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Auqust 1947

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DasstädtischeSchulwesen in Innsbruck l . Teil

DiestädtischenSchnlgebäude und die allgemeine Schulvenvaltung Von Dr. Hermann Rettmeyer. Nach zwei Jahren Wiederanfban im städtischen Schulwesen erscheint eo angebracht, einen Rückblick zu halten, was in diesem Zeitraum geschehen ist und welche 'Aussichten sich für die künftige Entwicklung anf diesem Gebiet ergeben. I n den ersten Monaten nach dem Zusammenbruch im Jahre 1915 ergab sich folgendes B i l d : Die Stadt Innsbruck besitzt 26 Schulgebäude, hievon waren schwer bombenbeschädigt . . . . . 3 mittelmäsiig bombenbcschädigt . . . 5 leicht bombenbescbädigt . . . . . . 14 von Besatznngotruppen belegt . . . . 4 von Flüchtlingen belegt . . . . .10 von sonstigen Einquartierungen belegt . 5 somit fast unbeschädigt nnr insgesamt vier Schulgcbäude. Von dcu < l städtischen Schultnrnhallcn und Tnrnsälcn waren ansang? überhaupt keine beni'wbar. Aus dieser Aufstellung geht wohl klar hervor, dasi eo innuerhiu gan^ beträchtlicher A!lstreng»ngen aller dabei beteiligte,, strafte bedllrste, um ternl Ansang Oktober IN!.'» säst sänuliä>e Inn^bructcr len, n>enn auck teiln^cise in anderen Scbnlgebändcn und in eingcscbränkter ,vorm, zu eröfsucn. I l n engsten O'inveriu'lnuen frischen allen Dienststelleu, ^cbnldireltionen, Velnerscl'asl ulld ^cbülern ist es gelungen, wenigstens die allergrobstcu Schäden nud .^inderni^e zu beseitige!!, so dai) heute gesagt werden kann, dasi die Schlllen wieder langsam ilir altes Gesieltt bekommen, d. b. saubere ^assadcn, an^geinalte und instand gesellte .'»tlassenräume und (^ällge, ordenlliä>e ^tloselle nnd um das Schnlgebäude beruni Spielpläne und Blumenschmuck. Es soll dabei keineswegs verkannt werden, daß noch

sehr vieles anf diesem Gebiete zn tnn übrig bleibt, aber trotzdem muß denjenigen, die mit der heutigen Ansgestaltung der Schulen noch nicht zufrieden sind, in Erinnerung gebracht werdcu, nicht zu vergessen, wie die Schnlgebäude, besonders diejenigen, in welchen Flüchtlingslager untergebracht waren, vor zwei Jahren ausgesehen haben: Wer damals Gelegenheit hatte, solche (^bändc zu besichtigen, konnte folgende Beobachtungen machen: Scharen von Wanzen krochen bei hcllicktem Tage an den Wänden herum, sogar i n den Schulzinnnern wurden zwischen Zicgelstücken offene Feuerstellcn errichtet, Fensterrahmen, Vänke, Tische, Stühle nnd Türen wanderten kurzerhand in diese idyllischen ^agerfener, die wissenschaftlichen Präparate, oft in mühevoller jahrelanger Arbeit zusammengetragen, wurden mutwillig zerstört, alles nur irgendwie Wertvolle gestohlen, Schlösser, Beschläge und Installationsmaterial abmontiert nnd die Klosette zerschlagen. Für die Schnlorgane war co überhanpt ein Risiko, sich in derartigen Lagern blicken zu lasseu und wurden sie mebr als einmal sogar tätlich bei Inspektion^gangen bedrobt. Dazn kam nocb, dasi fast dao gesainte Scbnlinventar bis in die entlegensten Berggemeinden T i rols verlagert war und erst in monatelangeu, wegen Ben ^ in mangels und sonstigen Schwierigkeiten aufreibenden Transporten in die Stadt ;>nückgebracbt werden konnte. N u n siud iuzwlfcbeu zwei Jahre verstricken und es wnrdcn in dieser Zeit fast sämtliebe Sebnlen nen ausgemalt, grositeils mit Glas versehen, Fenster und Türstöcke ausgebessert, Klosette installiert, lur; und gut alleo versncbt, um die Erinnerungen an den unseligen Krieg und seine Auswirkungeil möglichst rasch zu beseitigen. Wenn heute immerhin ein Großteil der Schul-


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gebäude wieder seinem ursprünglichen Zwecke zur Verfügung steht, so ist dies in hohem Maße auch dem Wohlwollen und dem Verständnis der französischen Besatzungsmacht zu danken. An städtischen Schulgebäudcn sind hente noch beseht: Das Tieber'scke Waisenhaus, in welchem die Mädchen^ Volksschule Saggcn uutergebracht war, von eiuem französischen Lazarett und der Rohbau der städtischen Schule in der Mandelsbergerstraße durch das Ökonom mat der Armee; außerdem zwei Stockwerke der Hauptschnlc Hötting durch die französische Schnle. Weiters sind noch städtischen Tchulzwecken entzogen: Das städtische Mädchenrcalgynmasimn in der Sillgasse dnrch die Postverwaltung und die Knabenhanptsckule in der Müllerstraße durch die staatliche Lehrerbildungsanstalt. Das städtische Ernährungsamt hat zwei Säle in der Volksschule Höttiug als Kartcnamt und zwei Turnsälc zur Einlagerung von Vorräten in Verwendung, I n zwei Schulen wohnen noch zwei ausquartierte private Familien, deren anderweitige Unterbringung dem Wohnungsamt bisher nicht möglich war. Eine starke Belastung in räumlicher Hinsicht stellt die gesetzlich vorgeschriebene Unterbringung der zehn kaufmännischen uud gewerblichen Fortbildungsschulen in Innsbruck dar, weil von insgesamt:j220 Schülern dieser Anstalten ^2:i6, das ist mehr als ein Drittel, aus 116 Gemeinden Tirols in Innsbruck die Räume der städtischen Tcknlcn und der staatlichen Handelsakademie in Anspruch nehmen. Außerdem mußte die Stadtverwaltung in der Erkenntnis, daß die Ranmbeschaffnng für die Untcrrichtskurse der Volkshochschule, der Arbeitermittelschule, des Instituts für gewerbliche Verufsfördcruug und sonstiger kleiner Kurse Schwierigkeiten begegnete, auch für solche Zwecke meist für Abendkurse Räume zur Verfüguug stellcu. Dadurch gibt es in manchen Schnlen Klassenzimmer, welche von 8 Uhr früh fast ununterbrochen bis 22 Uhr abends in Benützung stehen. Es ist wohl für jedermann einzusehen, daß iu dieseu Fällen die Reinigung und sonstige Instandhaltung der Räume sehr erschwert ist. Der Vollständigkeit halber muß angeführt werden, daß auch in den Randgebieten Innsbrucks vorgesorgt wurde, daß wenigstens die kleineren Schulkinder die ersten Klassen in dem betreffenden Stadtteil besuchen können. So wurde eiue Notschule im Tieglanger und bei den Allerhciligenhöfen errichtet und für das Gcmeindegebiet von Neu-Arzl im Gebäude des Landeshanptschießstandcs ein Klassenzimmer in Verwendung genommen. Wenn nuu darüber gesprochen werden soll, welche Pläne und Möglichkeiten zur Ausgestaltung der Schulen in näherer und weiterer Znknnft bestehen, so mnß vorweggenommen werden, daß in Anbetracht ver derzeit bestehenden Verhältnisse an großzügige Neubauten vorläufig noch nicht gedacht werden kann. Der sehr stark fühlbare Mangel an Zement, Holz, Ölfarben, Roheifen und Fertigwaren, wie Nägeln, Schlössern, Befchlägen, sanitären Anlagen nnd diversem Installationsmaterial erschweren jede Planung auf dao Äußerste. An größeren Bauvorhaben wurden in diesem Sommer begonnen: Der Nicdcranfbau und die Anfstockuug eines dritten Stockwerkes der Mädchenvo'lkSschule Wiltcn in der Spcckbachcrstraßc und der Ausbau

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des architektonisch wertvollen „Wieserhofcs" neben der Kirche in I g l s als Volksscbnle, da die jetzigen Ränmlichkeiten dieser Anstalt gänzlich nn'inlänglicb und viel zu klein geworden sind. Außerdem wird daran aedacbt, im Gcbände des Landeshanptschießstandes einen zweiten Saal zwecks Vermeidung des Wechfcluutcrrichtes für Schulzwecke in Betrieb zu uchmen. Der Wiederaufbau der sehr schwer beschädigten Volksfebule Pradl lann frühestens im Jahre <!»l^ begonnen werden. Die Verwendung des großzügig angelegten Scbnlnenbanes in der Mandelsbergerstraßc ist noch nicht endgültig entschieden, doch wird voraussichtlich die Staatsgewerbeschule im Hinblick ans ihre Bcdentnng für den Wiederaufbau uuferer Heimat nnd den großen Raummangel dieser Schnle' in diesem Ncuban untergebracht werden. Wcitcrs geht das hartnäckige Bemühen des Stadtschulamtcs dahin, daß das städtische Mädcbenrealgvmnasium iu der Oberrcalscbule uach Räumung dnrch die Postvcrwaltung ehestens wieder in sein altes Gebäude übersiedeln kann, da es ans die Daner uutragbar erscheint, daß zwei so große Mittelschulen gemeinsam dieselben Räume abwechselnd benutzen. Bei einigen Schulen wnrdcn die Rasenflächen wiederhergestellt nnd ist vom Schulamt eine Aktion eingeleitet, daß alle Schulen im Laufe der Zeit durch Anschaffung von Blumenkästen reiu äußerlich freundlicher gestaltet werden können. Hinsichtlich der Instandfetznng des Schnlinventars kann berichtet werden, daß bereits :i0l) nene Schulbänke in Betrieb genommen wurden. Gleichzeitig läuft eine Aktion zur Instandsetzung beschädigter Schulbänke in sämtlichen städtischen Schulen. Eine seit vielen Jahren bewährte Firma besorgt die .Verrichtung der natnrwisseuschaftlicheu Präparate. Auch manches elektrische Gerät zu Lehrzwecken wird wiederhergestellt. Die großen Verluste au optischen Instrumenten sind voraussichtlich auf Jahre hinaus unerfetzbar. Die Anschaffung neuer Vorhänge wird betrieben, stößt aber noch wegen Stoffmangels auf sehr große Schwierigleiten. Die Einführung vou Schulruudfnukanlagen wnrde bis auf weiteres zurückgestellt, da sie wegen der hohen kosten nnd ans technischen Gründen noch nicht in allei. Schulen durchführbar erscheint. Sobald genügend Schnlbücher in gnter Ausführung anf den Markt kommen, wird daran gedacht, diefe vorerst den bedürftigsten Schülern kostenlos, später womöglich sämtlichen Schülern zur Verfügung zu stellen. Die Beschaffung vou Schulheften, Bleistiften, Schiefertafeln, Radiergummis und sonstigem Schreihzubehör ist fehr erschwert. Dnrch eine eingelangte Spende der Stadt Ehur besteht im Herbst die Möglichkeit, einem Teil beson^ dcrs bedürftiger Schüler diese Behelfe kostenlos ^ur Verfügung ;n stellen. Aus der laufenden Altpipiersammlnng erhofft sich das Stadtschnlamt alo Geaenleistnng von den Papierfabriken eine stärkere Zuteilung des dringendst benötigten Papieres für Schreibhefte. Die Neuanschaffung und Ausbesserung der Scbnlwandtafeln scheiterte bisher an dem vollständigen Mangel des notwendigen Tasellackes. Ansonsten besieht leider großer Bedarf an hranchbarem Reinigungsmaterial uud wirkt sich auch die geriuge Zahl der verfügbaren Pntzfrauen naturgcmätz uugüustig aus. Wenn sich im kommenden -derbst die Pforten der städtischen Schulen nach sommerlicher Ruhepause wie-


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der öu'neu, bleibt nur die eine bange Frage m e n , od im näcksten Winter überhaupt genügend Kohlenvor> rate ^ur Verfügung sieben n'erden, dannt der Nnlerrickt nickt auf alliulange Zeil vollsländig unterbrocken norden mnß.

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Nack Erörterllng dieser sacklicken Scknlfragen wird sich im zweiten Teil der Bezirksfcknl Inspektor sür den Bezirk Innobrnck-Stadt nut einer Besprecknng der personellen Verbällnisse beiüglick Vel'rern nnd Schül o n . i n den ^nnol'rncler ^c!u>!en besaßen.

Bericht zllr Lanitätsstatistik des Jahres 1946 Wie sckon seit vielen Ialnen, gibt das amt im folgenden eine Znsammenstellllng über die 0^,'bnrten nnd Sterbefälle, über die Insektionokrankbeiten, über die hänsigsten Todeonrfachen, Säuglingssterblichkeit usw. Alle Angaben beziehen sick anssckließlich auf die Wohnbevölkerung von Innsbruck. Alle Todesfälle uud alle Geburten norden im Gesundbeitsamt darauf geprüft, ob die betreffenden Personen in Iuuobruck wohuhast wareu oder nicht. Die Auswärtigen werden dann im Gegensatz zu anderen statistisckrn Znsammenstellnngen ausgeschieden. N u r auf dicfe Weife ist ciu richtiges B i l d über die Bevölkerungsbewegung zu gewinnen, I n eine Stadt wie Innsbruck mit einem großen S p i t a l nnd drei Sanatorien kommen natürlich viele Leute von auswärts und sterben bier. Auck viele Mütter.von auswärts suchen znr Entbindung das Krankenhaus oder die Sanatorien auf. Tie Zahl derfelbcu ist beträcktlick. So wurde für das Jahr 19 15 gezeigt, daß vou 1611 Todesfällen 5 1 ^ , also ein D r i t t e l , auswärts wohnende Personen betrafen. Ebenso ist es bei den Geburten. Von insgesamt 1746 Geburten fielen nur 105N auf die Wohnbevölkerung. Wenn man demzufolge ein B i l d über die Sterblichkeit im Stadtgebiete geben soll, fo kann man nickt die Gesamtzahl der in Innsbruck Vcrstorbcneu heranziehen, sondern nnr die Todesfälle, die auf die Wohnbevölkernng entfielen, nnd das waren nur 1096. Wenn in einer statistifcken Veröffcntlicknng angegeben ist, daß von 1000 Einwohnern !6 sterben, fo ist das unrichtig, denn ein Drittel der Verstorbenen waren ja nicht Einwohner von Innsbruck, sondern kamen von auswärts. Richtig ist es, daß auf 1000 Einwohner uur 10.!» Todesfälle entfallen. Auck bei den Geburten wurde der gleiche Fehler gemacht. Das Jahr 1916 ergibt ganz ähnliche Verhältnisse. Insgesamt starben in Innsbruck im Jahre 1916 1 2 ^ Persouen, davon waren ^32 von auswärts, so daß ans die Einwobner von Innsbruck nnr ^»6 Todesfälle entfallen. Auck von Geborenen gehören viele nach answärts. Von insgesamt 2^68 Geburten entfallen 78^ ans Auswärtige, so daß für Innsbruck ino l<5^0 Geborene verbleiben. Nun soll über einige die Allgemeinheit interessier rende Tcilgebiele der sanitären Beiicktersialtung Näke^ reo angegeben werden. I . ^c> allgemeine Gcsundlieits- und Ernälnungszustand der Bevölkerung. I m Berickt von !'.»!.'» wnrde der Erwartung Ansdruck gegeben, daß für das Jahr 1916 wabrsckeinlick dock Erfreulickeres zu berickteu sein dürfte. Diefe Ern'arlung bat sick leider nickt erfüllt. Nack une vor befindet sick die Bevölkerung in einer Art ckronifcken Hungcr;nstandes, dessen Answirknngcn gar nickt ermessen werden können. Bedenkt man, daß die Zutei-

lungen von Nalnnngomitteln durckfcknittlick nickt mehr als die Hälfte dessen bieten, was ein erwacksener Menfck brancken würde, fo muß man sick eigentlick wundern, daß nickt noch offensicktlickere Answirknngen dicfer Unterernährung zu beobaebten sind. Neben dem allgemeinen Mangel an Nährstoffen kommt dann noch als ungünstiger Faktor die Einfeitigleit der Ernährung, indem der größte Teil der Zuteilnngen durck Kohlehydrate erfolgt. Milch, Fleifch nnd Fette sieden nur in ganz ungenügenden Mengen zur Verfügung. Anch die Versorgung mit Gemüse ist recht mangelhaft nnd der Preis desselben so hoch, daß es von den ärmeren Bevölkerungskreisen nicht gekauft werden kann. Was uuu die Auswirkungen dieser mangelhaften Ernährung auf den Ernährungs-- und Gesuudheitszustaud der Bevölkerung betrifft, so kann man im allgemeinen sagen, daß die Verhältnisse da mit zunehmendem Alter immer schlechter werden. Der Ernährungszustand der Säuglinge und Kleinlinder kann im allgemeinen noch als befriedigend angesehen werden. I n den meisten Familien wird dock darauf geschaut, daß dcu kleinen Kindern oft anf Kosten der Erwachsenen, das Nötige geboten werden kann. Bei der Schuljugend machen sich dagegen schon deutliche Zeichen der chronischen Unterernähruug bemerkbar. Hier können auch geuaue Augabcu gemackt werden, die sich auf die ärztliche Uutersuckung von über 9000 Schulkindern stützen. 15) Prozent fämtlicher Schulkinder erwiesen sich als unterernährt und teilweise auffallend blutarm. Bei den Erwachsenen lassen sich ganz bestimmte Angaben nickt macken, da Gelegenheit zu Massenuntersuckungen derselben nicht gegeben war. Der allgemeine Eindruck ist da sehr wechselnd, wobei konstitutionelle Momente nnd die verschiedenen Arten zusätzlicher Lebensmittelversorgung eine Rolle spielen. Wenn man hört, daß fast 30.000 legale zusätzliche Lebensmittelvcrschreibnugen vorliegen, also ein Drittel aller Einwohner solche Nahrungsmittel zusätzlich erhält, so läßt sich daraus schou scklicficu, daß auck der Eruahrungszustand vieler Erwachseuer ein schlechter ist. Am scklecktesten sind da wieder alte bellte. I m (^'snndbeitoamt wurden von älteren Venten einige tausend anläßlick der Zuteilung von Spenden nnlersnckl nnd da wnrde oft eine gan> erfckrcckende Unterernährung festgestellt, die in mancken Fällen olme Vorliegen eines Krantbeits^ustandes zu eiuer Reduzierung des Körperbestandes anf fast die Hälfte dev normalen Gewichte o führte. Anch die ^.nalität der zugewiesenen Nahrungsmittel ist teilweife reckt fcklccht. Besonders beim B r o t , dem Hauptnabrungsmittel, ist dies auffallend. Allerlei Znfätze, nm die Meblvorrätc zu strecken, schlechte Qualität des Mehls und der Zusätze geben oft dem Brot einen widerlichen (.^rnch und eine pappige Ve-

fckaffenhcit. Sehr schwierig gestaltet sich auch beson-


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ders in letzter Zeit die Kraulcncrnährung, indem für die Herstellung derselben oft nichts anderes als Vrotmehl zur Verfügung stand. I m ganzen bot also die Ernährnngolage lein erfreuliches V i l d und eo ist verständlich das; dadurch ungünstige Auswirkungen aus die ArbeitofähiglVit und auch auf die Arbeitsfrcudigkeit hervorgerufen werden. 'Auch eine vermehrte Anfälligkeit gegenüber Erkrankungen ist dadurch zweifellos gegeben. Neben diesen verhängnisvollen Auowirkungen der Unterernährung werden Tausende von Familien noch durch schlechte Wohnverhältnisse in ihrer Gesundheit geschädigt. Viele Familien wohnen in an und für sich schon gcsuudheitsschädlichen Räumen, dazu kommt noch die llberfüllung derselben durch eigene Familienmitglieder uud oft auch durch Zwangscinquartierungen fremder Personen, die in vielen Fällen zu einer derartigen Störung des häuslichen Friedens führen, die einer Gesundhcitsschädigung gleichzusetzen ist. Dazu kommen noch mangelhafte Beheizung, mangelhafte Kleidung, Geldmangel und, was nicht zu vernachlässigen ist, auch vermehrte seelische Belastungen vieler Menschen, alles Umstände, welche in vielen Fällen summiert ganze Familien einem unsagbaren Elend ausliefern. Um diese die Volksgesundheit bedrohenden Gefahren zu mildern, werden ja durch großzügige Hilfe vom Auslaudc, besonders von der benachbarten Schweiz, Nahruugsmittcl in großen Mengen zur Verfügung gestellt. Tausende von Schulkindern erhalten durch mehrere Wochcu täglich eine kräftige Jause, für besonders Schwache sind hochwertige Nährpräparate zur Verfügung gestellt, Speck- und Zuckcrspcndcn werden an die Bevölkerung verteilt, wobei auch die armen alten Vente nicht vergessen werden. Wie wertvoll diese Zuweudungcn sind, läßt sich gar nicht genug hervorheben. S i e sind sicher in vielen Fällen imstande, dauernden Schaden für die Gesundheit zu verhindern. I I . Infektionskrankheiten. I m Jahre 1946 ist die große Flüchtlingsbewegung wohl etwas zurückgegangen, aber immerhin waren noch zahlreiche Flüchtlinge in der Stadt, und zwar auch in Massenqnartieren unter den schlechtesten Verhältnissen. Auch viele Heimkehrer sind wieder zurückgekehrt uud so war die Gefahr einer Einschleppung von I n fektionskrankheiten noch eine sehr große. Neben Flcckficbcr war besonders die Verbreitung von Darminfektionokrankheiten, Typhus und Ruhr zu befürchten. Fleckficbcrfall ist glücklicherweise keiner mehr aufgetreten, wohl aber einige Fälle von Ruhr und Typhus. Nachstehend wird eine Zusammenstellung der wichtigsten Infektionskrankheiten gegeben: Scharlach

Diphtherie

Typhus

. '1' 116

1

4

247

Kinderlähmung

Nichr

26

^nngont>ibei'liil,iso

'1'

18 ^

1 Erkrankung

17

533 'odeofall

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Scharlach und Diphtherie zeigen gegenüber dem Vorjahre ziemlich die gleiche Zahl von Erkrankuugen. Dagegen ist bei Diphtherie die Sterblichkeit wesentlich geringer als im Vorjahre und beträgt l.ll Prozent gegenüber '">.!» Prozent im Jahre l!>!5. 90 Prozent der an Diphtherie Erkrankten und sämtliche an Diphtherie Verstorbenen waren gegen Diphtherie nicht schntzHcimpft. Wenn die restlichen !0 Prozent trotz durchgeführter Impfnngen an Diphtherie erkrankten, so spricht dies nicht gegen den Wert der Schutzimpfung. Wenn man noch dazu den Zeitpunkt der Schutzimpfung dieser an Diphtherie erkrankten geimpften Kinder feststellt, fo zeigt sich, daß bei den meisten die Impfung mehr als drei Jahre zurücklag uud bei anderen wieder die Impfung nur einmal durchgeführt wurde. Um einen ausreichenden Impfschutz zu erzielen, sind eben zwei Impfungen nötig, die in einem Abstand von vier Wochen vorgenommen werden sollen. Viele Eltern haben dies trotz wiederholter nnd in jedem Falle sogar persönlicher Aufforderung uuterlassen. Writers steht auch fest, daß der Impfschutz nickt unbegrenzt lange nach der Impfnng andauert. Wie lange der Impffchntz anhält, ist nicht einwandfrei bestimmt. Jedenfalls ist so viel sicher, daß er nur eine beschränkte Anzahl von Iabren wirksam ist. Von Darminfektionskrankhciten kamen 26 Typhusund 17 Rnhrfälle zur Beobachtung. Die Tvphusfälle verteilen sich vereinzelt über das ganze Jahr mit einer auffallenden Häufung von elf Fällen im A p r i l . Die Infektionsquelle lag bei der Mehrzahl der Fälle in Südtirol oder I t a l i e n . Die 17 Ruhrfälle waren auf die Mouatc März bis J u l i beschränkt. Große Sorge bereitete die in den Herbstmonatcn August bis November aufgetretene Kinderlähmung. Es wurden im ganzen l>^ Fälle beobachtet mi! einem Todesfall. Von den zurückgebliebenen 17 Erkrankung?fällcn sind zwölf ohne Rcstzustand ausgeheilt, während bei fünf wahrscheinlich für ihr ganzes ^eben Zähmungen, hauptsächlich au den Beinen und Armen, zurückbleiben werden. Die Erkrankuug befiel hauptsächlich Kinder, von denen das jüngste 20 Monate alt war. Auch fünf Erwachsene im Alter von 18 bis 39 Jahren sind erkrankt. Die größte Zahl von Infektionscrkrantnngofällen betraf die Tuberkulose. 533 Fälle von Lungentuberkulose, 12 Fälle von Tuberkulose anderer Organe und !> Hauttuberkulosen wurden angezeigt, im ganzen '»!-> l Tuberkuloseerlrankuugen. Die Tuberkulose als die häufigste Infektionskrankheit wird dann noch bei den Todconrsachen näher besprochen. Über die Geschlechtskrankheiten lassen sich eigentlich verläßliche Zahlen nicht geben, da eine allgemeine Anzeigepflicht nicht besteht. Immerhin wurdeu 302 Fälle von Gonorrhoe und 152 ^uesfalle angezeigt. Bedenkt man, daß dieo durchschnittlich nur solche Fälle sind, die irgendwie ausfällig gewordeu sind, sei es, daß sie div Behandlung unterbrochen haben oder im besonderen Verdacht der Wcitervcrbrcitung der Krankheit standen, so läßt dies schon einen gewissen Schluß auf die tatsächliche Häufigkeit der (^Geschlechtskrankheiten >u. Fortsetzung folgt.


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Geburten und ^tcrbcfällc iin ^llli 1947 (Ständige Wohubevölternng. )

Geburten

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4 3 5

Lohnt sich die Innsbmcker Stadtbucherei Von Dr. Irmgard Webhofer. „Kciue Angst! (5s folgen keine dürren Zahlen als Antwort. 7lbcr begleiten müssen Eie mich, jawohl, b e g l e i t e n . Nicht in den Hofgarten, nicht anf ein Eis ins Cafe Mnnding, nein, nein!" „Ja, wohin denn?" — „ I n unfern Betrieb, in die Stadtbücherci!" — „Nein, aber . . . . . " — „Keine Ausflüchte, jetzt m ü s s e n Sic mit, zur Strafe für die Frage, ob sich die Bücherei lohne." ^ „Mitarbeiten meinen S i e , und das noch dazii im Urlaub?" — „Das gerade nicht, aber zuschauen follen Sie, zuschauen d ü r f e n Sie. Das klingt schon etwas besser, nicht wahr? — Langweilen? Das wird Ihnen bald vergehen. Da sind wir. Ah, da steht ja schon der Gang voller Lente, das wird heut wieder heiß hergehen."

holen. Jeder w i l l schnell und gut bedient sein. „Bei solchem Andrang brauchen Sie aber wirklich drei bibliothekarische Kräfte am Ausleihtisch." „ J a , das ist auch unbedingt notwendig. Die Bücherei ifr ja kein Verkaufsladeu, und Bücher dürfen nicht wahllos ausgegeben werden. Jeder Fall muß mit Einfühlung und Sachkenntnis behandelt werden, sonst sind wir nicht mehr eine der Volksbildung dienende Einrichtung, sondern ein Gewerbebetrieb. Zur Zeit der starken W i n ter- und Frühjahrsausleihe hätten w i r ohne Aushilfe vom Stadtarchiv gar nicht fertig werden können." ^ „Das glaube ich Ihnen aufs W o r t ! "

„Doch jetzt heißt es schleunigst all die vielen Leserwünsche befriedigen. Nun hörey S i e einmal selbst und „ I a z kimm i grod vom Bäcker, feit 6 steh i schon urteile« Sie d a n n ! " umanand und iaz heißt's holt scho wieder Worten, (5in guter Fraucnroman wird da verlangt, einer der wissen's, mei M a n n ischt gonz verruckt hinter die Via- häufigsten Wünsche, ein Bcrgstcigerbuch, eine wertcher her, ohne Viacher derf i heut nit heimkemmen!" volle Künstlerbiographie, Karl M a y , Gerstäcker, Ganghöre ich die Frau Müller sagen. N u n rasch an die Ar- hofer, Jack London — noch immer hat man viel zu beit! Die letzten Buchkarten eingestellt, die Datumswenig davon — ein nettes Buch zum Vorlesen für stempel hergerichtet, die vorbestellten Bücher eingereiht. einen Kranken, ein Schmettcrlingsbuch, ein Bnch über Da schlägt es schon nenn Uhr. Anf springt die Tür, Alpenblumen, Sternkunde — ein gar nicht selten geherein strömt die Menge. äußerter Wunsch! Ein Heimatbuch, Grillparzer, ein „ I s t das jeden Tag so?", höre ich meinen Freund. flotter Unterhaltnngsroman für deu Urlaub, ein Buch über romanische Kunst, englisckc Gesellsckaftsromane, hinter den Kulissen fragen. „(5s ist sckon ein ein Hilfsbuch zum Einkocken von Gemüse, ein Buch Pfundotag heute, erster Anoleihtag uach der Sommerill französifchcr Spracke, Ratsckläge sür die werdende sperrc." Ich freue mich wie ein Schneekönig, daß ich den „ M a n n mit den l()()l) Bedenken" gerade heute am Mutter, ein Fachbuch über (5'lektrotecknil, Marckcn für Scklafittcken erwisckt habe. Der foll nns nickt mehr die Kleinen, eine griechische Knnstgesckickte, eine Ärztebiographie, eine Indienreise, etwas Kulturgesckicktauol^müu'n, den spannen wir lino ein. Unser ^ozner so geht das in bnntem Wecksel dlirckeinander. „Nannele" soll hent wieder überall zngleick sein. Vier, lickeo Nur haben nur leider leine Siebenmeilenstiesel, und füuf Anmeldungen regnet es auf einmal, dazwischen der Sprung von Goethe znm Kochbuch ist rascher vollsollen die ausgesuchten Bücker ans den Regalen geholt werden, die eben zurückgekommenen türmen sick sckon zogen, als der von der Ausleihe ins Magazin. Die Monatsentleilumgcn sind auf vier- nnd fünftausend zu Stößen und müssen ^um Fristlasteil getragen wergestiegen. den, um dort die da^u gehörigen Karlen herauszuziehen. Ich merke deutlich, mein Nörgler wird nervös; „Ich sehe schon, in der Ausleihe brauchen Sie zeiter ist doch im (Grunde ein guter Kerl und kann es nickt weise dringend zwei technische Hilfskräfte" . . . „Ganz leiden, wenn andere sick abstrappclu. Sich da, welch ricktig, es ist immer ciue große Erleichtcruug für den unerwarteter Helfer! M i t rasckem Blick bat er die Parteiellverkehr, wenn uufer Studienpraktikant da ist. Magazinordnung ersaßt und hilft uno beim Büchcr- Sie sehen ja, daß unsere einzige technische Hilfskraft


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ständig mit dem Buckkartenzichen der znrückgekommenen Bückcr angehängt ist." — „Welcke Antoren am meisten gelesen werden? Ja, das ist cine beikle Frage. Ich nenne nicht gerne Namen, schon gar nicht von uock lebenden Autoren. Allc kann man nicht nennen, und nennt man einige, dann fühlen sick alle übrigen zurückgesetzt." — „Die am häufigsten vorbestellten Bücker? Die können Sie mir aber doch verraten, oder?" „Da tue ich schou etwas leichter: Erouin, Galsworthy, Eorti, Venrath, Günther, Mitchell, Allen." — „Also mit Vorliebe Ausländer." - „ J a , Mitchell, „Vom Winde verweht", ist schon .fast ein Modebuch geworden." — „ A b e r . . . " — „ J a was ist denn, lieber Herr Aber?" „Wozu brauchen Sie denn eigentlich das besehest? Machen Sie sich nicht zu viel Arbeit damit? Ich sehe Sie so oft stempeln." — „ S i e glauben also mit anderen Worten, daß w i r zn umständlich arbeiten? Da sind Sie aber ganz auf dem Holzwege. Das Lesehcft ist uubedingt notwendig für einen geordneten Betrieb in der Vildnngsbüchcrci. Es ist nämlich nickt nnr für den Leser, sondern auch für deu Bibliothekar unentbehrlich. Für den Leser ist es Ausweis, Beleg, Merkbuch uud Gedächtnisstütze für feine Verpflichtungen der Bücherei gegenüber." — „ I s t es für den Bibliothekar auch wichtig?" — „Selbstverständlich. Das Heft hilft ihm, dnrch die Personalangaben auf der Außenseite sofort über den betreffenden Leser im Bilde zn sein. A n die schon gelesenen Bücher, die im Heft verbucht sind, kann er bei der Ncuentleihung anknüpfen." ^ „Ich verstehe, das Heft ist also ein wichtiges H i l f s mittel der Leserberatung." — „Aber das ist n o ch nickt alles. Das besehest ist eine der notwendigsten S i c h e r u n g e n für den Bestand." — „ W a s heißt jetzt das wieder?" — „Das heißt, es ist ein unentbehrliches Hilfsmittel gegen die Verflüchtigung der B ü cher. Denn wenn w i r auch die Buchkarten mit der . Lcsernnmmer als Beleg nnd Hilfsmittel für die M a h nung in der Bücherei behalten, so ist doch dnrch das Leseheft eine w e i t e r e S i c h e r u n g gegeben, die sich in der Praris sehr bewährt bat." Inzwischen hat es längst 10 Uhr geschlagen. Die Zeit ist wie im Flngc vergangen. „ W i r d es immer so spät, bis der letzte Leser abgefertigt ist?" - „ J a , meistens halb 11 Uhr." — „Dann bleibt Ihnen aber für die Aufränmungsund Ordnungsarbciten nur noch eine knappe Zeit bis zur Mittagspause!" — „ J a , da heißt es sich tücktig tummeln, nm fertig zn werden. Wenn manche Leser nnr wüßten, wie sie uno durch Reinlichkeit, pünktliche Rückgabe und gedrängte Bekanntgabe ihrer Wünscke die Arbeit erleichtern könnten! ^ Jedes zurückgekommene Vnch muß durchgeschaut werden. Da wird radiert, geklebt, neu eingeschlagen, ncn signiert nsw." „ W i r d denn Ihre technische Hilfskraft ganz allein fertig damit? Ich sehe da Ricsenstöße hinter ihr, eine ganze M a u e r ! " — „ I h r Zweifel ist ganz berechtigt. Bei gründlicher Vestandspflcge k a n n einer allein nicht fertig werden, da mnß der Buchbinder nnd die zweite bibliothekarische .straft cinfpringen und mithelfen." „Darf ich Sie jetzt zu mir hinüber bitteu, ich habc Ihnen noch viel zu zeigen." — „ J a , gerne, ick bin wirklick neugierig, wann Sie eigentlich Zeit baben, Romane zu lcfen." ^ „ D a muß ich hellauf lacken,

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das ist so die laudläufige Vorstellnng, die man vom Bibliothekar hat: Bücherwurm mil dicker Brille im verstaubten Bibliotkeksdunkcl sitzend und ungestört in Büchern sckinöternd." „Nein, entschuldigen ^ i e , diese Vorstclluug ist mir gründlich vergangen." — „Das ist also das V c r w a l t n n go r e i ck." „Hier sehe ich eine Menge fchön gebundener neuer Bücher, haben Sie einen eigenen Buckbinder?" — „ J a , das ist eiu unschätzbarer Vorteil für die Stadt. Ohne den stadteigenen Buchbinder wäre die Bückerei bei dem Riescnverfchlciß binnen kurzem ein Bückerfriedhof. Wie umständlich und zeitraubend nnd wie viel kostspieliger war das früher, als wir die Bücker znm Binden anßer Haus geben mußten! Nnn schlägt es schon elf Uhr, und cs ist noch so viel zu tun. Da müssen einmal die nenen Buchbindcrbände signiert werden. Ansichtssendungen ans verschiedenen Buckhandluugen sind eingetroffen. Die müssen geprüft werden, ob sie sich für unsere Bücherei eignen." — „Das machen Sie aber doch in der Bücherei?" ^ - „Nein, dazn komme ich hier schwer. Das ist meistens bibliothefarifchc Arbeit nach dem Dienst. S i n d die ncnen Bücher dann endgültig gekauft, dann müssen sie in die Zngangsliste eingetragen werden. Da können Sie mir übrigens gleich helfen dabei, dann geht es schneller. Sie signieren die Bücher auf der Rückseite des Titelblattes und ick gebe Ibnen die näcksten Nummern a u . " ' „Es mackt mir geradezu Freude, deu Gang des Bnches dnrch die Bücherei einmal zn verfolgen." — „Das ist aber noch lange nicht alles. Vom Katalogisieren habe ich Ihnen noch gar nicht erzählt. Für jedes neue Buch müssen vier Zettel geschrieben werden: 1. Die Bnckkarte für die Ausleihe, 2. der alphabetische Zettel für den Verfasserkatalog, : j . der Standortszettcl, der für die Vestandskontrollc notwendig ist, l. der sogenannte Katalogzettel, nach dem die Vcserkataloge geschrieben werden." „Und wann machen Sie das alles?" — „Das ist allerdings oft ein Reckcnkunststück, die viele Arbeit mit der Dienstzeit uud den verfügbaren Kräften in Einklang zn bringen. Daneben mnß man anf dem Laufenden bleiben mit dem Büchercinkauf nnd den verwaltungstechnifcken Arbeiten. Die Nachmittagszcit vor der 5-Uhr-Ansleihe wird uns immer viel zu kurz. Um ."> Uhr geht der Anstnrm der Leser von neuem los. M a n mnß froh sein, wenn bis dabin alle Bncker gereinigt, eingestellt, die fälligen Mahnungen erledigt nnd die Bnchkarten wieder zurückgeordnet sind. Und wenn ick Ihnen erst erzähle, daß in Salzburg zum Beispiel siebeu Kräfte, iu S t . Polten fogar neun Leute in der Bücherei angestellt sind, dann werocn Sie zngeben, daß wir mit vier voll arbeitenden Kräften nickt überbefetzr sind." - „Sie könnten bestimmt für das Katalogisicrcu der Bücher allem eine eigene Kraft beschäftigen."


Nummer

Vaodeol'anplsiad!

- „ S o ist co. Aber dies ist lcidcr cinc Gcldsraqe- dock ist zn lwffcn, daft mit der Bcsscrnna, dcr allgcineinen wirtschaftlichen Vage anä> cinc bcsscrc Doticrnng dcr Büchcrci crziclt N'crdcn kann." „^ioch einc ,nagc.

Seite ?

Wozn lnacbcn Sic ciqentlick Statistik? Hat das einen praltiscl'cn ^^crt'^" „Ga 5 gcnnsi. Und was für n der Büchcrci. cincn! Die Statistik ist da? (Schlliß folgt.)

Ttor l)«lldcrt Z 'August l x l ? : 3. N'ird als ?sbschiedobeuefi;vorstlllung „des nnt Reckt bicr beliebten Cangerò" Bognar, der siel' in seinem eiueiubalbjabrigeu Wirten die allgemeine Anerkennung des Publikums erwarb, Douizettio „Elisir d'amore" gegeben. ',. stirbt ,^ran Anna Nicdcrmair, geborene Schröck, Witwe deo Univ.-Prof. Dr. mcd. Nicdermair, l^5 Jahre alt. einpfiehlt der .^lcidcrnnicher und -Neiniger Georg Rainerodorfcr in der Milseningassc auch „fchadhafte und besäiiu»l>te .^leider wieder auf daö Beste herzustellen", veröffentlicht der „Bote" folgende Anzeige: „Ein gebildeter juugcr Mauu, ano Frankreich gebürtig/ welcher seit einiger Zeit in Deutschland ist/ um die deutsche Sprache grammatikalisch zn erlernen, wünscht uun bei einer Herrschaft oder gntcn Familie alo Hauolohrcr iu der französischen Sprache einen Platz zu erlangen." tli. stirbt der k. k. Appcllationörat Job. Nep. v. Gilm, 65 Jahre alt, in der .döttii^gcr Gasse. <!). wird der Univ.-Prof. der Botanik, Dr. Stephan Endlicher, zum Regieruugorat ernannt. — gibt Georg Reiter bekannt, „daß er schon vor zwölf Iabren cinc vollständige Kleiderrcinigunsts-Anstalt er-

2l. — 27.

:!().

II.

richtete, in welcher alle Gattungen Wollcnllcidcr von allen Unrcinigkcitcu uud Tckmutzfleelen gesäubert werden, wobei die ,varbc son'obl alo der Gian; dco Zeuges so hergestellt >verdeu, >vie fie im m'uen Zustande warcu." steigt Vizeadmiral Erzherzog Friedrich, auo Ilalieu kommend, für einige Stunden im „österreichischen Hof" ab uud reist dann nach Venedig zurück. wird im ^erdinaudeum ciu uach Ampezzo bestimmtes 'Altarbild des Malers I . Ghcdina aus Ampezzo ausgestellt. stirbt Frau Barb. Morhammcr, geborene Mang, crzherzoglichc Hausoffizicrs-Witwc, 73 Jahre alt. bietet der Ttadtmagistrat die zwei letzten Bauplätze „auf dem nuteren Teile der neuen Museumstrasie" zum Verkaufe au; jeder Platz zu 110 Quadratklafter kostet 2000 Gulden. verkauft ein gewisser Dr. Riviere im Gasthof zur „Sonne", >wo er bis 10. September bleibt, von ihm erfundene Bruchbänder. steigt der Botauiker Schäftleiu aus Nieu im „Goldenen ^!öwcn" ab. stirbt der t. k. Ditastcrial-Advokat Dr. jur. Iofcf Paulmichl, !9 Jahre alt.

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Amtsblatt der Landeshauptstadt Innsbruck

Seite 8

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