Page 1

V. b b.

derNndes nuptswdt nnsdrmk Schriftleitung Rathaus. 2 Ktock links ich. Einzelnummer Nr. 11

15. Oktober 1935

1. Jahrgang

Erste uns konstituierenöe Mtzung öes Innsbrucker Gemeinöetages Ueber Auftrag des Herrn Landeshauptmannes hat Reg.-Kommissär Franz Fischer die neu ernannten Mitglieder des Gemeindetages zur ersten und konstituierenden Sitzung auf den 3. Oktober 1935 einberufen. Die Tagesordnung für diefe Sitzung fah im Anschlüsse an die Konstituierung die Wahl und Angelobung des Bürgermeisters und die Wahl der Stadträte und des Bürgermeister-Stellvertreters vor. Die Mitglieder des Gemeindetages fanden sich am ge^ nannten Tage um 4 Uhr nachmittags vollzählig im festlich geschmückten Adlersaale des Stadtsaalgebäudes zusammen. Ueber besondere Einladung des Herrn Reg.Kommissärs nahmen an dieser Sitzung auch die Abteilungsleiter des Stadtmagistrates teil, um Gelegenheit zu nehmen, sich dem neuen Gemeindetage vorzustellen. Den Vorsitz führte im Sinne der Bestimmungen des neuen Stadtrechtes das an Jahren älteste Mitglied des Gemeindetages, Herr Kommerzialrat Kunibert Zimmeter. Dieser eröffnete die Sitzung mit einer kurzen Anspräche und leistete im Anschlüsse daran das vorgeschriebene Gelöbnis, das er dann nach folgendem Wortlaut auch den übrigen Mitgliedern des Gemeindetages abnahm: „Ich gelobe, die Gesetze und Verordnungen des Bundes und Landes zu beobachten, meine Aufgaben als Mitglied des Gemeindetages uneigennützig, unparteiisch und gewissenhaft zu erfüllen, das Wohl der Gemeinde nach bestem Wissen und Können zu fördern, im österreichisch-vaterländischen Sinne zu wirken und den deutschen Charakter der Landeshauptstadt Innsbruck jederzeit zu wahren."

Nach vollzogener Konstituierung wurde die Wahl des neuen Bürgermeisters eingeleitet, für welche nur ein

einziger Wahlvorschlag, lautend auf den bisherigen N e g i e r u n g s k o m m i ssär und früheren B ü r g e r m e i s t e r , H e r r n F r a n z Fischer, Mitglied des Bundeswirtschaftsrates und Kaufmann in Innsbruck, abgegeben wurde. Die mit Stimmzetteln vorgenommene geheime Wahl ergab mit 28 Stimmen den einhelligen Beschluß, Herrn Reg.-Kommissiir Franz Fischer zum Bürgermeister der Landeshauptstadt Innsbruck zu wählen. Der Vorsitzende unterbrach hierauf die Sitzung, um den neu gewählten Bürgermeister zu befragen, ob er bereit fei, die Wahl anzunehmen und um hernach den Herrn Landeshauptmann von der durchgeführten Wahl zu unterrichten und ihn um die Vornahme der Bestätigung und um die Angelobung des neuen Bürgermeisters zu ersuchen. Nach Verlauf einer halben Stunde erschien Herr Landeshauptmann Dr. Schumacher in Begleitung des Herrn Hofrates Dr. Schreiber und des neu gewählten Bürgermeisters. Nach kurzen Worten der Begrüßung durch den Vorsitzenden dankte der neu gewählte Bürgermeister für das ihm durch die einstimmige Wahl zum Ausdrucke gebrachte Vertrauen und erklärte mit der Zusicherung, mit allen Kräften bemüht zu sein, das Vertrauen zu rechtfertigen, die Wahl anzunehmen. Landeshauptmann Dr. Schumacher erteilte hierauf die Bestätigung und nahm dem neu gewählten Bürgermeister das Gelöbnis nach folgendem Wortlaut «b: «Ich gelobe, die Bundes- und Landesverfassung sowie die übri« gen Gefetze des Bundes und Landes unverbrüchlich zu beobachten,


.AmtsblattNr.il uneigennützig und unparteiisch meines Amtes zu walten, das Wohl der Gemeinde nach bestem Wissen und Können zu fördern, im österreichisch-vaterländischen Sinne zu wirken und den deutschen Charakter der Landeshauptstadt Innsbruck jederzeit zu wahren."

Der Herr Landeshauptmann ergriff hierauf das Wort zu folgender Ansprache: „Der neu gewählte Bürgermeister hat das Gelöbnis, das im neuen Stadtrecht vorgesehen ist, in meine Hand abgelegt. I n diesem Gelöbnis verspricht er, in vaterländischem Sinne Zu wirken, verspricht er, seine ganze Kraft der Arbeit der Gemeinde zu widmen und verspricht er, den deutschen Charakter der Landeshauptstadt Zu wahren. Daß Herr Bürgermeister Fischer die Geschäfte der Stadt in vaterländischem Sinne führen wird, davon sind wir alle überzeugt, hat er doch während seiner früheren Tätigkeit immer gezeigt, daß ihm das Vaterland, die Heimat am nächsten liegt. Er verspricht auch, seine ganze Kraft in den Dienst der Gemeinde zu stellen. Auch das hat er bereits bewiesen und wir sind überzeugt, daß er es auch fernerhin tun wird. Ueber das Gelöbnis, den deutschen Charakter der Stadt zu wahren, braucht man wohl nicht zu reden, denn wir sind alle gute

Deutsche. Sie, meine Herren, sind die Helfer des neuen Bürgermeisters. Zum ersten Male, seit die Landeshauptstadt steht, ist in dieser Form einständischerGemeindetag bestellt worden. Es wird die Zeit kommen und hoffen wir, daß es nicht mehr lange dauert, dann wird der Gemeindetag nicht bestellt, sondern gewählt, und zwar nach den Grundsätzen der ständischen Verfassung, die für unser Vaterland gilt. Meine Herren, ich bitte Sie, sind Sie dem neuen Herrn Bürgermeister treue Helfer und unterstützen Sie ihn in seinem Amte. Es ist nicht leicht, nach der schweren Zeit des Krieges und des Umsturzes und nach den Jahren des Aufbaues, die nicht immer das brachten, was wir erhofft haben, die Gemeinde zu führen. Da müssen Sie alle Zusammenhelfen. Besonders freut mich, feststellen zu können, daß die Wahl auf den < Bürgermeister einstimmig erfolgt ist. Ich darf hoffen, daß auch die Beratungen im Gemeindetage in diefem Sinne geführt werden: wenn auch nicht immer einstimmig, so doch beseelt von dem einstimmigen Wunsche, der Heimat und dem Vaterlande zu hel^ fen." Hierauf führte Bürgermeister Fifcher aus: „Ich danke dem Herrn Landeshauvtmanne für die anerkennenden Worte, die er meiner bisherigen Tätigkeit widmete. Ich gebe mein heiligstes Versprechen» daß mein einziger Ehrgeiz darin bestehen wird, mich von keinem meiner Mitbürger, in vaterländischem Sinne zu wirken, übertreffen zu lassen. Erlauben Sie mir auch, daß ich sage, daß ich mit großer Verehrung vor meinem Vorgesetzten stehe und daß ich jederzeit bestrebt sein werde, das Ziel meiner vorgesetzten Behörden zu verstehen und zu erfüllen.

Meine Herren! I n Ihrem und meinem Namen danke ich dem Herrn Landeshauptmann^ daß er durch sein persönliches Erscheinen die heutige Sitzung des Gemeindetages ausgezeichnet hat. So wie in alten Zeiten vor dem Weltkriege, während des Weltkrieges und auch nachher, da der Landeshauptmann in entscheidenden Momenten zu uns gekommen ist und uns durch seine Worte und durch sein Beispiel aufgemuntert hat. I m Namen der Innsbrucker Bevölkerung aber, Herr Landeshauptmann, kann ich noch versichern, Sie können beruhigt sein, es sind ernste Männer am Werke. Sie werden es sich angelegen sein lassen, alle Schäden und Uebel der Kriegs- und Nachkriegszeit zu beseitigen und die Landeshauptstadt wieder dorthin zu führen, wohin sie gehört: an die Sonne. Wir danken herzlich für I h r Erscheinen. Erlauben Sie mir, noch zu sagen, daß ich Ihnen sofort Bericht erstatten und Rechenschaft ablegen werde über die abgelaufene Zeit meiner Tätigkeit als Regierungskommissär, wenn das konkrete Ziffernmaterial gesammelt ist. Ich werde mir auch erlauben, die jetzt im Anschlüsse durchzuführenden Wahlen des Gemeinderates und des Vizebürgermeisters sogleich bekannt zu geben, um Sie dann Zu bitten, in der nächsten öffentlichen Sitzung des Gemeindetages dem neuen Bürgermeister-Stellvertreter das Gelöbnis im Sinne der Bestimmungen des Stadtrechtes abzunehmen." Der Herr Landeshauptmann ließ sich hierauf die Mitglieder des Gemeindetages vorstellen und entfernte sich dann in Begleitung des Herrn Hofrates Dr. Schreiber. Bürgermeister Fifcher übernahm den Vorfitz und führte die Wahl der Mitglieder des Gemeindorates durch, die folgendes Ergebnis hatte: A d o l f P l a t t e r , Disponent des Landeslagerhauses, gewählt mit 29 Stimmen; O t t o T h ö n i g , Baumeister, gewählt mit 29 Stimmen,D r . A n t o n M e l Z e r , Landesregierungsrat, gewählt mit 18 Stimmen; O t t o I e l l i n e k , Kaufmann, gewählt mit 17 Stimmen,H a n s W e b e r , Handelsangestellter, gewählt mit 15 Stimmen. Anschließend daran wurde die Wahl des Bürgermeister-Stellvertreters durchgeführt, aus welcher mit 17 Stimmen Stadtrat Adolf Platter hervorging. Hierauf wurde die Sitzung vom Bürgermeister mit dem Bemerken geschlossen, daß die eben vorgenommenen Wahlen ungesäumt dem Herrn Landeshauvtmanne mitgeteilt werden, welcher in der nächsten Sitzung des Gemeindetages die Angelobung des neu gewählten Bürgermeister-Stellvertreters vornehmen werde.


Amtsblatt Nr.11.

Zweite Sitzung öes Innsbrucker Gemeinöetages am 9. Oktober Ueber Einladung des Herrn Bürgermeisters Franz Fischer fanden sich die Mitglieder des Gemeindetages am 9. Oktober 1935 im Adlersaale des Stadtsaalgebäudes zur zweiten öffentlichen Sitzung vollzählig zusammen.

Diese Vorschläge wurden vom Gemeindetage angenommen. Der Gemeindetag nahm anschließend daran die Mitteilung des Herrn Bürgermeisters zur Kenntnis, datz demnächst auch ein eigener Personalausschutz bestellt werden wird.

Eingangs derselben nahm Herr Landeshauptmann Dr. Josef Schumacher, der in Begleitung des Herrn Oberregierungsrates Heinrich Giooanelli erschienen war, dem in der letzten Sitzung des Gemeindetages gewählten Bürgermeister-Stellvertreter Adolf Platter, Disponent des Landeslagerhauses, gemäß den Bestimmungen des Innsbrucker Etadtrechtes das Gelöbnis nach folgendem Wortlaut ab:

Der Herr Bürgermeister gab hierauf folgende Erklärung ab, die vom Gemeindetage zur Kenntnis genommen wurde:

„Ich gelobe, die Bundes- und Landesverfassung sowie die übrigen Gesetze des Bundes und Landes unverbrüchlich zu beobachten, uneigennützig und unparteiisch meines Amtes zu walten, das Wohl der Gemeinde nach bestem Wissen und Können zu fördern, im österreichisch-vaterländischen Sinne zu wirken und den deutschen Charakter der Landeshauptstadt Innsbruck jederzeit zu wahren."

Die Sitzung wurde hierauf aus kurze Zeit unter' brachen. Nach ihrer Wiedereröffnung durch den Bürgermeister nahm der Gemeindetag in Verfolgung der Tagesord^ nung die Wahl seiner Ausschüsse vor, für die Rechtsanwalt Dr. Schiebäck folgende Vorschläge einbrachte:

Finanzausschuß: Vürgermeister-Stellv. Adolf Platter, Komm.-Rat Fritz Miller. Reg.-Rat Dr. Franz Egert. Hans Schimpp. T M . Otw Iellinek. Dr. Alois Oberhammer, Heinrich Sütz.

Bauausschutz: S M . Otto Thönig. Komm.-Rat Kunibert Iimmeter. Alois Weth. Med.-Rat Dr. Hermann Flora. Josef Haller, StR. Hans Weber. Georg Hofer.

Rechtsausschutz: S M . Dr. Anton Melzer. Dr. Viktor Schiebäck. Dr. Hans Rapv. Viktor Hurth. Josef Posch. Julius Thoma. Erich Kals.

Ausschutz f. Kultur. Wirtschaft und Sport: Dr. Arthur v. Andreatta. Dr. Richard Strohal. Leo Gutmann. Kurt v. Chizzali, Hw. Georg Gredler, Dr. Franz Lechner. Rolf Vrabetz.

„ I n der letzten Zeit machte sich leider in unserer Stadt eine gewisse Beunruhigung auf dem Gebiete der Versorgung der Bevölkerung mit den wichtigsten Lebensmitteln bemerkbar. Eine gewisse Propaganda versuchte die Bevölkerung zu Vorkäufen an Lebens Mitteln zu bewegen, mit dem Hinweis darauf, daß verschiedene Begebenheiten außerhalb unseres Heimatlandes nicht ohne Auswirkung auf die Versorgung Österreichs und auf die Preisgestaltung der wichtigsten Lebensmitteln sein werden. Leider hat diese in nichts begründete Propaganda williges Ohr gesunden, so daß von den Hausfrauen im Laufe der letzten Zeit unverhältnismäßig große Einkäufe getätigt wurden, was uns an die unselige Zeit des Hamsterns in der Kriegs- und Nachkriegszeit erinnert. Pflichtgemäß habe ich diese Ereignisse beobachtet und nun wahrgenommen, daß diese Angstkäufe einen Umfang angenommen haben, der eine gewaltige Steigerung der Preise einzelner, wichtiger Lebensmittel zur Folge hatte. Gegen diese, der Kaufmannschaft nichts nützenden, die gesamten Konsumenten jedoch schädigenden Tatsachen muß zum Schütze der Allgemeinheit eingeschritten werden. Ich habe mich bei allen zuständigen Stellen der Regierung und bei allen wirtschaftlichen Zentralen, welche die Versorgung unseres Bundesstaates in Händen haben, erkundigt und dabei in Erfahrung gebracht, daß nicht die geringste Veranlassung zu irgend einer Besorgnis bestünde, daß die Versorgung des Landes ins Stocken kommen könnte oder eine übermäßige Preissteigerung einzelner Lebensmittelsorten drohen würde. Das starke Anschwellen des Preises für Fett hat darin seine Begründung, daß in den letzten drei Wochen durch die Angstkäufe die großen Vorräte in Oesterreich aufgekauft wurden, und zwar in einem folchen Maße, daß der Umsatz in dieser Zeit einem gleichen Zeiträume von mehr als vier Monaten des normalen Handels entsprechen würde. Die Knappheit der Lagervorräte einerseits,


.Amtsblatt Nr.11 die starke Nachfrage nach Ware andererseits bedingt immer eine gewisse Preissteigerung. Richtig ist, daß der Grundpreis für Schweinefett gegenüber den letzten Monaten etwas in die Höhe gehen wird, weil sich die Erhöhung der Gestehungskosten für die Futtermittel, aber auch die gesetzliche Einschränkung der Schweineproduktion in Oesterreich entsprechend auswirken wird. Nach Berichten aus Wien haben dortselbst die Angstkäufe ziemlich aufgehört und die Steigerung des Preises halt gemacht. Es ist bereits in den nächsten Tagen ein Rückgang des Preises für alles Fett zu erwarten. Die Vorräte an Getreide und Mehl sind groß genug, um das Land weiterhin normal Zu versorgen. Die Kartoffelernte war in gang Oesterreich eine normale, so daß aus dem Titel des Warenmangels eine Preissteigerung nicht gerechtfertigt ist. Tatsache ist, daß noch in der letzten Woche ein Anbot von 100 Waggon Kartoffeln aus Osttirol zum Preise von 14V2 Groschen je Kilogramm loko Innsbruck nicht untergebracht werden konnte. Tatsache ist auch, daß jederzeit mehrere hundert Waggon Kartoffeln zur Versorgung Innsbrucks angeliefert werden können, die sicher nicht teurer detailliert werden müssen als mit 16 bis 18 Groschen je Kilogramm. Ich habe, um die Bevölkerung vor einer ungerechtfertigten Preissteigerung zu bewahren, oje zuständigen Magistratsabteilungen beauftragt, 1. im Falle des Eintrittes einer Knappheit einer bestimmten, für den täglichen Bedarf wichtigen Warengattung fofort Bericht zu erstatten, damit ich im Einvernehmen mit den zuständigen Gewerbebetrieben alles vorkehren kann, um in der restlosen Versorgung keine Unterbrechung eintreten zu lassen. 2. Das Marktamt beauftragt, die Preisbildung der lebensnotwendigsten Artikel, wie da sind: Alle Fettprodukte, Mehl, Fleisch, Kartoffeln und Wintergemüse zu überwachen und in Fällen willkürlicher Preissteigerungen durch besondere Organe die Kalkulation überprüfen zu lassen. Ich werde im Rahmen der mir gesetzlich zustehen^ den Machtbefugnisse mit exemplarischen Strafen vorgehen, wenn ich in einzelnen Fällen erkennen werde, daß die gegenwärtige Beunruhigung gewisser Kreise der Bevölkerung zu übertriebenen Preisforderungen ausgenützt wird." Bei Behandlung der Anträge des Gemeinderates

stellte Herr Bürgermeister-Stellvertreter Adolf Platter im Sinne des § 9 des Stadtrechtes namens des Gemeinderates den Antrag, daß die Bezüge des Bürgermeisters in Hinkunft die gleichen sein sollen wie bis jetzt, und zwar die Anfangsbezüge der 1. Dienstklasse der Staatsbediensteten. Ebenso namens des Gemeinderates stellte anschließend daran Bürgermeister Franz Fischer den Antrag, daß die Bezüge des BürgermeisterStellvertreters in der Höhe der Hälfte der Bezüge des Bürgermeisters bemessen werden. Diese Anträge wurden angenommen. Der Gemeindetag beschloß weiterhin über Antrag des Gemeinderates die Errichtung eines Gedenkzeichens an unseren großen toten Kanzler Dr. Dollfuß im Rathaufe mit dem Beifügen, daß die hiefür notwendigen Mittel im Voranschlage für 1936 unterzubringen seien. Die Ausführung des Gedenkzeichens sei im Bauausschusse zu beraten. Anschließend daran wurde über Antrag des Gemeinderates beschlossen, an den Herrn Bundespräsident ten, den Herrn Bundeskanzler und den Herrn Vizekanzler Ergebenheitsadressen abzusenden. Der Gemeindetag beschloß ferner, an den Landesschulrat das Ersuchen zu richten, die Anzahl der Vertreter im Bezirksschulrat Innsbruck (Stadtschulrat) mit sechs zu bestimmen. Bürgermeister Fischer bestätigte hierauf die bisherigen Armenbezirksvorsteher in ihrem Amte und schlug als Vertreter der Stadtgemeinde in den zu bildenden „Wohlfahrtsrat" (früher Armenrat) vor: die Mitglieder des Gemeindetages Julius Thoma, Erich Kals und Dr. Alois Oberhammer, weiterhin die bisherigen Funktionäre des Armenrates, Frau Hedwig Schneider. Frau Schulrat Marianne Maurigio und Herrn Negierungsrat Franz Pinamonti. Der Gemeindetag erhob nach Annahmeerklärung der Herren Thoma, Kals und Dr. Oberhammer diesen

Vorschlag zum Beschluß. Daraufhin übernahm Herr Bürgermeister-Stellvertreter Adolf Platter den Vorsitz und Herr Bürgermeister Franz Fischer nahm das Wort für eine programmatische Ansprache. Die öffentliche Sitzung wurde hierauf nach kurzen Worten des Dankes des Vorsitzenden an den Herrn Bürgermeister und der Versicherung treuer Mitarbeit um halb 6 Uhr geschlossen. An die öffentliche Sitzung schloß sich eine kurze vertrauliche.

Vesuche das Otadttbeaier!


Amtsblatt Nr. 11.

Ansprache öes Bürgermeisters gehalten in öer 2. Sitzung öes neuen Gemeinöetages am 5. Dktober Vor 2N Monaten wurde der letzte Gemeinderat aufgelöst. Nach den Bestimmungen des Verfassungsübergangsgesetzes hat in den letzten Wochen der Landeshauptmann den neuen Gemeindetag berufen, im Sinne der Bestimmungen des vor kurzem in Kraft getretenen Stadtrechtes wurden bereits die Wahl des Bürgermeisters, seines Stellvertreters und des Gemeinderates sowie die Bitdung der Ausschüsse durchgeführt. Nicht nur einem alten Brauche folgend, sondern vielmehr, um die neuen Herren, die für die nächste Zukunft die Geschicke der Stadt durch ihre Beschlußgewalt in Händen halten, über die wichtigsten Begebenheiten der seit der Auflösung des Gemeinderates verflossenen Zeit und über die Lage der Gemeinde Innsbruck zu unterrichten, wollen Sie mir gestatten, Ihnen folgenden Bericht zu geben. Wenn ich auch mit Dekret vom 14. Februar 1934 von der Landesregierung zum Regierungskommisfär für die Stadt Innsbruck bestellt wurde und damit nicht mehr die demokratische Funktion eines Bürgermeisters zu erfüllen hatte, fühlte ich doch in mir die Verpflichtung, auch in dieser neuen Eigenschaft weiterhin nicht nur als Treuhänder der finanziellen Belange der Gemeinde, fondern auch als Verteidiger der Selbständigkeit der Gemeinde zu fungieren. Ich habe lange genug in der Gemeinde Innsbruck gearbeitet, bei kleineren Gemeinden in der Verwaltung mitgearbeitet, dem Tiroler Landtage angehört und Erfahrungen in den obersten Organen gesammelt, die die ehemalige und die neue Bundesverfassung kannte und kennt, um die Zusammenhänge der wirtschaftlichen Notwendigkeiten aller den Bundesstaat darstellenden Körperschaften schon gefühlsmäßig erkennen zu können. Ich bin durchdrungen von der Ueberzeugung, daß das Fundament eines jeden Volkes die Familie, das Fundament des Staates die Gemeinde ist. Von diesem Bewußtsein ausgehend, habe ich nach meiner Ernennung zum Regierungskommissär sofort mit den Bürgermeistern und Regierungskommissären der übrigen Landeshauptstädte Fühlung genommen und sie mit Zustimmung und Unterstützung des Bürgermeisters von Wien zu Besprechungen einberufen, um mit Unterstützung des Bundeskanzleramtes die Landtage zu einer Gemeindegesetzgebung zu bewegen, die eine gedeihliche Weiterentwicklung der Gemeinde gewährleistet.

auch der Verantwortlichkeit und der Haftbarkeit des Bürgermeisters, zumal nur in der persönlichen Haftung des einzelnen eine Gewähr für absolut objektives und im I n teresse der Allgemeinheit gelegenes Arbeiten verbürgt erscheint. Die persönliche Verantwortlichkeit und Haftung wurde aber auch deshalb verlangt, damit die Machtbefugnisse des Verantwortlichen gestärkt werden und es, entgegen dem früheren Zustande, unmöglich wird, daß eine anonyme Majorität den Bürgermeister für parteilpolitische Zwecke auszunützen vermag. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, in die manche Gemeinde durch die Weltwirtschaftskrise, aber auch zum Teile durch zu großzügige Verwaltung geraten sind, ließen eine Vertiefung und Verschärfung des Kontrollrechtes der zuständigen Stellen begründet erscheinen. Der Standpunkt der Bürgermeister und Regierungskommissäre war der, daß eine strengere und eingehendere Kontrolle ohne weiteres mit in Kauf genommen werden könne, soweit dadurch nicht die in der Bundesverfassung gewährleistete Selbstverwaltung beeinträchtigt werde. Eine weitere Forderung der Bürgermeister und Regierungskommissäre ging dahin, daß die Bundesregierung auf die Ländergesetzgebung einwirken möge, daß die Ttadtrechte. wenigstens soweit sie Bestimmungen über die Verwaltung der Gemeinde beinhalten, vereinheitlicht werden, um durch die Einheitlichkeit der Gemeindeverwaltungen die Möglichkeit zu Vergleichen zu geben, so daß Erfahrungen der einen Gemeinde der anderen zu Nutze gemacht werden können.

Ob dieser Wunsch der Städte sich verwirklichen wird, kann heute noch nicht beurteilt werden. Als erstes erschien unter ziemlicher Anlehnung an die Bestimmungen des empfohlenen Musterentwurfes das Salzburger Stadtrecht, als zweites das Innsbrucker Stadtrecht. Ich kann nur sagen, daß das Innsbrucker Stadtrecht in vielen Bestimmungen die Rechte der Aufsichtsbehörde und das Recht der Landesregierung, an Stelle von Gemeindeorganen zu handeln, so weit ausgebaut hat, daß von der in der Bundesverfassung gewollten Selbstverwaltung nicht mehr viel übrig geblieben ist. Auch die Verantwortlichkeit des Bürgermeisters und die von den Bürgermeistern gerne übernommene Haftung hat eine andere Regelung erfahren, als sie von den Städten gewünscht war. Die Verantwortlichkeit wurde durch EinfüUnter dem Vorsitze des Grazer Bürgermeisters Hans gung eines mit Beschlußrecht ausgestatteten Gemeinderates Schmid wurde in langwierigen Beratungen ein Rahmen- in das Stadtrecht dem Bürgermeister zu einem großen Teile entwurf für ein Stadtrecht geschaffen, der vom Bundes- abgenommen und im übrigen so ziemlich auf das nach dem kanzleramt im Einvernehmen mit den zuständigen M i - alten Gemeindestatut bestandene Ausmaß beschränkt. Die nisterien begutachtet und umgearbeitet und den Landes- Bestimmungen über die Haftbarkeit wurden vorläufig aus regierungen und Landtagen als Richtschnur für die von juridischen Erwägungen eliminiert, die Haftbarkeit kann den Landtagen zu erlassenden Ttadtrechte empfohlen aber, wenn sich der Bund zu einer grundsätzlichen Regelung wurde. entschließt, verwirklicht werden. Trotz allem habe ich die Die Bürgermeister und Regierungskommissäre, die sich, feste Ueberzeugung, daß das uns gegebene Stadtrecht trotzwie erwähnt, unter Führung des Grazer Bürgermeisters zu dem ein brauchbares Instrument sein wird, wenn sich jedes diesen Beratungen zusammengefunden hatten, waren aus- einzelne Mitglied des Gemeindetages voll und ganz seiner nahmslos in den Aufgaben der Gemeindeverwaltung er- Pflicht und Verantwortung der Öffentlichkeit gegenüber fahrene Männer und haben die Nachteile des bis zum Fe- bewußt ist. Wenn wir uns darauf einrichten, daß unser Ehrber 1934 bestandenen parteipolitischen, demokratischen Sy- geiz nur darin besteht, uns von niemandem in der Liebe zu stems wohl erkannt und deshalb verschiedene grundlegende unserem Vaterlande Oesterreich, zu unserem Volke und zu Forderungen zur Vermeidung der früher möglichen Uebel- unserer Heimat überbieten zu lassen, wenn wir alle auch stände aufgestellt. Die erste Forderung ging nach einer we- die undankbarsten Aufgaben auf uns nehmen, um das sentlich schärferen Verankerung der Stellung, damit aber finanzielle Gleichgewicht der Gemeinde wieder herzustellen,


.AmtsblattNr.11 so wie es im Jahre 1931 der Fall war, dann wird die Landeshauptstadt Tirols nach -wie vor ihren dominierenden Platz in unserem Heimatlande Österreich einnehmen. Mögen nun einzelne Bestimmungen lauten wie sie wollen, möge nun die Autonomie verbrieft sein oder nicht. Die Hauptaufgabe des Gemeindetages wird sein, weiter zu arbeiten an der Festigung der finanziellen Verhältnisse der Gemeinde. Erlauben Sie mir, daß ich Ihnen über die Ereignisse der letzten vier Jahre kurz einen Ueberblick gebe, damit Sie die Zusammenhänge der einzelnen Maßnahmen, aber auch den gegenwärtigen Stand der Finanzen der Stadt ergründen können. Die Vermögensaufstellung mit Stichtag 31. Dezember 1931 war folgende: Gemeindeverwaltung, Schuld enstand 8 44,850.000.—. Aktiven 8 121,700.000.—, so daß ein Reinvermöaen von 8 76,850.000.— verblieb. Unter Hinzurechnung der selbständigen Betriebe erhöhen sich die Passiven auf 8 66,500.000.— und die Aktiven auf 8 164,700.000.—, so daß das schließliche Reinvermögen mit 8 98.200.000.— ausgewiesen wurde. Die Vermögensaufstellung mit Stichtag 31. Dezember 1934 war folgende: Gemeindeverwaltung, Schuldenstand 8 55,642.000.—. Aktiven aus Buchsorderungen, Vermögensanlagen, Mobilienwerte und Liegenschaften 8 118.642.000.—, so daß in der Verwaltung der Gemeinde ein Reinvermögen von rund 8 63.000.000.— ausgewiesen wurde. I n dieser Vermögensrechnung sind die Stände der selbständigen Fürsorgefonds und die in selbständiger Verwaltung stehenden Unternehmungen nicht mit inbegriffen. Werden diese dazu gerechnet, so stehen buchmäßig einem Passwstande von rund 72 Millionen Schilling Aktiven von rund 156 Millionen Schilling gegenüber, so daß das schließliche Reinvermögen mit 84 Millionen Schilling ausgewiesen werden könnte. Diese bedeutende Verschiebung des ausgewiesenen Reinvermögens von 98,2 Millionen Schilling auf 84 Millionen Schilling hat nicht in einer neuen Verschuldung ihre Ursache, sondern ist in der Entwertung des Schillings begründet. Nur ein Betrag von etwas über 2 Millionen Schilling mußte im Schuldendienst neu ausgewiesen werden und dies betraf die von der Stadtgemeinde aufgenommenen Darlehen für die Objekte, die mit bundesstaatlichen Wohnbauförderungsmitteln gebaut wurden. Der Ausweis eines Vermögens von 84 Millionen Schilling wäre entschieden sehr erfreulich, doch ist nach kaufmännischen Grundsätzen betrachtet diese Berechnung deshalb nicht richtig, weil sämtliche öffentlichen Gebäude, wie Schulen, Aemter und dergleichen, bei der Bewertung des Vermögens mit dem Bauwerte zur Zeit der Vermögensaufstellung angegeben waren und eben aus dem Umstände heraus, daß es sich vielfach um Objekte handelt, die schwer oder gar nicht realisierbar sind, eigentlich Zu einem unrichtigen Bilde verleiten. Lewer hat sich dieses buchmäßig sehr erfreuliche, aber auch in Wirklichkeit immerhin sehr schöne Bild der Finanzlage Innsbrucks im Laufe der letzten vier Jahre sehr zu seinen Ungunsten verändert. Durch den gewaltigen Rückgang der Steuererträgnisfe, durch die Erhöhung der Ausgaben, hervorgerufen durch die Steigerung der sozialen Not in unserem Gemeinwesen, durch die Entwertung des Schillings bei gleichzeitiger Entwertung unserer Liegenschaften, durch bedeutende Erhöhung der Kaufkraft unserer Währung hat sich das Bild ganz dedeutend verändert. Nur einige Ziffern möchte ich bekanntgeben, um damit deutlich die Auswirkungen der Wirtschaftskrise und der politischen

Ereignisse in Innsbruck zu illustrieren: Die Rückstände in den finanziellen Verpflichtungen der Gemeinde zeigen seit dem Jahre 1932 folgende Steigerung: 1931 8 94.000.— 1932 . . . . . . . 8 562.000.— 1933 . . . . . . . 8 1,433.000.— 1934 8 1,475.000.— Der Rückstand des Jahres 1934 wäre (dank der weitgehenden Sparmaßnahmen, die in diesem Jahre ganz besonders eingesetzt haben) wohl niedriger gewesen als er ausgewiesen wurde, wenn nicht über Empfehlung des Rechnungshofes zum ersten Male die laufende Gebarung mit 31. Dezember abgeschlossen worden wäre. Dies hat sich in der Weise ausgewirkt, daß die Eingänge des Jänner und Februar, teilweise auch jene des März, die in früheren Jahren noch, insoweit sie das Vorjahr betrafen, zur Abstattung von Rückständen Verwendung gefunden haben, im Rechnungsjahre gänzlich auf das kommende Jahr herüber genommen wurden. Der größte Sprung der Ausaabenrückstände zeigt sich in der Zeit der stärksten Wirtschaftskrise, Ende 1932 bis Ende 1933. Die Jahre 1931 und 1932 weisen ganz gewaltige, außerordentliche, nicht vräliminierte Auslagen auf, die zum größten Teile in der Bezahlung des Aufwandes für die Doppelhaupt- und Volksschule in Pradl degründet sind. Entsprechend vorsichtige Präliminierung und die Einschränkung des außerordentlichen Aufwandes brachten es mit sich, daß im Jahre 1933 nur mehr 240.000 8 als Ueberschreitung des Präliminares errechnet wurden, obwohl noch für den Neubau der Schule in Pradl 238.000 8 ausgelegt werden mußten. Das Jahr 1934 zeigt bereits eine außerordentliche Mehreinnahme von 63.000 8. Das schwierigste Problem der Gemeinde ist die Erfüllung der Verpflichtungen gegenüber der Schweizer-Franken-Anleihe, welche zur Konvertierung der in der Konjunkturzeit aufgenommenen kurzfristigen Kredite für die großzügige Investitionstätigkeit der Gemeinde verwendet wurde. Es wurden damals der Stadtgemeinde 8 35,983.750— zugezählt. Trotzdem bis heute bereits ein Betrag von rund 1)4 Millionen Schweizer Franken getilgt ist, steht die Anleihe mit mehr als 50 Millionen Schilling zu Buch. Die Goldschuldenerleichterungsverordnung der Bundesregierung vom 26. April 1933 brachte der Gemeinde wohl eine Erleichterung im Zinsendienste von 6)4 auf 4 ^ Prozent, doch wirkte sich diese ErleichterunI wegen des Rückganges des Schillingwertes in keiner Weise aus. Die Verschuldung der Stadt sprang zu jener Zeit nur wegen der Schillingentwertung um 11 Millionen Schilling in die Höhe. Es war der Stadtgemeinde unmöglich, die hohen jährlichen Tilgungs- und Iinsenbeträge aufzubringen, weshalb im Wege der vorübergehenden Aufnahme von Darlehen zur Erfüllung unserer Verpflichtungen gegriffen werden mußte. Eine kleine Erleichterung erfuhr die Gemeinde durch die Bewilligung der Hypothekenanstalt, den Tilgungsdienst mit eigenen Papieren zu bezahlen, so daß aus diesem Titel einige Einsparungen in den präliminierten Tilgungsbeträgen erzielt werden konnten. Durch Vorschüsse, welche die Hypothekenanstalt für den Anleihedienst der Stadtanleihe gewährte, war es bis jetzt möglich, den Verpflichtungen den Besitzern der Titel gegenüber gerecht zu werden. Wenn sich auch erfreulicherweise im laufenden Geschäftsjahre gezeigt hat. daß die Aufwärtsbewegung der unvermeidlichen Ausgaben und die Abwärtsbewegung der Einnahmen aufgehört hat, und eine Stabilität, die wieder kaufmännisches Kalkulieren zuläßt, bemerkbar ist, wird es doch


Amtsblatt Nr.11. die wichtigste Aufgabe der nächsten Zeit sein, mit den Besitzern unserer Stadtanleihe zu einem Uebereinkommen zu gelangen, welches der Stadt eine merkbare Entlastung aus ihren vertraglichen Verpflichtungen bringt. Zm Einvernehmen mit der Leitung der Hypothekenanstalt habe ich bereits in der letzten Zeit diesbezügliche Verhandlungen angebahnt. — Ein sehr anschauliches Bild über die wirtschaftlichen Verhältnisse der letzten Jahre gibt ein Uebecklick über die Mehr- und Minderausgaben und -einnahmen. 1931 Mehreinnahmen 1931 Mehrausgaben .

8 222.000.— 8 2,033.000 —

Abgang . . . 1932 Mehreinnahmen 1932 Mehrausgaben

8 1,811.000.—

. . 8 131.000.— . . 8 1.513.000.—

Abgang . . . 8 1,382.000.— 8 1,427.000.— 1933 Mindereinnahmen 1933 Mehrausgaben . . . 8 279.000.— Abgang . . .

Nur jene Getriebe, die ausgesprochen von der Intensität des Fremdenverkehres abhängig sind, konnten trotz aller Bemühung nicht rentabel gestaltet werden. Die Einsparungen beim städtischen Bauamte waren überaus weitgehende. Wenn man bedenkt, daß im Jahre 1933 noch über 7NN in die Pensionskassa einzahlende Arbeiter geführt wurden und der Stand nun auf 34N herabgesetzt ist, kann ermessen werden, wie sehr man sich bemühte, den Aufwand einzufchriinken und wie große Opfer von den Arbeitern, die oft jahrelang treue Diener der Gemeinde waren, gebracht werden muhten.

8 1,706.000.—

1934 Mindereinnahmen 8 1,423.000.— 1934 Minderausgaben . . 8 175.000.— Abgang . . .

ergriffen werden, wie z. B. Me Streichung der Rückvergütung des Gemeindezuschlages zur Gebäudesteuer und die Uebertragung dieser Fürsorge auf das Wohlfahrtsamt, die Erhöhung des Einkommenschlüssels für die Befreiung von der Leistung der Grundgebühr für den Bezug elektrischen Stromes, die generelle Kürzung der Unterstützungsbeiträge der Armenversorgung und anderes mehr. Die Einrichtung des Oekonomates als Veschaffungsstelle für alle Magistratsabteilungen brachte erhebliche Einsparungen. Die Rationalisierung einIelner städtischer Betriebe und die Rückstellung nicht unbedingt notwendiger Investitionen erhöhte die Rentabilität und ermöglicht den Werken, >in schwerster Zeit der Gemeinde kräftig zu helfen.

8 1,248.000.—

Aus diesen Aufstellungen ist zu ersehen, daß sich im Jahre 1934 gegenüber dem Jahre 1931 schon eine erhebliche Verminderung des Abganges bemerkbar machte. Die Mindereinnahmen entfallen auf städtische Steuern und Abgaben, insbesondere aber auf die Bundesertragsanteile und auf städtische Betriede (Nordkettenbahn). Der Rückgang der Tteuerkraft im Jahre 1931 betrug nach den Voranschlagsziffern rund 8 1,050.000.—, im Jahre 1934 war das Ergebnis nur mehr um 8 150.000.— niedriger als präNminiert. Insgesamt sank die Steuerkraft vom Jahre 1931 bis 1934, trotz Einführung neuer und Erhöhung bestehender Steuern und Abgaben um 8 615.000.—. Ohne Rücksicht auf die Schwere der Zeit mußten den Steuerzahlern Innsbrucks im Laufe der letzten Jahre neue Lasten Zugemutet werden, um die Gemeinde vor einem finanziellen Zusammenbruch zu bewahren. Der Verlust der Pflasterabgabe und der Kraftfahrzeugsteuer, hervorgerufen durch die Einführung der Benzinsteuer, machte die Einführung einer schwer zu veranlagenden und wenig sympathischen neuen Abgabe, der sogenannten allgemeinen Verbrauchsabgabe notwendig. Es war dies eine unabweisbare Notwendigkeit gleich wie die Erhöhung des Gebäudesteuerzuschlllges um 500 Prozent, weil die nicht von der Gemeinde abhängigen Bundessteuern in ihren Erträgnissen so wesentlich zurückgegangen sind. Es ist selbstverständlich, daß in diesen krisenhaften Zeiten die Sparmaßnahmen bei den Ausgaben kräftig einsetzten. Insbesondere wurden be5m Personalaufwande durch eine Angleichung der Bezüge der Gemeindeangestellten an jene der Bundesangestellten bedeutende Einsparungen erreicht. Gegenüber dem Jahre 1931 betrugen die Ersparungen im Jahre 1932 8 288.000.— im Jahre 1933 8 521.000.— und im Jahre 1934 8 630.000.—. Auch im Sachauswand wurde nach Kräften eingespart, wobei allerdings berücksichtigt werden mußte, daß der Haushallt keine Störung erleidet. Manche, recht unpopuläre Maßnahme muhte

Der Voranschlag für das Jahr 1935 konnte trotz aller Bemühungen nicht zum Ausgleiche gebracht werden. Es verblieb ein ungedeckter Betrag von 8 222.000.—. Ich hatte wohl die Hoffnung, daß dieser Fehlbetrag durch weitergehende Sparmaßnahmen und einige zu erhoffende Mehreinnahmen abgedeckt werden kann, doch ist diese Hoffnung in mir leider schön ziemlich ganz geschwunden, weil durch die Verzögerung der Verbundlichung der städtischen Polizei, und durch weitergehende Anforderungen beim Umbau der künftigen Polizeidirektion Mehrauslagen erwachsen, die die gewaltsame Einsparung wieder aufgefressen hcrben.

Kurzer Bericht über öas lausenöe Geschäftsjahr I n der allgemeinen Verwaltung der Gemeinde unter dem Titel „Präsidium" wurde im laufenden Jahre eine Einsparung von rund 8 30.000.— gegenüber dem Vorjahre erzielt, da die Bezüge mehrerer Amtswalter «in Wegfall gekommen sind. Unter dem Titel „Magistratsdirektion" ist eine Erhöhung von rund 8 30.000.— bei den Ausgaben festzustellen, die auf verschiedene, teilweise vorzeitige Pensionierungen im Zuge der Verwaltungsreform zurückzuführen ist. Das städtische BezicksverwaltungMmt weist sine Erhöhung der Ausgaben um rund 8 5000.— auf, die auf neue, durch Gesetz begründete Verwaltungsausgaben notwendig gewordene Verstärkung des Personales zurückzuführen ist. Die Ausgaben des Stadtpolizeiamtes wurden nur für die ersten neun Monate des Jahres 1935 vriMminiert, da die Verhandlungen wogen Verbundlichung der Innsbrucker Polizei Ende 1934 mit Recht hoffen ließen, daß schon im Spätsommer des heurigen Jahres alle diese Fragen einer glücklichen Lösung zugeführt werden können. Leider gehen die Verhandlungen zum endgültigen Abschluß sehr langsam vonstatten und auch die vom Bunde geforderten baulichen Herstellungen zur Unterbringung der neuen Bundesvolizeidirektion erfordern weit höhere Mittel als ursprünglich berechnet wurde. Ich hatte geglaubt, mit einer von mir Ende


s

.Amtsblatt N r . 1 1

1934 vorgenommenen Kreditreservierung von rund 450.000 8 soweit das Auslangen finden zu Können, daß die restlichen Leistungen der Gemeinde aus laufenden Einnahmen gedeckt werden könnten. Die Landesregierung mußte mir jedoch noch die Bewilligung zur Aufnahme eines Darlehens von 8 500.000.— zur Bestreitung der weiteren Anforderungen erteilen und leider wird auch dieser Betrag nicht hinreichen, um allen Anforderungen gerecht werden zu können. Es wird eine der ersten Aufgaben des neuen Gemeindetages sein, den endgültigen Vertrag mit der Bundesregierung wegen Regelung der Polizeiverwaltung in Innsbruck für die Zukunft zu beraten und abzuschließen. Ueberaus schwierige Fragen werden sich auch anläßlich der Verbundlichung in personeller Hinsicht ergeben. Da die Bundesregierung n>icht gewillt ist, eine größere Anzahl älterer Diener der Gemeinde oder bei der ärztlichen Visite als nicht vol'izeidiensttauglich erklärte Beamte zu verbundlichen, wirb wohl der Pensionsetat der Gemeinde in den kommenden Jahren gewaltig anwachsen. Wie schon berichtet, erreichten im Jahre 1934 die Steuereinnahmen lange nicht den im Präliminare vorgesehenen Betrag, weshalb für das Jahr 1935 nur mehr die Ansätze des wirklichen Erfolges des Jahres 1934 vorgesehen wurden. Es ist mir eine lebhafte Befriedigung, feststellen zu können, daß in den meisten Ansätzen ein etwas, wenn auch nur geringfügiger besserer Erfolg, als priiliminiert wurde, zu verzeichnen ist. Gerade diese Tatfache kann uns begründet die Hoffnung geben, daß sich die Wirtschaft, wenn sie in Ruhe gelassen wird, wieder erholt und damit die Steuerkraft wächst.

solch schönen wirtschaftlichen Stand zu bringen, daß es jetzt allen feinen Verpflichtungen auch in Bezug auf das Hallenbad restlos nachzukommen in der Lage ist. Die Nordkettenbahn» die Hoffnung der Gemeinde in den Jahren blühenden Fremdenverkehrs, hat auch im laufenden Betriebsjahre wesentlich besser gearbeitet als in den früheren Jahren. Durch bedeutende Einsparungen im Personalaufwand und eine entgegenkommende Tarifpolitik ist es gelungen, die großen Rückstände aus der Betriebsführung der letzten Jahre abzudecken und den Betried mit eigenen Einnahmen zu erhalten, so daß der Kommunalfonds nur mehr durch den Zinsenund Tilgungsdienst für das aufgewendete Kapital belastet

ist-

Die städtische Molkerei hat in den letzten Jahren noch stark unter den ungeregelten Verhältnissen in der Versorgung der Stadt mit Milch zu leiden gehabt. Trotzdem war sie durch initiatives Arbeiten der Leitung befähigt, der landwirtfchafttreibenden Bevölkerung Tirols und Vorarlbergs durch Tätigung großzügiger Exportgeschäfte mit dem Deutschen Reiche wesentliche Dienste zu erweisen. Wir Innsbrucker haben ein Recht darauf, stolz zu sein, daß es uns durch die städtische Molkerei und durch Neistellung von Kompensationsware durch dasstädtischeGaswerk gelungen ist. auch beizutragen, um die Not unserer landwirtfchafttreibenden Bevölkerung in Tirol etwas zu erleichtern.

I m städtischen Wirtfchaftsamte.

Die städtische Leihanstalt

das sämtNche Vermögens- und Wertobjekte der Gemeinde verwaltet, war im Jahre 1934 noch ein Abgang von 8 456.000.— vräliminiert. Dieser Abgang wurde durch alle möglichen Einsparungen und andere zweckdienliche Maßnahmen aus 8 15.280.— herabgedrückt. Es mußte, um insbesondere die städtische Gebäudeverwaltung aktiver zu gestalten, in vielen Fällen an eine Regulierung der Mietzinse geschvitten werden. Es mutzten, trotz der Schwere der Zeit, verschiedene Erleichterungen in den Mietzinsen aufgehoben werden und dies war doch von fo großem Erfolge begleitet, daß es im Zusammenhange mit weitestgehenden Sparmaßnahmen, die manchmal wohl fast bis zur Grenze des Zulässigen mit Rücksicht aus die Erhaltung des Wertes der Objekte ging, möglich war, den großen Abgang zu vermindern. Eine wesentliche Entlastung brachte allerdings auch die der Not der Zeit angepaßte Betriebsführung der selbständigen Unternehmungen der Gemeinde.

wird, den Zeiten entsprechend, leider sehr stark in Anspruch genommen. I h r Betrieb ist aus der Natur der Sache als gemeinnütziger und nicht auf Gewinn berechneter zu führen. Die Führung ist emwandfrei und aktiv.

Das Elektrizitätswerk, das wertvollste Objekt der Gemeinde, ist trotz aller Schwierigkeiten nach wie vor die größte Hilfe der Gemeinde geblieben. Wenn auch überall in Auswirkung der Wirtschaftsnot ein starkes Zurückgehen des Stromabsatzes bemerkbar war, fo hat es doch das Elektrizitätswerk durch kluge Tarifpolitik und fleißige Werbearbeit dazu gebracht, daß Absatz und Einnahmen ziemlich gleich geblieben sind. BeimstädtischenGaswerke erfolgte seit Ende 1934 eine wesentl>iche Rationalisierung. Durch Räumung des Lagers und Ausnützung der Verwertung aller Nebenprodukte des Werkes, durch Zurückstellung von Investitionen ist es gelungen, das Gaswerk auf einen

Die Verwaltung des Schlacht- und Viehhofes und der Viehmarktkasse ist gegenüber früheren Jahren durch das bestehende Viehverkehrsgesetz wesentlich gehemmt und in seinen Einnahmen bedeutend beeinträchtigt. Trotzdem ist es gelungen, den Verwaltungsaufwand auszugleichen und mit besonderer Befriedigung stelle ich fest, daß es der Geschäftsführung der Viehmarktkasse gelungen ist, weitere schmerzliche Verluste, wie sie in den Jahren 1931 und 1932 zu verzeichnen waren, zu vermeiden. Die städtischen Bauhöfe sind mit Ausnahme des Autobetriebes buchstäblich entvölkert worden. Ausgehend von der Tendenz, wo irgend möglich den privaten Gewerbetreibenden Arbeiten zukommen zu lassen und überdies nur das Allernotwendigste an I n standhaltungs- und Einrichwngsergänzungsarbeiten in den städtischen Anstalten zuzulassen, ist ein radikaler Abbau in diesen Betrieben durchgeführt worden. Die Biiderverwaltung war, soweit sie sich überblicken läßt, auch im Jahre 1935 aktiv. Daß der Zinsen- und Tilgungsdienst des städtischen Dampfbades aus dem Betrieb nicht herausgewirtschaftet werden kann, werden Sie, meine Herren, verstehen, da es sich doch um eine Einrichtung der Volkshygiene handelt und die Tarife für die Benützung dieses Bades der wirtschaftlichen Kraft der Bevölkerung angepatzt werden müssen.


Amtsblatt N r . 1 1 . Die Etadtgärtnerei und Baumschule

Die Kindergärten und Iugendhorte

wurde in ihrem Betriebe bereits im letzten Jahre so weit eingeschränkt, daß von einem gewerblichen Betriebe, der den privaten Unternehmungen Konkurrenz bereitet, nicht mehr gesprochen werden kann. Diese Unternehmung der Stadt wird nur insoweit aufrecht erhalten, als sie für Betreuung der öffentlichen Anlagen, der Gräber, die in der Erhaltung der Gemeinde stehen und des damit in Verbindung stehenden Grundwechselbetriebes notwendig ist. — Das Ergebnis der

blieben genau so wenig von den Sparmaßnahmen verschont wie es alle anderen Verwaltungszweige über sich ergehen lassen mutzten. Besonders schmerzlich war die Pflicht, die Kinderausspeisung und die Verabreichung von Gratismilch einzuschränken, weil ich weiß, wie wohltuend sich gerade diese Darbietungen der Gemeinde ausgewirkt haben.

Verwaltung der Friedhöfe ist leider ein von Jahr zu Jahr sinkendes. Hier drückt sich am allerbesten die Tendenz zur Sparsamkeit und der Rückgang der Zahlungsfähigkeit breiter Bevölkerungsfchichten aus. Die billigen Gräber und Beerdigungen müssen von der Stadt vom Standpunkte der Fürsorge und Volkshygiene behandelt werden, an denen wohl Zuschüsse notwendig, aber keine Einnahmen möglich sind. Da Beerdigungen der teuren Klassen oder Grabreservierungen auf längere Zeit und an bevorzugten Plätzen jetzt zu den Seltenheiten gehören, ist es begreiflich, daß der noch im Jahre 1932 aktive Betrieb der Friedhöfe im laufenden Jahre einen Abgang von nahezu 20.000 8 bringen wird. Die Erhaltung des Innsbrucker Stadttheaters, welches sich als Kulturinstitut nicht von den Geschicken des städtisch subventionierten Orchesters und teilweise auch des Konservatoriums des Innsbrucker Musikvereins, trennen läßt, war wirklich ein Kind großer Sorge in der letzten Zeit. Ich war genötigt, die Mitglieder des städtischen Orchesters auf 31. März 1935 künden zu lassen, da keine Aussicht bestand, die Geldmittel für die Fortführung des Theaters und damit Vefchäftigung des Orchesters aufzutreiben. Es ist begreiflich, daß breiteste Schichten der Bevölkerung gegen diese Maßnahme Sturm gelaufen sind und durch unzählige Eingaben und Vorsprachen forderten, daß alles aufgeboten werde, um dieses Institut deutscher Kultur in der Eüdmark zu erhalten. Durch das Entgegenkommen der Bundesregierung war es möglich, den Betrieb des Stadttheaters bis zur Beendigung der Spielzeit so weit auszugleichen, daß ich mich im Einvernehmen mit dem mir beigegebenen Beirate bereit fand, das Stadttheater auf eine weitere Saison dem Herrn Direktor Kolkwitz zum Betriebe zu übergeben. Ich hoffe, daß es noch möglich sein wird, eine weitere ausgiebige Subvention von der Bundesregierung zu erhalten und glaube auch, daß die im Gange befindliche Werbeaktion für den Besuch des Theaters von solchem Erfolg fein wird, daß die Möglichkeit der Weiterführung diefes Institutes gegeben sein wird. — Von Interesse dürfte auch die Mitteilung sein, daß die städtische Hausverwaltung 205 Objekte mit 1544 Wohn- und Mietparteien zu verwalten hat. Die Bruttoeinnahmen aus diesen Mietobjekten betragen 8 1,025.785.—. Dabei ist nicht zu übersehen, daß von diesen Objekten 29 sind, die als ausgesprochene Wohnungsfürsorgeobjekte geführt werden müssen, in welchen 244 Parteien untergebracht sind und diese Parteien eine Gefamtbruttoeinnahme von nur 8 15.813.— jährlich bringen und mithin im Komplexe der Häuferverwaltung eine ganz bedeutende Passivpost darstellen. 'Von den in der Mag.-Abteilung V vereinigten Verwaltungszweigen habe ich Folgendes kurz zu berichten:

Auch für die Spielplätze und Sportanlagen wurde genau so wie für den Herbergebetrieb weitestgehende Sparfamkeit und Zurückstellung aller neuen Investitionen, insoweit sie sich nicht aus dem Betriebe selbst decken ließen, verfügt. — Ein besonders schwieriges Kapitel war die Verminderung des Schulaufwandes. Trotz aller Sparmaßnahmen sind die Beträge, die die Gemeinde für die Schule ausgeben mutz, fo bedeutende, datz ernstlich an den Abbau mehrerer Klassen gedacht werden mutzte. Der Abbau von 14 Klassen, wie er ursprünglich beabsichtigt war, mußte fallen gelassen werden. Damit wäre eine Umschulung von mehr als 1000 Kindern verbunden ge- wesen, wogegen alle Kreise der Bevölkerung ganz entschieden Stellung genommen haben. Ueberdies wäre damit auch das Schulwesen Innsbrucks auf eine Stufe herabgedrückt worden, die einer Landeshauptstadt nicht mehr würdig ist. Damit im Zusammenhang wären auch Investitionen notwendig geworden, die einen erklecklichen Teil der Einsparungen wieder aufgebraucht hätten. Es ist dank des Verständnisses der Landesregierung gelungen, für das laufende Schuljahr jene Klassenzahl zu sichern, die alle Erzieher und Eltern zufriedenstellen kann. I m Jahre 1934 habe ich mit den Hochwürdigen Herren Salesianern einen Vertrag wegen Führung des Siebererschen Waisenhauses, welches jetzt Sieberersches Jugendheim heißt, abgeschlossen. Die Erfahrungen, die wir im abgelaufenen Berichtsjahre machen konnten, sind denkbar günstige. Trotz der merklichen Ersparung, die dieser Vertrag der Gemeinde bringt, ist die Betriebsführung eine dankenswert gute; fo gut, daß sich ein „Zug nach dem Waifenhause" bemerkbar macht, der leicht in der Lage sein könnte, die Ersparnisse der Gemeinde aus dem Vertrage wieder aufzuheben. — Wie fehr die Ausgaben für die soziale Fürsorge in den letzten Jahren gestiegen sind, mögen Ihnen folgende Vergleichsziffern fagen. Ständige Unterstützungen hat die Gemeinde im Jahre 1931 8160.000.—, für 1935 8 300.000.— präliminiert. Für die Aushilfen in Geld und Speisemarken 1931 8 80.000.—, für 1935 8 190.000.—. Die Erziehungsbeiträge stiegen von 8 60.000.— auf 8 170.000.—. Der armenärztliche Dienst von 8 22.000.— auf 8 60.000.—, so daß aus diesem Titel allein innerhalb dieser wenigen Jahre ein Mehrerfordernis von 400.000.— 8 aufgewendet werden mutzte. Wie fehr sich die Zeiten zu Ungunsten der Gemeindeverwaltung auf diesem Gebiete ausgewirkt haben, möge die einfache Feststellung beweisen, dah die Gesamtausgaben der Gemeinde für die soziale Fürsorge im Jahre 1914 GK 1N5.NNN.— gewesen sind und diese Ausgaben auf Grund der Entwertung der beträchtlichen Wohlfahrtsfonds, welche die Gemeinde hatte» und der Zunahme der Inanspruchnahme der öffentlichen Fürforgetätigkeit und der Abnahme der privaten Karitas auf mehr als Zwei Millionen Schilling als jährliche Ausgabe angewachsen ift^


10

.Amtsblatt Nr.11 Ersparungen im Stadtbauamte

Am allermeisten eingespart wurde im Laufe der letzten Jahre im Betriebe des Stadtbauamtes. Ganz abgefehen davon, daß Abbaumatznahmen im weitesten Ausmaße, die mitunter für die Betroffenen fast brutale Auswirkungen hatten, getroffen wurden, wurde manche fehr wünfchenswerte Verbesserung und Investition nicht bewilligt. Trotzdem wiederholt in den Tageszeitungen und in unzähligen. Zuschriften an mich über die Sparmaßnahmen in der Straßenpflege Beschwerde geführt wurde, konnte ich mich angesichts der finanziellen Lage nicht entschließen, mehr zu bewilligen. Auch in der Wasserversorgung konnten nur die unbedingt notwendigen Instandhaltungsarbeiten gemacht und der seit mehreren Jahren im Zuge befindliche Austausch von Wassermessern fortgefetzt werden.

leichtern, wird dank des Entgegenkommens des Sozialministeriums ohne besonderen Aufwand von Mitteln der Gemeinde geschaffen werden. Eine schwere Sorge machte mir schon im Laufe der letzten Jahre der Bauzustand der Kriegsbaracken, in welchen noch nahezu 2N0 Parteien untergebracht find. Eine Instandsetzung dieser Objekte in einem solchen Ausmaße, daß Gewähr für ein sicheres Wohnen auf mehrere Jahre geboten wäre, würde einen Geldaufwand erfordern, der in keinem Verhältnis stünde zu dem Zinsen- und Tilgungsdienst, den ein Neubau für Ersatzobjekte erfordern würde. Ich habe diesbezüglich bereits Verhandlungen begonnen und bin, wie immer, bei der Sparkasse der Stadt Innsbruck auf volles Verständnis gestoßen.

Der neue Arbeitsplan

Ein weiteres Projekt, welches im Schohe der Gemeindeverwaltung schon nahezu seit 15 Jahren beraten wird, ist die Erstellung eines Kongreß- und Volksspielhauses in Innsbruck. Auch in dieser Frage sind die Verhandlungen mit dem Bunde wegen Ueberlassung der Objekte und Gewährung entsprechender Kredite in letzter Zeit ordentlich vorwärts gekommen, so daß ich wohl in absehbarer Zeit auch den Vauausschuß mit der Beratung dieser Frage beschäftigen kann.

Ich hoffe, mit diefem kurzen Bericht eine kleine Einführung in die Sorgen und Schmerzen der Gemeindeverwaltung gegeben zu haben. Es erwartet Sie, meine Herren, eine Unmenge Arbeit. Der Iahresvoranfchlag für das Jahr 1936 wird voraussichtlich in den nächsten Tagen fertig werden, fo daß ich denselben dem Finanzausschüsse zur Durchberatung vorlegen kann. Der Bauausfchutz wird seine reichliche Arbeit ebenfalls im Rahmen des Voranschlages für 1936 finden und ganz besonders dvrin, was die Etadtgemeinde, ohne Geld aufwenden zu können, für das nächste Jahr in die Wege zu leiten hat, um Arbeitsbeschaffung^ Möglichkeiten zu erstellen. Es war leicht, meine Herren, in der Zeit der Konjunktur die Arbeitslosigkeit zu lindern; schwer, ja mitunter bitterschwer ist es, mit leeren Kassen die Arbeit heischenden Mitbürger zu befriedigen. Wie Sie wissen, meine Herren, habe ich im Jahre 1934 und 1935 im Einvernehmen mit dem Beirate und mit Unterstützung des Herrn Ministers für soziale Verwaltung eine ziemlich großzügige S i e d l u n g s a k t i o n d u r c h g e f ü h r t . Die Erwerbslosensiedlungen am Eieglanger und in der Ulfiswiese haben sich überaus segensreich gezeigt. Das Sozialministerium hat der Gemeinde weitere 40 Siedlungsstellen bewilligt, die noch Heuer in Angriff genommen werden, wenn es gelingt, die hiefür notwendigen Gründe für die Bauausführung freizustellen. Der Aufwand, den die Gemeinde durch Baureifmachung und Zurverfügungstellung der Gründe tragen mutz, ist kein verlorener. Er wird im Laufe der Jahre wieder rückfließen und damit nicht nur der Gemeinde Ent-, lastung bieten, sondern auch das Bewußtsein geben, in schwerer Zeit notleidenden Mitmenschen in der denkbar schönsten und besten Art geholfen zu haben. Auch die Fortsetzung der sogenannten Mittelstandssiedlung wird dankbare Aufgabe und Sorge des Ausschlusses sein. Diese Siedlung, die zwei Zwecke verfolgt: 1. Den Gewerbetreibenden und Arbeitern Arbeit und Verdienst zu verschaffen und 2. «den Wohnungsmarkt zu er-

Auch die Mitglieder des Rechtsausschusses erwartet viel und wichtige Arbeit. Die Geschäftsordnung für den Gemeindetag und verschiedene andere, für den Betrieb der Gemeinde wichtige Fragen sind einer baldigen dringenden Erledigung zuzuführen. Auch der Ausschuß für Kultur. Wirtfchaft und Sport wird fein großes Matz an Arbeit zu erfüllen haben, denn gerade in wirtfchaftlich fchweren Zeiten heißt es. sich doppelt regen, um nicht unterzugehen. Die schwierige finanzielle Lage und die außenpolitischen Verhältnisse ermöglichten der Stadtverwaltung in den letzten drei Jahren keine wie immer gearteten Matznahmen zur Belebung des Wirtschaftslebens. Wenn wir fehen, welch staunenswerte und erfolgreiche Anstrengungen unfer Nachbarland Salzburg in der letzten Zeit gemacht hat, um die Ungunst der Wirtschaft zum Besseren zu wenden, wenn wir die Erfolge, die dieses Land in diesem Bestreben gehabt hat, betrachten, sehen wir erst recht deutlich die Notwendigkeit, im gleichen Schritt zu marschieren. Es wird Aufgabe dieses Ausschusses sein, alle Probleme zu beraten, um im Einklang mit den finanziellen Möglichkeiten alles zu tun, um der Gefamtwirtschaft zu Hilfe zu kommen. Ich möchte in diesem Zusammenhange nur einige Fragen streifen: Die Durchführung der ^I8-Wettkämpfe 1938 wurde, wie Ihnen, meine Herren bekannt ist. wieder dem Tiroler Skiverbande, mithin dem Lande Tirol und der Stadt Innsbruck übertragen. Ich erinnere nochmals an das fchon fo oft erörterte Doganaprojekt, an die Durchführung von Kongressen und Volksfchaufpielen, ich erinnere, daß die Ieit des 7NN-Iahr-Iubiliiums unferer Heimatstadt immer näher rückt, ich verweise auf die Idee, ohne mich mit fremden Federn fchmücken zu wollen, in Innsbruck eine internationale Alpenlandausstellung durchzuführen, die bestimmt geeignet sein würde, Iehntaufende von Fremden in unsere Stadt zu bringen und damit Arbeit und Vrot zu geben.

Diese weitgehenden Sparmaßnahmen können auf die Dauer nicht bestehen, wollen wir nicht durch Vernachlässigung der Anlagen zu Auslagen gezwungen werden, die ein Vielfaches dessen erfordern würden, was eine etwas großzügigere Instandhaltung als in letzter Zeit erfordert.


.11

Amtsblatt Nl.11. Sie sehen, meine Herren, es gibt eine Menge Arbeit und ich bitte Sie um vertrauensvolle Mitarbeit, damit wir unsere geliebte Heimatstadt wieder dorthin führen können, wo sie einstens mit Stolz gestanden hat.

Rückblick Es ist in der letzten Zeit viel über die Verwaltung der Gemeinde Innsbruck in den letzten Jahren gesprochen worden und wenn man das neue Gemeindestatut ansieht, möchte man wirklich glauben, daß alle diejenigen, die seit 1919 die Geschicke der Stadt Innsbruck geleitet haben, sehr böse Buben waren, die es nicht verstanden, mit den Mitteln der Gemeinde entsprechend hauszuhalten und den Einflüssen einer schädlichen Politik entsprechend zu begegnen. Es ist richtig, daß die parteipolitische Demokratie Blüten gezeitigt hat, die schwere wirtschaftliche und auch ideelle Opfer forderten. Richtig ist aber auch das eine, daß es wohl keine Stadt in Oesterreich gibt, die die gleichen Schwierigkeiten mitzumachen hatte wie Innsbruck. Während der schweren Kriegsjahre war Innsbruck als erste Etappe allen mit dem Kriege zusammenhängenden Opfern und Inanspruchnahmen ausgefetzt. Es kam eine Zeit scheinbarer Konjunktur, die letzten Endes in eine Inflation ausartete, die der Gemeinde das gefamte beträchtliche Friedensvermögen raubte, wohl gleichzeitig auch die Schulden der Gemeinde tilgte. Ich erinnere Sie, meine Herren, an die Wohnungsnot, die in den ersten Nachkriegsjahren in Innsbruck bestand und die großen Opfer, die die Gemeinde Innsbruck zur Bekämpfung dieser Not vollbringen mußte. Der unglückfelige Ausgang des Krieges zwang viele unserer Mitbürger, die in den fremdsprachigen Teilen unseres ehemaligen Oesterreich ihr Brot gefunden hatten, wieder zurück in ihre Heimat zu kehren. Ungezählt, aber in die Taufende gehend sind die Familien, die wegen der nationalen und politischen Verhältnisse aus unserem armen Eüdtirol in unsere Heimat zurückkehren mußten. Heute mutz ich sagen, es wäre besser gewesen, wenn wir damals nicht so viel Wert auf eine hohe Wohnkultur gelegt hätten, fondern mehr und dafür billigere Wohnungen gebaut hätten; denn heute haben wir nach wie vor ganz bedeutende Mittel auszugeben, um jenen Mitbürgern helfen zu können, die nicht in der Lage sind, eine entsprechende Wohnung aufzutreiben. Ich erinnere Sie, meine Herren, an jene bitterbösen Zeiten des Jahres 1932 und 1933, in welchen ein neuer Zeitgeist aus unserem Nachbarlande im Norden zu uns hereinkam, schwerste politische Kämpfe auslöste, die uns Hunderttausende Mehraufwand für den Sicherheitsdienst kosteten und einen Bruderzwist auslösten, der uns Millionen von sonst selbstverständlichen Einnahmen wegnahm. Ich erinnere an die Geschehnisse des Februar und Juli 1934, die wirklich nicht dazu angetan waren, die wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse unseres Gemeinwesens zu verbessern. Ich erinnere Sie auch daran, daß gerade in diesen schwersten Zeiten für unser gesamtes Vaterland Innsbruck nicht nur erste Etappe, sondern erste Front war und deshalb am allermeisten hergenommen wurde. Denken Sie auch, meine Herren, an die große Weltwirtschaftskrise und den Zusammenbruch unseres größten Kreditinstitutes mit allen seinen schweren Folgen.

Ich erinnere an jene Zeit und an diese Begebenheit nicht, um mich, der ich ja auch zu jener vielgeschmähten Zunft der Parteipolitiker und ehemaligen Bonzen gehöre, reinzuwafchen oder meinen ehemaligen Kameraden im Kampfe gegen Rot und Braun einen unerbetenen Dienst zu erweifen, nein, ich stelle dies nur fest, um den Ereignissen der letzten Zeit gerecht zu werden und um die Grundlage aufzudecken, auf welcher wir unfere Gedanken aufbauen müssen, um unsere gegenwärtige politische und finanzielle Lage verständlich zu finden, aber auch um Kraft und Konsequenz zu suchen und zu finden, um die Zukunft zu meistern. Nur einige Fragen in diesem Zusammenhange seien mir gestattet: War die Verwaltung der Stadt daran schuld, daß die rollende Kriegsmaschine Weg und Steg zerstörte, so daß Millionen investiert werden mutzten, um Bürger und Gast ein gutes Gehen zu ermöglichen? War sie schuld an der Inflation, die ihr das ganze Vermögen raubte? War sie verpflichtet, die Möglichkeit zu schaffen, Landsleute zu beherbergen, die ihre Heimat verloren hatten? War sie verpflichtet, Arbeit zu schaffen, um Gewerbe und Arbeiter zu beschäftigen zu einer Zeit, da die Privatinitiative, dank eines unseligen Zinfendienstes nichts zu investieren vermochte? War sie verpflichtet, Einrichtungen und Unternehmungen Zu fchaffen, um der Stadt einen kulturellen Stempel aufzudrücken, um die Konkurrenz mit anderen Gebieten, die die gleichen Erwerbsmöglichkeiten wie wir fuchten, bestehen zu können? War ferner die Verwaltung der Gemeinde daran fchuld, datz unfer armes, einst fo fchönes und stolzes Vaterland zerfchlagen und zerbrochen wurde und die wirtschaftlichen Möglichkeiten unferer Mitbürger auf ein Minimum reduziert wurden? War die Verwaltung schuld an den politischen Wirren und dem Geschehen, die Wirtschaft und Aufblühen hemmten und störten? Nein, meine Herren, diefe Fragen lassen sich nur vom Gesichtspunkte eines verlorenen Krieges und einer innerpolitischen Revolution aus betrachten. Die stürmende Jugend möchte ich bitten, zu überlegen, ob wir so weit wären im Aufbau unferer lieben Heimat, wenn wir nicht Männer gehabt hätten wie Seipel und Dollfutz; ich möchte sie bitten, daran zu denken, ob Seipel befähigt gewefen wäre, feinen geradlinigen, gefunden Kurs einzurichten, wenn er nicht freiwillige Helfer an Stelle der staatlichen Machtmittel gehabt hätte. Allen voran die Selbstschutzorganisationen, die Heimatwehr, die ihre Geburtsstätte in unserer Vaterstadt hatte. Wäre es einem Kanzler Dollfutz möglich gewesen, so grundlegend die Verhältnisse zu ändern und zu meistern, hätte er nicht den gewaltigen Rückhalt in den Wehrverbänden gehabt und hätten wir nicht einen Minister Vaugoin gehabt, der mit unbeirrbarer Konsequenz und Festigkeit aus der Volkswehr ein Heer geschaffen hat, dem wir heute, die wir einstens des Kaisers Rock mit Stolz getragen haben, beruhigt und mit Freuden die Wahrung der Tradition unserer einst so glorreichen Regimenter übergeben konnten? Wäre es unserem Heldenkanzler Dollfutz möglich gewefen, die Folgen der Weltwirtschaftkrise mit all ihren fürchterlichen Auswirkungen für den österreichischen Staatshaushalt und die Währung zu meistern, hätte er nicht so starke und unentwegte Mitarbeiter wie den Parteipolitiker Kienoöck gehabt? Wäre es der Stadtgemeinde Innsbruck möglich gewesen, all die schweren Zeiten und grotzen Verluste zu über-


12

.Amtsblatt Nr.11

dauern, wenn nicht ein Ehrenbürgermeister Greil mit seinen Mitarbeitern, die ja doch auch Parteipolitiker waren, in guten Zeiten so viel Werte für ihre Heimatstadt geschaffen und gesammelt hätten, die das Durchstehen ermöglichten? Nein, meine sehr verehrten, nimmermüden Kritiker. Besonders ihr hinter dem vollen Maßkrug. Wir brauchen der parteipolitischen Zeit keine Träne nachzuweinen. Wir können glücklich sein, daß sie überwunden ist und uns ein Kanzler Dollfuß die neue Idee des Ständestaates geschenkt hat. Aber wir wollen auch jener vergangenen Zeit gerecht werden in der Erkenntnis, daß es einfacher ist, unter dem Schütze der staatlichen Machtmittel Politik und Kritik zu betreiben als in jener Zeit der politischen Wirrnisse seine Haut schutzlos zu Markte zu tragen. Der Winter steht vor der Tür und mit ihm auch die Zeit, in der wir unseren armen Mitbürgern am meisten helfen müssen und können. Ich begrüße es deshalb, daß es endlich zur Konstituierung des Gemeindetages gekommen ist, auf das lebhafteste und freue mich mit Ihnen, meine Herren, mit neuem Mut an immer neue Arbeit zu gehen. I n dem Bewußtfein, daß die schwierigsten Zeiten überwunden sind, daß die Aufwärtsbewegung der Ausgaben und das Abwärtsgleiten der Einnahmen aufgehört hat, habe ich die feste Ueberzeugung, daß es uns in gemeinsamer Arbeit gelingen wird, die Verluste, die die Haushaltsführung in den letzten Jahren erlitten hat, wieder auszugleichen. Wenn unfere arme Heimat nicht wieder durch innen- und außenpolitische Ereignisse durchgeschüttelt wird, und die Besserung der Wirtschaft sich hält wie im letzten halben Jahre, wird es sicher gelingen, vor Ablauf von zwei Jahren eine ausgeglichene Rechnung zu haben. Erlauben Sie mir, daß ich nun noch nach diesen Ausführungen meiner Mitarbeiter in den letzten schweren Jahren gedenke. Mit Freude stelle ich fest, daß eine Reihe der Herren, die mir während meiner verantwortungsvollen Tätigkeit als Regierungskommissär als Beiräte zur Verfügung standen, heute wieder vor mir im Gemeindetage sitzen. Ich begrüße diese Herren auf das freundlichste, und freue mich, ihren so wertvollen Rat weiterhin genießen zu dürfen. Manchen der bewährten Mitarbeiter aus der Vergangenheit habe ich verloren, denen ich aber ein treues Andenken in Dankbarkeit bewahren werde. Sie mögen mir verzeihen, wenn ich sie nicht alle namentlich anführe und nur einiger gedenke, die der Verwaltung der Gemeinde befondere Stütze und Hilfe waren. Herr Sektionschef I n g . Schober wurde auf verantwortungsvollen Posten nach Wien berufen, nachdem er durch Jahre hindurch mit viel Geschick und Erfolg in der Gemeinde sowohl im Baureferate als auch ganz besonders in der Leitung unserer Lichtwerke tätig war. Herr Kommerzialrat Leitner, mein langjähriger Finanzreferent, hat sich gleich meinem Mitarbeiter Dr. Greiter. einem bewährten Berater in allen rechtlichen Fragen der Verwaltung, in seinen Privatberuf zurückgezogen. Diefen fowie allen anderen gilt mein aufrichtiger und herzlicher Dank.

Dank an sie Beamten- unö Arbeiterschaft Danken muß ich aber auch noch ganz besonders der gesamten städtischen Beamten- und Arbeiterschaft, allen voran unserem tüchtigen und braven Magistratsdirektor Dr. Hans Fankhauser, der mit mir das schwierige Problem der Verwaltungsreform, die doch mit so vielen schweren und undankbaren personellen Fragen verbunden war, durchgeführt

hat. Nur feiner Energie und unverrückbaren Konsequenz habe ich es zu danken, daß innerhalb verhältnismäßig kurzer Zeit diefes Werk, das ja die Grundlage für die ganze moderne Verwaltung, aber auch Sanierung der Gemeinde geworden ist, durchgeführt werden konnte. Besonders danken muß ich aber auch der Personalvertretung unter Führung der Herren Oberrechnungsrat Brenner, Magistratsrat Dr. Angerer und Gefällsauffeher Kotier. Mit diefen genannten Herren und den Vertrauensmännern der Angestellten und Arbeiter der städtischen Betriebe habe ich die schwere Arbeit der Sanierung in erster Linie beraten und durchgeführt. Für mich war in den Tagen der Sorge und der Not immer das Bewußtsein, Verständnis bei den Vertretern der Arbeitnehmer der Gemeinde zu finden, ein Trost und Ansporn für meine fo undankbare Arbeit. Wie fchwer die Opfer waren, die die Beamten- und Arbeiterfchaft der Gemeinde in den letzten Jahren bringen mußte, beweisen Ihnen, meine Herren, die Ziffern, die ich eingangs meines Referates vorgebracht habe, noch mehr bewiesen es aber mir die ungezählten Tränen, die in meinem Amtszimmer von Vätern und Müttern vergossen wurden. I n restloser Anerkennung muh ich auch aller Vorstände der einzelnen Magistratsabteilungen gedenken. Magistratsdirektor-Stellvertreter Dr. Schüler hat das Fürsorgewerk in einer ganz vorbildlichen Art organisiert und es zustande gebracht, daß durch Zusammenarbeit aller privaten und konfessionellen Fürsorgeeinrichtungen mit jenen der Stadt das unberechtigte Aufwenden allgemeiner Mittel nach Tunlichkeit eingeschränkt wurde. Herr Magistratsrat Doktor Angerer, der die Vevmögensverwaltung und tne Rechtsangelegenheiten der Gemeinde betreut, Herr Magistratsrat Dr. Böckle, der mit mir die Sorgen um das Finanzreferat ehrlich geteilt hat und unser junger, tüchtiger Jurist Dr. Oefner, sie haben mit den übrigen Leitern der Magistratsabteilungen, Herrn Dr. med. Kapferer und Dr. vet. Zoller gewetteifert in Erfüllung ihrer Pflicht. Unser Baudirektor I n g . Konzert hat sich mit verbissener Wut in seine neue Aufgabe, fparen statt bauen, zum Nutzen der Gemeinde restlos hineingefunden. I n diesem Zusammenhange muh ich auch auf die hingebungsvolle Tätigkeit der Leiter der städtischen Unternehmungen zu sprechen kommen. Sie alle verdienen meine vollste Anerkennung, denn besonders greifbar erwiefen sich die wirtschaftlichen Schwierigkeiten bei kaufmännisch geführten Betrieben. Ich denke hier an die Städtifche Molkerei, die sich neue Absatzgebiete schaffen mußte, was durch die Rührigkeit des Direktors I n g . Tomann auch gelungen ist. Die Direktoren des Gaswerkes, I n g . Söllner und Herr Martin vermochten es trotz der Ungunst der Zeiten, der Bilanz dieses Werkes ein nicht nur völlig neues, sondern auch überaus erfreuliches Gesicht zu geben. Nicht nur Anerkennung, sondern Dank gebührt vor allem dem Herrn Direktor I n g . Attlmayr vom Städtischen Elektrizitätswerk, der mit seinen finanziellen Zuschüssen der Stadtkasse geradezu zum treuen Eckart geworden ist. Es wurde viel gerade von der Direktion dieses Unternehmens verlangt, nicht zuletzt der große Blick für das Gedeihen der ganzen Stadtwirtschaft, der das eigene Unternehmen oft und oft verkürzte, trotzdem aber in feiner heutigen mustergültigen Größe erhielt. I n Kenntnis der völligen Hingabe an ihre Pflichten, die Beamte und Arbeiter gerade in den schwersten Zeiten der letzten Jahre immer gezeigt haben, in Kenntnis des wirklichen Geistes und der politischen Einstellung dieser meiner Mitarbeiter tut es mir so leid, daß in manchen Kreisen der


A«t«bl»UN».11. Bevölkerung oft eine so ungezügelte und ungerechtfertigte Kritik geübt wird. Man möge mir einen anderen Beamtenund Arbeiterkörper von der Größe des unfrigen sagen, in dem die einzelnen Personen mehr Beherrschung in der Vertretung ihrer politischen Ansichten und mehr Verständnis für die Maßnahmen der Regierung gezeigt haben als es bei uns der Fall war. Man möge mir eine andere Stelle zeigen, in der mit der gleichen Konfequenz Schuldige bestraft und Dummheiten geahndet wurden wie bei uns, und ich werde gerne mein vater veccavi sprechen. Unsere Aufgabe, meine Herren, wird es aber immer fein, den wirklich treuen und ehrlichen Diener für Heimat und Volk in Schutz zu nehmen, den wirklich Schuldigen jedoch ohne Mitleid zu bestrafen. Sehr geehrte Herren des Gemeindetages! Sie haben es für gut befunden, die Gefchicke der Stadt Innsbruck, insoweit sie im Stadtrechte mit der Funktion des Bürgermeisters verankert sind, in meine Hände zu legen. Ich bin Ihnen, meine Herren, sowie der gesamten Bürgerschaft unferer Stadt kein unbeschriebenes Blatt. Sie kennen meine Einstellung zu allen kulturellen und politischen Fragen, so daß ich mich wohl damit begnügen kann, festzustellen, daß ich mich immer freudig und stolz zu meiner religiösen Auffassung bekennen werde. Echte und wahre Gottesfurcht ist nach meiner Meinung allein der Born, aus dem wahre und reine Freude, aber auch Kraft gezogen werden kann, Disziplin zu halten, Autorität zu wahren und schwere Aufgaben zu erfüllen. Ich bin weit davon entfernt, gegenüber anderen Bekenntnissen oder Auffassungen intolerant oder gehässig zu sein. Nur in einem Belange kenne ich keine Konzession und das ist in der religiös-sittlichen Erziehung der Jugend. Die, welche nach uns einmal die Verhältnisse zu meistern und das Recht haben werden, über uns Gericht zu halten, müssen vor allem anderen jenes geistige Fundament in ihrem Denken und Fühlen bekommen, das sie befähigt, dereinst einmal

.13 über andere zu urteilen und zu verfügen. Niemals würde ich es zugeben, daß die Schönheiten und Freuden, die die christliche Religion in die Herzen der Menschen bringt, der Jugend vorenthalten werden. Der Herr Landeshauptmann hat in der Ansprache an uns anläßlich der ersten Gemeindetagssitzung auf das Gelöbnis der Mitglieder des Gemeindetages Bezug genommen. Ich habe ihm versprochen, daß unser aller Ehrgeiz darin bestehen wird, daß wir uns von keinem unserer Mitbürger in der Liebe zu unserem Vaterlande Oesterreich, in Arbeitswillen und Sorgfalt für unsere Heimat und Stadt übertreffen lassen. Wir werden unser Amt mit jenem hohen Ernst, den unsere Aufgabe verdient und unser Stadtrecht verlangt, ausüben. Wir werden in gemeinsamer Arbeit nicht nur bestrebt sein, die Finanzen der Stadt zu bessern und zu festigen, sondern wir werden uns alle Mühe geben, um unseren Mitbürgern durch unsere Tätigkeit neuen Verdienst und neuen Broterwerb zu schaffen. Wir werden aber nicht nur für das leibliche Wohl unserer Mitbürger besorgt sein, sondern werden auch mithelfen, wo immer nur möglich, die kulturellen Belange unseres Volkes zu heben und zu vertiefen. Wir werden zielbewußt und mit aller Konsequenz alle Schlacken einer nach meiner Meinung abgeschlossenen Revolution aus dem Wege räumen und uns ehrlich bemühen, wieder jene Volksgemeinschaft zustande zu bringen, die einzig und allein Grundlage für ein glückliches Gemeinwesen fein kann. I n diesem Sinne weiß ich Sie. meine hochverehrten Herren Mitarbeiter, mit mir einig. Ich danke Ihnen nochmals für das Vertrauen, das Sie mir gefchenkt haben und bitte um Ihre Mitarbeit zu gemeinsamer, rastloser Arbeit und Hingabe für unfere fchöne Heimatstadt Innsbruck, für unfer Vaterland Oesterreich!

Werdet Mitglied der Gemeinschastsbühne! Vie Veöienstelen öer Htastgemeinöe begrüßen öen Bürgermeister Die Beamtenschaft des Stadtmagistrates, die Ange stellten der städtischen Betriebe und die städtische Arbeiterschaft fanden sich am Samstag, den 5. ds., im Vorderhofe des Rathauses Zu einer eindrucksvollen Kundgebung zusammen, in der sie dem Bürgermeister und bisherigen Regierungskommifsär Franz F i s c h e r aus Anlaß seiner Wiederwahl ihren Glückwunsch darbrachten. I n Vertretung des erkrankten Magistratsdirektors gab Magistratsdirektor-Stellvertreter Dr. Anton Schuler namens der städtischen Bediensteten der besonderen Freude und Genugtuung aller Ausdruck, daß Altbürgermeister und Regierungskommissär Fischer wiederum zum Oberhaupt der Tiroler Landeshauptstadt gewählt wurde und daß er trotz der Schwere und der Undankbarkeit der Aufgabe sich entfchlossen habe, die Wahl anzunehmen und auf dem Posten auszuharren, auf dem er durch sechs Jahre unter schwierigsten Verhältnissen

als Bürgermeister und Regierungskommissär tätig war. Bei diesem Anlasse dankte der Redner dem Bürgermeister für den in jahrelanger und zielbewußter Arbeit durchgeführten Aufbau des Beamten- und AngestelltenKörpers der Stadt in allen seinen Teilen und auf allen Verwaltungsgebieten der Gemeinde, ein Werk, das allein heute den Beamten- und Angestelltenkörper der Gemeinde befähigt, die ihm durch Verfassung und Stadtrecht zugewiesene Aufgabe des ausschließlichen Hilfsorganes des Bürgermeisters zu erfüllen; er dankte ihm weiters für den besonderen Schutz, den er den städtischen Bediensteten gegen die ungerechtfertigten Angriffe auf ihre Ehre und ihre Stellung stets mit Einsatz seiner ganzen Persönlichkeit angedeihen ließ. Zum Schlüsse versicherte der Redner, daß die gesamte Beamtenschaft und Arbeiterfchaft gefchlossen wie ein Mann hinter ihm stehe und bereit sei, nach besten Kräften und bestem Können unter seiner Führung im Dienste der Vaterstadt und Heimat zu arbeiten. Namens der Angestellten und Arbeiter der städtischen Unternehmungen schloß sich Direktor I n g . Paul Attlmayr den Glückwünschen des Vorredners an. Unmög-


14

.Amtsblatt Nr.11

lich sei es, die Verdienste des Bürgermeisters um alle städtischen Betriebe im einzelnen zu würdigen. Selbst aus dem Kaufmannstande hervorgegangen, sei er von Optimismus und Unternehmergeist durchdrungen wie keiner und damit den Unternehmungen ein erfolgreicher Führer geworden. Aber nicht nur die Werke als solche habe er gefördert, auch jedem einzelnen Bediensteten sei er Helfer, oft fogar väterlicher Helfer gewesen. Freudigen Hergens hätten alle seine Wahl zum Oberhaupt der Stadt vernommen, freudig begrüßen alle ihren Bürgermeister Franz Fischer, ihren guten, lieben, son^ nigen Bürgermeister. Ueberrascht und erfreut dankte Bürgermeister Fischer für die unvermutete Vertrauenskundgebung und die herzlichen Beweise der Verbundenheit der städtischen Bediensteten mit ihm. Konnten auch in den sechs Jahren seiner bisherigen Amtstätigkeit, von denen besonders die letzten in eine überaus schwere Zeit fielen, bei weitem nicht alle Wünsche erfüllt werden, fo glaube er doch, in seiner Amtsführung stets von gutem Willen beseelt und von wahrer Menschlichkeit geleitet gewesen zu sein. Das Bewußtsein, vom Vertrauen der städtischen Angestellten- und Arbeiterschaft getragen und ihrer unverdrossenen Mitarbeit im Dienste der Stadt Innsbruck gewiß zu sein, habe ihm die Kraft und die Ausdauer gegeben, in sorgenschwerer Zeit auf seinem Posten auszuharren und fei für ihn mitbestimmend gewesen, die Wahl zum Bürgermeister noch einmal anzunehmen. Die Bediensteten aller Gruppen hätten ihm die Gefolgschaft auch dann nicht versagt, als er von ihnen schwerste Opfer fordern mußte. Es dürfe die städtische Angestellt ten- und Arbeiterschaft mit stolzer Befriedigung erfüllen, daß sie dank ihres Opfersinnes und Verständnisses we-

sentlich dazu beigetragen habe, daß die wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse in der Gemeindeverwaltung bereits eine Wendung zum Besseren genommen haben. Unter Hinweis auf die bevorstehende Verbundlichung der städtischen Polizei widmete Herr Bürgermeister Fischer noch im besonderen der Schutzmannschaft, die in einer Stärke von 96 dienstfreien Mann zur Kundgebung ausgerückt war, für die treue und vorbildliche Pflichterfüllung in schwerster Zeit Worte der Anerken> nung und appellierte an die Wache, sich mit der Stadt Innsbruck weiterhin verbunden zu fühlen und ihrer Bevölkerung nicht Strafer, sondern hilfsbereiter Freund und Führer zu sein. Sodann ersuchte der Bürgermeister die Versammelten, für die ihm dargebrachte Kundgebung seinen aufrichtigen Dank und die Versicherung entgegenzunehmen, daß er sich wie bisher restlos in den Dienst der Stadt Innsbruck stellen werde. Er mache es sich zur Aufgabe, das in ihn gesetzte Vertrauen nicht zu enttäuschen, in seinen Entschlüssen weiterhin Menschlichkeit Zu bewahren und ein treuer Diener von Volk und Heimat zu sein. Zum Schlüsse bat Herr Bürgermeister Fischer die städtischen Bediensteten um ihr weiteres Vertrauen und um ihre Unterstützung, um in gemeinsamer Arbeit für unsere Heimatstadt Innsbruck wieder einen Platz an der Sonne zu erringen. Am Abend des gleichen Tages wurde von der städtischen Arbeiterschaft an den Hängen der Innsbrucker Nordkette, unterhalb der Sattelspitzen, das Stadtwappen und darüber die beiden Anfangsbuchstaben des Namens des Bürgermeisters Franz Fischer in Feuerzeichen entflammt.

MM!^

Aufruf zur Zeichnung von Jahresabonnements im Ftaöttheater Der Herr Bürgermeister Fischer hat nachstehenden Aufruf an alle Aemter, Firmen, Verbände, Private

erlassen:

E u e r Hochwo h l g e b o r e n ! Unser Theater hat seine Spielzeit mit einer hervorragenden Aufführung von „Boheme" eröffnet. Es tritt in diesem Spieljahr in das 50. Jahr seit der Uebernahme des ehemaligen „K. k. und Nationaltheaters" durch die Stadtgemeinde. Darum sollen alle Kräfte zusammenwirken, der Unwersitätsund Fremdenstadt Innsbruck das Theater und damit auch das Orchester und das Musikleben zu erhalten. Daß trotz der schwierigen finanziellen Situation der Gemeinde die ursprünglich beschlossene Schließung des Stadttheaters und Auflassung des städtisch subventionierten Orchesters wieder rückgängig gemacht wurde, hat seinen Grund in dem Umstände, baß es fast keine kulturelle Stelle in unserer Heimatstadt gegeben hat, die nicht für die Weiterführung der derben genannten Kulturstätten interveniert hätte. I m Hinblicke auf die Unzahl der Interventionen zugunsten der Fortführung des Theaters und des Orchesters hoffe ich bestimmt, daß sich nun breiteste Schichten der Mitbürger daran beteiligen werden, um Theater und Orchester lebens-

fähig zu gestalten, damit diese Unternehmungen im kommenden Jahre nicht wieder vor der gleichen Situation stehen wie in den letzten zwei Jahren. Die Gemeinde bringt Opfer in einem Ausmaße, daß sie gerade noch verantwortet werden können. Den Rest müssen das Wirtschaftsleben und die Bevölkerung, welche Wert auf gute Kunst und das Ansehen der Heimatstadt legt, aufbringen. Ich lade daher Euer Hochwohlgeboren ein. sich durch Zeichnung von Abonnements an der Festigung der wirtschaftlichen Stabilität des Theaters zu beteiligen. Die Preise für die Abonnements, welche die Theaterleitung bietet, sind so niedrig gehalten, daß der Inhaber des Abonnements wohl jederzeit in der Lage sein wird, die von ihm abonnierten Plätze weiterzugeben, falls er sie nicht selbst ausnützen sollte und damit einen großen Teil der von ihm bezahlten Abonnementsgebühren zurückerhalten kann. Ich habe die Ueberzeugung, daß das Theater — und damit das Kunstleben in Innsbruck wieder einen gewaltigen Aufschwung nehmen wird, wenn durch die Einführung der Abonnements wieder neue Kreise von Theaterfreunden gewonnen werden. Ich hoffe bestimmt, daß auch Sie sich an dieser Aktion zur Erhaltung unserer Kulturinstitute in Innsbruck beteiligen werden, und werde mir erlauben, im Laufe der nächsten 8 Tage einen Beamten persönlich vorsprechen zu lassen, damit er Ihre Wünsche entgegennimmt und eventuell weitere Aufklärungen gibt.

Franz Fischer. Bürgermeister der Landeshauptstadt Innsbruck.


15

N«t«bl«UNl.11. Die Preise und Bedingungen ments sind folgende:

dieses Jahresabonne-

Preise des Jahresabonnements für sechs Monate Innsbrucker Stadttheater 1935/38

ihren Angestellten, Mitgliedern abgeben, wodurch sich für diese der Theaterbesuch wesentlich verbilligt. Aber auch mehrere Familien können sich zu einem Jahresabonnement zusammenschließen.

1. Platz Ein Orchestersitz (1. Reihe) kostet für 6 Monate . 8 700.— Ein Polstersitz (2.-5. Reihe) 8 600.^Ein Sitz der Fremdenloge, 1. und 2. Reihe . . . 3 600.—

Insgesamt vorgemerkt sind:

2. Platz Ein Sperrsitz 8 480.Ein Sitz der Fremdenloge, 3. und 4. Reihe . . . 3 480.— Ein Sitz Balkon, 1. Reihe 8 48«.— 3. Platz Ein Parterresitz Ein Sitz Balkon 2. Reihe Ein Sitz Balkon 3. Reihe Ein Galeriesitz

Arbeitslosenstanö im Htaötgebiete Innsbruck am 50. Hept. Männer 1744 Frauen 1032 Zusammen: 2776 Hievon sind unterstützt:

Männer 1520 Frauen 780

3 3 8 8

360. 360.— 210.— 180.—

Zusammen: 2300

Die 2776 arbeitslos gemeldeten Personen verteilen sich auf die einzelnen Verufsklassen wie folgt: Männer Frauen Zufam. 10 5 5 1. Land- und Forstwirtschaft (Gärtnerei) Ganze Logen 2. Bergbau und Talinenwesen 28 1 27 3. Stein-, Ton-, Glasindustrie Eine Loge im Parterre und 1. Rang mit 5 Sitzen . 3 2700.— 528 3 525 4. Baugewerbe und dessen Nebenderufe Eine Loge im Parterre und 1. Rang mit 4 Sitzen . 3. 2200.— 5. Wasserkraft- und Elektrizitätswerke Eine Loge im 2. Rang mit 4 Sitzen 3 1300 — 191 191 6. Metallindustrie 79 — 79 7. Holzindustrie, Tapegierergewerbe 5 — 5 8. Leder- und Häuteindustrie Bedingungen zum Jahresabonnement: 122 103 19 9. Textilindustrie ^ 136 68 68 1. Das Abonnement gilt für 6 M o n a t e vom Tage der 10. Bekleidungsindustrie 23 12 11 11. Papierindustrie Zustellung der Abonnementskarte gerechnet. 54 19 35 12. Graphische Industrie 1 3 4 2. Das Abonnement bezieht sich ausnahmslos auf sämt- 13. Chemische Industrie — 114 114 liche A b e n d v o r s t e l l u n g e n . Opern, Gastspiele, die 14. Nahrungs- und Genußmittelindustrie 137 570 433 sonst zu wesentlich erhöhten Preisen gegeben werden, 15. Hotel-, Gast-» und SchanKgewerbe 184 89 95 16. Handel sind i n b e g r i f f e n . 114 119 5 17. Transport und Verkehr 8 — 8 3. Die Zahlungsverpflichtung wird für 6 Monate einge- 18. Bank- und Versicherungswesen 32 59 2? gangen. Die Zahlung hat in 6 M o n a t s r a t e n all- 19. Körperpflege und Reinigungswesen 7 9 2 20. Heilkunde und Gesundheitswesen monatlich im vorhinein zu erfolgen. 21. Lehr-, Bildungs-, Kunst- und Unter43 17 26 haltungsberufe 4. Auf Grund der obigen Preise erstellt sich ein Sitzplatz 4 — nach den bisherigen „volkstümlichen" Preisen auf 8 1 22. Rechtsberatungsberufe (Advokaten, Notare)!) 4 1 1 — bis 8 3.80, auch für jene Vorstellungen, für die bisher 23. Oeffentlicher Dienst 11 11 24. Haushaltungsberufe 5 bis 7 8 für den ersten Platz zu leisten waren. 25. I n verschiedenen Industriezweigen vorkommende Berufe 238 236 474 Die Abonnementskarten werden nicht auf Namen ausge-

stellt, weshalb sie von den Inhabern (Aemter, Firmen, Verbände, Familien) an Beamte, Angestellte, Verwandte usw. weitergegeben werden können, so daß damit weiten Bevölkerungskreisen ein sehr billiger Theaterbesuch ermöglicht wivd und die Inhaber des Abonnements weitestgehend den von ihnen bezahlten Betrag zurückerhalten können. Die Theaterleitung ist in der Erstellung der Preise bis zur äußersten Grenze der Rentabilität gegangen, erhofft sich jedoch durch diese Einrichtung einen so starken Theaterbesuch, daß damit der sonst unweigerlich entstehende Ausfall gedeckt werden kann. I n den nächsten Tagen wird die Werbung für das Theater-Jahresabonnement aufgenommen und durch einen Beamten persönlich bei einzelnen Aemtern und Stellen vorgesprochen werden; die Anmeldung zum Jahresabonnement nimmt aber auch die Theaterkasse entgegen. Da das Innsbrucker Stadttheater mit den Preisen für das Jahresabonnement weitestgehend entgegenkommt, ist zu erwarten, dah jene Zahl von Abonnenten erreicht wird, die das Stadttheater sichert. Das Abonnement kommt in erster Linie für Aemter, Firmen und Verbände in Betracht, die sodann die Karten

Summe: 1744

1032

Im Vergleich zum Stande der Arbeitslosen am 31. AUMst ergibt sich eine Zunahme um 200 Personen.

2776 1935

Welche boltsschulpfiichtigen Kinöer besuchen leine öffentliche Schule? An der Amtstafel des Stadtmagistrates ist ab 16. Oktober 1935 folgende Kundmachung angeschlagen:

Die Eltern, bzw. Aufsichtspersonen jener volksschulpflichtigen Kinder, die im Stadtgebiete wohnen und aus irgend einem Grunde nicht in einer öffentlichen Schule eingeschrieben sind, werden aufgefordert, innerhalb einer Woche den Namen, das Geburtsdatum, die Wot> nungsanschrift und den Grund des Nichtbesuches der Schule dem Stadtschulrate Innsbruck entweder schriftlich (Rathaus, 1. Stock, Zimmer Nr. 19, Einlauft oder mündlich (Rathaus, 2. Stock, Zimmer Nr. 29) bekannt zu geben.


16

.Amtsblatt Ni.U

ewerbe Ausweis über öie im Monat September 1555 verhängten strafen Uebertretung 1. der Vorschriften über den Verkehr mit frischer Milch 335 8; 2. des Inländerarbeiterschutzgesetzes 70 8; 3. der Rauchfangkehrerordnung 10 8; 4. des Tierseuchengesetzes IM) 3; 5. des Vogelschutzgesetzes 5 8. § 10 Apochekerbetr.-Ordg. 100 8 (12 Stunden). § 21 Hausierpatent 5 8 (12 Stunden), Warenverfall. § 22 GO.: Vorschriftswidrige Abgabe von Alkohol Verweis. § 2 Hausterpatent 5 8 (6 Stunden), Warenverfall. § 22 GO. 15 8 (24 Stunden). § 132e GO. 10 8 (12 Stunden). § 11 GO.: Unbefugter Betrieb einer Loskontrollstelle 15 8 (12 Stunden): § 60/2 GO.: Gemüseverkauf vom Auto aus 10 8 (12 Stunden). § 48 GO.: Fehlen einer entsprechenden äußeren Bezeichnung 20 8 (2 Tnge). § 14 GO.: Unbefugte Ausübung des Kleidermachergewerbes 50 8 (3 Tage). §§ 22 und 44 GO.: Unzulässige Namensführung und unbefugter Betrieb eines Reisebüros 50 8 (3 Tage). § 14 GO.: Unbefugte Ausführung von Malerarbeiten 20 8 (24 Stunden). § 132e GO.: Beauftragung eines Unbefugten zu Malerarbeiten 20 8 (24 Stunden). § 14 GO.: Unbefugte Ausübung des Mechani'kergewerbe 500 8 (30 Tage). § 99 GO.: Vorschriftswidriger Lehruertragsabfchluß 10 8 (12 Stunden). § 59 GO.: Unbefugtes Aufsuchen von Bestellungen 100 8 (6 Tage). § 13d GO.: Unbefugte Ausübung des Fußpflegergewerbes 5 8 (6 Stunden). § 140 GSVG.: Ungebührlicher Bezug der Notstandsaushilfe 6 Tage. § 140 GSVG.: Ungebührlicher Bezug der Notstandsaushilfe 3 Tage, d 59e GO.: Unbefugte Agentur 40 8 (48 Stunden). § 3 I. 46/21 Fassung I. 32/29: Uebertretung der Sonntagsruhe 30 8 (3 Tage). § 39 GO.: Nichtanzeige der Standortsverlegung 2 8 (24 Stunden), § 22 GO.: Unbefugtes Anwerben von Fahrgästen 100 8 (5 Tage). § 14 GO.: Unbefugtes Drechslergewerbe 50 8 (2 Tage). § 13b GO.: Unbefugter Handel mit techn. Bedarfsartikeln 50 3 (2 Tage); § 14 Unbefugtes Mechanikergewerbe 200 8 (5 Tage). § 22 GO. Unbefugtes Gast- und Schankgewerbe 50 8 (2 Tage). § 22 GO. Unbefugter Mostausfchank 4 8 (6 Stunden). § 13b GO.: GO. Unbefugter Weinhandel 10 8 (6 Stunden). § 14 GO.: Unbefugtes Mechanikergewerbe 50 8 (2 Tage).

Kachweis der im Monat September 1935 durchgeführten Gewerbelöschungen Nr. 25? Lang Emilie, Maria-Theresien-Straße 53, Gemifchtwarenhandel, 14. 10. 1919, I I . 21522. — Nr. 258: Dalapozza Franz, Leopoldstr. 5, Handel mit Vögeln und zoolog. Tieren usw. 20. 9. 1927, I I . 18827. — Nr. 259: Gottesheim Julie, Defreggerstr. 22, Gemifchtwarenhandel, 11. 5. 1914, Zl. 15330. — Nr. 260: Bertele Franz, Schöpfstraße 2. Agenturgewerbe, 27. 8. 1929. I I . 15576. — Nr. 261: Bertele Franz. Tchöpsstr. 2. Kommission. 27. 8. 1929. 31. 14728. — Nr. 262: Lengerer Emma, Herzog-Friedrich-Str. 28, Betrieb des auf die Frauen- u. Kinderkleider beschränkten, gemeiniglich von Frauen betriebenen Kleidermachergewerbes nach § 14 d. GO.. 22. 10. 1924, I I . 17299. — Nr. 263: Ghedina Cölestin, Sonnenburgstr. 17, Handel mit Korbwaren, Haus- und Küchengeräten, 4. 12. 1922, 31. 19682. — Nr. 264: Schweiggl Gottfr., Väckerbühelg. 5. Agenturgewerbe. 8. 6. 1922. 31. 9673. — Nr. 265: Friedrich Wilhelm. Innrain 56, Ngenturgewerbe, 19. 10. 1928. 3l. 18969. — Nr. 266: Ager Friedrich, Gilmftr. 3. Agenturgewerbe, 24.3.1927. 31.5741. — Nr. 267: Geiger Kassian, Viaduktbogen 68, Holz- und Kohlenhandel, 29. 5. 1909. 31. 22810. — Nr. 268: Klement Ferdinand. Kraooglstr. 2, Agenturgewerbe, 21. 1. 1933, 3l. 316. — Nr. 269: Gamper Eduard, Dreiheiligenstr. 9. Agenturgewerbe. 16. 6. 1930, 31. 11797. — Nr. 270: Schmid Rudolf, Museumstr. 1/3, Handel mit allen im freien Verkehre gestatteten Waren, jedoch mit Ausschluß der im § 38, Abs. 5, GO. aufgeführten Artikel. 30. 1. 1928, 31. 854. — Nr. 271: Mauerlechner Frz.. Maximilianstr. 25, Agenturgewerbe, 19. 2. 1931, 3l. 3070. — Nr. 272: Mayr Peter. Meinhardstr. 5, Agenturgewerbe, 11. 7. 1929. 31. 12543. — Nr. 273: Pircher Hermann, FranzKranewitter-Straße 16. Agenturgewerbe. 20. 1. 1931. I I . 991. ^ Nr. 274: Echweiggl Gottfr.. Bäckerbühelg. 5, Kommissionswarenhandel. 8. 6. 1922. 31. 25473/21. — Nr. 275: Großgasteiger Peter,

Körnerstr. 17. Kleidermachergew., 22. 3. 1919, 3 l . 7480. — Nr. 276: Großgasteiger Peter. Körnerstr. 17, Agenturgewerbe, 20. 3. 1934, 3l. 3384. — Nr. 277: Großgasteiger Peter, Körnerstr. 17, Kommissionswarenhandel im Großen. 20. 3. 1934, 31. 3383. — Nr. 278: Schulz Iofefine, Hörmannstr. 8, Damen- und Kinderkleidermachergewerbe. 14. 12. 1920, 31. 25538. — Nr. 279: Gnigler Johann. Grillparzerstr. 11, Schuhmachergewerbe. 31. 5. 1919^31. 16233. — Nr. 280: Pfisterer Christian, Dreiheiligenstr. 29, Kleinverschleitz von gebrannten geistigen Getränken. 17. 10. 1892. 31. 28178. — Nr. 281: Weger Walburg. Mentlgasse 5. Gemischwarenhandel. 18.12.1900. 31.24302. — Nr. 282: Weger Walburg, Mentlgasse 5. Handel mit Bier in verschlossenen Flafchen. 14. 8. 1903. Nr. 18007. — Nr. 283: Pianezzer Iofefine, Vrückenplatz 1, Handel mit allen im freien Verkehre gestatteten Waren, jedoch mit Ausschluß der im § 38, Abf. 5, GO. aufgeführten Artikel, 5. 9. 1930. 31. 16184. — Nr. 284: Hämmer Anna. Innallee 15, Handel mit allen im freien Verkehre gestatteten Waren, jedoch mit Ausschluß der im § 38, Abs. 5, GO. aufgeführten Artikel, 25. 5. 1923, 31. 8447. — Nr. 285: Winner Johann, Pembaurstr. 41, Handel mit allen im freien Verkehre' gestatteten Waren, jedoch mit Ausschluß der im § 38, Abs. 5. GO. aufgeführten Artikel. 31. 1. 1927. 31. 11269. — Nr. 286: Huber Franz, MariaTherefien-Straße 38. Kommissionswarenhandel, 23. 4. 1920. 31. 9839. — Nr. 287: Hell Stefanie, Marktplatz. Handel mit Obst. Gemüse. Südfrüchten und 3uckerbäckerwaron, 25. 5. 1928, 3l. 10110.

Verzeichnis über die im Monat September 1935 ausgestellten Gewerbescheine, bzw. Konzessionsdekrete Merth Johann. Annoncenbüro, Maria-Therefien-Straße 57. — Möslein Leopold, Auslagenarrangeurgewerbe, Müllerstr. 1/p. — Möslein Leopold, Reklamebüro, Müllerstr. 1/v. — Ameseder Adolf, Agenturgewerbe, Kaiserjägerstr. 30/1. — Peer Paulina, Handel ohne Beschränkung auf bestimmte Waren. Kiedachgasse 12. — Etangl August, Agenturgewerbe, Lutterottistr. 5. — Witsch, geb. Stieß, Helena. Handel mit Fahrrädern, Schreib- und Nähmaschinen und deren 3ubehör, Seilergaffe 5. — „Iofef Malfatti" (off. Handelsgesellschaft), Wäfchewarenerzeugung, Herzog-Friedrich-Straße 3. — Matuella Adolf, Kraftsahrzeugmechanikergewerbe, Karmeliterg. 21. — Robl Franz, Kraftfahrzeugmechanikergewerbe, Heiliggeiststr. 12. — Waldhart Alois, Handel ohne Befchränkung auf bestimmte Waren, Museumstr. 1/III. — Sched Franziska, Handel mit gebrauchten Säcken, Flafchen sowie Hadern und Altmetalle, Kapuzinergasse 34/p. — „Jenewein Josef" (off. Handelsgesellschaft), Herstellung von Wandplatten und Kunstmarmor aus kaltem Wege aus Kunststemmusse, Andreas-Hofer-Straße 28. — Gini, geb. 3elinka, Franziska, Handel mit Lebensmitteln, jedoch mit Ausschluß der im § 1a lit. a GO. aufgeführten Artikel. Kiosk Ecke Brixnerstraße und Meinhardstratze. — Dr. Flatscher Josef, Handel mit Rlluchrequistten, Papier- und Schreibwaren. Obst, Kanditen und Bäckereien, Kiosk Südbahnstraße, Eingang Mentlgasse. — Geiger, geb. Kiechl, Ann«. Holz- und Kohlenhandel, Ing.-Etzel-Strllße 68. — Schäffernegger Johann, Schuhmachergewerbe, Grillparzerstr. 11. — Schmidt Josef, Kommissionswarenhandel, Goethestr. 12/1. — Holzhammer Emil, Kraftsahrzeugmechanikergewerbe, Leopoldstr. 4. — Budin Olga, Marktfahrergewerbe, Liebeneggstr. 14. — Vader Martin, Reklamebüro, Weifergasse 7/p. — Trafoyer Otto, 'Agenturgewerbe, Innstr. 25/111. — Stefani Johann, Kraftfahrzeugmechanikergewerbe, Ing.-Etzel-Straße, Viuduktbogen 69—70. — Kirschner Ludwig, Kraftfahrgeugmechanikergewerbe, Kiebachgasse 10. — Wiedner Karl, Kraftsahrzeugmechanikergewerbe, Heiliggeiststr. 9. — Witznecky Josef, Kvaftfahrzeugmechanikergewerbe, Straße der Sudetendeutschen 17. — Wörle Johann, Kraftfahrzeugmechanikergew., Pradler Straße 71a. — Engele Max. Handelsagentur, Müllerstr. 9. — Naumann Josef, Erzeugung von Fruchtsäften, Gär- und Süßmosten, Egger-Lienz-Straße 3d. — Egarter Aloisia. Handel ohne Beschränkung auf bestimmte Waren, Müllerstr. 1. — Trixl Josef, Gast- und Schankgewerbe lit. a, b, e. 6, t und F GO., Brennerstraße 5. — Fritz Anton, Kraftfahrzeugmechanikergewerbe, Fifchergasse 1. — Engele Max, Kommissionswarenhandel mit Gas-, Kochund Heizapparaten, Müllerstr. 9. — Hämmer Marie. Handel mit Rauchrequisiten, Galanterie- und Schreibwaren und Kanditen, Innallee 15. — „Internationale Transporte Unterberger u. Eomv., Ges. m. b. H.", Kommifsionswarenhandel, Maria-Theresien-Str. 38. — Niederkofler Gottfried, Kraftfahrzeugmechanikergewerbe, Leopoldstraße 45.


Amtsblatt Nr. 11.

Ehrenbürger Vr. Anton Minkler 70 Jahre alt Am 29. September 1935 ist der Ehrenbürger der Stadt Innsbruck und Rechtsrat i. R. des Stadtmagistrates Dr. Anton Winkler 70 Jahre alt geworden. Dr. Winkler ist mit dem Schicksal der Stadt Innsbruck wie wenig andere Bürger verbunden, gehörte er doch viele Jahre dem beschließenden und überwachenden Organe der Stadt, dem Gemeinderat, an. Er wirkte hernach noch durch 10 Jahre an hervorragender Stelle im vollziehenden Organe, im Stadtmagistrate, als Nechtsrat. Auf jedem Posten im Dienste seiner Vaterstadt schuf er sich Denkmale seiner Geistesarbeit. Von Beruf ursprünglich Rechtsanwalt, wurde er am 15. Mai 1902 in den Gemeinderat gewählt, in welchem er dann ununterbrochen durch 18 Jahre außerordentlich verdienstvoll für die Gemeinde wirkte. Anläßlich feiner in der Gemeinderatsfitzung vom 16. Dezember 1920 erfolgten einstimmigen Ernennung zum Ehrenbürger fand diefes fein Wirken auch die ausführliche Würdigung durch Ehrenbürgermeister Grell und durch den damaligen Obmann der Dienstes- und Rechtssektion, den nachmaligen Bürgermeister Dr. Eder. Es gab nach die sen ehrenden Ansprachen kurz gesagt keinen Ausschuß, in dem Dr. Winkler nicht bestimmend mitgearbeitet hätte, es gab keine größere Aufgabe für die Stadtvertretung, an deren Lösung er nicht entscheidenden Anteil genommen hätte. Dr. Winkler gehörte eben zu jenem „Triumvirate", das mit den Namen Greil und Kavw rer der Stadtgeschichte immer erhalten bleiben wird. Die Tätigkeit auf seinem neuen Arbeitsgebiete nach der im Jahre 1920 erfolgten Uebernahme in den Magistratsdienst brachte neue und uneingeschränkte Anerkennung von feiten der Bürgermeister Dr. Eder und Franz Fischer. Sein erfahrener Rat war bei Vorgefetzten, Kollegen und Untergebenen gefucht und geschätzt. Herr Bürgermeister Fischer ehrte denn auch den Jubilar jetzt zum Geburtsfeste mit feinem Besuche und beglückwünschte ihn mit herzlichen Worten. Auch die Tagespresse würdigte den Jubilar in herglichen und ausführlichen Artikeln.

Das Dienstverhältnis des städtischen Poliers Hans Steiger wurde, da durch den im Frühjahr durchgeführten Arbeiterabbau ein Polierposten überzählig wurde, am 30. September 1935 durch Kündigung gelöst. Am 28. August 1935 starb der städtische Rechn.-Assistent Fritz Winkler, am 1. Oktober 1935 nach langem schweren Leiden der städtische Schulwart Alois Suitner.

Der Nachöruck von Aufsätze«/ Berichten oöer nur von Teilen öerselben sowie öie Wieöergabe von Daten uns Statistiken sinö nur mit genauer lguellenangabe gestattet.

Monatsbericht über öen Kremöenverkehr September 1935 Ständiger Wohnort Wien Sonstiges Österreich Deutsches Reich, Danzig Schweiz. Liechtenstein Italien Südslawenstaaj Ungarn Rumänien Tschechoslowakei Polen, Baltische Staaten Schweden, Norwegen, Dänemark Belgien, Luxemburg, Niederlande Großbritannien. Irland Frankreich, Monaco Spanien, Portugal, Andora . Griechenland, Albanien, Bulgarien, Türkei . . Rußland mit Russisch-Asien Uebriges Asien Afrika, Australien Vereinigte Staaten von Nordamerika, Kanada . Staatenlose Zusammen . . . .

1935

1934

3637 3772 623 1340 1023 73 189 63 599 44 189 825 1776 1249 52 39 10 69 47 232 4

3351 5429 553 1233 1080 58 199 59 547 41 150 666 1155 892 51 21 3 39 37 257 1

16.855* 15.822

* Hievon: 1. Geschäftsreisende 1427, 2. Jugendliche in Herbergen, Heimen u. dgl. 154.

Mitteilungen öes Htaötphgsitates

personalnachrichten Mit Beginn des Schuljahres 1935/36 wurden am städtischen Mädchenrealgnmnasium als Hilfslehrer neu bestellt: Dr. Martin Aichner, Frl. Marianne Mayr und Frl. Dr. Kornelia Müllner. Mit 1. August 1935 sind der städtische Pol.-Veg.-Insv. Hans Haslauer, der städtische Pol.-Ray.-Insv. Peter Perwög, und die städtische Kzl.-Adjunktin Marianne Bopp in den dauernden Ruhestand getreten. Ferner wurden mit 1. August 1935 der Stadtarbeiter Alois Reich! und mit 1. Oktober 1935 der städtische Baupolier Anton Hatzl, sowie die Stadtarbeiter Josef Fefele und Johann Gspan und die Schulwartgehilfin Emilie Altmutter-Schmid in den dauernden Ruhestand versetzt.

Stand der Infektionskrankheiten im September 1935 Scharlach: 10 Erkrankungsfälle, kein Todesfall. Diphtherie: 10 Erkrankungsfälle, kein Todesfall. Typhus: 1 Erkrankungsfall, kein Todesfall. Paratyphus: 2 Erkrankungsfälle, kein Todesfall. Zahl der Geborenen im September 1935 Gesamtzahl: 47, davon keine Totgeburt, 28 männlich, 19 weiblich. Todesfälle im September 1935 Gesamtzahl 82 davon auswärts 20 62 (24 männlich, 38 weiblich).


18

.A«t«ll»UNr.«


19

A«t«kl»UNr.1l

c

nun«

vzleswickilcke llolllenllsnls u. llokle,

«llll ÖI, lg clgusspa 5t6uri5iSri6 unc! iissI6!(ün!is V^c>!Imilcn, c>55 ^lixiss tüs ^un^ unc! Z!i Im Vi^VNSN, M oelsrnS ^l ^Sisikl)

1427, 1237

uncl I Z tSÜDuiiSl'

6 l<55S

3t.

1427

nc! is!nl(6n

clis Ss zunclnsii c!<35

l^!6N5CNSN

uf; in V^iSs nicni 5». l_iniScl».lrcn L6>v6Il^n^ clsn I^ösSelbständige gemeinnützige Sparanstalt (gegr. 1822) H a u p t a nst a l t : E r l e r s t r a ß e 5tr. 8 Z w e i g a n s t a l t : Maria-Theresien-Str.

ic^tÜs!(s2§t!I6 LStg'tiI^INI clSs Os< Z3NS 5OsI8N. l5 SssOicNVs

IS^Sicn nstes WsiZ«3 c!uscn

Spareinlagen Scheckeinlagen Bankmäßige Geschäfte G e l d w e c h s e l

S c h a l t e r v e r k e h r jeden Werktag von 8 Uhr bis 1/2I Uhr und von V23 Uhr bis ) Uhr nachmittags, Samstag nachmittags geschlossen. Unentgeltliche Auskünfte in der Direktion, Erlerstraße Nr. 8, ebenerdig

im Xt3clti5clHS


. Amtsblatt Nr.11

läMIV.IUll NVblkä"

Verleger, Eigentümer und Herausgeber: Die Stadtgrmetnde Innsbruck. — Verantwortlicher Schriftleiter: Dr. Willy Rumer, Innsbruck, Wilhelm-Nreil-Straße 25. Druck: Graphische Kunstanstalt T y r o l i a , Innsbruck

Amtsblatt Innsbruck  

Ausgabe Oktober 1935

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you