues der Gaistalstraße im Rahmen des Möglichen zll unterstützen. Einem Vertrage mit Mar, ^öchner über den Mansch des städtischen Hanfes Mnsenmstraße Ni gegen sein Hans Adaiiigasse 20 wnrde zngestilnmt. Ein Ansuchen des Kaufmannes Alois Weth, sein bombenzerstörtes Geschäft am Bnrggraben behelfsmäßig instandsetzen zu können, mußte abgelehnt werden, weil die Entfernung aller Geschäfte am B n r g llnd am Marktgraben wegen des wachsenden Verkehrs dringend notwendig geworden ist. Den Banwerbern Lambert Wach lind Fa. Oberranzmeyer n. Hllber wnrden Ausnahmen vom Bau verbot bewilligt. Bebannngspläne für I g l s nnd die verlängerte Egerdachslraße wnrden genehmigt. Ein Kaufangebot des D r . Hans Trapp über einen Grnnd beim Tivoli-Sportplatz wurde angenommen. Schließlich wnrde beschlossen, das Übereinkommen über das Dienst nnd Besoldnngsverhaltnis der M u siker des städtischeu Smnphonieorchesters Innsbrucks znm IN. Angnst 1!»l!> zu tüudigeu und nelle Ver^ handlnngen mit den Musikern anfznnehmen, weil die verstärkten Anforderungen des Theaters eine Erhö hnng der ^),ibl der Dienststnnden notwendig macht. Nach viereinlmlbstündiger Taner schloß die ^itziing. Eine weitere Sitning fand bereits am !'»0. Ä<ai 10 l'.» stall Z l l deren Beginn inachte GR. Dr. Dietrich den Bürgermeister anfmertsa»!, daß ans dein westlichen Teil d>'s Flnghafengeländes Segelfliegen betriebe!! wird, uwdnrch landwirtschaftlicher Grund beschädigt


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wird. Der Bürgermeister versprach, siä» mil der Be satznngsmacht in Verbindung ;n sehen. Eine Anregnng der l ^ N . Oberhammer, d.'n Obus »ach ^)ieu Pradl viertelstündlich ^li fahren, versprach SNli. Wilberger als Direktor der ^unsbrncker Ver kehrsbelriebe ;n prüfen nnd, wenn es siel) lohnt, ^u befolgen. G N . Loreck schlng vor, mit Fabriken >>l ^ i ü h l a u weqcn der Überlassung von )1iäumen für ein .U'inder tagesheim in Verbindung zu treten. Die Angelegen beit lvurde dein Wohlfahrtsausschuß zngelviesen, lHiner Verbreitcrnng der Iofef Poll Straße ans volle ll> Meter nmrde zngestimint, die Banlinie für das (Gebiet Landbansplah- M a r i a Theresien Straße Welsergasse ^^uggergasse genehmigt. Der Genieinderat stimmte ferner einem diruud tansch der Stadt Nlit der Ersten Tiroler Keks^ nnd Znckerwarenfabrit (hcbr. Walde zn. I n der Nilckstellungsangelegenheit des Prämon stratenser Chorherrenstiftes Wilten gegen die 2ladl Nuirdc ein Vergleichöangebot angenommen. Der Anspruch des Ursnlinenklosters Innsbruck auf

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))iückslellnug von ^runden iil der Hötliuger Au löst^ eine lebhafte Wechselrede ans. Wahrend die Sozialisten dafür eintraten, daß die Stadt an Stelle einer Vergütung des seinerzeitigen Kaufpreises von den Ursulinen die Hänser >töruerstraße 5> und 7 sowie Noseg gerslraße l<» iibernehme, beantragten die Vertreter der T V P . , einen Vergleich zn schließen, der vorsieht, das; die Ursnlinen, statt den Kaufpreis zurückzuzahlen, der Stadt ein Siedluugsgeläude von ungefähr 15).Wl) Quadratmeter überlassen. Dieser Autrag wurde schließlich mil Mehrheit angenommen. Ferner wnrde der Bürgermeister ermächtigt, für sämtliche kriegsgeschädigte städtische Wohrchansb^uten Fondshilfc des Wiederaufbaufonds in Anspruch zu nehmen nnd die bisher vorliegenden Schuldscheine der Woh>ih2USiviederaufbau-^ondskommission in der Gesamchö'h.' von '^.714.000 3 zn unterfertigen. (Lineni Nückstelluugsivcrglcich mit der r.-k. Pfarrkirche S t . Leouhard in M i i h l a n und S t . Johann in Arzl wnrde nnter der Bedingung zugestiunnt, daß der Stadtrat keine nachträglichen Einwendungen erhebt. Die Sitznng danertc etwas mehr als eine Stunde.

Dokumente unserer Zeit Ansprache des Bürgermeisters Dr. Anton Melzer anläßlich deö Empfanges zn Ehren der französischen Parlamenrsabordnnng unter F n l n u n g von Präsident Pczet anf der Sccgrnbc, an, 13. Februar Herr Präsident! Meine Herren "Abgeordneten! Sie kommen als "Angehörige eines Parlameutes, dessen Ideen seit 1789 das Antlitz Europas verändert haben und Sie befinden sich in einem Lande, welches ein Parlament — den Tiroler Landtag — lesjtzt, das zn den ältesten demokratischen Einrichtungen Europas gehört. Sie kommen aus eiuem Laude, das vielleicht am ineisten unter dem Kriege nnd dem Nationalsozialismus gelitten hat und Sie befinden sich in einem Lande, das um fünf Jahre länger einen Krieg gegen Terror nnd Gewalt geführt hat als alle übrigen Länder Europas. Denn für Österreich hat der Kampf gegen Hitler nicht erst im Jahre I!)39, sondern bereits im Jahre 1!»^', begonnen. Ich begrüße Sie im Namen der Stadt Iunsbruck, einer Stadt, die eine Brücke in ihrem Wappen führt. Die Brücke hat seit jeher die Aufgabe, getrennte Ufer nnd getrennte Länder zn oerbinden. Unsere Stadt hat seit beinahe zwei Jahrtausenden, seit es eine Geschichtsschreibung oibt, die Mission, die das Sinnbild der Brücke ihr auferlegt hat, in w,'chsclvollen Schicksalstagen erfüllt, Die Legionen des'Augustus, ?rns> s und Germam'eus find hier durchmarschiert und haben eine Siedlnng gegründet, welche als Borstadt von I n n s brnck heute noch deu römischen Namen trägt. Jahr hunderte spater sind die Stilline der Bölterwanderung durch unsere Täler gebraust uud wieder eiu halbes Jahrhundert später sah misere Stadt die Pferde uud die Neiter der deutschen Kaiser, welche nach No in zo-

gen, nm uom Papst gekrönt zu werden oder nm mit ihm Krieg zn führen Jeder dieser Durchzüge bezeichnet eine eigene Epoche in der Geschichte Europas nnd die Brücke, nach der unsere Stadt ihren Namen trägt, hat nicht immer friedlichen Zwecken gedient. Aber wo in der Welt gibt es nicht ein Instrument, das für gute Zwecke bestimmt nnd für böse Zwecke mißbraucht werden kannte. Der Geist ist es, der die Welt formt nnd nicht irgendwelche I n strumente. Darum bin ich versucht, zu sagen, daß der Geist des Symbols unserer Stadt noch nie so aktnell war, wie heute. W i r sind ein kleines Land und arm an materiellen M i t t e l n . Aber gerade die letzten Jahre haben gezeigt, wie arm die Welt wird, wenn sie nnr materielle M i t tel, nnr Macht lind Stärke kennt. Gerade weil wir klein sind nnd keine physische Macht besitze,,, sind wir gezwungen, den Wettkampf mit den übrigen Nationen mit den Waffen des Geistes, der Wissenschaft nnd der Knltnr zu führen. Und auf diesem Gebiet des Geistes, der Wissenschaft, der Knltnr und ich darf wohl auch hinzufüge», der Borzüge des Herzens und der Seele sind wir reich wie irgend eine Großmacht der Erde uud ich glaube, daß wir von diesen unseren geistigen und tllltnrcllen Schätze,, an alle anderen Läuder abgeben können, ohne selbst je ärmer zu werden. Daher fühlen wir nns verpflichtet, als Mittler zu dienen, als verbindende Brücke im Herzen Europas zwischen den verschiedenen Knlturkreisen der Bölker unseres K o n t i , nentes.


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Ich weiß, Herr Präsident und meine Herren Abgeordneten, daß Sie größtes Wohlwollen für Österreichs Schicksal nnd Verständnis für Österreichs Probleme mitbringen nnd ich bin überzeugt, daß ihr Besuch wesentlich dazu beiträgt, Spannungen zu lindern, die die Nachwehen des Krieges natnrnotwendig mit sich bringen. Ich danke daher für Ihren Vesuch und Ihr Verweilen in unserer Stadt. Innsbruck war einst in lebendiger Verbindung mit der Welt, Iehntausende von Gästen aller Breitegrade waren hier zu Gast und jeder, der unsere Stadt kennenlernte, dachte gerne an sie zurück und kehrte gerne wieder. Heute blutet diese Stadt noch aus tausend Wunden. Aber die Anwesenheit der Ver-

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treter einer so angesehenen demokratischen Institution erweckt in n»s nach der jahrelangen Isolierung ein Gefühl, das sich schwer beschreiben lätzt, das Gefühl, endlich wieder ein lebendiges Glied Europas nnd der Welt zu sein. Darum erheb ich mein Glas auf das Wohl des französischeu Volkes, auf das Wohl Österreichs, Tirols und der Stadt Innsbruck und gebe der Hoffnung Ausdruck, daß die Brücke, nach der nnsere Stadt ihren Namen und ihr Wappen trägt, zur friedlichen Verbindung und Durchdringung aller Völker dienen möge, die gulen Willens sind.

Leiträ^e von Dr. Karl

Innsbruck vor hundert Jahren J u n i «819 t. besucht der Kaiser zwei Ttuudcu laug das Fcrdiuaudcum mit dem Obcrstbofmcistcr Graf Brandts. Er besab sich dabei ein Miuiaturporträt Mosers, das er sehr ähnlich faud; 9. trifft Erhcrzog Rainer au? Bozcu ein uud bleibt bis 16. d. M . hier; l . fordert Albert Jäger zum Besuch des Stcnographicfurscs des D r . Hammer auf. Er schreibt im „Boten" u. a.: „ I c h folge nur einem Bedürfnisse meines Herzens, wenn ich diese Veranlassung benutze, nicht so fast um auf die Nützlichkeit, Notwendigkeit, ja Uueutbchrlichfrit dieser Kuust aufmerksam zu machen, die jedem, der die Forderungen unserer Zeit nnr oberflächlich würdigt von selbst einleuchten muß, sondern um die Vorzüge der Knnst des Hr. Dr. Hammer bemerkbar zu macheu uud durch deren Empfchluug zum eifrigen Besuche seiner Unterrichtsstunden aufznmuutcrn. Als , M i t g l i e d des Nedattions-Ansschusses bei den ständischen Vcrhandluugen im Frühjahr nnd -herbste des vorigen Jahres hatte ich Gelegenheit, die Kunst des H r . D r . Hammer näber kennen zu leruen und glaube ohuc Übcrtreibuug behaupte» zu dürfen, daß sie bedeutende Vorteile vor andern stenographischen Metbodcn darbietet. Zur Unterstützung meiner Ansicht weise ich nur ans einen Umstand bin. Bei den ersten Verhandlungen des vorjährigen Landtages wurden vier in der Münchner Schnle gebildete Stenographen verwendet; es arbeiteten immer zwei, von Stunde zu Stunde abwechselnd, nnd zwar aus dem Grunde, weil ihrer Vcrsi'cheruug zu Folge eine länger dauernde 'Anstrengung zn ermüdend gewesen wäre. Bei den Verhandlungen des im Herbste wieder fortgesetzten Landtages übernalnn Herr D r . Hammer die Geschäfte eines Ttenograpbcn nnd leistete, unterstützt vou drei schnellschrcibcudcu, aber der Stenographie unkundigen Hcrrcu M i t arbeiter» uicht nur ganz dasselbe, was die Münchner Stenographen geleistet hatten, sondern übertraf sie meines Erachtens darin, daß er, obnc zu ermüden, wäh-

l2. l',. l?. ll). 20. — 21.

28.

rend der in der Regel vier Stunde» dauerudeu Verbandlnngen sortschrieb" ; wird bekannt, daß der Kirchenrechtler Dr. Phillips als Professor »ach Innsbruck tomineu werde; widmet der Kaiser ÜNW nnd die Kaiserin l<)0(» Gulden dem Invalidcnfonds; steht dor I n n so hock, daß bereits der untere Stadtplatz und die Landstraße bei MülVlau überflutet sind; trifft Erzh. Ludwig aus Ischl zu Besuch ein; wird Dr. Haßlwantcr vom Iustizministcr nach Wien berufen; werde» die Truppen der hiesigen Garnison auf den konstitutionellen Fahneneid vereidigt; bcrrscht ein Uugcwittcr, wie seit Menschengedenken nicht mehr; in wenigen Minuten wurden mein ere Hänscr abgedeckt, Kamine umgestürzt, ja sogar „Sclulderbäuscr au vielen Orten umgeworfen"; bringt der „Bote" folgende kulturhistorisch bemerkeuswerte Notiz über die Behandlung der verwuudeleu Soldaten: „ I n der /prager Zeitung' wird versickert, daß bei der ungarischen Armee ein solcher Mangel an Eharpie ( Stoffäden als Natteersatz) herrsche, daß zuweilen die Wunden der Krieger mit Baumwolle, ja mit Stroh verbunden werden müssen. W i r sind überzeugt, daß es uur dieser Erwähnung bedarf, um in den cbenfo patriotischen, als christlich frommen Herzen nnfcrcr tirolischen Landsleute das Bestreben wach zn rufen, auch vo» bier aus zur Beseitigung dieses leidigen Mangels nach Tunlichlcit beizutragen. Zwar si»d von einzelnen Nobltätern bereits Beiträge an Ebarpie an das biesige löbl. Militär-Kommando eingegangen, wie die diesfälligen Veröffentlichungen im ,Tiroler Boten' zeigen, aber alles dies langt nicht, am wenigsten jetzt, wo bei der großen Hitze das Reiubalten der Wunden doppelt nötig, nnd daher auch der Bedarf au Ebarpie verhältnismäßig größer ist. Also liebe Landslente, auf! bringt Ebarpie znr Linderung der Wunden unserer tapferen Krieger; der dimmel und die Befriedigung Eures patriotischen Bcwußtseius wird Euch lohnen".

Neuerscheinungen für Innsbruck Die „österreichische Zeitschrift für Denkmalpflege" enthält in ihrem 2. Jahrgang (l!»1^) folgende drei, für I u u s bruck fchr beachtliche Beiträge:

«. „Die Neuaufslelluug des Grabdenkmales Erzherzog M a r i m i l i a n des Deutschmeisters in der Stadtpfarrkirche vou Innsbruck" voi, Osn'.ild Trapp l ^ c f t 1—2). Der Verfasser,


Nummer 6

Amtsblatt der Vandesbanptstadt Innsbruck

Seite 7

Vorstand des Landesdculmalaiules '-'on T i r o l , schilderi in dieser mil »nbrere» a»sge;eich»eie» Abbildungen ausgestatteleu Abbaudlung die soeben dauk seiner unermiidlicheu Tatlrasl durlbge<übrle .Neuausstelluug des kunstvollen Grabdeulmals des Tiroler Laudesfursteu M a r i i n i l i a n des Dcntschmeisters igest. W i e n , 2. November <<!1^), durch die eine „vor über 200 fahren begangene denkmalpslegcrischc Sünde wieder gntgemaci't" N'urde. Beim Neubau der' St.-Ialobs-'Pfarrlirche in den Zwau;igerjabren des 1 ^ . Iahrbunderls wurde das Deukmal in zn'ei Teile >er^ schnitten »ud verblieb trol> inebrfacher Beiuiibuugen »m seine Rekoustrulliou bis beute iu diesem Zustand. Erst jel.u kaun man die ,ngureugruppe, die das Porträt des Fürsten mit seinem Sch>ü)palrou ;eigt^ in ibrer >virkuugsvollen Eiubcil und Schönheit bewundern.

alle >iap!iclsaal des ^lisles, der einige erballeue gotiiche Rauin restauriert wurde, kameu Reste golischer Kreolen ;»m Vorschein, die ebemalo verinntlick die ganzen Wände bedeckten, l^o blieben '.'ier, eiwao unierlebenogrosie ,vigurcu erballen, nämlieb l . eine ans Wollen stebeude, jugendliche Gestalt iu eiuem weisten, bemdartigen .^llcid, 2. die ,ngur cince Gelrönten, rot gekleidet auf dnnfelblancm Grund, : l . ein gan; in Rot gelleideler M a n n und l. ein heiliger Bischof, der einen Bischofstab mit dein Brirner Wappen iu der Hand bält. Bei der Hrage nach der zeitlichen und künstlerischen (5'inorduung dieser Gemälde kam die Verfasserin >u dem für .Nordtirol besoudero ersreulicbeu (5rgebuio, daß sie mit der berubmtesten .^tünstlerpeisoulichleit T i r o l s , M i c b a e l P a ch e r, in engem Zusammeubang stehen

2. „Der Krcuzgaug des Stiftes E i l t e n iu Innsbruck" von Johanna Gritsch (Heft 1 2 j . Der Wiltener Stiftskren^gang, der beute jene ,vorm zeigt, die er beim Stiftsumbau im 17. Jabrbundert erhalten bat, wurde bei eiuem Luftangriff im I u u i 19 l l sanier beschädigt. Durch diese Zerstörung wurden Reste srüberer Bauperiodeu freigelegt, »acb dcucn die Verfasserin drei Epochen in der Baugeschiebte des Krcnzgangcs unterscheidet. Die ältesten Reste stammen von einem Bau aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. An Hand von fein ausgeführten Plänen werden alle Beobachtungen im einzelnen besprochen. Die im Krcuzgang eingemauerten bis in das 14. Jahrhundert M'ückrcicbcudcn Grabsteine waren während des Krieges geborgen worden; sie sind nunmehr in zeitlicher Orduuug nieder augcbrackt n'ordcn.

An einer der Wände wurde überdies der Rest eines Frcstoo ansgedeckt, dao vielleicht die Gesangeuuabmc oder den Abschied Jesu darstellte. I m Oberteil siebt man ein umfangreiches Banwert mit Türmen, Dächern nnd Mauern, das die Verfasserin für eine Abbildung des Angustiner-Chor« hcrrenstiftcs Neustist bei Briren hält. Tatsächlich erscheint die Ähnlichkeit mit der bekannten Darstellung anf dem Gemälde der Slcinignng des hl. Stephan von M a r r Reichlich in der Münchner Pinakothek verblüffend. Hiebt man znm Vergleich aber auch die älteste 'Ansicht deo Stiftes Wilten aus dem iHudc des 15,. Iahrhuudcrto heran, so kann mau die Darstellung ebensogut für dieses S t i f t halten. Abgesehen von der inneren Wahrscheinlichkeit, das; in Wilten eben das eigene S t i f t dargestellt wurde, erhöht die Berechtigung dieser Annabme überdies die ,^orm des vorderen kleinen Eckturmes uud des hoheu ^tirckcudaches. Die Beziehungen zwischen dem S t i f t Wilten und dem Brirncr Bischofshof waren bereits in den Drcisiigcrjahrcn des 15. Jahrhunderts scbr eng, als die Gebrüder Heinrich und Ulrich Putsch Abt vou Wilteu und Bischof von Brireu waren. ^ i . Schadelbauer.

3. „Fresken des Pacherkrciscs im Kapitelsaal des Stiftes M i t t e n in Innsbruck" von Johanna Gritsch (Heft 5 6). I n ursächlichem Zusammenhang mit dem vorstehenden Aufsatz stebt der vorliegende, wohl der für die Allgemeinheit interessanteste dieser Reihe. Als im Herbste 19!8 der

müssen.

Aus der ^tadtbttcherei Neuerwerbungen Die Gute Stunde: Ein österreichischer Hausschatz. Monatoschrist, gebunden. Graz: S t y r i a , 1948. Halnschta, Helene: Das Liebeslicd der Frau Marquise. Roiuau einer eutsageukcn Liebe. München: Kofel n.Pnstet, l'.»^!.",. !>!ll Seiten. Hamer. Isabel: Perdita. Entwickluugs- uud Licbesge? schichte eines Mädcbeus. Tübiugen: Wunderlich o. I . .',<»'.! Seiten. Handel-Mazzctti: Karl von Aspern. Österreichs .öelo, 'ilinz: Muck o. ">,. ! 7 l Seiteu. Hannnerstein, Hans von: Die finniscben Reiter. Roinan vom Ende des Dreißigjährigen Krieges. Aichkirchell u.a.: ^chöuleitucr, l!»17. 447 Seiten. Hesse, Hermann: Narcisi nnd Goldlnnud. Eriäl'lung. W i e n : Bermann-Fischer, 1'.»!^. 405 Seiten. Hevmete, .^iurt: Rosen blühen auch im Herbst. Heitere Viebeogeschiä'te. Slultgart: Deutsche Vcrlagsanstalt, i<)42. !.'»<» seilen. Hevse, P a u l : No'.'ell^u vom Gardasee. Stuttgari-BerliuEolta o. ^. -!'.^'. seilen. H i x , >iarl Enuncrich: Gloria iu dolores. Zum .'><». Todes. lag der Kaiserin Elisabeth. Zürich n. a,: Ainaltbea-Ver^ lag o. V l<»7 Seiten. Hochrainer, T i c f a n : Micbael Gaismavr. Roman aus dem Tnoler Bauernlrieg auuo l'»^.'>. Veobeu: Karl Auferbauer-Verlag, l'.»!?. !l!i5 Seilen. Iesserlelmcr, Jodanues: Bergführer Melchior. Ein Iuug? frau^Romau, B e r l i u : Grotr, l!»2!>. :lO'» Seiten, ttcller, P a u l : Marie Heiurich. Schlesischcr Baueruromau. Breslau: Itoru, l'.ül«. 2!»^ l e i t e n .

Keller, P a u l : Waldwiutcr. Roman ans den schleichen Bergen. B e r l i n : Deutsche Bnchgemcinschaft, 4930. '.l7 ! Seiten, .slipliug, Rudyard: Die Dschungelbücher. B e r l i n : 5tnaur, o. I . 5>2<> Seiten, .ftleiß, Heinrich: Deutschland zwischen gestcru und morgen. Reportageroman aus dem Nachkriegsdeutschland. Wien ». a.: Stoeker, 1918. 391 Seiten. Knigbt, Eric: Kassie kehrt zurück. Eine Hundcgeschichte. B e r n : Schere-Verlag, 1915. 255 Seiten. Vondou, Jack: Wolfsblnt. Eine,dundcgeschichtc. Linz n. a. : Ibis-Verlag, !'.»!?., 257 Seiten. M a u u , Tbomas: .<7err und .dund. Idvlle. B e r l i n : Mischer, l!»25. 13!» Seite». M a n u , Tln'mao: Meisterer^äblnngen. Zürich: Mauesse, l!»!5. 3!»2 Seite». M ö r l , Lea v o u : Au drei Lärcbeu vorbei. Heitere Südliroler Geslbichle. Iuusbruck: Tvrolia, l!»l,^. l55 Seiteu. Mnsibauser, Josef: Der letzte Gall. Baueruromau. Junsbruck: Tvrolia, l!»l^. 2<»7 Seiteu. Nabl, ,^rau;: ^obauues Crantz. Er^äblunge» iu eiuem Rabun-n. Gra-^ u. a.: Pustet, l ' . ' l ^ . 35!» Seilen, Pidoll, E a r l : Aligustinus Duroe. Moderner Künsilerroma». I»u<bruck: Österreich. Verlagsaustalt o. I . 500 Seiten. Nan'liuqo, Marjorie ttiuuau: ,vrübling des Lebens. Romau. .Hamburg: Schröder-Verlag, l!»39. 477 Seiten. Rcimmickl: Das Mädchen von S t . Veit. Erzählung. I n n s bruck-Wien: Tvrolia, 1949. 421 Seiten. Niemtastcu, ^ c l i r : Alle Tage Gloria. Geschichte eines K i n des. B e r l i n : Büchergilde Guteuberg, l!»2^. 266 Seiten.


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Scitc 8

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Schiumali!,, Rulh: Der Hiltc im schönen Busch. (5r^äbInnq. Düffeldors: Bagcl, 1l)l2. t5>U Seiten. T^cibcr-Taurcr: Turbinen heulen ans! Rcnnf^hrenoinan. "um-Pcl'lass, tl)l8. 224 Teilen. , Manmilian: Regina. Er'iählllnq ano dein Passaucr Wald. Negenobnr^: Wa 391 Teilen.

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